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Migros-Magazin-33-2020-d-LU

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migrosmagazin.ch | MM33, 10.8.2020

Fitness-Coach: So kriegen Sie Ihr Fett weg

Seite 44

Interview Scheidung ohne Kampf: Wie eine entspannte Trennung gelingt Seite 48

Littering

Die Stadt Luzern kämpft täglich gegen Tonnen von Abfall Seite 12

Aufgeregt vor dem ersten Schultag? Tipps für einen gelungenen Start Seite 39 In der ­Heftmitte

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6 | 10.8.2020

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Theater neu erfunden Bei einer internen Kontrolle hat der Hersteller Hasbro Deutschland GmbH festgestellt, dass der Aufkleber auf dem Wassertank dieser Druckluft-­Wasser­spritzpistole einen Bleigehalt über den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerten aufweisen kann. Kundinnen und Kunden werden gebeten, das Produkt nicht zu benutzen und in eine ­Migros-Filiale zurückzubringen. Der Kaufpreis wird erstattet. Infos: www.migmag.ch/soaker

Das Zürcher Theaterspektakel lässt sich von Corona nicht ausbremsen: Es findet vom 13. bis 30. August statt. Die Künstlerinnen und Künstler halten die Schutzvorschriften ein und erfinden zugleich neue Theaterformen. Mit dabei ist der nigerianisch-amerikanische Performer Jaamil Olawale Kosoko, der seine ­Erfahrungen mit Rassismus in bizarre ­Szenen umsetzt. Das Migros-Kulturprozent unterstützt das Festival: theaterspektakel.ch


MEINE MIGROS | 10.8.2020 | 7

MIT HANDY ABHEBEN Andrina und Maurin haben den legendären Handy-Ballon im Kleinformat nachgebaut. In der Ballongondel steht ein Playmobil-Männchen. Der Schnappschuss stammt von der Mutter der beiden Kinder, Renate Roos aus Gettnau LU. Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild. ­Wird das Foto ab­gedruckt, gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

Über 40 Millionen Liter Fruchtsaft produziert die MigrosTochter Bischofszell Nahrungsmittel AG pro Jahr. Ein Grossteil davon hat Bioqualität oder wurde von der Fairtrade-Organisation Max Havelaar zertifiziert.

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Bild: Alberto Bernasconi

8 | 10.8.2020 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 10.8.2020 | 9

09:29Uhr

Auf 1618 Metern über Meer versammeln sich Kirchgänger. Mit einem Freiluft-Gottesdienst wird die historische Kapelle auf dem berühmten Tessiner Ausflugsberg nach einer Renovation wiedereröffnet. Die kleine Kirche ist das einzige Gotteshaus, das sich im Besitz der Migros befindet. Das Bild ist am 1. August entstanden. Migros-Moment auf dem Monte Generoso


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INHALT | 10.8.2020 | 11

INHALT

Bilder: iStockphoto, Daniel Winkler; Illustration: Anita Allemann

12  So ein Dreck Wie die Stadt Luzern gegen das Littering-Problem kämpft

30

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Anti-Aging für Avocados: Apeel ist eine Schutzschicht aus pflanzlichen Stoffen, die Früchte und Gemüse länger frisch hält.

Immer schön cool bleiben: Mit unseren Tipps halten Sie die Schweissausbrüche trotz Sommerhitze in Schach.

19 Stadthonig Mirjam Lendenmann hält elf Bienenvölker mitten in Zürich 24  Doktor Bienlein Bienenforscher Peter N ­ eumann erzählt, wie es den Honigbienen in der Schweiz geht 28  Gegen Food-Waste Eine neue Schutzschicht hält Avocados länger frisch 30  Schweiss lass nach Warum stinkt Schweiss, und welche Hausmittel helfen? 32 Sommerwettbewerb Kultprodukte erkennen und tolle Preise gewinnen 34  Gelernt und gelacht Zwei Teenager blicken zurück auf neun Jahre Schule 39  Mit Freude in die Schule Expertinnen geben Tipps für einen gelungenen Schulstart 41  Der andere Blick Diese Woche: Sara Satir 43  Schnell gut aussehen In drei einfachen Schritten zum perfekten Sommerlook

Impressum

44  Papi light David Zbinden will zwölf Kilos abspecken, bis er im Oktober erstmals Vater wird

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

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Neun Jahre die Schulbank gedrückt: Laurin Steinmann und ­Amina Wanger lassen ihre Schulzeit Revue passieren und erzählen von ihren Zukunftsplänen.

47  1, 2 oder 3? 48  Gehet in Frieden Auch eine Scheidung kann harmonisch verlaufen: Anwalt Stephan Thurnherr berichtet 51  Migros Bank 52  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

60 Cumulus 61 Rätsel 62 Migros-Lovestory Sandra und Stephan Müller aus Thayngen SH


12 | 10.8.2020 | LITTERING

D

ie Streifen auf seinem orangen T-Shirt leuchten im Schein der ­Strassenlaterne. Serge Denervaud schiebt einen Karren mit Schaufel, Besen und Zange aus dem Depot in der Luzerner Münzgasse. Weit kommt er nicht. Auf dem Sockel eines Brunnens stehen zehn kegel­ förmige Kartonhüllen. Die schmalen Öffnungen oben sind verkohlt. Auf dem Kopfsteinpflaster liegen zerquetschte ­Aludosen. Denervaud nimmt die Zange vom Karren und greift zu. Luzern hat auch 2020 eine heisse 1.-August-Nacht erlebt. Denervaud und sein Schicht-­ Kollege vom städtischen Stras­ seninspektorat räumen in der Dunkelheit des Morgens die Überreste weg. Je näher sie Richtung Bahnhof vorrücken, desto dichter liegt der Abfall auf dem Boden. Bier- und Vodka­-Flaschen, Büchsen, Zigarettenschachteln und -stummel, ­Masken und sogar ein weisser Turnschuh pickt der 47-jährige Strassenwart auf. «Ich hätte noch mehr erwartet», sagt ­Denervaud. Der Regen in den frühen Morgenstunden habe wohl Schlimmeres verhindert.

Der Morgen nach der Party Nach heissen Sommernächten räumen die Luzerner Strassenwarte bis zu 8000 Kilogramm Müll weg. Wir haben sie nach dem 1. August bei der mühsamen Handarbeit begleitet. Texte: Benita Vogel, Lisa Stutz  Bilder: Roger Hofstetter

Jahresabfall von elf Personen

Elf Männer, zwei Putzmaschinen und zwei Elektrofahrzeuge sind seit 4.30 Uhr im Einsatz, um die Leuchtenstadt nach der Partynacht wieder zum Glänzen zu bringen. An einem schönen Wochenendetag bleiben 6000 bis 8000 Kilogramm Müll auf Luzerner Strassen, Trottoirs, Plätzen, Spielplätzen oder ­Pärken liegen. So viel Kehricht produzieren in der Schweiz bis zu elf Personen zusammen – ­allerdings pro Jahr. Die Zahlen sind Schätzungen des Strassen­ inspektorats der Stadt Luzern. Es gibt nur wenige Daten zu Littering. Gemäss der IG Saubere Umwelt kostet Littering in der Schweiz jährlich 200 Millionen Franken (siehe Spalte rechts).

Die Stadt Luzern schätzt, dass sie jährlich 770 000 Franken für das Wegräumen liegen gebliebener Abfälle ausgeben muss. Der Himmel über Luzern färbt sich eine Stunde später leicht gräulich. Auch in der ­«Ufschötti» sind die Strassenwarte schon am Werk. Die Dämmerung lässt erahnen, was in der Parkanlage am Luzerner Seeufer

in der Nacht abging. Auf dem Sandstrand türmen sich Be­ hälter mit leeren Kartonrohren. Es sind Überbleibsel von ­Feuerwerk, das in den Himmel geschossen wurde. «Seismic Wave» – seismische Wellen – steht da zum Beispiel. Einem Trümmerfeld wie nach einem Erdbeben ähnelt auch die Parkwiese. «Die Ufschötti ist die

­ erle von Luzern, aber das hier P ist eine Katastrophe», sagt Domingos Vaz Marques (60), der im Park Schicht hat. Es liegen Hunderte abgebrannter Feuerwerkskörper, unzählige Zigarettenstummel, halbleere Bier- und Jägermeister-Flaschen, Kartonschachteln und Säcke herum. Verkohlte Maiskolben, Einweggrills, Grill­spiesse aus Metall


LITTERING | 10.8.2020 | 13

Domingos Vaz Marques (l) und Thomas Kälin (r) vor einem Abfallberg am Luzerner Seeufer (r). Mit Zangen sammeln sie Flaschen und anderen Müll ein. Dieser wird in einer Pressmulde deponiert.

Domingos Vaz Marques (oben links) und Thomas Kälin (rechts) räumen den Müll weg: Einweggrills, ­Flaschen, Karton, PET-Flaschen und ­Plastikschalen gehören zu den Überbleibseln der Partynacht.

«Auch Erwachsene littern» Nora Steimer, Geschäfts­leiterin der Interessen­gemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU), ­erklärt das Phänomen Littering. Stehen in Luzern schlicht zu wenig Abfalleimer? Littering entsteht nicht wegen zu wenig Entsorgungsmöglichkeiten. In der Schweiz ist fast überall ein grosses Angebot vorhanden.

und ein Sonnenschirm sind auch zu sehen. Sogar ungeöffnete PET-­ Flaschen mit Limonade und ein Steak in einer aufgerissenen Fleischverpackung gehören zum Partymüll. «Wir finden regelmässig Lebensmittel. Kürzlich waren es zwei einwandfreie Sechser­packungen Bratwürste», sagt Stadtteilleiter Thomas ­Kälin. Der 48-Jährige arbeitet

seit zehn Jahren für die Stadt Luzern. Littering habe in dieser Zeit zugenommen, sagt er. Corona erhöht die Belastung

Die Zugangsbeschränkungen für Nachtclubs infolge Corona tragen wohl mit dazu bei, dass der öffentliche Raum derzeit noch stärker g­ enutzt werde. «Vor allem die Nachtgäste berei-

ten uns Sorgen», so Kälin. Sogar wenn die Entsorgungsstation nur wenige Meter entfernt sei, liessen die Leute den Abfall ­einfach auf der Wiese zurück. «Glasscherben sind besonders mühsam und gefährlich.» Etwa für die Kinder, die tagsüber auf der Wiese spielen. ­Plastik sei eine Bedrohung für die Enten und Gänse, die sich

Wie kommt es dann zu ­Littering? Es ist ein Phänomen der modernen Gesellschaft. Die Mobilität nimmt zu, die Menschen konsumieren ­öfter unterwegs. Bei Anlässen wie dem 1. August sinkt der Respekt vor dem öffentlichen Raum noch mehr. Doch Littering gibt es immer. Lassen vor allem Jugendliche ­ihren Abfall liegen? Es wäre zu einfach, den Jungen die Schuld zuzuschieben. Auch ­Erwachsene littern, jedoch mehr


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LITTERING | 10.8.2020 | 15

im Geheimen. Jugendliche tun es, wenn andere zu­ sehen, quasi als Zeichen der Rebellion. ­Zudem halten sie sich mehr draussen auf.

«Die Ufschötti ist die Perle von Luzern – aber das hier ist eine Katastrophe.» Domingos Vaz Marques Strassenwart

Warum ist Littering ­eigentlich ein Problem? Es schränkt die Lebens­ qualität der Menschen ein. Zudem verunreinigt der Abfall den Boden und die Gewässer, die Umwelt ­leidet. Und nicht zuletzt kostet es unnötig Geld: 200 Millionen Franken ­werden jährlich laut einer Studie des Bundesamts für Umwelt für die Beseitigung des Unrats ausgegeben.

Eine Fundgrube für Sammler

Welche Gegenstände ­werden am häufigsten ­liegen gelassen? Zigarettenstummel, Take-­ away-Verpackungen, ­Getränkebehältnisse, Kau­ gummis und Servietten. Vieles davon stellt auch die Migros her. Was können Detailhändlerinnen wie sie besser machen? Die Migros ist nicht nur Teil des Problems, sondern auch der L­ ösung. Sie ist Mitglied der IGSU und ­unterstützt uns mit einem jährlichen Beitrag. Zudem sensibilisiert sie die ­Be­völkerung. Dazu können Detailhändler wiederver­ wendbare Take-away-­ Lösungen anbieten oder nicht allen Kunden unnötig Servietten mitgeben. Was können wir alle ­gegen Littering tun? Die eigenen Abfälle richtig entsorgen und wenn mög­ lich recyclen. Zudem kann man andere darauf hin­ weisen, das ebenfalls zu tun. Oder man meldet sich für den Clean-up-Day im September an: kleine und grosse Gruppen sammeln gemeinsam Abfall ein. Die IGSU organisiert am 11./12. 9. den nationalen Clean-Up-Day. Anmeldung: clean-up-day.ch

los geworden war. Inzwischen habe er zwar wieder einen Job – und will deshalb anonym bleiben – die morgendliche Geldjagd im Park wolle er aber nicht missen. 40 bis 50 Franken Bargeld kämen an guten Wochenenden zusammen. Oft stecken die ­Noten in Zigarettenschachteln. Das Münz liege lose im Gras. Auch Ringe, Uhren und Handys hat er schon gefunden. Die Wertsachen bringe er ins Fundbüro und kassiert Finderlohn. Oft würden die Sachen dort aber nicht einmal abgeholt. Nach eineinhalb Stunden zieht er ab – mit einem Hausschlüssel, Zigarettenschachteln und einigen Zweifränklern.

auf der Ufschötti tummeln. «Littering zeugt von Respektlosigkeit gegenüber der Gesellschaft, den Tieren und der Umwelt.» Zudem sei der Dreck auch eine Ohrfeige für die Menschen, die ihn beseitigen müssen. Jeden Zigarettenstummel, jeden Flaschendeckel, jedes noch so kleine Fitzelchen Papier picken die städtischen Mitarbeitenden auf. Jeden Tag aufs Neue. Zweimal pro Woche wird der Ufschötti-Sand aufgelockert, um ihn von Unrat zu befreien. Einmal wöchentlich suchen Kälin und seine Kollegen mit hohen Angel­ hosen den See im Uferbereich ab. Sperren oder Sünder büssen?

