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Migros-Magazin-30-2020-d-NE

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Ausgabe Neuenburg-Freiburg, AZA 1953 Sion Responce Zentral

migrosmagazin.ch | MM30, 20.7.2020

Mit Cowboy und Ross auf Bergtour

Im Test

Welcher fleischlose Burger schmeckt am besten? Seite 24

Grillieren und jäten: Zu Besuch bei Familiengärtnern in Bern Illustration: Sarah von Blumenthal

Seite 10

Das erste Handy

Was tun, wenn das Kind ein Smartphone will? Seite 16

Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann will weg von Fast-Food-Ferien S. 20 Adressänderungen bitte der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst, Tel: 058 574 83 37, an den Nachmittagen von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr, oder per Mail: registre.mnf@gmnefr.migros.ch

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4 | 20.7.2020 | MEINE MIGROS

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Neu kostet die 50er-Packung Hygienemasken in der Migros Fr. 19.90 statt Fr. 29.90. In den vergangenen ­Monaten hatten Lieferengpässe die Beschaffungspreise der Masken stark steigen lassen. Der Grund waren unter anderem Export- und Produktionsstopps in China sowie teure Flugtransporte. Inzwischen hat sich die Situation wieder entspannt, sodass die ­Migros den Verkaufspreis senken kann.

Früchte auf Tour Bis 23. August tourt ein Fruchtmobil des Schweizer Obstverbands durchs Land und macht an rund 50 Stationen halt. Die Besatzung verteilt dann ­frische Kirschen und Zwetschgen. Ausserdem verschenkt sie Gutscheine, mit denen man in allen Migros-Filialen Schweizer Früchte mit 15 Prozent R ­ abatt kaufen kann. tourdefruits.ch

Bilder: Getty Images, iStock (2), Interhome, Schweizer Obstverband, Micha Bietenhader

Masken werden deutlich günstiger


MEINE MIGROS | 20.7.2020 | 5

Stoppt den Hass! Spott, Hohn, Beleidigungen – in den sozialen Medien wird aus Diskussionen schnell ein ­hasserfüllter Schlagabtausch. Eine Initiative will der Aggression nun Grenzen setzen. Ein neu entwickelter Algorithmus soll ­künftig hasserfüllte Sprache erkennen und darauf hinweisen. Der Förderfonds Engagement der Migros hilft bei dem ­Projekt: stophatespeech.ch

Zitat der Woche «Es sind leider immer die gleichen Argumente, weshalb Wirtschaftswachstum kein Problem sein soll. Autor Christoph Eisenring scheint ­auszublenden, dass die ökologische Belastung des Schweizer Konsums zu 73 Prozent im Ausland anfällt. Da kann man gut über sauberes Wasser und geringe Emissionen in der Schweiz schwärmen! Immerhin: Kaum 20 Prozent der über 80 Kommentare auf nzz.ch beurteilen den ­Artikel positiv. Selbst ‹NZZ›-Leser/-innen wünschen sich offenbar eine ­differenziertere Argumentation.»

?

Wachstumskritikerin Irmi Seidl über einen «NZZ»-Artikel vom 14. Juli, der sich direkt auf ihr Interview im Migros-Magazin vom 18. Mai bezieht

Kunst am Wanderweg Bis 1. November lässt sich das Bündner Safiental als Freilichtmuseum erleben: Künstler und Künstlerinnen aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA haben Werke in die Landschaft eingefügt. Stets geht es um das ­Zusammenspiel zwischen analoger und digitaler Welt. So bekam ein alter Stall Fassaden, die an bunte ­Bildstörungen erinnern. Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Ausstellung: artsafiental.ch

Was kann ich tun, damit Basmatireis beim Kochen nicht matschig wird? Halten Sie sich an das Mengenverhältnis zwei Teile Reis, drei Teile Wasser. Sie müssen den Reis erst aufkochen. Schalten Sie dann den Herd aus und lassen Sie den Reis in der zugedeckten Pfanne 20 Minuten lang ziehen. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst


6 | 20.7.2020 | AUGENBLICK

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Als Marius von der Jagdkapelle singt, wie die dicke Bärin den Dachsbau sprengt, brechen auch bei den Kindern alle Dämme. Die Famigros-Lagerfeuernacht für nur 89 Franken pro Familie findet noch vom 25. Juli bis 10. August in Sins AG statt. Die Aufnahme ist am 13. Juli entstanden. Migros-Moment in Aetigkofen SO


Bild: Marco Zanoni

AUGENBLICK | 20.7.2020 | 7


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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­ Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

INHALT | 20.7.2020 | 9

24

INHALT

Sechs Experten haben fünf fleischlose Burger probiert. Welcher macht das Rennen?

10  Alles im Grünen ­Familiengärten boomen. Ein Besuch bei Angefressenen im Berner «Jorden» 16  Ein Handy für das Kind Welche Geräte und Tarife entsprechen den ­Bedürfnissen am besten?

24  Veggie-Burger im Test Eine Expertenjury beurteilt den Geschmack von pflanzenbasierten Burgern

36

28  So halten Kräuter länger 33  Stadt, Land, Stutz 34 Gehirnerschütterung Auch bei vermeintlich leichten Stürzen auf den Kopf sollte man zum Arzt gehen 36  Ausritt in den Alpen Mit Alpen-Cowboy Alfons Cotti können auch Reitanfänger unbesorgt losziehen

Alfons Cotti bietet ­Wanderritte auf der Alp Flix oberhalb von Sur GR an. Zuvor stimmt der Pferdekenner Reiter und Pferd aufeinander ein.

41  Der andere Blick: Nicole Jäger 43  Migros Bank 45  Ihre Region: Reportagen und News

51  Rätsel und Spiele 54  Meine Welt Dokumentarfilmerin Julia Bünter

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Bilder: Claudia Linsi, Jorma Müller

20  Thomas Stirnimann im Interview Der Hotelplan-CEO über Unsicherheit und Veränderungen im Tourismus nach Corona

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10 | 20.7.2020 | GARTEN

Zwischen E Himbeeren und Cervelats Ausspannen, Kontakte und Basteln gehören im Familiengarten Jorden wie Jäten, Anpflanzen und Ernten zum Alltag. Ein Besuch bei Berner Gärtnerinnen und Gärtnern im selbst gestalteten Paradies. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Monika Flückiger

in kleiner Weg führt uns an den Waldrand in Bethlehem bei Bern. Unvermittelt stehen wir vor einem offenen Tor. Links Büsche, rechts Bäume. Auf ­einem weissen Schild steht «Familien­ garten Jorden». Von einem Garten ist aber noch wenig zu sehen: Neben ­einer Wiese erkennen wir ein paar Beete, dann die Wohnhäuser einer Siedlung. Und eine grosse Holz­ baracke. Gleich dahinter führt ein Kiesweg serpentinenartig den Hang ­hinunter. Bald tauchen erste farben­frohe Gärten auf. Gelbe Li­lien, oranger Mohn und prall behangene Himbeer­ sträucher säumen den Wegrand. Gärtnerinnen und Gärtner bücken sich über Beete und ziehen Unkraut aus der Erde. Es ist Samstagmorgen,


GARTEN | 20.7.2020 | 11

Der Familiengarten Jorden im Steckbrief Die Grösse des ganzen ­Familiengartens: 13 500 Quadratmeter

Alle helfen mit: ­Brigitte (links) ­jätet mit Elin (3, Zweite von links) und Anna (5). Michael reinigt das Gemüse für das Mittagessen.

Die Grösse der Parzellen: ohne Haus 100 Quadratmeter, mit Haus von 150 bis 200 Quadratmeter Die jährlichen Kosten: zwei Franken pro Quadratmeter, das Häuschen muss dem Vormieter abgekauft werden. Die Häuschen sind heute etwa 3000 Franken wert», schätzt Präsident Peter Scheidegger.

die Sonne scheint, ein perfekter Gartentag. Peter Scheidegger, Präsident des Familiengartens Jorden, schreitet an den ­Parzellen vorbei. «Hallo Peter, hallo Madlene», grüsst er Gärtnerinnen und Gärtner. Man kennt sich hier, alle sind per Du. Der «Jorden» war während des ­Corona-Lockdown heiss begehrt ­(siehe Seite 15). «Anfang Mai waren die letzten der 80 Gartenparzellen ­bereits weg», sagt Scheidegger. In ­anderen Jahren waren oft gar noch im Sommer ein paar Parzellen frei. Für fünf Interessenten gab es dieses Jahr kein Areal mehr. Das erstaunt den Präsidenten nicht wirklich. Denn im «Jorden» sollen die Menschen auch ihre Freizeit verbringen: «Bei uns müssen nur 30 Prozent der F ­ läche ­bepflanzt werden, auf den restlichen

70 Prozent darf man einen Sitzplatz oder eine Spielwiese einrichten.» Feinsch­meckerinnen lieben Gemüse

In der Mitte des Familiengartens führt eine kleine Holzbrücke über ein Bächlein, danach gelangen wir zum untersten Teil des Familiengartens. Hier hat Familie Schmid-Stalder aus Bern ihre Parzelle. Schon von Weitem hören wir die beiden Töchter Elin (3) und Anna (5) lachen und reden, Mutter Brigitte (40) jätet gerade im Salatbeet. Anna hat auf dem Weg eine gelbe Blume ausgegraben, die sie nun in die Erde setzt. Brigitte ist zwei- bis dreimal in der Woche mit den Kindern in ihrem Garten. Giessen, jäten, pflegen. Da gebe es einiges zu tun. «Ich bin eine Bauerntochter und hatte schon als Kind mein eigenes Beet», erzählt

sie. Seit drei Jahren pflanzt sie wieder Salat, Zwiebeln, Randen, Spinat, Rüebli und vieles mehr an. «Wir ­essen so viel Salat und Gemüse, ich muss meistens auf dem Markt oder in der Migros noch dazukaufen», sagt sie und streckt der Tochter ein Rüebli entgegen, das sie gerade geerntet und gewaschen hat. Herzhaft beisst Elin zu. «So sind sie am feinsten, direkt aus der Erde», kommentiert Brigitte. Unterdessen bereitet Michael (46) mit Anna das Mittagessen vor. Es gibt eine Art Rösti: geraffelte Kartoffeln und Rüebli, auf dem Gasherd an­ge­ braten. Dazu Salat aus dem eigenen Garten. Die Kartoffeln kaufen sie im Laden. Im ersten Jahr habe sie selber Kartoffeln gesetzt, doch die Kartoffelkäfer haben ihr zuleide gewerkt. «Da ist mir die Lust an den Kartoffeln ver-

Frisch aus der Erde: Elin wäscht ein Rüebli, das sie gerade erst aus dem Beet gezogen hat.


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3. Tag, Dienstag – Freizeit & Möwenküste Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an – nutzen Sie die tolle Infrastruktur des Hotels oder unternehmen Sie einen Spaziergang am Strand. Am Nachmittag laden wir Sie zu einer schönen Bootsfahrt entlang der Möwenküste ein – lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie, wie sich kleine Strände und Buchten mit steilen pittoresken Felsen abwechseln.

2. Tag, Montag - Der herrliche Westen Heute morgen zeigen wir Ihnen die herrliche Inselhauptstadt Portoferraio mit ihrem idyllischen Hafen, der imposanten Festungsanlage und der Villa dei Mulini, die Stadtwohnung Napoleons (Eintritt inkludiert). Lassen Sie sich in der Altstadt von den kleinen hübschen Läden verzaubern. Danach erkunden wir entlang der Nordküste Procchio sowie Marciana Marina und später mit Chiessi und Marina di Campo den landschaftlich schönsten Teil der Insel.

4. Tag, Mittwoch – Der Osten & der Wein Zum Auftakt unseres heutigen Tagesausflugs erleben wir das reizvolle Bergdorf Capoliveri mit seinen schmalen, verwinkelten Gassen und die herrliche Altstadt von Porto Azzuro mit dem traumhaften Blick auf die malerische Bucht. Später werden wir zu einer tollen Weindegustation erwartet. Zum Abschluss statten wir der Sommerresidenz Napoleons mit ihren wunderbaren Wand- und Deckenmalereien im grünen Tal von San Martino einen Besuch ab (Eintritt inkludiert).

