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Migros Magazin 32 2010 d LU

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Das schleckt keine Geiss weg: Die Bauern in Tschlin sind clever. Nr. 32, 9. August 2010

www.migrosmagazin.ch, vormals WIR BRÜCKENBAUER

LEIDENSCHAFT GESCHICHTE 10

Die neue Lust am Alten

Bilder Daniel Winkler, Tanja Demarmels

An Mittelalterfesten vergangene Zeiten aufleben lassen: assen: Anna-Katharina Höpflinger und Sohn Cornelius lieben eben die historischen Rollenspiele.

CUMULUS-MASTERCARD 53

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DIESE WOCHE

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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EDITORIAL Hans Schneeberger, Chefredaktor

Verführerisch 54

Den Namen der Singer- und Songwriterin Lesley Meguid muss man sich merken. Das Rezept der Saisonküche für eine Beeren-Frischkäse-Tarte auch.

Weitermachen, trotz allem

Es gibt wohl kein stärkeres Symbol der Spassgesellschaft als die diversen «Paraden». Sei es die Street Parade in Zürich, die Techno Parade in Paris, die Love Parade in Kapstadt oder auch die Lake Parade in Genf. Doch vor zwei Wochen wurde die friedlich-fröhliche Welt der Technofreaks durchgeschüttelt: An der Loveparade in Duisburg starben 21 Menschen in einer Massenpanik im Tunnel vor dem Festgelände. Tote statt Techno, Trauer statt Trance. Zwei Wochen vor Beginn des grössten Raves der Saison, der Street Parade

in Zürich, stellt sich nun natürlich die Frage, wie es denn um die Sicherheit des Grossanlasses bestellt ist. Schliesslich werden wieder 700 000 bis 900 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Doch die Verantwortlichen sind um Beruhigung bemüht: Das Sicherheitskonzept sei noch einmal überdacht und angepasst worden, hiess es. Und vor allem Fluchtwege seien freigeräumt und besser beschildert worden. Trotz allem hält sich beim neutralen Beobachter hartnäckig der Eindruck, die Fungeneration hätte mit dem tragischen Unglück in Duisburg irgendwie die Unschuld verloren. Bleibt also die zweite Frage: Darf eine Zeitung einen derart vorbelas-

teten Anlass noch positiv zum Thema machen? Dürfen wir uns noch gemeinsam mit DJane Tanja la Croix («Meine Welt», Seite 86) oder dem Ur-Teilnehmer Cédric Barras auf die Street Parade freuen (Seite 16)?

Die Antwort müssen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, für sich selber finden. Wir

denken, dass man den Menschen nicht verwehren kann, sich zu freuen, das Leben zu geniessen und den Sommer mit einem Fest abzuschliessen. Das Leben muss weitergehen.

MENSCHEN

DAS BESTE

Es lebe das Mittelalter

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Amor hört Techno

16

Ein Boom erobert die Schweiz: Geschichte nachspielen. Ein Freiburger DJ liebt die Street Parade. Auch weil er hier seine Partnerin kennengelernt hat.

IHRE REGION Neues aus Ihrer Genossenschaft 67

SOMMERREISE Das Dorf der Muslime

22

Fünf Kirchen und zwei Moscheen: zu Besuch im multikulturellen Bürglen.

Schöne Schweizer Aussichten 27 Ob im Tessin oder im Oberland: Hier haben sie ein tolles Panorama.

Helfen ist gut, essen ist besser 28 Beim Besuch auf dem TerraSuisseHof locken feine Düfte in die Küche.

INTERVIEW Bette Midler

34

Die Hollywooddiva über Hunde, ihre Ehe und die englische Queen.

Bild Nik Hunger

NEUES AUS DER MIGROS Preis für innovative Bergbauern 38

hans.schneeberger@migrosmagazin.ch

M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). m-infoline@migros.ch; www.migros.ch M-CUMULUS: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). m-cumulus@migros.ch; www.m-cumulus.ch Redaktion Migros-Magazin: Postfach 1751, 8031 Zürich, Tel. 044 447 37 37, Fax 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch; * Normaltarif

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53

BESSER LEBEN Erfolg macht weiser Outdoor: Canyoning

75 76

Nicht alles, was den Bach runtergeht, macht keinen Spass.

Tiere: Kickende Vierbeiner

81

Der neuste Trend: Fussball für Hunde mit Bewegungsdrang.

Auto: Elektroautos

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Den E-Autos gehört die Zukunft. Diese lässt aber auf sich warten.

RUBRIKEN Migros-Woche Leserbriefe Auf ein Wort Kolumne: Der Hausmann Rätsel/Impressum

7 9 21 33 85

MEINE WELT

SAISONKÜCHE Bei Lesley Meguid Bunte Früchtchen

Bruschetta — südliche Gefühle 61 Lachs in Rapsöl, ein Traum 63 Nie mehr schletzende Türen 65

54 58

Tanja la Croix

86

Die St. Galler DJane mixt den Soundtrack zur Street Parade.

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MIGROSWOCHE

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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Xavier Naidoo in der Migros

Ende Juli fand zum ersten Mal das Urban Festival auf dem Turbinenplatz in Zürich-West statt. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Soulgrösse Xavier Naidoo. 100 glückliche Fans kamen in der Migros am Limmatplatz in Zürich ganz in die Nähe des Stars. Melectronics als Presenting Partner des Festivals hatte Teilnahmekarten für eine exklusive Autogrammstunde verlost.

Lob der Woche

«Der bedeutendste Schweizer war für mich Gottlieb Duttweiler. Der MigrosGründer hat sowohl unternehmerisch als auch sozial gedacht. Er ist auch ein Vorbild für meine Karriere», sagte Ex-Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva im «SonntagsBlick».

FRISCH IN DER MIGROS

Fleisch am Stiel Im Sommer boomen nicht nur Stängeliglacen, auch Grillfeste sind angesagt. Und was wäre ein Barbecue ohne saftige Koteletts? Die Rippchen stammen vom Kalb, vom Lamm oder wie abgebildet vom Schwein. Ob paniert, mariniert oder vom Grill, «Fleisch am Stiel» kommt immer gut an!

Preisverleihung in Tschlin: das Käserpaar Peter und Chatrina Mair, Nationalrat Toni Brunner, Bäuerin Rita Mayer, Martin Schläpfer, Chef Wirtschaftspolitik der Migros, Bauer Ernst Mayer, Nationalrat Hansjörg Hassler, Bauernpaar Ursina und Andri Caviezel, Jurymitglied Jürg Maurer (von links).

Bilder bab.ch/StockFood, Stefan Schlumpf, Stefan Weiss/Emasol.ch, Goran Basic/Blick am Abend/RDB

AUS DER REGION MIGROS LUZERN

Die Migros Luzern sucht Talente

Als grösste private Arbeitgeberin der Zentralschweiz bietet die Migros Luzern jungen Menschen einen Start in die berufliche Zukunft. Jedes Jahr werden über 70 Talente für Stellen in insgesamt 10 Berufen gesucht. Abgeschlossen wird die Grundbildung mit dem eidgenössischen Berufsattest oder dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis. Details dazu und zum Bewerbungsablauf finden Sie unter www.migrosluzern.ch. Mehr zur Migros Luzern auf den Regionalseiten ab Seite 67.

Kreatives Bergdorf

Die Engadiner Gemeinde Tschlin ist spitze: Drei Familien aus dem kleinen Ort gewinnen den Preis für innovative Berglandwirtschaft.

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as Unterengadiner Bergdorf Tschlin spielt touristisch zwar nur eine kleine Rolle, hat sich aber einen Namen für seine naturnahen Produkte gemacht. Drei Familien aus dem 170-Seelen-Ort haben nun den Preis für innovative Berglandwirtschaft gewonnen: Die May-

ers und Caviezels haben einen neuen Gemeinschaftsstall für 300 Schafe und Ziegen bauen lassen; eine Solaranlage auf dem Dach produziert umweltfreundlichen Strom für das energiehungrige Zürich. Und Familie Mair verarbeitet die Ziegen- und Schafmilch zu aromatischem

Käse. Der Preis für innovative Berglandwirtschaft wird jährlich von der IG Schweizer Bergprodukte verliehen, die auf Initiative der Migros gegründet wurde. M.W.

Lesen Sie mehr zum Thema auf Seite 38


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LESERBRIEFE

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

MM 31: Interview mit Krimiautor und Israelkritiker Henning Mankell.

Mankells Kritik fehlt jede historische Grundlage Die von Henning Mankell vorgebrachte fundamentale Israelkritik ist notorisch und bekannt. Seinen oberflächlichen, nicht hinterfragten Anschuldigungen fehlt jede aktuelle und historische Grundlage. Dass er die Übersetzung seiner Bücher ins Hebräische stoppen wollte, spricht Bände. Ebenfalls die offenkundige Legitimation seiner Israelkritik mit dem Hinweis auf einen jüdischen Zweig seiner Familie, notabene vor 250 Jahren. Israel hat eine pluralistische Gesellschaft und einen offenen, demokratischen Diskurs, an dem arabische Israelis teilhaben. Gemäss Wikipedia sind aktuell in der Knesset, dem israelischen Parlament, 14 Mitglieder arabische Israelis. Israel und westliche Länder äussern hinsichtlich des

Henning Mankell: Hat er sich im GazaKonflikt auf die falsche Seite gestellt?

Extremismus und Terrors von Hamas und anderer Gruppierungen keine Fantasien. Eindrückliche Zeugnisse hierzu können täglich auf der Webseite des Middle East Media Research Institute MEMRI (www.memri.org) gelesen werden – arabisch sprachige Originalartikel führender Aktivisten und Leitartikler, auch renommierter Zeitungen, ins Englische übersetzt. Manch ein Leser wird erstaunt sein, in welch extremem, um nicht zu sagen vernichtendem Ton über Israel und häufig auch Juden hergezogen wird. Immerhin gibt es auch in der arabischen Welt differenzierte Haltungen – Leute, die sich gegen die unablässige Diffamierung und hasserfüllte Ableh-

nung Israels wehren und Israel gar als Vorbild im Nahen Osten sehen, da es Freiheit und Demokratie unter schwierigsten Bedingungen lebt. Henning Mankell greift Israel «wütend» an, ohne zu prüfen, was die Fakten sind. Es ist zu bedauern, dass die Türkei mit der Unterstützung der «Ship to Gaza»-Aktion die Vermittlerrolle zwischen Israelis und Palästinenser leichtfertig aufs Spiel gesetzt und praktisch aufgegeben hat. Es braucht wahre Mittler im Nahen Osten, damit eine friedliche Zweistaatenlösung mit Israel und einem palästinensischen Staat Realität werden kann.

Prof. Dr. Manuel Battegay, 4051 Basel

Henning Mankell muss sich fragen, ob er mit seinem Engagement für die Gaza-Friedensflottille nicht aufs falsche Pferd gesetzt hat. Ein bisschen weniger «Instantbetroffenheit» und etwas mehr Kenntnis der Situation in Gaza und Israel würde der Konfliktlösung wohl eher dienen. Stefan Huber, 4059 Basel

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Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im MigrosMagazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion MigrosMagazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@ migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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10 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

M

ittelalterfeste, historische Märkte, Gladiatorenschaukämpfe: Immer mehr Geschichtsinteressierte lassen in ihrer Freizeit vergangene Welten wiederaufleben. Ein Trend, den auch die Eventmanagerin des Römerfests in Augusta Raurica, Margit Scheiblechner, beobachtet. Das Römerfest gilt mit seinen jeweils rund 30 000 Zuschauern als das grösste historische Happening der Schweiz. «Kamen früher viele unserer rund 250 historischen Darsteller aus Deutschland und Italien, wird heuer ein Grossteil von Schweizer Re-Enactmentgruppen gestellt», sagt Scheiblechner. Re-Enactment bezeichnet die historisch korrekte Nachstellung vergangener Lebensweisen. Ärzte, Lehrerinnen, Computerfachleute, Zugsführer, Schüler – selbst ganze Familien verwandeln sich für ein paar Stunden oder Tage in Senatoren, Marketenderinnen, Henkersknechte oder Minnesänger und versuchen die damalige Zeit sozusagen am eigenen Leib nachzuempfinden. Die Beweggründe sind so verschieden wie die Protagonisten: Während die einen sich vor allem aus historischem Interesse mit einer bestimmten Zeitepoche auseinandersetzen, machen die anderen einfach aus Freude am Verkleiden mit – oder aber aus einer Mischung aus beidem. Die Kenntnisse über die Bekleidung, Ausstattungen und Gebräuche eignen sich die Hobbyhistoriker über Fachliteratur, museale und archäologische Objekte und Urkunden und mit praktischen Versuchen an. Margit Scheiblechner, selbst Archäologin, weiss: «Wenn Re-Enactment gut ist, kann es sogar zur Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse führen.» Margit Scheiblechner hat erst einmal einem Bewerber ablehnen müssen, der als Fechter auftreten wollte. «Ich musste dem jungen Mann mitteilen, dass die Römer mit ihren Schwertern zwar gestochen und geschlagen haben. Gefechtet haben sie aber definitiv nicht.» Texte Almut Berger Bilder Daniel Winkler

Mehr zum Thema auf Seite 12

Vreni Stephan begleitet ihren Hanspeter bei dessen Auftritten. Fast wie im Mittelalter, als sogenannte Marketenderinnen mit den Söldnern in den Krieg zogen.

Es lebe die Vergangenheit

Während die einen in der Badi faulenzen, zwängen sich andere in enge Rüstungen und spielen Ritter oder Legionär. Eine Gruppe von Spinnern? Irrtum. Engagierte Hobbyhistoriker, die vergangene Epochen aufleben lassen.


MENSCHEN LEBENDIGE GESCHICHTE

Hanspeter und Vreni Stephan

Exhibitionismus gehört dazu

Bevor sich Johannes Petrus von Laufenburg 1477 der Basler Söldnergruppe «Compagnie Basilisk» anschloss, war er Münzmeister im aargauischen Städtchen. «Als mich der Vogt zwingen wollte, minderwertige Silbermünzen in Umlauf zu bringen, habe ich ihn geschlagen — und musste Hals über Kopf fliehen!», erzählt er. Im normalen Leben heisst Johannes Petrus von Laufenburg Hanspeter Stephan. Gerade ist der 58-Jährige mit seiner Frau Vreni (68) von einem dreitägigen Spektakel auf Schloss Gruyère zurückgekehrt. Saukalt sei es gewesen, erzählt der Sicherheitschef einer Dienstleistungsfirma im Bankenumfeld. «Die Söldner waren ein Schweizer Exportartikel par excellence», weiss der vierfache Grossvater, der sich bereits als Jugendlicher für die Burgunderkriege interessierte. Gerne hätte der junge Hanspeter bei der Schweizer Garde in Rom Dienst geleistet, war aber zwei Zentimeter zu klein. In der «Compagnie Basilisk» spielt die Grösse keine Rolle. Was aber muss ein Mitglied der Compagnie können? «Möglichst laut ‹Dra!› brüllen, den Ruf der Schweizer vor dem Sturm», sagt Hanspeter Stephan und senkt drohend seine Hellebarde. «Knopflöcher nähen», meint hingegen die pensionierte Handarbeitslehrerin Vreni und rückt ihrem Mann liebevoll den Schaller, den Helm, gerade. Schliesslich würden die durch die unzähligen Knopflöcher gefädelten Bändel die diversen Schichte der Söldneruniform an Ort und Stelle halten. Das Wichtigste sei aber, Spass an der Sache zu haben, finden beide. Und ja, ein bisschen Exhibitionismus sei auch ganz nützlich. www.schaukampf.ch

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12 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Marco und Claudio Reist

Zwei römische Soldaten aus Bülach Den Anfang machte ein römischer Schienenpanzer «made in China», den sich Marco Reist vor einem Jahr in Rom aus Jux kaufte. Zurück aus den Ferien, begann sich der 28-jährige Bülacher gemeinsam mit seinem Bruder Claudio (32) mit dem römischen Militärwesen auseinanderzusetzen. Weitere Interessierte fanden sich im Internet, der Rest ist Geschichte — die der 5. Prätorianischen Kohorte «made in Switzerland». Unterdessen marschieren unter dem Befehl eines Tribuns jeweils bis zu acht Prätorianer auf. In Ledersandalen mit Nagelsohlen und rund elf Kilo schweren Kettenhemden. «Die Schienenpanzer, wie wir sie aus Asterix und Obelix kennen, gabs nur rund 200 Jahre», erklärt Claudio, der sein Wissen über die damalige Zeit auch an Schulklassen weitergibt. Rund 1000 Franken kostet ein Kettenhemd; Helme sind bereits ab 150 Franken zu haben. Von Beruf Galvaniker, also Metallveredler, amtet Marco alias Marcus Alexandros Vibellius Viator als Optio, vergleichbar mit dem heutigen Feldweibel. Claudio, im zivilen Leben Informatiker, trägt als Gaius Aulus Vibellius Scribonianus das Feldzeichen der Kohorte. Unter den Kettenhemden haben die Freizeitlegionäre selbstgenähte Doppeltuniken aus Wolle und Leinen an, die bis knapp über die Knie reichen. Und unter den Tuniken? Die beiden Brüder grinsen — und schweigen. An den Römertagen in Augusta Raurica wird sich die 5. Prätorianische Kohorte erstmals an einem Grossanlass präsentieren. Doch auch wenn Authentizität das erklärte Ziel ist, in einem Punkt sind sich die Reists einig: Anders als die Legionäre damals werden sie sich die Beine nicht rasieren. www.cohvpr.ch

Marco (ganz links mit Schild) und Claudio Reist (Mitte, mit Standarte) tragen bei ihren Auftritten elf Kilo schwere Kettenhemden.


MENSCHEN LEBENDIGE GESCHICHTE

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Anna-Katharina Höpflinger

Sie kämpft mit dem Schwert oder ist ein Ork

Die Höpflingers: So sah eine gutbürgerliche Familie im Mittelalter aus.

