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Migros magazin 28 2017 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM28, 10.7.2017 | www.migrosmagazin.ch

Der Mann, der Google in die Schweiz lockte Seite 24

Fabienne Humm und Madeleine Boll

Bild: Ephraim Bieri

Frauen im Fussball: Eine Jungst체rmerin und eine Pionierin erz채hlen Seite 10

Jetzt gilt wieder: trinken, trinken, trinken Seite 84 Badeunf채lle: Brauchts ein Handyverbot f체r Eltern? Seite 8

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MM28, 10.7.2017 | 5

E Editorial

Stolze Adler

Es war der Höhepunkt einer an Highlights eh schon gefüllten Saison für die Frauen des FC Aarau. Schon seit die Fussballerinnen in den Aufstiegsspielen in die Nationalliga A standen, unterstützte die «Szene Aarau» sie am Spielfeldrand. Sie, die Hardcore-Fans, die sonst in ihren schwarzen Klamotten nur die «Stars» auf dem Brügglifeld zum Sieg schreien. Doch dann kam es, dass das letzte, entscheidende Aufstiegsspiel der Frauen gegen Yverdon zum gleichen Zeitpunkt stattfand wie der letzte Match der Männer in Neuenburg gegen Xamax. Die Szenies, die sonst für den FCA durchs Feuer gehen, entschieden, dass sie geschlossen an den Match der FC-AarauFrauen reisen würden. «Wir erweisen damit einem Team die Ehre», schrieben sie in einer Mitteilung, «welches sich für unseren Verein und unsere Stadt zerreisst und mit Stolz den Aarauer Adler auf dem Trikot trägt.» In einer (Männer-)Fussballwelt, die geprägt ist von Egoismus, von Geld und Neid, so ihre Argumentation, würden diese Frauen noch die echten sportlichen Werte vertreten.

Bild: Marco Zanoni

Gibt es ein grösseres Lob für den Frauenfussball? Ich habe mir selber zwei der Aufstiegsspiele angeschaut. Auf dem Amateurplatz im Schachen. Nicht im legendären Brügglifeld. Denn dort dürfen die Frauen nicht rein. Und es war bewundernswert, mit welcher Leidenschaft, Ehrlichkeit, mit welchem Eifer die Fussballerinnen zur Sache gingen. Einsatz pur. Keine vorgespielten Verletzungen, keine egozentrischen Selbstdarstellungen. Liebe für den echten, unverdorbenen Fussball. Ab Mitte Juli findet in Holland die Frauen-Fussball-EM statt – zum ersten Mal mit Schweizer Beteiligung. Aus diesem Anlass hat Redaktorin Andrea Freiermuth eine der Pionierinnen des Schweizer Frauenfussballs und eine der aktuell stärksten Spielerinnen im Lande besucht (Seite 10) und eine spannende Story über die beschwerliche Reise der Fussballerinnen zur Akzeptanz geschrieben. Lesen Sie rein! Und schauen Sie sich doch mal unvoreingenommen eines dieser EM-Spiele an. Glauben Sie mir, es lohnt sich. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 8 Diese Woche

Unfälle: Brauchts in den Badis ein Handyverbot für Eltern? 10 Frauen am Ball

Im Fussballsport stehen die Frauen im Abseits 14 Zahlen und Fakten

Der Fussball ist ganz in Männerhand

102

17 Bänz Friedli 18 Rettung für Rehe

Pascal Zimmermann bewahrt Rehkitze vor dem Tod in der Mähmaschine – mit Drohnen 20 Migrosmagazin.ch Bester Leserbeitrag der Woche 23 Leserforum 24 Im Westen viel Leere

64 Haarpflege: John Frieda

Günstig dank Parallelimports 67 Exelia-Weichspüler 69 M-Classic-Kaugummi 70 Knackiges von Anna’s Best 73 Denny’s: Fries aus Quinoa 74 Neues für den Alltag

James Heim im Interview über die Schattenseiten und Risiken der Digitalisierung

Leben

Migros-Welt

Die Sache mit dem Schuh

32 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Schwimmen im Seerosenteich

40 Leichtathletik

Wenn kleine Kinder Zuflucht im elterlichen Bett suchen

Angelica Moser zählt zu den grössten Talenten der Schweiz 43 Schulbeginn – ganz easy

Famigros bietet Unterstützung rund um den Schulanfang 45 Migusto

Pesto perfetto: So stellt man die beliebte Würzpaste her 61 Beitrag an die Umwelt

Die Plastiksäckleingebühr fliesst in vier Umweltprojekte 63 Baustoffe für die Umwelt

Die Migros setzt auf eine ökologische Architektur

77 Kolumne «1, 2 oder 3?» 78 Garten

83 Familie

84 Gesundheit

So viel Flüssigkeit braucht der Körper 87 Brave New Girl 89 Migros Bank: US-Aktien 90 Kinder: Smaragdeidechse 93 Leseraktion

Cityvelos von Galaxus 95 Rätsel, Impressum 100 Cumulus 102 Meine Welt

Rapmusiker Manillio

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Menschen MM28

Darauf freuen wir uns Tag der Einfachheit Jährlich am 12. Juli findet dieser Ehrentag

statt, an dem man, gerade in unserer schnelllebigen Zeit, einen Gang zurückschalten sollte. Winnetou kommt! Am 15. Juli

ist Premiere der Karl-May-Freilichtspiele in Engelberg. Die Aufführungen dauern bis 13. August.

Unnützes Wissen

Regeln und Rekorde Bis 2010 verpflichtete ein Gesetz in Kalifornien den Staat, nach Heilung für Homosexualität zu suchen.

Pascale Bruderer Wyss (39) ist

Ständerätin des Kantons Aargau.

steht es noch bevor – genauso in Basel, Mannheim und Stuttgart: eine bunte Party namens Holi Gaudy. Oder Holi Farbrausch. Besonders kreativ war man offensichtlich nicht, als man sich in unseren Breitenkreisen an die Kommerzialisierung dieser hinduistischen Tradition machte. Holi ist eins der wichtigsten und ältesten indischen Feste. Am fünften Tag nach dem ersten Frühlingsvollmond im März erreicht es jeweils seinen Höhepunkt. Von dieser mühsamen Kalenderrechnerei haben sich die hiesigen Partyveranstalter wohl der Einfachheit halber verabschiedet. Geblieben sind die Farben. Und die scheinen Freude zu bereiten.»

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Gilles Rotzetter (39), Künstler und Maler, Biel

a) «Down on Life» von Elliphant b) «Paris» von The Chainsmokers c) «Go Progress Chrome» von Grandaddy

Der einzige Mensch, der auf seiner ersten Golfrunde gleich elf Holes-in-one schlug,war Nordkoreas einstiger Führer Kim Jong-il. Behauptet jedenfalls das nordkoreanische Informationsministerium. Die Chance, in einer einzigen Runde zwei Holes-in-one zu schlagen, liegt bei 1:67 000 000. Wien gilt immer

noch als die Stadt mit den meisten Agenten der Welt.

Auflösung: c) «Ich mag den Beat dieses Songs sehr.»

Bilder: Pablo Gianninazzi/Ti-Press/Keystone, Marco Zanoni, Silvan Bucher/Karl May Freilichtspiele Engelberg

Mein Bild der Woche «Kiel, Frankfurt und Zürich haben es schon hinter sich. In Luzern

2010 bekam Giorgia Boscolo als erste Frau die Erlaubnis, in Venedig als Gondoliere zu arbeiten.

Quelle: Stern/Neon


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Ausgelassene Kinder in vollen Bassins: Im Schwimmbad ist die volle Aufmerksamkeit der Eltern gefragt.

Elternpflichten

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Baderegeln hat die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) aufgestellt. Unter anderem: Kinder nur begleitet ans Wasser lassen, nie alkoholisiert oder überhitzt ins Wasser springen.

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Ertrinkungstote führt die Statistik der SLRG per 22. September 2016 auf. 2015 starben 50 Menschen in Schwimmbädern oder Gewässern.

75 000

Quadratmeter misst das grösste Schweizer Freibad, das Piscine Bellerive Plage in Lausanne VD. Quelle: SLRG, watson.ch

Zum Kind schauen statt aufs Handy starren Der Schweizerische Badmeister-Verband warnt eindringlich: Eltern sollten Kleinkinder im Schwimmbad stets im Auge behalten. Wenn sie sich vom Handy ablenken lassen, kann das für den planschenden Nachwuchs schnell einmal lebensgefährlich werden. Text: Reto E. Wild

S

ind Eltern nur 20 Sekunden lang unachtsam, kann das für Kinder tödliche Folgen haben. Der Schweizerische Badmeister-Verband zeigt sich besorgt: Eltern in der Badi hielten sich zwar in der Nähe ihrer planschenden Kleinkinder auf, sie seien jedoch so sehr mit dem Smartphone beschäftigt, dass sie kaum etwas mitkriegten, wenn der Nachwuchs sich in Gefahr begebe. Michael Kurz, der in Bolligen BE als Badmeister arbeitet, berichtet, er müsse täglich Eltern mahnen und immer wieder Kinder aus dem

Wasser ziehen. Erst kürzlich habe er ein kleines Mädchen aus dem Kinderbecken gerettet, während die Mutter mit ihrem Smartphone beschäftigt gewesen sei. «Eigentlich müsste man ein Handyverbot zumindest prüfen», sagte der Badmeister gegenüber dem «Berner Oberländer». Auch die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) betont, dass Kinder nur begleitet ins Wasser dürfen und kleine Kinder immer in unmittelbarer Nähe beaufsichtigt werden sollten. Vergangene Woche hat die SLRG

die Präventionskampagne «Das Wasser und ich» lanciert, mit Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal als Botschafter. Der Bündner Biobauer ist Vater dreier Kinder und setzt sich auch deshalb für die Kampagne ein, weil sein Vater einst beinahe ertrunken wäre. Ertrinken ist bei Kindern in der Schweiz seit mehreren Jahren die Unfalltodesursache Nummer zwei. 2013 ertranken in der Schweiz sechs Kinder, 2014 drei, im Hitzesommer 2015 fünf und 2016 (Stand 22. September) vier Kinder – die Mehrheit in Seen und Flüssen.

Bilder: Gabriele Putzu/Ti-Press/Keystone, zVg

Zahlen und Fakten


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 9

Strassenumfrage

Beat Wüthrich

«Die Verantwortung für ihren Nachwuchs tragen die Eltern selbst» Der Schweizerische BadmeisterVerband schlägt Alarm, weil Eltern sich aufs Handy konzentrieren statt auf ihre badenden Kleinkinder. Wie gross ist das Problem wirklich? Tatsächlich reicht es bereits, 20 Sekunden lang wegzuschauen – und ein Kind kann ertrinken. Aber man muss den Ball flachhalten. Das Handy ist nun mal Teil der Gesellschaft. Bei uns im Marzili-Schwimmbad sind wir gar nicht in der Lage, alle Eltern anzusprechen, wenn sie nicht auf ihre Kinder aufpassen. Die Verantwortung für ihren Nachwuch tragen die Eltern letztlich selbst. Sie müssten auch damit leben, wenn ihr Kind verunfallt. In einem Leserforum war die Rede davon, dass immer mehr Eltern annehmen, dass die Badmeister auf die Kinder aufpassen. Das ist so. Wir im Marzili sind aber nicht für die Kinder verantwortlich. Unsere Aufgabe ist es, dann einzuschreiten, wenn etwas passiert. Selbstverständlich reagieren wir auch, wenn wir eine mögliche Gefahr erkennen, etwa wenn ein Kleinkind zu nah an ein grosses Becken herangeht. Wie soll man als Gast reagieren, wenn man Eltern sieht, die nicht auf ihre Kinder achten? Wenn ich persönlich Gast in einer Badi bin und eine Gefahr erkenne, weil die Eltern nicht verantwortungsvoll auf ihre Kinder achten, suche ich das Gespräch im Sinn von: «Es ist zwar nicht mein Kind, aber ich rate ihnen, einzuschreiten.» Wenn die Eltern dennoch nicht reagieren, behalte ich die Situation im Auge, um das Schlimmste zu verhindern. Aber ich eile bestimmt nicht zum Badmeister und verlange von ihm, dass er die Eltern warnt. Eigentlich sind unachtsame Eltern nichts Neues – bloss dass sie früher mit einem Buch beschäftigt waren. Ja. Das Handyproblem ist ein Spiegel der sich verändernden Gesellschaft. Früher las man in der Badi die Zeitung, heute zückt man das Handy.

