FINANZKRISE 10
Ausgabe Zürich, AZA 8021 Zürich
Der Weltwirtschaft geht es schlecht. Ökonom Klaus Wellershoff erklärt, warum. www.migrosmagazin.ch, vormals WIR BRÜCKENBAUER
Nr. 34, 22. August 2011
SCHWEIZER NATURPÄRKE 18
Bilder Paolo Dutto, Siggi Bucher
PREISABSCHLAG 48
Die Migros gibt die Währungsgewinne weiter. WILDES WALLIS 50
Währschafte Spezialitäten für eine Tour in die Berge.
Grüne Hoffnung
Naturpärke sind für Randregionen wirtschaftlich interessant. Deshalb setzt sich Astrid Thurner für den Parc Ela am Albula ein.
Adressänderungen am Postschalter melden oder dem regionalen Kundenforum: Tel. 044 - 278 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch
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5.90 6.20 6.90 4.95
5.30 5.50 6.20 4.45
10,2% 11,3% 10,1% 10,1%
79.90 199.00 19.90
69.00 179.00 17.90
13,6% 10,1% 10,1%
25.40 22.80
20.30 18.20
20,1% 20,2%
0.70 0.70
0.60 0.60
14,3% 14,3%
3.15 7.40
2.60 6.20
17,5% 16,2%
ALTER PREIS IN CHF
NEUER PREIS IN CHF
PREIS ABSCHLAG IN %
1.45 4.65 1.95 2.20 2.40
1.30 4.00 1.75 1.95 1.95
10,3% 14,0% 10,3% 11,4% 18,8%
Ferrero Giotto/Raffaello/Tic Tac/Yogurette Giotto, 155 g Raffaello, 230 g Tic Tac fresh mint, 4 x 18 g Yogurette, 100 g
4.85 5.35 3.50 1.70
4.30 4.80 3.10 1.40
11,3% 10,3% 11,4% 17,6%
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8.60 8.60
7.30 7.30
15,1% 15,1%
11.90 4.45 4.45 5.70
10.70 4.00 4.00 5.10
10,1% 10,1% 10,1% 10,5%
Ferrero Kinder Kinder Schokolade, 100 g Kinder Schokobons, 200 g Kinder Milchschnitte, 5 x 28 g Kinder Pingui Schoko mit Milch, 4 x 30 g Kinder Maxi King, 3 x 35 g
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ALTER PREIS IN CHF
NEUER PREIS IN CHF
PREIS ABSCHLAG IN %
21.60 19.70
19.40 17.70
10,2% 10,2%
4.90 3.75 5.95 21.00 4.95 6.50 4.95 6.90
4.40 3.35 5.30 18.80 4.45 5.50 4.10 6.20
10,2% 10,7% 10,9% 10,5% 10,1% 15,4% 17,2% 10,1%
Nutella Nutella, 400 g Glas
3.50
3.10
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San Pellegrino San Pellegrino, 6 x 50 cl
5.40
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ALTER PREIS IN CHF
NEUER PREIS PREIS ABSCHLAG IN CHF IN %
24.30 17.90 59.00
21.80 16.10 52.80
10,3% 10,1% 10,5%
5.60 4.60 16.10
4.70 3.90 13.60
16,1% 15,2% 15,5%
Garnier Fructis Fructis Shampoo Color Resist, 250 ml 4.75 Fructis Styling Hairspray Finish, Ultra Strong, 250 ml 6.60 Fructis Styling Mousse Hydra-Boucles, Ultra Strong, 250 ml 7.20
4.25 5.90 6.40
10,5% 10,6% 11,1%
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Oral-B Oral-B Advance Power Batterie-Zahnbürste Oral-B Aufsteckzahnbürste Precision Clean, 2 Stk. Oral-B Vitality Precision Clean Elektrische Zahnbürste Vital Balance Vital Balance Natural Selection Rind, 4 x 85 g Vital Balance Adult Huhn in Gelée, 4 x 85 g Vital Balance Junior Huhn & Reis,1,5 kg
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4 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
EDITORIAL Hans Schneeberger, Chefredaktor
Weitermachen!
Schaut man sich zurzeit die aktuellsten Wirtschaftsdaten an, dann
* Normaltarif
In solchen Situationen bewirkte bislang ein Gespräch mit Klaus
W. Wellershoff, dem früheren Chefökonomen der UBS, Wunder. Der heute selbständige Wirtschaftsanalytiker verstand es, die Sorgen zu relativieren und dafür das Positive in den Vordergrund zu rücken. Der frühere Marinesoldat wusste, dass jeder Sturm mal vorübergeht …
Diese unverbrüchliche Zuversicht scheint ihm etwas abhanden
gekommen zu sein. Noch nie war der brillante Kopf, dem viele Firmenchefs zuhören, so zurückhaltend wie bei unserem jüngsten Gespräch über die aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Situation in England erachtet er als «absolut dramatisch». Und wenn die USA in ihr Sparprogramm einsteigen würden, dann werde es dort bald ähnlich zugehen: «Die USA fahren mit Vollgas auf den Betonpfeiler zu.»
Immerhin: Für die Schweiz sieht er weniger schwarz. «Wenn wir
so leistungsbereit bleiben, sorge ich mich nicht.» Nur eins wäre nach seiner Einschätzung fatal: «Wenn wir denken würden, wir wären so reich, wie uns der Bankauszug suggeriert.» Sprich: Alles, was wir bis jetzt erreicht haben, ist nur etwas wert, wenn wir uns weiter anstrengen. Immobilienwerte, Aktien, Pensionskassen Ω alle diese Werte sind in erster Linie ein Spiegel der Wirtschaftslage. Also: Ranhalten und weitermachen. hans.schneeberger@migrosmagazin.ch
76| Frischer geht es nicht Bäuerin und Malerin Lilly Langenegger zaubert eine Quarktorte mit Früchten direkt aus dem Garten.
INTERVIEW FINANZKRISE Bilder Pia Grimbühler, Siggi Bucher, Daniel Winkler
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). m-infoline@migros.ch; www.migros.ch CUMULUS: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152 Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 044 447 37 37, Fax 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch;
könnte einen das Gruseln packen. Die Schulden sind global bald so hoch wie nach dem Zweiten Weltkrieg, die Finanzmärkte tauchen, die Kreditwürdigkeit diverser Länder wird immer schlechter. Der Weltwirtschaft droht ein Einbruch, und für stimulierende Konjunkturprogramme fehlt das Geld in den Staatskassen. Und ganz in der Ferne, am Ende des Tunnels lauert der nächste Schrecken namens Inflation …
Klaus W. Wellershoff
MENSCHEN Naturpark
18
In der Schweiz entstehen zahlreiche Naturparks. Das ist nicht immer einfach, wie zum Beispiel der Bündner Parc Ela zeigt.
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10
Der Spitzenökonom ist überzeugt: Die Währungskrise geht weiter, die Börsenturbulenzen werden stärker, und die USA stehen am Abgrund.
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DIESE WOCHE
|5
48| Die Migros
senkt die Preise Migros-Marketingchef Oskar Sager erklärt, wie und wie viel die Kunden vom schwachen Euro profitieren können.
SAISONKÜCHE Frischer geht es nicht Käse im Sommer
Herrlich leichte Sommerrezepte mit Haloumi, Chèvre und Camembert.
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Auf ein Wort Bitte melde dich Glücksgriff Rätsel/Impressum Cumulus
37 102 105 107 108
MEINE WELT
Corina Casanova
110
BESSER LEBEN Schimpansen teilen wie wir 91 In Form: Handygespräche im Zug 92 Warum wir nicht anders können, als zuzuhören und uns zu ärgern.
KV statt AHV
26
Rosa Ranieli hat im Alter von 57 das Diplom als Kauffrau gemacht. Und sie hat noch viele Pläne.
Neuer Berliner Kulturtempel
30
Der Aargauer Frank Sippel hat in Berlin eine alte Malzfabrik saniert. Heute bietet der Riesenbau Künstlern aus aller Welt Ateliers und Wohnraum.
Gopferdeckel!
38
Christian Ratti und Lukas Müller lieben Schachtdeckel. Für ein exotisches Exemplar reisen sie um die halbe Welt.
NEUES AUS DER MIGROS M-Apps
44
Die Migros bietet zahlreiche Apps an.
Die Migos senkt die Preise
48
97
Garten: Perfekt war gestern
99
Wann ein Kind selbständig auf den Hafen geht, steht in den Genen. Kontrollierter Wildwuchs und alte Materialien bringen Charme in jeden Garten.
Auto: Ford Focus Station Wagon 98
Viel Laderaum und technische Finessen für wenig Geld.
DAS BESTE Käseschnitten im Gredetschtal
Familie: Allein aufs Töpfchen
50
Die Walliser Familie Pfammatter weiss, wie man richtig Käseschnitten macht.
Patente Bauern und ihre Früchte 68 Essen wie in den Ferien 71 Delikatessen für die Vierbeiner 72
RUBRIKEN Migros-Woche Leserbriefe Bild der Woche Kolumne: Der Hausmann
6 9 17 24
110| Corina Casanova Die Bundeskanzlerin zeigt, wo sie Energie tankt und wo sie Johannisbeeren zu Gelée verarbeitet.
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6 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Preisabschlag
Die Migros senkt ab sofort die Preise von über
W
Im Ryffel Running by SportXX gibts für jeden den passenden Schuh.
Vom Laufguru lernen
Die Beteiligung der Migros an der Ryffel Running AG trägt erste Früchte: Am 18. August 2011 wurde im MParc Dreispitz in Basel der erste Ryffel Running by SportXX-Shop der Schweiz eröffnet. Mit den Ryffel-Running-Shops wird SportXX definitiv zu dem Kompetenzanbieter für Laufsport, Nordic Walking und Aqua-Fit. «Unsere Mitarbeitenden sind sel-
ber begeisterte Läufer. In Verbindung mit unseren speziellen Schulungen und Fussanalysen wissen sie, welcher Schuh zu welchem Fuss und Laufstil passt», sagt Markus Ryffel, Geschäftsführer von Ryffel Running und ehemaliger Schweizer Spitzenläufer. Bis 2013 sollen in der ganzen Schweiz insgesamt rund zehn bis zwölf Shops eröffnet werden.
Gesucht: Die originellste M-Budget WG 2011 Auch dieses Jahr sucht die Migros die ultimative Wohngemeinschaft, die mit viel Humor, Kreativität und Engagement rund um das Thema M-Budget unter Beweis stellt, dass sie den Titel «M-Budget WG» zu Recht verdient. Die Teilnahme am lukrativen Wettbewerb lohnt sich: Die Gewinner-WG wohnt ein Jahr lang gratis, erhält kostenlos M-
er in der Migros einkauft, profitiert auch vom schwachen Eurokurs: Dank ersten harten Verhandlungen mit den Markenkonzernen und Importeuren sinken die Preise von 514 Markenartikeln per sofort um durchschnittlich 10 bis 20 Prozent. Die erfolgreichen Verhandlungen der Migros bringen den Kundinnen und Kunden gleich einen zweifachen Vorteil: Sie kaufen günstiger ein und müssen trotzdem zu keinem Zeitpunkt auf ihre Lieblingsmarken verzichten. Die jetzt erfolgten Preisabschläge sind aber erst ein Anfang. Die Migros verhandelt weiter mit ihren Lieferanten von Importprodukten und
setzt alles daran, um deren Währungsvorteile so rasch wie möglich in tiefere Preise umzusetzen. Dazu Migros-Marketingchef Oskar Sager: «Als Preis-LeistungsFührerin geben wir sämtliche erzielten Währungsgewinne wie immer vollumfänglich an unsere Kundinnen und Kunden weiter.»
FRISCH IN DER MIGROS
Budget-Produkte und feiert auf Rechnung der Migros eine grosse WG-Party. Welche fünf WGs sich für den Kampf um den Hauptpreis im Wert von 45 000 Franken qualifizieren, wird eine Jury entscheiden. Ab 18. August gehts los auf www.migros.ch/m-budget-wg. Teilnahmeschluss: 9. September 2011 .
Das war die M-BudgetWohngemeinschaft 2010. Wer wird es dieses Jahr?
Lesen Sie mehr dazu auf Seite 48.
MIGROSWOCHE
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500 Markenartikeln. Das ist erst der Auftakt zu weiteren Preisabschlägen. Axe Deo Aerosol Dark Temptation 150 ml Alter Preis: Fr. 6.20
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Ne Neuer Preis: Fr. 7.30
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Chips kreieren
Die Feige ist ein ganz besonderes Früchtchen. Die alten Griechen dachten, sie sei ein Aphrodisiakum. Und in der Bibel ist die Feige die erste namentlich erwähnte Pflanze. Bei so viel Geschichte geht fast vergessen, dass das Maulbeergewächs himmlisch schmeckt. Es bereichert den Fruchtsalat und macht aus einem guten ein einzigartiges Dessert. Feigen passen auch gut auf eine Käseplatte oder einen Teller Rohschinken. Getrocknet sind die Früchte, die vor allem im Mittelmeerraum wachsen, das ganze Jahr erhältlich. Frisch haben sie noch bis Oktober Saison.
Bilder StockFood/bab.ch, Paco Carrascosa, Mirko Ries
Himmlische Frucht
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Calgon Gel Wasserenthärter 2 l Alter Preis: Fr. 25.40 Kinder Schokobons 200 Gramm Alter Preis: Fr. 4.65
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Nutella 400 Gramm Glas Alter Preis: Fr. 3.50
Seit rund fünf Jahren überraschen die Terra Chips mit Limited Editions in ganz besonderen Geschmacksrichtungen. Zuletzt beispielsweise mit «Züri Gschnätzlets». Die neuen Special Editions sollen von den Fans selbst online kreiert werden. Auch das Design der neuen Chips-Packung kann online erstellt werden. Mittels Voting und Jury werden die fünf Top-Kreationen ermittelt und in Migros-Filialen getestet. Die zwei Besten werden zu den Special Editions des kommenden Jahres. Und das Beste: Die Erfinder der Kreationen erhalten 1% des Umsatzes «ihrer» Chips. www.terrachips.ch
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AUS DER REGION MIGROS BASEL
Wir bringen euch Klassik
Klassische Musik ist ein Publikumsmagnet. Mit ihrem Programm und Konzept erreichen die Migros-Kulturprozent-Classics (vormals Klubhaus-Konzerte) schweizweit ein Publikum weit über die Klassikkennerinnen und -kenner hinaus. Vom kommenden September bis Mai 2012 stehen sechs neue Tourneen durch die etablierten Konzertsäle unseres Landes an. Stationen sind Basel, Bern, Genf, Luzern, St. Gallen und Zürich. Das Konzept mit namhaften internationalen Orchestern, herausragenden Solisten aus aller Welt und Talenten aus der Schweiz hat sich bewährt und findet auch in Basel seine Fortsetzung. Mehr dazu in einer Woche auf den Regionalseiten der Migros Basel und unter: www.migroskulturprozentclassics.ch
Die feine, leichte Linie.
LESERBRIEFE
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
|9
MM 33: «In der Schule muss man das Hirn einschalten», Interview mit zwei Schulanfängern.
Traum aus der Jugendzeit
Heute Morgen erhielten wir MM 33 mit Schulmädchen Amina auf der Titelseite. Für uns war es wie eine Zeitreise: Unglaublich, wie das Bild einer Aufnahme meiner Frau aus dem Jahr 1944 gleicht. Für uns ist das Bild von Amina wie ein Traum aus unserer Jugendzeit.
Silvia Scherer (oben) ging 1944 in Horgen ZH zur Schule. Amina (links) startete letzten Montag.
Arthur und Silvia Scherer, 6004 Luzern
MM 33: «Egal, was die FDP macht, sie kann nicht gewinnen», Interview mit Politanalytiker Michael Hermann.
Bewährte Kraft gegen die Krise
Bild Nik Hunger
Der Politologe Hermann meinte im letzten MM, die FDP werde nur mit Schwierigkeiten in den Wahlen FDP-Parteipräsi- gewinnen. dent Fulvio Pelli Das glaube nimmt Stellung ich nicht: zum Interview mit Unser Land Michael Hermann. wird in der kommenden Zeit Schwierigkeiten haben – und deshalb werden die Wähler wieder stärker auf die bewährte Kraft FDP setzen, welche die Schweiz seit 163 Jahren verlässlich vorwärtsbringt. Unsere Schweiz ist ein einzigartig erfolgreiches Land: tiefe Schulden, tiefe Arbeitslosigkeit, intakte Umwelt und hohe Sicherheit. Doch um uns tobt ein heftiger Sturm. Die USA und die meisten EU-Länder zahlen heute die brutale
Zeche für ihren Finanzschlendrian der Vergangenheit. Bereits haben uns erste Sturmböen mit dem hohen Franken erfasst. Exportunternehmen und Hotels machen Verluste. Arbeitslosigkeit droht. Wie stark uns die Krise trifft, hängt auch von uns ab. Wie 2008 können wir auch jetzt die Krise erfolgreich meistern. Wie? Mit einer klugen Politik. Mit liberalen, ehrlichen Lösungen, welche die Schweiz stärker machen und Arbeitsplätze sichern: Erstens müssen wir unseren Standort noch besser machen. Das bedeutet einfachere und tiefere Steuern für alle. Die Bürokratie stoppen. Keine neuen und höheren Gebühren. Keine Jagd auf Pendler durch höhere Benzin- und Bahnpreise. Die Sozialwerke reformieren, damit auch in Zukunft jene unterstützt werden, die eine Unterstützung wirklich brauchen. Zweitens braucht es ein klares Nein zum Populismus: Nein zum Populismus von Links, deren Erbschaftssteuer nicht nur jene noch mehr auspressen will, die arbeiten und sparen – sondern auch deren Kinder. Nur um das Geld für jene zu verprassen, denen die Linke auch ohne Arbeit einen Grundlohn bezahlen will. Nein zum Populismus
der Abschotter, die über die Angst vor Masseneinwanderung die Bilateralen Verträge angreifen. Das ist verheerend: Dank den Bilateralen haben wir 350 000 Arbeitsplätze geschaffen, die Hälfte davon für Schweizer. Dank ihnen ist der EU-Beitritt kein Thema. Die FDP macht dagegen Politik, die unser Land stärkt. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Fakt eins: Die FDP setzt sich gemäss einer Studie des Gewerbeverbands am meisten für KMU ein. Fakt zwei: Im aktuellen SRG-Wahlbarometer trauen 30 Prozent der FDP zu, die Schweiz am besten durch die Wirtschaftskrise zu führen – doppelt so viel wie bei jeder anderen Partei. Fakt drei: Nur das Original, die FDP, ist wirklich liberal. Im Liberalismus-Ranking der Uni Zürich halten FDP-Parlamentarier bei Wirtschaftsfragen die ersten 20 und bei Gesellschaftsfragen die ersten 5 Plätze – die besten Vertreter der glp und der BDP findet man ab den Rängen 69 und 95. Die Krise steht vor der Tür – für waghalsige Experimente ist jetzt keine Zeit. Wir Freisinnig-Liberalen wollen als bewährte Kraft Verantwortung übernehmen, der Krise mit ehrlichen Lösungen entgegentreten: mit unseren gradlinigen und
hart arbeitenden Bundesräten Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter sowie den Tausenden Vertretern in Gemeinden, Kantonen und im Bundesparlament. Fulvio Pelli, FDP-Parteipräsident
Schön, dass mal ein Politologe mit offener Einstellung zu Parteien und Positionen zu Wort kommt und Dinge sachlich angeht. Das endlose aggressive Getöse habe ich dank Ihrem Beitrag nicht mehr dermassen ermüdend in meinen Ohren.
Andy Schaerer, 5044 Schlossrued
MM 31: «Der Nachwuchs drängt ins Bundeshaus», Serie «Wahlen 2011».
Unverständnis für die Personenauswahl
Ich bin der Co-Leiter der Jungen Grünliberalen Zürich und Nummer 1 der Jungen Nationalrats-Liste des Kantons Zürich, für die ich ebenfalls die Verantwortung trage. Ich muss Ihnen mein Unverständnis ausdrücken. Ich verstehe wirklich nicht, wie Sie uns Grünliberale einfach vergessen beziehungsweise übergehen konnten. Felix Huber Leitung jglp Zürich
Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.
10 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
«Wir befinden uns in einer dramatischen Situation»
Währungsturbulenzen, Börseneinbrüche und die USA am Abgrund: Die Weltwirtschaft spielt verrückt. Was dies für die Schweiz, unsere Pensionskassen und die Arbeitslosigkeit bedeutet, erklärt der renommierte Ökonom Klaus W. Wellershoff. Klaus Wellershoff, der Euro ist seit seinem Allzeittiefststand von knapp 1,01 Franken um über zehn Prozent gestiegen, die Börse hat sich etwas erholt. Ist das die Trendwende?
Es ist viel zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Wir sehen derzeit nur eine Gegenbewegung beim Franken, den Aktienkursen sowie den Rohstoffen. Die Probleme der Weltwirtschaft sind deswegen noch lange nicht gelöst. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird plötzlich in seltener Eintracht von links bis rechts gelobt. Hat sie in den letzten Tagen richtig gehandelt?
Sie hat reagiert, und das ist schon mal gut. Hat sie denn wirklich reagiert?
Sie hat das erste Mal in hoher Frequenz und sehr sichtbar in den Medien kommuniziert. Reicht das?
Sie hat nicht nur geredet. Sie war in den Märkten mit ersten Devisentransaktionen sichtbar. Und sie hat die Zinsen gesenkt. Damit die Nationalbank glaubwürdig bleibt, muss sie weiter aktiv kommunizieren. Denn wer Geldmarktpolitik betreibt, muss die Märkte auch rhetorisch beeinflussen.
Sie hat aber noch kein Wechselkursziel Franken/Euro definiert.
Welches sind die anderen Pfeile?
Ist es nicht nötig, ein Wechselkursziel zu definieren?
Massive Massnahmen.
Vielleicht braucht sie das ja auch nicht. Warten wir doch ab, wie sich die Märkte entwickeln. Immerhin: Das Schreckgespenst, die SNB könnte sich für ein Wechselkursziel entscheiden, hat einige Spekulanten verunsichert.
Das ist einer von mehreren Pfeilen im Köcher der Nationalbank. Und wenn die Lage wieder extrem wird, kann ich mir gut vorstellen, dass sie diesen Pfeil auch zieht. Aber momentan ist das nicht dringend notwendig.
Eine Mischung von Instrumenten, die sie jetzt schon braucht: am Devisenmarkt zusätzliche Liquidität schaffen und das Bankensystem mit inländischen Geldmarkttransaktionen zu versorgen. Und sie könnte auch Aktien und Obligationen in Franken kaufen. Wir befinden uns auch in einer dramatischen Situation. Wir haben noch nie eine so hohe Überbewertung des Frankens gegenüber handelsneutralen Wechselkursen gesehen wie jetzt. Dabei steht die eigentliche Diskussion noch aus, wie Länder wie die USA
INTERVIEW FINANZKRISE
| 11
➔ Konjunktur: Am Kippen Bruttoinlandprodukt (BIP), Jahresveränderung in Prozent
Klaus W. Wellershoff: «Die angelsächsischen Staaten haben es verpasst, rechtzeitig Gegensteuer zu geben. Sie fahren mit Vollgas auf eine Wand zu.»
➔ Die Ausgangslage: Die Schweiz ist als exportorientiertes Land stark von der internationalen Konjunktur abhängig. Fast jeder zweite Franken wird im Ausland verdient. ➔ Das Problem: Die Konjunktur hat sich nach der Finanzkrise 2009 überraschend schnell erholt. Der Aufschwung könnte aber wieder kippen. Zurzeit steht vor allem die Konjunktur in den USA und in gewissen Euroländern unter Druck. Zudem kühlt die Konjunktur auch in den Schwellenländern wie China, Indien und Indonesien ab. ➔ Wie weiter? Klaus W. Wellershoff (K.W.): «Nach dem starken Aufschwung wird sich die Expansion der Weltwirtschaft verlangsamen. Wenn die Unternehmen die Lust am Investieren verlieren und die grossen Staaten weiter sparen, ist die nächste Weltrezession nicht mehr weit.»
➔ Exportindustrie: Im Sinkflug Exportwachstumsrate in Prozent im ersten Halbjahr 2011
oder Grossbritannien ihre Schuldenkrise lösen. Bei welchem Kurs müsste die Nationalbank den nächsten Pfeil einsetzen?
Wenn der Franken gegenüber den aktuellen Wechselkursen von Dollar, Pfund und Euro verharrt, müssen wir mit einer tiefen Rezession rechnen.
Letztes Jahr haben Sie uns gesagt: «Ein Eurokurs von 1.30 ist für die Schweizer Exporte ein riesiges Problem.» Jetzt ist er noch viel tiefer.
