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Migros-Magazin-34-2018-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Mickey hat Geburtstag. Feiern Sie mit.

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Donald Duck ist der Pechvogel vom Dienst, lässt sich aber durch nichts unterkriegen. Er kann impulsiv und faul sein, hat sein Herz aber immer auf dem rechten Fleck.

Pluto ist Mickeys treuer Begleiter. Nicht immer der Hellste, aber sofort bereit, alles zu riskieren, um seinen Freunden zu helfen.

MINNIE Minnie, die liebenswerte und anmutige Mäusedame, hat ihren eigenen Kopf und einen starken Willen. Als Mickeys Herzensdame steht sie ihm immer treu zur Seite.

DAISY Daisy Duck ist modern und selbständig, manchmal aber auch eine kleine Diva. Jederzeit charmant, auch wenn manchmal ihr Temperament etwas mit ihr durchgeht.

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Sicher unterwegs auf dem See Seite 10

MM34, 20.8.2018 www.migrosmagazin.ch TV-Moderatorin Susanne Kunz

Autor Wladimir Kaminer über Kreuzfahrten und andere Fluchten Seite 24

90 Jahre Mickey Mouse: Zeichnen und gewinnen

Bild: Basil Stücheli

Seite 42

Brotsalat S. 45 | Augustgarten S. 74 | Haarausfall S. 82

«Ich bin keine perfekte Mutter, na und?» Seite 12


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God appetitt oder buen apetito? BEIDES

Diese Woche in Ihrem Migros Restaurant: MONTAG, 20.8.

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Wiener Schnitzel

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Moussaka

Für ein gutes Bauchgefühl.


MM34, 20.8.2018  7

H Editorial

Immerzu: «Ja, voll!»

Haben Sie es auch schon gehört? Heute ist nichts mehr «mega» oder «cool». Heute ist alles «voll». «Ja, voll!» ist die Antwort auf alles. War das Essen gut? ­«Ja, voll!» Die Ferien erholsam? «Ja, voll!» Der ­Sommerflirt ­anhaltend? «Ja, voll!» Woher nur diese Völle? Womöglich bildet die ­Jugendsprache mal wieder den Zeitgeist ab. Und der wiederum widmet sich halt sehr dem T ­ hema Selbst­ optimierung. Wir sind nicht mehr fit, wir sind «voll» fit. Wir sind nicht mehr entspannt, wir sind «voll» entspannt. Dabei haben alle «voll» die engsten Freunde und «voll» die coolsten Eltern. Selbst wer nur halb überzeugt ist oder nur halb folgen kann, sagt: «Ja, voll!» Ich habe mal eine Praktikantin betreut, die hat immer alles «voll» ­verstanden. Eines Tages musste sie Gutscheine ­verschicken. Mit Couverts, Briefmarken und sogar handschriftlich adressiert! Am nächsten Tag kamen alle Gutscheine zurück. Sie hatte Empfänger und Absender vertauscht und die Bons schlicht sich selbst geschickt. Ich habe dann mit ihr abgemacht, dass sie künftig abwägt. «Ja, voll!» für vollumfäng­ lich Klares. Und «Ja, voll! Also halb!», wenn die ­Aufgabe doch nicht ganz voll klar ist.

Bilder: Jorma Müller, Herbert Zimmermann

Unsere Titelgeschichte handelt genau von dieser halben Völle, die wir uns fast nicht mehr zugeste­ hen. Moderatorin und Publikumsliebling S ­ usanne Kunz geht mit gutem ­Beispiel voran: «Ich kann ziemlich gut d ­ amit l­ eben, eine un­perfekte Mutter zu sein», verrät sie im ­exklusiven ­Vor­abdruck aus dem Buch, das diese ­Woche erscheint. «Mama kann nicht kochen» ist eine Liebeserklärung an die unperfekte Mutter – darin o ­ uten sich zehn prominente Mamis. Susanne Kunz erzählt, wie sie den Familienalltag ohne Tupper­ ware und Arnikakügelchen jongliert und wie sehr sie auf ­ungebetene ­Er­ziehungstipps von Wildfremden pfeift. Engstirnig­keit und Klein­lichkeit will sie ­aussen vor ­lassen (S. 12). Ein toller Vorsatz, nicht? Ich kenne ­viele Leute, die würden jetzt sagen: «Ja, voll!» Yvonne Zurbrügg, ­Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@­ migrosmedien.ch

Inhalt Menschen 10  Diese Woche

Dichtestress auf Schweizer Seen

12  Mutter sein dagegen sehr

Schluss mit den Schuldgefühlen: Moderatorin Susanne Kunz über das neue Selbstbewusstsein ­­unperfekter Mütter

17  Bänz Friedli 18  Plötzlich ist alles anders Zeichnet Comics im Rollstuhl: der Luzerner Roland Burkart

18 64 M-Check

Ein M mehr Produktinfos

67  Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

22  Nachfolger gesucht

Dorfarzt Martin Sigg geht in ­Pension. Die Suche nach einem Nachfolger ist gar nicht so einfach

24 Interview

Der russisch-deutsche Autor Wladimir Kaminer über den ­seltsamen Kosmos von ­Kreuzfahrtreisen

31 Leserforum

Migros-Welt

Leben 73  «1, 2 oder 3?» 74 Garten

Im Bauerngarten von Lina Ott blühts und wächsts querbeet

79  Mit dem E-Bike nach China Reporterin Andrea Freiermuth hat ihre Ängste überwunden

81  «Stadt, Land, Stutz» 82 Gesundheit

38  Beautiful in Korea

Darauf muss man bei der ­Haartransplantation achten

40 Biodiversität

85  Migros Bank 87 Kinder

Kathrin Weiss baut Getreide für «TerraSuisse»-Brote an

Weiches Pelzchen, langer Rüssel: das Taubenschwänzchen

42  Mickey Mouse wird 90

93 Glücksgriff

Mibelle expandiert nach Asien

Plüschfiguren zum Sammeln

45 Migusto

Brotsalat mit Tomaten vom Grill: So gelingt die Panzanella

60  Swiss Skills

Drei Teilnehmer der S ­ chweizer Berufsmeisterschaften in Bern

Acht Einkaufsgutscheine für Outdoor-Kleider zu gewinnen

95 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus 102  Meine Welt

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M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Kappadokien das Zentrum des Christentums. 5. Tag / Kappadokien – Göreme: Fahrt durch das Göreme-Tal – mit seinem „grossartigen Durcheinander“ von zerfurchten, weissen Felsen und eigenwillig geformten Kegeln. In Göreme spriessen die Steinkegel zwischen Häusern aus dem Boden, einige so glatt wie Samt, andere durchlöchert wie ein Schweizer Käse, viele von innen hohl – die kappadokischen Höhlenwohnungen. Sie besuchen die mit Fresken geschmückte Höhlenkirche (UNESCO Kulturdenkmal) sowie die kunstvollen Höhlenwohnungen. Weiterfahrt ins Simeonstal, das auch als das Tal der „Kamine der Feen“ bekannt ist. Unterwegs erhalten Sie einen Einblick in die Knüpftradition der Region. Krönender Abschluss ist ein Spaziergang durch die malerische Töpferstadt Avanos. 6. Tag / Kappadokien – Obrukhan – Antalya: Fahrt zur berühmten Seldschukischen Karawanserei Tepesi Delik Han. Durch das Taurusgebirge gelangen Sie schliesslich in die Region Antalya, wo Sie die letzten zwei Nächte verbringen. 7. Tag / Antalya: Stadtbesichtigung u.a. mit Besuch des malerischen Hafens und dem bunten Basar. Während des Stadtbummels bieten sich Einkaufsmöglichkeiten für Schmuck und Lederwaren. Zum Abschluss des Tages besuchen Sie den Karpuzkaldiran Wasserfall. 8. Tag / Rückflug oder Verlängerung: Transfer zum Flughafen und Charterflug nach Zürich. Für Gäste mit Verlängerung erfolgt der Transfer ins Badeferienhotel.

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Menschen

Darauf freuen wir uns Strassenkünstler 30 Artistengruppen geben vom 24. bis 26. August 200 kostenlose ­Vorstellungen in Vevey VD.

MM34

Bernhardiner Die «BarryWanderung» am 25. August führt von der Station Rigi Staffel via Rotstock nach Rigi First. Mit ­dabei: ganz viele Bernhardiner!

«‹Warum gibt es eigentlich ­Wespen?›, fragen mich meine ­Kinder. ‹Frage ich mich auch›, hätte ich am liebsten geantwortet. Aber ja, natürlich sind sie auch nützlich. Darum rede ich stattdessen von den Schäd­lingen, die sie bekämpfen. Und vom Bestäuben der Blüten. Dann google ich, ­würde ich doch gern mit mehr Gründen auftrumpfen. Und ­dabei stosse ich auf etwas Wissenswertes. Wir m ­ ögen ja – ab­gesehen von ihrer chicen ­Taille – nicht viel an Wespen. Was diese aber im Gegenzug an uns wirklich ­hassen, ist unser Atem: Das darin enthaltene Kohlendioxid gilt als eigentliches Alarmsignal. ­Darum ­auf­gepasst: Wegpusten kommt bei ihnen fast noch schlechter an als Rumwedeln!» Mein Bild der Woche

Bilder: iStock, Bruno Karl Stebler, Cyril Zingaro / Keystone, zVg

Pascale Bruderer Wyss (41) ist Ständerätin des Kantons Aargau, führt mit ihrer Schwester die «machs! GmbH» und ist zweifache Mutter.

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Jasmin Isenschmid (27), Consultant, Zug So informiere ich mich «Mit der ‹NZZ›, aber nur digital» Dafür bin ich zu alt «Definitiv für Snapchat» Da bin ich analog «Einkaufszettel schreibe ich von Hand.»

Liebste App: Instagram

Unnützes Wissen

Von Vögeln und Menschen Krähen sind bei der Nutzung von Werkzeugen Links- oder Rechtsschnabler. Papageien ­sprechen in ­Dia­lekten. Vögel, die keine Fressfeinde ­haben, weil sie auf kleinen Inseln leben, ­verlieren mit der Zeit ihre Fähigkeit zu ­fliegen. Ohne Fleder­ mäuse gäbe es keinen Tequila . Die Tiere werden benötigt, um die Pflanze Agave, aus welcher der Schnaps ­her­ge­stellt wird, zu bestäuben. Quelle: Neon/Stern


10  MM34, 20.8.2018 | MENSCHEN

Zahlen und Fakten

137

öffentliche Personenschiffe verkehrten 2015 auf den Schweizer Gewässern. Davon waren 122 Motor- und 15 Dampfschiffe.

97 430 private Personenschiffe waren 2017 landesweit zugelassen. Genauer: 62 238 Motorboote, 29 287 Segelboote sowie 5905 Ruderboote und Pedalos.

122

Güterschiffe waren 2016 auf den Schweizer Gewässern unterwegs.

1500

Seen gibt es in etwa in der Schweiz. Die grössten liegen am JuraSüdfuss (Genfersee, Neuenburgersee, Bielersee), im Mittelland (Bodensee, Zürichsee), in den Voralpen und am Alpennordhang (Thunersee, Brienzersee, Zugersee, Vierwaldstättersee) sowie am Alpensüdhang (Luganersee, Lago Maggiore). Hinzu kommen Hunderte von kleinen natürlichen Seen und Stauseen.

41

Menschen ertranken 2017 in Schweizer Gewässern: 31 Männer (ein Taucher), acht Frauen, ein Kind und ein Opfer nicht identifizierbaren Geschlechts. Quellen: Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG).

Diese Woche

Heikles Gedränge auf den Seen An schönen Sommertagen geraten Kurschiffkapitäne ins Schwitzen. Schwimmer springen bei Schiffsanlegern ins Wasser, Stand-up-Paddler und Mietboote kommen gefährlich nahe. Text: Monica Müller


MENSCHEN | MM34, 20.8.2018  11

Gesetze und Gebote

Beliebt, aber verboten: Bei Schiffsanlegestellen dürfen sich keine Schwimmer aufhalten.

Sicher im Wasser

Bei den Anlegestellen von Kursschiffen ist Schwimmen verboten. Wer über einen See schwimmt, sollte nicht allein sein, eine Badekappe tragen oder eine Ziehboje mitführen.

Bilder: Zürich Tourismus, Getty Images (5)

A

n heissen Tagen ist einiges los auf den Schweizer Seen: Kursschiffe kreuzen, Motorboote brausen vorbei, Stand-up-Paddler suchen ihre Mitte, und Pedalofahrer lassen sich treiben. Immer wieder kommt es inmitten dieser Idylle zu brenzligen Situationen. Jürg Graber (47), Kapitän bei der BLS auf dem Thunersee, spricht von «prekären Momenten», die er auf dem Schiff erlebt. «Stand-up-Paddler stehen in der Fahrstrasse der Kursschiffe, und Schwimmer miss­ achten das Badeverbot bei Schiffsstegen.» Sie seien sich nicht bewusst, wie gefährlich die Sogwirkung einer Schiffs-

schraube ist. Kollege Michel Scheurer pflichtet ihm bei: «Viele wissen nicht, wie man sich auf dem See korrekt verhält», sagt er. Seit 25 Jahren ist der 47-Jährige Kapitän, früher teilte er den Vierwaldstättersee nur mit Wasserskifahrern, heute sei das Freizeitangebot auf den Seen viel grösser, und entsprechend gestalte sich das Nebeneinander komplizierter. In dieser Saison machen Scheurer vor allem die Schwimmer Sorgen. An Hot­ spots, wie der Station Verkehrshaus, tummelten sich ständig Jugendliche, die sich einen Sport daraus machten, möglichst nahe an einem fahrenden Kursschiff ins Wasser zu springen. Das signalisierte Badeverbot kümmere sie nicht. Auch auf dem Zürichsee hat die Risikobereitschaft zugenommen. «Die Schwimmer im Zürichsee verhalten sich zunehmend unachtsam», sagt Wiebke Sander (43) von der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft. Es ist gesetzlich ver­ boten, im Umkreis von 100 Metern eines Schiffssteges zu schwimmen. Viele ignorierten aber das Verbot. Mit der Folge, dass ein Schiff manchmal eine Station nicht anfahren oder von dort nicht abfahren kann. «In solchen Situationen ziehen wir die Polizei hinzu.» Saftige Bussen

Auf den Seen gelten andere Regeln als auf den Strassen. Wer gegen Gesetze verstösst, bekommt keine Busse, sondern die Seepolizei erstattet Anzeige. Ein Einzelrichter fällt ein Ur-

teil. «Verstösse gegen ein Badeverbot können schnell einige Hundert Franken kosten», sagt Kapitän Scheurer. Bei der Wasserpolizei Luzern sind rund um die Uhr vier Personen im Einsatz. Sie sind vor allem damit beschäftigt, die Sicherheit aller im und auf dem Wasser zu garantieren, wie Simon Kopp (49) von der Kantonspolizei Luzern erläutert. Die Polizisten wiesen wiederholt Seeüberquerer darauf hin, dass man sie ohne bunte Badekappe und Begleitung kaum sehe. «Viele Stand-up-Paddler achten zu wenig auf Kursschiffe, Mietboote fahren kreuz und quer und bringen sich und andere in heikle Situationen.» Baderegeln zu wenig bekannt Auch Philipp Binaghi (40) von

der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) wünscht sich mehr Vorsicht am Wasser. Aus der Unfall­ forschung sei bekannt, dass sich SLRG-Rettungsschwimmer bis zu 99 Prozent mit Prävention beschäftigten. Ende Juli hat die SLRG deshalb eine Kampagne lanciert, die sechs Baderegeln in Erinnerung ruft. Erstens: Kinder immer beaufsichtigen. Zweitens: Nie alkoholisiert ins Wasser. Drittens: Nie überhitzt ins Wasser springen. Viertens: Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen. Fünftens: Luftmatratzen bieten keine Sicherheit im tiefen Wasser. Sechstens: Lange Strecken nie alleine schwimmen. MM Mehr zu den sechs Baderegeln: www.ich-trage-verantwortung.ch

Stand-up-Paddler müssen ab einer Entfernung von 300 Me­ tern vom Ufer eine Schwimm­ weste tragen. Nachts müssen sie mit einer Positionslampe auf sich aufmerksam machen.

Es ist nicht erlaubt, mit Gummibooten über den See zu paddeln. Sie dürfen auch nur bis 150 Meter vom Ufer entfernt benutzt werden.

Wakeboarder und Wasser­ skifahrer dürfen nur bei guter Sicht loslegen. Und das ab 8 Uhr morgens bis Sonnen­ untergang. Spätestens um 21 Uhr ist Schluss.

In den Uferzonen dürfen Motor­­boote höchstens 10 km/h schnell fahren. Erst ab 150 Meter Distanz zum Land darf man Gas geben.


12  MM34, 20.8.2018 | MENSCHEN

Gesellschaft

Mama kanns nicht

Zur Person

Moderatorin und Kabarettistin Susanne Kunz (40)­ ­arbeitet seit über zwei Jahrzehnten als Moderatorin beim Schweizer Fern­sehen. Nebenbei wirkte sie als Schauspielerin in verschiedenen Theater- und Film­ produktionen mit.

2009 und 2012 feierte ­ sie Premiere mit ihren abendfüllenden kabarettistischen Einfrau­ theaterstücken, mit denen sie je während dreier Jahre auf Tournee in der Schweiz war. In den vergangenen Jahren liess sie sich zudem zur Pilateslehrerin ausbilden und unterrichtet diese Methode eines Ganz­ körpertrainings in e ­ inem Studio in Zürich. www.susannekunz.ch

Zehn prominente Mütter haben gemeinsam eine Liebeserklärung «an perfekt unperfekte Mütter» verfasst und als Buch veröffentlicht. Eine von ihnen ist die Moderatorin Susanne Kunz. Ihre Botschaft: Hört auf, euch dauernd schuldig zu fühlen! Ein exklusiver Auszug aus «Mama kann nicht kochen». Text: Susanne Kunz  Bilder: Basil Stücheli


MENSCHEN | MM34, 20.8.2018  13

I

ch kann ziemlich gut damit leben, eine unperfekte Mutter zu sein. Es hat schon damit begonnen, dass ich meine beiden Kinder nicht stillte – etwas, was man sich heute kaum noch traut und sicher nicht laut sagen darf. Wenn man das Unperfekte an­ nimmt, lebt man seinen Kindern vor, dass auch sie nicht perfekt sein ­müssen – und trotzdem liebenswert sind. Meine Kinder merken, dass ihre Mutter auch über sich selbst lachen kann, obwohl sie vielleicht gerade eben die feinen Kalbsschnitzel zu Schuhsohlen verbraten hat. Es ist ein hartes Stück Arbeit, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Seit ich denken kann, versuche ich, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich möchte an meine Essenz gelan­ gen, in die Tiefe gehen und weniger kleinlich oder engstirnig sein. Ich ­erachte das als sehr wichtig, wenn man Kinder hat und eine gute Ehe auf Augenhöhe führen will – überhaupt, um glücklicher zu sein im Leben. Warum nicht mal ein Kompliment?

Natürlich bin ich trotz dieser ­Aus­einandersetzung mit mir nicht immer zufrieden, aber ich versuche, weiterzukommen im Leben. Ich ­versuche herauszufinden: Warum ­reagiere ich nun genau so? Warum regt mich das Kind oder der Mann immer wegen des Gleichen auf? Oft liegt es schlicht an mir, die ­anderen kann man nicht einfach so ändern, aber ich könnte gelassener reagieren. Ich finde es wichtig, dass man sich gegenseitig immer wieder im Eltern­ sein bestärkt. Also dass ich beispiels­ weise einer Freundin sage, was sie als Mutter alles toll macht, auch wenn ihr Kind jetzt an der Ladenkasse ­gerade einen Tobsuchtsanfall hat. Oder dass man sich sagt: Ich finde, ich mache vielleicht die besseren Pick­ nicks als du, aber dafür machst du die viel cooleren Ausflüge. Einfach sich mal sagen: Hei, du inspirierst mich total als Mutter! Eine solche Feed­ backkultur und sich Komplimente machen, das tut unheimlich gut. Es ist auch schon geschehen, dass mir als Mutter Komplimente gemacht wurden, ohne dass ich mir d ­ essen be­

wusst wäre, dass ich da etwas beson­ ders gut mache. Auch innerhalb der Ehe hilft es, wenn man sich gegen­ seitig in der Vater- und Mutter­rolle spiegelt, sich motiviert und Kompli­ mente macht. Von aussen kriegt man ja noch ­genügend Belehrungen und Ermah­ nungen … Auf dem Spielplatz zum Beispiel: Da höre ich hin und wieder, wie jemand meiner Tochter sagt: «Hat dir dein Mami keine Jacke ­an­gezogen? Ist dir denn nicht kalt?»