5. Tag, Donnerstag – Freizeit Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Spannen Sie aus, geniessen Sie das Meer und die Infrastruktur des Hotels. 6. Tag, Freitag – Heimreise Am Morgen heisst es wieder Abschied nehmen von der Insel Elba. Nach der Ausschiffung in Piombino treten Sie die Heimreise an. Ankunft in der Schweiz am späten Abend. Reise wird in deutscher Sprache geführt.

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GARTEN | 20.7.2020 | 13

gangen», sagt Brigitte. Heute muss die Familie noch j­ äten und Beeren pflücken, dann gehen sie in der Aare baden. Das motiviert auch die Mädchen, beim Gärt­ nern mitzuhelfen. Ein «Träumli» für die Bischoffs

Eine Kurve weiter oben steigt am Kiesweg Rauch aus einer Feuerstelle auf. Am braunen Gartenhaus hängt ein Namens­ schild. Kaum lesbar steht da «s’Träumli». Auf einem kleinen Sitzplatz bereiten Peter (75) und Madlene (70) das Mittagessen zu. Sie gärtnern hier, seit der ­Familiengarten vor 33 Jahren gegründet wurde. Ihr Areal ist fein säuberlich in Beete unter­ teilt, in der Mitte ranken sich an langen Stecken Bohnen empor, dahinter wachsen Kartoffeln. «Dieses Jahr sieht es ordentli­

cher aus als sonst. Im Lockdown waren wir jeden Tag hier und konnten den Garten pflegen», sagt Peter und dreht einen ge­ spickten Cervelat auf dem Grill. Unterdessen holt Madlene aus dem Gartenhäuschen Teller, ­Besteck und Gläser und deckt den Tisch. Der frisch gebackene Zopf darf auch nicht fehlen. «Wir kommen nicht nur hierher, um zu gärtnern, wir g­ eniessen hier auch die Ruhe», sagt Madlene. Doch etwas fehlt noch auf dem Tisch. Peter geht in den kleinen Geräteschuppen und hebt den falltürartigen Boden an. «Mein Weinkeller», sagt er stolz und fischt vom mit Kies be­ legten Boden eine kühle Flasche Weisswein. Mit Zopf, Cervelat und Weisswein ist das Mittag­ essen bereit. Für das Ehepaar keine Frage: Die Besucher sind

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GARTEN | 20.7.2020 | 15

selbstverständlich zum Essen eingeladen. Am Nachmittag füllen sich die Parzellen mit Gärtnerinnen und Gärtnern. Sie jäten und transportieren in Schubkarren Material. Im «Jorden» müssen alle biologisch anbauen, chemi­ sche Schädlingsbekämpfung ist verboten. Maulwürfe und Mäuse werden mit einem Sender im Boden ferngehalten, Steinmehl hilft gegen den Kartoffelkäfer. Alle Gärtner haben ihre eigenen Tricks. Untereinander tauschen sie neben dem neuesten Klatsch und Tratsch Tipps für biologi­ sche Schädlingsbekämpfung aus. Die Neuigkeiten verbreiten sich meist schnell. Etwa, dass vier Junge im Frühjahr einen Garten übernommen und das gesamte Beet und den Sitzplatz um­ge­ staltet haben. «Das sind doch die mit dem schön angelegten runden Beet», weiss Madlene. Die Jungen setzen auf die Sonne

Der Garten der Neuen liegt ober­ halb des Bächleins. Laura (28), Patrick (35), Andreas (40) und Stefan (40) sind eben erst an­ gekommen und richten sich für den Nachmittag im Garten ein. Andreas zieht sich eine Arbeiter­ hose an, im Gartenhaus packt Laura den Imbiss aus. Bevor sie mit der Arbeit beginnen, gibt es Kuchen, von Stefan gebacken – mit Beeren aus dem Garten. Patrick und Laura kochen in einer Espressokanne Kaffee auf dem Gaskocher. Heute steht Grosses an: Andreas und Patrick wollen eine Fotovoltaik­anlage auf dem Dach installieren. Keine alltägliche Arbeit für den Bank­ angestellten Patrick und den wissenschaftlichen Assistenten Andreas. «Mal schauen, wie wir die Anlage auf dem Dach befes­ tigen können. Da müssen wir ein bisschen basteln», sagt Patrick. Stefan und Laura kümmern sich um die Pflanzen. Laura hat schon lange von einem Garten geträumt, bisher hat sie nur auf ihrem Stadtbalkon angepflanzt. Zufällig hat sie diesen Frühling vom Garten Jorden erfahren und den Platz ergattert. Es war eine der letzten freien Parzellen. Ihr Partner und ihre Freunde ­erklärten sich sofort bereit, mit anzupacken. Seit die vier den

Die «Neuen» ­richten ihr Reich ein: Patrick (auf dem Dach) und Andreas (auf der Leiter) montieren die Fotovoltaik­ anlage. Laura und Stefan kümmern sich um die Beete und den Kaffee.

Garten im Mai übernommen ­haben, sind sie fast jeden Tag hier. «Wenn wir ankommen, ist das wie Ferien. Alles ist so ­ruhig, grün und friedlich», sagt Andreas. «Ferien» machen sie aber erst nach getaner Gartenund Bauarbeit. Dann sitzen sie gemeinsam um eine Feuer­ schale, trinken ein Bier. Und ­geniessen genau wie die Nach­ barn ihr kleines Paradies, das versteckt am Waldrand von Bethlehem liegt. MM

Begehrte Familiengärten Diesen Frühling gab es einen enormen Ansturm auf Parzellen. In der Stadt Bern etwa haben sich mehr als doppelt so viele ­Interessenten gemeldet als in anderen Jahren, heisst es bei der Stelle für Familiengärten der Stadt. Bis zu 40 Personen ­stehen auf den Wartelisten für einzelne Familiengartenareale in der Innenstadt. Als Ursache vermutet die zuständige Sach­ bear­beiterin Giovanna Alonge den Lockdown. Dazu komme das wachsende Bedürfnis nach frischem, biologischem und selbst gezogenem Gemüse. «Ich nehme aber an, dass viele ­dieser neuen Gärtnerinnen und Gärtner nächstes Jahr bereits wieder aussteigen werden, weil sie dann wieder mehr Arbeit und weniger Zeit haben», sagt Alonge.


16 | 20.7.2020 | MOBILTELEFON

Jana (11) will Videos machen

Alle haben eins

Leon (9) muss erreichbar sein

Kinder verlangen ein eigenes Handy – und Eltern wollen den Nachwuchs erreichen können. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Welches Gerät erfüllt welchen Zweck am besten, und welcher Tarif ist der günstigste? Eine kleine Wegleitung. Text: Reto Vogt  Illustrationen: Sarah von Blumenthal

F

rüher oder später müssen sich Eltern mit der Frage ausein­ andersetzen: Wann kaufe ich meinem Kind ein Handy? «Der Zeitpunkt kommt, so viel ist sicher», sagt Daniel Betschart, Programm­verantwortlicher Medienkom­ petenz bei Pro Juventute. 30 Prozent der 8- bis 9-Jährigen und über 60 Pro­ zent der 10- bis 11-Jährigen besitzen eins – und die Zahl steigt. Was, wann, wofür?

Welcher Zeitpunkt ist nun aber der richtige? «Das Alter allein ist nicht ausschlaggebend», so Betschart. Entscheidend sei vielmehr die Reife des Kindes: •  Hat es schon Erfahrungen mit Surfen im Internet? •  Weiss es, welche Inhalte es teilen und konsumieren darf und welche nicht? •  Kennt es die wichtigsten Sicher­ heitseinstellungen, damit es sich

angemessen vor Gefahren und Risiken schützen kann? •  Weiss es, dass Inhalte durch das Teilen oft nicht mehr gelöscht werden können und schnell den Weg an die Öffentlichkeit finden? Über diese Fragen sollten sich Eltern bereits vor dem Smartphone-Kauf Gedanken machen. Sie sollten sie mit dem Kind besprechen – «und begründen, warum die Zeit allenfalls noch nicht reif ist», so Daniel Bet­ schart. Kinder bräuchten zudem die Gewissheit, dass sie sich immer an die Eltern wenden können, wenn bei der Handy-Nutzung etwas Seltsames oder Unerwartetes passiere. «All das ist leider nicht selbstverständlich», sagt Betschart. Ebenso individuell wie der rich­ tige Zeitpunkt ist aber auch die Wahl des passenden Handymodells. Nebst dem zur Verfügung stehenden Bud­ get spielen dabei auch die Interessen des Kindes eine wichtige Rolle.

Leon spielt nach der Schule oft allein oder mit Freunden draussen und muss deshalb im Notfall erreichbar sein oder seine Eltern anrufen können. Noch benutzt er das eigene Handy nicht, um im Internet zu surfen oder Spiele zu spielen. Passendes Handy Wer nur telefonieren muss, braucht nicht unbedingt ein Smartphone mit Internetzugriff, Kamera und


MOBILTELEFON | 20.7.2020 | 17

Jana will sich kreativ aus-

drücken, viel fotografieren und sich inspirierende YoutubeVideos ansehen. Ihr ist der Austausch mit Freundinnen wichtig, sie möchte ihre Fotocollagen und selbstgeschnittenen Videos online und im Freundeskreis teilen. Passendes Handy Um ihre Kreativität ausleben zu können, brauchen Kinder wie Jana ein leistungsstarkes Smartphone mit guter Kamera, etwa das neue iPhone SE. Es bietet zurzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Passender Tarif Streaming von Videos ausserhalb von WLAN

Justin braucht unbedingt

allem Drum und Dran. Für Kinder wie Leon, die mehrheitlich nur telefonieren und Kurznachrichten verschicken, genügt ein ­sogenanntes Feature-Phone, zum Beispiel das Nokia 105, das es bei Digitec für 31 Franken zu kaufen gibt. Passender Tarif Auf den ersten Blick ist für Kinder wie Leon ein Prepaid-Tarif das Passende. Allerdings sind die Minutenpreise beim Telefonieren und die Kosten für eine einzelne SMS ziemlich teuer, sodass es schon bei wenigen Anrufen pro Woche schnell kostspielig werden kann. Als Alternative kommt beispielsweise «inOne mobile prepaid kids» von Swisscom für Fr. 9.90 pro Monat infrage. Für diesen Preis sind Anrufe auf fünf aus­ gewählte Swisscom-Mobil- und Festnetznummern sowie alle SMS kostenlos. Bei Talktalk – der Anbieter nutzt das SunriseNetz – gibt es für Fr. 1.95 Franken monatlich einen vergleichsweise tiefen Minutentarif von 10 Rappen sowie günstige SMS (Swisscom-Prepaid-Kunden zahlen 29 Rappen pro Minute und 15 Rappen pro SMS).

unter allen Apple-Telefonen und ist bei Digitec für 442 Franken ­erhältlich. Weniger als die Hälfte kosten Android-Geräte wie das Huawei Mate 20 (204 Franken) oder das Samsung Galaxy A40 (227 Franken), die sich in puncto Leistung nicht verstecken müssen. In Sachen Sicherheit ist das iPhone, speziell in ungeübten Kinderhänden, den AndroidGeräten jedoch überlegen, weil es weniger Freiheiten zulässt.

ein Handy, weil alle in der Klasse eins haben. Eigentlich weiss er nicht besonders viel damit anzufangen, weil er lieber Bücher liest. Trotzdem benötigt er ein Smartphone, um im Klassenverbund nicht abgehängt zu werden, ­zumal alle Kameradinnen und Kameraden sich via Social Media und Whatsapp austauschen. Er hat Spotify entdeckt und hört unterwegs liebend gern Musik. Passendes Handy Gefragt ist ein günstiges Smartphone, mit dem Kinder wie Justin die Apps von sozialen Netzwerken installieren können. Immer häufiger wird das Handy auch in den Unterricht integriert. Für diesen Fall eignet sich ein älteres Handy der

Justin (13) möchte Musik hören

verursacht den höchsten Datenverbrauch überhaupt. Je nach Qualität der Videos «frisst» schon eine Minute Videokonsum bis zu 30 MB des Datenvolumens. Nur 15 Minuten Youtube-Konsum pro Tag verursachen also über 13 GB Datenverbrauch pro Monat. Im Alltag dürften die meisten Kinder aber mit WLAN surfen, weshalb kein unlimitiertes Datenvolumen nötig ist. Für 29 Franken pro Monat bietet M-Budget Mobile das «Maxi»-Abo mit unlimitierten Anrufen und SMS sowie monatlich 3 GB Datenverbrauch .