Es gibt kaum noch ein in der Schweiz produzierendes Export-
unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt. Oft wird in den Medien vergessen, dass insbesondere jene Exportunternehmen leiden, die im Dollarraum arbeiten. 2011 hat sich der Franken zur US-Währung um 17 Prozent aufgewertet, gegenüber dem Euro waren es «nur» 10 Prozent. Ist die Anbindung des Frankens an den Euro eine Lösung?
Es wäre eine kurzfristige Lösung mit erheblichen mittelfristigen Konsequenzen. Beispielsweise?
Höhere Inflation, höhere Zinsen, höhere Mieten so-
China
USA
D
GB
Schweiz
➔ Die Ausgangslage: Die Schweizer Exportindustrie ist dank leistungsstarker, innovativer Unternehmen in zukunftsträchtigen Branchen und einem flexiblen Arbeitsmarkt erfolgreich. Hohe Wachstumsraten waren in den vergangenen Jahren der Normalfall. ➔ Das Problem: Der starke Franken, die sich abkühlende Weltkonjunktur und eine drohende Abschottung des Arbeitsmarkts durch die «Masseneinwanderungs»-Initiative bremsen die Dynamik. ➔ Wie weiter? K.W.: «Die bisher noch positiven Wachstumsraten der Exporte haben viele Beobachter getäuscht. Die Exporte unserer Konkurrenten wachsen viel schneller. Trotz Preisnachlässen und damit sinkender Margen hat die Schweiz massiv an Marktanteil verloren. Die kommenden Monate können sogar sinkende Exportzahlen bringen.»
12 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
wie wahrscheinlich eine länger anhaltende Phase wirtschaftlicher Stagnation. Dazu käme, dass die Europäer die Schweizer Geldpolitik bestimmen würden. Wie wir sehen, läuft es in der Schweiz wirtschaftlich viel besser als in Europa – trotz starkem Franken. Und eine Euroanbindung ist noch kein Schutz gegenüber dem US-Dollar. Aber immerhin gegenüber der wichtigsten Währung.
Es ist so, dass der grösste Anteil der Schweizer Exporte in den Euroraum geht. Aber wenn der Dollar sich doppelt so schnell abwertet, liegt das Problem anderswo. Wäre eine höhere Inflation für die Schweiz so dramatisch?
Schauen Sie die Länder an, in denen keine solche Preisstabilität herrscht: In Grossbritannien beträgt die Inflationsrate vier Prozent. Die Rentner haben weniger Geld, um einzukaufen, die Arbeitnehmer verlieren an Kaufkraft. Gleichzeitig entwertet sich das Pensionskassenvermögen. Das ist eine massive Umverteilung. Was, meinen Sie, wäre in der Schweiz los, wenn wir eine Inflation von fünf Prozent hätten? Wie viele Leute wären noch in der Lage, ihr gerade erworbenes Haus zu finanzieren? Das hätte gewaltige Folgen. Bis jetzt haben Politik und Nationalbank sehr besonnen reagiert. Geben Sie den Stimmen in der Schweiz recht, die sagen, der Euro ist eine Fehlkonstruktion?
Ja, der Euro ist eine Fehlkonstruktion. Nur gibt es weltweit keine einzige Währung, die optimal konstruiert ist. Auch der Franken ist in grossen Teilen eine Fehlkonstruktion (lacht): Zürich braucht eine andere Geldpolitik als das Puschlav. In der Schweiz gibt es
genauso regionale Unterschiede bei der Konjunkturentwicklung. Die wirtschaftlichen Unterschiede im Euroraum sind grösser. Was halten Sie von einer Zerschlagung der Einheitswährung in einen Euro Nord und einen Euro Süd?
Das wäre vor der Euroeinführung keine schlechte Idee gewesen. Heute ist das nicht mehr praktikabel. Wenn man jetzt den Euro auseinandernehmen will, hat man das Problem, dass die vermeintlich schwächeren Staaten keine Kredite mehr bekommen und dass in diesen Ländern nicht mehr investiert wird. Und wo wollen Sie die Grenzen ziehen? Norddeutschland gehört beispielsweise ökonomisch betrachtet zu Sizilien. Was ist von Angela Merkels und Nicolas Sarkozys Vorschlag einer einzigen Wirtschaftsregierung in der Eurozone zu halten?
Das ist doch Etikettenschwindel. Es wird keine gemeinsame Regierungsinstanz geben, welche die Wirtschaftspolitik der EU-Länder koordiniert. Im Gegenteil: Der Vorschlag soll die EU-Kommission entmachten, dafür aber die nationalen Regierungen mehr in die Pflicht nehmen, um die Verschuldung zu bremsen. Das klingt doch nicht schlecht. Man muss aufpassen, dass man bei der Beurteilung des Euros nicht schwarzmalt, die positiven Seiten seiner Einführung dürfen sich ruhig sehen lassen: Die Inflationsraten im Euroraum sind niedrig, die Europäer sparen, die Briten, Amerikaner und Japaner nicht. Ist die Verschuldung Grossbritanniens so dramatisch?
Absolut dramatisch! Die Defizite sind enorm. Die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck. Die Bilder der
Klaus W. Wellershoff sieht die Stärken der Schweiz im technischen Fortschritt, der Produktivität und der Kreativität.
Ökonom und Honorarprofessor
Klaus W. Wellershoff (47) ist Chef der international tätigen Unternehmensberatung Wellershoff & Partners Ltd. mit Sitz in Zürich. Seit dem 1. August 2011 ist er zusätzlich Präsident der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und dort Honorarprofessor für angewandte Volkswirtschaft. Der verheiratete Vater von vier Söhnen ist zudem Verwaltungsrat der Schindler Holding AG. Schweizweit bekannt wurde er als Chefökonom der UBS (1997 bis 2009). Ab 2003 leitete der einstige Handballgoalie zudem das gesamte Researchteam für die UBS-Abteilungen Vermögensverwaltung und Business Banking. Seine Karriere startete der Deutsche mit einer Banklehre bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim jr. & Cie. Anschliessend hat er an der Hochschule St. Gallen das Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre absolviert.
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INTERVIEW FINANZKRISE «Es gibt kaum noch Schweizer Exportunternehmen, die schwarze Zahlen schreiben.» Randalierer, die wir in den letzten Tagen gesehen haben, sind erst der Anfang. Es stellt sich die Frage, welche Zukunftsaussichten die Jungen haben und wie sich die Arbeitslosigkeit entwickelt. Das alles wird für Grossbritannien noch schlimmer werden. Ist das ein britisches Problem oder bald auch ein kontinentaleuropäisches?
Wir haben ja die gleichen Bilder in Athen gesehen. Wenn die Engländer jetzt mit Sparen beginnen, werden wir noch mehr dieser schrecklichen Bilder sehen. Und ich wage die Prognose: Wenn die Amerikaner sparen, werden wir die National Guard am Times Square in New York sehen. Die angelsächsischen Staaten haben es verpasst, rechtzeitig Gegensteuer zu geben. Die fahren mit Vollgas auf eine Wand zu. Was meinen Sie damit?
Die Amerikaner haben ein Budgetdefizit von zehn Prozent. Das ist doppelt so hoch wie in der Eurozone. Fürs nächste Jahr haben sie sich vorgenommen, nur 0,1 Prozent des Volkseinkommens einzusparen. Das wird kurzfristig die Konjunktur nicht belasten und nicht zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen. Aber die Finanzmärkte werden das bald nicht mehr goutieren. Die Regierung wird gezwungen sein, mehr zu sparen. Multimilliardär Warren Buffett schlägt vor, eine Steuer für Superreiche einzuführen.
Es ist kaum vorstellbar, dass die USA ihren Haushalt ohne Steuererhöhung in Ordnung bringen können. Das Land hat Staatseinnahmen in der Höhe von 31 Pro-
zent des Volkseinkommens. Die Eurozone liegt bei fast 45. Das amerikanische Defizit beträgt gut zehn Prozent. Die Amerikaner könnten also ihr Defizit mit Steueranhebungen finanzieren und hätten immer noch tiefere Abgaben als die Europäer. Wenn Sie dagegen sparen, dann hat das auch für uns schwerwiegende Folgen.
➔ Arbeitslose: Hilft die Politik? Arbeitslosenquote in Prozent USA Deutschland
Weshalb?
Die Amerikaner geben 4,3 Prozent des Volkseinkommens für ihre Armee aus. Und diese Ausgaben, tragen dazu bei, die Werte in der immer noch liberal geprägten Weltwirtschaft zu schützen. Das wird nicht so weitergehen. Tiefere Militärausgaben heisst, dass der Schutz schwindet. Der Weltpolizist USA hat zu wenig Geld. Wer übernimmt diese Rolle in Zukunft?
Niemand.
Wir gehen unsicheren Zeiten entgegen?
Leider. Wenn zusätzlich die Republikaner die Wahlen gewinnen, müssen wir in den USA mit einer Rezession rechnen, weil dann gespart wird, wo es wehtut. Das wird bei den Sozialversicherungen sein und somit in einem Bereich, der den Konsum belasten wird. Rezessionen steigern die politische Stabilität nicht. Wird die Arbeitslosigkeit in der Schweiz zunehmen?
Damit müssen wir angesichts der Probleme in der Exportwirtschaft rechnen. Und gleichzeitig werden wir sehen, dass die Zuwanderung anhalten wird, weil die Wirtschaft Spezialisten sucht. Im Bereich der weniger Qualifizierten werden Angestellte entlassen. Wir werden also noch mehr Ausländer und Arbeitslose haben?
Das ist richtig.
Einen Teil unseres Wachstums haben wir mit ausländischen Arbeitskräften eingekauft.
Ja, mit sehr positiven Effekten für unsere Sozialversicherungen, mit enormen Nachfragen in der Wirtschaft. Wer einwan-
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GB Japan Schweiz
➔ Die Ausgangslage: Die Arbeitslosigkeit ist in der Schweiz im langfristigen Vergleich immer sehr tief. Werte von 2 bis 4 Prozent waren in den letzten 20 Jahren der Normalfall. Die Personenfreizügigkeit hat jetzt ganz neuen Bereichen die Tore zur Schweiz geöffnet. ➔ Das Problem: Die Zahl der Arbeitslosen hat sich seit 2009 bis Juli 2011 auf unter 3 Prozent reduziert. Noch hat sich die Konjunkturabkühlung nicht auf die Arbeitslosigkeit ausgewirkt. ➔ Wie weiter? K.W.: «Das starke Beschäftigungswachstum der letzten Jahre wird sich mit den Problemen im Export und damit auch in der Hotellerie nicht halten lassen. Die Politik wird nochmals versuchen müssen, mit dem Mittel der Kurzarbeit einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit 2012 zu verhindern.»
➔ Inflation: Gift für die Wirtschaft Jährliche Inflation der Konsumentenpreise in Prozent
GB USA € CH Japan
➔ Die Ausgangslage: Die Inflation hat sich seit 2008 von 2,4 auf deutlich unter 1 Prozent zurückgebildet und lag damit immer unter dem europäischen Durchschnitt. Preisstabilität war über Jahre ein Erfolgsgeheimnis der Schweiz. ➔ Das Problem: Die Inflation hat zugenommen, die faktische Ausweitung der Geldmenge durch die SNB wird den Druck erhöhen. Inflation aber ist Gift für die Wirtschaft. Sie drückt die Einkommen, schadet der Altersvorsorge und treibt die Zinsen in die Höhe. ➔ Wie weiter? K.W.: «Kurzfristig geraten die Inflationsraten unter Druck. Mittelfristig sieht die Sache aber anders aus: Viele Länder brauchen die Inflation, um die reale Schuldenlast zu dämpfen, und der starke Franken wird uns zwingen, mehr Geld zu drucken, als uns eigentlich lieb ist.»
INTERVIEW FINANZKRISE
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
dert, richtet seine Wohnung ein, engagiert den Elektriker, um Lampen aufzuhängen. Die Behauptung, dass die Personenfreizügigkeit der Schweiz nichts bringe, ist falsch.
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➔ Verschuldung: Achtung Gefahr! Anstieg der Brutto-Staatsverschuldung in Prozent des BIP seit 2007
Die Immobilienpreise sind dadurch enorm gestiegen.
Betrachten Sie unsere Immobilienpreise tatsächlich noch immer als normal?
Im Vergleich zum verfügbaren Einkommen sind die Preise im normalen Rahmen gestiegen. Was raten Sie dem Kleinsparer in dieser turbulenten Zeit?
Die jetzige Phase extrem tiefer Zinsen birgt hohe Risiken in den Aktienmärkten. Deshalb sollte man diversifizieren und Obligationen meiden. Wenn man in Aktien investieren kann und will, muss man schauen, wo diese billig sind. Der starke Franken hat Aktien im Euroland preiswerter gemacht. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Hälfte von 63 Pensionskassen mit einem Gesamtvermögen von 187 Milliarden Franken eine Rendite von unter minus 0,2 Prozent. Was heisst das?
Die haben Glück gehabt, weil im ersten Halbjahr die Zinsen gesunken sind. Die Entwicklung ist ein Vorbote dessen, was auf uns zukommt: Die Pensionskassen werden bei den niedrigen Zinsen nicht das auszahlen können, was viele Leute heute erwarten. Grundsätzlich kann sowieso nur das Volkseinkommen verteilt werden, das erarbeitet wird. Die Spielregeln, wie das verteilt wird, werden sich ändern müssen. So ist das Pensionsalter von 65 für viele von uns viel zu niedrig. Es wird steigen müssen. Wir verlieren Geld bei der Pensionskasse, müssen mit Kürzungen bei den Sozial-
Wellershoff rechnet mit mehr Ausländern und Arbeitslosen. versicherungen rechnen, einer unstabileren Weltwirtschaft: Machen Sie uns Hoffnung!
Japan
Die Schweiz bietet noch immer ein tolles unternehmerisches Umfeld. Wenn wir weiter so leistungsbereit sind, sorge ich mich nicht. Die Gefahr besteht darin, dass wir denken, so reich zu sein, wie der Depotauszug der Bank suggeriert, und uns dann zurücklehnen. Davor müssen wir uns hüten. Wer rettet die Weltkonjunktur dieses Mal?
Letztlich müssen wir uns selber retten. Die Wirtschaftspolitik wird uns wenig helfen. Aber klar ist, dass die Zentralbanken eine wichtige Rolle spielen, und in der Schweiz haben wir noch die Möglichkeit, mit einer aktiven Steuerpolitik die Konjunktur zu stützen.
Rezessionsrisiko Schulden: Die Zahlen, die Fakten und die Schweizer Entwicklung seit 1980.
Eurozone
Schweiz
Überbewertung des Frankens in Prozent € / CHF USD / CHF
In fast allen grossen Industrienationen schwindet die Basis für regelmässiges Wachstum. Denken Sie an die Demografie oder an die Immobilienblasen im Ausland. Was übrig bleibt, ist unser technischer Fortschritt, die Produktivität und die Kreativität. Darauf müssen wir setzen. Und solange die Schweiz intelligente Menschen anzieht und nicht abweist, ist sie in einer komfortablen Lage.
www.migrosmagazin.ch
USA
➔ Der Franken: Unerträglich hoch
Dann kommen jetzt die sieben mageren Jahre?
Interview Reto E. Wild, Hans Schneeberger Bilder Siggi Bucher
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➔ Die Ausgangslage: Die Schweiz war jahrelang Vorreiterin einer zurückhaltenden Schuldenpolitik. In den letzten 20 Jahren haben sich aber die Schulden des Bundes von 32 auf knapp 45 Prozent des BIP erhöht. Sie liegen damit aber im Vergleich der Industrienationen noch immer auf einem sehr tiefen Niveau. ➔ Das Problem: Obschon die Schuldendisziplin der Schweiz überdurchschnittlich gut ist, stellt bei steigenden Zinsen die Kombination öffentlicher Schulden (Bund, Kanton, Gemeinden) und privater Schulden (Hypotheken) ein Gefahrenpotenzial dar. ➔ Wie weiter? K.W.: «Es gibt keinen Grund, an der grundsätzlichen Solidität der Schweizer Staatsfinanzen zu zweifeln. Wenn die Wirtschaft sich verlangsamt, hat der Staat Spielraum, um in Massen dagegen anzukämpfen.»
Grafiken Wellershoff & Partners Ltd.
Die sind aber auch gestiegen, weil die Zinsen so niedrig und weil die Preise im historischen Vergleich zurückgeblieben sind. Gemessen an den Einkommen sind die Schweizer Immobilienpreise noch immer 20 Prozent billiger als in den 1970er- und 1980er-Jahren.
➔ Die Ausgangslage: Die Schweizer Währung ist seit Jahrzehnten eine der härtesten der Welt und wird permanent teurer. Um trotzdem im Ausland Geld zu verdienen, muss sich die Schweizer Exportindustrie ständig verbessern und innovativ bleiben. ➔ Das Problem: Mit einem steigenden Franken hat die Schweizer Wirtschaft leben gelernt. In den letzten Monaten hat aber die Schuldenkrise den Kurs des Frankens als klassische Fluchtwährung dramatisch erhöht. Trotz Interventionen der Nationalbank ist der Kurs für die Exportindustrie und den Tourismus unerträglich hoch. ➔ Wie weiter? K.W.: «Noch nie hat sich der Franken in einem Monat so stark aufgewertet wie in den letzten Wochen. Bei diesen Wechselkursen müssen wir mit einem Einbruch unserer Konjunktur rechnen.»
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BILD DER WOCHE
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
SPENDABLER PRINZ
Der englische Thronfolger Charles und seine Frau Camilla besuchen ein abgesperrtes Areal im Londoner Stadtteil Croydon. Dort sind bei den Krawallen der letzten Woche viele Gebäude beschädigt worden. Bei ihrer Visite sprechen Charles und Camilla den Betroffenen Mut zu. Nach den Unruhen hat Prinz Charles über seine Stiftung rund 2,5 Millionen Pfund (knapp 3,3 Millionen Franken) für Jugendprojekte zur Verfügung gestellt.
FRAGE DER WOCHE
Bilder The Picture Library Ltd/Dukas
Warum sagt man «stockdunkel»?
Die Vorsilbe «stock» stammt vom mittelhochdeutschen Wort «stoc», das unter anderem die Bedeutung «Klotz» hatte. Weil Gefängnisse die Form eines Klotzes — also eines «Stocs» — hatten, nannte man sie damals auch «Stockhaus». Strafanstalten wurden aus Abschreckungsgründen so gebaut, dass es drinnen sehr finster war. «Stockdunkel» heisst also «dunkel wie in einem Stockhaus» oder «dunkel wie in einem Gefängnis». Und warum sagt man «Stockwerk», «stocksteif» oder «stockbetrunken»? Antworten auf: www.migrosmagazin.ch
ZITAT DER WOCHE
«Vor drei Monaten hiess es noch, DJ Energy sei vorbei. Und jetzt, da er weg ist, nennt man ihn eine Legende.» DJ Tatana (34) spricht im «Tages-Anzeiger» über den Tod ihres Berufskollegen DJ Energy (37). Das Wirken und Können des Trance-Pioniers sei nicht genügend gewürdigt worden, findet sie. DJ Energy alias Roger Beglinger ist nach seinem Auftritt an der Street Parade überraschend gestorben.
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Naturpark Schweiz
Überall im Land entstehen Naturpärke. Randregionen erhoffen sich davon einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser gelingt aber nur, wenn die ganze Bevölkerung mitzieht. Wie schwierig das ist, zeigt das Beispiel des Parc Ela in Graubünden.
ÖSTERREICH
CHUR
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runo Salis ist ein Hüne von einem Mann mit Gesichtszügen wie aus Fels gehauen. Bivio, das letzte Dorf der Talschaft Surses ist seine Heimat. Das Dorf wirkt wie ausgestorben, man hört nur den Wind und die durchfahrenden Autos. Hier betreibt der Landwirt einen Biobauernhof. In seiner Küche, bei Kaffee und Linzertorte, träumt Bruno Salis von einem Bivio, das nicht mehr so still ist, dass man nur den Wind hört. Er malt sich ein aufblühendes Mittelbünden aus, voller Aufbruchstimmung statt Perspektivlosigkeit, in dem die Menschen wieder Arbeit finden, und wieder Kinder geboren werden. Der Traum kann wahr werden, davon ist der Biobauer überzeugt. «Der Park wird uns eine Zukunft geben», sagt er.
Natur wird nicht mehr nur sich selbst überlassen
Die Idee für den Regionalen Naturpark Ela, der heute die beiden Talschaften Albula und Surses umfasst, entstand vor zehn Jahren. Wie soll sich die Region entwickeln? Diese Frage habe damals im Zentrum gestanden, sagt Salis, der von Anfang an im Projektteam des Parks sass und in-
Scuol Davos
Thusis Tiefencastel
Parc Ela
Savognin Bivio
St.Moritz
I TA L I E N
So gross wie Glarus Der Park hat seinen Namen vom Piz Ela, der zwischen dem Albula- und dem Surses-Tal thront. Mit seinen 600 km² ist er etwa gleich gross wie der Kanton Glarus. Ein Drittel der Parkfläche ist weitgehend unberührte Natur. Berühmtestes Bauwerk ist die Albulabahn, die dank ihrer Viadukte und Kehrtunnels seit 2008 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Auch geologisch ist die Region einzigartig: Der tektonische Übergang eines Kontinents in den Ozean — normalerweise unter dem Meeresspiegel — wird hier sichtbar. Insgesamt gibt es im Parc Ela 1080 Kilometer Wanderwege. Mehr Infos: www.parc-ela.ch
«Unser Kapital ist die Natur, wir brauchen keine Grossinvestoren», sagt
MENSCHEN PARC ELA
Bruno Salis, Vorstandsmitglied des Tr채gervereins Parc Ela.
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20 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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Niemand macht mehr Schweizer glücklich.
zwischenVorstandsmitglied des Trägervereins ist. Warum nicht aus einer Schwäche – Randregion, wenig Infrastruktur – eine Stärke machen? «Unser Kapital ist die Natur», sagt Salis. «Wir brauchen keine Grossinvestoren von aussen, damit Gäste kommen. Wir müssen das, was wir haben, anpacken und bekannt machen.» Hilfe zur Selbsthilfe – als das sieht Bruno Salis den Park. Das ist auch der Grundsatz der neuen Pärkepolitik des Bundes. Ende 2007 ergänzte er das Naturund Heimatschutzgesetz um den Abschnitt «Pärke von nationaler Bedeutung». Damit verabschiedete sich die Schweiz von der Idee, dass in einem Park die Natur grundsätzlich sich selbst überlassen sein soll. Dies gilt heute nur noch für die Kategorie Nationalpark. Für die neuen Kategorien Regionaler Naturpark und Naturerlebnispark aber strebt man bewusst ein Zusammenspiel von Mensch und Natur an (siehe Box). Es geht nicht mehr nur um den Erhalt von Mooren oder Auen, sondern um neue Impulse für die Täler und auch um die wirtschaftliche Nutzung der Natur, etwa durch naturnahen Tourismus. Inzwischen gibt es 19 Pärke in der Schweiz (siehe Karte). Fünf davon sind bereits in Betrieb und führen das vom Bund verliehene Parklabel. Sie werden finanziell unterstützt. 14 weitere Parks befinden sich noch im Aufbau oder stehen kurz vor der offiziellen Anerkennung, so auch der Parc Ela. Für ihn wurde im Januar das Betriebsgesuch in Bern eingereicht. Womöglich erhält der Park das Label noch diesen Sommer.