Würde denn ein Handyverbot die Sicherheit in den Badis erhöhen? Wir haben in der Schweiz bereits so viele Verbote. Die muss man in erster Linie durchsetzen können. Im Marzili haben wir an einem normalen Sommertag rund 12 000 Besucher. An solchen Tagen müssen wir die Sicherheit der Badegäste im Becken gewährleisten. Unsere Aufgabe ist es sicher nicht, Leute zu jagen, die ein Handy benutzen. Es bringt nichts, den Leuten zu verbieten, ihre geschäftlichen E-Mails anzuschauen. Ein Handyverbot im Marzili ist eine Utopie. In einem kleinen Freibad mit 500 Gästen lässt sich ein Verbot vielleicht eher durchsetzen. Mit einem Handyverbot könnte man aber auch das Problem mit fotografierenden Spannern lösen. Nach meiner Einschätzung ist dieses Problem in Wirklichkeit weniger gross, als es in den Medien dargestellt wird. Trotz des hohen Besucheraufkommens entdecken wir die Spanner meistens – auch dank der Hilfe von anderen Badegästen. Intern haben wir drei klare Regeln. Erstens: Am Becken oder im Wasser gibt es keine Fotos. Zweitens: Auf dem Gelände ist Fotografieren erlaubt, sofern der Persönlichkeitsschutz gewährleistet ist. Drittens: Wer sich in seiner Privatsphäre verletzt fühlt, kontaktiert uns, und wir leiten Massnahmen ein – entweder im gemeinsamen Gespräch oder mit Unterstützung der Polizei. Wie sehr achten Sie auf Ihre eigenen Kinder im Freibad? Meine Frau und ich haben unseren Kindern, die heute sechs, sieben und zwölf Jahre alt sind, schon früh das Schwimmen beigebracht. Wir besuchen gerne das Familienbad Ka-WeDe in Bern mit der Wasserrutschbahn und dem Wellenbad. Wenn unsere Kinder im Wasser sind, befinde ich mich immer in Sichtweite. Ins Wellenbad oder ins tiefe Wasser begeben wir uns nur gemeinsam. Und wenn wir schwimmen gehen, habe ich das Handy praktisch nie dabei.

Was halten Sie von einem Handyverbot in der Badi?

Beat Wüthrich (40)

ist Anlagechef des Freibads Marzili in Bern.

Simone Murbach (31), Service­ angestellte/Kleinkinderfachfrau, Affoltern am Albis ZH «Alle sollten

die Handykamera abdecken. Im Poolbereich gehören Handys zum Schutz der Frauen komplett verboten.»

Mojtoba Sarvari (22), Stellen­ suchender, Zürich «Es ist wichtig,

dass Eltern ihre Verantwortung gegenüber ihren Kindern wahrnehmen. Und diese wiederum müssen vor Pädophilen geschützt werden.»

Martina Schulthess (49), Mutter, Zürich «Wer beim Badibesuch nicht

auf seine Kinder achtet, verletzt die Aufsichtspflicht! Es braucht Kinderund Erwachsenenschutz, Schutz vor Spannern oder Fakenews.»


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Fussball

Frauen im Abseits

Am 16. Juli ist Anpfiff zur Fussball-EM der Frauen – ein Anlass, der weltweit im Fernsehen ausgestrahlt wird. Von Gleichberechtigung ist der Fussball aber weit entfernt. Die Schweizer Pionierin Madeleine Boll wurde einst vom Platz verwiesen, Nationalspielerin Fabienne Humm darf heute immerhin kicken – aber ohne Aussicht auf Ruhm und Reichtum. Text: Andrea Freiermuth

Bild: Ephraim Bieri

1

E

s ist Fussball, aber irgendwie anders. Mädchengangs mit Schweizer Fah­ nen, ganze Familien und auch ein paar Mütter mit Kleinkindern: Das ist das Publikum, das sich an diesem tropisch heis­ sen Samstagabend das Freundschaftsspiel Schweiz–England in der Tissot­Arena in Biel ansehen will. Die Fanzone vor dem Haupteingang be­ schränkt sich auf drei Zelte. Die Fans spielen um Give­aways wie T­Shirts und Sonnenbril­ len. In den Schlangen davor stehen maximal

zehn Personen. Wer beim ersten, zweiten oder dritten Mal leer ausgeht, steht einfach nochmals an. Es ist Frauenfussball. Hauptprobe für die Europameisterschaft. 16 Teams kämpfen ab kommendem Sonntag um den begehrten Uefa­Pokal – erstmals sind auch die Schwei­ zerinnen dabei. Auf der VIP­Tribüne fiebert Madeleine Boll (63) im rot­weissen T­Shirt dem Anpfiff entgegen. Athletische Figur, wache Augen. Die Walliserin lässt sich kein Heimspiel der Frauen­Nati entgehen. Sie ist

diejenige, die das runde Leder für das weib­ liche Geschlecht ins Rollen gebracht hat – als 12­jährige Rotznase, vor rund 50 Jahren. Im Jahr 1965 begleitete Madeleine einen Kollegen zum Training des FC Sion. Der Trainer liess das Mädchen wider Erwarten mitspielen. Und es spielte gut. Jetzt fehlte nur noch eine Lizenz, um auch an Turnieren mitmachen zu können. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) stellte den Spielerpass ohne Einwände aus. Damit wurde das Mäd­ chen aus dem 300­Seelen­Dorf Granges FR


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 11

1 Ein Ziel, zwei Gene­

rationen: Nati­Spielerin Fabienne Humm (l.) und Fussballpionierin Madeleine Boll 2 Leidenschaftliche

Kickerin: Madeleine Boll als 14­Jährige 3 Qualifikationsspiel

Bilder: Keystone Pictures USA/Alamy, Pascal Muller/EQ-Images

gegen Tschechien: Fabienne Humm im Schlagabtausch mit Simona Necidova

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die weltweit erste Fussballerin mit einer offiziell gültigen Lizenz. Die Freude währte allerdings nicht lange. Denn ein paar Monate später erfuhr die Welt davon. Der FC Sion spielte nach seinem ersten Sieg beim Europacup gegen Galatasaray Istanbul, und Madeleine nahm mit den C-Junioren im Eröffnungsspiel der Partie teil. Das blonde Gör auf dem heiligen Grün erregte die Aufmerksamkeit der Medien: Rund um den Globus erschienen Artikel über das fussballbegeisterte Mädchen aus demUnterwallis. Und der «Blick» titelte: «Darf Madeleine mit den Buben spielen?». Sie durfte nicht. Die Lizenz war ihr nur aus Versehen ausgestellt worden. Weil Fussball Bubensache war, hatte sich keiner beim SFV den Namen und das Foto des «Juniors» genauer angesehen. Und so entzog man Madeleine den Spielerpass mit der Begründung, in den Statuten stehe nirgends, dass Mädchen Fussball spielen dürften. Der Verband stützte sich auf medizinische Befunde: Damals waren viele Ärzte noch überzeugt, dass Sport – insbesondere so ein männlicher wie Fussball – der Fruchtbarkeit schade. 10. Juni 2017, 18.15 Uhr, Anpfiff in Biel: Die Engländerinnen scheinen irgendwie alle einen Kopf grösser zu sein. Die zwei besten und bekanntesten Spielerinnen der Schweiz, Lara Dickenmann (31) und Ramona Bachmann (26), sind verletzt. Andere Stammspielerinnen wie Captain Caroline Abbé (29), Martina Moser (31) oder Fabienne Humm (31) sitzen noch auf der Ersatzbank. Später wird Trainerin Martina Voss-Tecklenburg (49) sagen: «Ich wollte sehen, ob die Jungen sich durchsetzen können.» Zu Beginn können sie sich zumindest gegen die Übermacht verteidigen. In der 30. Minute schiesst England ein Tor, zehn Minuten später das zweite. Im Stadion sitzen rund 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Ein paar Tage zuvor haben die Schweizer Männer in Neuenburg gegen Weissrussland gekämpft, vor rund

3

10 000 Zuschauern. Vergleicht man die Zahlen der beiden letzten Europameisterschaften, die der Frauen 2013 und die der Männer 2016, ist die Diskrepanz noch krasser: rund 220 000 Zuschauer bei den Frauen, 2,4 Millionen bei den Männern (siehe Infografik Seite 14). Der Frauenfussball ist besser als sein Image

Das Image des Frauenfussballs ist schlecht, vor allem am Stammtisch. So heisst es etwa, die Frauen seien langsam und wehleidig. Das Vorurteil hält sich wacker, obwohl es längst widerlegt ist, wie eine Studie der TU München aus dem Jahr 2011 zeigt. Es stimmt zwar, dass Frauen die Bälle nicht mit dem gleichen Druck abgeben wie die Männer und dass ihre Sprints weniger spritzig sind, dafür trödeln die Männer bei anderen Gelegenheiten: Sie brauchen für eine Auswechslung zehn Sekunden länger als Frauen, der Torjubel fällt bei ihnen mit einer Minute doppelt so lang aus, und bei Verletzungen und Fouls bleiben die Boys im Durchschnitt 30 Sekunden länger am Boden liegen. Nur wenige Zuschauer, wenig Presse, kaum Sponsoren, kaum Geld, mangelnde Investitionen, geringe Förderung, ungenügende Leistung – nur wenige Zuschauer. Ein Teufelskreis, aus dem sich die Fussballfrauen bisher nicht befreien konnten, obwohl sie technisch extreme Fortschritte gemacht haben. Praktisch alle Frauenteams werden vom Männerfussball quersubventioniert. Darum haben noch längst nicht alle A-Teams in der Schweiz eine Frauenequipe, und das, obwohl die weiblichen Kicker viel günstiger sind: Sie verdienen praktisch nichts. Sämtliche Nationalspielerinnen, die nicht bei einem ausländischen Klub engagiert sind, gehen neben dem Fussball einem Job nach. FCZ-Captain Fabienne Humm etwa arbeitet normalerweise 100 Prozent als Büroangestellte. Sie trainiert jeden Abend, zehn Stunden in der Woche plus samstags ein Spiel. Für die WM in Kanada und

die kommende EM in Holland hat sie ihr Pensum um 20 Prozent reduziert. Humm fiel vor zwei Jahren mit dem bisher schnellsten Hattrick in der Frauen-WMGeschichte auf: drei Tore in 275 Sekunden. Im Anschluss erhielt sie mehrere Angebote aus dem Ausland. Sie lehnte alle ab: «Dafür meinen sicheren Job bei einem super Arbeitgeber aufzugeben, hat sich einfach nicht gelohnt.» Im Gegensatz zur FCZ-Spielerin Humm leben Dickenmann bei Wolfsburg und Bachmann bei Chelsea tatsächlich vom Fussball. Sie verdienen jedoch im vierstelligen Bereich, während andere Schweizer Spitzenfussballer wie etwa Xherdan Shaqiri monatlich vermutlich mehr als eine halbe Million absahnen. Ein anderes leidiges Thema sind die Transferbeträge: Die vermutlich höchste Ablösesumme für einen Schweizer Fussballer zahlte Arsenal für Granit Xhaka an Borussia Mönchengladbach. Das auf Gerüchte und Zahlen aus der Fussballwelt spezialisierte Portal Transfermarkt.de führt 35 Millionen auf. Eine Rubrik für Frauen existiert auf dieser Site nicht. Warum auch? Ablösegelder werden meist keine gezahlt. Das aber wäre wichtig, damit die Klubs auch ein Interesse daran hätten, in die Spielerinnen zu investieren. Während man heute über fehlendes Geld klagt, musste Madeleine Boll 1965 schon froh sein, trainieren zu dürfen. Während dreier Jahre spielte sie jeden Mittwoch mit den Knaben einer Schulmannschaft in Lausanne, dafür brauchte es keine Lizenz. Dann meldete sich ein Anwalt aus Milano, der Verstärkung für den Mailänder Frauenfussballklub Gomma-Gomma suchte. «La Montagna Bionda», wie man Madeleine Boll in Mailand bald nannte, pendelte fünf Jahre lang zwischen der Lombardei und dem Wallis, wo sie die Handelsschule absolvierte. Ab 1968 entstanden im Zuge der Frauenbewegung erste Frauenfussballklubs in der Schweiz. Und 1970 fand in Salerno die erste inoffizielle Frauenfussball-Weltmeisterschaft


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statt. Madeleine Boll erinnert sich: «Wir bestritten das Eröffnungsspiel gegen Italien. Der italienische Schiedsrichter begünstigte seine Landsleute nach allen Regeln der Kunst. Sogar die italienische Presse prangerte seine Methoden an.» Es sollte die letzte WM für Madeleine Boll sein: Die Schweizerinnen nahmen aus Protest an der zweiten inoffiziellen WM in Mexiko nicht teil. Aus beruflichen Gründen beendete die Walliserin ihre Karriere bereits mit 25 Jahren, nach 14 Länderspielen und vier Toren. Der Vollzeitjob und die Weiterbildung zur Sozialarbeiterin waren nicht länger mit dem Fussball vereinbar. Geblieben sind von den Medien verliehene Titel wie «Der weibliche Köbi Kuhn» oder «Pelé aus dem Wallis». Während rund zehn Jahren engagierte sie sich für den Frauenfussball, als Funktionärin der Amateurliga, der die Frauen angegliedert sind. Nach ihrem Abgang 2011 ersetzte der SFV Madeleine Boll durch einen Mann. Bundesrat Maurer schwitzt für Pionierinnen

In Biel ist Halbzeit. Bundesrat Ueli Maurer flüchtet von seinem Sitzplatz an sengender Hitze in die kühle VIP-Lounge. Es ist kein Pflichtbesuch: Das Sportdepartement hat er vor zwei Jahren an Guy Parmelin abgegeben. Warum interessiert sich der Finanzminister für Frauenfussball? «Das sind Pionierinnen. Diese Frauen leisten unglaublich viel und verdienen unseren Respekt.» Zudem sei es einfach schön zu sehen, welche Fortschritte die Fussballerinnen in den vergangenen Jahren gemacht hätten. Nicht immer und überall erhalten Damenmannschaften so viel Anerkennung. Gerade wenn sie gut sind, kann es schwierig werden. So verbat der VfL Wolfsburg seinen Frauen vor ein paar Wochen, den DFB-Pokal-Sieg zu feiern, weil die Männerabteilung des Klubs gerade um den Verbleib in der Bundesliga zittern musste. Beim FC Aarau sind die Männer abgestiegen und die Frauen aufgestiegen.

