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MM29, 16.7.2018 www.migrosmagazin.ch Tamara Lenherr
Schweizer Cop auf den Strassen von Denver Seite 10
Top oder Flop: Wie zeitgemäss sind Hotelsterne? Seite 8
Agility: Claudia Schwab und ihre Hunde überwinden jedes Hindernis Bild: Jorma Müller
Seite 16
Gewinnen Sie Wellnessferien im Thermenresort Aqua Dome im Tiroler Ötztal Seite 85
Wahre Weltverbesserer S. 20 | Liebe ohne Sex S. 28 | Grilldesserts S. 41 | Hautpflege S. 79 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@migrosaare.ch
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PUNKTE
MM29, 16.7.2018 5
K Editorial
Liebe und Zeitgeist
Inhalt Menschen
Kennen Sie «Am Hang» von Markus Werner? Ein wunderbarer Roman. Zwei Männer unterhalten sich auf der Hotelterrasse in Montagnola TI bei zu viel Wein über die Liebe. Und über den Zeitgeist. Der Jüngere sammelt Affären, findet das Leben ganz lebenswert und die Ehe abwegig. Der Ältere, eher schwermütig, kann nicht aus dem Hafen der Ehe, obwohl offenbar verwitwet.
8 Diese Woche
Der Treue und der Treulose sitzen da und berichten sich mit jedem Schluck detaillierter. Wie wenig in dem Buch passiert, ist mir erst auf gefallen, als ich später die Verfilmung von Markus Imboden gesehen habe. Da ist nur dieses Hotel, die zwei Herren – und natürlich eine Frau. Die Geschichte braucht aber keine Statisten und auch keine zweite Szenerie. Weil der Dialog so grandios beleuchtet, was wir alle schon mal gefühlt haben: Wir verstehen die Liebe nicht!
Claudia Schwab und ihre Shelties sind Agility-Champions
Warum tun wir uns als Paare zusammen? Wann hält eine Beziehung? Nennt sich Liebe ohne Berührung noch Liebe? Wir haben diese Fragen dem Sexual wissenschaftler Christoph Joseph Ahlers gestellt. Liebe gehört für ihn zum schulischen Pflichtstoff: «Wir lernen Beziehungen zu haben – aber nicht, sie zu führen.» Das I nterview lesen Sie ab Seite 28.
Bilder: Jorma Müller, Holger Salach
Da sind wir wieder auf der Hotelterrasse in Montag nola. Wo der eine Redselige ein ganzes Lügengerüst baut. Um dahinterzukom men, warum ihm die Liebe schleierhaft bleibt. Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@ migrosmedien.ch
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Haben Hotelsterne ausgedient?
10 Schweizer Cop in Colorado
16
Tamara Lenherr setzt in Denver jeden Tag ihr Leben aufs Spiel
15 Bänz Friedli 16 Eine Hundenase voraus
20 Die neue Art des Spendens So geht Wohltätigkeit heute: drei junge Helfer im Porträt
27 Leserforum/Impressum 28 Interviewserie Teil 2
Der Sexologe Christoph Joseph Ahlers über Liebe ohne Sex, Monogamie und Untreue
Migros-Welt 39 Kunstvolle Tragtaschen 41 Migusto
Süsse Versuchungen vom Rost
57 Zu Besuch in der Riseria 58 Blévita all’italiana 61 Für glänzendes Geschirr 62 So gelingt die Grillparty
65 Neues aus Ihrer Region
Aktionen, Reportagen, News
Leben 71 «1, 2 oder 3?» 72 Zurück im Leben
Wie ein Jugendlicher den Weg aus der Kriminalität fand
77 Elternnotruf Was tun bei Verdacht auf Kindsmisshandlung? 79 Gesundheit: Hautschutz 82 Kinder: Erdlöcher 85 Glücksgriff 87 Leseraktion 89 Rätsel 92 Cumulus 94 Meine Welt
Moderator Michael Weinmann
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PUNKTE
Menschen
Darauf freuen wir uns Wie die alten Römer In Augusta Raurica bei Augst BL kann man am 18. Juli töpfern wie vor 2000 Jahren.
MM29
Bilder: Augusta Raurica, Wolfgang Volz/laif/Keystone, Nicola Pitaro
Pascal Bruderer Wyss (40) ist Ständerätin des Kantons Aargau, führt mit ihrer Schwester die Beratungsfirma machs! GmbH und ist zweifache Mutter.
Solares Sommerkino Helvetas ist auf Tour mit einem solarbetriebenen Open-AirKino – zurzeit in der Romandie, ab 2. August in der Deutschschweiz.
Mein Bild der Woche «Schönheit ist immer eine Frage der Perspektive. So hat es dieses Werk des Künstlers Christo tatsächlich geschafft, mir die Anmut von Ölfässern zu offen baren. 7506 sind es an der Zahl, bis zu einer Höhe von 20 Metern aufgestapelt im Londoner Hyde Park. Der als Verpackungskünstler von Bäumen und Gebäuden bekannte Christo finanziert seine Projekte stets selbst. Und er lässt alle daran teilhaben nach der Devise: «Keine Tickets, keine Reservierungen, keine Besitzer». Ein Kunstwerk also, das allen gehört. Zumindest so lange, bis es wieder weg ist. Und das ist es meistens recht rasch, denn Vergänglichkeit ist einer der Werte, mit denen uns Christo konfrontieren will.»
zweipunktnull
Entschuldigung, wie digital sind Sie?
Unnützes Wissen
Klebstoff zum Kauen Kaugummis waren zu Beginn nur eine Gratis zugabe zu dem Backpulver, das William Wrigley Jr. Ende des 19. Jahrhunderts in den USA vertrieb.
Kaugummikauen hilft, Ohrwürmer zu vertreiben.
Liebste App: WhatsApp
Silvia Blumenthal (51), Kinderpflegerin, Trimmis GR So informiere ich mich «Mit der gedruckten Ausgabe der Tageszeitung ‹Die Südostschweiz›» Dafür bin ich zu alt «Social Media interessieren mich nicht besonders, und ich brauche sie auch nicht.» Da bin ich analog «Ich schreibe lieber von Hand als am Computer.»
Die Amerikanerin Susan Montgomery Williams hält den Rekord im Kaugummi blasen: Ihre Blase aus drei Kaugummis hatte einen Durchmesser von stolzen 58,4 Zentimetern. Die US-Ameri kaner sind die fleissigsten Kau gummikauer – gefolgt von den Belgiern und den Österreichern. In deutschen Innenstädten klebt durchschnittlich auf jedem Qua dratmeter Fläche ein Kaugummi. Quelle: Neon/Stern
8 MM29, 16.7.2018 | MENSCHEN
Zahlen und Fakten
100
Fünf-Sterne-Hotels gab es laut Hotellerie suisse im Jahr 2017 in der Schweiz. Die meisten Hotels haben drei Sterne (892).
270
Kriterien umfasst der Katalog von Hotel Stars Union. Er entscheidet, wie viele Sterne ein Hotel erhält.
3
Jahre sind im allgemei nen die Zeitabstände, in denen kontrolliert wird, ob ein Hotel noch alle Kriterien seiner Sternekategorie erfüllt.
59%
beträgt der Anteil der Direktbuchungen bei Hotels. Jedoch werden Buchungsplattformen immer wichtiger. Ihr Anteil bei Buchungen betrug 2017 bereits 28 Prozent. Quelle: Hotellerie Suisse, Bundesamt für Statistik
In der Fünf-Sterne-Hotellerie ein Muss: der Portier. Wie gut er seinen Job macht, steht heute auf Tripadvisor und Co.
MENSCHEN | MM29, 16.7.2018 9
Diese Woche
Was in den Sternen steht
Wer ein Hotel bucht, wählt eins mit guten Gästebewertungen. Längst ist die Anzahl Sterne nicht mehr das einzige Kriterium. Trotzdem braucht es sie, wie eine Studie der Universität Bern zeigt. Text: Dinah Leuenberger
Getty Images, zVg
H
aben Sie in einem Hotel schon einmal die Schuhputzmaschine benützt? Meist befindet sie sich in einer dunklen Ecke im Treppenhaus – blitzblank sauber, weil kaum je in Betrieb. Trotzdem ist sie Pflicht für ein Drei-Sterne-Hotel – wie auch der Wäscheservice und zweisprachige Mitarbeiter. Ob ein Hotel einen Stern oder fünf Sterne bekommt, basiert auf einer Liste mit insgesamt 270 Kriterien. Ohne Internet musste man noch den Sternen vertrauen. Heute finden Gäste schnell heraus, ob der Pool so gross ist und das Frühstücksbuffet so reichhaltig wie angepriesen. Sie lesen auf Bewertungsportalen, wie das Ferienerlebnis ehemaliger Gäste war. Schreibt ein Gast, das Buffet sei knausrig, ist das zwar eine subjektive Sicht – aussagekräftig und verlässlich wird sie, wenn alle Gäste über leere Brotkörbe klagen. Die Universität Bern hat darum untersucht, wie zweckmässig und zeitgemäss die Sterne als Bewertungssystem für Hotels heute noch sind. «Unsere Vermutungen wurden bestätigt. Die Gäste nehmen die geforderte Qualität der Sterne durchaus wahr», sagt Therese Lehmann von der Forschungsstelle Tourismus der Universität Bern. «Dadurch schätzen sie grundlegende Kriterien wie die Grösse des Zimmers, die Ausstattung des Badezimmers oder den Schlafkomfort als relevant ein.» Weniger Einfluss auf die Gästezufriedenheit haben Nebenleistungen wie Zimmerservice oder eine 24-Stunden-Rezeption. «Wir empfehlen darum, gewisse Kriterien für die Sternevergabe weg zulassen.» Durch einen kleineren Kriterien katalog hätten die Hotels mehr Freiheiten, um auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste einzugehen. «Die Gästebewertungen ersetzen die Sterne nicht. Sie sind aber eine wichtige Ergänzung», sagt Lehmann. Ähnlich sieht es der Kommunikationsleiter vom Verband Hotel-
leriesuisse, Patric Schönberg. Die Sterne seien weiterhin ein Merkmal für die Qualität der Hotels: «Uns ist aber bewusst, dass wir die Vergabekriterien laufend überarbeiten müssen.» Man sei aktuell gerade in einem Prozess der Erneuerung, sagt er. «Einerseits wollen wir einfachere und weniger Kriterien. Andererseits sollen neue Technologien berücksichtigt werden.» Heute sei es nicht mehr nötig, separat ein Telefon und einen Wecker auf dem Zimmer zu haben – moderne Geräte kombinieren beides. «Um das Beispiel mit dem Schuhputzgerät aufzugreifen: Es ist egal, ob die Schuhe mit der Maschine oder durch einen externen Service geputzt werden, Hauptsache der Gast hat danach saubere Schuhe.» Orientierung im «Hoteldschungel»
Nach wie vor seien die Sterne ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Hotels: Die Kunden wählten zuerst die gewünschte Stern-Kate gorie, so der Experte. «Auch Buchungsplatt formen wie Booking.com nutzen sie ja als F ilter», sagt Schönberg. Zudem gebe es neu Speziali sierungen wie «Wanderhotel» oder «Wellness hotel» als weitere Entscheidungshilfen. Erst im dritten Schritt schauten sich die Kunden Gästebewertungen zu den einzelnen Suchresultaten an. «Die Kombination aus all diesen Informationen liefert den Gästen dann die grösstmögliche Transparenz über ihr Wunschhotel.» Auch aus Sicht der Hotels erfüllen die Sterne eine wichtige Funktion, sagt Schönberg: Alle drei Jahre überprüfe die internationale Sterne- Organisation Hotel Stars Union, ob das Hotel den Standard noch erfüllt. «Diese Kontrolle zwingt die Betriebe, laufend zu optimieren und zu investieren, was am Ende wieder den Gästen zugutekommt.» Eventuell verschwindet so die eine oder andere Schuhputzmaschine – ganz und gar unbemerkt. MM
Strassenumfrage
Achten Sie auf die Anzahl Sterne eines Hotels?
Rahel Lämmler (43), Architektin, Zürich «Ja, denn die Sterne sagen etwas über die Qualität des Hotels aus und sind in der Schweiz zuverlässig. Aber ich achte auch auf die Lage, die Zimmergestaltung und den Preis.»
Christian Schmid (39), Geograf, Winterthur «Auch, aber nicht nur. Die Lage ist mir wichtig und das An gebot an zusätzlichen Services. Aber ich unterscheide auch, ob ich geschäft lich oder privat unterwegs bin.»
Christina Zernez (40), Beraterin, Zürich «In erster Linie wähle ich nach den Bewertungen aus. Aber die Sterne sind schon auch ein Anhaltspunkt. In der Schweiz wurden wir so noch nie enttäuscht, im Ausland aber schon.»
10 MM29, 16.7.2018 | MENSCHEN
Tamara Lenherr
Sie setzt jede Nacht ihr Leben aufs Spiel Polizistin Tamara Lenherr patrouilliert in Denver durch die Strassen des gefährlichsten Stadtteils. Fast keine Nacht vergeht ohne Gewalt. Der Traum der Schweizerin: Detective bei der Mordkommission. Text: Ralf Kaminski Bilder: Jorma Müller
M
it Sirenengeheul und blinkenden Lichtern rast der Streifenwagen durch die nächtlichen Strassen von Denver (USA). Ein Motorradunfall an der Stadtgrenze. Ob der Mann noch lebt, ist unklar, in jedem Fall muss es schnell gehen. Tamara Lenherr (41) sitzt konzentriert am Steuer und weicht Autos aus, die nicht schnell genug an den Strassenrand gefahren sind. Die Feuerwehr ist bereits vor Ort, ausserdem zwei andere Streifenwagen. Ein Mann liegt reglos auf dem Bauch, eine dünne Blutspur neben ihm auf dem Asphalt, sein Motorrad ein paar Meter entfernt am Boden. Lenherr tritt zu einem Kollegen, der schon leise auf den Verunfallten einspricht. Immerhin: Er lebt – kann sich aber nicht bewegen. Eine Ambulanz trifft ein, Sanitäter kümmern sich um den Verunfallten. Lenherr hat inzwischen herausgefunden, was passiert ist: Die Cops der benachbarten Gemeinde hatten versucht, den Motorradfahrer zu stoppen. Der jedoch gab Gas und verlor
bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Töff. «Er ist schon mehrmals ohne Fahrausweis erwischt worden», erklärt Lenherr. «Hätte er gestoppt, wäre er direkt für drei Monate ins Gefängnis gewandert, und das war ihm wohl bewusst.» Die Ambulanz verlässt mit dem Verunfallten die Szene, auch Lenherr macht sich bald wieder auf den Weg – zu einer «domestic disturbance», der nächsten Meldung aus der Zentrale. Jemand hat bei 911 angerufen, der amerikanischen Notfallnummer, und einen lauten Streit in der Nachbarschaft gemeldet. Pro Nacht zwei bis sechs Verhaftungen
Für Tamara Lenherr ist all das seit fünf Jahren Alltag. Vier Nächte pro Woche ist die Schweizerin als Patrol Officer im Distrikt 4 der amerikanischen Metropole Denver unterwegs, im westlichen Bundesstaat Colorado. Immer von 19 bis 5 Uhr, allein in ihrem Streifenwagen. Allerdings sind jede Nacht noch rund 20 weitere Patrol Officers in ihrem Distrikt unterwegs. Sie fahren alle zu Ereig-
nissen, die über 911 gemeldet werden, egal was. Manchmal geht es nur um zu laute Musik in der Nachbarschaft, manchmal um Überfälle oder Mord. Ohne Gewalt geht es selten ab. Pro Nacht verhaftet Lenherr zwei bis sechs Personen. Es kommt auch immer wieder vor, dass eineWaffe auf sie gerichtet wird. «Aber bisher hat noch keiner direkt auf mich geschossen.» Sie selbst hat ihre Pistole noch nie eingesetzt, obwohl sie auch schon angegriffen wurde und in Lebensgefahr war. Doch so etwas kann Lenherr nicht erschüttern. Nicht umsonst hat sie sich für
MENSCHEN | MM29, 16.7.2018 11
die Arbeit im gefährlichsten Stadtteil beworben. «Allerdings ist Denver verglichen mit anderen US-Grossstädten dieser Grösse eher friedlich», hält sie fest. Vergangenes Jahr habe es nur rund 60 Morde gegeben, im ähnlich grossen Baltimore über 300. Doch rund die Hälfte dieser Morde passierten in ihrem Distrikt, einem eher ärmlichen Stadtteil im Süden, in dem viele Latinos leben und viele Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt und Drogendelikte sind Alltag. Und Tamara Lenherr arbeitet nicht nur im
kriminellsten Teil der Stadt, sie tut dies auch ganz bewusst nachts, also zur gefährlichsten Zeit. «Ich will Action, das ist es, was diesen Job für mich so attraktiv macht», sagt sie und räumt unumwunden ein, ein Adrenalinjunkie zu sein. Zwischen Zankenden vermitteln
Die «domestic disturbance» erweist sich als Streit in einem Latino-Haushalt, zwischen einer Mutter und ihrem erwachsenen Sohn. Als Lenherr eintrifft, ist das Geschrei schon vorbei. Der Sohn, etwa 30-jährig, steht vor dem Haus auf der Strasse,
neben ihm seine Freundin und die drei Kinder. Sie wohnten seit ein paar Monaten bei seiner Mutter, erklärt der Mann. Doch es gebe ständig Streit und nun hätten sie genug und wollten ausziehen. Die Mutter jedoch sei betrunken und wolle sie den Kühlschrank aus dem Wohnmobil im Hinterhof nicht mitnehmen lassen. Anschliessend hört sie sich die Version der Mutter an, und es gelingt ihr, auszuhandeln, dass der Sohn den Kühlschrank und ein paar andere Dinge mitnehmen darf. Sie bleibt mit ihrem Kollegen im Haus und stellt sicher, dass dabei alles friedlich
Tamara Lenherr ist vier Nächte pro Woche mit einem Streifenwagen der Denver Polizei auf Patrouille.