Oft sind die Parks die letzte Hoffnung für die Regionen
Die Regionen sehen in so einem Park oft ihre letzte Hoffnung. «Das öffentliche Leben in vielen unserer Gemeinden ist gefährdet», sagt Remo Fehr, Leiter des Amts für Natur und Umwelt des Kantons Graubünden. «Es existieren, ausser eines Parks, kaum Möglichkeiten, die Abwärtsspirale aufzuhalten. Deshalb unterstützt die Regierung von Graubünden auch den Parc Ela, obwohl wir alle noch nicht wissen, ob er tatsächlich
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Karte Netzwerk Schweizer Pärke, Stand Januar 2011
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etwas bringt.» Bruno Salis weiss, dass die Hoffnungen, die er und all die anderen in den Parc Ela setzen, nur in Erfüllung gehen, wenn alle mitmachen. «Der Park bietet den Rahmen, die Eigeninitiative muss von uns kommen.» Deshalb anerkennt der Bund auch nur Pärke, die auf regionalen Initiativen beruhen und von der lokalen Bevölkerung in Gemeindeabstimmungen abgesegnet wurden. Nur: «Den meisten Leuten hier ist der Park egal», sagt Salis. «Sie bewegen sich nicht, machen nichts draus.» Es brauche einen Mentalitätswandel – weg von dieser Fixierung ausschliesslich auf den Wintertourismus, der von externen Leuten finanziert wird und Geld in die Täler bringt, ohne dass die Einheimischen einen Finger krümmen müssen. Die Einheimischen animieren, Ideen für den Park zu entwickeln – das sei jetzt, sagt Salis, seine Aufgabe und die des Vereins. Damit der Leitsatz «Wir sind der Park!» keine hohle Floskel bleibt. Es gibt bereits die Vogelexkursion mit anschliessendem Bauernfrüh-
MENSCHEN PARC ELA
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Giatgen-Peder Fontana glaubt nicht daran, dass der Park die Abwärtsspirale stoppen kann.
stück oder die traditionelle Schafschur in Savognin, verschiedene Themenwege, auch ein Label für Produkte aus dem Ela-Gebiet gibt es. Aber, meint Salis, noch vieles mehr wäre möglich. Savognin, ein Wohnzimmer mit alten Holzmöbeln und Specksteinofen: Will man begreifen, warum die Bevölkerung bisher zurückhaltend auf den Park reagiert, findet man hier, bei Astrid Thurner, am ehesten Antworten. Die 57-Jährige betrieb lange ihre eigene Drogerie im Dorf. Diese leitet jetzt ihr Sohn. Sie ist eine erfrischende Frau mit sportlichem Kurzhaarschnitt. Und sie kann viel erzählen über die Ängste der Einheimischen vor dem Parc Ela. Als Mitglied des Gemeindevorstands von Savognin erlebte sie die Gemeindeabstimmungen im Herbst 2010 hautnah mit. Es ging damals um die Wurst: Mindestens 15 der 21 Gemeinden mussten dem Parkvertrag zustimmen, so die Vorgabe des Bundes. Der Vorstand von Savognin empfahl damals seiner Bevölkerung ein Nein. Letztlich haben die Savogniner
Bis heute erster und einziger Schweizer Nationalpark 1. Schweizerischer Nationalpark GR (seit 1914) Park von nationaler Bedeutung 2. Unesco Biosphäre Entlebuch LU (Biosphäre seit 2001, Regionaler Naturpark seit 2008) 3. Wildnispark Zürich Sihlwald ZH (Naturerlebnispark seit 2009) 4. Regionaler Naturpark Thal SO (seit 2009) 5. Biosfera Val Müstair GR (Biosphäre und
Betrieb Regionaler Naturpark seit 2010) Kandidat als Park von nationaler Bedeutung 6. Landschaftspark Binntal VS 7. Parc régional Chasseral BE/NE 8. Regionaler Naturpark Diemtigtal BE 9. Parc Ela GR 10. Regionaler Naturpark Gantrisch BE/FR 11. Regionaler Naturpark Thunersee-Hohgant BE 12. Jurapark Aargau 13. Naturpark
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Beverin GR 14. Parc naturel régional du Doubs NE/ JU/BE 15. Parc naturel régional Jura vaudois VD 16. Parc naturel régional Gruyère Pays-d’Enhaut FR/VD 17. Naturpark Pfyn-Finges VS 18. Parc naturel Val d’Hérens VS 19. Parc Adula GR/TI (Errichtung Nationalpark) Laufendes Gesuch für die Errichtung eines Parks von nationaler Bedeutung 20. Parco nazionale del Locarnese TI
Die Strategie des Bundes Im Dezember 2007 trat das revidierte Natur- und Heimatschutzgesetz in Kraft. Es legt die rechtlichen Grundlagen für die Pärke von nationaler Bedeutung fest und unterscheidet drei Kategorien: Nationalpärke bieten in den Kernzonen unberührte Natur, in den Umgebungszonen naturnah bewirtschaftete Kulturlandschaft mit Dörfern und touristischen Gebieten. Regionale Naturpärke wie der Parc Ela sind teilweise besiedelte, ländliche Gebiete, die sich durch hohe Natur- und Landschaftswerte auszeichnen (etwa Arten- und Biotopvielfalt oder intakte Ortsbilder). Es wird einiges getan, um diese Güter zu erhalten, aber auch um sie wirtschaftlich zu nutzen, etwa durch naturnahen Tourismus. Naturerlebnispärke bieten in ihrer Kernzone störungsfreien Lebensraum für Pflanzen und Tiere und in deren Umgebung
Naturerlebnisse für Städterinnen und Städter. Sie sind höchstens 20 Kilometer vom Zentrum einer Agglomeration entfernt und gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Der Bund verleiht einem Park, wenn er die Anforderungen erfüllt, das Parklabel und gewährt den Kantonen Finanzhilfen für die Errichtung, den Betrieb und die Qualitätssicherung. Neben dem Erhalt der Natur, der Tierund Pflanzenvielfalt geht es dem Bund in seiner Parkstrategie auch um eine «nachhaltige wirtschaftliche Regionalentwicklung» und — durch die Mitwirkung der lokalen Bevölkerung — um eine «neue regionale Identität und eine langfristige gesellschaftliche Perspektive».
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und weitere 18 Gemeinden – «zum Glück» – Ja gestimmt, aber es sei eine Zitterpartie gewesen, sagt Astrid Thurner. «Man fürchtete, so ein Naturpark schaffe zusätzliche gesetzliche Auflagen, die den Bau von neuen Infrastrukturen verbieten würde. Keine neuen Skilifte, Hotels, Strassen, das war unsere Angst.» Eine unbegründete Angst, der Naturpark bringt keine neuen Gesetze mit sich. Aber die Angst vor wirtschaftlichem Stillstand ist auch jetzt noch da, hat sich eingenistet in den Köpfen. «Die Skepsis ist gross», sagt Thurner. Dieses kritische Abwarten der einheimischen Bevölkerung ist für Giatgen-Peder Fontana nichts anderes als Lethargie. Er bezweifle, ob der Park in so einer Atmosphäre seine Erneuerungskraft entfalten könne. Fontana ist ein kleiner, runder Mann, der drei Tage pro Woche als Gemeindepräsident im Bergdorf Salouf lebt und die restlichen vier Tage im Unterland seinen Geschäften nachgeht. Er ist selbständiger Unternehmensberater. Das Gespräch mit Fontana findet in Zürich statt, zwischen zwei Terminen hat er sich ein Zeitfenster freigeschaufelt. Leise, aber bestimmt erklärt er, warum er nicht an den Parc Ela glaubt.
Giatgen-Peder Fontana findet den Park herzig
Er beginnt mit der Geschichte vom Dorfhotel, das er in Salouf plant. Über 40 leer stehende Liegenschaften gibt es in dem Dorf. Fontana möchte zusammen mit einem Grossinvestor die Häuser kaufen und zu Hotelzimmern umbauen. «Die Leute wollen aber nicht verkaufen, sie wollen, wenn überhaupt, ihre Häuser lieber selbst ausbauen und vermieten, jeder für sich allein.» Mit der Folge, dass weniger Geld zur Verfügung steht, alles länger dauert, weniger professionell ist. «Das schlägt sich auf die Qualität nieder, und das wiederum auf die Zahl der Gäste», sagt Fontana. Diese Einzelinitiativen sind in seinen Augen das Problem, und für ihn ist der Parc Ela genau das: «Ein Haufen Einzelinitiativen und Kleininvestitionen, die nicht das Niveau bieten können, das nötig
wäre, um viele Gäste in die Täler zu locken.» Fontana ist einer, dem vieles in Graubünden zu klein und zu behäbig ist. Damit der Sprung nach vorne in eine bessere Zukunft gelingt, braucht es seiner Meinung nach einen grossen Wurf beziehungsweise einen Grossinvestor, «am liebsten zehn Sawiris». Einen für einen Golfplatz, einen für ein Wellnesshotel, einen
«Die Leute wollen ihre Häuser lieber selber vermieten. Jeder für sich allein.» weiteren für eine Flaniermeile mit teuren Boutiquen. Er sei nicht gegen den Park, sagt der Unternehmer, er fände ihn nur «jö, herzig!», nicht gross und mutig genug, um den Aufschwung zu erreichen. Sicher kann man sich fragen, ob Exkursionen zu balzenden Birkhühnern die Hotelbetten füllen. Andererseits gibt es Stimmen wie etwa jene von Theo Schnider, Direktor der Biosphäre Entlebuch, die vom Parkmodell mit seinem sanften Tourismus schwärmen (siehe Interview): «Unsere Region profitiert nachweisbar, durch das Reservat generieren wir jährlich zweieinhalb Millionen Franken.» Dann sagt Schnider noch etwas, das in der ganzen Diskussion um den Parc Ela untergeht: «Es braucht halt einfach Zeit.» Texte Yvonne Staat Bilder Paolo Dutto
www.migrosmagazin.ch Die schönsten Ausflüge in Naturpärke und Nationalpark. Plus: Die Anforderungen für die Vergabe des Parklabels.
«Die Skepsis in der Bevölkerung ist gross», sagt Astrid Thurner. Sie sass
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«Es kommen eindeutig mehr Touristen»
Die lokale Bevölkerung reagiert oft mit Skepsis auf die Gründung eines Naturparks. Warum das so ist und wie man auch Zweifler überzeugt, erklärt Theo Schnider, Direktor des Unesco-Biosphärenreservats Entlebuch.
Theo Schnider
Theo Schnider, die Biosphäre Entlebuch ist seit 2008 auch ein regionaler Naturpark. Gab es Anfangsschwierigkeiten des Projekts?
Die Anfangsschwierigkeiten gehen auf die Jahre 2000 und 2001 zurück, als die Region Entlebuch zum Unesco-Biosphärenreservat wurde. Die Einheimischen hatten zunächst keine Freude daran, sie konnten sich unter einem Biosphärenreservat nichts vorstellen. Dasselbe galt für den Naturpark. Wir mussten den Leuten genau erklären, welches die Chancen für die Region sind. Erst wenn sie diese sehen, nehmen sie das Heft selbst in die Hand. Wir haben unendlich viel diskutiert.
Hat die Region vom Park und vom Reservat auch wirtschaftlich profitiert?
Kann die Errichtung eines Parks auch schiefgehen?
Die Parkstrategie des Bundes ist also ein Erfolg?
Den grössten Fehler, den ein Parkmanagement begehen kann, ist, alles von oben zu instruieren. Dann pflanzt sich der Geist des Parks nicht in den Köpfen der Leute weiter, sie bleiben passiv, nichts verändert sich. Das Management muss langfristig denken, ein solcher Mentalitätswandel braucht Zeit. Wie haben Sie die Einheimischen dazu gebracht mitzumachen?
bis Ende 2010 im Gemeindevorstand von Savognin.
bietet. Wenn die anderen sehen, dass das Erfolg hat, ziehen sie nach. Dank des Parks und des Reservats haben sich viele Leute von alten Denkmustern, die von der Subventionspolitik des Bundes geprägt waren, gelöst. Es herrscht ein spürbar anderer Geist in der Region als noch vor zehn Jahren.
Wir haben Pionierbetriebe eruiert und diese gefördert, Menschen, die offen für Neues sind. Das kann ein Käser sein, der seinen Käse mit dem neuen Produktelabel des Parks versieht. Oder ein Bauernhof, der Führungen für Gäste an-
Jährlich generiert die Region rund 2,5 Millionen Franken Wertschöpfung durch das Reservat. Neue Arbeitsplätze sind entstanden, inzwischen beschäftigen wir gegen 40 Teilzeitexkursionsleiter. Es kommen eindeutig mehr Touristen. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Einheimische haben begonnen, in ihre Betriebe zu investieren.
Das wird sich zeigen. Auf Teufel komm raus möglichst viele Pärke in der Schweiz zu haben finde ich eine falsche Strategie. Wir können nicht alle Regionen gleich wettbewerbsfähig und aus jeder wirtschaftsarmen Region einen Park machen. Zudem müsste der Selektionsprozess, wo ein Park sinnvoll ist und wo nicht, in den Regionen stattfinden und nicht beim Bund mit seinem bürokratischen Apparat. Bürokratie ist ein Innovationskiller und führt zur Uniformierung der Angebote. Die Arbeit wird durch den Einfluss des Bundes kompliziert, unmenschlich und unpersönlich.
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DER HAUSMANN
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Gewürzt oder ungewürzt? Nicht mal ortsansässige Steffisburgerinnen fänden in ihrer Filiale das Bänz Friedli lässt sich Paniermehl, hat belehren. Veronika Gerber mir berichtet. Wie also hätte ich, auf Stippvisite beim Schwiegervater, es finden wollen? Viele weitere Zuschriften bestätigten meine Vermutung, dass es sich beim Platzieren des Paniermehls in Supermarktauslagen um ein landesweites Malaise handelt. Frau Renggli aus dem Oberaargau klagt: «Drei – jawoll: drei! – Migros-Angestellte musste ich mit meiner saudoofen Frage ‹Exgüsee, wo fingeni ächt ds Paniermähl?› beim Einräumen verschiedener Lebensmittel stören. Gegenfrage: ‹Gewürzt oder ungewürzt?› Grrrrrr …» An dieser Stelle muss – Klammer auf! – kurz meine Liebste zu Wort kommen, die mich jedes Mal, wenn ich Warenhausbedienstete mit «Exgüsee, …» anhaue, ermahnt: «Du musst dich nicht entschuldigen, wenn du die nach etwas fragst. Dafür sind sie ja da.» Klammer geschlossen.
der Küche eine richtige Maschine bedienen!» Gerade will ich entgegnen, wir hätten doch gar keine solche Maschine … Schon mailt Susan aus Basel, sie habe in den Ferien das Paniermehl mal zur Not von Hand geraffelt – aus einem mir bislang gänzlich unbekannten Gebäck, aus übrig gebliebenen, steinharten Fastenwähen, Baseldytsch: Faschtewaije. Worauf freilich ihr Achtjähriger befunden habe, die panierten Schnitzel schmeckten irgendwie nach Faschtewaije … Dennoch insistiert Susan: «Also wirklich, Bänz, ich kann gar nicht verstehen, weshalb du als so vorbildlicher Hausmann das Paniermehl nicht selbst zubereitest?» Susan! Habe ich je behauptet, ein vorbildlicher Hausmann zu sein?! Nicht einmal vorgebildet bin ich – uns Männern hat das Haushalten ja niemand beigebracht. Ausserdem könnte ich zurücksticheln, in einem YB-Haushalt gebe es keine Basler Faschtewaije … ;-)
Aber warum ich denn das Paniermehl nicht selber herstellte, fragte Mary Busch aus Ebikon.
Zum Geburtstag hat Anna Luna natürlich neue Fanutensilien bekommen. Bei einer Frau in Flu-
Tröstlich!
«Mahlen Sie das Restenbrot in einer Gemüseraffel mit feinstem Sieb! Eine der Lieblingsbeschäftigungen meiner Grosskinder. Auch Ihr Sohn Hans könnte so in
menthal liess ich aus einem gelb-schwarzen Fussball eine Handtasche für den nächsten Matchbesuch fertigen (Portaball heisst das Ding, und, ähm … es wird auch in Rot-Blau
angeboten). Von Götti Nils wünschte sie sich das neue YB-Trikot mit der Rückennummer von «Fahrni Rüedu», wie wir den Schweden Alexander Farnerud nennen, den Popstar unter den Fussballern: tätowiert, platinblond, spektakulär auf und neben dem Rasen. Anna Luna hatte zunächst den stillen «Wuschu» Spycher in Erwägung
«Zum Geburtstag gabs Fanutensilien.» gezogen, dann aber befunden: «Den trägst ja schon du auf dem Rücken, Vati.» Frau Renggli übrigens hat, nachdem sie ihr Pa-
niermehl (ungewürzt!) doch noch gefunden hatte, mit schwarzem Stift gross den Fundort auf die Packung notiert, auf dass sie das Paniermehl, ist die Packung mal aufgebraucht, dann das nächste Mal finde. «So erspare ich mir wenigstens einen Irrlauf mit dem Chäreli, dessen Räder immer verklemmt sind und das nur mühsam um die Regale zu lenken ist.» Gute Idee! Wenn sie bis dahin nicht den Laden umgestellt haben … Bänz Friedli (46) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich.
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26 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Lehrabschluss mit 57
Schon als junge Frau wusste Rosa Ranieli, was sie wollte: eine kaufmännische Ausbildung absolvieren. Doch sie durfte nicht. Erst 41 Jahre später hat die Appenzellerin ihren Traum verwirklicht.
G
eht Rosa Ranieli über den Pausenplatz ihres Schulhauses in St. Gallen, fällt sie nicht besonders auf. «Das wird eine neue Lehrerin sein», denken wohl die Jugendlichen, die in Gruppen herumstehen und plaudern. Dabei war Rosa Ranieli bis vor Kurzem hier selbst Schülerin. Auch wenn man ihr die 59 Jahre nicht ansieht, ist sie für eine frischgebackene Kauffrau doch ziemlich reif. Mit dem Erwerb des Diploms ging für die Ostschweizerin ein langer Kampf zu Ende. Im Leben sei sie vielen Stoppschildern begegnet, findet sie, die auf einem Bauernhof im Appenzellerland aufwuchs. Nach der obligatorischen Schule hätte sie gerne eine kaufmännische Ausbildung gemacht, doch die Eltern fanden, das sei nicht nötig. Wieso, verstehe sie bis heute nicht, sagt Rosa Ranieli, und ihr Gesicht nimmt einen nachdenklichen Ausdruck an.
Als Hausfrau war der Gedanke Büro immer da
«Ich war jemand, der gerne arbeitet. Vielleicht war das mein Nachteil. So schickte man mich gleich an den erstbesten Arbeitsplatz in einen Haushalt.» Zwar gefiel es ihr dort gut, doch ihr Wissensdrang wurde nicht gestillt. Immerhin konnte sie sich als Jugendliche im Tessin, in Rom und London Fremdsprachenkenntnisse aneignen. Mit 22 Jahren heiratete Rosa Ranieli. Sie blieb für zwei weitere Jahre im Berufsleben. Als Telefonistin. Dann kamen die Kinder zur Welt. Damit war, wie bei so
vielen Frauen dieser Generation, das Berufsleben auf Eis gelegt. Doch während all der Jahre als Mutter und Hausfrau hatte sie den einen Gedanken immer wieder: eine Arbeit im Büro. «Mir gefällt der Umgang mit den Menschen, sei es am Telefon, schriftlich oder am Empfang», sagt sie. Als die Kinder erwachsen waren, begann sie wieder zu arbeiten, zuerst als Verkäuferin, später, dank einer Weiterbildung zur medizinischen Sekretärin, in einer Arztpraxis. Einen Einschnitt brachte die Trennung von ihrem Mann im Jahr 2001. Zwar war die Scheidung nicht einfach, doch wurde sie zum Wendepunkt. Rosa Ranieli ging nun in die Offensive – und als sie das erzählt, entspannen sich ihre Gesichtszüge. «In der Zeitung habe ich vom KV für Erwachsene gelesen. Vorher hatte ich gar nicht gewusst, dass es das gibt. Endlich war die Möglichkeit da, mein Schulmanko aufzuholen.» Sie meldete sich an und konnte sofort in einen bereits laufenden Lehrgang am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbil-
«Manchmal war mein Kopf so voll, dass ich glaubte, nun gehe nichts mehr rein.»
dungszentrum St. Gallen einsteigen. Der Unterricht fand am Abend und am Samstagvormittag statt. Leicht fiel es ihr nicht, sich in eine bestehende Klasse einzufügen, in der sie die Älteste war. «Dafür waren einige der Lehrer in meinem Alter. Die hatten Freude, eine gleichaltrige Schülerin unterrichten zu können», erzählt sie schmunzelnd. Die Ausbildung war das Ende einer langen Durststrecke. Sie habe das Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm und alles vom Anfang bis zum Schluss interessant gefunden. Gleichzeitig war der Lehrgang auch hart: «Manchmal war mein Kopf so voll, dass ich glaubte, nun gehe wirklich nichts mehr rein.» Nicht alle Prüfungen glückten auf Anhieb. Doch nach knapp drei Jahren war es geschafft. Als Höhepunkt erlebte sie die Abschlussprüfung zusammen mit 300 anderen KVAbsolventen in der Olma-Halle in St. Gallen: «Das war schön, alles lief so gut an diesem Tag.»
Die Ausbildung stärkte das Selbstbewusstsein
Überhaupt verblassen die schwierigen Ausbildungsmomente angesichts des einen: «Endlich habe ich das erreicht, was ich schon immer wollte. Ich bin so froh, dass ich das KV doch noch gemacht habe.» Rosa Ranieli strahlt über das ganze Gesicht. «Jedem, der mich danach fragt, sage ich dasselbe: Hast du einen lang gehegten Wunsch in deinem Herzen, so hole ihn nach. Es ist nie zu spät.» Trotz ihres Abschlusses ist ihre
KV statt AHV: Im Alter von 54 Jahren,
berufliche Zukunft nicht klar: Zurzeit hat sie eine befristete Stelle und ist weiter auf der Suche nach einem interessanten Job. Doch sie steckt den Kopf nicht in den Sand. Wer weiss, ob sie nicht doch noch ihre Traumstelle in einem (Reise-)Büro findet? Auf die Frage, was ihr die Ausbildung gebracht habe, zählt Rosa Ranieli nicht nur das fachliche Wissen auf. Ihr politisches Interesse sei geweckt worden, und sie
MENSCHEN WUNSCHBERUF
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wenn viele schon an die Pensionierung denken, schlug Rosa Ranieli einen neuen Weg ein. Auf ihr Diplom ist die heute 59-jährige Kauffrau mächtig stolz.
KV für Erwachsene
In der Schweiz dürfen auch Erwachsene eine KV-Ausbildung absolvieren. Das garantiert das Berufsbildungsgesetz. Voraussetzung sind mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, zwei davon im kaufmännischen Bereich. In St. Gallen belaufen sich die Ausbildungskosten auf rund 16 000 Franken. Sie werden vom Kanton übernommen. In den meisten Kantonen müssen die Schüler die Ausbildung selbst bezahlen. Dazu kommen pro Kopf rund 1200 Franken für Lehrmaterial und Prüfungsgebühren. 2010 haben in der Schweiz 612 Personen den KV-Abschluss für Erwachsene absolviert.
habe an Selbstbewusstsein gewonnen. Gewonnen hat sie aber noch etwas anderes: eine neue Kollegin. «Es jungs Meitli, ganz e herzigs», sagt sie liebevoll. Was wünscht sich Rosa Ranieli noch? «Könnte ich es mir finanziell leisten, würde ich am liebsten ein Jahr in Kanada verbringen», sagt die 59-Jährige. Sie habe noch viele Ideen. «Ich fühle mich überhaupt nicht wie Ende 50.» Die Appenzellerin singt in einem
Chor, macht beim Latinofit mit, fährt Velo, geht Schneeschuhlaufen, wandern, schwimmen und, und, und. Am Schluss des Gesprächs möchte Rosa Ranieli, die für ihr kleines Glück hart gekämpft hat, unbedingt noch etwas loswerden: «Wissen Sie, welches Bild für mich steht? Es ist die Sonnenblume, die ihren Kopf immer zum Sonnenlicht dreht.» Text Daniel Bütler Bild Jorma Müller
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30 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Ein Schweizer schenkt Berlin
Einst ungenutzt, heute umgenutzt: Der Aargauer Frank Sippel hat in Berlin eine alte Malzfabrik total und Gastronomieflächen geschaffen. Das einstige Industrieareal zieht heute Künstler aus aller Welt
Barbara Caveng (47), Künstlerin Ein ganzes Jahr lang rettete Barbara Caveng ausrangierte Tischplatten, Regalbretter, Schranktüren und sonstige Möbelteile in und um den Berliner Stadtteil Neukölln vor dem Entsorgen. Danach verlegte sie die Materialien als Bodenbelag auf 120 Quadratmetern. «In meinem Wohnort Neukölln werden halbe Wohnungseinrichtungen auf der Strasse entsorgt», sagt die Zürcherin. Jetzt lädt sie dazu ein, das Neuköllner Sozialparkett in der Malzfabrik zu begehen. Cavengs Heimat heisst seit 15 Jahren Berlin. Sie liebt das Raue an der Stadt, ihre Toleranz und den «unglaublich freundlichen Malzfabrik-Betrieb». Ihr neuestes Projekt: Bis Ende Oktober weilt sie auf Einladung der Ecole Cantonale d’Art du Valais in Sierre VS. Ihre Parkettarbeit wirke identitätsstiftend, und die Gemeinde Leytron habe Angst, die eigene Kultur zu verlieren. Caveng sammelt nun Küchenbrettchen («Sie sind wie ein Fingerabdruck eines Menschen.») und zimmert daraus einen Tisch. www.caveng.net www.kunstparkett.net
Philippe P. Rey (54), Galerist Als Philippe P. Rey vor zwei Jahren erstmals die Malzfabrik besuchte, «war kein Mensch hier. Nachts musste ich ohne Strom und Wasser auskommen», erinnert sich der Zürcher Galerist. Er gilt als MalzfabrikPionier, hat er doch seit den Anfängen als Einziger eine 2,5-Zimmer-Wohnung auf dem Gelände. Und natürlich ein kleines Lager. «So schön wie heute habe ich die Malzfabrik noch nie gesehen», sagt er. Endlich würden sich die Renovationsarbeiten bemerkbar machen. Als Galerist vertritt er insgesamt 14 Künstler. Vier davon stammen aus Berlin. «Berlin ist in der Kunst eine Drehscheibe — aber nicht bei den Verkäufen», betont er. Pro Jahr kommt Rey deshalb auf weit über 100 000 Flugmeilen. Er ist viel unterwegs: in Deutschland, der Schweiz und auch in den USA. www.roemerapotheke.ch
Barbara Caveng auf ihrem Sozialparkett: «Ich liebe den freundlichen Malzfabrik-Betrieb.»