Eltern. Alternativ dazu verkaufen Plattformen wie etwa revendo.ch oder verkaufen.ch gebrauchte Smartphones, die geprüft und wiederaufbereitet sind. Im ­Gegen­satz zu Privatkäufen auf anderen Plattformen, beispielsweise Ricardo oder Tutti, bieten sie zwölf Monate Garantie. Passender Tarif Eine Stunde Musik hören in normaler Qualität verbraucht bei Spotify etwa 40 MB, wenn die Songs nicht heruntergeladen wurden. Deshalb empfiehlt sich auch für Kinder wie Justin ein Abo mit inbegrif­ fenem Datenvolumen. Wingo.ch bietet eine «Fair Flat» für 25 Franken pro Monat, inklusive 2 GB Datenvolumen und unlimitierte Anrufe und SMS in der Schweiz.

Regeln definieren Sobald das Kind sein erstes Handy besitzt, sollte man gemeinsam Regeln definieren. Es empfiehlt sich etwa, Ruhezeiten festzulegen: In diesen Phasen ist das Handy auch tagsüber ausgeschaltet oder ­zumindest nicht in Griffnähe, etwa beim Essen. Sinnvoll sind auch Vereinbarungen zu App-Downloads, Nutzung von Social Media – ­insbesondere Youtube – und Gaming. Überlegenswert ist eine ­Kostenbeteiligung des Kindes, damit es das Handy bewusster


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MOBILTELEFON | 20.7.2020 | 19

Das sagt das Gesetz

nutzt und lernt, was etwas kostet und was nicht. Die Einhaltung der Regeln lässt sich durch technische Mittel überprüfen: beim iPhone mittels Funktion Bildschirmzeit, bei Android bei­ spielsweise über die App «Google Family Link». Eltern sollten sich aber bewusst sein, dass die Nutzung die­ ser Möglichkeiten die Privatsphäre des Kinds tangiert und das Vertrau­

ensverhältnis trüben kann. Sinnvoll ist es hingegen, den Aufenthaltsort des Kindes ermitteln zu können. So oder so: Wichtig ist, dass Eltern das Nutzungsverhalten des Kindes begleiten und sich etwa mit der Frage auseinandersetzen, welche Apps es auf welche Weise nutzt. Die Zuständigkeit der Eltern endet nicht mit dem Kauf des ersten Handys – sie beginnt erst damit.

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Kinder dürfen weder einen Mobilfunkvertrag selbst abschliessen noch eine Prepaidkarte kaufen. Der Gesetzgeber schreibt für Ersteres Voll­ jährigkeit und für Letz­ teres das Mindestalter 16 vor. Eltern müssen ihre Kinder entsprechend begleiten. Beliebte Social-MediaDienste wie Facebook, Instagram, Snapchat, ­Tiktok, Twitter oder Youtube schreiben das Mindestalter 13 vor, bei Whatsapp beträgt es sogar 16 Jahre. Geprüft

wird es allerdings nicht anhand einer Identitäts­ karte, sondern lediglich durch Anklicken eines Knopfs. Eltern sollten die Nutzung dieser Netzwerke mit ihren Kindern besprechen, vor allem weil sie dort auf erwachsene Nutzer und un­erwünschte Inhalte treffen können: Der Konsum von porno­ grafischen und gewalt­ verherrlichenden Inhal­ ten ist für Minder­jährige gemäss dem Schweize­ rischem Strafgesetzbuch verboten. MM


20 | 20.7.2020 | TOURISMUS

«Einige Kunden haben wir schon sechsmal umgebucht»

Die Corona-Pandemie ­ löste bei der Reisebranche eine tiefe Krise aus. ­Hotelplan-CEO Thomas Stirnimann hofft auf eine Rückkehr zur Normalität bis 2022 – und sieht ­Chancen für ein Ende des «Fast-Food»-­Tourismus. Text: Ralf Kaminski, Kian Ramezani Bild: Daniel Winkler

T

homas Stirnimann, in der Reisebranche herrscht ­Weltuntergangsstimmung. Hotelplan geht davon aus, dass sich die Situation erst 2022 ­wieder bessert. Wie hält sich das ­Unternehmen bis dahin über Wasser? Weltuntergang ist ein bisschen über­ trieben, aber im Moment ist es schon ziemlich düster. Insbesondere fehlt eine vernünftige Planungsgrundlage. Die Situation ändert sich nahezu täg­ lich: Das Flugangebot wird hochge­ fahren und wieder annulliert, Einreise­ bestimmungen kommen und gehen über Nacht. Dass es sich bis 2022 wie­ der normalisiert ist eine Schätzung – und eine Hoffnung. Schneller könnte es nur gehen, falls rasch eine Impfung oder Medikamente zur Verfügung ­stünden. Es ist die allgemeine ­Un­be­rechenbarkeit, die es für uns so ­schwierig macht. Wie gehen Sie damit um? Wir haben Szenarien für die folgenden vier Halbjahre erarbeitet. Nicht alle Reisearten sind gleichermassen betrof­ fen. Das Geschäft mit Ferienhäusern und -wohnungen entwickelt sich ­bereits wieder einigermassen, und bei ­diesem Angebot sind wir europaweit führend. Die Krise hat uns dennoch zu einer Neuausrichtung und zu Personal­ abbau gezwungen. Dabei haben wir uns an den Szenarien für 2022 ausgerichtet, sonst hätten wir noch wesentlich stär­ ker reduzieren müssen.

Thomas Stirnimann (58) hat sein Leben lang in der Reisebranche gearbeitet. Seit 2012 ist er CEO der Hotelplan Group.

Und die Migros steht als Aktionärin ganz hinter diesem Kurs? Ja, da gab es einen intensiven Aus­ tausch. Wir sind gemeinsam von der


TOURISMUS | 20.7.2020 | 21

Strategie und den Massnahmen über­ zeugt und glauben an eine Zukunft in diesem Geschäft. Gibt es auch in normalen Zeiten viele Annahmen bei der Planung, die nicht eintreffen könnten? Oh ja. Die längste Vorausplanung, die wir normalerweise machen, sind zwölf Monate: beim Skiferiengeschäft mit Grossbritannien. Ein Jahr im V ­ oraus zu sagen, wie es in Val d’Isère oder Ischgl sein wird, und auf dieser Basis Vorein­ käufe für Chalets zu machen und Per­ sonal zu rekrutieren, ist natürlich ein Risiko. Annahmen und Unsicherheiten gehören ein Stück weit zum Alltags­ geschäft, denn die Reisebranche leidet ­unter jeder Krise – seien es nun politi­ sche Unruhen oder Naturkatastrophen. Aber normalerweise ist das jeweils auf die betroffene Region beschränkt, die heutige Unsicherheit ist umfassend und global. Wer will jetzt schon eine grosse Australien- oder USA-Reise planen? Können Sie die aktuelle Lage mit ­konkreten Zahlen illustrieren? Bis Februar lief es super, seither gibt es vor allem Annullationen. Angesichts der geschlossenen Grenzen und der ­gegroundeten Flugzeugflotte ging es auch nicht anders. Wir haben oft von uns aus annulliert, bis jetzt insgesamt Reisen im Wert von über 800 Millionen Franken. Die wichtige Sommersaison ist dieses Jahr nahezu inexistent, es dürften rund 80 Prozent weniger ­Buchungen sein als sonst. Und das bei erhöhtem Aufwand, denn Annullieren oder Umbuchen ist immer mit Arbeit verbunden, die nicht vergütet wird. Haben die Buchungen seit den Grenz­ öffnungen ein bisschen angezogen? Ein wenig. Wenn die Geschäfte gut ­laufen, machen wir pro Tag ein paar Tausend Buchungen, derzeit sind es deutlich weniger. Das ist besser als nichts, klar. Aber derzeit annullieren wir jede Woche noch immer mehr, als wir neu buchen. Und die Lage bleibt kompliziert. Einige Kunden haben wir schon sechsmal umgebucht, weil sich die Dinge vor Ort dauernd verändern. Das ist natürlich eine Zumutung. Und bis das ganze Räderwerk des ­Tourismus wieder richtig in die Gänge kommt, wird es Monate dauern, selbst wenn ­Corona unter Kontrolle ist. Welche Destinationen werden trotz allem bereits wieder gebucht? Fast nur solche in Europa. Vor allem ­Ferienhäuser und -wohnungen in

­ egenden, die von der Schweiz aus mit G dem Auto noch erreichbar sind: Frank­ reich, Italien, Kroatien. Auch für die Schweiz gibt es Buchungen. Eine gewis­ se Nachfrage spüren wir für Griechen­ land und Zypern, zwei Länder, die von Corona kaum betroffen waren. ­Spanien hingegen harzt – vermutlich weil es dort viele Infektionen gab und die ­Regeln im Alltag teils restriktiv sind. Hotelplan gibt den Kunden ihr Geld zurück, wenn Pauschalreisen wegen Corona-Massnahmen vor Ort nicht stattfinden können. Wie einfach ist es für Sie, Ihr Geld zurückzubekommen? Sie hatten sich ja kürzlich über die Swiss beklagt … Das ist nicht einfach. Zum Glück haben wir die Migros als Aktionärin. So kön­ nen wir unsere Kunden schadlos halten. Bezüglich Swiss hat sich bisher nichts weiter getan. Wir hoffen natürlich, dass

«Bis jetzt haben wir Reisen im Wert von über 800 Millionen Franken annulliert.» wir das Geld irgendwann bekommen. Aber das ist einfach nicht die Art und Weise, wie man Geschäftspartner und Kunden behandelt. Es kann doch nicht sein, dass sich wichtige Teile dieses Wirtschaftszweigs einfach ihren Ver­ pflichtungen entziehen. Bei den Hotels ist es einfacher? Nein. Und ein Stück weit ist das auch nachvollziehbar, weil viele Hotels vor Ort noch immer geschlossen sind – und vielleicht nie wieder aufgehen werden. In Mallorca etwa versuchen derzeit 300 von 1200 Hotels, den Betrieb ­hochzufahren. Einzelne Länder trifft die Tourismuskrise ins Mark. In der Schweiz beträgt der Anteil der Reise­ branche am Bruttoinlandprodukt neun Prozent, 2018 waren das 63 Milliarden Franken. In Griechenland beträgt er 35 Prozent. Entsprechend schwer fällt es, von dort Geld zurückzubekommen. Es hat aber auch damit zu tun, wie ­heute in der Branche mit Geld um­ gegangen wird.