Die Putzmannschaft bleibt am frühen Morgen nicht lange ­allein im Park. Frühaufsteher ­spazieren über den Uferweg oder schwimmen im See. Viele haben Vorschläge, wie sie das Müllschlamassel lösen würden: Flaschen und Dosen mit Pfand belegen, den Park nachts sper-

ren, mehr Bussen verteilen oder wie früher grosse Abfalleimer im Park aufstellen, bekommt Kälin zu hören. So einfach sei es nicht, erklärt er den Passanten. Der ­öffentliche Raum lasse sich nicht einfach abriegeln. Mehr Bussen zu verteilen, sei schwierig, weil die Abfallsünder auf frischer Tat ertappt werden müssten. Und die Abfalleimer seien aus politischem Wille durch Entsorgungsstationen am Parkrand ersetzt worden. Kälin findet das okay: «Wenn man Bier und Würste auf die Wiese tragen kann, kann man auch den Abfall zur Ent­ sorgungsstation bringen.» Auch auf der Wiese – noch mit Müll bedeckt – sind frühe Besucher zu sehen. Ein Mann geht mit gesenktem Blick langsam Stelle für Stelle ab. Nein, er habe nichts verloren, sagt er, ohne den Blick vom Gras zu ­heben. «Ich suche Geld und Schmuck, die liegen geblieben sind.» Er habe vor zwei Jahren damit begonnen, als er arbeits-

Auch Seraina Baumann schlendert über die Wiese. Sie sucht kein Geld, sondern Flaschen­ deckel. «Ich bastle damit ­Magnete, um sie am ‹Flohmi› zu verkaufen. Das ist mein Beitrag, um etwas für die Umwelt zu tun», sagt die 13-Jährige. ­Vater Reto (48) begleitet sie. Der Koch des Migros-Restaurants im ­Länderpark Stans hat in der Ufschötti einst selber Partys gefeiert. «Damals sah es hier aber nicht so aus», sagt er und schüttelt den Kopf. «Die städ­ tischen Mitarbeitenden machen einen mega Job. – Danke für eure ­Arbeit!», ruft er ihnen zu. Stadtteilleiter Kälin freut sich über die Worte. «Das motiviert zum Weitermachen.» Am Vortag hätten drei Jungs beim Auf­ räumen geholfen. «Solche ­Er­lebnisse helfen, wenn man frühmorgens wieder einmal hier steht und denkt: Gestern haben wir alles aufgeräumt und heute fangen wir von vorne an.» Kälin hofft, dass es irgendwann besser wird. Er greift mit den Fingern in seine Zange und pickt weiter Abfall auf. Nach vier Stunden Arbeit ist die Ufschötti vom nächtlichen Dreck befreit. Rund drei Tonnen Müll hat Kälin mit seinen Kol­ legen im Park weggeräumt. Das entspricht 322 Sixpacks Mineral­ wasser mit 1,5-Liter­-Flaschen. «Wenn ich das sehe, denke ich, dass es den Leuten einfach zu gut geht», sagt Kälin. MM


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Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Samstag – Anreise ins Trentino Gemütliche Fahrt im komfortablen Extrabus ins Val di Sole im Herzen des Trentino. Im Hotel werden wir bereits mit einem feinen Nachtessen erwartet! 2. Tag, Sonntag – Mit der Schmalspurbahn nach Trient Gleich nach dem Frühstück fahren wir mit der bekannten Nonstalbahn von Male nach Trient. Lehnen Sie zurück und geniessen Sie die wunderschöne Fahrt durch die herrlichen Dörfer und Täler der Brenta Dolomiten. Später zeigen wir Ihnen bei einer tollen Stadtführung, warum Trient zu den schönsten Alpenstädten gehört. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung geht es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo uns ein feines Trentiner Nachtessen bei Kerzenschein und Musik erwartet.

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Wählen Sie Ihr Reisedatum: 3. Tag, Montag – Trentiner Seen, Schlösser & Weine Das Trentino ist landschaftlich einzigartig. Nirgendwo in Europa findet sich eine perfektere landschaftliche Symbiose aus fantastischer Bergwelt und mediterranem Flair. Das zeigen wir Ihnen heute auf unserem wunderbaren Tagesausflug. Wir starten mit dem türkisfarbenen Zaubersee Lago di Tenno – ein Stück Karibik mitten in den Bergen. Ein weiteres fantastisches Fotomotiv ist das romantische Wasserschloss am Lago di Toblino. Zahlreiche Legenden von versteckten Liebschaften ranken sich um die imposante Seefestung. Mächtig und uneinnehmbar erhebt sich die Burg von Drena auf einer felsigen Anhöhe über dem Sarcatal – ein atemberaubender Anblick! Zum Abschluss des Tages besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der edlen Tropfen überzeugen

3. - 6. Oktober 2020 4. Tag, Dienstag – Fahrt mit dem legendären Bernina Express & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir nach Tirano. Hier erwartet uns der abschliessende Höhepunkt unserer tollen Reise: die Fahrt mit dem legendären Bernina Express nach St. Moritz. Freuen Sie sich auf eine der höchsten und schönsten Bahnstrecken der Welt! Die Strecke beeindruckt jeden Reisenden mit unzähligen Brücken und Tunnels, diversen Kehrschleifen und schwindelerregend hohen Viadukten. Von Ihrem komfortablen Panoramawagen aus geniessen Sie einen fantastischen Ausblick auf ursprüngliche Gebirgsgipfel, mächtige Gletscher und malerische Landschaften! Von St. Moritz aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.

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10.8.2020 | 19

Summen in der City

Mirjam Lendenmann kocht für ihr Leben gern, am liebsten mit dem Honig der eigenen Bienen. Diese pflegt sie gleich an ­ihrem Arbeitsplatz bei der Migros. Text: Claudia Schmidt Bilder: Cyrill Krähenbühl


20 | 10.8.2020 | SUMMSUMM

Wie werde ich Imkerin? Hobbyimker brauchen keine ­offi­zielle Ausbildung. Wer Bienenstöcke besitzt, muss sie ­allerdings registrieren lassen. Der Imkerverband Bienen Schweiz rät künf­ tigen Haltern, einen Grundkurs über 18 Halbtage zu ­absolvieren. Der Lehrgang geht über zwei J­ ahre und deckt sämtliche A ­ spekte der Bienenhaltung ab.

«Die Biodiversität in der Stadt ist grösser. Die Bienen finden hier oft ein besseres Nahrungsangebot.»

Noch mehr Bienenwissen vermitteln dreijährige Kurse, die mit dem eidgenössischen Fachausweis für Imker bzw. Imkerinnen abschliessen.

Bild: Migusto/Veronika Studer

Info: bienen.ch

W

enn am Morgen die Sonne aufgeht und die Pflanzen ihre Blüten öffnen, machen sich die Bienen von Mirjam ­Lendenmann an die Arbeit. Vom Dach des Bürogebäudes des Migros-GenossenschaftsBundes strömen sie aus, um Nektar zu ­sammeln. Elf Völker oder rund 550 000 Bienen haben hier, mitten in der Stadt Zürich, seit 2017 ihr Zuhause. Lendenmann ist passionierte Hobby-­ imkerin und seit 2016 Küchenchefin des ­Personalrestaurants des Migros-Genossenschafts-Bundes. Der Bienenstandort bot

sich also geradezu an. Bienen in der Stadt zu halten, hat aus Sicht der 33-Jährigen Vorteile: «Die Biodiversität in der Stadt ist grösser. Die Bienen finden hier oft ein besseres Nahrungsangebot – vom Frühjahr bis zum Ende des Sommers», sagt die Imkerin. Sogenannte Trachtlücken, in denen die Bienen nur wenig Nahrung finden, gibt es in der Stadt im ­Gegensatz zu ländlichen Gebieten praktisch nicht. Auch Pestizide finden sich hier kaum. Glückliche Bienen durch naturnahe Haltung

Zu den Bienen fand die Köchin über ihren Mann, einen Imker mit eidgenössischem

Fachausweis. Zusammen betreiben die beiden heute das Kleinunternehmen beehappy, das nicht nur Honig produziert, sondern im Aargau auch Bienenvölker vermietet. Der Ertrag ist für Mirjam Lendenmann zweitrangig. Ab Mitte Juli erntet sie keinen Honig mehr, sondern überlässt ihn den Bienen. «Bei Bedarf füttern wir ihn auch wieder zu», erklärt sie. Das erlaubt den Bienen, Pflanzen anzufliegen, die ihnen guttun und sie stärken. Gerade geschwächte Tiere profitieren davon. Im Winter muss die Imkerin deshalb nur wenig Zuckerwasser zufüttern. In ihren Bienenbauten findet auch ein eigener Kreislauf


10.8.2020 | 21

Kochen mit Honig Auf dem Butterzopf schätzt man ihn, doch selten ist Honig der Star eines Gerichts. Das ändern wir mit feinen Honigrezepten. Text: Claudia Schmidt Rezepte: Migusto

Honig-Nuss-Tarte Für 8 Personen Für Kuchenblech à ca. 26 cm 350 g gemischte Nüsse, z.B. Mandeln, Haselnüsse, Baumnusskerne und Pekannüsse 1 rund ausgewallter süsser Mürbeteig à 320 g Hülsenfrüchte zum Blindbacken 3 Eier ½ Zitrone 70 g Butter, weich 3 EL Maisstärke 160 g flüssiger Honig 1 Beutel Vanillezucker 25 g gehackte Pistazien 100 g Crème fraîche flüssiger Honig zum Beträufeln 1 Backofen auf 200 °C vorheizen.

TIPP Dazu passen frische Früchte wie Nektarinen oder Pflaumen.

Fact Nr. 1

Erst wenn Honig reif ist, ver­schlies­ sen Bienen die Wabe. Das Wachs wird mit einer Entdeckelungsgabel entfernt, um den Honig zu entneh­ men. Vor dem Abfüllen werden grobe Wabenreste herausgesiebt. Die Honiggläser werden etikettiert.

Tannenhonig entsteht aus dem sogenannten Honigtau. Das sind Ausscheidungen von Blattläusen, die an den Tannenspitzen Pflanzensaft saugen. Je nach Blattlausbefall dauert es in einigen Gegenden bis zu drei Jahre, bis genügend Honig in den Bienenwaben ist.

Nüsse in eine ofenfeste Form ­geben und im Ofen während des Aufheizens 12 Minuten rösten. Herausnehmen und abkühlen lassen. 2 Teig mit Papier in ein Kuchenblech legen. Teigboden mit einer Gabel dicht einstechen. Überstehenden Rand nach innen ­umklappen. Teig mit Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten beschweren. Im Ofen ca. 10 Minuten backen. Hülsenfrüchte und Papier entfernen, Boden weitere ca. 12 Minuten fertig ­backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. 3 Inzwischen Eier verquirlen. Zitronenschale fein abreiben, Zitrone auspressen. Butter schaumig rühren. Eier, Stärke, Honig, Vanillezucker, Zitronenschale und -saft dazurühren. 4 Nüsse auf dem Teigboden verteilen, Masse darübergiessen, mit Pistazien bestreuen. Ca. 25 Minuten in der unteren Ofenhälfte fertig backen. Tarte abkühlen lassen. Mit Crème fraîche und mit Honig beträufelt servieren.


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SUMMSUMM | 10.8.2020 | 23

Gefüllte Peperoni mit HonigFrischkäse

statt. Sie setzt keine f­ remden Mittel­ wände ein, die Bienen zum Wabenauf­ bau brauchen. Die Mittelwände werden aus dem eigenen Wachs der alten Brutwaben gewonnen, indem man sie einfach einschmilzt. So werden alle ­Waben einmal pro Jahr erneuert.

Als Party-Fingerfood, beim Apéro, zum Grillplausch oder beim Picknick machen sich gefüllte Mini-Peperoni gut – und zeigen, dass auch Währschaftem etwas Süsse guttut.

Technik statt Gift gegen den Parasiten

Rezept: migusto.ch

Die Varroamilbe, die so ziemlich jedes Bienenvolk in Europa angreift, ver­ schont auch die Bienen des Personal­ restaurants nicht. Mirjam Lenden­ mann bekämpft den Schädling aber nicht mit Ameisensäure, wie das ­andere Imker tun. Sie setzt auf eine nach­­hal­ tigere Methode, nämlich eine biotech­ nische, wie der totalen Brutentnahme Ende Juli. Dadurch entfernt die Imke­ rin ­einen Grossteil der Milben, die das Volk befallen haben. Die verbleibenden ­Milben werden mittels Fangwaben aus dem Volk entfernt. «Wir haben ­Königinnen, die jetzt schon vier Jahre alt sind», sagt die Küchenchefin stolz. «Wenn man den Milbenbefall mit Ameisensäure be­handelt, werden sie nicht so alt. Das ­be­stätigt uns in ­unserem Vorgehen.» Ihre grosse Liebe zu den Bienen und zum Honig hat auch einen grossen Einfluss auf ihre Küche. «Am liebsten kombiniere ich Honig mit säuerlichen Zutaten. Etwas, was die Süsse wieder besänftigt. Daheim koche ich sehr viel mit Honig», sagt Mirjam Lendenmann. Ihr Lieblingsrezept: Pinienkerne-­ Krokant – oder auch eine feine Honig-­ Joghurt-Glace.» Das würde sicherlich auch die Bienen stolz machen. MM

Fact Nr. 2 Honig ist zunächst immer flüssig. Bestimmte Arten kristallisieren schneller, zum Beispiel Rapshonig. Durch intensives Rühren werden die Kristalle klein gehalten, sodass der Honig cremig wird. Sorten wie Akazienhonig bleiben eher flüssig.

Honigglace mit Fleur de sel Dessert für 4 Personen 1,5 dl Vollmilch 1 TL Vanillepaste 80 g flüssiger Honig 3 Eigelb 1 TL Fleur de sel 1,5 dl Vollrahm 1 EL gehackte Pistazien 1 Milch mit Vanillepaste erhitzen.

Bilder: Migusto/Veronika Studer

TIPP Dazu passen knusprige Waffeln, z. B. Caramel- oder Honigwaffeln oder Bricelets.

Honig beigeben und rühren, bis er sich in der Milch aufgelöst hat. Eigelb in einer Schüssel schaumig schlagen. Warme Milch langsam und unter ständigem Rühren mit einem Schwingbesen zum Eigelb giessen. Alles zurück in die Pfanne giessen und unter ständigem ­Rühren mit dem Schwingbesen aufkochen. Pfanne in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser stellen und die Masse so lange rühren, bis sie kalt ist. Salz darunterrühren. Rahm steif schlagen und vorsichtig unterheben. 2 Masse in einer Glacemaschine gemäss Gebrauchsanleitung ­ge­frieren lassen. Zum Servieren mit Honig beträufeln und mit Fleur de sel bestreuen. Nach ­Be­lieben mit Pistazien anrichten. TIPP Ohne Glacemaschine: Masse

in eine Chromstahlschüssel geben und 2–3 Stunden gefrieren lassen. Dabei alle 30 Minuten mit einem Schwingbesen durchrühren, bis die Masse angefroren ist.