Malzfabrik-Pionier Philippe P. Rey: «Berlin ist in der
MENSCHEN BERLIN
einen Kulturplatz
saniert und auf 50 000 Quadratmetern Ateliers, Konzertsäle, Ausstellungshallen, Werkstätten an. Auch Schweizer lassen sich im Stadtteil Schöneberg nieder.
Marianne Grob (54), Galeristin Derzeit gönnt sich Marianne Grob eine Pause und hat die Gegenstände der von ihr betreuten Künstler in einem Depot untergebracht. Grob gehört zu den ersten Schweizer Galeristinnen in Berlin. 1993, nur vier Jahre nach dem Mauerfall, eröffnete die Luzernerin im Stadtteil Kreuzberg ihre Berliner Galerie. Seit Ende 1999 und bis vor wenigen Wochen führte die mit einem Architekten verheiratete Schweizerin eine Galerie mitten in der Kunstszene der deutschen Hauptstadt: an der Linienstrasse in Berlin-Mitte. In diesem Stadtteil konkurrieren rund 70 von stadtweit über 400 Galerien. Zum 80. Geburtstag von Urs Jaeggi zeigte Grob in der Malzfabrik bis vor wenigen Tagen das Lebenswerk des Schweizer Schriftstellers, Malers und Bildhauers (im Bild der Ausstellungsraum). Für Grob ist die Malzfabrik «eine Plattform für Kunst und Begegnung». Sie sagt aber auch: «Eigentlich existiert in Berlin keine Kaufkraft für Kunst.» Angesichts einer Arbeitslosenquote von bis zu 20 Prozent (Bezirk Neukölln) überrascht diese Aussage nicht. www.galeriemariannegrob.de
Kunst eine Drehscheibe, bei den Verkäufen nicht.» Marianne Grob: «Die Malzfabrik ist eine Plattform für Kunst und Begegnung.»
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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V
or sechs Jahren kaufte Frank Sippel im Südwesten von Berlin eine verlassene Malzfabrik. «Für das Industriedenkmal investierte ich zusammen mit privaten Finanzleuten vier Millionen Euro», sagt der 39-jährige Schweizer. Die Sanierung der ziegelroten Gebäude im Stadtteil Schöneberg habe bisher weitere fünf Millionen Euro gekostet. «Berlin ist ein interessanter Immobilieninvestitionsmarkt, den ich mit meinem Immobilienunternehmen Real Future AG seit 2003 bearbeite.» Gut zehn Fussminuten vom S-Bahnhof Berlin-Südkreuz tauchen die vier Schornsteine des imposanten, 97 Jahre alten Klinkergebäudes auf. Sie gehören zur einst grössten Malzfabrik Europas. Heute steht die Fabrik für Visionäre, Künstler, Idealisten und Kreative, für ein über 50 000 Quadratmeter grosses, denkmalgeschütztes Areal mit Loftateliers, für Ausstellungshallen, Konzertsäle, Büroräume, für Gastronomie, Werkstätten, Lagerflächen und seit Kurzem für das «Malznest». Darin können Touristen in einem 50 Quadratmeter grossen Appartement übernachten. Kreativität ist das zentrale Thema. Die Malzfabrik diente auch schon als Kulisse für Film und Fernsehen.
«In der Schweiz wäre ein solches Areal unbezahlbar»
Dabei ist Malzfabrik-Geschäftsführer Frank Sippel stolz darauf, ohne staatliche Förderung auszukommen. «Wir wollen mit unserem nachhaltigen Konzept zeigen, dass ein solches Projekt nicht auf öffentliche Mittel angewiesen ist.» Ganz ohne Fremdhilfe kommt allerdings auch der Immobilienspezialist nicht aus. Ihn unterstützen Partner, Mitinvestoren und Banken. Er weiss, dass die Fläche eines solchen Areals in einem urbanen Gebiet in der Schweiz «fast unbezahlbar wäre». Die Kehrseite der Medaille: «Mehr als neun Euro Mieteinkünfte pro Quadratmeter und Monat gibt der Markt in Berlin nicht her.» Die Stadt sei arm, aber sexy, wie das Bürgermeister Klaus Wowereit einst umschrieb. Frank Sippel pendelt regelmässig zwischen Kloten und Tegel hin und her und wohnt jeweils in Ber-
Frank Sippel: «Die Malzfabrik ist mein privates Projekt, Kreativität das zentrale Thema.»
lin-Mitte. In Zürich ist der «Teilzeitberliner» im Kreis 4 zu Hause. Für Sippel, der als Sohn deutscher Eltern in Nussbaumen AG aufwuchs, ist die Malzfabrik nicht einfach eine weitere Immobilien-
investition. Sie ist seine Passion, sein Lieblingsprojekt. Ein Projekt, das inzwischen riesige Dimensionen angenommen hat: Mittlerweile unterhält die Malzfabrik rund 70 Mietver-
träge mit 120 Personen. Ins auffallend gepflegte und saubere Fabrikgelände sind erste Goldschmiede eingezogen. 22 Künstler, Fotografen, ein Möbeldesigner, ein Strickmodeunternehmen,
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Das Innere der Malzfabrik bietet auf mehreren Stockwerken Platz für Ausstellungen und Büros.
In der Malzfabrik gibts eine eigene Fischzucht
Unter Authentizität versteht Sippel, die Schweiz als Land einzubringen. Gleich mehrere Eidgenossen wie die Galeristen Marianne Grob und Philippe P. Rey oder die Künstlerin Barbara Caveng (siehe Seiten 30 und 31) benützen die Malzfabrik als Plattform. Noch bis zum 9. September läuft ausserdem eine Ausstellung des Vereins «Kult Zürich Ausser Sihl» über den Stadtkreis 4 mit Fotos von überraschenden Alltagsszenen und provokativen Filmeinspielungen. Und am 31. Juli feierte die Malzfabrik den dritten «Schwiiiztag». Dazu gehörten historische Führungen durch die alte Mälzerei, die Kunstausstellung «Kunst ist überall» von Urs Jaeggi, Rivella als Durstlöscher sowie Raclette gegen den Hunger. Die an
dem Silo befestigte rot-weisse Flagge oder das Restaurant Bergstübli im Dachgeschoss des Kachelhauses spricht HeimwehSchweizer das ganze Jahr an. Aus Sippel sprudelt es nur so heraus, wenn er auf weitere Vorhaben angesprochen wird: Auf dem Nachbargelände plant er mit seinem 12-köpfigen Berliner Team unter anderem ein Ökotop und einen Schwimmteich, auf einer Fläche, die dreimal grösser ist als
ein Fussballfeld. Die Umweltbeauftragte der Malzfabrik, Karoline vom Böckel, ist damit beschäftigt, auf dem Areal Früchte, Gemüse und Fisch zu züchten. Frank Sippel betont: «Für mich steht der Profit bei der Malzfabrik nicht im Vordergrund. Es ist mein privates Projekt, das im wahrsten Sinn des Wortes organisch wachsen soll.» Ursprünglich plante er, das Gelände für einen Fachmarktgrosshandel oder ein Velocenter zu nutzen.
«Doch die Räumlichkeiten waren dazu unpassend», sagt er. Deshalb blieb die Fabrik zwei Jahre leer. Heute ist es für den Unternehmer selbstverständlich, die Malzfabrik nachhaltig zu renovieren. Für die Mieter gehören Abfalltrennung mit Kompost, Bio-Seife, Recycling-Toilettenpapier und ökologische Büromaterialien dazu. Nachhaltig heisst für Sippel aber auch, mit der von ihm mitbegründeten District GmbH Kunst und Kultur zu fördern. Die Stiftung hat ihren Sitz ebenfalls in der Malzfabrik. Stolz sagt Frank Sippel: «Jetzt hat die Malzfabrik ein Gesicht. Wir sind eine pulsierende Insel in Berlin, wie die Schweiz eine Insel in Europa ist.» Texte Reto E. Wild Bilder Jens Neumann, Edgar Rodtmann
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AUF EIN WORT
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
FRAU DER WOCHE
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GEFÄHRLICHE ALPEN
Vorkämpferin
Freier von Prostituierten unter 18 sollen in Zukunft bestraft werden. Justizministerin Simonetta Sommaruga (51) will das Gesetz ändern. Es braucht strengere Regeln, damit die Schweiz einer Europaratskonvention zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung beitreten kann. Die Schweiz ist eines der wenigen Länder in Europa, das käuflichen Sex mit 16- bis 18-Jährigen erlaubt.
«In den Bergen sollte man einen Gang runterschalten» Im öft Immer öfter stürzen tür Re Rentner in den Bergen zu Tode. Am Wochenende vom 14. August kamen in der Schweiz sechs Berggänger ums Leben — vier davon waren über 70. Urs Wellauer (52), Präsident des Schweizer Bergführerverbands, über Städter in den Alpen, schwere Rucksäcke und Wetterumstürze. Urs Wellauer, vor gut einer Woche sind gleich ein halbes Dutzend Berggänger tödlich verunglückt. Weshalb diese Häufung?
MANN DER WOCHE
Bilder Stefan Sobotta/fotogloria, Adrian Streun/Reuters, Thomi Studhalter/SRF
Quotenkönig
Spott und Häme musste Stefan Gubser (54) für seine Rolle als Kommissar Flückiger im neuen Schweizer «Tatort» einstecken. Und nun dies: Der Krimi mit dem Titel Wunschdenken sorgte für traumhafte Einschaltquoten auf SF 1. Ausserdem hat die ARD erklärt, an der Lieferung von weiteren Folgen aus der Schweiz festzuhalten. So schlecht scheints der Schweizer also doch nicht gemacht zu haben.
Das betreffende Wochenende war eines der Ersten in diesem Sommer, das schönes Wetter brachte. Sonnenschein lockt die Leute vermehrt in die Berge. Und weil es generell immer mehr Berggänger gibt, passiert mehr als früher. Auffallend ist, dass 2010 fast die Hälfte der Bergopfer Senioren waren.
Tatsächlich verunglücken in den Bergen oft ältere Leute. Ab einem gewissen Alter nimmt einfach das Herzinfarktrisiko zu und die Trittsicherheit ab. Ich stelle das bei mir selbst fest. Wie?
Früher bin ich gewandert und geklettert, ohne mir spezielle Gedanken zu machen. Heute gehe ich die Schritte viel bewusster und springe nicht mehr so herum wie damals mit 35. Mir fällt auf, dass die Berggänger heute oft alleine und ohne spezielle Sicherung unterwegs sind. Da genügt schon ein einziges Ausrutschen, und die Katastrophe ist passiert. Glaubt man der Statistik, stürzen die meisten Berg-
gängerinnen und Berggänger beim Bergwandern ab.
Die Berge werden oft unterschätzt. Ein Bergsteiger beispielsweise kann sich am Seil sichern. Ein Wanderer ist in der Regel sich selbst überlassen und ohne Schutz. Wie hat sich der Freizeitsport in den letzten Jahren generell verändert?
UnsereKonsumgesellschaftbringt es mit sich, dass gerade die Städter aus einem hektischen Umfeld in die Berge reisen und dort im selben Tempo weiter konsumieren wollen. Ich rate, einen Gang zurückzuschalten und zur Besinnung zu kommen, statt noch rasch ausgerechnet auf die strengste Tour zu gehen. Und es lohnt sich, schon am Vorabend anzureisen, um am nächsten Morgen frühzeitig aufzubrechen. Denn gerade bei Ski- und Hochtouren stelle ich fest, dass die Leute früher richtigerweise zeitiger unterwegs waren als heute. Sie selbst sind Bergführer in den Alpen. Wann gerieten Sie das letzte Mal in eine heikle Situation?
Jesus Maria, das ist schon lange her. Einmal kam ich auf dem Mont Blanc in einen Sturm und konnte mich in äusserster Not in ein Biwak retten. Zusammen mit einem anderen Schweizer Bergführer fand ich letztlich den Weg durch den Nebel zurück nach Chamonix. Was haben Sie falsch gemacht?
Ich war frühmorgens an einem Frühlingstag mit Skiern aufgebrochen. Innert kürzester Zeit hat
das Wetter umgeschlagen. Das konnte ich nicht voraussehen. Vor zwei Wochen hatte ich Glück, als ich beim 200-Jahr-Jubiläum der Jungfrauerstbesteigung eine Viertelstunde vor dem Sturm zurück ins Jungfraujoch kam. Genau solche Wetterumstürze sind enorm gefährlich. Welches sind denn die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen in den Bergen?
Es gehört zur Vorbereitung, genau abzuklären, ob ich mir eine Tour zutrauen kann, ob ich dazu genügend fit bin und entsprechend Zeit habe. Wichtig ist auch die Ausrüstung: Ein 30 Kilogramm schwerer Rucksack nützt mir nichts, wenn ich ihn nicht auf längere Zeit tragen kann. Letztlich ist
«Tatsächlich verunglücken in den Bergen oft ältere Leute.» es im Zweifelsfall besser, einmal zu früh als einmal zu spät umzukehren. Wenn man unsicher ist, kann man die gewünschte Tour in der Obhut eines Schweizer Bergführers unternehmen. Wie viel kostet das?
Ein Tageshonorar beträgt rund 600 Franken. Dazu kommen allfällige Spesen für Übernachtungen oder für Fahrten mit den Seilbahnen. Interview Reto E. Wild
38 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Andere Länder, andere Deckel
Versetzter Schachtdeckel auf der Schlosstreppe in Thun BE. Das Muster, das an Schoggitäfeli erinnert, soll die Rutschgefahr bei Nässe minimieren.
Etwa 60-jähriger Dolendeckel «Ville de Kaysersberg» aus dem elsässischen Kaysersberg. Die Art der Rahmengestaltung ist in der Schweiz kaum zu finden, wohl aber in Frankreich und in Luxemburg.
Christian Ratti (links) und Lukas Müller spielen mit einem Deckel aus Styropor. Ein echter Deckel mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern wiegt 94 Kilo.
Neuer Deckel auf dem Rathausplatz von Stein am Rhein SH. Der Heilige St. Georg ist der Schutzpatron des Städtchens. Auf dem Stadtwappen kämpft er mit einem Drachen.
Kombination zweier nicht mehr existenter Giessereien: Der Rahmen stammt von der Zürcher Villa Oerlikon, der Deckel von der Ustemer J. Weber & Cie. Gesehen in Zürich Seebach.
«Eaux Lausanne» — Dolendeckel zur Frischwasserversorgung in Lausanne. «Eaux» weist auf Trinkwasser (Gegensatz zu Abwasser) hin. Ovale Dolen wie diese hier, sind selten.
MENSCHEN DOLOLOGEN
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Heavy Metal
Christian Ratti und Lukas Müller stehen auf Schachtdeckel. Aber nicht wie normale Passanten mit den Füssen. Die beiden sind Fans. Für ein gutes Dolendeckel-Foto reisen die beiden um die halbe Welt.
A
m Fuss des Zürcher Grossmünsters knien zwei Männer nebeneinander, die Nasen knapp über dem Kopfsteinpflaster. Ein paar Japaner bleiben stehen, recken neugierig den Hals. Christian Ratti (37) winkt die kichernden Touristen näher. «Come on, nice Doledeckel!» Sein Kollege Lukas Müller (67) entfernt mit der Hand ein paar Blätter von dem gusseisernen Rund. «S.T.V. 1914» ist dort eingraviert. «Mit dem Schweizer Fernsehen hat S.T.V. definitiv nichts zu tun», sagt Müller augenzwinkernd, «das war damals noch gar nicht erfunden.» Aber möglicherweise mit dem Telefon. «In Zürich wurde eines der ersten Telefonnetze der Schweiz verlegt, vielleicht lief hier eine Leitung zum benachbarten Feuerwehrlokal durch.»
Kloakenreform löst Dolendeckel-Boom aus
Im tschechischen Karlovy Vary (ehemals Karlsbad) entdecktes Zeitdokument. Die deutsche Inschrift «Stadtgemeinde Karlsbad» ist ein Zeichen der wechselvollen Geschichte Böhmens im letzten Jahrhundert.
Christian Ratti, Goldschmied und Künstler aus Zürich, und Lukas Müller, pensionierter Mathematiklehrer aus Würenlingen AG, sind Dolendeckel-Fans. Sie selbst nennen sich gerne Dolologen. Das erklärte Ziel der beiden Vorstandsmitglieder des gleichnamigen Vereins: die Mitbürger für den künstlerischen und denkmalpflegerischen Wert dessen zu sensibilisieren, was die meisten täglich achtlos mit den Füssen treten. Der helvetische Ausdruck Dole stammt vom althochdeutschen Dola für Röhre, Graben oder auch
Rinne. «Kanalabdeckungen aus Stein oder Holz gab es aber schon bei den alten Griechen und Römern», weiss Christian Ratti. Er fand über eine Dolendeckel-Stadtführung in Chur zu seinem gewichtigen Hobby. Ein Dolendeckel mit einem Durchmesser von 110 Zentimetern wiegt 171 Kilo. «Mit der Industrialisierung wurde dann die Kanalisation vielerorts professionalisiert. So auch in Zürich: 1867 segnete die Stadtregierung die sogenannte Kloakenreform ab, 1868 folgte der Frischwasserbeschluss. Die Folge war ein eigentlicher DolendeckelBoom.» Tatsächlich: Wer sich mit den beiden Dolologen auf Entdeckungstour durch Zürich begibt, entdeckt, wie viele Verschlüsse und Einlaufroste den Strassenboden prägen. Wasser, Abwasser, Gas, Telekommunikation, Elektro – «allein auf dem Stadtgebiet soll es rund 30 000 Dolendeckel geben», sagt Ratti. Wie viele es tatsächlich sind, wisse niemand. Die meisten seien übrigens rund, ergänzt sein Mitstreiter. «So können sie nicht in den darunterliegenden Schacht fallen.» In Rom habe er aber auch schon dreieckige Modelle entdeckt, was ebenfalls funktioniere. Christian Ratti bleibt vor einem weiteren Deckel mit einem «S.T.V.»-Kürzel stehen, diesmal aus dem Jahr 1899. «Hier sind die Zahlen viel breiter gegossen als 1914. Vielleicht wollte man damit die fetten und die
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MENSCHEN DOLOLOGEN
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Dieser indische Deckel aus dem Bronx-Zoo in New York sorgte für Aufregung. 2007 prangerte die «New York Times» die Arbeitsbedingungen in indischen Giessereien an.
Dolendeckel aus dem brasilianischen São Luís, im Bundesstaat Maranhão. Sogar die Telefonnummer der Giesserei steht drauf.
mageren Jahre andeuten», spekuliert er. Zwei Deckel weiter lautet die Inschrift «DIN 400 KN». «Das ist ein moderner Standarddeckel», erläutert Lukas Müller, «KN steht für Kilonewton – da kann locker ein 40-Tönner drüberfahren.»
Erinnerungen an längst verschwundene Giessereien
Villa Oerlikon – Zürich, J. Weber & Cie – Uster, Coray & Brun – Chur, Giesserei Rob. Heimgartner – Baden, Fattet – St-Ursanne: Früher stand in fast jedem grösseren Ort der Schweiz eine Giesserei. Mit jeder Strassensanierung, mit jeder ersetzten Dole verschwindet ein weiterer Zeuge ihrer Existenz – und damit eine grosse Vielfalt an Designs. Die Globalisierung spielt nämlich auch hier: So finden sich heute in ganz Europa die normierten Schachtdeckel einer gewaltigen Giesserei im französischen Pont-à-Mousson. Und so versuchen die Dolologen zu retten, was noch zu retten ist. Zum einen, indem sie sich bemühen, beispielsweise durch Dolendeckel-Stadtführungen die Öffentlichkeit für das gusseiserne Erbe zu sensibilisieren. Zum anderen, indem sie möglichst viele Objekte fotografieren und archivieren. Und die Schachtdeckelliebhaber träumen ihren Traum, ein Dolendeckel-Museum zu eröffnen. Ein Raum, wo Ausrangiertes erhalten statt eingeschmolzen werden könnte.
Deckel des Elektrizitätswerks von La Paz, der Hauptstadt Boliviens. Produziert wurde der «Bolivian Power» von der Giesserei Fundición López.
Lukas Müller ist gerade erst von einer Foto-Safari aus New York zurückgekehrt, wo ihm im BronxZoo ein paar seltene Exemplare unter die Füsse gekommen sind. «Die grösste Chance, Aussergewöhnliches zu finden, liegt ausserhalb der Zentren», wie er sagt. Doch keine Theorie ohne Ausnahme: Eines seiner Lieblingsstücke entdeckte er auf einer vierspurig befahrenen Strasse im Zentrum von Athen: ein Schachtdeckel von 1871 aus einer Pariser Giesserei. Dolologen-Ehre, dass Müller davon unter Lebensgefahr ein Foto schoss. Foto Nummer 3987 schätzungsweise; Foto Nummer eins entstand vor bald 30 Jahren in der Warteschlange vor dem Papstpalast in Avignon, wo er mit seiner Familie in den Ferien weilte.
Fund aus der im Nordosten Chinas gelegenen Stadt Harbin. Die Aufschrift ist sowohl in chinesischen als auch lateinischen Zeichen. Amüsant: Das N in «HA ER BIN» ist seitenverkehrt gesetzt.
schlussklassen jeweils einen Dolendeckel geschenkt bekommen. «Aber ganz legal beschafft». Text Almut Berger Bilder Daniel Winkler
Schachtdeckel aus dem ägyptischen Assuan. Obwohl er antik wirkt, stammt er gemäss Gravur aus dem Jahr 1987.
Weitere Infos: www.dolologie.ch Die Fotosammlung von Lukas Müller ist noch bis am 6. November im Kunstmuseum Solothurn zu sehen.
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Schüler schenkten Lukas Müller einige Dolendeckel
Sind die beiden «Heavy Metal»Fans schon einmal in Versuchung geraten, ein besonders schönes Eisenobjekt mitlaufen zu lassen? Lukas Müller verneint fast schon empört. «Dolendeckel klauen höchstens irgendwelche Nachtbuben, die nicht realisieren, dass sie dadurch möglichweise einen schweren Unfall provozieren.» Dass der pensionierte Lehrer trotzdem gut ein Dutzend Dolendeckel sein Eigen nennt, hat einen anderen Grund: Nachdem sich damals an seiner Schule sein Spleen herumgesprochen hatte, hat er am letzten Schultag von seinen Ab-
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VW Multivan: Testen und gewinnen
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Familie Basler war hell begeistert von der Erlebnisfahrt mit dem vielseitigen VW Multivan.
Familie Basler hat die Chance schon gepackt und den VW Multivan während 24 Stunden gratis getestet. «Es war genial», verrät Mutter Claudia (40), «am Morgen habe ich meinen Mann zum Bahnhof und die Kinder ausnahmsweise zur Schule gefahren.» Den Kindern Ladina (12), Kevin (9) und Laura (8) gefiel der spezielle Taxidienst. «Meine Klassenkollegen haben nicht schlecht gestaunt und waren fast etwas neidisch, als wir mit dem bunt beklebten Multivan vorfuhren», erklärt Kevin stolz. «Mir haben vor allem die bequemen Sitze und die grosse Schiebetür gefallen», meldet sich die kleine Laura ungefragt. Die Schiebetür auf der Beifahrerseite findet auch Mutter Claudia besonders clever: «So können die Kinder nur auf der Trottoirseite aussteigen, das finde ich einen wichtigen Sicherheitsaspekt.» Am frühen Nachmittag nutzt Familie Basler den vielseitigen VW mit bis zu 5800 Liter Stauraum zum Grosseinkauf bei OBI. «Wann hat man schon mal so viel Stauraum!», meint die Mutter begeistert. «Und die Sitze lassen sich nicht nur mit wenigen
Mutter Claudia bringt die Kinder ausnahmsweise zur Schule.