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bleibt. «Das ist eine sehr typische Situation», erklärt sie anschliessend. «Leute zanken sich wie kleine Kinder, und wir sind die Erwachsenen im Raum, die versuchen, die Situation zu entschärfen.» Nicht immer endet es so friedlich wie diesmal. Kindheitstraum Polizistin
Tamara Lenherr ist in Gams SG im Rheintal aufgewachsen. «Schon als Kind habe ich davon geträumt, Polizistin zu werden», erzählt sie. Doch zunächst schlug sie einen anderen Weg ein. 2004 arbeitete sie für einen amerikanischen Snowboard-Hersteller in der Schweiz, der ihr anbot, den Job von Denver aus zu machen, dank der nahen Rocky Mountains ein Hotspot für die US-Wintersportindustrie. Sie sagte zu und verliebte sich sofort in den Staat Colorado. «Ich bin sehr sportlich, und die Outdoor-Möglichkeiten hier sind fantastisch.» Nach ein paar Jahren kündigte sie ihren Job und eröffnete ein eigenes Geschäft, «Woofs and Hoofs», mit Zubehör für Hunde, Katzen und Pferde. Gleichzeitig sondierte sie, was es bräuchte, um in den USA die Police Academy zu durchlaufen. Eine grosse Hürde nahm sie 2012, seither besitzt sie neben dem Schweizer auch den US-Pass. Schliesslich durfte sie die Polizeiausbildung starten. «Das waren harte sechs Monate, körperlich wie psychisch.» Doch schliesslich beendete sie die Ausbildung an der Spitze ihrer 50-köpfigen Klasse. Ein Job mit hohen Risiken Seit 2014 ist sie nun Patrol Officer im
Distrikt 4 und wohnt in Pine, einem kleinen Kaff am Rande der Rocky Mountains, allein mit Hund, Katze und zwei Pferden. «Der perfekte Ausgleich zu meinem Job, dort habe ich meine Ruhe. Und beim Joggen, Biken oder Skifahren begegnet man oft stundenlang keinem Menschen.» Lenherr hat einen Freund, die beiden wohnen jedoch nicht zusammen. Auch er ist Cop, allerdings in einem noch gefährlicheren Job – bei einem Swat-Team, einer Einsatzgruppe, die zu den richtig heiklen Fällen gerufen wird. «Der Vorteil ist, dass wir beide gegenseitig viel Verständnis für die Herausforderungen des Polizistenlebens haben, der Nachteil, dass sich auch privat viel um den Job dreht.» Wie geht ihr Umfeld mit ihrem gefährlichen Job um? «Vielen erzähle ich nicht so genau, was ich alles mache.» Dass ihr fast jede Nacht
etwas zustossen könnte, steckt sie lockerer weg als ihre Umgebung. «Ich habe keine Kinder, wollte ich auch nie. Das macht es leichter, weil ich für niemanden direkt verantwortlich bin.» Kollegen mit Kindern seien vorsichtiger und hätten ein anderes Verhältnis zum Job als sie. «Falls ich hingegen sterbe, hat das für andere keine dramatischen Folgen.» Dass ein Risiko besteht, zeigt nur schon die Ausrüstung, die sie jede Nacht mit sich schleppt: eine schusssichere Weste, eine Pistole mit 52 Kugeln, ein Taser, Pfefferspray – alles in allem rund 18 Kilo. «Ziemlich viel Gewicht, wenn ich damit einen Gangster verfolgen muss», grinst sie. Sie weiss natürlich auch, dass der Ruf der Cops in den USA angeschlagen ist: Viele werfen ihnen pauschal vor, zuerst zu schiessen und erst dann Fragen zu stellen. Speziell wenn es um Minderheiten wie Afroamerikaner oder Latinos geht. Aber die lockeren Waffengesetze der USA machen das Leben der Cops gefährlich: «Hier hat jeder eine Waffe», sagt Lenherr. «Wir müssen also immer damit rechnen, dass wir beschossen werden.» Deshalb fühlt sie sich von
Sanitäter und Cops kümmern sich um den verunfallten Motorradfahrer. Obwohl Lenherr auf nächtlicher Patrouille selbst schon in Lebensgefahr war, hat sie mit ihrer Pistole im Einsatz noch nie geschossen.
der neuen Trump-Administration besser gestützt als durch die Vorgängerregierung. «Sie haben mehr Verständnis für unseren Job», findet sie. Gewählt hat sie Trump allerdings nicht. «Ich habe für einen unabhängigen Kandidaten gestimmt, weil ich weder Hillary noch Trump mochte.» Unter ihm sei das Land nun noch polarisierter geworden. «Ich hoffe sehr, dass wir bei der nächsten Wahl wieder in die Mitte zurückfinden.» Die Schweiz ist ihr zu eng geworden
Die Kontakte in die alte Heimat sind eng, ihre Mutter schickt ihr jeden Monat Raclette, Schokolade und Aromat. «Ich vermisse schon gewisse Dinge aus der Schweiz», erklärt sie. «Aber immer wenn ich dort bin, weiss ich nach einer Woche auch wieder, warum ich gegangen bin: Das Wetter ist zu schlecht, und überall hat es immer viel zu viele Leute.» Colorado ist sechsmal grösser als die Schweiz, bei nur gerade 5,6 Millionen Einwohnern. Eine Rückkehr in die alte Heimat kann sie sich denn auch nicht vorstellen. «Sie ist für mich zu eng geworden, nicht nur geografisch, auch wegen der Mentalität.» Vor allem aber weil sie zielstrebig ihren nächsten Traum verfolgt: Detective bei der Mordkommission. Die Weiterbildungen dafür hat sie alle erfolgreich absolviert, Stellen sind jedoch rar, und die Konkurrenz ist gross. «Aber meine Chancen sind nicht schlecht, ich werde hier auch von meinen Chefs stark gefördert.» Würde das klappen, wäre es vorbei mit ihren nächtlichen Strassenpatrouillen – kein Problem für den Adrenalinjunkie? Sie lacht und schüttelt den Kopf: «Nein, als Detective ist es noch viel aufregender.» MM
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der Welt und erneut unfassbar schöne Landschaftsbilder auf Schritt und Tritt. Später begeistert uns eine interessante Führung durch die Altstadt von Sibenik. Übernachtung im Raum Sibenik. 4. Tag, Dienstag – Trogir, Split & Makarska Riviera Entlang der dalmatischen Traumküsten fahren wir weiter Richtung Makarska Riviera. Dabei erleben wir interessante Führungen im wunderschönen Küstenstädtchen Trogir und in der pulsierenden Stadt Split. Übernachtung an der Makarska Riviera. 5. Tag, Mittwoch – Dubrovnik Heute unternehmen wir einen tollen Tagesausflug nach Dubrovnik, die Perle der Adria. Bei einer interessanten Stadtführung zeigen wir Ihnen sämtliche Höhepunkte. Freuen Sie sich auf die von einer 2.5 km langen Mauer umschlossene Altstadt – eine der schönsten Europas! Nutzen Sie den restlichen Nachmittag für eigene Entdeckungstouren. Rückfahrt in unser Hotel an der Makarska Riviera.
Split
6. Tag, Donnerstag – Makarska Riviera Zadar Wiederum erleben wir während unserer Fahrt entlang der Küste fantastische Bilderbuchlandschaften. Unser Tagesziel ist heute die schöne Hafenstadt Zadar, welche wir Ihnen bei eine Führung näher bringen. Übernachtung in Zadar. 7. Tag, Freitag – Zadar – Opatija Heute verlassen wir Dalmatien und fahren weiter entlang der beeindruckenden Kvarner Bucht nach Opatija. Das schönste der kroatischen Seebäder verzaubert uns zum Abschluss mit seinem ganz besonderen Charme. Übernachtung an der Opatija Riviera. 8. Tag, Samstag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir die Heimreise an.
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MENSCHEN | MM29, 16.7.2018 15
Bänz Friedli
Hauptsache Leidenschaft
Bild: Vera Hartmann
Das Erwachen am Morgen nach der Ab schlussprüfung. Ohne Wecker. Einfach erwachen, wann es einem danach ist … Unvergleichlich, unvergessen! Wie ich den Abend zuvor verbracht hatte, weiss ich nicht mehr. Vermutlich wusste ich es schon an jenem Morgen nicht mehr so genau. Ich weiss nur noch, welch erhabenes Gefühl es war: nichts zu müssen, absolut nichts. «Geniesst es!», höre ich mich – vorige Woche wars – den Maturandinnen und Maturanden in einer feierlich verdunkelten Aula zurufen. «Geniesst den Augenblick!» Dabei müsste ich wissen, dass man den Wert eines solchen Moments erst Jahre, vielleicht Jahrzehnte später erfasst.
Bänz Friedli (53) erinnert sich an den Morgen danach.
An der Prüfung mussten wir 1984 einen Aufsatz schreiben zum Thema: «Der Jugend gehört die Welt» (Ein Zitat von Oscar Wilde, was mir damals freilich nicht bewusst war). Oh ja, schwadronierte ich, man müsse uns Junge machen lassen, an uns sei es, die Zukunft zu gestalten! Ja, sie gehöre der Jugend, die Welt. Bloss: Stimmt es? Gewiss, junge Menschen sollen bestimmen können, denn sie sind in 60 Jahren noch am Leben, ich nicht. Dennoch wärs falsch, würden wir Älteren uns aus der Verantwortung stehlen mit der Ausrede «Der Jugend gehört die Welt». Den Jungen eine Welt voller Aus beutung, Gewalt und Elend zu überlassen ganz à la: Ihr dürft das jetzt ausbaden – es
wäre eine Frechheit, ihnen diese Last aufzubürden. Sie sollen es zunächst einmal auskosten, die Prüfungen hinter und das Leben vor sich zu haben. Ein wunderbarer Augenblick. Ein sauschwieriger auch. Sich für eine der 896 Ausbildungsmöglichkeiten zu entschei den, die ihnen offenstehen, ist die schiere Überforderung. Ich rate jungen Schulabgän gern, sich davon nicht allzu sehr stressen zu lassen, sondern das, was sie gerade tun, stets mit Leidenschaft zu tun. Oder wie der Rapper Macklemore seiner Tochter Sloane so schön mit auf den Lebensweg gab: «Versuche nicht, die Welt zu verändern! Finde einfach heraus, was du gern tust, tue es jeden Tag – und siehe: Die Welt wird sich ändern.» Nur dies möchte ich den jungen Frauen und Männern mit geben, die vor mir sitzen: dass es gut kommt. Stattdessen sind sie es, die mich zuversicht lich stimmen. Es ist beglückend, in ihre freudigen Gesichter zu blicken, diese Gesich ter, glühend vor Erwartungen und Hoffnungen und der Bereitschaft für das Unge wisse, Unwägbare. Gesichter, leuchtend vor Lebenshunger. Alle werden sie auch Enttäu schungen und Krisen erleben, alle hoffentlich auf Umwegen zu sich finden. Und sich in vielen, vielen Jahren vielleicht einmal daran erinnern, wie befreiend er war, der Morgen nach dieser Abschlussprüfung. MM
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Wendige Hunde, flinkes Frauchen
Niemand überwindet hierzulande Hindernisse so schnell wie Claudia Schwab und ihre Vierbeiner. Ende Juli wollen sie auch an der Agility-EM in Wien zuschlagen. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Holger Salach
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Mylo (l.) und Mitch gehorchen Claudia Schwab aufs Wort. Auch fürs Foto halten sie sofort schön still.
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m Wohnzimmer von Claudia Schwab türmen sich Pokale, Medaillen und Auszeichnungen bis unter die hohe Decke. Sie stammen von Turnieren in der Schweiz, von Europa- und sogar Weltmeisterschaften. Ob sich weitere inter nationale Trophäen dazugesellen, wird sich bald zeigen: Die 28-Jährige aus Brüttisellen ZH hat sich sowohl für die Agility-EM in Wien Ende Juli als auch für die WM im schwedischen Kristianstad qualifiziert. Trotzdem ist Claudia Schwab in der Schweiz wenig b ekannt; wie auch der Nischensport, in dem sie so gut ist. «Manche meinen, Agility sei ein Hausfrauensport. Denen sage ich: Nimm mal meinen Hund und renn mit ihm den Parcours, dann wirst du schon sehen!», sagt sie und lacht. Agility ist eine Hundesportart, bei der die Vierbeiner einen Parcours aus mehreren Hindernissen in möglichst kurzer Zeit
oche wären für den Labrador zu viel W gewesen. «Meine Schwester entdeckte in einem Hundebuch die Rasse Shetland Sheepdog, sie haben uns auf Anhieb super gefallen.» Darin war auch zu lesen, dass sich die «Shelties» wegen ihres Triebs und ihrer Wendigkeit gut für Agility eignen. Die perfekten Begleiter waren also schnell gefunden, und neben dem Labrador gehörten fortan auch zwei Shelties zur Familie Schwab. Mit Jet nahm Claudia Schwab schon bald an ersten Wettkämpfen teil – und gewann. Sie wurde mit ihm Schweizer-Meisterin und nahm mehrmals an der WM teil. «Nach jedem Sieg bin ich zuerst in einem Schockzustand. Doch dann freue ich mich riesig», sagt sie. Und die Hunde? «Für sie ist mein Jubel das grösste Geschenk. Wenn ich sie direkt nach dem Lauf lobe und mit ihnen spiele, zeigen sie ihre Freude am Sport.»
«Für die Hunde ist mein Jubel das grösste Geschenk. Wenn ich sie nach dem Lauf lobe, zeigen sie ihre Freude am Sport.»
Nach neun gemeinsamen Agility-Jahren wurde Jet zu alt, um weiterhin über die Hindernisse zu flitzen. «Es ist wie bei uns Menschen: Die einen haben früh Arthrose, die anderen spät. Bei Jet war mit zehn Jahren Schluss.» Inzwischen sind bei Claudia Schwab drei weitere Hunde eingezogen: Mit den beiden Shelties Mylo (8) und Mitch (4) ist sie aktiv im Agility, hat auch mit ihnen mehrmals an Schweizer und Europameisterschaften gewonnen und an WMs teilgenommen. Das neueste Rudelmitglied, der 16 Wochen alte Border Collie Sia, wird in einigen Monaten mit dem Agility- Training beginnen. «In den Kategorien Small und Medium bin ich schon oft gestartet und habe mehrmals gesiegt. Ich möchte mich aber steigern, darum habe ich mit Sia jetzt einen grösseren Hund.» Auf die Frage, warum Claudia so erfolgreich sei, hat ihr Trainer Martin Eberle eine klare Antwort: «Claudia ist in der Schweiz unschlagbar. Weil sie selbst viel Talent und Gefühl für den Sport mitbringt, aber auch weil ihre Hunde Ausnahmetalente sind.» Zudem müsse die Chemie zwischen Mensch und Tier zu 100 Prozent stimmen,
Claudia Schwab, Agility-Schweizer-Meisterin
a bsolvieren müssen. Sie springen über Hürden, absolvieren einen Slalom und balancieren über eine Wippe. Geleitet werden sie von Frauchen oder Herrchen (im Agility Führer genannt), das während des ganzen Parcours an ihrer Seite mitrennt. An Wettkämpfen werden die Hunde in drei Kategorien eingeteilt: Small, Medium und Large, je nach Schulterhöhe des Hundes. Zum Agility kam Claudia Schwab über den Wunsch, den viele Kinder hegen: Ihre Schwester und sie wollten einen Hund. Bald gehörte Labrador Nera zur Familie. Claudia Schwab ging mit ihr ins «Jugend und Hund», ein Nachwuchsprogramm, wo der Umgang mit dem Haustier sowie verschiedene Hundesportarten vermittelt werden. Dort begeisterte sie sich besonders fürs Agility und begann, regelmässig mit Nera zu trainieren. Bald war auch der Rest der Familie im Agility-Fieber, doch fünf Trainings pro
Unschlagbar, weil die Chemie stimmt
Mit Mitch hat Claudia Schwab bereits mehrere Wettkämpfe gewonnen. Für diese Höchstleistungen braucht es viel Training (oben) und Talent.
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Claudia Schwabs rophäensammlung T wächst von Jahr zu Jahr.
Andere Tiersportarten
Von Kamelen, Tauben und Krähen • Elefantenpolo: Ähnlich wie Polo, jedoch mit Indischen Elefanten. Wird in Nepal, Sri Lanka und Thailand ausgetragen. Kritische Stimmen bezweifeln, ob dieser Sport artgerecht ist.
Bild oben: Schwab ist sich das Siegen gewohnt. Steigt sie demnächst auch in Wien zuoberst aufs Treppchen?
• Kamelrennen: Ähn lich wie Pferderennen, aber mit Kamelen. Wird in den arabischen Ländern und Austra lien ausgetragen. Nachdem Kinder als Reiter verboten wur den, werden als Reiter jetzt Roboter getestet.
Bild rechts: Einem feinen Fressi als Belohnung für einen gelungenen Wettkampf kann auch Mitch nicht widerstehen.
damit ein starkes Team zusammenwächst, sagt Eberle. «Claudia ist nie grob zu den Hunden, weiss aber, wie sie ihnen Grenzen aufzeigen muss.» Das ist aber gar nicht so oft nötig. «Meine Hunde sind sehr cool, und sie lernen schnell», sagt Schwab. Wenn Wettkämpfe anstehen, konzentriert sich Claudia Schwab ganz auf sich selbst. «Ich bin eine zurückhaltende Person, das muss man in diesem Sport vielleicht auch sein. Zudem bin ich – im Gegensatz zu den Hunden – meist sehr nervös.» Trotzdem: Schlechte Wettkampftage erlebt sie selten, fast immer ist sie mit sich und den Hunden zufrieden.
Bilder: Beat Habermacher (3), Jens Meyer/AP Photo
An WMs gehts um Hundertstelsekunden
Der Parcours besteht in der Regel aus 20 Hindernissen. Gerade an Weltmeister schaften müssen die Hunde perfekte Läufe hinlegen, da geht es um Hundertstelsekun den. Ein kleines Zeichen, ein anleitendes Wort genügen, und die Hunde gehorchen Claudia Schwab blitzschnell. Sie flitzen wendig durch die Slalomstäbe und führen die geforderten Kunststücke aus. «Am Ende eines Laufs schnaufen wir beide», lacht sie. Wenn Fehler p assieren, ist das fast immer die Schuld des Menschen: Der Hund führt aus, was der Halter ihm anzeigt. Darum ist intensives Training wichtig. Neben den täglichen Spaziergängen trainiert Claudia Schwab ein Mal pro Woche mit Mylo und zwei Mal mit Mitch. «Aber ich will meine
Hunde nicht überfordern, der Spass steht im Vordergrund.» Die Wettkämpfe finden oft im Ausland statt, was viel Koordination und Planung erfordert. «Die Hunde sind längere Auto fahrten gewohnt und machen gut mit.» Fliegen mussten sie bisher noch nie, doch das ändert sich dieses Jahr mit der WM in Schweden. Auch ihre Ferientage gehen d afür drauf, da sie Vollzeit im Büro arbeitet. Dann kümmert sich ihre Mutter um die Hunde. Zeit für längere Reisen bleibt wenig, aber das stört sie nicht. «Ich bin kein Mensch, der die ganze Welt sehen muss. Als ich einmal für vier Wochen ohne Hunde in Amerika war, hielt ich es fast nicht aus.» Heute plant sie vor allem Hundeferien und ist auch sonst oft mit Freunden unterwegs, die sie vom Agility her kennt. «Das ist angenehm, weil bei ihnen auch die Hunde im Zentrum stehen.» Claudia Schwab kann sich nicht vor stellen, einmal mit dem Agility aufzuhören. «Klar, wenn ich eines Tages Kinder habe, werde ich zurückstecken. Aber jetzt ist es für mich der perfekte Ausgleich zur Arbeit.» Die Hunde sind auch das erste Gesprächs thema, wenn sie einen Mann kennenlernt: «Sie sind ja quasi meine Lebenspartner.» Claudia Schwab würde allerdings nicht behaupten, dass sie Hunde mehr liebt als Menschen. «Aber es gibt wohl keine so treuen Wegbegleiter, wie es meine Hunde für mich sind.» MM
Eingespieltes Team: Claudia Schwab und Mitch verstehen sich blind.