Was heisst das? Eigentlich dürfte ein Anbieter, der bei der Buchung von Kunden Geld bekom­ men hat, dieses erst wieder ausgeben, wenn der Kunde die Leistung auch ­bezogen hat. Dann hat er es noch in der Hinterhand, falls etwas schiefgeht und er es zurückzahlen muss. Aber so läuft das nicht. Das Geld wird oft schon für laufende Kosten verwendet und ist nicht mehr da, wenn plötzlich eine Rückzahlung fällig wird. Sie schliessen 12 von 98 ReisebüroStandorten und entlassen fast jeden fünften Mitarbeitenden: der grösste Abbau in der Geschichte des Unter­ nehmens. Wird das reichen, oder kann es noch schlimmer kommen? Leider kann man auch das nicht aus­ schliessen, falls sich unsere Annahmen bezüglich einer Normalisierung bis 2022 nicht erfüllen. Auch die gesamt­ wirtschaftlichen Folgen spielen eine Rolle: Wenn die Arbeitslosigkeit gene­ rell ansteigt und mehr Leute weniger Geld zur Verfügung haben, wird auch weniger gereist. Es könnte auch sein, dass die Preise steigen, weil es weniger Hotels und Flüge gibt. Da sind also viele Fragezeichen. Grundsätzlich aber ist Mobilität ein Grundbedürfnis der Men­ schen, das nicht verschwinden wird. Welche Jobs in der Reisebranche ­leiden am meisten unter der Krise? Die im Kernbereich, also die Beratung im Reisebüro und in den Call-Centern, die Mitarbeitenden, die mit Destinatio­ nen arbeiten, sowie die Reiseleitungen. Für Betroffene wird es schwierig, eine neue Stelle zu finden, weil ja die ganze Branche derzeit abbaut. Aber braucht man sie nicht wieder, sobald sich das Geschäft erholt? Hoffentlich. Eine erhöhte Nachfrage kann in vielen Bereichen jedoch tech­ nisch aufgefangen werden. Für teure lange Reisen sieht es anders aus, da braucht es Spezialisten, die die ­Region gut kennen und die Kunden beraten können. Das haben wir aber beim ­aktuellen Abbau berücksichtigt. Das heisst, viele der abgebauten Jobs wird es gar nicht mehr geben? Das ist leider zu befürchten. Am besten satteln die Betroffenen also gleich um? Das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Die Mitarbeitenden in der Reisebranche sind meist jung, bei uns ist das Durchschnittsalter 34. Wir


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TOURISMUS | 20.7.2020 | 23

haben viele Berufseinsteiger, die ein paar Jahre bleiben und dann weiterziehen. Die Fluk­tuation beträgt in normalen Jahren bis zu 20 Prozent der Belegschaft. Aber erfahrene Leute, die den Job mit Herzblut machen, wird es auch in Zukunft brauchen. Andererseits sind in den vergangenen 20 Jahren 1000 Reisebüros in der Schweiz verschwunden. Hotelplan ist die einzige verbliebene Komplettreiseorganisation, die in Schweizer Hand ist. Der Strukturwandel ist also längst im Gang, dennoch konnte die Branche auch immer wieder neue Jobs kreieren. Wird sich auch Hotelplan früher oder ­später mit anderen Anbietern zusammenschliessen müssen? Wir sind gut aufgestellt, breit diversifiziert und haben die Kraft und das Vertrauen der Aktionärin, um unabhängig zu bleiben. Trotzdem kann ich nicht ausschliessen, dass es zu Partnerschaften oder Allianzen kommt. In der Reiseindustrie befinden sich derzeit sehr viele im Überlebenskampf. Falls sich die Lage 2022 wieder bessert: Wird das Geschäft mehr oder weniger gleich aussehen wie vorher? Es gab in letzter Zeit Entwicklungen, die nicht gut waren. Dass Leute etwa schnell für ein Wochenende zum Einkaufen oder für eine Party irgendwohin fliegen, nur weil es billig ist. Kreuzfahrten sind etwas Tolles, aber nicht mit 8000 Leuten an Bord, finde ich. Ich habe mich mein Leben lang immer wie ein Kind auf eine Reise gefreut und tue mich schwer damit, dass das Reisen in gewissen Bereichen zum Fast-Food-­ Produkt geworden ist. Die Coronakrise könnte also auch eine Chance sein? Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder etwas bewusster reisen; uns etwas mehr Zeit geben, Destinationen zu entdecken. Das gäbe auch den Reisebüros wieder mehr Daseinsberechtigung. Wie könnte das Reisen in fünf Jahren ­aussehen? Oder können wir dazu genauso gut eine Wahrsagerin fragen? Die Trefferwahrscheinlichkeit ist vermutlich vergleichbar. (lacht) Auch ohne Corona wäre eine Fünf-Jahres-Prognose im Tourismus reine Spekulation. Es ändert sich ­einfach zu vieles. Aber wir entscheiden als ­Unternehmen selbst, was wir anbieten. ­Hotelplan hat sich schon immer selektiv verhalten: Gewisse Destinationen und ­Reisen hatten wir nie im Programm. Kürzlich haben wir etwa entschieden, dass wir Heliskiing nicht mehr als Veranstalter anbieten werden. Das mag ein tolles Erlebnis sein, aber ich verstehe völlig, dass es kontrovers diskutiert wird. Klar, wenn ein Kunde

zu uns kommt und das machen will, buchen wir es ihm – aber wir bieten es von uns aus nicht mehr aktiv an. Hingegen gibt es neu Elektro­auto-Rundreisen in der Schweiz. So haben wir als Reiseunternehmen durchaus Möglichkeiten, das Reisen ein wenig mitzubeeinflussen.

weiss es nicht. Klar ist: Fliegen ist zentral für die Reisebranche, wir können nicht zum Dampfschiff zurück. Gleichzeitig müssen wir uns auch der CO2-Diskussion stellen. Flugbenzin ist bisher der einzige Treibstoff, der nicht besteuert wird. Das Verursacherprinzip sollte auch hier spielen.

Wird der typische Massentourismus künftig weniger gefragt sein? Ich glaube, dass es auch dieses Bedürfnis weiterhin geben wird. Das ist auch okay, einfach nicht jedes Wochenende mit dem Billigflieger. Aber man kann den Jungen, die Party machen wollen, nicht einfach sagen: Tut uns leid, das gibts nicht mehr. Vielleicht

Was halten Sie vom Flugpreisaufschlag, wie er im CO2-Gesetz vorgesehen ist? Das ist, wie wenn man ein Glas Wasser in ­einen Vulkan schüttet. Schon heute fahren Leute mit dem Auto zum EuroAirport Basel, um 30 Franken Flugpreis zu sparen. Künftig fahren sie vielleicht bis nach Mailand oder München, denn für vierköpfige Familien lohnt sich das dann vielleicht finanziell. Die CO2-Bilanz wird das nicht verbessern, es schadet nur dem Flughafen Zürich, einem der besten Europas. Und dass deswegen ­weniger geflogen wird, ist kaum vorstellbar.

«Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder etwas bewusster reisen; uns mehr Zeit geben, Orte zu entdecken.» verändern sich auch die Destinationen. Gut möglich, dass die eine oder andere Mittelmeerinsel sich neu positionieren und diese Gäste nicht mehr anlocken möchte. Wie wird die Pandemie Airbnb treffen? ­Könnten Hotels davon profitieren? Airbnb wird das schon spüren, aber das nützt den Hotels derzeit nichts. Und grundsätzlich ist das Geschäftsmodell eine Be­ reicherung, deshalb denke ich, dass es sich mittelfristig wieder erholt. Unschön ist, dass sich Hotels in der Vergangenheit an Hunderte bis ins Detail geregelte Vorschriften halten mussten, während Airbnb-­ Anbieter machen konnten, was sie wollten. Da muss man fairere Lösungen finden. Verändert sich künftig auch das Fliegen? Dafür gelten ja nun noch mehr Regeln. Schwer zu sagen. In den letzten Jahren ­haben sich alle Airlines auf das gleiche Geschäftsmodell ausgerichtet: von A nach B, möglichst schnell und möglichst billig. Das hat der Diversität des Angebots insgesamt geschadet, was ich persönlich schade finde. Aber bisher hat die Branche noch jede Krise überstanden, und es finden sich auch immer wieder neue Geldgeber, die in Fluggesellschaften investieren möchten. Es ist eben ein faszinierendes Geschäft, ich selbst habe damals Edelweiss mitgegründet. Aber wie sich das alles diesmal entwickeln wird? Ich

Was sollte man denn tun? Eine weltweite Kerosinsteuer einführen. Aber nur schon für Europa würde das etwas bewirken, weil man nicht mehr so leicht auf einen anderen Flughafen aus­ weichen könnte. Wie sehen in diesem Sommer Ihre ­eigenen Ferienpläne aus? Wir reisen Anfang August auf eine kleine griechische Insel – weil meine Töchter ­studieren, musste es dann sein, sonst würde ich eher eine andere Reisezeit wählen. Das Erstaunliche ist: Wir haben Anfang Jahr ­gebucht, und bis jetzt scheint immer noch alles wie geplant zu klappen. Ich freue mich sehr darauf und bin natürlich neugierig ­darauf, zu sehen, wie nun vor Ort und beim Fliegen alles abläuft. MM

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24 | 20.7.2020 | GENUSS 5 Burger, 6 Experten: Hier gehts zum Video des Tests: www.migmag.ch/ burgertest

Was taugen Burger ohne Fleisch?

Immer mehr Detailhändler und Restaurants bieten pflanzenbasierte Hamburger an. Wir haben fünf Produkte von einer Expertenjury testen lassen, darunter auch einen Migusto-Burger zum Selbermachen. Am Schluss fanden (fast) alle einen, der sie überzeugte. Text: Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger  Bilder: Claudia Linsi

Migusto-Burger

Das hats drin Neutrales Kokosöl, Randensaft, Sojasauce, Sojaschnetzel, Erbsenprotein, Flohsamenschalen, geräuchertes Paprikapulver, getrocknete Steinpilze, Misopaste, Zwiebelund Knoblauchpulver. So schmeckts noch besser Dazu passen selbstgemachte Pommes frites oder Süsskartoffel-Pommes. Begleitet von Ketchup oder scharfer BBQ-Sauce.

Beyond Burger

Das hats drin Erbsenprotein, Wasser, Rapsöl, raffiniertes Kokosöl, Reisprotein, Aromen, Stärke, Randensaft, Gummi arabicum. Fettanteil: 19 von 100 Gramm. So schmeckts noch besser Da der Burger einen relativ hohen Fettgehalt hat, kann man ihn problemlos ohne Fett in einer Grillpfanne anbraten. In der Migros erhältlich


GENUSS | 20.7.2020 | 25

V-Love-Burger «plant based»

Das hats drin Erbsenprotein, Wasser, Rapsöl, Aromen, Stärke, Randensaftkonzentrat. Fettanteil: 17 von 100 Gramm. So schmeckts noch besser Bei 250 °C beidseitig ca. 6 Minuten grillieren. So erhält dieser Burger den speziellen rauchigen BBQ-Geschmack. Dafür den Grillrost unbedingt 10 Minuten vorheizen. Von der Migros in der Schweiz hergestellt

Impossible Burger

Das hats drin Sojaprotein, Wasser, Pflanzenöle, Vitamine, Mineralien, Hefe, Gummi arabicum, Soja-Leghämoglobin. Fettanteil: 15 von 100 Gramm. Dieser Burger ist in der Schweiz und in ganz Europa nicht verfügbar. Das Soja-Leghämoglobin, das ihm seine Fleischähnlichkeit verleiht, wird aus gentechnisch veränderter Hefe hergestellt, was die Markteinführung hierzulande verzögert.

Wow-Burger

Das hats drin Sojaprotein, Erbsenprotein, Pflanzenöle, Gemüsekonzentrate, Randenpulver, Gummi arabicum. Fettanteil: 5,5 von 100 Gramm. So schmeckts noch besser Den Burger unbedingt in einer beschichteten Bratpfanne mit etwas Öl anbraten. Vorsichtig mit einer Bratschaufel wenden. Für die Migros in der Schweiz hergestellt


Andrin C. Willi (44), Food- und ­Gastroexperte, Kilchberg ZH

Nicole Hasler (36), Food-Bloggerin «Nose to Tail» und Innovations­ beraterin, Zürich

Noah Rechsteiner (20), veganer Spitzenkoch, Buchs ZH

Annick Jeanmairet (51), leitet die RTS-­ Kochsendung «Pique-assiette», Genf

Knut Schwander (57), GaultMillau Romandie, Pully VD

Eliana Zamprogna (46), Chief Technology Officer MigrosIndustrie, Küsnacht ZH

Das sagen die Profis Die Gastroexperten haben die fünf Burger hintereinander «blind» probiert, also ohne zu wissen, um welche Produkte es sich handelt. Die Urteile waren überraschend vielfältig.

Für mich gibt es einen klaren Favoriten, den V-Love-­ Burger «plant based». Nur schon das Aus­ sehen überzeugt, er ist fleischähnlich und ­faserig. Ausserdem ist er recht saftig und präzis abgeschmeckt, dazu ge­ hören schöne Röstund Würzaromen. Das macht Lust zum Reinbeissen. Ebenfalls recht fleischähnlich ist der Impossible Burger, den ich aber insgesamt nur so so la la ­finde. Natürlich spielt auch das Rundherum eine wichtige Rolle, das Brot, die Sauce – damit kann man einiges kompensieren. Wenn ein Burger also gut komponiert ist, dann verstehe ich die Zuneigung. Ich mag Fleisch und esse ­privat gerne Burger, aber nicht jeden Tag.