Handgriffen umklappen oder in der Längsrichtung verschieben, sondern gar komplett ausbauen», hält Claudia fest. Das ist aber gar nicht nötig. Dank der Hilfe von Kevin und Laura – die fleissig Buchsbäumchen für den Garten in den VW tragen – und OBI-Mitarbeiter Frank ist der sperrige Einkauf im Nu durch die riesige Heckklappe im Innern des VW verschwunden. Der Multivan ist jedoch weit mehr als ein schlichter Transporter. «Mir gefiel der durchzugsstarke Dieselmotor in Kombination mit dem feinen DSG-Getriebe und das fast limousinenhafte Fahrver-
Ausstieg nur auf der Beifahrerseite, das ist sicherer.
halten», hält Vater Christian (42) nach der Fahrt zu Kevins Fussballspiel fest. Vor der Partie hat Familie BaslergarnochkurzZeit,umsichmiteinemfamilieninternen Match die Zeit zu vertreiben. «Da passt fast eine ganze Mannschaft rein. Mit seinen sieben Plätzen ist er ein Wagen für alle Fälle», hält der Primarlehrer fest. Mutter Claudia wirft schmunzelnd ein: «Aber auch ideal für eine Ausfahrt zu zweit.» Denn am Abend gönnen sich die Baslers einen schönen Abend im Theater – ohne die Kinder. Und wer fährt? «Logischerweise ich!», meint Claudia bestimmt und schnappt sich den Schlüssel. «Dank der hohen
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Sitzposition und des geringen Wendekreises finde ich den Wagen trotz seiner Masse extrem handlich», erklärt die 40-Jährige. Gekonnt zirkelt sie ihn kurz darauf in die Parklücke in einer Tiefgarage. «Praktisch ist auch die Einparkhilfe samt Rückfahrkamera, so eckt man sicher nirgends an», hält sie fest. Familie Basler war von den erlebnisreichen 24 Stunden mit dem VW Multivan begeistert und konnte sich nur schwer vom vielseitigen Familienfreund trennen. Wollen Sie den Multivan ebenfalls erleben? Dann melden Sie sich doch noch heute unter www.multivan.ch zur eigenen Erlebnisfahrt an!
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44 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Die Migros für die Hosentasche
M-Go
➔ Das kann die App: Hinweise auf Aktionen und auf Produkteneuheiten der Migros. Massgeschneiderte Einkaufsvorschläge für den Nutzer. Individueller Cumulus-Punktestand abrufbar, Auflistung aller Einkäufe, die der Nutzer in den letzten 15 Montaten getätigt hat. Zudem lotst die App den Nutzer auf Wunsch zur nächsten Migros-Filiale. ➔ Zielpublikum: alle Migros-Kunden. Die App wurde schon 130 000 Mal heruntergeladen. ➔ Für diese Geräte geeignet: für iPhones. Gratis erhältlich im App Store.
Praktisch: Dank der Smartphone-Apps der Migros können Kundinnen und Kunden nun überall mit dem Handy einkaufen oder ihr Bankkonto abfragen.
Digitales Werkzeug für moderne Mütter
«Unsere Smartphone-App ist besonders praktisch», sagt Dominique Locher (42) Marketing- und Verkaufsdirektor von LeShop.ch. Denn das Sortiment samt Aktionen wird auf dem Handy gespeichert. Darum lassen sich Bestelllisten offline, also auch ohne Netzverbindung, zusammenstellen. So werden Verbindungskosten gespart. Kein Wunder, wurde die nützliche Applikation schon eine Viertelmillion Mal herunter-
geladen. Locher sieht die sogenannten Digital Moms als Zielgruppe der App. Das sind berufstätige Mütter im Alter zwischen 30 und 40, die das Smartphone gezielt nutzen, um ihren dicht gedrängten Alltag leichter zu bewältigen. So verlieren sie beim Einkaufen keine Zeit bei der Parkplatzsuche und in der Warteschlange vor der Kasse. Doch die App von LeShop.ch ist nur eine von verschiedenen Migros-Dienstleistungen, die sich im mobilen Internet nutzen lassen. So bietet die Migros Bank ab dem 1. September eine vielfältige Applikation fürs iPhone an. In einem passwortgeschützten Bereich können Bankkunden unterwegs ihre Konto- und Depotdaten abrufen und die Gesamtentwicklung einzelner Titel in Prozent abfragen. Die Migros-Bank-App hat auch einen allgemein zugänglichen Teil mit einer Fülle nützlicher Finanzinformationen für alle Reisenden. «Nach einem Nachtessen im Ausland rechnet unsere App sogar das angemessene Trinkgeld aus», sagt Matthias Hunn (47), Marketingleiter der Migros Bank. Der Experte ist überzeugt, dass das mobile Internet unseren Alltag immer stärker durchdringen wird. «Das ist eine riesige Umwälzung, die kein grosses Unternehmen ignorieren kann.» So sieht das auch Locher: «Wir erleben gegenwärtig eine neue digitale Revolution. Das Smartphone
wandelt sich zum ständigen Begleiter, zum treuen Lebensassistenten.»
Die Apps passen zur Tradition der Migros
Für Locher passen die SmartphoneApplikationen allerdings auch perfekt zur Tradition der Migros: «Dutti setzte am Anfang auf fahrbare Läden, auf Lastwagen, die Produkte zu den Kunden brachten. In der Zeit der Smartphones ist die Migros auf Knopfdruck sofort beim Konsumenten.» Auch eine Untersuchung der Universität St. Gallen (HSG) bestätigt, dass die Nutzung des mobilen Internets immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird. «Inzwischen haben 36 Prozent der Schweizer schon einmal per Smartphone, Laptop oder TabletComputer aufs mobile Internet zugegriffen», erklärt Oliver Emrich (32), Leiter des Kompetenzzentrums E-Commerce der HSG. «Vor zwei Jahren betrug dieser Anteil erst 24 Prozent. Das ist ein rasanter Zuwachs. Das neue Medium ist nicht aufzuhalten.» Michael West
Lesen Sie zum gleichen Thema auch das Interview auf Seite 46.
Bild iStockphoto
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ie Luft im Linienbus ist stickig, und er fährt nur noch im Schneckentempo. Der Wagen voller genervter Passagiere steckt im Feierabendstau. Keine Chance, heute noch Einkäufe zu erledigen, denn gleich ist Ladenschluss. Was tut nun der arme Pendler, dessen heimischer Kühlschrank fast leer ist und der am nächsten Abend Gäste erwartet? Klar, er greift zum Smartphone: Denn mit der Applikation des Online-Supermarkts LeShop.ch lassen sich von unterwegs 12 000 verschiedene Migros-Produkte sowie Markenartikel für die Heimlieferung bestellen. Das Sortiment des Migros-Unternehmens reicht von mildem Schafskäse über grobkörnigen Salami bis zu Bio-Vollmilch. Auch frisches Gemüse und regionale Spezialitäten sind im Angebot. Dank LeShop.ch passt ein ganzer Supermarkt locker in ein schlankes Handy.
NEUES AUS DER MIGROS
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NEUES AUS DER MIGROS
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
«Wir werden unabhängiger» Jan Schemm, Leiter Web-Applikationen bei der Migros, ist sich sicher: Apps sparen Zeit und machen den Alltag spontaner.
Jan Schemm, schon etwa 130 000 Migros-Kundinnen und -Kunden haben die Applikation M-Go auf ihre Smartphones geladen. Was nützt diese App im Alltag?
Die App M-Go macht das ganze Einkaufen in der Migros noch besser planbar. Sie können jederzeit Ihren Cumulus-Punktestand abfragen, erhalten eine Übersicht über die von Ihnen am meisten gekauften Produkte. Ausserdem können Sie auf alle Ihre MigrosEinkäufe der letzten 15 Monate zurückblicken, jeder einzelne Kassenzettel wird auf dem Handybildschirm dargestellt. Solche Funktionen helfen, Haushaltskosten im Griff zu haben. M-Go lotst mich auf Wunsch zur nächsten Migros-Filiale. Warum kann die App nicht auch innerhalb der Filiale ein bestimmtes Produkt finden?
Das ist vorläufig nicht machbar. Jedes Migros-Produkt müsste mit einem Mikrochip versehen sein, sodass die App den Artikel im Laden finden kann. Die andere Variante wäre, dass in allen Filialen die Verkaufsregale und die Produkte gleich angeordnet sind. MigrosFilialen sind aber eben gerade nicht austauschbar, sie bieten ja
Snack, Öl und Schokolade
Snack-Freunde können sich freuen: M-Classic Multigrain Snack in der 100-GrammPackung wird günstiger und kostet neu noch 2.20 Franken. Der alte Preis belief sich auf 2.6 Franken. Wegen markant gestiegener Rohstoffpreise muss die Migros den Preis für das M-Classic Sonnenblumenöl in der Halbliterflasche erhöhen. Der alte Preis belief sich auf 2.30 Franken. Der der neue Preis beträgt 2.75 Franken.
Mit M-Go verpassen Sie nie mehr eine Aktion in der Migros, Sie werden laufend auf alle vergünstigten Produkte hingewiesen. Ausserdem bekommen Sie Produkteempfehlungen, die sich an Ihren bisherigen Einkäufen orientieren, die also genau zu Ihren Bedürfnissen passen. Eine junge Mutter erhält beispielsweise Hinweise auf gesunde Babynahrung und altersgerechte Spielsachen, die es in der Migros gibt. Dennoch stellt sich die Frage, warum es heute zum Einkaufen eine Smartphone-App braucht. Früher reichten das Portemonnaie und ein Einkaufszettel.
PREISBAROMETER
Keine Aktion verpassen: Jan Schemm (34) in der Filiale am Zürcher Limmatplatz; die App M-Go hat ihn auf dem Smartphone darauf hingewiesen, dass es Melonen zum halben Preis gibt.
zum Beispiel viele regionale Produkte. Welche neuen Funktionen von M-Go sind denn geplant?
Vorläufig arbeiten wir daran, die bestehenden Dienstleistungen der App noch schneller ablaufen zu lassen. Wir stellen fest, dass die Kunden M-Go schätzen und intensiv nutzen. Beliebt sind vor allem die Hinweise auf vergünstigte Produkte, auf Neuheiten oder auch die Filialsuche. Welche Dienstleistungen später noch hinzukommen, hängt stark von den Rückmeldungen der Kunden ab. M-Go ist nur eine von mehreren Smartphone-Applikationen der Migros. Wie verändert sich unser Leben, wenn wir immer mehr Apps nutzen?
Wir werden unabhängiger von Zeit und Situation. Sie sind zum Beispiel in der S-Bahn unterwegs,
aber über das Smartphone auch virtuell in der Migros, sodass Sie schon Ihren nächsten Einkauf planen können. Doch das Leben ist dank der Apps auch spontaner. Junge planen kurzfristiger ihren Ausgang, trommeln via Smartphone Kollegen zusammen, kaufen im mobilen Internet Konzerttickets. Was werden Smartphones in den kommenden Jahren alles können?
Wer morgens aus dem Haus geht, hat in der Regel seine Schlüssel, sein Portemonnaie und das Handy dabei. Irgendwann werden wir nur noch das Handy brauchen. Das Smartphone öffnet dann Türschlösser, startet das Auto, und man bezahlt damit gleich noch Einkäufe. Interview Michael West
Bild Mirko Ries
Dasselbe bei der Schokolade: Da die Kakaopreise gestiegen sind und sich seit Monaten weltweit auf sehr hohem Niveau befinden, sieht sich die Migros gezwungen, bei folgenden Artikeln die Preise anzupassen. Eine Tafel Milch extra 100 Gramm kostet neu 1.60 Franken statt 1.55 Franken. Und der neue Preis der Giandor 100 Gramm beläuft sich neu auf 1.70 Franken, während der alte Preis 1.60 betrug. Die Suprême-Schokoladenkugeln kosten neu 6.90 Franken statt 6.80 Franken für 200 Gramm.
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48 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Fünfer und Weggli für Migros-Kunden
Die Migros schafft Klarheit: Nach ersten erfolgreichen Verhandlungen mit ihren Lieferanten senkt sie die Preise für über 500 Markenartikel um bis zu 20 Prozent. Die Konsumenten profitieren vom schwachen Euro und müssen auch nicht auf ihre Lieblingsmarken verzichten.
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er schwache Eurokurs führt zu Währungsgewinnen bei Importprodukten. Damit die Migros die Kursvorteile in Form von tieferen Preisen an die Kundinnen und Kunden weitergeben kann, verhandelt sie mit Markenkonzernen und Importeuren. Migros-Marketingchef Oskar Sager zu den Hintergründen. Oskar Sager, die Konsumenten fordern tiefere Preise, auch wegen des tieferen Eurokurses. Was tut die Migros?
Wir geben Währungsgewinne und andere Einsparungen grundsätzlich laufend an unsere Kunden weiter. Allein in diesem Jahr haben wir in diversen Preiswellen über 4000 Produkte dauerhaft im Preis gesenkt und dabei mehr als 300 Millionen Franken in tiefere Preise investiert. Aber weshalb reagiert die Migros erst jetzt auf den schwachen Euro?
Seit Monaten fordern wir von unseren Fremdmarkenlieferanten, dass sie uns die Wechselkursvorteile weitergeben. Seit Juli führen wir zusätzlich Verhandlungen mit den ausländischen Lieferanten. Nun können wir die erzielten Erfolge als Währungsbonus an die Kunden weitergeben: Über 500 Produkte werden ab sofort bis zu 20 Prozent im Preis gesenkt, ohne dass wir beliebte Marken aus dem Sortiment nehmen müssen. Plötzlich kommen Ihnen die Lieferanten einfach entgegen?
Nein, es waren und sind noch immer hartnäckige Verhandlungen mit unterschiedlichem Erfolg. Die dramatische Wechselkursentwicklung der letzten beiden Monate kam für alle Marktteilnehmer aber auch äusserst überraschend. Sie hat jetzt auch resistente Lieferanten zum Einlenken bewegt. Wie viele Produkte in der Migros können aufgrund des tieferen Eurokurses günstiger werden?
Grundsätzlich jene Produkte, die im Euro- und Dollar-Raum hergestellt oder beschafft werden. Das sind in erster Priorität ausländische Fremdmarken. Sie sind eine wichtige Ergänzung unseres Sortiments. Dabei bieten wir nur Fremdmarken an, die für unsere Kunden besonders wichtig sind. Dann bleibt es also bei den 500 vergünstigten Produkten?
Nein, die jetzt günstiger gewordenen 500 Markenartikel sind erst der Auftakt. Wir sehen noch weitere Potenziale. Insgesamt beschafft die Migros jährlich Waren aus dem Euro- und Dollar-Raum im Wert von rund 600 Millionen Schweizer Franken. Wird die Migros auch Produkte aus dem Sortiment nehmen?
Ja, aber nur als letzte Konsequenz, falls sich die ausländischen Lieferanten nicht partnerschaftlich verhalten. Dann werden wir nicht zögern, uns von ausgewählten Artikeln zu trennen. Schliesslich wollen wir unsere Kunden nicht für etwas bestrafen, wofür sie nichts können. Sie sollen die Auswahl an Artikeln erhalten, die sie sich wünschen. Deshalb setzen wir in erster Linie auf Verhandlungen und die Einsicht bei unseren Lieferanten. Kurzfristige Sortimentsreduktionen und ähnliche Muskelspiele sind vielleicht öffentlichkeitswirksam, helfen aber letztlich keinem. Ist es denn möglich, dass die Migros Markenprodukte zu ähnlich tiefen Preisen wie im grenznahen Ausland anbieten könnte?
Nein. Eine volle Preisangleichung über die Grenzen hinweg ist nicht realistisch und auch nicht unser Ziel. Es scheitert allein schon daran, dass wir höhere Einstandspreise bezahlen als andere europäische Länder. Trotzdem setzen wir uns unablässig dafür ein, dass importierte Produkte spürbar günstiger werden. Beispielsweise durch Parallelimporte, indem wir Produkte direkt von ausländischen Händlern einkaufen. Hier benötigen
«Das ist erst der Auftakt. Weitere vergünstigte Markenartikel folgen.»
Migros-Marketingchef Oskar Sager:
wir aber ein griffigeres gesetzliches Instrumentarium. Wird es in der Schweiz nicht ebenso günstige Preise geben wie im grenznahen Ausland?
Rund 75 Prozent unserer Produkte stammen aus der Schweiz. Wir unterstützen damit wie kein anderer Detailhändler die produzierende Schweizer Wirtschaft, die momentan währungsbedingt stark unter Druck steht. Im täglichen Bedarf spielen Frischeprodukte und Lebensmittel auch eine wesentlich wichtigere Rolle als importierte Sortimente. Unseren Bauern, unseren anderen Produzenten und unseren Mitarbeitenden wollen wir auch in Zukunft faire Löhne zahlen. Und die sind nun einmal weitaus höher als im übrigen Europa. Im Gegenzug profitieren wir von einer einmaligen Qualität, Frische und Regionalität, worauf die Schweizer Konsumenten jetzt und auch langfristig nicht verzichten wollen.
NEUES AUS DER MIGROS
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Migros-Teuerung stetig unter dem LIK* 3%
Landesindex der Konsumentenpreise
2% 1% 0% —1 %
Migros
—2 % —3 %
2006
2007
2008
2009
2010
In den letzten fünf Jahren lag die Preisentwicklung des Migros-Sortiments konstant unter dem Landesindex der Konsumentenpreise.
«Wir ruhen nicht, bis wir die Währungsvorteile der betroffenen Lieferanten in tiefere Preise umgesetzt haben.»
Preisabschlag erste Runde: Von A wie Axe bis H wie Hipp Insgesamt 514 Markenartikel sind ab sofort deutlich günstiger. Marke
Preisabschlag
Axe Braun Calgon Coca-Cola, 0,33 l Dosen L’Oreal Studio Line Matzinger Nivea* Nutella Oral B San Pellegrino Vital Balance Nestlé Beba Nestlé Babynahrung Ferrero Kinder/Giotto/Raffaello/Tic Tac/Yogurette Garnier Fructis Hipp Babynahrung
alle Produkte 10 % durchschnittlich 10 % alle Produkte 20 % durchschnittlich 10 % alle Produkte 15 % alle Produkte 15 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10% alle Produkte 15 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 % durchschnittlich 10 %
* Ausgenommen sind die Bereiche Nivea Face, Nivea Baby sowie dekorative Kosmetik.
Trotzdem, müssen die Migros-Eigenmarken durch diesen Preisrutsch bei den Importprodukten nicht auch günstiger werden?
Unsere Eigenmarken sind in der Regel schon rund 20 bis 30 Prozent günstiger als bekannte Fremdmarken. Die Eigenmarken zeichnen sich aus durch hohe Qualität zu sehr guten Preisen. Aber sie müssen konkurrenzfähig bleiben. Deshalb optimieren wir in unserer Eigenindustrie konsequent die Kostenstrukturen. Wird es weitere Preissenkungen geben?
Wir verhandeln weiter mit den Lieferanten von Importprodukten. Und als Preis-Leistungs-Führerin werden wir nicht ruhen, bis wir bei allen betroffenen Lieferanten die Währungsvorteile in niedrigere Preise umgesetzt haben. Text Daniel Sidler Bild Nik Hunger
* Der vom Bundesamt für Statistik berechnete Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) zeigt im monatlichen Rhythmus die Preisentwicklung der für die privaten Haushalte bedeutsamen Waren und Dienstleistungen.
Über eine Milliarde Franken für die Kunden 450 Mio. Fr. 450 Mio.
400 Mio. Fr. 350 Mio. Fr. 300 Mio. Fr.
über 300 Mio. (bis jetzt)
250 Mio. Fr. 200 Mio. Fr.
250 Mio.
150 Mio. Fr. 100 Mio. Fr. 50 Mio. Fr. 0 2009
2010
2011
Kosteneinsparungen durch Effizienzsteigerungen oder Währungsgewinne — die Migros gibt sie ihren Kunden in Form von tieferen Preisen weiter. Seit 2009 waren dies über eine Milliarde Franken.
50 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Zu Gast auf der Alp
Zum Unesco-Welterbe-Gebiet Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch gehört gastfreundliche Älpler, urchige Käseschnitten und tief hängende Wolken. In der Natur draussen ist Erntezeit. So sind auch in der Migros die Gestelle üppig gefüllt mit frischem Gemüse, Früchten, Brot, Fleisch und Käse. Zur Saison passend gibts für kurze Zeit auch feine Wildspezialitäten.
U
nbewohnt, schroff und wild ist das Gredetschtal oberhalb von Naters im Oberwallis. Es gehört zum Perimeter der UnescoWelterberegion Jungfrau-Aletsch – es ist eine Welt für sich und deshalb ein typisches Berggebiet. Lediglich ein paar Wanderer verirren sich hierher, vom bekannten Safrandorf Mund herkommend, und staunen ob der wunderschönen Kühe mit Glocken und Hörnern, gescheckt, mit kurzem schwarzen Fell oder langem braunen – in allen Farben und Formen, könnte man fast sagen. Zuhinterst im Tal weiden genügsame Schafe und Ziegen. Deren Besitzer sind Mitglieder der Alpgeteilschaft Gredetschtal, wie zum Beispiel Familie Pfammatter. Mit anderen Alpgeteilen haben sie ein neues Weidekonzept eingeführt, auf Muttertierhaltung umgestellt und eine Älplerin zu 50 Prozent angestellt. Nebst Gras für das Vieh wächst im wilden Gredetschtal nicht viel, das den menschlichen Hunger stillen würde. Doch in der Alphütte gibts immer einen feinen Käse für eine urchige Brotschnitte, und für ein feines Picknick mit frischen Äpfeln und Birnen sorgen die Älpler in der Migros im Tal vor. Anna-Katharina Ris
Raban und Eveline Pfammatter geniessen mit ihren Kindern Elias und Anna ein urchiges Mittagessen auf ihrer Alp. Birnen und mit einem Glas Traubensaft. Nicht nur die Landschaft auf 1615 Meter Höhe ist karg und wild, auch der
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Sie stärken sich mit überbackenen Käseschnitten, Äpfeln, Sommer ist kurz und unberechenbar.
Weltweit zählen 936 Stätten zum santen Gletscher wegen: Für Unesco-Welterbe. Da können wir Wanderer, Bergsteiger und Naturberechtigt stolz sein, dass sich liebhaber ist der Blick auf spektaallein zwölf davon in der kuläre HochgebirgsketSchweiz befinden. Das ten und urige Täler Ziel der internationalen schlicht atemberaubend Verbringen Sie vier Organisation ist es, — so auch die lebendige Tage im Jungfrauausserordentliche Kulturlandschaft Aletsch-Gebiet Kulturleistungen und rundherum und die und gewinnen Sie einzigartige Natur– vielseitige Flora und Wander- oder phänome zu schützen, Fauna über alle Skitickets. Alles zu damit sie für unsere Vegetationsstufen Angebot und VerKinder und Enkel hinweg. Das Unescolosung auf: www. ebenso erhalten Welterbe-Gebiet migrosmagazin.ch bleiben. Jungfrau-Aletsch ist Eine der zwölf Schweiauch ein anschauliches zer Unesco-WelterbeBeispiel für die Stätten ist das Gebiet JungfrauEntstehung der Gebirge Aletsch: Es ist das grösste und Gletscher, aber auch für den zusammenhängend vergletscherte dramatischen Gletscherschwund Gebiet der Alpen rund um Eiger, aufgrund der Klimaerwärmung. Mönch und Jungfrau sowie den Mehr Infos finden Sie unter: Aletschgletscher. Das Gebiet www.unesco-destination-schweiz.ch repräsentiert das Herz der Alpen und www.welterbe.ch und besticht nicht nur der impo-
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1. Tag: Schweiz–Wien. Flug nach Wien. Nach Ankunft haben Sie die Möglichkeit, die Stadt unter fachkundiger Führung auf einer Stadtrundfahrt (CHF 45.–) oder auf eigene Faust zu entdecken. Wien steckt voller Charme. Ob Wiener Prater, das Riesenrad aus dem Filmklassiker «Der dritte Mann» oder der 137 m hohe Steffel, der Südturm des gotischen Stephansdoms. Schwelgen Sie nach Herzenslust in den Zeiten der Donaumonarchie. Transfer zu Ihrem Hotelschiff «MS Excellence Queen» und Einschiffung. 2. Tag: Wien. Der heutige Tag steht Ihnen für Shopping oder Entdeckungen zur freien Verfügung. Ein Bummel entlang der Fussgängerzonen und Einkaufsstrassen darf in der Donau-Metropole natürlich nicht fehlen. Trendiges, Luxuriöses, Ausgefallenes und Gediegenes – Wien bietet für jeden Geschmack eine riesige Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten. Das urwienerische Lebensgefühl vermitteln die traditionellen Kaffeehäuser. Entspannen Sie sich von der anstrengenden Shopping-Tour bei einer Melange
Excellence Queen» Richtung Ungarn ab. 3. Tag: Budapest. Vormittags erreichen wir das malerische Budapest, auch «Königin der Donau» genannt. Auf einer geführten Stadtrundfahrt (CHF 45.–) können wir die Hauptstadt Ungarns besser kennenlernen. Prachtvolle Bauwerke wie das Parlamentsgebäude, der Burgbezirk, die Kettenbrücke und die Fischerbastei prägen das unverwechselbare Stadtbild. Die Einkaufsstadt Budapest hat sich seit der Wende vor allem in zwei Richtungen entwickelt. Zum einen findet man die riesigen, modernen Shopping-Center und zum anderen die ganz kleinen Geschäfte, in denen Exklusivitäten aller Art angeboten werden. Ein waschechtes Budapester Einkaufserlebnis ist ein Besuch in den Markthallen und dem berühmten Trödelmarkt «Ecseri». 4. Tag: Budapest–Zürich. Nach dem Frühstück Ausschiffung. Bevor wir zum Flughafen gefahren werden, bleibt noch Zeit um die letzten Besichtigungen und Einkäufe zu machen. Rückflug nach Zürich.
