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Migros magazin 30 2018 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Sommerwettbewerb S. 8 | Kaderfrauen S. 28 | Grillbrot S. 38

Bankgeheimnisse

MM30, 23.7.2018 www.migrosmagazin.ch

Renate Albrecher präsentiert die ­schönsten Bänkli der Schweiz Seite 10

Gewinnen Sie

Bild: FranÇois Wavre/Lundi13

Ferien im Märchenhotel Braunwald im Glarnerland Seite 77

Was Pornografie mit Teenagern macht

Flug abgesagt, was tun?

Seite 20

Seite 68

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MM30, 23.7.2018  5

K Editorial

Kommen Sie, setzen Sie sich! Könnten Bänkli schreiben, würden sie Theater­ stücke verfassen. Die wiederum enthielten Szenen, die wir allesamt für übertrieben hielten. Aus Bänkli werden nämlich nicht selten kleine Bühnen. Weil die Sitzenden ein Drama entfachen, das förmlich auf ein Publikum wartet. Als ich noch einen Hund hatte – und entsprechend oft um Bänkli kurvte –, lauschte ich allem mit. Einem Streit zwischen einer Rau­beinigen und einem Eifersüchtigen: «Wenn du mir nachläufst wie ein seniler Hund, hab ich keinen Bock mehr auf dich!» Äus­serst kompliziert fabulierten Liebes­ bekundungen: «Wenn ich morgens mein Müesli nicht in das vor­gesehene Schüsseli schütte, dann deshalb, weil ich zerstreut bin. Weil ich an ­etwas anderes denken sollte, aber immerfort an jemanden denken muss, der nichts mit dem Müesli zu tun hat. Also noch nicht. Aber vielleicht mal. In Zukunft. Also du …» Offensichtlichen Blind Dates: «Ich habe mir dich ganz ­genau so vorgestellt. Ähm …» Und einmal gar dem ersten Treffen eines Vaters und sei­ ner Tochter: «Da wäre ich also, dein Daddy. Oder wie möchtest du mich nennen? Papi vielleicht?»

Bilder: Jorma Müller, Raffael Waldner

Aber wo lässt es sich denn besser streiten, Liebe bekunden und wildfremde Menschen treffen als auf einer Sitzbank? Eben. Bänkli-Expertin ­Renate Albrecher hat darauf auch keine Antwort. Aber sie hat so viele Bänkli-Geschichten ge­ sammelt wie niemand sonst. Und verrät im ­Porträt, wo sich die schönsten befinden (Seite 10). Vielleicht fragen wir uns, bevor wir zur nächsten Aufführung im Privat­ theater ansetzen: Können wir nicht ­einfach die Aussicht geniessen und den Mund halten? Falls Sie demnächst am Dolder-­ Bänkli hoch über Zürich vor­bei­ gehen: Lauschen Sie. Der grüne Lack kann Ihnen einen Schwank über meine kürzeste Liaison nacherzählen. Von der Liebes­ bekundung bis zur Tren­ nung: ein Theäterlein von drei Wochen Dauer. Das Bänkli war beim Öffnen des Vorhangs und bei der Pointe mit dabei. Ich hoffe mal, damals war kein Hündeler in der Nähe ... Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg @migrosmedien.ch

Inhalt Menschen 8  Sommerwettbewerb Teil 1 Schweizer Erfindungen erraten und viele tolle Preise gewinnen

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10  Leidenschaft für Bänkli Renate Albrecher arbeitet an einer interaktiven Landkarte, die bis jetzt 2000 Sitzbänkli überall in der Schweiz auflistet

15  Bänz Friedli 18 Mit 19 ein Star der NHL

Nico Hischier ist einer der gröss­ ten Schweizer Eishockeyspieler. Zurzeit profitieren die New Jersey Devils von seinem Talent

20  Interviewserie Teil 3

Sexologe Christoph Ahlers über Pornokonsum, therapeutische Effekte und Widersprüche im Umgang mit Sexualität

Migros-Welt 28  Kaderfrauen Teil 1

Lebens­mittelchemikerin Peggy Schuhmann ist Leiterin der Swiss Quality Testing Services

30  Einkaufen ohne Auto

54  Glückspilze am Grill

Die neuesten Gewinner des Grillitarier-Wettbewerbs

56 Bioprodukte Neue schnelle Gerichte 58  Alles für den 1. August 61  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 67  «1, 2 oder 3?» 68 Reisen

Verspätete oder annullierte Flüge

71  Stadt, Land, Stutz 73  Migros Bank/Impressum Vorteile der Teilpensionierung

Online oder mit dem ÖV: Die Migros bietet Alternativen zu motorisierten Einkaufsfahrten

74 Autotest

33 Migusto

Märchenhotel in Braunwald

Brot und anderes im guss­ eisernen Dutch oven backen

36 TerraSuisse

Mitsubishi Space Star «Hanami»

77 Glücksgriff

79 Leseraktion

Hotel Adula in Flims

Vielfältige Produkte von über 11 000 Bäuerinnen und Bauern

81  Rätsel und Spiele 84 Cumulus

38  Grillbrot mit Peperoni 53  Blévita Protein Cracker

86  Meine Welt

Ruderin Jeannine Gmelin

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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r e s s o r G z t a h c S


Menschen

Darauf freuen wir uns Yoga mit Kunst Ab 24. Juli gibt es im Bernischen Historischen Museum jeden Dienstag Yoga – inmitten der Kunstwerke.

MM30

Nacht ohne Mond Am 27. Juli gibt es eine totale Mondfinsternis. Man kann sie etwa im Panorama­restaurant auf dem Hohen Kasten beobachten.

Unnützes Wissen

Mit der Welt verbunden

Mein Bild der Woche «Nun, da der Fussball nach der WM die riesige globale

Gabriel Vetter (32) ist Satiriker und Träger des Salzburger Stiers.

Bühne vermeintlich verlassen hat, konzentriert sich der Sport wieder auf die kleineren Schauplätze. Diesen hier zum Beispiel. Biel statt Moskau, Wohlen statt St. Petersburg. Biel ist wie Wohlen Spielstätte der Frauen-U19-EM, die zurzeit in der Schweiz stattfindet. Und das Foto zeigt die gerade mal drei Jahre alte Tissot Arena in Biel. Ein Bild, das mich sehr überrascht hat. Denn weder hatte ich damit gerechnet, dass die U19-EM nach Biel kommt, noch damit, dass es in Biel überhaupt ein so schmuckes Stadion gibt. Von diesem Bild kann Zürich nur träumen. Die U19-EM ist also eine gute Gelegenheit, mal wieder nach Biel zu fahren.»

Bilder: iStockphoto, Fabrice Nobs, Nicola Pitaro

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Manuel Solca (35), Galerist und Druckereileiter, Chur So informiere ich mich «Mit alternativen Medien, Google, Boulevard als Gegenpol» Dafür bin ich zu alt «Instagram und Snapchat kamen nach meiner Zeit. Da fehlt mir der Zugang.» Da bin ich analog «Networking geht nicht digital, das muss von Gesicht zu Gesicht passieren.»

Liebste App: WhatsApp

Die ersten Worte, die durch ein Telefon gesprochen wurden, waren: «Das Pferd frisst keinen Gurkensalat» und «Die Sonne ist von Kupfer». Der Inhalt der ersten E-Mail überhaupt lautete QWERTYUIOP. Die erste E-Mail, die 1984 nach Deutschland verschickt wurde, hatte den Inhalt: «Willkommen bei CSNET.» Die erste SMS wurde 1992 gesendet. Der Text: «Merry Christmas». Die allererste TwitterNachricht lautete: «Just setting up my twttr». Quelle: Neon/Stern


Grosser Sommerwettbewerb

Wer hats erfunden? Die Schweizer! Testen Sie Ihr Wissen rund um Schweizer Erfindungen und gewinnen Sie wöchentlich tolle Preise oder am Ende den Hauptpreis: Familienferien in der Schweiz.

W

ährend vier Wochen wandeln wir auf den Spuren berühmter Schweizer Erfindungen. Lösen Sie unser Sommer-Quiz, und mit etwas Glück geniessen Sie exklusive

Ferien in den schönsten Regionen der Schweiz – oder sahnen einen tollen Wochenpreis mit einem Migros-Gewürzset ab! Finden Sie heraus, um welche Erfindung es sich handelt, und teilen Sie uns das Lösungswort mit, um an der

wöchentlichen Verlosung teilzunehmen. Erraten Sie alle vier Antworten und senden sie ein, können Sie bei der Hauptpreisverlosung mitmachen. Telefonnummer und Onlineformular werden am 13. August publiziert.

Bilder: Tom Werner/Getty Images, Sunyixun/Getty Images, zVg; Illustrationen: iStockphotoStockphoto

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MENSCHEN | MM30, 23.7.2018  9

Mitmachen und gewinnen Finden Sie heraus, um welche Erfindung es sich handelt. Teilen Sie uns das Lösungswort mit, um an der wöchentlichen Verlosung teilzunehmen. Haben Sie viermal mit dem richtigen Lösungswort mitgemacht, können Sie mit etwas Glück den Hauptpreis gewinnen. Alle Infos zur Teilnahme am 13. August 2018.

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So machen Sie mit Einfach die folgende Wettbewerbsfrage beantworten: Welche Erfindung suchen wir diese Woche? Per Telefon: Wählen Sie 0901 591 912 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GLÜCK, der Lösung, Ihrem Namen und der Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GLÜCK, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Lösungswort und Ihrer Adresse an: Migros-Magazin, «Sommerwettbewerb», Postfach, 8099 Zürich Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Wochenpreis-Teilnahmeschluss: 29. Juli 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preise, die nicht drei Monate nach der Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Sitzbänke

Schätze einer Bänkli-Direktorin Renate Albrecher hat eine Leidenschaft: Bänke. Ob am Seeufer oder am

Strassenrand – die Sitzgelegenheiten sind für sie ein Teil der Schweizer Kultur. Deshalb hat sie eine interaktive Landkarte lanciert, die «Bankgeheimnisse» lüftet. Text: Lisa Stutz

1 Tierisch drauf: Modell Kuh bei der Schaukäserei in Affoltern im Emmental BE 2 Bilderbuchkulisse: klassische Sitzbank am Arnisee UR 3 Stämmig: Einpersonenbank am Hallwilersee, kurz vor Aesch LU 4 Über dem Wolkenmeer: Ruheplätzchen auf Rigi Scheidegg SZ 5 Im selben Boot: «Fischerbänkli» in Inkwil BE 6 Schieflage: Brettkonstruktion auf dem Gipfel Bella Tola VS

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7 Die «Direktorin» der Bänkli-Landkarte: Renate Albrecher 8 Kunstvolles Objekt: Bank am Rämis­ gummenhoger BE 9 Rundum UnescoWeltkulturerbe: Sitzgruppe im Lavaux VD 10 Auf dem Gipfel: puristische Bank auf dem Niremont FR

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Bilder: François Wavre/Lundi13, Jolanda Ernst (2) Hans-Peter Bruder, Verena Vieser, Philipp Ingold (2), Renate Albrecher, zVg (2)

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s gibt Dinge, über die man sich nicht so viele Gedanken macht. Dinge, die einfach da sind. Sitzbänke zum Beispiel. Vorausgesetzt natürlich, man ist noch nicht «bankophil». So bezeichnet Renate Albrecher Menschen, die vom Bänkli-Virus angesteckt sind. «Es ist ein positiver Virus», betont die 43-Jährige. Die Symptome: Man sieht auf einmal überall Bänkli, Bänkli, Bänkli – und muss sie fotografieren. Renate Albrecher sitzt auf ihrer Lieblingsbank auf einer Halbinsel in Saint-Sulpice VD und blickt über den Genfersee in Richtung Westlausanne. Es gibt noch weitere Bänke in der Nähe; alle sind besetzt. Von Studenten, die sich unterhalten, von Arbeitern, die ihren Zmittag ge­niessen, von Joggern, die eine Pause ein­legen. Grosse Bäume werfen Schatten auf die Sitzgelegenheiten, im See badet ein Vater mit seinem Sprössling. «Die Bänkli sind optimal verteilt. Der Ort ist sehr belebt.» Sie könne ewig hier sitzen, sagt Renate Albrecher. Mit ihren drei Söhnen im Alter von 9, 11 und 13 Jahren wohnt die studierte Soziologin nur ein paar Gehminuten entfernt. Die Sitzbänke auf der Halbinsel waren das Erste, was die Österreicherin sah, als sie vor einigen Jahren hierher zog. Mittlerweile sind sie längst auf ihrer digitalen

Bänkli-Landkarte «Bankgeheimnisse» aufgeführt, damit auch andere Menschen in den Genuss des Glücks auf Holz kommen. Ein Ort des Austauschs

Wann hat sie der Bänkli-Virus befallen? Sie sei «total abgelegen» aufgewachsen, erzählt Renate Albrecher, in der Nähe von Linz in Oberösterreich. So weit sie blicken konnte, habe es ein einziges «Bankerl» gegeben – neben dem Feld, das ihre Familie bewirtschaftete. Als Teenager setzte sie sich manchmal hin in der Hoffnung, dass jemand zum Schwatzen kam. «Auf dem Bänkli war es erlaubt, mit Fremden zu sprechen», sagt sie. «Es hatte eine wichtige soziale Funktion für mich.» Als sie einmal zwei Monate lang weit weg von daheim lebte, suchte sie immer wieder eine Bank auf. Irgendwann fiel ihr auf, dass sie sich unbewusst nur auf ein Drittel der Sitzfläche setzte, sodass noch jemand anderes gut darauf Platz gefunden hätte. «Ich hatte das Bedürfnis, mit anderen Menschen ein paar Worte auszutauschen.» Fortan beobachtete sie genau, wie jemand auf einem Bänkli sass. Mit ihren Kindern geht Renate Albrecher gern wandern. Einmal fiel ihr auf: Immer, wenn der Ausblick schöner wird, steht da eine Bank. Als sie alleine unterwegs war, fragte sie sich, wie ihre berufliche Zukunft


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Wo steht Ihr Lieblingsbänkli?

www.migmag.ch/ baenkli

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aussehen sollte. «Ich hatte Lust, ein Projekt in Angriff zu nehmen.» Während sie auf einer Bank sass, überlegte sie: Wenn man nur wüsste, wo die schönsten Bänkli stehen, könnte man sie als Ziel für einen Ausflug festlegen. Sie erinnerte sich, wie sie einmal mit Freunden eine Wanderung unternommen und das Picknick am Boden gegessen hatte. Erst später entdeckten sie, dass nur 200 Meter entfernt eine wunderschöne Bank auf sie gewartet hätte. Die Idee einer Bänkli-Landkarte setzte sich in ihrem Kopf fest – und war bald online umgesetzt.