Geschichte selber erleben ➔ Mittelalterliches Spektakel Burgdorf BE

14. und 15. August 2010 www.medieval-productions.ch

➔ Mittelalterfest Schloss Liebegg AG 20. bis 22. August 2010 www.mittelalterliebegg.ch

➔ Römerfest Augusta Raurica BL

25. September 2010 www.turtmann-markt.ch

➔ Mittelalter-Festival am Rheinfall SH 15. bis 17. Oktober 2010 www.rheinfall.ch/Attraktionen/ Mittelalter-Festival

➔ Mittelalterspektakel Sempach Station LU

28. und 29. August 2010 www.roemerfest.ch

23. Oktober www.sempach-station.org/ mittelalterspektakel

➔ Mittelaltermarkt Schloss Lenzburg AG

➔ Historisches Handwerk am Altstadtmarkt Bremgarten AG

17. bis 19. September 2010 www.ag.ch/lenzburg

23. und 24. Oktober 2010 www.historisches-handwerk.ch

➔ Mittelaltermarkt Turtmann VS (im Rahmen des Püru-Märt Cultura)

Weitere Infos: www.mittelalter-kalender.ch www.lebendige-geschichte.ch

Orange musste er sein, der Wams, den Alexander (4) am Mittelaltermarkt auf Schloss Wellenberg tragen wollte. Orange und nur orange. Schliesslich färbte seine Mutter Anna-Katharina Höpflinger den Wollstoff mit einer Mischung aus Krapp, einer traditionellen Färberpflanze, deren Wurzeln roten Farbstoff enthalten, und Zwiebelschalen. Den zweijährigen Cornelius steckte sie in ein ebenfalls mit Krapp gefärbtes Leinenhemd. Die 34-jährige Religionswissenschafterin aus Kyburg ZH nimmt seit Jahren an Mittelalterfesten teil. «Angesteckt» wurde sie über die Fantasyschiene, weshalb sie auch schon mal als Ork oder Elbin auf die Piste geht. Auf den Mittelaltermärkten trifft man sie aber als bürgerliche Frau an, in bodenlangen Röcken, die Zöpfe sittsam unter einer Leinenhaube verborgen. Mit von der Partie ist neben den Kindern auch ihr Mann Patrik (33), im modernen Leben Werkstattleiter einer Autogarage. Für die Gewandung, so der Fachausdruck, hält sich Anna-Katharina Höpflinger an Vorlagen aus dem 15. Jahrhundert. Dabei müssen die handgenähten Kleidungsstücke einiges aushalten: Unter anderem tritt sie darin als Schwertkämpferin an. Ist das authentisch? Die Kyburgerin nickt. «Im ältesten bekannten Fechthandbuch von 1300 gibt es Hinweise auf eine Fechterin.» Sowieso findet sie die Diskussion über eine 100-prozentige Authentizität absurd. Höpflingers neustes Projekt ist die Herstellung einer Tournüre. Tournüren bauschten Ende des 19. Jahrhunderts bei den Damen den Allerwertesten auf Überdimensionen auf. www.in-nova-corpora.ch


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16 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

We are a Techno Familiy: Corinne, dre und Cédric xan Ale alias DJ Obi One. Dahinter der Laser spuckende Roboter, der oft das Pult des DJ schmückt.

Im Namen von Techno seid ihr nun Mann und Frau: 1998 heiraten Cédric Barras und Suzanne Iglesias im Hallenstadion — vor 50 000 Ravern.

Amor verkuppelt am liebsten zu Techno Mister Street Parade Cédric Barras lebt für den Rave. Sogar seine neue grosse Liebe hat er an der Tanzparade kennengelernt. Liebe: Seine neue Lebensgefährtin traf Cédric Barras an der Street Parade 2006. Bloss merkte er das nicht gleich. Der kaufmännischen Angstellten Corinne Blanc (37) stach er indes sofort ins Auge: «Ich wusste zwar nicht, wer er war, fand ihn aber sehr mignon. Er war jedoch so in die Musik vertieft, dass er mich gar nicht bemerkte.» Das änderte sich kurz darauf in seinem Stammklub Glo-

bull in Fribourg: «Ich sah Corinne auf der Tanzfläche und war hingerissen», sagt der Musikfreak. Seit dreieinhalb Jahren lebt das Paar nun mit Corinnes Sohn Alexandre (9) – auch er bereits ein eingefleischter Technofan – in einem kuscheligen Einfamilienhaus mit grossem Garten in der Nähe von Fribourg. An die Street Parade geht die Familie diesmal gemeinsam, und

Bilder Pierre-Yves Massot, Nicolas Aeby/Ringier Bildarchiv, Keystone (2)

D

as Herz von Cédric Barras schlägt im Technotakt. Der Rhythmus der BPM, der Beats per Minute, bestimmt sein Leben. Seit 1994 verpasste er keine Street Parade, er hält den Weltrekord im Nonstop-Auflegen, und nächsten Samstag wird er als DJ Obi One auf dem purpur farbenen Love Mobile «DP-Concept» an den Plattenreglern drehen. Selbst seine Hochzeit feierte der Technoverrückte 1998 an der «Energy» im Hallenstadion. Gegen 50000 Raver jubelten frenetisch, als ein Freund im Priestergewand Cédric Barras (38) und Suzanne Iglesias (32) «im Namen von Techno zu Mann und Frau» erklärte. Zwei Jahre später kam Sohn Evan auf die Welt. Doch schon im März 2001 wurde die Ehe geschieden. «Wir waren wohl noch zu unreif», meint Cédric Barras. Wie Barras blieb auch Suzanne Iglesias dem Techno treu. «Ich tanze immer noch gerne, gehe nach wie vor an die Street Parade und lebe wieder mit einem DJ zusammen», erzählt sie. Apropos


MENSCHEN RAVER

zwar ganz in Violett. Bedenken wegen der Tragödie an der Love Parade in Duisburg haben sie nicht. «Was passierte, ist fürchterlich», sagt Barras. «Ein falsches Sicherheitskonzept hätte aber an

jedem Grossanlass zur Katastrophe führen können, sogar bei einem Papstbesuch.» Der Wunsch, aus der Masse herauszustechen, animierte ihn letztes Jahr, den Weltrekord zu

knacken und den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu schaffen. Geschlagene 120 Stunden legte DJ Obi One im Freiburger Klub Globull auf. Fünf Tage und fünf Nächte Musik, ohne Schlaf, ohne Dro-

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gen, ohne Alkohol. «Alles wurde penibel kontrolliert», sagt Barras. «Jede Stunde hatte ich fünf Minuten Pause – zum Essen, Duschen und für eine Mütze voll Mikro-Schlaf.» Er stand un-

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MENSCHEN RAVER

Schweizer Tourneetheater

Die Street Parade zementiert den Ruf Zürichs als fröhliche Partystadt. Die Anzahl der Besucher schwankt je nach Witterung.

Sicherheitskonzept wurde angepasst Am Sicherheitskonzept der 19. Zürcher Street Parade musste trotz der Tragödie an der Love Parade in Duisburg nichts Wesentliches geändert werden. Um aber das Restrisiko weiter zu senken, wurden am Bellevue und am Bürkliplatz Ketten entfernt und ein Verkaufsstand sowie ein WC um ein paar Meter verschoben. Zudem sind die Fluchtwege ausgeschildert. Mit Sicherheitschef Remo Michel steht seit 17 Jahren ein Mann mit ausserordentlich grosser Erfahrung im Einsatz. Dennoch werde jedes Jahr Foto- und Videomaterial ausgewertet, um allfällige Gefahrenpunkte zu eruieren, betont Stefan Epli, Pressesprecher der Street Parade. «Ab sechs Menschen auf einem Quadratmeter wird es merklich eng. Dieser Wert wurde aber in keinem einzigen Jahr erreicht.» Es wurden damit alle Vorkehrungen getroffen, damit auch die diesjährige Ausgabe der Technoparade diesen Samstag friedlich ums Zürcher Seebecken wummern kann.

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ter ständiger Kontrolle von Ärzten, Aufsichtspersonen, Kameras und natürlich dem Publikum vor Ort. Urin-, Blut- und Haarproben stellten sicher, dass der Waadtländer keine Gesundheitsschäden riskierte – und keine unerlaubten Substanzen konsumierte. Bereits nach sieben Stunden drohte das Aus. «Ich hatte einen kompletten Müdigkeitseinbruch und dachte ans Aufgeben.» Das Problem: Cédric hatte viel zu viel auf Vorrat geschlafen und damit seinen Körperrhythmus völlig durcheinander gebracht. Zwei kräftige Espressos retteten ihn, obwohl er normalerweise Kaffee hasst. Barras hielt durch, ignorierte gegen Ende der Woche auftretende Gleichgewichtsstörungen, Wasser in den Beinen und Halluzinationen. Der Lohn für die Ochsentour war Ruhm, Ehre und eine

notariell beglaubigte Urkunde. «Rund 15 000 Franken kostete mich der Rekord, Arbeitsausfall mit eingerechnet», sagt Cédric Barras. Denn neben seiner Arbeit als DJ führt er ein eigenes Geschäft, das Hausdächer saniert. «Mit dem Rekord wollte ich mir beweisen, dass ich etwas Besonderes vollbringen kann», sagt DJ Obi One. Das ist ihm gelungen. Entsprechend heisst seine erste Single «Make a Break in Your Life». Die CD erscheint in den nächsten Tagen, pünktlich zur Street Parade. Text Ruth Brüderlin

www.migrosmagazin.ch Zuschauerrekord und zurückgenommenes Verbot: Das Quiz zur Street Parade.


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Insel Elba – die Perle im Mittelmeer

Willkommen in San Vincenzo, dem freundlichen Städtchen an der etruskischen Küste. Das ehemalige Fischerdorf mit seinem romantischen Hafen ist ein beliebtes Urlaubsziel. Es liegt in der südlichen Toscana am Tyrrhenischen Meer. San Vincenzo ist mit seinem hellen, feinen, langen Sandstrand ein echtes Badeparadies! Der Ort ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die berühmten Städte wie Florenz, Siena und Pisa!

Kommen Sie in der schönsten Jahreszeit mit auf die Insel Elba! Dank eines milden und ausgeglichen Klimas und besonderer landschaftlicher Reize wird Elba von unseren Gästen sehr geschätzt. Die Insel bietet ein vielseitiges Angebot: Kleine verträumte Städtchen, verschlafene Bergdörfer, herrliche Badebuchten, kühle Pinienwälder, wunderschöne Wanderwege, einzigartige Vegetation, gutes Essen und natürlich vorzüglichen Wein. Profitieren Sie von unserer Reiseleitung: Sybille zeigt Ihnen ‚Ihre’ Insel!

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Hotel Lo Scoglietto***

Hotel Montecristo****

Das Hotel erhebt sich direkt an der Strandpromenade in der Mitte der bezaubernden Bucht von Marina di Campo. Ein gemütliches Haus mit gepflegten Zimmern mit Du/WC, Sat TV, Minibar, Fön, Klimaanlage und Balkon. Sehr schöner Swimmingpool!

Schön renoviertes, familiär geführtes sauberes Mittelklasshotel, direkt am wunderschönen Strand von San Vincenzo. Geräumige Zimmer mit Dusche/Wc, Safe, Sat-TV, Fön und Balkon. 2- und 3-Zimmer-Appartements mit Balkon, TV, Safe. 9 Tage Fr-So / 27.8.-10.9. ab CHF 785.– p.P. im Appartement / OM

9 Tage Fr-So / 17.9.-01.10. ab CHF 565.– p.P. im Appartement / OM

Das Hotel ist umgeben von einer wunderschönen tropischen Gartenanlage, nur ca. 200 m vom Strand und 500 m vom Ortszentrum entfernt. Elegantes Haus mit gepflegten Zimmern Du/WC, Telefon, Sat-TV, Klimaanlage. Schöner Swimmingpool!

Die Ferienanlage liegt mitten in einem Park, direkt am feinsandigen Privatstrand. Für Gross und Klein ein wahresParadies! Geräumige Zimmer mit Du/WC, Minibar, TV, Bungalows mit Schlaf- und WohnZimmer, Küche, Du/WC

Reisedaten

Fr. 27.08. - So 05.09. Fr. 03.09. - So 12.09.

9 Tage Fr-So / 17.9.-01.10. ab CHF 545.– p.P. im Appartement / OM

Fr. 10.09. - So 19.09. Fr. 17.09. – So 26.09.

Fr. 24.09. – So 03.10. Fr. 01.10. – So 10.10.

Inbegriffen

• Fahrt im Komfortcar • Unterkunft im gewählten Hotel • Betreuung durch Sybille (Elba)

Einsteigeorte P,

9 Tage Fr-So / 17.9.-01.10. ab CHF 965.– p.P. im DZ / HP

Hotel Barracuda***

Ferienanlage Riva degli Etruschi***

9 Tage Fr-So / 29.8.-10.9. ab CHF 795.– p.P. im Appartement / OM

9 Tage Fr-So / 27.8.-10.9. ab CHF 1195.– p.P. im DZ / HP

Basel, Bern, Luzern, Olten, Ruswil Aarau, Arbon Winterthur, St. Gallen, Zürich P

P,

Sursee, Windisch

P,

9 Tage Fr-So / 27.8.-10.9.ab CHF 1185.– p.P. im DZ / HP

9 Tage Fr-So / 17.9.-01.10. ab CHF 945.– p.P. im DZ / HP

Eurobus Reiseleitung

Seit vielen Jahren betreut Sybille Petersen, die auf der Insel lebt, mit grossem Engagement und viel Begeisterung die Eurobus Gäste auf Elba.

Herbstprogramm

Im Herbst unternimmt Sybille pro Woche 2 – 3 Ausflüge mit den Gästen. Das Programm wird sie je nach Wetter und Interesse der Gruppe gestalten. Der Preis pro Ausflug CHF 45.—pro Person

Reise

Hinreise: Freitagabend Fahrt via Chiasso nach San Vincenzo und Piombino. Samstag Fähre auf die Insel Elba und zurück. Rückreise: Samstagabend Fahrt zurück in die Schweiz. Aargau 056 461 63 63 Basel 061 711 55 77

Bern 031 996 13 13 Zürich 044 444 12 12

Verlangen Sie unsere Kataloge oder buchen Sie online unter www.eurobus.ch Ostschweiz 071 446 14 44 Zentralschweiz 041 496 96 66


AUF EIN WORT

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

FRAU DER WOCHE

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RETTER DER BERGGÄNGER

«Manche vergessen die Spielregeln» Junge Beamtin Sie führt die vermutlich jüngste Gemeindeverwaltung der Schweiz: Die 20-jährige Sonja Betschart hat sich gegen rund ein Dutzend Mitbewerber durchgesetzt und ist jetzt neu die Gemeindeschreiberin des 927-Seelen-Dorfes Hütten im Kanton Zürich. Ihre Stellvertretung ist gerade mal drei Jahre älter. «Wir sind ein super Team», so die junge Chefin.

MANN DER WOCHE

Bilder www.air-glaciers.ch, Osman Orsal/Reuters

Kanonier Henri Er schrieb letzten Mittwochabend Fussballgeschichte: Der kamerunische Stürmer Henri Bienvenu (22) kickte mit seinem Treffer Fenerbahçe aus der Champions-League-Qualifikation. Als erste Schweizer Fussballmannschaft siegten die Berner Young Boys auf Istanbuler Boden. Die türkischen Fans honorierten dies mit einem fairen Applaus.

Air-Glaciers-Rettungsarz Air-Glaciers-Rettungsarzt Bruno Durrer hat bereits Hunderte von Berggängern aus misslichen Lagen befreit. Sein Einsatz ist bitter nötig, denn jährlich verletzen sich rund 10 000 Bergsportler. Für seinen Einsatz wird der 57-jährige Innerschweizer nun ausgezeichnet. Bruno Durrer, durchschnittlich sterben 80 Bergsportler pro Jahr. Die Hälfte der Opfer sind Wanderer. Ist Wandern lebensgefährlich?

Eigentlich nicht. Bei Schnee im Mai und Juni sehen wir aber häufig, wie Wanderer die Verhältnisse unterschätzen, Schneefelder traversieren und ausrutschen. Oder wir bergen Wanderer, die sich verirren. Ich erinnere mich an eine Belgierin, die Blumen pflücken wollte und plötzlich in einer senkrechten Felswand hing. Dort konnte sie sich nur noch mit einem Fuss und einer Hand festhalten. Sie selbst sind diplomierter Bergführer und beteiligten sich schon an mehreren HimalayaExpeditionen. Weshalb begibt man sich in Gefahr?

Manche vergessen die Spielregeln, die man bei allen Outdoor-Sportarten einhalten muss. Dazu gehören richtiges Schuhwerk, ein Zeit- und Routenplan, die richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, Essen und Trinken dabeihaben und Informationen zum Wetterbericht. Vor drei Wochen beklagten wir zwei tote Bergsteiger, die das Seil ungebraucht im Rucksack hatten. Das ist eine Todsünde. Vor zwei Wochen retteten wir

zwei Kletterer, die zwei Nächte im Schneesturm auf über 4000 Meter ausharrten – ohne Biwakausrüstung. Und seit Tagen vermissen wir einen Mann, der im Jungfraugebiet allein über den Gletscher gegangen ist. Das alles stimmt mich nachdenklich. Sie sind vor wenigen Minuten von einem Einsatz in Lauterbrunnen BE zurückgekommen. Ein Basejumper starb. Wie denken Sie als Einheimischer über diese Sportler?

Rettungen aus Nordwänden oder aus Gletscherspalten sind viel gefährlicher. Basejumping ist ein umweltfreundlicher Sport, der nicht kommerzialisiert wird. Im Lauterbrunnental haben wir jährlich über 10 000 Sprünge. Dieser Basejumper ist der erste Tote in diesem Jahr. Letztes Jahr gab es 23 Unfälle, dieses Jahr sind es nun insgesamt 8. Die Sportart wird also immer sicherer. Wahrscheinlich auch, weil ein Erfahrungsaustausch stattfindet.

«Besonders hart ist es, nach dem Tod von Kindern die Eltern zu informieren.» Sie bargen die Leichen nach dem Jungfraudrama, als im Juli 2007 sechs Soldaten zu Tode stürzten. Wie haben Sie das erlebt?

Wenn man junge Bergsteiger tot bergen muss, sind das bittere Momente. Gott sei Dank können

wir bei der Mehrheit der Einsätze Leben retten. Die erfolgreichen Flüge helfen den Rettern, die traurigen Erlebnisse zu verarbeiten. Ich denke etwa an die 21 Canyoning-Toten, denen wir vor Jahren begegneten. Das beschäftigt und schmerzt mich sehr. Es gehört zu unserem Beruf, mit dem Tod konfrontiert zu werden. Zum Glück haben wir ein gutes Rettungsteam mit Bergführern und Piloten. So musste ich glücklicherweise nach meinen über 3000 Heli-Rettungseinsätzen noch nie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Welches Erlebnis ging Ihnen besonders unter die Haut?

Im Lawinenwinter 1999 musste ich in Wengen frühmorgens ausrücken und fand einen Bergführerkollegen und seine Frau tot in ihrem verschütteten Haus. Besonders hart ist es, nach dem Tod von Kindern die Eltern zu informieren. Doch wenn wir dann Leute erfolgreich retten, geht es uns wieder besser. Am 28. August erhalten Sie den King Albert Mountain Award für Ihre Verdienste um die Zukunft der Berge. Was bedeutet Ihnen diese Goldmedaille?

Das ist eine grosse Ehre, die mich sehr freut. Ich nehme die Auszeichnung auch im Namen anderer Bergdoktoren entgegen. Und ohne meine Frau könnte ich meine Arbeit nicht ausüben: Wenn ich ausrücken muss, organisiert sie meine Arztpraxen in Lauterbrunnen und Mürren und versorgt mich mit heissem Tee und Sandwich.

