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Ein Seitensprungkind kämpft gegen das Schweigen Seite 14
MM31, 31.7.2017 www.migrosmagazin.ch
Streit ums Erben – ein Notar berichtet Seite 26
Reisefieber: Städte im touristischen Dichtestress Seite 12
Junge Küche
Margaretha Jüngling – ein gastronomischer Wirbelwind
Bild: Filipa Peixeiro
Seite 20
Wettbewerb S. 8 | Auberginen S. 45 | Biobrot S. 64 | Meerkatzen S. 86 | Glücksgriff S. 91
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MM31, 31.7.2017
Editorial
Vererben, aber richtig
D
Der Spruch, dass in der Schweiz die erste Generation ein Vermögen mache, die zweite es verwalte und die dritte es verprasse, kann definitiv nicht stimmen. In der Schweiz werden zurzeit gigantische Vermögen vererbt. Wie gross sie sind, weiss niemand genau. Auf etwa 76 Milliarden Fran ken hat sie der Ökonom Marius Brülhart von der Universität Lausanne für 2015 geschätzt. Das ist mehr als der gesamte Staatshaushalt des Landes. Mit 76 Milliarden pro Jahr wäre die gesamte Ver schuldung der öffentlichen Hand – Bund, Kantone, Gemeinden – in drei Jahren vom Tisch. Und es wird immer mehr vererbt: Die Nach kriegsgeneration hat ihre Franken eisern zusam mengehalten und gibt sie jetzt an die nächste Generation weiter. 580 000 Franken betrug die durchschnittliche Erbsumme 2013, fast ein Drittel mehr als noch im Jahr 2000. Und weil Kapital seit der Industrialisierung immer mehr an Zins abgeworfen hat als die Arbeitskraft an Lohn, geht die Konzentration der Vermögen munter weiter: Wer hat, dem wird noch mehr gegeben.
Bild: René Ruis; Illustration: Silke Werzinger
Wo derart viel Geld quasi gratis verteilt wird, müsste eigentlich eitel Wonne herrschen. Weit gefehlt. Selten kommt es zu so vielen Familienstreitigkeiten, wie wenn es ums Erben geht. Gisbert Bultmann, Notar und Testamentsvollstrecker, beschäftigt sich von Berufs wegen mit dem Verteilen von Erbschaften. Er kennt all die Geschichten um verletzte Gefühle, um Hass über den Tod hinaus, um versteckte Gelder, um Tricks und Eifersüchteleien. Der am häufigsten auftretende Grund fürErbstreitigkeiten ist laut sei ner Erfahrung übrigens immer der gleiche: Die Eltern behan deln ihre Kinder nicht gleich. Dem Erben kommt 2017 eine besondere Aktualität zu, wird doch das 100 Jahre alte Erbrecht aufgefrischt. Welche Fehler man beim Vererben vermeiden sollte und weshalb Patchwork familien den «Erbhorror» noch vergrössern: Gisbert Bultmann weiss Rat (Seite 26). Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch
Inhalt Menschen 8 Sommerwettbewerb 5000-Franken-Gutschein von Migros Ferien zu gewinnen
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Diese Woche Reisedestinationen im Dichtestress – und wie geht die Schweiz mit den Touristenmassen um?
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Das Seitensprungkind Wenn der Vater nicht der Erzeuger ist: Eine junge Frau will das Schweigen brechen
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Kolumne: Bänz Friedli
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Ein Traum wird wahr Jungköchin Margaretha Jüngling eröffnet ihr eigenes Restaurant – für nur drei Wochen
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www.migrosmagazin.ch Leser melden sich zu Wort
26
64 70 75 78 80
Schweizer Biobrot Oliven-Päckli Powersalate Praktisch fürs Heimbüro Outdoorspass
«Es geht immer ums Geld» Notar Gisbert Bultmann über Erbstreitigkeiten und den Sinn eines Testaments
Leben
Migros-Welt
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Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News
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Migusto Gegrillt, gefüllt und gerollt: vielseitige Auberginen
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Küchenhygiene Vier Regeln, die jeder beim Kochen kennen sollte
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Migros-Verkaufswagen
Geliebt und unvergessen: Jetzt sind sie an Festivals zurück
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Kolumne «1, 2 oder 3?» Darf Häsi mit in die Badi? Krebs und Kinderwunsch So kann die Fruchtbarkeit der Frau vor einer Chemotherapie gerettet werden
86
Zootierärztin Der Affe hat Zucker
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Kolumne «Brave New Girl» Kinder: Voltigieren
91
Glücksgriff Ferien im Wallis zu gewinnen
93 Rätsel 98 Cumulus 100 Meine Welt
SRF-Moderator Beat Antenen
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Teilnahme
Vier Familien reisen in die Sommerferien … Helfen Sie während vier Wochen beim Kofferpacken: Es sind
verschiedene Gegen stände abgebildet. Nur das, was für die Ferien eingepackt wird, ist mit Nummern von 1 bis 5 versehen. Tragen Sie die korrekte Bezeich nung des jeweiligen Gegenstands in die ent sprechenden Kästchen ein. Die gelb eingefärb ten Felder ergeben das Lösungswort für die Teilnahme an der Verlosung des Wochen preises. Die blau einge färbten Felder ergeben das Lösungswort für die Teilnahme an der Hauptpreisverlosung nach vier Wochen (mehr dazu im Migros Magazin Nr. 32 vom 7. August).
Wochenpreis Reisegepäck von Galaxus Gewinnen Sie eines von drei WaveriderKoffersets von American Tourister Since 1933 im Wert von je 319 Franken. Das Set besteht aus drei Rollkoffern (31 l, 53 l und 82,5 l) und ist der Reisebegleiter für sportliche und modebewusste Reisende. www.galaxus.ch
So machen Sie mit: Kostenlose Teilnahme am Wettbewerb auf www.migrosmagazin.ch/ sommerwettbewerb oder per Telefon 0901 560 094 (1 Fr./Anruf) Nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse.
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Teilnahmeschluss für die Wochenverlosung: Sonntag, 6. 8. (24 Uhr)
Detaillierte Teilnahme bedingungen: www.migrosmagazin.ch/ sommerwettbewerb
Hauptpreis 5000FrankenGutschein von Migros Ferien
Mit dem Gutschein von Migros Ferien holen Sie sich einen Adrenalinkick oder Entspannung an Ihrer Traumdestination. Sie bestimmen, wohin es gehen soll. Unser Geheimtipp: Malta. Die kleine Inselgruppe im Mittelmeer ist abwechslungs reich: kristallklares Wasser, Badebuchten und Strände. Neben Kultur und Shopping in der Hauptstadt Valletta bietet der Ort St. Julian’s ein pulsierendes Nachtleben. Und auch Outdoorfans kommen nicht zu kurz – sie können sich beim Velofahren, Wandern oder Klettern auspowern. Tägliche Abflüge mit Air Malta ab Zürich. migrosferien.ch/c30
MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Sommerwettbewerb, Teil 3
Koffer packen und tolle Preise gewinnen Endlich, Ferienzeit! Helfen Sie uns während vier Wochen beim Koffer-, Reisetasche- und Rucksackpacken – vielleicht schicken wir Sie schon bald in Ihren Traumurlaub. Machen Sie mit beim grossen Sommerwettbewerb und gewinnen Sie wöchentlich attraktive Gepäckstücke von Galaxus.ch oder einen Reisegutschein von Migros Ferien als Hauptpreis. Illustration: Philip Bürli
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Was wird eingepackt?
Familie Fischer verreist mit ihren zwei Kindern in die Badeferien. Helfen Sie mit beim Kofferpacken.
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Tag 1 Zürich–Singapur. Flug über Nacht nach Singapur. Tag 2 Singapur. Stadtrundfahrt und «Gardens by the Bay». Transfer zum Hafen. Um 20 Uhr legt die Costa Victoria ab. Tag 3 An Bord Tag 4 Koh Samui/Thailand. Von hochaufragenden Palmen beschattete Sandstrände. 9–18 Uhr. Tag 5–6 Laem Chabang/Bangkok/Thailand. Ab Laem Chabang bietet sich einen Ausflug nach Bangkok an. 9–16 Uhr am Tag 6. Tag 7 Sihanoukville/Kambodscha. Sihanoukville ist Kambodschas einziger maritimer Hafen. 9–18 Uhr. Tag 8 An Bord Tag 9 Singapur. Der Stadtstaat zählt über 3 Millionen Einwohner. 9–20 Uhr. Tag 10 Port Klang/Malaysia. Port Klang befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Kuala Lumpur. 10–18 Uhr. Tag 11 Penang/Malaysia. In der Hauptstadt George Town erwartet Sie ein Schmelztiegel asiatischer Kulturen. 8–16 Uhr. Tag 12–13 An Bord Tag 14 Colombo/Sri Lanka. Facettenreich, farbenfroh, faszinierend — das ist Sri Lanka. 9–20 Uhr. Tag 15 An Bord Tag 16 Mangalore/Indien. Dieser historische Hafen hat viel zu bieten. 8–18 Uhr. Tag 17–18 An Bord
Tag 19 Salalah/Oman. Palmblätter wippen im Wind, Wellen plätschern: Salalah, Oman, Orient. 13–23:59 Uhr. Tag 20–26 An Bord Tag 27 Heraklion/Griechenland. Heraklion ist eine Stadt zwischen Moderne und Vergangenheit. 8–14 Uhr. Tag 28 An Bord Tag 29 Civitavecchia/Rom/Italien. Rom - die ewige Stadt auf sieben Hügeln. 8–18 Uhr. Tag 30 Savona/Italien–Schweiz. Ankunft um ca. 9 Uhr. Busrückreise.
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Darauf freuen wir uns Filme Das Filmfestival von Locarno findet zum 70. Mal statt. Diesmal vom 2. bis 12. August. Schlossoper Am 4. August geht die Premiere der Schlossoper in Haldenstein GR mit Mozarts «Die Entführung aus dem Serail» über die Bühne. Dernière ist am 19. August.
Unnützes Wissen
StadtGeschichten
Bilder: Locarno Festival, Christophe Ena/AP/Keystone, Marco Zanoni
ist der bekanntes te Sportreporter der Schweiz. Er kommentiert am Schweizer Fernsehen jeden Sonntag ein Spiel der Super League.
Mein Bild der Woche «Ist das ein Sportbild? Ja und nein. In der vergangenen Woche
illustrierte es zwar in zahlreichen Medien den TourdeFranceSieg des Briten Chris Froome, doch der Hauptdarsteller ist eindeutig ein Franzose, nämlich der Arc de Triomphe in Paris. Eine bessere Werbung für die Ferienzeit gibt es wohl nicht. Normalerweise ist ein Foto dieses Prunkbaus nur zusammen mit ganz vielen Autos zu haben, die sich in einem gigantischen Kreis um den Place de l’Étoile winden. Für einmal wurden diese aber verbannt. Rund um den Triumphbogen hätte man sich eigentlich eher einen Boden aus Marmor vorgestellt. Doch siehe da: Ihn umgeben gewöhnliche Pflastersteine.»
Hörprobe
Entschuldigung, was hören Sie gerade? Anais Sommer (19), Studentin, Brügg BE
a) «Don’t Wanna Go Home» von Oliver Heldens b) «I Feel It Coming» von The Weeknd feat. Daft Punk c) «Junge, komm bald wieder» von Freddy Quinn
Auflösung: a) «Ich mag Electronic Dance Music sehr. Es ist ein Partysong, der für gute Laune sorgt.»
Bernard «Beni» Thurnheer (68)
Josef Beer grün dete 1812 in Wien die erste universi täre Augenklinik der Welt. Nirgendwo in Europa ereignen sich so viele Einbrüche wie in Brüssel – fast zehn Mal so viele wie etwa in Madrid. Bis Ende der 1950erJahre lebten Schafe in London: Sie sollten das Gras in den Parks ab fressen. Im SunanFlug hafen, 24 Kilome ter nördlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang, steht ein Schokoladenbrunnen. Quelle: Stern/Neon
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Fast kein Durchkommen mehr: täglicher Touristenansturm auf die Rambla in Barcelona Reisefieber
Städte ertrinken in der Touristenflut
Zahlen und Fakten
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Millionen ausländische Besucher zieht es jährlich nach Barcelona. Die Hauptstadt von Katalonien zählt 1,6 Millionen Einwohner.
12
Millionen Personen jährlich besuchen die Notre-Dame-Kathedrale in Paris. Damit ist sie die meistbesuchte Attraktion des Planeten. Quelle: Bundesamt für Statistik, Welt.de, Ferienpiraten.ch
In beliebten Städten wie Barcelona, Venedig oder Dubrovnik mehrt sich die Kritik über die Touristenmassen. «Sättigungseffekte» seien auch in Interlaken und Engelberg erkennbar, sagt Tourismusexpertin Monika Bandi. Von Dichtestress könne aber noch keine Rede sein. Text: Reto E. Wild, Dinah Leuenberger
B
arcelona ist Opfer des eigenen Erfolgs: Zählte das unter Touristen beliebte Gotische Viertel 2006 noch 27 470 Bewohner, waren es 2015 nur noch 15 624. Laut «20 Minuten» leben dort inzwischen 63 Prozent Touristen: Die Einheimischen können sich die Mietpreise nicht mehr leisten und weichen den Boutiquehotels und Ferienwohnungen. Die Katalanen klagen aber auch über Lärm und das Verschwinden von Läden für den täglichen Bedarf. Ähnlich klingt es in Venedig
oder Dubrovnik, die wie Barcelona zu den beliebtesten Zielen von Kreuzfahrtpassagieren zählen. In der Lagunenstadt sollen nun Drehkreuze den Zugang zu strategischen Orten wie der CalatravaBrücke überwachen. Paris, London und Amsterdam wollen die kurzzeitige Vermietung von Wohnungen stärker regulieren. Noch ist die Schweiz von solchen Entwicklungen verschont. Tourismusexpertin Monika Bandi Tanner von der Universität Bern beobachtet einzig in Interlaken oder Engelberg «Anzeichen von
Sättigungseffekten». Das sei aber eine ganz andere Dimension als in Venedig. Das heisst jedoch nicht, dass die Einheimischen mit den Touristen rundum glücklich sind: In Interlaken mehren sich Klagen über Gäste, die mit Segways über Trottoirs oder die Höhenpromenade fahren. Ein Trost bleibt: Nie werden sich 5000 oder mehr Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs auf einmal durch die Gassen von Interlaken drängen. Dafür sind die Kapazitäten der Schiffe auf dem Brienzeroder Thunersee schlicht zu klein.
Bilder: iStockphoto, zVg
Milliarden Franken gaben Schweizer 2016 auf ihren Reisen im Ausland aus, während ausländische Gäste in der Schweiz 16 Milliarden Franken locker machten.
MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Strassenumfrage
Monika Bandi Tanner
«Die Schweiz mit ihrem Hochpreisniveau kann nur auf Qualität setzen» Venedig will den Toristenmassen mittels Drehkreuzen Herr werden. Was halten Sie davon? Das hört sich zunächst merkwürdig an. Andererseits ist bekannt, dass es die lokale Bevölkerung vermehrt aus der Stadt zieht – wegen der Massen und der hohen Preise. Dabei sind es doch die Einheimischen, die eine Stadt beleben. So gesehen, könnten Einheimische und Touristen von der Drehkreuzvariante profitieren. Barcelona und Dubrovnik ächzen ebenfalls unter den Besuchermassen. Wie gross ist das Problem für Touristenorte in der Schweiz? Im alpinen Tourismus ist dieses Problem zeitlich begrenzt, an Weihnachten/Neujahr und in der Sportferienzeit. Engelberg hat beispielsweise viele Touristen aus Indien. Aber mir ist nicht bekannt, dass Einheimische deswegen wegziehen. Dort, wo der Schweizer Tourismus wächst, also in den Städten, ist er ohnehin eher ein Nebenprodukt und fällt weniger auf. Anzeichen von Sättigungseffekten können aber in Interlaken mit Besuchern aus den Golfstaaten oder eben in Engelberg entstehen. Das ist allerdings eine andere Dimension als in Venedig. Erste Ansätze sieht man auch in Luzern, wo chinesische Touristen durch Uhrenboutiquen geschleust werden. Wie problematisch ist das? Dazu gibt es keine pauschale Antwort. Die Regionen müssen eine individuelle Kosten-Nutzen-Abwägung vornehmen und analysieren, was ihnen wichtig ist. Fest steht: Indische oder chinesische Touristen sind in einem völlig anderen Gesellschaftssystem aufgewachsen und geben lieber Geld fürs Einkaufen in Boutiquen aus als für die Übernachtung. Welchen Weg muss der Schweizer Tourismus gehen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können? Die Städte sind der Wachstumsmotor des Tourismus. Sie haben mit ihrer interkulturellen Kompetenz ihre Wettbewerbsstrategie gefunden.