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1 Talblick: Sitz­gelegenheit beim Abstieg vom Oeschinen­see nach Kandersteg BE 2 Inmitten von Holzscheiten: Sitzen am Wald­ rand bei Hausen am Albis ZH

Bilder: Verena Vieser, Hans-Peter Bruder

Das Ziel: 1000 Bänkli pro Kanton

Auf der interaktiven «Bankgeheimnis»Website können Leute ihre neuesten Ent­deckungen eintragen. Man findet die genauen Koordinaten eines Bänkli-Standorts; die Community kann die Einträge bewerten und kommentieren. Es läuft gut: Knapp 2000 Ausruhorte sind mittlerweile registriert, 450 alleine im Kanton Aargau. Vor zwei Jahren hat Renate Albrecher den «Verein zur Förderung der Schweizer Bankkultur» gegründet. Sie ist sich sicher: Kein Bänkli steht einfach so da, jedes möchte einem etwas Besonderes zeigen. «Für mich sind Bänkli wie ein analoges Insta­gram: Sie zeigen uns die schönsten Aus­sichten.» Die Bänke seien ein Bindeglied zwischen Mensch und Natur. Für Fami­lien mit Kleinkindern und Menschen mit ein­ geschränkter Mobilität gar eine Notwendigkeit, um die Natur und den öffentlichen Raum nutzen zu können. Neben ihrer Tätigkeit als Bänkli-Direk­ torin arbeitet Renate Albrecher 30 Prozent an der Universität Lausanne. Zurzeit ist sie auf der Suche nach einer sicheren Finanzierung für ihr Herzensprojekt. «Sonst kann ich die Fixkosten nicht decken.» Ein paar Partnerschaften hat sie bereits – etwa mit

«Bänkli sind wie ein analoges Instagram: Sie zeigen uns die schönsten Aussichten.» Renate Albrecher, Gründerin des Vereins zur Förderung der Schweizer Bankkultur

der Stiftung Cerebral, die sich für gelähmte Kinder einsetzt. Denn auf der Bänkli-Landkarte ist eingetragen, welche Sitzbänke mit dem Rollstuhl zu erreichen sind. Und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Bankgeheimnisse-App mitfinanziert, zur Förderung von Innovationen im Tourismusbereich. «Das Bewusstsein für Bänkli ist in der Bevölkerung aber noch nicht ganz da», stellt Renate Albrecher fest. Das könnte sich in diesem Jahr ändern. Denn der Trägerverein des Kulturerbejahrs 2018 des Bundesamts für Kultur hat Renate Albrechers Verein aufgenommen. Das Ziel ist, pro Kanton 1000 Bänkli zusammen­ zutragen. «Ich freue mich sehr. Es gibt Tage,

an denen 80 neue Bänkli hinzukommen.» Und das ohne Werbung. Für Renate Albrecher ist es das Schönste, sich auf Instagram, Facebook oder im echten Leben mit der Community auszutauschen. Da gibt es zum Beispiel eine Dame, die unter einer Herzkrankheit leidet. Ihr Hund gibt Laut, sobald sie sich hinsetzen muss. «Bis vor Kurzem war das total unwürdig, oft musste sie sich mitten auf den Boden setzen.» Mit einer gut gefülltenBänkli-Landkarte wisse sie bald ganz genau, wo die nächste Bank zu finden sei. Das perfekte Bänkli ist für Renate Albrecher eins, auf dem man Ruhe findet, bequem sitzt und bei schöner Aussicht das Auge entspannen kann. «Das Schlimmste sind kalte Bänkli», findet sie. Deshalb mag sie solche aus Holz. Mit der Hand streicht sie über die raue Oberfläche ihres Lieblingsbänklis. «Eine Bank integriert sich in den Lebenslauf so vieler Menschen. Just in diesem Moment verbindet mich etwas mit allen Leuten, die schon hier gesessen haben.» Welche das sind, bleibt das Geheimnis der Bank. MM Bänkli-Landkarte: www.bankgeheimnisse.ch


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Tag 2 Luxor > Edfu Die über 3000 Jahre alte Tempelanlage in Karnak beeindruckt mit ihrer überwältigenden Sphinx-Allee. Nur wenige Kilometer weiter liegt der Luxor Tempel direkt am Nilufer. Nachmittags passiert die Alyssa die Schleuse von Esna unterwegs nach Edfu.

Tag 7 Luxor > (Theben West) Frühmorgens Schiffsreise von Esna nach Luxor. Von hier aus startet der Ausflug nach Theben-West zum unvergleichlichen Tal der Könige. Besichtigen Sie einige der Grabkammern. Nachmittags Zeit für eigene Unternehmungen in Luxor.

Tag 3 Edfu > Kom Ombo > Assuan In Edfu besuchen Sie den mächtigen Horus-Tempel. Später Flussreise nach Kom Ombo. Sie sehen den Doppeltempel des Sobek und des Haroeris, der sich in herrlicher Lage über dem Nil erhebt.

Tag 8 Hurghada > Luxor > Zürich Transfer zum Flughafen Hurghada und Rückflug nach Zürich.

Tag 4 Assuan > (Abu Simbel) Vormittags Zeit für eigene Unternehmungen in Assuan. Spazieren Sie entlang der malerischen Corniche oder entdecken Sie die geheimnisvollen Düfte des Bazars. Möglichkeit zu einem Ausflug zu den Tempeln von Abu Simbel (ca. EUR 85). Tag 5 Assuan > Nassersee Besichtigung des malerischen Philae-Tempels auf der Insel Agilkia. Nachmittags bringt Sie eine Segelfeluke oder Motorboot zum Botanischen Garten auf der Lord-Kitchener-Insel. Vom Boot haben Sie Aussicht auf das Aga-Khan-Mausoleum.

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MENSCHEN | MM30, 23.7.2018  15

Bänz Friedli

Mach dir kein Bild! Wie oft hat sie schon bei uns im Briefkasten gelegen, die «Kleine Meerjungfrau»? Denn es gibt in unserer Verwandtschaft Heimwehdänen, und alle paar Monate schickt einer von ihnen uns einen Kartengruss von einer Dänemark-Reise. Meist ist sie das Sujet, «den lille Havfrue», und immer sitzt die bronzene kleine Frau mutterseelenallein auf ihrem Findling und lässt den Blick aufs Meer hinausschweifen. Wehmütig? Verträumt? Wer Hans Christian Andersens Märchen kennt, das den Schöpfer der Statue inspirierte, weiss: Es ist eine traurige Parabel über die Unmöglichkeit einer Liebe. So sass sie in meiner Vor­stellung über all die Jahre auf ihrem Felsen, die arme Jungfrau, mit jeder neuen Postkarte verfes­ tigte sich mein Bild. Und natürlich wollte ich sie, als wir voriges Jahr selber nach Kopen­ hagen fuhren, aus der Nähe sehen.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (53) hat sich zurückgezogen.

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Ich war nicht der Einzige. Die «Havfrue» wird belagert von knipsenden und filmenden Touristen. Aberhunderte wollten an jenem Nachmittag das Bild schiessen, das sie doch schon so gut kannten: das Bild von der ein­ samen Jungfrau in stiller Landschaft. Stattdessen: Gewusel, Gequassel, Gedränge. Ein Chilene überträgt auf seinem FacebookKanal live, eine Amerikanerin will ein Selfie mit ihr, einige Franzosen riskieren eine Kletterpartie in den Uferfelsen, um die Meerjungfrau möglichst allein aufs Bild zu bekommen – vergeblich. Immer sind da noch wild-

fremde Menschen mit im Bild, und wer weiss, in wie vielen chinesischen PowerpointPräsentationen ich nun vorkomme? Als Reisender bedenkt man zu wenig, dass die Sehenswürdigkeiten nur auf Postkarten unberührt dastehen. In Wahrheit sind sie umzingelt und wenig sehenswürdig. Je billiger die Flüge und je mobiler wir Menschen werden, desto ärger. Wer je in Venedig, von Japanern umringt, auf der Seufzerbrücke im Stau gestanden hat, weiss das. Und vermutlich beklagen umgekehrt die Tokioter all die europäischen Gaffer auf ihrem Fischmarkt. Unmöglich, den Eiffelturm oder die Golden Gate Bridge in Ruhe zu betrachten, den Taj Mahal ungestört zu fotografieren. Fragt sich nur, weshalb wir immer just das sehen wollen, was wir schon aus tausend Abbil­ dungen kennen? Und das Ewiggleiche dann per Instagram weiter vermillionen- und vermil­liardenfachen … Wir wissen, dass Postkarten lügen. Und suchen doch wieder geschönte Ansichten, wenn wir via Smartphone Feriengrüsse verbreiten. Niemand verschickt Fotos einer garstigen Industriezone. Während ich übrigens im Ahornschatten schreibe, umspielt eine warme Brise vom Meer her meine Beine – ein Traum, weit entfernt von zu Hause. Wo, verrate ich nicht. Sonst wird der Ort nächstes Jahr überrannt. MM


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Nico Hischier

Teuflisch gut

Nico Hischier zählt mit erst 19 Jahren zu den grössten Stars, die das Schweizer Eishockey je hatte. Seit einem Jahr spielt der Walliser bei den New Jersey Devils – und hat sie bereits in die NHL-Playoffs geführt. Text: Reto E. Wild  Bilder: Raffael Waldner

D

ie Eishockeypause verbringt Nico Hischier diesen Sommer in Bern, wo er bei einer Tante und manchmal bei seiner Schwester lebt, die in der Bundeshauptstadt studiert. «Pause» heisst: von Montag bis Freitag nach Plänen seines Fitnesscoachs Sam Boehringer im Kraftraum trainieren und daneben an der Ausdauer feilen. Der 184 Zentimeter grosse und erst 84 Kilogramm schwere Modellathlet soll nach den Vorstellungen seines Klubs noch Muskeln zulegen – aber nicht zu schnell, damit er nicht an Tempo und Beweglichkeit einbüsst. Hischier freut sich jeden Sommer auf die Heimat. «Jeder, der ein paar Monate anderswo gelebt hat, weiss um die hohe Lebensqualität in der Schweiz. Sie ist von A bis Z ein super Land.» Klar, Nordamerika sei riesig, habe Strände und coole Städte wie Chicago, New York oder Vancouver. «Aber mir gefällt es in der Schweiz und ihren schönen Altstädten genauso gut.» Die Ferien verbrachte er in Kroatien, am Gardasee und auf Ischia – zusammen mit Freundin Lorena, einer 19-jährigen Gymnasiastin. Auf ein Bier am Strand oder ein Glas Walliser Weisswein muss der Profisportler übrigens nicht verzichten. Und Grillieren mit Freunden gehört zu seinen Hobbys. Der weltweit begehrteste Junior

Ab Ende August befindet sich sein Lebensmittelpunkt wieder in New Jersey. Von der nahen Zugstation erreicht er in nur knapp zehn Minuten den südlichen Teil von Manhattan. Der in Naters VS aufgewachsene Hischier lebt seit gut einem Jahr

während der Meisterschaft in einer Einzimmerwohnung. Er steht bei den New Jersey Devils unter Vertrag – als einer der jüngsten Stammspieler in der nordamerikanischen National Hockey League (NHL). Der Mittelstürmer mit der Nummer 13 gilt als Schlüsselspieler seines Teams. In seiner ersten NHL-Saison spielte er auf Anhieb alle 82 Partien. Und auch dank seiner 20 Tore und 32 entscheidender Pässe erreichten die «Teufel» die Playoffs der besten Klubs. Erst 2017 debütierte er noch im Juniorenalter in der weltbesten Eishockeyliga. Er war der erste Schweizer, der im Auswahlverfahren als weltweit bester gewählt wurde. Nach seinem rasanten Aufstieg von den Junioren des EHC Visp über den SC Bern und die kanadischen Halifax Mooseheads fühle er sich «güet», sagt er nüchtern in breitem Walliser Dialekt. So konzentriert und dynamisch er auf dem Eis spielt, so locker und bescheiden gibt er sich daneben. «Für mich ging in der vergangenen Saison ein Traum in Erfüllung. Ich wollte schon immer in der NHL spielen.» Aber ist es nicht hart, von der Freundin, von Familie und Freunden getrennt zu leben? «Das geht schon», antwortet Hischier. «Lorena kommt mich oft besuchen, genauso wie meine Eltern und Kollegen.» Der Profi lebt zwar allein, doch drei Mitspieler wohnen im gleichen Gebäude. Das Schweizer Eishockey macht bei der Talentförderung einen guten Job: Inzwischen verdienen über ein Dutzend «Eisgenossen» ihr Geld in Nordamerika. Nico Hischier bringt es dank seines Vertrags bis 2020 auf ein Jahresgehalt von 925 000 Franken. «Ich habe mich deswegen nicht ver-

ändert», erklärt der Jungstar und Sohn einer Sportlehrerin und eines Versicherungsexperten. Sein älterer Bruder Luca (23) ist ebenfalls Eishockeyprofi, neu beim HC Davos. Ihm verdanke er seine Karriere. Die beiden begannen in der Tiefgarage mit Hockeyspielen: «Ich wollte stets machen, was Luca macht. Und ich liebe Teamsport.» Peter Baldinger, der Nico bei den Junioren des EHC Visp trainierte, sagt über den Ex-Spieler: «Er war ein äusserst kollegialer und lernhungriger Spieler. Bestens in Erinnerung habe ich Nicos koordinative Fähig­ keiten.» So schaffte er bereits als ­Achtjähriger einen Salto vom Drei-Meter-Sprungbrett. Stars kochen Spaghetti Bolognese

Er und seine drei Nachbarn und ­Mitspieler kochen manchmal gemeinsam: «keine Drei-Sterne-Menüs, aber Spaghetti Bolognese oder selbstgemachte Pizzas». Ab und zu isst das Quartett in Steakhouses, Sushi-Läden oder bei einem Italiener in New Jersey. Dort wurde der Hoffnungsträger der Devils auch schon erkannt und auf sein Talent angesprochen. Sonst könne er sich anonym bewegen, ­obschon die amerikanischen Sender alle Ligaspiele live übertragen. Der junge Mann bezeichnet den Wechsel in die USA im Rückblick als «richtige Entscheidung». Anlaufschwierigkeiten hatte er kaum. Viel herausfordernder war es, mit 15 das Elternhaus zu verlassen, um beim SC Bern zu trainieren. Seine grössten sportlichen Ziele sind der Gewinn des Stanley Cup, der wichtigsten Eishockeytrophäe der Welt – und Erfolge mit der Schweizer Nati.  MM


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Konzentriert und bescheiden: Nico Hischier erholt sich vom Sommertraining in Bern.