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DAS BESTE AUS DER MIGROS
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Käseschnitten Hauptgericht für 4 Personen 450 g Gruyère 1 Steinofenbaguette à 260 g 1 Zwiebel 1 EL Sonnenblumenöl 2 Zweige glattblättrige Petersilie schwarzer Pfeffer aus der Mühle Zubereitung: 1. Backofen auf 220 °C vorheizen. Gruyère in ca. 2 mm dünne Scheiben schneiden. Brot in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Blech oder in Gratinform legen. Brotscheiben mit je 3 bis 4 Käsescheiben belegen. Käseschnitten in der Ofenmitte 8 bis 10 Minuten backen. 2. Inzwischen Zwiebel in Ringe schneiden, knusprig braten und auf die Käseschnitten geben, Petersilie darüberzupfen, mit Pfeffer würzen. Auch die Alpkönigin geht nicht leer aus: Von Sennerin Elwine bekommt die Eringerkuh Chou-Chou — sie ist die stärkste auf der Alp — feines Gläck, eine Getreidemischung. Nostalgie und Gaumenschmaus: Eveline Pfammatter bereitet im alten Ofen auf der Alp die feinen Käseschnitten zu.
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Brot, Fleisch und Käse für die Älpler Die Arbeit mit den Tieren gibt Hunger: Mehr als 80 Kühe, 460 Schafe und 120 Ziegen hat Älplerin Elwine (links) im Gredetschtal in ihrer Obhut. Zum Znüni gönnt sie sich zusammen mit Roger (Mitte) und Bruno einen heissen Kaffee, knuspriges Walliserbrot, ein rechtes Stück Käse, Wurst, Trockenfleisch. Auch Trauben, Äpfel und Birnen dürfen nicht fehlen, schon gar nicht an so einem trüben Tag im Spätsommer.
Gemächlich ziehen die Kühe und Kälber über die Alp: Sieben verschiedene Rassen übersommern von Juni bis September im Gredetschtal.
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68 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Gruss vom Bauernhof
Es gibt immer weniger Bauern in der Schweiz. Da sind neue Ideen gefragt. Der innovative Bauer Bruno Wirth hat sie.
A
n bester Aussichtslage, direkt an der Kantonsgrenze zum Baselbiet, liegt das aargauische Olsberg. Hier befindet sich der ökologische Bauernbetrieb von Bruno Wirth (35). Eine heile Welt aus Hochstammbäumen und Rückzugsstreifen für Feldhasen, Dachse, Füchse, Rehe und neuerdings Waschbären. Da hat es aber auch Lesesteinhaufen für die Eidechsen und Holzhaufen für Ringelnattern. Der Rest ist Business, das auf 35 Hektaren stattfindet. «Heute ist es wichtig, dass der Betrieb vielschichtig ist. Ich betreibe Ackerbau, Viehzucht, Weinbau und Obstbau. So bin ich unabhängiger», sagt der gelernte Landwirt und Hortikultur-Ingenieur FH Bruno Wirth. Hinzu kommen Hauslieferungen an Stammkunden und der eigene Hofladen, der unter anderem Fleisch, Brot, Wein, Gemüse, Most anbietet. «Ein Bauernbetrieb darf nicht zum Monokulturbetrieb mutieren», sagt Bruno Wirth und erklärt die Sachlage an einem Beispiel: «Wer nur Kirschen produzierte, hatte dieses Jahr Glück. Sie wurden früh reif, die Qualität war optimal, der Verkauf florierte. Es war ein gutes Geschäft. Die Ernte
kann aber auch schlecht ausfallen, was tiefer Marktpreis und Verlust bedeuten. Ist der Betrieb vielschichtig, gleichen die anderen Bereiche das Minus aus.»
Taufrische Früchte machen Lust auf mehr
Bruno Wirth beliefert die Migros Basel mit Kirschen, Zwetschgen, Äpfeln und Birnen. Und obwohl seit Ende Juli die ersten Zwetschgen auf dem Markt sind, geht es in diesen Tagen erst so richtig los. Die Früchte sind reif, der Appetit auf die blaue Frucht ist da. Und was sich damit alles produzieren lässt: Kuchen, Wähen, Kompott, Konfitüre, Einmach- und Dörrfrüchte und, und, und … Appetit darauf haben auch Barbara Wirth (38) und die Kinder Mara (5) und Dino (7), die bei der Ernte oft mithelfen und schon mal die eine oder andere Zwetschge direkt vom Baum in den Mund schieben. Die Endkontrolle findet dann aber bei Mama Erika Wirth (66) statt, die mit Argusaugen die Qualität der Zwetschgen prüft. Ihr entgeht kein Fehler. Die Guten ins Körbchen … Texte Martin Jenni Bilder Marco Aste
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Im Zwetschgenparadies (grosses Bild): Papa Bruno Wirth, mit Dino (links)
DAS BESTE AUS DER MIGROS Mehr als eine Herkunftsbezeichnung
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«Aus der Region. Für die Region.» ist das Versprechen der Migros, in jeder Region eine grosse Vielfalt an Produkten anzubieten, die in der Region hergestellt werden und die es nur in dieser Region zu kaufen gibt. Taufrisch, marktfrisch und lieber von hier als von dort. Damit garantiert die Migros zahlreichen kleinen und mittelgrossen Betrieben in der Region eine sichere Existenz und unterstützt dabei ihre Kreativität, Innovationsfreude und Schaffenskraft. Und sie fördert damit zugleich die regionale Wirtschaft. Der zweite Aspekt ist, dass den Kunden damit der Wunsch erfüllt wird, Produkte lokal einzukaufen, die in ihrer Heimat von regional verwurzelten Produzenten hergestellt worden sind. Seien wir ehrlich: Den Baslern schmecken die Fricktaler Zwetschgen nun einmal besser als diejenigen aus Zürich. Oder?
Keine Holzleiter: Bauer Bruno Wirth pflückt die Zwetschgen auf Stelzen.
und Mara.
Endkontrolle: Mit Argusaugen kontrollieren Erika (links) und Barbara Wirth die Früchte. hte.
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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➔ 5 Pfirsiche entsteinen und in Schnitze schneiden. Runde Auflaufform (24 cm) einbuttern und die Pfirsichschnitze darin verteilen. Zirka Fr. 4.50 ➔ 1 Teelöffel Honig mit 1 Esslöffel Zitronensaft mischen. Über die Pfirsiche geben. Zirka Fr. 0.30 ➔ 50 g Mehl mit 50 g Zucker und ½ Teelöffel Zimt mischen. 50 g geschmolzene Butter, 1 Esslöffel Honig dazugeben, mit 70 g Haferflocken zu einer bröseligen Streuselmasse kneten. Zirka Fr. 1.50 ➔ Masse über die Pfirsiche geben und bei 180 °C ca. 25 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind.
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DAS BESTE AUS DER MIGROS
RAPPENSPALTE
Köstliche Häppchen
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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Liebe geht durch den Magen
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Im Club oder in der Disco. Sind Sie gerne prominent?
Ich bin dankbar, dass ich so viel unterwegs sein darf und dabei interessante Leute kennenlerne.
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Zum Verwöhnen
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Südtirol Dolomiten Grandiose Gebirgswelt auf der grossen Dolomiten-Rundfahrt. Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff, nach Meran und nach Brixen.
4 Tage ab Fr. 395.– 1. Tag Schweiz – Südtirol Sie verlassen die Schweiz im Rheintal und fahren durch den Arlbergtunnel ins Stanzertal, wo Sie den Mittagshalt einschalten. Am Nachmittag folgen Sie dem Inn nach Innsbruck. Sie fahren durchs Wipptal zur italienischen Grenze auf dem Brenner. Kurz danach erreichen Sie das hübsche Städtchen Sterzing. In der Hauptgasse erinnern noch viele alte Wirtshausschilder an die Zeit, als das Städtchen ein wichtiger Umschlagplatz an der Brennerroute war. 2. Tag Grosse Dolomitenrundfahrt Auf der grossen Sechspässefahrt lernen Sie die eindrückliche Bergwelt der Dolomiten kennen. Durch die Eggentalschlucht erreichen Sie den Karersee, von wo aus Sie herrliche Blicke auf die markanten Wände des Latemarmassivs haben. Danach geht's über den Karerpass ins Fassatal und auf das Sellajoch. Von hier aus haben Sie einen der schönsten Panoramablicke. Nun geht es ein Stück ins Val Gardena, bevor Sie die Strasse zum Grödner Joch erreichen. Nach dem Mittagshalt in Corvara überqueren Sie den Valparola- und den Falzaregopass. Die Strasse führt Sie nun hinunter nach Cortina d'Ampezzo, der Hauptstadt der Dolomiten. Von hier aus steigt die Strasse an und führt Sie hinauf zum Dreikreuzpass. Am wunderschön gelegenen Misurinasee machen Sie Halt. Nun geht es hinunter ins Höhlensteintal, wo Sie beim Dürrensee einen Halt einschalten, um alle der berühmten Drei Zinnen zu sehen. Durch das Pustertal kehren Sie in Ihr Hotel zurück. 3. Tag Ausflug Schloss Trauttmansdorff – Meran – Brixen Am Morgen fahren Sie zum Schloss Trauttmansdorff. Hier besuchen Sie die Gärten, die 2005 zum «Schönsten Garten Italiens» gekürt wurden. Selbstverständlich kann auch das Schloss besichtigt werden, in dem Kaiserin Sissi zweimal zur Winterkur residierte. Danach fahren Sie nach Meran. Mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen hat die Stadt viel von dem weitläufigen Charme eines Nobelkurortes des 19. Jahrhunderts bewahrt. Am Nachmittag fahren Sie ein Stück auf der Südtiroler Weinstrasse und kehren nach einem letzten Halt im schmucken Städtchen Brixen in Ihr Hotel zurück.
4. Tag Südtirol – Schweiz Über Meran führt Sie der Weg ins Vinschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen, zum Reschenpass. Bei der Ortschaft Graun eröffnet sich Ihnen einer der schönsten Ausblicke der Alpen: der Reschensee im Vordergrund, überragt vom schneebedeckten Gipfel des Ortlers. Nach dem Mittagshalt in Landeck kehren Sie wieder über die Arlbergroute in die Schweiz zurück.
Reisedaten 2011 28. – 31. August
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04. – 07. September A Fr. 425.– 08. – 11. September B Fr. 425.– 12. – 15. September A Fr. 435.– 18. – 21. September B Fr. 435.– 25. – 28. September A Fr. 435.– 02. – 05. Oktober
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10. – 13. Oktober
A Fr. 425.–
16. – 19. Oktober
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20. – 23. Oktober
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Abfahrtsorte Route A: Bern, Olten, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen Route B: Bern, Olten, Luzern, Zürich, Winterthur, St. Gallen
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76 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Nachgefragt bei
Lilly Langenegger
Rastlos im Paradies
Malerin und Bäuerin Lilly Langenegger kann einfach nicht ruhen. Für das Migros-Magazin fand sie dennoch Zeit, eine Wähe zu backen.
S
ie schafft es, ohne Punkt und Komma zu reden. Kaum zu glauben, dass das Kind Lilly Langenegger eher still und schüchtern war. Sie erzählt von 13 Umzügen innerhalb Zürichs als Kind, von ihren Anfängen als Malerin, ihrem ersten Buch «Flöckli, das Geisslein», das sie über die Grenzen Appenzells bekannt machte. Sie läuft herum, zeigt hier die Platten für ihre Radierungen, öffnet die Tür im Garten zu den Katzenbabys, erklärt Enkelkindern, die spontan auf dem Hof in Gais im Appenzell vorbeischauen, dass gerade das Migros-Magazin da ist. «Ich lauf immer weg und lass mich
gern ablenken. Dann werden die Bilder aber nicht fertig.» Und gerade bei den aufwendigen Bauernmalereibildern für ihre Kinderbücher ist Ausdauer gefragt: Bis zu 300 Stunden dauert ein Bild von der Realisation bis zur Fertigstellung. Vorbild sind reale Landschaften, welche die 67-Jährige in Skizzen festhält. Deshalb kehrt sie häufig an den Ort zurück, um möglichst viele Details zu berücksichtigen. Bei unserem Besuch auf dem Demeterhof mit Hofladen in Gais wollenwirbacken.«Saisonküche»Köchin Andrea Pistorius ist beeindruckt von so viel
Kochen mitt der «Saisonküche» «Saisonküchee» «Saisonküche»-Köchin Andrea Pistorius und die Bäuerin Lilly Langenegger verstehen sich auf Anhieb und tauschen gern den einen oder anderen Backtipp aus. Etwa wie eine Wähe am nächsten Tagg wieder knusprig wird.
e immer ➔ Was haben Si ? auf Vorrat k, Lindt-Schoggi. Schwarztee, Quar Sie ➔ Wie oft kochen ? he oc pro W Fast jeden Tag. Sie … ➔ Kochen ist für habe nn ich viele Gäste we … das schönste, . nn ka n ausprobiere und etwas Neues e nie essen? Si n ➔ Was würde Meeresfrüchte. sen n Sie gern mal es ➔ Mit wem würde gehen? e. Das n ich gar nicht kenn Mit jemandem, de nte Gespräche. gibt ganz interessa
SAISONKÜCHE
FRUCHTIG: Malerin und Bäuerin Lilly Langeneggers Früchte zum Backen (grosses Bild). FRISCH: Wähen bäckt man am besten mit Früchten der Saison. SAFTIG: Ein feiner Guss mit Quark sorgt für eine saftige Wähe. DEKORATIV: Nachdem die Früchte gleichmässig verteilt sind, wird der Guss vorsichtig um die Früchte herum verteilt.
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Südtoscana–Montalcino–Florenz Im Schiff zur Trauminsel Sizilien Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Chianciano Terme. 2. Tag: Ausflug Val d’Orcia, Montalcino, Pienza und Montepulciano. Genussvolle Fahrt durch die typischen Toscana-Landschaften des Val d’Orcia zum reizenden, von Befestigungsanlagen umgebenen Städtchen Montalcino. Auf der Rückfahrt machen wir einen Abstecher ins Kleinstädtchen Pienza. Zahlreiche der imposanten Gebäude im mittelalterlichen Zentrum wurden von Aeneas Piccolomini, dem späteren Papst Pius II, erbaut. Zum Abschluss besuchen wir das Städtchen Montepulciano. Es bietet mit seinen mittelalterlichen Stadtmauern sowie den schönen Baudenkmälern eines der reizvollsten Stadtbilder in Mittelitalien. 3. Tag: Fakultativer Ausflug nach Chianti und Siena. Anfahrt über Montevarchi ins typische Chianti-Classico-Gebiet. Mittagessen in einem gepflegten Restaurant. Nachmittags geht es weiter nach Siena. Im Herzen der Stadt Siena befindet sich Europas grösster mittelalterlicher Platz, die Piazza del Campo, der sich fächerförmig ausbreitet und an deren Südseite sich das anmutige gotische Rathaus, der Palazzo Pubblico erhebt. Seine Glockentürme prägen das Stadtbild und die umliegende Region. Geführter Stadtrundgang durch die Fussgängerzone von Siena. 4. Tag: Ausflug Florenz. Ganztägiger Ausflug nach Florenz, der «Stadt der Medici». Das Ensemble von Kirchen und Palästen, von Plätzen und Gassen, Brunnen und Statuen ist ein über Jahrhunderte gewachsenes Gesamtkunstwerk, das auf der Welt seinesgleichen sucht. Auf einer sachkundigen Stadtführung sehen wir die Piazza Duomo mit dem Dom und dem weltberühmten Baptisterium, die Piazza della Signoria, die Kirche von Santa Croce u.v.m. Danach freie Zeit für individuelle Entdeckungen und Shopping. Am Abend Essen mit Weinverköstigung auf dem typischen Landgasthof «Palazzo Bandino». 5. Tag: Chianciano Terme–Schweiz.
Ihr Hotel Wir wohnen vier Nächte in Chianciano Terme, im Herzen der Südtoscana. Unser Mittelklasshotel Mizar T- (off. Kat.*** ) liegt nur wenige Meter von der Piazza Italia entfernt, dem Hauptplatz des Thermalstädtchens. Die Zimmer sind alle eingerichtet mit Dusche oder Bad/WC, Klimaanlage, Minibar, Safe, Telefon, Sat.-TV und Haartrockner. Weitere Einrichtungen: Restaurant, Bar und Schwimmbad (saisonal geöffnet).
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Katalog- SofortPro Person in Fr. Preis Preis 5 Tage inkl. Halbpension 495.– 445.– Reduktion Reise 4–5 – 20.– Daten 2011 Sonntag–Donnerstag 1: 04.09.–08.09. 2: 11.09.–15.09. 3: 26.09.–30.09. Mo–Fr 4: 02.10.–06.10. 5: 09.10.–13.10. 6: 16.10.–20.10. Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Fernreisebus Unterkunft im Mittelklasshotel Mizar, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC 4 x Halbpension (Abendessen und Frühstücksbuffet), davon 1 x typisch toskanisches Abendessen auf dem Landgut Palazzo Bandino Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen (ausgenommen fak. Ausflug Chianti und Siena am 3. Tag) Stadtführung in Florenz Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen Einzelzimmerzuschlag 75.– Fak. Ausflug Chianti und Siena 85.– Annullationsschutz 15.– Abfahrtsorte 05:15 Wil 05:30 Burgdorf 05:40 Winterthur 05:45 Basel 06:00 Zürich-Flughafen 06:20 Aarau 07:00 Baden-Rütihof 07:50 Arth-Goldau
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ttosc
Abfahrtsorte Sizilien: 06:15 Wil , 06:30 Burgdorf , 06:40 Winterthur, 06:45 Basel, 07:00 Zürich-Flughafen , 07:20 Aarau, 08:00 Baden-Rütihof , 08:50 Arth-Goldau
Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Genua. Nach Ankunft Einschiffung auf unser Fährschiff der «Grandi Navi Veloci». 2. Tag: Auf See – Palermo–Campofelice di Roccella. Ankunft in Palermo und kurze Fahrt zu unserem erstklassigen Hotel in Campofelice di Roccella, direkt am Meer. 3. Tag: Palermo und Monreale. Die Inselhauptstadt Palermo mit ihren vielen Kunstschätzen sowie Monreale mit dem berühmten Dom, dem kunstvollen Kreuzgang und den riesigen Mosaiken werden Sie begeistern. 4. Tag: Fakultativer Ausflug Westsizilien. Die antike Stadt Segesta gehört zu den besterhaltenen Ausgrabungsstätten der Welt. Interessante Besichtigung. Marsala ist bekannt für seinen aromatischen Süsswein. Kellereibesichtigung mit Degustation. Weiterer Höhepunkt ist Erice, das sich an einer unvergleichlich Lage befindet und von einer Stadtmauer umgeben ist. 5. Tag: Piazza Armerina und Enna. Prunkstück der Ausgrabungsstätte von Piazza Armerina sind die prächtigen, mehr als 3000 m² bedeckenden Bodenmosaike. In Aidone geniessen wir ein typisch sizilianisches Mittagessen. Rückfahrt mit Abstecher nach Enna und Aufenthalt in der gut erhaltenen Altstadt. 6. Tag: Taormina und Ätna. Die sizilianische Perle Taormina liegt auf einer Terrasse hoch über dem Meer. Individueller Aufenthalt. Danach Panoramafahrt entlang den Flanken des Ätna, dem grössten aktiven Vulkans Europas. Die Lavalandschaften offenbaren ein Bild bizarrer Schönheit. 7. Tag: Campofelice di Roccella – Cefalù – Palermo – Einschiffung. Besuch im Fischerstädtchen Cefalù mit seinem Dom aus dem 12. Jh. Freier Aufenthalt. Am Abend Einschiffung auf die Fähre nach Genua. 8. Tag: Auf See – Ankunft in Genua – Alessandria. Auf See. Abends Ankunft in Genua. Ausschiffung und Fahrt zu unserem Übernachtungsort im Piemont. 9. Tag: Alessandria–Schweiz.
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zum Kennenlernen 3: 16.09.–24.09. 4: 07.10.–15.10. 5: 14.10.–22.10. 6: 21.10.–29.10.
Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Fernreisebus bzw. Königsklasse-Luxusbus Unterkunft in guten Mittel- und Erstklasshotels, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC 6 x Halbpension in den Hotels 1 x typisch sizilianisches Mittagessen 2 x Fährüberfahrten ohne Mahlzeiten Schiffspassagen Genua–Palermo–Genua mit 2 Übernachtungen, Basis-Unterkunft in Doppelkabine innen mit Dusche/WC Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen (ausg. fak. Ausflug Westsizilien am 4. Tag) Geführte Besichtigungen in Palermo, Monreale und Piazza Armerina Eintritte für Monreale und Piazza Armerina Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen Einzelzimmerzuschlag (Hotels) 125.– Kabinenzuschläge (Fähre) – Doppelkabine aussen 30.– – Einzelkabine innen 65.– Fakultativer Ausflug Westsizilien 85.– Annullationsschutz 20.– Schiffspassagen Überfahrten Genua – Palermo – Genua (je 1 Nacht) mit moderner Kombi- oder Kreuzfahrt-Fähre der «Grandi Navi Veloci». ■
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SAISONKÜCHE
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Energie: «Ich komme ja fast nicht dazu, selbst etwas zu machen.» Und schon ist die Wähe so mit Früchten belegt, wie Lilly Langenegger es sich vorstellt. Die Bäuerin sprüht vor Ideen, momentan malt sie hauptsächlich Rosen. Berühmt wurde sie im Appenzell aber für ihre naive Bauernmalerei. Wie findet man als Bäuerin eigentlich Zeit fürs Malen, wenn man vier Kinder hat? «Ohne meinen Mann hätte ich nicht malen können. Er hat mir viel abgenommen.» Erst wenn die Kinder im Bett waren, konnte sie als junge Malerin ihrer Leidenschaft nachgehen. Ihre Bilder waren schnell beliebt. «Ich konnte gar nicht so viel malen, wie ich hätte verkaufen können.» So fing Langenegger mit Radierungen an und zeigte dabei ebensolche Detailtreue wie in ihrer Malerei.
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Früchte-Quark-Wähe Für 1 Kuchenblech, 26 cm Durchmesser, ergibt 8 Stück Zubereitung ca. 25 Minuten + 40 Minuten backen und auskühlen Pro Stück ca. 8 g Eiweiss, 22 g Fett, 40 g Kohlenhydrate, 1650 kJ/390 kcal
Erst verkauft sie ein Bild, dann flickt sie ihr Haus
Mit dem Verkauf ihrer Bilder und Radierungen trug sie stets zum Erhalt des alten Bauernhauses bei: «Ich muss immer erst etwas verkaufen, dann können wir wieder das Haus flicken.» «Saisonküche»-Köchin Andrea Pistorius mahnt: «Die Wähe ist bereit für den letzten Guss.» Quark gehört da rein. Auf den ist Lilly Langenegger besonders stolz, denn den macht ihr Sohn selbst. Gäste geniessen die Produkte des Demeter-Hofs an den gelegentlich abgehaltenenen Hoftheaterabenden gern. Bis zu 160 Gäste sind schon gekommen. Den Grossteil organisieren mittlerweile die Kinder mit ihren Ehepartnern, doch wenn die Malerin und Autorin Zeit hat, hilft sie mit, sei es bei Veranstaltungen im Dorf oder eben auf dem Hof. Für ihre neun Enkelkinder ist sie auch stets ansprechbar. Inzwischen ist fertig gebacken. Wir geniessen die feine Wähe, nur Lilly Langenegger vergisst das Essen, sie hat noch viel zu erzählen. Wenn viele Menschen da sind und es viel zu tun gibt, dann ist sie in ihrem Element. «I ha gern Läbe um mi umme.» Text Claudia Schmidt Bilder Pia Grimbühler
www.lilly-langenegger.ch
ZUTATEN ZUBEREITUNG
1 achteckig ausgewallter Kuchenteig à 270 g 100 g Zwieback 4 EL gemahlene Nüsse ca. 800 g Früchte, z. B. Nektarinen, Pfirsiche, Zwetschgen 2 EL Zucker 2 EL Mandelblättchen Guss: 1 Bio-Zitrone, 2 Eier 150 g Rahmquark 1,5 dl Rahm 2 EL Zucker
1 Backofen auf 200 °C vorheizen. Teig samt Backpapier auf ein Kuchenblech legen. Boden mit einer Gabel dicht einstechen. Zwieback in grobe Stücke brechen und damit den Teig belegen. Mit der Hälfte der gemahlenen Nüsse bestreuen.