Die grosse Frage ist, welchen Weg die alpinen Gebiete gehen wollen. Da wird es Topdestinationen wie Zermatt oder das Engadin geben, die sich zu Luxuszielen entwickeln könnten. Ein Teil wird auf die Schweizer Gäste fokussieren und ein weiterer auf Nischen für Junge, Familien oder Senioren. Für alle gilt: Die Schweiz mit ihrem Hochpreisniveau kann nur auf Qualität setzen. Die Gastfreundlichkeit in der Schweizer Hotellerie gehört zu Ihren Forschungsschwerpunkten. Wie gut ist es um sie bestellt? Ich bin Jurymitglied des «Prix Bienvenu», der die freundlichsten Hotels der Schweiz kürt. Und auf Reisen mit meinem Mann begegne ich vielen Gastgebern und Mitarbeitenden, etwa im «Gädi» in Grächen VS oder im «Chasa Montana» in Samnaun GR: Sie geben sich grosse Mühe. Nur die schlechten Beispiele zu thematisieren, ergibt ein falsches Bild. Trotzdem: 2016 gaben die Schweizer erstmals mehr Geld auf Reisen im Ausland aus als ausländische Touristen in der Schweiz. Weshalb? Die Zahl der Übernachtungen war schon in den vergangenen Jahren rückläufig, vor allem in den Bergen und aus Nahmärkten wie Frankreich und Deutschland, aus denen zahlungskräftige Gäste kommen. Andererseits haben wir hier einen hohen Wohlstand und mehr Ferien und Freizeit. Flugreisen waren noch nie so günstig: Die Schweizer machen nach wie vor Ferien im eigenen Land, aber vermehrt auch im Ausland. Wohin reisen Sie am liebsten? Ich liebe die Vielfalt des Reisens. Ich mag einfache Ferien in den Schweizer Bergen, etwa im Lötschental, oder Städtereisen, zum Beispiel nach Barcelona oder Lissabon, wo Kulinarik oder Kultur im Vordergrund stehen. Für Badeferien mag ich verträumte Buchten wie auf der griechischen Insel Zakynthos. MM
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Stören Sie sich an zu vielen Touristen?
Monika Bandi Tanner (35)
ist Leiterin der Forschungsstelle Tourismus an der Universität Bern.
Renate Berner (42), Coach, Büren zum Hof BE «Touristen stören mich
nicht, und es wäre mir noch nie ein Ort aufgefallen, wo es zu viele gibt. Das Reisen gehört doch zu unserer Gesellschaft dazu.»
Daniela Haenni (29), Drogistin, Langenthal BE «Es gibt vielleicht ab
und zu eine Situation, wo Touristen stören. Öfter ist es aber eher so, dass ich mich im Ausland über komplizierte Schweizer fremdschämen muss.»
Peter König (70), im Ruhestand, Steffisburg BE «Nein. Wenn man in
Interlaken Frauen in Burkas sieht, ist das ungewöhnlich. Aber das muss man akzeptieren, denn alle Menschen sollen bei uns Ferien machen dürfen.»
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Familie
Ein Seitensprungkind bricht das Schweigen
Maria Kuster* entstammt einer Affäre. Im engsten Familienkreis wussten alle Bescheid. Sie selbst erfuhr erst mit 13 davon, die übrigen Verwandten sind bis heute nicht eingeweiht. Das möchte Maria nun ändern – doch das ist schwieriger als erwartet. Text: Barbara Lukesch
Bilder: Daniel Auf der Mauer
*Name geändert
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Selbsthilfezentrum
Wenn das Leben kopfsteht Das Selbsthilfezentrum Region Winterthur ist für Menschen in schwierigen Lebenslagen ein Ort, an dem sie sich austauschen können. Trotz zahlloser Internetangebote nimmt die Nachfrage zu. Innert Kürze meldeten sich mehr als 20 Personen, Mütter und Väter, deren Kinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen hatten, ohne zu erklären, warum. Sie wollten sich mit anderen Betroffenen austauschen, weil sie sich der belastenden familiären Situation allein nicht länger gewachsen fühlten. Das Selbsthilfezentrum Winter thur eröffnete zwei neue Gruppen.
Maria Kuster hat ihren leiblichen Vater mehrmals getroffen. Aber: «Uns fehlen die gemeinsamen Erfahrungen.»
U
nser Gespräch findet im Selbsthilfezentrum in der Altstadt von Winterthur statt. Wir sitzen in einem lichtdurchfluteten Gruppenzimmer, an den Wänden hängen Schwarz-WeissPorträts von Menschen, die Mitglied einer der insgesamt 40 Selbsthilfegruppen sind, die sich hier treffen. Burn-outBetroffene, Partner depressiver Menschen, ein Mann, der sein Leben nach einem Hirnschlag umkrempeln musste. Alle zeigen ihr Gesicht, und bei fast allen Bildern steht der Name. Maria Kuster jedoch hält sich bedeckt und möchte anonym bleiben. Warum diese Diskretion, als habe sie etwas Peinliches zu verbergen? Wen schont oder schützt sie eigentlich? Die 20-Jährige, eine gross gewachsene, schlanke Frau mit aufmerk-
samen grau-grünen Augen und vollen Lippen, reagiert irritiert auf diese Frage. «Ja, wen eigentlich?», murmelt sie. Sie denkt nach, blickt ein bisschen ratlos zur Decke und sagt schliesslich: «Ich schone meine Mutter.» Die Mutter. Heute knapp 60, war 39, als «es» passierte. Schauplatz: ein Dorf in der Ostschweiz. Sie war verheiratet, bereits Mutter von vier Kindern, der Kirche sehr verbunden – und hatte eine Affäre mit einem wesentlich älteren, strenggläubigen Mann. Sie wurde schwanger und wollte auch dieses Kind, das fast acht Jahre später als ihr letztgeborenes auf die Welt kommen würde, behalten und lieben. Weil ihr Ehemann sich hatte unterbinden lassen, war sie gezwungen, ihm die Wahrheit zu sagen. Er hatte die Grösse, auch
dieses Kind als ein Geschenk Gottes anzusehen, und erklärte, er wolle dem Nachzügler ebenfalls ein guter Vater sein. Sozial ausgegrenzt
Im Dorf allerdings machten bald Gerüchte die Runde. Die «schamlose» Frau wurde arg beschimpft, während der leibliche Vater ungeschoren davonkam. Maria Kuster sagt: «Meine Mutter muss so sehr unter der damaligen Situation gelitten haben, dass sie ihren Eltern und Geschwistern nie reinen Wein eingeschenkt hat.» Der Grossvater sei inzwischen gestorben, aber die 87-jährige Grossmutter und viele ihrer Onkel und Tanten lebten noch und hätten keine Ahnung, dass sie das Kind eines anderen Mannes sei. Maria Kuster selber weiss seit ihrem 13. Lebensjahr, dass sie
Solche «Booms» gebe es immer wieder, sagt Clau dine Frey, CoLeiterin des Zentrums: «Oft sind es Medienberichte, die den Ausschlag geben und die Betroffenen ermutigen, ihrer Not entschlossener zu begegnen.» Im Laufe der letzten Jahre hätten sich so viele Menschen gemeldet, die unter Hochsensi bilität leiden, dass sich heute gleich drei Gruppen zu diesem Thema treffen. Das Selbsthilfezentrum, dessen Motto «Steht das Leben kopf» heisst, koordiniert aktuell rund 80 Gruppen. Das wach sende Interesse, sagt Frey, habe sie erstaunt, gebe es doch inzwischen viele Onlineforen und Chats, wo sich Notleidende austau schen könnten. «Aber die persönliche Begegnung, an der auch Gefühle gezeigt werden können, hat für viele einen besonderen Wert. Der Wunsch, mit seinen Sorgen nicht länger allein zu sein, ist riesig.» www.selbsthilfewinterthur.ch www.selbsthilfeschweiz.ch
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
ein Seitensprungkind ist. Sie erinnert sich gut an den Moment, als ihre Mutter sie gemein sam mit einem Bruder und einer Schwester in die Stube bat und ihr die Wahrheit eröff nete. Noch heute staunt sie, wie gefasst sie damals reagiert hat: «Ich habe meiner Mut ter Dutzende von Fragen gestellt: Wer ist mein Vater? Wie ist er? Wer weiss von meiner wahren Herkunft, und wer weiss es nicht?» Als sie an diesem Abend ins Bett ging, dämmerte ihr langsam, warum sie immer das Gefühl gehabt hatte, innerhalb der Fami lie einen besonderen Stellenwert zu haben. Das war nicht bloss, weil sie das Nest häkchen war. Nein, sie hatte wirklich ihre ganz eigene Geschichte, von der – auch das erfuhr sie damals – alle ihre Geschwister wussten. Nur sie selber hatte keine Ahnung. Obwohl sie erst 13 war, muss sie erstaun lich aufgeweckt gewesen sein. Bevor sie ihren leiblichen Vater erstmals traf, ergriff sie einige sorgfältig gewählte Vorsichtsmass nahmen. So pochte sie auf einen Vaterschafts
test, weil sie auf Nummer sicher gehen und Gewissheit haben wollte. Sie schrieb dem damals 74jährigen Mann viele Briefe, um sich ihm Schritt für Schritt anzunähern. Ihren Geschwistern verteilte sie Frage bögen, um möglichst alles über ihre Her kunft und Kindheit in Erfahrung zu bringen, was ihr selber verborgen geblieben war. Familiäres Tabu
Erst dann war sie bereit, ihn kennenzuler nen. «Die ersten Begegnungen waren okay», sagt sie. Aber noch heute, sieben Jahre später, lasse sich nicht leugnen, dass ihnen die gemeinsamen Erfahrungen fehlten. Sie seien miteinander nie wirklich warm geworden. Ihr wirklicher «Papi» sei ihr sozialer Vater, mit dem sie aufgewachsen und sehr vertraut sei. Mit der Tatsache ihrer wahren Herkunft kam sie zunächst gut zurecht. Schwieriger wurde es, als sie plötzlich feststellte, dass ihre Mutter und die Geschwister ihre Herkunft «total tabuisierten» und vor fast
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allen Leuten verheimlichten. Als unkom plizierte, offene und kommunikative Person habe sie zusehends darunter gelitten, dass sie mit Onkeln, Tanten, Cousinen und Cousins nicht offen reden konnte: «Bei manchen Familientreffen hätte ich ihnen gern die Wahrheit über meinen leiblichen Vater erzählt.» Auch dieser tat sich «unglaublich schwer», mit der Situation umzugehen. Seine drei bereits erwachsenen Kinder aus erster Ehe klärte er erst vor zwei Jahren über Marias Existenz auf, nachdem Maria ihn gehörig unter Druck gesetzt hatte. Sie seufzt: «In den ersten Jahren war ich mega hässig auf meine Angehörigen, weil niemand den Mut hatte, reinen Tisch zu machen und sich offen und ehrlich zur Wahrheit zu bekennen.» Heute macht sie ihrer Mutter und ihren Geschwistern zwar keine Vorwürfe mehr, spürt aber ein starkes Bedürfnis, «aus dem Netz von Lügen auszubrechen und mit anderen Menschen unbeschwert über meine
MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Geschichte reden zu können». Sie stecke zwar nicht in einer tiefen Krise, aber sie wolle, dass diese Heimlichtuerei endlich aufhöre. «Sie weiss, dass etwas am Brodeln ist»
Maria Kuster hat in Winterthur eine Selbsthilfegruppe für «Kuckuckskinder» gegründet.
Vor zwei Jahren ist sie von zu Hause aus gezogen und lebt jetzt in einer Wohn gemeinschaft in Winterthur. Sie steht vor dem Abschluss ihrer Lehre als Fachfrau Gesundheit und kann sich vorstellen, nach der Berufsmittelschule ein Studium anzu hängen. Ihr sozialer Vater kommt bis auf den heutigen Tag finanziell für sie auf, ob wohl er rechtlich gesehen «keinen Rappen Alimente» für sie hätte zahlen müssen. Trotzdem plage sie etwas. Sie stockt und sucht nach Worten, zerknautscht mit den Fingern den Stoff ihrer schwarzen Jeans. Sie sagt: «Es fühlt sich an, als hätte ich einen Stein im Schuh, der immer wieder drückt und mir Schmerzen bereitet.» Dieser Stein müsse weg, und sie selbst müsse ihn heraus holen: «Das nimmt mir niemand ab.»
Wie ernst es der 20Jährigen damit ist, zeigt ihr Entschluss, sich beim Winter thurer Selbsthilfezentrum zu melden. Sie möchte sich unbedingt mit anderen Betroffenen austauschen und von deren Erfahrungen lernen. Als sie erfuhr, dass es noch keine Gruppe für «Kuckuckskinder» gab, entschloss sie sich, selbst eine zu gründen. Doch die Resonanz ist bisher bescheiden: Ein einziger Mann zeigte Interesse – und tauchte dann wieder ab. Auch innerhalb ihrer Familie baut Maria Kuster das Tabu langsam ab. Sie hat ihrer Mutter von allem erzählt, was sie unternimmt: mit anderen Leuten reden, Unterstützung suchen, Interviews geben. «Meine Mutter weiss, dass etwas am Brodeln ist», sagt sie, «und dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen.» Am Schluss unseres Gesprächs zeigt sie zur Wand: «Es dauert vielleicht nicht mehr lange, und dann hängt dort auch mein Bild mit meinem Namen.» MM
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3. Tag, Freitag 10. November 2017 – San Gimignano, Siena & Weingut Das fantastische San Gimignano – das «Manhattan der Toskana» – erwartet uns heute Vormittag mit seiner vollen Pracht. Die pittoreske Stadt mit den charakteristischen Geschlechtertürmen begeistert jeden Besucher. Die Türme waren Wohntürme für Adel und Kaufleute sowie gleichzeitig Prestigeobjekte. Freuen Sie sich auf einen interessanten Rundgang. Der Nachmittag führt uns nach Siena, das gotische Pendant zu Florenz, das mit gut erhaltenen Palästen, Kirchen, Brunnen und mittelalterlichen Mauern besticht. Enge Gassen führen zum «Platz der Plätze» - der Piazza del Campo. Am Nachmittag kehren wir auf einem wunderschönen Weingut im Raum San Gimignano ein und geniessen bei einer Degustation einige köstliche toskanische Weine. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Samstag 11. November 2017 – Trüffelfest in San Miniato Am heutigen Vormittag fahren wir nach San Miniato zum international bekannten Trüffelfest. Das Gebiet rund um San Miniato ge-
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MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Bänz Friedli
Meine ururalte Mutter
Bild: Vera Hartmann
Er werde mit seinem Sohn auch nach Holland fahren, schrieb ein Leser mir, nachdem ich hier vor einigen Wochen verraten hatte, ich würde die Fussball-EM der Frauen besuchen. Ich mailte dem Unbekannten, wie es sich gehört, freundlich zurück und schloss, ohne mir gross etwas dabei zu denken, mit dem Satz: «Vielleicht sieht man sich im Stadion.» Aber wie auch? An einem Ort mit vielen Tausend Zuschauern? Das hätte ja ein Riesenzufall sein müssen. Ich begebe mich also im Stadion De Adelaarshorst auf den Platz, den ich mir vor Monaten im Internet gesichert habe: Sektor 14, Reihe 5a, Sitz 4. Und neben mir, auf Schalensitz Nummer 5, sitzt – wie sich dann herausstellt – besagter Dani. Riesenzufall.
Bänz Friedli (52)
stellt sich die eine oder andere Frage.