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«Wer eine kritische Position zur Pornografie vertritt, gilt als Spassbremse» Christoph Joseph Ahlers

Während Kinder jederzeit online auf Pornografie zugreifen können, diskutiert die #Me Too-Bewegung die Zensur erotischer Kunstwerke. Der Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers über Pornokonsum, therapeutische Effekte und Widersprüche im Umgang mit Sexualität. Text: Ralf Kaminski Bilder: Leander Baerenz


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InterviewSerie: Sex, Liebe, Beziehung

Illustrationen: Vectorstock, iStock, Getty Images

Letzter Teil (3)

«Wir lernen nicht, über unsere Wünsche und Ängste zu sprechen», sagt der Sexualwissenschaftler Christoph Joseph Ahlers.


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Christoph Joseph Ahlers, seit wann gibt es eigentlich Pornografie? Die Nutzung sexuell erregender Darstellun­ gen scheint es kulturgeschichtlich schon immer gegeben zu haben. Erotika sind seit der klassischen Antike gut dokumentiert. Der erste echte Porno wurde 1907 in Argentinien gedreht. Aber bis Ende des 20. Jahrhunderts war Pornografie mehr oder weniger etwas für erwachsene Männer, die dafür auch einiges auf sich nahmen: zwielichtige Laden­ lokale besuchen, die Hefte oder Videos zu Hause verstecken und warten, bis man mal einige Stunden für sich hatte.

Lesen Sie die ungekürzte InterviewSerie: www.migmag.ch/ ahlers

Pornografie solle man «weder dramatisieren noch bagatellisieren, sondern problemati­sieren», sagt Ahlers.

Ganz schön mühsam. Ja, und es führte dazu, dass Kinder, Jugend­ liche und Frauen praktisch keinen Zugang zu echter Pornografie hatten. Heute steht dank des Internets jedem die gesamte Band­ breite pornografischer Darstellungen unbe­ schränkt und meist kostenlos zur Verfügung. Aber erst mal müssen wir definieren, was mit Pornografie überhaupt gemeint ist. Das ist nicht klar? Viele verstehen darunter Filmchen wie «Vier Schwedinnen auf Ibiza», die in den Anfängen des Privatfernsehens spätabends liefen. Aber das sind Erotikfilme. Auch Magazine wie «Playboy» und «Penthouse» bieten lediglich leicht bekleidete bis nackte, erotisch posie­ rende Pin-up-Girls. Pornografie aber bedeu­ tet bildliche Fokussierung auf Genitalien und sexuelle Handlungen. Das ist in öffentlichrechtlichen Medien bis heute inexistent, und es ist auch strafrechtlich untersagt, Kindern oder Jugendlichen solches Material zu leihen oder zu verkaufen. Das führt zur skurrilen Si­ tuation, dass im Wohnzimmer vor TV-Filmen gelegentlich in Einblendungen gewarnt wird, der folgende Beitrag sei für Jugendliche un­ ter 16 nicht geeignet – während die Jugend­ lichen sich im Kinderzimmer auf ihrem Smartphone jede erdenkliche HardcorePornografie reinziehen können. Aber nicht alle Formen von Pornografie sind gleichermassen problematisch, oder? Das Spektrum an sexuell erregenden Inhalten ist gross: Es beginnt mit Standard­ pornografie, die sich in der Darstellung von oraler, vaginaler, vielleicht auch analer Stimulation und Penetration erschöpft. Als Nächstes kommt Hardcore-Pornografie, etwa Bondage und SM oder Dehnungs­ praktiken. Die nächste Stufe ist DevianzPornografie, also Darstellungen unter Ein­ bezug von Ausscheidungen oder Tieren und von Verletzungen. Und schliesslich gibt es die Delinquenz-Pornografie, die Tonfilmdo­ kumentation von Sexualstraftaten: sexueller Missbrauch, Nötigung, Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe auf Schlafende, Betäubte, Behinderte, Tote, Versklavte und Kinder.

Zur Person

Sexologe und Therapeut Christoph Joseph Ahlers (50) ist Sexual­ wissenschaftler und Klinischer Sexual­ psychologe. Seit 20 Jahren behandelt und berät er an der Berliner Charité und in seiner Praxis für Paarberatung und Sexual­ therapie Einzelpersonen und Paare. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und lebt in Berlin. In seinem Buch «Himmel auf Erden und Hölle im Kopf» betrachtet Ahlers Se­ xualität als intimste Form der menschlichen Kommunikation und gibt einen Überblick über das Spektrum sexueller Phänomene. Buchtipp: Christoph Joseph Ahlers: «Himmel auf Erden und Hölle im Kopf: Was Sexualität für uns bedeutet»; Goldmann-Verlag 2015, Fr. 23.10 auf www.exlibris.ch

Bei der Wirkung dieser Inhalte gibt es demnach enorme Unterschiede. Richtig, aber diese Differenzierung findet in der Diskussion um Pornografie nicht statt – weder bei gesellschaftlichen Debatten noch in der Forschung. Warum? Weil die Pro­ blematisierung von Pornografie uncool ist. Pornografie ist Mainstream, dominiert durch die Haltung: Ach, das hat noch keinem ge­ schadet. Wer es wie ich wagt, eine kritische Position zur Pornografie zu vertreten, gilt als altbacken, als Spassbremse, als Teil der Ra­ dio-Vatikan-Redaktion. Dabei lautet mein Votum: weder dramatisieren noch bagatel­ lisieren, sondern problematisieren!

Was geschieht, wenn alle jederzeit Zugriff auf härtere Pornografie haben? Es gibt Experten, die das auch positiv sehen: Noch nie hätten Jugendliche so viel erfahren über die sexuellen Möglichkeiten. Als Sexual­wissenschaftler bin ich anderer Meinung: Was da gezeigt wird, ist nicht die Abbildung menschlicher Sexualität, sondern die fiktio­ nale Übertreibung sexueller Stimulation. Doch das wird fast immer ausgeblendet, oder man versteht es gar nicht. Wenn beim «Tatort» einer erschossen wird, wissen bereits Sechsjährige, dass das nicht echt ist. Beim Pornokonsum funktioniert das gerade bei Jungen nicht: einerseits, weil sie zu sehr mit ihrer Erregung beschäftigt sind, ande­ rerseits, weil ihnen keiner beibringt, worum es bei Sexualität eigentlich geht. Deshalb denken sie, was sie da sehen, sei Realität – und fragen sich verunsichert, ob sie das, was da gefragt ist, wohl auch können. Für sich lernen kann man dabei nichts? Nein. Das wäre ein bisschen so, wie wenn jemand, der Paartanz lernen möchte, einen Film anschaut, in dem nur die Hände und die Füsse der Tanzenden zu sehen sind. Genauso wenig lernen wir aus Pornografie, wie man eine sexuelle Beziehung führt, denn beim Porno geht es lediglich um Orgasmus­ produktion. Für Erwachsene ist das prima, für Kinder und Jugendliche aber meines Erachtens potenziell problematisch. Wie reagieren die Kinder darauf? Die haben Fragen. Im Grunde erleben wir in diesem Bereich gerade einen kollektiven


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globalen Feldversuch ohne Ethikkommis­ sion. Und kein Mensch weiss, wohin das füh­ ren wird. Kann sein, dass es total harmlos ist – aber was, wenn nicht? Kinder und Ju­ gendliche bräuchten eigentlich einen Porno­ führer, jemanden, der das alles mit ihnen richtig einordnet. Den gibts aber nicht. Die Eltern können es nicht, weil sie es selbst nie gelernt und keine Vorstellung davon haben, auf welche Inhalte ihre Kinder mit dem Smartphone zugreifen können; sie scheuen das Thema, wollen sich nicht blamieren. Immer wenn ich hierzulande einen Vortrag halte – und das tue ich oft, auch bei öffentli­ chen Veranstaltern und in Volkshochschu­ len –, steht danach eine Traube aufgeregter, Hilfe suchender Eltern um mich herum. Mit Virtual Reality und Sexrobotern wird es bald möglich sein, die perfekten virtuellen Sexpartner zu erschaffen. Bedeutet das das Ende für Sex in der realen Welt? Ich sehe den Weltuntergang nicht unmittel­ bar bevorstehen. Die Angebote zielen – wie bei Pornografie und Prostitution – eindimen­ sional auf Erregungs- und Orgasmus­pro­ duktion. Sextechnologie kann vielleicht Orgasmen verlässlicher provozieren als ein menschliches Gegenüber, wir suchen aber auch nach langfristiger emotionaler Erfül­ lung. Und die können wir nur mit einem echten anderen Menschen und in einer echten Beziehung erleben. Kein VR-BrillenPornorama, kein Bluetooth-synchronisierter Stimulator und auch kein noch so androider Sexroboter werden daran etwas ändern können. Sexroboter können sexuelle Bezie­ hungen ergänzen, aber nicht ersetzen. Die Zeiten haben sich gelockert, aber der Standard ist letztlich nicht so anders als in den 50er-Jahren: Sogar Schwule und Lesben haben sich brav eingeordnet, leben als Paare, wollen Kinder … … und wollen vor allem heiraten. In den 70er-Jahren hätte man sie noch Spiesser geschimpft. Das wirft die Frage auf, ob die Paarbeziehung mit Kind nicht doch eine Art psychobiologische Konstante des Menschen ist. Oder wäre auch eine wildere, unreguliertere Beziehungszukunft vorstellbar? Es gibt immer gesellschaftliche Wellenbewe­ gungen, auch im Umgang mit Geschlechtlich­ keit und Sexualität. Eine Phase, in der die Aufklärung, die Liberalisierung und die Emanzipationsbewegung der Frauen ihren Anfang nahmen, waren die 1920er-Jahre: Die Freiheiten, die es damals in Städten wie Berlin gab, waren ein soziokultureller Höhe­ punkt in Mitteleuropa. Das Naziregime machte all das zunichte und führte dann in den viktorianischen Puritanismus der 1950er. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es über

20 Jahre, bis man mit der sexuellen Revolu­ tion an die Werte der 20er-Jahre anknüpfte: Die Kommunen waren auch ein Versuch, in Kleingruppen das Privateigentum zu über­ winden, unter anderem im Sexuellen. In den 80er-Jahren schwang das Pendel wieder zurück. Angst bestimmte das Lebens­gefühl im Kalten Krieg, Treue wurde wieder wich­ tig; statt um Sex vor der Ehe ging es um Sicherheit, Verbindlichkeit, Vertrauenswür­ digkeit, passend zu einer Zeit voller Ängste.

stecken braucht. Wenn es gelingt, das zu ­vermitteln, kommen Intimität und Sexua­lität in der Regel ganz von allein wieder in Schwung.

Das ist heute noch immer ähnlich. Ja, de facto stecken wir mitten in einem neuen Puritanismus – verbunden mit hyste­ risierten Debatten rund um Geschlechtlich­ keit und Sexualität. Der #MeToo-Diskurs etwa führt dazu, dass Liebesgedichte über­ malt und Gemälde aus dem 16. Jahrhundert aus Museen entfernt werden müssen, weil sie angeblich frauenverachtend oder kinder­ gefährdend sind. Wir sind also wieder weit entfernt von den Errungenschaften der 20er- und 70er-Jahre.

Weshalb ist es für Paare so schwierig, offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen? Weil sie Bewertungs- und Verlustangst haben. Und weil wir nie wirklich lernen, über unser Innenleben, unsere Wünsche und Ängste, zu sprechen – schon gar nicht mit dem Menschen, von dessen Bewertung alles abhängt und bei dem wir wie bei keinem anderen Zugehörigkeit und Geborgenheit suchen. Zu lernen, mit­einander übereinan­ der zu sprechen, ist Teil der Sexualtherapie.

Mit welchen Themen sind Sie in Ihrer Praxis am häufigsten konfrontiert? Mit partnerschaftlich-sexuellen Kommuni­ kations- und Beziehungsstörungen. Porno­ grafiekonsum spielt eine grosse Rolle, also das Auswandern der Männer aus der Bezie­ hungssexualität in die sexuelle Selbstbetäti­ gung. Letztlich kompensieren sie damit

«Langfristige emotionale Erfüllung können wir nur mit einem echten Menschen in einer echten Beziehung erleben.» Christoph Joseph Ahlers

andere Probleme, nämlich vor allem Leis­ tungsdruck und die daraus resultierende Versagensangst. Wie vielen Menschen können Sie tat­sächlich helfen? Es heisst ja oft, wenn man erst mal in die Paartherapie müsse, sei die Sache ohnehin gelaufen. Ja, wenn man so lange wartet, bis nichts mehr geht. Im Wesentlichen helfe ich den Paaren, sich von Leistungsvorstellungen zu befreien – wegzukommen vom «ich muss», das in praktisch allen Bereichen der Sexua­ lität eine enorme Rolle spielt. Denn «kein Mensch muss müssen», wie Lessing sagt. Sexualpsychologische Behandlung hilft ­anzuerkennen, dass wir keine Maschinen sind, dass wir gar nichts müssen, wenn wir wissen, was wir wollen. Und dass keiner ­keinem irgendwo irgendetwas reinzu­

Und das zu vermitteln, gelingt Ihnen? In der Regel ja. Nicht immer und nicht bei allen, aber häufig. Nur schon sich zu mir zu getrauen, ist ein grosser Schritt, damit zeigen sie Offenheit und Mut, und 50 Pro­ zent der Arbeit ist eigentlich schon getan.