• Hochflugtauben: Einige Taubenarten fliegen besonders hoch und lang. Ge messen werden Höhe und Flugdauer.
• Kaninhop: Haus kaninchen springen über Hindernisse, entweder an der Leine oder frei. Verbreitet in ganz Europa. Der Welt rekord für den weites ten Sprung wurde in Norwegen aufgestellt. Er beträgt drei Meter. • Wettkrähen: Hähne krähen miteinander um die Häufigkeit, die Dauer und die Güte des Krähens. Verbreitet in West europa (Deutschland, Niederlande), Japan und Indonesien.
20 MM29, 16.7.2018 | MENSCHEN Effektive Altruisten
Sie spenden die Hälfte ihres Lohns oder planen ihre Karriere so, dass sie helfen können: Anhänger des Effektiven Altruismus. Dies sei keine Einschränkung, sondern ein grosses Glück, finden drei Schweizer Mitglieder der globalen Bewegung. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Jorma Müller Illustrationen: Silke Werzinger
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enn Ende Monat ein paar Franken übrig bleiben, kann man sie für die nächsten Ferien zur Seite legen – oder spenden. Letzteres tun viele häufig Ende Jahr, wenn Spendenaufrufe in den Briefkasten flattern und ihnen die Weihnachtszeit das Herz öffnet. Vor a llem diese Aufrufe würden dafür sorgen, dass Menschen spenden, sagt Georg von Schnurbein, Direktor des Center for Philan
thropy Studies in Basel. Den meisten genüge dabei bereits der Akt des Spendens, «weil sie dadurch ein gutes G efühl e rhalten, den so genannten Warm-glow-Effekt». Was mit ihrer Spende genau passiert, sei für die Mehr heit weniger wichtig, sagt von Schnurbein. Anders ist das bei den Mitgliedern des Effektiven Altruismus (EA), einer weltweit aktiven Gemeinschaft, zu der auch Noémie Zurlinden gehört. Bei der 27-Jährigen lan
den gedruckte Spendenaufrufe direkt im Altpapier. «Ich spende nicht zufällig oder nach Gefühl, s ondern gezielt und rational dort, wo ich mit meinem Geld möglichst viel Gutes tun kann.» Bevor sie spendet, besucht sie jeweils Websites wie G ivewell.org, auf denen Spendenorganisationen bewertet werden: Je transparenter diese ihr Geld ein setzen und je wirkungsvoller sie sind, desto höher fällt die Bewertung aus. Noémie
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urlinden hat im vergangenen Jahr an Give Z Directly gespendet, eine Organisation, die Direktzahlungen an Bedürftige in Kenia leistet. Ab und zu spendet Zurlinden auch an Sentience Politics, e ine politische Denk fabrik, die sich für alle empfindsamen Wesen und vor allem für Tierrechte einsetzt. Noémie Zurlinden wurde als Studentin von einer Freundin an ein Treffen von EA-Anhängern mitgenommen. Bis dahin kannte sie die Gemeinschaft nicht, obwohl sie im Thema längst zu Hause war: «Ich wollte schon immer die Welt verbessern», sagt sie. Doch erst am EA-Treffen habe sie erfahren, wie das am sinnvollsten gehe. Während des Studiums der Volkswirtschafts lehre fehlte ihr oft das Geld zum Spenden. Inzwischen doktoriert sie im Bereich Ent wicklungsökonomie und spendet etwa zehn Prozent ihres Einkommens. «Mit dem Rest führe ich ein einfaches Leben, ohne mich ein schränken zu müssen.» Es gebe viele A rten, den Effektiven Altruismus zu leben. «Die Frage ist eher, was einschränken heisst: Ich reise gern, brauche aber keine Luxusferien.» Da der Lebensstandard in der Schweiz sehr hoch sei, müsse man sich kaum einschränken, um Geld spenden zu können, sagt sie. «Wir sind schliesslich die wohlhabendsten Menschen auf diesem Planeten.»
Grundsätze
Mit Herz und Verstand Effektive Altruisten leben nach diesen Grundsätzen:
• bescheiden leben und einen grossen Teil des Einkommens an effektive Hilfsorganisationen spenden • recherchieren und mit anderen darüber disku tieren, welche Wohltätigkeits organisationen am effektivsten sind, oder sich dabei auf Resultate anderer unabhängiger Gutachter stützen • die Karriere so planen, dass man an einflussreichen Fragestellungen forschen kann oder möglichst viel verdient – nicht, um in Saus und Braus zu leben, sondern um mehr Gutes zu tun
Nichts tun ist keine Lösung Mit 14 las Meret Schneider «Dialektik der
Aufklärung» von Max Horkheimer und Theodor Adorno. «Der Satz ‹Es gibt kein richtiges Leben im falschen› hat mich sehr beschäftigt», sagt die heute 25-Jährige. Die Annahme, dass man sowieso nichts tun könne gegen die Armut auf der Welt, wollte sie nicht akzeptieren und nahm sich vor, dagegen anzukämpfen. Mit 16 gründete sie die Grünen Zürich Oberland mit. Sie hat Umweltwissenschaften, Linguistik und Publizistik studiert und schliesslich bei der politischen Denkfabrik Sentience Politics als Kampagnenleiterin angefangen. Erst dort ist sie mit dem Effektiven Altruismus in Kontakt gekommen, obwohl sie schon län ger nach dessen Regeln gelebt hat. Im Gegensatz zu anderen EA-Mitgliedern spendet Meret Schneider nur einen kleinen Teil ihres Lohns, monatlich etwa 200 Fran ken, an verschiedene Organisationen. «Dabei handle ich nicht streng nach dem Effektiven Altruismus, sondern spende dort, wo in meinen Augen gerade am dringendsten Geld benötigt wird.» Das kann ein Gnadenhof für Tiere sein oder eine Kampagne von Green peace. Statt zu spenden, zahlt sich Meret Schneider einen sehr tiefen Lohn aus. Sie ist inzwischen Geschäftsleiterin von S entience Politics. «Ich hätte auch Börsen-Traderin werden und damit mehr Geld verdienen können. Aber meine Fähigkeiten nutze ich besser als politische Kampagnenleiterin.»
Noémie Zurlinden (27), St. Gallen
Meret Schneider ist leidenschaftliche Langstreckenläuferin. Bewegung ist ihr wichtig, Besitz hingegen gar nicht: «Dafür habe ich mich nie interessiert. Ich kaufe auch keine Kleidung, alles, was ich trage, habe ich geerbt.» Wenn sie Freunden ein Geschenk mitbringt, gibt sie dafür nur wenig Geld aus: «Ich kann gut k ochen und schenke darum gern Pestosaucen, Konfis oder Biskuits.» Auf Flugreisen verzichtet sie, aber nicht auf die Ferien: «Man muss sich schon auch etwas gönnen. Aber ich verbringe meine Ferien bewusst
So viel spende ich: 10 Prozent meines Einkommens So spende ich: Ende Jahr und bei Spendenaktionen, wenn Organisationen während einer gewissen Zeit die Spenden verdoppeln Dort spende ich: Give Directly und Sentience Politics Mein Hauptanliegen: das Tierwohl und die Armutsbekämpfung
• die Ideen des E ffektiven Altru ismus verbreiten, indem man sich mit anderen über das Spenden austauscht • einem Fremden Blut, Knochenmark oder eine Niere spenden • herausfinden, wie man gegenwärtigen und zukünftigen menschlichen und nicht menschlichen empfindungsfähigen Wesen ein möglichst gutes Leben ermög lichen kann Quelle: Effektiver Altruismus/Peter Singer
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und ohne Luxus.» Zum Beispiel geht sie gern in den Bergen wandern. Meret Schneider findet es wichtig, dass man bei der Karriere wahl seine Fähigkeiten und Interessen berücksichtigt. «Niemand kann langfristig etwas tun, das keinen Spass macht.» Bereits gibt es Berufsberatung nach den Grundsätzen des Effektiven Altruismus. Die Organisation 80 000 Hours bietet dazu einen Leitfaden an, die Stiftung für Effek tiven Altruismus zeigt mögliche Berufswege auf, und auf Facebook gibt es Stellenbörsen für Effektive Altruisten. Laut dem australischen Philosophen und Ethiker Peter Singer, einem prominenten Vertreter des Effektiven Altruismus, ist es wichtig, sich selbst nicht zu vergessen. Man solle möglichst viel Gutes tun, jedoch auch auf das eigene Glück achtgeben, nur so könne man maximale Hilfe leisten. Glücklich mit kleinen Dingen
«Viele verbinden logisches Denken mit emo tionaler Kälte. Dabei passt es perfekt mit Emotionen zusammen», findet Jonas Müller, ebenfalls ein überzeugter EA-Anhänger. Der 31-jährige Softwareentwickler hatte schon immer das Bedürfnis, anderen zu helfen. «Ich glaube nicht, dass mich das anders macht. Jeder hilft doch irgendjemand.» Hingegen begrenzt er seine Unterstützung nicht auf sein direktes Umfeld, sondern schliesst alle Bedürftigen ein. Als er nach dem Studium in Schweden bei einer Non-Profit-Organisation für Medienfreiheit arbeitete, glaubte er, bereits sehr viel Gutes zu tun. «Das tat ich auch, Medienfreiheit ist etwas Wichtiges.» Er las dann aber Peter Singers Buch «Leben retten» und realisierte, dass er mit seinen Fähigkeiten noch viel mehr bewirken könnte. Als sein Vertrag in Schweden auslief, erhielt er mehrere Jobangebote, darunter ein ziem lich lukratives aus der Schweiz. «Mir wurde bewusst, dass ich mit diesem Gehalt sehr viel mehr Gutes tun kann als bisher, weil ich mehr spenden kann.» Das Prinzip, einen gut dotierten Job anzunehmen, um möglichst viel zu spenden, heisst im EA-Jargon «Earning to give» – verdienen, um zu geben. So zog Jonas Müller vor einigen Jahren in die Schweiz, seither hat er seinen Spenden betrag konstant erhöht. «Im Moment sind es etwa 55 bis 60 Prozent meines Gehalts. Ich habe mir das nicht als Ziel gesetzt, es ist ein fach das, was übrig bleibt.» Allerdings hat er seinen Lebensstil seit dem Studium auch nur leicht geändert und lebt bescheiden. Trotzdem: Er geht in die Ferien und leistet sich Dinge, die ihm wichtig sind. «Aber ich kaufe mir nie Überflüssiges.» Studien hätten gezeigt, dass jeder Mensch ein bestimmtes Glücksniveau habe. Bei jeder Anschaffung nehme das Glücksgefühl kurz zu, pendle sich danach aber wieder auf dem bisherigen Niveau ein. «Statt einer teuren Anschaf-
Meret Schneider (25), Uster ZH So viel spende ich: 200 Franken pro Monat So oft spende ich: jeden Monat, nachdem die Rechnungen bezahlt sind Wo: dort, wo das Geld am dringendsten benötigt wird Mein Hauptanliegen: das Tierwohl
fung kaufe ich mir öfters kleine Dinge, das macht mich am Ende glücklicher.» Eine Glace zum Beispiel oder ein spezielles Bier. Jonas Müller spendet sein Geld vor allem an zwei Organisationen: an die Stiftung für Effektiven Altruismus, damit ihre Ansätze in der Welt kommuniziert werden, und an die Animal Charity Evaluators, die gemein nützige Organisationen evaluieren, die sich für das Tierwohl einsetzen.
So wenig Ressourcen wie möglich verbrau chen und so viel wie möglich spenden: Damit geben sich die Effektiven Altruisten noch nicht zufrieden. Die meisten essen kein Fleisch oder achten zumindest auf einen bewussten Konsum: «Ein Freund erklärte mir mal, es sei doch eigentlich wahnsinnig, Tiere leiden zu lassen, obwohl wir nicht auf Fleisch angewiesen sind», sagt Meret Schneider. Seither ernährt sie sich vegan.
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Noémie Zurlinden will nicht ausschliessen, später einmal Kinder zu haben. Obwohl andere EA-Anhänger für sich entschieden haben, keine Kinder zu haben, und mit dem Geld, das ein Kind kostet, Menschen zu retten. «Aber ich glaube nicht, dass ich nur wegen des Effektiven Altruismus’ auf Kinder verzichten könnte. Wenn man dadurch unglücklich wird, ist das nicht sinnvoll.» Auch Jonas Müller sieht es so: «Wenn man Kinder möchte, um glücklich zu sein, ist es nur richtig, auch welche zu haben.» Meret Schneider möchte keinen eigenen Nachwuchs. «Es gibt so viele Kinder auf dieser Welt, die ein Zuhause bräuchten. Wenn überhaupt, dann würde ich adoptieren.» Die wichtigsten Probleme anpacken Die EA-Bewegung ist stark gewachsen, heute
zählen Menschen aus aller Welt und allen Gesellschaftsschichten dazu. Mit der Pro minenz und Beliebtheit wächst aber auch die Kritik. V erfechter radikaler Ansichten argumentieren beispielsweise, dass es ra tionaler sei, körperlich stark behinderte Menschen sterben zu lassen, wenn sie dies wollten. Denn mit dem Geld, das ihre Behandlung kosten würde, könne man vielen Bedürftigen helfen. «Ich glaube, dass solche Überlegungen nicht direkt etwas mit dem Effektiven Altruismus zu tun haben. Wir möchten den Menschen vor allem aufzeigen, was sie im Kleinen bewirken können», sagt Meret Schneider. Dieser Ansicht ist auch Noémie Zurlinden: «Solche Extremposi tionen haben mit dem Effektiven Altruismus nichts zu tun.» Spendenorganisationen bekämpften nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der Armut, heisst es auch oft. Jonas Müller findet, dass dies nicht grundsätzlich so sei. Das beweise zum Beispiel die «Deworm the world»-Initiative. Sie unterstützt die Entwurmung von Kindern und sorgt somit dafür, dass diese regelmässig zur Schule gehen können. So wird der Bildungsstand erhöht, was langfristig eine stabilere Gesellschaft ermöglicht. «Eine so banale Sache wie eine Entwurmungstablette kann sehr grosse, langfristige Auswirkungen haben», sagt Jonas Müller. Es sei egal, ob EA-Anhänger für Tierwohlorganisationen spenden oder ob sie gegen den Klimawandel kämpfen: Hauptsache, man identifiziere die wichtigsten Probleme, sagt Noémie Zurlinden. «Wir versuchen mit unserem Handeln, diejenigen Probleme anzupacken, die im öffentlichen und poli tischen Diskurs zu wenig Gehör finden.» Dass auch der EA nicht alle Probleme der Welt lösen kann, ist Jonas Müller klar. «Mir hilft der folgende Spruch: Niemand kann alle retten, aber j eder kann jemanden retten.» Der erste Schritt dazu ist eine bewusst getätigte Spende am Ende des Jahres. MM
Jonas Müller (31), Zürich So viel spende ich: 55 bis 60 Prozent meines Einkommens So spende ich: Ende Jahr, so viel, wie übrig bleibt Wo: an die EA-Stiftung und an Animal Charity Evaluators Mein Hauptanliegen: Menschen und Tieren helfen und die Anliegen des Effektiven Altruismus bekannt machen
Hintergrund
Soziale Bewegung aus jüngerer Zeit Der Effektive Altruismus (EA ) ist eine Philosphie, die Ende der Nullerjahre im englischsprachigen Raum aufkam. Befürworter und prominente Vertreter sind unter anderen der britische Ethiker Toby Ord und der schottische Philosoph William MacAskill (sie gründeten «Giving what we can», eine EA-Gruppe, der Oxford University, die zehn Prozent ihres Einkommens spendet), der australische Philosoph Peter Singer (ein Verfechter des Utilitarismus), und der amerikanische Philosoph Peter Unger. Ein prominenter Schwei zer ist der Kabarettist Nils Althaus.
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Leserforum MM28: Interview mit Christoph Joseph Ahlers «Beim Sex ticken Frauen und Männer extrem unterschiedlich»
«Die amerikanisch geführte #MeToo-Debatte schadet den wirklichen Opfern» Räumt mit Vorurteilen und Missverständnissen auf: Sexologe Christoph Joseph Ahlers
Korrigendum
Bild: Leander Baerenz; Illustration: Vectorstock
Ein lesenswerter Beitrag mit einfach verständlichen Tipps zu den ach so leidigen und überflüssigen Missverständnissen zwischen Weiblein und Männlein. Denn was gibt es Schöneres als ein Vis-à-vis, mit dem man die wundervollen Momente des Lebens teilen und geniessen kann? Isabelle Kölbl, via www.migrosmagazin.ch MM28: Diese Woche Angriff auf die Menschenrechte
«Die Ursachen bekämpfen» Es ist Ihr gutes Recht, in diesem Artikel überfüllte Flücht-
lingsboote und im Jahr 2018 bisher 1400 Ertrunkene zu beklagen. Das ist kein Ruhmesblatt. Investigativer Journalismus beklagt jedoch nicht die Folgen verfehlter Aussenpolitik und Völkerrechtsverletzungen, sondern legt in erster Linie die Ursachen offen beziehungsweise klagt die Verursacher der Auswanderungs- und Flüchtlingswellen an. Dass bei diesen menschenverachtenden imperialen Machtspielen und von inter nationalen Konzerninteressen gesteuerten Hickhacks die Schweizerische Volkspartei eine Führungsrolle bekleidet und diese mittels Initiative auch noch festigen will, hätte ich nie für möglich gehalten. Christof Ammann, Grabs SG
Tierschutz
Herzliche Gratulation zum Interview mit Christoph Joseph Ahlers. Dass er sich schwertut mit der #MeToo- Debatte ist sehr sympathisch. Sein Vergleich z wischen Bordell und Hollywood ist sinnbildlich ein grosser Wurf. Und wie er darstellt, dass diese amerikanisch geführte Debatte den wirklichen Opfern eher schadet als nützt, deckt sich mit meiner Einschätzung.