Am Ball im Länderspiel gegen die Engländerinnen, Basel 1975: Madeleine Boll, die wegen ihrer Erscheinung den Spitznamen «Montagna Bionda» trug

Trotzdem dürfen die Nationalliga-A-Spielerinnen nicht im Stadion der Männer kicken, sondern müssen mit dem Amateurplatz vorliebnehmen. Zwischenzeitlich wollte die FC Aarau AG den Frauen sogar den Namen verbieten, weil sie doch keine Profispielerinnen seien und mit «FC Aarau» im Namen den Eindruck erweckten, zur Spitzensportorganisation des Challenge-League-Klubs zu gehören. Tatjana Haenni (51), ehemalige stellvertretende Fifa-Direktorin für FrauenfussballWettbewerbe und seit 2005 Präsidentin des FC Zürich Frauen, sagt: «Es gibt nach wie vor zu wenig Frauen und Frauenfussballexpertise in den zuständigen Gremien.» So habe der Schweizerische Fussballverband mit Franziska Schild zwar eine Ressortchefin für den Junioren- und Frauenfussball, aber in den Kommissionen, die entscheiden, sitze keine einzige Frau – höchstens als Sekretärin. «Das ist doch einfach nicht mehr zeitgemäss.» Tatjana Haenni ist überzeugt, dass man den Frauenfussball besser vermarkten könnte: «Die Frauen werden meist mit den Männern mitverkauft, quasi als Beilage. Oft gibt es auch keine detaillierten Zahlen darüber, wer wie viel einnimmt.» Dabei sei Fussball der grösste Teamsport für Frauen. «Da muss es doch einen Markt geben!» Wie das funktioniert, machen Funktionäre in den USA vor: Dort war Fussball schon immer ein Frauensport, weil die Männer lieber American Football spielen. In der Tissot-Arena in Biel erfüllen die Schweizerinnen die Erwartungen nicht. In den Qualifikationsrunden hatten sie noch acht von acht Spielen gewonnen, sogar gegen Italien. Doch gegen England haben sie an diesem Samstagabend keine Chance. In der 50. Minute folgt das 0:3, in der 62. das 0:4. Nach dem Schlusspfiff meint Madeleine Boll: «Immer gewinnen ist nicht gut, besonders vor einem grossen Wettkampf. Das wird ihnen zu denken geben.» Die Pionierin des Frauenfussballs glaubt an intakte Chancen in

Holland. «Den Einzug ins Achtelfinale sollten wir schaffen. Island und Österreich sind schlagbar.» Einzig gegen Frankreich werde es wirklich schwierig. Die Damen der Grande Nation sind EM-Titel-Favoritinnen. Der lange Weg zur Gleichberechtigung

Beim Abgang zu den Garderoben hat sich das Schweizer Fernsehen (SRF) positioniert. Eine Journalistin holt bei Trainerin und Spielerinnen Statements ein. Die Anwesenheit von SRF ist bei einem Freundschaftsspiel unter Frauen nicht selbstverständlich. Martina Voss-Tecklenburg sagt vor der Kamera: «Wir mussten heute in allen Belangen Lehrgeld zahlen. Das tut jetzt erstmals weh.» Bevor sie sich verabschiedet, dreht sie sich noch kurz zu den Zuschauerrängen hinter dem Goal um, wo kreischende Mädchen versuchen, die Spielerinnen für ein Autogramm oder ein Selfie zu gewinnen, und schenkt den treuen Fans ein Lächeln. Eine Stunde nach dem Spiel sind die Ränge leer. Fabienne Humm ist frisch geduscht und trifft sich in der Mitte des Spielfelds mit Madeleine Boll für den Fototermin des Migros-Magazins. Stürmerin Humm kannte die Geschichte der Pionierin des Schweizer Frauenfussballs bisher nicht. Die Enttäuschung darüber zeigt sich auf dem Gesicht der 63-Jährigen nur kurz. Denn eigentlich sei es ja ein gutes Zeichen, dass die Jungen sich keine Gedanken mehr über die Anfänge des Frauenfussballs machen müssten. Obwohl der Weg zur Gleichberechtigung im Fussball noch sehr lange ist, hat sich bereits einiges verändert. Heute dürfen die Mädchen wenigstens spielen, und wie! Madeleine Boll gerät ins Schwärmen: «Ich war in Kanada und habe deinen Hattrick gesehen. Wunderbar. Dass ihr die Schweiz erstmals an eine offizielle Frauen-WM gebracht habt, genau 50 Jahre nachdem man mir die Lizenz entzogen hat, bedeutet mir sehr viel. Und jetzt die EM. Weisst du, du lebst meinen Traum.»

Bilder: Darry Dyck/AP/Keystone, Leimer/Interfoto/Keystone

Emotionen an der WM 2015: Fabienne Humm (oben) freut sich mit Lia Wälti über das zweite Tor gegen Ecuador.


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14 | MM28, 10.7.2017 | MENSCHEN

Frauenfussball vs. Männerfussball

Ein ungleiches Duell Der Frauenfussball wird beliebter. Ein Vergleich der nackten Zahlen aber zeigt: Frauen und Männer spielen noch immer in verschiedenen Welten. Text: Andrea Freiermuth

Infografik: Daniel Röttele

Die UEFA sammelt alle möglichen Daten zu Fussballspielen. Der

Männer in krasser Überzahl

jeweils anderen Fokus. Zudem werden gewisse Zahlen gar nicht veröffentlicht, etwa die Einnahmen der Frauenspiele. Vergleicht man aber Preisgelder, Löhne, Lizenzen und TV-Zuschauerzahlen, dann zeigen sich astro­ nomische Unterschiede.

Vergleich zwischen der letzten Frauen-EM in Schweden (2013) und der letzten Männer-EM in Frankreich (2016) ist trotzdem schwierig, denn die Reports zu den beiden Events haben einen

Lizenzierte Spielerinnen und Spieler

22 904

1991/92

Nachwuchsspielerinnen und -spieler bis und mit A-Junioren*

2015/16

15 797

Die Fussballwelt ist noch immer fest in Männerhand Die letzte Europameisterschaft der Frauen im Vergleich mit der EM der Männer:

Teilnehmende Teams 12

24

Anzahl Spiele

25

51

Zuschauer im Stadion 0,217 Mio.

2,427 Mio.

TV-Zuschauer 133 Mio.

2000 Mio.

Männer verdienen ein Vielfaches mehr an Preisgeld als Frauen 8 Mio.

Einnahmen der UEFA in Euro**

27 Mio.

1,916 Mrd.

Höchster Ticketpreis fürs Finalspiel in Euro 23

0,1 Mio. 895

… für jedes qualifizierte Team

0,5 Mio. … für die Siegermannschaft der EM

* Alter: 6 bis 20 Jahre ** keine Daten für die Frauen-EM 2013 verfügbar


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 15

Riesige Lohnschere: die bestbezahlte Fussballerin, der bestbezahlte Fussballer 250 740

Vermutliches Monatsgehalt in Franken (ohne private Sponsoren) 250 000 225 000 200 000 175 000 150 000 9000.–

125 000

Ramona Bachmann

600 000.–

Xherdan Shaqiri

100 000 75 000

So viele Frauen und Männer sind Profis

50 000

Von Profispielerinnen und -spielern spricht der Schweizerische Fussballverband dann, wenn sie über 500 Franken pro Monat verdienen (plus Spesen).

25 000 1991/92

2015/16

0

143 758

Der Spielstil machts aus

Frauen schiessen mehr Tore und machen weniger Fouls:

Durchschnittliche Anzahl Tore pro Spiel 2,24 2,12

Fouls pro Spiel 25,2

19,2

Gelbe Karten pro Spiel 2

3,7

Und am Ende gewinnen … meistens die Deutschen Europameister-Titel seit 1960 (Männer) bzw. 1984 (Frauen), Top 3

Rote Karten während der ganzen EM 0

3

Anteil der Tore, die durch Eckball zustande kamen. 16%

11%

Anteil Tore, die durch Elfmeter zustande kamen Quellen: UEFA, Schweizerischer Fussballverband (SFV), Transfermarkt.de

Frankreich

Spanien

Deutschland

Schweden Deutschland Norwegen

3,6% 7,4%


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1. Tag, Sonntag – Anreise nach Elba Gemütliche Fahrt im komfortablen Extrabus (Abfahrt frühmorgens) entlang der ligurischen und toskanischen Küste nach Piombino. Hier erwartet uns unser Fährschiff für die kurze Überfahrt auf die Insel Elba. Nach der Ankunft in Elba werden wir im Hotel mit dem Nachtessen erwartet. 2. Tag, Montag – Wanderung Marciana Marina – Sant Andrea Unsere erste gemütliche Wandertour starten wir im Fischerörtchen Marciana Marina. Zunächst geht es bergauf und dann entlang des herrlichen Küstenwanderweges auf halber Höhe zwischen dem Monte Capanne, dem höchsten Berg Elbas, und dem Meer. Vorbei an alten Bauernhäusern, durch Wälder und Felder sowie entlang malerischer Buchten ist das wunderschöne Örtchen Sant Andrea unser heutiges Tagesziel. • Dauer: 4 - 5 Std. Höhenunterschied: 200m 3. Tag, Dienstag – Wanderung ViticcioProcchio Ausgangspunkt heute ist Viticcio, eine kleine Felsenbucht, die für den intensiven Türkiston

ihres Wassers bekannt ist. Von hier aus führt unser Weg durch Steineichenwälder und dichte Macchia bis zu den wunderschönen Buchten von Scaglieri und Biodola. Nach einer kurzen Pause wandern wir weiter durch die bezaubernde Landschaft bis zum goldenen Sandstrand von Procchio. • Dauer: 3 - 4 Std. Höhenunterschied: 330m. 4. Tag, Mittwoch – Wanderung Rio nell’ElbaPorto Azzurro Rio nell’ Elba, eine kleine ehemalige Bergarbeitersiedlung im Nordosten der Insel, ist Startpunkt unserer dritten Wanderung. Durch die engen Gassen des Ortes entlang eines herrlichen Panoramaweges über den höchsten Berg Ostelbas, den Cima del Monte, durch die duftende Macchia führt unser Weg bis in den malerischen Hafen von Porto Azzurro. • Dauer: 3 - 4 Std. Höhenunterschied: 200m. 5. Tag, Donnerstag – Heimreise Am Morgen heisst es wieder Abschied nehmen von der Insel Elba. Nach der Ausschiffung in Piombino treten Sie die Heimreise an. Ankunft in der Schweiz am späten Abend.

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MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 17

Bänz Friedli

Schäkern mit dem Ebenbild

Liebe junge Frau, die du am Open Air St. Gallen in deiner gelben Pelerine neben mir in der Menge gestanden hast. Ich war der ältere Herr, der bei «Eisgekühlter Bommerlunder» trotz Kälte und Nässe so abgegangen ist – ist es dir vielleicht aufgefallen?

Bild: Vera Hartmann

Nein, ist es dir vermutlich nicht. Du hattest kaum Augen für deine Umgebung. Du warst andauernd mit deinem Smartphone beschäftigt, du hattest – und das ist, was mich im Eigentlichen irritierte – nur Augen für dich selbst. Als du beim vierten Song zum siebzehnten Mal dein Handy gezückt hast, habe ich aufgehört zu zählen.

Bänz Friedli (52) war im St. Galler Schlamm.

Du musstest, soweit ich das mitbekommen habe, der Kati antworten und der Rahel ein Kuss-Smiley senden; die Jessy hat dir beständig Faxen geschickt; du musstest hier eine Snapchat-Story abrufen, da dein Instagram-Profil bespielen, dort deinen Facebook-Account auffrischen, du warst unablässig auf Sendung. Und was mich am meisten befremdete: Du hast nicht einmal Ausschnitte aus dem Konzert gepostet, sondern hieltest das Handy immer im SelfieModus auf dich selbst gerichtet, hast Grimassen geschnitten, Schmollmündchen gemacht, hast dein Ebenbild geküsst und mit ihm geschäkert und die Resultate hinausgeschickt: in den digitalen Bekanntenkreis, der dir die Welt bedeutet. Sie wussten also alle, dass du

gerade am Konzert der Toten Hosen warst, und du wusstest, falls du den Überblick behalten hast, wo die Jessy, die Rahel und die Kati gerade waren. Nun bin ich weiss Gott nicht einer, der die neuen Kommunikationsmöglichkeiten verteufeln würde. Mir gefällt es, dass ich sonntagmorgens auf Instagram nachschauen kann, ob meine Lieblingsfussballerin in der Nacht zuvor getroffen hat und dass ich ihr Tor, falls sie getroffen hat, auch gleich bewundern kann. Ich unterhalte einen regen Chat mit meinen eigenen Fussballkameraden, lasse mich gern über Herrn Trumps jüngsten Fauxpas informieren und mag es, dass das Neueste aus Wimbledon verlässlich auf meinem Handy aufblinkt. Und auch ich habe meinen beiden Neffen, die ausnahmsweise nicht dabei sein konnten, aus dem Sittertobel einen Schnappschuss ihrer Lieblingsband samt launigem Kommentar geschickt. Aber manchmal muss man erleben, statt nur live von einem angeblichen Erlebnis zu berichten. Zum Beispiel, wenn die Toten Hosen bei strömendem Regen einen denkwürdigen Auftritt haben. Als die Band nach zweieinviertel Stunden von der Bühne ging, schautest du verdutzt vom Display auf und fragtest deinen Freund: «Scho Pausä?» Du warst zwar da, aber: Du hast ein tolles Konzert verpasst. MM

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18 | MM28, 10.7.2017 | MENSCHEN

Pascal Zimmermann

Der Retter der Rehe

Jedes Jahr kommen hierzulande bis zu 2000 Rehkitze in den Mähmaschinen von Bauern ums Leben. Pascal Zimmermann will das ändern. Der 18-Jährige hat eine Drohne gebaut, die Rehe aufspürt. Bereits 16 Jungtieren hat er so das Leben gerettet.