Mir gefällt der Beyond Burger am besten, er hat eine gute Konsistenz, ­etwas Saft und einen guten Biss. Und er ist geschmacklich weniger penetrant als der V-Love-Burger «plant based». Der nächstbeste ist für mich der ­MigustoBurger – er ist zwar nicht sehr fleischähnlich, aber geschmacklich sehr fein. Weniger gut fand ich den Wow-Burger.

«Wir sollten im Alltag Fleisch bewusster konsumieren.» Ich mag Burger und finde, dass es dafür nicht zwingend Fleisch braucht. Der Beyond Burger ist besser als viele Fleischvarianten, mit den allerbesten kann er aber (noch) nicht mithalten. Für die ­alternativen Proteinquellen sehe ich ­besonders im Con­ venience-Bereich viel Potenzial.

Es gibt ja Leute, die tun sich schwer mit der Fleischähnlichkeit dieser Produkte, aber wer seinen Fleischkonsum reduzieren will, findet hier eine gute Alternative. Mich haben der V-Love-Burger «plant based» und der I­ mpossible Burger am meisten überzeugt. Wobei der Impossible für einige Veganer vielleicht schon fast zu fleisch­ ähnlich ist. Ausserdem würde ich einen US-Import nicht ­kaufen, weil mir auch Nachhaltigkeit wichtig ist. Auch deshalb ­bevorzuge ich den V-Love-Burger «plant based». Den werde ich jetzt sicher ab und zu kaufen. Wichtig bei Burgern ist, dass das Patty genügend feucht und bissfest ist – vegane Burger sind zudem oft zu perfekt geformt, wirken quasi zu wenig natürlich. Genauso wichtig beim Burger sind gutes Brot, eine gute Sauce und etwas Knuspriges.

Am wenigsten schlecht finde ich den Impossible Burger. Farbe und Konsistenz sind erstaunlich fleischähnlich, aber den Geschmack finde ich nicht besonders gut. Kaufen würde ich ihn also genauso wenig wie alle anderen.

Ich mag den MigustoBurger am besten; der tut nicht so, als ob er Fleisch wäre, und überzeugt mit ­echtem, ehrlichem Geschmack. Er ist der Einzige dieser fünf, den ich in ­einem ­Restaurant ­tatsächlich ­bestellen würde.

«Ich würde echte GemüseBurger bevorzugen, die wären auch gesünder.»

Bezüglich Fleischähnlichkeit am glaubwürdigsten ist der Impossible Burger, was aber noch nicht heisst, dass er gut ist. Alle ­anderen fand ich ziemlich schlimm, ­insbesondere den Wow-Burger.

Der V-Love-Burger «plant based» ist auf Platz 2, auch hier ­gelingt die Illusion von Fleisch gut, aber der falsche Grill­ geschmack ist mir zu aufdringlich – da ­wollte man zu viel. Ich esse sehr selten Burger und dann aus sehr gutem Fleisch. Ansonsten bin ich ­Flexitarierin und mag vor allem die süd­ italienische Küche. Wenn ich Fleisch esse, dann nur Stücke von hoher Qualität.

Mir ist wichtig zu wissen, was ­genau ich esse, dafür braucht es Vertrauen in das Lokal oder den Hersteller. Ich esse nur selten Burger, obwohl ich ja viele Restaurants ­teste und es dort manchmal auch richtig gute Burger gibt. Niemals essen würde ich einen Fast-food­ Burger. Generell ­konsumiere ich heute ­etwas weniger Fleisch als früher, schätze aber ein gutes Stück noch immer.

Mein klarer Favorit ist der Impossible Burger. Seine Ähnlichkeit mit Fleisch ist verblüffend – Hut ab, das ist nicht einfach. Auch vom Geschmack her überzeugt er, wirklich ein perfektes Imitat. Der Beyond Burger kommt ihm nahe, im Geschmack ist er mir aber übertrieben. Da ziehe ich den V-Love-­ Burger «plant based» vor. Den MigustoBurger finde ich sehr kreativ und gelungen.

«Die Herausforderung ist, Burger zu kreieren, die fleischähnlich, gesund und nachhaltig sind.» Ich mag Burger, bevorzuge aber vegane Varianten, die nicht versuchen, Fleisch zu imitieren, auch wenn ich es spannend finde, solche zu probieren. Berufsbedingt passiert das oft.

Bilder: Jorma Müller

«Ich verstehe, dass Burger süchtig machen können.»


GENUSS | 20.7.2020 | 27

Migusto-Burger zum Selbermachen Zutaten für 4 Personen 80 g neutrales Kokosöl 2 dl Randensaft 5 EL Sojasauce Shoyu 100 g feine Sojaschnetzel 15 g getrocknete Steinpilze, gepulvert 30 g veganes Proteinpulver geschmacksneutral, z. B. Erbsenprotein 3 EL gemahlene Flohsamenschalen 1 TL geräuchertes Paprikapulver 1 EL Misopaste 1 EL Zwiebelpulver 1 EL Knoblauchpulver Öl zum Braten

Zum Anrichten 4 Burgerbrötchen 1 Fleischtomate 4 Cornichons 4 EL Ketchup oder Mayonnaise 4 Salatblätter

Zubereitung

1. Die Hälfte des Kokosöls mit dem Randensaft und der Sojasauce aufkochen. Über die Sojaschnetzel ­giessen und ca. 10 Minuten quellen lassen. Inzwischen restliches Kokosöl im ­Tiefkühler fest werden ­lassen. 2. Erbsenprotein, Floh­ samen, Paprika, Stein­ pilzpulver, Misopaste, ­Zwiebel- und Knoblauch­ pulver unter die Sojamasse mischen. Auskühlen lassen. Gefro­renes Kokosfett mit der Röstiraffel dazureiben und vermengen. Im Kühl­ schrank lagern. 3. Aus der Masse vier ­Burger formen. Im Öl bei mittlerer Hitze beidseitig

ca. 10 Minuten braten. Brötchen aufschneiden und Schnittflächen toasten. ­Tomaten und ­Gurken in Scheiben ­schneiden. ­Brötchen mit Ketchup beziehungsweise Mayon­naise bestreichen. Je mit Salatblatt, Tomaten­ scheibe, Cornichons und dem Burger belegen. ­Zu­decken. Dazu passen ­Pommes frites. TIPP Den Veggie-Burger

zusätzlich mit cara­meli­ sierten ­Zwiebeln ­belegen. Hierfür 2 Z ­ wiebeln in feine Ringe schneiden. In 2 EL Öl ca. 5 Min. ­andünsten. 1 EL Zucker ­dazugeben und cara-­ melisieren lassen, bis die Zwiebelringe goldbraun sind.


28 | 20.7.2020 | GENUSS

So bleiben Kräuter frisch

Oft brauchts nur einen Zweig – doch was tun mit dem Kräuterrest: trocknen, einfrieren oder ins Wasser stellen? Hier erfahren Sie, wie man die gängigsten Kräuter am besten aufbewahrt. Text: Claudia Schmidt

n Dauerbren

er

Petersilie Das Küchenkraut par ­excellence hält sich einige Tage im Wasserglas frisch. Es gilt allerdings, das Wasser regelmässig zu wechseln. Zudem lassen sich Peterli einfrieren – Trocknen be­ kommt ihnen aber nicht gut.

treibt Schnittlauch Topf im t it nach Schn er immer wied s. u a u e n

Minze Im Wasserglas bleibt Minze ein paar Tage frisch, auch feucht eingewickelt im Kühlschrank. Im Topf auf dem Balkon ist der Lippen­ blütler fast unverwüstlich. Einfrieren sollte man ihn nur in ganzen Blättern. ­Getrocknet ergibt er einen Tee für die kalte Jahreszeit.

Tipp Nr. 1

Schnittlauch Die langen Blätter lassen sich in Haushaltspapier eingewickelt oder im ­Plastiksack ein paar Tage im Kühlschrank lagern. Die Reste kann man auch einfrieren. Zum Trocknen eignet sich Schnittlauch nicht. Empfehlenswert: Schnittlauch im Topf.

Getrocknete Kräuter be­ wahrt man im Dunkeln und vor Feuchtigkeit geschützt auf.

Rosmarin Wer gern mediterran kocht, hat den Rosmarin im Topf auf dem Balkon. Das Kraut eignet sich ideal zum Trocknen und Einfrieren. Kleinere Reste ­wickelt man am besten in ein feuchtes Tuch und lagert sie im Kühlschrank.


GENUSS | 20.7.2020 | 29

Wer viele Kräuterreste hat, kann damit Kräuterbutter herstellen und diese einfrieren. Tipp Nr. 2

Darauf gilt es zu achten

Thymian Auch den Liebling der ­Mittelmeerküche kann man ideal trocknen oder einfrieren. In ein feuchtes Küchentuch ein­ geschlagen oder in einer Dose übersteht er auch mehrere Tage im Kühl­ schrank. Gut gedeiht er im Topf. Bei Bedarf schneidet man einfach Zweige ab.

S c h n e id

en Blätter im m e r o berhalb ein er Blat schneid tachsel e ­wachse n. So n im Top f neue Blä tter nach.

Dill Das filigrane Kraut welkt leicht, lässt sich jedoch problemlos trocknen oder einfrieren. Im Kühl­ schrank bewahrt man es für wenige Tage ­un­gewaschen im Plastik­ sack oder einer Dose auf.

Basilikum

Bilder: Getty Images

Mehr Tipps zu Kräutern auf migusto.ch/kraeuter

Gewaschen und in ein Küchentuch ein­ge­ wickelt hält das Kraut drei bis vier Tage im Kühlschrank. Zum Trocknen oder ­Einfrieren eignet es sich nicht.

Im Wasserglas Das Wasser sollte täg­ lich gewechselt werden. Wichtig: Die Blätter ­dürfen nicht ins Wasser hängen, sonst faulen die Kräuter schneller, als es einem lieb ist. Im Topf oder Garten Einige Kräuter sind ­«winterhart»: Sie über­ wintern problemlos. Auch in der kalten ­Jahreszeit sollte man sie ­gelegentlich giessen. Getrocknet Trocknen lassen sich Kräuter meistens ganz ­einfach als Sträusschen. Man hängt sie dazu ­umgekehrt an einem ­trockenen Ort auf. Ein­ mal getrocknet, zupft man die Blätter ab, ver­ packt sie luftdicht und bewahrt sie im Dunkeln auf. Perfekt zum Würzen oder als Tee im Winter. Tiefgefroren Etwa für die Minze eig­ net sich das Einfrieren von ganzen Blättern. ­Dabei legt man sie auf ein Tablett und in den Tiefkühler. Gefroren gibt man sie in ein ­Gefäss oder einen ­Plastiksack. Kräuter wie Petersilie oder Dill hackt man, Schnittlauch schneidet man in Röll­ chen. Die Kräuter gibt man in einen Eiswürfel­ behälter und friert sie in ein wenig Wasser ein. So kann man daraus später k­ leine Portionen entnehmen.


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GENUSS | 20.7.2020 | 31

Wissensbissen

Schon im trockenen Frühjahr fragte sich so mancher Hobby­ gärtner: jeden Tag Wasser schleppen oder automatisch ­bewässern? Wer den Tipps von Annette Lepple im Buch ­«Geniessen statt Giessen» folgt, lernt, den Garten mit ­trockenheitsresistenten ­Pflanzen zu ­gestalten. Bei exlibris.ch, Fr. 29.50

Heidelbeeren Den Auftakt bei den heimischen Beeren bilden jedes Jahr die Erd­beeren. Bald ­danach gibt es auch Heidelbeeren von Schweizer B ­ auern. Die Beerensträucher ­gedeihen auf nährstoffarmen, s­ auren ­Böden. Beliebt sind die B ­ laubeeren für den rohen Verzehr, in Smoothies, Salaten, Desserts und Müesli, aber auch gebacken in Muffins, Cakes und Wähen.