Interview Reto E. Wild


22 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

SOMMERREISE Die Schweiz in Zahlen, Teil 4: Bürglen — das Dorf der Muslime

Dorf mit zwei Moscheen Im thurgauischen Bürglen glaubt fast ein Fünftel der Einwohner an Allah. Das ist Landesrekord. Der Alltag zwischen Christen und Muslimen ist zwar nicht immer einfach. Einige Kontakte wuchsen jedoch zu Freundschaften zusammen.

E

ine breite Durchgangsstrasse, gesäumt von Geschäftshäusern und Kleinindustrie, ein grosser Kreisel. Auf den ersten Blick ist Bürglen nicht schön. Das Dorf liegt eingebettet in die flache Landschaft zwischen Weinfelden und Amriswil mitten im Kanton Thurgau. Die Beizen heissen «Ochsen» oder «Bären» und im Raucherlokal «Schwert» tagt der Stammtisch auch an sonnigen Tagen drinnen. Weiter unten im Dorf stehen der Camioneurentreff «Freihof» und zwei Kebabstände. Behelmte Velofahrer radeln zum Mittagessen nach Hause, und eine Handvoll Frauen schart sich um einen Kinderwagen. Nur eine trägt ein Kopftuch und outet sich damit als Muslimin. 469 Muslime wohnen in Bürglen, mit seinen 3300 Einwohnern liegt der Anteil bei knapp 16 Prozent. Das ist schweizweit ein Spitzenwert. Zwei Kirchen, zwei Moscheen, keine Probleme. Jedenfalls keine gravierenden, darin sind sich Einheimische und Aus-

länder einig. «Man lebt mehr oder weniger aneinander vorbei», sagt Armin Eugster, seit 1995 Gemeindeammann im Ort. «Leider kommen selten Muslime an Abendunterhaltungen der Dorfvereine, und nur wenige machen in einem Verein mit. Einzig in der Schule kommen sie in Kontakt mit Einheimischen.» Dort läuft es laut Rolf Gmünder, Präsident der Volksschule, problemlos. «Wenn es komplexere Themen zu besprechen gibt, ziehen wir professionelle Dolmetscher bei.» Rund 440 Kinder gehen in Bürglen zur Schule, die idyllisch auf einem kleinen Hügel im Schloss untergebracht ist. Bürglen hat durchaus charmante Ecken. Dona Kuqi (19) und Sabrina Brugger (17) drückten hier zusammen die Schulbank und sind bis heute enge Freundinnen. «Es gab klar zwei Gruppen», sagt Sabrina, «hier die Schweizer, dort die Ausländer. Dona hing immer bei uns herum.» Spitze Kommentare kamen von anderen ausländischen

«In der Schule sind Dona und ich gute Freundinnen geworden.» Sabrina Brugger (links), hier mit Mexhide, Dona und Faik Kuqi.


Teil 4: Bürglen TG

MENSCHEN ZUSAMMENLEBEN

| 23

Teil 3: Winterthur ZH Teil 1: Jonschwil SG Serie Teil 2: Lajoux JU Teil 5: Ruswil LU

ZAHLEN UND FAKTEN ZU BÜRGLEN TG Einwohner: 3300 (Stand Juli 2010) in den vier Ortsteilen Bürglen, Istighofen, Opferhofen und Leimbach, die zusammen die politische Gemeinde Bürglen bilden. Reformierte: 36 Prozent Katholiken: 26 Prozent Muslime: 16 Prozent. Der Schweizerische Durchschnitt liegt bei etwa fünf Prozent. Rund 50 000 der 400 000 in der Schweiz lebenden Muslime haben einen Schweizer Pass. Die Hälfte ist unter 25 Jahre alt. Ausländeranteil: 24 Prozent. In den Achtzigerjahren waren es gegen 40 Prozent, die meist aus dem Balkan und der Türkei

stammten. Aus wirtschaftlichen Gründen ging der Anteil zurück. Fläche: 11,7 Quadratkilometer Arbeitsstätten: 160 Zupendler: 718 Wegpendler: 1194 Arbeitslosenquote: 4,6 Prozent Leerwohnungsziffer: 4,42 Prozent Die Bodenpreise in Bürglen für die EFH-Wohnzone liegen bei durchschnittlich 185 Franken pro Quadratmeter. Vereine: Die Gemeinde hat ein reichhaltiges Angebot von über 40 Vereinen. Am beliebtesten sind die Turnvereine sowie die freiwillige Feuerwehr. www.buerglen-tg.ch

Vor der Moschee an der Weinfelderstrasse wehen seit ein paar Monaten die Flaggen der Türkei, der Schweiz und des Kantons Thurgau.

Jugendlichen: «Du sprichst schon wie eine Schweizerin», hiess es. Dona und ihre drei älteren Schwestern reden in astreinem Thurgauer Dialekt. «Auch dank der Nachbarin, Frau Stadler», sagt Dona. «Sie half uns immer bei den Aufgaben, weil unsere Eltern nicht so gut Deutsch konnten.»

Familie Kuqi lebt länger in Bürglen als im Kosovo An mangelnden Deutschkenntnissen scheiterte das Einbürgerungsgesuch der Eltern. Vater Faik (53) kam 1981 als Arbeiter in die damalige Ziegelei Istighofen. Seine Frau Mexhide (45) folgte ihm drei Jahre später. «Mittlerweile leben wir länger in Bürglen als im Kosovo», sagt er. Zurück will er nicht mehr. «Ich fühle mich hier zu Hause,

meine Kinder sind hier und alle meine Kollegen.» Zwei der Töchter haben bereits den Schweizer Pass, Dona bekommt ihren voraussichtlich im Herbst, und auch die Eltern wollen ihr Glück nochmals versuchen. Niemand in der Familie ist streng religiös. Was strenggläubige Nachbarn gelegentlich zu halb ernsten, halb scherzhaften Sticheleien veranlasst. «Sie fragen, warum wir offenherzige Kleidung tragen, weshalb kein Kopftuch und wann wir mal in die Moschee kommen. Vater Faik ist in diesem Punkt strikt: «Wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir zu leben haben.» Im Kosovo hätten die Leute generell ein entspanntes Verhältnis zur Religion sagt Mexhide. Die meisten Moscheen


24 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

SOMMERREISE Bürglen — das Dorf der Muslime

2 750 000 2 500 000 2 250 000 2 000 000

«Wir waren mit Schweizer Kollegen auf Zypern.» Rizah (22) und Rami (19), Kosovaren aus Bürglen.

etwas im Thurgau nicht opportun sei. Die Betreiber änderten die Pläne und bekamen die Baugenehmigung.» Über 80 Prozent der Bürgler wollten die Anti-Minarett-Initiative annehmen, und auch sonst zeigen sich die Bürgler an der Urne nicht eben erfreut über Fremdes. Nur murrend wurde die Personenfreizügigkeit mit 52,4 Prozent angenommen, und die Volksinitiative für Demokratische Einbürgerungen unterstützten 60,7 Prozent der Bürgler, während die gesamtschweizerische Zustimmung bei dürren 34,2 Prozent lag. Im Alltag sei davon nicht viel zu spüren, heisst es allenthalben. Trotzdem, eine latente Abneigung

Religionen in der Schweiz

protestantisch

3 000 000

römisch-katholisch

haben nicht mal ein Minarett. Die beiden Moscheen in Bürglen fallen nicht auf. Die eine, die dem Türkischen Kulturverein gehört, ist völlig unscheinbar hinter dem Bahnhof auf einem Gelände mit Werkstätten versteckt. Die andere, an der Weinfelderstrasse, sorgte diesen Mai für Aufregung, weil sie angeblich radikales Gedankengut der türkischen Organisation Milli Görus unter die Gläubigen bringe. «Das war ein Sturm im Wasserglas», winkt Gemeindeammann Eugster ab. «Ich war persönlich vor Ort, um mir ein Bild zu machen.» Er verlangte jedoch, dass neben der türkischen Flagge auch jene der Schweiz und die des Kantons Thurgau vor dem Haus wehen müsse. Und der Name Milli Görus auf dem Eingangsschild kam weg. Heute steht dort neutral: Schweizerisch-Islamische Gesellschaft. Laut Gemeindeammann gab es in den zehn Jahren seit Bestehen der Moschee in der alten Kunststeinfabrik keine Probleme. «Die ursprünglichen Pläne enthielten ein Minarett», sagt Armin Eugster, «aber ich erklärte, dass so

1 500 000

250 000 0

weitere Gemeinschaften

500 000

jüdische Gemeinschaften

750 000

islamische Gemeinschaften

1 000 000

andere christliche Gemeinschaften

1 250 000

keine Religionszugehörigkeit

1 750 000

Statistische Daten zur Glaubensfrage Der Kanton Bern ist die Hochburg der Reformierten. Der Weiler Rohrbach, der zur politischen Gemeinde Rüeggisberg gehört, hat 94,95 Prozent Protestanten und ist zusammen mit den Berner Orten Scheunen und Clavaleyres Spitzenreiter der reformierten Kirche. Zu 100 Prozent römisch-katholisch deklarierten sich die Einwohner von Riemenstalden SZ und Pigniu GR. Die Mehrheit der knapp 14 000 Mitglieder der kleinen Landeskirche der Christkatholiken lebt im Kanton Aargau. Die Genfer Vororte Cologny und Vandoeuvres weisen mit 6,4 beziehungsweise 3,9 Prozent den höchsten Anteil an jüdischen Einwohnern aus. In der Deutschschweiz sind es Zollikon und Rüschlikon. Als christlich-orthodox bezeichnen sich 10,8 Prozent der Einwohner von Faido TI. Gar keiner Kirche gehören 37 Prozent in Chancy GE und über 30 Prozent Quelle: Volkszählung 2000 der Basel-Städter an.

der Einheimischen trifft auf eine gewisse Ängstlichkeit der Zuwanderer, etwas falsch zu machen. Man bindet nicht jedem gleich auf die Nase, woher man stammt. Auffällig sind Kleinigkeiten. Spezielle Felgen am Auto, die extra Portion Gel im Haar oder ungewohnte Gastfreundschaft. In der Pizzeria im «Ochsen» zum Beispiel wirtet ein Albaner, den alle Sandro nennen. Er offeriert jedem Gast zum Mittag- und zum Abendessen den Espresso. Inklusive Grappa oder Amaretto. Ob Ausländer oder Einheimischer, Christ oder Moslem, die Chance ist gross, dass Heinz Isler schon mal mit ihm zu tun hatte. Der Leiter des Werkhofes ist die gute Seele der Gemeinde und der Mann für alle Fälle. Egal ob ein Abwasserkanal verstopft ist, ein Büsi überfahren wurde oder ein Militärhelikopter einen Landeplatz braucht: Isler hilft. Ein einziges Mal war er in einer Moschee.


MENSCHEN ZUSAMMENLEBEN

| 25

«Früher gab es grössere Probleme» Armin Eugster ist seit 15 Jahren Gemeindeammann von Bürglen und vertritt die CVP im Kantonsrat. Armin Eugster, fallen die Moslems im Dorfbild auf?

Nicht besonders. Einige Frauen tragen Kopftuch; aber Tschador oder Burka sind kein Thema. Gibt es besonders viele Arbeitslose oder Fürsorgefälle?

Nein, die entsprechen dem Thurgauer Durchschnitt. Früher lebten noch vielmehr Ausländer im Dorf. Gab es auch mehr Probleme?

Es gab Schulklassen, in denen die grosse Mehrheit schlecht Deutsch konnte. Das gab natürlich grosse Diskussionen. Heute ist das anders. So gesehen gab es früher grössere Probleme. Vor allem auch, weil die erste Generation Muslime noch viel religiöser war als heute. Tut die Gemeinde aktiv etwas für die Integration?

Vor einigen Jahren führten wir Deutschkurse durch. Leider nahm das Interesse mit der Zeit stark ab, sodass wir unsere Anstrengungen aufgaben. Wir machen immer einen NeujahrsApéro zu dem alle Neuzuzüger persönlich eingeladen werden. Besucher aus dem Balkan sind spärlich. Wer hingegen teilnimmt, sind die neuzugezogenen Deutschen. Derzeit leben 154 in Bürglen. Und übrigens 56 Italiener. Gehen die alteingesessenen Bürgler an den Tag der offenen Tür in die Moscheen?

Auch da ist das Interesse spärlich. Aber wie viele Katholiken gehen am Tag der offenen Tür in die reformierte Kirche? Das Interesse an Religiosität nimmt generell ab. Früher ging man jeden Sonntag in die Kirche, heute sind die Bänke meist leer. Bei den jungen

neration erlebt, die in den Achtzigerjahren kam. Man lebte damals aneinander vorbei, wie man es heute noch tut», erinnert sich Heinz Isler. 1990 lag der Ausländeranteil bei über 40 Prozent. Heute ist er auf 24 Prozent geschrumpft. Schuld ist der wirtschaftliche Einbruch.

«Die Kollegen nennen mich zum Spass Izzler.»

Das Zusammenleben der Jungen funktioniert Es sind Kleinigkeiten, an denen sich die Volksseele erhitzt. Etwa der Autokult oder wenn Jugendliche ihren Abfall liegen lassen und auf den Lehnen der Sitzbänke hocken, mit den Schuhen auf der Sitzflä-

Heinz Isler, Leiter Werkhof Bürglen, kennt alle Bevölkerungsgruppen des Dorfs.

Wegen des neuen Rauchverbotes musste er die Räumlichkeiten im Türkischen Kulturverein ausmessen. «Ich habe noch die erste Ge-

Moslems läuft das ähnlich. Es gibt ein paar, die machen intensiver mit. Doch die meisten gehören nur auf dem Papier einer Religion an. Eine Volksbewegung ist es jedenfalls nicht. Bürglen machte Schlagzeilen, weil die Gemeindeversammlung einem jungen Türken die Einbürgerung verweigerte. Er ging vor Bundesgericht.

Die Ablehnung war gegen ihn persönlich gerichtet, nicht gegen seine Herkunft. Er hatte es fertiggebracht, viele Leute gegen sich aufzubringen mit seiner hochnäsigen Art. Er posaunte heraus, er habe Anrecht auf den Schweizer Pass, der Rest sei ihm egal. Das war nicht sehr geschickt und führte so weit, dass die Jungen dafür sorgten, dass möglichst viele an jene Gemeindeversammlung kamen und ihn ablehnten.

che. Praktisch nie sind junge Muslime in Sachbeschädigungen verwickelt, weil sie kaum Alkohol trinken. Dafür kurven sie mit getunten Wagen herum, hängen abends beim Bahnhof herum. «Wo sollen sich die Jungen auch sonst treffen», fragen Rizah (22) und Rami (19) Selista. «Es gibt hier keinen Jugendtreff oder so.» Und sie stellen gleich klar, sie seien keine Bahnhofshänger. Als junge Männer aus dem Balkan werden sie ständig mit Vorurteilen konfrontiert. Besonders schlimm sei es in der Schule gewesen. Heute arbeitet der eine als Monteur, der andere als Barkeeper. Beide schwören, keine Raser zu sein. Auch in die Moschee gehen sie nur selten. Schon gar nicht in Bürglen «Hier hat es nur Türken», sagt Rizah. Wenn schon betet er mit den anderen Kosovaren im benachbarten Kradolf. Viel lieber aber geht er ins christliche Zypern, wo er gerade

Eine Verschwörung?

Das kann man so nicht sagen. Man sagte sich einfach, das kann nicht sein, dass jetzt so jemand Schweizer Bürger wird. Das wurde ein richtiges Reizthema im Dorf. Wurden andere Türken in dieser Gemeindeversammlung eingebürgert?

Ja, natürlich. Man wollte uns immer in den gleichen Topf werfen wie andere Gemeinden, die gar keine Ausländer muslimischer Herkunft mehr einbürgerten. Dabei differenzierten die Bürger von Bürglen. Sie wollten einfach diesen einen nicht haben. Lebt er noch hier?

Nein, er zog in eine andere Gemeinde, ist inzwischen eingebürgert und hat einen Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen.

Ferien im Party-Mekka Ayia Nappa verbrachte. «Zusammen mit Schweizer Kollegen», sagt Rizah. Es scheint also durchaus zu klappen, mit dem Zusammenleben von Schweizern und Muslimen in Texte Ruth Brüderlin Bürglen. Bilder Keiko Saile

www.migrosmagazin.ch Kontakt statt blosses Nebeneinander: Wie lässt sich Integration von beiden Seiten verbessern?


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NEUES AUS DER MIGROS

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

S SOMMERREISE ««2 für 1: Reise durch die Schweiz», ddie Sommeraktion der Migros und der SBB.

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9 x Panorama Diese neun Angebote heben Sie in andere Sphären:

➔ Grindelwald First ➔ Monte Tamaro ➔ Säntis ➔ St.-Beatus-Höhlen am Thunersee ➔ Monte Generoso ➔ Drehrestaurant Stanserhorn ➔ Rheinfall Neuhausen ➔ Moléson ➔ Fiesch Eggishorn

HERRLICHE SCHWEIZ

Blick vom Monte Generoso (oben), Impressionen aus der Region Grindelwald (rechts) und die St.-Beatus-Höhlen am Thunersee (ganz rechts).

Gipfel der Entspannung

Mit der Migros und den SBB zu den schönsten Aussichtsorten.

W

er in Capolago TI vom Schnellzug auf die MonteGeneroso-Bahn umsteigt, wechselt von rasanter Fahrt ins Zeitlupentempo. Langsam, aber unaufhaltsam klettert die kleine Zahnradbahn bis auf den bedeutendsten Aussichtspunkt des Tessins. Der Monte Generoso liegt auf 1704 Metern über Meer und bietet eine einzigartige Rundsicht: vom Luganer- und Comersee über die Weite der Poebene mit Sicht

nach Mailand bis hin zu den Berner und Walliser Alpen. Dieser Ausblick begeisterte auch MigrosGründer Gottlieb Duttweiler: Als im Zweiten Weltkrieg die Geleise zu Kriegsmaterial verarbeitet werden sollten, veranlasste Dutti kurzerhand den Kauf der MonteGeneroso-Bahn. Wer den Monte Generoso und andere Aussichtspunkte der Schweiz erleben will, kommt jetzt durch die Migros auf seine Kos-

ten: Im Rahmen der Aktion «2 für 1: Reise durch die Schweiz» gibts unter den insgesamt 26 Ausflugszielen neun, die ein einzigartiges Panorama bieten: beispielsweise die St.-Beatus-Höhlen am Thunersee. Die Fahrt auf dem Schiff bietet einen wunderbaren Blick auf das Berner Oberland. Und der Rundgang durch die Grotten führt durch gewaltige Tropfsteinformationen und einzigartige Schluchten. Christoph Petermann

Mit der Aktion «2 für 1: Reise durch die Schweiz» reisen zwei Personen zum Preis von einer. Die insgesamt 26 «2 für 1-SBB-RailAwayKombis» beinhalten die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ein Zusatzangebot aus der Kategorie Abenteuer, Entspannung und Panorama. Die Person mit der preiswerteren Bahnleistung und der preiswerteren Zusatzleistung bezahlt dabei nichts. Details zur Sammelaktion und genaue Infos zu den Ausflugszielen finden Sie unter www.migros.ch/ reisedurchdieschweiz


28 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

SOMMERREISE Teil 1: Auf der Heidi-Alp ➔ Teil 2: 1. August ➔ Teil 3: Schiffsbrunch ➔ Teil 4: Auf dem TerraSuisse-Hof ➔ Teil 5: Brätelspass

Das Feld muss warten

W

as für Düfte bei Tante Brigitte! Stefanie (16), Jan (20) und Gabriel (16) sind auf ihrer Sommerreise durch die Schweiz in Anwil BL eingetroffen. Und die Arbeiten hier fangen gut an. Der Küchendienst scheint jedenfalls weitaus angenehmer zu sein als der «Felddienst» bei Onkel Samuel. Mit der Sense zu schneiden will erst einmal gelernt sein: Nichts da mit zack –

und flach ist die Weide. Dann doch lieber Eier für den Blechkuchen verquirlen. Nur sind da noch die Düfte von gebratenen TerraSuisse-Hamburgern, -Pouletschnitzeln und -Rindshuftstücken, die auf die Arbeitsmoral drücken. Jedenfalls geht vor dem Zmittag keiner Onkel Samuel zur Hand, dafür Tante Brigitte in der Bauernküche umso mehr. Warum wohl? Martin Jenni

Bilder Lucas Peters, Styling Monica Keller

Stefanie, Gabriel und Jan sind für das MigrosMagazin auf kulinarischer Sommerreise: Im Baselbiet besuchen sie Terra-Suisse-Bauer Samuel Schaffner. Seine Frau Brigitte stellt erst mal einen zünftigen Zmittag auf den Tisch.