Text: Andreas Bättig

Bild: Tomas Wüthrich

E

ng eingekullert liegt es im Gras und macht keinen Wank. Das kleine Rehkitz ist gerade mal eine Woche alt und hat noch keinen Fluchtreflex. Neugierig schaut es mit seinen grossen schwarzen Knopfaugen Pascal Zimmermann an. Der 18-Jährige packt das Rehkitz vorsichtig mit beiden Händen. Das Jungwild lässt alles über sich ergehen. Zimmermann legt das Reh am Waldrand nieder, stülpt einen Holzharass über das Tier und bedeckt diesen mit Gras, damit das Jungtier Schatten hat. Jetzt kann der Bauer die Wiese mähen; er lässt einen kleinen Grasstreifen stehen, dorthin wird er das Rehkitz zurücksetzen. Zimmermann hat einmal mehr ein Reh gerettet und alles in einem Video festgehalten. Leidenschaft für Modellbau

Zimmermann sitzt auf der Terrasse des Elternhauses im bernischen Oberbalm. Bei einem süssen Most erzählt er, wie er auf die Idee kam, Rehkitze zu retten. Er wuchs als Bauernbub auf und bekam darum schon früh mit, dass im Sommer

die Rehkitze in den Mäher geraten, wenn die Bauern das Gras schneiden. «Die Bauern machen das nicht absichtlich», sagt er, «aber die Rehe taten mir immer leid.» Wie sein Vater baut Pascal Zimmermann gern Modellflugzeuge. Als Pascal Zimmermann sich ein Thema für die Maturaarbeit überlegen musste, kam er auf die Idee, selbst ein Flugobjekt zu bauen. Es sollte jedoch kein Modellflugzeug sein, sondern eine Drohne. «Ich besass bereits eine kleine Drohne und überlegte mir, wofür diese gebraucht werden könnte.» Da fielen Zimmermann die Rehkitze ein – und dass man diese mit einer Drohne doch ganz gut aufspüren könnte. «Die Idee, mit Drohnen Rehe zu suchen, war nicht neu. Doch diese Fluggeräte kosten in der Regel mindestens 10 000 Franken. Ich wollte selbst eine bauen, die nur 3000 Franken kostet», sagt er. Gedacht, getan. Er bestellte die Drohnenteile aus der ganzen Welt und fing an, im Bastelraum des Elternhauses seine eigene Drohne zusammenzuschrauben. Die Anleitung dazu holte er sich im Internet. Bereits

die ersten Testflüge waren vielversprechend. Zimmermann hat eine Wärmebildkamera an die Drohne montiert, mit der er die Kitze in der Wiese aufspüren kann. Meistens macht er sich frühmorgens um 5 Uhr auf die Suche nach den Tieren – in der Regel an dem Tag, an dem der Bauer mähen will. Nie mit blossen Händen

Bevor die Drohne abhebt, markiert er die Eckpunkte der Wiese, die er abfliegen möchte, auf einer digitalen Karte. Anschliessend startet er die Drohne – und diese fliegt die gesamte Wiese dank eines integrierten GPS-Navigationssystems automatisch ab. Zwar kann er die Drohne auch selbst mit einer Fernbedienung steuern, doch diese braucht er nur, wenn die Drohne vom Kurs abkommt. Das Gerät fliegt auf einer Höhe von 35 Metern über Grund. Pascal Zimmermann sieht auf einem Monitor am Boden die Livebilder der Wärmebildkamera. Die Wiese erscheint grau, das Rehkitz und andere Tiere sind als rot-weisse Punkte zu sehen. Er notiert sich die Koordinaten des Rehkitzes. Nun kann er die Drohne landen und sich dem


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 19

Im Rettungseinsatz: Pascal Zimmermann (l.) spürt mit seiner Drohne bedrohte Rehkitze auf.

Rehkitzen fehlt der Fluchtreflex – leicht geraten sie in die Mähmaschinen der Landwirte.

Tier vorsichtig nähern. Bevor er das Wild packt, nimmt er Gras in die Hände. «Das ist wichtig. Man sollte die Tiere nicht mit blossen Händen anfassen. So nimmt das Reh den Geruch des Menschen an und kann von der Mutter verstossen werden.» Seit letztem Sommer ist Pascal Zim­ mermanns Drohne im Einsatz. Insgesamt konnte er schon 16 Rehkitze retten. «Das ist schon ein gutes Gefühl. Denn wenn ein Rehkitz stirbt, leidet ja auch die Rehmutter. Die sucht dann jeweils noch tagelang nach dem Kleinen.» Laut Jagdstatistik kommen in der Schweiz jedes Jahr rund 2000 Kitze in Mähmaschinen ums Leben. Gemäss Zim­ mermann dürften es aber viel mehr sein.

Bild: zVg

Ein Job ohne Lohn

Zimmermann macht das alles aus Idealis­ mus. Er verlangt kein Geld für seine Dienste. Manchmal bekomme er eine Spende zu­ gesteckt. Seine Dienste kommen auch beim lokalen Wildhüter gut an. «Der ist froh, dass ich das mache. Auch wenn die Rettung nicht zu seinem Aufgabenbereich, sondern zu dem der Jäger gehört.» Und auch die Bauern seien

natürlich froh, wenn möglichst keine Tiere in die Mähmaschine geraten – und das nicht nur wegen der Rehe. Oft merke der Bauer gar nicht, dass ein Rehkitz getötet wurde. Der Kadaver landet dann im Futter und bildet den Giftstoff Botulinumtoxin. «Daran sterben die Kühe», sagt Zimmermann. Die ganze Mühe hat sich nicht nur für die Rehkitze gelohnt. Pascal Zimmermann erhielt für seine Matura-Arbeit eine glatte Sechs. «Wegen der Maturaprüfungen hatte ich in den letzten Wochen leider nicht so viel Zeit, um raus auf die Wiesen zu gehen und Rehe zu retten», sagt er. Zwar gäbe es im Raum Bern bereits einige Drohnenpiloten, doch flächendeckend werde diese Methode noch nicht eingesetzt. «Deshalb hoffe ich natürlich auf viele Nachahmer.» Zimmermann gibt Leuten, die ebenfalls eine solche Drohne bauen möchten, gern Tipps. Und er ist davon überzeugt, dass Droh­ nen noch viele andere Aufgaben in unserem Leben übernehmen werden: «Die Rehkitz­ rettung ist nur eine davon.» MM Weitere Infos: www.baechlers.ch; www.rehkitzrettung.ch

Tipps

So spürt man Rehe auf Wer nicht die Möglichkeit hat, das Feld mit einer Drohne abzu­ suchen, dem gibt Pascal Zimmer­ mann die folgenden Tipps: • Möglichst früh vor dem Mähen den örtlichen Jäger kontaktieren. Er hilft meist gern beim Thema Rehkitzrettung. • Versuchen, die Rehe zu ver­ blenden. Dafür werden mehrere Scheuchen aufgestellt – etwa Plastiksäcke, Reflektoren oder Gas­ ballone. In 50 Prozent der Fälle seien diese Massnahmen erfolgreich. • Von innen nach aussen mähen. Also möglichst nicht am Waldrand beginnen. So können die Tiere besser flüchten. • Die Familie zusammentrom­ meln und die Wiese vor dem Mähen gemeinsam durchkämmen.


20 | MM28, 10.7.2017 | MENSCHEN

Die Umfrage

Leserbeitrag

Migrosmagazin.ch

Grossvaters Schule in Ghana

Gleich nach Aufschaltung der neuen Website konnten die Besucherinnen und Besucher ihr erstes Urteil abgeben:

Esrea Camenzind (16) aus Luzern besuchte drei Wochen zusammen mit ihrem Grossvater dessen Entwicklungsprojekt in Ghana: «Mein Grossvater ist 84 Jahre alt und arbeitet seit über 20 Jahren für Hilfswerke in Afrika und Südamerika. Seit seiner Pensionierung hilft er Einheimischen und zeigt ihnen, wie man Schulen und Häuser baut. Er hatte früher ein Baugeschäft. Jetzt gibt er sein Know-how weiter, lehrt das Handwerk und organisiert vor Ort mit den Behörden alles Nötige, um die Projekte zu verwirklichen. Dafür sammelt er Geld.»

«Hot oder not?» Wie gut gefällt dir das neue Migrosmagazin.ch? 722 Stimmen

44% 56%

44%: Hot 56%: Not

Der Erlebnisbericht auf www.migmag.ch/ghana

Diese Woche: Manche

Eltern geben sich in der Badi mehr mit dem Smartphone als mit den Kindern ab. Passen Sie pausenlos auf?

Hat dir jemand das Leben gerettet, einen wichtigen Rat erteilt oder dir in einer Notsituation geholfen? Dann sag doch im MigrosMagazin «Danke»!

Leserbild der Woche

Der kleine Bruder des Chasseral René Rychener lockt mit dem Panorama auf den Mont Sujet. Auf dem Nebengipfel des «Jurariesen» dominieren ein Wegweiser ... und Naturwiesen. www.migmag.ch/mt-sujet

René Rychener

ist begeisterter Wanderer und seit 2012 Blogger.

Erzähl deine Geschichte auf www.migmag.ch/danke oder sende sie uns bis 30. Juli 2017 an die Mail-Adresse danke@migrosmagazin.ch


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 21

Reaktionen

Kolumnen

Gratulation zum Du

Die Highlights

Die neue Website des Migros-Magazins ist seit 28. Juni live geschaltet. Neu ist es für Nutzerinnen und Nutzer möglich, eigene Artikel zu schreiben, mitzudiskutieren und zu zeigen, was sie bewegt. Erste Reaktionen auf die Änderungen fallen unterschiedlich aus. www.migmag.ch/relaunch Martin Walther: Gratulation zur sehr ansprechenden neuen Website und dem sympathischen Du! Ich finde das neue Layout sehr gut. Das Leben besteht aus Veränderungen. Darum ist es wichtig, immer wieder offen für Neues zu sein.

Werner Rohner: Da ich Sie ja nicht persönlich kenne, finde ich es daneben und unhöflich, dass Sie Kunden mit Du anreden. Anstand ist auch heute noch gefragt!

Thomas Weiss: Mit der aus dem englischsprachigen

Andrea liebt Marc, Marc liebt Andrea – aber nicht nur. Andrea Freiermuth schildert ein spezielles Dreiecksverhältnis. Ihr Partner ist nämlich nicht ganz frei von Altlasten: dem treu ergebenen Kater Fidel. Und der fordert im Alltag unnachgiebig seine «Rechte» ein … Die Kolumne auf www.migmag.ch/fidel

Andrea Freiermuth ist Journa-

listin beim Migros-Magazin

Raum importierten Unsitte des Duzens wildfremder Menschen ist meiner Meinung nach ein grosser Mangel an grundlegendem Anstand verbunden. Eine ganz einfache Tatsache der deutschen Sprache liegt darin, dass Duzen weniger respektvoll ist als Siezen. (...) Ansonsten kann ich aber mit der neuen Website sehr gut leben.

Andreas Götschi: Ich finde die neue Website sehr gut

und verständlich. Und das (neue Prozedere; Anm. d. Red.) mit den Wettbewerben ist auch korrekt.

Barbara Rychen: Personalisierung heisst Bevor-

munden. Ich möchte selber entscheiden, was genau ich lesen möchte und was nur überfliegen. Zwillingspapi Reto Vogt verrät die elf witzigsten ReakHeidi Wicki: Früher hat man sofort gefunden, was

man lesen wollte. Jetzt ist es unmöglich. Rätsellösungen einzugeben wird zu mühsam. Mein Mann kann dies gar nicht mehr, da wir dieselbe Mailadresse haben.

Manfred Märzendorfer: Beim Wettbewerb mitzu-

Bilder: zVg, Getty Images

machen, bringt unheimlichen Mehraufwand gegenüber früher. Besonders für eine Familie, wenn nicht jede Person ein eigenes Profil anlegen will.

Stefan Steiner: Ich finde die neue Seite viel klarer.

Besonders gefällt mir das Leseerlebnis auf meinem grossen Bildschirm.

tionen von Fremden, die ihn mit seinen beiden Kleinen getroffen haben. Etwa: «Also sind sie, äh, einäugig?» Alle Situationen auf www.migmag.ch/zwillingsfragen

Reto Vogt ist Leiter Online des Migros-Magazins

«Slime» für alle!