Im Migros-Magazin MM 27 stand im Artikel zur Fair-FoodInitiative: «In der Schweiz produzieren über 11 000 Land- wirte für die Migros nach den strengen Richtlinien des TerraSuisse-Labels und damit tierfreundlicher als vom Schweizer Tierschutz vorgeschrieben.» Gemeint ist nicht der Schweizer Tierschutz, sondern das Schweizer Tierschutzgesetz. Wir entschuldigen uns für die unpräzise Formulierung.
Urs Witschi, via www.migrosmagazin.ch
Von «Wir schaffen das» zu «Wir beenden es», von der Will kommenskultur zur F estung: Den Flüchtlingen weht in Europa zurzeit ein r auer Wind entgegen. Hart am Wind zu segeln, ist anspruchsvoll und nicht ganz ungefährlich. Noch ist die Genfer Flüchtlingskonvention mit an Bord. Raffaele Ferdinando Schacher, Rorschach SG Die Hauptursache für Armut ist das hohe Tempo des Bevölkerungswachstums, mit dem das Wirtschaftswachstum nicht Schritt halten kann. Das sowie die unzähligen Milliarden an Entwicklungshilfe, die wir aus dem Westen jedes Jahr leisten, die Korruption der Machteliten
in den Flüchtlingsländern – all diese Faktoren bleiben in diesem Artikel leider unerwähnt. Ronald Rüegsegger, Oberwil BL Die unkontrollierte Migration führt zu kulturellen Konflikten. Die Folge: In Europa vollzieht sich eine Wende in der Asylpolitik. Rainer Wild, Mauren TG
Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.
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28 MM29, 16.7.2018 | MENSCHEN
«Liebe wäre ein wichtiges Schulfach» Christoph Joseph Ahlers
Wir lernen, Beziehungen zu haben – aber nicht, sie zu führen. Das sagt der Berliner Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers. Und er erklärt, was Monogamie mit Massengesellschaft und Privateigentum zu tun hat. Text: Ralf Kaminski Bilder: Leander Baerenz
MENSCHEN | MM29, 16.7.2018 29
InterviewSerie: Sex, Liebe, Beziehung Teil 2
Sexualwissenschaftler mit 20-jähriger Therapieerfahrung: Christoph Joseph Ahlers weiss, was Paare zusammenhält – und trennt.
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MENSCHEN | MM29, 16.7.2018 31
Christoph Joseph Ahlers, ist es ein Naturgesetz, dass die Sexualität in langjährigen Paarbeziehungen irgendwann einschläft? Nein, das passiert, weil die Partner den Kontakt zueinander verlieren. Sexuelles Verlangen hängt nicht von der äusserlichen Attraktivität des Gegenübers ab, sondern vom Verlauf und von der Qualität der partnerschaftlichen Kommunikation und Interaktion. Mit den Worten des Kultur philosophen Walter Schubart: Wir lieben nicht, was schön ist, sondern wir finden schön, was wir lieben. Und was heisst das konkret? Wenn zwei Menschen es schaffen, in Kon takt zu bleiben, über Dinge zu sprechen, die dem anderen etwas bedeuten, dann entsteht auch das Bedürfnis, einander zu berühren, egal, wie lange die Beziehung schon dauert. Das ist das Geheimnis erfolgreicher Beziehungen? Könnte man so sagen, nur ist «erfolgreich» schon wieder mit Leistung assoziiert. Besser wäre: das Geheimnis «gelingender» Beziehungen. Nur sagt uns das keiner. Niemand bringt es uns bei, deshalb kommen auch so viele nicht damit klar. Wir lernen, Beziehungen zu haben – aber nicht, sie zu führen. Stattdessen haben wir ein statisches Partnerschaftsmodell wie die Ehe. Ist sie mal geschlossen, bewegt sich oft nichts mehr. Eine Beziehung aber braucht Flexibi lität und Dynamik, damit sie sich lebenslang weiterentwickeln kann. In der Praxis ist das aber selten. Richtig, der Regelfall ist anders. Aber eben nicht, weil wir «mal etwas anderes», etwas «Exotisches» oder «Verbotenes» bräuchten, sondern weil wir Beziehungs führung nicht lernen. Aus meiner Sicht wäre Liebe ein wichtiges Schulfach. Warum tun sich Menschen als Paare zusammen? Aus ganz unterschiedlichen Motiven: Man will nicht allein sein, will dazugehören, eine Familie gründen, jemanden mitnehmen können, wenn man eingeladen wird. Unge fähr die Hälfte aller Paarbildungen ist durch die Kompensation von Defiziten motiviert. Hinzu kommen Sympathie, sexuelle Attrak tivität, sozioökonomischer Status, Bildungs kompatibilität. Wenn der Mix der Motive passt, entsteht Verliebtheit – ein Projek tionsprozess, bei dem der andere die Lein wand ist, auf die ich die Erfüllung meiner Bedürfnisse projiziere. Wird diese Verliebt heit erwidert, schliessen wir einen Illusions vertrag, mit dem wir uns wechselseitig ver gewissern, dass wir füreinander bestimmt sind. Wir sind heiter und sehen alles durch die berühmte rosarote Brille.
«Viele leiden unter der Monogamie», sagt Christoph Joseph Ahlers. Zur Person
Sexologe und Therapeut Christoph Joseph Ahlers (50) ist Sexual wissenschaftler und Klinischer Sexual psychologe. Seit 20 Jahren behandelt und berät er an der Berliner Charité und in einer Praxis für Paarberatung und Sexual therapie Einzelpersonen und Paare. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und lebt in Berlin. In seinem Buch «Himmel auf Erden und Hölle im Kopf» betrachtet Ahlers Sexualität als intimste Form der menschlichen Kommunikation und gibt einen Gesamtüberblick über das Spektrum sexueller Phänomene. Buchtipp Christoph Joseph Ahlers: «Himmel auf Erden und Hölle im Kopf: Was Sexualität für uns bedeutet»; Goldmann-Verlag 2015, Fr. 23.10 auf www.exlibris.ch
Was jedoch nicht lange anhält. Wenn alles klappt, geht die Verliebtheit über in die Beziehungsetablierung. War das Ge genüber vorher eine weisse Leinwand, tritt es nun plötzlich dreidimensional hervor; das Projektionsbild verzerrt sich, der andere ist er selbst und nicht mehr nur der Erfüllungs gehilfe meiner Bedürfnisse. Das ist, als wür de im Kino das Saallicht angehen, und führt in der Regel zu Reibungspunkten. Meist geht es aber nochmals gut, weil die genannten Defizite zu 50 Prozent in der Waagschale liegen. Man bleibt ein Paar, der Sex pendelt sich in einem bürgerlichen Normbereich ein, also ein-, zweimal pro Woche, wenn es gut geht. Und so bleibt es dann eine Weile – bis
es zur partnerschaftlichen Naturkata strophe der Familiengründung kommt: Das Liebespaar mutiert zum Elternpaar. Viele Paare verlieren einander aus den Augen, aus dem Sinn und so auch aus den Händen. Die Beziehungssexualität erodiert. Können Paare auch ohne Sex glücklich sein? Kommt darauf an, was mit Sex gemeint ist. Erregung muss nicht sein, damit eine Partnerschaft glücklich und erfüllt ist, in timer Körperkontakt aber schon. Probleme entstehen, wenn man in der Beziehung die psychosozialen Grundbedürfnisse nicht mehr erfüllen kann: Wir wollen uns wahr genommen, ernst genommen und angenom men fühlen, nur deshalb gehen wir Paar beziehungen ein. Wenn das verlorengeht, erstarren Paare, dann versteinern sie und sehen sich am Ende in zwei verschiedenen Räumen zwei verschiedene TV-Programme an. Solche entkörperlichten Paare fühlen sich in ihrer Beziehung nicht mehr gehalten, nicht mehr berührt. Von Erregung ist da gar keine Rede mehr. Warum ist Berührung so wichtig? Weil das über Jahrtausende unser wichtigs ter Kommunikationskanal war. Der Sprach erwerb ist entwicklungsgeschichtlich etwas sehr Junges in der menschlichen Evolution. Vorher lief alles über Körperkontakt. Damit etablierten wir Bindung, Beziehung und Zugehörigkeit. Erregung ist dazu nicht not wendig. Natürlich wünschen wir uns Erotik, Lust und Leidenschaft, aber das ist nur der Zuckerguss auf dem Kuchen. Auch mit einem Kuchen ohne Zuckerguss lässt sich prima Kaffeeklatsch halten – mit Zuckerguss ohne Kuchen nicht.
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Wenn der Zuckerguss zu Hause fehlt, schaut man sich vielleicht ausserhalb um. Auch das gilt jedoch als problematisch. Warum eigentlich? Das natürliche Sexualitätskonzept des Men schen ist die sogenannte Polygynandrie, was übersetzt heisst: Alle machen alles mit allen, und alle sind für alles verantwortlich, was dabei herauskommt. Keine Frau weiss, wer der Erzeuger ihres Kindes ist, kein Mann weiss, welches der geborenen Kinder er gezeugt hat. Dieses Konzept findet sich noch bei allen Naturvölkern und auch bei allen Primaten, insbesondere bei den mit uns am nächsten verwandten Bonobos. Bereits bei ihnen gibt es eine Entkopplung der Sexualität von Erregung und Fort pflanzung: Sexualität findet nicht mit dem alleinigen Ziel des Orgasmus oder der Reproduktion statt, sondern zur Etablierung und Führung von Beziehungen, zum Schmieden von Bündnissen, ja sogar zum Abbau von Aggressionen. Das wäre also auch beim Menschen so. An sich ja, aber dieses Prinzip funktioniert nur in Gruppen mit einer maximal zwei stelligen Anzahl Menschen. Danach wird es zu anonym; man weiss nicht mehr so genau, wie der am anderen Ende des Dorfes tickt. Und neben der anonymen Massengesell schaft war es die Etablierung des Privat eigentums, das der Polygynandrie den Garaus gemacht hat. Zuvor gab es in der Kleingruppe ausschliesslich Kollektiveigen tum: unser Dorf, unsere Hütten, unsere Nahrung, unsere Frauen, unsere Männer. Europäische Forscher entdeckten solche Gesellschaften einst noch in der Südsee. Und zerstörten sie letztlich. Genau. Es ging genau so lange gut, bis der erste weisse Mann den ersten Pflock in den Inselboden trieb, um damit seinen Privat besitz abzustecken und die erste Frau zu seiner Frau zu erklären. Die Etablierung des Privateigentums hat das Paradies zuerst entzaubert und dann vernichtet. Und es weitete sich in Form der Einehe unvermeid lich auch auf die Partnerschaft aus. So entstanden Neid, Zwietracht, Eifersucht, Habgier, Raffgier und Mord. Durch die Monogamie? Anonymisierte Massengesellschaften führ ten dazu, dass man Ordnung und Struktur stiften musste. Dazu gehörte auch die Ehe. Gleichzeitig entstand durch das Privateigen tum die Vorstellung, dass es einen Besitz anspruch auf einen anderen Menschen gibt. Das äusserte sich im Sklaventum und in der Einehe. Das Problem ist bloss: Viele leiden unter der Monogamie, viele halten sich nicht daran, weil sie schlicht nicht funktioniert. Und man findet sie auch im Tierreich nicht.
Wie entsteht eine sexuelle Präferenz, also die Lust auf bestimmte Praktiken, Promiskuität, auf gleichgeschlechtliche Partner, auf Kinder? Wir wissen, dass unsere Präferenzen sich zu gleichen Teilen aus biologischer Veranla gung, sozialer Prägung und psychologischer Verarbeitung zusammensetzt. Aber bis heute können wir nicht sagen, ob zum Beispiel ein bestimmtes Chromosom für Pädophilie ver antwortlich ist oder ob es bestimmte Erleb nisse und Erfahrungen gibt, die dazu führen. Es gibt also vieles, was wir noch nicht wissen. Und was wissen wir? Dass die sexuelle Präferenz ein stabiler Bestandteil der Persönlichkeit ist, ebenso wie etwa die Intelligenz. Wer mit 20 heterosexuell ist, bleibt es? Mit hoher Wahrscheinlichkeit. Was nicht heisst, dass man sich nicht auch mal anders
«Sexuelle Untreue des Partners stellt für die meisten Menschen in unserem Kulturkreis eine starke Bedrohung ihres Selbstwertgefühls dar.» Christoph Joseph Ahlers
verhalten kann. Das innere sexuelle Erleben und das geäusserte sexuelle Verhalten können ganz unterschiedlich sein. Aber das innere Erleben, wovon man träumt und was man fantasiert, um zum Orgasmus zu kommen, ist eine Art Fingerabdruck der Sexualpräferenz. Wir können uns an dieser Stelle nicht selbst beschummeln: Etwas, das uns nicht sexuell anmacht, ist kein Reiz und führt nicht zum Orgasmus. Was weiss man sonst noch? Wir unterscheiden drei Achsen. Erstens die sexuelle Orientierung auf das Geschlecht: hetero-, bi- oder homosexuell? Zweitens die sexuelle Ausrichtung auf die körperliche Geschlechtsreifeentwicklung: Fühle ich mich von Erwachsenen, Jugendlichen oder Kindern angezogen? Drittens die sexuelle Neigung zu einem bestimmten Typen Se xualpartner und sexueller Betätigung. Die erste und zweite Achse bleiben nach aktuel lem Wissensstand am Ende der ersten beiden Lebensjahrzehnte relativ konstant. Die dritte ist etwas variabler und abhängig von den Menschen, denen wir begegnen: Man lernt etwa durch einen Partner sexuelle Interak tionen kennen, die man vorher nicht kannte, und plötzlich findet man sie richtig gut.
Gibt es in der Sexualität etwas, das man als nicht «normal» bezeichnen kann? Oder ist alles irgendwie okay? «Normal» bezieht sich hier eigentlich nur auf ein Mehrheitsverhalten, auch wenn der Ausdruck leider oft moralisch-wertend verwendet wird, nicht nur in Bezug auf Sexualität. In der Sexualwissenschaft ist Normalität keine moralisch relevante Kate gorie; wir sprechen von ungewöhnlichem, abweichendem oder grenzüberschreitendem Verhalten. Und auch das wird erst dann klinisch relevant, wenn die betreffende Person darunter leidet, in ihrem sozialen Zu rechtkommen beeinträchtigt wird oder sich selbst oder andere damit gefährdet. In diesen Fällen stellt sich die Frage, ob therapeutische Unterstützung notwendig ist oder nicht. «Normal» gibt es beim Sex also nicht? Allenfalls quantitativ, nicht qualitativ. Die Menschen haben ungewöhnliche Vorstellungen und unterschiedlich aus geprägte Eigenheiten. Ein schönes Beispiel ist die Eifersucht, bei der es übrigens nicht um zu viel Liebe für den anderen geht, sondern um zu wenig für sich selbst. Sexuelle «Untreue» des Partners stellt für die meisten Menschen in unserem Kulturkreis eine starke Bedrohung ihres Selbstwertgefühls dar. Während manche überhaupt nicht eifersüchtig sind, reagieren andere mit Schmollen und Trotz, wieder andere mit Vorwürfen und Aggression. So eskaliert das bis zum Hacken von E-Mails, Installieren von Tracker-Software auf dem Handy oder Stalking. Je schwächer das Selbstwertgefühl, desto stärker die Eifersucht? So ist es. Es gibt offenbar auch asexuelle Menschen. Wie entwickelt sich das? Es gibt Menschen, die sich so bezeichnen. Und das Phänomen tauchte erst Ende des 20. Jahrhunderts mit der Verbreitung des Internets auf. Fragt man genauer nach, stellt sich heraus, dass diese Leute keine genitale Stimulation mit anderen Menschen möchten. Was sie aber sehr wohl wollen: Zugehörigkeit, Angenommensein, Körper kontakt, Nähe, Streicheln, Küssen, Kinder. Sie sind also an der Erregungsfunktion von Sexualität nicht interessiert, aber durchaus an Reproduktion und Kommunikation. Asexuelle bestehen übrigens darauf, dass sie nicht darunter leiden. Deshalb gibt es keinen Behandlungsbedarf, und darum begegnet man ihnen im klinischen Alltag kaum. MM Nächste Woche im 3. Teil: Leben im Zeitalter der Internetpornografie, die Rückkehr der Prüderie und die Wirkung von Paartherapien
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1550 junge Menschen haben sich entschieden, ihre Lehre bei der Migros zu absolvieren. Start ist im August.
Migros-Besitzer
«Die Migros war immer am günstigsten» Was gefällt Ihnen an der Migros? Mich hat immer die riesige Auswahl beeindruckt, vor allem beim Gemüse. Was würden Sie gerne ändern? In den Läden gar nichts. Aber die Zeitung ist zu dick. Das macht den Briefkasten so voll. Welches ist Ihr Lieblingsprodukt? Biomilch, die kaufe ich mehrmals wöchentlich. Wie lange sind Sie schon Genossenschafter? So genau weiss ich das nicht mehr. Bestimmt schon seit 30 Jahren. Weshalb sind Sie Migros- Besitzer geworden? Die Migros war immer am günstigsten.
Name: Rudolf Stelling (93) Wohnhaft: Höri ZH Beruf: Carchauffeur im Ruhestand Lieblingsprodukt: Biomilch M-Drink Past
Gibt es ein spezielles Erlebnis, das Sie mit der Migros verbinden? Ja, ich bin früher als Carchauffeur oft für die Migros gefahren.
1.-August-Brot
Bild: René Ruis
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36 MM29, 16.7.2018 | MIGROS-WELT
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«Die längste Zeit beobachteten uns zwei Schwäne an der Aare. Als sich unsere Tochter in die tolle Beach-Tasche von Famigros setzte, kamen sie neugierig angeschwommen.» Priska Grütter, Mühleberg BE
Migros-Medien
Bilder: Franco Tettamanti; zVg
Migros stellt «Vivai» ein Die Migros stellt das Wohlfühlund Nachhaltigkeitsmagazin «Vivai» diesen Herbst ein. Das 2009 lancierte Magazin wurde jeweils sechs Mal jährlich auf Deutsch und Französisch sowie Italienisch produziert und den Migros-Magazinen beigelegt respektive an ausgewählten Standorten wie etwa in den Migros-Fitnesszentren aufgelegt. Die letzte «Vivai»-Ausgabe wird am Montag, 1. Oktober, erscheinen.