Pouletschnitzel, TerraSuisse, Fr. 3.95* per 100 g

Simmental Burger, TerraSuisse, tiefgekühlt, 4 x 100 g, Fr. 6.30*/** statt Fr. 7.90 Rindshuftsteak, TerraSuisse, regionale Preise

* Nur in grösseren Filialen. ** Aktion gilt vom 10. bis 16. August.

Alpenkräuter Frites, Fri Terra TerraSuisse, tiefgekühlt, 500 g, Fr. 3.10*/** statt Fr. 3.90

Apfelsprudel, TerraSuisse, 1,5 l, Fr. 2.30


DAS BESTE AUS DER MIGROS

Ökobauer Samuel muel Schaffner ist ein überzeugter Verfechter der TerraSuissePhilosophie. Nur: Wo bleiben seine fleissigen Helfer?

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Naturnah und gut Auf TerraSuisseHöfen finden seltene Tiere wie der Wiedenhopf ein Zuhause. Die Bauern der IP-Suisse, welche für die Migros TerraSuisseProdukte herstellen, sorgen auf ihren Höfen für natürliche Lebensräume, in denen sich seltene Wildtiere und Pflanzen optimal entwickeln können. Und fördern damit die Biodiversität. So werden die Kühe von Samuel Schaffner nur von April bis November gemolken. Dann wenn sie durchgehend auf der Weide sind und sich ihr hochwertiges Futter selbst holen, ohne Maschineneinsatz, was der Natur zugutekommt. Die restlichen Wintermonate, wenn die Kühe gedeckt und hochträchtig sind, haben sie Melkferien und ernähren sich vom Heu der Ökowiesen.


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Reisedatum 2010 Route 1: Lyon–Chalon–Dijon 02.11.–04.11. 16.11.–18.11. Route 2: Dijon–Chalon–Lyon 14.11.–16.11.

1. Tag: Schweiz–Lyon. Fahrt mit modernem Komfort-Reisebus nach Lyon. Entdecken Sie während einer Stadtbesichtigung Lyon (inbegriffen), die drittgrösste Stadt Frankreichs, welche am Zusammenfluss von Rhône und Saône liegt. Die ehemalige Hauptstadt Galliens besitzt beeindruckende römische Ruinen, eine Renaissance-Altstadt und ein lebhaftes Zentrum. Einschiffung auf Ihr schwimmendes Hotelschiff «MS Excellence Rhône». 2. Tag: Lyon. Unternehmen Sie eine Shopping Tour – ein Vergnügen, das zur Lyoner Lebensart gehört. In Lyon finden sich zahlreiche Museen und Wahrzeichen und typische Lyoner Bouchons, Brasserien oder Feinschmeckerlokale findet man an jeder Strassenecke. Am Nachmittag heisst es «Leinen los». Sie geniessen eine erholsame Flussfahrt auf der romantischen Saône. 3. Tag: Chalon–Dijon–Schweiz. Nach dem Frühstück bringt Sie Ihr komfortabler Reisebus bis Dijon. Die Hauptstadt des Burgunds ist berühmt für Burgunderweine, Dijoner Senf und das Mixgetränk Kir. Die historische Altstadt von Dijon zählt zu den grössten Innenstädten unter Denkmalschutz in Frankreich. Nachmittags Rückreise in die Schweiz zu Ihren Einstiegsorten.

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Ihr Reiseprogramm

Preise pro Person 3-Bett-Kab. 16m2 frz. Balkon, Mitteldeck 2-Bett-Kab. 13m2, Hauptdeck hinten 2-Bett-Kab. 13m2, Hauptdeck 2-Bett-Kab. 16m2 frz. Balkon Mitteldeck 2-Bett-Kab. 16m2 frz. Balkon, Oberdeck Mini-Suite 17m2 frz. Balkon Mitteldeck Mini-Suite 17m2 frz. Balkon, Oberdeck

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Migros-Magazin Mig Migros-Magaz gaz 32, 9. August 2010

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DER HAUSMANN

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Heja Gluck!

herzig: «… im Bett tue-n i päägge-n u schlafe de ii …» Für Nichtberner: «Päägge» hat wenig mit Beten zu tun. Aber manchmal ist es ja besser, wenn Kinder ein Wort nicht genau verstehen. Klein Yaël etwa ruft oft «Heja Gluck» – und gottlob ahnt niemand, dass sie damit das «Heilandsack!» nachahmt, das ihrem Vater mal rausrutschte. Als jedoch ein Yannis, auf seinem Bett sitzend, lauthals «Mami, Bettchotzä!» ausrief, eilte das Mami mit einem Eimer herbei – merkte dann aber, weil Yannis dauernd auf die Füsse seiner Schwester zeigte und «Wott au Bettchotzä!!!» schrie, dass er lediglich nach Bettsocken verlangte.

«Hier riechts irgendwie italienisch»,

befand Hansli vor einigen Tagen an einer verkehrsBänz Friedli glaubt, reichen Kreuer höre nicht recht. zung. Wir waren mit den Velos unterwegs Richtung Bibliothek. «Wie meinst du, ‹italienisch›?», fragte ich. Er: «Ein Gemisch aus Pizza und Abgasen.» Das sass. Ohne Absicht hatte er viel über das italienische Malaise gesagt. Wie schonungslos treffend Kinder doch sein können! Das Mädchen aus dem Bernbiet etwa, das seine Mutter jüngst fragte: «Du, Mami, was ist eigentlich ‹Puppertät›? Tuet me sich da verpuppe?» Manchmal ist Kindermund sogar ohne Worte goldig: Leserin Gaby wollte wissen, wie das Gottemeitli, das bei ihr übernachtet hatte, geschlafen habe; Gaby zeigte mit dem Daumen nach oben, dann nach unten und schaute das Meiteli fragend an. Worauf dieses sich den Daumen in den Mund steckte – so habe es geschlafen.

Der dreijährige Gabriel machte seinem Papa

im Supermarkt eine Szene, weil dieser sich weigerte, «Millionen» zu kaufen. «Papa, kauf endlich mal Millionen!» Der Kleine wollte partout nicht begreifen, dass man Millionen nicht kaufen, sondern höchstens im Lotto gewinnen kann. Kurz darauf gibts daheim Melonen zum Dessert, weil die Mama auf dem Heimweg von der Arbeit welche gepostet hatte. Gabriel: «Siehst du, Papa? Man kann Millionen eben doch kaufen!» Wie ärgerlich für Kinder, wenn die Eltern sie einfach nicht verstehen wollen

Die Müsterli kindlicher Verhörer und Versprecher,

die ich aus der Leserschaft erhalte, sind zu gut, als dass ich sie für mich behalten könnte. Zum Beispiel dieses: «Jetz göh mer de mit em Bus hei», sagt Papa zur zweieinhalbjährigen Helena. Sie, leicht quengelig: «Aber i ha Hunger, chöi mer nid mit der Äss-Bahn gah?» Abends bei «I ghöre-n es Glöggli» singe selbige Helena jeweils treu-

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…! Nicolai aus Grosshöchstetten bat seine Mutter einst als Vierjähriger: «Mama, sing mer ds Lied vom Gepard!» Sie kenne aber kein Lied über einen Gepard, sagte Mama Katrin. «Doch, Mama!» Nicolai bestand darauf. Ein Trotzanfall bahnte sich an – ganz à la «… im Bett tue-n i ppäägge …» –, also begann die Mutter, ein Lied über einen Gepard in der Steppe im heissen Afrika zu erfinden. Worauf Söhnchen Nicolai noch

«Kindermund ist auch ohne Worte goldig.» saurer wurde. «Nei, Mama, nid das!!! Das, wo mir albe-n ar Wiehnachte singe.» Hmm, Weihnacht? Da würden sie doch jeweils nur das einzige Lied singen, «Stille Nacht», dachte sich Katrin. Und sang, mangels Alternativen und der sommerlichen Temperatur zum Hohn, halt «Stille Nacht». Volltreffer! Denn schon bei der Stelle «…

Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hoch heili Gepard …» schlief der Kleine selig ein. Bänz Friedli (45) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich.

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34 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

S

ie ist 64 Jahre alt und scheint unverwüstlich. In jungen Jahren verdingte sich Bette Midler als Verpackerin von Ananasfrüchten. Seit Ende der Siebzigerjahre gehört sie zur Garde der Hollywoodstars. Die aus Honolulu stammende Schauspielerin tritt in ihrem neusten Film «Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr» nicht selbst in Erscheinung. Sie leiht der Trickfilmkatze Kitty Kahlohr, einer Ex-Agentin der Katzenspionageorganisation Meows, ihre Stimme. Kitty will mit einem teuflischen Plan die Welt zu ihrem Katzenbaum machen. Bette Midler, sind Sie eine Tierliebhaberin?

Ich liebe Hunde. Bis vor Kurzem hatte ich allerdings keinen Bezug zu Tieren. Wieso denn nicht?

Meine Mutter konnte Katzen nicht ausstehen. Sie behauptete, sie würden die Eiterflechte übertragen. Deshalb hatte ich nie Tiere, bis mein Mann für meine Tochter einen Jack Russell Terrier nach Hause brachte. Sophie mochte ihn nicht sonderlich, aber ich habe diesen Hund geliebt. Sie sind seit 25 Jahren mit demselben Mann verheiratet, was für eine Frau im Showbusiness aussergewöhnlich ist.

Ich bin sesshaft, das stimmt. Ich habe mir mein Leben auch nicht so beständig vorgestellt, aber so ist es nun mal. Es ist auch für mich eine Überraschung.

«Das Rezept einer guten Ehe? Den Mund halten!»

Die geborene Entertainerin Bette Midler ist ein Hollywoodstar der alten Schule. In ihrem neusten Film leiht die 64-Jährige ihre Stimme einer Katze. Ihr Herz schlägt jedoch für Hunde und seit Jahren für Ehemann Martin von Haselberg.

Wieso?

Ich war in den Sechziger- und Siebzigerjahren jung und trat damals in Nachtclubs auf. Das waren wilde Zeiten. Drogen, Alkohol und Sex. Aber ich habe das Ziel nie aus den Augen verloren. Ich hatte Talent, und das wollte ich nicht aufs Spiel setzen. Nicht so wie gewisse Jungstars, mit denen Sie gearbeitet haben und die gerade im Gefängnis oder in der Entzugsklinik sitzen.

Ach, mit Leuten wie Lindsay Lohan ist es doch immer dasselbe. Die haben Talent, aber sobald sie

Erfolg haben, verlieren sie den Halt und die Orientierung. Schade. Wie sind Sie zu Ihrem Spitznamen, The Divine, die Göttliche, gekommen?

Ich habe nicht die beste Stimme und bin nicht die Schönste. Aber ich bin eine gute Unterhalterin. Ich habe mich selber schon immer als göttlich bezeichnet. Für mich repräsentiert dieses Wort alles von grossartig über das Spirituelle bis zur Freude. Ich liebe es, Freude zu bereiten.

Woher kommt dieses gesunde Selbstvertrauen?

Keine Ahnung. Ich war schon immer eine Mischung aus gutem Selbstbewusstsein und fürchterlicher Unsicherheit. Ich bin in einer ziemlich armen Familie auf Hawaii aufgewachsen, glaubte trotzdem, dass ich auf die Bühne gehöre. Als ich mit sieben Jahren erstmals «Stille Nacht» vor dem Publikum sang, veränderte sich mein Leben. Inwiefern?

Die Leute sahen mich danach an-

ders an, als wäre ich jemand Besonderer. Also fasste ich mit 14 den Entschluss, meine Karriere auf der Bühne zu machen. Meine Eltern unterstützten mich und meinten, dass mir alle Türen offen stünden. Ich hatte ein Ziel, war hartnäckig, erfinderisch und hatte viel Glück. Und wie haben Sie — bei aller Konzentration auf die Karriere — Ihren Mann kennengelernt?

Wir trafen uns in einer Bar. Es dauerte zwei Jahre, bis er mich


INTERVIEW BETTE MIDLER Eine Frau mit vielen Talenten

endlich anrief. Aber sechs Wochen danach heirateten wir. Eine Romanze wie im Film?

Gar nicht. Ich war lange single, und die Ehe war ein grosser Schock für mich. Ich musste erst lernen, Kompromisse zu schliessen. Aber wir haben immer an unserer Beziehung gearbeitet und nie aufgegeben. Es war nicht die einfachste Ehe, aber sie hat sich in etwas Wunderbares entwickelt. Wir stärken einander den Rücken.

Bilder Corbis/Retna/Armando Gallo, Warner Bros, Dukas

Bette Midler wurde 1945 in Honolulu, Hawaii, geboren. Sie studierte Drama an der Uni von Hawaii, als sie 1965 eine Statistenrolle im Film «Hawaii» mit Julie Andrews und Max von Sydow erhielt. Vom Schauspielfieber gepackt, zog sie nach New York, wo sie drei Jahre lang in «Fidler on the Roof» mitspielte und mit dem Pianisten Barry Manilow in den Badehäusern New Yorks auftrat, was ihr eine treue homosexuelle Fan-gemeinde einbrachte. 1979 wurde sie für «The Rose», basierend auf dem Leben von Janis Joplin, für einen Oscar nominiert. Weitere Filmerfolge sind «Beaches» (1988), «For the Boys» (1991) und «The First Wives Club» (1996). In einer kurzlebigen TV-Show namens «Bette» spielte sie zwei Episoden lang Lindsay Lohans Mutter. Als Sängerin gewann Midler drei Grammy Awards. Ihr Song «From a Distance» war sechs Wochen an der Spitze der USHitparade. 1995 gründete Bette Midler das «New York Restoration Project», das 114 gemeinnützige Gärten in ärmeren Stadtvierteln eingerichtet hat. Sie ist seit 25 Jahren mit Martin von Haselberg verheiratet. Das Paar hat eine Tochter, Sophie (24).

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Sie kennen also das Rezept für eine gute Ehe.

Ja. Halt den Mund, und höre zu! Das ist schwierig, aber die ganze Welt wäre besser dran, wenn wir einander zuhören würden. Ihr Mann, Martin von Haselberg, ist Deutscher ...

... ja, aber er wurde in Argentinien geboren. Seine Brüder und er haben dort kürzlich Verwandte besucht und andere Deutsche, die vor den Nazis geflohen sind. Alte Freunde seiner Eltern. Ihre Tochter macht gerade ihre ersten Schritte im Showbusiness auf der Bühne des Williamstown Theaters. Macht es Sie nervös, dass Sophie in Ihre Fussstapfen treten will?

Zuerst war ich nur überrascht, denn bis dahin hatte sie diesen Berufswunsch nie geäussert gehabt. Aber ich verstehe es. Wenns funktioniert, ist es ein Leben, das Spass macht. Es ist, als würde man ständig im Sandkasten spielen. Ich würde mein Leben auch nicht in einem kleinen Büro verbringen wollen. Das ist doch schlecht für die Verdauung. Hat Sophie Ihre Stimme geerbt?

Sie singt, aber nicht für mich. Mein Mann sagt, sie singe wirklich gut. Aber ich habe ihre Stimme noch nie gehört. Hat sie Angst vor der Kritik einer strengen Mutter?

Ich weiss es nicht. Früher war ich streng. Aber sie hat mich oft ausgetrickst. Wir haben ihr viel Spielraum gelassen, und sie hat diesen voll ausgenützt, als sie ihre rebellische Phase hatte. Aber dann hat sie sich wieder gemässigt.

Sie sind ein Hollywoodstar vom alten Schlag. Was halten Sie von der neuen Generation Stars, die nicht durch Leistung, sondern mit Skandalen auffallen? Die kahle Kätzin Kitty Kahlohr spricht mit der Stimme von Bette Midler im Film «Cats & Dogs: Die Rache der Kitty Kahlohr».

Es ist, als könnten wir die miese Nachbarschaft, in der wir aufwuchsen, nicht abschütteln. Denn ihre Bewohner sind jeden Abend in einer dieser Reality-FernsehSendungen zu sehen. Leute, die sich für die Grössten


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INTERVIEW BETTE MIDLER

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Show, traf dieselben Leute und stieg ins selbe Bett. Aber es war nicht nur eine schwierige Zeit für mich, sondern auch für unser Land. Las Vegas bekam die Rezession stark zu spüren.

Ende 2009 traf Bette Midler die Queen an einem Anlass im britischen Blackpool.

«Ich liebe die Queen und kann es kaum glauben, dass sie noch jeden Tag arbeitet.» halten, obwohl sie kein Talent haben. Es ist keine gute Zeit für talentierte Leute. Wir befinden uns in der Zeit der Schamlosigkeit. Man sagt, Sie seien eine Diva.

Ich bin mir sehr bewusst, wie ich mich benehme. Ich verliere nie die Haltung. Insgeheim wünschte ich, ich könnte herumschreien wie Christian Bale auf dem Set von Terminator Salvation. Ich wäre liebend gerne so selbstsicher. Aber ich bin zu langweilig und unsicher, um eine Diva zu sein.

In einer Stadt, die auf Luxus und Exzess aufgebaut ist, spürt man es zuerst, wenn die Leute kein Geld mehr haben. Die Besucher blieben einfach aus. Mir taten die Leute so leid. Worauf konzentrieren Sie sich als nächstes, auf die Schauspielerei?

Wissen Sie, Hollywood ist für Frauen meines Alters eine steinige Wüste.

Aber Meryl Streep arbeitet doch auch ständig?

Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Wir alle wünschten, Meryl würde etwas mehr mit uns teilen. Aber die Jungs in den Chefetagen der Studios wollen ihr Geld nicht auf eine Person setzen, die keine Zuschauer ins Kino bringt. Meryls Filme machen alle Geld. Sie haben 2009 in Blackpool für die Königin von England gesungen, was Sie als einen der Höhepunkte Ihrer Karriere bezeichnet haben.

Wie Céline Dion, Cher oder Elton John haben auch Sie kürzlich ein mehrjähriges Engagement in Las Vegas beendet. Wie erlebten Sie diesen Schritt?

Das erste Jahr ging gut, aber dann wurde ich sehr müde. Ich musste mir jeden Tag eine Vitamin-B12Spritze verpassen lassen.

Ich liebe die Queen. Ich kann es kaum glauben, dass sie noch jeden Tag arbeitet, mit ihrem Hütchen und dem Kostüm. Sie ist eigentlich eine Schauspielerin, finden Sie nicht? Und sie hat solch wunderbare Juwelen. Ich wundere mich immer, was sie in ihrer Handtasche hat.

Was war das Schwierigste?

Was meinen Sie, ist da drin?

Die Repetition. Jeder Tag war gleich. Jeden Morgen ging ich auf die Tretmühle und machte Pilates, ich ass jeden Tag dieselben fettarmen Gerichte, setzte dasselbe Make-up auf, machte dieselbe

Ein oder zwei Taschentücher. Stoff, nicht Papier. Ein Pfefferminzbonbon? Sicher kein Portemonnaie und kein Geld. Auch das Natel trägt wohl der Butler.

Interview Gabriela Tscharner Patao

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38 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Bergdorf ohne Bettenburgen Die Bauern von Tschlin halten ihre kleine Gemeinde im Unterengadin fast ohne Tourismus am Leben. Drei Familien aus dem Ort bekamen nun den Preis für innovative Berglandwirtschaft.

I

n den Tälern scheint es SERIE — TEIL 4 S an diesem Hochsommertag so heiss zu sein wie in einem voll aufgedrehten Backofen. Doch auf 2200 Metern über Meer weht ein angenehm frischer Wind. Der Arbeitsort von Ernst Ob feinste Käse und Würste, urige GemüseMayer ist so schön wie eine sorten, erlesene Weine, überraschende dreidimensionale AnsichtsProduktionsweisen oder besondere karte: Auf Alpweiden grasen Dienstleistungen: Schweizer Bauern sind weit verstreut die 150 Ziegen des Bauern. Ringsinnovativer, als man denkt. Und eine herum türmen sich die wettbewerbsfähige, zukunftsgerichtete Berge des Unterengadins in Landwirtschaft ist eine ideale Partnerin den knallblauen Himmel. für die Migros. Das Migros-Magazin zeigt in Manche der Massive sehen einer Serie, wie Kulinarisches von Feld so spitz und scharf wie und Stall auf unsere Teller gelangt und wie Drachenzähne aus. sich Landwirte mit pfiffigen Ideen weitere Doch der 51-jährige Standbeine schaffen. Landwirt hat im Moment keine Augen für die Pracht der Bergwelt. Er schiebt einen einachsigen Hangmäher vor mein Heimatdorf Tschlin verlassich her, muss sich konzentrieren, sen, habe einige Jahre als Koch an um auf dem abschüssigen Gelände der Zürcher Goldküste gearbeikeine Sekunde die Kontrolle über tet», erzählt Mayer. «Doch die die zwei Zentner schwere Maschi- Winter dort waren mir zu dunkel, ne zu verlieren. «Der Bergsommer das Engadiner Licht fehlte mir.» ist extrem kurz», erklärt Mayer in einer Arbeitspause. «Ich muss die Das idyllische Dorf drohte Zeit nützen, damit meine Geissen auszusterben im nächsten Winter genügend Lieber arbeitet er als Bergbauer Heu zum Fressen haben.» und kämpft dafür, dass sein Dorf Seine Arbeitstage sind lang eine Zukunft hat. Denn Tschlin, und hart, und doch sehnt er sich das auf 1509 Metern über Meer nie nach einem bequemen Job im auf einer Sonnenterrasse liegt, litt Tal. «Als junger Mann habe ich lange Jahre unter Überalterung

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Orte, die für den Neuanfang in Tschlin stehen: die Dorfkäserei von Chatrina Mair und der neue Gemeinschaftsstall für 300 Ziegen und Schafe.

Ernst Mayer mit Lieblingsziege Hera auf der Alp oberhalb Tschlin: Er hat jeder seiner 150 Ziegen einen Namen gegeben und erkennt sie von Weitem.

und Abwanderung. Der malerisch verwinkelte Ort nahe der Grenze zu Österreich und Italien drohte sich zu entvölkern. Heute hat die Unterengadiner Gemeinde rund 170 Einwohner, und diese Bevölkerung setzt sich tatkräftig für den Fortbestand von Tschlin ein. Das Bergdorf hat sich einen Namen für hochwertige Erzeugnisse gemacht, die es auch selber vermarktet. Die breite Auswahl reicht von Bier bis zu Möbeln. «Die Grundidee ist eine enge Zusammenarbeit», erklärt Mayer. «Als Einzelkämpfer können wir hier oben langfristig nicht überleben.» Er selber setzt dieses Prinzip in Taten um. Familie Mayer, zu der neben Vater Ernst die Mutter Rita (46) und drei Kinder gehören, hat sich mit einer anderen Bauernfamilie namens Caviezel zusammengetan. Gemeinsam haben sie beim Dorf einen grossen Stall bauen lassen, in dem 150 Ziegen und 150 Schafe überwintern können. Auf dem Dach ist zudem eine Solaranlage installiert, die jährlich 60 000 Kilowattstunden Strom nach Zürich liefert, wo es einen grossen Bedarf nach ökologisch produzierter Energie gibt. Das deckt immerhin den Verbrauch von 18 Drei-Personen-Haushalten in der Stadt. Bei der Verarbeitung der Ziegen- und Schafmilch kommt eine dritte Familie ins

Spiel: Es sind die Mairs, die in der renovierten Dorfkäserei von Tschlin eine Vielzahl von Spezialitäten herstellen, die sie an Hotels und Restaurants im Engadin liefern. Stolz ist Käserin Chatrina Mair (38) zum Beispiel auf einen Camembert aus Ziegen- und Schafmilch.

Die Tatkraft der Bergbauern verdient einen Preis

Für ihre vorbildliche Kooperation haben die drei Familien nun den diesjährigen Preis für innovative Berglandwirtschaft bekommen. Der mit 15 000 Franken dotierte Preis wird von der IG Schweizer Bergprodukte verliehen und von der Migros gestiftet. «Der Unternehmergeist der Familien aus Tschlin hat uns beeindruckt», lobt Jürg Maurer, Jurymitglied und stellvertretender Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik beim Migros-GenossenschaftsBund. «Unter harten Bedingungen zeigen sie Eigeninitiative.» Käser Peter Mair (42) ist stolz auf die Auszeichnung und überzeugt, dass man in Tschlin auf dem richtigen Weg ist: «Unser Dorf ist touristisch zwar wenig erschlossen, aber dank unserer hochwertigen Produkte kommen wir auch ohne Bettenburgen aus.» Text Michael West Bilder Tanja Demarmels


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NEUES AUS DER MIGROS

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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Weltweit Cumulus-Punkte sammeln

Aus der M...MasterCard wird neu die Cumulus-MasterCard. Diverse Vorzüge machen sie zu einer der attraktivsten Kreditkarten der Schweiz.

9,9 Prozent eine der günstigsten der Schweiz. Neu ist die vorteilhaftere Zinsberechnung: Karteninhaber müssen den Kreditzins erst ab dem Rechnungsdatum bezahlen statt ab Verbuchungsdatum. Mit dem eService von GE Money Bank – der Herausgeberin der Migros-Kreditkarten – kann der Karteninhaber seine Einkäufe und Zahlungen online verfolgen und die Abrechnungen kontrollieren. Kein Wunder, dass die MigrosKreditkarte ausgezeichnete Noten bei Umfragen erhält: das letzte Mal im Juni 2010 vom unabhängigen Vergleichsdienst Comparis. Die bisherige Kreditkarte ist weiterhin bis zum Verfallsdatum gültig. Ab dann erhält jeder Kunde automatisch die neue MasterCard mit dem Cumulus-Logo. Wer will, kann diese für 30 Franken individuell gestalten. Christoph Petermann Infos: www.cumulus-mastercard.ch

Günstiger gehts fast nicht: die neue Cumulus-MasterCard.

Vorbildlicher Datenschutz

Bild Mirko Ries

I

m Jahr 2006 ist die Migros ins Kreditkartengeschäft eingestiegen. Bis heute sind über 300 000 Migros-Kreditkarten im Umlauf – eine Erfolgsgeschichte. Ab dem 9. August 2010 wird aus der M...MasterCard beziehungsweise der M-Budget MasterCard neu die Cumulus-MasterCard. Der neue Name macht ihren Hauptvorteil noch deutlicher: das weltweite Sammeln von CumulusPunkten. Die Karte kann überall benutzt werden, wo die MasterCard akzeptiert wird: nämlich weltweit an 29 Millionen Standorten. Ausserhalb der Migros erhalten die Kartenbesitzer weiterhin pro 2 Franken Umsatz einen Cumulus-Punkt gutgeschrieben. Innerhalb der Migros gibts – wie mit der herkömmlichen CumulusKarte – pro 1 Franken Umsatz einen Cumulus-Punkt. Die neue Kreditkarte ist ohne Jahresgebühr und mit einem Kreditzins von

M-Cumulus trägt das Datenschutzgütesiegel GoodPriv@cy — es bürgt für die hundertprozentige Einhaltung aller gesetzlichen und selbstauferlegten, weiterführenden Datenschutzbestimmungen. Diesen Juni wurde zudem das gesamte Cumulus-Programm einem Härtetest unterzogen: Die unabhängige Zertifizierungsstelle der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS) überprüfte unter anderem, zu welchem Zweck die Migros die Daten ihrer Kunden bearbeitet und auswertet. Ausserdem interessierte die SQS, welche Personen Einblick in die Daten haben. Fazit: Erneut wurde der Migros bescheinigt, dass sie das Datenschutzgesetz einhält und die Datensicherheit strikt befolgt. Der Kunde kann sicher sein: Mit dem kostbaren Gut seiner Daten geht die Migros verantwortungsvoll um — es gelangt nicht in die falschen Hände.

Beim Grillieren hat Sicherheit Vorrang

Der Gasgrill Brisbane 3B benötigt ein kleines Zubehörteil.

Die Migros gibt eine Sicherheitsempfehlung zum Gasgrill Brisbane 3B der Marke Outdoorchef ab: Alle Besitzer dieses Grills sollten einen kleinen Blechstopper installieren. Bei unsachgemässer Handhabung des Fettauffangblechs war es bisher möglich, dass heisses Fett auf den Gasschlauch tropft und so einen Brand auslöst.

Die Migros empfiehlt, einen kleinen Stopper zu installieren, der die richtige Position des Fettauffangblechs garantiert. Dies gilt für alle Kunden, die bei Do it + Garden Migros von März 2009 bis Juli 2010 einen Brisbane-Gasgrill mit drei Drehknöpfen gekauft haben (Verkaufspreis 599 Franken). Das Montageset, beste-

hend aus einem kleinen Fettblechstopper, einer Schraubenmutter und einer Unterlagsscheibe, kann bei M-Infoline bestellt werden (0848 84 08 48 oder m-infoline@mgb.ch). Kunden, die beim Bezahlen des Grills ihre Cumulus-Karte gezeigt haben, erhalten das Montageset automatisch zugestellt. M.W.


54 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

EINSTIMMEN: Tägliches Saiten zupfen ist

wichtig für die Karriere. KÖSTLICH: Die Folksängerin Lesley Meguid liebt Johannis- und Heidelbeeren. SCHNELL: Mürbeteig, Rahm, Zitronen, Frischkäse und Beeren — die BeerenFrischkäse-Tarte ist ruck, zuck, fertig! TIPP: Teig mit Hülsenfrüchten belegen und 15 Minuten blind backen. So wird der Boden schön knusprig. VERTEILEN: Die Frischkäsemasse gleichmässig auf den Kuchenteig streichen.


SAISONKÜCHE Nachgefragt bei

Lesley Meguid

e immer auf ➔ Was haben Si Vorrat? frorene Erbsli. Jasminreis und ge Sie pro Woche? ➔ Wie oft kochen nicht auf Tournee Täglich, wenn ich s gemeinsame bin. Besonders da inem Mann ist mir me Nachtessen mit wichtig. Sie … ➔ Kochen ist für und inspirierend. tiv ea kr ... äusserst e nie im Leben ➔ Was würden Si essen? f iere alles, was au Ich mag und prob ter. ut ef nd Hu er ss Au den Tisch kommt. al n Sie gern m ➔ Mit wem würde essen gehen? ler Colin Fir th. Mit dem Schauspie nn. Er spielte Das ist mein Typ Ma ngle Man» in den Filmen «A Si s» die Hauptrollen. oder «Bridget Jone

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Himmlisch, diese Beeren!

Alle ihre Träume wurden wahr: Ex-RedwoodSängerin Lesley Meguid heiratete ihre grosse Liebe, brachte ihre erste Solo-CD raus und darf endlich mit dem Migros-Magazin kochen.

D

ie Singer- und Songwriterin Lesley Meguid, 32, weiss, was sie will. Und das, was sie macht, soll erstklassig sein und natürlich Spass machen. Egal, ob auf der Bühne oder in der Küche. «Ich wollte schon immer mal mit euch kochen», begrüsst Lesley Meguid unsere «Saisonküche»Köchin Andrea Pistorius und schiebt sich gleich eine Handvoll Johannisbeeren in den Mund. Da kommt die Rezeptidee von Andrea Pistorius grad recht. Die beiden backen zusammen eine BeerenFrischkäse-Tarte. «Herrlich, ich liebe Fruchtkuchen.» Was die Solokünstlerin mit der kraftvollen Stimme derzeit auch liebt, ist beim täglichen Lebens-

mitteleinkauf auf Schnäppchenjagd zu gehen. «So um 18 Uhr werden in der Migros um die Ecke viele Frischeprodukte bis zu 50 Prozent reduziert angeboten. Da lass ich mich dann gern inspirieren und kaufe nur ‹Herabgesetztes›. Zu Hause bastle ich mit den ergatterten Zutaten ein Menü für meinen Liebsten und mich. Schnäppchen jagen ist wunderbar.»

Mit Musik und Ehemann zurück in der Schweiz

Geboren und aufgewachsen ist Lesley Meguid in Brooklyn (New York). Den Namen Meguid ist nicht, wie man annehmen könnte, ein Künstlername, nein – der Vater ist Ägypter, die

Kochenn mit der «Saisonküche» «Saisonküchee» «Saisonküche»-Köchin Andrea Pistorius (links) belegt mit der Folksängerin Lesley Meguid die BeerenFrischkäse-Tarte. Dabei wird auch über die Liebe geplaudert.


SAISONKÜCHE

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Mutter Schweizerin. So lernte Lesley vom Vater die würzige arabische Küche kennen und von Mutter Meguid typisch Schweizerisches. «Meine Mom macht die besten Fruchtwähen auf der ganzen Welt.» Die Folksängerin wagte, wovon viele nur träumen. Von einem Tag auf den anderen gab sie alles auf: Sie kündigte ihre Wohnung, hängte den Job als Sängerin bei der Zürcher Rockgruppe Redwood an den Nagel und zog für zwei Jahre ans andere Ende der Welt – nach Neuseeland. Zurück kam sie mit einem Rucksack voller neuer Songs und ihrer grossen Liebe, dem Produzenten, Gitarristen und Manager Matt Thomas. Seit einem Jahr sind sie nun verheiratet und arbeiten zusammen an diversen Musikprojekten. Zwölf Jahre lang war Lesley die Frontfrau bei Redwood. Ehemann Matt spielte derweil bei der erfolgreichen Band The Feelers Bass. Lesley Meguid: «Obwohl es mit Redwood ziemlich bergauf ging, war es an der Zeit, meinen eigenen Weg zu gehen.» Dies hat sich tatsächlich gelohnt. Ihr erstes Album «The Truth About Love Songs» ist stark, und ihre Lieder wie «Love» werden in der Hitparade gespielt.

Das Konzept für eine eigene TV-Sendung bleibt geheim

Lesley probiert gerne feine Rezepte aus. Doch eins ist klar: «In der Küche bin ich die Chefin. Da hat Matt nichts zu melden. Er darf nur probieren und später zusammen mit mir essen», sagt sie und lacht. Kochen sei neben singen und Songs schreiben ihre grosse Leidenschaft. «Als 22-Jährige habe ich ein einmaliges Konzept für eine Kochsendung ausgetüftelt. Mehr verrate ich aber nicht. Wer weiss, was das Leben bringt? Sollte meine Musikkarriere scheitern, heuere ich eben als Köchin beim Fernsehen an.» Doch bevor wir Lesley Meguid irgendwann vielleicht im Fernsehen beim Kochen zusehen dürfen, hoffen wir erst einmal auf weitere tolle Songs. Text Sonja Leissing Fotos Daniel Winkler www.lesleymeguid.com

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Beeren-Frischkäse-Tarte Für 1 Kuchenblech von 28 cm Ø Ergibt 8 Stück Zubereitung: ca. 20 Minuten + ca. 22 Minuten backen + auskühlen lassen, + 4 Stunden kühl stellen Pro Stück: ca. 10 g Eiweiss, 38 g Fett, 36 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/530 kcal

ZUTATEN

1 achteckig ausgewallter, süsser Mürbeteig à 320 g Hülsenfrüchte zum Blindbacken 2 dl Vollrahm, 1 Bio-Zitrone 500 g Frischkäse, z. B. Philadelphia 1 dl Sirup, z. B. Minze-Goldmelissen-Sirup 1 TL Vanillepaste 300 g Beeren, z. B. Blaubeeren, Johannisbeeren einige Pfefferminzblätter Puderzucker

ZUBEREITUNG

1 Backofen auf 200 °C vorheizen. Mürbeteig mit Backpapier ins Kuchenblech legen. Teigboden mit einer Gabel dicht einstechen und mit einer Rondelle aus Backpapier belegen. Mit Hülsenfrüchten beschweren. In der unteren Ofenhälfte ca. 15 Minuten blind backen. Beschwerung samt Papier entfernen. Ofentemperatur auf 180 °C reduzieren. Teigboden 7 Minuten fertig backen. Auskühlen lassen. 2 Rahm steif schlagen. Zitronenschale fein abreiben. Mit Frischkäse, Sirup und Vanillepaste gut verrühren. Auf dem Teigboden verteilen. Mit Beeren belegen und im Kühlschrank mindestens 4 Stunden kühl stellen. 3 Tarte vor dem Servieren mit Minzeblättchen dekorieren und mit Puderzucker bestreuen. Tipp: Minze-Goldmelissen-Sirup von Sélection ist in grösseren Filialen erhältlich. Als Ersatz eignet sich einen Beerensirup, z. B. Himbeere.