«Als Eltern ist man oft am Anschlag, und das sollte man nicht noch kaschieren müssen.» Susanne Kunz, Moderatorin

­ iese Mütter kennen weder mich D noch meine Tochter und wissen nicht, dass ihr immer sehr heiss ist und sie kaum je krank ist, auch wenn sie nur im T-Shirt auf dem Spielplatz herumrennt. Solche Fremde mass­ regeln mich indirekt, indem sie der Tochter das Gefühl geben, das Mami habe e­ twas falsch gemacht ... Aber nur weil man mich vom ­Fernsehen her kennt, verhalte ich mich in der Öffentlichkeit nicht an­ ders oder versuche nicht, ein besseres Bild von mir abzugeben. Als Eltern ist man oft am Anschlag, und das ­sollte man nicht noch kaschieren müssen. Meine b ­ eiden Kinder haben einen starken ­Charakter. Sie hatten aus­geprägte Trotzphasen, während derer ich an meine Grenzen gestossen bin – und ich habe dabei nicht immer gut ­rea­giert. Abschätzige Blicke von älteren Herren

Ich ­erinnere mich an M ­ omente im Tram, wo ich meine ­Kinder laut massregelte, oder auch einmal vor dem Joghurt­regal im ­Supermarkt. Dabei hat es ­jeweils ­abschätzige ­Blicke gegeben, meist von älteren Herren, die dann auch noch verach­ tend den Kopf geschüttelt haben. Das tut weh, man ist ja eben gerade total überfordert und braucht nicht


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noch ein Kopfschütteln und den ­Hinweis darauf, dass man gerade ­versagt hat. Viel hilfreicher wäre, man würde Empathie zeigen. In so ­einem Moment habe ich dann auch schon mal zu einem dieser älteren Herren gesagt: «Das geht Sie überhaupt nichts an. Haben Sie sich ­damals überhaupt um Ihre Kinder ­gekümmert?» Im Alltag trage ich den Familiennamen meines Mannes, als «Susanne Kunz» aber habe ich ja nicht nur Fans, es gibt auch Leute, die mögen mich als Moderatorin nicht. Für die ist es ein gefundenes Fressen, wenn ich mal nicht das Bilderbuchmami bin. Aber als Mutter bin ich Mutter und will nicht etwas repräsentieren, nur weil mich möglicherweise die Leute erkennen könnten. Ich bin ­genauso überfordert wie alle anderen Mütter. Ein ganz normaler Mensch. Kein Pflaster in der Handtasche

Von meiner Art her bin ich eher pragmatisch veranlagt. Ich bin die Mutter, die immer am wenigsten dabeihat, die, die keine Arnikakügelchen oder Pflaster in der Handtasche mitführt. Wenn eines meiner Kinder auf dem Spielplatz hinfällt und blutet, dann mach ich kein Aufheben. Wir waschen das schnell mit Wasser ab, und gut ists. Aber meist kommt dann eine Mutter angerannt und bringt ihr Notfallset. Dann frage ich mich: Bin ich nun eine lieblose Mutter, weil ich selbst fürs Kind nichts dabeihabe? Aber wir sind doch selbst als Kinder hundertmal hingefallen und haben nie ein buntes Kinderpflaster erhalten. Ich war nur schon froh, wenn mir jemand die Steinchen aus der Wunde herausgeknibbelt hat. Meine Mutter war vom Typ her auch eher «unperfekt». Eine super Mama, super Hausfrau, aber sie hatte nicht den Anspruch, perfekt zu sein. Sie ist sehr hemdsärmelig ­gewesen, hat immer pragmatische Lösungen gefunden. Das habe ich von ihr übernommen. Schon als ­meine ­K­inder noch ganz klein waren. Hatte ­eines auf dem Spielplatz eine Schnoddernase, hab ich die halt mit dem ­«Nuschi» geputzt, wenn ich kein Taschentuch dabeihatte. Oder ich habe manchmal gesagt: «Putz deine Nase schnell mit dem T-Shirt-Ärmel, das ist eh dreckig und kommt heute noch in die Wäsche.» Ich bin da relativ unempfindlich. Natürlich bewundere ich manchmal auch andere Mütter, wie organi-

siert sie sind mit den verschiedenen Tupperware-Töpfchen und den ­geschnitzten Äpfeln und liebevoll zubereiteten Fruchtspiessen. Ich hab hin und wieder auch solche Tage, wo ich ins Freibad gehe mit den Kindern und verschiedene Beeren und Karottenscheiben dabeihabe. Aber dann wollen die Kinder doch nur Glace, und ich schleppe die liebevoll zu­ bereiteten Sachen wieder heim. Das mit den perfekten Picknicks tut man doch mehr für sich selbst, damit man sich als gute Mutter fühlt, als dass die Kinder es wirklich schätzten. Man braucht meiner Meinung nach keine Auswahl an Tupperware mit vor­bereiteten Früchten und ­Gemüsen, man kann den ­Apfel oder die Karotten bei Bedarf ja auch vor Ort zuschneiden. Ich habe meist ein Taschen­messer und ein paar Äpfel dabei. Manchmal ist aber vorher alles ­gerade sehr stressig, es ist heiss, wir sind unterwegs ins Freibad und auf dem Weg dorthin liegt der Super-

«Ich habe einen Haushalt, einen Job, eine B ­ eziehung – ich bin nicht nur die Animatorin für die Kinder.» Susanne Kunz, Moderatorin

markt – dann hab ich auch mal ­Chipstüten auf dem Badetuch liegen. Ich versuche, möglichst keine Energie an unnötige Kämpfe zu ­verschwenden. Meine Mutter hat nie mit uns geschimpft, wenn wir dreckig heimgekommen sind oder ein Loch in der Hose hatten. Es ging bei ihr ­immer um Anstand und wie man den Leuten begegnet. Und das ist auch mir wichtig. So sind meine ­Kinder manchmal dreckig und haben nicht immer die Haare gekämmt. ­Spätestens als Teenager wollen sie dann sowieso von sich aus sauber und gestylt sein. Mehr als bloss eine Bespasserin

Aber jetzt will ich diese Kämpfe nicht führen, das ist mir zu ober­flächlich, und sie rauben viel zu viel Energie. Ich möchte meine Kinder auf eine ­andere Art zu guten Menschen erziehen. Kein Pardon kenne ich, wenn sich die Kinder respektlos verhalten. Dann wird das sofort besprochen und

ihnen auch mit­geteilt, was geht und was nicht. Ich glaube, ich bin eine gute Mutter. Aber ich bin sicher nicht immer eine einfache Mutter. Manchmal würde ich mir wünschen, ich könnte mehr ­Ausflüge machen, mehr unternehmen mit den Kindern, ihnen mehr bieten. Aber man muss auch lernen, dass nicht alles geht. Als E ­ ltern und als Kinder. Ich habe einen Haushalt, ­einen Job, eine Beziehung zu meinem Mann – ich bin nicht nur die Anima­ torin ­für die Kinder, die ein Bespassungsprogramm bietet. Muttersein und auch Hausfrausein ist etwas ­unendlich Schönes und Kreatives. Dank dem Muttersein habe ich viel über mich und über meine eigene ­Geschichte nachgedacht. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, welche Werte mir wichtig sind und was ich den Kindern weitergeben will. Mütter fühlen sich dauernd schuldig

Muttersein ist eine gute Chance, sich selbst zu entdecken – solange man nicht versucht, einem Rollenbild zu entsprechen, was ja furchtbar anstrengend ist. Und auch, wenn man lernt, sich von der «Schuld» zu be­ freien. Wir Mütter fühlen uns ja dauernd schuldig – schuldig, dass man zu ­wenig gut ist als Mutter, dass man nicht hübsch genug ist, dass man nicht gut genug aufgeräumt hat, dass man vor den Kindern auch mal aus Überforderung flucht und ungerecht zu ihnen ist, dass man zu wenig Zeit hat für die Kinder, dass man zu selten auf dem Boden sitzt und mit ihnen spielt. Hören wir doch auf damit! MM

Das Buch

Schluss mit Perfektsein! «Mama kann nicht ­kochen – Liebes­ erklärungen an p ­ erfekt unperfekte Mütter» basiert auf der Idee der ­Brüder Martin (10) und C ­ amilo (11) Jaschke, die auf h ­ umorvolle Weise über die Koch­ unfälle ihrer Mutter berichten. A ­ usserdem erklären darin zehn prominente ­Mütter, warum sie das mit dem Perfektsein längst aufge­geben oder gar nicht erst versucht haben. Dazu zählen d ­ ie Moderatorin ­Susanne Kunz, die Journalistin Michèle Binswanger, die Kolumnistin Kafi F ­ reitag und die Sexual­therapeutin Dania Schiftan. Arisverlag, Fr. 23.20; erhältlich auf www.exlibris.ch


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auch verkosten werden. Danach unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch einen wunderschönen Park zum Wallfahrtsort San Romedio, bekannt durch seine besonders sehenswerte Kirche. Am Nachmittag besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir wiederum viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der Erzeugnisse überzeugen werden. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Dienstag – Fahrt mit dem legendären Bernina Express & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir nach Tirano. Hier erwartet uns der abschliessende Höhepunkt unserer tollen Reise: die Fahrt mit dem legendären Bernina Express nach St. Moritz. Freuen Sie sich auf eine der höchsten und schönsten Bahnstrecken der Welt! Die Strecke beeindruckt jeden Reisenden mit unzähligen Brücken und Tunnels, diversen Kehrschleifen und schwindelerregend hohen Viadukten. Von Ihrem komfortablen Panoramawagen aus geniessen Sie einen fantastischen Ausblick auf ursprüngliche Gebirgsgipfel, mächtige Gletscher und malerische Landschaften! Von St. Moritz aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM34, 20.8.2018  17

Bänz Friedli

Hey, Schiri!

Bild: Vera Hartmann

Zu einem Fussballspiel gegen Schieds­ richter anzutreten – klingt etwa so absurd, wie mit einer Horde richtiger Polizisten «Räuber und Poli» zu spielen, nicht wahr? Und zwar so, dass die echten Polizisten die Räuber mimen würden … Aber ich habe es getan: gegen ein Team aus Fussballschieds­ richtern Fussball gespielt. Wir waren eine Dorfauswahl, sie befanden sich gerade im Trainingslager – Ausdauer, Regelkunde, Psychologie, was weiss ich – und wollten sich nun, zur Krönung ihrer sportlichen Vorberei­ tung auf die anstehende Spielzeit, mit uns messen. War denen auch zu gönnen: mal selber zu kicken. Während der Saison würden sie immer nur als die Männer mit der Pfeife auflaufen dürfen und oft genug ihrer Ent­ scheide wegen angepöbelt werden.

Bänz Friedli (53) hat gegen Regeln verstossen.

Absatz 1: Das Tragen von Schmuck (Hals­ ketten, Ringe, Armbänder, Ohrringe und so weiter) ist verboten. Sämtliche Schmuck­ stücke sind zu entfernen.» Seinen Ehering aber hatte er anbehalten. Kurz vor Ferienende traf ich im Tram einen Kindergärtner mit seinen beiden Kleinen. Das Töchterchen versuchte sich zwischen dem Gestänge mit einem Springseil, auf dem Shirt des Buben stand «Born to be a Rebel». Sie brächten ihn mehrmals am Tag fast um den Verstand, klagte mir der Vater. Dabei ist er vom Fach. «Mit 23 Chindsgi-Kindern einen Ausflug machen? Kein Problem. Aber mit zwei eigenen?», sagte er sichtlich entnervt. Unser Kinderarzt fiel mir ein: ein fünffacher Vater, der mir mal versicherte, er sei oft völlig grundlos mitten in der Nacht mit einem seiner Kinder zur Notfallstation gerast. Weil man in solchen Momenten ganz Vater und überhaupt nicht Arzt sei. Und letzthin gestand mir ein SBB-Kontrolleur, er sei in Lissabon beim Schwarzfahren erwischt worden. Was lehrt uns das alles? Vielleicht, dass sie auch nur Menschen sind. Und wie ist das eigentlich, wenn eine Hebamme ein Kind bekommt?

Bestimmt spielen Schiedsrichter, die ja als Hüter über Fairness und Korrektheit geschult sind, genau so: fair und korrekt. Denkt man. Falsch. Die regelkundigen Herren tricksten, wo sie nur konnten. Hier ein verstecktes Foul, da ein Handspiel. Und vor allem begehrten sie gegen jeden Ent­ scheid des Unparteiischen im Chor auf: «Hey, Schiri!». Ihr Spiel war alles andere als regel­ konform. Aber an mir mäkelte einer rum. Ich müsse meinen Ohrring ablegen, raunte er nach einem verlorenen Zweikampf besser­ wisserisch und begann ungefragt aus den offiziellen Spielregeln zu zitieren: «Artikel 4,

Die Schiedsrichter haben das Spiel übrigens gewonnen. Aber ich könnte schwö­ ren, dass ihr Stürmer im Abseits stand und sein Tor zum 3:2 auf einem Fehlentscheid beruhte. MM

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18  MM34, 20.8.2018 | MENSCHEN

1 An der Wand von Roland Burkarts Atelier hängen Dutzende von Zeichnungen. 2 Diesen Comic hat Roland Burkart exklusiv fürs Migros-Magazin erstellt. 2

3

4

3 Seit dem Unfall zeichnet Roland Burkart mit der linken Hand. Den Stift zwischen den Fingern spürt er nicht. 4 Roland Burkart über seinen Stil: «linear, mit spontanen Strichen, roh».

Illustration: Roland Burkart

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Comic

Vom Leben gezeichnet Der aktuelle US-Kinostreifen «Don’t Worry – Weglaufen geht nicht» handelt von einem jungen Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist und ein erfolgreicher Comiczeichner wird. Das gleiche Schicksal hat auch Roland Burkart aus Luzern getroffen – ein Leben wie im Film. Text: Lisa Stutz  Bilder: Herbert Zimmermann

«Ich habe nie damit gerechnet, dass mir etwas Schlimmes passieren könnte.» Roland Burkart, Tetraplegiker und Comiczeichner

W

er hat nicht schon darüber nachgedacht, wie das eigene Leben wohl als Film aussähe. Wäre es eher Komödie oder eher Drama? Welche Darsteller spielten die Hauptfiguren? Und böte die Biografie überhaupt g­ enug Stoff für einen 100-minütigen Kinoabend? Roland Burkarts Leben war ganz normal: Er wuchs behütet und unbeschwert in der Agglomeration von Luzern auf, absolvierte nach der Schule eine Malerlehre, arbeitete in dem Beruf. Als er 22 war, zog er mit seinem Bruder Daniel in die erste eigene Wohnung. Nicht gerade hollywoodtauglich. Und doch läuft «seine» Geschichte jetzt im Kino. Es ist reiner Zufall, dass Burkarts Leben und das der Hauptfigur John Callahan im aktuellen Film «Don’t Worry» so viele Para­l­lelen aufweisen. Beide waren junge, gesunde Gebäudemaler, beide hatten einen Unfall und sind seithe­r gelähmt, beide sind gefragte Comiczeichner geworden. «John Callahan und ich wurden brutal aus dem Leben geworfen», sagt Burkart, während er mit dem Rollstuhl an seinen Esstisch kurvt. Den Film hat er bereits gesehen. Einen Unterschied möchte er he­rausstreichen: «Im Gegensatz zu Callahan habe ich zum Glück kein Alkoholproblem.» Dessen Schicksal besiegelt sich denn auch während einer nächtlichen Sauftour: Auf dem Weg zur nächsten Party erleidet er einen schweren Autounfall. «Es wird für immer unklar bleiben»

Roland Burkarts Leben gerät an einem gewöhnlichen Arbeitstag aus den Fugen. Es ist der 19. Juli 2007, in Emmenbrücke LU muss eine Metallkonstruktion renoviert werden. Der Auftrag für die Maler: abschleifen, grundieren, streichen. Der 26-jährige Roland Burkart mag seinen Job. Vor allem im

Sommer, wenn es heiss ist, er auf dem Gerüst steht und die anderen drinnen im Büro schwitzen. Er ist gut drauf, zwei Mo­ nate zuvor hat er seine Freundin Ale­xandra kennengelernt. «Ich habe nie damit gerechnet, dass mir etwas Schlimmes passieren könnte», sagt er heute. Und doch stürzt er plötzlich vom Gerüst in einen Lichtschacht – zehn Meter in die Tiefe. Warum er fiel, weiss er nicht. An den Zeitraum ab rund einer Stunde vor dem Unfall fehlt ihm jegliche Erinnerung. Und niemand hat ihn stürzen sehen. «Es wird für immer unklar bleiben.» Sein Arbeitskollege, der nur kurz weg war, findet ihn. Sofort wird Roland Burkart ins Kantonsspital Luzern gebracht und not­ operiert. Drei Wochen lang liegt er im Spital; diese Zeit kommt ihm vor wie ein langer, dumpfer Traum. «Trotzdem hatte ich irgendwie schon begriffen, was geschehen war. Ich konnte vieles verarbeiten.» Erst im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil LU wacht er richtig auf. Die Diagnose: Tetra­plegie. Roland Burkart ist vom fünften Halswirbel an gelähmt – etwa ab Höhe des Schlüsselbeins spürt er nichts mehr. Die Beine, die Hände und ein Teil der Arme sind betroffen. Doch er ist froh, überhaupt noch am Leben zu sein. Burkarts Umfeld ist geschockt. Die Freundin, die Eltern, der Bruder. Auch viele Bekannte erfahren von dem Unfall, manchmal besuchen ihn gleich zehn Leute am Tag. Das sei ihm fast ein bisschen zu viel gewesen, gesteht er rückblickend. Die Filmfigur John Callahan bekommt von niemandem Besuch – seine Leidens­ geschichte spielt sich im Jahr 1972 ab, als die medizinische Behandlung viel umständlicher ist. Er sei froh, dass er in Nottwil nicht wie Callahan kopfüber in einem Drehbett


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Roland Burkart sitzt seit elf Jahren im Rollstuhl. Die Diagnose nach dem Unfall: Tetraplegie.

hängen musste, sagt Burkart schmunzelnd. Im Paraplegiker-Zentrum muss er dafür lernen, wieder selber zu essen und zu trinken, mit dem Rollstuhl zu fahren. «Es geht darum, die Körperteile zu gebrauchen, die man noch gebrauchen kann», erklärt er. Zum Beispiel die Schultern. Oder den Mund: Damit beginnt er, nach einigen Monaten einen Stift zu fixieren. Vor dem Unfall hatte er gerne gezeichnet. Er versucht, einen Menschen aufs Papier zu bringen. Doch es ist deprimierend. «Ich habe wie ein Kind gezeichnet – nein, ein Kind zeichnet viel besser!» Auf­geben kommt trotzdem nicht infrage: Irgendwann gehts mit dem Mund

«Das Zeichnen gibt mir eine Befriedigung. Ich kann eine Idee zu Papier bringen und freue mich, wenn sie gelingt.» Bild: Scott Patrick Green/Courtesy of Amazon Studios

Roland Burkart

ganz gut, dann sogar mit der Hand. Den Stift zwischen den Fingern spürt er nicht, die Bewegungen kommen aus der Schulter. Weil er im Paraplegiker-Zentrum nicht nur seinen Körper neu ordnen muss, sondern auch sein ganzes Leben, rät ihm der Berufsberater, eine gestalterische Karriere anzupeilen. Er gibt ihm eine Liste mit möglichen Berufen: Regisseur, Illustrator, Künstler. Roland Burkart setzt sich ein Ziel nach dem anderen. Nach elf Monaten in

Der Trailer zum Film:

Nottwil holt er erst mal die Berufsmatur nach. Dann absolviert er den gestalterischen Vorkurs – und schafft die Aufnahmeprüfung für das Illustrationsstudium an der Hochschule für Design und Kunst in Luzern. Im Gegensatz zu John Callahan lernt er dort das Handwerk von Grund auf – und schliesst sein Studium schliesslich mit einer aufwendigen Arbeit ab: Im Comicbuch «Wirbelsturm» verarbeitet er seine Erlebnisse mit der Querschnittslähmung.

falsch – «oder einfach gar nicht» – verstehen. Natürlich macht er trotzdem weiter, die Fangemeinde ist ­grösser als das Kritikerlager. Müssen alle, die gelähmt sind, eine solche Passion entwickeln? Roland Burkart überlegt. «Als Lebewesen braucht man einen Sinn», sagt er. Für ihn besteht er im Zeichnen. Bei vielen Rollstuhl­fahrern sorge Sport für Lebens­inhalt; auch er betreibt einmal in der Woche Rollstuhlrugby. Daneben unternimmt er viel mit seiner Ehefrau Alexandra. Für sie war damals klar, dass sie bei ihm bleiben würde, vor zwei Jahren haben die beiden ­geheiratet. In der gemeinsamen Wohnung hängen Zeichnungen von Rolex-Uhren. Das sei ihr Emblem: Roland + Alex = Rolex. Eine Liebesgeschichte darf auch John Callahan erleben – nach dem Unfall wendet sich alles zum Guten. Und wie Callahan sieht Roland Burkart keinen Grund, lange mit dem Schicksal zu hadern. Er blickt nicht oft zurück, denkt nie: Was wäre, wenn ...? Er liebt es zu reisen, ist vielseitig interessiert, arbeitet gern. «Ich habe mein ganz nor­males Leben zurück.» MM

Nicht immer macht der Körper mit

«Das Zeichnen gibt mir eine Befriedigung», sagt Roland Burkart. «Ich kann eine Idee zu Papier bringen und freue mich, wenn sie gelingt. Das Beste ist natürlich, wenn andere Leute sie auch gelungen finden.» Immer wieder muss er Aufträge ab­lehnen. Es gilt, einen Mittelweg zwischen Arbeit und Tetraplegie zu finden. Denn nicht immer kann der Körper mithalten. Roland Burkart zeichnet viel lang­samer als ein Künstler, der nicht gelähmt ist. Seinen Stil bezeichnet er als linear, mit spontanen Strichen, «aus dem Handge..., äh, aus der Schulter heraus». Noch hat sich seine Sprache nicht ganz an die körperliche Situation angepasst. Roland Burkart schmunzelt. «Jedenfalls sollen meine Zeichnungen roh bleiben, nicht perfekt sein.» Jeden Freitag erscheint sein Comicstrip «Sigfried» im «TagesAnzeiger». Auch John Callahan veröffentlicht in Zei­tungen – und erntet nicht nur positive Reaktionen. Denn mit seinen politisch unkorrekten Cartoons nimmt er alles und jeden auf die Schippe. Bei Roland Burkart gibt es manchmal auch Leser, die seinen Humor

Kinofilm

Weglaufen geht nicht Der Spielfilm «Don’t Worry – Weglaufen geht nicht» (Regie: Gus Van Sant) läuft seit 16. August in den Kinos. Joaquin Phoenix spielt die Figur des Querschnittsgelähmten John Callahan, daneben wirken andere namhafte Darsteller wie Jonah Hill, Rooney Mara und Jack Black mit. Der Film beruht auf ­ einer wahren Geschichte.