Bettina Leinenbach zeigt jede Woche praktische Anleitungen für das Basteln mit Kindern und Selber-Mach-Tricks für Haushalt und Freizeit. Diesmal gibts alle Infos und das Video zur Herstellung von Slime, zum Revival des Kultstoffs. Die Anleitung auf www.migmag.ch/slime

Bettina Leinenbach ist freie

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MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 23

Leserforum MM27 Sonderausgabe 75 Jahre Brückenbauer und Migros-Magazin

«Die Ausgabe wird in meinem Archiv einen Sonderplatz einnehmen.» 75 JAHRE | MM27,

3.7.2017 | 89

Die Achtziger

Mauern fallen

Spots als TV-Highlight

Danke für diese tolle Zeitung. Ihr habt euch einfach über­ troffen. Der ganze Werdegang der Zeitung, der Migros, die Ver­ gangenheit, ohne die wir keine Zukunft hätten! Ich konnte alles nacherleben, obwohl ich 45 Jah­ re lang mit meiner Familie im Ausland gelebt habe. Katharina Lendenmann, via E-Mail Sie schreiben auf Seite 11: «1946: Am 21. Februar startet das erste düsengetriebene Flugzeug und landet auf einem Flugzeug­ träger». Das mag so sein, aber der Düsenjäger hatte seinen Erstflug bereits am 18. Juli 1942 in Deutschland: Messerschmidt

Brückenbauer vom 12.2.1986

nen» 1980er-Jahre, s-Chef über die «golde Der ehemalige Migro Präsidenten Michail damaligen sowjetischen sein Treffen mit dem währende Thesen. immer eilers Duttw eb Gorbatschow – und Gottli Jahren? Auch nicht in den 1970er- grossen Krisen. der herrschte in der Das war doch eine Zeit Ende der 1980er-Jahre smus, die Grenzen r. Auf den AufEnergiekrise, Terrori Schweiz Hochkonjunktu Börsen- und erste des Wachstums. schwung folgte eine war das ung. Ich war Wie se. Erinner in ilienkri so Ich habe es nicht danach eine Immob r Mensch. ? bis abends ein positive damals für die Migros uns von morgens sgegangen. Ich habe als solche erlebt. Bei Es ist immer nur aufwärt Wir haben Krisen nie ung, dass wir erwischt. Als ich zur eben auch die gute Zeit 300 Millionen Fran­ hatte eine Krise die Auswirk Mehrumsatz wir weniger kam, machten vielleicht ein Prozent wir heute in bei der Migros Migros machen Zeit Das Jahr. ganzen pro ken Umsatz hatten. In meiner lung war unglaublich. Krise erinnern. 3½ Tagen. Die Entwick kann ich mich an keine nicht betroffen? Weshalb war die Migros zu tun. Wenn wir t Das hat mit dem Geschäf bestand der Migros­ weit zurückgehen, dann Lebensmitteln. aus Umsatz zu 100 Prozent nach und nach zurück­ Dieser Anteil ist zwar n wird auch in Krisen­ gegangen. Aber gegesse wir Krisen nie direkt. zeiten, deshalb spürten

nun sagen: Die Provokativ könnte man t man in schlechten guten Manager erkenn Jahren. tes Jahr. Das hat mich Ich hatte nie ein schlech ich Filialleiter war, t. Als durchs Leben begleite Umsatzzunahmen. hatte ich immer die besten

ME 262. Wegen Treibstoff­ mangels landete eine solche Maschine «aus Versehen» am 25. April 1945 in Dübendorf. Hermann Schellenberg, via E-Mail MM25 Via Vaterschaftsurlaub

zur Gleichstellung

Gorbatschow Kurt Furgler und Michail 1985) in Genf (19. November

ls und als Geschäfts­ Als Verkaufsleiter ebenfal auch. leiter der Migros Bern guter Arbeit und der Sicher hatte das mit sehr die für die Schweiz Konjunktur zu tun, gab es Grundsätze, vorteilhaft war. Aber haben? die Ihre Arbeit geprägt sätze? Sie meinen Führungsgrund Ja, zum Beispiel. Team. Das Wichtigste ist das

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Mich ärgert immer noch der Leserbrief einer Frau, die sagt, am Anfang schlafe und trinke das Baby nur und brauche nur die Mutter. Ich war nach der Geburt unserer Tochter froh, dass mein Partner wenigstens eine Woche daheimbleiben und mich im Alltag entlasten konnte: waschen, kochen, mit dem Baby spazieren gehen, damit ich mal in Ruhe duschen konnte. Die Zeit käme der ganzen Familie zugute. Franziska Stickel, via E-Mail

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Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

Erich Michel, via E-Mail

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Also, einfach toll, diese letzte Ausgabe. Da hat wirklich alles gestimmt. Diese Ausgabe würde sogar noch teilweise in den Geschichtsunterricht der Schu­ len hineinpassen. Grosses Kompliment, macht weiter so! Frau Baumann, via E-Mail

«Gorbatschow hat ruck einen starken Eind gemacht»

Statt wie bisher einfach Produkte anzupreisen, den sollte TV-Werbung in er 1980er-Jahren die Zuschau unterhalten. Der Brücken den bauer berichtete von eiten Dreharb igen aufwend pot für den neuen Migros-S in der Modemetropole Mailand – inklusive Programmhinweis.

Jules Kyburz

tweiss, Bild (Collage): Belicta Castelbarco/Kombinatro r, Remo Leupin Illustration: er, Andreas Dürrenberge Texte: Hans Schneeberg

Am 1. August 1981 ging der Musiksparten­ kanal MTV auf Sendung – und stellte das Musikgeschäft mit einem Schlag auf den Kopf. Eighties­Ikonen wie Madonna oder Prince – sie wären nie so berühmt gewor­ den ohne die weltweit verbrei­ teten Clips. Und unvergesslich bleibt «Thriller» von Michael Jack­ son, das wohl einflussreichste Popmusikvideo aller Zeiten.

Str/Keystone Getty Images (2) Bilder:

ten die Föhnschrill und bunt. Sie brach Die 80er-Jahre waren oder MTV. In dieses knaller wie «Miami Vice» und Punkfrisur, Serien rnobyl und der Atomunfall in Tsche auch aber fielen hnt Jahrze enten Michail des sowjetischen Präsid Aids. Und die Perestroika Ära ein, die 1989 zum sche politi neue eine Gorbatschow läutete Kriegs führte. r und zum Ende des Kalten Fall der Berliner Maue

Viel besser, prägnanter und kompakter könnte man die 75 Jahre Migros-Bewegung und das Zeitgeschehen nicht aufarbeiten. Mit Wehmut denke ich als kantonalsanktgallischer LdU-Vertreter an die spannenden Jahre im Parlament zurück. Die Ausgabe wird in meinem Archiv einen Sonderplatz einnehmen.


24 | MM28, 10.7.2017 | MENSCHEN

James Heim

«In der westlichen Welt herrscht eine spirituelle Leere» James Heim arbeitete als Standortförderer einige Jahre ganz nah an der Hightechszene in Kalifornien und bahnte Google den Weg in die Schweiz. Immer mehr Menschen seien total berauscht von den Möglichkeiten neuer Technologien, warnt der Zürcher. Dabei würden wir die Schattenseiten der Digitalisierung oft völlig ausblenden – und unsere Freiheit riskieren. Text: Erika Burri, Ralf Kaminski

Bilder: Dan Cermak


MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 25

Hält sich von den neusten Technologien lieber fern: Ökonom und Autor James Heim.


26 | MM28, 10.7.2017 | MENSCHEN

James Heim, was war angesagt, als Sie 2002 nach Kalifornien zogen? Nach dem Platzen der Dotcom-Blase gab es wieder erste Zuckungen auf dem Markt. Vor allem Google machte von sich reden: Eine so effiziente Suchmaschine hatte man vorher noch nie gesehen. Die Googlers waren velofahrende Geeks, im Schnitt Anfang 20, total unkonventionell. Als ich die Firma 2003 besuchte, hatte man das Gefühl, man sei auf einem Campus. Was damals echt war, ist heute allerdings primär Marketing. Weshalb besuchten Sie sie? Google suchte ein Standbein in Europa. Ich habe im Namen der Firma, für die ich damals arbeitete, für Zürich geworben. War es schwierig, Google nach Zürich zu holen? Ein Vorteil war, dass es bereits ein paar Ingenieure gab, die eine Affinität zur Schweiz hatten. Es waren verschiedene Gründe, weshalb Google 2004 letztlich ein Büro in Zürich eröffnete und nicht in München oder London. Die tiefen Steuern erleichterten sicherlich den Entscheid. Wie war die Stimmung damals in San Francisco? Die Techszene war noch nicht wirklich in der Stadt angekommen. Noch war sie im Silicon Valley, einer vergleichsweise konservativen Gegend. Den jungen Ingenieuren, die bei Google und später bei Facebook zu Millionären wurden, war es dort zu langweilig. Sie zogen in die Stadt, und die Mietpreise stiegen ins Unermessliche – das ging so weit, dass wütende Rentner Ziegelsteine nach den GoogleBussen warfen. Ist das auch ein Grund, wieso Sie der Technologie gegenüber so skeptisch geworden sind? Nein. Ich bin der Technologie gegenüber auch nicht aus Prinzip skeptisch. Ich bewundere Ingenieurleistungen wie die Eisenbahn, das Fliegen, die Kommunikationstechnologie. Aber mir macht Sorgen, wie unkritisch wir mit Technologie umgehen und in welchem Mass sie heute

unser Leben und Denken dominiert. Wir nehmen alles an, bejubeln jede neue Erfindung. Mir kommt es vor, als seien wir im Dauerrausch, benommen von den Möglichkeiten, die uns die Technologie bietet. Was hat zu Ihrer kritischen Haltung geführt? Als Standortförderer besuchte ich viele Anlässe, an denen Ingenieure ihre Forschungsfelder und Geschäftsideen präsentierten. Einmal bin ich mit einem Biowissenschaftler, der sich mit genetischen Manipulationen beschäftigte, auf Einstein zu sprechen gekommen. Dessen Erkenntnisse haben den Bau von Atombomben unterstützt – und am Ende seines Lebens sagte er: Wenn er das gewusst hätte, wäre er lieber Uhrmacher statt Physiker geworden. Ich fragte den Biowissenschaftler, ob auch er sich Gedanken über mögliche negative Konsequenzen seiner Forschung mache. Und? Er zeigte sich dafür offen, wohl auch, weil er noch keine Investoren hatte und somit keinen Grund, das Thema zu verdrängen. Ich machte mir während Jahren einen Spass daraus, Forscher und Ingenieure auf die möglichen unbeabsichtigten Folgen ihres Tuns anzusprechen. Die meisten überlegen sich kaum je, was für negative Folgen ihr Tun haben könnte. Dabei ist es enorm, was all diese Leute da lostreten. Was denn? Eine Dynamik, die eine komplett andere Realität erschafft als die, in der wir Menschen als biologische Wesen Millionen von Jahren gelebt haben. Zwar haben sich die Menschen mit jedem neuen Werkzeug und jeder neuen Kulturtechnik, die sie erfunden haben, ein wenig von der Natur entfernt. Doch mit der Wissenschaftsrevolution und der Industrialisierung vor 250 Jahren hat sich dieser Ablösungsprozess stark beschleunigt. Nun dreht sich die Spirale schneller und schneller. Wir geraten immer stärker in eine immer technologischer geprägte Realität.

«Wir geraten immer stärker in eine immer technologischer geprägte Realität.»

Was genau befürchten Sie? Technologie bedeutet nicht einfach nur eine neue App auf dem Smartphone oder immer schnellere Internetverbindungen. Sie schliesst auch Bereiche wie Biowissenschaften oder Gentechnik ein. Und da gibt es Entwicklungen, die nicht mal unsere Experten wirklich verstehen. Zum Beispiel? Es wird etwa versucht, weisse Blutkörperchen gentechnisch so zu manipulieren, dass sie Krebszellen selbständig aufspüren und eliminieren. Das ist an sich nichts Schlechtes, niemand will an Krebs sterben. Und das ist genau das Perfide an der tech­ nologischen Entwicklung: Sie orientiert sich perfekt an unse­ ren grundsätzlichen Bedürf­ nissen und verspricht uns Fortschritt und Verbesserung. Welche Bedürfnisse? Wir Menschen tauschen uns gern aus, haben es gern bequem und lustig, möchten gesund sein und lange leben. Die diversen neuen Technologien sind auch deshalb so erfolgreich und werden kaum grundsätzlich hinterfragt, weil sie diese Bedürfnisse so gut bedienen. Aber: Wann ist der Punkt erreicht, an dem uns neue Technologien weder glücklicher noch gesünder oder freier machen? Aber was ist denn nicht gut an den manipulierten Blut­ körperchen? Technologische Entwicklungen haben Auswirkungen auf zwei

Ebenen. Erstens auf unsere Biologie und unsere Umwelt: Wie genau verhalten sich diese gentechnisch veränderten Blutkörperchen in uns? Was für weitere Effekte haben sie? Bisher waren wir von Technologie nur umgeben, nun kommt sie nach und nach in uns hinein. Es gibt Leute, die sprechen schon davon, dass wir unsere Gehirne direkt ans Internet anbinden und so mit anderen kommunizieren können, ohne ein Wort zu sprechen. Die Folgen von all dem auf uns und unsere Umwelt sind eine Blackbox. Klar ist nur: Als biologische Wesen verändern wir

Zur Person

Ökonom und Autor James Heim (49) hat von 2002 bis 2014 in San Francisco

gelebt und dort für einen Schweizer Standortförderer gearbeitet. Dabei hat der Schweizer einen tiefen Einblick in die aufstrebende Technologieszene des Silicon Valleys erhalten. Und er trug dazu bei, Google nach Zürich zu holen. 2016 brachte Heim im Selbstverlag das Buch «Voluntary Enslavement» heraus, in dem er der Frage nachgeht, inwiefern Technologie unsere menschliche Vielfalt und unsere Freiheit vermindert. James Heim lebt in Zürich. www.VoluntaryEnslavement.com


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MENSCHEN | MM28, 10.7.2017 | 27

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uns nicht mehr langsam durch die Evolution, sondern rasend schnell durch die Technik. Und zweitens? Die gesellschaftlich-politische Ebene: Die Gesundheitsindustrie ist ein lukratives Geschäftsfeld, gerade weil sie unsere Bedürfnisse so gut bedient. Firmen stecken viel Geld in die Forschung, da ist es logisch, dass sie Gewinne sehen wollen. Das ist nicht falsch. Aber wie bei Google sehen wir auch in anderen Industrien eine Konzentration. Wir wissen aus der Geschichte, dass diejenigen, die die Technologie beherrschen, immer auch Macht hatten. Noch leben wir in einer Demokratie. Aber die Staatsform war noch nie in Stein gemeisselt. Schon heute nehmen multinationale Konzerne massiv Einfluss auf die demokratischen Prozesse, zudem nützen sie die gesetzgeberischen Lücken gezielt aus. Die Regulierung hinkt gerade im biotechnologischen Bereich massiv hinterher. Wohin führt das? Ich weiss es nicht. Aber ich finde, es ist an der Zeit, dass wir das Tempo drosseln. Unser Leben wird zunehmend durch Effizienz und Funktionalität bestimmt. Aber das Menschsein ist mehr als das: sich der Fantasie hingeben, etwas Kulturelles schaffen, das nicht in erster Linie nützlich ist, träumen, ein spirituelles Leben leben. Das alles hat jedoch in einer rein technologischen Welt keinen Wert, weil es für die Weiterentwicklung der Technologie nicht nötig ist. Im Grunde ist es paradox: Technologie ist durch unsere Neugier und Bedürfnisse erst entstanden, nun dominiert sie unser Leben immer mehr. Wie drosseln wir das Tempo? Wir sollten die Verquickung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft brechen. Die Wissenschaft hat sich immer mehr der Wirtschaft untergeordnet. Die Wissenschaftsmaschinerie ist völlig überhitzt. Wir sollten weniger Ingenieure ausbilden und ja, ein paar Unis schliessen.