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58 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

KLEINE KÜCHENKUNDE

Süsssaure Perlen

Sie sind klein, fein und machen den Sommer beerenstark. Die Köchin der «Saisonküche», Andrea Pistorius, hat sich die Früchtchen vorgenommen.

J

etzt ist Hochsaison für all die runden Früchtchen wie beispielsweise Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Brombeeren. Sie sind nicht nur ein Genuss fürs Auge und den Gaumen, in ihnen steckt mächtig Energie und Gesundheit. Mit den süssen Kraftpaketen können Sie noch einmal viel Sommerlaune tanken. Denn ob rot, blau oder schwarz, die Fruchtperlen bringen Abwechslung in die Küche und sorgen für absoluten Hochgenuss unserer Sinne. Und noch ein Plus: Die kleinen «Kerlchen» sind allesamt kalorienarm.

Eine Bereicherung in der Sommerküche

Die Anbaufläche von Beeren in der Schweiz ist in den letzten Jahren mehr oder weniger konstant geblieben. Die einheimische Saison beginnt mit den Erdbeeren Ende Mai und endet mit den Herbsthimbeeren und den späten Brombeersorten Anfang Oktober. Grosse Mengen stammen aus der Westschweiz, dem Wallis, der Ostschweiz und dem Mittelland. Die aromatischen, aber empfindlichen Himbeeren, welche ebenfalls wie die Brombeeren zu den Rosengewächsen gehören, sind reich an Ballaststoffen, und die vielen kleinen Kerne halten unsere Verdauung auf Trab. Natürlich schmecken Himbeeren, wie eigentlich alle Beeren, frisch gepflückt am besten. Für eine Sauce, ein Sorbet oder eine kaltgerührte Konfitüre müssen Sie die Fruchtbomben nicht einmal kochen Ω es genügt, sie lediglich durch ein Sieb zu drücken. Beeren aller Sorten werden vorwiegend

roh gegessen, aber auch zu Konfitüren, Gelees, zu Sirups und zu Fruchtsaucen oder Glacen verarbeitet. Himbeeren und Brombeeren sollten Sie nur leicht mit Wasser abduschen, wenn diese arg versandet sind, sonst verwässert sich der Geschmack und das Aroma stark. Und das wäre doch schade? Beerenobst verfeinert Milchreis, passt herrlich zu Joghurt, Quark, in Birchermüsli oder gibt einem Salat eine exotische Note. Zudem lässt sich aus den Früchtchen auch ein göttlicher Rumtopf für Weihnachten ansetzen. Johannisbeeren haben ihren Namen von «Johannes dem Täufer». An seinem Geburtstag, dem 24. Juni, sind die ersten Beeren reif. Die roten sind besonders säurereich. Dafür schmecken schwarze und weisse herblich-süss, da sie mehr Gerbsäure enthalten.

Einkauf und Lagerung Frische Beeren schmecken am besten, wenn man sie rasch roh verzehrt oder gleich verarbeitet. Himbeeren und die «Heubeerli» sind äusserst druckempfindlich und schimmeln relativ rasch. Lagern Sie darum die Früchte kühl und im Dunklen. Im Kühlschrank halten Himbeeren und Brombeeren etwa ein bis zwei Tage; Johannis- und Heidelbeeren sogar drei Tage. Bei einer grösseren Menge empfiehlt es sich, die Beeren einzufrieren. Damit sie ihre schöne Form behalten, sollten Sie jedes der Fruchtperlchen einzeln auf einem Blech auslegen und etwa zwei Stunden vorgefrieren. Erst dann sind die Früchte in Beutel abzufüllen.

Brombeere

Etwas Besonderes ist sie ganz bestimmt, diese dunkelrote Beere aus der Gattung der Rosengewächse. Bis zur Reife sammeln sich in den Fruchtkörpern pflanzliche Farbstoffe mit einem hohen Gehalt an Flavonoiden. Diese wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Reich an: Vitamin C, Karotene, Bioflavonoide.

Heidelbeere

Blaue Pause: Am Wegrand im Wald sind die wilden Heidelbeeren — Schwarzbeeren oder Waldbeeren genannt — zu finden. Zum Glück für alle «Nichtwanderer» gibts die blauen Perlen aber auch in der Migros zu kaufen. Reich an: Fruchtsäuren, Karotenen, Vitamin C und Anthocyanen (Pflanzenfarbstoffe).


SAISONKÜCHE Himbeere

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AUFGEGABELT

Bild Gian Vaitl

Empfindlich schön: Im Mittelalter wurde die «Anmutige» unter den Beeren vor allem in Klöstern kultiviert und als Heilmittel verwendet. Heute können wir von ihr gar nicht genug bekommen. Ob roh genascht oder als «heisse Liebe». Ein Gedicht! Reich an: Vitamin A und C, Magnesium, Ballaststoffe.

Martin Jenni, Food-Redaktor

Bären

Johannisbeere

Altbekannt: Unsere Vorfahren tranken gegen die Gicht Johannisbeeren, in Branntwein angesetzt. Darum auch der Name «Gichtbeere». Eine neuere Studie besagt, dass schwarzer Johannisbeersaft gegen freie Radikale wirkt. Ausprobieren. Reich an: Vitamin C, Salicylsäure, Vitamin E und Eisen.

Bären sind Feinschmecker und verfressen. Wissen wir seit Yogi Bear – meinem TV-Cartoonliebling der Sechziger. Bären schätzen wie ich Beeren. Meine Frucht findet sich aber nicht im «Jellystone Parc», sondern im Garten meines Nachbarn, was für mich praktisch ist. «Trübeli» sage ich ihr, korrekt wäre Johannisbeere. Eine saure Angelegenheit, aber pflückfrisch ein Gaumentanz. Gleich nebenan gedeiht die Stachelbeere. Auch so eine Aromabombe. Und sonst? Da wäre noch die Brombeere und Kurt, ein echter Freund, der mir jährlich sechs Gläser seiner delikaten Brombeerkonfitüre abtritt. Mit gesalzener Butter und einer Scheibe Pumpernickel ein Traum. Zumindest für mich. Eine Beere steht jedoch über allen. Nicht wegen ihres «goût», sondern wegen ihrer Herkunft. Von wem ich rede? Von der Heidelbeere, die ich im Schwarzwald und in den Vogesen suchen gehe. Bis nach Hause überlebt sie es allerdings nicht. Übrigens: Wundervoll ist die Tarte aux myrtilles (Heidelbeerblechkuchen) von Geneviève Hirth in ihrer, nur zu Fuss erreichbaren «Ferme Auberge du Gresson» bei Oberbruck. Telefon 0033-(0)389 82 00 21


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Ferienhotel direkt am Meer ■ Trendige Metropole Barcelona ■ Figueras und das Dalí-Museum ■ Malerisches Hinterland Kataloniens 6 Tage

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz Rosas. Fahrt via Genf, Orange und Perpignan nach Rosas an der Costa Brava, wo wir die nächsten fünf Nächte erholsame Ferientage am Meer geniessen werden. 2. Tag: Ausflug Barcelona. Fahrt nach Barcelona. Die katalanische Metropole, die eingeschlossen zwischen dem glitzernden Meer und grünen Hügeln liegt, ist die zweitgrösste Stadt Spaniens und Hauptstadt der Provinz Katalonien. Die Stadt ist geprägt von architektonischen Höhepunkten aus der Zeit des «Modernismo», dessen bekanntester Architekt Antoni Gaudí war. Geführte Stadtrundfahrt. Anschliessend freie Zeit für individuelle Entdeckungen und Shopping. 3. Tag: Figueras Gerona Pals. Kurze Fahrt nach Figueras. Hier besuchen wir das Museum des bekannten Malers Salvador Dalí, dem berühmtesten Bürger des Städtchens. Danach Weiterfahrt nach Gerona, einer der ältesten Städte Kataloniens. Eine geführte Besichtigung bringt uns die Sehenswürdigkeiten dieser historischen Stadt näher bevor wir einen erholsamen Aufenthalt im mittelalterlichen Pals einschalten. Der Ort überrascht mit einem charmanten, vollständig erhaltenen Stadtbild. 4. Tag: Ausflug katalanische Dörfer. Charmante katalanische Dörfer und typische Landschaftsbilder bestimmten den heutigen Ausflugstag. Wir besuchen Santa Coloma und Rupit mit der schönen, über dem Ort thronenden Festung. Möglichkeit zum Bummeln und Einkaufen von landestypischen Produkten. Anschliessend Panoramafahrt über Olot und Besalú zurück nach Rosas. 5. Tag: Fakultativer Ausflug Montserrat und Penedés. Fahrt zum traditionsreichen Benediktinerkloser Monastir de Montserrat. Bereits im Mittelalter entwickelte sich der Ort nach der legendenhaften Auffindung einer Marienstatue zu einem wichtigen Pilgerziel, und noch heute strömen jährlich tausende Gläubige zur Moreneta («Schwarze Madonna»). Anschliessend Fahrt durch das berühmte Weingebiet Penedés, wo wir eine Weinkellerei besuchen und die edlen Tropfen auch degustieren. 6. Tag: Rosas Schweiz. Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten.

Auftragspauschale gültig für beide Reisen Unsere Auftragspauschale von Fr. 20. pro Person entfällt für Mitglieder im Excellence-Reiseclub oder bei Buchung über www.twerenbold.ch

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Katalog- SofortPro Person in Fr. Preis Preis 6 Tage inkl. Halbpension 720. 645. Reduktion Reise 3 5 50. Daten 2010 Sonntag–Freitag 1: 12.09. 17.09. 4: 10.10. 15.10. 2: 26.09. 01.10. 5: 17.10. 22.10. 3: 03.10. 08.10. Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Fernreisebus Unterkunft im guten Mittelklasshotel Coral Platja, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC 5 x Halbpension (Abendessen und Frühstücksbuffet) Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen (ausg. fakultativer Ausflug Montserrat und Penedés, am 5. Tag) Lokale, deutsch sprechende Reiseleitung vom 2. bis 4. Tag Geführte Stadtbesichtigung in Barcelona und Gerona Eintritt und Führung im Dalí-Museum, Figueras Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen Einzelzimmerzuschlag 170.– Zuschlag Zimmer mit direkter Meersicht 85.– Fakultativer Ausflug Montserrat und Penedés 55.– Annullationsschutz 20.– Abfahrtsorte 06:15 Wil , 06:40 Winterthur, 06:45 Basel, 07:00 Zürich-Flughafen , 07:20 Aarau, 08:00 Baden-Rütihof , 09:00 Burgdorf ■

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Ihr Hotel Wir wohnen fünf Nächte im guten Mittelklasshotel Coral Platja T- + (off. Kat. ***+). Das Hotel befindet sich an idealer Lage direkt am Meer und nur wenige Schritte vom Zentrum von Rosas entfernt. Alle 167 Zimmer des Hotels sind im Kolonialstil eingerichtet und sind mit Bad oder Dusche/ WC, Klimaanlage, Direktwahltelefon, SatTV, Safe Minibar und Haartrockner ausgestattet. Ausserdem bietet das Hotel ein Restaurant, Cafeteria auf der Terrasse, Animationsprogramm, ein beheiztes Schwimmbad sowie ein Solarium.

Das Fürstentum Monaco ■ Die Côte d Azur mit Nizza und Cannes Parfümstadt Èze und Menton, die Stadt der Zitronen ■ Fakultativ: Genua, Portofino und Sta. Margherita 5 Tage ■

Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz Diano Marina. Fahrt via Gotthard, Tessin, Mailand und entlang der Blumenriviera nach Diano Marina. 2. Tag: Fakultativer Ausflug Genua und Portofino. Morgens interessante geführte Besichtigung der Hafenstadt Genua mit ihren edlen Prachtstrassen und den prunkvollen Palästen. Am Nachmittag besuchen wir den kleinen Fischerort Portofino. Die bunten Häuser und das klarblaue Meer fügen sich zu einem Landschaftsbild zusammen, wie es schöner nicht sein könnte. Ein Bummel hinaus zum alten Leuchtturm ist ein ganz besonderes Erlebnis. Schöne Schifffahrt ab Sta. Margherita nach Portofino und zurück. 3. Tag: Monaco Monte Carlo Menton. Wir unternehmen einen Ausflug entlang der wohl berühmtesten Küste Europas, der Côte d Azur. Fällt dieser Name, denken wir unwillkürlich an ein sonniges Klima, Ferien und einen unbeschwerten Lebensstil. Zusammen entdecken wir heute Monaco, Monte Carlo und Menton, den Ort mit dem mildesten Klima an der Côte d Azur. Freuen Sie sich auch auf die Panoramafahrten entlang der berühmten Corniches, den Höhenstrassen entlang der Küste, mit atemberaubenden Ausblicken über Buchten und Ortschaften. 4. Tag: Parfümfabrik Èze Nizza und Cannes. Natürlich fehlt auch ein Besuch in einer Parfümfabrik nicht in unserem Programm. Danach Weiterfahrt zu den bekanntesten Orten der Côte d Azur: Die Städte Nizza und Cannes. Nizza, die quirlige, lebendige Stadt und Cannes, der mondäne, elegante Ort. In Nizza, der Hauptstadt der Côte d Azur findet man im engen Strassengewirr der Altstadt viele Cafés und Restaurants sowie einen prächtigen Blumenmarkt. Anschliessend fahren wir nach Cannes. Die ehemalige römische Hafenstadt ist heute eine der schillerndsten Städte an der Küste Südfrankreichs. Am Fusse des Mont Chevalier liegt das bezaubernde Altstadtviertel Le Suquet mit den Überresten der alten Stadtmauern. 5. Tag: Rückreise Piemont Aostatal Schweiz. Durch das Piemont und über Aosta sowie den Grossen St. Bernhard (Tunnel) kehren wir zurück zu den Einsteigeorten.

ab Fr.

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Katalog- SofortPro Person in Fr. Preis Preis 5 Tage inkl. Halbpension 645. 575. Reduktion Reise 4 80. Daten 2010 Sonntag–Donnerstag 1: 26.09. 30.09. 3: 10.10. 14.10. 2: 03.10. 07.10. 4: 24.10. 28.10. Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Fernreisebus Unterkunft im guten Mittelklasshotel Torino, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC 4 x Halbpension (Abendessen und Frühstücksbuffet) Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen (ausg. fakultativer Ausflug Genua und Portofino am 2. Tag) Lokale, Deutsch sprechende Reiseleitung am 3. und 4. Tag Eintritt Botanischer Garten Monaco Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen Doppelzimmer zur Alleinbenützung 110.– Fak. Ausflug Genua und Portofino 59.– Annullationsschutz 15.– Abfahrtsorte 06:15 Wil , 06:30 Burgdorf , 06:40 Winterthur, 06:45 Basel, 07:00 Zürich-Flughafen , 07:20 Aarau, 08:00 Baden-Rütihof , 08:50 Arth-Goldau (nur Einstieg)

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Ihr Hotel Das gute Mittelklasshotel Torino T- + (off. Kat. ****) liegt im Zentrum von Diano Marina, ganz in der Nähe der Fussgängerzone und nur wenige Gehminuten von der Strandpromenade entfernt. Das Hotel verfügt über 80 vor kurzem vollständig renovierte Zimmer, alle mit Bad oder Dusche/ WC, Haartrockner, Klimaanlage, Minibar, Sat.-TV, Telefon und Safe ausgestattet. Weitere Einrichtungen: Restaurant, Bar, Fitnessraum und Schwimmbad (saisonal geöffnet).

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Migros-Magazin 32, 9. August 2010

DAS BESTE AUS DER MIGROS

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Das Plus von Anna’s Best

Italien zum Reinbeissen

Die Antipasti-Familie von Anna’s Best hat Zuwachs bekommen: drei feine BruschettaBrotaufstriche.

S

Bild Lotti Bebie

pontan Lust auf einen sommerlichen Apéro ohne grossen Aufwand? Während der Weisswein auf Eis liegt, lassen sich mit den neuen Brotaufstrichen von Anna’s Best und frisch getoasteten Baguette-Scheiben im Nu feine Bruschette zaubern. Die italienische Vorspeise ist ursprünglich eine Kreation armer Landleute. Man sass ums Feuer, röstete altes Brot und beträufelte es mit dem eben zum Verkauf freigegebenen neuen Olivenöl. Von Rom aus eroberte die Bruschetta in allen Variationen peu à peu die Küchen der Welt. Von Anna’s Best gibt es drei Varianten: Tomate mit Pinienkernen, eine Gemüsemischung aus Zucchini, Tomaten, Auberginen, Peperoni und Zwiebeln sowie nur mit Zucchini. Alle BruschettaBrotaufstriche werden ohne Konservierungsstoffe hergestellt. Ein herzhaft-frischer Genuss! TG

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DAS BESTE AUS DER MIGROS

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Sonnengelb

GUT & GÜNSTIG

Die neuen Gnocchi sind im Nu fertig. Einfach ins heisse Wasser geben, und nach sechs bis acht Minuten, je nach gewünschter Bissfestigkeit, sind die goldgelben Kartoffelbällchen bereit zum Genuss. Die Gnocchi gibt es mit Tomatensauce oder mit Pilzen. Subito Gnocchi, 550 g,

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➔ 1 runder, ausgewallter Mürbeteig auf Blech ausbreiten. Mit der Gabel mehrmals einstechen. Boden mit 5 EL Kokosraspeln bedecken. Zirka Fr. 3.10

NEU IN DER MIGROS

Schneeweiss

NEU IN DER MIGROS

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Die neue Bio-Crème fraîche aus der Migros passt bestens zu Gschwellti und Dip-Gemüse, aber auch als i-Tüpfelchen zu mexikanischen Gerichten. Die Creme im wieder verschliessbaren Becher verfeinert den Geschmack von Suppen und Saucen — endlich auch in Bioqualität. Crème fraîche, Bio, 200 g, Fr. 3.15

Rosarot

Ein neuer Fisch im Konservensortiment: die Lachsfilets von Appel. Schonend verarbeitet und eingelegt in Rapsöl, bleibt das Filet lange haltbar und der Geschmack frisch. Appel Lachsfilet, 170 g, Fr. 4.40*

NEU IN DER MIGROS

* Nur in grösseren Filialen.