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Dorfarzt

Nachfolge im Revier

Über 35 Jahre lang kümmerte sich Martin Sigg als Arzt in der Nidwaldner Gemeinde Hergiswil um die Beschwerden, Sorgen und Nöte der Patienten. Mit Unterstützung des Schweizer Fernsehens hat er einen würdigen Nachfolger gesucht – und festgestellt: Das ist gar nicht so leicht. Text: Andreas Bättig  Bilder: Oscar Alessio/SRF

E

igentlich hätte Martin Sigg (70) schon lange nicht mehr arbeiten müssen. 36 Jahre lang betreute er Patienten in seiner Hausarztpraxis in Hergiswil im Kanton Nidwalden. «Herr Doktor, warum arbeiten sie noch? Sie haben es ja nicht mehr nötig», fragte ihn vor Kurzem ein Patient. Martin Sigg dachte nur: «Du Armer, arbeitest du wirklich nur wegen des Geldes?» Denn Geld ist nie sein Antrieb gewe­ sen. «Ich mag meine Patienten sehr, die Menschen allgemein.» Trotzdem sei es dieses Jahr an der Zeit, einen Schlussstrich unter die Karriere zu ziehen. «Ich möchte spontaner sein können: morgens im See schwimmen oder paddeln, auf die Jagd gehen, Motorrad fahren. Und mehr Zeit für meine Frau haben, mit ihr reisen.» Die heilende Kraft des Gesprächs

Martin Sigg ist aber auch müde ge­ worden: Der Wandel im Gesundheits­ wesen macht ihm zu schaffen. «Es ist eine Frechheit, uns Haus­ärzten vorzuschreiben, dass eine Konsultation nicht länger als 20 Minuten dauern darf.» Ein Hausarzt müsse sich für seine Patienten Zeit nehmen. Nicht nur Medikamente hätten eine heilen­ de Wirkung, sondern auch Mitgefühl und gute Gespräche. «Ich kenne hochbetagte Menschen, die verein­ samt sind. Was sie früher dem Pfarrer erzählten, bekommt heute der Haus­

arzt zu hören.» Psychosoma­tische Unterstützung nennt Sigg dieses aktive Zuhören. Eher passiv zuhören musste er in den vergangenen Jahren, wenn – zumeist eher junge – Patienten in die Praxis kamen und dank «Dr. Google» schon genau wussten, was ihnen fehlte. «Da fühle ich mich als Arzt gar nicht mehr ernst genommen. Die wollen einfach direkt an einen Spe­ zialisten weiterverwiesen werden.» Er hätte auch einfach vor Jahren schon seine Praxis dichtmachen und gleich auf die Jagd gehen können. Dann hätte ihn aber das schlechte Ge­ wissen geplagt. «Ich wollte für meine Patienten eine gute Nachfolgelösung finden.» Weil ihm das so wichtig ist, hat er sogar bei der SRF-Serie «Aben­ teuer Nachfolge» mitgemacht, die diese Woche beginnt (siehe Kasten). Martin Sigg erinnert sich noch ge­ nau an die harte Zeit, als er als junger

TV-Doku

«Abenteuer Nachfolge» Martin Sigg wird ab 23. August in der vierteiligen DOK-Serie «Abenteuer Nachfolge» (SRF 1, 21 Uhr) zu sehen sein. Ein TV-Team hat Sigg, einen Pfarrer, eine Bauern­familie und einen Hemdenverkäufer bei der Suche nach der optimalen Nachfolgeregelung begleitet.

Arzt mit 35 Jahren die Praxis in Her­ giswil eröffnete. Zuvor hatte er sechs Jahre lang in Spitälern in Zürich, Sydney und Luzern gearbeitet. Die Klinik­atmosphäre sprach ihn aber nicht an. Der Umgang mit den Patien­ ten sei ihm zu anonym gewesen. Vom Lausbub zum angesehenen Arzt

In Hergiswil war Martin Sigg kein Unbekannter, schliesslich war er hier aufgewachsen. Doch genau das war zu Beginn ein Problem: «Die kannten mich als ‹Schnuderbueb›. Und nun sollte ich plötzlich der hoch ange­ sehene Dorfarzt sein. Damit hatten einige Mühe», erzählt er lachend. Einmal habe er gehört, wie jemand sagte: «Wenn ich leichte Beschwer­ den habe, gehe ich zum jungen Sigg, bei etwas Ernstem zu einem anderen.» Damals gab es neben Sigg noch zwei andere Hausärzte im steuer­ günstigen Hergiswil. Sie bemühten sich um die teilweise sehr gut be­ tuchte Klientel. «Zu mir kamen zunächst vor allem die einfacheren Hergis­wiler. Damit fühlte ich mich von Anfang an wohl.» Zwei Jahre habe es gedauert, bis er schwarze Zahlen schrieb: «Es kam gut an, dass ich etwa die Alternativmedizin nie als Feind betrachtete und auch nicht immer sofort Chemie verab­ reichte.» Alte Hausmittelchen wie Quark- oder Essigwickel bei Fieber hätten neben Medikamenten ebenso ihre Berechtigung.


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Martin Sigg übergibt seine Arztpraxis an Marcello Walker – und tauscht das Stethoskop nun gegen das Jagdgewehr.

Martin Sigg war Dorfarzt mit Leib und Seele – und nahm auch alle Begleiterscheinungen in Kauf. «Mich störte nie, wenn mich jemand auf der Strasse um ärztlichen Rat anfragte. Es war eher mein Umfeld, das Mühe damit hatte.» Er habe seinen Patienten nicht nur etwas geben, sondern von ihnen auch etwas nehmen können. «Wie Schwerkranke mit ihrem Schicksal umgingen, beein­ druckte mich immer wieder.» Die­ jenigen, die ihre Diagnose annehmen konnten und nicht nach einem Schul­ digen suchten – weil es in der Regel keinen Schuldigen gab –, seien am besten mit solchen Situationen klar­ gekommen. Was lange währt ...

Mit der Nachfolge hat es nun endlich geklappt: Marcelo Walker (38), ein deutscher Kollege, der bereits zwei Jahre lang in der Zentralschweiz gearbeitet hat, wird die Arztpraxis übernehmen. «Er ist nicht nur ein guter Arzt, sondern auch sympathi­ scher Mensch und Kollege», sagt Martin Sigg. Der scheidende Arzt wünscht seinem Nachfolger alles Gute. Und dass Marcello Walker das erleben darf, was für ihn stets mit zum Schönsten in seinem Beruf zählte: «Viele Patienten kommen in die Praxis als kranke Fremde – und verlassen sie nach Jahren als Freunde.» MM


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«Die Menschen sind schwach und leicht zu verführen» Wladimir Kaminer

In seinem vergnüglichen neuen Buch taucht der russisch-deutsche Autor Wladimir Kaminer tief ein in den eigentümlichen Kosmos von Kreuzfahrt­reisen. Und hat darin auch gleich ein Sinnbild für den schwierigen Zustand der heutigen Welt gefunden. Text: Ralf Kaminski Bilder: Jens Koch


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«Die Schweiz ist eine intakte Insel inmitten eines Ozeans von ­globalem Chaos», sagt Wladimir Kaminer.


Anita Fetz SP-Ständerätin Basel-Stadt

Regula Rytz Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Partei Schweiz

Kathrin Bertschy Nationalrätin Grünliberale Bern

Freier Handel, fairer Handel? 10. Konsumententagung, Mittwoch, 5. September 2018, ab 14 Uhr Gurten Pavillon, Bern

Toni Brunner SVP-Nationalrat St. Gallen und Bergbauer

Der Bundesrat will mit vier südamerikanischen Ländern ein umfassendes Handelsabkommen abschliessen. Er verspricht sich davon neue Export­ chancen und tiefere Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten. Die Grüne Partei hingegen fordert mit ihrer Fair­Food­Initiative, welche am 23. September 2018 vor das Volk kommt, noch höhere Barrieren für Lebensmittelimporte. Die Frage ist: Schaden offene Märkte der Agrarwirtschaft, der Umwelt und dem Tierwohl? Information/Anmeldung Migros­Genossenschafts­Bund Direktion Wirtschaftspolitik Limmatstrasse 152, 8031 Zürich Tel. 044 277 30 87 MIGROS­Wirtschaftspolitik@mgb.ch

Jacques Chavaz Präsident IG Agrarstandort Schweiz


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Kaminer über die russische Wahlfarce. www.migmag.ch/ kaminer

Wladimir Kaminer, Sie sind auf den ersten Blick nicht der typische Kreuz­fahrer. Hats Spass gemacht? Durchaus. Man lernt auf Kreuzfahrten ­interessante Menschen kennen, denen man sonst nie begegnen würde. Und ich habe jetzt im ganzen Land neue Freunde. Sie haben diese Reisen jeweils gemacht, weil Sie selbst Teil des Kulturprogramms an Bord waren – kamen Sie gut an? Und wie! Ich war der Guru. Es gibt auf Kreuzfahrten ja sonst keine hochwertige ­Unterhaltung. Auf einem Schiff stellt sich dafür ein anderes Problem: Während das ­Publikum auf dem Festland nach dem Auftritt verschwindet, ist man an Bord ohne ­Unterlass mit ihm zusammen. Du hast deine Zuhörer auch zum Frühstück. Im Grunde habe ich 14-tägige Lesungen gemacht. Sie mussten immer etwas bieten? Ich hatte jeweils Ruhe bis zur ersten Lesung, danach hat mich jeder gekannt. Überrascht hat mich, dass es sogar meiner Frau mit der Zeit zu gefallen anfing. Sie mag menschliche Gesellschaft eigentlich nur in homöopathischen Dosen. Auf Kreuzfahrten ist man aber dauernd mit fremden Menschen zusammen, isst mit ihnen, sitzt mit ihnen an der Bar – muss also stets neue Leute kennenlernen. Demnach nichts für Ihre Frau. Allerdings. Dennoch fing sie auf der zweiten Kreuzfahrt an, sich mit fremden Leuten für gemeinsame Ausflüge zu verabreden. So w ­ aren wir plötzlich mit einem tauben Friedhofsgärtner aus Fulda und seiner Frau in ­einer spanischen Stadt unterwegs. Hat sie sich zu ihrem ungewöhnlichen Verhalten geäussert? Ich habe sie mehrfach gefragt, sie konnte es nicht wirklich erklären. Aber es half sicher, dass auf so einer Kreuzfahrt alle konstant ein wenig angetrunken sind. Gibts Leute, denen man auf Kreuzfahrtschiffen nicht begegnet? Es gab alles: Alt und Jung, Arm und Reich, ­Berufe aller Art. Nur Snobs fehlten, denn Kreuzfahrten sind natürlich die Spitze des Massentourismus. Die Leute gleichen sich dabei auch immer mehr an, die Unterschiede verblassen. Sich all dem hinzugeben, ist eine interessante Erfahrung. Natürlich kann man sich auch mal zurückziehen – vielleicht kann man sogar ganz auf Alkohol verzichten. Persönlich habe ich das zwar nicht versucht, aber ich halte es für möglich. Überhaupt denke ich, dass auf einem ­Kreuzfahrtschiff am Ende nur ein Unterschied zählt: wie gut die Trinkfestigkeit ist.

Wo würden Sie sich und Ihre Frau da ­einordnen? Wir sind flexibel. Wobei wir richtig starke Alkoholika nicht mögen. Meine Frau trinkt gern Prosecco und Weissweinschorle, ich neige eher zu Rotwein. Auf den Aida-­ Schiffen gibts eine schöne Rotweinbar mit grossem Sortiment. Ich fand das alles ­jedenfalls hochinteressant. Für mich ist das Kreuzfahrtschiff auch ein schönes Bild für den aktuellen Zustand der Welt. Inwiefern? Es ist eine Art Arche Noah, auf der man den Widrigkeiten und Zerstörungen der ­Realität entfliehen kann. Mit Leuten an Bord, die keine Hoffnung mehr haben, noch ­irgendwo ein gutes Land zum Leben zu fi ­ nden. Sie ziehen lieber weiter, immer ­weiter, mit lauter Musik von einem Meer zum anderen, atemlos durch die Nacht. Eine Arche Noah? Meine erste Fahrt machte ich im November

«Ein Kreuzfahrtschiff ist eine Art Arche Noah, auf der man den Widrigkeiten und Zerstörungen der Realität entfliehen kann.» Wladimir Kaminer

2016 durchs Mittelmeer. Wir erreichten Griechenland, aber niemand wollte raus und sich etwas ansehen. Dem Land gings nicht besonders gut, ausserdem regnete es dauernd, und dann wurde auch noch Trump gewählt. Die Deutschen haben sich total aufgeregt, viel mehr als die Amerikaner. «Mein Gott, jetzt brauchen wir erst recht nicht von Bord zu gehen, das Festland ist ohnehin verloren», fanden sie. Man sass also an Deck, lästerte über die Welt, trank drei Cocktails zum Preis von einem und sang wilde Lieder. Es entstand eine ganz seltsame Mischung aus Traurigkeit und Party – eine interessante Form von Übersprunghandlung. Was heisst das? Das ist, wie wenn der Fuchs in den Hühnerstall kommt und dem Huhn an sich klar ist: Das wars jetzt. Und was macht es? Es fängt an, sich zu putzen, eine klassische Übersprunghandlung. Auch bei Russen übri­­gens derzeit weitverbreitet: Wenn du sagst: «Leute, noch 20 Jahre Putin, was meint ihr?», reden sie sofort über das Wetter. So ist das

auch mit Kreuzfahrern, die im Angesicht der untergehenden Welt auf dem Meer nochmals so richtig Party machen. Wohin sie dabei fahren, ist im Grunde egal. Ist die Lage der Welt wirklich so düster? Etwa nicht? So was wie heute gab es noch nie. Da stehen wir nun mit unserer hastig auf­gebauten Zukunft, unserer modernen, ­globalisierten Welt des Wohlstands und des Glücks, wo wir alle 100 Jahre alt werden, nicht mehr arbeiten müssen und nur noch Spass haben. In der allerdings immer mehr Leuten dämmert, dass nicht alle zehn ­Milliarden darin willkommen sein werden. ­Einige ziehen die Konsequenzen, wollen ­zurück aus dem Globalen ins Lokale, zurück aus der Moderne in die Archaik. Aber so ­richtig funktioniert auch das nicht mehr. Und so sitzen wir nun alle zusammen in ­einer S ­ ackgasse – und ein vernünftiger, ­guter ­Ausgang ist nirgends in Sicht. Es bräuchte jetzt kluge Leute in wichtigen Positionen, de facto haben wir das Gegenteil: viele dumme Menschen als politische Führer. Stimmt es, dass Sie sich nicht mehr in Ihre alte Heimat Russland getrauen, weil Sie sich zu oft zu kritisch geäussert haben? Das ist so. Seit der Krim-Invasion 2014 war ich nicht mehr dort. Wie viele andere auch. Aber ein offizielles Einreiseverbot haben Sie nicht? Nein. Dennoch besteht für Leute, die sich kritisch geäussert haben, immer das Risiko, verhaftet zu werden. Umso mehr als die Lage im Land chaotisch ist. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Russland von einer starken Hand regiert wird. Es handelt sich eher um einen Handschuh, in dem Tausende von ­kleinen Fingerchen stecken, die alle um die Vormacht ringen. Und beim Ringen um Macht kann es sein, dass ein Fingerchen mal auf ­Eigeninitiative hin jemanden verhaftet. Jedenfalls ist es eine sehr instabile Situation. Und Putin? Kontrolliert er die Situation oder wird er kontrolliert? Er kontrolliert nicht. Aber er würde gern ein System mit einer gewissen Stabilität ­aufbauen. Er hat ja seine Überzeugungen und sein sehr trauriges Weltbild, das noch aus dem Handbuch für KGB-Agenten aus den 1970er-Jahren stammt. Was stand da drin? Dass der Westen niemals der Freund Russlands sein könne, auch wenn er vielleicht so tue. Das einzige Ziel des Westens sei die Weltherrschaft, der nächste Krieg also unausweichlich. Und wie schadet man dem Westen am besten? Indem man ihn dazu


28  MM34, 20.8.2018 | MENSCHEN Zur Person

Autor und Exilrusse bringt, sich mit sich selbst zu beschäftigen. So kann man diesen unvermeidlichen Krieg hinauszögern. Genau das tut Putin nun. Basierend auf diesem Weltbild, war er in den letzten Jahren recht erfolgreich ­unterwegs, nicht? Absolut. Trump kann machen, was er will, noch in 50 Jahren wird man darüber ­spekulieren, ob er als russischer Agent ins Amt kam. Fakten spielen keine Rolle mehr, dazu hat Trump selbst fleissig beigetragen. Aber hat Putin das alles gezielt so ein­ gefädelt? Oder ergab es sich durch Zufall? Putin ist ein Zyniker, er hat keine länger­ fristigen Ziele, aber auch keine Illusionen. Er weiss, dass sein Land niemals ein interes­ santer Produktionsstandort wird. Aber als Zerstörer muss man kein Stratege sein. Die Welt geht auch von allein kaputt, denn die Menschen sind schwach und leicht zu verführen, sie laufen jedem Schurken hinter­ her. Und klar ist: Das Böse gewinnt immer. Wie bitte? Natürlich! Das Gute kämpft ja nicht, es ist einfach da, es ist die Quelle des Lebens. Das Böse handelt gezielt, das Gute reagiert immer nur, oft hilflos. Aber was, wenn das Böse schliesslich gewonnen hat? Es kreiert ja nichts, es zerstört nur. Am Ende sitzt es ­allein da – und löst sich auf. Dann kommt was Neues. Die Frage ist, ob die Menschen dann noch was zu melden haben oder ob die Erde ein Planet der Insekten wird. Was ist schiefgelaufen? Nach dem Kollaps der Sowjetunion hoffte man auf die grosse Verbrüderung der Menschheit, statt­dessen klingt das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen ­wieder fast so wie damals im Kalten Krieg. Die westlichen Eliten hatten nach dem Mauer­fall die Vorstellung, dass alle Men­ schen letztlich das Gleiche wollen. Und dass sie nur den Diktator in einem nichtdemo­ kratischen Regime absetzen müssen, und schon werde das Volk wie von allein die ­Segnungen der Demokratie entdecken und die gleichen Werte teilen wie die Amerikaner. Man ging also von Anfang an von f­ alschen ­Voraussetzungen aus: Menschen wollen nicht alle das Gleiche, manche zieht es mehr zur Moderne, andere mehr zu Archaik. Und ­Demokratie kann nicht über Nacht installiert werden und einfach so funktionieren. Die grosse Verbrüderung war also immer eine Illusion? So ist es. Doch die modernen Menschen wollten sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen, also dachten sie sich zunächst: Na gut, dann füttern wir die archaischen Menschen halt durch, denn allein schaffen

Wladimir Kaminer (51) ist Schriftsteller und Kolumnist. Zu Sowjetzeiten in ­Moskau geboren, erhielt er 1990 humanitäres Asyl in der DDR. Mittlerweile ist er ­deutscher Staatsbürger. Kaminer lebt mit seiner Frau Olga und zwei erwachsenen Kindern in Berlin. Wladimir Kaminer: «Die Kreuzfahrer», Verlag Wunderraum, auf Exlibris.ch für Fr. 23.10

Europäische ­ Putin-Freunde sind für Kaminer «die Handlanger des Bösen».

sie es eh nicht. In den letzten Jahren jedoch wurde dieses Durchfüttern zu teuer, und da dachten sich die modernen Menschen: ­Warum eigentlich sollen wir sie weiter­ füttern? Sind sie für uns irgendwie nützlich? Nein, eigentlich nicht. Und so fühlen sich heute viele Menschen von den Eliten ­ver­raten. Sie haben realisiert, dass die ver­ sprochene strahlende Zukunft sie wohl nicht miteinschliessen wird. Die Schere z­ wischen Arm und Reich geht weiter auf, und die ­Rebellion der archaischen Menschen hat ­begonnen: Brexit, Trump, Putin, Orban – ­haben wir alles dank ihnen. Und die beiden Gruppen, die archaischen und die moder­ nen, verstehen einander kaum noch. Was hätte der Westen nach dem Mauerfall besser machen können? Mehr Menschlichkeit, weniger Kapita­lis­mus – das hätte geholfen. Aber statt freund­-­ ­licher Kapitalisten kamen Raubritter, es herrschte Turbokapitalismus, und das war ein Schock. Profitiert haben am Ende ein paar wenige Leute, darunter viele ehemalige KGB-­Offiziere wie Putin.