Gleichzeitig sollen Ihre Klienten möglichst nichts wissen über Ihr Privatleben. Weil es die Behandlung erschwert oder gar verunmöglicht. Alles, was Patienten über mein Privatleben wissen, verwässert unwill­ kürlich die Wirksamkeit meiner therapeu­ tischen Interventionen, da sie mit mir als Privatperson abgeglichen werden. Wie geht Ihr Umfeld mit Ihrem Job um? Werden Sie dauernd um Rat gebeten? Mein Beruf ist zunächst mal ein Partygag: grosses Kichern, Augenzwinkern – typische Signale von Unsicherheit und Scham. Diese Reaktion erleben alle Psychologen, beson­ ders Sexualpsychologen. Im Verlauf der Party heisst es dann bald: «Ich hab da mal eine Frage: Ein Freund von mir hat einen Freund, der hat …» Und ich sage, dass ich dafür schon mit dem Freund direkt sprechen müsste, sonst sei das schwer zu beantwor­ ten. Und wenn sie dann damit rausrücken, dass es sie selbst betreffe, rate ich dazu, einmal zu einer Beratung vorbeizukommen, damit wir das in Ruhe besprechen können. Aber die beste Reputation haben Sie mit Ihrem Beruf vermutlich nicht? Mein Ruf ist erfreulicherweise ausgespro­ chen gut. Aber mein Beruf hat einen gerin­ gen Sozialstatus. Man gehört zur Riege der Hofnarren. Man erhält niemals den Respekt und die Anerkennung eines gutbürgerlichen Berufs, denn man ist mit Dingen befasst, die alle Menschen lieber verbergen. Es ist der Preis, den ich zahle für eine Arbeit, die eine enorme Erfüllung beschert durch das gute Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Der Dank der Menschen, die mit weniger Kummer und etwas leichter durchs Leben gehen, entschädigt für vieles. MM


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Migros-Welt MM30

6 000 000 000 Zahl der Woche

Rund sechs Milliarden Liter Wasser hat das Walliser M-Industrieunternehmen Aproz Sources Minérales SA seit seiner Gründung 1947 verkauft.

Migros-Besitzerin

«Man musste das Rückgeld im Kopf ausrechnen» Haben Sie eine besondere Erinnerung an die Migros? Ich habe als Teenager eine Zeit lang an der Kasse in der alten Migros-Filiale in Bülach gearbeitet. Damals musste man das Rückgeld noch im Kopf ausrechnen. Abends haben dann bei mir immer mal wieder ein paar Rappen in der Kasse gefehlt, und ich wusste nicht, warum. Aber alle Mitarbeiter waren sehr nett zu mir und haben gesagt, dass das ja mal passieren könne. Das habe ich noch gut in Erinnerung. Seit wann sind Sie denn Migros-Genossenschafterin? Sicher schon seit 30 Jahren. Und weshalb sind Sie Migros-Besitzerin? Meine Mutter hat schon immer in der Migros eingekauft, und ich kaufe auch gerne hier ein. So kann ich ein Schweizer Unternehmen unterstützen, das ist mir wichtig.

Name: Veronika Eugster (63) Wohnhaft: Bülach ZH Beruf: Kosmetikerin Lieblingsprodukt: Melone, Bioprodukte

Was schätzen Sie an der Migros? Die guten Produkte. Auch die von Alnatura und überhaupt: Bioprodukte schätze ich sehr.

Kaffeegenuss

Bilder: René Ruis, zVg

Eiskalter Begleiter Wer Kaffee liebt, greift im Sommer gern zu erfrischenden Eiskaffeespezialitäten aus dem Kühlregal. Die Emmi-Caffè-Latte-Kreationen im praktischen Becher für unterwegs werden sorgfältig aus nachhaltig angebauten Arabica-­Bohnen und feinster Schweizer Kuhmilch zu­bereitet. Darf es ein cremig-milder Macchiato, ein intensiver Espresso zum Auf­

wachen oder ein kalorienarmer und laktose­ freier Caffè Latte Balance sein? Der gut gekühlte Emmi Caffè Latte ist in verschiedenen schmackhaften Varianten in den Supermärkten der Migros Aare erhältlich. Mehr von der Migros Aare ab Seite 61


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Frage der Woche

Ist Konfitüre mit weniger Zucker auch weniger lange haltbar? Solange das Konfitüreglas ungeöffnet bleibt, hat der geringere Zuckergehalt keinen Ein­ fluss auf die Konsumationsfrist. Nach dem Öffnen ist Konfitüre mit höherem Fruchtanteil aber tatsächlich weniger lange haltbar. Das an­ge­ brochene Glas sollte darum im Kühl­ schrank aufbewahrt und der In­halt rasch verbraucht werden.  MM Frères de nos Frères unterstützt obdachlose Kinder in Peru.

Migros-Unterstützung­sfonds

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848, oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Perkussionist Fabian Ziegler will dem Klassikpublikum mit seinen Rhythmen einheizen.

Eine Million für gute Zwecke Der Migros-Unterstützungsfonds vergibt jährlich eine Million Franken an anerkannte Non-Profit-Organisationen mit Sitz in der Schweiz. Damit fördert die Migros rund 20 soziale und ökolo­gische Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit im In- und Ausland. Die folgenden sechs Projekte erhalten in diesem Jahr eine Unterstützung:

Frères de nos Frères (FdnF): Strassen­ kindern und jugend­lichen Obdachlosen in Peru Ausbildung, Ernährung und sozialen Support bieten Stiftung Kinderdorf Pestalozzi: Kinder in Honduras reintegrieren

Goutte d’eau – a child support network: geistig behinderte Kinder und ihre Familien in Kambodscha unterstützen

Association François-Xavier Bagnoud – FXB International: Jugendlichen in Myanmar eine Berufsausbildung in der Hotel­lerie und im nachhaltigen Tourismus ermöglichen

Women’s Hope International: Kinderehen in Parbatipur, Bangladesch, bekämpfen

Swisscontact: Berufskom­pe­tenzen junger Erwachsener in Uganda verbessern

Davos Festival

Auftritt der Jungtalente Vom 4. bis 8. August bietet das Davos Festival jungen Klassik­ talenten eine Bühne in einer grandiosen Landschaft. Dazu gehören zwei Künstler, die das Migros-Kulturprozent fördert und auf ihrer Laufbahn begleitet: Der 23-jährige Perkussionist Fabian Ziegler (Bild) möchte das Publikum für das Schlagzeug als Soloinstrument begeistern. Frederic Bager (27) will mit seinem Klavierspiel Menschen für die

Klassik gewinnen, denen diese Musikwelt bisher fremd war. Beide spielen bei ihren Auftritten mit viel Leidenschaft und Experi­ mentierfreude. Infos zum Festival auf: www.davosfestival.ch

Bilder: zVg

Haben Sie eine Frage?


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Blickfang

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O-Ton

Peggy Schuhmann über ... Networking: «Es ist wichtig, bedeu­ tet aber nicht, dass ich an jedem Apéro teil­ nehmen muss. Wer wenig Zeit hat, muss Prioritäten setzen. Das Netzwerk entsteht durch das Leben, die Arbeit, die sozialen Kontakte. Social Net­ works sind Friedhöfe, wenn man sich nicht wirklich kennt.» Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber vs. persönliche Karriere: «Das schliesst sich für mich nicht gegenseitig aus. Ich kann loyal sein, muss mich aber nicht auf Gedeih und Ver­ derb dem Arbeitgeber verschreiben: Weiter­ entwicklung ist mit dem jetzigen Arbeit­ geber, mit einem neuen oder auch ganz ohne möglich. Den persönlichen Grund­ sätzen und Zielen sollte man treu bleiben können.» Selbstwertgefühl: «Es bedeutet, sich Herausforderungen zuzutrauen. Man lernt mit seinen Aufgaben. Können hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Grundsätzlich ist ein gesunder Anteil an Egoismus nötig. Was andere denken, ist nicht so wichtig; was zählt, ist, mit sich selbst im Reinen zu sein. Was bleibt, ist man selbst, die Familie, das Umfeld – der Job ist nicht das Leben.»

Name: Peggy Schuhmann Alter: 47 Geboren in: Halle/Saale (D) Bei der Migros seit: 1995 Familie: verheiratet, zwei Kinder (8 und 10) Freizeit: alles rund um Familie


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Peggy Schuhmann über ihre Karriere: www.migmag.ch/ schuhmann

Sich getrauen und an der Aufgabe wachsen Frauen in der Migros

Ohne sie geht nichts: Fast zwei Drittel der Migros-Mitarbeitenden sind Frauen. Viele gehören dem Kader an – darunter auch Peggy Schuhmann, Leiterin der Swiss Quality Testing Services in Dietikon ZH. Text: Hans Schneeberger  Bild: Michael Sieber

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eggy Schuhmann kam aus Deutschland in die Schweiz. Ganz Klischee: eine Mitfahrgelegenheit im Trabi. Die studierte Lebensmittelchemikerin hatte ihre Zelte in Dresden abgebrochen und ein Praktikum in der Schweiz ergattert. Im Migros-eigenen Labor analysierte sie drei Jahre lang Zusammensetzung, Echtheit und Hygiene von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs –«so richtig hands-on», wie sie es heute formuliert. Eine wichtige Erfahrung, denn dort lernte sie, was im Studium nicht wirklich möglich war: Analytik mit allen Stolpersteinen und Optionen. Dann wurde das Labor umstrukturiert, und als 1998 eine Nachfolge für den Verantwortlichen der Abteilung Lebensmittelrecht gesucht wurde, kam sie zum Zug. Später baute sie mit einem kleinen Team das Drittkundengeschäft aus, das mittlerweile über 50 Prozent des Umsatzes ausmacht. Als 2006 die Stelle der Direktionsleitung frei wurde, überlegte sie, «typisch Frau», ob sie sich überhaupt bewerben sollte. «Frauen zweifeln oft erst einmal: Kann ich das?», sagt sie rückblickend.

Dass sie das Potenzial besass, hatte ihr Chef bereits erkannt. Und Peggy Schuhmann wagte es – mit Erfolg: Seit 2006 leitet sie das Labor der Swiss Quality Testing Services (SQTS) und 130 Mitarbeitende. Wie hat sie die Schweiz in Sachen Frauen und Karriere erlebt, zumal sie im ganz anderen Gesellschaftsmodell der DDR aufgewachsen ist? «Ich empfand die Schweiz in diesen Fragen als extrem konservativ. Eine Familie zu gründen und zugleich Karriere zu machen, konnten sich viele junge Frauen damals kaum vorstellen.» Eine gute Balance gefunden

Inzwischen seien Veränderungen und Fortschritte spürbar, sagt Peggy Schuhmann. «Heute signalisieren Mütter schon früh, dass sie bald wieder arbeiten möchten.» Frauen, die die SQTS nach dem Mutterschaftsurlaub ganz verlassen, seien die Ausnahme. «Es sind zwar viel mehr Frauen, die Teilzeit arbeiten möchten, aber auch Männer haben diesen Wunsch. Und bei beiden Geschlechtern ist nicht nur die Familie ausschlaggebend.» Die Mutter zweier Kinder im Alter von acht und zehn Jahren

hat zusammen mit ihrem Mann eine gute Balance gefunden: Die Kinder wurden in den ersten Jahren an drei Tagen in der Woche fremdbetreut – «das war unser Modell, das muss nicht für alle stimmen»; heute teilt sich das Paar diese Aufgabe. Peggy Schuhmann ist 90 Prozent berufstätig, ihr Mann arbeitet 50 Prozent. Vertrauen ist das A und O

Natürlich braucht es für eine Karriere gewisse Rahmenbe­ dingungen: Erstens müsse man privat eine Lösung finden. Die bringe einem niemand, die müsse man selber suchen. Zweitens müsse das Timing stimmen. «Ich weiss zum Beispiel nicht, ob ich den Job als Leiterin der SQTS erhalten hätte, wenn ich damals schon Mutter gewesen wäre.» Und es brauche das unbedingte Vertrauen der Vorgesetzten. Wie schlägt sich die Migros als Arbeitgeberin für Frauen, die Karriere machen wollen? Das hänge oft weniger von der Migros ab als vom jeweiligen Chef: «Die Migros bietet die Voraussetzungen, die Vorgesetzten aber müssen sie den Frauen gewähren.» Und sie räumt ein: «Die Migros könnte hier durchaus etwas Druck aufsetzen.» MM

Sommerserie Kaderfrauen in der Migros Teil 1 Migros

Frauen­förderung Die Berufstätigkeit von Frauen ist ein wich­ tiger Faktor für den Wohlstand und Fort­ schritt der Gesellschaft, aber auch für die Ent­ wicklung der Migros: Über 60 Prozent ihrer Mitarbeitenden sind Frauen, fast jede dritte gehört dem Kader an. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat bei der Migros traditionell einen grossen Stellenwert. Das Unternehmen gewährt allen Müttern einen Mutterschafts­ urlaub von 18 Wochen bei vollem Lohn, womit es die gesetzlichen Vorschriften übertrifft. Die Migros ist Mitglied bei Advance – Women in Swiss Business. Die Vereinigung hat zum Ziel, die Erhöhung des Frauenanteils in Füh­ rungspositionen in der Schweiz aktiv zu fördern.


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Mobilität

Viele Wege führen zum Einkauf Die Migros bietet Alternativen zur Einkaufsfahrt im eigenen Auto an. Auch online und mit dem öffentlichen Verkehr kommen ihre Kunden zum Ziel. Text: Michael West

Erhebung, die das Bundesamt für Statistik alle fünf Jahre durchführt. Dabei ergab sich 2015, dass der Einkaufsverkehr in der Schweiz nur 13 Prozent am Gesamtverkehr ausmacht. Dennoch trägt die Migros zur Entschärfung der Situation bei, indem sie den Kundinnen und Kunden Alternativen zur Anfahrt im eigenen Auto anbietet. Sie sorgt dafür, dass viele Wege zur vollen Einkaufstasche führen.

Öffentlicher Verkehr

Onlinehandel

Mit einer Ausnahme sind alle 41 Einkaufscenter im MigrosBesitz direkt an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Insgesamt befinden sich bei diesen Centern rund 40 Bus-, 20 Bahnund zehn Tramstationen. Ein Paradebeispiel ist das Shopping- und Erlebniscenter Westside in Bern Brünnen: Es ist per Tram und Bus erreichbar und hat eine eigene Bahnstation. Dort halten Züge im Viertelstundentakt.

Onlinebstellungen bieten eine ­Alternative zur Einkaufsfahrt im eigenen Wagen. Auch hier spielt die Migros eine wichtige Rolle: Ihre Tochter Digitec Galaxus ist Marktführerin im Schweizer Onlinehandel. 2017 hatte sie über eine Million Kunden. Ihr Angebot umfasst aktuell 1,95 Millionen Produkte – vom Schlauchboot über den Holzkohlegrill bis zur Virtual-Reality-Brille. Das Sortiment ist zwei Drittel grösser als vor einem Jahr.

Carsharing

Gütertransport

Die Migros unterstützt Car­ sharing: Sie ist Mitbegründerin der Plattform Sharoo, auf der sich Privatautos mieten und vermieten lassen. Das Teilen von Fahrzeugen trägt dazu bei, dass Autofahren nicht länger eine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine überlegte Aktion. 85 000 Nutzer hat Sharoo zurzeit in der ganzen Schweiz; 1700 Autos stehen mittlerweile zur Verfügung.