24 | 10.8.2020 | SUMMSUMM

Sieben Fakten zur Honigbiene Sind Bienen vom Aussterben bedroht? Leben sie in der Stadt besser? Peter Neumann, Professor für Bienengesundheit, erklärt, wie es um die Honigbiene bestellt ist. Text: Claudia Schmidt

Viele Imker lassen ­ihren Bienen heute mehr Honig und ­füttern weniger zu. Welche Vorteile hat das?

Bilder: Getty Images, zVg

Honig enthält nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Vitamine und ­Mineralien. Bienen, die mit ihrem eigenen Honig gefüttert werden, leben länger. Ausser­ dem fliegen geschwächte oder kranke Bienen gezielt Pflanzen an, ­deren Nektar sie stärkt. Die Datenlage dazu ist aber noch nicht hun­ dertprozentig klar.

Nimmt das Bienensterben weiter zu? Das ist unklar. Seit 2008

werden in der Schweiz dazu Daten erhoben. Die Verluste an Bienen­ völkern schwanken da­ bei zum Teil erheblich. Die Wissenschaft hat aber noch nicht heraus­ gefunden, warum das so ist. Man kann also auch nicht sagen, dass das Honigbienen­ sterben zunimmt.

Dr. Peter Neumann ist Professor am Berner Institut für Bienengesundheit. In seiner Arbeit fokussiert er auf das Verhalten, die Evolution und die molekulare Ökologie von Bienen und ihren Krankheiten.


SUMMSUMM | 10.8.2020 | 25

Honig wird künftig viel teurer, liest man seit Jahren. Bislang ist das nicht eingetreten. ­Warum?

Das liegt an den Impor­ ten aus fernen Ländern, in denen Honig güns­ tiger produziert werden kann. Dieser Honig ­erreicht aber oft nicht die Qualität von Schwei­ zer Honig.

Welche Folgen hätte ein starkes Bienensterben für die Landwirtschaft?

Bei den Pflanzen, die durch Honigbienen bestäubt ­werden – wie Frucht­bäume und -sträucher –, würden die Erträge sinken, die ­Produkte würden sich ver­ teuern. Durch den Import von Früchten würden wir das Problem der steigenden Preise erst einmal ausla­ gern. Das wiederum würde eine grössere Abhängigkeit von ausländischen ­Pro­duzenten bedeuten.

Urbanes Gärtnern wird immer beliebter. Ist die Stadt ein besserer Lebensraum für die Honigbienen?

Das Nahrungsangebot ist grösser, und es gibt keine Trachtlücken, also Zeiten, in denen nichts blüht. Viel interessanter ist aber, dass sich immer mehr Men­ schen mit den Bienen be­ schäftigen, Verständnis für sie und die Natur ent­ wickeln. Und vielleicht im Garten einfach ein Stück Wiese nicht regelmässig, sondern nur zweimal pro Jahr mähen. Das hilft nicht nur den Bienen, s­ ondern allen Insekten.

Insektizide werden oft als Hauptursache für das ­Bienensterben genannt. Ist das tatsächlich so?

Da muss man unterschei­ den: Die von Menschen gehaltenen Honigbienen haben einen ganz guten Puffer. Solange die Königin Eier legt, überlebt das Volk, selbst wenn ein paar Hundert Bienen sterben. Ganz anders sieht es ins­ gesamt bei den oft alleine lebenden Wildbienen und generell bei vielen Insekten aus: Sie sterben daran. Bei den Honigbienen der Imker sind diese Stoffe aber nicht das Hauptproblem.

Die Varroamilbe bedroht jedes Bienenvolk. Wie weit ist man mit dem Züchten resistenter ­Honigbienen?

Es klingt banal: Am besten lässt man die Bienen ­machen. Damit hat man beispielsweise in Schweden und Holland sehr gute ­Ergebnisse erzielt. Es gibt aber nicht den einen Mechanismus. Es hat sich gezeigt, dass es nichts bringt, Bienenköniginnen aus ­anderen Ländern zu importieren. Nach unserer Er­fahrung sind die Bienen, die in der Schweiz vor­ kommen, die besten Bienen für die Schweiz. Die Bienen werden das schaffen. Sie helfen sich selbst und ent­ wickeln Strategien im Um­ gang mit der Milbe. Das geht aber nur langsam voran.


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28 | 10.8.2020 | MEINE MIGROS

Zweite Haut für eine Diva Avocados sind oft noch nicht ganz reif – und am nächsten Tag schon zu sehr. Deshalb schützt sie die Migros neu mit einer pflanzlichen Schicht. Apeel macht die Frucht länger geniessbar. Die sechs wichtigsten Fragen und Antworten. Text: Lisa Stutz

Eine pflanzliche Schicht, die, auf Früchte und Gemüse aufgetragen, diese länger frisch hält. Mit Apeel bleibt die Feuchtigkeit drin und der Sauerstoff, der den Reife­prozess ­beschleunigt, draussen. So unterstützt die «zweite Haut» natür­liche Fähigkeiten, unerwünschte U ­ mwelt-­ einflüsse fern- und den schnellen ­Alterungsprozess aufzuhalten.

Woraus besteht die Schutzschicht? Apeel wird aus pflanz­lichem Material hergestellt. Gewonnen wird es aus Schalen, Samen und dem Fruchtfleisch von Früchte- und ­Gemüsesorten, die wir auch sonst essen. Aus diesem Grund ist die Schutzschicht bedenkenlos geniessbar.

Was sind die Vorteile? Ist die Frucht frisch, schmeckt sie besser und enthält mehr Nährstoffe. ­Zudem bleiben Avocados unter der Schicht länger frisch und landen seltener im Abfall, was das Portemonnaie der Kundinnen und Kunden schont und FoodWaste mindert – das ist gut für die Umwelt.

Wo kann ich ApeelAvocados kaufen? Ab sofort sind sie in F ­ ilialen der Genossenschaft Ostschweiz erhältlich. S ­ tossen sie auf Akzeptanz, prüft die Migros eine Ausweitung auf weitere Genossenschaften – sowie auf andere Früchteund Gemüsesorten.

Wie bewahrt man behandelte Avocados auf? Es wird empfohlen, sie so aufzubewahren, wie man Avocados ohne ApeelSchicht lagert: bei ­Zimmertemperatur, ­bereits aufgeschnittene Früchte mit dem Stein im Kühlschrank.

Was hat Apeel mit Bill Gates zu tun? Das amerikanische Unternehmen Apeel Science wurde 2012 mit einer Zuwendung der Bill & ­Melinda Gates Foundation gegründet, um in ­Entwicklungsländern den Verlust von Nahrungsmitteln nach der Ernte zu verringern. Die Migros arbeitet als erste Schweizer Detailhändlerin mit dem innovativen Unternehmen zusammen.

Bild: iStockphoto

Was ist Apeel?


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30 | 10.8.2020 | SOMMERHITZE

Heiss? Schwitzen ist gut!

30 Grad im Schatten: Wenn es heiss ist, kommen wir ins Schwitzen. Warum Schweiss salzig schmeckt und welche ­Hausmittel gegen Schwitzen helfen, erfahren Sie hier. Text: Susanne Schmid Lopardo Illustration: Anita Allemann

Schwitzen Männer stärker als Frauen? Tatsächlich schwitzen Männer mehr, da sie pro Schweissdrüse mehr Schweiss absondern und in der Regel eine grössere Muskelmasse haben. Die Schweissmenge ist in erster Linie aber von der Körpergrösse und nicht vom Geschlecht abhängig. Kleinere Menschen haben im Verhältnis zur Körpermasse eine grössere Oberfläche und kühlen ­besser über die Haut ab, während grössere ­Menschen stärker schwitzen müssen, um abzukühlen.

Was ist das Gute am Schwitzen? Es hilft, die Körpertemperatur zu regulieren und schützt vor Überhitzung. Indem der Schweiss auf der Haut verdunstet, können wir abkühlen. Wenn der Schweiss in Strömen fliesst und hinuntertropft, ist er jedoch wenig effektiv. Er sollte einen dünnen Film auf der Haut bilden, um gut verdunsten zu können. Durchschnittlich sondert der menschliche Körper knapp 1,5 Liter Schweiss pro Tag ab.

Warum schwitzen wir, wenn wir scharf essen? Scharfes Essen wird auch immer als heiss empfunden, da die entsprechenden Rezeptoren im Mund auf den chemischen Reiz dieser ­Gewürze ­reagieren. Sie melden diese Wahrnehmung an unser Gehirn weiter, was die Schweissdrüsen aktiviert, erklärt der Medbase-­ Sportarzt Rubén Oliver.

Dr. med. Rubén Oliver Permanence Hauptbahnhof Zürich und Medbase Brunngasse Winterthur


SOMMERHITZE | 10.8.2020 | 31

Warum schmeckt Schweiss salzig?

Wir können kein Süsswasser schwitzen, weil der Körper Salze braucht, um Schweiss nach aussen zu transportieren. Die Schweissdrüsen sondern Natrium, Kalium und Chlorid ab, die dann Flüssigkeit nach sich ziehen. Diese Mineralsalze können wir mit der Zunge schmecken.

Wieso stinkt Schweiss? Der Schweissgeruch wird durch Bakterien auf der Hautoberfläche ­verursacht. Sie bauen Fettsäuren ab, die im Schweiss enthalten sind. Je nach Besiedlung der Haut und der Zeit, die der Schweiss mit der Haut Kontakt hatte, riecht das stärker. Frischer Schweiss ist dagegen geruchlos. Auch Lebensmittel können den Körpergeruch verändern, dazu gehören zum Beispiel Knoblauch, Zwiebeln, ­Spargeln und Gewürze wie Curry oder Kreuzkümmel.

Welche Hausmittel helfen? Kaltes Duschen hilft, die Poren zu schliessen und die Schweissproduktion zumindest kurzzeitig zu drosseln. Apfelessig im Fussbad hat sich als Mittel gegen Fussschweiss bewährt. Um Achselschweiss zu reduzieren, kann man am Abend einen Waschlappen in Apfelessig tränken und die ­Achseln damit befeuchten. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Morgen abwaschen. Auch Salbeitee kann beim Schwitzen helfen. Wie gut Hausmittel wirken, ist jedoch ­individuell und abhängig von den Erwartungen.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Sonnenstich und was man dagegen tun kann Wer zu lange ungeschützt an der Sonne ist, riskiert einen Sonnenstich – oder im schlimmsten Fall gar einen Hitzschlag. Mehr dazu auf migros-impuls.ch/sonnenstich

Wäsche Wie bringt man gelbe Schweissflecken aus dem T-Shirt? Versuchen Sie es mit Gallseife: direkt auf dem Fleck einreiben und einige Minuten ­einwirken lassen. Danach gründlich ­ausspülen oder direkt mit der übrigen Wäsche in der Maschine waschen. Gallseife gibt es in fester und flüssiger Form. Sie besteht aus Rindergalle und Kernseife. Welche Textilien kühlen? Natürliche Materialien wie Leinen, Baum­wolle oder Seide sind ­atmungsaktiv und ­kühlen. Das Gleiche gilt für Stoffe aus Viskose, ­Tencel oder Lyocell, die aus Zellulosefasern (Holz oder Bambus) ­hergestellt werden. Ideal bei Hitze ist auch weite und luftig geschnittene Kleidung. Und: Helle ­Farben ­reflektieren die Wärme besser als d ­ unkle. ­Letztere ­ab­sorbieren und s­ peichern die Wärme. Was sollte man bei schweisstreibendem Sport tragen? Am besten ist leichte, enganliegende Funk­ tionskleidung, die den Schweiss vom Körper weg an die Stoffober­ fläche transportiert. Das hält den Körper t­ rocken.


32 | 10.8.2020 | SOMMERWETTBEWERB

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Gewinnwort für den Wochenpreis 1

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Gewinnsatz für den Hauptpreis (blaue Felder: Ausgabe vom 17. August) 3

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Lösungen und die Namen der Gewinnerinnen und Gewinner werden in der Ausgabe 36 vom 31. August veröffentlicht.

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SOMMERWETTBEWERB | 10.8.2020 | 33

er Kultprodukte

Migros? Ordnen Sie unten in den beiden Lösungszeilen können Sie tolle Preise gewinnen. Und in der Hauptverlosung enkkarten im Gesamtwert von 5000 Franken.

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Mit der Lösung für alle drei Wett­be­werbsAusgaben können Sie im Migros-Magazin vom 17. August ein Mal ­Geschenkkarten der ­Migros im Wert von 3000, zwei Mal für 500 und zehn Mal im Wert von 100 Franken gewinnen. Gesamtwert: 5000 Franken

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34 | 10.8.2020 | SCHULSTART

«Ich bin ganz froh, dass es vorbei ist»

Im Sommer 2011 sprach das Migros-Magazin schon mal mit Amina Wanger und Laurin Steinmann, ­damals frischgebackene Erstklässler. Inzwischen sind sie 15 und haben die obligatorische Schule hinter sich. Wie geht es ihnen heute? Was sind ihre Pläne? Text: Yvette Hettinger, Ralf Kaminski Bilder: Daniel Winkler

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mina, als wir euch am ­Anfang der ersten ­Primarschulklasse inter­ viewt h ­ aben, wolltest du Kuchen­bäckerin werden. Willst du das ­immer noch? Amina: Nein, das will ich definitiv nicht mehr. Ganz sicher bin ich noch nicht, aber Lehrerin könnte eine ­Option sein. Deshalb hänge ich jetzt noch ein Jahr Bezirksschule an, damit ich anschliessend an die Fachmittel­ schule gehen kann.

könnte ich mich später immer noch in Richtung Architektur weiterbilden.

Laurin, willst du noch immer wie damals Informatiker oder Zoo­ wärter werden? Laurin: Nein. Ich starte nach den Sommerferien eine Lehre als Geoma­ tiker. Das sind die Leute, die Häuser und Strassen vermessen. Sie stehen meist mit Messgeräten am Strassen­ rand rum, machen scheinbar nichts, und am Ende kommt eine teure ­Rechnung nach Hause (lacht). Ur­ sprünglich hatte mich Architekt oder Hochbauzeicher interessiert, aber ich ­realisierte dann, dass ich da praktisch den ganzen Tag im Büro am Compu­ ter sitzen muss. Als Geomatiker bin ich auch oft draussen unterwegs, das gefällt mir viel besser. Daneben ma­ che ich noch die Berufsmatura – so

Seid ihr froh, dass ihr die obligato­ rische Schulzeit hinter euch habt, oder werdet ihr etwas vermissen? Amina: Ja, Freundinnen und Klassen­ kameraden – zwar bin ich jetzt noch ein Jahr in der Schule, aber mit ­anderen Leuten. Zuvor haben wir uns ­jeden Tag gesehen, das werde ich schon vermissen. Laurin: Ich bin ganz froh, dass es vor­ bei ist. Noch vermisse ich nichts, aber das könnte schon noch kommen.