Bei den nächsten Wahlen darf er nicht nochmals antreten. Wird er trotzdem? Natürlich. Er wird alles daransetzen, ­weiterzumachen. Was halten Sie eigentlich von den euro­ päischen Putin-Freunden? Die Handlanger des Bösen. Und Putin ist ­flexibel, er mag Rechtspopulisten genauso wie Linkspopulisten – beide haben eine ­zersetzende Kraft. Bringen wird es ihnen nichts. Es ist ein bisschen wie bei dieser ­Insektenschutzlampe, die ich für unser Haus auf dem Land gekauft habe. Ihr Licht zieht Insekten magisch an, aber landen sie auf der Lampe, verbrennen sie sofort und fallen unten in eine Schublade, die man ausleeren kann, sobald sie voll ist. Sehr praktisch. Putin ist die Lampe, die Populisten die Insekten? So ist es. Am Ende werden sie sich einfach nur die Finger an ihm verbrennen. Der ­Einzige, der davon profitiert, ist er. Aber rechts und links hat sich eh erledigt. Was wir bräuchten, ist eine neue Partei, welche die ­liberalen, demokratischen Werte der Linken mit dem schlanken Staat und den individuel­ len Freiheitsrechten der Rechten kombiniert. Nur ist so was leider nirgends in Sicht. Auch um das wichtigste, bedrohlichste Thema für die Welt, nämlich die dramatischen ­Folgen der raschen Klimaveränderung, k ­ ümmert sich keine Partei ernsthaft. Während sich die Tigermücke mit ihren gefährlichen Krank­ heitserregern bei uns immer weiter aus­ breitet, beschäftigen sich Volk und Politik ­obsessiv mit ein paar Flüchtlingen. Sie treten auch ab und zu in der Schweiz auf, wie erleben Sie das hiesige Publikum? Es ist supercool und ehrlich. Wenn den Schweizern etwas gefällt, kommen sie richtig aus sich raus. Und wenn nicht, merkt man das ziemlich schnell. Zu Lesungen nach ­Zürich kommt auch meine Frau gern mit, ­anders als nach Hildesheim zum Beispiel. Letztes Mal waren wir am Zürichsee spazie­ ren und beeindruckt, dass man dort prak­ tisch auf die ganze Welt trifft. Im Grunde ist die Schweiz wie ein Kreuzfahrtschiff: eine noch relativ gut funktionierende in­takte­ ­Insel mit vielen interessanten Leuten ­inmitten eines Ozeans von globalem Chaos. Ist sie wirklich noch so intakt? Okay, auch in der Bugwand der Arche Schweiz entstehen jedes Jahr Hunderte von neuen Löchern, die pausenlos gestopft werden müssen. Und das ist natürlich nicht immer leicht und kostet viel Kraft. Aber bis jetzt funktioniert es doch noch ganz gut. MM Lesung in Zürich am 14.9., 20 Uhr: Wladimir Kaminer liest im Kulturzentrum Kosmos aus seinem neuen Buch «Die Kreuzfahrer». Infos und Tickets: Kosmos.ch


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Sozialpolitisches Engagement Die Caritas setzt sich dafür ein, • dass das Sozialversicherungsnetz nicht abgebaut wird. • dass jeder Mensch die Unterstützung erhält, die er für ein menschenwürdiges Leben braucht (Bundesverfassung Art. 12). • dass die Schweiz in die Armutsprävention investiert.

Gabrielle Bergamaz hatte den Mut, von ihrem schwierigen persönlichen und beruflichen Weg zu erzählen. Dank der Sozialhilfe ist sie nicht ganz in den Abgrund gerutscht. Sie hat keine Mühe gescheut, um ihre Selbständigkeit zurückzugewinnen.

Sie hat nie aufgegeben

• dass das soziale Gleichgewicht und damit der soziale Zusammenhalt als Stärke der Schweiz fortbesteht.

Eine schwierige Scheidung hat sie all ihre Kraft gekostet. Nachdem sie viele Jahre zuhause war und sich um die Kinder gekümmert hat, wurde Gabrielle Bergamaz* arbeitslos, rutschte in die Sozialhilfe und war schliesslich sogar ohne festen Wohnsitz. Heute geht es für sie wieder aufwärts. Sich weiterzubilden, um eine feste Anstellung zu finden – das ist ihr grösster Wunsch. Seit mehreren Jahren ist Gabrielle Bergamaz von der Sozialhilfe abhängig. Um finanziell auf eigenen Füssen zu stehen, übernimmt die 57-Jährige, die im Kanton Freiburg wohnt, verschiedenste Gelegenheitsjobs. Heute betreut sie ältere Menchen in deren Zuhause und kann so monatlich rund 1500 Franken selbst zu

Mehr Informationen über Gabrielle: dasrichtigetun.caritas.ch

ihrem Lebensunterhalt beitragen. Doch für Gabrielle ist klar: Eine feste Stelle bekommt sie nur über eine Ausbildung. Dafür fehlen ihr aber noch rund 3000 Franken. Scheidung und fehlende berufliche Qualifikation Nach einer Lehre als Kauffrau arbeitete Gabrielle auf einer Gemeindeverwaltung. Als junge Mutter entscheidet sie sich, zuhause zu bleiben und sich um die drei Kinder zu kümmern. «Ich hatte eigentlich ein schönes Leben. Wir hatten ein Haus. Ich war wie alle anderen.» 2012 kommt es unter sehr schwierigen Umständen zur Scheidung. Weil sie beruflich nicht mehr qualifiziert ist, muss sie sich arbeitslos melden, es folgt die Sozialhilfe, zwei Jahre ist sie gar ohne festen Wohnsitz. Dennoch hat sie nie aufgegeben. «Und ich erhielt die Chance, mit alten Menschen zu arbeiten», erzählt Gabrielle begeistert. Derzeit wird sie noch auf Stundenbasis bezahlt und ihr Lohn ist bescheiden. Ihre Kinder waren immer für sie da. Vor vier Jahren wurde ihre Tochter schwanger. Gabrielle unterstützt sie sehr während dieser Zeit und sagt sich: «Ich bin immer noch zu etwas nützlich.» Heute hat sie ein Ziel fest vor Augen: eine Ausbildung zur Betreuung alter Menschen – der Weg zu einer festen Arbeitsstelle. * Name geändert

Die Caritas fordert die Öffentlichkeit, die Politik und die Wirtschaft zum Handeln auf. Sie vertritt die Ansicht, dass eine gute Familienpolitik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – auch für armutsbetroffene Personen – sicherstellen, den Zugang zur frühkindlichen Förderung verbessern sowie die Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen der Eltern fördern muss. Eine gute Schul- und Berufsbildung ist der beste Schutz vor Armut. Spendenkonto: 60-7000-4 Für Online-Spenden: caritas.ch/wiedereingliederung


MENSCHEN | MM34, 20.8.2018  31

Leserforum MM33: Mobbing-Opfer: Anders – und ausgegrenzt

«Die Eltern von Mobbern sollten mehr zur Verantwortung gezogen werden» Dieser Bericht hat mich sehr berührt, weil ich weiss, wie es ist, als Schulkind gemobbt zu werden. Ich wurde zwar nie tät­ lich angegriffen, aber Ignoranz, Spott und Ablehnung können auch sehr schmerzen. Und das beeinflusst mein Leben bis heute. Die Eltern von Mobbern sollten mehr zur Verantwortung gezo­ gen werden. Ich finde es toll, dass Raphael seine Er­fahrungen an andere Betroffene weitergibt. Martina Frank via www.migrosmagazin.ch Leider habe ich das in der Oberstufe selbst am eigenen Leibe erfahren, bis ich mich wehrte, weil ich es einfach satthatte, und

zweien so den «Grind» verschla­ gen habe, dass sie mich fortan respektierten. Dass es so weit kommen musste, ist eigentlich erbärmlich, aber es war notwen­ dig, denn reden konnte man mit denen überhaupt nicht. Daniel Zollinger via www.migrosmagazin.ch Mobbing ist wohl eine der schlimmsten Erfahrungen, die ein Kind durchmachen muss. Lei­ der gibt es für Mobber nur selten Konsequenzen. Oft werden Mob­ bingopfer als Sonderlinge bezeich­ net. Aber sind sie wirklich so an­ ders? Es wäre an der Zeit, die De­ fizite der Mobber aufzuarbeiten. Cordula Steffen via E-Mail

Migros-Magazin: Fleischinserate

«Weniger und kleiner würde auch ausreichen» Bin ein Migros-Fan und obwohl ich Fleisch esse, ist mir die Fleischwerbung im MigrosMagazin nun doch zu viel geworden. Ich finde es sehr geschmacklos, tote Tier­stücke im Grossformat am Anfang und Ende des Hefts anschauen zu müssen. Im Magazin selbst gibts noch mehr davon. Weniger und kleiner würde auch ausreichen. Viktoria Herzog via E-Mail

Korrigendum

Bakterien statt Viren Leichtathletin Abassia Rahmani, die wir in Ausgabe 32 porträtiert haben, war an Meningokokken erkrankt. Dies sind Bakterien und nicht Viren, wie wir fälsch­ licherweise geschrieben haben.

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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Basel–Colmar–Strasbourg–Basel 4 Tage ab Fr. 240.– (Rabatt Fr. 250.– abgezogen, Hauptdeck, Vollpension)

1. Tag Basel Individuelle Anreise und Einschiffung ab 15.00 Uhr. Besuch des bezaubernden Basler Weihnachtsmarkts. Abendessen an Bord. (A) 2. Tag Basel/Breisach–Colmar Geniessen Sie die Fahrt auf dem Rhein nach Breisach. Busfahrt zum zauberhaften Weihnachtsmarkt in Colmar. Nach dem Abendessen lohnt sich ein Bummel durch das hübsche und sehenswerte Breisach. (F, M, A) 3. Tag Strasbourg Bis zur Ankunft in Strasbourg wird ein ausgiebiger Brunch serviert. Besuch des berühmten «Christkindelsmärik», einem der ältesten Weihnachtsmärkte Frankreichs. Abfahrt Richtung Basel um ca. 19.00 Uhr. (B, A) 4. Tag Basel Check-out bis 8.00 Uhr und reichhaltiges Frühstücksbuffet bis zur Einfahrt in Basel. Ausschiffung um ca. 11.00 Uhr. Individuelle Heimreise. (F) F=Frühstück, B=Brunch, M=Mittagessen, A=Abendessen

Am 23.12.–26.12. kein Zuschlag zur Alleinbenutzung, reduzierter Weihnachtsmarkt in Colmar, Stadtrundfahrt/-gang statt Weihnachtsmarkt in Strasbourg. Leistungen: Kreuzfahrt inkl. Mahlzeiten gemäss Programm, Bustransfer in Breisach, Tramstickets in Strasbourg, alle Schleusen- und Hafengebühren, Thurgau Travel Bordreiseleitung. Reisedaten 2018 Es het solangs het Rabatt 29.11.–02.12. 100 14.12.–17.12. 100 02.12.–05.12. 150 17.12.–20.12. 200 05.12.–08.12. 150 20.12.–23.12. 250 08.12.–11.12. 100 23.12.–26.12. 200 11.12.–14.12. 200

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Migros-Welt MM34

4 000 000 Zahl der Woche

4 Millionen Handy-Spülmittel stellt der M-Industriebetrieb Mibelle Group in Frenkendorf BL jedes Jahr her. In diesem Jahr feiert das Migros-Kultprodukt seinen 60. Geburtstag.

Migros-Besitzerin

«Mit der Migros-Zeitung konnte ich Deutsch lernen» Verbinden Sie mit der Migros eine besondere Erinnerung? In der Migros habe ich meine ersten Einkäufe gemacht, als ich vor genau 50 Jahren aus der damaligen Tschechoslowakei in die Schweiz gekommen bin. In der Nähe meines Arbeitsortes in Winterthur hatte es eine Migros. Ich weiss noch, dass ich in der Metzgerei zwei Deka Schinken bestellt habe. Dekagramm war die Masseinheit, die ich von zu Hause kannte. Aber hier hat das keiner verstanden. ( lacht) Wann wurden Sie Migros-­ Genossenschafterin? Sehr bald nach meiner Ankunft.

Name: Marta van Ooijen-Šuvadovà (73) Wohnort: Gachnang TG Beruf: Rentnerin Lieblingsprodukt: Farmer Croc Apfel & Zimt Knabbermüesli

Und weshalb wurden Sie Migros-Besitzerin? Vor allem wegen der Migros-­ Zeitung, die es gratis gab. Damit konnte ich Deutsch lernen und die Produkte hier kennenlernen. Was schätzen Sie an der Migros? Ich vertraue den Produkten und schätze die freund­ liche Bedienung, die informative Zeitung und das Migros-Kulturprozent.

Magenbrot

Bild: René Ruis

Ein Hauch von Chilbi Der Name Magenbrot bedeutet, dass die «Chilbispezialität» mit überwiegend magenfreundlichen Gewürzen angereichert wird: Zimt, Stern­­anis, Nelke, Kardamon und Pfeffer sorgen für den typischen Geschmack. Ursprünglich stammt das leckere Zu­ckerbrot aus der Nordschweiz und Süddeutschland. Während des Zweiten Weltkriegs improvisierten die Bäcker und mischten altem

Brot Zucker und Gewürze bei. In der Produktionsstätte von «Werners Markt-Magenbrot» werden täglich eineinhalb Tonnen Teig hergestellt und von Hand verarbeitet. Das Original-Magenbrot – verpackt im rosa Papiersäckchen – ist in diversen Supermärkten der Migros Aare erhältlich. Mehr von der Migros Aare ab Seite 67


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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  35

Verlosung Für Hans Kennel Wood & Brass, So., 2.9., 11 Uhr, 5 × 2 Tickets gewinnen www.migrosmagazin. ch/wettbewerbe

Spielen am Abschlusstag des Jazz Festivals Willisau: Hans Kennel Wood & Brass Kultur Willisau gilt nicht als Hochburg der globalen Musikszene. Ausser, man besucht das Städtchen im Luzerner Hinterland während des Jazz Festivals Willisau. Dann treffen sich nationale und internationale Jazz-Grössen und aufstrebende Jungmusiker im schmucken Dorf – in diesem Jahr zur 44. Ausgabe des Festivals. Vom 29. August bis 2. September finden insgesamt 23 Konzerte statt. Auftreten werden unter anderem die amerikanische Trompeterin Jamie Branch oder die Schweizer von «22° Halo» mit der Sängerin Lea Maria Fries. Das Festival wird vom MigrosKul­turprozent unterstützt.

Ernährung

Immer weniger Zucker Frage der Woche

Bilder: Gary Soskin; Getty Images

Welche Gemüse eignen sich am besten zum Grillieren? Die Klassiker auf dem Grill sind die Sommergemüse Peperoni, Zucchini und Auberginen. Auch junge Karotten sind gut geeignet – im Gegensatz zu Lagergemüse, das auf dem Grill hart werden kann.  MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848, oder www.migros.ch/ kundendienst

Mit der Initiative «actionsanté» möchte der Bund zusammen mit der Schweizer Wirtschaft eine gesunde Ernährung fördern. Die Migros ist seit der Lancierung im Jahr 2009 mit dabei und hat inzwischen viel unternommen.

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr

So hat die Detailhändlerin bei über der Hälfte ihrer Joghurts den ­Zuckergehalt um fünf bis zehn ­Prozent vermindert. Bei einigen Quarksorten soll der Zuckeranteil bis Ende 2018 sogar um zehn bis zwanzig Prozent reduziert werden. Zudem hat die Migros bei über 86 Prozent ihrer Frühstückscerealien die Rezepturen angepasst.

Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Ein Leben mit weniger Zucker ist auch das Thema auf der MigrosGesundheitsplattform «iMpuls».

Im nächsten «iMpuls»-­ExpertenChat am 23. August beantworten Ernährungsspezialistinnen von 14 bis 15 Uhr Fragen dazu. www.migros-impuls.ch


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herrliche Alba, die „Stadt der hundert Türme“. Weiter geht es durch das weltbekannte Barolo Weinanbaugebiet – hier gedeihen die königlichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine renommierte Weinkellerei und erfahren bei einer Führung alles über die Herstellung der edlen Tropfen. 4. Tag – Cuneo & Tenda Bahn Am Vormittag zeigen wir Ihnen die schöne Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die Fahrt mit der legendären Tenda Bahn bis nach Ventimiglia an der italienischen Riviera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre Bahnstrecke mit herrlichen Gebirgslandschaften und malerischen Dörfern. 5. Tag – Monaco & San Remo Den heutigen Tag beginnen wir mit einem Besuch im Fürstentum Monaco. Entdecken Sie dabei die pittoreske Altstadt und tauchen Sie in eine Welt voller Glamour und Lebensgefühl ein. Am Nachmittag erwartet uns San Remo – die Hauptstadt der Blumenriviera liegt majestätisch eingebettet zwischen azurblauen Meer und dem malerischen, saftiggrünen Hinterland. 6. Tag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.

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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  37

Blickfang

Ich bin ein MigrosHund «Aldo ist 12 Jahre alt und lernt mit grosser Freude immer neue Kunststücke.» André Siegrist, Steinach SG

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Migros ruft M-Budget Orangensaft zurück Die Migros bittet alle Kunden, den M-Budget-Orangensaft in der Ein-Liter-Flasche (Artikelnummer: 130757000000, Preis: Fr. 2.10, mind. haltbar bis: 3.11.2018) nicht mehr zu konsumieren. Bei einer ­internen Kontrolle wurde fest­ gestellt, dass sich Metallstücke da­rin befinden können und eine Ver­ letzungsgefahr beim Konsum nicht ausgeschlossen werden kann. Kunden, die das betreffende Produkt zu Hause haben, können es in ihre Migros-Filiale ­zurückbringen. Der Kaufpreis wird zurück­erstattet.

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38  MM34, 20.8.2018 | MIGROS-WELT

Expansion

Schönheit aus Korea

Die Mibelle Group übernimmt die südkoreanische Kosmetikfirma Gowoonsesang. Damit steigt die Migros-Tochter in den rasant wachsenden asiatischen Beautymarkt ein. Text: Kian Ramezani

Model aus der Werbe­ kampagne zur Kosmetik­ marke «Dr. G»

produkte unter der Marke «Dr. G» in über 30 Länder und erzielt einen jährlichen ­Umsatz von umgerechnet 28 Millionen Schweizer Franken. Trend K-Beauty schwappt auf Europa über

Der Erfolg von Gowoonsesang ist kein isoliertes Phänomen. Südkorea hat sich in den ver­gangenen Jahren zu einem regelrechten Schwergewicht im asiatischen Kosmetikmarkt gemausert. Aus seiner traditionellen Kompetenz in der Hautpflege ist der Trend «K-Beauty» («Korean Beauty», «ko­reanische Schönheit») hervorgegangen, der auch in Europa zunehmend Beachtung findet. «Für uns ist Schönheit untrennbar mit ­sauberer, gesunder Haut verbunden», sagt Gun-Young Ahn. Anders als im Westen ­hätten Haut­pflegeprodukte in Asien deshalb einen ­höheren Stellenwert als Make-up. «Wir wollen, dass die Haut nicht nur gesund aussieht, sondern auch gesund ist.» Der Siegeszug von K-Beauty unterstreicht die enorme Bedeutung, die der koreanischen Populärkultur im gesamten asiatischen Raum zukommt. Wobei sich K-Beauty, K-Pop und K-Film auch gegenseitig befruchten: «Viele asiatische Frauen, die zu uns in die Kliniken kommen, wollen wie koreanische Schauspielerinnen aussehen», erklärt Ahn. Seine Unternehmens­philosophie gründet in der langjährigen Erfahrung als studierter Dermatologe. Er möchte jedem Patienten das richtige Pflegeprodukt verschreiben. Klingt banal, ist es in der Praxis aber nicht, denn je nach Hauttyp sind völlig an­dere Wirkstoffe gefragt. In der Branche hat sich das sogenannte Baumann-Modell der gleichnamigen US-Dermatologin durch-

gesetzt, das zwischen 16 Hauttypen unterscheidet. Die Kombination trocken/empfindlich/pigmentiert/glatt braucht zum Beispiel eine völlig andere Behandlung als fettig/resistent/unpigmentiert/faltig. Da die meisten Menschen den eigenen Hauttyp gar nicht kennen, ist eine Beratung durch eine dermatologische Fachperson unumgänglich. Sie kann auch weitere Faktoren wie die Ernährung berücksichtigen. Hauttypbestimmung via Smartphone

Personalisierte Hautpflegeprodukte werden sich auch in Europa durchsetzen, davon sind Fachleute überzeugt. Zu ihnen zählt die Mibelle Group, die nicht primär am K-BeautyBoom, sondern am wissenschaftlichen Ansatz von Gowoonsesang interessiert ist. Beide Unternehmen arbeiten zudem an der digitalen, auf künstlicher Intelligenz basierenden Bestimmung von Hauttypen über das Smartphone als Ergänzung zum Angebot

Bilder: Daniel Winkler, Lucas Vallecillos/VWPics/Redux/Laif, zVg

G

un-Young Ahn bekam das Inte­r­esse an Dermatologie sozusagen in die Wiege gelegt – wenn auch unter sehr schmerzhaften Umständen. Im zarten Alter von einem Jahr fiel der Koreaner in kochendes Wasser und erlitt schwere Verbrennungen im Gesicht. «Die Ärzte haben mein Leben mit einer Hauttransplantation gerettet, doch es sind Narben zurückgeblieben, unter denen ich als Jugendlicher sehr litt», erinnert sich der Hautarzt aus Seoul. «Ich verstehe wirklich, wie sich Menschen mit Hautproblemen fühlen.» Die Erfahrung inspirierte ihn, ­Medizin zu studieren und 1998 seine eigene Dermatologieklinik zu eröffnen. Als Patienten ihn immer wieder nach geeigneten Pflegeprodukten fragten, beschloss er, sie selbst zu entwickeln, und gründete die Firma Gowoonsesang Cosmetics. Auf privatem Weg gelangten ­seine Erzeugnisse alsbald nach Hongkong und von dort aufs chinesische Festland, wo sie auf ­grossen Anklang stiessen. Heute exportiert Gowoonsesang seine Kosmetik-


MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  39

Luigi Pedrocchi ist CEO der Mibelle Group. Luigi Pedrocchi

«Das Ausland hält uns fit» Welche Ziele verfolgt die ­Mibelle Group mit der ­Akquisition von Gowoonsesang? Die Firma Gowoonsesang ist hochprofitabel, wächst kon­stant und ist somit eine attraktive Investition. Aber nicht nur: Wir glauben an das Potenzial von K-Beauty im Westen, vor allem in Kombination mit Beratung und personalisierten Pflegeprodukten. Gowoonsesang eröffnet uns zudem eine Plattform, auf der wir Mibelle-Pro­dukte in Korea anbieten können, und verschafft uns Nähe zu neuen Technologien und Geschäftsmodellen. Seoul ist das Zentrum der koreanischen Kosmetikindustrie.

in den Kliniken. Nach intensiven Verhandlungen gehen Gowoonsesang Cosmetics und die M ­ ibelle Group nun gemeinsame Wege, ­wobei der M-Industriebetrieb die Mehrheit an der koreanischen Firma übernimmt (siehe Interview). Anlässlich der Vertragsunterzeichnung Anfang August in Zürich erklärte Gun-Young Ahn, warum die beiden Unternehmen aus seiner Sicht zusammenpassen. Von der Migros hatte er noch nie zuvor gehört, wie er unumwunden zugab. Als er begann, sich mit ihrer Geschichte zu befassen, stiess er unweigerlich auf Firmengründer Gottlieb Duttweiler. «Er war ein sehr ehrenwerter Mensch und hatte die Mission, einen sozialen Beitrag zu leisten. Das wollen auch wir, indem wir die Haut der Menschen schön und gesund machen. ­Migros und Gowoonse­ sang haben die gleiche Vision, und das war für mich das wichtigste Argument für das Zusammengehen.»