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5 unvergessliche Reisetage ab Fr.
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299.–
alle Ausflüge inbegriffen
Sonniger Herbst Südtirol
in Istrien 1. Tag Schweiz – Novigrad Über die Gotthardroute führt Sie die Reise ins Tessin und vorbei am Südufer des Gardasees. Über Venedig und Triest erreichen Sie Istrien, die grösste Halbinsel der nördlichen Adria, wo Sie in Novigrad die nächsten Tage verbringen werden.
2. Tag Aufenthalt Novigrad Geniessen Sie den heutigen Tag und entspannen Sie sich in dieser milden, mediterranen Umgebung des alten Städtchens Novigrad. 3. Tag Ausflug Motovun und Opatija Am Vormittag führt Sie die Fahrt ins wahrscheinlich bekannteste und attraktivste mittelalterliche Städtchen Motovun. Nach diesem interessanten Aufenthalt fahren Sie an die Kvarner Bucht, nach Opatija. Dank dem milden Klima während der Wintermonate verbrachten schon die österreichischen Adligen die kalte Jahreszeit in dieser Gegend. Noch heute säumen Luxushotels und von Parks und Gärten umgebene Villen die Küste. Nachmittags kehren Sie dann auf einer Panoramafahrt entlang der Ostküste wieder in Ihr Hotel zurück. 4. Tag Ausflug Pula und Rovinj (fakultativ) Heute fahren Sie zuerst nach Pula, der grössten Stadt Istriens am Südzipfel der Halbinsel. Die Arena in Pula zählt zu den grössten erhaltenen römischen Amphitheatern der Welt. Heute können hier 5000 Zuschauer Freilichtkonzerte und im Sommer das Opernfestival geniessen. Nach diesem interessanten Besuch fahren Sie nach Rovinj an der Westküste Istriens. Das Städtchen gehört mit zu den schönsten Orten der gesamten Adria und ist sicher eines der meist fotografierten. 5. Tag Istrien – Schweiz Nach dem Frühstück fahren Sie über Venedig und Verona nach Mailand und kehren über die Gotthardroute wieder in die Schweiz zurück.
Dolomiten
Reisedaten 2018 25. – 29. Sept.
Fr. 349.–
01. – 05. Oktober Fr. 339.– 06. – 10. Oktober Fr. 329.– 17. – 21. Oktober Fr. 319.– 24. – 28. Oktober Fr. 299.–
Das ist alles dabei...
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5-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar mit Toilette, Klimaanlage, etc.
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4 Übernachtungen in gutem Mittelklassehotel
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Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farbfernseher etc.
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Frühstück und Abendessen im Hotel
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Ganztägiger Ausflug nach Motovun und Opatija
Auf Wunsch:
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Annullationsschutz Fr. 24.–
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Einzelzimmerzuschlag Fr. 90.–
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Fakultativer GanztagesAusflug nach Pula und Rovinj Fr. 48.–
Abfahrtsorte Bern, Olten, Basel, Zürich, Luzern
1. Tag Schweiz – Südtirol Abwechslungreiche Fahrt durch die Arlbergregion zum Reschenpass und durch das Vintschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen nach Brixen.
2. Tag Grosse Dolomitenrundfahrt Durch die Eggentalschlucht erreichen Sie den Karersee, von wo aus Sie herrliche Blicke auf die markanten Wände des Latemarmassivs haben. Danach geht's über den Karerpass und auf das Sellajoch. Von hier haben Sie einen wunderschönen Panoramablick über die grandiose Bergwelt der Dolomiten. Über das Grödner Joch erreichen Sie zum Mittagshalt Corvara. Danach überqueren Sie den Valparola- und den Falzaregopass und erreichen Cortina d'Ampezzo. Am wunderschönen Misurinasee am Fusse der berühmten Drei Zinnen machen Sie Halt, bevor Sie ins Hotel zurück kehren.
Reisedaten 2018 09. – 13. September 16. – 20. September 30. September – 04. Oktober
Das ist alles dabei...
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5-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar mit Toilette, Klimaanlage, etc
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4 Übernachtungen mit Halbpension im Hotel Löwenhof
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Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farbfernseher etc.
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Grosse Dolomiten-Rundfahrt über sechs Pässe
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Ausflug nach Meran und über die Südtiroler Weinstrasse, inklusive Weinkellerei-Besuch mit Degustation
4. Tag Freilichtmuseum – Pragser Wildsee Auf der Pustertaler Sonnenstrasse führt Sie der Weg ins Südtiroler Freilichtmuseum, wo viele alte, originale Bauerhäuser, Handwerkstätten und Bauerngärten zum Verweilen einladen. Danach Fahrt zum Pragser Wildsee, der «Perle der Dolomiten». Die wunderbare Umgebung und der See mit seinen unglaublich smaragdgrünen Farbtönen laden zu einem Spaziergang ein. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher zum Augustiner Chorherrenstift Neustift.
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Ausflug zum Südtiroler Freilichtmuseum und zum Pragser Wildsee mit Abstecher zum Kloster Neustift
5. Tag Südtirol – Schweiz Die Heimreise führt über den Brennerpass nach Innsbruck. Nach einem schönen Aufenthalt kehren Sie dann wieder in die Schweiz zurück.
Abfahrtsorte
3. Tag Meran – Weinverkostung – Weinstrasse Am Morgen fahren Sie über das Hochplateau von Hafling nach Meran. Mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen hat die Stadt viel von dem weitläufigen Charme eines Nobelkurortes des 19. Jahrhunderts bewahrt. Am Nachmittag besuchen Sie eine Weinkellerei, wo Sie viel über den Weinbau in Südtirol erfahren und auch einige edle Tropfen probieren können.
044 880 08 00
Schaffhauserstrasse 44 • 8152 Glattbrugg • www.bossartreisen.ch
Auf Wunsch:
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Einzelzimmerzuschlag Fr. 90.–
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Annullationsschutz Fr. 24.–
Bern, Olten, Aarau, Zürich, Winterthur, St. Gallen
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 39
Kunst
Bilder mit Tragegriff Schon bald gehören die Werke der Genfer Malerin Catherine Kirchhoff zum Strassenbild. Denn ihre bunten Motive zieren die neueste Kunst-Tragtasche der Migros. Text: Lisa Asticher Bild: Matthieu Spohn
D
ie zündende Idee kam Catherine Kirchhoff beim Einkaufen in einer MigrosFiliale. Die Künstlerin hatte gerade eine Nudelpackung aus dem Verkaufsregal genommen – da wurde ihr plötzlich klar, dass dieses Produkt ein reizvolles Motiv für ein neues Bild sein könnte. Seither lässt sich die 56-jährige Künstlerin immer wieder von Konsumgütern zu leuchtend bunten Werken inspirieren: Dabei geht sie von der Abbildung auf der jeweiligen Verpackung aus, die sie anschliessend durch neu gewählte Bildausschnitte, Verfärbungen und Verformungen verfremdet und völlig umgestaltet. Am Ende ist das Produkt kaum mehr wiederzuerkennen.
Popart für alle: Catherine Kirchhoff mit den Taschen, die sie gestaltet hat.
Neuer Blick auf Alltagsdinge
Die Genferin verwendet poppige, satte Farben, die sie Schicht um Schicht auf die Leinwand aufträgt. Sie gibt dabei Lebensmitteln, die wir Tag für Tag konsumieren, eine völlig ungewohnte Ästhetik. Die Betrachter ihrer Werke sehen vertraute Produkte mit neuen Augen. «Scheinbar banale Alltagsdinge müssen keine banale Form haben», bringt Kirchhoff ihren Stil auf den Punkt. Nun finden ihre Bilder den Weg zurück an den Ort der ursprünglichen Inspiration – in den Supermarkt. Denn ihre Motive zieren die neueste Kunst-Tragtasche der Migros, die ab sofort in den Filialen erhältlich ist. Damit setzt Kirchhoff eine Tradition fort, die 1987 vom berühmten Berner Bildhauer und Eisenplastiker Bernhard Luginbühl ins Leben gerufen wurde: Regelmässig gibt die Migros Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit, Tragtaschen zu gestalten und ihren Werken so einen Platz im Einkaufsalltag zu geben. Die Genferin würde es besonders freuen, wenn die Taschen mit ihren Motiven sogar den Weg ins Ausland finden würden: Vielleicht nehmen sie manche Kundinnen und Kunden ja mit auf eine Ferienreise. MM
Nachhaltigkeit
Abfall wird zu Taschen Die Kunst-Tragtasche der Migros nützt der Umwelt gleich doppelt: Sie ist wiederverwendbar und besteht aus rezyklierten Kunststoffabfällen. Die Tasche mit den Motiven von Catherine Kirchhoff ist jetzt in allen grösseren MigrosFilialen für Fr. 2.90 erhältlich.
NachhaltigkeitsWeltmeister? Unser Laden, wer sonst.
oekom Rating 2018
Migros-Besitzerin Mojca V.
Die Migros gehört den Leuten. Deshalb setzt sie sich für Nachhaltigkeit ein wie kein anderer. Jetzt wieder bestätigt von der renommierten Ratingagentur ISS-oekom: Die Migros ist die nachhaltigste Detailhändlerin der Welt. generation-m.ch 159723_209x285_d_Z_Mig_oekom_WM_Schwanger_MM.indd 1
10.07.18 09:33
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 41
Süsses von der Glut #Grillitarier
An einer Grillparty kommt auch das Finale vom Rost. Wie wärs mit süssen Crostini und Beeren vom Grill, begleitet von Frozen-Joghurt?
Herausnehmen und sammeln!
Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Styling: Mira Gisler Rezept: Andrea Pistorius
STEP-BY-STEP ZUM GRILL-PROFI WERDEN! Tolle Grillrezepte unter migusto.ch/bbq
Das neue Kochmagazin der Migros Erhältlich in den Filialen für Fr. 3.–, für Clubmitglieder gratis. Jetzt anmelden: www.migusto.ch
42 MM29, 16.7.2018 | MIGROS-WELT Step by step
Geröstete Milchbrötchen mit Beeren Erdbeeren vierteln. Mit restlichen Beeren, Vanillezucker, Zimt und Honig mischen. Kurz marinieren.
Grill auf 200 °C vor heizen. Milchbrötchen schräg in Scheiben à ca. 1 cm schneiden. Brötchen mit wenig Butter bestreichen. Auf dem Grill rösten.
Beeren in einem Pfänn chen auf dem Grill auf kochen, ca. 3 Minuten köcheln. Mit gerösteten Brötchen und Frozen Joghurt anrichten. Nach Belieben mit Melisse bestreuen. Noch heiss servieren.
Zutaten für 4 Personen 400 g gemischte Beeren, z. B. Erd-, Blau- und Himbeeren 1 Beutel Vanillezucker 1 Prise Zimt 2 EL Honig 3 Milchbrötli à ca. 35 g 20 g weiche Butter 4 Kugeln Frozen Joghurt 1 Bund Zitronenmelisse
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Extra-Nektarinen und -Pfirsiche z.B. Nektarinen weissfleischig, Spanien/Italien/Frankreich, per kg, 3.90 statt 5.20
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Hobelfleisch und Orange? Dazu noch Meerrettich-Frischkäse und frische Kräuter? Diese Kombi tönt ungewohnt, schmeckt auf Knäckebrot aber himmlisch! Das Rezept fürs Hobelfleisch-Orangen-Knäckebrot finden Sie auf migusto.ch/tipps
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Heidelbeeren Portugal/Italien/Deutschland, Schale, 500 g
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Frey Tafelschokoladen, 100 g, im 10er-Pack, UTZ Alle Glace-Portionenbecher und -Quetschbeutel Milch-Nuss oder Noir 72%, z.B. Noir 72%, 12.60 statt 21.– ab 2 Stück, 20% günstiger
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33% Créa d’Or-Mandelplätzli, -Vanille-Kipferl oder -Buttersnack im 3er-Pack z.B. Mandelplätzli, 3 x 103 g, 7.60 statt 11.40
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40% Boncampo, in Bohnen und gemahlen, im 4er-Pack, UTZ z.B. Bohnen, 4 x 500 g, 11.25 statt 18.80
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Café Royal Kapseln im 16er-Pack geeignet für das Twïn- und Nescafé®* Dolce Gusto®*-System, z.B. Caffè Lungo, 16 Kapseln, *Diese Marke gehört Dritten, die keinerlei Verbindung zur Delica AG haben.
20% Alle Migros- und Polli-Oliven ungekühlt, z.B. Spanische Oliven gefüllt mit Peperonipaste, 200 g, 1.90 statt 2.40
20% Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), z.B. Bärentatzen, 380 g, 2.35 statt 2.95
50% Gesamtes Greenpan Bratpfannen-Sortiment auch für Induktion geeignet, z.B. Andorra flach, Ø 28 cm, pro Stück, 29.95 statt 59.95, gültig bis 30.7.2018
ab 2 Stück
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Gesamtes Hygo WC Sortiment ab 2 Stück, 33% günstiger, gültig bis 30.7.2018
ab 2 Stück
20%
Alle L’Oréal Gesichtspflegeprodukte (ohne L’Oréal Men Expert und Mehrfachpackungen), ab 2 Stück, 20% günstiger, gültig bis 30.7.2018
Duo-Pack
20% Syoss- und Taft-Produkte im Duo-Pack z.B. Taft Ultra Hairspray, 2 x 250 ml, 5.75 statt 7.20, gültig bis 30.7.2018
3er-Pack ab 2 Stück
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Alle Miobrill-Abwaschbürsten und -Haushaltshandschuhe ab 2 Stück, 30% günstiger, gültig bis 30.7.2018
50%
12.30 statt 24.60 Papeteria Kopierpapier im 3er-Pack, FSC weiss, 80 g/m², 3 x 500 Stück, gültig bis 30.7.2018
ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 17.7. BIS 23.7.2018, SOLANGE VORRAT
20% Gesamtes Sun Look Sortiment (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Sun Milk Protect SF 30, 200 ml, 8.15 statt 10.20, gültig bis 30.7.2018
Duo-Pack
50%
28.– statt 56.–
Rotho Spacebox im Duo-Pack erhältlich in diversen Farben, z.B. transparent, gültig bis 30.7.2018
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Alle Pampers Windeln Yvette Feinwaschmittel im Duo-Pack (ohne Sonderpackungen), gilt für 3 Produkte mit identischem Preis, z.B. Baby-Dry 4, 3 x 44 Stück, z.B. Outdoor + Sport, 2 x 2 Liter, gültig bis 30.7.2018 33.60 statt 50.40, gültig bis 30.7.2018
5er-Pack
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John Adams Herren-Sneaker-Socken im 5er-Pack erhältlich in Schwarz, Grau oder Anthrazit, Gr. 39–42 oder 43–46, z.B. schwarz, Gr. 43–46, gültig bis 30.7.2018
5er-Pack
Hit
12.90
Ellen Amber Damen-Socken im 5er-Pack erhältlich in Schwarz, Anthrazit oder Marine, Gr. 35–38 oder 39–42, z.B. schwarz, Gr. 35–38, gültig bis 30.7.2018
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5.80 statt 11.60 Papeteria Packschnur im 4er-Pack 4 x 100 m, gültig bis 30.7.2018
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Gesamtes Vital Balance Katzenfutter-Sortiment Teva Sportsandale Hurricane XLT z.B. Adult Fisch, 4 x 85 g, 3.90 schwarz, unisex, Gr. 37–42, pro Paar
Genossenschaft Migros Aare Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 17.7. BIS 23.7.2018, SOLANGE VORRAT
Das kühlt den heissesten Sommer.
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Valflora Vollrahm UHT im Duo-Pack 2 x 500 ml
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25% Extra-Nektarinen und -Pfirsiche z.B. Nektarinen weissfleischig, Spanien/Italien/ Frankreich, per kg, 3.90 statt 5.20
nehmen ihre Mahlzeiten gerne selbst in die Hand. Das gilt natürl ich auch für Desserts. Fruchtig-rahmige Glacestängel sind einfac h zubereitet. Dazu pürier t man Joghurt, Zucker, Zitron ensaft mit tiefgekühlten Beeren und hebt Schlagrahm unter. Diese Masse in Glaceformen füllen und mindestens drei Stund en tiefkühlen.