➔ 5 Meringueschalen zerbröseln und ebenfalls auf dem Boden verteilen. 500 g frische oder tiefgefrorene Beeren wie Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren usw. auf dem Teig verteilen. Zirka Fr. 6.50 ➔ Im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen in der unteren Hälfte 10 Minuten vorbacken. Für den Guss 2 Eier verquirlen, 2 dl Halbrahm und 3 TL Zucker beigeben. Über den Kuchen giessen und während ca. 25 Minuten fertig backen. Zirka Fr. 2.50

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NEU IN DER MIGROS

Immergrün

Dass schnelle und gesunde Küche kein Widerspruch ist, dafür sorgt die Bio-Kräutersauce, mit Zutaten aus zertifizierter Bioproduktion, ohne Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Einfach im Wasser aufkochen, Rahm dazu. Fertig! Kräutersauce, Bio, 35 g,

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DAS BESTE AUS DER MIGROS

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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Der Seeländer George (43) stieg mit seinem vierten Album «Buuregiel» direkt auf Platz 6 in die Schweizer Albumcharts ein. George, wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient? Für mein Taschengeld musste ich in jungen Jahren als Buurebueb auf dem elterlichen Hof mithelfen. Wofür würden Sie nie Geld ausgeben? Für Luxusautos. Mein kleiner Opel erfüllt alle Ansprüche, die ich an ein Auto stelle. Was geben Sie auch für viel Geld nicht her? Meine handgeschriebenen Songtexte. Sie sind das Tagebuch meines Lebens. Was gibt es kostenlos in Ihrer Stadt? Ein erfrischendes, kühles Bad im Bielersee. Wo trifft man Sie abends? Ich bin kein Stadtmensch. Am liebsten sitze ich abends in einer lauschigen Gartenbeiz bei einem Bier. Und wo garantiert nicht? Im Bieler Vergnügungsviertel, dem sogenannten Bermudadreieck. Sorry, liebe Bieler — das ist nicht meine Welt! Sind Sie gerne prominent? Ich zähle mich höchstens zur regionalen CVP, sprich zur Cervelatprominenz (lacht).

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IHRE REGION MIGROS LUZERN

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

NEWS

Produkt der Woche

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Heisse Töne in Zug

Vom 27. bis 29. August 2010 findet in Zug bereits das dritte GratisOpen-Air «Rock the Docks» statt. Unterstützt wird das Festival vom Migros-Kulturprozent.

Der Reibkäse Rigitaler und der Reibkäse Rigistein zeichnen sich durch ihr würziges Aroma aus. Die unterschiedlich geriebenen Hartkäse eignen sich ideal für Pasta, zum Gratinieren und Überbacken von feinen Gerichten. Im Schwyzer Milchhuus in Schwyz werden die beiden Käsesorten hergestellt. Neu werden diese zwei Reibkäse in der Migros Luzern in einer wiederverschliessbaren Schale verkauft. Dies garantiert eine praktische und saubere Aufbewahrung. Idealerweise kann die Schale auch auf dem Tisch aufgestellt werden.

Klubschultipp der Woche Die bestgehüteten Familiengeheimnisse in Indien sind wohl Masalas – die schmackhaften, orientalischen Gewürzmischungen. Im Kochkurs Indische Küche ergründen Sie diese geheimnisvollen Mischungen und bereiten Currys und andere würzige Speisen aus dem asiatischen Vielvölkerstaat zu. Erleben Sie den Zauber der indischen Küche hautnah. Nächster Kursstart: 30. August 2010 www.klubschule.ch Suchwort: Indische Küche Tel. 041 418 66 66

Bereits nach drei Jahren ist das beliebte Jugendfestival «Rock the Docks» nicht mehr aus der Zuger Kulturszene wegzudenken. Miss Platnum heizt mit ihrem R’n’Balkan-Sound die Stimmung an.

V

or drei Jahren startete ein ehrgeiziges Team den Versuch, die Interessen der Zuger Jugend in einem Festival zu vereinen. Der Versuch glückte, und seither lockt das «Rock the Docks» jährlich über 6000 Besucher an den Zugersee und ist bereits ein fester Bestandteil des Zuger Kulturprogramms.

Vielseitige lokale Kultur wird geboten

Das Programm des «Rock the Docks» ist so vielseitig wie die lokale Kultur. Das musikalische Spektrum reicht von Rock, Pop über Hip-Hop bis hin zu Elektro. In erster Linie engagiert sich das Festival für die lokale Kulturszene und gilt als Plattform für junge regionale Musiker. Während dreier Tage werden sich Zentral-

schweizer Talente wiee Joules, Destination Rosie, e, Troimer und Mindcollision n oder Downright Silly das as Mikrofon in die Hand reichen. Die Ausgabe 2010 wartet aber auch mit internationalen Musikern auf. So treten unter anderem Miss Platnum (DE), Sons and Daughters (UK) oder die legendären Buzzcocks (UK) auf.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Neben der Musik steht das Jugendfestival auch für die junge Kultur ein. In verschiedenen Workshops können Interessierte das Scratchen – das Musizieren durch das «Kratzen» der laufenden Schallplatte – kennenlernen,

sich im Skaten üben oder Luftgitarre spielen. Dabei werden bekannte Rockmusiker imitiert, indem eine imaginäre E-Gitarre gespielt wird. Ein weiteres Highlight ist sicherlich die Live-Graffiti-Darstellung. Auf einer extra aufgestellten Wand zeigt die Graffiti-Crew von Begas.ch, was sie mit ihren Spraydosen alles drauf hat. Eva Erni


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IHRE REGION MIGROS LUZERN

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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Ran an den Grill

Die Abende sind lau, die Getränke kühl und der Grill ist heiss. Leckere Grillspezialitäten samt Beratung findet man in der Migros.

D

ie Auslage der Fleischtheken in den Migros-Filialen ist vielseitig und einladend: Feine Steaks, zarte Filets, würzige Lammracks oder leckere Spiessli. Die Auswahl ist riesig und die Wahl fällt schwer. Wer nun unentschlossen vor der Auslage steht, kann jederzeit die Fleischfachverkäufer um Rat fragen. Sie beraten gerne bei der Wahl und der richtigen Zubereitung.

Würzige Marinaden nach Wunsch

Auch in der Filiale im Zugerland hilft man gerne. Franco Visonà, Bereichsleiter Metzgerei, hilft den Kundinnen und Kunden gerne: «Zuerst muss ich jedoch wissen, in welchem Rahmen gegrillt wird. Wer am Feierabend noch kurz etwas grillieren möchte, dem empfehle ich ein mariniertes Stück. Wer mehr Zeit hat, kann das Grillgut auch selber marinieren.» Bezüglich der Marinade bietet die Migros einen besonderen Service an. Wer die Marinade nicht selber machen will, sucht sich erst sein

Grillgut aus und wählt anschliessend aus einer Vielfalt an Marinaden eine aus und lässt sein Fleisch gleich vor Ort marinieren.

Vielseitiges Angebot steht zur Auswahl

Wer gerne ein pures Stück Fleisch hat, dem empfiehlt Visonà ein marmoriertes Stück. «Das Fett ist ein wunderbarer Geschmacksträger, und das Fleisch trocknet auch nicht so stark aus. Wer das Fett nicht mag, kann es nach dem Grillieren einfach wegschneiden.» Franco Visonà kennt die Wünsche seiner Kundinnen und Kunden: «Der Trend geht dahin, dass für Grillpartys Platten mit vielen verschiedenen kleineren Stücken bestellt werden. So können die Gäste von allem etwas probieren.» Ein weiterer Trend ist das Grillieren von Fisch. Natürlich bietet die Migros eine grosse Auswahl an frischen Fischen, die sich nicht nur zum Grillieren eignen. Eva Erni

Franco Visonà, Bereichsleiter Metzgerei im Einkaufscenter Zugerland, gibt gerne Tipps und Tricks rund ums Grillieren.

Grilltipps von Franco Visonà Vor dem Grillieren ➔ Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Es sollte Zimmertemperatur haben. ➔ Marinade genügend lange einwirken lassen. Grundsätzlich gilt: Das Fleisch wird umso zarter, je länger man es mariniert. Dünne Stücke nehmen die Marinade rasch auf, während grosse Stücke am besten über Nacht in der Marinade ruhen sollten. ➔ Marinade vor dem Grillieren etwas abstreifen, damit sie nicht ins Feuer tropft.

Auf dem Grill: ➔ Fleisch, insbesondere grössere Stücke, auf indirekter Hitze braten. ➔ Das Fleisch nicht einschneiden, um den Garzustand zu testen, sondern mit Fingerdruck. Grundsätzlich gilt: Gleicht die Spannung jener des eigenen Handballens, ist das Fleisch medium (auf den Punkt gebraten). Bleibt beim Eindrücken eine Delle zurück, ist das Fleisch noch nicht gar. ➔ Das Fleisch während des Grillierens immer mit einer Grillzange oder -schaufel wenden, nicht mit einer Gabel einstechen, sonst läuft der Saft aus und das Fleisch wird trocken. ➔ Das Fleisch nach dem Grillieren in etwas Folie packen und einige Minuten ruhen lassen.

Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS LUZERN, 6031 Ebikon, Tel. 041 455 70 38, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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IHRE REGION MIGROS LUZERN

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Praxisnahe Aufgaben: Die M-Art-Klasse Fotografie nahm am Jodlerfest in Baar Jodlerinnen und Jodler treffsicher ins Objektiv.

Gestalterische Weiterbildung

Die M-Art-Klassen der Klubschule Luzern richten sich an Erwachsene, die ihre Kreativität verwirklichen möchten. Von Fotografie über Mode bis Floristik: Das Angebot ist vielseitig.

K

ünstlerische Entfaltung und fachliche Vertiefung stehen bei den M-Art-Klassen im Vordergrund. Die Teilnehmenden setzen sich intensiv mit den Materialien, Techniken, Sujets und auch mit sich selbst auseinander. Dabei erkennen sie oftmals, wie intensiv freies Schaffen sein kann. M-Art-Klassen werden in sieben Bereichen angeboten. Den persönlichen Schreibstil im Kurs Schreiben festigt man mit Schreibtraining. Die technischen, handwerklichen und gestalterischen Grundlagen der Fotografie können in der Fotografie-Klasse erweitert werden. Im Kurs Malen und Zeichnen kann die eigene

Kreativität mit den Grundlagen des bildnerischen Gestaltens erweitert werden, und im Floristikkurs erlernen die Teilnehmenden die Gesetzmässigkeiten der Floristik. In den Kursen Mode, Schmuck und Keramik werden mit fachlicher Unterstützung der Dozierenden aus Ideen wahre Einzelstücke kreiert und das nötige Wissen vermittelt.

Modularer Aufbau bis zum Diplom

Die M-Art-Lehrgänge sind in drei Stufen aufgebaut und dauern insgesamt fünf Semester. In einer fundierten und kreativen Auseinandersetzung lernen die Teilneh-

menden in den zwei Grundsemestern die technischen, handwerklichen und gestalterischen Grundlagen kennen. In der Aufbaustufe vertiefen die Teilnehmenden ihr Können und erweitern die technischen und gestalterischen Kenntnisse. Im fünften Semester haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ein M-Art-Diplom zu erwerben. Im Abschlussjahr 2010 haben 28 Teilnehmende die Klasse mit Diplom abgeschlossen.

Praxisnaher Unterricht mit entsprechenden Aufgaben

Für die Klubschule Migros Luzern ist es wichtig, dass die Teilnehmenden das Erlernte in praxis-

nahen Aufgaben und Situationen umsetzen. So konnten die Teilnehmenden der M-Art Klasse Fotografie ihr Wissen am Jodlerfest in Baar umsetzen. Sie richteten ein Fotostudio ein und fotografierten Jodlerinnen und Jodler in ihren schönen Trachten. Ob Porträtaufnahmen oder Gruppenfotos, unter der Anweisung des Dozenten konnten die Fotografie-Studenten ihr Können unter Beweis stellen.

Eva Erni

Weitere Informationen zu den M-ArtKursen unter www.klubschule.ch, Stichwort: M-Art.


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BESSER LEBEN MIX

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

IN FORM

Kletterpflanzen gegen UV-Strahlen

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ONLINE-UMFRAGE: PSYCHOLOGIE

Nicht aus Fehlern, aus Erfolgen lernt man A

Können wir der aggressiven Sonne dank Efeu Paroli bieten?

Im Efeu könnte der Schlüssel für bessere Sonnenschutzmittel liegen. US-Forscher machten eine möglicherweise bahnbrechende Entdeckung, als sie die Haftorgane untersuchten, mittels derer sich die Kletterpflanze an Bäumen und Wänden festhält. Im von der Pflanze produzierten Klebstoff fanden sie Nanopartikel, die UV-Licht bis zu vier Mal so gut abhalten können wie die bisher häufig eingesetzten Metalloxidnanopartikel. In ersten Laborversuchen mit Säugetierzellen wurden die Efeu-Nanopartikel gut vertragen. Sie dringen nur schwer in die Haut ein und sind leicht biologisch abbaubar.

Bilder Fotofinder, Keystone, Gettyimages

Quelle: www.wissenschaft.de

us Fehlern lerne der Mensch, das brachten uns schon die Grosseltern bei. Doch das Gegenteil ist wahr: Unser Gehirn lernt am schnellsten aus Erfolgen, wie das renommierte Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (USA) berichtet. Ein Forscherteam untersuchte, wie Reaktionen des Umfeldes das Lernen beeinflussen. Um dem auf die Schliche zu kommen, beobachteten die Wissenschafter die Abläufe im Gehirn von Affen. Die Tiere bekamen zwei Bilder gleichzeitig vorgezeigt, wobei sie bei bestimmten Motiven nach links, bei anderen nach rechts schauen sollten. Auf ihre Reaktion folgte die Rückmeldung der Forscher: Affen, die Fehler machten, wurden darauf aufmerksam gemacht, jene, die richtig reagierten, gelobt. Richtiges Handeln zusammen mit positivem Feedback bewirken eine verbesserte Leistung der Hirnzellen, schreibt die Zeitschrift «Psychologie Heute» in ihrer neuesten Ausgabe. Die Ergebnisse lassen sich auch auf die Aktivitäten des menschlichen Hirns übertragen. Daniel Schifferle

Wer genau hinsieht, weiss, wann das Baby essen will.

Neue Frage auf www.migrosmagazin.ch

Ich lerne am besten ... ➔ zusammen mit Kollegen. ➔ alleine im stillen Kämmerlein. ➔ unter grossem Druck.

Erfolg und eine Belohnung verbessern die Leistung des Hirns.

Frage von letzter Woche

Ein ausgeprägter fremder Akzent ...

So haben unsere Leser geantwortet:

17 %

weckt schöne Erinnerungen an die Ferien.

51 % 32 %

macht mich misstrauisch.

ist mir sympathisch.

BABY CLUB

Über den heissen Brei reden «Ich will Brei essen!», kommuniziert das Baby. Nur wie macht es das, wenn es noch nicht sprechen kann? Ganz einfach: Bei grossem Appetit verstärkt sich gemäss Experten der Speichelfluss. Das Baby schaut seinen Eltern gebannt beim Essen zu und sperrt den Mund auf, wenn sich ein Löffel seinem Gesicht nähert. Ausserdem können Brei-bereite Säuglinge oft allein

oder mit minimaler Unterstützung sitzen. Alles klar? Dann kanns ja losgehen mit der «Breischlacht». Alles über Schwangerschaft und das Leben mit Kleinkindern unter www.migrosbaby club.ch


76 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Canyoning-Guide Rolf: Noch h채ngt er 체ber, bald mitten drin und dann hinter dem 20 Meter hohen Wasserfall.


BESSER LEBEN OUTDOOR VON EINHEIMISCHEN EM

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PFOHLEN

er vo n Da da An te Pe e Wi rz (36 ), Mu siker (Sä ng Po rta s), wo hn t in Lu ze rn. ent e nac h ihrem gan z Da s Mig ros -M aga zin hat Pro min ihrer He ima tre gio n per sön lich en Ou tdo or-Tip p aus g auf die Em pfe hlu ng gef rag t. Die ses Ma l füh rt der We eiz . von Pee Wi rz in die Zen tra lsc hw Chli Schliere. Tipp: Canyoning in der ➔ Mein persönlicher r, sehr geil ist. ➔ Warum: Weil es seh Sprünge ins kühle Nass. ➔ Highlights: Diverse 09. t gemacht: Sommer 20 ➔ Das letzte Mal selbs ller Rö Cool — als Rock ’n’ ➔ Erinnerung daran: : Free-Canyoning-Variante die betreibe ich natürlich e ... nur Badehose und Schuh

Bach ab

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Bild Pee Wirz von Herbert Zimmermann

Monat für Monat testet Üse Meyer, Outdoor-Spezialist des Migros-Magazins, Ausflugtipps von Prominenten. Dieses Mal stürzte er sich auf Empfehlung des Luzerner Rocksängers Pee Wirz im Kanton Obwalden in Schluchten und Bäche.

as acht Grad kalte Wasser zischt an meinem Kopf vorbei und stürzt bei meinen Füssen senkrecht den Fels hinunter. Ich liege auf dem Rücken im Wasser, die Arme ausgestreckt über dem Kopf, die Beine ganz leicht angewinkelt. Unser Canyoning-Führer Bruno hält mich an der Schwimmweste fest, dann lässt er los. Canyoning! Wer macht denn so was? Nur schon die schwierige Aussprache dieses Begriffes! Auch sonst sind meine Erwartungen nicht allzu gross: Nach dem Studium von Youtube-Videos hatte ich den Verdacht, dass ich wohl genauso gut ins Alpamare gehen könnte. Und auch in der breiten Öffentlichkeit hat Canyoning ein eher negatives Image. Erst kürzlich hat sich ein Guide im bernischen Saxetbach bei einem Sprung – der von den Gästen nicht gemacht wird – verletzt, und vielen ist noch die Tragödie von 1999 präsent, als 21 Menschen in einer Wasserwalze im selben Bach ertranken – weil vom Veranstalter Gewitterwarnungen zu wenig ernst genommen wurden. Seither hat sich aber einiges positiv verändert: Aufgrund des Unglücks von 1999 wurde die Stiftung «Safety in Adventures» gegründet. Sie zertifiziert nur Unternehmen, die jährlich auf ihre Sicherheitsstandards geprüft und für gut befunden werden. Und zu einem guten Sicherheitskonzept gehört etwa auch, dass es in der Schlucht möglichst vie-


78 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Und zwischendurch gehts in der wilden,

le Notausstiege hat, über die man sich schnell in Sicherheit bringen könnte – wie es hier in der Chli Schliere der Fall ist. Und wichtig für ein möglichst sicheres Abenteuer ist wohl auch, was Bruno und Rolf, der zweite Führer, mir und den anderen beim Einstieg in die Schlucht gesagt haben: «Nur an der einen Stelle müssen sich alle abseilen – ansonsten sind sämtliche Sprünge und Rutschbahnen fakultativ. Wer nicht will, muss auch nicht.»

Wie ein Sandsack schiesse ich über die Felsrutschbahn

Arme hoch, Augen zu und durch: Schussfahrt in einer der vielen Rutschbahnen.