Gun-Young Ahn, Firmengründer von Gowoonsesang, vor der Unterzeichnung der Übernahme durch die Mibelle Group

Ist der Gang ans andere Ende der Welt zwingend? Das Wachstumspotenzial in der Schweiz ist ausgeschöpft, die Mibelle Group erwirtschaftet über die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Ohne Export wären wir heute nicht mehr in der Lage, MigrosEigenmarken zu konkurrenz­ fähigen Preisen herzustellen. Zugleich hält uns das Ausland fit, denn die Schönheitstrends der Zukunft werden nicht mehr aus Europa kommen. Was passiert mit den ­An­gestellten in Korea? Die Mibelle Group wird die ­gesamte Belegschaft von Gowoonsesang weiterbeschäf­ ti­gen. Auch Firmengründer Ahn bleibt dem Unternehmen mit seiner grossen Erfahrung erhalten. Da wir das Geschäft ver­grössern wollen, werden wir mittelfristig sowohl in Korea als auch in der Schweiz zusätzliche Stellen schaffen. MM


40  MM34, 20.8.2018 | MIGROS-WELT

TerraSuisse

Jedes Korn ist ein Wunder Auf dem Setzihof in Aeugst am Albis ZH wird seit 19 Jahren Getreide für «TerraSuisse»-Produkte der Migros angebaut. Schon bald übernimmt Kathrin Weiss mit ihrem Partner den Hof ihres Vaters. Mit gezielten Massnahmen will sie weiterhin die Biodiversität fördern. Text: Melanie Michael  Bilder: Daniel Winkler

Mit ihrem Label «TerraSuisse» setzt sich die ­Migros für eine naturnahe und tierfreundliche Landwirtschaft ein. Über 11 000 IP-Suisse-­Bauern und -Bäuerinnen produzieren nach strengen Richtlinien Rohstoffe für hochwertige Lebensmittel. So auch auf dem Setzihof in ­Aeugst am A ­ lbis im Kanton Zürich, wo seit 19 Jahren ­Getreide für die Herstellung diverser «TerraSuisse»-­ Brote kultiviert wird. Wie auf allen IP-Suisse-Höfen gilt hier der Förderung der Biodiversität besonderes ­Augenmerk. Weshalb und mit welchen Massnahmen dies geschieht, erklärt die künftige Betriebsleiterin ­Kathrin Weiss im Interview.

TerraSuisse Alpenbrot, 380 g Fr. 2.60

TerraSuisse ­ essinerbrot, T 400 g Fr. 2.50

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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  41

Ob Vegetarier, Pescetarier, Flexitarier oder Fleisch­ liebhaber – im Sommer erwacht in jedem von uns der Grillitarier. Und wir essen nur, was einen Grill berührt hat. Auch beim Brot sind wir wählerisch. www.grillitarier.ch

Alles für

Steinhaufen bieten Lebensraum für Klein- und Kleinstlebewesen. Kathrin Weiss übernimmt mit ihrem Partner Heinz Ziegler den Hof ihres Vaters. Dazu gehören auch 14 Hektaren Getreideanbaufläche.

Kathrin Weiss (37), IP-Suisse-Bäuerin

«Wir respektieren die natürlichen Kreisläufe» War immer klar, dass Sie den Bauernhof Ihres Vaters übernehmen würden? Nicht ganz. Zuerst absolvierte ich eine Ausbildung zur Flo­ ristin und eröffnete ein Blumen­ geschäft. Dort verkaufte ich ­neben Blumen auch einige ­«Setzihof-Delikatessen», die meine Mutter auf dem Hof ­herstellte. Die Nachfrage stieg stetig, sodass aus dem Blumen­ laden «Der Landladen» wurde, in dem wir heute nur noch ­unsere Hofprodukte anbieten. So habe ich quasi durch den Beruf zum Hof zurückgefun­ den, den ich bald mit meinem Partner übernehmen werde. Momentan sind meine Eltern noch die Betriebsleiter. Für «TerraSuisse»-Produkte wird nach strengen IP-Suisse-­ Richtlinien produziert. Wie stellen Sie auf Ihrem Hof einen naturnahen Anbau ­sicher? Zum Beispiel durch eine viel­ fältige Fruchtfolge und die ­Verwendung von ­hofeigenem Dünger. Der Einsatz von ­Pestiziden ist bei uns stark ein­ geschränkt. Wir wollen die ­Natur schonen, respektieren die ­natürlichen Kreisläufe und fördern deshalb durch gezielte Massnahmen die Biodiversität.

Ein Teil von

TerraSuisse ­Vollkorn-Landbrot, 400 g Fr. 2.90

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

TerraSuisse-Getreide stammt aus nach­haltiger Schweizer Landwirtschaft, die Lebensräume für seltene Wildtiere und -pflanzen schafft. Auf die Verwendung verschiedener chemischer Hilfsmittel wird verzichtet.

Welche Massnahmen sind das? Unter anderem kultivieren wir 300 Hochstammbäume, ­legen Steinhaufen an, pflegen ein Bienenhaus und hängen Nistkästen für Vögel auf. Und wir mähen nie alle Wiesen gleichzeitig; auf diese Weise

e­ rhalten wir Rückzugsorte für Insekten. Welche Getreidesorten bauen Sie auf Ihrem Hof an? Auf 14 Hektaren bauen wir ­neben Weizen auch Gerste, Triticale, Roggen, Urdinkel, Raps und Mais an. Alle sieben Kulturen nach IP-SuisseRicht­linien. Mit dieser vielsei­ tigen Fruchtfolge können wir einen schonenden Umgang mit dem Boden gewährleisten und verhindern somit eine ­ein­seitige Bodenausnutzung. Des Weiteren verzichten wir beim Getreideanbau komplett auf Fungizide, Insektizide und Hormonpräparate. Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Freude? So eng mit der Natur zusam­ menzuarbeiten. Ich empfinde es immer wieder aufs Neue als ein Wunder und ein Geschenk, wenn ich erlebe, wie aus einem Samenkorn ein so wertvolles Nahrungsmittel heranreift. Was schätzen Sie als ­Migros-­Besitzerin an der ­Migros ­besonders? Das vielfältige Angebot an Schweizer Produkten. Gerade bei ­den Getreide- und Fleisch­ waren bevorzuge ich Produkte, die mit dem Label «TerraSuis­ se» ausgezeichnet sind. Wir produzieren nach den­selben Richtlinien und wissen, dass wir mit dem Erwerb von «Terra­­Suisse»-zertifizierten Lebensmitteln eine besonders tier- und umweltfreundliche Produktion unterstützen. MM


42  MM34, 20.8.2018 |

MIGROS-WELT

Daisy Geburtsjahr: 1940 Charakter: Die Entendame mit den langen Wimpern ist clever, schlagfertig und ein wenig selbstverliebt. Sie wird von Donald angehimmelt. Manchmal scheint sie mit den Gefühlen des Enterichs zu spielen. Wenig bekannt: Im Kurzfilm «Donald’s Crime» (1945) treibt Daisy ihren Freund sogar in die Kriminalität. Er stiehlt das Ersparte seiner Neffen, um die Angebetete in ein teures Restaurant auszuführen.

Disney MickeyMania

Helden zum Knuddeln

Mickey Mouse wird 90 Jahre alt. Zum Jubiläum gibts die Kultmaus und ihre Freunde Daisy, Donald, Pluto und Minnie bei der «MickeyMania» als Gratisplüschtiere zum Sammeln. Wir verraten überraschende Fakten zu den Disney-Helden. Text: Michael West

Geburtsjahr: 1934 Charakter: Der Enterich mit dem blauen Matrosenkostüm ist eigentlich herzensgut, wird aber dauernd vom Unglück verfolgt. Wenn ihm ein Missgeschick widerfährt, macht er seiner Wut mit lautem Gequake Luft. Wenig bekannt: Im zweiten Weltkrieg war ­Donald an der Propagandafront im Einsatz. Im Trickfilm «Der Fuehrer’s Face» (1942) machte er sich über das Dritte Reich lustig.

Bilder: The Walt Disney Company

Donald


MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  43

Mickey

Pluto Geburtsjahr: 1930 Charakter: Der Hund mit den schmalen Schlappohren ist Mickey treu ergeben und weicht ihm nicht von der Seite. Anders als die anderen Disney-Tiere hat er kaum menschliche Züge und kann weder ­sprechen noch aufrecht gehen. Wenig bekannt: Der Cartoonhund verdankt seinen Namen der Entdeckung des Planeten Pluto im Jahr 1930.

Geburtsjahr: 1928 Charakter: Der Mäuserich mit den roten Shorts und den weissen Handschuhen verliert fast nie seine gute Laune. Er ist bescheiden ­geblieben, obwohl er allen Grund für Starallüren hätte: Seit ihn Walt Disney erschaffen hat, spielte er unzählige Kino- und Fernsehrollen und bekam 1978 als erste Cartoonfigur einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Wenig bekannt: Mickey war 1929 der erste ­Trickfilmheld, der sprechen konnte. Im Streifen «The Karnival Kid» rief er die Worte: «Hot dogs!».

Sammelaktion

Die «MickeyMania» ist da Jetzt können Sie beim ­Einkaufen in der Migros Sticker sammeln und so zu Gratisplüschfiguren von Mickey, Minnie, Donald, Daisy und Pluto kommen. So einfach gehts: Vom 21. August bis 8. Oktober gibt es pro Einkauf à 20 Franken an jeder Migros-Supermarktkasse oder auf LeShop.ch einen Sticker (maximal 15 Sticker pro Einkauf, ­nur solange Vorrat, Käufe von Gutscheinen und Geschenkkarten ausgeschlossen). Sobald Sie das Sammelheft mit 20 Stickern gefüllt haben, können Sie Ihr Heft bis 8. Oktober gegen einen ­­Gratisplüschfreund eintauschen. (Angebot nur solange Vorrat, nicht käuflich erwerbbar) Mehr Infos: migros.ch/mickeymania

Zu  gewinnen 4 Tickets für

«Disney On Ice» im Wert von 700 Franken

Wettbewerb

Malen und gewinnen

Minnie Geburtsjahr: 1928 Charakter: Die Mäusedame ist liebevoll und sanftmütig. Minnie ist Mickeys grosse Liebe; die beiden sind aber bis heute nicht verheiratet, sondern nur verlobt. In frühen Filmen scheint sie sich manchmal ­absichtlich in Gefahr zu begeben, damit der Mäuserich sie anschliessend retten kann. Wenig bekannt: Wie Mickey ist auch Minnie ein perspektivisches Wunder. Aus jedem Blickwinkel liegen ihre Ohren nebeneinander, nie verdeckt ein Ohr das andere.

Welche Kinder bis 13 Jahre haben Lust, Mickey, Minnie, Donald, Daisy und Pluto zu zeichnen? Eltern ­schicken die Werke ihrer Kinder per Post an folgende Adresse: Migros-­Magazin, Mickey-­Zeichenwettbewerb, ­Postfach, 8099 Zürich. Schreiben Sie auf die Rück­seite der Zeichnung Ihren N ­ amen, Ihre ­Adresse und Telefonnummer sowie Name und Alter des Kindes, von dem das Werk stammt. ­Einsendeschluss: 29. August (Poststempel). Unter allen Einsendern verlost das Migros-­Magazin vier Tickets für die Show «Disney on Ice» am 20. Oktober im Hallenstadion Zürich im ­Gesamtwert von 700 Franken. Schriftliche Benachrichtigung der Gewinner. Keine Barauszahlung, Rechtsweg aus­ge­ schlossen, keine Mehrfachteilnahmen. ­Werden Preise nicht bis drei Monate nach der Ziehung bezogen, verfallen sie ersatzlos.


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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  45

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Dafür sind die Geniesser nicht nur in der Toscana Feuer und Flamme: Brotsalat mit Tomaten vom Grill. Der Liebling heisst Panzanella.

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Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Styling: Vera Guala Rezept: Anderea Pistorius

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46  MM34, 20.8.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Brotsalat mit grillierten Tomaten Grill auf ca. 200 °C ­vorheizen. 2⁄3 der Toma­ ten halbieren, Rest am Strunk lassen. Thymian­ blättchen darüber­ zupfen. Tomaten und Thymian in eine grosse, feuerfeste Form geben und mischen. Mit der Hälfte des Öls beträu­ feln, mit Zucker und ­wenig Salz bestreuen. Im geschlossenen Grill ca. 20 Minuten rösten.

Inzwischen Zwiebeln in feine Streifen schneiden. Knoblauch hacken. Zwiebeln, ­Knoblauch und Kapern mit dem rest­lichen ­Olivenöl und ­Balsamico mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und in eine Schüssel geben.

Brot dick in Streifen oder Scheiben ­schneiden, beidseitig 2–3 Minuten auf dem Grill rösten. Brot in ­Stücke brechen und auf die Zwiebeln g ­ eben. ­Tomaten ­mitsamt Saft über das Brot verteilen und ca. 10 Minuten ­ziehen lassen. Basilikum und Petersilie in feine ­Streifen schneiden und beigeben. Salat behutsam mischen.

Zutaten für 4 Personen

500 g Cherry- und Datteltomaten 5 Zweige Thymian 6 EL Olivenöl 2 EL gemahlener ­Rohzucker Salz 2 kleine, rote Zwiebeln 1 Knoblauchzehe 2 EL Kapern 3 EL Aceto balsamico bianco Pfeffer 120 g Weissbrot, z. B. Focaccia oder Baguette ½ Bund Basilikum ½ Bund Petersilie


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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  59

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Tipp für Profis

Tomaten verlieren beim Grillieren reichlich Flüssigkeit. Das kommt ihrem Aroma zugute. Profis servieren ­Tomaten vom Grill nicht nur im Brotsalat, sondern als Gemüsebeilage zum Steak oder zum Risotto. Tipp für Freestyler

Grillierte Tomaten sind nicht nur eine feine Beilage. Der Freestyler treibt sie durch die Passevite und rührt daraus eine feine Suppe. Besonders raffiniert wird diese, wenn sie kalt serviert und mit einem Schuss Gin a­ bgeschmeckt wird (siehe Link unten). Tipp für Familien

Kinder haben besonders Freude an bunten Tomaten. Auch unterschiedliche Formen wie Birnchen oder ­längliche Datteltomaten finden Kinder interessant. Die Tomaten vom Grill eignen sich auch zu Spaghetti ­sowie zu grillierten oder gebratenen Polentascheiben.

Viele weitere kochtipps zu Tomaten

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60  MM34, 20.8.2018 | MIGROS-WELT

1000

Berufsnachwuchs

Meister ihres Fachs

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An den SwissSkills 2018 in Bern kämpfen Mitte September 900 junge Leute um den Schweizer-Meister-Titel in ihrem Beruf. Das Migros-Magazin stellt drei Teilnehmende vor. Text: Andreas Dürrenberger, Estelle Dorsaz  Bilder: René Ruis

Detailhandelsfachfrau

Sprachlose Siegerin Wenn Shania Wyss (20) im Do it + Garden im MParc Langenthal eine Kundin oder einen Kunden beraten kann, ist sie in ihrem Element. «Der Kundenkontakt ist mir sehr wichtig. Deshalb war für mich schon in der Schule klar, dass ich im Detailhandel eine Lehre machen will.» Heimwerken – glaubt man dem Klischee ist noch immer eine Männerdomäne. Wie kommt da eine junge Frau als Beraterin an? «Ich hatte bisher erst ein Mal einen männ­lichen Kunden, der lieber von einem Mann beraten worden wäre», sagt sie. «Mir macht es Spass, die Kunden zu beraten. Ich erhalte sehr oft gutes Feedback von ihnen, das motiviert mich.»

Fühlt sich pudelwohl unter den Heim­ werkern. Die Migros-­ ­Lernende und SwissSkills-Finalistin Shania Wyss

Ihr Verkaufstalent hat sie auch an den Berner Berufsmeisterschaften unter Beweis gestellt. Dank ihres Finalsiegs hat sie sich für die Endrunde an den SwissSkills, den Schweizer Meisterschaften, qualifiziert. «Ich war sprachlos, als ich die regionale Meisterschaft gewann. Das war gar nicht mein Ziel», sagt Wyss. «An den SwissSkills werde ich wieder mein Bestes geben, und ich will so weit wie möglich kommen.»


MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  61

Steine gehören zu Lena Königs Arbeitswelt. Auch die Steine des Bundeshauses hat sie schon bearbeitet.

Berufsbildung

Lehre bei der Migros-Gruppe 3860 Lernende absol­ vieren derzeit ihre be­ rufliche Grundbildung bei einem der 40 Unter­ nehmen der MigrosGruppe. 50 verschiedene Berufe stehen dabei zur Auswahl. Damit leistet die Migros einen wichtigen Beitrag zum dualen Bildungssystem der Schweiz.

Am 1. August beginnt jedes Jahr der Bewerbungsprozess für die Lehrstellen, die im Jahr darauf angetreten werden. Alle Stellen, Infos zur Migros und praktische Bewerbungs­ tipps gibts online. www.new-talents.ch

SwissSkills 2018

Berufsspektakel in Bern Vom 12. bis 16. Septem­ ber finden in Bern zum zweiten Mal die nationa­ len Schweizer Berufs­ meisterschaften an ei­ nem Ort statt. In 75 Be­ rufen streben 900 junge Berufsleute den Ti­ tel an. Die Migros ist die­ ses Jahr mit zehn Ler­ nenden und drei jungen Berufs­leuten vertreten und unterstützt die ­Veranstaltung als Pre­ senting Partner.

Steinmetzin

Sandsteine statt Edelsteine Eigentlich wollte Lena König (19) Goldschmiedin werden. Statt feinster Edelmetalle bearbeitet sie heute grobe Steine. Ein krasser Gegensatz, der die junge Berne­ rin schmunzeln lässt. «Bei den Goldschmieden werden meist ältere, erfahrenere Leute als Lernende gesucht. Ich habs ein Jahr probiert, dann hat mein Vater gesagt ‹probier doch etwas Gröberes›. Und so wurde ich Steinmetzin.»

Ihren Entscheid bereut sie nicht. «Die Aufgaben sind ab­ wechslungsreich, und es ist schön, das Resultat der eige­ nen Arbeit zu sehen. Und die Leute freuen sich, wenn sie die Steine betrachten.» Lena Königs Arbeitgeber, die von

Dach AG in Bern, ist auf Sandsteinarbeiten spezialisiert. Und so konnte die junge Frau auch schon am wohl promi­ nentesten Sandsteingebäude der Schweiz arbeiten – dem Bundeshaus. So schön der Job ist, er ist körperlich sehr anstrengend. «Am Anfang hatte ich Mühe mit der Aus­ dauer. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Klar bin ich abends manchmal müde, wenn wir viele Steine schleppen mussten. Aber der Job ist für eine Frau gut machbar, ich bin ja auch kein Megakasten», sagt sie lachend. Auf die Teilnahme an den SwissSkills freut sie sich. «Unter Zeit­ druck und vor Publikum zu arbeiten, ist eine gute Vor­ bereitung auf die Lehrabschlussprüfung.»