Ist das Ihr Ernst? Sie wollen den Fortschritt ausbremsen? Den technologischen Fortschritt. Fortschritt kann ja auch sein, ein gutes, zufriedenes Leben zu führen. Etwas dürfen wir bei all dem nämlich nicht ausblenden: die Spiritualität. Und damit meine ich nicht Religion, sondern unser Bewusstsein, dass wir Teil eines Ganzen sind, eingebettet in eine Umwelt, die uns hervorgebracht hat und die wir mit anderen Lebewesen teilen. In der westlichen Welt herrscht eine spirituelle Leere – deshalb geben wir uns so exzessiv der Technologie hin. Sie übertreiben. Ich denke nicht. Vor lauter Glaube an die Technologie haben wir unser Verantwortungsgefühl verloren. Es gab Indianerstämme, die sich bei wichtigen Entscheidungen fragten: Welche Auswirkungen haben die Entschlüsse für die nachfolgenden Generationen? Ihr Credo war, dass ein Entscheid sich bis auf sieben Generationen nach ihnen positiv auswirken soll. Heute denken wir nur noch an uns. Wie entschleunigen Sie selbst? Mein Handy ist elf Jahre alt, ich kann also gerade einmal SMS empfangen und telefonieren, mehr nicht. Ich bin auch nicht auf Facebook, weil ich lieber direkten Kontakt mit Menschen habe. Wie wirkt sich das sonst noch aus? Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass ich nicht kritisch über Technologie nachdenken und gleichzeitig Anteilscheine von Technologiefirmen besitzen kann. Diese Aktien habe ich inzwischen verkauft. Ich werde es nicht zulassen, dass neuartige genetische Therapien bei mir angewendet werden, wenn ich krank sein sollte. In einem sterilen Raum zu sterben, ist ein Horrorszenario für mich; ebenso, dass ich als Mensch zur Maschine werde, ein Cyborg mit vielen technologischen Komponenten in mir. Das ist eine Zukunftsvision für die Menschheit, die mich abschreckt. MM

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Migros-Welt MM28

Zahl der Woche

55 178

Auf Migipedia, der Kundenplattform der Migros, können neu 55 178 Produkte bewertet werden. Bisher waren es 17 000. Nun sind auch Produkte von Melectronics, SportXX, Micasa und Do it +Garden online.

Migros-Lehrberufe

Freundlicher Empfang Giada Venuti (16) absolviert das erste Lehrjahr zur Hotelfachfrau im Hotel Säntispark in Abtwil SG, das zur Migros Ostschweiz gehört.

«Ich lerne alle Bereiche der Hotellerie kennen. Dazu gehört auch der Etagenservice mit dem Herrichten der Zimmer.»

Bilder: Daniel Kellenberger, zVg

solange Vorrat

Sommerhit

Das beliebteste Sommermenü Sommerzeit ist in der Schweiz auch Fitnessteller-Zeit. Knackig kühler Salat und

ein grilliertes Stück Fleisch stehen bei hohen Temperaturen ganz oben auf der Beliebtheits­ skala. Die Migros­Restaurants der Genossen­ schaft Migros Aare haben täglich einen Fitness­ teller im Menüangebot. Die Gäste können sich ihre Lieblingssalate am Buffet nach Herzenslust

selber zusammenstellen. Währenddessen grillieren die Köche ein saftiges Stück Fleisch oder Fisch dazu. Ab sofort und solange Vorrat gibts im Migros­Restaurant zu jedem Fitness­ teller ein Buch «Die Grillmacher» mit tollen Barbecue­Tipps geschenkt. Mehr von der Migros Aare ab Seite 32


30 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Konsumentenschutz

Lob für MigrosRegional-Label

Legendärer Saxofonist und Pionier der elektronischen Musik: Bruno Spoerri, der Preisträger des diesjährigen Swiss Jazz Award. Jazz

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat 55 Regional-Labels auf dem Schweizer Markt untersucht, darunter auch «Aus der Region. Für die Region.» der Migros. Die SKS bescheinigt der Migros sowie den Labels «regio. garantie» und «Schweizer Landschaftspärke», dass sie den Konsumenten damit einen Mehrwert bieten. Sie schneiden von allen untersuchten Labels am besten ab. «Diese Labels unterstehen einem nationalen Dachreglement, sodass die Region definiert ist, eine Zertifizierung und unabhängige Kontrolle stattfindet, und die Konsumenten sich online informieren können, welche Aufagen hinter dem Label stecken», heisst es im SKS- Bericht. Wünschenswert fände der SKS zusätzlich eine klarere Regelung, wenn importierte Zutaten verwendet werden. Auch findet sie die Regionen, die teilweise mehrere Kantone abdecken, als zu breit gefasst. Mehr Infos: www.konsumentenschutz.ch

Ein Musiker wie ein Chamäleon Der 82-jährige Bruno Spoerri erhält für sein vielfältiges Lebenswerk den diesjährigen Swiss Jazz Award. Der Schwei-zer Musiker hat sich in seiner Karriere immer wieder als enorm wandlungsfähig erwiesen: Er ist als Jazzsaxofonist bekannt, gilt aber auch als Pionier der elektronischen Musik. In verschiedenen Formationen war er auf Tourneen in Asien und Afrika unterwegs. Spoerri hat sich

auch einen Namen als Filmkomponist gemacht. Er schrieb beispielsweise die Musik für die gefeierte Naturdokumentation «Die Reise der Pinguine». Der seit 2007 verliehene Swiss Jazz Award wird vom MigrosKulturprozent unterstützt.

Frage der Woche

Die Migros führt einen veganen Apfelsaft. Ist das nicht sinnlos, weil Most ja nur Früchte enthält? Sie haben natürlich recht mit Ihrer Feststellung, dass Apfelsaft nur aus Äpfeln besteht. Um einen trüben Saft klar zu machen, wird als Hilfsmittel aber Gelatine verwendet. Obwohl diese zusammen mit den Trübstoffen entfernt wird, ist ein derart geklärter Saft für Veganer tabu. Als Alternative führt die Migros zusätzlich einen Apfelsaft, bei dem die Trübstoffe mechanisch entfernt werden. Dieser klare Apfelsaft ist mit dem Vegan-Logo gekennzeichnet.

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.


MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 31

Open-Air-Festivals

Sommerzeit ist Festivalzeit. Die Migros ist Hauptsponsorin der grössten Festivals der Schweiz. Vor Ort mit dabei sind dieses Jahr auch fünf Lernende des Migros-Genossenschafts-Bundes. Ausgerüstet mit Zelt, Schlafsack und Gummistiefeln von M-Budget und ihren Smartphones, mischen sie sich im Auftrag der Migros unter das partyfreudige Volk an den Festivals St. Gallen, Frauenfeld, Gurten, Heitere und Gampel. Was sie dort erleben, teilen sie mit der Welt auf den offiziellen Instagram- und Snapchat-Kanälen der Migros. Zum Open-AirTeam gehören: Nico Lutz, Julia Pechlaner, Marc Vollenweider, Caroline Iseli und Moritz Luginbühl (v.l.n.r.). Jetzt den Lernenden folgen auf Instagram: m_budget Snapchat: migros_snap

Migros Luzern

Neues Institut für Weiterbildung

Bilder: Massimo Pedrazzini; Nik Hunger; zVg

Die Migros Luzern ruft das Institut für berufliche Aus- und Weiterbildung (IBAW) ins Leben. Ziel ist es, an verschiedenen Standorten in der Schweiz ein attraktives Angebot für die höhere Berufsbildung im Informatikbereich zu schaffen. Dies, um den drohenden Fachkräftemangel im IT-Bereich abzufedern und Arbeitskräfte gezielt zu fördern. Die Studiengänge, wie Dipl. Wirtschaftsinformatiker HF oder Dipl. Techniker HF, starten ab Herbst in Luzern, Basel, Bern, Sursee und Winterthur. Weitere Angebote werden momentan geprüft. Mehr Infos: www.ibaw.ch

Schicken Sie uns Blickfang

Migi geht baden «Migi ist es zu heiss und uns auch, darum hüpfen wir ihr hinterher ins kühle Nass des schönen Vierwaldstättersees.» Familie Odermatt, Horw LU

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Klipp und klar

Migros mit Apotheke

Paul Bühler,

Senior Projektleiter bei der Migros

1

Weshalb wird «Zur Rose», eine Apotheke, die hauptsächlich im Onlinehandel tätig ist, in eine Migros-Filiale integriert? Davon profitieren die Kunden beider Unter­ nehmen. Sie können den Kauf ihrer Medika­ mente mit dem Einkauf in der Migros verbinden.

2

Online ist «Zur Rose» günstiger als andere Apotheken. Sind die Preise auch in der Migros-Filiale tiefer? Ob online oder statio­ när: Bei «Zur Rose» gelten dieselben Kon­ ditionen. Gegenüber anderen Apotheken ist «Zur Rose» bei rezept­ pflichtigen Medika­ menten im Schnitt 11 bis 12 Prozent güns­ tiger. Für rezeptfreie Arzneimittel gelten auch attraktive Preise. Zusätzlich können Kunden vor Ort bei «Zur Rose» Cumulus­ punkte sammeln.

3

«Zur Rose» eröffnete letzte Woche in einer Berner Migros-Filiale den ersten Standort. Sind weitere Shopin-Shop-Apotheken geplant? Wir werden die Er­ fahrungen der ersten Filiale zuerst auswer­ ten und dann entschei­ den, wie das Projekt weitergeführt wird.


32 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

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Aus der Region. Für die Region.

Ein rauchiger Fleischgenuss Léonie Bigler repräsentiert die Bigler AG Fleischwaren

in Büren an der Aare. Zu den Spezialitäten des Betriebs zählt der geräucherte Beinschinken. Wie dieser hergestellt wird, findet Migros-Kundin Dunja Anken aus Messen SO äusserst interessant. Text: Marc Bodmer

W

enn es um die Qualität der Fleischprodukte der Firma Bigler geht, ist Léonie Bigler mit zuständig. Schliesslich ist die 28-Jährige Lebensmitteltechnologin und deshalb prädestiniert für diese wichtige Tätigkeit innerhalb des traditionsreichen Familienbetriebs in Büren an der Aare BE. Die Firma Bigler wurde 1946 in Biel gegründet und ging aus einer klassischen Metzgerei hervor. «Hier am Hauptsitz und in unseren Zweigstellen in Lyss und Lugano sind insgesamt rund 630 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt», erklärt Léonie Bigler der Migros-Kundin Dunja Anken (45), die heute bei den Biglers zu Gast ist, um mehr über die Herstellung von Köstlichkeiten wie dem Bureschinken zu erfahren. Zum Beispiel möchte sie gern wissen, welches Fleisch dafür verwendet wird. «Wir verarbeiten ausgewählte Teile vom Stotzen des Schweins», sagt Léonie Bigler. Dunja Anken geniesst den Bureschinken am liebsten pur, also ohne Butter oder Margarine, mit frischem Brot. Sie sagt:

Bilder: Nik Hunger

«Da kommt der wunderbare Geschmack einfach am besten zur Geltung.» Geräuchert wird mit Buchenholz aus der Schweiz

Neben der sorgfältigen Wahl des Fleisches, das die Bigler AG von lokalen Bauernbetrieben bezieht, trägt eine spezielle Würzung zum besonderen Aroma bei. Auch die Zutaten dafür stammen aus der Region. Abgerundet wird der Geschmack durch Rauch, der im Reibrauchverfahren erzeugt wird. Stattliche Hölzer aus Schweizer Buchenholz werden auf einer schnell rotierenden Walze aufgerieben. Der daraus entstehende Rauch gelangt über die Ventilation in die Anlage und hüllt den Schinken während zweieinhalb Stunden ein. «Ich finde es sehr gut, dass Schweizer Holz dafür verwendet wird», betont Dunja Anken. Sie bevorzugt beim Einkaufen regionale Produkte – Gemüse und Fleisch gehören natürlich dazu. So auch der Beinschinken der Firma Bigler, der nunmehr seit fünf Jahren unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» in der Migros erhältlich ist. MM


MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 33

1

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Degustationen in der Migros Bis zum Herbst finden in grösseren Filialen Degustationen statt.