Beim letzten Gespräch standet ihr ganz am ­Anfang der obligatorischen Schulzeit, jetzt ist sie zu Ende. Wie fühlt sich das an? Laurin: Es ist der Start in einen neuen Lebensabschnitt. Wie das dann sein wird, kann ich noch nicht sagen. Im Moment bin ich gerade in einer Zwi­ schenwelt, das eine ist zu Ende, das andere hat noch nicht begonnen.

Was denn? Laurin: Zeit und Freiheit. In der ­Lehre werde ich vom Morgen bis zum späten Nachmittag am Werk sein, und abends kommen dann noch die Hausaufgaben.

Amina Wanger wohnt in Oberrohrdorf AG und startet jetzt ein ­Bezirksschuljahr, damit sie im ­Anschluss an die Fachmittelschule kann.


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So war das vor neun Jahren: Amina und Laurin beim Schulstart Als wir Amina und Laurin im August 2011 das erste Mal befragten, waren sie sechs Jahre alt und aufgeregte Erstklässler. Sie erzählten dem Migros-­ Magazin, wie ihnen der erste Schultag gefallen hatte, worauf sie sich freuten – und was ihnen im Leben wichtig war. Im Sommer 2012 befragten wir sie erneut zum Start in die 2. Klasse. Heute finden die beiden es etwas seltsam, ­diese Gespräche zu lesen – und, anders als wohl viele Leserinnen und Leser, nicht wirklich herzig. Laurin, der damals mit seiner vorlauten Art für ­besonders viele Schmunzler sorgte, kommentiert dies heute so: «Ich war damals viel direkter, habe einfach gesagt, was ich gerade dachte. Heute überlege ich erst noch, bevor ich den Mund aufmache.»

Bild: Gaëtan Bally

Die Interviews können online nachgelesen werden: www.migmag.ch/aminalaurin

Wie war die Schulzeit im Rückblick? Amina, damals gefiel dir ja ­alles, blieb das so? Amina: Nicht in allen Fächern. Physik und Mathematik habe ich nie be­ sonders gemocht, auch wenn ich gar nicht so schlecht darin bin. Aber meistens bin ich gerne zur Schule ­gegangen. Welche Fächer hattet ihr am ­liebsten? Amina: Sprachen wie Englisch oder Deutsch. Laurin: Bei mir wars das genaue ­Gegenteil. Deutsch, Englisch, Franzö­ sisch waren nicht so meins. Klar, die Grammatik muss stimmen, aber ich glaube nicht, dass ich später im Leben je wissen muss, wie dieses oder jenes Pronomen heisst. Mathematik ist ganz anders, das hat klare Regeln und funktioniert einfach. Laurin Steinmann wohnt in Oberrohrdorf AG und beginnt diese Woche eine Lehre als Geomatiker.

Wenn ihr etwas an der Schule hättet ändern können, was wäre das? Amina: Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Allgemeinwissen vermittelt wird. Dinge, die man im praktischen Leben brauchen kann. Laurin: Ja genau. Und dass man ­früher auf Fächer fokussieren kann und andere weglassen.

Habt ihr euch auch mit aktuellem Zeitgeschehen beschäftigt? Laurin: Nicht als Fach. Aber ein Leh­ rer hat bei Prüfungen immer eine ­Zusatzfrage mit Bezug auf das aktuel­ le Weltgeschehen gestellt. Hattet ihr eigentlich Sexualkunde? Amina: Ja, ab der 5. Klasse. Laurin: Etwa sechs Lektionen im Jahr. Es waren die, in denen ich am meisten gelacht habe. Warum? Laurin: Weils lustig war, aber manch­ mal natürlich auch peinlich. Habt ihr nicht alles schon gewusst, was man euch da erzählt hat? Amina: Nein, ich habe wirklich Neues gelernt. Laurin nickt. Gabs während der Schulzeit irgendein Erlebnis, das ihr nie vergessen werdet? Laurin (zeigt in eine Ecke des Schulzimmers): Auf dem Schrank dort steht ein Feuerkessel mit einem Loch drin ( lacht). In der 1. Bez war unsere ­Klasse im Wald bräteln, und ich schlug vor, einen Gugelhopf über dem Feuer zu machen. Wir stellten den


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Kessel direkt ins Feuer. Am Ende war nicht nur der Kuchen darin total verkohlt, der Kessel hatte ein Loch. Später fand ich heraus: Feuer mit Kohlebriketts wird viel heisser als mit Holz – so heiss, dass sogar Metall schmilzt. Amina: Ich werde wohl das ewige Treppenlaufen in den dritten Stock nie vergessen. Manchmal mussten wir nach jeder Lektion rauf- und wieder runtersteigen. Und die Klassenlager waren toll. In der Primarschule hatten wir doch auch eins, oder? (schaut zu Laurin hinüber) Laurin: Ja, stimmt! Amina: Auf einem Campingplatz am Titisee. Laurin: Genau, das war super! Amina: Wir haben ein Floss gebaut und sind damit auf den See gegangen. Laurin: Einmal war ein Kollege am Duschen und fing plötzlich an zu schreien. Da kam gerade eine riesige Kakerlake aus dem Abfluss gekrochen … (lacht) Amina: Wir mussten unser Reisegepäck vor dem Zelt lassen, und als wir morgens rauskamen, ­waren die Koffer voller Käfer und so (beide kichern noch ein wenig). Habt ihr in der Schule Freunde fürs Leben gefunden? Laurin: Bei mir gabs beim Übergang von der Primar- in die Bezirksschule einen Bruch, da hat sich der ganze Freundeskreis komplett verändert. Es kamen da mehrere Faktoren zusammen, wir haben uns wohl einfach auseinandergelebt. In den jeweiligen Schuklassen lief eigentlich immer alles okay, aber Freundschaften fürs Leben sind eher nicht entstanden. Amina: Bei mir blieb der Freundeskreis aus der Primar erhalten, da die Mehrheit wie ich in die Sekundarschule kam. Und einige Freundschaften werden sicher bleiben. Gabs auch schwierige Phasen, als euch die Schule gestunken hat oder ihr rebelliert habt? Amina: Nicht wirklich. Laurin: Nichts Ernsthaftes. Klar, gabs immer wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe,

­ arum ich das jetzt machen soll. w Aber da muss man halt durch, man hat ja keine andere Wahl.

«Ich wollte gute Noten haben, also war klar, dass ich dafür auch etwas machen muss.» Amina Wanger

Viele Kinder sind heute schon in der Schule enorm gestresst, wegen der Termine und des Leistungsdrucks – habt ihr das auch so erlebt? Laurin: Eigentlich nicht. Ich wusste schon länger, dass ich was mit Mathe machen möchte. Und wenn man weiss, in welchen Momenten es bei den ­Noten darauf ankommt, kann man sich gezielt vorbereiten und den Rest eher locker nehmen. Amina: In vielen Fächern musste ich mich bemühen, um gute ­Noten zu haben, das war schon manchmal anstrengend. Aber ich wollte halt gut sein, also war klar, dass ich dafür auch etwas machen muss. Wie habt ihr den Umgang mit Jugendlichen erlebt, die etwas anders sind? Zum Beispiel Ausländer, Übergewichtige, Schwule und Lesben – war man da eher entspannt und offen, oder gabs auch Mobbing? Amina: Nicht, dass ich das je mitbekommen hätte. Laurin: Ich auch nicht. Es gab mal eine Phase, wo Teile unserer Klasse mit Teilen einer anderen Klasse ein Problem hatten, aber das hat sich dann auch irgendwann geklärt. Die Hintergründe kenne ich aber nicht, ich war nie direkt involviert. Wie zufrieden wart ihr mit ­euren Lehrern? Laurin: Mit einigen mehr, mit anderen weniger … Amina: Genau. Ich habe diejenigen gemocht, die alle in der Klasse fair behandelt haben. Laurin: Es kam auf die Art des Unterrichtens an. Mir gefiel, wenn es abwechslungsreich war, nicht einfach eine Stunde lang Theorie und dann die zweite auch gleich noch, sondern durchmischt mit Praxis und mit Verknüpfungen zum Alltag oder zu praktischen Anwendungen. Gabs Lehrer, zu denen ihr nicht gern gegangen seid? Laurin: Das hing meist eher vom Fach als von der Person ab.

Fühlt ihr euch denn jetzt aufs Leben vorbereitet? Laurin: Die Frage ist doch: Wann fängt das Leben an? Ich glaube, für den Einstieg ins Berufsleben bin ich gut vorbereitet, für alles andere kommt dann sicher noch mehr dazu. Amina: Eine gewisse Basis ist sicher gelegt. Ich habe viel gelernt, aber ob ich das alles dann wirklich brauche, weiss ich nicht. Wo seht ihr euch in fünf Jahren? Amina: Ich werde vermutlich studieren, aber lasse es mal auf mich zukommen. Genaue Pläne gibt es noch nicht. Laurin: Erst mal die Lehre fertig machen, dann kommt wohl die RS, und danach könnte ich mir auch ein Studium vorstellen, vielleicht Geomatik, mal sehen. Wenn sich ein Auslandsauf­ enthalt ergibt, würde ich sicher nicht Nein sagen. Und du machst die RS, keinen Zivildienst? Laurin: Weiss ich noch nicht so genau. Aber man muss es halt machen, und bisher haben die meisten die RS überlebt, so schlimm kann es also nicht sein. Und noch später? Wollt ihr mal Kinder haben? Amina: Eigentlich schon, aber das ist sicher noch weit weg. Laurin: Geht mir auch so. 2012 sagtest du, es müssten sicher mehr als vier Kinder sein … Laurin: ( lacht) Ja … halb so viele wären also auch okay. Mal sehen. Du wusstest damals auch schon, wen du heiraten willst, und sie war sogar bereits ­in­formiert. Ist da mehr draus ­geworden? Laurin: ( lacht) Nein, wir sind zwar noch lange in die gleiche Klasse gegangen, aber haben uns dann auseinandergelebt. Ein richtiges Paar waren wir also nie. Und du warst in der 2. Klasse auch dein eigenes Vorbild – hat sich das geändert? Laurin: ( kichert) Ich selber bins definitiv nicht mehr. Aber ich


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habe auch nicht wirklich andere. Amina: Ich auch nicht.

lassen müssen. Es bringt nichts, sich da verrückt zu machen.

Macht euch die Zukunft manchmal Sorgen? Der Klimawandel zum Beispiel? Laurin: Ich mach mir schon ­Gedanken, aber ich kann auch gut filtern: Was hat wirklich ­einen Einfluss auf mein Leben, und wo kann ich etwas ändern? Das Umweltthema kann ich hingegen nicht so leicht rausfiltern, mein Bruder war manchmal an Fridays-for-Future-Demos. Amina: Mich beschäftigt der ­Klimawandel schon, aber ich denke, ich kann nicht viel da­ gegen machen. Laurin: Ich glaube, wir werden das einfach auf uns zukommen

Was macht ihr in der Freizeit? Amina: Freundinnen treffen, zusammen irgendwohin gehen, plaudern – oder auch zusammen shoppen in Baden oder im Shoppingcenter Spreitenbach. Laurin: Ich bin nicht mehr so viel mit Freunden unterwegs. Ich war in letzter Zeit eher auf die Schule fokussiert und immer wieder mal mit der Familie ­unterwegs. Jetzt gerade, in den ­Ferien, waren wir wandern in Freiburg und im Wallis.

«Ich glaube, für den Einstieg ins Berufsleben bin ich jetzt gut vorbereitet.» Laurin Steinmann

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In ein paar Wochen werden neue Erstklässler hier die Schule beginnen. Was geht

euch durch den Kopf, wenn ihr daran denkt? Amina: Ich finde es immer lustig, die Kleinen zu sehen. Und frage mich: War ich auch mal so? Es ist doch noch gar nicht so lange her. Laurin: Ich denke dann «so klein und noch so unerfahren». Welchen Rat werdet ihr dereinst euren Kindern zum Schulstart auf den Weg geben? Laurin: Hört auf die Lehrer! Die wissen schon, warum sie euch welchen Stoff beibringen. Auch wenn ihr es im Moment nicht versteht. Amina: Ich werde ihnen raten, sich selbst zu bleiben. Und herauszufinden, was sie glücklich macht. MM


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Vor dem grossen Tag Aller Anfang ist schwer: Der erste Schultag bringt viel Freude, aber auch Ängste und Unsicherheit mit sich. Fünf Expertinnen beantworten Fragen zum neuen Lebensabschnitt. Text: Monica Müller und Benita Vogel

nicht einfach so vom Bildungs­ system. Es kommt d ­ arauf an, ­welche Einstellung Eltern zur Schule und zur Freizeit haben und wie sie die Zeit einteilen. Wenn Kinder eine «durchgetak­ tete» Freizeit haben – ohne Zeit für sich, zum Trödeln oder zum Spielen mit Gspänli –, füh­ ren sie kein kind­gerechtes Leben. Oft stehen ­Eltern selber unter Leistungsdruck, übertragen dies auf die Kinder und setzen Leis­ tung auch in der Freizeit an die erste Stelle. Tatsache ist, dass ­viele (Primar-)Schulen heute sehr kinderorientiert sind. Margrit Stamm, Erziehungswissenschaftlerin

Wie können Eltern nervösen Kindern Zuversicht verleihen? Bestimmt erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag. Erzählen Sie davon! Kommen Sie mit dem Kind ins Gespräch! Sie können es auch nach seinem ­ersten Kindergartentag fragen: «Wie war das damals? Was ­waren deine Erwartungen, was hast du erlebt?» Sagen Sie ihm, dass die Situation nun ganz ­ähnlich sei. Nervosität an sich ist nichts Schlechtes. Wird sie zu stark, können Atemübungen helfen: einatmen und langsam ausatmen. Auch Fussmassagen, beispielsweise mit wohlriechen­ dem Öl, können beruhigen. Iris Etter-Dubach, Beraterin Pro Juventute

Wie tröste ich meine Tochter, wenn sie doch nicht mit ihrer besten Freundin in die 1.Klasse kommt? Vom gewohnten Alltag Abschied zu nehmen, ist traurig. Sagen Sie dem Kind, dass Sie es ver­ stehen, es aber die Freundschaft trotzdem weiterführen kann. Planen Sie gemeinsam, wie es die Freundin weiterhin treffen kann. Weisen Sie auch darauf hin, dass sie sich noch viel mehr zu erzählen haben, wenn sie in unterschiedliche Klassen gehen.