Besucherinnen und Be­ sucher können zudem 135 verschiedene Be­rufe kennenlernen. Erwachsene bezahlen 15 Franken für einen Tages­eintritt. Wer mit den ­öffentlichen Ver­ kehrsmitteln anreist (SBB «Rail-­Away»-Angebot) zahlt keinen Eintritt, für Kinder und Jugendliche (Jahrgang 1997 oder jün­ ger) ist der Eintritt eben­ falls kostenlos. Alle Infos unter: www.swiss-skills2018.ch


Christa Rigozzi Botschafterin für Excellence Flussreisen

Flussgenuss vom Reisebüro Mittelthurgau

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Excellence Allegra Den Rhein in Verbindung mit dem einmaligen Zauber der Adventszeit mal ganz anders erleben – willkommen an Bord der Excellence Allegra. Die farbenfrohen Weihnachtsmärkte von Freiburg, Köln und Mainz lassen weihnachtliche Vorfreude aufkommen.

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Das Flussschiff Excellence Royal zählt zu den luxuriösesten Flussschiffen Europas. Die Kabinen auf Mittel- und Oberdeck sind 16 m² gross mit frz. Balkon. Komfortable Kabinen auf dem Hauptdeck (Fenster nicht zu öffnen). Alle Kabinen mit Dusche/WC, Föhn, Klimaanlage, SAT-TV, Minibar, Safe und Telefon.

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Tag 1 Schweiz > Freiburg > Mainz Busanreise nach Freiburg. Als Ausdruck lebendiger Vorfreude und besinnlicher Weihnachtsstimmung wird der Freiburger Weihnachtsmarkt immer beliebter. Tag 2 Köln Entdecken Sie heute die sechs verschiedenen Weihnachtsmärkte in der Rheinmetropole. Auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Rheinauhafen tauchen Sie ein in eine ferne Welt und erleben das Marktgeschehen vergangener Zeiten. Tag 3 Mainz > Schweiz Ausschiffung. Am Mainzer Weihnachtsmarkt präsentieren zahlreiche Stände ihr weihnachtliches Angebot und laden zu Glühwein und Gebäck. Busrückreise.

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Route 1, Paris–Rouen, 29.11.–03.12., 07.12.–11.12. Route 2, Rouen–Paris, 03.12.–07.12.

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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  63

Bootsbauer

Von Hand gemacht Ein Boot sei wie ein schwim­ mendes Haus, sagt Adrien Develay (28). Seine Familie besitzt am Genfer See mehrere Boote, da­ her lag seine Zweitausbildung zum Bootsbauer EFZ nahe. «Ich wollte einen handwerklichen Beruf, bei dem ich das machen kann, was ich liebe. Bei Booten gibt es keine gera­ den Linien, alles ist handgemacht.» Ein gutes räumliches Vorstellungs­ vermögen ist wichtig und Vielseitig­ keit, weil mit unterschiedlichen Materialien gearbeitet wird. In sei­ nem Berufsalltag sieht Adrien viele Boote: grosse, kleine, alte und neue. «Es kommt auch vor, dass wir an einem aussergewöhn­lichen Boot arbeiten, beispiels­weise an einem

«Einen Traum­ beruf», nennt Bootsbauer Adrien Develay seine Arbeit mit den Booten.

Segelschiff aus dem vorigen Jahr­ hundert, das der Familie Rothschild gehörte und nun für Luxus­regatten in Monaco genutzt wird.» Als er von seinem Berufsverband für eine Teilnahme an den Swiss­ Skills kontaktiert wurde, zögerte er nicht und meldete sich an. «Ich nehme daran teil, damit mein Beruf mehr Aufmerksamkeit bekommt und mir diese Meister­ schaft vielleicht neue Türen öff­ net.» Um das Finale zu gewinnen, muss Adrien ein kleines Schaukel­ boot bauen. Die Pläne dafür hat er bekommen, jetzt muss er sich für den grossen Tag vorbereiten und trainieren.

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64  MM34, 20.8.2018 | MIGROS-WELT

M-Check

Alle Mehrwerte auf einen Blick Den Kult Ice Tea der Migros kennen die meisten. Doch dass der Tee nachhaltig angebaut wird und umweltschonend verpackt ist, wissen längst nicht alle. Das soll sich ändern: Die neue M-Check-Auszeichnung zeigt alle Mehrwerte auf.

Der beliebte Eistee gehört zu den ersten Produkten, die mit dem M-Check-Logo versehen sind. Damit vereinheitlicht die Migros die Kennzeichnung ­nach­haltiger Produkte. Der M-Check fasst die ­wichtigsten Informationen prägnant zusammen und b ­ ietet den Kunden eine konkrete Orientierungshilfe beim Einkauf. Der Kult Ice Tea zum Beispiel ­überzeugt nicht nur mit seinem natürlichen Geschmack, sondern trumpft auch mit einem nachhaltigen Teeanbau und ­rezykliertem Material für die Verpackung auf.


MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  65

Bilder: Véronique Hoegger

Verantwortungsvoller Teeanbau Der Tee aus den Plan­ tagen in den N ­ ilgiri Mountains in I­ ndien ist «UTZ»-zertifiziert. Das «UTZ»-Programm ­ermöglicht es den ­Bauern, moderne, umweltschonende Anbau­me­thoden zu erlernen und ihre Arbeits­be­dingungen sowie die ­Lebensverhältnisse für ihre Familien zu verbessern.

Mit rezykliertem Verpackungsmaterial Von Indien in den Kanton Thurgau: In Bischofszell beim Migros-­ Industriebetrieb Bina wird der fertige Eistee in Flaschen abgefüllt. Dafür kommt rezykliertes Material zum Einsatz; 35 Prozent der ­Flaschen des Kult-Ice-Teas bestehen aus Recycling-PET. Das schont die natürlichen Ressourcen und die Umwelt, weil weniger Neu­ material verbraucht wird. Auch deshalb wurde der Eistee mit dem M-Check ausgezeichnet.

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Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


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MIGROS-WELT | MM34, 20.8.2018  67

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Klubschulangebot

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Willkommen im Klub Die Klubschule Migros zeigt sich in der neuen Werbekampagne vielfarbig – mit einem Klublogo für jeden Angebotsbereich. Text: Sarah Brunner

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m vergangenen Jahr besuchten 350 000 Personen mindestens einen Kurs aus über 600 Klubschulangeboten der Bereiche Sprachen, Kreativität, Gesundheit, Business und Ausbildende. 40 Prozent davon nutzten gleich zwei oder mehr Angebote der Klubschule. Die Treue ihrer Kunden führte zur

Idee für die neue Kampagne «Willkommen im Klub»: Die Klubschule ist mehr als eine Schule – sie ist ein Klub, der die Bildung allen zugänglich macht, dazu sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglicht und die Gemeinschaft fördert – finanziell unterstützt durch das MigrosKulturprozent. Jeder Angebots­

bereich erhält in der neuen Kam­ pagne eine eigene Farbe, ein eigenes Klublogo und eine siebenköpfige Personengruppe, die in farblich abgestimmter Kleidung auf das vielfältige Kursangebot ­«ihres» Klubs hinweist. MM Infos: Klubschule Migros Aare, Tel. 0844 844 900, www.klubschule.ch

Sich in der beruflichen Korrespondenz klar, verständlich und korrekt ausdrücken? Das lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kurs «Deutsch kompetent schreiben – fit fürs Schreiben im Beruf». Im Zentrum stehen Textaufbau, Wortschatz und Stilistik für verschiedene Kommunikationsformen in der Geschäftswelt: Berichte, Protokolle, anspruchsvolle ­ Korrespondenz und E-Mails. 20 Lektionen kosten 400 Franken.

Bilder: zVg

Infos & Anmeldung: www.klubschule.ch Tel. 0844 844 900


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Schnellverpflegung

FORUMelle

Rasch und frisch

Der Verein für die aktive Frau Vor über 60 Jahren war sich Gottlieb Duttweiler schon bewusst, dass sich die Frau nicht nur auf Familie und Haushalt reduzieren lässt. Seine Überzeugung hat zur Gründung der Frauengemeinschaft «FORUMelle» geführt, die sich heute als eine Vernetzungsplattform von Frauen für Frauen präsentiert. Sie bietet Frauen mit unterschiedlichen Interessen einen Ort der Begegnung und des Erfahrungsaustausches. Herbstprogramm der Sektion Solothurn:

• 6./14./22 . August: Stadtführung Olten mit Biografien zu ­besonderen Frauen • 28. August: Führung durch die Sonderausstellung im Schloss Jegenstorf • 5. September: Theater Iris Minder – eine schrullige Truppe • 18. September: Tipps und Tricks zur Computeria Solothurn • 4. Oktober: Bienen und ihre Bedeutung für Mensch, Tier und Umwelt • 24. Oktober: Führung durch das Shopping- und Erlebniscenter Westside Bern-Brünnen • 15. November: Vortrag zum Thema «Wie atme ich richtig?» • 5. Dezember: Jahresschlussfeier mit Musik Infos: www.forum-elle.ch, Sektion Solothurn. Oder wenden Sie sich an sandra.stutz@forum-elle.ch

Zu wenig Zeit, sich ausgewogen und mit frischen Produkten zu ernähren? Diese Ausrede zählt nicht mehr. Das Sofortkonsum-Sortiment Migros Daily hat täglich frisch Zubereitetes im Angebot: vom Power-Frühstück über knackige Salate bis zu Smoothies. Text: Caroline Ritz

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or allem Pendler, Studierende oder Personen, die nicht auf eine Mitarbeiterkantine zurückgreifen können, beschäftigen sich mit dem Thema Schnellverpflegung. Das klassische Angebot geht meist nicht über das Salamisandwich oder den Rüeblisalat hinaus. Die Migros Aare bietet mit ihrem Migros-Daily-Sortiment eine vielfältige und vor allem frische Alternative. Schnell und kreativ

«Wir leben in einer Zeit, in der viele Berufstätige auswärts essen und wenig Zeit für die Verpflegung am Mittag oder auf dem Weg zum Bahnhof haben. Trotzdem soll das Essen frisch und ausgewogen sein. Alle diese

Kriterien erfüllt unser Migros-Daily-Angebot», sagt Markus Röthlisberger, Product Manager Daily. Gleich in 46 Supermärkten bietet die Migros Aare eine breite Daily-Produktpalette an. Die Auswahl variiert je nach Saison oder Tageszeit. Kunden haben zum Beispiel die Wahl zwischen tages­frischen Baguette-Sandwiches, Birchermüeslis und Milchreis mit frischen Früchten oder zwischen Smoothies, Tasty Water, süssen und salzigen Gebäcken oder frischen ­Salaten. Für Röthlisberger reichen heute «schnell und günstig» beim Convenience-Angebot nicht mehr: «Die Kunden interessieren sich heute mehr denn je für Herkunft, Herstellungsweise und Inhaltsstoffe der Produkte.»


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Kulturprozent

Die Kunststation Mit der Station 8 hat der Künstler Hans-Ruedi Wüthrich der Gemeinde Zuzwil mehr als nur eine Galerie geschenkt. Er sucht Ausdruck und Austausch. Text: Eva Buhrfeind

S

Frisch und fit unterwegs: Das Angebot von Migros Daily umfasst auch Getränke mit ­speziellen Geschmacksnoten.

Die Regionalität, die Saisonalität oder auch vegane Ernährungsweisen müssen bei der Produktwahl miteinbezogen werden, da diese Kriterien keinen Trend mehr darstellen, sondern zu einer Lebenshaltung geworden sind. Migros Daily soll für alle etwas anbieten, das schmeckt und ausgewogen ist.

Bilder: zVg

Auch als Take-away

Mehr Informationen zum Daily-Angebot und den Supermärkten, die Produkte anbieten, finden die Kunden auf www.migrosaare.ch/daily. Auch das neue Take-away-Konzept der Migros Aare baut auf der Marke Daily auf. Die ersten Migros-Daily-Take-aways gibt es in AarauIgelweid und im Bahnhof Bern. MM

ie sind etwas Besonderes, die Ausstellungsräume in der Station 8 in Zuzwil bei Jegenstorf. Allein der Name verrät: Station 8 ist mehr als eine Galerie. 2008 in einem umgebauten historischen Bauernhaus eröffnet, fungiert sie als Ort zum Verweilen, Treffpunkt und Begegnungsstätte mit vielfältiger Kultur. Das Ausstellungskonzept ist einfach, umfasst Kunst verschiedenster Art: Malerei, Plastik, Cartoons und Karikatur, Keramik, Musik und Literatur. Selbst Kulinarisches wird zelebriert, ebenso Kleintheater. Das Programm verbindet vielgestaltig Nationales mit Internationalem. Hans-Ruedi Wüthrich, seit 1980 freischaffender Künstler, sucht mit seiner Ausstellungstätigkeit auch Herausforderungen und Impulse für seine eigene Kreativität: «Die Begegnung mit den Künstlerinnen und Künstlern, die Auseinandersetzung mit ihrer Kunst, die mich betroffen macht – und die ich gern habe», sind Motor und Motivation für den umtriebigen Galeristen. In jeder Ausstellung spürt man beim Aussteller die Neugier des Künstlers, den Willen, sich mit dem künstlerischen Credo des anderen auseinanderzusetzen. Jede Ausstellung bietet Wüthrich Gelegenheit, in verschiedene Ateliers zu kommen, sich auszutauschen und den Austausch in die Ausstellung hineinzubringen. Von seiner eigenen Kunst sagt der 1947 geborene Autodidakt HansRuedi Wüthrich: «Ich suche nie

einen Stil. Ich suche den Ausdruck, der betroffen macht.» Das heisst für ihn: aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen. Wichtig ist der Ausdruck des Empfindens. Plastisches aus der Natur

Seine Inspirationen – ob in Öl, Acryl, Mischtechnik oder in Form digitalisierter Stimmungen – findet Hans-Ruedi Wüthrich auf Reisen in Südfrankreich, in den Elementen und Farben, den wandelbaren Strukturen und inneren Spannungen in der Natur. Greifbar bis naturnah ist sein Pinselstrich, selbst wenn er sich fast auflöst. Oft baut Wüthrich plastische Elemente aus der Natur ein – einer Natur, deren Energie im Verborgenen dieser Spuren liegt. Seine Wandelbarkeit als Künstler zeigt sich zudem im plastischen Werk, das antikische Figuren und süffisant karikierende Allegorien umfasst. So hat sich Hans-Ruedi Wüthrich im Laufe der Jahre ein immer breiteres Publikumsinteresse geschaffen, wovon auch zahlreiche Kunstaufträge für den öffentlichen Raum zeugen.  MM «Fragile», die nächste Ausstellung in der ­Station 8, zeigt den renommierten franzö­ sischen Künstler Marc Petit, einen Bildhauer der Menschlichkeit, im Dialog mit den Werken von Hans-Ruedi Wüthrich (6. 10.–11. 11.). www.station8.ch


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Mögen Sie Freizeitparks? Ein Mal im Jahr mit der Familie, das muss sein!

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Monica Müller (43) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Das Ende der Sommerferien ist schwierig wegzustecken. Zu schön war es, einfach in den Tag hineinzuleben, Kanu zu fahren, im See zu baden und jeden Tag eine andere Glace auszuprobieren. Auch wir Grossen hadern damit. Aber für den Kleinen (3) ist es besonders schlimm. Diese Sommerferien sind die ersten, in denen er das Konzept Ferien in seiner ganzen Pracht erfasst hat. Als es darum geht, sich für die Kita anzuziehen und aufzubrechen, weigert er sich. «Nein! Baden oder Boot fahren!», schluchzt er. Er will das Superman-Pyjama auf keinen Fall ausziehen. Will seine Flipflop, mit denen er keine zwei Schritte gehen kann, tragen und seinen riesigen Plüschhund nicht loslassen. Und unbedingt jetzt noch mit mir Autos im Stau spielen. Und jetzt? 1   Ich mache ihm drei Babyccinos (Milchschaum mit Schokoladepulver), er darf das

29%

Nein, aber den Kindern zuliebe gehen wir trotzdem hin.

7% Es gibt Spannenderes – und Günstigeres!

1%

Pyjama anbehalten, die Flipflops tragen, den Hund und zwei Autos mitnehmen.

2   Ich nehme spontan noch einen Tag frei. Ab in die Badi und aufs Kursschiff!

6137 Abstimmende

3   Ich ziehe ihn anständig an, entreisse ihm den Hund – und los gehts! Eine Umfrage von

Antwort 1: Ich fühle mit dem Kleinen. Alles, was ihm die Landung in der Realität erleichtert, scheint mir sinnvoll. Vielleicht schaffen Superman und Hund Wuff Wuff mit ihren Kräften, was mir mit Worten nicht gelingt?

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Ferienende

Ja, ich brauche regelmässig Spass und Action.


74  MM34, 20.8.2018 | LEBEN

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In Lina Otts ­Garten gibts keine klaren Strukturen: Blumen wechseln sich ab mit Gemüse und Kräutern.

Garten

Geordnetes Chaos Im Bauerngarten von Lina Ott werden viele Hände dreckig und viele Gemüter glücklich. Das Geheimnis: gute Fügung, aber auch viel Arbeit. Text: Dinah Leuenberger  Bilder: Tina Steinauer

A

uf einem Hügel ob Hombrechtikon ZH thront ein mächtiges Bauernhaus. Mit dunklem Holz, kleinen Fenstern, bunt bepflanzten Blumenkästen und viel Charme. Eingebettet zwischen Apfelbäumen auf der einen und einem eingezäunten Garten auf der anderen Seite und mit Blick auf den Lüt-

zelsee. Das Haus hat bereits ein paar Jahre auf dem Buckel: 1733 erbaut, wurde es vor drei Jahren renoviert. Lina Ott (40) muss jeweils schmunzeln, wenn sie auf ihr Bilderbuchhaus angesprochen wird: «Das Haus wirkt nicht nur alt, es ist auch alt. Wir hacken jeweils zig Stunden Holz, um im Winter die zwei Öfen beschicken

zu können.» Auch sonst gibt der Hof seinen Bewohnern genug zu tun: Neun Personen leben hier – neben Lina Ott ihr Mann Nico Scacchi (40), ihre fünf Kinder und zwei Männer mit Beeinträchtigung. Im Haus mag sie es gern ordentlich, im Garten hingegen lässt es die Hobbygärtnerin ungehindert spriessen. Am Ein-

gang grüsst bienenumsummter Borretsch: «Der verselbständigt sich jeweils.» Der Hauptweg aus Steinplatten ist gesäumt von Blumenbeeten, aus denen gelbe Ringelblumen leuchten. Als die Familie 2015 auf den Hof zog, lag vieles brach. «Anfangs wollte ich alles auf einmal und deshalb wohl zu viel. Dabei ist es zielführender, Ideen erst einmal im


LEBEN | MM34, 20.8.2018  75

Zu gewinnen Do it + Garden Migros und das MigrosMagazin verlosen fünf Feuerschalen

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1 Die Goldmelisse ist eine alte Heilund Duftpflanze. 2 Beim Bohnenpflücken lässt es sich jeweils gut schwatzen. 3 Trotzdem kommen schnell einmal 15 Kilo «Höckerli» zusammen. 4 Spielplatz für die Katzen: der Eingang zum Garten

5 Ein Dach schützt die Tomaten vor Regen, daneben ist fürs nächste Jahr eine Kräuterspirale geplant. 6 Tochter Emma erfreut sich an den zwei Eseln. 7 Im kleinen Hofladen verkauft Lina Ott unter anderem eingemachtes Gemüse und Sirup.

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«Anfangs wollte ich im Garten alles auf einmal und damit wohl zu viel.» Hobbygärtnerin Lina Ott

Lina Ott hat den Hof gemeinsam mit ihrem Mann Nico gepachtet und führt ihn als Biobetrieb. Die beiden sind keine typischen Bauern: Mehr als die Hälfte der 22 Hektaren Land, die zum Hof gehören, sind Naturschutzflächen. Dort betreibt Nico Scacchi vor allem Landschaftspflege. Zudem verkaufen sie Biofleisch von ihren eigenen Kühen, Schweinen und Schafen. Auf einem Feld bauen sie alle zwei Jahre Dinkel an, und Lina Ott backt daraus eigenes Brot. Die Bohnen werden gedörrt

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Kopf und anschliessend im Garten gedeihen zu lassen.» Auch aus finanziellen Gründen habe nicht alles gleichzeitig realisiert werden können: Johannisbeersträucher beispielsweise waren schlicht zu teuer. Den grössten Spass hat Lina Ott an Überraschungsgästen: «Wenn ich Sellerie säe und plötzlich dazwischen Kartoffelkraut spriesst, freue

ich mich sehr darüber.» Und natürlich an den Zucchetti – ihrem ganzen Stolz –, denen sie das grösste Beet eingeräumt hat und deren Früchte sie jeweils süsssauer und mit Curry einlegt. Ohnehin gibt es im Garten kaum etwas, das nicht genutzt wird. Selbst die Brennnesseln, die hie und da an den Beeträndern spriessen und an denen

sich schon so manch ein Besucher gestört hat, finden Verwendung: Die Kinder lieben sie in Form von Chips, die Gärtnerin als Jauche. Damit – und nur damit – düngt sie ihre Beete. Das ist auch der Grund, warum sie die Anzucht von Blumenkohl und Broccoli aufgegeben hat: Beides wollte ohne zusätzlichen Dünger nicht wachsen.