Die Schweizer Strassen entlastet die Migros aber auch, indem sie seit Jahrzehnten auf Schienentransporte setzt und wenn immer möglich ihre Güter per Bahn befördert. Die Detailhändlerin ist daher die wichtigste Kundin von SBB Cargo. 2017 beförderten Güterwaggons in der Schweiz 1,4 Millionen Tonnen Migros-Fracht und legten dabei 13,3 Millionen Kilometer zurück. Das ist etwa das 332-fache des Erdumfangs.

Bilder: Peter Schneider/Keystone, Stefan Finger/laif; Illustrationen: Patrick Oberholzer

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ie Menschen in der Schweiz stehen immer länger im Stau. Laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) stockte der Verkehr auf den Autobahnen im letzten Jahr während 25 853 Stunden – ein neuer Rekord. Stösst der Verkehr in unserem Land also an Grenzen? Und kann die Migros als grösste Schweizer Detailhändlerin etwas dagegen tun? Das Stauproblem hat mit ihren Läden nur wenig zu tun. Das zeigt eine grosse


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  31

Forschung

«Parkgebühren sind kein Allheilmittel»

Der österreichische Verhaltensökonom Matthias Sutter hat sich damit beschäftigt, warum Menschen oft nicht aufs Autofahren verzichten wollen.

Was sagt die Wissenschaft zum Problem der verstopften Stras­sen? Der namhafte ­Ver­haltensökonom Matthias Sutter weist darauf hin, dass sich Menschen oft irrational ­verhalten, dass hinter ihrem Verhalten häufig kein vernünf­ tiges Abwägen von Kosten und Nutzen steht. Er findet, dass die Mobilitäts­ forschung und die Mobilitäts­ politik dem zu wenig Rechnung tragen: «Man geht noch immer davon aus, dass das Verhalten der Menschen primär durch Preise und Zeitfaktoren gesteu­ ert wird. Neue Studien der Verhaltensökonomie zeigen aber klar, dass diese Annahme häufig falsch ist.» Sutter ist daher überzeugt, dass etwa Parkgebühren Menschen nicht dazu bewegen, bei Ein­ kaufsfahrten aufs Auto zu ver­ zichten und auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. «Gebüh­ ren sind kein Allheilmittel, weil Menschen nicht nur auf Zeit und Geld achten, sondern auch darauf, ob sie einen grösseren Einkauf machen wollen, ob es regnet, und so weiter. Oft ist es auch die unterschätzte Macht der Gewohnheit, die sie bei der Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst.»

Gut verbunden: Beim Berner Einkaufszentrum Westside halten Busse, aber auch Trams und Züge.

In Bezug auf die Mobilität ­fordert Sutter ganz generell ein Umdenken in Forschung und Politik: «Es braucht einen Paradigmen­wechsel, um sinn­ volle Lösungen zu finden, die das tatsächliche Verhalten der Menschen berück­ sichtigen.» MM Professor Matthias Sutter leitet das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeingütern in Bonn (D) und lehrt an den Universitäten Köln(D) und Innsbruck (A). Er ist Autor des soeben in zweiter Auflage erschienenen Sachbuchs «Die Entdeckung der Geduld – Ausdauer schlägt Talent».


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MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  33

Der Grill als Backstube #Grillitarier

Es gibt fast nichts, was man nicht auf dem Grill zubereiten könnte. Wir zeigen, wie ein Brot im gusseisernen Topf gelingt. Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz  Rezept: Andrea Pistorius Styling: Mira Gisler

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34  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT Step by step

Bierbrot im Dutch oven mit Speckaufstrich Mehl und Salz ­mischen. Im Mehl eine Mulde bilden, Melasse und Hefe hineingeben und wenig Bier dazu­ giessen, ca. 5 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Rest­ liches Bier dazugiessen und zu einem glatten Teig kneten. Zugedeckt ca. 1 Stunde auf das Doppelte aufgehen las­ sen.

Einen ca. 70 cm langen Teigstrang formen. Diesen mehrmals in der Längsachse ver­ drehen, einen Ring for­ men. In einen mit Back­ papier ausgelegten Dutch oven legen. Mit Bier bestreichen, mit grobem Salz bestreuen, mit Mehl bestäuben. Ca. 30 Minuten auf­gehen lassen. Grill auf ca. 200 °C vorheizen. Dutch Oven mit Deckel auf den Grill stellen. Ca. 10 glühende Briketts auf den Deckel verteilen, Brot ca. 1 Stunde backen. Inzwischen für den Aufstrich Zwiebel fein hacken. Thymianblätt­ chen vom Zweig zupfen. Baumnüsse grob ha­ cken. Speckwürfelchen ohne Fett in einer ofen­ festen Pfanne anbraten, ­Zwiebel, Thymian und Baumnüsse dazugeben sowie mit Salz, Pfeffer, Paprika und Kümmel würzen. Abkühlen ­lassen, in einem Cutter grob ­hacken. Brot mit dem Aufstrich und nach Belieben mit Zwiebel­ ringen und Gewürz­ gurken servieren.

Zutaten für 4 Personen 500 g Bauernmehl 1 TL Salz 3 EL Melasse 1 Pack Trockenhefe 3 dl Bier, z. B. alkohol freies Weizenbier Bier zum Bestreichen Grobes Salz zum Bestreuen Mehl zum­ Bestäuben

Aufstrich: 1 Zwiebel 4 Zweige Thymian 50 g Baumnüsse 200 g Speckwürfelchen Salz, Pfeffer 1 Prise scharfer Paprika 1 Prise Kümmel


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  35

Alles für tarier, Flexit arier Ob Veget arier, Pesce t in r – im Sommer erwach oder Fleischliebhabe ch er. ari llit gri . ier tar illi jedem von uns ein Gr

Tipp für Profis

Der Dutch oven eignet sich nicht nur zum Brotbacken. Der Profi bereitet darin Eintopfgerichte zu und nutzt ihn sogar zum Kuchenbacken. Wichtig beim B ­ acken ist Oberhitze. Dafür gibt man glühende Kohlen auf dem Deckel. So bräunt der Kuchen und wird gleichmässig gebacken. Tipp für Freestyler

Das Brot ist besonders für Apéros geeignet. Der ­Freestyler verzichtet aber auf das Cuttern der Zutaten für den Aufstrich. Er arbeitet die Baumnuss-Speck-­ Mischung vor dem Formen in den Brotteig ein und erhält so ein würziges Brot. Tipp für Familien

Kinder haben viel Freude beim Kneten des Teigs. ­Allerdings sollte ein Erwachsener das Brot in den Dutch oven legen, da das Gusseisen sehr heiss ist. Das Brot kann auch in einem herkömmlichen Gusseisentopf im Backofen gebacken werden. Wenn das Brot direkt auf ein Blech gelegt wird, verkürzt sich die Backdauer um etwa zehn Minuten.

Viele weitere Brotideen jetzt auf

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36  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT TerraSuisse

Gutes aus der Natur Vom Tessinerbrot über den Apfelsprudel bis zum Kalbskotelette – eine Vielzahl an Migros-Produkten trägt das Label «TerraSuisse». Diese Produkte oder deren Rohstoffe stammen von über 11 000 Schweizer Bäuerinnen und Bauern, die gemäss IP-Suisse-Richtlinien produzieren.

Vegetarier, Pescetarier, Flexitarier oder Fleischliebhaber – im Sommer erwacht in uns der Grillitarier. Wir essen nur, was einen Grill berührt hat. Auch bei den Zutaten für das perfekte Grillmenü sind wir wählerisch. Infos: www.grillitarier.ch

Alles für

Text: Melanie Michael  Illustration: Patrick Oberholzer

Das ist «TerraSuisse» Das Label steht seit 2007 für die Partnerschaft der Migros mit IP-Suisse, der Schweizer Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen, und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Ihr Anliegen: eine naturnahe und tierfreundliche Schweizer Landwirtschaft.

TerraSuisse Kalbs­kotelettes, per 100 g aktueller Tagespreis

TerraSuisse Tessinerbrot, 400 g Fr. 2.50

TerraSuisse Rapsöl, 50 cl Fr. 3.35

Tradition TerraSuisse Tagliatelle Tricolore, 500 g Fr. 3.95

TerraSuisse aha! Polenta fein, 500 g Fr. 1.80


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  37

Für naturnahen Anbau Über 11 000 IP-Suisse-­Bäuerinnen und -Bauern kultivieren in ihren Familien­betrieben umwelt­schonend Produkte für das Label «TerraSuisse». Beim Getreide- und Rapsanbau verzichten sie auf ­Insektizide, Fungizide und Wachs­tumsregulatoren.

Für Biodiversität Gemeinsam mit der Schweize­ rischen Vogelwarte Sempach hat IP-Suisse Mass­nahmen ­er­arbeitet, die die Bio­diversität ­fördern. Wildblumen­flächen, Hecken und Steinhaufen etwa bieten Insekten, Vögeln und Repti­lien Lebensräume.

Für das Tierwohl Bauern, die «TerraSuisse»-­ Fleisch liefern, halten ihre ­Rinder, Kälber und Schweine in tierfreundlichen Stallungen mit Auslauf. Lämmer können auf die Weide oder sogar auf die Alp. Mit adäquater Fütterung wird zudem das Wohl der Tiere gefördert, was sich p ­ ositiv auf die Fleischqualität auswirkt.

Ein Teil von

M-Classic TerraSuisse Haferflöckli, 500 g Fr. 1.45 In grösseren Filialen

TerraSuisse Apfelsprudel, 6 × 1,5 l Fr. 13.20

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TerraSuisse-Produkte stammen aus nachhaltiger Schweizer Land­wirtschaft. Die Rohstoffe werden von Bauern erzeugt, die dem Wohl der Tiere und dem naturnahen Anbau verpflichtet sind.

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


38  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT Brot der Saison

Brot mit Pep Das neue Brot in den Regalen der Migros hat innere Werte mit Pep, nämlich Peperoni. Das Grillbrot ist nicht nur ein perfekter Begleiter zu Grilliertem, zusammen mit Salat ergibt es eine vollwertige Mahlzeit. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Veronika Studer, Gaëtan Bally

Eine knusprige Kruste und ein köstliches, weiches Brotinnere mit Peperonistückchen zeichnen das neue Grillbrot aus. Die gelbe Farbe erhält der Teig durch Mais und Gewürze, die das feine Aroma unter­stützen. Das Brot ist ein Allrounder und passt zu Grilladen wie zu Salaten. Durch die weiche Textur mit kleinen Poren eignet sich das Brot auch zum Rösten auf dem Grill, etwa

Alles für

Grillbrot, 340 g Fr. 3.70

für Bruschette – denn nichts von dem ­kostbaren Topping sickert durchs Brot ­hindurch und tropft auf Teller und Hosen. Barbara Bechtiger, Produktentwicklerin in der Migros-Bäckerei Jowa, lobt ausdrücklich die Haltbarkeit des Grillbrots: «Es schmeckt auch am nächsten Tag noch frisch – besonders, wenn man es kurz auf den Grill legt oder toastet.» MM


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lieben nach einem heissen Hauptgang ein erfrischendes und kühles Dessert. Dafür eignet sich das Duo Melone und Glace . Am besten mit der köstlichen Crème d’or der Migro s und vielen bunten und zuckersüssen Früchten. En Guete .

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MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  51

Mehr zum Thema Brot: www.migros.ch/ brot

Serie Spezialitäten aus den MigrosBäckereien Aktuell: Grillbrot

Barbara Bechtiger (28) ist Produktentwicklerin bei der Migros-­Bäckerei Jowa. Sie ist gelernte Bäckerin und Konditorin und hat einen Bachelor in Lebensmitteltechnologie.

Barbara Bechtiger

«Brot entsteht im Team» Was waren die Vorgaben, die Sie zum Grillbrot inspirierten? Es ging darum, ein Brot zu ent­ wickeln, das sich gut für den Sommer eignet. Da lag natürlich das Thema Grillieren nahe. Sie entwickeln mehrere Brote, bevor entschieden wird, welches ins Sortiment kommt? Ein Entwicklungsprozess findet immer im Team statt. Da sind verschiedene Fachleute beteiligt. Es geht um die Machbarkeit in der Produktion, die Verpackung und auch die Kommunikation. Die Rezeptur wird abgeändert, Zutaten werden ausgetauscht und das Resultat immer wieder verkostet, bis das Brot so ist, wie man es haben möchte. Was war die Herausforderung beim Grillbrot? Das Grillbrot enthält Peperoni. Arbeitet man sie zu früh in den Teig ein, sieht man sie später im Brot nicht mehr. Gibt man sie zu spät hinzu, verteilen sie sich un­ ter Umständen nicht mehr gut. Wie lange dauert die Entwicklung bis zum fertigen Brot? Sechs bis neun Monate.

Warum sind Sie Bäckerin ­geworden? Eine Schnupperlehre beim ­Bäcker hat mir gut gefallen. Ich habe schon immer gern geba­ cken. Anschliessend studierte ich Lebensmitteltechnologie. Welches ist Ihr Lieblingsbrot? Ich habe nicht nur eins: Bürli, Butter­zopf und Twister rustico aus dem Steinofen. Den Butter­ zopf vermisse ich in den Ferien im Ausland am meisten. Viele Hobbybäcker tüfteln ­lange herum und erreichen doch nur selten Profiqualität mit ihren Gebäcken; warum ist das so? In einer Bäckerei dreht sich alles ums Brot: Der Teig hat die perfekte Temperatur und die passende Luftfeuchtigkeit beim Aufgehen. Und natürlich lassen sich in einer Bäckerei mehrere Öfen optimal einstellen für ein bestimmtes Brot. Ich kann Dampf zuschalten, eine sehr hohe Temperatur erreichen und die Oberhitze separat von der Unterhitze regulieren. Das überfordert die meisten Haushaltsöfen. MM


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MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  53

Blévita

Der EiweissCracker-Snack Wer einen modernen Snack möchte, wählt Blévita. Die Cracker liefern mehr als nur Energie. Neu gibt es sie mit einer Extraportion Protein – als Protein-Cracker «nature» sowie als Protein-Sandwich «Kakao/Mandel». Für das Plus an rein pflanzlichem ­Protein ­sorgen vor ­allem Sonnen­ blumenmehl und Weizen­keime, beim Sandwich zusätzlich Mandelmehl. Beide neuen Snackkreationen sind vegan und laktosefrei.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für Blévita Protein nature und Protein Kakao/Mandel bis 30. Juli

Bild: Yves Roth, Getty Images

Blévita Protein, Sandwich ­ Kakao/Mandel, 108 g Fr. 3.25

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54  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT

Gewinner

«Ich bin ein Grillitarier, weil …»

… ich es liebe, an Sommerabenden mit Freunden zu g­ rillieren.» ­Manuela Frey (25) aus Mülenen BE hat einen Saisoneinkauf für Grillgut (Fr. 2000. –) gewonnen.