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Verblühte Blüten abschneiden Die verblühten Reste etwa von Rosen zu entfernen, hat nicht nur optische Gründe: Es regt die Pflanze an, neue Blüten auszu­ bilden. Bei einmal blühenden Rosensorten verlängert es die Blütezeit ein wenig. Öfter blühende Sorten blühen teils in den Herbst hinein. Darauf achten, nicht nur den Blüten­kopf abzuknipsen, sondern den Zweig bis zum nächsten Blatt. Dort treibt die Rose neu aus.

Illustration: Felice Bruno; Bilder: zVg, iStock

Gramm (60 Kilogramm) ­Kirschen produziert ein Kirschbaum im Durchschnitt. Das ­Minimum liegt bei 30, das ­Maximum bei 100 Kilogramm.

Pfannenhilfe

Wenn ich Pastateig zubereite, bleibt oft etwas übrig. Wie bewahre ich ihn am besten auf? Pastateig lässt sich sehr gut einfrieren. Dazu den Teig möglichst luftdicht ver­ packen. Der Teig hält sich so ein bis zwei Monate. Vor dem Verwenden am besten im Kühlschrank auftauen lassen. Einfrieren ist übrigens nicht nur für

­ este eine gute Idee, sondern auch, R um Pastateig auf Vorrat zu haben: ein­ fach die doppelte Menge zubereiten und eine Hälfte tiefkühlen. Möchte man bereits innerhalb von zwei Tagen erneut Pasta machen, kann man den Teig luft­

dicht verpackt im Kühlschrank lagern. Wichtig ist sowohl im Gefrier- als auch im Kühlschrank, dass der Teig nicht ­austrocknet. Dann wird er krümelig und lässt sich nicht mehr richtig ­auswallen.


32 | 20.7.2020 | KINDERFRAGE

Warum brennt die

Brennnessel

Tobias (8) Eschenbach SG

die Schmetterlingsraupe nicht? Die Brennnessel brennt, um sich ­selbst zu verteidigen. So schützt sie sich vor Tieren, die sie fressen, und vor Menschen, die sie ausreissen wollen. Ihre Brennhaare befinden sich am Stängel und an den Blättern und sehen aus wie Nadeln mit kleinen Köpfchen. Berührt man ein solches Haar, fällt das Köpfchen ab, und es erscheint eine Spitze, die sich durch unsere Haut bohrt. Dabei gibt sie eine Flüssigkeit ab, die unter anderem Ameisensäure

enthält. Das brennt auf der Haut. Aber wie macht das nun die Schmetterlingsraupe? Sie frisst entweder um die Brennhaare herum oder knabbert sie schon am Ansatz ab, sodass die Haare sie nicht mehr brennen können. Tipp: Wenn du dich an einer Brenn-

nessel brennst, solltest du nicht ­kratzen, sondern die betroffene Stelle unters kalte Wasser halten oder mit ­einem nassen Lappen kühlen. MM

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Hast du auch eine Frage? Schreib an kinderfragen@ migrosmedien.ch

Diese Frage ­beantwortet Chantal Derungs, Verantwortliche für Biologie und Bildung im Papiliorama in Kerzers FR.


KOLUMNE | 20.7.2020 | 33

Illustration: Rinah Lang

Mensch, mit Maske! STADT, LAND, STUTZ Ich weiss nicht, wie meine Osteopathin aussieht. In den vergange­ nen Wochen war ich dreimal bei ihr, doch auf der Strasse wiedererkennen würde ich sie nicht. Logisch: Sie trug bei jedem Termin eine Schutzmaske. Wie wichtig Nase, Mund und Kinn für den Wiedererkennungswert sind, bemerke ich erst jetzt. Seit der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr ist es noch extremer. Neulich am Morgen, an der Tramhalte­ stelle, kam ein Mann mit Maske schnurstracks auf mich zu. Ich wollte schon nach meinem Schlüsselbund greifen, der im Notfall eine gute Waffe abgibt – da erkannte ich, dass der Mann ein netter Arbeitskollege ist. Er weiss bis heute nicht, wie knapp er meinem Briefkasten­ schlüssel entkommen ist. Und was wäre eigentlich, wenn es sich tatsächlich um einen Angreifer gehandelt hätte? Ich sehe mich schon auf dem Polizeiposten, hinter einer Glaswand die Verdächtigen: «Keine Ahnung,

Herr Kommissar, die Maske war hellblau …» Manchmal lächelt man im Tram oder im Zug doch jemandem zu. Einfach so, eine nette Geste. Das tue ich immer noch. Allerdings hat es eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich für das Gegenüber nur noch irgend­ eine Fremde bin, die es deutlich länger als ­üblich anschaut. Creepy. Ich übe nun vor dem Spiegel, mit den Augen zu kommunizieren. Zum Beispiel das «Sorry, der Zug ist so voll, ich setze mich jetzt neben Sie»-Zusammen­ kneifen. Oder das «Wie laut der Mann im Abteil hinter uns telefoniert»-Rollen. Oder das «Ihr Baby ist megasüss»-Zwinkern. Ich finde die Maskenpflicht sehr sinnvoll. Aber ich vermisse die unterschiedlichen ­Gesichter, die Individualität. Zahnlücken, Sommersprossen, Nasenpiercings, Narben, knallpinken Lippenstift. Zum Glück gibt es noch Augen und Frisuren. Wie wohl der «Ich mag Ihre Strähnchen»-Blick geht?­­ MM

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34 | 20.7.2020 | GESUNDHEIT

Heikler Schlag auf den Kopf Die Gehirnerschütterung ist häufige Begleiterin bei Stürzen im Sport. Können Vorsicht und richtige Ausrüstung den Schock nicht verhindern, sollte man die Verletzung ernst nehmen: mit ärztlicher Kontrolle und viel Geduld. Text: Roberto Llano

A

uf dem Downhill-­ Run die Kurve nicht erwischt oder bei ­einer andern Sportart gestürzt und mit dem Kopf aufgeprallt? Wer dabei ungeschützt auf etwas Hartes aufprallt, kann sich sehr schnell eine Gehirn­ erschütterung holen. Der Schweizerischen Unfallversicherung Suva wurden im Jahr 2018 etwa 12 000 Gehirn­ erschütterungen gemeldet. Die Zahlen steigen stetig weiter an. Der Zuwachs ist auch darauf ­zurückzuführen, dass Gestürzte ­nach einem Schlag auf den Kopf

Helm tragen! Minimieren Sie das Risiko einer Gehirnerschütterung, tragen Sie auf dem Velo immer einen Helm. Nach Bewusstlosigkeit, bei Kopfschmerzen, Übelkeit, E ­ rbrechen und Störungen im Bewegungsablauf oder Gleichgewicht gilt es, einen Arzt aufsuchen. Es gibt kein Medikament bei ­Gehirnerschütterungen. Beste Medizin: sich schonen, e ­ inen Gang zurückzuschalten und das weitere angemessene V ­ erhalten mit dem Arzt b ­ esprechen.

So ist es richtig: Der Velohelm gehört auf dem Biketrail und auf der Strasse zur Sportausrüstung.

Roberto Llano Facharzt FMH für ­Innere Medizin und Sportmedizin SGSM, Gesundheitszentrum Medbase Bern ­Westside.

Bild: iStockphoto, zVg

Aspirin ist gegen Kopfschmerzen nicht die erste Wahl. Seine blutverdünnende Wirkung kann erst nach dem Unfall auftretende ­Gehirnblutungen verstärken. Sprechen Sie mit Ärztin oder Arzt über geeignete Schmerzmittel.


GESUNDHEIT | 20.7.2020 | 35

häufiger den Arzt aufsuchen. Verständlich: In jedem zehnten Fall führt die Gehirnerschütte­ rung gar zu Bewusstlosigkeit. Typische Anzeichen erkennen

Manche Patienten leiden ledig­ lich an Kopfschmerzen, andere müssen erbrechen. Es kann zu Schwindel, Konzentrations­ störungen oder Schläfrigkeit kommen. Zudem kann sich die Reaktionszeit verlangsamen und die Aufmerksamkeit gestört sein. Längerfristig sind primär anhaltende Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder auch

eine depressive Verstimmung ­möglich. 24 Stunden überwachen

Um schwere Verletzungen aus­ schliessen zu können, ist eine ärztliche Untersuchung nötig. Meist wird der Patient dabei während 24 Stunden im Kran­ kenhaus überwacht. So können schwe­rere Folgen wie eine ­Hirnschwellung oder -blutung erkannt werden. Bleiben diese unentdeckt, kann das schwer­ wiegende oder gar tödliche ­Folgen ­haben. Deshalb wird meist eine Computertomo­grafie

durch­geführt. Damit l­ assen sich Blutungen, eine Verletzung des Schädelknochens oder der Weichteile erkennen. Schrittweise aktivieren

Bei einem leichten Schädel-­ Hirn-Trauma besteht die weitere Therapie in der Regel aus ein bis zwei Tagen Ruhe für Körper und Geist. Wer nicht licht- und lärm­­ empfindlich ist oder an Schwin­ del leidet, kann schon am selben Tag einen Spaziergang machen, und an den folgenden Tagen ­stufenweise aktiver werden. ­Verstärken sich die Symptome

Das Hochrisikogelenk

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Auch Verletzungen am Sprunggelenk sind beim Sport häufig. Was tun, wenn Sie mit dem Fuss umgeknickt sind? Mehr auf migros-impuls.ch/knoechel

wieder, müssen Patienten aller­ dings bereit sein, die Belastung erneut zu reduzieren. Schont sich der Verletzte körperlich zu wenig, können die Folgen einer Gehirnerschütterung noch lange spürbar sein: primär Müdigkeit, Kopfweh, Übelkeit, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Auch kann die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit eine Weile eingeschränkt bleiben. Ausheilen lassen

Mit Sport sollten Betroffene erst wieder beginnen, wenn der Arzt oder die Ärztin es erlaubt. Der ­Belastungsaufbau sollte stufen­ weise erfolgen, um das Risiko ­eines weiteren Unfalls zu senken. Kommt es in der Ausheilungs­ phase zu einer erneuten Hirn­ verletzung, ist mit stärkeren ­Auswirkungen zu rechnen. MM

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36 | 20.7.2020 | BERGREITEN

Hoch zu Ross durch Berg und Tal Wer mit Alpen-Cowboy Alfons Cotti auf der Alp Flix ausreitet, erlebt gleich mehrere Glücksmomente – ein Abenteuer im Pferdesattel vor hinreissend schöner Bündner Bergkulisse. Text: Marlies Seifert  Bilder: Jorma Müller

Fest im Sattel: Mit Appaloosa-Pferd Ombra führt Alfons «Fonsi» Cotti den Reittross über die Alp Flix an.


BERGREITEN | 20.7.2020 | 37

L

angsam dreht Shakira ein Ohr nach hinten, dann das zweite. «Sehr gut, sie interessiert sich für dich», sagt Alfons Cotti. Der 54-jährige Pferdekenner bietet Wanderritte auf der Alp Flix oberhalb von Sur GR an. Hoch zu Ross geht es über die magische Moorlandschaft auf rund 2000 Metern: glitzernde Seen, duftende Tannen, Berg­gipfel rundum. Zunächst ist das noch Träumerei. Denn bevor man sich in den Sattel schwingt, stimmt «Fonsi» Tier und Reiter aufeinander ein. «Es ist wichtig, mit dem Pferd in eine Partnerschaft zu treten», erklärt der ­Bergler. Er hat sein Wissen unter anderem bei den Gauchos in Argentinien erworben. Auch wenn ihn sein offener Geist zum Reisen antreibt, kehrt «Fonsi» immer wieder zurück auf die Alp Flix, wo er geboren wurde. Hier philosophiert er mit Schalk über die Vierbeiner, die ihm so am Herzen liegen. Der Mensch müsse als Leitstute auftreten, sagt er, «aber Pferde sind Schlitzohren!». Schöne Aussichten

Es braucht mehrere energische Anläufe und eine erhobene Stimme, bis Shakira hinter mir hertrottet. Ich gehe schneller, langsamer, nehme einen Richtungswechsel vor. Wie magnetisch angezogen, weicht die Stute nicht von meiner Seite. «Ihr seid bereit», sagt Cotti zufrieden. Erst schreiten, dann traben wir über das Hochplateau. Ein Bächlein fordert Shakiras Vertrauen in mich heraus. Am Ende galop­ pieren wir mit dem Geruch von ­wildem Thymian in der Nase querfeldein und bergauf. Wir ­blicken hinab auf sanft geschwungene Bergwiesen. Die Aussicht ­auf das Bündner Matterhorn, den Piz Platta, ist phänomenal. Aber noch grossartiger ist das Gefühl, mit dem Pferd eins zu sein. MM Infos auf Seite 39


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BERGREITEN | 20.7.2020 | 39

Übung macht den Meister: Bevor sie sich auf den Sattel schwingen, lernen die Reiter, per Körpersprache das Kommando über das Pferd zu übernehmen (rechts). Alfons Cotti legt gerne Hand an – als Sattler wie als Hufschmied. Und natürlich beim Kontakt mit seinen Pferden.