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 55
Alles für tarier, Flexit arier Ob Veget arier, Pesce t in r – im Sommer erwach oder Fleischliebhabe ch er. ari llit gri . ier tar illi jedem von uns ein Gr
Tipp für Profis
Eine gute Planung und das Bereitstellen aller Zutaten, die Mise en Place, trägt zum Gelingen der Grillspezialitäten bei. So stellen Profis sicher, dass alle Gäste gleichzeitig ihr Essen bekommen und das Dessert serviert wird, bevor sich die ersten auf dem Heimweg begeben. Die Beeren mischung lässt sich bereits vor der Party zubereiten und wird vor dem Servieren aufgewärmt. Tipp für Freestyler
Nur Beeren? Damit reizt der Freestyler seine Palette an Zutaten noch lange nicht aus. Er kombiniert halbierte Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen mit Beeren und lässt neue Desserts entstehen: Halbierte Pfirsiche werden vor dem Grillieren mit Mascarpone und Beeren gefüllt und mit Amaretti-Bröseln bestreut. Tipp für Familien
Wenn die Familie grilliert, darf jeder seine Lieblings frucht auf den Rost legen. Bananen kommen mit der Schale über die Glut, Ananas in Scheiben ohne Schale. Falls die Augen grösser als der Magen waren, entsteht aus den Resten am nächsten Tag im Handumdrehen ein grillierter Fruchtsalat. MM
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MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 57
Mifroma-Mitarbeiter Marius Buchs (links) führt Francianne und Bernhard Huwiler durch den imposanten Käsekeller in Ursy FR. Der frisch gemahlene Reis ist noch warm: Monika Schweizer und Roman Benz in der Spedition der Riseria in Taverne TI
M-Industrie
Ein Blick hinter die Kulissen Zwei Gewinnerpaare des M-Industrie-Wettbewerbs entschieden sich für einen Besuch bei der Mifroma und der Riseria. Ihr Fazit: viele interessante Eindrücke und eine neue Wertschätzung für Käse und Reis. Text: Kian Ramezani
Bilder: Elena Bernasconi, Kian Ramezani
W
enn ich jetzt in der Migros Käse kaufe, werde ich ihn mit ganz anderen Augen betrachten und viel bewusster auswählen», sagte Francianne Huwiler. Mit ihrem Ehemann Bernhard hat sie bei der M-Industrie-Verlosung eine Betriebsbesichtigung gewonnen und sich dafür die Migros-Tochter Mifroma SA ausgesucht. «Eine gute Entscheidung», wie das Paar aus Schliern BE nach seinem Ausflug nach Ursy FR, dem Hauptsitz des Unternehmens, beeindruckt resümierte. Dass die Mifroma nicht weniger als 30 000 Tonnen Käse pro Jahr herstellt, liess die Huwilers gleich zu Beginn ihres Besuchs staunen. Betriebsleiter Alain Raymond, der die Gäste in Empfang nahm: «Trotz dieser Dimensionen wird in Ursy aber keine Massenware produziert. Wir arbeiten bei der Beschaffung mit über 150 Käsereien zusammen
und wählen nur die besten Laibe für die Weiterverarbeitung aus.» Anschliessend erklärte er seinen Besuchern alle Produktionsschritte und die Funktionsweise der top modernen Schneid-, Reib- und Verpackungsmaschinen. Besonderes Augenmerk galt dem Handwerk des Affineur de Fromages, des Käseveredlers. Höhepunkt des Rundgangs aber war ein Abstecher in den Käsekeller von Ursy, wo auf 5000 Quadratmetern bis zu 100 000 Laibe Gruyère reifen. «Noch nie davon gehört»
Auch Monika Schweizer und Roman Benz aus Männedorf ZH nahmen erfolgreich am Wettbewerb teil und durften einen Blick hinter die Kulis sen eines M-Industriebetriebs werfen. Sie entschieden sich für die Riseria, die Reismühle der Migros in Taverne bei Lugano. «Wir hatten noch nie davon gehört und freuten
uns umso mehr auf die Reise ins Tessin», erzählt Monika Schweizer. Unternehmensleiter Daniel Feldmann führte das Paar durch die grösste Reismühle in der Schweiz. 24 Mitarbeiter verarbeiten hier jedes Jahr 15 000 Tonnen Rohreis zu über 100 verschiedenen Fertigprodukten wie Risotto aus Norditalien, Basmati- und Jasminreis aus eigenen Anbauprojekten in Thailand und Indien oder auch – zum Erstaunen der Besucher – Spezialitäten wie den Tessiner Risotto-Reis aus dem Maggia-Delta bei Ascona. Besonders beeindruckte sie, dass die Riseria ihre Produkte l aufend frisch in die Läden liefert. «Schon vor der Besichtigung hatte ich jedes einzelne Reiskorn wertgeschätzt», sagte Monika Schweizer beim Abschied, «doch nun tue ich es noch mehr. Es war ein sehr spannender, interessanter Nachmittag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.» MM
Hintergrund
Feste Säule der Migros Mit 25 Betrieben in der Schweiz und weiteren 8 Firmen im Ausland gehört die M-Industrie zu den wichtigsten Säulen der Migros- Gruppe. Sie stellt über 20 000 Foodund Non-Food- Produkte her. Damit ist die M-Industrie eine der leistungsstärksten und grössten Eigenmarkenproduzenten weltweit. Mehr Infos: www.mindustry.com
58 MM29, 16.7.2018 | MIGROS-WELT Migipedia
Die Kunden bestimmen mit
Von uns. Von hier.
Die Migros ist eine Detailhändlerin, bei der die Kundinnen und Kunden mitbestimmen können, was im Regal landet. Ideen für neue Pro dukte können online über die Plattform Migipedia eingereicht werden. Dort h aben die User zudem die Möglichkeit, Produkte der Migros zu bewerten und zu kommentieren.
Vom Post-It zum Snack-Hit 1200 Ideen für ein neues Blévita-Sandwich kamen am Paléo Festival Nyon im vergangenen Jahr zusammen. Durchgesetzt hat sich die Caprese-Idee, die von der Lausanner Grafikerin Orlane Perey und anderen Festivalbesuchern eingebracht wurde.
Festivalbesucher als Produktentwickler: Statt ausschliesslich über Migipedia machte sich die Migros 2017 am Paléo Festival in Nyon erstmals auch offline auf die Suche nach Geschmacksrichtungen für das neue Blévita-Sandwich. Am Migros-Stand konnten Festivalbesucher ihre Vorschläge auf Post-It- Zettelchen notieren.
Der Migros-Industr ie betrieb Midor entw ickelte aus den Ideen drei verschiedene Reze pturen.
Stand Am Migrostival notierten Fes d n besucher ru f Post-Its. u a n 1200 Idee
Weil die letztjährige Aktion ein voller Erfolg war, werden auch am Paléo Festival 2018* wieder Ideen für eine neue Geschmacksrichtung gesammelt. Dieses Mal können die Besucher Rezepturvorschläge für das «You-100 cal»-Joghurt einreichen. * vom 17. bis 22. Juli
1 B
esucht Orlane Perey das Paléo Festival in Nyon, gehört ein Spaziergang entlang der Marktstände fest in ihr Programm. So kam es, dass sie im vergangenen Jahr auch den Migros-Stand besuchte. Die 35-jährige Lausan nerin beteiligte sich spontan an der Migipedia- Crowdsourcing-Aktion, die zum Ziel hatte, Ideen für ein neues Blévita-Sandwich zu sammeln. Orlane Perey, die als Grafikerin mit eigener Agentur vor Kreativität nur so sprüht, gab gleich mehrere Vorschläge ab, darunter die Geschmackskombination Caprese. «Das ist der Geschmack des Dolce Vita», schwärmt Perey. Caprese – also
Tomate, Mozzarella und Basilikum – stehe für Sommer, Sonne und ein Essen mit Freunden auf einer schattigen Terrasse. Andere Festivalbesucher schlugen den italienischen Klassiker ebenfalls vor. Auch dieses Jahr wird Orlane Perey das Festival besuchen, wo man die neue Kreation am Migros- Stand degustieren kann. «Ich bin stolz darauf, dass meine Idee der zündende Funke für das neue Blévita-Sandwich war», sagt Orlane. Diese spe zielle Midor-Kreation werde sie künftig immer an das Paléo Festival 2017 erinnern, an dem sie unter anderem ein Konzert der k anadischen Indie-Rock-Band Arcade Fire b esuchte. MM
Bilder: Guy Jost; Daniel Kellenberger; zVg
Das BlévitaSandwich Caprese ist ab sofort in den Migros- Filialen erhältlich und kann am diesjährigen Paléo Festival degustiert werden.
2
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 59
Star des Monats
Knusprigcremiger Italiener Das neue Blévita- Sandwich Caprese ist das fünfte und neueste Mitglied in der Blévita-Cracker-Sandwich-Reihe der M igros. Tomate, Mozzarella und Basilikum werden im neuen Blévita-Sandwich zu einer Creme verarbeitet und zwischen zwei Dinkelcracker gefüllt. Über 10 Millionen Cracker-Sandwiches produziert Midor pro Jahr.
Wettbewerb Wie viele Stimmen erhielt das Blévita-Sandwich Caprese beim Onlinevoting?
4
3
Total 25 230 Nutzer nahmen am Online- voting auf Migipedia teil. Rund 62 Prozent kürten den Caprese- Vorschlag von Orlane Perey (Bild) zum Sieger.
Beantworten Sie die Frage und gewinnen Sie eine MigrosGeschenkkarte. Es werden Karten im Gesamtwert von 500 Franken verlost. Teilnahme: www.vonunsvonhier.ch
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mit Online konnten die Nutzer zwischen Caprese, Käse men. abstim t fruch sions o-Pas Mang und hen tückc Aprikosens
Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Blévita- Sandwich Caprese.
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MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 61
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62 MM29, 16.7.2018 | MIGROS-WELT Alles für
Favoriten fürs Grillfest
Für den gemütlichen Grillabend oder das gesellige Bräteln findet sich in der Migros alles: Bratwürste, Vegi-Cervelats, Geschirr – und sogar ein kompostierbarer Einweggrill.
Scheibe für Scheibe Praktisch, diese vorgeschnittenen Mozzarellascheiben. Dazu Tomaten und Basilikum – und im Handumdrehen ist der Insalata caprese fertig.
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Grillieren auf die simple Art Gleichmässige Hitze für eine Stunde: Der umweltfreundliche Grill besteht aus Holz, Bambus und Lavagestein und ist nach Gebrauch biologisch abbaubar. Etwa acht Bratwürste finden darauf Platz.
Casus Einweggrill inkl. Holzkohle, 4 Teller, Besteck, Servietten, Spiesse und Grillzange Fr. 12.90 Im Do it + Garden
Mais vom Grill Maiskolben erst in Wasser 20 Minuten lang weich kochen. Danach kurz goldbraun g rillieren. Serviertipp: die warmen Kolben mit salziger Butter einstreichen. Zuckermais, per kg aktueller Tagespreis
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 63
Senf dazugeben Der angenehm cremige, mild gewürzte American Mustard kommt in der praktischen Squeeze- Flasche daher. Er passt gut zu Hot Dogs, Sand wiches und Grilliertem.
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Aromatische Knusperbeilage Das Brot, das man auf dem Grill aufbackt: Die Frischback-Sticks sind mit Rosmarin gewürzt.
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Wurst für Vegetarier Auch Vegetarier haben gelegentlich Lust auf Wurst. Für sie gibts die neuen Cervelats von Cornatur, die kalt im Wurstsalat ebenso gut schmecken wie grilliert. Cornatur Cervelat, 2 × 90 g Fr. 4.50
Erfrischung mit Farben Immer genug trinken – das fällt mit den Melaminkrügen in den bunten Designs leicht. Dank des Deckels eignen sie sich perfekt für den Gebrauch draussen.
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Der Grillfavorit Kalbsbratwürste sind der Klassiker auf dem Grill – sie schmecken immer und sind schnell grilliert. Das Fleisch stammt aus nachhaltiger Tierhaltung.
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MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 65
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Roland Steimen und Sohn Claudio, Produzenten aus Waltenschwil AG, wollen die Snackkarotte zur beliebtesten «Süssigkeit» der Schweiz machen.
Snackgemüse
Gesundes für die Hosentasche «Besonders gut kommen bei den Kundinnen und Kunden die Snackkarotten an – vor allem auch bei Kindern», sagt André Lustenberger, Leiter Früchte/Gemüse bei der Migros Aare. Doch es gibt auch verschiedene Snackbeeren, Snack gurken oder Snackpeperoni sowie Radiesli, Cherrytomaten, Granat apfelkerne und Datteln.
Im Anbau sind die kleinen Gemüse und Früchte heikler als ihre grossen Artgenossen. «Bei den Karotten beispielsweise muss man pro Quadratmeter viel mehr Saatgut einsetzen», erklärt André Lustenberger. Zudem dürfen die Gemüse und Früchte eine gewisse Grösse nicht überschreiten, damit sie als Snack gelten. Und genug Süsse sollten sie auch noch aufweisen, damit sie schmecken.
Klubschulangebot
Asiatische Sprachen für Anfänger
Frische
Snack mit Knack In Dänemark ist die Snackkarotte schon populärer als die beliebteste dänische Süssigkeit. Aber auch hierzulande ist das kleine Gemüse auf dem Vormarsch. Text: Caroline Ritz Bild: Anne-Camille Vaucher
W
arum diese Karotten so süss sind? Das hat verschiedene Gründe. Neben der Sorte und dem Klima im Anbaugebiet ist auch der Zeitpunkt der Ernte wichtig. Jung geerntete Rüebli enthalten bis zu sechs Prozent mehr Zucker als später g eerntete. Ihre Farbe verdankt die K arotte dem Carotin. Carotin unterstützt auch Prozesse, die unsere Sehfähigkeit schützen sowie das Immunsystem und das Zellwachstum fördern. Was oft in Vergessenheit gerät: Carotin kann vom Körper nur in Kombination mit Fett aufgenommen werden. Ein Glas Milch oder
etwas Olivenöl reichten dafür schon aus. Was Linien- und Gesundheitsbewusste erfreuen wird: Rüebli sind sehr kalorienarm. Im Moment liegen in den Regalen der Migros-Supermärkte bis im September ausschliesslich Schweizer Snack karotten. Über die Wintermonate erhält die Migros Aare Unterstützung von Lieferanten aus Dänemark – mit quali tativ gleichwertiger Ernte und garan tierter Schweizer Qualitätssicherung. Vielleicht schaffen es die Schweizerinnen und Schweizer wie die Dänen, ihre liebste Süssigkeit mit der Snackkarotte zu ersetzen. MM
Eine chinesische Weisheit besagt: «Der Schlüssel zum Erfolg ist Geduld.» Der Schlüssel zum Erlernen asiatischer Sprachen wie Chinesisch, Japanisch und Thailändisch hingegen liegt in einem Sprachkurs an der Klubschule Migros. Damit überzeugen Sie sowohl in der Geschäftswelt als auch auf Reisen nach Asien. 20 Lektionen kosten Fr. 380.–
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66 MM29, 16.7.2018 | MIGROS-WELT Porträt
Yee-haaa! Vom 25. Juli bis 11. August sind im Gäupark die Cowboys los.
Einkaufscenter
Die gute Fee für alle Fälle
Ein Hauch Wilder Westen im Gäupark
Jährlich bearbeitet Katharina Zahnd 60 000 Mutationen im Genossenschaftsregister der Migros Aare, nimmt neue Mitglieder auf, tröstet bei Todesfällen und muss manchmal erklären, wie man Geranien pflanzt. Ein Traumjob.
Bull Riding oder Line-Dance? Während der Sommerferien gehts im Gäupark in Egerkingen wild zu. Dann heissts nämlich: Wild Wild West!
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om 25. Juli bis 11. August liegt das Land der Freiheit praktisch vor der Haustür. Gut für alle, die in den Sommerferien nicht wegfahren. Gäupark-Besuche rinnen und -Besucher haben jeweils von Nachmittag bis Ladenschluss Gelegenheit, in die Welt des Wilden Westens einzutauchen und ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen: sei es im Kampf gegen einen rasenden Bullen oder im Line-Dance.
Der Sommerpark hat aber auch den Kleinen und allen, denen der Wilde Westen zu wild ist, viel zu bieten: Jeden Mittwochnachmittag kommt Pesche, das Murmeltier, zu Besuch. Im Gepäck hat es Bastelanleitungen, Zaubertricks und mehr. js Programm Sommerpark bis 1. September: Wild Wild West, 25. Juli bis 11. August. Der Pesche chunnt, Bastel- und Spielnachmittage für die Kleinen, immer mittwochs bis 29. August. Detailprogramm: www.gäupark.ch. Gäupark, Egerkingen, direkte Zufahrt ab der Autobahn A1, Ausfahrt Richtung Basel/Egerkingen (E25).
Migros-Kulturprozent
Theater unter freiem Himmel «ABEFAHRE! – Stressfrei in 5 Tagen» heisst das Stück von Livia Anne Richard, das noch bis August auf der Freilicht theaterbühne auf dem Gurten aufgeführt wird. Das Migros- Kulturprozent unterstützt die Produktion als Hauptpartnerin.
Alle Informationen und Tickets gibt es unter: www.theatergurten.ch
Text: Pia Schüpbach Bild: Michèle Büschi
anchmal durfte die kleine Katharina aus dem Bernbiet zu ihrer Gotte ins aargauische Unterkulm in die Ferien. Was sie dort am meisten beeindruckte: der Migros-Verkaufswagen. «Schon damals dachte ich, bei der Migros will ich mal arbeiten.» Genau das sagte Katharina Zahnd auch beim Bewerbungs gespräch mit der Migros Aare vor elf Jahren. «Und sie haben mich mit meinen 50 Jahren tatsächlich eingestellt», erzählt sie und strahlt. Die mittlerweile 61 Jahre sieht man ihr nicht an. Ihr Blick ist wach, der Teint gebräunt. Menschlichkeit ist ihr wichtig
Bis heute ist Katharina Zahnd glücklich bei der Migros Aare: Sie baute die Versicherungen auf, führt ein sechsköpfiges Team und verwaltet das Genossenschafts register mit über einer halben Million Mitglieder. Dabei erlebt sie so einiges: «Vergangene Woche hat eine Frau am Telefon gefragt, wie sie am besten ihre Geranien pflanzen soll», erzählt Katharina Zahnd. «Wir sind mittlerweile zu einem Callcenter für verschiedene Fragen geworden.» Sie amüsiert sich eher, als sich darüber zu nerven.
Wenn Leute einen Todesfall melden, leidet sie mit. «Ich tröste ab und zu Menschen am Telefon.» Pro Tag klingelt es rund 100 Mal bei Katharina Zahnd und ihrem Team, gegen 200 Mails kommen an. Meistens geht es um Mutationen im Genossenschaftsregister und für das Migros-Magazin. Als der Migros-Genossenschafts-Bund seine neue Kampagne, «Die Migros gehört den Leuten», lancierte, waren es nach Neujahr plötzlich 1000 Mails, davon 800 Gesuche um Neuaufnahmen. Dass sie wegen des Andrangs auf einen freien Samstag verzichtete, war für sie keine Frage. Katharina Zahnd engagiert sich mit Herzblut. In ihrer Freizeit läuft sie viel, schwimmt oder walkt zu Musik von Abba durch den Wald. Oder taucht beim Lesen in historische Welten ein. Katharina Zahnd hätte sich auch vorstellen können, Geschichte zu studieren, doch sie landete im kaufmännischen Bereich. «Das hat für mich als Zahlenmensch gut gepasst», sagt sie. In spätestens drei Jahren wird Katharina Zahnd pensioniert. Dann bekommen die über 500 000 Genossenschafter/-innen ein neues Mami. MM
MIGROS-WELT | MM29, 16.7.2018 67
20 Jahre Migros Aare
Migros-Besitzer punkten 5-fach Der August wird bei der Migros Aare ganz im Zeichen der Genossenschafter stehen: Für diejenigen Kundinnen und Kunden, die Besitzer der Migros Aare und zugleich Cumulus- Teilnehmer sind, gibt es jeden Donnerstag 5-fache Cumulus-Punkte. Das heisst am 2., 9., 16., 23. und 30. August, und zwar in allen Supermärkten, Fachmärkten, Migros-Restaurants und -Take-aways in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn. Die entsprechenden Bons werden die Kunden jeweils ab Montag im «Migros- Magazin» oder online auf www.migrosaare.ch/jubi erhalten.