#Grillitarier

Glückspilze am Grill Diese glücklichen Gewinner des #Grillitarier-Wettbewerbs haben eine private Grillparty mit Kochstar David Geisser oder Sachpreise gewonnen. Machen auch Sie mit beim Wettbewerb – es lohnt sich!

… ich als Mädel Grilladen besser hinbekomme als mancher Mann.» Sue Danz (43) aus Flumenthal SO hat Gewürze und ein Cap gewonnen.

… die Grill- auch die ­ Fleischsaison ist.» Yannis Muller (35) aus Sorens FR hat ein Cap und eine Grillzange gewonnen.

… es für mich ein Gefühl von ­Freiheit ist, am Grill zu stehen.» Urs Achermann (38) aus ­Richterswil ZH hat ein Cap und Gewürze gewonnen.

… ich es liebe, in guter Gesellschaft im Freien zu essen.» Simone Malingamba (44) aus Claro TI hat ein Cap und Gewürze gewonnen.

Peter Eicher (71) aus ­Neerach ZH hat für die Grillparty das örtliche Schützenhaus gemietet und dort mit 15 Gästen bis Mitternacht gefeiert. Er

g­ enoss das Essen und das fröhliche Beisammensein. Von Grillprofi David Geisser erhielt Peter Eicher Tipps rund ums Grillieren, zum Beispiel, dass beim

Lammfleisch die Marinade nicht zu scharf sein soll. «Ich bin ein Grillitarier, weil ich Fleisch liebe und an Grillfesten sich schöne Momente ergeben.»


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  55

Machen Sie mit! Bis 1. September werden jede Woche Preise verlost. Diese Woche gibt es 200 Grillitarier-Packages, bestehend aus einer Tasche und einer Migros-­Geschenkkarte über 20 Franken. Teilnahme auf www.grillitarier.ch

Bilder: zVg

Alles für

Die 29-jährige Mylène Wild aus Z ­ ürich nimmt selten an Verlosungen teil. Umso mehr hat sie sich über den G ­ ewinn beim #Grillitarier-Wettbewerb gefreut: Sie durfte Freunde und Familie zu einer Grillparty im Garten von ­Verwandten einladen. Mit ihren Gästen ­genoss

Mylène Wild Rindsentrecôte und Melonen vom Grill, zubereitet von David Geisser. «Ich bin ein Grillitarier, weil es im Sommer nichts Schöneres gibt, als mit Freunden und Familie Feines auf dem Rost zuzubereiten.»

Auch beim 56-jährigen Grillparty-Gewinner Thomas Wyss (links), landete Feines auf dem Rost: Steak, Lamm, Poulet und Würste. Mit seinen Gästen feierte er bei sich zu Hause in Wilderswil BE. Migros-­Grillchef David Geisser zeigte Thomas Wyss, wie die perfekte

Salatsauce z­ ubereitet wird, und demonstrierte, dass ein Knoblibrot auch auf dem Grill wunderbar gelingt. «Ich bin ein G ­ rillitarier, weil ich Fleisch, Fisch und Gemüse am liebsten mag, wenn sie auf dem heissen Rost zu­bereitet werden.»


56  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT Bio

Einfach, schnell, gut

Wenn es zackig gehen soll: Mit den neuen Bioprodukten der Migros lassen sich im Handumdrehen unkomplizierte und ausgewogene G ­ erichte zubereiten. Text: Melanie Michael Bild: Ruth Küng

Tipp 1

Die «Good Life Bowl» ist eine farbenfrohe Köstlichkeit: Bouillon erwärmen, über das Couscous giessen; ­Limetten auspressen, zum Cous­cous geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, mit Olivenöl mischen. Mit Avocadofächer, bunten Tomaten, Rauchlachs und Kresse anrichten.

Das Biosortiment der Migros wird um ­ ein Vollkorncouscous, einen Quinoa-Mix mit Steinpilzen und vegane Erbsen-Bohnen-­ Bällchen erweitert. Im Nu entstehen daraus leichte Gerichte, die mit frischen Zutaten verfeinert oder einem selbstgemachten Dip angereichert werden können. Noch schneller gehts mit den beiden ­Bioprodukten aus der Dose: Linsen an ­Tomatensauce und ­Ravioli Napoli. Einfach nur leicht erwärmen und nach Belieben mit geriebenem Käse ­bestreuen.

Neu   Bio Couscous Vollkorn, 500 g* Fr. 3.20

Neu   Bio Quinoa Mix mit Steinpilzen, 250 g* Fr. 3.50

Bio Linsen an Tomatensauce, 320 g Fr. 2.30


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  57

Tipp 2 Quinoa nach Anleitung auf der ­Verpackung zubereiten. Mit frischem ­Salatspinat oder rotem Mangold, ­ge­hobeltem Parmesan und gehackten, ge­rösteten Nüssen servieren.

Tipp 3

Die veganen Erbsen-­ Bohnen-Bällchen ­anbraten und mit einem selbstgemachten ­Muhammara-Dip ­servieren. Hierfür ­geschälte Piquillos (geröstete rote ­Peperoni) aus dem Glas mit Baumnüssen, Olivenöl, Salz und ­Pfeffer fein mixen.

Ein Teil von

Bio Ravioli Napoli, 435 g* Fr. 2.30

Neu   Bio ErbsenBohnen-Bällchen, 200 g* Fr. 4.90

* in grösseren Filialen

Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser.

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


58  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT 1. August

Happy Birthday, Schweiz Bald wird gefeiert. Mit Wurst, Raclette und Lichterketten. Alles, was Sie für das Fest brauchen, finden Sie in Ihrer Migros.

Heimatlicher Kerzenschein Im roten Becher mit Schweizerkreuz verströmen Kerzen ein angenehm heimeliges Licht.

1.-August-Lichter, Set à 4 Stück Fr. 3.50

Knackiger Salat Die All-in-one-Salatschüssel hält Salate frisch. Das Set ­ bietet Platz für Salat, Sauce, Beilagen und K ­ ühlelement. Rotho Butler Complete Cool & Fresh Fr. 14.90

Abendglühen aus der Steckdose Wenn es draussen zu laut ist, ­geniesst man die Feststimmung eben im Wohnzimmer.

Indoor Lampion-Lichterkette, 10 LED warm weiss Fr. 19.80

Im Do it + Garden

Raclette to go – ohne Strom Der Mini-Raclette-Ofen funktioniert auf dem Berggipfel wie auf dem ­Ruderboot, und zwar mit Rechaudkerzen.

Single Raclette-Ofen, mit Pfännchen, Spachtel und Rechaudkerzen Fr. 14.95


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  59

Nationalwurst Der Cervelat ist der Star unter den Würsten: Im Durchschnitt isst ­jeder Schweizer pro Jahr zwölf Stück; etwa im Wurst­salat, ge­brätelt am Stecken oder vom Grillrost.

Feststimmung Für die Deko am 1.-August-Fest dürfen Lampions, Kerzen und Wimpel nicht fehlen. Wimpelgirlande CH-Kreuz, 6 m, 16 Wimpel Fr. 4.90

TerraSuisse Cervelas, 2 Stück, 200 g Fr. 2.45

Partylicht für die Pergola Die bunten LED-Lämpchen verbreiten Feststimmung im ­Garten.

Star Trading Lichterkette, 20 LED inkl. Timer, 2,4 m Fr. 14.90 Im Do it + Garden

Ofenwarm vom Grill Frischback-Bürli ­eignen sich auch für den Grill. Was gibt es Besseres zur Wurst als warmes Knusperbrot?

Frischback ­Bürli, 370 g Fr. 2.90 In grösseren Filialen

So geht Raclette im Sommer Warum eigentlich nicht den ­Raclette-­Plausch am Grill geniessen? Scheiben auf Aluschalen legen und über der Glut schmelzen lassen. Dazu passen Folienkartoffeln.

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MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  61

Produkt der Woche

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Auf dem Berner Hausberg versammeln sich die jungen Berufsleute.

Kreatives Gestalten

Blendende Aussichten 184 Lernende der Migros Aare feierten am 6. Juli ihren Lehrabschluss hoch über Bern auf dem Gurten. Die Erfolgsquote betrug dieses Jahr stolze 97 Prozent. Text: Pia Schüpbach  Bild: Christian Roos

B

Hervorragende Erfolgsbilanz

Im Pavillon gratulierte Anton ­Gäumann, Geschäftsleiter der ­Migros Aare, den frisch­gebackenen Detailhandelsangestellten, Logisti-

Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Klubschulangebot

Lehrabschluss

ereits unten am Berg ­wurden die jungen ­Berufsleute verwöhnt: Bei der Talstation wartete ein Foodtruck mit Biberli und ­Fussballbrötchen. Richtig feierlich wurde es aber oben auf dem ­Gurten: Dort durften die Lehrabgängerinnen und -abgänger standesgemäss über den roten Teppich schreiten.

Ihre Region

kerinnen oder ­Köchen zu ihrem ­Erfolg. Die Zahlen für 2018 sind eindrücklich: 184 Lernende haben abge­schlossen – das entspricht einer Erfolgsquote von 97 Prozent. Die beste Gesamtnote (5,6) e­ r­reichten Dario Meloni und ­Daniela Pluksne. Sie erhielten das heiss­begehrte «goldene Miggy». Sieben Lernende aus der ­Migros Aare ­platzierten sich in den eid­genössischen Rängen. Zur Feier fanden sich auch ­viele Gäste ein – darunter Berufs­bil­dende und Kostenstellenleitende. Sie alle hatten einen grossen Teil zum Erfolg beigetragen, indem sie die

Lernenden während der Grund­ ausbildung unterstützten. Bei einem Grillbuffet stärkten sich alle für den zweiten Teil des Abends. Bei der Migros Aare, der grössten privaten Arbeitgeberin der Region mit knapp 12 000 Mit­arbeitenden, werden jedes Jahr über 600 Lernende in 24 Berufen ausgebildet. Anfang August beginnt schon die nächste Generation Lernender ihre Ausbildung bei der Migros Aare. Und es startet die Rekrutierung für die Lehrstellen im Sommer 2019. MM Infos: www.new-talents.ch

Wollen Sie Ihr ­kreatives Potenzial ­wecken? Möchten Sie sich auf einen ­ge­stalterischen ­Prozess einlassen? Wünschen Sie sich eine Lern­atmosphäre, die ­In­spiration und Musse zulässt? Im Kurs «Intensiv­-­ modul ­Gestalten – Zeichnen» werden Sie bei der Entwicklung der ­Kreativität und der persönlichen zeichnerischen Handschrift unterstützt. 48 Lektionen kosten Fr. 984.– www.klubschule.ch Tel. 0844 844 900


62  MM30, 23.7.2018 | MIGROS-WELT

Amigos

Hilfe beim Einkauf Seit Anfang April ­testet die Migros im Kanton Bern und im Grossraum Zürich das Serviceangebot Amigos. Kunden, die Einkäufe bestellen möchten, treffen auf Kunden, die ihnen diese Einkäufe an den gewünschten Ort l­ iefern. Auf der Online-­Plattform Amigos bringt die Migros Besteller und Bringer zusammen. Die Preise der Waren sind gleich wie in den F ­ ilialen, und es gibt keinen Mindestbestellwert. Die Liefergebühr für die erste Tasche ­beträgt fünf Franken, für jede weitere Tasche kommen zwei Franken dazu. Bei der ersten ­Bestellung übernimmt die Migros die Liefer­ gebühr. Diese kommt vollumfänglich dem Bringer zugute. Die ­Besteller erhalten ihre Ware zwei Stunden nach der Bestellung oder, falls gewünscht, so schnell wie möglich.

Bis Ende Juli gibt es mit dem Gutscheincode JULI18 zehn ­Prozent Rabatt auf den Wert der bestellten Ware (maximal 200 Franken). Der Rabatt ist pro Kunde nur ein­ Mal einlösbar und nicht kumulierbar mit anderen Amigos-Rabatten. Weitere Infos: www.amigos.ch

Heimlieferung

Ziemlich beste Amigos

Annette Hürlimann bestellt über die Online-Plattform Amigos regelmässig Einkäufe nach Hause. Das Serviceangebot der Migros verschafft ihr mehr Freizeit, lustige Begegnungen und Abwechslung auf dem Menüplan. Text: Pia Schüpbach  Bilder: Thomas Baumann

U

m halb elf klingelt es bei Annette Hürlimann in Schüpfen. Vor der Türe steht Amigos-Bringerin Manuela mit ihrem Sohn und einer gefüllten Migros-Papier­ tasche. «Ich habe extra die schön­s-

ten Peperoni genommen», sagt Manuela, ehe sie die Tasche übergibt. Amigos-Bestellerin ­Annette Hürlimann strahlt und schenkt der Bringerin einen «Zweifränkler für eine Glace». Das tut sie immer, wenn sie zufrieden ist mit den

Amigos-Bringern. Und das war sie bis jetzt jedes Mal. «Die Leute sind sehr nett. Ein paar rufen sogar an und fragen, ob sie gleich zwei Körbchen Erdbeeren bringen sollen, weil sie ­gerade Aktion seien», erzählt


MIGROS-WELT | MM30, 23.7.2018  63

Bundesfeier

Bern zelebriert die Schweiz

2

1

Annette Hürlimann. Seit April ist die 50-jährige Bernerin Amigos-­ Bestellerin. Eine schwere Krankheit hatte sie damals so geschwächt, dass ans Einkaufen nicht mehr zu denken war. Ein paar Mal liess sie sich die Einkäufe von LeShop.ch bringen, wechselte aber zu Amigos, als sie via Facebook von dieser Dienstleistung e­ rfuhr. Mittlerweile geht es ihr besser, aber mindestens ein Mal pro Woche nutzt sie Amigos immer noch. «Eine Bestellung aufgeben, und zwei Stunden ­später ist sie schon da – das habe ich sehr schätzen gelernt.» So spart die D ­ irektionsassistentin und Mama von drei Teenagern Zeit, die sie nutzt, um sich zu ­erholen oder mit ihren Kindern ­etwas zu unternehmen.