Das Weiterverarbeiten der eigenen Ernte ist ihr Spezialgebiet: Weil der Keller zwar geräumig, aber sehr feucht ist, eignet er sich für Eingemachtes, nicht aber für Lagergemüse. Pläne, durch den Garten zu Selbstversorgern zu werden, musste sie darum begraben. «Es rentiert mehr, wenn ich Kartoffeln für uns zukaufe. Obwohl ich sie gern auch selbst angepflanzt hätte.» Weiterverarbeitet werden auch die Bohnen. In der Mitte des rund 240 Quadratmeter grossen Gemüsegartens wachsen sie an munteren Büschen. «Im Sommer lesen wir jeden zweiten Tag 15 Kilo ab. Diese werden anschliessend gedörrt.» Die Dörrbohnen und weitere Produkte verkauft Ott in ihrem kleinen Hofladen, den sie mit viel Liebe im Schopf des Bauernhauses eingerichtet hat. So viele Bohnen lesen sich jedoch nicht von selbst ab. Und da kommen die ersten Zusatzhände zum Tragen. Sie gehören


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Tipps

Gärtnern im August Andreas Geissmann, Gärtner bei Do it + Garden Migros, weiss, was jetzt zu tun ist: Die Hauptzeit des Gemüseanbaus geht dem Ende zu. Bereits abgeerntete Beete können mit einer Mulch­ schicht bedeckt werden, alternativ bietet sich eine Gründüngung an.

An einem Tag können schon einmal zwölf Hände mitgärtnern: Philippe, Nico Scacchi, Lina Ott mit Emma, Susanne Füeg und Ursula Schnezler (v.l.).

Susanne Füeg (65), die in Zürich lebt und sich dort jahrelang nach einem eigenen Garten sehnte. «Beim Vorbeispazieren fragte Susanne mich, ob sie helfen könne», erinnert sich Lina Ott. «Was ich begeistert bejahte.» Schwatzen bei der Ernte

Diese Direktheit bescherte den beiden Frauen zweifaches Glück: der einen Unterstüzung im Garten, der anderen die Möglichkeit, ihre Liebe zum Gärtnern auszuleben. So war die Goldmelisse, die im vergangenen Jahr nur eine kleine Staude war und heuer schon für über 80 Flaschen Sirup gesorgt hat, Füegs Idee: «Ich liebe es, hier zu helfen. Das Gärtnern tut mir gut», sagt sie. Toll sei aber auch das gemeinsame Schwatzen bei der Arbeit. Dem pflichtet auch Ursula Schnezler (86) bei, die Oma von Lina Ott, die gerade durch das Gartentor hereinspaziert ist. Auch sie kommt regelmässig vorbei, heute will sie bei der Bohnenernte mithelfen. Eigentlich, erzählt Lina Ott, während sie sich nach den grünen Hülsen bückt, habe sie Grafikerin werden wollen. «Mit 19 ging ich nach Kalifornien und dachte, jetzt entdecke ich die Welt.» Mit 22 Jahren war sie schwanger: «Wie meine Oma und meine Mutter auch schon. Wir halten da eine Tradition aufrecht», lacht Ott. Nach dem dritten Kind zog es sie dann wieder in die

Eine beliebte Nachkultur ist der Nüsslisalat. Wird er mit Vlies abgedeckt, lässt er sich selbst bei Schnee ernten. Auch Rucola, Radieschen, Frühlingszwiebeln und Spinat können jetzt noch gesät werden.

Schweiz zurück – Julien (17), Allan (14) und Tochter Jayden (10) sehen ihren kalifornischen Vater alle zwei Jahre. Ihren heutigen Partner und Vater der beiden jüngsten Töchter Hanna (6) und Emma (3) lernte sie auf dem Hof ihrer Eltern kennen, als er dort das Bauernlehrjahr absolvierte. Es habe irgendwie gepasst: Beide hatten sie in einem Heim für Menschen mit Beeinträchtigungen gearbeitet, und beide lieben sie das Bauernleben. Nico und Lina wollten fortan gemeinsame Wege gehen und überlegten, wie sich beides verbinden liesse. Die Lösung leben sie jetzt auf ihrem Hof: Im Stöckli wohnen Raphael (34) und Philippe (30). Die beiden Männer mit Beeinträchtigung gehören zur Familie und werden von ihr betreut. Gegen einen kleinen Lohn helfen sie auf dem Hof mit. Und auch sie bieten helfende Hände für den Garten an:

«Wenn du einen Hof übernehmen willst, schau zuerst, ob dort eine Linde steht. Ihre weibliche Kraft umsorgt den Betrieb.» Mutter von Lina Ott

Der eine liebt die Feinarbeit wie etwa das Pflücken der ­Johannisbeeren. Der andere mag es lieber grobmotorisch: Ihm und seiner Hacke entgehe kein Unkraut, sagt Lina Ott. Eine Leidenschaft, die sie übrigens auch teilt. Das Jäten sei für sie ein Ritual, bei dem sie ­abschalten könne: «Auch wenn ich viel anderes erledigen sollte, kann ich manchmal ­stundenlang an den Weglein ‹umechnüble›.» Früher habe sie sich nie Gedanken darüber gemacht, wie aus einem Samen ein Setzling werde: «Und heute habe ich häufig Erfolgserlebnisse.» Sie hat viele gärtnernde Freunde, die ihr immer wieder neue Sorten vorschlagen. Demnächst will sie den Anbau von Yacón ausprobieren, ein mit Topinambur verwandtes knollenähnliches Gemüse. Überhaupt: Ausprobieren zu können, nichts zu müssen und schliesslich etwas zu ernten, sei für sie sehr erfüllend. Dabei helfen ihr manchmal auch die kleinsten Hände auf dem Hof: Emma und Hanna lieben es, die farbigen Auberginen und Chili zu ernten. Lina Ott lehnt sich an den Stamm der riesigen Hoflinde. «Einst riet mir meine Mutter: Wenn du einen Hof übernehmen willst, schau zuerst, ob dort eine Linde steht. Ihre weibliche Kraft umsorgt den Betrieb und wiegt die sanft fallenden Blätter. Sie meint es gut mit uns.» MM

Vorgezogenes wie Endivie, Kopfsalat, Broccoli, Kohl­ rabi und Chinakohl werden ins Beet gepflanzt. Wer jetzt sorgfältig Un­ kräuter wie Vogelmiere, Giersch und Löwenzahn ­sowie die Gelege der Schnecken entfernt, investiert bereits ins nächste Gartenjahr.

Gartenblog

Bohne, Bluescht & Berger Machen Sie mit! Die Migros-Magazin-­Jour­na­ listin Almut Berger tauscht sich auf ihrem Gartenblog auf www.migmag.ch/garten mit ­anderen Hobbygärtnern aus. Erzählen auch Sie von Ihren Er­folgen und Nieder­lagen.

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Entdecken Sie auf dieser unvergesslichen Reise das versteckte Paradies und sagenumwobene Land der «1000 Pagoden».

6. Tag: Mandalay Mit dem Boot fahren Sie nach Mingun, wo Sie die grösste hängende Glocke der Welt sehen werden.

1. Tag: Flug Zürich – Singapur

7. Tag: Mandalay – Bagan Per Boot gelangen Sie auf dem Irrawaddy nach Bagan, eine der archäologisch wichtigsten Stätten Asiens.

2. Tag: Singapur – Yangon Weiterflug nach Yangon. Sie entdecken das koloniale Herz der Stadt. 3. Tag: Yangon Den heutigen Tag starten Sie mit dem Besuch des liegenden Buddha von Chauk Htat Gyi. Später besichtigen Sie die einmalige Shwedagon Pagode. 4. Tag: Yangon – Mandalay Frühmorgens Flug nach Mandalay. Hier sehen Sie die Mahamuni Pagode. 5. Tag: Mandalay Besichtigung des Klosters Mahagandayon, wo Sie einen Einblick in das Leben der Mönche erhalten. Danach bestaunen Sie die U-Bein Brücke, die längste Teakholzbrücke der Welt.

8. Tag: Bagan Nach dem Besuch auf dem lokalen Markt sehen Sie einige der mehr als 2000 Pagoden. Dazu gehört auch die goldene Shwezigon Pagode. 9. Tag: Bagan Heute können Sie dem typischen Landleben beiwohnen. Am Nachmittag machen Sie eine Bootsfahrt und geniessen den Sonnenuntergang. 10. Tag: Bagan – Heho – Inle See Flug nach Heho und Fahrt nach Nyaung Shwe. Mit dem Boot fahren Sie auf dem Inle See zum Dorf Sae Ma. Danach sehen Sie den versteckten Inn Thein Pagoden-Komplex.

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LEBEN | MM34, 20.8.2018  79

Ein ungleiches Paar: E-Bikerin Andrea Freiermuth und ihr Begleiter Beat auf einem herkömmlichen Velo (links) in Split. Velo-Weltreise

Operation Seidenstrasse Auf ihrem grossen Zweiradabenteuer nach China hat E-Bikerin Andrea Freiermuth bereits Griechenland erreicht. Im ersten Bericht wächst ihre Gewissheit, richtig unterwegs zu sein. Text und Bild: Andrea Freiermuth

G

leich werden Beat und ich die Grenze zu Griechenland überqueren. Unglaublich, dass wir in sechs Wochen bereits 2500 Kilometer geschafft haben: Hinter uns liegen Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Serbien – also die Alpen, die Poebene und danach die Adriaküste. Mein langjähriger Velofreund Beat (46) begleitet mich bis nach Istanbul, mit einem herkömmlichen Velo ohne Motor. Vor meiner Abreise Anfang Juli plagten mich Ängste vor Überfällen und Unwägbarkeiten – sie sind nun verflogen. Vielleicht auch dank der 73-jährigen Janny aus Holland, der wir bereits bei Sargans SG begegnet sind. Seit dem Tod ihres Mannes vor 20 Jahren fährt sie oft allein mit Fahrrad und einem Zelt los und campiert bei jedem Wetter, um sich längere Reisen leisten zu können. Es gibt immer noch zu viele Menschen, die zu wenig über EBikes wissen. Zum Beispiel werde

ich oft gefragt, wo ich die Akkus lade. Manche glauben, man brauche dafür eine spezielle Ladestation – dabei genügt eine gewöhnliche Steckdose. In Europa, der Türkei und dem Iran brauche ich nicht einmal einen Adapter. Das Image des E-Bikes verbessern

Mein Begleiter fährt ohne elektrische Unterstützung, weil er zu seinen besten Zeiten 10 000 Rennradkilometer im Jahr zurückgelegt hat und unglaublich fit ist. Immerhin kann ich dank des Flyers nicht nur ebenso schnell, sondern auch so weit radeln wie Beat. Und während er bei über 33 Grad in Kroatien an sonnenexponierten Hängen leidet, lege ich den Turbo ein und düse, ohne zu schwitzen, den Hügel hoch. Was mir als E-Bikerin Mühe macht, sind die abschätzigen Blicke einzelner Veloreisenden: Dem EBike-Fahrer haftet der Makel des Schwächlings an. Ein junger Tourenfahrer aus Bern meinte, er verstehe,

dass alte Leute mit elektrischer ­Unterstützung fahren. Aber bei jüngeren fände er es etwas lächerlich. Ich wusste nicht, ob ich nun lachhaft oder schon alt bin – tröstete mich aber damit, dass der Jungspund eine eher flache Route nach Kroatien wählte, während wir ein paar schöne Pässe überquerten. Mit meiner Reise will ich dazu beitragen, das Image des E-Bikes zu verbessern. Man kann es auch gut im Alltag nutzen. Die Hälfte aller Autofahrten in der Schweiz beträgt maximal fünf Kilometer – das dauert auch mit E-Bike nur etwa 15 Minuten. Das Potenzial für die Entlastung der Umwelt ist riesig, denn noch kalte Benzinmotoren stossen besonders viele Abgase aus. Wenn ich es mit dem E-Bike bis Peking schaffe, motiviert das vielleicht andere, mit dem Gefährt zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. MM Andrea Freiermuth bloggt regelmässig auf Shebikerider.ch. Auf Migrosmagazin.ch erscheint ein Best-of ihrer Blogbeiträge.

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LEBEN | MM34, 20.8.2018  81

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Die gelbe Sinnkrise

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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Es gibt Fragen, die man im Lauf seines Lebens für sich beantwortet haben sollte. Zum Beispiel: Glauben Sie an Gott? Heiraten, ja oder nein? Sind Sie glücklich in Ihrem gewählten Beruf? Oder eine ganz brisante, die mich gerade beschäftigt: Wie stehen Sie zu Panettone? Sie wissen schon, der italienische Kuchen mit den Rosinen drin. Das Gebäck, das die Menschheit spaltet. Früher hätte ich eine glasklare Antwort gewusst: «Wää!» Dabei hätte ich mein Gesicht übertrieben verzogen. Jahrelang stand für mich fest: Panettone? Nein danke, für mich kein Dessert. Die Gründe waren klar: Rosinen mag ich nicht, das gelbliche Gebäck ist trocken, und wer zum Teufel kommt eigentlich auf die Idee, Kuchen in einen Karton zu stecken, der dann wochenlang irgendwo herumsteht? ­Alles in allem ein sehr unsympathisches Konzept. Und dann kommt heute Morgen meine

Arbeitskollegin mit einem Panettone aus den Tessin-Ferien zurück. Zuerst bin ich enttäuscht. Doch plötzlich knurrt der Magen. Mürrisch schneide ich ein Stück des Möchtegern-Desserts ab. Ich beisse hinein und bin überwältigt. Wie feucht! Wie zitronig! Wie wenig Rosinen! Ich esse den halben Panet­ tone und habe eine Sinnkrise. Mein Leben lang glaubte ich, etwas nicht zu mögen, und nun liebe ich es. Ist das bei anderen Hassobjekten vielleicht auch der Fall? ­Ferien im Clubhotel, Reggaeton, hautfarbene Strumpfhosen – kann es sein, dass ich das ­alles tief im Innersten mag? Ich muss nach Hause. Nachdenken. Falls Sie Panettone-­ Brosamen auf der Strecke zwischen Zürich und dem Aargau finden, war ich das … Oh weh, der Aargau! Nie hätte ich gedacht, dass ich unsere geliebte Rüeblitorte einmal mit ­einem dahergelaufenen Tessiner betrüge.    MM

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82  MM34, 20.8.2018 | LEBEN

Gesundheit

Haare gelassen Wer sich Haare transplantieren lassen will, muss aufpassen, an wen er gerät. Das gilt nicht nur bei Billigangeboten im Ausland, sondern auch in der Schweiz. Text: Martina Frei  Bilder: Sophie Stieger

W

ährend der Pubertät hatte ich eine richtige Mähne», sagt G. K.* Doch ab dem 19. Lebensjahr passierte ihm dasselbe wie schon seinem Grossvater: Haarausfall. «Man beobachtet sich genau», sagt der 28-Jährige. Auch die Reaktionen von anderen registrierte er. K. liess sich Medikamente ­gegen männlichen Haarausfall verschreiben, musste sie aber wegen Nebenwirkungen ab­ setzen. 2015 entschloss er sich zu einer Haartransplantation. ­Dabei ­werden Haare am Hinterkopf entnommen und an die ­lichten Stellen verpflanzt. Eine Kosmetikerin habe den Eingriff vorgenommen, berichtet er. «Sie war in ­einer Arztpraxis eingemietet, und ich ging davon aus, dass Haartransplantationen in der Schweiz nur von Personen aus­geführt werden, die zerti­ fiziert sind.» Es liege in der Verantwortung des Arztes, bei einer Haartransplantation gewisse Handlungen zu delegieren. «Eine Kosme­ tikerin erwirbt dafür bei der Aus­ bildung aber nicht die nötigen Kompetenzen», stellt Christina Baggenstos von der Zürcher Gesundheitsdirektion klar. «Die Haartransplantation ist eine ärztliche Tätigkeit. Der verantwortliche Arzt muss die ganze Zeit über anwesend sein.» Das war bei K. nicht der Fall. Und er war mit dem Resultat nicht glücklich: «Ausgefranst und kümmerlich» habe es ausgesehen. Er suchte die Schuld bei seiner vermeintlich schlechten «Anwachsrate» – und liess sich 2016 erneut

von der Kosmetikerin Haare verpflanzen. «Danach gab es noch mehr komische Blicke.» Hierzulande führen in diversen Kantonen Nicht-Ärzte Haartransplantationen durch. «Mich irritiert das. Es scheint mir auch irreführend, wenn nichtärztliche Leistungen aus einer Arztpraxis heraus erbracht werden und so ein medizinischer Anschein erweckt wirkt», sagt Barbara Züst, Geschäftsführerin bei der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz. K. rasierte letztlich sein Haar kurz. «Das gab dann aber Fragen beim Coiffeur wegen der Narben am Kopf.» Mehrstündige Operation

Über einen Kollegen erfuhr er schliesslich von Conradin von Albertini, einem Arzt, der sich der Haartransplantation verschrieben hat und auch international einen guten Ruf geniesst.

«Pfusch», urteilt er, als er mit der Hand durch K.s transplantierte Haare fährt. «Falsche Haarlinie und Einsetzwinkel, zu tief gesetzte Haarfollikel, völlig unnötige sichtbare Narben durch veraltete Entnahme­ technik und viel zu wenig Haare am Scheitel.» Nicht nur Billig­­angebote im Ausland führten zu schlechten Resultaten, weiss er. «Ein Patient, der zu mir kam, hatte in einem Nachbarland Tausende von Euros gezahlt für eine achtstündige Opera­ tion, nach der keine hundert transplantierten Haare übrig blieben.» Manchen könne er nicht mehr helfen, wie etwa dem Mann, der in der Schweiz mehrmals von einem Coiffeur operiert wurde. «Eine Haartransplan­tation ist eben kein Coiffeur­ besuch», so von Albertini. Damit das Ergebnis natürlich wirke, sei bei Männern eine

Tipps

Hilfe bei erblich bedingtem Haarausfall • Der Wirkstoff Finasterid blockiert die Bildung von ­Dihydrotestosteron (DHT). Dieses männliche Geschlechtshormon entsteht beim Abbau von Testosteron. Bei Männern mit Glatze sind die Haarwurzeln empfindlich auf DHT. Sie verkümmern i­ mmer mehr, bis das Haar zuletzt ­ausfällt. • Der Wirkstoff Minoxidil, auf die Kopfhaut appliziert, sorgt bei erblich bedingtem Haarausfall für eine verlän­

gerte Wachstumsphase der Haare und eine Vergrösserung der Haarfollikel. • Toupets, Perücken oder Keratinfasern zum Aufbringen auf die Kopfhaut. • Die Wirkung der Low-­ Level-Laser-Lichttherapie ist noch nicht sicher erwiesen. Das Gleiche gilt für Platelet Rich Plasma, das aus dem Blut des Patienten gewonnen und danach in die Kopfhaut gespritzt wird.

g­ eschwungene Haarlinie wichtig, erklärt er. In einer mehrstündigen mikrochirurgischen Operation will er K. 1800 Ein­ heiten von ein bis drei Haaren transplantieren, die am Hinterkopf entnommen werden. Sie widerstehen dem erblich bedingten Haarausfall. Etwa 90 Prozent wachsen an, prophezeit der Arzt. «Wichtig ist, sie rasch und in ­genügender Dichte wieder einzusetzen.» Das Ziel: 35 Transplantate pro Quadratzentimeter. ­Eins kostet etwa sechs Franken. Im Drei-Sekunden-Takt pflanzt von Albertini die Follikel ein. Zwischendurch besprüht er K.s Kopfhaut immer wieder fein mit Wasser, damit die Follikel nicht austrocknen. K. spürt nichts, das lokale Betäubungsmittel wirkt. Drei bis vier Patienten pro Woche operiert von Albertini – «alle von A bis Z selbst», betont er. Es brauche eine Engelsgeduld bei dieser Arbeit, er schätze aber den künstlerischen Aspekt. «Jeder Patient ist anders. Die Haartransplantation muss zu ihm passen.» Gegen 17 Uhr geht K. wieder nach Hause. Zwei ­Wochen lang muss er nun ein Pflegeprogramm befolgen. K. ist darüber informiert, dass die verpflanzten Haare in den nächsten Wochen ausfallen können. Nach etwa drei Monaten seien die Haare nachgewachsen, nach zwölf Monaten sei das volle Resultat erreicht. Der Arzt ver­ abschiedet K.: «Wir sehen uns in einem Jahr wieder.» Dann wird sich zeigen, ob die Transplanta­ tion erfolgreich war. MM * Name ist der Redaktion bekannt.