2 Für den Guss Zitronenschale fein abreiben. Eier in einer Schüssel verklopfen. Mit Zitronenschale, Quark, Rahm und Zucker gut verrühren. 2/3 des Gusses auf dem Wähenboden verteilen. 3 Nektarinen und Pfirsiche halbieren, entsteinen und in Schnitze schneiden. Zwetschgen halbieren und entsteinen, Haut nach Belieben zwei Mal leicht einschneiden. Wähenboden mit den Früchten dicht belegen. Vom restlichen Guss 2 EL mit den übrig gebliebenen Nüssen und dem Zucker mischen und beiseitestellen. Restlichen Guss vorsichtig zwischen die Fruchtstücke giessen. 4 Wähe in der unteren Ofenhälfte ca. 20 Minuten backen. Herausnehmen und die beiseitegestellte Guss-Nuss-Mischung in kleinen Häufchen auf dem Kuchen verteilen. Mandelblättchen leicht hineindrücken. Wähe ca. 20 Minuten fertigbacken. Herausnehmen und abkühlen lassen. Tipp: Wenn Lilly Langenegger die Wähe am nächsten Tag serviert, wärmt sie sie kurz in der Bratpfanne auf, so wird der Boden wieder knusprig.
Jetzt an Ihrem Kiosk für Fr. 4.90 oder unter www.saison.ch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.—
80 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Salat mit Chèvre Rezeptvorschlag: Blattsalat, Ruccola oder Eisbergsalat waschen, putzen und abtropfen. Je nach Saison Spargelspitzen, Schwarzwurzeln oder Stangensellerie al dente kochen und in Stücke schneiden. DatteriniTomaten waschen und halbieren. Alle Zutaten mit einem Dressing nach Wahl auf Tellern anrichten und mit Oliven garnieren. Baguette schneiden und mit einer Scheibe Chèvre chaud (Ziegenkäse) belegen. Im Ofen bei 220 Grad ca. fünf bis sieben Minuten überbacken. Noch heiss auf den Salat geben und geniessen.
Spaghetti mit Feta Rezeptvorschlag: Spaghetti al dente kochen. Tomaten waschen, Strunk entfernen und Tomaten in Würfel schneiden. Schwarze Oliven entsteinen. Feta ebenfalls in mundgerechte Würfel schneiden. Basilikum- und Minzeblättchen waschen, fein hacken. Eine Schalotte fein hacken und mit einer zerdrückten Knoblauchzehe in etwas Olivenöl andünsten. Tomatenwürfel, Oliven, Kräuter und Fetawürfel dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die noch heissen Spaghetti in der Sauce schwenken und sofort servieren. Köstlich!
KLEINE KÜCHENKUNDE
Zarte Verführung
Käse gilt als schwer verdaulich. Zu Unrecht. Food-Redaktorin Sonja Leissing verrät, wie sich mit Feta und Co. leichte Sommermenüs zubereiten lassen.
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s braucht so wenig, um in der Küche kleine Wunder zu vollbringen und dem Gaumen auch auf die Schnelle was Gutes
zu tun. Einfach, unkompliziert, gelingsicher und mal etwas anders sind Rezepte mit Käsesorten wie Feta, Halloumi, Camembert und
Ziegenkäse. Mit den Weichkäsen lässt sich weitaus mehr machen als ein Käsebrot oder ein garnierter Salat. Sie alle sind bestens zum Grillieren, Braten, Überbacken geeignet und sind für viele warme Gerichte eine wahre Freude. Kreieren Sie feine Rezepte doch einfach mal selbst oder probieren Sie meine Rezepte aus.
Gebraten entfalten Feta und Halloumi ihr volles Aroma
Doch nun etwas kleine Küchenkunde zu den einzelnen Sorten. Camembert ist ein französischer Weichkäse, der aus Kuhmilch hergestellt wird. Camembert de Nor-
mandie AOC darf nur in der Normandie aus Rohmilch produziert und verkauft werden. Während der Reife bekommt Camembert eine Rinde aus Edelschimmel. Es ist aber wichtig, dass ein guter Camembert leicht nach Schimmel riecht und etwas salzig schmeckt. Dieser Weichkäse ist nicht ganz so fett wie Brie und schmeckt nussig und pikant. In der Normandie liebt man ihn «moitie affine», also halbreif. So ist der Kern des Käses noch fest und trotzdem cremig in der Konsistenz. Der französische Edelkäse sollte mit etwas Brot aber immer zimmerwarm serviert werden. Das gilt übrigens für jede
SAISONKÜCHE
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Camembert paniert Rezeptvorschlag: Camembert nach Belieben mit etwas Paprikapulver würzen. Dann in Mehl, verquirltem Ei und in Paniermehl beiseitig panieren. Butter und etwas Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen und den Käse beidseitig ca. fünf Minuten goldbraun braten. Mit einem Klecks Johannisbeergelee und etwas grünem Salat servieren. Guten Appetit.
Broccoli-Suppe mit Halloumi
Bild und Styling Claudia Linsi, Rezepte Claudia Schmidt
Gut zu wissen: Broccoli rüsten und in Bouillon weich kochen. Zwei Drittel der Broccoli-Röschen mit dem Passierstab pürieren, restliche Röschen auf die Seite legen. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Rahm abschmecken. Aus Halloumi kleine Bällchen formen und in klein gezupfte Rosenblättchen, schwarzem Pfeffer und feingehackter Minze rollen. Broccoli-Röschen und Halloumi-Bällchen in die heisse Suppe geben und heiss servieren.
Käsesorte, denn nur bei der richtigen Temperatur entwickelt Käse sein ganzes Aroma. Ganz hervorragend schmeckt Camembert paniert und in der Pfanne gebraten (Siehe Rezeptbox). Oder warum nicht mal einen Wurstsalat mit lauwarmen Camembertwürfeln aufpeppen? Der sahnige Geschmack des Käses passt köstlich zu den würzigen Cervelats.
Eine abwechslungsreiche Alternative zu Fleisch
Beliebt und gerne gegessen wird der aromatische Chèvre chaud (Ziegenkäse) auf Blattsalat – siehe Rezeptbox). Etwas anders im
Geschmack ist Halloumi. Er ist eine gute Alternative zu gegrillter Bratwurst und gilt als Spezialität Zyperns. Nachbarländer wie Griechenland, die Türkei und der Libanon schätzen ihn ebenfalls. Halloumi besteht aus Kuh-, Schafsund Ziegenmilch. Im Aroma erinnert er an italienischen Mozzarella. Trotzdem ist Halloumi würziger und fester in der Konsistenz. Meistens wird ihm Minze beigefügt. Er passt roh zu Tomaten, gemischt mit Wassermelonenstückchen als Salat oder mariniert als Spiesschen gegrillt. Beliebt sind auch mit Halloumi gefüllte Teigwaren oder Omeletten. Man
mariniert die geschnittenen Käsewürfel mit verschiedenen Kräutern, Salz, Pfeffer und Olivenöl. Gegrillter Halloumi hat den Vorteil ¬ ähnlich wie griechischer Fetakäse ¬, dass die äussere Schicht knusprig bleibt und der Käse nur im Innern schmilzt. In der Balkanküche wird der griechische oder bulgarische Feta traditionell aus Schafskäse hergestellt. Feta schmeckt fantastisch mit Gemüse überbacken oder gegrillt. Eine wunderbare Kombination sind gekochte grüne Bohnen an einer Tomatensauce, die kurz vor dem Servieren mit Fetawürfeln garniert werden.
TIPPS UND TRICKS ➔ Lagern Sie Ziegenkäse im Käsepapier oder in einer Frischhaltefolie im Gemüsefach des Kühlschranks. ➔ Feta ist reich an Kalzium, Eiweiss und Fett. In der Lake eingelegt ist der Käse mindestens sechs Monate haltbar. ➔ Fast wie ein Take-awayFondue: Füllen Sie geschmolzenen Camembert in eine ausgehöhlte halbe Baguette.
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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KULTURTIPPS Wunderbarer Circus Monti Donnerstag, 25. August, 15 und 20.15 Uhr, Rosentalanlage, Basel. Akrobatische Leckerbissen, eine berührende, herzerwärmende Geschichte und eine eigens konstruierte, urbane Kulisse sorgen für ein unvergessliches, ganzheitliAkrobatik: ches ZirkusZirkus Monti. erlebnis. Migros-Genossenschafter/-innen und Inhaber/-innen der CumulusKarte erhalten Tickets aller Kategorien um jeweils Fr. 5.vergünstigt. Erhältlich exklusiv an der Zirkuskasse oder unter www.circus-monti.ch. Joja Wendt — Im Zeichen der Lyra Freitag, 16. September, 20 Uhr, Stadtcasino Basel. Der aussergewöhnliche Pianist erzählt eine musikalische Geschichte fürs grosse und kleine Publikum. Preise: Fr. 25.- (statt 35.-) bis Fr. 55.(statt Fr. 65.-). Vergünstigte Karten exklusiv im M-Vorverkauf (siehe unten). Reguläre Karten bei Ticketcorner unter der Nummer 0900 800 800 (Fr. 1.19/Min., Festnetztarif) oder übers Internet: www.ticketcorner.ch. Karten fürs Konzert vom 4. April, das verschoben wurde, behalten ihre Gültigkeit.
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Stunde vor der ZauberlaterneVorstellung ein. Saisonkarten sind bei den Migros-Vorverkaufsstellen im MMM Claramarkt und MParc Dreispitz Basel erhältlich. Mehr Infos erteilt das Kult.kino Camera, Rebgasse 1, 4058 Basel, Telefon 061 272 87 81 oder www.zauberlaterne.org Die ersten beiden Vorstellungen der Zauberlaterne finden am 21. September und 9. November im Kult.kino Camera um 14 und um 16 Uhr statt. Priska M. Thomas Braun
Verlosung ab sofort Als Hauptsponsorin verlost die Migros zehn Zauberbons für jeweils eine Vorstellung im Basler Zauberlaterne-Klub. Die zehn Schnellsten gewinnen jeweils ein Gratisticket: Postkarte mit Name und Adresse an: Migros Basel, PR + Kultur, Stichwort «Zauberlaterne», Postfach, 4002 Basel. Die Glücklichen werden schriftlich benachrichtigt. Es wird keine weitere Korrespondenz geführt.
86 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Fröhliche Sommergrüsse
Die bunten Sommersträusse der Gärtnerei Wyttenbach in Augst erfreuen alle, die einheimische Blumen lieben.
In Augst Chefsache: Priska Wyttenbach bindet die Sommersträusse selber. Dies erfordert Konzentration und ein Auge für Formen und Farben.
M
it Blumen ergeht es vielen Kundinnen und Kunden wie mit den Lebensmitteln: Jene, die wir aus der Kindheit kennen, lieben wir ein Leben lang. Da mögen uns noch so viele exotische Neuheiten verzaubern und verführen. Langfristig können sie mit den seit Jahren vertrauten Formen, Farben, Düften und Genüssen kaum konkurrieren. Wenn Priska Wyttenbach von der gleichnamigen Gärtnerei in Augst auf die Lieblingsblumen ihrer Kindheit zurückblickt, denkt sie als Erstes an die faszinierenden Löwenmäulchen. Wie später ihre eigenen Kinder und heute ihr eineinhalbjähriges Grosskind hat auch sie die fein duftenden Blümchen so lange zusammengepresst, bis sie ihr Mäulchen öffneten und den Löwen, nach denen sie benannt sind, ähnlich sahen. Kein Wunder, zählen die Löwenmäulchen zu jenen Blumen, die Priska und ihr Mann Martin Wyttenbach jedes Jahr anbauen und jeden Sommer in ihre Sträusse binden. Genauso machen sie es mit den Astern und Dahlien, die mit ihren intensiv strahlenden Farben jeden Sommerstrauss beleben und je nach Verfügbarkeit dazukommen. Die regionalen Bouquets enthalten aber auch viele andere Blumen, die seit jeher in den Bauerngärten als Zier- und
Heilpflanzen gezogen worden sind und entsprechend intensiv duften. Sie gedeihen nun in Reih und Glied auf den Freilandflächen der Gärtnerei der Familie Wyttenbach in Augst.
Neuheiten und Wiederentdeckungen
Zu den ehemaligen Heilpflanzen, die heute als Schnittblumen eingesetzt werden, zählt zum Beispiel das wunderschöne Ammi visnaga, zu Deutsch Bischofskraut. Dieses hebt sich mit seinen mehrfach gefiederten Blättern und seinen winzigen, weissen, in grossen Dolden zusammengesetzten Blüten aus jedem Strauss hervor. Auch die Sonnenhüte ¬ als Heilmittel sind sie eher unter der Bezeichnung Echinacea bekannt ¬ passen bestens in die hiesigen Sommersträusse. Eine Renaissance erlebt auch der Kerbel, dessen feines Grün die Sommerbouquets füllt.
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Priska Wyttenbach beschäftigt sich als Produzentin seit Jahren sowohl mit den traditionellen einheimischen Blumen und Pflanzen wie auch mit der Entdeckung und Entwicklung von Neuheiten. Auf Letztere angesprochen, schwärmt sie von einer Beigabe zu den Sommersträussen, die sie neu entdeckt hat. Diese heisst Schneewittchen und macht ihrem Namen alle Ehre. Schneewittchen ist ein zartes Blümlein, das in seiner lieblichen Art, weiss, rein und zurückhaltend, mit den leuchtenden Farben der restlichen Blumen in den Sommerbouquets kontrastiert, ohne diesen die Schau zu stehlen. Je nachdem, was in den einzelnen Wochen blüht, kommen die einen oder anderen Sommerblumen dazu.
Alles stammt vom Freilandanbau in Augst
Das verzierende Grün und sämtliche Blumen, die von den Wyttenbachs zu fröhlichen Sommergrüssen zusammengebunden werden, wachsen auf den zwei Hektaren Freilandfläche in Augst, die zwischen den Ruinen Augusta Raurica und der Liebrüti liegen. Frühmorgens zählt hier das Schneiden der Blumen zu den ersten Aufgaben der beiden Festangestellten und der drei Helfer. Allerdings gibt es Blumen, um die sich Priska Wyttenbach von A
bis Z persönlich kümmert. «Bei Dahlien und Zinnien zum Beispiel braucht es ein gutes Auge, um den richtigen Zeitpunkt fürs Schneiden zu erkennen. Dieser wiederum bestimmt die Haltbarkeit der Blumen massgeblich», weiss Priska Wyttenbach, die ihre Blumenfelder jeweils abends besichtigt, um einen guten Überblick über den Blütenstand der einzelnen Sorten zu gewinnen. Am Abend werden die Felder wenn nötig auch bewässert. Das Nass stammt aus dem nahen Violenbach und ist nicht etwa Trinkwasser. Obwohl auch die Blumen, genauso wie die Früchte und Beeren, diesen Sommer etwas früher dran sind als in anderen Jahren, sind die Wyttenbachs zufrieden mit deren Entwicklung. Sorgen um ihre Freilandkulturen bereiten ihnen eigentlich bloss Sturm und Hagel. Neben dem Schneiden der Dahlien und Zinnien ist auch das Binden der Sträusse Chefsache. Auch hier braucht es, neben dem geschulten Auge, viel Fingerspitzengefühl und ein Flair für Farben und Formen, wenn die Sträusse harmonisch und proportional abgestimmt daherkommen sollen. Auf ihre restlichen Aufgaben und Zuständigkeiten im Betrieb angesprochen, erstaunt es nicht zu hören, dass Priska Wyttenbach an allen Arbeiten im familieneige-
IHRE REGION MIGROS BASEL
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Ein echter Familienbetrieb
Nur einen Steinwurf von Augusta Raurica entfernt, betreibt die Familie Wyttenbach in dritter Generation ihre Gärtnerei. Sie baut nach IP-Richtlinien an.
D
Auf den Freilandfeldern werden die Blumen am Morgen geschnitten.
Ein sommerlicher Strauss aus der Region.
nen Betrieb viel Freude hat. Ihre hellen Augen strahlen, wenn sie sagt, dass sie sogar gerne jätet. «Nach dem Binden der Sträusse, das sehr viel Konzentration erfordert, ist es schön, beim Jäten seinen Gedanken nachzuhängen», begründet sie ihre Aussage. Und obwohl diese nicht für alle nachvollziehbar ist, glaubt man der engagierten Fachfrau, die dieser Tage zum zweiten Mal Grossmutter wird und aussieht, als hätte sie eben erst ihren 40. Geburtstag gefeiert. Text und Bilder: Priska M. Thomas Braun
ie Gärtnerei von Martin und Priska Wyttenbach befindet sich in Augst, nur einen Steinwurf von den schweizweit bekannten römischen Ruinen in Augusta Raurica entfernt. Für die Migros Basel sind die Wyttenbachs seit Jahrzehnten der bedeutendste Lieferant von regionalen Pflanzen und Schnittblumen. In ihrer Gärtnerei, die zwei Hektaren Freilandfläche, einige Treibhäuser und das Wohnhaus umfasst, grünt und blüht es vom Frühling bis tief in den Herbst hinein. Martin Wyttenbach, von Beruf Chemiker, und seine Frau Priska übernahmen den Betrieb vor rund 15 Jahren von Vater Albert und Onkel Othmar. Zuvor, zwischen 1946 und 1976, hat ihn Grossvater Wyttenbach als Gemüsegärtnerei aufgebaut. Er hat damals seine Produkte noch mit einem Camionettli zu den Haus-
frauen gefahren. Heute sind Nicole und Janine, die beiden Töchter von Martin und Priska Wyttenbach, erwachsen. Und bereits interessiert sich die fünfte Generation für Blumen: Die bald zweijährige Aileen spielt unter dem Holztisch, auf dem die Blumen gebunden werden, mit den abgeschnippelten Blättern und Blüten, die zu ihr herunterfallen Ω genauso wie es ihre Mutter früher tat. Es bleibt zu hoffen, dass die Nachhaltigkeit, auf die Wyttenbachs bei ihrem Anbau nach IPRichtlinien viel Wert legen, auch in der Familie erhalten bleibt. Denn hier, wo Blumen und Pflanzen von der Aussaat übers Pikieren bis zum Schneiden von Hand gehegt und gepflegt werden, können auch Kinder frei und unbeschwert heranwachsen. Text und Bilder: Priska M. Thomas Braun
Pflegetipps für lange Haltbarkeit ➔ Gummiband lösen, damit die Blumen in der Vase frei fallen. ➔ Die Blumen alle zwei Tage mit einem scharfen Messer schräg anschneiden. ➔ Ebenso oft das Wasser wechseln und etwas Schnittblumennahrung dazugeben. ➔ Die Sträusse über Nacht an einen kühlen Ort stellen.
Bereits an Blumen und Pflanzen en inter interessiert: Aileen, die Enkeltochter von Priska und Martin Wyttenbach.
Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS BASEL, 4002 Basel, Tel. 058 575 55 44. E-Mail: Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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TIERE
Meine Banane ist auch deine Banane Kinder knacken Internetsperren schnell. Deshalb ist es besser, sie im Netz zu begleiten. Schimpansen: Gemeinsam essen schmeckt besser. Mitgefühl für notleidende Artgenossen und die Bereitschaft, Nahrung und andere Güter zu teilen, galt bisher als typisch menschlich. Doch auch Schimpansen kennen dieses selbstlose Prinzip. Das konnten US-Forscher beweisen. Bei einem Versuch durften die Affen entscheiden, ob sie ganz alleine eine Banane verzehren wollten oder ob ein Artgenosse ebenfalls etwas zu futtern bekommen sollte. Die Versuchstiere entschieden sich häufiger für die zweite Variante. Allerdings wird Anstand erwartet: Bittsteller, die mit sanften Gesten auf ihren Hunger aufmerksam machten, wurden häufiger zum Mitessen eingeladen als diejenigen, die aggressiv schreiend um ihren Anteil warben.
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ONLINE-UMFRAGE: MULTIMEDIA
Bester Schutz: gemeinsam ins Netz W
as sollen wir bloss tun, um unser Kind vor den Gefahren des Internets zu schützen? Mit dieser Frage quälen sich viele besorgte Eltern und versuchen mit technischen Mitteln zu regeln, was ihre Söhne und Töchter sehen dürfen und was nicht. Doch elektronische Sperren nützen wenig. Die Jugendlichen fänden normalerweise innerhalb von Minuten Wege, um die OnlineKontrolle zu umgehen. Das sagten
Psychologen kürzlich am Jahrestreffen der American Psychological Association in Washington. Die Eltern sollten nicht versuchen, ihre Kinder in den sozialen Netzwerken zu überwachen oder sogar den Zugang zu verbieten. Laut den Psychologen ist dies die beste Kindersicherung: gemeinsam mit dem Nachwuchs die Gefahren des Webs diskutieren und dabei vor allem zuhören.
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SEX & LIEBE
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Gestohlener Schlaf
Wenn der Bettnachbar sägt, was das Zeug hält, kostet das nicht nur Nerven, sondern viele Stunden Schlaf: Durchschnittlich 1,5 Stunden pro Nacht liegt der Partner wegen der Sägerei des Partners wach, wie «British Lung Foundation» mit Hauptsitz in London in einer Studie herausgefunden hat. Auf das ganze Jahr gerechnet gehen nicht weniger als 574 Stunden oder 23 Tage Schlaf verloren. Die Leidtragenden sind vor allem die Frauen: 41 Prozent der befragten Frauen beklagen sich regelmässig über ihre schnarchenden Bettgenossen und den daraus resultierenden eklatanten Schlafmangel. Ein Viertel der Betroffenen gab zudem an, ihren Mann zu wecken, wenn das Gesäge überhand nähme.
Fr Frauen leiden of oft unter dem Sc Schnarchen ih ihres Mannes. Pr Pro Jahr ve verlieren sie ru rund 23 Tage Sc Schlaf.
92 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Wer nicht hören will, tuts trotzdem
Handyquassler im Tram nerven. Trotzdem hört jeder zu. Das ist nicht unanständig, sondern biologisch bedingt. Der Mensch reagiert auf Unvorhersehbares automatisch mit mehr Aufmerksamkeit.
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ie sind überall – klingeln im Tram, piepen im Bus, quäcken in der Bäckerei oder jodeln im Restaurant. Auch wenn die Mehrheit der belauschten Gespräche belanglos ist, regen sie die Fantasie an, und man reimt sich den Rest des Gesprächs zusammen. Das wirkt sich fatal auf unsere Konzentrationsfähigkeit aus. Denn verschiedene Studien zeigen: Mitgehörte Teilgespräche lenken uns stark ab und ziehen uns in ihren Bann, ob wir wollen oder nicht. Im Gegensatz dazu
absorbiert ein Dialog zwischen zwei real anwesenden Menschen unsere Aufmerksamkeit kaum. «Mithören ist eine hohe Konzentrationsleistung», bestätigt Lukas Heydrich, vom Institut für Kognitive Neurowissenschaften der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Das liege daran, dass der Inhalt eines Halbaloges – so nennen Wissenschafter das Telefonlauschen – nicht vorhersehbar sei, während bei einem Dialog alles klar ist und er deshalb als Hinter-
Wie reagieren Sie auf Handygespräche in Bus und Zug? Die Umfrage des Migros-Magazins zeigt: Handygespräche im öffentlichen Verkehr lassen niemanden kalt. Einige Menschen ärgern sich, andere finden das Mitgehörte peinlich, wieder andere fühlen sich amüsiert.
Weghören ist unmöglich: Telefoniert eine Person im öffentlichen Verkehr
Christel Sütterlin (60), Bülach ZH, Masseurin und Fusspflegerin «Solche Telefongespräche nerven furchtbar. Da werde ich richtig wütend und aggressiv!»
Lukas Töbelin (35), Erlinsbach AG, Bankangestellter «Das amüsiert mich jeweils sehr. Ich finde, das ist vor allem für diejenigen, die telefonieren, blamabel.»