Bild: iStock

Iris Etter-Dubach, Beraterin Pro Juventute

Wie kommen Eltern mit ihren eigenen Ängsten und vielleicht schlechten Erinnerungen an die eigene Schulzeit klar? Die meisten Lehrpersonen sind offen für Fragen der Eltern. Sie möchten aber oft auch zuerst ­einen Klassenzug abschliessen, bevor sie die neuen Kinder und Eltern besser kennenlernen. ­Eltern sollten sich möglichst ­positiv auf die neue Situation einstellen und eigene Ängste nicht auf das Kind übertragen. Kinder haben ein feines Gespür dafür, wie es den Eltern geht. Nutzen Sie die Informations­ angebote des Kindergartens und der Schule, machen Sie sich selbst ein Bild von der Schule, wie sie heute ist. Maya Mulle, Leitung Fachstelle Elternmitwirkung

Wie verhalte ich mich, wenn ich die Lehrerin meines S ­ ohnes nicht mag? Ihr Sohn wird zu dieser Lehrerin in die Schule gehen, nicht Sie. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass er sie toll findet. Sie sollten sich raushalten mit Ihren Kom­ mentaren. Sollte es dann gar nicht klappen, können Sie im­ mer noch nach Lösungen ­suchen. Maya Mulle, Leitung Fachstelle Elternmitwirkung

Bedeutet der Beginn der Schulzeit das Ende der Kindheit? Die Überzeugung ist bei Eltern weitverbreitet. Der Leistungs­ druck kommt aber mit Sicherheit

Meine Tochter interessiert sich noch nicht für Lesen und Schreiben, viele der Chindsgi-­ Gspänli schon. Soll ich ihr in den Sommerferien Lesen und Schreiben beibringen? Kindergartenkinder müssen ­sicher nicht schon lesen, schrei­ ben und rechnen können und so die Schule vorwegnehmen. Ein guter Kindergarten stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder und fördert emotionale und ­soziale Kompetenzen. Das Wört­ chen müssen spielt hier die Haupt­rolle, Instruktion bringt nur kurzfristigen Erfolg. Selbst­ verständlich gibt es Frühleser und Frührechner, die schon früh selbstmotiviert lesen, rechnen und schreiben lernen wollen. Das ist wunderbar. Margrit Stamm, Erziehungswissenschaftlerin

Wie viele Hausaufgaben kommen auf mein Kind zu? Und wie bereite ich es darauf vor? Wie viele Hausaufgaben pro Tag auf Ihr Kind warten, variiert kantonal, liegt aber für die erste Klasse zwischen 30 Minuten pro Woche und 10 Minuten pro Tag. Zu Beginn freuen sich die Kin­ der meist und sind stolz darauf, «wie die Grossen richtige Haus­ aufgaben» zu haben. Sie können diese Phase positiv begleiten, ­indem Sie sich neugierig und interessiert zeigen und sich mit kritischen Kommentaren und Korrekturen zurückhalten. Stefanie Rietzler, Lerncoach

Wie finden Kinder Anschluss, ­ihren Platz in einer Gruppe? Eine Anleitung, wie man sich in der Klasse oder einer Gruppe ­integriert, ist schwer festzulegen. Erzählungen über die eigene ­Schulzeit sollten positiv sein und im Kind Neugierde wecken, sodass sich Verunsicherung und Ängste verringern. Dies trägt dazu bei, dass sich Ihr Kind in ­seiner natürlichen, unbefan­genen Art in die Klasse einleben kann. ­Ihrem Kind «Verhaltens­regeln» ­vorzuschlagen, ist kontra­produktiv, da Ihr Kind sich sonst verstellen müsste. Das Wichtigste, was Sie ­Ihrem Kind vorleben können, ist Empathie. Bettina Dénervaud, Pascal Kamber, Fachberater Mobbing: www.hilfe-bei-mobbing.ch

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KOLUMNE | 10.8.2020 | 41

Bilder im Kopf

Bild: Fotostudio MGB

DER ANDERE BLICK Wir wohnen an einer Strasse, die zum Kindergarten führt. Der Schulweg ist das erste grosse Abenteuer, das Kinder ohne Erwachsene erleben. Das Bild meines Sohnes, wie er selbständig aus dem Haus geht, mit dem leuchtenden Chindsgibändel umgehängt, war schon in meinem Kopf, bevor er geboren wurde. Vielleicht, weil ich selber gerne in den Kindergarten ging. Genau erinnere ich mich an den Moment, als mir die Kindergärtnerin den orangen Bändel überreichte. Ich war stolz, ein Gefühl von Unabhängigkeit erfüllte mich. Dies zu erleben wünschte ich mir auch für meine Kinder. Lange hielt ich an meiner Vorstellung fest, dass mein Sohn trotz seiner Behinderung normal eingeschult würde. Leider überforderten ihn grosse Gruppen, er reagierte mit totalem Rückzug und Schreiattacken. Es brauche eine übersicht­liche Gruppe und enge Begleitung, meinten alle Fachleute. Der heilpädagogische ­Kindergarten wäre für ihn der richtige Ort.

Sara Satir (41) wünschte sich früh eine Familie. Ihr erster Sohn Cem (15) kam mit einer Behinderung zur Welt – alles wurde ­anders als im Traum.

Dies einzusehen, schmerzte mich so, dass ich es erst nicht wahrhaben wollte. Als wir den heilpädagogischen Kindergarten mit meinem Sohn besichtigten, hoffte ich ­innerlich, dass sie uns sagen würde, er wäre hier am falschen Ort. Doch: «Ihr Sohn passt gut zu uns. Wir freuen uns, ihn nach den Sommerferien hier zu begrüssen!» Die Worte der Kindergärtnerin zerstörten meine Hoffnung. Es war eine beschlossene Sache: Mein Sohn würde nicht mit den Nachbarskindern im Quartier in den Kindergarten gehen,

s­ ondern am anderen Ende der Stadt. Die Mütter in meinem Quartier sprachen von der Zuteilung in die Kindergärten und vereinbarten miteinander, welche Kinder den Weg zusammen gehen könnten. Ich stand still daneben. Ein Schulbus würde meinen Sohn jeden Morgen abholen und am Mittag nach Hause bringen. Einen Chindsgibändel brauchte er nicht. Am ersten Kindergartentag durften wir Eltern ihn begleiten. Am zweiten Tag setzte ich ihn in den Schulbus, schnallte ihn auf seinem Platz neben einem fremden ­Mädchen an, und die ebenso fremde Fahrerin fuhr mit ihm davon. Da stand ich, schaute dem Bus nach und strich eine Träne weg. Mein Bild vom selbständigen Kindergartenkind löste sich auf. Viele innere Bilder hatte ich bis dahin schon loslassen müssen, dieses schmerzte mich besonders. Manchmal tut es noch heute weh, wenn ich die kleinen ­Kinder an meiner Strasse beobachte, wie sie in Grüppchen Richtung Kindergarten schlendern. Ein kurzer Moment, dann weicht der Schmerz einer Zuversicht. Ein neues Bild hat sich in meinem Herzen verankert. Es zeigt meinen Sohn, der nach wenigen Wochen lächelte, wenn die Busfahrerin ihn am Morgen begrüsste. Einen kleinen Jungen, der es nicht erwarten konnte, sich neben das ältere Mädchen mit den schönen langen braunen Haaren setzen zu dürfen. Einen Bus, der mit meinem Sohn davonfuhr, der sich sichtlich wohlfühlte. Dieses Bild ist für mich heute ein Symbol von seinem Weg in die Selbständigkeit – im Rahmen seiner Möglichkeiten. MM

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42 | 10.8.2020 | MEINE MIGROS

Wie die Kartoffeln, so die Chips Zweifel legt für seine knusprigen Chips grossen Wert auf gute Schweizer Rohstoffe,

und das seit über 60 Jahren. Bei den neuen Bio-Chips ist das nicht anders.

Zweifel Bio Chips, Nature und ­Paprika, 110  g Fr. 3.40 In grösseren Filialen

Qualität zurückverfolgt Adrian Feitknecht aus Cadenazzo ist einer von zwölf Schweizer Kartoffel­bauern, die Zweifel mit ihren mit dem Label Bio ­Suisse Knospe zertifizierten Kartoffeln beliefern. Auf ­jeder Zweifel-Chips-Packung steht, von welchem Hof die Kartoffeln ­stammen – damit Käuferin und Käufer wissen, woher der salzige Genuss kommt.

Bild: Nik Hunger

A

drian Feitknecht aus Cade­ nazzo TI ist Biobauer aus Über­ zeugung. 2016 übernahm der 32-jährige Agraringenieur den 90 Hektar grossen Hof der Eltern, den er heute mit seiner Frau führt. Neben Kuhund Schweinehaltung baut er auf fünf Hektaren Kartoffeln an, darunter die «Lady Rosetta» für die Zweifel-Bio-Chips. Mit hohem Stärkegehalt eignet sich die leicht rosa Kartoffel zum Frittieren. Der Anbau von Biokartoffeln erfordert viel Arbeit: «In der Anfangsphase muss ich das Unkraut in Schach halten. Ich dünge hauptsächlich mit Gülle. Das ist schwieriger zu dosieren als minera­lische Langzeitdünger», erklärt der e­ ngagierte Landwirt. Auch bei Kartoffelkrankheiten kann er nicht auf synthetisch-chemische Mittel zurückgreifen. Deshalb experi­ mentiert er auch mit unkonventionellen Mitteln wie Komposttee oder Effektiven Mikroorganismen (EM). Das Wichtigste für Feitknecht ist der Boden, der sich dank hoher Biodiversität und schonender Behandlung selbst re­ vitalisiert. «Normalerweise gibt man der Pflanze Dünger, aber ich pflege viel mehr den Boden, damit er der Pflanze Minera­ lien zur Verfügung stellen kann.» Die Qualität der Bio-Chips beruht aber nicht nur auf Rohstoffen. Ebenso wichtig sind Wissen und Erfahrung in der Pro­ duktion. Die schonende Verarbeitung er­ folgt ohne Zusatz von Aroma- und Farb­ stoffen, zum Einsatz kommt aber reines Biosonnenblumenöl. Als Hommage an die ­Pionierarbeit in Sachen Biokartoffeln auf dem Katzenrütihof in Rümlang ZH, wo die ersten Scheiben der Marke Zweifel frittiert wurden, ziert der geschichtsträch­ tige Hof jetzt die Tüten der neuen Chips.


BEAUTY | 10.8.2020 | 43

So einfach geht der Sommerlook

Bilder: iStockphoto

Ein warmer Schimmer auf der Haut

Fast wie ungeschminkt, nur schöner: Das perfekte Sommer-Make-up ist unkompliziert und macht ­trotzdem was her. Mit unseren Tipps gelingt der Look.

Leicht gebräunte Haut, die in der Sonne sanft schimmert: Das sieht attraktiv und frisch aus. Und lässt sich im Nu ins Gesicht zaubern. Jetzt im Sommer wünschen wir uns so­ wieso leichte Texturen, etwa einen Hauch Bronzer und Highlighter, die das Gesicht subtil modellieren. Natürlich und schmeichelnd wirkt der Bronzer in einem Farbton, der nur ein bis zwei Nuancen dunkler ist als der Teint. Der Bronzer wird an den Schläfen, der Haarlinie, unter­ halb der Wangenknochen und am Kinn aufgetragen. Der High­lighter setzt Akzente an den Wangenkno­ chen und unter der Augenbraue. Wichtig: wirklich nur sparsam auf­ tragen und gut verblenden.

Text: Petra Koci

Glanzvolle Akzente auf den Lippen Kleiner Aufwand, grosse Wirkung – mit ein wenig Lipgloss sehen die Lippen gleich viel attraktiver und gepflegter aus. Grosses Plus: Der Gloss lässt sich unterwegs auch einfach ohne Spiegel auftragen. Weil er das Licht ­reflektiert, ­bewirkt er zum Beispiel, dass ­dünne Lippen ein wenig voller wirken. Ein transparenter Gloss verstärkt die eigene ­Lippenfarbe. Sanfte F ­ arben wie Pfirsich, Nude, Rosé passen gut in den Alltag. Und für die Sommerparty dürfen rote Lippen einen glanzvollen Auftritt haben.

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Wir machen mal blau Blau wie der Himmel, wie das Meer – oder wie der heimische Bergsee. Blau erfrischt. Und Blau hat ein heimliches Talent: Es kann Weiss zum Strahlen bringen. Wir kennen es von der Zahnpasta für weisse Zähne. Gewisse Produkte arbeiten mit blauen Pigmenten, die die Zähne optisch aufhellen. Auch blaustichige Lippenstifte haben die­ sen Effekt. Wieso also nicht für hel­ ler und strahlender wirkende Augen­ blicke auf Blau setzen? Etwa mit ­einem minimalistischen Lidstrich in Dunkelblau nah entlang dem Wim­ pernkranz. Dazu blaue Wimpern­ tusche. Oder dezenter: schwarze Mascara verwenden und nur die Wimpernspitzen mit Blau tuschen.


44 | 10.8.2020 | FITNESSPROGRAMM

Der Bauch muss weg David Zbinden wird im Oktober

zum ersten Mal Papa. Dann will er zwölf Kilogramm leichter und in Form sein – für einen Geniesser wie ihn kein leichtes Unterfangen. Doch sein Coach weiss Rat. Text: Anne-Sophie Keller  Bilder: Marco Zanoni

2011

2012

2015

Bilder: Siggi Bucher, zVg

Das waren noch Zeiten: Vor ein paar Jahren war David Zbinden schlank und fit. Nun will er seine ­alte Figur zurück.