Bild: zVg
Die Migros Aare feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Das Jubiläum nimmt sie zum Anlass, mit zahlreichen Aktivitäten und Aktionen Merci zu sagen – den Kunden, den Mitarbeitenden und im August speziell den Genossenschaftern. Diese sind das Rückgrat der Migros, ihnen gehört das Unternehmen zu gleichen Teilen. Die Migros Aare hat über 500 000 Genossenschafter, knapp 11 000 davon meldeten sich im ersten Halbjahr 2018 neu an. Schweizweit sind über zwei Millionen Menschen Migros-Besitzer.
Als Kind war für sie immer klar: Eines Tages würde sie bei der Migros arbeiten. Vor elf Jahren ging der Traum für Katharina Zahnd in Erfüllung.
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Leben MM29
Umfrage
Ab wann sollte ein Kind in den Schwimmkurs? So früh wie möglich
59% 1, 2 oder 3?
Monica Müller (43) hat zwei B uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
In unserer Badi gilt der Darwinismus: Die Jugendlichen krallen sich Gummiringe und Matten, die Kinder gehen oft leer aus. So freuen sich der Grosse (7) und sein Freund, als sie sich eine Matte schnappen können. Glücklich lassen sie sich darauf treiben. Plötzlich taucht ein Teenager neben ihnen auf, drückt sie vom blauen Glück ins blaue Nass und macht sich auf ihrer Insel breit. Der Grosse japst nach Luft und sagt: «Mami, bitte hilf uns!» Ich versuche es auf die pädagogisch korrekte Art und sage: «Hey, das war nicht nett. Gibst du den Buben bitte die Matte zurück?» Er antwortet: «Sicher nicht, die Sachen sind für alle.» – «Aber du bist doppelt so gross und hast die Buben einfach weggeschubst.» – «Dann holen Sie sich doch die Matte zurück», sagt er. Und jetzt? 1 Ich springe Pamela-Anderson-mässig in den Pool und rangle mit ihm,
bis ich die Matte zurückerobert habe.
2 Ich spendiere den Buben eine Glace, um sie abzulenken.
Zwischen drei und fünf Jahren
36%
Gar nie. Das lernt es in der Schule.
3% Wenn, dann in Crashkursen oder Ferienlektionen
2% 5061 Abstimmende
3 Ich hole den Bademeister, er soll sich mit dem Bengel herumschlagen. Eine Umfrage von
Antwort 1: Nach einem Gerangel gelingt es mir, den Teenie abzuwerfen. Doch er kommt zurück und legt sich neben mich. Ich sage: «Willst du jetzt den ganzen Nachmittag neben einer Alten auf der Matte liegen?» Und so siegt am Schluss doch die Macht der Worte: Er schwimmt davon.
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
Baywatch
72 MM29, 16.7.2018 | LEBEN
Jugendsanktionen
477
Jugendliche waren am Stichtag, 6. September 2017, wegen einer Straftat ausserhalb ihrer Familie platziert – 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
91
Prozent beträgt der Anteil der männlichen Delinquenten.
86
Prozent waren über 16 Jahre alt, 14 Prozent jünger. Quelle: Bundesamt für Statistik
LEBEN | MM29, 16.7.2018 73
Familie
Die Kurve gekriegt Über 400 Jugendliche werden jährlich in ein Heim eingewiesen, nachdem sie straffällig geworden sind. So erging es einst auch Alexander Neumann. Der heute 22-Jährige erzählt, wie er kriminell wurde und den Weg ins normale Leben fand. Text: Ernst Weber Bilder: Herbert Zimmermann
S
Hat seinen Platz im Leben gefunden und will nie mehr in die Kriminalität abdriften: Alexander Neumann bei der Arbeit.
amstag, 12. Mai 2012. In der Luzerner Innenstadt gerät eine Fünferbande ausser Kontrolle. Die Jugendlichen stehlen Notausstieghämmer aus Linienbussen und machen damit aus mehreren Kiosken Kleinholz. Sie zerstören und plündern z udem Warenautomaten, zertrümmern eine Telefon kabine und beschädigen zwölf Billettautomaten der L uzerner Verkehrsbetriebe. Deliktsumme: 65 000 Franken. Mit dabei ist Alexander Neumann, damals 16 Jahre alt. «Das war Adrenalin pur», sagt der 22-Jährige heute, «wären wir nicht erwischt worden, hätten wir wohl immer wieder randaliert.» Der Jugendliche kommt darauf in Untersuchungshaft, wo er unter dem Druck der Einvernahme seine Mittäterschaft gesteht. «Der Beamte redete mir ins G ewissen», erinnert sich N eumann. «Er fragte mich, ob ich die Zukunft wirklich auf diese Art und Weise plane.» Neumann begann sich zu besinnen, ein erstes Mal. Spannungen im Elternhaus
Heute wohnt der schweizerischmaledivische Doppelbürger in Buochs NW selbständig in einer Wohnung und a rbeitet bei der Pilatus Flugzeugwerke AG in
Stans. Seine Vergangenheit betrachtet er heute nüchtern mit Abstand. Er glaubt: Der Nährboden für eine gewisse G ewalttätigkeit wurde in seiner Kindheit gelegt. Alexander Neumann wuchs im Spannungsfeld zweier Kulturen auf: Das Denken seines Schweizer Vaters vertrug sich schlecht mit der Weltanschauung seiner Mutter, die aus den Malediven in die Schweiz gekommen war: Sie erzog Alexander und seine Geschwister Livia (17), Lorena (18) und Kevin (21) freiheitlich. «Es war ihr immer wichtig zu wissen, was wir Kinder wollten», sagt Neumann. Der Vater setzte auf Strenge, was die Kinder oft auch am Leib zu spüren bekamen. Gemieden, frustriert, wütend
Dann verlor der Vater nach dem Swissair-Grounding seine Stelle. Finanziell ging es bergab. Ihr Haus kam unter den Hammer. Nach einer kurzen Trennung und einem Neustart liess sich die Mutter scheiden. Alexander zog mit der Mutter und den G eschwistern nach Obergütsch LU, wo die Kinder vergeblich Anschluss suchten. Die Geburtstagspartys von Klassenkameraden fanden alle ohne sie statt. Die Familie wurde ausgegrenzt. «Wir haben einfach nicht ins Bild gepasst, in dieses schöne
Quartier», erzählt Neumann. Er war von seinem Vater enttäuscht und fühlte sich von der Gesellschaft gemieden. Wut und Frust wuchsen. « Irgendwann begann ich, gegen alle und alles zu rebellieren», sagt Neumann. Er geriet auf die schiefe Bahn – mit gerade einmal 15 Jahren. Bald verbrachte er ganze Nächte im Ausgang. Er akzeptierte seine Mutter nicht m ehr als Autorität, schwänzte den U nterricht und weigerte sich zu lernen. Die Anweisungen seiner Lehrer ignorierte er – oder wurde sogar beleidigend. In der zweiten Sekundarklasse kam Neumann in eine Sonderschule und e rhielt einen Vormund. Doch auch der stiess beim renitenten Jugendlichen auf taube Ohren. Deshalb wies ihn die Luzerner Vormund schaftsbehörde mit seinem Einverständnis in ein J ugendheim ein. Dann kam die Vandalennacht in Luzern. Und Neumann bekam es als Straftäter zum ersten Mal mit der Jugendanwaltschaft zu tun. Er verlor seinen Platz im Jugendheim und kam im Oktober 2012 ins Jugenddorf Knutwil Bad. Ein schlimmer Moment für ihn: «Ich war dort gelandet, wo ich nie sein wollte», sagt er. In Wahrheit sollte es seine Rettung sein. Im Rahmen des Berufsfindungs-
74 MM29, 16.7.2018 | LEBEN
Jugendbetreuer Beat Zurfluh
«Der Lehrabschluss baute Alexander auf»
Es verwundert ein w enig, dass jemand mit diesen Attributen straffällig wird. Bei Alexander hat das Umfeld eine entschei dende Rolle gespielt. Zu Hause hatte er es nicht einfach. Der Vater war nicht präsent. Es gab Konflikte mit der Mutter und dem Bruder. In der Schule wurde er gemobbt. Er war überfordert und stand unter zu viel Druck. Ich muss aber betonen, dass viele Jugendliche in einem schwierigen Um feld aufwachsen, jedoch deswegen nicht straffällig werden. Wie ging Alexander Neumanns Wandlung vom Straftäter zum gut integrierten jungen Mann vor sich? Alexander war knapp vier Jahre bei uns. In dieser Zeit arbeitete er relativ konstant an seinen Zielen. In der Konfliktbewälti gung zum Beispiel machte er schnell grosse Fort schritte. Weitere Schwer punkte in der Therapie bildeten der Umgang mit Suchtmitteln und mit den Finanzen. In den letzten zwei Aufenthaltsjahren förderten wir Alexander
gezielt auf dem Weg zur Selbständigkeit. Die Freizeitgestaltung wurde thematisiert. Und das Führen eines eigenen Haushalts konnte er mit Begleitung einüben. Er gewann sein Selbst vertrauen zurück. Vor allem der Lehrabschluss baute Alexander auf. Gab es nie Probleme? Im letzten halben Jahr seines Aufenthalts waren Motivations schwankungen spürbar. Er hatte e inige Absenzen im Betrieb, denen man nachgehen musste. Aber grundsätzlich war Ale xander immer bereit, an sich zu arbeiten. Wie kommen Jugendliche in der Gesellschaft an, wenn sie Ihre Institution verlassen? In dem Moment erhalten Jugendliche neue Chan cen, wenn sie sich diese erarbeiten. Das zeigt das Beispiel von Alexander. Auf der anderen Seite spüre ich gewisse Vorur teile: Wenn in unserer Umgebung etwas kaputt gemacht wird, wird schnell einmal auf das Jugenddorf gezeigt. Und dies nicht immer ganz ohne Berechtigung. Wie hoch schätzen Sie Alexanders Rückfallrisiko ein? Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Ich glaube, dass Alexander nicht mehr auf die schiefe Bahn gerät. Jemandem absichtlich zur Last zu f allen oder ihn zu schädigen – das ist nicht seine Sache: Er ist nicht kriminell.
Das Jugendheim als «rettende Arche» 477 Jugendliche wurden in der Schweiz zu
Beat Zurfluh (40) ist Leiter des Teilbetreuten Wohnen im Jugenddorf Knutwil Bad LU.
Elternhilfe
Reden statt resignieren
letzt in einem Jahr ausserhalb ihrer Familie platziert, weil sie straffällig geworden waren. Die Zahl ist seit Jahren stabil. Die grosse Mehrheit ist über 16 Jahre alt und männlich. 83 Prozent von ihnen kamen in sogenannt offene Institutionen, wie das Jugenddorf Knutwil eine ist. Alexander Neumann ist ein Beispiel dafür, was eine solche Einrichtung im besten Fall bewirken kann. Er betrachtete den Aufenthalt in Knutwil von Beginn an alseine Chance. Nach knapp einem Jahr zog er ins teilbetreute Wohnen einer externen Wohngruppe um. Bereits vier Monate später quartierte man ihn in einer eigenen kleinen Wohnung in Knutwil Bad ein. Ganz auf sich gestellt, erhielt er zugleich alle Freiheiten zurück. Aber es erwuchsen ihm auch neue Pflichten: So musste er die Rechnungen selbständig bezahlen. Und es wurde kein «Kurvengang» mehr toleriert: Jedes Delikt war tabu. Alexander Neumann machte sich gut. Im Jugenddorf gab es wenig zu bemängeln, die Jugendanwaltschaft zeigte sich sehr zufrie den. Neumann sagt: «Das Heim war meine rettende Arche.» In Knutwil schaffte er den Lehrabschluss als Lackierer und bewarb sich im Sommer 2016 bei den Pilatus Flugzeug werken. «Das E instellungsgespräch verlief positiv, weil ich offen zu meiner Vergangen-
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Alexander Neumann mit Chef Hanspeter Rohrer: Manchmal reden die beiden über die Vergangenheit des jungen Mannes.
Bild: zVg
Welchen Eindruck machte Alexander Neumann beim Eintritt ins Jugendorf Knutwil Bad auf Sie? Ich hatte nicht von Anfang an direkt mit ihm zu tun. Alexander wurde mir als eher scheu, zurückhaltend und auffallend freundlich beschrieben. Und es fehlte ihm damals an Selbst vertrauen.
programms absolvierte er Praktika in v erschiedenen Betrieben des Jugenddorfs: in der Schreinerei, der Malerei, der Küche, der Hauswirtschaft, der Schlosserei und im Lackierwerk, wo er am Ende auch die Lehre als Industrielackierer m achte. P arallel dazu fanden viele therapeutische Gespräche statt. «Mit den Sozialpädagogen konnte ich über alles reden, ohne v erurteilt zu werden», sagt Alexander Neumann.
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Und die Bilanz des einst kriminellen Jugendlichen? «Mir könnte es nicht besser gehen. Ich habe einen super A rbeitgeber und kann die Miete und alles andere vom selbst verdienten Geld bezahlen.» Der Kontakt zu Mutter und Geschwister ist neu geknüpft, er bedeutet ihm viel. Neumann ist sicher, nicht mehr straffällig zu werden: «Ich setze doch mein selbstbestimmtes Leben und meine Stelle nicht aufs Spiel. Immerhin habe ich es zum L ackierer der weltbesten Turbo prop-Flugzeuge gebracht.» Auch Hanspeter Rohrer ist froh über diesen Entscheid: «Ich wünsche mir, dass Alexander noch lange bei uns bleibt. Er ist ein toller Mensch.» MM
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heit stand. Was war, konnte ich erzählen.» Er habe keine Ausreden gesucht, es sei in seinem Leben einfach nur dumm gelaufen. Sein Vorgesetzter Hanspeter Rohrer (59) erinnert sich: «Alexander war beim Vorstellungsgespräch sehr anständig. Und er sprach sehr offen über seine Vergangenheit.» Das hinterliess einen guten Eindruck. Ausserdem habe das Jugenddorf den jungen Mann empfohlen. Hie und da seien die Geschichten von früher auch heute noch ein Thema, sagt Rohrer. Dann spreche man sie an. «Sonst wurde Alexander von Anfang an behandelt wie jeder andere Lehrabgänger auch», sagt Rohrer und fügt lachend an: «Er hatte auch die gleichen Flausen im Kopf wie andere in diesem Alter.» Rohrer ist bei Pilatus sowohl Teamleiter der PC-12-Lackierer als auch für die Lernenden zuständig. Er besucht regelmässig Führungskurse, wurde aber für die Mitarbeiter mit besonderem Hintergrund nicht speziell geschult. Er stellt fest: «Alexander ist zuvorkommend wie zu Beginn, zudem hat er fachlich riesige Fortschritte gemacht.»
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Hier gibt es Hilfe: Kinder verdienen unseren Schutz. Ein Eingreifen kann aber auch destruktiv sein.
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«Familie nicht isolieren»
Ein Kind wird im Tram aufs Gröbste ausgeschimpft, beim Nachbarn ist stundenlanges Kinderweinen zu hören. Was tun? Peter Sumpf, Geschäftsleiter vom Elternnotruf, weiss Rat. Interview: Andrea Fischer-Schulthess Illustration: Christina Baeriswyl
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Peter Sumpf (60) ist Geschäftsleiter des Elternnotrufs.
Soll man als Aussenstehender etwas unternehmen, wenn Eltern ihr Kind beispielsweise im Tram hart massregeln? Man muss sich überlegen: Muss ich einfach etwas sagen, weil ich selbst es nicht aushalte? Oder glaube ich, dass mein Eingreifen dem Kind wirklich nützt? Dabei kommt es natürlich auch auf die Art der elter– lichen Intervention an. Wenn jemand sein Kind öffentlich schlägt, würde ich auf jeden Fall etwas sagen. Ist dann nicht zu befürchten, dass letztlich das Kind die Konsequenzen meines Eingreifens tragen muss? Diese Befürchtung ist angebracht, vor allem bei Zwischenfällen in der Öffentlichkeit. Daher empfehle ich, in so einer Situation eher nicht einzugreifen – wie gesagt, mit Ausnahme von Schlägen.
Was, wenn man zu Hause mitbekommt, dass in der Nachbarwohnung über längere Zeit Kinder oft schreien oder weinen? Dann sollte die Familie mit ihren Schwierigkeiten nicht isoliert bleiben. Man kann beispielsweise versuchen, Hilfe anzubieten. Wenn man sich einmischt, was ist konkret zu tun? Eine erste Überlegung sollte sein, ob man die Betroffenen direkt ansprechen kann. Dabei muss stets der Gedanke der Hilfestellung für Kind und Eltern im Vordergrund stehen. Man könnte mit dem Satz beginnen: «Ich habe gehört, dass Ihr Kind oft weint. Kann ich etwas für Sie tun, Sie irgendwie unterstützen?» Und wenn ich es mir selber nicht zutraue, bei der Familie zu klingeln?
Dann bitten Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin, mitzugehen. Oder vielleicht haben ja weitere Nachbarn ähnliche Beobachtungen gemacht und begleiten Sie. Wann ist es sinnvoll, die Polizei einzuschalten? Wenn man Zeuge einer akuten Eskalation wird. Befürchtet man hingegen, dass die Entwicklung eines Kindes durch länger anhaltende Konflikte gefährdet ist, ist die Kesb die richtige Adressatin für eine Meldung. Oft aber ist die Furcht gross, man könnte mit einer Meldung einer Familie schaden. Das ist verständlich. Wir vom Elternnotruf beraten auch zum Vorgehen bei Verdacht auf Kindesmisshandlung – rund um die Uhr und vertraulich. Auf Wunsch kann der Anrufende anonym bleiben. MM
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Tipps
Guter Schutz und Mittagspause
Für Sonnenanbeter empfehlenswert: guter Sonnenschutz und Halbschatten
Damit Sie die Sonne gefahrlos geniessen können, sollten Sie diese Regeln beachten:
• Meiden Sie die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr. • Schützen Sie sich mit Hut, Sonnenbrille und (UV-undurchlässiger) Kleidung. • Tragen Sie wiederholt Sonnencreme mit einem hohen Schutzfaktor (LSF) auf, die vor UVA- und UVB- Strahlen schützt. • Achtung: Auch Sonnencreme bietet k einen vollständigen Schutz vor Melanomentstehung! • Suchen Sie häufig schattige oder halbschattige Orte auf.