Bild: zVg

Geselligkeit ist inbegriffen

Ein paar der Bringer kennt sie ­unterdessen besser. Sie weiss, am Mittwochnachmittag liefert ­meistens der 16-Jährige mit dem Töffli die Einkäufe. Manchmal

3

­ assieren auch lustige Dinge wie p damals, als ein Pärchen kam und die Frau gleich Werbung machte für ihren Mann. «Sie hat gesehen, dass zwei Lampen im Eingangsbereich nicht mehr funktionierten, und sagte mir, ihr Mann sei nicht nur ein guter Bringer, sondern auch ein toller Handwerker – ob er sich das mal ansehen solle», erzählt A ­ nnette Hürlimann lachend. Die gesellige Frau schätzt die ­kurzen Gespräche an der Haustür. Seit sie Amigos bestellt, probiert sie auch jede Woche neue Rezepte aus. «Ich schaue mir bei Amigos das Wochenrezept an und bestelle gleich die Zutaten, die ich nicht zu Hause habe. So kommt etwas ­Abwechslung in den Menüplan.» Amigos möchte sie nicht mehr missen. «Viele kennen das noch gar nicht, dabei würde es einigen Leuten den Alltag erleichtern», glaubt Annette Hürlimann. Für sie ist Amigos zu einem guten Freund geworden: immer da, wenn man ihn braucht. MM

1 Pünktlich liefert ­Bringerin Manuela mit Sohn der Bestellerin Annette Hürlimann die Einkäufe nach Hause. 2 Bestellen ist ganz ­einfach: Auf die Internet­ site www.amigos.ch ­gehen, aufs gewünschte Produkt tippen – fertig ist der virtuelle Einkaufs­ zettel. 3 Nur einräumen muss Annette Hürlimann noch selber.

In der Hauptstadt ist einiges los, wenn die Schweiz am 1. August ­ihren Geburtstag feiert. Die Migros Aare ist als Sponsorin mit dabei. Viele Berner Türen ­werden am eidgenös­ sischen E ­ hrentag für ­Besucher offen­stehen, etwa im Burger­spital oder im Erlacher­hof. ­Zudem gibts ­Führungen auf den Z ­ ytgloggeturm, durchs Münster oder durch das Schloss Köniz. Auch die Badi im «Ka-We-De» hat länger geöffnet als üblich: Bis Mitternacht kann man Sommernachts­ baden und dazu das grosse Feuerwerk auf dem ­Berner Hausberg Gurten geniessen. In der ganzen Stadt gibt es ein spannendes Programm für Jung und Alt. Es beginnt am Morgen mit Brunch und Musigstubete auf dem Münsterplatz, geht w ­ eiter mit Trottinett-­Führungen oder Old­timertram-Fahrten durch die Stadt und ­endet mit dem Feuer­ werk über der Stadt. Die Migros Aare ist seit vielen Jahren Sponsorin der Bundesfeier in der Hauptstadt, der «Park im Grünen» auf dem Gurten langjähriger Eventpartner. Mehr Infos: www.bern.ch/bundesfeier

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Leben MM30

Umfrage

Wie oft lesen Sie Ihren Kindern vor? Jeden Tag. Wir alle lieben Bücher, und Vorlesen ist Teil unseres Alltags.

66 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Für den Grossen (7) ist die Sache geritzt: Er wird einmal Eishockey-­ Profi. Wir nehmen das gelassen. Zumindest bis zum Tag, an dem die neuen Trainingszeiten bekannt werden. Morgens. Von 6 bis 7. Dann schlafe ich bisher noch ein bisschen, dusche in Ruhe, bis es daran geht, die Kinder wachzurütteln. Soll der Grosse wirklich um 6 Uhr auf dem Eis stehen, müsste der Wecker um 5 Uhr klingeln. Während des Trainings würde ich schlaftrunken in der Halle vor dem geschlossenen Café frieren und müsste ihn danach in die Schule fahren. Trudelte ich dann gegen 8.30 Uhr endlich im Büro ein, wäre meine Energie für den Tag verpufft. So freue ich mich, als der Grosse verkündet: «Ich habe einen neuen Traumberuf!» «Was denn?», frage ich gespannt. «Ich möchte einen Job am ­Mittelalter-Festival in Hinwil», sagt er. Und jetzt? 1   Wir rüsten auf mit Mittelalter-Büchern – vielleicht wird der Grosse Historiker. 2   Duelle mit Stock oder mit Lanze sind doch ähnlich. Also fahren wir zweigleisig:

Während der Morgentrainings bilde ich mich in Sachen Mittelalter weiter. 3   Lieber Hockey als rangelnde Ritter – ich kämpfe mich ab 5 Uhr zu den Trainings.

29%

Ab und zu wird bei uns schon vorgelesen, aber eher selten.

5% Bücher bedeuten uns nicht allzu viel, daher wird auch nicht wirklich oft (vor-)gelesen.

0 % 425 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 3: Ein Profi-Sportler ist mir immer noch lieber als ein Mittelalterfreak. Ausserdem hoffe ich, dass er als Hockeyspieler spätestens Mitte 20 ausziehen wird, beim Ritterjob fürchte ich, könnte er ewig zu Hause wohnen bleiben …

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Traumberufe

Mehrmals pro Woche – sofern es unser Zeitplan zulässt.


68  MM30, 23.7.2018 | LEBEN

Rechte und Hilfen

Die Details der EU-Verordnung Die Schweiz hat die Flug­ gastverordnung 261/2004 der EU übernommen. Sie gilt nur innerhalb der EU, also nicht für Flüge zu/von aussereuropäischen Destinationen. Frust statt Palmenstrand: Was tun, wenn der Flieger in die Sommer­ ferien nicht abhebt?

Entschädigung bei Annullation/Über­ buchung von Flügen: • 250 Euro Minimum • 400 Euro für Flüge zwischen 1500 und 3500 Kilometern Entfernung 600 Euro für Lang­ streckenflüge • Ansprüche auf Entschä­ digung können Passa­giere rückwirkend geltend machen – sogar bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin. Oft müssen die Betroffenen selbst aktiv werden, um zu ihrem Recht zu kommen.

?

Anlaufstellen: • Franco Muff, Om­budsmann der Schweizer Reisebranche: info@ombudsman-­ touristik.ch • Rechtsanwalt Rolf Metz, www.reisebuerorecht.ch • Bundesamt für Zivilluftfahrt Auf www.bazl.admin.ch informiert das Bundesamt über Fluggastrechte und gibt Antworten darauf, was bei Beschädigung, Verlust und Verspätung des Reisegepäcks sowie Überbuchung, Annulla­tion, Pauschal­reisen und mehr zu tun ist. («Gut zu wissen» anklicken). Unter dem Stichwort «Nichtbeförde­ rung» kann man sich ein Formular herunterladen.

Flugverspätungen

Gestrandet am Flughafen

Der Fluglotsenstreik in Frankreich verursachte wochenlang Verspätungen und Annullierungen von Flügen. Besonders zur Ferienzeit müssen Reisende geduldig sein und sich auf Wartezeiten einstellen. Text: Reto E. Wild

M

ehrmals im Jahr fliegt P. L. * nach Barcelona, um seine Familie zu besu­ chen. In letzter Zeit wurden diese Reisen zum Albtraum. Alleine im Juni annullierte Easy­ jet zweimal seinen Rückflug nach Basel. Da P. L. am folgenden Tag wieder an seinem Arbeitsplatz sein musste, kaufte er ein Flug­ ticket bei der Swiss – für rund 500 Franken. Ein anderes Beispiel: R. W. * reiste über Auffahrt nach Ibiza. Zwei Stunden vor dem Rückflug

schrieb ihm Edelweiss per SMS: «Grüezi, Ihr Flug WK 267 am 13. Mai wird mit Verspätung in Ibiza starten. Wir erwarten den Abflug um 4.30 Uhr am 14. Mai. Wir bedauern die Unannehm­ lichkeiten.» Im Klartext bedeute­ ten die Unannehmlichkeiten eine Verspätung von sieben Stunden. Edelweiss verteilte unter den Passagieren Essensgutscheine im Wert von 25 Euro. Die Fluggäste mussten sich selbst darum kümmern, wie sie die Stunden bis zum frühmorgend­lichen Abflug verbringen wollten.

Franco Muff, Ombudsmann der Schweizer Reisebranche, sagt: «Wir erhalten regelmässig An­rufe von Reisenden, die von Flugausfällen betroffen sind. Die Passagiere wollen wissen, wie viel Geld ihnen zusteht.» Unklare Begründungen

Die erwähnten Beispiele haben eine Parallele: Sowohl Easyjet als auch Edelweiss begründeten den annullierten Flug respek­tive die Verspätung mit dem Flug­ lotsenstreik in Frankreich. Flug­ gastrechte in Europa sind in der

Bild: Thierry Foulon/PhotoAlto/Getty Images

Entschädigung bei verspäteten Flügen: • 250 Euro bei Flügen von bis zu 1500 Kilometern Entfernung und einer Ver­ spätung von zwei Stunden oder mehr • 600 Euro bei einer Distanz von über 3500 Kilometern und mehr als vier Stunden Verspätung


LEBEN | MM30, 23.7.2018  69

EU-Verordnung 261/2004 (siehe Kasten) geregelt. Darin wird erklärt, welche Entschädigungen Fluggesellschaften bei Verspätungen, Annullierung und Nicht­beförderung, also Überbuchung, zahlen müssen. So weit, so recht. Nur: Bei aussergewöhnlichen Umständen, also wenn eine Fluggesellschaft nachweislich nicht für eine Verspätung verantwortlich ist, entfällt der Anspruch auf eine Entschädigung. Etwa bei höherer Gewalt wie Wetterkapriolen oder gar Vulkanaus­ brüchen; auch Notlandungen nach medizinischen Notfällen an Bord oder Terrorgefahr ge­hören dazu. Streiks zählen eigentlich auch zu den aussergewöhnlichen Umständen. Im April 2018 urteilte allerdings der Europäische Ge-

richtshof, dass selbst ein un­ angekündigter Streik keinen aussergewöhn­lichen Umstand darstellt. Das heisst: Fluggesellschaften müssen auch dann Entschädigungszahlungen leisten. Airlines müssen helfen

Und sie müssen den Passagieren am Flughafen Mahlzeiten, Getränke und bei Bedarf den Transfer vom Flughafen zu einer Unterkunft und zurück bereitstellen. All das ist in der Flug­ gastrechteverordnung geregelt. Ombudsmann Muff sagt jedoch: «Es gibt viele Fragen und Einzelfälle.» Es spiele eben auch eine Rolle, wo Kunden ihre Reise buchen, direkt bei der Fluggesellschaft oder bei einem Reiseveranstalter. Buche der Kunde eine Pauschalreise (Flug, Transfers und Hotel) im Reisebüro,

müsse der Reiseveranstalter im Fall eines Streiks zwar nicht die Kosten übernehmen. «Aber er muss die gestrandeten Passa­ giere vor Ort betreuen.» P. L., dessen Flug von Bar­ce­ lona nach Basel annulliert wurde, beantragte auf der Homepage von Easyjet eine Rück­erstattung der Kosten. Die Airline buchte den Betrag auf die Kreditkarte des Passagiers zurück. Wer nach der Stornierung eines Flugs keine Lust hat, sich mit einer Fluggesellschaft wegen einer Entschädigung anzulegen, kann das auch privaten Inkassofirmen wie AirHelp, EUclaim, FairPlane oder Flightright überlassen. Sie verlangen jedoch eine Erfolgsprämie von rund 30 Prozent. MM * Namen der Redaktion bekannt

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Stadt, Land, Stutz

Illustration: Rinah Lang

Laaangeweile

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

Ist es den Kids von heute eigentlich noch langweilig? Ich erinnere mich, dass ich in den Sommerferien manchmal ideenlos herumsass, worauf meine Mutter unausstehliche Sätze sagte wie «Langeweile muss man aushalten können». Ich versuchte, mich irgendwie zu beschäftigen, und sei es nur mit einem losen Faden an meinem T-Shirt. Die Hölle war, wenn es regnete. Mein jüngerer Bruder und ich fingen dann aus Prinzip zu streiten an. Das endete meistens in einer Schlägerei, die meine Mutter unsanft beenden musste. Dabei hatte ich doch nur irgendwie versucht, die Langeweile auszuhalten, Mami! Gerade ist Sommerferienzeit. Und es sieht nicht so aus, als würde es fünf Wochen lang durchregnen. Für den Fall, dass es Ihren Kindern trotzdem langweilig wird, habe ich eine Sommerferien-auf-dem-Land-to-do-Liste zusammengestellt. Ob die Liste auch in der

Stadt funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Am besten, man probiert es aus. Ausser Punkt 4, bei dem habe ich ein schlechtes Gefühl. 1. Braue einen Zaubertrank aus Kräutern, Ketchup und Biotopwasser. Freu dich, wenn dein Vater so tut, als würde er davon trinken. 2. Treibe den Kioskverkäufer in der Badi in den Wahnsinn. Etwa so: «Und denn no eis vo dem. Nei, vo dem! Nei, das näbedra! Ah nei, das welli doch nöd.» 3. Übernachte im Zelt im Garten. Wenn du Angst kriegst, schleichst du dich zurück ins Haus. 4. Vergrabe einen Schatz. Dafür stibitzt du zu Hause Dinge wie Schmuck, Portemonnaie und iPad, steckst alles in eine Kiste und verbuddelst diese in einer nahen Wiese. 5. Biete deinem Grosi an, als Sackgeldjob bei ihr zu jäten. Du wirst zehn Minuten lang jäten und zwei Stunden lang Sirup trinken. Hast du das nötige Kleingeld in der Tasche, wiederhole Punkt 2. MM

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Migros Bank

Teilpensionierung ist vorteilhafter als Frühpensionierung Ab Mitte 50 überlegen sich viele einen Ausstieg aus dem Berufsleben. Ist dieser zu teuer, kommt die schritt­ weise Teilpensionierung infrage. Die Möglichkeiten richten sich nach der Pensionskasse. Das Prinzip ist immer dasselbe: Man reduziert stufenweise das Pensum, parallel dazu bezieht man gestaffelt das an­gesparte Altersgut­haben als Teilrente oder Teilkapital (siehe Grafik). Ein etap­ penweiser Berufsausstieg bietet ver­ schiedene Vorzüge. Man leistet im Umfang des reduzierten Erwerbsein­ kommens weiterhin Pensionskassen­ beiträge und bleibt bis zur definitiven Pensionierung gegen Tod und Invalidi­ tät abge­sichert. Aufgrund der Teiler­ werbs­tätigkeit, zahlt man weiter AHV-­ Bei­träge und vermeidet AHV-Lücken.