FITNESSPROGRAMM | 10.8.2020 | 45

MySidekick ist ein Coaching-Programm der Migros-Gesundheitsinitiative iMpuls. Ein Trainer hilft Alt und Jung mit persön­licher Anleitung und online mit abgestimmten Tipps, das gewählte Gesundheitsziel zu ­erreichen. W ­ ollen auch Sie ­mitmachen? ­Info und Preise: migros-impuls.ch/ mysidekick

schen. Gerade jetzt im Sommer feiert er viel mit Freunden, ­grilliert gern und gönnt sich nach der Arbeit ein Bier an der Aare. Vor drei Wochen hat er zudem seinen Polterabend gefeiert. «Das war ziemlich extrem. Wir haben zwei Tage gefeiert, das ­allerbeste Wagyu-­Fleisch gegessen, Paintball in Badehosen ­gespielt und Gin ­gemacht.» ­Aktivitäten w ­ ie diese bleiben in Erinnerung – leider auch auf den Hüften. Mit individuellem Trainingsplan

E

igentlich läge David Zbinden an diesem ­Mittwochmorgen lieber noch im Bett. Stattdessen findet man den 34-Jährigen an den Geräten des Migros-Fitnessclubs Bern beim Bahnhof. Eine Stunde später steht er im Anzug da, mit roten Wangen, fit für das Büro. Ganz unglücklich sieht er trotz Frühsport nicht aus. Das hat aber auch ­andere Gründe: Der Finanz­ planer aus Freiburg wird im ­Oktober zum ersten Mal Vater. Und während der Bauch seiner Verlobten ­Lucie aus erfreu­lichen Gründen wächst, soll s­ einer bis

dann weg. Da jedes Projekt mit etwas Unterstützung leichter geht, hat er sich Hilfe geholt: Seit einem Monat trainiert ­David Zbinden mit der Unterstützung von MySidekick-­Coach Selina Schättin. «Ich bin ein gemütlicher Typ und brauche viel Schlaf, am besten acht Stunden», sagt Zbinden mit einem Grinsen im breitesten Berndeutsch. Dass er in Thun aufgewachsen ist, hört man. Das Morgentraining sei für ihn «eine ziemlich grosse Herausforderung». Zbinden beschreibt sich als ­Geniesser und geselligen Men-

«Mit 20 konntest du ja alles machen und warst topfit.» David Zbinden

Im Frühling beschloss David, wieder etwas für ­seine Gesundheit zu tun. Das Ganze war zu­ gegebenermassen aber eher ein Zufall als ein Plan. «Ich lag im Bett und checkte die Sport-News bei ‹Blick›. Dort stand, dass die zusammen mit der Migros jemanden suchen, der abnehmen will. Und ich ­stehe auf verrückte Ideen», schmunzelt Zbinden. Man m ­ üsse ja schliesslich den ­zukünftigen Grosskindern ein ­paar gute Geschichten erzählen können. Seit Mitte Juni ist er dabei, sich wieder in Form zu bringen. Das Ziel: von 97 Kilo runter auf 85 Kilo; drei sind bereits ­geschafft. Dabei helfen ihm ein auf ihn zugeschnittener Trainingsplan sowie eine Liste mit Tipps für eine gesündere ErnähLesen Sie weiter auf Seite 47


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KOLUMNE | 10.8.2020 | 47

«Haue mir irgendeinen Müll rein»

Die Beziehung ist für Zbinden aber nicht nur eine Motivation zu mehr Fitness, ­sondern auch ein bisschen die Ursache für die zusätzlichen Kilos: «Als Single musst du ja schauen, dass du gut aussiehst. Aber sobald du in einer Beziehung bist, nimmst du zu. Ich habe mich etwas gehen lassen, das machen Männer noch oft.» Bald-Ehefrau Lucie sei da d ­ isziplinierter. «Sie isst am Abend Salat, und ich haue mir ­irgendeinen Müll rein», erzählt er selbst­ ironisch und lacht. Er sei aber halt auch nicht mehr 20. «Damals konntest du ja alles ­machen und warst topfit!» Seit er regelmässig trainiert, hat sich vor allem sein Körpergefühl positiv verändert: «Ich fühle mich viel vitaler. Im Büro nehme ich die Treppe, ohne d ­ abei zu schwitzen. Und gestern habe ich gemerkt, dass meine Beine weniger schwer sind. Das fühlt sich gut an!» Natürlich schummelt er manchmal noch immer; vor allem beim Essen. «Ich lebe überhaupt nicht supergesund. Aber ich schaue, dass ­alles etwas ausgewogener ist.» Die Balance machts. Und falls die Selbstdisziplin mal wieder nachlässt: ein guter Coach. MM

Ohrencheck

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1, 2 ODER 3 ? Der Kleine (4) und der Grosse (9) pflegen eine sehr selektive Wahrnehmung. Rufe ich ihnen zu: «In fünf Minuten ­gehen wir, bitte packt eure Sachen!», hören sie mich nicht. Auch wenn ich meine Anweisung lauter und unfreundlicher wiederhole, bleiben sie tiefenentspannt aufs Sofa gefläzt. Der Grosse liest einen Fantasy-Roman, der Kleine ist in ein Wimmelbuch versunken. Gehe ich zu ihnen, berühre sie am Arm und sage erneut: «Kommt, wir ­ziehen los!», reagieren sie überrumpelt: «Echt, du hast mit uns geredet?» Ich nehme ihnen das nicht ganz ab. Denn: Murmle ich leise «Glace» vor mich hin, sind sie sofort elektrisiert zur Stelle. Kürzlich habe ich den Kleinen vergeblich zig Mal ermahnt, sich die Zähne zu putzen. Schliesslich sage ich ihm: «Ich glaube, wir müssen mit dir zum Ohrenarzt.» Er lächelt und ant­wortet: «Ich höre schon gut. Ich reagiere einfach schlecht.» – Und jetzt? MM 1 Ich höre auf, den Jungs Dinge zuzurufen, und baue mich immer

gleich vor ihnen auf, wenn ich ihre Aufmerksamkeit will.

2 Ich flechte ab sofort in jeden Satz ein Wort wie «Glace» oder

«Filmli» ein. 3 Ich freue mich, dass der Kleine das so auf den Punkt gebracht hat. Antwort 3: Seine ehrliche und treffende Antwort ist so entwaffnend, dass ich nicht schimpfen mag. Und ich weiss jetzt auch, dass ich nicht schreien muss.

rung. Und dreimal pro Woche soll Zbinden eine Stunde Sport ­treiben. MySidekick-­ Coach Schättin zeigt sich dabei grosszügig und lässt auch das Fussballspielen mit ­Kollegen oder das Schwimmen in der Aare ­gelten. Einmal pro Monat trabt Zbinden zum Personal Training bei ihr an. Unter der Woche gibt sie ihm Tipps per WhatsApp. Die Expertin ist zufrieden, er ebenso: «Das Trainieren stört mich nicht, da es abwechslungsreich ist», sagt der Finanzplaner. Beim Essen sieht es anders aus. Die Umstellung im Alltag fällt ihm schwer: «Es ist einfacher, am Abend eine Pastapackung ­aufzureissen oder eine Pizza zu bestellen. Das erlaube ich mir nur noch sporadisch. Und wenn ich am Wochenende grillieren gehe, esse ich am Mittag etwas Leichtes.» Seit er sich jeweils ein paar Mahlzeiten ­vorkocht, lebt er gesünder. «Ich esse dann etwas Anständiges, statt mir eine Pizza zu bestellen oder ­etwas von einem Take-­ away ­mitzunehmen.» Als eitel würde er sich nicht bezeichnen: «Wenn ich im Spiegel meinen Wohlstands­ ranzen angeschaut habe, hat mir das zwar schon nicht so g­ efallen. Aber ich bin privat ­immer eher underdressed und ungekämmt. Den Frauen sind Muckis ja eh egal.» Seine Motivation hat andere Gründe: Am 14. August läuten bei ihm und seiner Verlobten Lucie die Hoch­zeits­glocken. Seine künftige Frau ist Ärztin und hat David einst auf das Risiko für Diabetes angesprochen: «Das hat mir schon zu denken gegeben. Kilos wird man los, Diabetes nicht.»

Illustration: Lisa Rock

Fortsetzung von Seite 45


48 | 10.8.2020 | SCHEIDUNG

Trennung im Einklang

Immer mehr Ehe- und Konkubinatspaare in der Schweiz trennen sich nach einem Verfahren, das auf Kooperation beruht. Der Anwalt Stephan Thurnherr hilft Betroffenen, möglichst einvernehmlich – und kostengünstig – auseinanderzugehen. Text: Barbara Lukesch Illustration: Stefan Schmidt


SCHEIDUNG | 10.8.2020 | 49

S

tephan Thurnherr, wie sind Sie auf das sogenannte kooperative Anwaltsverfahren, kurz: CLP, aufmerksam geworden? Als meine damalige Frau und ich uns vor neun Jahren scheiden lassen wollten, hörten wir im Bekanntenkreis erstmals von CLP. Wir haben uns dann für dieses Verfahren entschieden und waren beeindruckt, wie entspannt alles ablief. Eine der Folgen ist, dass wir noch heute ein gutes Einvernehmen haben. Warum befürworten Sie CLP? Als Anwalt weiss ich, wie gross Leid und Elend bei strittigen Trennungen sind, die letztlich das Gericht entscheiden muss. Das kostet auch viel Zeit und Geld. Im Vergleich dazu ist CLP sicher einer der meistverspre­ chenden Wege, ressourcen­ schonend zu einem guten Ergeb­ nis zu kommen. Als beteiligter Anwalt finde ich es äusserst ­befriedigend, eine Scheidung zu begleiten, in der es durchaus zu Aus­einandersetzungen, aber nicht zu Hasstiraden und giftigen Streitereien kommt. CLP ist übrigens auch bei Trennungen von nicht verheirateten Paaren anwendbar.

Stephan Thurnherr (69), Anwalt mit Spezialisierung auf Scheidungsrecht und Präsident von CLP Schweiz (siehe auch Box auf Seite 50)

Wie fördert das neue Konzept postive Debatten? Bei einem CLP-Verfahren haben die Parteien je einen Anwalt, der sie bei allen Fragen juristischer, finanzieller und familiärer Art berät. CLP-Anwälte legen aber grossen Wert darauf, auch die emotionalen und psychischen Bedürfnisse ihrer Mandanten zu kennen, um ihr Verhalten während des Verfahrens besser deuten zu können; sie streben nicht in erster Linie danach, das mate­rielle Maximum für sie herauszuholen und sich gegen den ­Anwalt der Gegenpartei in Stellung zu bringen. Wir sprechen auch nicht von Gegen-,

sondern von Mitanwälten. Kooperation im Interesse der Mandanten steht eindeutig im Vordergrund. Geraten sich CLP-Anwälte nie in die Haare? Nein. Das ist ein zentraler Anspruch, den wir hochhalten. Zwischen uns besteht eine grosse Kollegialität, die sich auch daran zeigt, dass wir in lokalen Pools organisiert sind. Etwa alle acht Wochen treffen wir St. Galler CLP-Anwälte uns beispielsweise zum Lunch, um die persönlichen Kontakte auch unter dem Jahr zu pflegen. Dabei diskutieren wir transpa­ rent, aber natürlich anonym Be­sonderheiten laufender Fälle. Wenn ich mit einem Kollegen im selben Fall engagiert bin – er für die Frau, ich für den Mann –, tauschen wir uns offen aus. Ich weiss, dass der andere mein Vertrauen nicht missbraucht. Wie kommen Sie zum Beispiel an eine Mandantin heran, die bei aller Bereitschaft zur Kooperation in eine emotionale Sack­gasse geraten ist? Eine Scheidung ist doch – CLP hin oder her – immer eine auf­ wühlende Erfahrung. Absolut, das möchte ich keines­ wegs verharmlosen. Umso ­wichtiger ist es, dass ich über Gesprächstechniken verfüge, mit denen ich die Blockade der Frau lösen kann. Da kommt es darauf an, die Konfliktdynamik zu verstehen und die richtigen Fragen zu stellen. Als CLP-An­ wälte orientieren wir uns stark an Methoden aus der Mediation oder auch am sogenannten ­Harvard-Verhandlungsprinzip, das nach dem Motto verfährt: «Getting to Yes!» Auch bei dieser Technik stehen ja die richtigen Fragen im Mittelpunkt. Bekannt ist das Beispiel der Marktfrau, die noch einen letzten Kürbis zu verkaufen hat,

als zwei Frauen heraneilen und gleichzeitig schreien: «Den will ich!» Die Marktfrau fragt entspannt: «Warum denn?» Die eine Frau sagt: «Ich will eine Suppe kochen.» Die andere antwortet: «Ich will mit meinen Kindern eine Halloween-­ Maske schnitzen.» Und siehe da, Problem gelöst: Die eine ­bekommt die Hülle, die andere das Fruchtfleisch. Eine kleine, aber wunderbar kluge Frage: Warum? Wenn man ein streitendes Paar auf einen solchen Gedankengang lotst, heisst es schnell: «Gute Idee.» Da lenkt vielleicht der Mann plötzlich ein und sagt: «Stimmt. Warum soll ich noch länger ums Auto streiten? Meine Frau braucht es viel dringender, weil sie ständig die Kinder herumkutschiert. Und ich fahre sowieso lieber Töff.» Wie unterscheidet sich das kooperative Verfahren von einer Mediation, die ja auch eine Methode ist, um Trennungen einvernehmlicher über die Bühne zu bringen? CLP-Anwälte verfügen auch über eine Ausbildung in Mediation oder in ähnlichen lösungs­ orientierten Kommunikations­ praktiken. Ein Mediator ­be­gleitet ein Paar aber als über­ parteilicher Vermittler, ohne ihm ausdrücklich Ratschläge zu erteilen. Ich hingegen bin als CLP-Anwalt eindeutig parteiisch und berate meinen Mandanten oder meine Mandantin explizit – nicht zuletzt in juristischen Belangen, was ja meine Kern­ kompetenz ist. Tauchen in einer Mediation schwierige juristische Fragen auf, stösst ein Mediator oder eine Mediatorin schnell einmal an die Grenze seiner res­ pektive ihrer Möglichkeiten und schickt die Mandanten dann nicht selten zu uns. Was tun Sie, wenn alte Beziehungsprobleme das Verfahren