2

1 In der Region verwurzelt:

der moderne Betrieb der Familie Bigler in Büren an der Aare BE

Vor Ort können sich Kunden vom umfang­ reichen Angebot an Produkten mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» selbst überzeugen.

2 Léonie Bigler zeigt

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der Migros-Kundin Dunja Anken den frisch gegarten und geräucherten Beinschinken. 3 Frisch geräuchert und

noch warm: Auf diesem Bild kann man den Duft, den die frischen Schinken verströmen, leicht erahnen. 4 Schlussakkord: Der Schin-

ken ist geschnitten, verpackt und bereit für den Transport in die Migros-Filialen. 3

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4

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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 35

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Sonne für zu Hause: Alle mögen Sonnenblumen.

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Schöner als in Wirklichkeit Blumen

Sonnenschein schenken Unsere Sonnenblumen aus der Region zaubern ein Lächeln in die Gesichter und verbreiten sommerliche Heiterkeit in allen Räumen. Text: Sarah Baur

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D

ie Sonnenblumen ver­ danken ihren Namen der Eigenschaft, dass sich ihr Blütenkopf nach der Son­ ne dreht. Mit ihrer leuchtenden Farbe verbreiten sie eine sommer­ lich frohe Stimmung und ländli­ chen Charme. Sonnenblumen sind ein echter Blickfang. Auch Künstler wie van Gogh, Klimt und Dalí haben die Helian­ thus annuus – so ihr lateinischer Name – in ihren Werken verewigt. Sonnenblumen verkörpern in der

Blumensprache die Freude, Wärme und Zuversicht und sind ein be­ liebtes Mitbringsel. Ein Jeder freut sich über die robuste gelbe Blütenpracht. Schlechtes Wetter mögen sie nicht

In den Blumenabteilungen der Migros Aare sind Sonnenblumen aus der Region einzeln, im Bund oder mit anderen Blumen zu farbenfrohen Sträussen gebunden oder in Gestecken arrangiert erhältlich. Die Sonnenblumen

«Aus der Region. Für die Region.» wachsen auf verschiedenen Kul­ turen im Genossenschaftsgebiet und werden alle unter freiem Himmel kultiviert. Sie sind Kälte oder Unwettern ausgeliefert, Faktoren, die auch die Ernte be­ einflussen. So hofft man auf gutes Wetter, dann kann man sich bis zum Herbstbeginn an den Blumen erfreuen. Übrigens: Verwelkte Sonnenblumen können im Winter als Nahrungsquelle für Vögel draussen aufgehängt werden. MM

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36 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Open Air

Ein Festival für alle Sinne

In der «schönsten Bucht Europas» sorgen am Seaside Festival in Spiez Kultbands und jüngere Hitparadenüberflieger für musikalische Höhepunkte.

D

as Seaside Festival feiert am 25. und 26. August in der Spiezer Bucht Premiere. Der erste Festivaltag steht ganz im Zeichen moderner Popmusik mit Emeli Sandé, Rea Garvey, Züri West, Lo & Leduc, Pegasus und Hecht. Der Samstag gehört den Musiklegenden Status Quo, Krokus, Manfred Mann’s Earth Band, The Hooters und Span. Für das Schlussbouqet sorgt dann Lokalmatador Trauffer. Am Thunersee inmitten der

Berge des Berner Oberlands und bewacht vom Niesen sollen die Besucherinnen und Besucher eine friedlich-entspannte Zeit mit Freunden, Familien und vielseitiger Musik erleben. Ver­ schiedene Bars und Lounges laden zum gemütlichen Ver­ weilen ein und die Rebbau­ genossenschaft Spiez kredenzt den eigens gekelterten Festival­ wein. Auch das gemütliche Cervelatbräteln am grossen Feuer ist möglich oder gepflegtes Chillen am M-Beach. MM

Zu sehen in der Spiezer Bucht am Seaside Festival sind u.a. Emeli Sandé, Rea Garvey und Status Quo.

Bilder: zVg

Text: Jacqueline Mendl


MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 37

Shop-in-Shop

Zur Rose in der Migros Marktgasse

Schulklassen setzen sich im Workshop mit dem Begriff Heimat auseinander. Kulturprozent

Daheim in der Schabzigersuppe In der Stapferhaus-Ausstellung «HEIMAT. Eine Grenzerfahrung» in Lenzburg gehen Jugendliche in Workshops auf Spurensuche. Text: Martina Heeb Migros verlost

10 x 2 Tagestickets Schreiben Sie eine Postkarte mit Ihrem Namen, Vornamen und Ihrer Adresse bis 14. Juli an: Migros Aare, KKS/Seaside Freitag oder KKS/ Seaside Samstag (Gewünschtes angeben), Industriestrasse 20, 3321 Schönbühl. Online-Teilnahme auf www.migros-

aare.ch/verlosung. Die Gewinner werden bis Ende Juli benachrichtigt. Seaside Festival Spiez, 25. und 26. August. Alle Infos auf www.seasidefestival.ch

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D

Bild: Stapferhaus Lenzburg

er Frage «Was ist Heimat?» geht eine Schulklasse in einem Workshop im Zeughaus Lenzburg nach. Die Theater­ company Reich und Schön, die Teil die­ ses Workshops ist, lädt hier Schülerin­ nen und Schüler zu einer interaktiven Spurensuche ein, in der sie der Schweiz­ Amerikanerin Beth Zurbuchen be­ gegnen. Beth spricht kein Schweizer­ deutsch, holt sich ihre Heimat jedoch mit der urchigen Schabzigersuppe nach New Glarus. «Im Workshop bringen wir Beth und ihr Gourmet­Heimatkonzept per Video nach Lenzburg. Wir kochen im Workshop. Das macht das Thema Heimat auf eine andere Weise erfahrbar. Während das Video läuft, kontrolliert ein Schüler immer wieder die brodelnde Schabzigersuppe», erklärt Workshop­ leiterin Sabina Reich. Die Glarner Spezialität lässt zwar einige die Nase rümpfen, fordert aber gerade deswegen heraus: «Natürlich ist die Vorstellung, in einer Schabzigersuppe Heimat zu finden, für manche fremd.» «Was ist Heimat?» ist einer von drei Workshops für Schul­ klassen und Gruppen, die im Rahmen der Ausstellung «HEIMAT. Eine Grenz­ erfahrung» stattfinden. Die Herausforderung des Fremden im Eigenen ist auch im Workshop «Ich und wir sind viele» erlebbar: Wie sehe

ich mich, und wie sieht mich mein Klas­ senkamerad? Jemand wird als Klassen­ clown, Comicleser und Lieblingsenkel gesehen oder sieht sich selbst als Fuss­ ballerin, Schweizerin und Muslima. Die Lehrerin Teresina Locatelli hat den Workshop mit ihrer Bezirksschulklasse besucht und ist überzeugt, dass sich ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur mit sich beschäftigt haben: «Der Workshop hat die Klassengemeinschaft gefestigt, denn er lud alle zum mutigen Hinterfragen ein und fächerte die Vielfalt der in uns versammelten Identitäten auf.» Die Workshops bereichern die Aus­ stellung, die sich dieselben Fragen stellt: «HEIMAT. Eine Grenzerfahrung» tut das mal in Zahlen, mal mit dem Duft von Fichtenharz, mal auf dem Riesenrad. Heimat ist ein Thema, das allgegenwärtig und zugleich wenig fassbar ist, weil es so viele Antworten wie individuelle Erfahrungen gibt. MM

Ab dem 6. Juli finden Kunden in der MigrosFiliale Marktgasse in Bern ein Apothekensortiment vor. Die Migros und Zur Rose testen hier ihr Shopin-Shop-Konzept. Die kleinflächige Apotheke bietet rezeptpflichtige und rezeptfreie Arzneimittel und Kosmetik- und Gesundheitsartikel an. Ein kompetentes Team von Apothekerinnen und Pharma-Assistentinnen berät die Kundschaft. Migros-Kunden können so ohne Aufwand beim normalen Einkauf auch apothekenübliche Produkte beziehen und profitieren von attraktiven Preisen: Im Shop-inShop gelten dieselben günstigen Konditionen wie in der Versandapotheke Zur Rose. Rezeptpflichtige Artikel sind in der Zur RoseApotheke durchschnittlich elf bis zwölf Prozent günstiger als in anderen Apotheken. Kunden bezahlen an der Kasse der Shop-in-ShopApotheke. Beim Kauf der Apothekenartikel können auch CumulusPunkte gesammelt werden.

«HEIMAT. Eine Grenzerfahrung» im Zeughaus Lenzburg, bis 25. März 2018. Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen auf www.stapferhaus. ch/schulen. Workshops für Vereins- und Teamausflüge auf www.stapferhaus.ch/gruppen

Das Team der Shop-inShop-Apotheke Zur Rose in der Marktgasse


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40 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Leichtathletik

Sportliches Talent in der DNA

Die 19-jährige Angelica Moser gehört zu den grossen Leichtathletik-Hoffnungen der Schweiz. An den Schweizer Meisterschaften wird die Stabhochspringerin um den Titel kämpfen. Sie ist jedoch nicht die einzige Sportlerin in ihrer Familie. Text: Daniel Schriber

W

er Angelica Moser in ihrem Elternhaus in Andelfingen besucht, merkt schnell, dass die 19-Jährige in einem speziellen Umfeld aufgewachsen ist. Ein deutliches Indiz ist der Trainingsraum – oder eher: die kleine Turnhalle, den die Familie in einer ehemaligen Scheune neben dem Haus eingerichtet hat. Hier gibt es Hantelbänke, Velogerät, Turnmatten, grosse und kleine Gymnastikbälle und zahlreiche andere Trainingsgeräte, die einen ins Schwitzen bringen können. Wann immer es ihr streng durchgetakteter Trainingsplan vorsieht, kommt Angelica hierher. «Und manchmal auch, wenn mir langweilig ist.» Sagt es – und setzt kurzerhand zu einem Handstand an, in dem sie anschliessend mehrere Sekunden verharrt. «Ich sagte doch, ich kann nicht stillsitzen.» Nein, stillsitzen kann sie tatsächlich nicht. Eine Woche am Strand liegen und nichts tun? «Niemals!», antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. «Nicht einmal drei Tage würden wir schaffen.» Wir, das sind: Mutter Monika, Vater Severin,

Bilder: Paolo Dutto; Keystone

die drei Jahre ältere Schwester Jasmine – und Angelica. Zwei Olympia-Teilnehmer

Um zu verstehen, woher die Sportbegeisterung von Angelica und ihrer Schwester Jasmine kommt, lohnt sich ein Blick zurück. Schon ihre Eltern Monika und Severin waren sportlich. Mehr als das: Monika war eine ambitionierte Hürdenläuferin, Vater Severin nahm 1988 als Zehnkämpfer an den Olympischen Spielen in Seoul teil. Mittlerweile ist Severin Moser nicht mehr der einzige Olympionike in der Familie. Angelica macht Stabhochsprung. Sie trat nach ihren internationalen Erfolgen als Junioren-Welt- und Europameisterin und als JugendOlympiasiegerin im vergangenen Jahr in Rio erstmals bei «richtigen» Spielen an. Der grosse Erfolg blieb dort zwar aus, doch sie hat Blut geleckt. «Mein grosses Ziel ist es, irgendwann eine olympische Medaille zu holen.» Dass es auch Angelica und ihre Schwester Jasmine in die Leichtathletik verschlagen hat, mag auf der Hand liegen; es

hätte aber auch ganz anders kommen können. «Wir haben die beiden nie dazu gedrängt», sagt Monika, die ihre Töchter als Athletik-Coach bertreut. Und der Vater ergänzt: «Egal ob Sport, Musik oder etwas ganz anderes: Wichtig war uns nur, dass die beiden ihr Hobby mit Leidenschaft ausüben.» Tatsächlich probierte gerade Angelica eine Vielzahl von Sportarten aus – am Ende aber machte die Leichtathletik das Rennen. «Stabhochsprung ist eine der vielseitigsten und komplexesten Disziplinen», sagt sie. Um in dieser Sportart erfolgreich zu sein, braucht man Sprungkraft, Technik, Schnelligkeit und turnerische Fähigkeiten. «Und Mut», ergänzt Jasmine, die ebenfalls Stabhochspringerin ist. «Davon hat Angelica mehr als ich.» Familieninterner Biathlon

Angelica mag heute die Nummer eins sein im sportlichen Ranking der Familie Moser. Ein Problem ist das für ihre Schwester jedoch nicht. «Ich bin wahrscheinlich ihr grösster Fan», sagte sie bereits früher in einem Interview. Überhaupt spürt man, dass in

dieser Familie alle an einem Strick ziehen. «Die Sportbegeisterung liegt in unserer DNA», sagt der Vater. Schon als kleine Mädchen begleiteten Jasmine und Angelica ihre Eltern auf den Sportplatz. Wann immer sich die Möglichkeit ergab, wurden kleine, familieninterne «Challenges» durchgeführt. «In den Winterferien absolvierten wir unseren eigenen Biathlon», erzählt Angelica lachend. «Langlaufen und Schneebälle schmeissen!» Die Freude an kleinen und grösseren «Challenges» ist der Sportlerin bis heute nicht ver-


MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 41

Famigros

Gratis an die Schweizer LeichtathletikMeisterschaften Am Freitag, 21.Juli, und Samstag, 22. Juli, finden im Stadion Letzigrund in Zürich die Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften statt. Die besten Athleten des Landes zeigen ihr Können auf denselben Bahnen, die sonst der globalen Elite des Sports beim Meeting Weltklasse Zürich vorbehalten sind. Rund 650 Athletinnen und Athleten treten in 32 Disziplinen an. Famigros, der Familienclub der Migros, lädt seine Mitglieder ein, kostenlos im Stadion dabei zu sein. Die Gratistickets können bis zum 16. Juli online bestellt werden (normaler Ticketpreis 10 Franken pro Person).