Wie ist so etwas möglich?, frage ich mich. Wie ich mir überhaupt tagein, tagaus Fragen stelle. Zum Beispiel: Warum verbrüdern sich Nationalisten aller Nationen? Wo die doch alle nur die eigene Nation im Sinn haben? Ist das nicht ein Widerspruch? Wenn ein Schweizer Nationalist aus dem Wallis nach Ostdeutschland reist, um sich dort mit Nationalisten aus Russland, Polen, Italien zu treffen? Und warum heisst der Busbahnhof nicht einfach Bushof? Wo dort doch keine Bahn fährt. Ein Hafen heisst ja auch nicht Schiffsbahnhof. Warum wir bei der Durchsage «Achtung vor Taschendieben!» zur Kontrolle stets verlässlich dorthin greifen,
wo wir unsere Wertgegenstände aufbewahren, und damit den Taschendieben das Handwerk erleichtern, weil: Sie wissen dann ganz genau, wo unser Portemonnaie sitzt. Solche Dinge frage ich mich. Warum ich in Tram und Bus eigentlich kaum je aus dem Fenster schaue, aber wehe, wenn die Scheiben des Gefährts verklebt sind, von der Werbung für eine Versicherung, einen Autovermieter, ein Opernfestival – dann ärgere ich mich grün, weil mir der freie Blick verwehrt ist. Und ob es zu viel verlangt wäre von der Swisscom-Mitarbeiterin, kurz nachzudenken, ehe Sie mir die Frage stellt: «Das Geburtsdatum Ihrer Mutter ist 1. Januar 1900, richtig?» Vor einigen Wochen wars, ich hatte angerufen, weil ich für meine Mutter das komplizierte Kleingedruckte im Zusammenhang mit einem Wohnungswechsel erledigen wollte. Behauptet diese Frau am Telefon also, meine Mutter sei am 1. Januar 1900 zur Welt gekommen. Kleine Frage: Finden Sie es frech, dass ich besagter Callcenter-Mitarbeiterin zur Antwort gegeben habe: «Überlegen Sie mal!»? Wenn das Datum stimmte, das der Computer offenbar als Leerstelle angab, wäre meine liebe Mutter einhundertsiebzehneinhalbjährig. Die älteste Schweizerin, Nina Hofer, starb 2015, kurz vor ihrem 111. Geburtstag. Woran? Fragen Sie mich nicht. MM
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Margaretha Jüngling
Eine Kochnomadin will sesshaft werden Sie hat als Jungköchin in Kopenhagen, New York und San Francisco gearbeitet, als Küchenchefin in einem umgebauten S-Bahn-Wagen für Furore gesorgt und für Stars wie Neil Young gekocht. Jetzt macht Margaretha Jüngling den Traum vom eigenen Restaurant wahr – zunächst einmal für drei Wochen. Text: Reto E. Wild
Z
um Goldenen Krass» heisst Marga retha Jünglings (28) neustes Projekt. Das Wortspiel mit dem Namen des Restaurants Zum Goldenen Fass im Stadtzürcher Kreis 4 hat einen bestimmten Grund: Die junge Köchin nutzt die Betriebs ferien des Lokals und gastiert dort vom 3. bis 20. August. In dieser Zeit können die Gäste ihre Kreationen probieren. «Wir sind vier Freunde und wollen wis sen, ob wir auch gut zusammenarbeiten. Lange haben wir nach einer temporären Lösung in einem passenden Lokal ge sucht», erklärt sie. Die drei Freunde sind der Schwede Samuel Envall Utbult (32), er ist Koch und Jünglings Lebensgefährte, This Schälchli (31), der eine Winzerlehre ab geschlossen hat und Andrea Rothenberger (42), die sonst im Café Noir in Zürich arbei tet. «Zum Goldenen Krass wird eine Weinbar mit einer lockeren Atmosphäre. Dazu bereite ich rund ein Dutzend Gerichte auf kleinen Tellern vor. Das Angebot wechselt täglich», sagt Jüngling, die aus Lüen GR stammt und mit 15 von zu Hause auszog. Mit ihrem Freund Samuel hat sie in Däne mark die entscheidenden Jahre ihrer Berufs karriere durchlebt: Nach einer begonnenen Kochlehre im «Rollerhof» in Basel bewarb sie sich beim Sternerestaurant Relæ in Kopenhagen für einen Stage. Der Umgangs ton im «Rollerhof» war ihr zu rau. «Ich musste mir Sprüche anhören wie ‹Du kannst eh nicht kochen› und Ähnliches», sagt sie. Auch in der dänischen Hauptstadt war es hart: Sie musste vier Tage pro Woche täglich 16 Stunden arbeiten. Nach der Arbeit habe sie kurz in Kochbüchern gestöbert und sei dann todmüde ins Bett gefallen. Sie habe sich mit Samuel ein Bett in einer Zweizimmer wohnung geteilt, «obwohl wir damals noch
Bild: Filipa Peixeiro
kein Paar waren». Auch er absolvierte seine Ausbildung im «Relæ». Bald schon erhielt das Restaurant den ersten MichelinStern. Aus dem Stage wurden drei Jahre. Margaretha Jüngling schwärmt von der Zeit in Skandinavien: «Ich habe alles von der Pike auf gelernt und musste schon nach einem halben Jahr Lehrlinge ausbil den. Dabei wurde ich konstant gefordert und bekam viel mehr mit als in einer klassischen Kochlehre.» Sie lernte, schnell und effektiv zu arbeiten, Teams zu moti vieren und zu fördern. Routine ist nicht ihr Ding
Mit diesem Wissen und der Praxis aus der nordischen Küche zog die junge Frau nach New York, San Francisco, Thailand, Mexiko und Japan. In den vergangenen beiden Wintern hat Margaretha Jüngling als Küchenchefin im «Stazione Paradiso» für Aufsehen gesorgt, einem umgebauten Ber liner SBahnWagen in Zürich. Zwischen durch war sie Neil Youngs Köchin während dessen Europa und USATournee. Seit März ist Margaretha Jüngling freischaffend. Routine ist nicht ihr Ding. «Ich wohne preiswert, weil ich Wohnungen zwischennutze. Mein Jahreseinkommen beträgt wohl weniger als 30 000 Franken. Mit Ausnahme meines täglichen Kaffees lebe ich sehr bescheiden.» Ihr genügt es, Sicherheit für einen Monat zu haben, und sie hat auch kein Problem damit, wenn sie zur Überbrückung in einer Bar arbeiten muss. «Die Arbeit in der Küche ist unter bezahlt. Aber ich bevorzuge eine Tätigkeit, die mir in allen Aspekten gefällt.» Mit dem Projekt «Zum Goldenen Krass» realisiert Jüngling ihren Traum vom eigenen Restaurant – wenn auch nur auf Zeit. Sie
glaubt, dass es trotz riesiger Konkurrenz und hoher Fixkosten in der Schweiz möglich ist, ein Lokal gewinnbringend zu führen. «Ich will durch Essen Atmosphäre und Inspiration schaffen. Wenn das funktioniert und meine Gäste glücklich sind, habe ich alles erreicht.» MichelinSterne oder GaultMillau Punkte sind ihr nicht wichtig. «Es ist cool, dass es solche Bewertungen gibt. Aber ich versuche, perfekt in der Einfachheit zu sein. Das können auch Spaghetti mit Tomaten sauce sein.» Kochen könne auch eine poli tische oder ökologische Note haben. Ob ein Koch israelischer, palästinensischer oder syrischer Abstammung ist, erkenne man daran, wie er den Hummus zubereite. Einfachheit ist Programm
Sie koche gern einfach, frisch, eher leicht und liebe japanisches Essen. «Gerichte soll ten nur aus den nötigsten Zutaten bestehen. Wenn ich beispielsweise merke, dass Lieb stöckel zu dominant oder überflüssig ist, lasse ich ihn weg.» Einfachheit und Beschei denheit zeigen sich auch in der Ernährung der Jungköchin: Sie isst viel Gemüse. Oder Salat, den ihre Eltern aus Chur mitbringen, wenn sie auf Besuch sind. Zu Hause habe sie immer einen Vorrat an Knäckebrot, Sesam paste und Chillis. Fleisch und Fisch esse sie praktisch nie. «Aber wenn ich Tatar anbiete, probiere ich natürlich beim Zubereiten.» Am Wochenende geht Jüngling gern an Konzerte, sie mag Elektromusik. «Tanzen und Musik bedeuten mir sehr viel. Töne und Geschmack werden im gleichen Teil des Hirns verarbeitet. Beim Tanzen kommen mir Ideen, die ich in der Küche umsetze.» Und sie mag die Natur. Beim Wandern und Schwim men tüftelt sie an neuen Projekten. MM
MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Immer für eine Überraschung gut: Margaretha Jüngling (28) macht das «Goldene Fass» in Zürich drei Wochen lang zum «Goldenen Krass».
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MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
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Der Erlebnisbericht von Leser Kurt Born aus dem Kanton Aargau hat diverse Reaktionen ausgelöst: R. K.: Danke für die Tipps. Ich kannte bisher keine
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krutenschule Tinnitus, weil ich den Gehörschutz nicht aufgesetzt hatte. Könnte eine Physiotherapie helfen? Corinne JR: Deine Darstellung ist für viele sicher eine wertvolle Hilfe. Tinnitus kann überwunden werden, aber es braucht dazu auch Entschleunigung, Entspannung und weniger Stress. Danke für den Bericht. Hendrika van der B.: Danke für den Tipp. Ich habe zwar gelernt, mit meinem Tinnitus zu leben, werde aber deine Empfehlung gerne ausprobieren. Gabrielle Ceppi: Ich kann dir nur zustimmen. Seit ich regelmässig zum Physiotherapeuten gehe, um meine Nackenverspannung zu lösen, ist der Tinnitus weg. Die Geschichte nochmals lesen: www.migmag.ch/tinnitus
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Feines Abendessen im traditionellen «Bouchon» Gourmet-Ralley in den berühmten Halles de Bocuse Reizvolle Dörfer und edle Weine im Beaujolais 1. Tag: Schweiz-Dijon-Lyon. 2. Tag: Geführte Stadtbesichtigung Lyon mit seiner jahrhundertealten Architektur. Nachmittags Bootsfahrt auf der Saône. Abendessen in einem traditionellen «Bouchon». 3. Tag: Themenspezifische Führung zur ehemals bedeutenden Seiden-Industrie und Besuch des Seiden-Museums. Degustation erlesener Spezialitäten am Mittag in den bekannten Hallen von Bocuse. Nachmittag zur freien Verfügung. Nachtessen in einer Brasserie. 4. Tag: Lyon-Beaujolais-Schweiz.
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MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
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Leserforum MM29: Gesundheit Der digitale Patient
«Die Digitalisierung führt zum ‹Sklaventum›» Ich finde es bedenk lich, dass ein Grossteil der Menschen mit Zugang zur Techno logie nicht merkt, dass die Digitalisierung fast zum «Sklaventum» führt. Was für Aus wirkungen es hat, dass wir Menschen oft nicht mehr echt präsent sind, werden wir mit der kommen den Generation sehen. J. Schmidiger, via E-Mail Das E-Patientendossier verschafft Überblick über sämtliche Patientendaten. MM30: Editorial «Fondiu» bei 33 Grad
«Käsefondue am Nationalfeiertag!» Es gibt doch nichts Schöneres, als an unserem Nationalfeier tag ein herrliches Käsefondue zu geniessen. Dasselbe gilt für Raclette. Wir finden es sinn voller, unsere in der Schweiz produzierten Produkte zu essen als irgendwelche Früchte und Gemüse, die von weither importiert werden. Familie S. und I. Weber, via E-Mail MM29: Hans-Ulrich Stauffer
«Es gibt in Eritrea viel zu wenige Jobs für junge Menschen»
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«Hilfreiche Taten folgen fast nie» Politiker in Europa reden viel über Lösungen und Auf bauhilfe vor Ort, hilfreiche Taten folgen fast nie. Die Flüchtlinge sind oft junge Männer mit wenig bis keiner
Ausbildung. Wie soll Integra tion ohne Jobs funktionieren? Franz Stadelmann, via E-Mail MM28: James Heim «Im Westen
herrscht eine spirituelle Leere»
«Time-outs für digital Geschädigte» Wer künftig Wi-Fi-freie Zonen sucht, wird wohl eine Menge Geld bezahlen müssen. Vielleicht gibt es für digital Geschädigte ja auch bald ärzt lich verschriebene Timeouts, die über die Grundversicherung abgerechnet werden können. Jürg Frey, Teufen ZH Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion MigrosMagazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwor tung für Inhalt und Richtigkeit der Aus sagen. Über Erscheinen resp. Nicht erscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.
Gabriel Vetters «Bild der Woche» – und die tragische Geschichte dahinter.
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Josef Röthlin (55) aus Sachseln OW war überrascht, als er am 17. Juli ein Bild seines brennenden
Stalls im MigrosMagazin sah (Seite 7). Satiriker Gabriel Vetter hatte das Bild als «Mein Bild der Woche» aus gewählt. Der abgelegene Geissen stall brannte am 8. Juli total nieder. Tiere wurden keine verletzt, doch Maschinen wurden zerstört. Der Bergbauer vermutet, dass ein Blitz
eingeschlagen hat. Im angrenzen den Bauernhof wohnt er mit Frau (45) und Tochter (7). Die Familie lebt von Direktzahlungen und hält Kühe, Rinder und Kälber. Für einen Wiederaufbau reiche die Versiche rungssumme nicht, teilte Röthlin der Migros Luzern mit: «Ich bin für jede Unterstützung dankbar.» Josef Röthlin, Sigetschwand 1, Postfach 213, 6072 Sachseln, Tel. 079 737 62 94
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«Arme streiten ums Bettlaken, Reiche um den Diamantring» Kaum etwas im Leben ist schwieriger, als friedlich das Erbe zu regeln. Daran ändert auch die geplante Reform des Schweizer Erbrechts nichts: «Unter dem Strich gehts immer ums Geld», sagt Gisbert Bultmann. Geschichten aus dem Alltag eines Notars. Text: Markus Dettmer, Britta Stuff Bilder: Hilarius Riese
MENSCHEN | MM31, 31.7.2017
Erben fĂźhrt fast immer zu Streit, weiss Notar Gisbert Bultmann aus jahrelanger Erfahrung.