Anja Mattes (46), Adliswil ZH, Modeberaterin «Das nervt, es ist eine einzige Katastrophe! Ich komme aus Deutschland, und hier in der Schweiz ist das schon extrem.»
BESSER LEBEN IN FORM
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lautstark, hören automatisch alle hin. Viele fühlen sich gestört und reagieren mit strengen Blicken, einige hören amüsiert mit.
Kenan Halilovic (16), Zürich, Schüler «Wenn ich müde und etwas mürrisch bin, nerven mich laute Handygespräche. Manchmal suche ich mir einen anderen Platz. Ich finde, man sollte Rücksicht nehmen. Das mache ich ja auch: Wenn ich telefoniere, fasse ich mich kurz, spreche leise.»
Yolanda Xavier (55), Zürich, Modeberaterin «Manchmal nervt mich das richtig. Vor allem wenn es längere, laute Gespräche sind. Aber ich beruhige mich auch schnell wieder. Ich sage mir: Chasch jo ned immer mötzle. Kurze Gespräche stören mich nicht.»
Sheena Gofer (18), Zürich, Serviceangestellte «Ich telefoniere auch manchmal, aber das mache ich möglichst leise. Wenn jemand sehr laut ist, stört mich das. Aber ich getraue mich oft nicht, jemanden darauf anzusprechen.»
Armin Rothenberger (89), Schaffhausen, pensioniert «Es stört mich schon, dass ich da die schönsten Privatgespräche mitanhören muss. Teilweise ist das ja auch ein richtiger Mist, was da erzählt wird.»
Yanina Ryf (35), Frauenfeld TG, Boutique-Verkäuferin «Normale, kurze Telefonate finde ich in Ordnung. Mich stören Schimpfwörter und laute Gespräche, die längere Zeit dauern. Wenn mich Telefongespräche stören, zeige ich das mit meiner Mimik. Ich selber telefoniere nur im Notfall im ÖV.»
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Sonja Eichenberger (89), Belp BE, Coiffeuse «Ich denke mir: Machet dir nume — und setze mich von Anfang an in die Ruheabteile. Ich selber telefoniere nur im Notfall, und dann leise und rücksichtsvoll.»
Fabian Wellenzohn (18), Fläsch GR, IT-Supporter «Mich nervt es, wenn Leute am Telefon nahezu schreien. Deshalb höre ich eigentlich immer Musik. Wenn ich einmal im ÖV telefoniere, dann sicher leise.»
Ibrahim Samatar (24), Kloten ZH, Serviceangestellter «Ich gehe damit völlig entspannt um. Solange die Telefongespräche leise sind, machen sie mir nichts aus.»
«Teilweise ist das ja auch richtiger Mist, was da erzählt wird.»
Armin Rothenberger, Pensionär
grundgeräusch abgetan werden kann. «Das Mithören eines Telefongesprächs fesselt uns derart, dass wir unsere Arbeit nicht mehr erledigen, ein Buch nicht mehr lesen oder nicht mehr konzentriert Autofahren können», sagt Lauren Emberson, Mitautorin einer amerikanischen Studie. Diese zeigt, dass Personen, die eine Arbeit neben einem Telefonierer machen, viel mehr Fehler begehen. «Wir haben mehr Schwierigkeiten, eine halb mitgehörte Konversation zu ignorieren, als uns von einem Dialog abzuwenden», erklärt Lauren Emberson weiter.
Der Halbalog fordert unsere ganze Aufmerksamkeit heraus. «Die Leute versuchen aus den Einzelteilen einen Sinn herzustellen», weiss Emberson. «Wenn man nur die Hälfte einer Konversation hört, bekommt man weniger Information», sagt die Wissenschafterin, «und desto mehr Aufmerksamkeit erfordert es, das Gespräch vorherzusehen und ihm folgen zu können.» Das habe nichts damit zu tun, dass wir unanständig seien. «Unser Hirn ist so programmiert, auf Unvorhersehbares sofort zu reagieren und ihm die volle Aufmerksamkeit zu schenken.» Wer also permanent allen anderen
Wortfetzen lösen Stress aus Unsere Überreaktion auf jegliche Art von Geräuschen und Wortfetzen ist vor allem ein Relikt aus der Urzeit, als der Mensch noch in Höhlen wohnte und ständig vor dem Angriff wilder Tiere oder menschlicher Feinde auf der Hut sein musste. Dieser Automatismus ist tief in unserem Hirn verankert und läuft, obschon in der modernen Welt nicht mehr nötig, auch heute noch genauso ab: Geräusche aktivieren zentrale Strukturen des Gehirns und lösen über das vegetative Nervensystem Stressreaktionen im gesamten Organismus aus: Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Herzschlag, Blutdruck, Atmungsfrequenz und Aufmerksamkeit aller Sinne werden blitzschnell gesteigert So entgeht uns kein Handygespräch, und sei es noch so banal.
Nadja Hermes (43), Solothurn, Schmuckverkäuferin «Es gibt immer zwei Seiten: Teilweise sind solche Telefonate sinnvoll. Wenn sie anständig und leise geführt werden, finde ich das okay. Andererseits finde ich diese Entwicklung, dass man überall laut telefoniert, schade. Der Respekt für das Umfeld geht verloren.»
beim Telefonieren zuhört, muss sich keine Sorgen wegen seiner Kinderstube machen, sondern vielmehr wegen der Fehler, die er bei seiner Arbeit macht – oder beim Autofahren.
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Peter De Cristofaro (43), Brunnadern SG, Kaufmann «Wissen Sie, was?! Am liebsten würde ich alles einfach wegwerfen! Natel, iPod, PC — alles einfach weg!»
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Wird mit Lautsprecher telefoniert, hört niemand zu
Die Studie hat bei Lauren Emberson etwas bewirkt. Die Amerikanerin hat ihre Handygewohnheiten geändert. Im Bus telefoniert sie heute nicht mehr. «Ich fühle mich schuldig, seit ich weiss, wie störend das wirklich ist.» Lauren Embersons Tipp: «Um Handygespräche weniger störend zu gestalten, telefoniert man am besten über Lautsprecher, sodass die anderen beide Seiten des Gesprächs hören. Dann wird es zu einem normalen Dialog, und wir überhören es.» Text Thomas Vogel Strassenumfrage Priska Plump Bilder Stephan Rappo und Getty Images
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BESSER LEBEN FAMILIE
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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Geduld bringt trockene Kinder
Eltern träumen von einem Leben ohne Windeln. Wann ein Kind trocken und sauber ist, können sie aber nur bedingt beeinflussen. Die Gene bestimmen, wann es so weit ist.
M
athilda trippelt ins Wohnzimmer, ihre Hose hängt auf Halbmast. Stolz hält sie ihrer Mama das Töpfchen hin, der Inhalt schwappt gefährlich. «Guck mal, ich habe Bisi und Gaggi gemacht!» Dies ist nicht der Moment, sich um den teuren Teppich zu sorgen. Die Dreijährige hat ihr Geschäft zum ersten Mal selbständig verrichtet.«Trocken und Sauber werden ist ein Reifungsprozess», sagt der Walliser Kinderarzt Stephan König (66). Bei einem Säugling entleeren sich Blase und Enddarm automatisch, sobald sie einen gewissen Füllungsgrad erreicht haben. Im Lauf der ersten Lebensjahre lernt das Kind, Blase und Enddarm zu «spüren». Irgendwann ist es dann in der Lage seine Ausscheidung willentlich zu kontrollieren. Der Toilettengang funktioniert übrigens nur in seltenen Fällen vom einen auf den anderen Tag. Der Prozess zieht sich über Monate hin.
Bild Fotolia
Die Genetik bestimmt, wann ein Kind trocken wird
Grundsätzlich werden Mädchen etwas früher trocken und sauber als Buben. Das grosse Geschäft kann von beiden Geschlechtern meist zuerst kontrolliert werden. «Frühestens, wenn ein Kind alleine die Treppe hoch- und wieder hinuntersteigen kann, ist es theoretisch in der Lage, den Stuhl zu beherrschen», sagt Stephan König, der sich auf das Thema Trocken werden spezialisiert hat. Irgendwann gelingt auch die Harnkontrolle. Während des Schlafens macht das «Bisi» aber bisweilen noch, was es will. Nach fünf Jahren können rund 75 Pro-
zent der Kinder ihre Blase Tag und Nacht beherrschen. Wer es bis dann noch nicht geschafft hat, ist weder krank noch schlecht erzogen. Aus entwicklungsbiologischer Sicht liegt lediglich eine verzögerte Reifung vor. Wenn sich Mama und Papa angesichts des immer noch wachsenden Windelbergs die Haare raufen, hat Stephan König einen Tipp: «Bringen Sie in Erfahrung, wann Sie selber trocken und sauber geworden sind.» Die Vererbung spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Wann das Kind sauber und trocken ist, lässt sich nicht beeinflussen. Werden die Kleinen nach Zeitplan auf den Topf gesetzt, verursacht das höchstens Stress. Wird ausserdem geschimpft, falls ein Bächlein oder Häuflein in der Hose landet, kann der Prozess unnötig verlängert werden. Im schlimmsten Fall hält das Kind den Stuhl zurück, was zu schmerzhaften Verstopfungen führen kann. Wenn also übereifrige Grosseltern fragen, ob das Enkelkind nun endlich windelfrei sei, sollten sich Eltern entspannt zurücklehnen. Denn: Es ist sowieso immer das Kind der Nachbarin, das früher sauber ist. Bettina Leinenbach
www.migrosmagazin.ch Was fehlt manchen Kindern zur Stuhl- oder Harnkontrolle? Die medizinischen Infos.
Wenn die Zeit reif ist, machen die Kleinen ihr Geschäft automatisch ins Töpfchen.
So wird Ihr Kind trocken
➔ Lassen Sie es zu, dass Ihr Kind Sie beim Toilettengang begleitet. Die Mädchen und Buben brauchen Vorbilder, um das Verhalten auf dem stillen Örtchen erlernen zu können. ➔ Ziehen Sie Ihren Nachwuchs so an, dass er sich selber frei machen und auch wieder anziehen kann. Also Trainerhose statt Jeans und Unterhemd und Höschen statt Body. ➔ Das Töpfchen sollte einen festen Platz erhalten und jederzeit zugänglich sein. Wenn die Kleinen lieber wie die Grossen aufs WC gehen, dann ist ein Trittbänkchen und ein Sitzverkleinerer hilfreich.
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BESSER LEBEN GARTEN
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Perfekt verludert
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MEIN GARTEN
Der neuste Gartentrend heisst Landhausgarten und setzt auf alte Materialien, Verwitterung und ein wenig Wildwuchs. So werden Gärten zu Märchenwelten. Gartenexpertin Haia Müller hat eine Bank gefunden, in die sie Vertrauen hat.
Lohnenswerte Investition
Praktisch: In der neuen alten Gartenlaubenromantik darf das Jätwerkzeug ruhig mal im Kasten bleiben.
Bild Petra Becker/Jahreszeiten Verlag
E
in Backsteinschopf mit Wellblechdach, ein schiefer Gartenzaun, dazwischen wucherndes Gras, blühender Fingerhut und Malven: Die Idylle hat die Ausstrahlung eines Gartens, der schon uralt und ein bisschen ungepflegt ist. Doch der Eindruck täuscht, die Inszenierung wurde extra aufgebaut für die Chelsea Flower Show in London, die weltweit renommierteste Gartenschau, die dieses Jahr Ende Mai stattfand. Und sie illustriert perfekt den neuesten Gartentrend. Pate für die Idee des Landhausgartens standen die Sehnsucht nach Gartenlaubenromantik, die Abkehr von durchgestylter Unterkühltheit und nüchterner Betonarchitektur und der Wunsch, ab und zu Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen. Für eine ländliche Gartenlaube braucht es keine grosse Anlage, es reicht schon ein kleiner Platz. Die verträumte Stimmung erreicht man mit alten oder auf antik hergemachten Materialien. Sie vermitteln das Gefühl, als ob der Gar-
ten schon seit Jahrzehnten vor sich hinwachse. Ein Lattenzaun oder ein Hag aus schnörkeligem Schmiedeisen setzt einen idealen Rahmen. Kieswege und -plätzchen lassen der Natur viel Spielraum, schon in einem Jahr werden darauf Wegwarten und Thymian, Steinnelken und Lein blühen. Wer für die Pfade durch sein Reich Platten vorzieht, setzt sie nicht zu nah und lässt den Fugenkratzer liegen. Im Landhausgarten dürfen sich zwischen den Platten Gräser und Moose breitmachen.
Nutz- und Ziergarten ineinander verwoben
Hübsch und nützlich zugleich sind Brunnentröge, in denen Regenwasser für die Bewässerung gesammelt werden kann. Die richtige Stimmung bringen Versatzstücke, wie man sie auf Flohmärkten, im Brockenhaus oder auf Grossmutters Estrich, aber auch in den Gartencentern findet: Petrollampen, verzinkte Waschzuber und Giesskannen, Blumenkistchen aus Holz, Emaileimer, silber-
graue Holzbänklein oder schmiedeiserne Rosenbögen. Alles Kitsch? Ja klar, aber stimmungsvoller Kitsch. Bei der Bepflanzung gilt: weniger Pflege, mehr Natürlichkeit, weniger Ordnung, mehr Wildwuchs. Landhausgärten sind schlicht, wirken ein bisschen ungepflegt und haben die Anmutung von Unberührtheit. Und: Nutzund Ziergarten werden ineinander verwoben: Im Gemüsebeet setzen Blumen ihre Farbtupfer, der Apfelbaum steht am Rand des Blumenbeets, in dem klassische Bauernhausblumen wie Phlox, Schwertlilien und Kapuzinerkresse, Malven und Glockenblumen, Brennende Liebe und Dahlien ihren Platz finden. Das Schönste am Landhausgarten: Gärtnerin und Gärtner können viel öfter ihre Hände in den Schoss legen. Statt Jät und Ungeziefer zu Leibe zu rücken setzten sie sich aufs Feierabendbänklein und geniessen die heitere Stimmung in ihrem ländlichen Paradies. Haia Müller
Ich habe mir eine Bank gekauft. Natürlich keine von den grossen, ich möchte ja nicht in die internationalen Währungsturbulenzen verstrickt werden. Nein, meine ist ein kleiner, handlicher Zweisitzer. Mit Holzlättli, dunkelrot gestrichen, gerade so breit, dass zwei, die sich mögen, darauf Platz finden. Ein altmodisches Feierabendbänkli, wie meine Grossmutter eines hatte. Ihres stand vor dem Haus, und sie setzte sich darauf, um Bohnen abzufädeln, Erbsen aus den Schoten zu schälen und Zwetschgen zu entsteinen und dabei einen guten Blick auf das kleine Quartiersträsschen zu haben. Schliesslich wollte sie auf dem Laufenden sein, was sich in der Nachbarschaft tat. Was sie von der Ernte aus ihrem Garten nicht gleich verwenden konnte, hat sie eingekocht. Daran musste ich denken, als mir ein Banker kürzlich riet, Vorräte anzulegen und das Gemüsebeet zu vergrössern. In der heutigen unsicheren Finanzlage könne es gut sein, dass Chaoten mal den Nachschub unterbinden, meinte er. Nun, ich sehe nicht so schwarz. Aber immerhin habe ich schon einen Pflanzblätz und eine Bank. Man weiss ja nie.
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BESSER LEBEN AUTO
Migros-Magazin 34, 22. August 2011
Für Parkiermuffel
VIER FRAGEN AN …
Der neue Focus Station Wagon von Ford setzt auf Service total. Der Kombi bremst selbstständig und liest die Verkehrsschilder. Auf Wunsch parkt der Wagen sogar selber ein. Oliver Stegmann (40), Managing Director, Ford Schweiz
«Höchstnote im Crashtest»
Oliver Stegmann, was tut Ford zur CO2-Reduktion? Viel! Einerseits entwickeln wir leistungsfähige Motoren, die weniger verbrauchen. So schont man die Umwelt, ohne auf Dynamik verzichten zu müssen. Anderseits fördern unsere aktuellsten Modelle umweltschonenden Fahrstil, etwa mittels Schaltanzeige.
Der Ford Focus Station Wagon kombiniert eine schicke Form mit viel Laderaum.
F
rüher hiessen Kombis von Ford «Turnier», ein Beiname, dessen Klang so gar nicht mehr in die moderne Autowelt passt. Schön marketingenglisch wurde deshalb der Traditionsbegriff durch «Station Wagon» ersetzt. Traditionalisten dürfen aber beruhigt sein: Die Kombiversion des jüngst lancierten neuen Focus Station Wagon ist trotz schicker Form kein enger Lifestylekombi, sondern ein echter Lademeister. Bei 490 bis 1516 Litern Gepäckraumvolumen auf 4,56 Meter Länge fragt man sich höchstens, ob statt eines grösseren Autos ein kompakter Kombi künftig nicht reicht: Mehr Auto braucht es kaum, der Focus beherrscht die ganze Klaviatur des Alltags. Nur innen zieht zuerst Unruhe ein: Über 50 Schalter verwirren allein in der Konsole des adretten Cockpits. Die Eingewöhnung geht aber so schnell wie jene an die exzellenten Sitze. Im Testauto steckt der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 182 PS, der sich dank Stopp-StartAutomatik mit 6,0 l/100 km
Innen verwirren zunächst die mehr als 50 Schalter in der Mittelkonsole. Man gewöhnt sich jedoch schnell an die viele Technik.
(Werksangabe; CO2 139 g/km) begnügen soll. Im Test sind es dann etwas über sieben Liter. Die Palette bietet alternativ sparsamere Diesel und Benziner mit 95 bis 163 PS und Verbrauchswerten ab 4,2 l/100 km.
Warnung bei drohendem Sekundenschlaf
Beim neuen Focus überrascht die Ballung von Hightech. Bei Crashgefahr warnt «Active City Stop» und bremst bis Tempo 30 notfalls selbst. Droht Sekundenschlaf oder ein Auto im toten Winkel, wird
ebenso gewarnt wie bei unbemerktem Verlassen der Fahrspur. Verkehrsschilder werden «gelesen» und im Display gezeigt. Sogar ein selbst lenkender Parkierassistent ist zu haben. Das kostet zwar extra, doch sind alle Systeme im Paket (ohne Parkassistent) ab 1600 Franken zu haben – günstig genug, um 70 Prozent der Käufer zu überzeugen. Zumal beim Focus Station Wagon Preise ab 25 400 Franken genügend Budgetraum für die optionalen Sicherheitselemente lassen. Timothy Pfannkuchen
Folgen bei Ford bald Hybrid- oder E-Autos? 2012 lancieren wir den Focus Electric als E-Fahrzeug mit grosser Reichweite, schönem Design und ausgezeichneten Fahreigenschaften. 2013 folgen zwei Hybridmodelle des Kompaktvans C-Max. Warum sollte ich den Focus Kombi kaufen? Weil er einfach begeistert. Er bietet viel Raum, grossen Fahrspass und gefällt mit tollem Design. Zudem verfügt kein anderes Auto in dieser Klasse über derart viele Sicherheitsund Komfortsysteme. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Sind so viele Assistenzsysteme in der Kompaktklasse sinnvoll? Wenn sie in der Oberklasse Sinn machen, dann auch in der Kompaktklasse. Die Systeme erhöhen Sicherheit und Komfort markant. Beim NCAP-Normcrashtest hat der Focus die Höchstnote erhalten — und für zwei Assistenzsysteme je eine spezielle Auszeichnung.
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102 | Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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Migros-Magazin 34, 22. August 2011
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IMPRESSUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 554 932 Exemplare (WEMF Oktober 2010) Leser: 2 340 000 (WEMF, MACH Basic 2011-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 044 447 37 37 Fax: 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch
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In der Schweiz zu leben bedeutet nicht, jeden Winkel schon entdeckt zu haben. Heute möchten wir Ihr Interesse für Interlaken wecken: Entdecken Sie weisse Berggipfel, die Sie bequem per Bahn erreichen können. Hier wird die «BilderbuchSchweiz» zur Wirklichkeit. Zwischen Thuner- und Brienzersee kommen Geniesser und Abenteurer ganz auf ihre Kosten. Wie wäre es mit einer Fahrt mit der Seilbahn aufs Schilthorn? Das Drehrestaurant Piz Gloria bietet die beste Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Ein weiteres Highlight: Die Schifffahrt zu den St.BeatusHöhlen mit ihren eindrücklichen Tropfsteinformationen. Im JungfrauPark, dem einsti-
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Corina Casanova
Name: Corina Casanova (55) Sternzeichen: Ich bin ein echter Alpensteinbock und wie das Bündner Wappentier trittsicher, gradlinig und mit guten Sinnen. Wohnort: Bern und Tarasp GR Wieso leben Sie hier? In Bern bin ich wegen meines Berufs und damit der Nähe zu Regierung und Parlament. In Tarasp, um mich zu erholen und meine Familie zu sehen: die Brüder, Neffen und Nichten. Wo würden Sie gerne leben? In Italien wegen des Essens, in der Schweiz wegen der Politik und im Unterengadin und der Surselva, weil ich da wie in meiner Kindheit Vallader oder Sursilvan reden kann. Beruf und Lebenslauf: Seit 2008 Bundeskanzlerin. Ich unterstütze den Bundesrat bei der Behandlung von rund 2500 Geschäften pro Jahr. Ausserdem verantworte ich die Organisation der eidgenössischen Volksabstimmungen und Nationalratswahlen sowie die amtlichen Veröffentlichungen. Zuvor war ich unter anderem Vizekanzlerin, stellvertretende Generalsekretärin im EDA, persönliche Mitarbeiterin von Joseph Deiss, im Stab von Flavio Cotti sowie IKRK-Delegierte. Anfangs war ich Anwältin in Graubünden. Mein Lebensziel: Ich möchte die Zukunft der Schweiz mitgestalten. Mein politisches Vorbild: Josi Meier. Sie war die erste Ständeratspräsidentin. Ich bewundere ihre Zivilcourage. Meine Lieblingsdesigner: Die beiden Schweizer Albert Kriemler und Eva Kyburz. Ihre Mode ist schlicht und feminin, mir gefallen Schnitte, Farben und Materialien. Text Reto E. Wild, Bilder Daniel Winkler
Die Bundeskanzlerin bereitet jährlich rund 2500 Bundesratsgeschäfte vor. Vom Politbetrieb in Bern erholt sich die «achte Bundesrätin» am liebsten in ihrer Heimat, im Unterengadin. Die 55-Jährige schätzt in ihrem Elternhaus in Tarasp GR die Ruhe und auch mal einen Schwatz mit den Dorfbewohnern — selbstverständlich in ihrer Muttersprache Rätoromanisch.
MEIN ARBEITSORT «Für mich als Romanischbündnerin ist es ein Privileg, im Bundeshaus arbeiten zu können. Als Stabschefin des Bundesrats bereite ich Sitzungen vor und bin die Verbindung zum Parlament.»
MEINE WELT
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MEIN LIEBLINGSBUCH «Die Bundesverfassung von 1848 ist das, was die Errungenschaften der modernen Schweiz ausmacht. Sie befindet sich im Schweizerischen Bundesarchiv.»
MEIN LIEBLINGSORT
«Der Lai Nair oberhalb von Tarasp bedeutet für mich Ruhe und Energie tanken. Der See ist Teil eines Hochmoors. Danach kehre ich gerne im Schlosshotel Chastè ein.»
MEIN LIEBLINGSPROJEKT
«Der Käfigturm, nur wenige Gehminuten vom Bundeshaus entfernt, ist heute ein Politforum, welches die Bundeskanzlei gemeinsam mit den Parlamentsdiensten verantwortet. Unsere Ausstellung zum Thema Wahlen dauert vom 24. August bis zum 23. Oktober 2011.»
MEINE MUTTERSPRACHE «Diese Hausinschrift in Ftan sagt unter anderem: ‹Erhebe dein Auge hinweg vom Grund; schaue die Sterne und den klaren, heiteren Himmel; wie ein Rauch vergehen Sorgen und Kummer.› Ich bin dankbar, dass Romanisch meine Muttersprache ist. Sie hat mir den Zugang zu anderen Sprachen erleichtert.»
MEINE GESCHENKE «Wenn ich Kantonsregierungen besuche, schenke ich ihnen Spezialitäten aus meiner Heimat im Unterengadin: Hirschbinde, Früchtebrot, Bienenhonig und Vollkornnusstorte.»
MEIN ZUHAUSE
«Meinen Garten unterhalb des Schlosses Tarasp brauche ich als Ausgleich zur intellektuellen Arbeit in Bern. Ich koche die Johannisbeeren gerne zu Gelée. Mit Mangoldblättern bereite ich Capuns zu.»
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