50 | 10.8.2020 | SCHEIDUNG

überlagern und eine Lösung behindern? Psychologe sind Sie ja nicht. In einer solchen Situation ziehen wir oft einen speziell geschulten Paarcoach bei, den wir – mit Zustimmung beider Parteien – über die Probleme informieren und der dann mit den beiden ein, zwei separate Sitzungen abhält. Diese Fachperson, die ebenfalls die CLP-Basisausbildung ­ab­solviert hat, knüpft an einem ­anderen Punkt an, fern aller juristischen Fragen. Oft kann sie den Knopf lösen, und wir kommen einen grossen Schritt vorwärts. Wie sorgen Sie dafür, dass das Wohl der Kinder im Verfahren berücksichtigt wird? Das ist uns ganz wichtig; diese Frage kommt sehr früh aufs Tapet. Erste Sitzung, alle Be­ teiligten am Tisch, wir nehmen die anstehenden Probleme, ­gestaffelt nach Dringlichkeit, auf und fragen: Was muss zuerst gelöst werden? Das Wohl der Kinder ist ein Thema, das sofort auftaucht. Sehr viele Eltern sagen, es sei ihnen ganz wichtig, dass auch die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und ­befriedigt werden. Dann frage ich gern, ob die Kinder wohl eine eigene Ansprechperson brauchen, einen Menschen ihres ­Vertrauens, mit dem sie frei von der Leber weg reden können, ohne Angst vor Sank­tionen. Viele Väter und Mütter sagen sofort Ja, weil sie daran interessiert sind, dass ein objektiver Blick von aussen auf ihre fami­ liäre Situation fällt. Wie läuft das konkret ab? Wir arbeiten zu diesem Zweck mit sogenannten Kindercoaches zusammen, die Knaben und Mädchen nicht nur emotional unterstützen, sondern beispielsweise auch für eine gute Regelung des Besuchsrechts sorgen. Kindercoach, Paarcoach, zwei Anwälte – das geht ins Geld. Ist ein solches Verfahren nur etwas für Reiche? Wer mit einer strittigen Scheidung vor Gericht geht, landet je nach Streitwert, etwa bei einem Haus oder Unternehmen, schnell einmal bei 30 000 Fran-

ken Gerichtsgebühren – ohne Anwaltskosten. Ein CLP-Ver­ fahren, das im Normalfall ja in eine Scheidungskonvention mündet, erfordert vom Richter einen relativ geringen Aufwand und kommt im Durchschnitt auf höchstens 2000 Franken Gerichtsgebühr zu stehen. Dennoch möchten Sie dabei ja auch etwas verdienen. Natürlich haben wir Anwälte unseren Preis. Das Bundes­ gericht hat kürzlich in einem Entscheid festgehalten, dass das übliche Anwaltshonorar auf dem Platz St. Gallen 300 bis 400 Franken pro Stunde beträgt. Wenn wir also von 30 Stunden

«Das Wohl der Kinder ist uns ganz wichtig.» pro Fall ausgehen, macht das mindestens 9000 Franken pro Anwalt – für beide zusammen also gegen 20 000 Franken. Eine Scheidung ist demnach so oder so ziemlich teuer. Das ist so. Darum fragen wir Mandanten, die sich stark in ­­Beziehungskonflikte verstricken, regelmässig, ob es sich für sie wirklich lohne, wieder und wieder in alten Wunden herumzustochern und noch mehr Geld, Zeit und Energie für Sitzungen aufzuwenden. Erstaunlich viele reagieren dann pragmatisch und sagen: «Hm, stimmt, das bringt es wirklich nicht.» Das erfordert ein gehöriges Mass an Sou­­verä­nität, worüber wohl nicht alle Paare verfügen. Als CLP-Anwalt bin ich ja schon froh, wenn ein Paar über den kleinen, aber entscheidenden gemeinsamen Nenner verfügt: Auseinandersetzung ja, Krieg nein. Mit diesem Minimum an Übereinstimmung eine Lösung zu erarbeiten, ist dann die Herausforderung für mich.

Tatsächlich eine dünne Basis, auf der Sie aufbauen. Gut, ein ganz wichtiger Punkt in unserer Arbeit ist die Abklärung im Vorfeld. Wir versuchen herauszufinden, ob die Beteiligten überhaupt zur Kooperation fähig sind. Und wie finden Sie das heraus? Wir erklären unseren Mandanten zunächst einmal das Verfahren. Oft merken wir bereits zu diesem Zeitpunkt, ob bei ­einer Partei nur rational ein Wunsch nach einem schnellen Problemlösungsverfahren besteht, ­während sie emotional noch so heissläuft, dass sie weder zu Kompromissen bereit ist noch wichtige Informationen auf den Tisch legen will; ob es also ausschliesslich darum geht, ihre Interessen einseitig durchzu­setzen. Da sind wir CLP-Anwälte jedoch die falsche Adresse. Alle Beteiligten müssen im Vorfeld Verhandlungsregeln unterschreiben, und die verlangen Fairness, Transparenz, Respekt, das gegenseitige Wahren der Persönlichkeits- und Privatsphäre und Ehrlichkeit. Ist bei Ihnen schon einmal ein CLP-Verfahren gescheitert? Ja, das ist mir bisher zweimal passiert. In beiden Fällen war die Ausgangslage so kompliziert, ging es um so viel Geld, dass einer der Beteiligten irgendwann sagte, dass er keinem Kompromiss zustimmen könne, sondern auf das Urteil eines Richters poche. Welche Paare müssen von Anfang an vor Gericht? Diejenigen, die über alles streiten und nicht bereit oder fähig sind, auf kooperative Art auseinanderzugehen. Das klingt nach Krieg. Rosenkrieg! Dann bitte vor Gericht. Wann reicht eine Mediation? Wenn einfache juristische Verhältnisse bestehen, beide Parteien ihre Interessen selber vertreten können und keine Riesenvermögen vorliegen. Dann kann eine Mediation relativ schnell und günstig eine

Lösung, sprich: eine Scheidungskonvention, herbeiführen. Und wo siedeln Sie das CLP-Verfahren an? Irgendwo dazwischen. Nehmen Sie eine binationale Ehe, in der sich die Frage stellt, welches Recht angewendet werden soll. Da braucht es mehr juristisches Know-how, als eine Mediation bieten kann. Oder stellen Sie sich ein Paar vor, bei dem der Mann jahrelang den Haushalt besorgt und die Kinder betreut hat, während die Frau erwerbstätig war: Bei einer Scheidung ist nicht nur juristisches Spezialwissen gefragt, sondern auch menschliches Verständnis für diese doch immer noch spezielle Lebensform – ein klassischer Fall für CLP. MM

Experten für kooperative Trennung CLP steht für «Collaborative Law and Practice». Stephan Thurnherr ist Präsident von clp Schweiz. Der Verein wurde 2003 ­gegründet und bildet den Schweizer Dach­ verband der Berufs­ organisationen, deren Mitglieder CLP prakti­ zieren. CLP-Anwälte müssen über fünf Jahre Berufserfahrung und eine Zusatzausbildung als Mediator oder Ver­ gleichbares verfügen. Zudem müssen sie regelmässig Weiter­ bildungskurse be­ suchen, die über den ­juristischen Bereich hinaus­gehen und sich mit Gesprächsführung, Konfliktlösung und Ähnlichem befassen. Die Nachfrage wie auch die Zahl der CLPAn­wälte ist ansteigend. Mittlerweile gibt es in der Schweiz rund 150 Personen – Anwälte und Paarcoaches –, die nach dem CLP-Konzept arbeiten.


FINANZEN | 10.8.2020 | 51 Contentpartnerschaft

Bilder: Getty Images, zVg

Mehr vom ersten Lohn Schule, Lehre, Studium und Berufs­ einstieg – in jeder Lebensphase spielt Geld eine Rolle. Gerade der Start ins Berufsleben ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Erwachsensein. Der erste Lohn kann für allerlei ­Wünsche eingesetzt werden. Doch ehe man es bemerkt, ist Mitte Monat kein Geld mehr auf dem Konto. Damit das nicht passiert, beachtet man am besten ein paar einfache Spartipps: •  Beim Einkaufen günstige Produkt­ linien wie M-Budget wählen •  Konsequent nach Aktionen und nach Rabatt fragen •  Zuerst eine Einkaufsliste schreiben und sich daran halten •  Die Preise von verschiedenen ­Anbietern vergleichen •  Secondhandkleider kaufen oder Kleider tauschen •  Mit dem Velo statt mit den ÖV ­unterwegs sein

Nicole Koller Spezialistin Marketing-­ Kommunikation, Migros Bank

Zudem gilt es, regelmässig Geld auf die Seite zu legen – am einfachsten mit einem Dauerauftrag für Über­ weisungen auf das Sparkonto, einem Fondssparplan oder dem Rundungs­ sparen. Letzteres funktioniert ganz

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einfach: Einkäufe mit der Maestro-­ Karte der Migros Bank werden auto­ matisch aufgerundet, nach Wahl auf die nächsten ein, zwei, fünf, zehn oder 20 Franken. Bezahlt man Fr. 8.50 und rundet auf den nächsten Zwei­ fränkler auf, fliessen Fr. 1.50 auf das Spar- oder Fondskonto. Auch bei Bankgeschäften sollte man genau hinschauen. Free25, das Angebot der Migros Bank für 12- bis 25-Jährige, umfasst ein Bank­ paket mit kostenlosem Privatkonto und der Maestro- und Kreditkarte ohne Gebühren. Dazu beinhaltet es Vergünstigungen bei vielen Migrosund weiteren Unternehmen. Und das Beste: Wer ein Privatkonto Free25 ­eröffnet, nimmt automatisch an der Verlosung eines Feriengutscheins von Migros Ferien teil. Der Wettbewerb läuft bis zum 31. Oktober. MM Infos auf migrosbank.ch/free25

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52 | 10.8.2020 | MIGROS LUZERN

Gedanken wahrnehmen, Stress abbauen Achtsamkeit. Wie die Technik im Alltag und in schwierigen Situationen hilft, darüber spricht Kursleiter Fabian Capaul. Text und Bild: Luzia Popp

F

abian Capaul, acht Wochen dauert der Achtsamkeits-Kurs. Und dann? Wer sich dafür entscheidet, übt viel: im Kurs und für sich zu Hause. Doch es ist wie beim Sport: Achtsamkeit erfordert Training, innert acht Wochen wird niemand zum Profi. Wie sind Sie auf die Acht­ samkeit gekommen? Da war dieser Artikel im «Time ­Magazine», der die Vorteile von Achtsamkeit beschrieb, zudem eine Anleitung: Setzen Sie sich hin, atmen Sie ein und aus, ­zählen Sie dabei bis zehn und beginnen Sie wieder von vorne. Das klingt einfach. Ich dachte: «Das kann ja jeder.» Eins, zwei – und schon liess ich mich von meinen Gedanken ­ablenken. Dieses Gedanken­ karussell dreht sich ständig. Es hindert uns daran, im Hier und Jetzt zu sein. Wie trainiert man Acht­ samkeit? Im Kurs trainieren wir gemein­ sam, meditieren viel. Wir üben im Sitzen und im Liegen. Auch draussen im Gehen. So lernen wir die wichtigste Vorausset­

zung für Achtsamkeit. In einem ruhigen Umfeld gelingt das einfa­ cher. Wer routiniert ist, meditiert mühelos im vollen Zugabteil. Achtsamkeit hilft bei Stress. Wie denn? Zunächst geht es darum, seine Gedanken, Körperempfindungen und Emotionen wahrzunehmen und zu akzeptieren. Vor wich­ tigen Präsentationen bin ich ner­ vös und angespannt. Früher habe ich versucht, dieses Unbehagen zu ignorieren und mich dafür verurteilt, dass ich in solchen ­Situationen angespannt bin. Wie machen Sie es heute? Ich nehme die Gedanken und Gefühle wahr, akzeptiere sie. In solchen Momenten also, dass ich angespannt und nervös bin. Also Gleichgültigkeit? Nein, gar nicht. Es ist dieser ­Moment zwischen Impuls und Reaktion. Gerade in schwierigen Situationen reagieren wir auto­ matisch, wenden unsere erlern­ ten Muster an. Es geht darum, diese Gewohnheiten zu hinter­ fragen. Ist es wirklich gut, wenn ich im Konflikt weglaufe oder laut werde? Welche Alternativen habe ich? Wenn ich mich ärgere, nehme ich mir einen Moment

Zeit und versuche meine Ge­ danken und Impulse wahr­ zunehmen, erst dann reagiere ich. So schaffe ich mir Raum, um besser zu handeln. Und das stets gut gelaunt? Es ist ja nicht alles schön und lustig im Leben, das kann ich nicht ändern. Doch meinen ­Umgang damit, den kann ich trainieren. Es geht auch darum, negative Gedanken oder Gefühle wahrzunehmen, wie auch den inneren Kritiker. Diese Stimme, die manchmal sagt: «Das schaffst du nicht.» Achtsamkeit hilft mir, dass ich toleranter mit mir selbst bin. Also, dass ich mir

mehr ein Freund als der grösste Kritiker bin. Sie arbeiten für eine Grossbank in einer Führungsposi­ tion, das klingt nicht gerade, als hätten Sie keinen Stress. Nein, stressfrei ist das tatsächlich nicht. Aber Stress gehört zum Leben, auch zu meinem. Acht­ sam sein heisst zu erkennen: Jetzt bin ich gestresst. Wenn ich viel zu tun habe, ist meine Stressreaktion «Hineinstürzen in die Arbeit». Dieses Verhal­ tensmuster läuft automatisch ab und ist nicht immer hilfreich. Durch Achtsamkeit nehme ich das wahr. Auch, wenn ich eine


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M

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Lu Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Vor 40 Jahren entwickelt, ist diese Methode noch heute aktuell: MBSR steht für Mindfulness-Based Stress Reduction. Im Oktober beginnen die nächsten Kurse: Fabian Capaul setzt Achtsamkeit auch unterwegs ein: im Café, im Zug, ­sogar in Sitzungen.

MBSR 8-Wochenkurs Fr. 780.– Luzern: 9.10.–27.11. / 14.10.–2.12. Sursee: 17.10.–5.12. Zug: 6.10.–1.12. Mindfulness Workout Fr. 81.– Jeden Monat in Zug: 15.9. Mehr Infos auf klubschule.ch (Suchwort Achtsamkeit)

«Achtsamkeit hat mein Leben positiv verändert.» Fabian Capaul, Kursleiter Klubschule, meditiert täglich

Pause brauche. Diese Zeit neh­ me ich mir dann. Was, wenn ich bei der Arbeit den Chef im Nacken habe? Da kann ich mich doch nicht ­zurückziehen und meditieren. Achten Sie auf Ihre Atmung, das merkt keiner. Achtsamkeit ge­ lingt sogar in Meetings: Konzen­ trieren Sie sich ganz auf Ihre ­Füsse und Beine. Oder eben auf Ihre Atmung, wenn auch nur für einige Sekunden. Im Kurs gibt es einen Acht­ samkeitstag, der sechs Stunden lang dauert. Die Zeit verbringen wir schwei­

gend in der Gruppe. Ich leite ­einige Meditationsübungen an, wir essen gemeinsam. Unsere Smartphones rühren wir nicht an und ja, wir schweigen. Das klingt nach Entspannung. Doch glauben Sie mir, das ist richtige Arbeit – innere Arbeit. Vor dem Kurs führen Sie ein Gespräch mit jeder Person, die teilnimmt. Worüber spre­ chen Sie? Der Kurs ist das eine, doch ge­ nauso wichtig ist das Üben zu Hause, am besten täglich. Diese Zeit braucht es. Und die Teil­ nehmerinnen und Teilnehmer sollten psychisch stabil sein.