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Gisbert Bultmann, haben Sie Ihr Testament schon gemacht? Ich behaupte immer, dass ich eines gemacht hätte. Tatsächlich ist nur ein kleiner Teil geregelt. Die grosse Sache steht noch aus. Warum zögern Sie? Da sind Notare auch nicht anders als Schuh macher, die mit löchrigen Schuhen losge hen. Es ist unangenehm, sich mit der eige nen Endlichkeit zu befassen. Nur ein Viertel der Menschen hinterlässt ein ordentliches Testament. Sie denken, sie hätten noch Zeit. Wie oft führt das Erbe zu Streit? Fast immer. Warum? Der Urgrund der Erbstreitigkeiten ist, dass Eltern den Fehler begehen, ihre Kinder ungleich zu behandeln. Das Testament entsteht kurz vor dem Tod, oft zu einem Zeitpunkt, da die Eltern bereits auf Hilfe angewiesen sind. Das eine Kind pflegt, das andere wohnt weit weg. Der Sterbende sieht dem Kind vor Ort in die Augen und sagt: Du kriegst das Haus. Und das andere nur den Pflichtteil. Es geht um Zurücksetzung? Ja. Und natürlich auch um verletzte Gefühle. Schon die Bibel ist voll von solchen Geschichten. Da gibt es etwa die vom ver lorenen Sohn. Der eine Sohn verlangt von seinem Vater das Erbteil, reist damit in die Welt und verprasst es. Als er dann nach Jahren als armer Mann zurückkehrt, hat der Vater Mitleid mit ihm. Er bestraft ihn nicht, sondern lässt ein Kalb für ein grosses Fest schlachten. Der andere Sohn, der immer fleissig war und seinem Vater gehorcht hat, sieht das mit Eifersucht und Zorn. Sind Einzelkinder glücklichere Erben? Absolut. Wer nicht teilen muss, muss nicht leiden. Ab zwei Kindern wird es kompliziert. Die Natur hat es glücklicherweise so eingerichtet, dass Eltern ihre Kinder in aller Regel gleich lieben. Alles andere empfinden die Kinder als schwere Kränkung. Mit zunehmendem Alter sehen die Eltern die Beziehung zu ihren Kindern aber auch unter einem geschäftlichen Aspekt. Wer sich mehr gekümmert hat, soll auch mehr bekommen. So nimmt das Unglück seinen Lauf. Können sich Geschwister nicht einigen? Klar, wenn sie vernünftig wären. Aber meistens sagt das Kind, das mehr bekommt, zu den anderen: Ihr seid doch selber schuld, nie habt ihr euch um Papa gekümmert. Grosszügigkeit erleben Sie nicht? In all den Jahren kaum ein einziges Mal. Es gibt allenfalls die Bereitschaft, eine Summe
Erben ende meist im Streit, sagt Gisbert Bultmann. Besonders schwierig wirds bei Patchworkfamilien.
zu runden, damit man zu einer Einigung kommt. Warnen Sie davor, wenn Eltern ihre Kinder im Testament unterschiedlich behandeln wollen? Ja, immer. Ich sage dann: «Sie säen einen Streit zwischen Ihren Kindern, den Sie nicht mehr schlichten können. Denn Sie sind im Grab.» Aber meistens nützen alle Warnungen nichts. Werden Testamente dazu benutzt, Rache zu nehmen? Bestimmt schwingt das mit. Was ich auf Erden hinterlasse, ist die letzte Potenz. Da werden auch Rechnungen beglichen, das ist nur menschlich. Es ist auch schlimmer geworden, weil die Menschen älter werden. Ich habe heute Fälle, in denen das Erbe eines 90Jährigen verteilt werden muss. Dann sitzen hier Kinder, die 60 Jahre und älter sind. Die haben selbst bereits Enkel kinder und haben sich lange von der ursprünglichen Kernfamilie entfernt. Je länger das Leben dauert, umso mehr dunkle Gefühle können sich aufstauen. Es gibt noch einen gesellschaftlichen Wandel, die Patchworkfamilien. Die sind purer Erbhorror. Patchwork klingt so schön nach gehäkelter Decke. Im Alltag
Zur Person
Notar und Testamentsvollstrecker Gisbert Bultmann (64) ist einer von über 7000 Notaren in Deutschland. Seit 26 Jah-
ren setzt er in seiner Kanzlei in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) Testamente auf und hat dabei so einiges erlebt. Bultmann lebt in Recklinghausen, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
des Erbrechts ist das ein Hauen und Ste chen. Nehmen wir an, die Frau stirbt, und der Mann verbandelt sich mit einer neuen. Der 20 Jahre jüngeren Frau räumt er dann lebenslanges Wohnrecht in dem Haus ein, in dem die Kinder gross geworden sind. Das sind Konstellationen, in denen die Betrof fenen einander gern erdolchen würden. Wie viel wird denn da normalerweise so vererbt? Im Moment stirbt die Nachkriegsgenera tion, die oft nichts als Arbeit kannte und die sich selten etwas gegönnt hat. Da geht es meist schon um sechsstellige Beträge. Und ist der Ärger ums Erbe abhängig von dessen Wert? Nicht unbedingt. Die Armen streiten sich ums Bettlaken, die Betuchten um den Diamantring, den die Mutter ihnen auf dem Sterbebett versprochen hatte. Geht es nicht auch um die Liebe der Eltern? Die wird ja im Erbfall in Geld gemessen. Die meisten kommen hier rein und sagen: «Sie müssen nicht denken, dass es mir ums Geld geht. Mir gehts ums Prinzip!» Da weiss ich immer schon: Jetzt wirds besonders doll. Unterm Strich gehts immer um Geld. Was sorgt für mehr Streit: Erinnerungsstücke oder Wertsachen? Schwer zu sagen: Bei Schmuck bekomme ich immer Hautausschlag, weil die Leute dessen Wert völlig überschätzen. Das kommt in einer Reihe mit Briefmarken und Münz sammlungen. Wenn es nicht gerade ein Zweikaräter ist, sagen die meisten Juwe liere: «Bleib mir weg mit dem Kram, schon das Wertgutachten kostet mehr, als der Ring wert ist.» Bei Erinnerungsstücken sind immer Gefühle mit im Spiel, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe gerade den Fall einer Galeristin, da geht es um ein Bild, eine
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MM31, 31.7.2017 | MENSCHEN
Schweizer Erbrecht
Was sich mit der Reform verändern soll Dieses Jahr beschliesst die Schweiz eine Reform des über 100 Jahre alten Erbrechts. Das Erben soll an heutige Lebens realitäten angepasst werden, profitieren würden unverheiratete Paare, Patchwork familien und Familien betriebe. Unter ande rem sollen die Pflicht teile reduziert werden, um dem Erblasser mehr Freiheiten zu geben. In der Vernehmlassung haben sich alle Kantone und die Mehrheit der Parteien für eine Revi sion ausgesprochen, einige jedoch beurteilen die Vorlage als zu zöger lich, anderen geht sie zu weit. Klar ist, dass es sich um eine emotionsbela dene Reform handelt. 2011 wurden in der Schweiz 61 Milliarden Franken vererbt. 2015 sollen es bereits 76 Milliarden gewesen sein. Das sind zehn Milliarden mehr als das Schweizer Staatsbud get, wie der Lausanner Ökonom Marius Brül hart errechnet hat. Ein Nachlass war 2013 durchschnittlich 580 000 Franken wert, etwa 30 Prozent mehr als im Jahr 2000.
Ein Drittel der Bevölke rung wird nie etwas er ben – drei Viertel der vererbten 76 Milliar den gehen an nur zehn Prozent . Zwei Drittel der Erbenden sind über 55 Jahre alt. Und weil Paare immer weniger Kinder haben, wird das Erbe unter weniger Personen aufgeteilt. Das heizt die Vermö genskonzentration an. Quelle: «Beobachter» 2015
Ansicht von Venedig. Der Vater der Galeris tin hatte neu geheiratet und seine zweite Frau als Erbin eingesetzt. Der Tochter blieb nur der Pflichtteil. Trotzdem sagt die Tochter: «Das Bild ist eine Erinnerung an meine Kindheit, das hing bei uns früher im Wohnzimmer.» Die neue Frau ist der Meinung, das Bild gehöre ihr, weil es lange in dem Apartment hing, das sie mit ihrem Mann bewohnt hat. Wirtschaftlich ist das Bild höchstens ein paar Hundert Euro wert. Aber es geht eben um den emotionalen Wert, die Erinnerung. Und ums Rechthaben. Setzen Männer oder Frauen die klügeren Testamente auf? Frauen vererben eher nach den Genen als Männer. Das ist evolutionär ganz logisch, Frauen wissen bei den Kindern sicher, dass es ihre sind. Sie investieren also in die eigenen Gene. Männer begünstigen auch gern mal ihre neue Frau. Die soll nach ihrem Tod noch ein schönes Leben haben. Haben Sie schon erlebt, dass jemand vor dem Sterben das Geld auf den Kopf haut? Einmal habe ich gestaunt, bei einem Ehepaar, von dem ich dachte, dass es ver mögend sei. War es auch. Aber als sie zu mir kamen, waren nur noch 15 000 Euro übrig. Sie sagten: «Wir haben alles verreist.» Sie waren in China, in Südamerika, in der Karibik. Aber das ist die absolute Ausnahme. Die meisten Deutschen halten bis zum Schluss das Geld zusammen. Läuft es in der Schweiz ähnlich oder anders beim Erben? Die Vermögen sind eher noch höher, die Bevölkerung noch vielfältiger – somit das Potenzial für Streit rund ums Erbe noch grösser. Das macht es umso wichtiger, im Vorfeld Gespräche zu führen und Vereinbarungen zu treffen. Wie gehen Sie mit der ganzen Hysterie ums Erben um? Je älter ich werde, desto drakonischer werde ich.
Reden. Die Konflikte, die im Todesfall Zeit, Nerven und Geld kosten, müssen vorher geklärt werden. Ist es einfacher, wenn gar kein Testament da ist? Das ist eine Katastrophe. Geld können Sie teilen, aber dann kommen die Sachwerte. Was ist mit dem Haus? Das will der eine behalten, der andere verkaufen. Dann kom men Gutachter über Gutachter. Der Alltag ist immer kompliziert. Da wird vorgerech net, was jeder zum Wert des Erbes beigetra gen hat. Das eine Kind wohnt im Haus, hat das Dachgeschoss ausgebaut, hat Geld inves tiert. Dafür sagt das andere Kind: Die Mama hat dir vor drei Jahren ein Auto gekauft. Denkt man nach so vielen Jahren als Notar schlechter über die Menschen als vorher? Man verliert seine Illusionen, der Glaube an das Gute kriegt einen Knacks. Es kommt nicht von ungefähr, dass eines der grössten Dramen der Literatur, Shakespeares «King Lear», vom Erben und Vererben handelt. Kurzgefasst ist es die Geschichte eines alternden Königs, der drei Töchter hat, eine gute und zwei böse. Der König verstösst seine gute Tochter; die beiden anderen teilen sich das Reich auf. Hier haben wir doch im Grunde genommen das, was keiner wahrhaben will: Das Böse triumphiert. Kann man das durch ein wasserdichtes Testament verhindern? Es gibt einen Witz. Kommt ein Mann zum Notar und sagt: Ich will ein Testament machen. Aber machen Sie es so wasserdicht, dass keine Auslegung möglich ist. Da sagt der Notar: Das hat selbst der Gottvater zweimal versucht, im Alten und im Neuen Testament. Und noch heute streiten sich die Gelehrten über die Auslegung. Man könnte sagen: Schön für Sie. Schliesslich leben Sie vom Streit. Mein Ideal ist es eher, Ärger zu vermeiden. Die Menschen müssten nur mitspielen. Aber ich weiss, wie schwierig das ist. Ich habe einen Bruder, der ist über 1,90 Meter gross und vier Jahre älter als ich. Er stand immer unserer fünfköpfigen Geschwisterschar vor. Er war erfolgreich, der Sonnyboy, schon immer. Wir haben uns dann bei der Pflege der Eltern gestritten. Ich begann, Mails zu schreiben, statt zu reden. Irgendwann merkte ich: Gisbert, halt, du musst die Reissleine ziehen! Sonst bist du bald wie einer deiner eigenen Fälle. MM
Was heisst das? Wenn die Leute vor mir streiten, gehe ich radikal dazwischen. Ich sage dann: «Ich will das jetzt alles nicht hören.» Die Menschen haben leider ein Elefantengedächtnis. Die sitzen hier und wissen noch ganz genau, dass die Gisela schon als Kind immer das grösste Stück Kuchen bekommen hat. Juristisch ist das aber völlig irrelevant. Bei Verhandlungen sagen Richter an dieser Stelle oft: «Ich geh dann mal raus. Wenn Sie sich gefangen haben, komme ich wieder.»
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von «Der Spiegel» (Copyright SPIEGEL 27/2016).
Gibt es ein Rezept für friedliches Vererben?
Übrigens: Bultmann hat inzwischen sein eigenes Testa ment gemacht und sich auch mit seinen Kindern über ihre Gleichbehandlung beim Erben auseinandergesetzt.
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570 000 der traditionellen 1.-August-Weggen verkauft die Migros-Bäckerei Jowa pro Saison. Das Gebäck ist je nach Region frühestens ab 4. Juli bis zum 1. August erhältlich.
Migros-Lehrberufe
Das Mehl im Griff
Bild: Daniel Kellenberger
Ajdin Plancic (20) absolviert das zweite Lehrjahr zum Müller beim M-Industriebetrieb Jowa AG.
«Wir mahlen Hartweizengriess für die Pastaherstellung. Mit dem Spachtel nehme ich zum Beispiel Proben für die Qualitätskontrolle.»
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
Dein Moment mit Robbie Williams
Klipp und klar
Schweizer setzen auf Fitness
5 x 2 Konzerttickets sowie Meet&Greet zu gewinnen
Andrea Ming,
Leiterin Direktion Koordination Klubschulen und Freizeitanlagen
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Die Migros baut ihr Fitnessangebot in der Schweiz stetig aus, ebenso andere Anbieter. Ist der Fitnessmarkt nicht langsam übersättigt? Nein, der Schweizer Fitnessmarkt wächst nach wie vor. Deshalb expandieren die Fitnessketten weiter. Das macht den Markt professioneller und vielfältiger.
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Wenn Robbie Williams mit seiner «Heavy Entertainment Show» die grossen Stadien Europas füllt, ist Café Royal als exklusiver Partner immer mit dabei. Highlight ist für die Kaffeemarke der Migros-Tochter Delica natürlich das Heimspiel im Zürcher Letzigrund am 2. September. Für zehn Personen wird dann ein Traum wahr: Gemeinsam mit dem MigrosMagazin verlost Café Royal 5 x 2 Konzerttickets inklusive Meet&Greet. Beantworte die Wettbewerbsfrage auf www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff, und mit etwas Glück triffst du den Superstar am 2. September persönlich. Teilnahmeschluss ist der 6. August.
Durch was unterscheiden sich die Fitnessangebote der Migros von denen der Konkurrenz? So wie sich die Migros in allen Bereichen von der Konkurrenz unterscheidet: durch gute Qualität zu fairen Preisen – dies gilt für alle Fitnessformate der Migros, die in völlig unterschiedlichen Preissegmenten tätig sind.
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Was ist aktuell in Sachen Fitness besonders gefragt? Alles, was in kurzer Zeit viel Wirkung verspricht. Digitale Trainingspläne und Reports sowie Onlinefitness sind weitere Kundenbedürfnisse. Fitnessanlagen werden auch als soziale Treffpunkte verstanden.
Migipedia
Kreative Besucher am Paléo-Festival
Die Besucher des PaléoFestivals hatten tausend Ideen für ein neues BlévitaSandwich.
Migipedia, die Onlinekundenplattform der Migros, war am Paléo-Festival in Nyon mit einem Stand vor Ort. Dort hatten die Festivalbesucher die Möglichkeit, neue Geschmacksvarianten für ein Blévita-Sandwich vorzuschlagen. Fast tausend Ideen kamen zusammen: mexikanisch mit Guacamole und Chili, Tomaten/Mozzarella oder Mango. Einige Besucher waren besonders kreativ und wünschten sich ein Blévita mit Wildschweinaroma oder mit legalem CBD-Cannabis. Der M-Industriebetrieb Midor, der die Blévita herstellt, prüft nun alle Vorschläge. Vier bis sechs Blévita-Sandwiches werden als Muster einer Jury vorgelegt, die drei Favoriten auswählt. Welches BlévitaSandwich es ins Sortiment schafft, entscheiden die Migipedia-Nutzer in einer Onlineabstimmung im Januar. www.migipedia.ch
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Brücke zwischen Alt und Jung Die multimediale Plattform Und bringt verschiedene Generationen in Kontakt miteinander. Eine Website, ein Magazin und Diskussionsrunden fördern das Gespräch. Es geht dabei um ganz verschiedene Themen wie die Hilfsbereitschaft im Alltag, die Rentenreform oder die Bedrohung durch den Klimawandel. «Und» ist vor fünf Jahren aus der Maturaarbeit von Elias Rüegsegger, heute
22-jährig, entstanden, der zurzeit Theologie studiert. Die Plattform steht auch hinter einem für 9. September geplanten Generationenfestival: Bei dem vielfältigen Event in Thun sollen sich Alte und Junge an einem speziellen Markt und in Workshops begegnen. Das MigrosKulturprozent engagiert sich für den Generationendialog; es unterstützt deshalb auch die Plattform Und. Weitere Infos: www.generationentandem.ch
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
Aus der Region. Für die Region.