Gesundheit
Sonnenbaden mit Köpfchen Die Sonne ist lebensnotwendig, kann aber auch gefährlich werden. Das sollten Sie wissen, damit Sie den Sommer unbeschwert geniessen können. Text: Oliver Das
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Bilder: Getty Images, zVg
ie Sonne kann unsere Stimmung heben, ist sie doch mitverantwortlich für die Produktion von Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen. Sie beeinflusst unseren SchlafWach-Rhythmus und ist die wichtigste Vitamin-D-Quelle. Die Kehrseite der Medaille: Die Sonne kann langfristig auch Schaden anrichten. Die Sonne schickt uns Licht, das sich aus mehr oder weniger starken ultravioletten Strahlen zusammensetzt. Davon gibt es drei Arten: • Die UVA-Strahlen bewirken eine schnelle, aber nicht anhaltende Bräunung. Sie verändern die Struktur von Kollagen und Elastin, was zur vorzeitigen Hautalterung mit Flecken und Falten führt.
• Die UVB-Strahlen bräunen langsamer, wirken aber intensiver. Sie verursachen einen Sonnenbrand, wenn man sich ihnen zu lange aussetzt. • Die UVC-Strahlen sind auch sehr energiereich, werden aber bereits von der Stratosphäre vollständig absorbiert. UVB-Strahlen sind am gefährlichsten für die Haut. Sie können die DNA schädigen und erhöhen das Risiko für ein Melanom oder andere Arten von Hautkrebs. Die Zahl der potenziell lebensbedrohlichen Hautkrebsfälle steigt Jahr für Jahr an. Eine frühe Erkennung ist deshalb wichtig. Dazu sollten Hautflecken und Muttermale regelmässig nach der ABCDE-Regel untersucht werden: Achten Sie dabei auf Asymmetrie (A), unregelmässige
Begrenzung (B), verschiedene Farben (C von englisch «Colour»), Durchmesser (über 5 mm; D) und vor allem die Entwicklung (E) im Sinn von Veränderungen. Hellhäutige und blonde Menschen, mit blauen Augen und vielen Sommersprossen oder Muttermalen (mehr als 100) haben ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Kinder im ersten Lebensjahr sollten nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Später müssen sie mit UV-undurchlässigen Kleidern und mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) geschützt werden. Auch Schwangere sollten vorsichtig sein: Sie können im Gesicht Schwangerschaftsflecken (Melasmen) bekommen. Die sind zwar ungefährlich, können jedoch kosmetisch stören. MM
Dr. Oliver Das, Fach arzt Dermatologie, Medbase Oerlikon In Zusammenarbeit mit
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Kathrin Bertschy Nationalrätin Grünliberale Bern
Toni Brunner SVP-Nationalrat St. Gallen und Bergbauer
Jacques Chavaz Präsident IG Agrarstandort Schweiz
Freier Handel, fairer Handel? 10. Konsumententagung, Mittwoch, 5. September 2018, ab 14 Uhr Gurten Pavillon, Bern Der Bundesrat will mit vier südamerikanischen Ländern ein umfassendes Handelsabkommen abschliessen. Er verspricht sich davon neue Exportchancen und tiefere Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten. Die Grüne Partei hingegen fordert mit ihrer Fair-Food-Initiative, welche am 23. September 2018 vor das Volk kommt, noch höhere Barrieren für Lebensmittelimporte. Die Frage ist: Schaden offene Märkte der Agrarwirtschaft, der Umwelt und dem Tierwohl?
Information/Anmeldung Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Wirtschaftspolitik Limmatstrasse 152, 8031 Zürich Tel. 044 277 30 87 MIGROS-Wirtschaftspolitik@mgb.ch
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LEBEN | MM29, 16.7.2018 81
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Mit Schleier und Schärpe
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Vielleicht sind sie Ihnen auch schon aufgefallen: Frauengangs, die in den Sommermonaten die Stadt unsicher machen. Sie sind meist alkoholisiert und führen ein Wägeli mit sich, aus dem sie den Passanten Kondome andrehen wollen. Ihre Anführerin ist zu e rkennen an einem billigen Schleier auf dem Kopf, einem Plastikdiadem oder einer Schärpe mit der Aufschrift «Bride to be». Manchmal hört man die Gruppe von weit her «wohoo!»-en und kann gerade noch flüchten, bevor man von einer Wolke aus Tequila und süssem Parfum eingehüllt wird.
Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.
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Ich will keine Spielverderberin sein, doch viele Polterabende sind stillos. Ich verstehe ja das Prinzip: vor der Hochzeit mit den Mädels noch mal richtig die Sau rauslassen. Aber muss man sich deswegen kleiden wie Miss Piggy? Kürzlich war ich selber an einen Polterabend eingeladen. Ich gebe zu: Ich hatte
so meine Befürchtungen, obwohl ich dem Stilbewusstsein meiner Cousine Katja ja eigentlich traue. Ich konnte zum Glück rasch aufatmen: Statt eines Schleiers wurde ihr ein herziges Blumenkränzchen auf den Kopf gesetzt, und statt um 20 Uhr ins Gebüsch zu kotzen, sassen wir bei gutem Rotwein am See. Trotzdem zog ich am nächsten Tag ein übergrosses Spermium aus meiner Tasche. Auf dem Weg durch Zürich waren wir einer weiteren Polterabend-Gang begegnet. Die Braut hatte nicht so gnädige Freundinnen wie unsere Katja und musste allerlei Krimskrams verkaufen. Unter anderem Eierlikör, der in spermiumförmigen Behältern daherkam. Wir erstanden einen. Als Katja ihn getrunken hatte, freute sich die andere Mädelgruppe mit. «Wohoo!», riefen wir laut im Chor. Und die Passanten machten einen grossen Bogen um uns. MM
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82 MM29, 16.7.2018 | LEBEN Kinder
Vom Erdboden verschluckt Wenn der Boden irgendwo plötzlich nachgibt, können Häuser absinken oder gar verschlungen werden. Meist geschieht das wegen Hohlräumen unter der Erdoberfläche. Text: Patricia Brambilla Illustration: Jan Kruse
Doline
6
Doline
1 Pinge
eingestürzte Höhle
3 4 Höhle
wasserlösliches Gestein, z.B. Kalkstein oder Gips
2
5 abgesackter Boden
eingestürzte Höhle
7
3
Risse
Tunnelbau
unterirdischer Wasserlauf Höhle
gibt (4). Viele Gebäude in dieser Region sind im Lauf der Zeit um ein bis zwei Meter abgesunken und mussten evakuiert werden (5). Es gibt sogar eine Doline in der Mitte eines Fussballfelds (6)!
Es klingt unglaublich, aber tatsächlich kann es passieren, dass irgendwo in einer Stadt oder in einer Landschaft der Boden plötzlich einbricht. Die tiefe Senke, die dabei entsteht, nennt man Doline (Punkt 1 oben). Der Grund für die Absenkung ist: Unter der Erde gibt es viele Hohlräume – etwa Grotten oder Tunnels. Und es gibt unterirdische Wasserläufe (2). Wenn die Decke eines Hohlraums dünn oder brüchig ist, kann sie durch das Wasser Risse (3) bekommen und einstürzen. Das führt dazu, dass die Strasse oder die Wiese darüber absackt.
Im Jahr 2010 entstand in Guatemala-Stadt ein tiefer Krater im Boden.
Besonders spektakulär ist die Doline, die 2010 in der südamerikanischen Stadt Guatemala entstand: Die Ursache ist noch nicht klar. Man vermutet, dass auch hier ein Hohlraum unter dem Boden vorhanden war und ein starker Regen zu einem Erdrutsch geführt hat. MM
Bild: Moises Castillo/Keystone
In der Schweiz gibt es die meisten Dolinen im Jura, auf engem Raum bei Bex im Kanton Waadt. Denn in Bex besteht ein grosser Teil des Geländes aus Gips, einem Gestein, das sich in Wasser auflöst und deshalb nach-
Manchmal ist die Absenkung, die entsteht, nur eine leichte Vertiefung, die ein wenig wie ein Trichter aussieht. Dann nennt man sie Pinge (7). Pingen entstehen meist bei Bauarbeiten unter der Erde, wenn man weiches Gestein durchbricht.
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Das ist einfach zu erklären: Wenn du jemandem in die Augen schaust, siehst du einen Kreis: die Iris. Auf deiner Zeichnung ist sie blau. In dieser Iris siehst du einen zweiten, kleineren Kreis: die schwarze Pupille. Das ganze Rund mit beiden Kreisen nennen wir Hornhaut. Um sie herum siehst du etwas Weisses: das Augenweiss. Es schützt das Auge. Und sorgt dafür, dass es seine Form behält.
Warum haben wir Menschen mehr Augenweiss als beispielsweise Katzen? Eine mögliche Erklärung für diese Tatsache ist diese: Tiere, die in der Dämmerung oder nachts jagen – also nachtaktive Tiere – brauchen eine viel grössere Hornhaut, die möglichst alles Licht hineinlässt. Das haben wir weniger nötig. Die Hornhaut kannst du dir wie ein Fenster vorstellen.
mit dem Mund. Wir «sprechen» auch mit den Augen: Wir zwinkern, klimpern und flirten damit. Wir reissen die Augen auf, wenn wir Angst haben, schlagen sie nieder bei Trauer, machen sie zu Schlitzen, wenn wir wütend sind. Dank viel Augenweiss können wir das mit viel Drama tun. Du kannst diese «Augensprache» wunderbar bei guten Clowns beobachten – und beim «Theäterle» selbst erproben. MM
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33 31
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Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und das Hotel Aqua Dome verlosen einen Feriengutschein für zwei Personen im Wert von 3000 Franken. Im Gutschein enthalten: fünf Übernachtungen im Doppelzimmer, zwei Mondholz- Komplettbehandlungen und zwei Teilkörpermassagen (Kosten für die Reise nicht inbegriffen).
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Preisfrage In welchem Tal liegt das Hotel Aqua Dome?
So machen Sie mit
Futuristische Wasser- und Saunawelt: Ein separater Familienbereich garantiert Gästen des «Aqua Domes» noch mehr Ruhe und Erholung.
Glücksgriff
Wellnesstraum für Paare und Familien
Bild: zVg
Schwerelos in der Soleschale schweben und dabei auf im posante Dreitausender blicken: Ein Wellnesstraum, der auf über 20 000 Quadratmeter im «Aqua Dome – Tirol Therme Längenfeld» wahr wird. Das modernste und architektonisch beeindruckendste Thermenresort der Alpen im Herzen des Ötztals punktet mit futuristisch anmutender Wasserund Saunawelt, Spa und Fitness, aber auch mit einem gemütlichen 4-Sterne-Superior-Hotel, für dessen Gäste das preisgekrönte «Spa 3000» reserviert ist. 2017 wurde der Familienbereich des beliebten Alpen-Hotspots rundum erneuert. Er lässt nun für kleine
und grosse Gäste k eine Wünsche mehr offen. Gleichzeitig erhielten auch Tagesgäste einen gemüt lichen, separaten Ruheraum mit reservierter Liege, eigenem Ruhepool und vielem mehr. Das Resort eignet sich für den Urlaub zu zweit ebenso wie mit der ganzen Familie. Das Sommer-Fitnessangebot vermag Wellnessurlauber wie Profisportler glücklich zu machen. Ob Wandertouren oder In- und Outdoor-Kurse im Hotel: Hier findet jeder das Richtige. Weil Wellness nicht nur geniessen, sondern auch sich bewegen heisst. MM Mehr Infos: www.aqua-dome.at
Das Migros-Magazin und der «Aqua Dome» im Tiroler Ötztal verlosen einen Feriengut schein für zwei Personen im Wert von 3000 Franken.
• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit dem L ösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Hotel Aqua Dome», Postfach, 8099 Zürich • Online: gratis unter Migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 22. 7. 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mit arbeitende der Migros-Medien sind von der Teilnahme aus geschlossen. Mehrfachteil nahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.
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Alpiner Lifestyle und freie Bergfahrt Das Hotel Alpina im eleganten Ferienort Klosters begeistert mit alpinem Lifestyle und Bündner Bodenständigkeit. In der grossen, gemütlichen Lounge mit knisterndem Kaminfeuer und der Bar fühlen sich Gäste vom ersten Augenblick an in den Ferien. Aber auch die Bündnerstube und das Grischunstübli bieten echte Bündner Gastlichkeit. Küchenchef Florian Friedl kreiert seine regionalen und internationalen Spezialitäten auf dem hohem
Alpina-Niveau. Zimmer mit viel Holz und echter Bündner Handwerkskunst und der Wellnessbereich garantieren entspannte Ferien. Das Hotel liegt direkt gegenüber den Bergbahnen Davos/Klosters. Das Gebiet Parsenn hat ein abwechslungsreiches Angebot an Wanderrouten und Biketouren. Mit der Davos Klosters Card fahren Gäste im Sommer ab einer Übernachtung auf allen Bergbahnen gratis. MM Mehr Infos: alpina-klosters.ch
Inbegriffen • drei Übernachtungen im gemütlichen Alpina- Doppelzimmer • Frühstücksbuffet mit regionalen Produkten • ein Prosecco-Apéro • täglich ein 4-Gang- Abendmenü • Lunchpaket für die Wanderung • Parkplatz in der hoteleigenen Garage • Nutzung der B ergbahnen der Region Davos/Klosters • Gästekarte mit vielen Reduktionen und freie Fahrt mit den regionalen öffentlichen Verkehrsmitteln • Nutzung des Wellness- bereichs mit Sauna, Dampfbad, Pool und Fitnessraum • Teilnahme am SommerAktiv-Programm Klosters • alle Events (Kino, Konzerte, Theater) im Kulturschuppen • Nutzung des Golfplatzes Klosters (9-Loch) Preis pro Person 382 statt 510 Franken (25% Reduktion) inkl. MWST und WLAN, zzgl. Kurtaxe (Fr. 4.50 pro Person und Nacht) Buchbar Vom 16. Juli bis 18. August sowie vom 16. September bis 13. Oktober 2018, jeweils So–Do Aufpreise Aufpreis Do–Sa: 15 Franken pro Person und Nacht; Aufpreis Fr–So: 30 Franken pro Person und Nacht; Aufpreis Doppelzimmer zur Alleinbenützung: 120 Franken für drei Nächte.
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Auflösung Nr. 28
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Gewinner Nr. 27 Hauptpreis: Marlies Heusser, Hägendorf SO; Charlotte Miesch, Basel; Vreni Spiegelberg, Buchs SG; Markus Berger, Hochdorf LU; Peter Galasse, Balsthal SO Zusatzpreis: Ursula Langenegger, St. Gallen; Josef Manser, Bütschwil SG; Thomas Thuli, Mels SG; Trudi Lauber, Bülach ZH; Zoé Schönenberger, Gelfingen LU
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W Bullauge
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2. In welchem Tier «steckt» auch eine Frucht? O Huhn
R Kiwi
I
Fuchs
3. Welches ist keine auflagenstarke Zeitung? S
L
The New York Times
The Sun
A Panama Papers
4. Wer erhält in der Regel «Genussscheine»? T Restaurantbesucher
D Soldaten
S
Geldanleger
5. Wie lange ist normalerweise die Amtsdauer des französischen Präsidenten? B 3 Jahre
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6. Welches «Gebäude» aus dem 13. Jahrhundert steht in Hospental? U Keltengut
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G Grenzwall
7. Wie viele Arten von Seeigeln sind bis heute bekannt? L
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8. Was wurde am Felsberger Calanda im 19. Jahrhundert abgebaut? M Gold
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Lösungswort: 1
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Paroli
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Gewinner Nr. 27: Georges Frei, Fällanden ZH; Johanna Salvoldi, Benglen ZH; René Wirz, Zürich
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Auflösung Nr. 28: WIKINGER
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94 MM29, 16.7.2018 | LEBEN
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Mein Lieblingsfilm «‹Back to the Future› ist genial. Als Kind habe ich mir für die Videokassetten eine Box gebastelt.»
Meine Welt
«Ich hebe gerne ab»
«Schweiz aktuell»-Moderator Michael Weinmann liebt das Fliegen und das Weltall. Auch Schweizer Höhen kann er etwas abgewinnen: Mit der Sommerserie «Die Alpenreise» ist er ab sofort jeden Abend an verschiedenen Standorten in den Bergen zu sehen. Text: Lisa Stutz Bilder: Paolo Dutto
LEBEN | MM29, 16.7.2018 95
1 Mein Wohlfühlort «Ich verbringe viel Zeit auf meinem Balkon, am liebsten in der Hängematte. Manchmal liege ich schon am Morgen darin und esse mein Müesli. Während ich schaukle, betrachte ich den Himmel und die Wolken.» 2 Meine Insel «Ich gehe gern mit meinem SUP-Board auf den See. Es ist das kleinste Boot, das man haben kann. Darauf habe ich meine Ruhe.» 3 Meine Sehnsucht «Mein Traum ist, die Erde von oben zu sehen. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich sofort ins Weltall fliegen – mit allen Risiken, die es gibt.»
3
Name Michael Weinmann (37) Sternzeichen Krebs Lebenslauf «Ich habe schon immer in Zürich gewohnt. Das ist meine Stadt. Hier habe ich alle Schulen besucht, und hier lebt meine Familie. In der Gymnasiumszeit fing ich als Sportredaktor beim Radio an. Danach habe ich Journalismus studiert. Nach dem Moderationsjob bei Teleclub habe ich mich beim SRF beworben. Seither moderiere ich die Sendung ‹Schweiz aktuell›. Mit am spannendsten finde ich unsere Sommerserien. Am 16. Juli beginnt «Die Alpenreise»: Mein Team und ich bewegen uns drei Wochen lang durch die Schweizer Berglandschaft und machen die rasante Entwicklung des Alpenraums erlebbar. Jeden Abend bin ich live auf Sendung – darauf freue ich mich.»
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4 Mein Fussballklub «Die Grass hoppers Zürich sind meine Kindheits liebe. Auch wenn ich mich derzeit oft aufrege, werde ich dem Klub immer treu bleiben.»
Bild: Brian Gottschalk/SRF
5 Mein Traumberuf «Als Kind sagte ich zu meiner Mutter: ‹Wenn ich mal nicht mehr daheim wohne, kannst du den Fernseher einschalten, und dann siehst du mich.› So ist es auch gekommen. Ich liebe meinen Beruf, denn er führt mich stets von Neuem zu spannenden Menschen und interessanten Orten.»
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Mein Lieblingsprodukt «Ich liebe Bärentatzen – ganz besonders, wenn sie viel Zuckerüberzug haben. Es gibt nichts Besseres, finde ich.»
6 Meine Flughöhe «Ich liebe das Fliegen und alles, was damit zu tun hat. Ich habe mich während eineinhalb Jahren zum Piloten ausbilden lassen. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich hebe gerne ab. Und in meiner Wohnung stehen sogar echte Flugzeugsitze.» MM
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