LEBEN | MM34, 20.8.2018  83

Gut zu wissen

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Das schafft Klarheit Fragen Sie nach

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• Operiert ein Arzt? Führt er den ganzen Eingriff durch? Welche Ausbildung, wie viel ­Erfahrung und Erfolg hat er? Räumt er genug ­Bedenkzeit ein? • Erklärt der Operateur alles gut? Geht er auf Fragen ein? • Vorsicht, wenn Begriffe fallen wie «narbenfrei», «schmerzfrei» und andere, unrealistische Versprechungen! • Referenzen einholen • In der Schweiz kostet eine Haartransplan­ tation je nach Grösse zwischen 1000 (sehr klein, z.B. Narbe bede­ cken) und 12 000 Fran­ ken. Vorsicht bei Billig­ angeboten im In- und Ausland! • Die Krankenkasse be­ zahlt weder Haartrans­ plantationen noch ­Medikamente gegen «normalen» Haarausfall. • Haartransplantationen können bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, bei der Korrek­ tur von Narben und hohen Haarlinien. Ungeeignet dafür ist krankheitsbedingter Haarausfall. Im Zweifel einen Facharzt fragen.

Männersache

1 G.K. vor der Haartransplantation bei Conradin von Albertini. Die früher transplantierten Stellen sind gut erkennbar. 2 Der Arzt markiert die angestrebte Haarlinie und die Bereiche, wo er später Haare einsetzen will. 3 Mit einer Lupenbrille und einem Spezialgerät setzt von Albertini die Haare ein. 4 Zwei Wochen nach dem Eingriff: G.K. ist happy.

Rund 30 Prozent der Männer haben mit 30 Jahren den typisch männlichen Haarausfall; mit 50 Jahren sind es rund 50 Prozent, mit 70 Jahren etwa 80 Pro­ zent. Rund 15 Prozent der Männer bekommen keinen Haarausfall. Hat bereits der Vater lichtes Haar, erhöht sich das Haarausfallrisiko bei den Söhnen um mehr als das Fünffache. In der Regel beginnt der Haar­ ausfall an den Schläfen oder am Scheitel.


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LEBEN | MM34, 20.8.2018  85

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Mehr Stabilität dank Rebalancing Der langfristige Anlageerfolg hängt zu gut 90 Prozent von der optimalen Vermögensaufteilung ab – also davon, wie man das Portfolio in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Obliga­ tionen, liquide Mittel und alternative Anlagen gliedert. Wie aber wird opti­ mal aufgeteilt? Erster Schritt: das persönliche Risikoprofil. Hier geht es um die Ziele und den Zeithorizont der Anlage, um Renditevorstellungen und Risikotoleranz. Dieses Risikopro­ fil erstellt der Kundenbetreuer, wenn Sie sich für einen Strategiefonds, den Fondssparplan, eine persönliche Anlageberatung oder ein Vermögens­ verwaltungsmandat entscheiden. Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Im zweiten Schritt wählt der Kunde die zum Risikoprofil passende An­ lagestrategie – jede sieht eine andere Vermögensaufteilung vor. Die Ge­

man durch Verkäufe den Aktien­anteil gegenüber Anlageklassen, ­deren Werte stabiler verlaufen oder gefallen sind. Umgekehrt wird bei den Anlageklassen nachgekauft, ­deren Portfolioanteil unter den Ziel­ wert gesunken ist.

wichtungen unterscheiden sich hauptsächlich im gewählten Aktienanteil, der bei der Migros Bank von null bis 85 Prozent reichen kann. Da sich die verschiedenen Anlage­ klassen unterschiedlich entwickeln, ist es ratsam, die Gewichtungen mit einem sogenannten Rebalancing von Zeit zu Zeit wieder auf ihre Richtwerte zurückzuführen. Sind die Aktienkurse in der Zwischenzeit etwa kräftig gestiegen, verringert

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Kinder

Plüschiger Vielflieger Mit seinem weichen Pelzchen und dem langen Rüssel könnte das Taubenschwänzchen ein Fabelwesen sein. Es ist aber ein Falter, und zwar ein ganz besonderer. Text: Andrea Fischer Schulthess  Illustrationen: Bunterhund.ch

Die Feinde

Die meisten Feinde hat das Taubenschwänzchen, wenn es noch eine Raupe ist. Dazu gehören Parasiten wie die Schlupfwespen. Diese legen ihre Eier in anderen Tieren ab. Wenn sie schlüpfen, fressen sie ihren sogenannten Wirt, also auch das Taubenschwänzchen.

Sein langer Rüssel hilft dem Taubenschwänzchen bei der Nektarsuche.

Auch die Eidechsen gehören zu den vielen Feinden. Sie fressen ebenfalls die Raupen.

Insekten jagende Vögel wie beispielsweise die Dorngrasmücke erwischen manchmal ein erwachsenes Taubenschwänzchen.

Infos: Entomologische Gesellschaft Zürich, www.insekten-egz.ch

Oft wird das Taubenschwänzchen mit dem Kolibri verwechselt, und es hat auch gewisse Ähnlichkeiten: Es hat einen Rüssel, mit dem es Nektar aus Blüten schlürft. Dabei schwirrt der Falter ganz schnell mit seinen Flügelchen.

Das Taubenschwänzchen kann sogar rückwärts fliegen – innerhalb von fünf Minuten schafft es, bis zu 100 Blüten anzusteuern. Das Tolle:

Weil sein Rüssel so lang ist – fast drei Zenti­meter! –, kann es damit auch aus Blüten trinken, die für andere Insekten zu tief sind. Zum Beispiel aus Storchschnabel-, Flieder-, Klee- und Salbeiblüten. Das Tauben­schwänzchen ist ein sogenannter Wanderfalter und kann Hunderte von Kilometern weit reisen. Wie alle Falter ist es zuerst eine Raupe. Diese ist meist grün und hat helle Streifen. Weil

sie zu den Schwärmer-Raupen gehört, hat sie eine Art Hörnchen am Hintern. Sobald die Raupe genug gefressen hat, verpuppt sie sich auf der Erde, bevor daraus ein Taubenschwänzchen schlüpft. Seinen Namen hat das Tierchen übrigens vermutlich von den zwei Schuppen, die wie ein Schwanz aussehen. Mit diesen kann es im Flug steuern.  MM


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Witziges zum Thema Blaumachen: www.migmag.ch/ blaumachen

Xavier (10) aus Engelberg OW

Als ich im Internet darüber nachforschte, fand ich vor allem Tipps, wie man am besten blaumacht. Darüber schreibe ich hier lieber nicht, sonst bekomme ich Ärger mit meiner Chefin. Es gibt ja einige, die gar nicht gut aufs Schwänzen zu sprechen sind: Lehrer, Eltern, Chefs. Dabei hatte das Blaumachen einst mit einem ehrlichen freien Tag zu tun. Es gibt verschiedene Erklärungen. Am beliebtesten ist wohl diese:

Farbe produzierte. Diesem Sud musste man Urin beigeben, damit er gut färbte. Um möglichst viel Urin zu produzieren, tranken die Färber reichlich Bier. Das sollen sie jeweils sonntags getan haben. ­Anschliessend wurden die Stoffe gefärbt und am Montag zum Trocknen aufgehängt. Die Färber hatten montags also nichts zu tun und waren ohnehin verkatert. ­Deshalb hatten sie offiziell frei.

Früher färbten die Färber Stoffe mit einem Pflanzensud, der blaue

Na ja, so ganz glaube ich diese Geschichte zwar nicht. Es gab

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aber tatsächlich einst den sogenannten Blauen Montag. Denn früher war es in vielen Handwerksbetrieben üblich, am Montag nicht oder nur halbtags zu arbeiten. Für die Handwerker bedeutete «Blauen Montag» machen das Gleiche, wie nicht arbeiten zu müssen. Damals war das montags also völlig in ­Ordnung. Heute bewegt sich das «Blau machen» ­irgendwo zwischen schelmischem Nichtstun und ­blanker Lüge. MM * Hast du auch eine aktuelle Frage? Sende sie per Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (51) beantwortet ­Kinderfragen.


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Schaffhausen Zweiter Weltkrieg Warum hat Hitler die Schweiz nicht angegriffen? Und weshalb gab es trotzdem Luftkrieg über der Schweiz?

Basel Westfälischer Friede Wann wurde die Eidgenossenschaft wirklich unabhängig? Und weshalb wollten das viele Schweizer gar nicht?

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Zürich

Biel

Frauen in der Schweizer Geschichte

Erster Weltkrieg und Landesstreik

Die Einführung des Frauenstimmrechts geschah in der Schweiz vergleichsweise sehr spät. Welche historischen und politischen Gründe erklären das?

Die schwerste innenpolitische Krise seit Gründung des Bundesstaats. Warum die Schweiz im November 1918 am Rande eines Bürgerkriegs stand.

13 SEPT

Bern Reformation Wie war es möglich, dass eine Eid-Genossenschaft ohne gemeinsame religiöse Basis nicht zerbrach und Bestand hatte?

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Schwyz Gründungsgeschichte Schweiz Wann ist die Schweiz entstanden: 1291, 1315, 1386, 1415, 1798, 1848? Mögliche Antworten auf eine schwierige Frage.

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Verlosung

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Preisfrage Wie heisst der Gründer der Rukka Schweiz AG?

Teilnahme

Zeitloses Design für Gross und Klein: Outdoor-Bekleidung von Rukka – entworfen und entwickelt in der Schweiz

Glücksgriff

Aktiv in der Natur mit dem richtigen Outfit

Bild: Heinz Koeppel

Angefangen hat alles 1966 in einer kleinen Garage. Kurz zuvor hatte Armin Blum zufällig die knallgelben Regenjacken des finnischen Labels Rukka entdeckt. Er war fasziniert und begann in seiner eigenen Garage, die finnischen Arbeits- und Outdoorkleider zu importieren und zu vetreiben. Drei Jahre später gründete er die eigenständige Rukka Schweiz AG. Seit 2001 führt sein Sohn Sven Blum den Betrieb. Mit Erfolg: Das kleine St. Galler Unternehmen hat sich in der Schweiz eine gute Marktposition gesichert. Rukka setzt auf Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Oder wie es Sven Blum sagt: «Rukka, entworfen

und entwickelt in der Schweiz, ist geprägt von persönlicher Leidenschaft für Aktivitäten in der Natur. Wir schaffen zuverlässige Begleiter für aktive Menschen bei allen Wetterbedingungen. Der Anspruch, aktuell und doch zeitlos zu wirken, macht uns aus.» Rukka schafft auch regelmässig Innovationen – auch dieses Jahr mit der neuen «made visible»Kollektion: Dank eingearbeiteter reflektierender Aufkleber leuchten die Teile der Kollektion noch aus 140 Metern Distanz (dunkle Bekleidung ist meist erst aus 25 Metern sichtbar). Das gibt Sicherheit unterwegs.  MM www.rukka.ch

Das Migros-Magazin und Rukka Schweiz AG verlosen acht Rukka-Einkaufs­ gutscheine im Wert von je 375 Franken.

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an: Migros-Magazin «Rukka»­ Postfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 26.8.2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-­ Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfach­ teilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei ­Mo­nate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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richtet sich bei Sympany dabei nach dem Geschäftsergebnis der Kantone. Weist die Erfolgsrechnung eines Kantons einen Überschuss aus, erhalten alle dort Versicherten eine Rückzahlung. Zum dritten Mal in Folge zahlt Sympany in diesem Jahr sechs von zehn Kundinnen und Kunden Überschüsse aus Grund- und Zusatzversicherung in der Höhe von insgesamt 18,8 Mio. CHF aus.

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LEBEN | MM34, 20.8.2018  95

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Auflösung Nr. 33

Was koche ich heute?

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Gewinner Nr. 32 Hauptpreis: Rita Hollenstein, Luzern; Mary Stöckli, Lungern OW; Hermann Kuster-Brunner, Münchenstein BL; Tabitha Mireku, Bassersdorf ZH; Yvonne Rietmann, Amlikon-Bissegg TG Zusatzpreis: Elisabeth Schär, Biglen BE; Margarete Griepenkerl, Schönengrund AR; Alice Fiabane-Caminada, Obersaxen GR; Fabio Rugoletti, Galmiz FR; Elfriede Scherer-Büchel, Kirchberg SG

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was drückt man, wenn man jemandem Erfolg wünscht? L

Daumen

H Klingel

M Bank

E

O Springreiter

2. Was bezeichnet keinen Sportler? A Paragrafenreiter

Dressurreiter

3. Was kann als Bastelmaterial eingesetzt werden? L

U Moosgummi

Lebermoos

R Laubmoos

4. Wie nennt man die kleinräumige gärtnerische Nutzung städtischer Flächen? N Gardening Power

O Town Greening

F

Urban Gardening

5. In welchem Baustil ist die Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg erstellt? B Gotik

R Barock

I

Klassizismus

6. Welchen Beruf übt die Hauptperson im Film «Shape of Water» aus? S

A Raumpflegerin

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G Geheimagentin

7. Welchen Namen trägt die grösste bekannte Frischwasserperle? H Schlafender Löwe

T

Ruhender Elefant

E

Stiller Panda

Auflösung Nr. 33: ERHOLUNG

L

Herrenanzug

Gewinner Nr. 32: * Nelly Agnes Moerker, Mönchaltorf ZH; René Windlin-Mächler, Steinhausen ZG; Manfred Dähler, Krattigen BE

8. Wo findet man das «Frontispiz»? R Alpen

N Buch

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

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So nehmen Sie teil:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Lösungswort: 1

2

3

* Bei der Auflösung von Nr. 32 ist uns ein Fehler unterlaufen. Das Lösungswort lautet RAUBTIER und nicht RAUBKATZE. Wir bitten um Entschuldigung.

4

Auflösung Nr. 33: APRIL

Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.8.2018, 24 Uhr

5

Gewinner Nr. 32: Sandra Ettlin-Fries, Buchrain LU; Walter Lang, Steinen SZ; Marco Moresino, Luzern

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Auflösung Nr. 33: 319

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 32: Werner Käch, Trüllikon ZH; Loni Bill, Reinach BL; Margrit Senti, Zürich; Paula Thurnherr, Winterthur ZH; Vincent Dubosson, Troistorrents VS

Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.8.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 2 3 Schluss sollen alle Inseln 3 3 3 miteinander verbunden 2 2 1 1 sein. Verboten: Kreuzungen, 2 2 diagonale Brücken und 1 3 3 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 33:

3 2 3

2 3

3

1

4

3

2

3

3

Auflösung Nr. 33: 4

1

4

1 1

2

2 3

5

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1

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2 3 4 2

5

2 3 1

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1

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3 4

2 3

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2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo

Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZB Druckzentrum Bern AG Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01


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Bei Neubestellungen bis 2. September 2018 und Ausführung bis 31. Dezember 2018 werden Privatkunden pro Tankrevisionsauftrag Fr. 50.– (nicht kumulierbar) und 1000 Bonuspunkte gutgeschrieben (zusätzlich zu den üblichen Cumulus-Punkten). Bestellen Sie mit Ihrer Cumulus-Nummer unter www.migrol-tankrevision.ch oder telefonisch unter 0844 000 000 (normaler Gesprächstarif).

ANGEBOT HEIZÖL/PELLETS

1000

PUNKTE

Vom 20. August bis 2. September 2018 erhalten Privatkunden pro Neubestellung bis 9000 l bzw. kg 1000 Bonuspunkte pro Bestellung extra gutgeschrieben (zusätzlich zu den üblichen 100 Cumulus-Punkten pro 1000 l bzw. kg). Bestellen Sie jetzt mit Ihrer Cumulus-Nummer unter www.migrol.ch oder telefonisch unter 0844 000 000 (normaler Gesprächstarif).


Die ganze Welt von Cumulus und den Newsletter finden Sie unter www.migros.ch/cumulus Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Cumulus-Infoline: 0848 85 0848

GENIESSEN SIE MIT HOTELPLAN TRAUMFERIEN AUF HOHER SEE Gönnen Sie sich eine Schiffsreise voller Entdeckungen. Bei der Reederei AIDA erwartet Sie ein unkomplizierter «Familienclub auf See» mit vielfältiger Unterhaltung. Die Schiffe von Costa sind mit ihrer pulsierenden Grossstadt-Atmosphäre besonders geeignet für junge und junggebliebene Paare, Singles sowie Familien mit Kindern. Nutzen Sie den Fr. 100.– Cumulus-Extra-Vorteil und erleben Sie mit Hotelplan eine unvergessliche Kreuzfahrt.

ANGEBOT

Fr. 100.– r günstige

Tauschen Sie Ihren blauen Cumulus-Bon im Wert von Fr. 10.– in einen Hotelplan Kreuzfahrten-Gutschein im Wert von Fr. 100.–. Einlösbar auf alle Schiffsreise-Angebote von Hotelplan der Reedereien Costa und AIDA. Gültig in allen Hotelplan- und Travelhouse-Filialen und Globus Reisen Lounges ab einem Mindestbuchungswert von Fr. 500.– pro Person. Nur ein Gutschein pro Person (max. zwei Gutscheine pro Buchung). Nicht kumulierbar mit anderen Vergünstigungen. Weitere Informationen: www.migros.ch/cumulus-extra/hotelplan

STÜRZEN SIE SICH IM EUROPA-PARK EINEN TAG LANG INS VERGNÜGEN Fahren Sie mit dem Rustexpress von EUROBUS schnell und ohne Umsteigen zum Europa-Park in Rust (D). 7 Routen und 29 Einsteigeorte stehen zur Wahl. Da Sie das Eintrittsticket direkt im Bus erhalten, brauchen Sie nicht an der Kasse anzustehen und können sich direkt ins Vergnügen stürzen.

ANGEBOT

Fr. 15.– r günstige

Tauschen Sie Ihren Cumulus-Bon im Wert von Fr. 5.– in einen RustexpressGutschein im Wert von Fr. 15.– ein. Einlösbar beim Kauf einer Tagesfahrt zum Europa-Park (Busfahrt inkl. Eintrittsticket Europa-Park). Der Europa-Park ist bis am 4. November 2018 täglich geöffnet. Mehr Infos finden Sie unter www.rustexpress.ch. Weitere Informationen: www.migros.ch/cumulus-extra/rustexpress

rustexpress.ch


102  MM34, 20.8.2018 | LEBEN

Meine Welt

«Ich bin eine ganz normale Frau» Auf Instagram folgen ihr fast 250 000 Fans: Als Transfrau ist Raffaela Zollo für viele ein Vorbild. Aber die meisten ­Follower mögen die schrille Zürcherin mit den ­knallbunten High Heels, weil sie sich in ihren Videos ­selbstironisch auf die Schippe nimmt. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Basil Stücheli

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LEBEN | MM34, 20.8.2018  103

1 Mein Sofa «Ich sitze da selten drauf, darum ist es noch schön weiss. Mir gefällt der barocke Stil. In meiner nächsten Wohnung werde ich alles so einrichten.»

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2 Meine Wimpern «Ich trage immer falsche Wimpern von meiner eigenen Kollektion ‹Raffa’s Plastic Cosmetics›. Es ist mir wichtig, mit der Kosmetiklinie ein zweites Standbein aufzubauen, ich bin eine Geschäftsfrau.» 3 Meine Preise «2017 gewann ich an der Social-Media-Messe Tubecon drei von sechs Preisen. Als ich abends nach Hause fuhr, habe ich vor Glück geheult.»

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Name Raffaela Zollo (25) Sternzeichen Jungfrau Wohnort Rudolfstetten AG Lebenslauf «Vor drei Jahren wurde ich von meinem Freund verlassen. Mir ging es schlecht, bis ich anfing, ­Videos zu drehen. Sie waren die ­perfekte Ablenkung für mich. Umso schöner, dass ich damit jetzt Erfolg habe. Ich spreche darin über alles. Auch darüber, dass ich als Mann geboren bin, mich aber immer als Frau gefühlt habe und mich mit 18 ope­ rieren liess. Jetzt bin ich eine ganz ­normale Frau – gut, vielleicht ­etwas ­exzentrischer. Aber eigentlich bin ich eine bodenständige Person. Ich zeige mich auch ungeschminkt. Darum habe ich Erfolg. In zehn Jahren hätte ich gern meine eigene Talkshow.» 7

4 Meine Kronen «Eigentlich trage ich selten Schmuck. Aber wenn, dann pompösen. Besonders gern mag ich Kronen, aber die trage ich nur zu ­­speziellen Anlässen. Zum Einkaufen nicht – wobei, noch nicht!»

Bild: Youtube Screenshot

5 Meine Schuhe «Ich besitze rund 40 Paar, nur drei davon sind flach. Wandern in High Heels geht definitiv nicht! Auch zum Einkaufen ziehe ich sie nicht mehr an. Die Zeiten, in denen ich für alles High Heels trug, sind definitiv vorbei.»

Mein Lieblingsprodukt «Die Pizza Mozzarella von Finizza liebe ich. Sie ist schnell parat und schmeckt gut. Für mich allein koche ich selten, ich bin eher ein Junk-Food-Junkie.»

6 Meine Fanpost «Irgendwann haben meine Fans angefangen, mich zu malen. Das berührt mich sehr, auch weil ich selbst gern male. Meine Chanel-Tasche ist ebenfalls von einem Fan bemalt.» 7 Meine Schwester «Mit Serena (22) habe ich ein sehr enges Verhältnis, sie ist oft bei mir. Manchmal machen wir zusammen Videos. Wir nennen uns beide ‹Minnie› von Mickey Mouse.»  MM


Bei diesem Angebot sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOT GILT NUR VOM 21.8. BIS 27.8.2018, SOLANGE VORRAT

Die grillieren sich fast von selbst.

40%

9.60 statt 16.–

Grill mi Optigal Pouletunterschenkel gewürzt in Aluschale Schweiz, per kg


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