Süsse Verführung Philippe Steiner von Pitteloud Fruits präsentiert
ein Kistchen sonnengereifter Walliser Aprikosen, aus denen seine Firma Konfi für das Label «Aus der Region. Für die Region.» produziert. Die Herstellung erinnert Migros-Kundin Méry Crettenand an ihre Kindheit. Text: Marc Bodmer
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ausende von frisch geernteten Aprikosen füllen die Bahnen der Sortiermaschine der Firma Pitteloud Fruits bei Sion. Mit flinken Händen nehmen Mitarbeitende eine erste Triage vor, dann sorgt ein Scanner system dafür, dass noch zu wenig reife Exemplare ausgemustert werden. Schliesslich landen die Früchte getrennt nach Grösse in acht verschiedenen Kanälen. «Am Schluss hat man nur noch die grössten auf dem Band», erklärt Verkaufsleiter Philippe Steiner (62) seinem Gast, Méry Crettenand. Die 37Jährige aus Riddes ist treue MigrosKundin und bekennender Fan der Apri kosenkonfitüre, die unter ande rem in den Hallen von Pitteloud Fruits hergestellt wird. Bei der Betriebsbesichtigung mit dem Verkaufsleiter erfährt sie, dass die Früchte für ihre Lieb lingskonfi ausschliesslich in der Umgebung von Salins oberhalb von Sion wachsen. «Für die Aprikosen, aus denen wir die Konfi für das Label ‹Aus der Region. Für die Region.› herstellen, haben wir extra eine bestimmte Parzelle reserviert. Damit ist garantiert, dass der Geschmack konstant bleibt», betont Steiner. Insgesamt werden bei Pitteloud Fruits jährlich rund 1000 Tonnen
Bilder: Nik Hunger
Aprikosen verarbeitet. «Aber nicht nur zu Konfi», wie Steiner erläutert. «Wir produzieren hier auch Nektare, tiefgefrorene halbe Aprikosen und Aprikosenwürfel für Joghurt.» Méry Crettenand interessiert jedoch in erster Linie die Apri kosenkonfi, und wie die Reife und der Zuckergehalt der Früchte bestimmt werden. «Bei der Ernte spielt neben der Farbe das Palpie ren, das sanfte Abgreifen, eine wichtige Rolle. Natürlich messen wir nachher im Kessel auch den Zuckergehalt», sagt Steiner. Demonstrativ entnimmt eine Mitarbeiterin sogleich eine Probe aus dem Dampfkochtopf. Mit Aprikosenkonfitüre aufgewachsen
Ein Fruchtanteil von 58 Prozent und der Verzicht auf künstliche Konservierungsmittel zeichnen die Konfitüre aus, die 80 Grad heiss abgefüllt wird. Ein Vorgang, der bei Méry Crettenand Kind heitserinnerungen weckt. «Meine Eltern hatten Aprikosenbäume», verrät sie ihrem Gastgeber, «und so bin ich gewissermassen mit Aprikosenkonfi gross geworden. Zwar esse ich gelegentlich auch andere Fruchtsorten, aber nach ein, zwei Tagen habe ich meistens genug davon. Aprikosen verleiden mir allerdings nie.» MM
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Zerkleinern werden die Früchte eingekocht.
Vor Ort können sich Kunden vom umfang reichen Angebot an Produkten mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» selbst überzeugen. Mehr Informationen: www.ausderregion.ch
3 Die Abfüllung der Konfi
erfolgt bei einer Temperatur von 80 Grad. 4 Verkaufsleiter Philippe
Steiner erklärt der MigrosKundin Méry Crettenand, welche Aprikosen zu Konfitüre verarbeitet werden. Nur vollreife Exemplare kommen dafür infrage. 5 Der Schlussakkord ist wieder Handarbeit: Eine Mitarbeiterin etikettiert die Gläser für die Migros. 5
Aprikosenkonfitüre, 230 g Fr. 3.90
«Aus der Region. Für die Region.» steht für rund 9000 Produkte, die von regionalen Produzenten hergestellt werden.
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
Pfirsiche
Flach in der Form, stark im Geschmack Auf Anregung der Migros Wallis baut das Amt für Obst- und Gemüsebau in Châteauneuf Pfirsiche «Aus der Region. Für die Region.» an. Die ersten werden in diesen Tagen reif. Text und Bilder: Mélanie Zuber
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alliser Aprikosen geniessen wir im Juli, im August aber Pfirsiche aus dem Ausland. Könnten die süssen und samtweichen Früchte denn nicht auch in Walliser Obstgärten wachsen? Doch, aber: Die Konkurrenz der Nachbarländer ist stark, und die inländische Produktion wird nicht geschützt. Das hemmt die Produzenten und zwingt die Grossverteiler, die Früchte anderswo zu beziehen. Da die Migros Wallis ihrer Kundschaft Pfirsiche mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» anbieten wollte, kontaktierte sie schon vor einigen Jahren das Amt für Obstund Gemüsebau, um zu prüfen, ob eine Pfirsichproduktion möglich wäre. «Wir gingen damit ein Risiko ein», erzählt Amts chef Jacques Rossier, «aber dank unserer Struktur konnten wir die Herausforderung annehmen.» Für einen gelungenen Produktionsstart untersuchte das Amt im Vorfeld zahlreiche Pfirsichsorten. «Am Ende haben wir uns entschieden, mit dem Unternehmen Agro Sélection Fruits in Perpignan zu arbeiten, fährt Jacques Rossier fort. «Es überzeugte uns durch seine Seriosität und den Willen, eine hohe Geschmacksqualität seiner neuen Früchtesorten zu gewährleisten. Diese werden nun unter dem Markennamen ‹Regal’In› vertrieben.» Diese Pluspunkte scheinen nicht nur das Amt überzeugt zu haben. Die «Regal’In»-Flachpfirsiche er-
hielten sowohl 2016 als auch 2017 in der Kategorie Früchte die prestigeträchtige französische Auszeichnung «Saveur de l’année», zu Deutsch etwa: Geschmackserlebnis des Jahres. Der landtechnische Mitarbeiter Sven Knieling kennt die Gründe für diesen Erfolg. «Diese
Pfirsichsorte hat einfach einen hervorragenden Geschmack und ist sehr handlich», sagt er begeistert. «Für ein Picknick kann man keine Pfirsiche einpacken, das gibt schnell Flecken. Flachpfirsiche hingegen sind fest und sehr angenehm zu essen, weil das Fleisch sich her-
vorragend vom Stein löst. Man kann den Pfirsich in der Mitte mit zwei Fingern halten und geniesst ihn einfach so. Hat man ihn einmal gekostet, wollen die meisten nur noch diese Sorte.» Flachpfirsiche sind praktisch, geschmackvoll und kleiner als traditionelle Pfirsichsorten.
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Sie haben die ideale Grösse für Kinderhände und empfehlen sich für das Zvieri. Anbau musste erlernt werden
Die Wahl der Pfirsichsorte war eine erste wichtige Etappe für das Amt. Danach mussten die Mitarbeitenden lernen, wie man
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sie anbaut. Die ersten Versuche fanden 2014 mit zehn Bäumen statt. Dabei konnte eine erste Schwäche der Frucht aufgedeckt werden: Bei der Blütennarbe reisst offenbar die Haut manch mal auf. «Das fördert die Entwicklung von Pilz und Schimmel», erklärt Jacques Rossier. «Aber daran konnten wir arbeiten, und wir haben gelernt, das Problem zu umgehen.» Die ersten Tests ermöglichten auch, den Wachstumsrhythmus und die Reife der verschiedenen Bäume eingehend zu beobach ten. Durch Umveredelungen gelangen dem Amt sogar auf einanderfolgende Ernten der gleichen Pfirsichsorte, sodass man die Früchte einen ganzen Monat lang geniessen kann. «Es gibt einen Anbaukalen der, und wir können nicht mit allen Früchten gleichzeitig arbeiten», erklärt Sven Knieling. «Im Juni essen die Leute Kirschen. Im Juli Aprikosen. Im August können wir ihnen jetzt Pfirsiche anbieten.» Gern geteiltes Know-how
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2016 wuchsen die ersten Früch te auf den Bäumen, die später in der Migros Wallis verkauft wur den. Der Lernprozess war damit aber noch nicht vorbei. Das Amt für Obst und Gemüsebau ver feinerte die Techniken mit der Zeit immer mehr. «Wir lernten, die Bäume so zu beschneiden, dass alle Früchte schön gleich mässig besonnt werden», sagt Bernard Vollet, Anbauchef. «Wir mussten ausserdem sogenannte Auslichtungstechniken lernen.
Ist der Baum zu beladen, wird er müde. Wir nehmen daher die kleinen und diejenigen Früchte ab, bei denen sich erste Probleme zeigen. Die Pfirsiche, die wir auf dem Baum lassen, müssen parallel zum Ast, flach und versetzt positioniert sein, damit sie sich gut entwickeln können.» Das Amt lässt interessierte Obstbauern gerne an all diesen Entdeckungen teilhaben. «Wir bieten den Produzenten die Möglichkeit, zu uns zu kommen und die Techniken zu lernen», sagt Jacques Rossier. «Der Erfahrungsaustausch ist Be standteil unseres Auftrags als Kompetenzzentrum. Es gibt zwar schon etwas Begeisterung für den Anbau, aber sie ist noch zaghaft. Die Pfirsichproduktion in der Schweiz ist immer noch ein Nischenmarkt.» Knackig-fest, saftig-schmelzend
Das Erlernen der notwendigen Anforderungen geht bis zur Ernte. Letztes Jahr wurden die Früchte gepflückt, als sie ihre optimale Reife erreicht hatten. Dieses Jahr findet die Ernte ein bisschen früher statt. «Wir ernten jetzt, wenn die Pfirsiche zu reifen beginnen», erklärt Jacques Rossier. «Denn auch gepflückt reifen sie noch nach. Nach ein oder zwei Tagen ent wickeln sie ihre Saftigkeit. Letz tes Jahr haben wir zu lange gewartet. Dieses Jahr kennen wir unsere Bäume schon besser. Wir gewinnen schrittweise an Vertrauen und können die Qualität unserer Früchte noch weiter verbessern.» MM
1 Die Pfirsich-Experten: Sven
Knieling, Jacques Rossier und Bernard Vollet (v. l.) vom Amt für Obst- und Gemüseanbau. 2 Pionierleistung: Die
Pfirsichbäume wachsen auf dem amtseigenen Gelände. 3 Die flachen Pfirsiche
werden geerntet, wenn sie zu reifen beginnen. Einmal gepflückt, reifen sie noch nach.
Wissenswertes
Wertvolle Arbeit Das Amt für Obst- und Gemüsebau befindet
sich in Châteauneuf und ist ein Kompetenzzentrum, das eine Fläche von 20 Hektar bewirtschaftet, auf der es die Freiheit hat, zahlreiche Studien durchzuführen. Es führt ausserdem auch Studien zu etwa 30 unterschiedlichen Themen durch wie Bewässerung, Auslichtung, Frostbekämpfung.
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
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So gelingen Zitronen-Auberginen-Röllchen 1
Auberginen längs in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Salz bestreuen und 20 Minuten
ziehen lassen. Inzwischen von der Zitrone die Schale abreiben.
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Backofen auf 200 °C vorheizen. In jede Auberginenscheibe je ca. 2 EL der Ricottamasse einrollen. 5–6 EL der Sauce auf dem Boden
einer ofenfesten Form verteilen. Fertige Rollen mit der Verschlussstelle nach unten und neben einander in die Form legen.
2
Butter in einer Pfanne schmelzen. Mehl mit einem Schwingbesen einrühren und aufschäumen. Milch unter kräftigem Rühren dazugiessen und 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln. Zitronenschale dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
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Röllchen vollständig mit der restlichen Sauce bedecken und mit dem Parmesan bestreuen. In der Ofenmitte während ca. 20 Minuten gold
braun backen.
3
Minze fein hacken. Knoblauch dazupressen.
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Salzen oder nicht? 4
Zutaten für 4 Personen 2 grosse Auberginen Salz 1 Zitrone 30 g Butter 30 g Mehl 5 dl Milch Pfeffer aus der Mühle 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss 1 Bund Pfefferminze 1 Knoblauchzehe 250 g Ricotta 1 Ei 60 g geriebener Parmesan Olivenöl
Früher war es üblich, Auber ginen vor der Verarbeitung immer zu salzen. Das Salzen entzieht dem Gemüse die Bitter stoffe. Dies ist bei den heutigen Züchtungen nicht mehr nötig, da diese nur noch sehr wenige Bitterstoffe enthalten. Andrea Pistorius,
Rezeptautorin
Ob ich Auberginen vorher salze oder nicht, hängt jeweils vom Gericht ab. Beim Schmoren mit weiteren Zutaten – zum Beispiel bei Ratatouille, Mous saka oder anderen schmack haften Eintöpfen – schneide ich die Auberginen nur in Würfel und verwende sie ungewürzt. Beim hier vorgestellten Rezept ist das Salzen sinnvoll: Der Aubergine wird dadurch Wasser entzogen, sie nimmt somit weniger Fett auf, und beim Braten tritt nicht zu viel Flüssigkeit aus. Auch werden die Scheiben durch das Salzen weicher und lassen sich besser zu Röllchen formen. MM
Auberginen mit Wasser abspülen. Mit Haus-
haltspapier trockentupfen und mit Öl bepinseln. In der Grillpfanne ohne Fettzugabe bei grosser Hitze auf beiden Seiten ca. 1 Minute grillieren und abkühlen lassen.
Probieren Sie diverse Auberginensorten.
Egal, ob weisse, gesprenkelte oder die bekanntesten violetten Sorten – für dieses Gericht eignen sich alle Auberginen, die gross genug sind, um Röllchen aus ihnen zu formen.
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MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017 | 61
Tipps
Grundregeln Küchenhygiene 1. Richtig erhitzen
Bei geringer Hitze überleben Keime in Lebensmitteln. Deshalb ist es wichtig, Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte vor dem Verzehr auf min destens 70 Grad zu erhitzen. Das gilt auch für das Aufwärmen von gekochten Lebens mitteln. 2. Richtig trennen
Um eine Lebensmittelinfektion zu vermeiden, muss Fleisch immer auf mindestens 70 Grad erhitzt werden. Lebensmittel
Sicherer Umgang mit Fleisch, Fisch und Gemüse Einfache Regeln im Umgang mit rohen Lebensmitteln helfen, Lebensmittelinfektionen vorzubeugen. Die Migros unterstützt die Informationskampagne des Bundes. Text: Thomas Tobler
Bilder: Getty Images, zVg
C
ampylobacter-Infektionen häufen sich im Sommer. Campylobacter heisst das Bakterium, das in der Schweiz jedes Jahr zahlreiche Lebensmittelinfektionen, die sogenannte Campylobacteriose, verursacht. Durchfall und Übelkeit sind die Folgen davon. Zusammen mit der Migros und weiteren Partnern aus dem Lebensmittelbereich informiert das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) deshalb mit der Kampagne «Richtig zubereiten – sicher geniessen», wie vier einfache Hygieneregeln (Spalte rechts) für unbeschwerte Mahlzeiten sorgen. «Die Kampagne soll dazu beitragen, dass die Bevölkerung die Hygiene-
regeln im Umgang mit Lebensmitteln und insbesondere mit Geflügelfleisch kennt», sagt Eva van Beek vom BLV. Die Migros trägt als Partnerin der BLV-Kampagne ihren Teil zur Aufklärung bei. Informationen über die sachgemässe Zubereitung von Geflügelprodukten findet der Kunde beispielsweise auf der Rückseite der Etikette. Risiko steigt im Sommer
Auslöser der beschriebenen Lebensmittelinfektion ist meist die unsachgemässe Lagerung und Zubereitung von rohen Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten, aber auch Eiern und Gemüse. Solche Speisen können von Natur aus mit Keimen
belastet sein, die bei mangelnder Küchenhygiene Infektionen auslösen. 7799 Infektionsfälle registrierte das BLV im vergangenen Jahr. Aber nicht jeder Betroffene sucht wegen einer Durchfallerkrankung einen Arzt auf. Die Anzahl der Fälle von Campylobacteriose dürfte deshalb eher höher sein. 2897 gemeldete Infektionen (Stand: Juli 2017) sind es bisher in diesem Jahr. Besonders im Sommer während der Grillzeit und an den Weihnachtstagen, wenn Fondue chinoise auf dem Menüplan steht, steigt die Infektionskurve an. Wer die vier Hygieneregeln beachtet, hat keine unliebsamen Konsequenzen zu befürchten. MM Mehr Infos: www.sichergeniessen.ch
Der direkte Kontakt von rohem Fleisch oder Fisch mit anderen rohen oder gekochten Lebesmitteln ist zu vermeiden. Für die Zubereitung sollte man stets separate Schneidbretter und Utensilien wie Messer oder Teller verwenden. 3. Richtig waschen
Damit sich keine Keime über die Hände oder Küchen utensilien verbreiten, die Hände vor und nach der Zubereitung von Speisen gründlich waschen. Dasselbe gilt auch für Schneidbretter, Messer oder andere Arbeitsgeräte. 4. Richtig kühlen
Keime in Le bensmitteln können sich bei Zimmertemperatur vermehren. Deshalb Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte so wie bereits gekochte und verderbliche Lebens mittel im Kühlschrank bei Temperaturen unter fünf Grad lagern.