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanz­ planung bei der Migros Bank.

Und man kann weiterhin in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen. Die Vorteile reichen noch weiter: Wenn man sich das Pensionskassen­ geld in Form von zwei bis drei Kapital­ bezügen auszahlen lässt, fallen die Steuern deutlich tiefer aus als bei einem einmaligen Bezug. Um die Möglichkeiten zur Steueroptimierung einzuschränken, gibt es Regeln für die schrittweise Teilpensionierung:

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Schrittweise in den Ruhestand Teilpensionierung: gestaffelter Bezug der Altersleistungen Reduktion des Pensums auf 70 % und Bezug von 30 % des Alterskapitals

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Reduktion des Pensums auf 50 % und Bezug von weiteren 20 % des Alterskapitals Pensionierung und Bezug der verbleibenden 50 % des Alters­kapitals

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* Quelle: Migros Bank

Je nach Kanton müssen Beschäftigungsgrad und Lohn um mindestens 20 bis 30 Prozent pro Pensionierungs­ schritt reduziert werden. Je nach Kanton sind maximal zwei bis drei Teilkapitalbezüge erlaubt. Je nachdem müssen diese mindestens sechs bis zwölf Monate auseinanderliegen. Oft ist der letzte Teil des Pensionskassen­ gelds als Rente zu beziehen. Vor der

endgültigen Erwerbsaufgabe muss der Beschäftigungsgrad je nach Kanton mindestens 20 bis 30 Prozent betra­ gen. Aufgrund der komplexen Regeln muss eine schrittweise Teilpensionie­ rung gut geplant werden. Die Migros Bank unterstützt gerne mit einer persönlichen Beratung. MM Mehr Tipps: www.blog.migrosbank.ch

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2) Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch

Für Menschen, die kein Zuhause mehr haben.

Herausgeber Migros-Genossen­ schafts-Bund Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger

Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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Auto

«Er gefällt als wendiger Cityflitzer»

Das Cockpit «Alles ist bedienungsfreundlich, und der DAB+-Empfang ist prima! Dass viel Hartplastik verbaut ist, ist bei dem sehr günstigen Preis verständlich. Nur vermisst Nevio ein Sonnendach.» Deborah Dilitz

Als Top-Sondermodell Hanami macht sich der Mitsubishi Space Star schick. Hat der kleine Fünftürer das Zeug zum Familientyp? Familie Dilitz aus Niederbüren SG hat ihn getestet. Texte: Timothy Pfannkuchen  Bilder: Holger Salach, Timothy Pfannkuchen

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leinstwagen wie Mitsubishis Space Star sind typische Zweitwagen, wie zum Beispiel Leserfamilie Dilitz aus Niederbüren SG einen neben ihrem Familienvan braucht. Neu gibts den Space Star als Top-Sondermodell Hanami. Punktet der freche Flitzer im Alltag? Die freche Optik, der leichte Einstieg und das gute Platzangebot hinten kommen bei der fünfköpfigen Familie prima an, es gibt aber Kritik am Laderaum (siehe rechts). «Sportlich ist er nicht», urteilt Pflegefachfrau Deborah Dilitz zum Fahrgefühl, «aber erstaunlich komfortabel, enorm wendig und leicht und luftig zu fahren.» Und gestört hat es sie zwar nicht, aber «angesichts seiner Vollausstattung erstaunen fehlende Parksensoren bei einem Cityflitzer schon». Ein Zweitwagen für später

«Man spürt, dass im Gegensatz zu vielen Kleinwagen kein Turbomotor drin ist», sagt der Projektleiter Berry Mitic Dilitz (38) zum 80-PS-Antrieb: «Die Power ist bescheiden, und der stufenlose Automat sorgt beim Beschleunigen für einen hohen Geräuschpegel. Aber sonst ist er leise und reicht völlig.» Während Turbomotoren real oft weit mehr Sprit brauchen als im Prospekt angegeben, hält sich der Space Star zurück: Familie Dilitz kommt auf 5,2 Liter im Schnitt. Kann sich die fünfköpfige Familie, bislang im Seat Alhambra und Renault Clio unterwegs, nach 500 Testkilometern einen Kauf vorstellen? «Als Zweitwagen gern. Aber erst wenn die Kinder grösser sind, denn mit Kindersitzen und -wagen wirds zu eng», urteilt Deborah Dilitz: «Dann gefällt er als wendiger, hübscher und günstiger Cityflitzer, da für unter 17 000 Franken alles drin ist: sogar Sitzheizung, Keyless, Navigation und fünf Jahre Garantie.» MM

Das Sondermodell «Hanami steht fürs japanische Kirschblütenfest. Die grauen Akzente – innen mit Alcantara – und Schriftzeichen machen das Auto frecher. Unserer Sophia gefällt das knallige Rot!» Berry Mitic Dilitz

Steckbrief

Mitsubishi Space Star 1.2 MIVEC CVT «Hanami» Antrieb: 1.2-R3-Benziner, 59 kW/80 PS, 106 Nm bei 4000/min, stufenloser Automat (CVT), Frontantrieb Fahrwerte: 0 – 100 km/h in 12,8 s, Spitze 173 km/h. Gewicht: 940 kg. Umwelt: Normverbrauch 4,1 l/100 km = 95 g/km CO2, Energie C. Preis: ab 16 950 Franken (Basis-Space-Star: 1.0 MIVEC «Entry», 71-PS-Benziner/5-Gang, ab 8850 Fr.).


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Der Platz «Für ein 3,80 Meter kurzes Auto bietet der Space Star hinten zwar echt viel Raum. Mit drei kleinen Kids wirds wegen der Kindersitze und -wagen aber eng. Eher passts für zwei ältere Kinder.» Deborah Dilitz

95 g/km CO2 Grenzwert 2018: 112 g/km

Testete den Mitsubishi Space Star «Hanami» eine Woche lang: Die Leserfamilie Dilitz aus Niederbüren SG mit Deborah (36), Berry (38), Sophia (8), Nevio (5) und Sienna Dilitz (2).

Energieeffizienz

Ausnahme von der Regel Statt wie sonst eine der «grünsten» Energieetiketten (A/B) trägt der Testwagen «nur» C. Grund für die Ausnahme: Die zuletzt stark umstrittene Energieetikette (die 2020 angepasst werden soll) wertet den Verbrauch in Relation zum Gewicht. Sie bestraft dadurch vorbildlich leichte, also tendenziell verbrauchsgünstige Autos wie den Space Star, der übrigens mit einer im Vergleich kleineren Abweichung zwischen Testund Normverbrauch punktet.


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Preisfrage In welchem Kanton liegt das Märchen­hotel?

Teilnahme

Das Migros-Magazin und das Märchenhotel in Braunwald verlosen einen Hotelgutschein im Wert von 3000 Franken.

Glücksgriff

Glücksgriff

Ferien wie im Märchen

Bild: zVg

Familien, die das Hotel in Braunwald besuchen, tauchen in eine Märchenwelt ein: Gross und Klein können sich im Erlebnisbad austoben oder mit dem Glaslift durch das Aquarium fahren. Da leuchten nicht nur Kinderaugen. Für die Beschäftigung zwischendurch stehen im mehrfach ausgezeichneten Hotel Basteltische, Legos, Spielcomputer und Brettspiele zur Verfügung. Noch mehr Action gibt es in der Hüpfburg oder auf der Rutschbahn, zur Ruhe kommt man bei den hoteleigenen Hasen. Die haben sogar ihren eigenen Tunnel, der sie vom Hasenschloss in den Schlossgarten führt. Knurrt der Bauch, verspeisen die Kinder im «Saal der Könige» ein leckeres Kindermenü. Die Grossen werden vom Küchenteam mit einem Fünf-Gang-Menü und einem üppigen Weinsortiment

verwöhnt. Vor dem Schlafengehen fesselt täglich ein spannendes Märchen die Kleinen, erzählt von der Direktorin oder dem Direktor des Hotels persönlich. Apropos Schlafengehen: Die Familien-Suite «1001 Nacht» bietet zum Beispiel eine eigene Rutschbahn, einen Whirlpool, ein Panoramadachfenster und eine Dachterrasse. Im Märchenhotel stehen Doppelund Familienzimmer, Loft- und Familien-Suites zur Verfügung. Eingebettet ist das Hotel ins autofreie Dorf Braunwald auf 1256 Metern, erschlossen durch die Standseilbahn ab Linthal. Die Umgebung bietet Abwechslung: Auf dem Zwerg-Bartli-Erlebnisweg, dem Spiele- und Erlebnisweg oder Tierli-Parcours erleben Familien eine faszinierende Welt. MM www.maerchenhotel.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit dem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Märchenhotel», Postfach, 8099 Zürich • Online: Gratis auf migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 29. Juli 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der MigrosMedien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach der Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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nen, die sich eine Auszeit gönnen wollen. Männer, und nicht nur sie, werden von den verschiedenen Restaurants begeistert sein. Apropos gut essen: Der Picknick­ korb für einen Ausflug wird im ­Hotel Adula selber gepackt, das auf vielfältige Kulinarik auch in den eigenen Partnerbetrieben setzt. So schmeckt etwa das Fon­ due beim Panoramablick auf der ­Berghütte Foppa noch besser, und die Vinothek VinCreaziun lässt mit seltenen Spezialitäten und ausgesuchten guten Tropfen nicht nur Gourmets schwelgen. Dazu gibts im La Mira Wellness & Spa ­authentische Bündner Berg­ kräuteranwendungen. MM Weitere Infos: www.adula.ch

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Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was rollt man oft bei Staatsempfängen aus? T Schwarze Matte

I Blauer Läufer

S Roter Teppich

2. Wenn man jemandem mutig entgegentritt, bietet man ihm … R den Hals

N den Kopf

E die Stirn

3. Eine Person, die ihr Szenebewusstsein stark zum Ausdruck bringt, ist ein … E

A Lobster

Hipster

L Globster

4. In welchem Schweizer Kloster steht eine «Schwarze Madonna»? I Kappel

S Einsiedeln

O Cazis

5. Wo kommen «Super-Chief-Köpfe» zum Einsatz? N Dartspfeile

K Bankmanagement

T Wasserpfeife

6. Was sind Jimi Jules, Ripperton und Adriatique? S Modelabel

G Whiskysorten

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.7.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

E DJs

7. Wie hoch liegen die Malediven über dem Meeresspiegel? I ca. 10 Zentimeter

R ca. 1 Meter

A ca. 5 Meter

Auflösung Nr. 29: GRASHALM

G Kreuzspinne

Gewinner Nr. 28: Erich Küng, Ittenthal AG; Ueli Hofmann, Wädenswil ZH; Albin Huwiler, Luzern

8. Welches Tier wurde nach dem Kanton Nidwalden benannt? N Haarschnecke

L Bergdrossel

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Lösungswort: 1

2

3

4

Auflösung Nr. 29: NARBE

Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.7.2018, 24 Uhr

5

Gewinnerinnen Nr. 28: Betty Schmidlin, Luzern; Lucia Bannwart, Luzern; Margrit Wälchli, Seftigen BE

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite


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86  MM30, 23.7.2018 | LEBEN

Meine Welt

«Ich mag das Extreme»

Ruderin Jeannine Gmelin ist Weltmeisterin im Skiff und hat soeben auch den Gesamtweltcup für sich entschieden. Wichtiger als Auszeichnungen sind der Profisportlerin aber die Leistungen, die sie jeden Tag besser werden lassen. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Mischa Christen 1

Meine Andenken «Im vergangenen Jahr konnte ich alle Rennen gewinnen. Dieses Jahr ist es so weitergegangen – die Medaille ist vom ersten Rennen. Mal sehen, wie weit ich diesmal komme.»

2

3


LEBEN | MM30, 23.7.2018  87

1 Mein Velo «Im vergangenen Jahr war ich verletzt, darum trainierte ich vor allem auf dem Rennvelo. Ich fuhr die Innerschweiz und die Region Bern ab – das gefiel mir gut: Bei dem Tempo kann man die Landschaft geniessen.» 2 Mein Diplom «In Rio waren meine ers­ ten Olympischen Spiele. Ich hätte nicht damit gerechnet, direkt ins Finale zu kommen. Dann wurde ich sogar Fünfte.»

5

Name: Jeannine Gmelin (27) Sternzeichen: Zwillinge Wohnort: Sarnen Lebenslauf: «Ich bin am Greifensee aufgewachsen und habe dort immer die Ruderer bewundert. So wurde dieser Sport mein Hobby und dann mein Beruf. Seit Februar 2017 bin ich bei der Armee als Profisportlerin angestellt. Ich trainiere etwa 30 Stun­ den pro Woche. Montags mache ich frei und ein Mal pro Jahr, jeweils nach der WM, zwei Wochen Ferien. Das Leben als Profisportlerin ist für mich ein Leben in einer potenzierten Form: Alles ist extrem – Emotionen, Höhen, Tiefen. Ich mag das, weil ich gern hart arbeite für etwas, das mir wichtig ist. Mein Ziel ist es, täglich etwas zu tun, was mich besser macht. Das ist mir wichtiger als jede Medaille oder Auszeichnung.»

Bild: Balint Czucz, zVg

4

3 Meine Notizen «Ich schreibe sehr gern und oft, reflektiere dabei über mein Leben und den Sport. Meist in Englisch, auch mit meinen Coaches kommuniziere ich in dieser Sprache. Generell faszinieren mich Sprachen, und sie liegen mir auch.»

4 Meine Pinnwand «Ich mag Karten mit motivierenden Sprüchen: Die pushen mich tatsächlich. An die Pinnwand kommen immer mehr und neue Dinge, ich nehme nur selten etwas weg.» 5 Meine Beine «Sie mein Markenzeichen zu nennen, wäre vielleicht etwas über­ trieben, aber die starken Beine zeichnen mich aus. Darum trainiere ich sie gern und oft – am liebsten mit Squats.»

6

Mein Lieblingsprodukt «Essen bedeutet für mich Genuss. Ich ernähre mich bewusst und liebe darum Skyr: Es enthält wenig Zucker und Fett, aber viel Protein – und die Kon­ sistenz ist supercremig.»

6 Meine Geschwister «Früher waren Valentin (26, links) und ich ein Team und Angelina (24, rechts) und Dimitri (21, aussen rechts) eins. Heute sind die Jungs «best friends», während ich mich mit An­ gelina extrem gut verstehe. Aber auch zu viert haben wir ein sehr enges Verhältnis. Ich finde es wahnsinnig schön, dass die drei so stolz auf mich sind.» MM


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