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KOLUMNE | 20.7.2020 | 41

Es könnte so einfach sein

Bild: MBG-Fotostudio

DER ANDERE BLICK Da liest man ständig auf den Deckblät­ tern von allerlei Frauenzeit­ schriften, dass das mit dem Ab­ nehmen doch so einfach wäre, man ­müsse nur beginnen. Ach so! Einfach ein bisschen Diszip­ lin, mehr b ­ edarf es gar nicht, und schon wäre alles geregelt. Die Hose zu weit, der Bauch flach, das Leben gesund, der An­ blickende ergötzt ob der Schön­ heit nicht vorhandener Rundun­ gen. Na ein Glück, das ist ja ein­ fach. Das vermittelte Bild in der ­Öffentlichkeit sagt, es sei doch so lächerlich einfach. Einfach abzunehmen, einfach anzu­ fangen, einfach, einen Weg zu finden und den zu gehen, ­einfach, sich zu verändern. Es ist so verdammt einfach, alles. Nur wenn man dann davorsteht, vor ­seinem ganz persönlichen Berg an Wegen, Zielen, Erwar­ tungen und Hoffnungen, vor den ­Herausforderungen, die ­einen zu erschlagen scheinen, dann ist der Anfang plötzlich gar nicht mehr so einfach.

Dabei wäre es tatsächlich alles so einfach. Nicht das Abneh­ men, das ist elendig schwer, aber das Verstehen, dass es eben gar nicht so einfach ist, wie alle ­immer glauben. Das wäre ein­ fach und dann könnten wir uns auch die Wahrheit sagen übers Abnehmen. Nämlich, dass es nervt und schmerzt und viel Kraft braucht und manchmal zum Verrücktwerden schwierig ist, aber dass es geht. Manchmal nur schwer, manchmal nur ­irgendwie, manchmal mit Ach und Krach, und manchmal ­scheitert man, aber das wüssten dann Du und ich, weil wir uns einfach auf Augenhöhe begeg­ nen würden in dieser Diskus­ sion und nicht abwertend über die Körpermasse, und dann wäre es einfacher, weil Du Ver­ ständnis hättest für mein «das ist schwer» und ich für Deine Sicht auf meine Welt.

Ja, einfach wäre es, wenn man innehalten und verstehen würde, dass ein Ziel eben nicht nur mit den ersten Schritten losgeht. Es geht mit Schmerzen los, mit Unsicherheiten, mit Scham und mit Angst vor dem Scheitern. Es geht mit Unlust los, mit Schwei­ nehunden, mit Motiva­tion und dem plötzlichen Fehlen dieser. Es geht los mit dem Unwohlsein, mit «sich trauen müssen» und mit Blicken in Sportzentren, mit Zielen, die kilometerweit, Jahre weit, ein Leben weit entfernt scheinen und deren Wege zu

g­ ehen nicht schön ist, nicht voller Gloria, oft keinen Glitzer hat, ­selten Ruhm. Ja, einfach wäre es, wenn wir verstehen würden, dass eine Diät zwar einfach ist, nicht aber, diese durchzuhalten, und dass Abnehmen eine Lebens­ aufgabe ist, kein Sprint, sondern ein Marathon. Ein scheisslanger Weg, bei dem jedes freundliche Wort ein Lächeln und jedes ­herablassende Wort einen Kilo­ meter mehr bedeutet. Wenn wir das verstehen würden, dann wäre Abnehmen vielleicht sogar einfach. Ganz einfach. MM

Nicole Jäger (38) ist Comedian und ­Bestsellerautorin aus ­Hamburg. ­In ihrem ersten Buch hat sie ihr Leben mit 340 Kilo und den Weg des Abnehmens beschrieben. Heute, 190 Kilo leichter, ist sie mit ihrem ­Stand-up-Programm auf Tour.

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FINANZEN | 20.7.2020 | 43 Contentpartnerschaft

Meldet sich bald die Inflation zurück? vielfach angenommen – und unteraus­ gelastet bleibt. Frühestens 2022 dürfte sie ihr Vorkrisenniveau erreichen. Die Corona­krise hat nach ­Indizien stark deflationäre Auswirkungen auf die Wirtschaft. So hat der Nachfrage­ einbruch die Ölpreise in Mit­leiden­ schaft gezogen und die Energiekosten gesenkt, während sich die Nachfrage

nach Gütern und Dienstleistungen zu­ rückgebildet hat. Statt zu investieren, bauen Firmen Lager ab. Bei Ausgaben bleiben sie aufgrund weiterhin un­ sicherer Lieferketten und Konjunktur zurückhaltend. Konsumenten zögern ­angesichts zunehmender Arbeitslosig­ keit. Wir erwarten daher weiterhin ­einen geringen Inflationsdruck. MM

Seit der Finanzkrise lag die Inflation meist unter 2 Prozent

Quelle: Bloomberg

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Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Die Anzeichen für die Konjunktur ­sind mehrheitlich ermutigend: Einige Wirtschaftsbereiche stabilisieren sich ­rascher als prognostiziert. Die Welt­ wirtschaft hat wohl das Schlimmste überstanden und ist auf Er­holungs­ kurs. Viele Anleger fragen sich jedoch, ob die anhaltend lockere Geld- und Fiskalpolitik mit der Normalisierung zu einem Inflationsschub führt. Die Befürchtungen sind nicht neu. Schon in der Finanzkrise 2008 wurde gewarnt, die expansive Geld­politik der Notenbanken sorge für rasch steigen­ de Preise. Doch seither verharrte die ­Inflation in der Eurozone und in den USA mehrheitlich unter zwei Prozent. Für Zentralbanken wurde eher eine zu geringe Teuerung zum Problem. Für uns ist das Inflationsrisiko ­weiterhin beschränkt. Ein schneller Aufschwung könnte einen Inflations­ anstieg begünstigen. Wir erachten es aber als wahrscheinlicher, dass sich die Weltwirtschaft langsamer erholt als


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20.7.2020 | 45

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Auswählen, bestellen und mitnehmen Der Party-Service liefert auf Bestellung frisch zusammengestellte Köstlichkeiten für die Feier am 1. August. Text: Julie Mégevand

Beschlüsse auf dem Postweg gefasst

Bild: zVg

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eim Party-Service ­können diverse Platten bestellt und a­ bgeholt werden. Das Angebot umfasst Apéro-Platten, k ­ alte Platten mit mehreren Vor­ speisen, aber auch Sushi­platten und alles für ein Fondue chinoise, ein Fondue Bacchus oder ein Fondue Neptune. Die Fleischplatte «Aus der ­Region. Für die Region.» besteht aus Aufschnitt, Pfeffersalami, getrock­netem Speck, Trocken-

wurst, Tomme und Mont-Vully-­ Käse und ist ab drei Personen ­erhältlich. Für das süsse Finale stehen Verrinegläschen, Schwarzwäldertorten, Cremeschnitten sowie viele weitere Torten und Desserts zur Auswahl. Viele Bestellmöglichkeiten

Die Party-Service-Bestellungen können in allen Migros-­Filialen und -Restaurants sowie bei den Take-aways aufgegeben werden,

entweder vor Ort, telefonisch oder auf ­partyservicenefr.ch. Selbstverständlich ­erfolgt die ­Zubereitung aller Platten und Gerichte unter strikter Einhaltung der aktuell geltenden ­Hygienevorschriften. MM

Im Juni findet traditionell der Ausflug des Genossenschaftsrats der Migros ­Neuenburg-Freiburg statt. Wegen Covid-19 wurde der diesjährige Anlass jedoch annulliert. Der Besuch im Chaplin-Museum konnte leider nicht stattfinden. Aus dem gleichen Grund wurden die wichtigsten ­Beschlüsse auf dem Postweg gefasst. Am 1. Juli 2020 haben die neuen Mitglieder des Genossenschaftsrats ihre vierjährige Amtszeit angetreten.


Tomaten, Mozzarella und Basilikum. 21. 07. – 27. 07. 2020

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Genossenchaft Migros Neuenburg-Freiburg


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48 | 20.7.2020 | MIGROS NEUENBURG-FREIBURG

«Wir lassen die Tomaten so lange wie möglich an der Pflanze»

Hurni Gemüse beliefert die M ­ igros-Filialen der ­regionalen G ­ enossenschaft mit Tomaten und Erdbeeren «Aus der Region. Für die Region.». Zwei Obst- und ­Gemüsebauern erklären ihre Passion. Text: Julie Mégevand Bilder: Fabrice Chapuis

H

urni Gemüse wurde 1970 in Kerzers FR gegründet. Die Eltern von Thomas Hurni, heute Besitzer und Leiter des Tomatenanbaus, begannen ­damals mit der Produktion. Heute baut das Unternehmen zehn verschiedene Arten von Tomaten, vier Erdbeersorten ­sowie Gurken, Salat und im ­Winter auch Nüsslisalat an. Im Sommer besteht Hurnis Belegschaft aus 30 bis 90 Personen, die den Betrieb am Laufen halten. Bei den Beschäftigten handelt es sich hauptsächlich um Frauen und Männer aus Süd- und Osteuropa, die als «Kurzzeitarbeitskräfte» an­ gestellt werden. Dieses Jahr war das aufgrund der Covid-19-­ Pandemie schwieriger. «Aber dank der Mithilfe des Bundes konnten nun alle einreisen. Zum Glück können wir arbeiten», sagt ­Thomas Hurni erleichtert. Thomas Hurni, wie werden die Cherry-Rispen­tomaten bei Ihnen geerntet? Jeden Tag erntet eine Gruppe von Mitarbeitenden in unseren Gewächshäusern die einzelnen Rispen von Hand. Anschliessend werden sie von einer anderen

Gruppe gewogen und in Schalen zu je 500 Gramm verpackt. Bei uns wird alles schalenweise abgewogen. Im Sommer geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. Der Rhythmus ist dicht getaktet, jeden Tag steht etwas anderes auf dem Plan. Wenn nicht ge­ erntet wird, sind wir mit Zuschneiden und Bewässern, mit den ­Bestellungen und den nützlichen Insekten beschäftigt, die wir zur Schädlingsbekämpfung einsetzen. Wir versuchen, alles so natürlich wie möglich zu ­halten. Wir lassen die Tomaten so lange wie möglich an den Pflanzen, denn so können sie ihr volles Aroma entfalten. Wird eine Tomate zu früh geerntet, reift sie trotzdem noch, aber sie entwickelt nicht den Geschmack wie eine, die ausreichend lange an der Pflanze belassen wurde. Ist 2020 ein gutes Jahr für ­Tomaten? Nach Pfingsten hatten wir drei Wochen lang recht trübes ­Wetter, und dann war es Mitte Juni noch einmal schlecht und ziemlich kalt. Das sind zuge­ geben nicht gerade die besten ­Voraussetzungen für unsere Kulturen. Denn obwohl der ­Anbau bei uns im Gewächshaus

erfolgt, spielt die Sonne eine entscheidende Rolle. In der Schweiz haben Tomaten im Sommer Hochsaison. Für uns Gemüsebauern besteht die ­Herausforderung darin, genau zu dieser Zeit ein Maximum ­ an hochwer­tigen Produkten ­anzubieten, um die Nachfrage der Kundschaft zu stillen. Im Allgemeinen haben Tomaten von April bis Oktober Saison. Davor und danach steht den Kunden der Sinn nach anderen Gemüsesorten, und Tomaten ­stehen nicht so hoch im Kurs. Yannick Stabrowski, Sie leiten den Erdbeeranbau. Welche ­Herausforderungen gilt es ­dabei zu meistern? Hauptschwierigkeit ist der ­Erhalt einer stabilen Umgebung für unsere Pflanzen. Denn

e­ igentlich ähnelt die Erdbeerpflanze uns Menschen. Sie mag weder Kälte noch extreme Hitze. Am wohlsten fühlt sie sich bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Kleine Tunnel, die die Kulturen schützen, helfen uns, ein ideales Klima zu schaffen. Welche Tricks und Kniffe ­erleichtern Ihnen die Ernte? Unsere Erdbeeren werden im Hochbeet angebaut. Das erleichtert das Pflücken, da es in aufrechter Haltung geschieht und man nicht in die Hocke gehen oder sich bücken muss. Für die Erntehelferinnen und -helfer ist das weniger anstrengend, und es können mehr Früchte in einem bestimmten Zeitraum gepflückt werden. Diese Vorgehensweise bedeutet für uns eine erhebliche Zeitersparnis.