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Ikonen der Strasse
Die Rettung der Migros-Busse
2009 beschloss die Migros, ihre beliebten Verkaufswagen aus dem Ruhestand zu holen, doch es waren keine mehr auffindbar. Es begann eine zuweilen dramatische Suchaktion – mit glücklichem Ausgang. Text: Kian Ramezani
A
m Anfang der Migros stand nicht der Supermarkt, sondern der Verkaufswagen: Anno 1925 fuhren in Zürich die ersten fünf aus, auf dem Höhepunkt Mitte der 1960er-Jahre waren es schweizweit 144. Danach nahm deren Zahl ab, Opfer eines stetig wachsenden Filialnetzes. Die letzten zwei Verkaufswagen wurden Ende 2007 im Oberwallis ausser
Dienst gestellt. Den Grossteil der einst stolzen Flotte hatte die Migros bereits Jahre zuvor stillgelegt. Was blieb, waren Erin nerungen an ein einzigartiges Einkaufs erlebnis. Und Anfragen beim Kundendienst, warum die Busse nicht mehr fahren. Wie sich bald herausstellte, vermisste auch die Migros ihre Verkaufswagen. An gesichts ihrer ungebrochenen Popularität
begannen 2009 Überlegungen, die alten Fahrzeuge zu Marketingzwecken wieder auf die Strasse zu schicken. Sponsoring-Projektleiter Urs Engler hatte die Idee, damit an Musikfestivals zu fahren und den Besuchern eine Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Er begann die verschiedenen Genossenschaften anzurufen, doch die Bilanz war ernüchternd: «Alle waren überzeugt, irgendwo müssten
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1
Die Migros betreibt die alten Verkaufswagen heute für Events und als Filialersatz bei Umbauten.
die Busse noch herumstehen. Sie täuschten sich, sie waren weg.» Engler blieb ein Aus weg, der nicht einer gewissen Ironie ent behrte: Er musste Privatpersonen ausfindig machen, die die Busse damals von der Migros gekauft hatten und nun bereit waren, sie ihr wieder abzutreten. Er erinnerte sich an ein Bild, das ihn jahrelang unbewusst auf dem Arbeitsweg begleitet hatte: «Bevor ich zur Migros kam, fuhr ich jeden Tag an einer Gärtnerei vorbei, wo vier Verkaufs wagen hintereinander standen.» Für die Ewigkeit gebaut
Über diese Gärtnerei im aargauischen Zuzgen kam er in Kontakt mit dem Besitzer. Dieser hatte die Busse ursprünglich zu Wohnmobilen umbauen wollen, den Plan aber nie umgesetzt. Er überliess Engler einen Verkaufswagen vom Typ NAW VU423. Fahrtüchtig war er nach der langen Stand zeit zwar nicht mehr, dafür erhielt die Migros ihren alten Bus kostenlos zurück. Der Besitzer sparte sich so immerhin die beträchtlichen Entsorgungskosten. Ende 2009 konnte die Agentur «2communicate» aus dem solothurnischen Neuendorf mit der Bergung und originalgetreuen Instand setzung des Oldtimers beginnen. Bereits im Sommer 2010 wurde Urs Englers Traum wahr, als der originalgetreu restaurierte
2
3
1 Zwölf Jahre stand
dieser Migros-Bus ungenutzt in einer Gärtnerei im Aargau.
2 Im Herbst 2015
rettete ihn die Migros vor der Verschrottung.
Bus die Festivalbesucher in St. Gallen, Frau enfeld, am Gurten und anderswo begeisterte. 2015 fungierte er in Zug als provisorisches Verkaufslokal, als eine Filiale umgebaut wur de. Auch hier sehr zur Freude der Kunden. Für die verbleibenden drei Busse in der Gärtnerei in Zuzgen lief unterdessen die Zeit ab. Der Besitzer entschied sich zur Ver schrottung und liess Ende 2015 den ersten abholen. Da waren es noch zwei. An dieser Stelle beschloss Engler einzuschreiten und den verbleibenden beiden MigrosBussen dasselbe Schicksal zu ersparen. Auch diese zwei Fahrzeuge, ein weiterer NAW VU423 sowie dessen Vorgängermodell Saurer K500 23, erhielt die Migros kostenlos zurück. Der NAW war in einem wesentlich besseren Zustand, als die lange Standzeit von zwölf Jahren vermuten liess. Weniger überrascht zeigen sich die Fachleute: «Die wurden damals für die Ewigkeit gebaut, das könnte man heute gar nicht mehr bezahlen», sagt Fabian Hürner, dessen Garage mit der Bergung beauftragt worden war. Gerade noch rechtzeitig
Die Instandsetzung stellte die Experten vor keine grösseren Probleme. Ersatzteile für den 6ZylinderTurboDieselMotor des NAW waren problemlos zu beschaffen, denn Mercedes hat sie immer noch an Lager.
4
3 Er wurde zunächst
wieder fahrtüchtig gemacht und anschliessend neu gespritzt.
4 Der ikonische
orange-grüne Doppelstreifen wurde als Folie aufgeklebt.
«Die sind auch froh, wenn sie die loswer den», lacht HansJürgen Bauer, Werkstatt leiter LKW in der MercedesGarage Kesten holz in Pratteln, wo der MigrosBus wieder fahrtüchtig gemacht wurde. Um die äussere Instandsetzung sowie die Restaurierung des Innenlebens küm merten sich Spezialisten der Agentur Front work in Wallisellen ZH. Auch hier kam äu sserst währschafte Qualität zum Vorschein: Die Kühl und Gefriertechnik funktionierte trotz der langen Standzeit noch immer tadellos. Aussen war der ikonische grün orange Doppelstreifen nach all den Jahren im Freien verblichen. Nach intensiven Recherchen wurde der korrekte Farbcode in einem Archiv wiedergefunden. Bis heute konnte Urs Engler insgesamt sechs Verkaufswagen in die Migros zurück führen. Seine Initiative kam keinen Moment zu früh: Er fand noch genügend Fachleute, die früher an diesen Fahrzeugen gearbeitet hatten und sich immer noch damit ausken nen. «Irgendwann in der nicht mehr allzu fernen Zukunft wäre dieses Wissen verloren gewesen», sinniert Engler. «Aber so ist es uns gelungen, dieses einzigartige Stück MigrosGeschichte für die Nachwelt zu erhalten.» Und das nicht in einem Museum, sondern erlebbar und mit einem echten Mehrwert für die Kunden. MM
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MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
Wissenswertes
Engagement
Kulinarik
In den 60erJahren verkaufte die Migros erstmals Bioprodukte. 1995 umfasste das Sortiment unter dem heute bekann ten Label MigrosBio nur Früchte und Gemüse. Heute besteht es aus über 1300 Produkten.
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fördert Schweizer Biobauern. Bereits vor einigen Jahren suchte die Jowa Landwirtschaftsbetriebe für Partnerschaften. Heute sind es rund 60 Betriebe, die ihre Feldbewirt schaftung auf Bio umstellten. Eine solche Umstellung geschieht nicht von einem Jahr auf das andere, son dern dauert jeweils einige Jahre und ist mit Risiken verbunden. Dank der mehrjährigen Zusammenarbeit konnte die Jowa 2015 erstmals Bio brote aus Schweizer Getreide auf den Markt bringen. Für den Anbau von Biogetreide gelten die strengen Richtlinien von Bio Suisse. Dieser Anbau ist anspruchs voll. Aus diesem Grund können nur Topgetreidesorten eingesetzt werden, die anpassungsfähig und besonders resistent gegen Krankheiten sind und trotzdem eine hohe Backqualität garantieren.
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Wie wärs mit einem exotischen Pouletbrust-Sandwich? Die fein geschnittene Pouletbrust und Avocadoscheiben auf den auf geschnittenen Sonnenkranz legen. Etwas Frischkäse und Preiselbeer kompott dazu – und fertig ist ein nahrhaftes Partybrot. Vegetarier werden das AuberginenZwirbelbrot lieben. Die Aubergine in Olivenöl braten, mit Mozzarella, Tomaten, Basilikum und Parmesan aufs Brot legen und warm servieren. Fleischliebhaber aufgepasst: Das Steak-Sandwich ist ein Renner. Dünnes Beefsteak mit Zwiebeln in Olivenöl anbraten, aufs Brot legen, mit Kresse und Tomaten garnieren, nach Belieben mit Senf verfeinern und lauwarm geniessen. MM
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Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli ist selbst Biobauer in Goldingen SG. Urs Brändli
«Der Trend zu Bio wird anhalten»
Seit bald 15 Jahren arbeitet die Migros eng mit Bio Suisse zusammen. Urs Brändli, Präsident der führenden Bio-Organisation der Schweiz, erklärt den Nutzen der Partnerschaft. Text: Michael West
Bio Suisse und die Migros sind seit 2003 Partner. Was wurde in dieser Zeit gemeinsam erreicht? In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Biobauernhöfe in der Schweiz stark zugenom men. Allein von 2010 bis 2016 sind rund 550 neue Betriebe hinzugekommen. Das liegt daran, dass biologisch produ zierende Bauern in unserem Land heute einen verlässlichen Markt mit fairen Preisen vor finden. Die Zusammenarbeit mit der Migros hat dazu bei getragen – wir konnten also gemeinsam den Markt ent wickeln und gestalten. Wie geht es mit dem Biolandbau nun weiter? Die Grenze des Wachstums ist in unserem Land noch lange
nicht erreicht; die biologisch bewirtschaftete Fläche kann weiter zunehmen. Wir gehen davon aus, dass der Trend zu biologischen Produkten ungebrochen anhalten wird. Was können Detailhandel und Biolandwirtschaft dazu beitragen, dass die starke Nachfrage anhält? Wichtig ist, dass der Bioland bau niemals stillsteht. Es dürfen nicht nur Traditionen gepflegt, sondern es muss auch in Forschung und Inno vationen investiert werden. Es geht zum Beispiel um neue Züchtungen oder Erkenntnisse zur Bodenqualität. Die Migros trägt dazu bei, indem sie das Forschungsinstitut für bio logischen Landbau in Frick unterstützt. MM
Bild: Bio Suisse
Zakynthos
MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
Frage der Woche
Auf manchen Verpackungen steht der Hinweis «Enthält eine Phenylalaninquelle». Was bedeutet das? Dieser Hinweis muss von Gesetzes wegen auf allen Produkten stehen, die den Süssstoff Aspartam enthalten. Er ist aber nur für Personen wichtig, die an der Krankheit Penylketonurie leiden. Diese sehr seltene, angeborene Stoffwechselstörung wird mit einer phenylalaninarmen Diät behandelt. Die Aminosäure Phenylalanin ist nicht nur Bestandteil aller tierischen und pflanzlichen Eiweisse, sondern ist auch in Aspartam enthalten. Betroffene müssen diesen Süssstoff meiden. Für alle anderen Konsumentinnen und Konsumenten ist Aspartam aber kein Problem und der Hinweis daher nicht von Bedeutung. MM
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Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
Freude am Geschmack
Päckli mit viel Aroma Mit ihrem aktuellen Brot des Monats, dem Oliven-Päckli, präsentieren die Migros-Hausbäckereien eine Spezialität, die bestens in die Grillsaison passt. Grüne Oliven unter der knusprigen Kruste verleihen dem luftigen Brot einen intensiven mediterranen Geschmack. Text: Jacqueline Vinzelberg
Schon das Äussere des Oliven-Päcklis fällt auf: Seine goldbraune, knusprige Kruste hat einen Knopf, als wäre es ein Geschenk. Die Überraschung verbirgt sich im Inneren: saftige grüne Oliven, die dem luftigen Gebäck ein besonderes Aroma schenken und sich mit dessen herzhaftem Brotgeschmack zu einem harmonischen Charakter verbinden. So ist das Oliven-Päckli für sich allein schon ein Genuss. Natürlich passt es auch sehr gut zu typischen Sommergerichten wie Salaten und Grilladen. Zudem ist die Kombination mit einem Bitter-Aperitif mit Kräutern eine gute Empfehlung, denn die Oliven ergänzen sich ausgezeichnet mit dem Bitteraroma des Mixgetränks.
Serviertipp
Unsere Geschmacksexperten von Migusto haben das Oliven-Päckli degustiert. Sie empfehlen als Traumpartner Crodino Apéritivo: Man gibt je ein Zweiglein Rosmarin und Thymian, ein Stück Orangenschale und Eiswürfel in ein Glas. Mit knapp 1 dl gekühltem Crodino Apéritivo übergiessen und mit dem Brot servieren.
Serie So schmeckt das Brot des Monats Aktuell im August: Oliven-Päckli
MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
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Stéphane Favre ist Bäcker in der Migros-Filiale Midi Coindet in Vevey VD. Er ist einer von rund 900 Backprofis, die in den 130 Hausbäckereien mehrmals täglich backen. So ist das Brot bis Ladenschluss stets frisch und warm erhältlich. Stéphane Favre (47)
«Ich liebe diesen Beruf» Was schätzen Sie an ihrem Beruf? Ich liebe diesen Beruf, weil ich Freude an der Arbeit mit frischen Zutaten habe. Welches Brot backen Sie am liebsten? Den Krustenkranz backe ich besonders gern, weil er so eine schöne goldene Farbe und eine super Rinde hat. Er ist so herrlich knusprig.
Bilder: Veronika Studer (Food) / Gaëtan Bally (Porträt) Serviertipp: Regula Brodbeck
Welches Brot würden Sie gern backen? In Paris gibt es einen Wettbewerb für Bäcker. Der Gewinner darf den Präsidenten beliefern. In einer Bäckerei, die diese Auszeichnung schon einmal gewann, habe ich ein Baguette gekauft. Ich musste sofort hineinbeissen und es auf der Stelle aufessen. Ein solches Pariser «Strassenbaguette» würde ich gern backen. Was war Ihr lustigster Brotmoment? Ich sollte mehrere Dreikönigskuchen backen. Zuerst hatte ich die Stücke mit der Königsfigur vorbereitet, die ich anschliessend mit den anderen ohne König hätte verbinden müssen. Im Stress habe ich sie jedoch beim Zusammenfügen verwechselt. So hatte in einem Kuchen jedes Stück einen König, die anderen Kuchen aber gar keinen. MM
Oliven-Päckli, 360 g Fr. 3.40 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei
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MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
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Bild: Christine Benz
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Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser. Ein Teil von
M-Classic Red Kidney Beans, Bio, 2× 150 g Fr. 2.–* statt 2.50
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für die Power-Salate von You
Bilder: Claudia Linsi, Shutterstock
U
nter dem Produktnamen «Power Salad» offeriert die neue Migros-Eigenmarke You drei Salatmahlzeiten. Die proteinreichen Salate sind ideal für sportliche Menschen, die sich gern eiweissreich und fettarm ernähren. Alle drei Sorten haben einen Gemüseanteil von mindestens 25 Prozent. Sehr zeitgemäss ist der FreekehSalat, eine Kombination mit Zucchetti, Edamame und Tomaten. Freekeh ist ein früh geernteter, gerösteter Hartweizen, der mit einem nussigen Aroma überrascht. Das ballaststoffreiche grüne Korn enthält viele wertvolle Nährstoffe wie Proteine und wird wie Reis zubereitet. In der orientalischen Küche weiss man das Korn schon seit dem 13. Jahrhundert zu schätzen, heute hat es unter Foodbloggern den Status von Superfood. Freekeh ist nicht zu verwechseln mit Grünkern, das ebenfalls halbreif geerntet wird, aber das Korn des Dinkels ist. Auch der Linsensalat bietet eine moderne, von der orientalischen Küche inspirierte Geschmackskombination von braunen Linsen, süssen Dattelstückchen, Cherrytomaten, Edamame, Zucchetti und einem erfrischenden
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Pfefferminzdressing. Diese beiden Salate sind vegan. Dritter im Bund ist ein Thonsalat, der durch Teigwaren, Gurken, Cherrytomaten und Ei mit einer sommerlichmediterranen Note punktet. Alle You-Produkte zeichnen sich durch eine möglichst einfache und natürliche Zusammensetzung aus. Jedes einzelne bietet spezielle Mehrwerte, die auf der Packung vermerkt sind. Bei den Salaten sind dies der Proteingehalt, der prozentuale Anteil von Gemüse und der Hinweis auf den niedrigen Fettgehalt. MM
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
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MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
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Damit man sich während des Lernens auch selbst testen kann: Frage und Antwort auf Karteikarten notieren. Inhalte, die sich nicht einprägen wollen, mit Haftnotizen an den Badezimmerspiegel oder an die Kühlschranktür kleben. Tipp
Regelmässige Pausen helfen, das Gelernte im Gedächtnis zu verankern. Auch ein Ortswechsel bringt neuen Elan: Warum nicht auf einem Spaziergang lernen? Dank Zusammenfassungen wird der Schulstoff transportfähig. Tipp
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Handnotizen einfach digitalisieren Die praktische App Elco Notes digitalisiert handschriftliche Notizen – ganz einfach mit dem Smartphone. Die App generiert mit wenigen Klicks aus mehrseitigen Notizen ein PDF. Die Datei kann versendet, auf dem Computer archiviert oder mit der Lerngruppe geteilt werden.