Ich will, wenn auch mit einem etwas mulmigen Gefühl. Und darum lässt Bruno nun meine Schwimmweste los. Die Gewalt des Wassers erfasst mich, und wie ein Sandsack schiesse ich mit geschlossenen Augen über die glatte Felsrutschbahn hinab. Es rüttelt, es rauscht, es wirbelt, und dann wirds still. Beim Auftauchen aus dem ruhigen Wasser des unter der Rutschbahn gelegenen Pools ein erleichtertes «Yihaa!» meinerseits. Mutprobe, Erleichterung, Mutprobe, Erleichterung: Dieses Wechselspiel wird sich während der nächsten knapp drei Stunden konstant wiederholen. Wir schwimmen, vom dicken Neoprenanzug warm gehalten, durch den kleinen Pool, waten durchs Wasser, klettern über Felsen und stehen bereits vor dem ersten Sprung: neun Meter! Ich springe, kriege Vorlage, strample


BESSER LEBEN OUTDOOR

aber romantischen Natur auch mal ganz gemächlich zu.

mit den Beinen, rudere mit den Armen und klatsche etwas unkontrolliert ins Wasser. Der Neopren schützt zwar bestens, aber im ungeschützten Gesicht fühlt es sich an wie eine tüchtige Ohrfeige. Beim nächsten Sprung ist nicht die Höhe das Problem, sondern, ob der Pool genügend tief ist. Bruno klettert runter und taucht kurz: «Alles klar!» Der 37-Jährige ist seit zwölf Jahren professioneller Outdoor-Guide, betrieb Canyoning schon, als es diese Bezeichnung gar noch nicht gab, und war während vieler Saisons beinahe täglich in der Chli Schliere unterwegs. Diese Qualifikationen tra-

gen dazu bei, dass wir Bruno fast blind Vertrauen. Wenn er uns bei einer Rutschbahn sagt, dass wir hier nun den rechten Arm strecken und den linken abwinkeln sollen, damit es uns in der Steilwandkurve nicht dreht, machen wir das einfach und lassen uns von ihm sozusagen hinunterstossen.

Da kann das Alpamare definitiv einpacken

Das Vertrauen hält auch an, als uns Bruno durch einen 20 Meter hohen Wasserfall abseilt. Vor lauter «action» vergessen wir beinahe, der Umgebung Aufmerksamkeit zu zollen. Dabei lohnt sich

das: Wir sind hier in einer Natur unterwegs, in die wir auf normalem Weg nie gekommen wären. Oben fasziniert die dunkle, enge Schlucht mit den hoch aufragenden Felswänden. Weiter unten, wo sie etwas breiter wird, mit diversen Felsstufen, über die sich das braungelbe Wasser im Sonnenlicht hinunterstürzt. «Imposant, einzigartig, überwältigend» sind nur einige Attribute, die einem durch den Kopf gehen. Bald aber konzentrieren wir uns wieder auf die «action». Diverse Rutschen sind im wilden Wasser noch zu bewältigen und anspruchsvolle Sprünge – etwa von einem zwölf Meter hohen Felsvorsprung oder durch eine Art Felstunnel, wo man gut zielen muss, damit man die Felsen nicht touchiert. Dann wieder einen, wo genau das Umgekehrte gilt – die Felswand also getroffen werden muss. Dort springen wir zur seitlich gelegenen Wand, Bruno gibt uns einen leichten Drall – sodass wir schön mit dem Rücken zum Fels ankommen und an diesem dann hinunterrutschen können. Unten wieder ein erleichtertes «Yihaah!». Und längst ist uns klar geworden, dass im Vergleich zu dem, was wir hier erleben, das Alpamare mit seinen «Cobra»oder «Thriller»-Rutschen einpacken kann. Text Üsé Meyer Bilder Fabian Unternährer

Karte WSGrafik

Canyoning Chli Schliere ➔ Anreise/Rückreise: Mit Bahn nach Stansstad. Am Bahnhof wird man abgeholt. ➔ Dauer: Ca. 5 Stunden (Transfers, Umkleiden, 15-minütiger Fussmarsch, Canyoning ca. 2,5 Stunden). Schwierigkeitsgrad: mittel/schwer. ➔ Anforderungen: Trittsicherheit, Schwimmkenntnisse, gute Kondi-tion. Mindestalter: 14 Jahre (14- bis 16-Jährige nur in Begleitung der Eltern). ➔ Veranstalter: Outventure AG, 6370 Stans, www.outventure.ch ➔ Ausrüstung: Badekleider und Badetuch selber mitbringen. Neoprenanzug, Canyoning-Schuhe,

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Helm, Schwimmweste wird vom Veranstalter gestellt. ➔ Saison: Juni bis September. Durchführung: täglich ab mindestens 4 Personen.

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➔ Kosten: Fr. 160.—/Person (inkl. Ausrüstung und Transfer). ➔ Übernachten: www.alpnach-tourismus.ch www.lakeluzern.ch

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Rütliwiese: Am schnellsten mit dem Schiff erreichbar.

Auf den Spuren der Vorväter Eine Wanderung auf das Rütli lohnt sich auch nach dem 1. August. Drei Varianten, wie unsere Gründerväter, Walter Fürst, Werner Stauffacher und Arnold von Melchtal, heute auf die legendäre Wiese gelangen würden: 1. Walter Fürst von Uri würde die «Via Gottardo» über Altdorf wählen. Oder den Weg via Seelisberg nehmen, von wo aus man in einer Stunde zum Rütli hinunter wandert. 2. Werner Stauffacher von Schwyz würde von seinem Heimatort eine Stunde bis Brunnen wandern, um dann das Schiff zu nehmen. In bloss 12 Minuten erreicht das Schiff das Ziel. 3. Für Arnold von Melchtal von Unterwalden böte sich der Marsch ab Stans via «Trans Swiss Trail», der etwas mehr als sechs Stunden in Anspruch nimmt. Mehr Infos und weitere Tipps auf: www.migros.ch/schweizmobil


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BESSER LEBEN TIERE

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

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Ob mit der Schnauze oder mit den Pfoten: Ziel des Spiels ist es, den Ball im Tor zu versenken.

Fussballfieber im Revier

Das Runde muss in das Eckige: Dieser Spruch gilt neuerdings nicht nur für Zwei-, sondern auch für Vierbeiner. Treibball nennt sich die Trend-Sportart und hält unterbeschäftigte Hunde auf Trab.

D

ie Spielregeln sind einfach: Acht Gymnastikbälle, die in einem Dreieck angeordnet sind, muss der Hund in möglichst kurzer Zeit ins Tor bugsieren. Der Hundebesitzer steht neben dem Tor und dirigiert den Hund lediglich mit Stimme, Pfeife oder Handsignalen vom Spielfeldrand aus. Wer aber meint, das sei ein angenehmer Sport für faule Hundebesitzer, der irrt. Im Training ist auch der sportliche Einsatz des Zweibeiners gefordert. Dem fast acht Monate alten Australian Shepherd «Timber» macht das Treiben der Bälle sichtlich Spass. Mit Schnauze oder Pfoten bewegt er die Kugeln über eine flache Wiese bei Embrach. Seine Begeisterung kommt nicht von ungefähr, gehört er doch zu den

Hütehunden, denen das Treiben im Blut liegt. Anfangs beim Training wird der Hund an der langen Leine gehalten. Deshalb muss Besitzerin Svenja Schmid zackig mitrennen, damit sie «Timber» nicht unabsichtlich stoppt. Entwickelt wurde der neue Hundesport vom holländischen Hundetrainer Jan Nijboer, um gelangweilte Hüte- und Treibhunde angemessen zu beschäftigen. Denn nur die wenigsten Besitzer solcher Rassen können ihren Vierbeinern Schafe oder Kühe bieten. Doch nicht nur Hütehunde finden Spass am Bälle herumbugsieren, auch andere Hunderassen und Mischlinge lassen sich motivieren. Trainerin Karin Dziri: «Die Menschen mit Draufgängerhunden haben es am Anfang etwas

LIEBLING DER WOCHE

«Beim Katz-und-Maus-Spiel hat unser junger Kater seinen Meister gefunden. Die Maus hat erst klargestellt, wer der Chef auf dem Platz ist und dann die Verblüffung ihres Gegenübers genutzt, um einen französischen Abgang zu machen.» Bild von Jürg Schlegel, 8810 Horgen

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einfacher. Mit einem scheuen oder ängstlichen Hund braucht es mehr Geduld, weil dieser sich eher von den grossen Bällen beeindrucken lässt.»

Den Jagdtrieb spielerisch ausleben

Wichtig bei dieser Sportart ist die Kommunikation: Der Hund muss auf Distanz Kommandos ausführen. Er muss in alle Himmelsrichtungen geschickt werden können und jederzeit auf Befehl stoppen. Es steht ihm aber frei, den Ball mit Schnauze oder Pfoten zu treiben. Auch gesundheitlich geht man wenig Risiken für den Hund ein. Karin Dziri: «Die Gelenke werden viel weniger belastet als beispielsweise beim Agility.» Aus diesem Grund steigen manche Hunde-

besitzer auf Treibball um, deren Vierbeiner bereits unter Gelenkoder Rückenproblemen leiden. Zudem kann man Treibball auch im Wasser trainieren. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Sportart ist, dass der Hund seinen Jagdtrieb spielerisch ausleben darf. Die Trainerin ist überzeugt, dass sich das auch auf den Alltag auswirkt. «Wenn man einen Hund beim Treibball stoppen kann, sind auch die Chancen grösser, dass man ihn ausserhalb des Hundeplatzes besser im Griff hat.» Wichtige Einschränkung für den Hund beim Spiel mit dem Ball: Er darf ihn nicht zum Platzen bringen. Dagmar Steinemann

Mehr Informationen unter: www.treibball-schweiz.ch


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BESSER LEBEN AUTO

Migros-Magazin 32, 9. August 2010

DIE AUTO-TESTFAMILIE

Summen statt brummen

Experten sind sich einig: Das Auto der Zukunft fährt elektrisch. Doch wann die Zukunft beginnt, da ist sich die Fachwelt nicht ganz einig.

E

-Autos setzen Energie viel effizienter um, verursachen weder direkte Emissionen noch Lärm und überzeugen mit geringen Betriebskosten. Laut den grossen Herstellern scheint das EAuto-Zeitalter unmittelbar vor der Tür zu stehen. Doch die Hochstimmung ist verfrüht. Zu oft wird von Serienproduktion gesprochen, wenn Kleinstserien von einigen hundert Autos gemeint sind, die man gar nicht bestellen kann. Kaufen lassen sich heute E-Autos kleiner Anbieter wie Think oder Tesla oder umgerüstete Serienautos. Immerhin folgen bald erste Modelle grosser Hersteller wie noch 2010 Mitsubishis iMiEV. Doch bleiben Fragen offen: Wie entsteht ein Netz einheitlicher Ladestationen, und wie entwickeln sich Reichweite (maximal 200 Kilometer) und der hohe

Preis der Lithium-Ionen-Batterien? Skeptisch gibt sich Anja Peters vom Fraunhofer-Institut Karlsruhe. Die Psychologin promovierte in Zürich über psychologische Faktoren beim Kauf energieeffizienter Autos und sagt: «Den Hype sehe ich kritisch. Man darf den Kunden nicht vormachen, in zwei, drei Jahren gäbe es E-Autos, die für alles geeignet und günstig sind. Das ist kontraproduktiv.»

Gezielte E-Auto-Förderung wie die der Migros ist nötig

Verwirrend ist auch, dass im Gegensatz zu anderen Ländern eine einheitliche Förderung durch den Bund fehlt. «Es braucht Förderung», betont Peters, «es muss nicht staatlich, sondern kann auch ein Geschäftsmodell sein.» Ein Beispiel dafür gibt es bereits: Die Migros-Tochter M-way vermietet

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und verkauft ab Oktober E-Autos. Fazit: Noch steckt die E-Mobilität in den Kinderschuhen. Zwar sind E-Autos bereits eine Alternative im Cityverkehr. Bis aber Familien-

autos zum budgetfreundlichen Preis durch die Gegend summen, wird es noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Timothy Pfannkuchen

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IMPRESSUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 568 210 Exemplare (WEMF Oktober 2009) Leser: 2 312 000 (WEMF, MACH Basic 2010-1) Adresse Redaktion und Verlag: Postfach 1751, 8031 Zürich Telefon: 044 447 37 37 Fax: 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Geschäftsleiter Limmatdruck AG: Jean-Pierre Pfister Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Projekte und Events: Eve Baumann (Leitung), Denise Eyholzer Chefredaktor: Hans Schneeberger (HS) Stellvertreterin des Chefredaktors: Barbara Siegrist (BS) Stv. Chefredaktorin: Jacqueline Jane Bartels (jjb) Chef vom Dienst: Philipp Jordan (pj) Produzent: Andrej Abplanalp (AA)

Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (sbl, Leitung), Almut Berger (ALB), Mathias Haehl (hae), Yvette Hettinger (YH), Daniel Schifferle (dse, verantw. Besser Leben), Cinzia Venafro (CV, Volontärin), Reto E. Wild (rw), Ruth Brüderlin (brü), Anette Wolffram (A.W.) Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (si, Leitung), Béatrice Eigenmann (be), Jonas Hänggi (JH), Florianne Munier (FM), Christoph Petermann (cp), Daniel Sägesser (ds), Michael West (M.W.) Ressort Shopping & Food: Jacqueline Jane Bartels (jjb, Leitung), Eveline Schmid (ES, stv. Leitung), Benjamin Bögli (BB, Produzent), Heidi Bacchilega

(HB), Silke Bender (SB), Anna Bürgin (AB), Tina Gut (TG), Dora Horvath (DH), Martin Jenni (MJ), Sonja Leissing (SL), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein (NO), Anna-Katharina Ris (AKR) Layout: Daniel Eggspühler (Leitung), Diana Casartelli, Marlyse Flückiger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Bruno Hildbrand, Gabriela Masciadri, Tatiana Vergara Lithografie: René Feller, Martin Frank, Reto Mainetti Prepress: Peter Bleichenbacher, Marcel Gerber, Felicitas Hering Bildredaktion: Tobias Gysi (Leitung), Cornelia Beutler, Anton J. Erni, Franziska Ming, Susanne Oberli, Olivier Paky, Keiko Saile

Korrektorat: Heinz Stocker Online: Reto Meisser Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic, Cornelia Kappeler, Sylvia Steiner (Honorarwesen) Geschäftsbereich Verlag: Bernt Maulaz (Leitung), Nadia Falce verlag@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 37 70 Fax: 044 447 37 34 Lesermarkt: Jrene Shirazi (Leitung), Simone Saner Anzeigen: Stephan Gartenmann (Leitung), Thomas Brügger, Nicole Costa, Yves Golaz, Hans Reusser, Kurt Schmid Innendienst: Nicole Thalmann

(Leitung), Verena De Franco, Janine Meyer, Danielle Schneider, Jasmine Steinmann Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Eliane Rosenast anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 37 50 Fax: 044 447 37 47 Abonnemente: Sonja Frick (Leitung) abo@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 36 00 Fax: 044 447 36 24 Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Druck: Büchler Grafino AG, Bern DZO Druck Oetwil a.S. AG Tamedia AG, Zürich

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86 | Migros-Magazin 32, 9. August 2010

Tanja la Croix

DJane Tanja Wettach alias Tanja la Croix ist der wohl sexieste Discjockey der Schweiz und ein Star in der internationalen Tanzszene. Zur kommenden Streetparade mixte sie den Soundtrack, und auch live wird sie den Tanzwütigen mit ihrer House-Musik einheizen. Zu Hause bei Mama und Managerin Yvonne lebt die St. Gallerin wie eh und je im früheren Kinderzimmer. Name: Tanja Wettach (28) Wohnort: 9014 St. Gallen Wieso leben Sie hier? Ich reise sehr viel, lege in Moskau, Dubai und zwei Tage später in Beirut auf. Darum wohne ich noch in meinem Kinderzimmer bei meiner Mutter. Das ist praktisch, sie ist gleichzeitig meine Managerin. Wo würden Sie gerne leben?: In Griechenland, am liebsten auf Mykonos. Ganz weg aus der Schweiz möchte ich nie – wegen des hohen Lebensstandards. Beruf und Lebenslauf: Meine Lehre als Parfümerieverkäuferin habe ich abgebrochen, um zu modeln. 2005 startete ich mit Hilfe von DJ Antoine meine Musikkarriere. Dafür habe ich mich zu Hause eingeschlossen und das Handwerk des Auflegens gelernt. Seither arbeite ich unter «Tanja la Croix» als Produzentin und lege elektronische Musik auf. Mein Ziel im Leben: International für meinen Sound respektiert zu werden. Und nicht nur für mein Aussehen. Was ich mag: Meeresfrüchte, Goldschmuck, Golfen und spontane Menschen. Was ich nicht mag: Stau (Zürich–St. Gallen ist beispielsweise eine Katastrophe), Milchpelz, Leute, die Musik ohne Herzblut und nur des Geldes wegen Musik machen. Was ich an mir mag: Meine Grösse von 180 Zentimetern. Früher litt ich darunter. Was ich an mir nicht mag: Manchmal wünsche ich mir eine Körbchengrösse mehr. Mein bester Entscheid: Es mit einer Musikkarriere gewagt zu haben.

Text Cinzia Venafro Bilder Christian Benedikt

MEINE DINGE

«Die grosse CD-Mappe, Kopfhörer, Platten und einen Stapel Autogrammkarten habe ich immer griffbereit. Die Platten kaufe ich aus Liebhaberei. Denn in den Clubs mache ich mittlerweile nur noch mit CDs und digitalen Tonträgern Musik.»

MEIN JOB

«Wo ich auflege, gibt es garantiert feinste HouseMusik. Ganz besonders freue ich mich jetzt auf die Streetparade nächsten Samstag. Dort lege ich auf meinem Lovemobile und auf dem Bürkliplatz für alle auf.»


MEINE WELT

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MEINE LIEBSTEN «Mein Mami Yvonne (58) ist gleichzeitig meine Managerin. Sie kümmert sich um alles, bucht Flüge, verwaltet die Bookings. Mittlerweile kennt sie sich im Nachtleben sehr gut aus. Meine Schwester Nadine (25) wohnt im selben Haus wie wir. Sie ist immer für mich da.»

MEIN M EI N SCHUH SCHUH

«Diesen Schuh habe ich Sc von der Manufaktur Custom09 geschenkt bekommen. Das Design konnte ich selbst gestalten. Ich liebe Gold!»

MEIN ZIMMER

«Mein Kinderzimmer ist immer noch mein Schlafzimmer. Da ich aber sehr viel unterwegs bin, halte ich mich selten — und wenn, dann nur zum Schlafen — hier auf. Dafür horte ich hier all mein Zeugs: Schuhe, Taschen, Platten, Accessoires und ganz viel Krimskrams.»

MEIN LIEBLINGSPRODUKT

«Den Brie von M-Budget. Manchmal esse ich einfach so einen ganzen Käse — ohne Brot.»

MEIN LEBENSGEFÜHL

«Elektronische Musik hat mich schon immer fasziniert. Früher tanzte ich zum Sound der anderen. Als 23-Jährige wollte ich dann mehr und habe selbst mit dem Auflegen begonnen.»

MEIN RESTAURANT

«Das Restaurant Savannah im Herzen von St. Gallen mag ich sehr. Dort gibt es die besten Tapas und nette Leute.»


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