Der Kurs ersetzt keine Therapie, dafür gibt es Fachpersonen. Sie meditieren täglich und sind Trainer. Gelingt es Ihnen im­ mer, achtsam zu sein? Natürlich nicht! Wenn ich müde heimkomme und meine Kinder quengeln, klappt das auch bei mir nicht immer. Schön wäre es in solchen Situationen, denn meine Ruhe überträgt sich auch aufs Gegenüber. Auf dem Weg zur ­Arbeit gelingt es mir. Ich geniesse den Fussweg zum Bahnhof und lasse mich nicht ablenken, weder von anstehenden Terminen noch von To-do-Listen. Ich bin und ich gehe. Das ist Achtsamkeit. MM


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10.8.2020 | 55

M

Die Daily-Mehrwegboxen gibt es ab sofort in zwei Grössen: gross (750 ml) für Fr. 8.50 und klein (500 ml) für Fr. 7.50.

A

uch mit der Migros-Daily-Menüs-Verpackung kann man jetzt sparen: dank der praktischen und robusten Daily-Mehrwegboxen in zwei Grössen. Die Boxen können in ausgewählten Migros-­ Filialen am warmen Daily-Buffet gekauft und ganz nach Geschmack gefüllt werden. Zu Hause wird die Box ausgewaschen und beim nächsten Mal wie-

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Verschiedene Supermarktfilialen bieten über Mittag ein warmes Buffet mit Migros-Daily-Menüs. Diese können nun in eine praktische Mehrwegbox geschöpft werden.

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Bei Migros Daily Verpackung sparen

SCHON GEWUSST?

Mehrweggeschirr auch im MigrosRestaurant Die 12 Migros-Restaurants der Zentralschweiz bieten ebenfalls Alter­nativen zum Einweggeschirr an. Bringen Sie entweder selbst ein sauberes und dicht verschliessbares Mehrweg­ geschirr mit (das kann auch die Daily-Mehrwegbox sein), oder ­lassen Sie sich die Speisen ­bequem in eine grüne Mehrwegschale ­(Depot 5 Franken) schöpfen. Das Depot wird bei der Rückgabe erstattet. Im ­Migros-Restaurant wird die grüne Schale gründlich ge­reinigt und wieder in den Kreislauf gebracht.

der gefüllt. Die Kundinnen und Kunden reduzieren damit nicht nur Abfall, sondern profitieren auch ­finanziell: In der Mehrwegbox ist das Menü 50 Rappen günstiger als in der Kartonverpackung. Erhältlich und füllbar ist die Box in den Filialen Mall of Switzerland Ebikon, ­Migros-Daily Bahnhof Luzern, Mattenhof Luzern und Surseepark. MM

Bilder: zVg

Öffnungszeiten in der Woche mit Maria Himmelfahrt Donnerstag, 13. August Abendeinkauf bis 20 Uhr • Luzern Bruchstrasse • Luzern Waldstätter Abendeinkauf bis 21 Uhr • Luzern Schönbühl • Luzern Schweizerhof • Surseepark • Zug Metalli Freitag, 14. August bis 18.30 Uhr • Stans Voi bis 19 Uhr • Brunnen

• Engelberg • Hergiswil • Weggis Migros-Partner • Zug Grabenstrasse • Zug Metalli bis 20 Uhr • Alpnach Voi • Buochs • Cham • Goldau • Küssnacht Rigimärt • Rotkreuz • Sarnen-Center • Steinhausen Dorf • Stans Länderpark

• Unterägeri • Zug Herti bis 21 Uhr • Baar • Schwyz Mythen Center • Steinhausen Zugerland Alle übrigen Filialen sind bis 17 Uhr geöffnet. Samstag, 15. August bis 17 Uhr • Alpnach Voi • Altdorf • Baar • Brunnen

• Bürglen Urnertor • Erstfeld • Steinhausen Dorf • Steinhausen Zugerland • Unterägeri bis 18 Uhr • Buochs • Engelberg • Goldau • Hergiswil • Küssnacht Rigimärt • Sarnen-Center • Schwyz Mythen Center 7.30 bis 12 Uhr • Weggis Migros Partner

Alle anderen Filialen sind geschlossen. M Bahnhof Luzern Fr, 14.8., 6 bis 22 Uhr Sa, 15.8., 6 bis 22 Uhr M Daily Bahnhof Luzern Fr, 14.8., 6 bis 20 Uhr Sa, 15.8., 6 bis 20 Uhr Bitte beachten Sie die Plaka­ tierung in Ihrer Migros-Filiale oder unsere Homepage migrosluzern.ch


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zu finden.

39 × Zwei Rigi-Tageskarten für einen individuellen Besuch der Königin der Berge

Wettbewerbsfragen: In welchem Jahr haben die Rigi Bahnen als erste Bergbahn Europas den Betrieb aufgenommen? 1817

1871

1951

Wie viele Seen kann man an einem Prachtstag von Rigi Kulm aus sehen? 3 Seen

7 Seen

13 Seen

Wie viele Kilometer präparierte Wanderwege können im Sommer an der Rigi entdeckt werden? 80 km

100 km

120 km

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Ich möchte den Newsletter der Migros Luzern abonnieren, um alle Aktionen und Nachrichten zu erhalten. * So geht's: Talon ausfüllen und bis spätestens am 3.9.20 in die Wettbewerbsurne im SportXX Mall of Switzerland Ebikon, Mythen Center Schwyz oder Zugerland Steinhausen werfen. Viel Glück. Keine Barauszahlung. Keine Korrespondenz. Kein Rechtsweg.

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MEINE MIGROS | 10.8.2020 | 59

Was hilft gegen Grasflecken?

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Bild: Getty Images

Neu Total Oxi Power Vorwaschreiniger, 500 ml Fr. 5.95

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Unsere Tochter Melanie (9) und ihr kleiner Bruder Max (4) spielen gerne draussen in der Natur. D ­ abei werden ihre Kleider oft sehr dreckig, sie sind danach voller Flecken. Vor allem die Gras­spuren bringe ich nur schwer aus der Kleidung. Gibt es dafür ein geeignetes Waschmittel? Und soll ich die Wäsche vorher ein­legen oder direkt in die Maschine geben? Bin wirklich froh um jeden Tipp. Gruss, Antonia

Liebe Antonia Egal, wie verdreckt die Kinder nach Hause kommen: Der passende Vorwaschreiniger hilft beim Kampf gegen unerwünschte Flecken. Bleichbare Flecken wie die von Gras, Wein oder Beeren verschwinden mit dem neuen «Total Oxi Power». Dafür den Vor­ waschreiniger auf die entsprechenden Stellen sprühen, kurz einwirken lassen und dann die Kleidung wie ge­ wohnt waschen. Für die Behandlung von Fettflecken, Schweiss- und Deorückständen braucht es ein anderes Produkt – dann ist «Total Spray & Wash» die beste Wahl.


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RÄTSEL | 10.8.2020 | 61

Quiz & Paroli

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… entfallen bis und mit 17. August (Nr. 34). Dafür gibts den Sommer­­­ wett­­­bewerb auf Seite 32.

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Sudoku So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos)

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 32

Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.8.2020, 24 Uhr

2 × 100 Franken zu gewinnen Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.

Was

koche ich heute? migusto.ch

Sudoku Lösung Nr. 32 Gewinner Nr. 31 Hauptpreis: Sales Birrer, Unterägeri ZG; Toni Grossenbacher, Langenthal BE Zusatzpreis: Jureepurn Krauer, Embrach ZH; Daniel Möckli, Zürich

Paroli Gewinner Nr. 31 :

Quiz Gewinner Nr. 31 :

Christine Stocker, Rorbas ZH; Sibylle Beck-Studer, Schlosswil BE

Fritz Tröhler-Zaugg, Spiez BE; Peter Lacheta, Ennetbaden AG

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.8.2020, 24 Uhr

Gewinner Nr. 31 Myriam Menétrey, Bex VD; Sophie Broillet-Cavuscens, La Roche FR

Die Teilnahmebedingungen finden Sie online unter: www.migros.ch/teilnahmebedingungen


62 | 10.8.2020 | MILOVE

«Es war keine Liebe auf den ersten Blick»

Dank der Rubrik «Single der Woche» wurde Single der Woche 97 ­Sandra de Oliveira im Migros-Magazin auf Stephan Müller aufmerksam. Bis zum Weltenbummler ­Happy End dauerte es ein Weilchen. Migros-Magazin 24, 11. Juni 2007

Stephan aus Langwiesen ZH: «Ich mag natürliche Frauen, die viel Sport treiben und gern die Welt bereisen. Ich bin kinderlieb, zuverlässig und kann gut kochen.»

Text: Manuela Enggist

«Single der Wo che t als ä r t » im or P rs

Steph an Mü lle BILDER BASIL STÜCHELI

Weitgereist: «Ich bin unternehmungslustig. Auf meinen Reisen habe ich die Welt mit dem Rucksack bereist.»

azin Mag osigr

regelmässig Kinderlieb: «Ich besuche und freue mich, meinen Göttibub Raphael n.» mit ihm das Leben zu entdecke

Autos : «Beim Modellbau kann ich gut abschalten. Meine Leidenschaft zu Ferrari und exaktes Arbeiten vereinen sich darin.»

Kochen: «Ich mag ganz besonders die italienische und asiatische Küche. Meine Spezialität ist selbst gemachte Lasagne.»

M

Beste Adresse: «Auf meinen Reisen habe ich bereits in 59 Städten ein Hard Rock Cafe besucht. Ich bin ein Fan dieser Kette.»

Ersteigert: «Dank Ebay wächst meine Sammlung an Unikaten von Profis aus dem Radsport laufend.»

Steckbrief

Name: Stephan Beruf: Werkzeugmacher. Alter: 36. Grösse: 170 Zentimeter. Hobbys: Reisen, Velo fahren, Kochen, Fotografieren, Sport. Wunschpartnerin: Ich suche eine Frau im Alter von 25 bis 35 Jahren, Nichtraucherin, sportlich und natürlich. Sie sollte einen Kinderwunsch haben und 1,55 bis 1,65 Meter gross sein. Kontakt per Post: Single Stephan, Postfach 1751, 8031 Zürich. Kontakt per E-Mail: single@migrosmagazin.ch mit dem Vermerk «Stephan» werden nur bis Freitag, den 15. Juni, weitergeleitet.

E

Möchten Sie auch auf dieser Seite erscheinen? Ja, ich möchte mich gern gratis in der Rubrik «Single der Woche» vorstellen. Name Vorname Strasse/Nr. PLZ/Ort Telefon tagsüber E-Mail

Tour de Suisse: «Im Sommer bin ich sehr oft auf dem Rennvelo unterwegs. Jährlich fahre ich mehr als 8000 Kilometer.»

Er über sie «An meiner Frau schätze ich, dass sie bei jeder ­Entscheidung zu 100 Prozent hinter mir steht. Ich weiss, dass ich mich immer auf sie verlassen kann.»

Senden Sie diesen Talon mit einer Kurzbeschreibung Ihrer Person und einem Bild an: Migros-Magazin, Anette Wolffram Eugster, Postfach, 8031 Zürich, oder senden Sie einen Fax an die Nummer 044 447 36 01. Singles für diese Rubrik werden von der Redaktion ausgewählt. Es besteht kein Anspruch auf Publikation.

r habe damals lange gezögert, ­erzählt Stephan Müller. «Dann dachte ich mir, was solls, ich habe nichts zu verlieren.» 2007 erscheint der gebürtige Schaffhauser im Migros-Magazin als «Single der Woche», in einer Rubrik, die es heute nicht mehr gibt. «Ich war ein schüchterner Typ», sagt Müller, «und getraute mich nicht, Frauen anzusprechen. Also versuchte ich es auf diese Weise.» Über 70 Interessierte melden sich. Sandra de Oliveiras Bild und Nachricht gefallen ihm besonders: «Sie war bildschön und sah aus, als

würde sie wie ich auch Sport machen.» Er schreibt der gebürtigen Portugiesin. Das bringt Sandra in die Bredouille. «Ich hatte mich schon bei einem anderen Mann gemeldet, der eine Woche ­zuvor in der gleichen Rubrik erschienen war. Als mir Stephan schrieb, wusste ich, dass ich lieber ihn treffen wollte.» Sie sagt dem anderen Mann ab. Stephans sportliche, sympathische Art spricht sie stärker an. Die beiden treffen sich am Hafen von Romanshorn TG. Sie sind ­einander sympathisch, aber Stephan hat Bedenken: «Sie war still und zurück­


Sie über ihn «Stephan ist sehr unternehmungslustig. Ausserdem ist er der beste Papi, den ich mir für unsere Tochter vorstellen kann.»

uch Haben a be im ie L e r Sie Ih niversum ­Migros-Ud würden Ihre n un ­gefunde ry gerne mit den s to s e Lov esern de en und L ? ­Leserinn -Magazins teilen te s h o ic r h ig c ­M es ie Ihre G ­Mailen S fruf@mgb.ch. an au euen uns Wir fr darauf!

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MILOVE | 10.8.2020 | 63

SSO OMM ME R IIN ER EIIN E E EM MA APPFFELL.. E R FR ISC HE N D SAF TIG K N AC K I G MI T J EDEM BI SS . GE R E IFT IM S OMMER , VO

L L ER

JE T Z T

M I GR O

Bilder: zVg

Stephan (49) und Sandra (43) M ­ üller ­leben mit Tochter Larissa (8) in ­Thayngen SH. In ihrer Freizeit gehen sie gerne wandern oder schauen sich Liebes- und T ­ anzfilme an. Ihr Favorit: «PS: I love you».

haltend. Ich dachte, dass wir vielleicht doch zu verschieden sind.» Doch Sandra sieht ein gewisses Potenzial. «Es war ­keine Liebe auf den ersten Blick. Aber ich merkte, dass ich ihn näher kennenlernen wollte.» Sie schreibt ihm Nachrichten, bittet immer mal wieder um ein Date. «Das hat mir natürlich geschmeichelt», sagt Stephan, «und mit der Zeit taute Sandra auch auf.» Aus den losen Treffen wird schliesslich eine feste Beziehung. Ein Jahr später zieht das Paar zusammen in die erste ­gemeinsame Wohnung.­­ MM

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