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Dank einer Partnerschaft mit dem Hersteller Elco eignet sich die App ideal für den Einlageblätterblock von Papeteria: Das kleine L-Symbol auf den Seiten ermöglicht es, die Linien nach dem Scannen stufenlos aufzuhellen oder sogar zu entfernen – es bleiben nur noch die handschriftlichen Notizen zurück. Elco Notes für Androidund Apple-Mobiltelefone steht kostenlos im jeweiligen App-Store zum Download bereit.
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MM31, 31.7.2017 | MIGROS-WELT
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Bunte Sommerfavoriten
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MIGROS-WELT | MM31, 31.7.2017
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Leben MM31
Richtig oder falsch?
Schnecken lassen sich auch ohne Gift von Pflanzen fernhalten.
1, 2 oder 3?
Häsi in Gefahr
hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
1 2 3
Darum gilt: Zur
Bekämpfung von Schnecken gibt es viele natürliche Methoden. Chemische Hilfsmittel sind dazu nicht nötig.
Ich bleibe hart. Häsi bleibt in der Kita. Häsi darf mit und auf dem Schoss des Kleinen Freiheit schnuppern. Häsi darf mit – er reist im Rucksack und wartet im Garderobenkästchen auf uns.
Antwort 2: Es ist schon heiss, und der Weg führt bergauf. Wenn der Kleine auch noch auf der ganzen Strecke weinen muss, wird das eine unangenehme Fahrt ... Ich werfe alle paar Meter einen Kontrollblick nach hinten, und in der Badi lasse ich Häsi nicht aus den Augen.
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
Monica Müller (43)
Beim zweiten Kind versucht man, alles unkomplizierter anzugehen. Hatten die Plüschtiere des Grossen noch Vor- und Nachname, heissen die des Kleinen einfach «Bär» oder «Häsi»; Fritz Hasenfratz durfte immer dabei sein – Häsis Rayon dagegen ist klein. Nachdem wir Fritz Hasenfratz immer wieder in nervenaufreibenden Suchaktionen bergen mussten, sollte der Kleine seine Liebe teilen: Bär ist ein Hausbär, Häsi wohnt in der Kita. An einem Sommertag, als ich den Kleinen mit dem Velo in der Kita abhole, um in die Badi zu fahren, drückt er Häsi verzweifelt an sich. «Häsi Badi, Häsi Badi», sagt er schluchzend. Ich sehe schon, wie Häsi vom Velo in den Gully fällt oder im Badigewimmel für immer abtaucht. Und jetzt?
Richtig! Es gibt zahlreiche Strategien, um Pflanzen vor Schnecken zu schützen. Die Weichtiere lieben es dort, wo es feucht ist. Daher sollten Pflanzen möglichst am frühen Morgen gegossen werden. Giesst man abends, bleibt der Boden die ganze Nacht über feucht. Man kann sie auch mittels Schneckenzäunen fernhalten – eine einfache mechanische Lösung. Fadenwürmer sind effiziente Parasiten gegen Nacktschnecken. Natürliche Feinde wie Igel, Kröten, Spitzmäuse oder Vögel helfen gegen Schneckenplagen im Garten, sofern sie in Sträuchern, Hecken oder Laubhaufen Unterschlupf finden. Nehmen die Schnecken dennoch Überhand, schaffen biologische Schneckenkörner Abhilfe.
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MM31, 31.7.2017 | LEBEN
Gesundheit
Ein Kind nach der Chemotherapie Kann eine Frau nach einer Krebsbehandlung schwanger werden? Genau diese Frage musste sich Aline M. stellen. Zwar hat sie ihre Krankheit überwunden, durch die Chemotherapie wurde sie aber unfruchtbar. Trotzdem gibt es Hoffnung, dass ihr Kinderwunsch in Erfüllung geht. Text: Martina Huber
Tipp
Fruchtbarkeit erhalten Um sich zum Thema Erhaltung der Frucht barkeit auszutau schen, haben sich über 100 Zentren aus der Schweiz, Deutsch land und Österreich zum Netzwerk Ferti protekt zusammen geschlossen. An diesen Zentren können sich Betrof fene beraten lassen, welche Massnahmen ihnen zur Frucht barkeitserhaltung offenstehen. Eine Liste der 18 Schweizer Zentren, die sich am Projekt beteiligen, finden Sie auf: www.migmag.ch/sgrm
Weitere Infos: www.fertiprotekt.ch
Illustration: Silke Wenzinger
A
ls Aline M.* (33) vor vier Jahren heiratete, war sie bereit für das Abenteuer Familie. Dass sie nicht gleich schwanger wurde, beunruhigte sie nicht. Sie wollte Kinder, hatte damit aber keine Eile. Dann kam der Krebs. Er begann mit einem Hautausschlag und ständiger Müdigkeit im Winter 2014. Anfang 2015 kam ein starker Husten dazu. Die verordneten Antibiotika halfen nicht. Nach einer Blutanalyse, einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs und Untersuchungen am Inselspital Bern bekam Aline M. im März 2015 die Diagnose: Hodgkin-Lymphom. Ein Krebs des Lymphsystems, an dem laut Krebsliga in der Schweiz jährlich rund 245 Menschen erkranken, was knapp einem Prozent der Krebserkrankungen entspricht. «Will ich eine solche Operation?»
Die Onkologen teilten Aline M. mit, das Hodgkin-Lymphom sei einer der am besten behandelbaren Krebsarten und sie habe gute Aussichten auf Heilung. Und sie fragen die junge Frau, ob sie Kinder wolle. Denn die Chemotherapie, die eingesetzt werden sollte, greift die Eierstöcke an und macht etwa ein Drittel der behandelten Frauen unfruchtbar.«Ich kämpfte damit, die Diagnose zu verkraften und die Angst zu bewältigen. Der Kinderwunsch war in den Hintergrund gerückt», erinnert sich Aline M.
Dennoch liessen sie und ihr Mann sich am Inselspital beraten, wie sich ihre Fruchtbarkeit erhalten liesse. Eine Möglichkeit sind Hormonspritzen, parallel zur Chemotherapie. Sie versetzen Frauen künstlich in die Wechseljahre und erhöhen die Chancen, dass die Eierstöcke die Therapie unbeschadet überstehen. Ausserdem können vor Therapiebeginn Eizellen oder Eierstockgewebe entnommen werden. «Die Onkologen drängten zum sofortigen Beginn der Chemotherapie, es bleibe keine Zeit, das Reifen von Eizellen abzuwarten», erinnert sich Aline M. Es blieb für sie die Möglichkeit, einen Teil eines Eierstocks entnehmen, einfrieren und nach erfolgreicher Therapie wieder einsetzen zu lassen. «Ich habe mich gefragt: Will ich überhaupt noch eine solche Operation? Mein Mann sagte: Die Familie ist zweitrangig, wichtig ist, dass du wieder gesund wirst. Aber man sagte mir, es wäre schade, im Nachhinein zu denken: Hätte ich es doch getan!» Obschon das Entfernen von Eierstockgewebe ein relativ kleiner Eingriff ist, waren die Ärzte zunächst nicht sicher, ob Alines Körper die Vollnarkose verkraften konnte. Ein Lymphknoten zwischen Lunge und Herz hatte sich durch den Krebs vergrössert, drückte auf den Herzmuskel und erschwerte dessen Arbeit. «Da sagten wir: Wenn mein Körper es mitmacht, ist das ein Zeichen, und wir machen es.» So fuhr Aline M. eine Woche
Eine Krebsdiagnose im Leben einer jungen Frau muss nicht das Aus für einen Kinderwunsch bedeuten.
LEBEN | MM31, 31.7.2017
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Michael von Wolff
«Heute können Frauen auch nach einer starken Krebstherapie noch Kinder bekommen» Sie sind Reproduktionsmediziner am Inselspital in Bern und haben 2006 das Netzwerk Fertiprotekt (Deutschland/ Schweiz/Österreich) gegründet und das Schweizer Netzwerk Fertisave mitaufgebaut, damit sich Spitäler über Fruchtbarkeitserhaltung austauschen. Was hat man seither erreicht? Vor gut zehn Jahren gab es erste Berichte über Schwangerschaften nach einer Transplantation von Eierstockgewebe. Aber in der Reproduktionsmedizin wuss te keiner, wie man damit umgehen sollte. Unterdessen sind verschiedene Techni ken etabliert. Ein entscheidender Fort schritt war, dass es heute nicht mehr sechs, sondern nur noch zwei Wochen dauert, bis man nach einer hormonellen Stimulation Eizellen entnehmen kann. So ist ein solcher Eingriff meist möglich, auch wenn die Onkologen schnell mit der Chemotherapie beginnen möchten.
nach der Diagnose mit ihrem Mann ans Insel spital für ein EKG. Da die Herzfunktion es zu liess, entnahm man ihr einen Teil des rechten Eierstocks. Kurz darauf begann sie ihren Kampf gegen den Krebs. Sechs Zyklen Che motherapie, begleitet von Übelkeit, Müdig keit, Schwindel und Bluttransfusionen. Danach Bestrahlung. Ende September 2015 war die Therapie abgeschlossen. «Es war ein cooles Gefühl, als die Haare wieder wuchsen.» Eierstöcke zerstört, Eileiter intakt
Ein Jahr später setzte Aline M. die Pille ab: Ab Herbst 2016 hätte sie schwanger werden dürfen, ohne Folgeschäden für ihr Kind zu riskieren. Doch ihre Periode blieb aus, die Chemotherapie hatte ihre Eierstöcke zerstört. Eine Untersuchung in der Frauen
klinik des Inselspitals zeigte aber, dass ihre Eileiter nach wie vor durchgängig sind. Deshalb besteht für Aline M. Hoffnung, dass sie dennoch auf natürlichem Weg schwanger werden kann, wenn man ihr das eingefrorene Eierstockgewebe wieder einsetzt. Allerdings fragte sich die junge Frau: «Ist es nicht egoistisch zu sagen: Ich möchte nun ein Kind? Was, wenn der Krebs zurückkommt?». Mitte Januar 2016 war sie einmal mehr zur Kontrolle am Inselspital und erhielt einen guten Bericht: Sie habe den Krebs endgültig besiegt und könne mit gutem Gewissen schwanger werden. Das nahm die Zweifel. Im Juli wurde Aline M. operiert. Sie freut sich, sagt aber: «Ich möchte Kinder, mache mein Glück jedoch nicht davon abhängig. Dass ich noch lebe, ist ein grosses Geschenk.» MM
Wie beraten Sie die Krebspatientinnen? Es gibt verschiedene Krebserkrankungen mit inzwischen guten Aussichten auf Heilung, z.B. Brustkrebs oder Hodgkin Lymphom. Chemo- und Strahlentherapie können jedoch unfruchtbar machen. Wir klären Betroffene über die Möglichkeiten auf, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten und trotz einer Therapie Kinder zu bekommen. Welche Methoden gibt es? Oft wird mit einer Hormonspritze die Aktivität der Eierstöcke während der Chemotherapie heruntergefahren. Und es besteht die Möglichkeit, vor Therapie beginn Eierstockgewebe oder gereifte Ei zellen zu entnehmen und einzufrieren. Sie können der Frau wieder eingesetzt wer den, wenn sie den Krebs überwunden hat. Wie hoch sind die Chancen auf eine Schwangerschaft danach? Falls die Frau bei der Entnahme jünger als 35 Jahre alt ist: 30 bis 50 Prozent. Michael von Wolff (50) ist Leiter der Reproduktionsmedizin am Inselspital Bern.
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MM31, 31.7.2017 | LEBEN
Unter Narkose werden Flint Blut und Urin entnommen.
Tipps
So erkennt man Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist auch bei gewöhnlichen Haustieren wie Hunden und Katzen eine häufige Erkrankung. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, deren Hauptmerkmal die Überzuckerung des Bluts ist (Hyperglykämie). Auslöser für eine Hyper glykämie ist ein Mangel an Insulin, einem Hormon mit hoher Bedeutung für den Zuckerstoffwechsel. Die Körperzellen sind ohne Insulin nicht in
der Lage, den Zucker zur Energiegewinnung aufzunehmen. Typische Symptome bei unseren Haustieren sind mehr Durst und Heisshunger, während das Tier öfter als gewöhnlich uriniert und abmagert. Längerfristig führt ein nicht therapierter Diabetes zu Appetit
verlust und manchmal zu Erbrechen. Das Tier wird infektanfälliger, und seine Wunden ver heilen schlechter. Ohne Therapie muss mit einer verkürzten Lebensdauer gerechnet werden. Daher lohnt es sich, bei Verdacht den Tierarzt zu konsultieren.
Zootierärztin
Krankes Schleckmaul Monameerkatzen lieben süsse Früchte. Doch manchmal fressen sie zu viel davon. Prompt ist einer unserer Affen deswegen zuckerkrank geworden. Text: Karin Federer
Bilder: Walter Zoo
D Karin Federer (31) ist Tierärztin und berichtet regelmäs sig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.
er Name irritiert: Monameerkatzen sind keine Katzen, sondern Affen. Mona ist die maurische Be zeichnung für Affen mit lan gem Schwanz. Monameer katzen sind in Westafrika zu Hause und halten sich meist in den obersten Baumregio nen des Urwalds auf. Dort leben sie in Gruppen und kommunizieren über Laute, Gesichtsausdrücke und Kör perhaltungen. Monameer katzen sind Allesfresser, er nähren sich aber vor allem von Früchten. Auch die bei den, die in unserem Zoo leben, lieben Obst über alles. Bei unserem Männchen Flint ist uns nun aufgefallen, dass er deutlich an Gewicht verloren hat, obwohl er regelmässig und gut frisst. Aber er trinkt und uriniert
viel. Da läuten bei mir die Alarmglocken. Ist das Tier zuckerkrank? Das muss ich untersuchen, denn je länger wir mit einer mög lichen Therapie zuwarten, desto mehr Schäden kann eine Erkrankung anrichten. Eine Urinprobe bestätigt leider meinen Verdacht: Flint scheidet mit dem Urin Zucker aus, was bei einem gesunden Tier nicht der Fall ist. Für eine genauere Unter suchung geben wir dem Tier eine Beruhigungstablette und narkotisieren es mit dem Blasrohr. So können wir neben einer weiteren Urin auch eine Blutprobe neh men. Tatsächlich: Alle Wer te deuten auf die Zucker krankheit – auch Diabetes mellitus genannt – hin. Zudem ist in einem Auge die
Linse leicht getrübt – typisch für Diabetes mellitus. Tägliche Spritze muss sein
Für Flint und seine Gefähr tin bedeutet das, dass wir ihre Ernährung umstellen müssen: mehr Gemüse statt Früchten. Für das Weibchen wird das wohl keine grosse Veränderung sein. Ich ver mute nämlich, dass Flint die geliebten Früchte gehams tert und seiner Gefährtin das Gemüse überlassen hat. Daher wohl sein hoher Zuckerkonsum. Die zweite Umstellung: Wir müssen Flint nun täglich Insulin spritzen. Also trainieren wir ihn darauf, dass er ans Gitter kommt, damit wir ihm die Spritze geben können. Für diesen Zweck – und nur dafür! – gibt es dann doch ein Stückchen Obst. MM
LEBEN | MM31, 31.7.2017
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Abwesenheitsmeldung Erinnern Sie sich an den Pakt, der vergan gene Woche Thema meiner Kolumne war? Mit zwei Freundinnen habe ich vereinbart, dass wir uns sieben Tage lang einer sanften BildschirmEntgiftungskur unterziehen: Nach 22 Uhr gibt es keine sozialen Medien mehr, und das Handy ist aus dem Schlaf zimmer verbannt.