20.7.2020 | 49

s ro rg ig u M nb urg e eu ib N Fre Thomas Hurni (links) leitet das Unterneh­ men Hurni Gemüse und den Tomaten­ anbau. Yannick ­Stabrowski ist für alle Erdbeerkulturen des Betriebs ­ver­antwortlich.

Wann haben Erdbeeren in der Schweiz «wirklich» Saison? Bei Hurni Gemüse werden von Mai bis Ende September Erdbeeren geerntet, denn wir haben uns für den Anbau von mehrmals tra­genden ­Pflanzen entschieden. Das ­bedeutet, dass die Erdbeer­ pflanzen, nachdem sie erstmals reife Früchte getragen haben und wir das erste Mal ernten konnten, in einen neuen Pro­ duktionszyklus gehen. Dies ­verlängert gewissermassen ­unsere Ernte, und wir können unseren Kundinnen und ­Kunden bis zum ersten Frost Erdbeeren anbieten. Wie viel Zeit benötigen die Erdbeeren bis in die Läden? Unsere Erntehelferinnen und Erntehelfer pflücken die Erd­

beeren früh am Morgen, ab sechs Uhr. Im Lauf des Vor­ mittags werden die Bestellungen von den Grossverteilern abge­ holt, beispielsweise von Fenaco, der als Partner zwischen unserer Produktion und den Migros-­ Filialen der Region fungiert. Das Ziel ist, dass unsere Erd­ beerschalen mit 500 Gramm noch am Tag der Ernte oder ­spätestens am Folgetag in die Geschäfte gelangen. Ein kleiner Tipp: Legen Sie die Erdbeeren zu Hause nie in den Kühl­ schrank, denn dort ist es zu kalt. Die ideale Temperatur zur Aufbewahrung liegt bei etwa zwölf Grad, deshalb wäre zum Beispiel der ­Keller zum Lagern geeignet. Erdbeeren sind eine beliebte Delikatesse, die eine sorgfältige Behandlung ­benötigt. MM


Bambuskissen

kann Ihr Leben verändern

Das Bambuskissen kann Ihnen zu einem besseren Schlaf verhelfen, wachen Sie ganz ausgeruht auf und beugen Sie Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und sogar Schnarchen vor.

4 Nichts ist weicher als Bambus Herrlicher Komfort, weich, absorbiert die Feuchtigkeit der Haut, schnell trocknend. 4 Das Kissen ist antibakteriell und milbenfrei Hypoallergen. Eignet sich für jeden, auch für Allergiker. 4 3-Kissen in Einem Stützendes Kissen (doppelt falten). Normales Kissen (flach legen). Extra weiches Kissen (erhöht auflegen). 4 Perfekte Stütze für Nacken und Kopf Die Muskeln entspannen sich, Schmerzen und Schnarchen verringern sich und Sie wachen ganz ausgeruht auf. 4 Ökologisch Bambus wächst ganz natürlich ohne Pflanzenschutzmittel oder andere Chemikalien.

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Für einen ruhigen Schlaf ist es wichtig, dass die Wirbelsäule gerade ist. Somit ist es garantiert, dass die Durchblutung ausreichend ist und die Nervensignale ins Gehirn und wieder zurück gelangen. Die Atemwege sind ebenso geöffnet und frei, sodass die Atmung optimal verläuft und nicht durch Schnarchen behindert wird. Das Bambuskissen hat folgende Doppelfunktion: Der Bambus Bezug kühlt beim Schlafen und ist mollig weich. Das ganze Kissen ist mit Memory-Form Flocken gefüllt und passt sich automatisch ihrer Schlafstellung an. Sie wachen fit und ausgeruht auf.

Memory-Schaum ist ein speziell entwickeltes viskoelastisches Material, welches unmittelbar auf Druck reagiert und dadurch elastisch wird und sich Ihrer Körperkontur anpasst. Wenn das Kissen nicht benutzt wird, erhält es seine ursprüngliche Form zurück. Der Unterschied zum normalen Memory-Schaum Kissen ist, dass die Luft beim Bambuskissen einfach zwischen dem Memory-Schaum frei zirkulieren kann und Ihnen dadurch ein kühles Gefühl gibt. Das Bambuskissen ist das erste Kissen, das alle Vorteile des Memory-Schaum-Materials hat ohne Nachteile. Der Kissenbezug kann in der Waschmaschine mit 30 Grad gewaschen werden.

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Das Bambuskissen ist das perfekte Kissen, welches Sie einfach höher oder tiefer, weicher oder härter benutzen können. Durch das Formen wird es Ihnen möglich sein, in allen gewünschten Positionen zu schlafen: auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch. Wenn Sie gerne halb sitzend im Bett lesen, gibt Ihnen das Kissen, doppelt gefaltet, den perfekten Halt.

Den Duft von Lavendel und die schlaffördernde Wirkung dieses natürlichen Entspannungsmittels wird seit Generationen von vielen Menschen geschätzt und genutzt. Deswegen gibt es den Lavendel Gute Nacht-Spray. Seine wertvollen Inhaltsstoffe aus echtem Lavendel und Rosenduft ergeben eine wirksame Kombination, wodurch die Qualität Ihres Schlaferlebnisses verbessert wird.

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RÄTSEL | 20.7.2020 | 51

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.7.2020, 24 Uhr


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RÄTSEL | 20.7.2020 | 53

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Quiz

Paroli

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Was steht auf einem Teil der reformierten Kirchen? S Geier

G Hahn

H Schwan

Welches englische, himmlische Wesen kann man auch zum Fischen verwenden? O Reuse

E Rute

A Angel

Welcher Staat ging aus dem Osmanischen Reich hervor? N Russland

R Polen

L Türkei

Wann war die Quarzkrise, die vor allem die Schweizer Uhrenindustrie betraf? E ca. 1970–1985

B ca. 1980–2000

I

N Sportlerinnen

R TV-Moderatorinnen

Was kann man auf dem Rücken des Schmetterlings «Haploa clymene» erkennen? A Quadrat

I

M Kreis

Kreuz

N Sternenverkäufer E Planetenverkäufer G Mondverkäufer 2

3

4

5

6

I 3 1

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

1 1

4 5 3

2 2

3 3

4 4

5 5

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.7.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Bimaru Lösung Nr. 29

Sudoku Lösung Nr. 29

migusto.ch

G O T T D E C H A V I E R D Paroli Lösung Nr. 29

TIGER

Was

koche ich heute?

E 1

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.7.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 29

2 5

Bimaru

Welchen Beruf gab es in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts?

1

4 2

Lösung: Lösung:

ca. 1925–1950

Was waren Rosmarie Pfluger, Dorothea Furrer und Rita Andermann? T Politikerinnen

ALLERLE I BEG I NNEN ANF L EHEN E I N I GUNG BORUSS I A E I WE I S S E BOTSUANA E P I GRAPH D E Z I MA L E SL I CHT GAS E I KANAL N LG EN S LT A H U EE M RU L I NG HR M EE N FGLAS S H SC T AI G EN PO ER TEE RAT I ONAL URKANTON SENS I BEL

S A U T E U E R

T R I A N G E L

T E S T S I K I E I E N L I D L E R A N T IQuiz CLösung Nr. 29 H TMUSICAL

Sudoku Gewinner Nr. 28

Paroli Gewinner Nr. 28

Quiz Gewinner Nr. 28

Angela Hellmüller-Eisenring, Uzwil SG; Barbara Conus, Froideville VD

Helena Lächler, Turbenthal ZH; Ronelle Grosjean, Bülach ZH

Anne-Claude Egg, Pfäffikon ZH; Philipp Lustenberger, Menzberg LU


54 | 20.7.2020 | MEINE WELT

1

«Strategie ist nicht meine Stärke»

Um ihren Dok-Film «Fiancées» zu drehen, hat Julia Bünter drei Jahre in Kairo gelebt. Zurück in Lausanne, geht sie ­regelmässig ins Kino – und in den Schachclub, wo sie sich im v­ orausschauenden Handeln übt. Text: Ralf Kaminski Bilder: Christophe Chammartin

2

Mein Lieblingsprodukt «Ich liebe Fenchel, er lässt sich so schön vielseitig ­zubereiten und schmeckt sogar ohne Gewürze.» 5


MEINE WELT | 20.7.2020 | 55

1 Mein Lieblingsort «Ich verbringe viel Zeit in den Kinosälen der Cinémathèque suisse. Da gibts regelmässig spannende Retrospektiven.» 2 Mein Entspannungsort «Ich bin gern bei den Pyramides de Vidy direkt am See in ­Lausanne. Dort kann man sich wunderbar ­entspannen, aber auch schwimmen gehen oder Pétanque spielen.» 3 Mein neuer Film «Es hat eine Weile gedau­ ert, bis ich in Kairo Paare mit interessanten ­Geschichten gefunden habe, die bereit waren, sich filmen zu lassen. Am Ende klappte es ­mithilfe von Facebook. Ein Paar samt Umfeld durfte ich ein ganzes Jahr lang begleiten.»

3

Name Julia Bünter (30) Wohnort Lausanne Das läuft bei mir «Mein neuer Film ­‹Fiancées› startet diese Woche in der Deutschschweiz. Dafür habe ich in Kairo drei Frauen bei den Hochzeits­­ vorberei­tungen begleitet – alle ­ringen mit dem Zwiespalt z­ wischen dem ­Respekt für die ­Traditionen der Eltern und der Sehnsucht nach mehr Freiheit. Eigentlich ging ich 2015 für ein anderes Projekt nach Kairo, das nicht zustande kam. Die Idee zum Film entstand aus ­meinen Alltagserlebnissen und ­wurde vom Migros-Kulturprozent u ­ nterstützt. Inzwischen lebe ich ­wieder in ­Lausanne und arbeite an neuen ­­Projekten. ­Auf­gewachsen bin ich im Wallis, später habe ich an der Kunsthochschule ECAL in Renens VD Film studiert.»

4

Weitere Infos: fianceeslefilm.ch Vorpremiere mit Julia Bünter: Mittwoch, 22. Juli, 20.30 Uhr, Kino Kosmos in Zürich

7 6

4 Mein Wochenendausflug «Meine Bezie­ hungen zum Wallis sind noch immer sehr eng. In Venthône, wo ich aufgewachsen bin, habe ich mit meiner Schwester zusammen ein Haus, in dem ich fast jedes Wochenende verbringe.» 5 Mein Hobby «Seit Anfang Jahr spiele ich je­ den Montag in einem kleinen Club Schach. Das ist sehr bereichernd für mich, weil es Voraus­ denken und strategisches Geschick braucht – beides nicht unbedingt meine Stärken.»

Bilder: iStock, zVg

6 Meine Lieblingsmenschen «Ich bin Single und lebe allein, umso wichtiger sind mir meine Freunde. Wir treffen uns mehrmals pro Woche zum Essen, Trinken und Diskutieren.» 7 Mein Buch «Ich lese gerade ‹Vernon Subutex› von der feministischen Schriftstellerin Virginie Despentes, ein grossartiger Roman. Generell lese ich gerne und viel, besonders Zeitgenös­ sisches aus Frankreich.»  MM


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