Bild: Andrea Monica Hug
Anne-Sophie Keller (27) glaubt
an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.
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Wir haben uns davon mehr sinnvolle Zeitnutzung erhofft. Mehr Bücher am Abend. Schönere Starts in den Tag als ein blinkender Handybildschirm mit TerrorEilmeldungen. Weniger Vergleiche mit den perfekten InstagramLeben.
Eins vorweg: Natürlich habe ich geflunkert und war dann eines Tages doch mal noch bis Mitternacht auf Facebook unterwegs. Aber ansonsten hab ich mich an unsere Regeln gehalten. Nicht weil ich besonders
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selbstdiszipliniert bin, sondern weil es unglaublich geil war. Ich «durfte» nachts keine E-Mails mehr beantworten, keine FacebookStreitgesprä che mehr führen, keine wirren Schlagzeilen mehr lesen. Die Welt da draussen hätte un tergehen können, und ich hätte nichts davon mitgekriegt. Wie entspannt ist das denn? Anything goes? Nicht mehr nach 22 Uhr! Digitale Abstinenz fühlt sich an, als wäre ich ein wandelnder Mittelfinger gegen die Leistungsgesellschaft. Sich in einer ver netzten Welt aus dem Netz freizuweben, hat etwas Revolutionäres, und ich empfehle Ihnen herzlich, es mir gleichzutun. Sie können mir ja dann eine Brieftaube schicken mit den Schilderungen darüber, wie es so war. MM
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MM31, 31.7.2017 | LEBEN
«Ich heisse Noemi und bin elf Jahre alt. Ich liebe
Pferde über alles, mag aber auch unsere Katze und den Hamster meiner Schwester sehr. Ich besuche die 5. Klasse und möchte einmal Tierärztin werden. Ich trainiere viel und habe nur wenig Zeit für anderes. Wenn ich aber dazukomme, zeichne ich gern oder gehe mit Freundinnen raus. Und bei uns zu Hause haben wir einen Pingpongtisch – er ist Treffpunkt für mich und meine Freundinnen.»
Kinder
«Es ist wie Fliegen!»
Auf dem Rücken von Pferden ist es Noemi so richtig wohl – vor allem, wenn sie dabei auch noch Kunststücke vollbringen kann. Deshalb verbringt sie fast jede freie Minute beim Voltige-Training. Text: Andrea Fischer Bild: Gabi Vogt
Mein Verein
Mit viel Spass hoch zu Ross
«Die Begeisterung fürs Reiten habe ich schon mit drei Jahren entdeckt. Als in der Schule ein Flyer für ein Schnuppertraining in Voltige verteilt wurde, wollte ich das unbedingt ausprobieren. Heute trainiere ich viermal pro Woche in der Elitegruppe plus einmal im Einzeltraining. Dabei üben wir nicht nur auf dem Pferd, sondern auch auf einem Bock.»
Ich bin Mitglied im Voltige-Verein Harlekin in Bietenholz ZH, wo auch meine
Schwester trainiert und meine Mutter Co-Präsidentin ist. Falls du Interesse hast, findest du auf der Website mehr Infos rund um den Verein und Links zu den anderen VoltigeVereinen in der Schweiz: www.voltige-harlekin.ch Ist Voltige auch etwas für dich? Magst du
Pferde? Turnst du gern? Dann könnte Voltige zu dir passen. Da man in der Gruppe stark aufeinander angewiesen ist, sind auch Zuverlässigkeit und Begeisterung gefragt. Denn wenn man schlecht gelaunt ist oder häufig Trainings verpasst, leidet die ganze Gruppe darunter.
«Am Anfang war ich nervös, aber nur kurz. Zum Voltige gehört der enge Kontakt zum Pferd. Wir helfen bei der Pflege der Tiere und trainieren immer mit demselben Pferd, Donkey. Er kennt jede von uns gut und gehört zum Team. Manchmal muss ein anderes Pferd einspringen, etwa wenn Donkey verletzt ist.»
«Unsere Gruppe besteht aus sechs Mädchen zwischen 11 und 20 Jahren. Auf dem Pferd sind höchstens drei auf einmal. Weil ich die Kleinste bin, bin ich ganz oben. Das sieht gefährlich aus, es passieren aber kaum Unfälle. Wir nehmen regelmässig an Wettkämpfen im In- und Ausland teil. Mit der Gruppe bin ich nervöser als im Einzelwettbewerb, denn ich will es für alle gut machen. Überhaupt ist die Gruppe sehr wichtig. Deshalb unternehmen wir auch vieles gemeinsam.»
LEBEN | MM31, 31.7.2017
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Weil es Licht gibt. Im Licht sind alle Farben enthalten. Es besteht aus verschiedenen Wellen. Wenn diese Wellen auf die Welt treffen, werden die meisten davon von den Gegenständen «verschluckt». Ein Teil jedoch wird «reflektiert» – also zurückgeworfen. Diese Spiegelung nehmen wir dann in Form von Farben wahr. Das ist eine vereinfachte physikalische Erklärung. Mein Gemüt erlebt es indes so: Es gibt Farben, damit wir uns an ihnen erfreuen können. Sie schenken
Sinn, Schönheit und können gar bei der Heilung von Krankheiten helfen. Deswegen hat der Maler Gottfried Honegger das Zürcher Universitätsspital mit Farben aufgewertet. Licht ist eine grosse Kraft, und Farben sind «die Taten des Lichtes». Das sagte einer, der lange über Farben nachdachte: der Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Farben dienen uns auch zur Orientierung: Jeder versteht die Botschaft einer grünen Ampel, eines orangen Blinklichts oder
der Roten Karte. Wir Menschen sind uns zwar einig, dass dunkle Farben eher «schwer» wirken, dass Gelb «frisch» und Blau irgendwie «kalt» erscheint. Trotzdem erleben wir Farben unterschiedlich. Ist dein Rot das gleiche wie meins? Warum sehen die Farben für uns unterschiedlich aus? Auf unserer Website findest du Videos mit witzigen Experimenten und Erklärungen rund um Wahrnehmung von Farben. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch
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as Wallis enthüllt im Sommer all seine Ge heimnisse. Mit seinem grossen Angebot an Aktivitäten ist das Wallis der per fekte Naturspielplatz für Aben teurer aller Art, aber auch eine Oase der Erholung. Egal, ob auf Wanderplausch oder auf Entdeckungstour – im Wallis kommen alle auf ihren Geschmack. Lassen Sie sich von Ferien im Wallis ver zaubern!
Bild: Pascal Gertschen
Botanischer Lehrpfad
Oberhalb von Ovronnaz bei La Seya entdecken Sie eine zauber hafte subalpine Pflanzenwelt mit über 200 verschiedenen Blumen und Pflanzenarten. Einige unter ihnen sind sehr selten und ge schützt wie etwa die Narzissen
Windröschen, das weisse Gera nium oder das HolunderKnaben kraut. Auf dem botanischen Wan derweg «Mille Fleurs» können Sie diese seltenen Pflanzen beob achten und an ihnen riechen. Von La Seya aus geniessen Sie zudem das wunderschöne Panorama der Walliser Viertausender. Nach die ser Entdeckungsreise können Sie sich in den Bädern von Ovronnaz entspannen. Gleich in mehreren Schwimmbädern im Innen und Aussenbereich kann man thermal baden, während sich die Kleinsten auf dem Spielplatz oder im Plansch becken austoben können. In der Familiendestination Grächen ruhen Steinböcke majes tätisch mit ihren markanten Hörnern frühmorgens auf einem Felsvorsprung. Das grandiose
Panorama der Walliser Bergwelt vor Augen, geniessen sie zusam men mit einer Herde Gämsen den Sonnenaufgang. Abenteuer für die ganze Familie
In Grächen können Sie diese idyllische Stimmung mit der ganzen Familie hautnah mit erleben. Ein einheimischer Wild hüter führt die ganze Familie zu den exklusiven Verstecken, wo Steinböcke und Gämsen die klare Luft geniessen. Danach können Sie auf Wasserleiten das insze nierte Suonenerlebnis «Zauber wasser» entdecken. Dort wird ein spannendes Programm mit Spiel und Wasserspass für Klein und Gross geboten. MM Weitere Infos: www.wallis.ch
und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse.
Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (APost) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Wallis», Postfach, 8099 Zürich Online:
www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 6. August 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.
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LEBEN | MM31, 31.7.2017
Kreuzworträtsel
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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.8.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.
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Auflösung Nr. 30: DUENGER
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9620 Lichtensteig teL. 071 987 66 80
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Gewinner Nr. 29: Jean-Claude Maeder, Basel; Elisabeth Spahr, Wichtrach BE; Alfred Zurfluh-Schuler, Intschi UR; Eugen Kuhn, Kriens LU; Ruth Bertschinger, Uerikon ZH Gewinner «Zusatz» Nr. 29: Christian Küchler, Zürich; Franz Jenni, Büron LU; Jsabelle Hug, St. Gallen; Maria Felber, Emmenbrücke LU; Jael Rüegsegger, Rothenburg LU
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LEBEN | MM31, 31.7.2017
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Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Keine Landschaftsform in der Schweiz ist …? F
der Röstigraben
A das Emmental
R die Aareschlucht
2. Welche dieser Knallkörper gibt es? L
Eidgenossenböller
E
Schweizerkracher
U Helvetiaraketen
Schweizerpsalm
T
Schweizerruf
E
1889
L
Landrat
3. Wie heisst unsere Nationalhymne? B Schweizerlied
I
So nehmen Sie teil
4. Seit wann ist die Schweizer Fahne offiziell in Gebrauch? S
1686
A 1757
R Mittags-Ranft
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.8.2017, 24 Uhr
G Säntis
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Auflösung Nr. 30: SOUVENIR
Gewinner Nr. 29: Marie-Louise Koch, Wallisellen ZH; Markus Altenburger, Jona SG; Lydia Krebs, Wattenwil BE
5. Wie heisst das Kantonsparlament im Aargau? R Grosser Rat
K Kantonsrat
6. Wie nennt man ein samtenes Achselstück an einer Schweizer Frauentracht? E
Bälliz
O Mutz
T
Göller
7. Wie heisst eine Gedenkstätte, die an die Schlacht von Sempach erinnert? A Morgenbrot-Stöckli
I
Abendbrot-Stelle
8. Wo schlägt der Blitz in der Schweiz am häufigsten ein? S
Uetliberg
N Rigi
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 2
I
3 4
5
Auflösung Nr. 30: ROUTE Gewinner Nr. 29: Suzanne Spitz, Basel; Rosmarie Hametner, Winterthur ZH; Emma Steiner, Fislisbach AG
1
BER I NGEN BEZOGENE CARN I T I N EHRUNGEN E I GENLOB ESSSUCHT HAUSTUER L EUGGERN S I EGER I N S I GN I ERT
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.8.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Lösungswort: 1
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LEBEN | MM31, 31.7.2017
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Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 30: 421
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.8.2017, 24 Uhr
Gewinner Nr. 29: Armand Chassot, Carouge GE; Vreni Bernhard, Heimisbach BE; Emil Krienbühl, Oberägeri ZG; Celia Meichtry, Veyras VS; Rosmarie Ludwig, Tafers FR
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 2 3 miteinander verbunden 2 2 sein. Verboten: Kreuzun2 2 gen, diagonale Brücken 3 2 2 und mehr als zwei Linien.
Auflösung Nr. 30:
3
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3
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Auflösung Nr. 30: 3
4 3
2 2
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1 2 3 1
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2 4 2
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Yvette Hettinger (Koordinatorin Leben), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser
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8 Pfingstegg-Grindelwald 9 Rigi 10 Ritom-Piora
4 Glacier 3000
11 Sattel-Hochstuckli
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Meine Welt
«Tarasp ist für mich ein Rückzugsort»
SRF-Moderator Beat Antenen, auch «Monsieur 1er août» genannt, hat fast 50 Anlässe rund um den Nationalfeiertag bestritten. Seine privaten Stunden verbringt der unternehmungslustige St. Galler am liebsten gemeinsam mit der Familie im Unterengadin. Text: Reto E. Wild Bilder: René Ruis
LEBEN | MM31, 31.7.2017
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1 Meine Wahlheimat «Seit zehn Jahren lebe ich in Vulpera. Ein schöner Rückzugsort – genau wie Tarasp: Der Brunnen war ein Sujet in einer meiner 16 Livesendungen für SRF zum 1. August. Mein Gast war Nena.» 2 Meine Familie «Meine Familie ist der Hammer. Ich bin glücklich, mit meiner Frau Corinne und unseren Kindern Liv Paulina (19) und Juri (16) so viel unternehmen zu können.» 3 Mein Heimwehort
«Im St. Galler Quartier St. Georgen habe ich eine Eigentumswohnung. Hier befin-
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Name Beat Antenen Wohnort St. Gallen und Vulpera GR Lebenslauf «Aufgewachsen bin ich in St. Gallen. Ende der 70er-Jahre begann ich meine Radiolaufbahn bei DRS 1 und meine TV-Karriere bei ‹Sport am Wochenende›. Ich bin vermutlich der einzige Moderator des Schweizer Fernsehens, der während mehrerer Jahre parallel für vier verschiedene Redaktionen vor der Kamera stand: für ‹Sportpanorama›, das Unterhaltungsformat ‹landuf, landab›, den ‹Ratgeber› und politische Informationssendungen. Nach der Jahrtausendwende habe ich mein Wirkungsfeld als Produzent und verantwortlicher Redaktor grosser TV-Sendungen erweitert, etwa solche zum 1. August. Diesen Sommer inszeniere ich für das EDA Galaabende rund um den Nationalfeiertag.»
Mein Lieblingsprodukt
«Nach meinen Shows kaufen wir auf dem Heimweg in der Migros ein. Zuoberst auf der Einkaufsliste steht in unserer Familie der Kult-Eistee.» 5
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det sich einer meiner Lieblingsaussichtspunkte: Drei Weieren.» 4 Meine Schweiz
«Der Sessellift ist ein Symbol für Freizeit und Ausflüge in der Schweiz. Zu meinen Lieblingsorten im Engadin gehört das Wander- und Wintersportgebiet Motta Maluns. Ich liebe die Schweiz.» 5 Meine Zirkusmomente
«Die Zirkusszene fasziniert mich. Ich habe sowohl ‹200 Jahre Circus Knie› als auch ‹150 Jahre Circus Nock› inszeniert und moderiert. Der ‹Nock› ist der einzige Zirkus, der im Engadin Halt macht. Alexandra (39, links) und Franziska Nock (41) sind die Co-Direktorinnen.» 6 Meine Passion
«Ich übe gern verschiedene Sportarten aus, vor allem aber Fussball, Tennis, Inlinern und Ski- und Trottifahren.»
Donnerstag, 3.8., bis Samstag, 5.8.2017.
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