Bild: Keystone

Angelica, Jasmine, Severin und Monika Moser (v.l.n.r.) in der familieneigenen kleinen Turnhalle.

gangen. Die nächste Heraus­ forderung steht am 21. und 22. Juli im Zürcher Letzigrund bevor. Wenn alles gut läuft, wird Angelica Moser dort mit der 14 Jahre älteren Nicole Büchler um den Schweizer­Meister­Titel kämpfen. «Natürlich wäre es toll, wenn ich die Goldmedaille holen könnte», sagt Moser. Wenn nicht, wird sie damit umgehen können. Sie weiss, dass ihre Zeit gerade erst begon­ nen hat. Und wohin ihr Weg auch führen mag: Auf die Unter­ stützung ihrer sportbegeister­ ten Familie kann sie auch in Zukunft zählen. MM

Am Freitagabend (ab 16.30 Uhr) stehen die Qualifikationsläufe im Vordergrund. In einigen technischen Disziplinen wie Stabhochsprung und Diskuswerfen der Männer und in den 100und 5000-Meter-Läufen werden aber bereits die Sieger erkoren. Am Samstagnachmittag (ab 13 Uhr) stehen zahlreiche Finalläufe und der zweite Teil der technischen Disziplinen, darunter der Stabhochsprung der Frauen, auf dem Programm. Türöffnung ist zwei Stunden vor Wettkampfbeginn. Gratis-Tickets unter www.famigros.ch/sm2017

Sprungkraft, Technik und Schnelligkeit: Angelica Moser beim Stabhochsprung


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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 43

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Vanessa Glässel ist Projektleiterin Club-Management bei Famigros und dreifache Mutter. Vanessa Glässel

«Ich bin stolz, wenn ich Mami beim Kochen helfen darf. Dabei lerne ich immer viel Neues.» Lara (8) aus Basel

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Hier helfen alle mit Die ersten Schultage stellen das Leben vieler Familien erst mal auf den Kopf. Unterstützung bietet der Familienclub Famigros mit kreativen Rezeptideen und vielen Tipps, die zu einem entspannten Tagesablauf beitragen. Text: Angela Obrist

Bilder: Getty Images, zVg

Ü

bermüdete Kinder, die vor lauter Auf­ regung nicht schlafen konnten, Schulsachen, die plötzlich unauffindbar sind, Znünidosen, die gefüllt werden wollen – ja, so ein Schulanfang kann den Start in den Tag ganz schön durcheinanderwirbeln. Es droht ein frühmorgendliches Chaos um gestresste Eltern und quengelnde Kids. Dabei können die Eltern mit einfachen Massnahmen für Entspannung sorgen. So lohnt es sich zum Beispiel, nach dem Weckeralarm immer den glei­ chen Ablauf vorzuleben. Kinder gewöhnen sich meist schnell

daran und passen sich gern dem Rhythmus an. Vorteilhaft sind sicher auch eine voraus­ schauende Planung und das Vorziehen diverser Aufgaben auf den Vorabend (siehe Interview rechts). Feines für Gross und Klein Schulkinder brauchen zudem eine gesunde, abwechslungs­ reiche Ernährung, damit sie im Unterricht und in ihrer Freizeit mit Elan bei der Sache sind. Häufig können Mama und Papa nicht allzu viel Zeit fürs Kochen investieren. Das ist auch nicht nötig, denn für ein genussvolles Essen zu sorgen,

ist selbst in einem ausgefüll­ ten Alltag möglich. Famigros, der Familienclub der Migros, unterstützt Eltern unter ande­ rem mit der zweiten Auflage seiner praktischen Rezeptbox. Sie enthält 60 abwechslungsreiche Vorschläge für Zwischenmahlzeiten wie Znünis, Zvieris und Sportproviant. Die kleinen Gerichte sind ein­ fach und schnell zubereitet und erfüllen alle Ansprüche einer kindergerechten Ernäh­ rung. Weitere Expertentipps rund um das Thema gesunde Ernährung finden sich auf der Website von Famigros. www.famigros.ch

«Ältere Kinder sollte man miteinbeziehen» Wie gelingt Familien ein stressfreier Start in den Tag? Das Zauberwort heisst vor­ bereiten. Dank einer Auswahl der Kleider am Vorabend verlaufen Diskussionen mit den Kindern oft viel entspann­ ter. Ein am Vortag gepackter Schulthek macht hektische Suchaktionen am Morgen überflüssig. Auch den Früh­ stückstisch kann man schon am Vorabend decken. Ebenso die Znüniboxen befüllen, die man dann am nächsten Morgen nur noch aus dem Kühlschrank nehmen muss. So bleibt genügend Zeit für ein entspanntes, gemein­ sames Frühstück. Haben Sie Tipps für Eltern für das Kochen im Alltag? Ich empfehle, die Menüs und Zwischenmahlzeiten für die ganze Woche in Ruhe am Wochenende auszuwählen. Etwas ältere Kinder sollte man dabei miteinbeziehen: «Gibt es ein Rezept, das du gern ausprobieren möchtest? Willst du mithelfen, deinen Znüni vorzubereiten?» MM


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46 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Glossar

Gut kombiniert Nüsse und Kerne Ob Cashew-, Kürbis- oder Pinienkerne, Mandeln oder Baumnüsse: Sie alle geben dem Pesto nicht nur viel Geschmack, sondern auch die spezielle Textur. Damit sie ihr volles Aroma entfalten können, sollten sie leicht geröstet werden. Das geht in einer beschichteten Bratpfanne ganz ohne Öl am besten.

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Nicht nur das beliebte Basilikum verleiht dem Pesto ein unverwechselbares Aroma, sondern auch Petersilie, Koriander, Minze und Rucola. Wer lieber Käse und Nüssen zum grossen Auftritt verhelfen möchte, kann das Pesto mit mildem Kopf- oder Nüsslisalat zubereiten.

Ganz klassisch wird für ein Pesto genovese Basilikum und italienischer Parmesan verwendet. In der Schweiz gibt es aber auch schmackhaften Sbrinz, der sich ganz hervorragend für Pestos eignet. Mit Fetakäse bekommt das Pesto eine frische Note. Veganer können den Käse weglassen und für die gewünschte Konsistenz mehr Nüsse oder auch geröstetes Brot nehmen. Für den salzigen Kick eignet sich Misopaste.

Eingelegtes Gemüse Das wohl bekannteste Pesto ist das Pesto rosso mit getrockneten Tomaten. Dazu werden eingelegte Tomaten verwendet, da sie etwas weicher sind. Wer getrocknete Tomaten auf Vorrat hat, kann diese mit kochendem Wasser bedecken und kurz – maximal fünf Minuten – ziehen lassen. Auch geröstete Paprika oder gekochte Artischockenherzen eignen sich fürs Pesto.


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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 59

Profi-Tipp

Nicht ohne mein Pesto

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Mediterran

Rotes Peperoni-Pesto Zutaten für 3 dl

2 1 Bund 60 g 3 EL 1 ½ dl

rote Peperoni Basilikum geröstete, gesalzene Cashewkerne geriebener Parmesan grosse Knoblauchzehe Olivenöl Salz, Pfeffer

Zubereitung

1. Grill auf 200 °C vorheizen. Peperoni rundum 10–15 Minuten grillieren, bis die Haut dunkle Stellen aufweist. Vom Grill nehmen und in einem Tiefkühlbeutel ca. 10 Minuten ruhen lassen, dann lassen sich die Peperoni leichter schälen. Peperoni halbieren, schälen, entkernen und in Streifen schneiden. 2. Peperoni, Basilikum, Cashewkerne und Parmesan in einen Cutter geben. Knoblauch dazupressen. Öl dazugiessen und alles zu einem Pesto hacken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tipps

Die Peperoni kann auch im Backofen gegart werden. Pesto ist zum schnellen Gebrauch bestimmt und hält sich im Kühlschrank ca. 3 Tage. Für eine längere Haltbarkeit von ca. einer Woche die Ölmenge verdoppeln, in ein Schraubglas füllen und mit Olivenöl bedeckt ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 15 Minuten rösten

Die Mutter aller Pestos, das Pesto genovese mit Basilikum, wird in Genua zu Trofie gegessen. Die gedrehte und spitz zulaufende Pasta nimmt die kalte Sauce besonders gut auf. Doch wer Pestos nur zu Pasta isst, nutzt ihr Potenzial nur zu einem kleinen Teil. Pesto hält sich im Glas – gut mit Öl bedeckt und gekühlt – eine Woche. Ich serviere es gern zum Apéro mit frischem, knusprigem Brot. Als Alternative zum Knoblauchbrot überzeugt Pesto als Brot­ aufstrich auch beim Grillplausch. Dort stiehlt manches Pesto auch einer gestandenen Barbecue­ Sauce die Schau, denn natürlich passen viele Pestos sehr gut zu grilliertem Fleisch und ganz besonders zu Fisch. In der All­ tagsküche aromatisiert Pesto auch eine simple Portion ge­ dünstetes Gemüse, und in einer Gemüsesuppe oder im Kartoffel­ stock sorgt die pastöse Sauce für das i­Tüpfelchen. So wird aus dem Pesto eine Würzpaste für jede Gelegenheit. MM

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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 61

Plastiksäcklein-Gebühr

Gewinn für die Umwelt Die Plastiksäcklein an der Migros-Kasse sind seit vergangenem Herbst nicht mehr gratis. Der Gewinn aus dem Verkauf geht vollumfänglich an vier Umweltprojekte. Welches davon am meisten Geld erhalten soll, entscheiden die Kunden bei einer Onlineabstimmung. Text: Andreas Dürrenberger

S

eit vergangenem November kosten die Einwegplastiksäckchen an den Migros-Kassen 5 Rappen. Der Verbrauch der Säcklein ist inzwischen um über 80 Prozent zurückgegangen. Den Gewinn aus dem Säckchenverkauf spendet die Migros an Umweltprojekte. Sie hat vier Projekte aus den Bereichen Umweltbildung,

Naturschutz sowie Abfall und Recycling ausgewählt. Hinter den Projekten stehen anerkannte, nicht gewinnorientierte Institutionen, die sich auf unterschiedliche Weisen für die Umwelt einsetzen. Bei einem Onlinevoting können die Kundinnen und Kunden ihren Favoriten wählen. Das Projekt mit den meisten Stimmen erhält

Projekt 1: Pro Natura – mehr Weiher für Amphibien Amphibien wie Salamander, Frösche und Molche gehören zu den Tierarten, die in der Schweiz am stärksten bedroht sind. Denn viele Kleingewässer und Feuchtgebiete, die ihnen Lebensraum bieten könnten, sind verschwunden. Pro Natura will deshalb Tümpel und Teiche für Amphibien aufwerten und neu anlegen. Gefährdete Amphibienart: der Laubfrosch

60 000 Franken, in das zweitplatzierte fliessen 45 000 Franken, ins dritt- und viertplatzierte je 30 000 Franken. Mit der Spende trägt die Migros massgeblich dazu bei, dass die Projekte realisiert oder zumindest in Angriff genommen werden können. MM Abstimmung: bis spätestens 16. Juli auf www.generation-m.ch/lieblingsprojekt

Lernen in der Natur: «Naturerlebnis Wald» zeigt, wie es geht. Projekt 2: Silviva – den Wald entdecken

Die Stiftung Silviva engagiert sich in der Umweltbildung und hat das Buch «Naturerlebnis Wald: spielen – entdecken – geniessen» herausgegeben. Um das Lernen in und mit der Natur nicht nur in der Deutschschweiz und im Tessin, sondern auch in der Westschweiz bekannter zu machen, will die Stiftung das Buch in Französisch publizieren.

Bilder: IGSU; Pro Natura; Bildungswerkstatt Bergwald; SILVIVA

Projekt 4: Raumpatenschaften

Waldprojektwoche: Zum Zmittag gibt es selbstgemachte Suppe. Projekt 3: Bildungswerkstatt Bergwald – Verpflegung in Lagern Die Küchenequipen von Lagerwochen sind mit der Zusammenstellung gesunder und nachhaltiger Menüpläne oftmals überfordert. Die Stiftung Bildungswerkstatt Bergwald führt Waldprojektwochen für Jugendliche durch und unterstützt sie bei einer regionalen und nachhaltigen Verpflegung.

Die Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU) will neu Raumpatenschaften in der ganzen Schweiz anbieten: Einzelpersonen und Gruppen übernehmen freiwillig die Verantwortung für einen bestimmten Raum und entsorgen regelmässig herumliegenden Abfall. Damit tragen sie dazu bei, dass der Raum sauber und litteringfrei bleibt.

Saubere Sache: Wer eine Raumpatenschaft übernimmt, befreit die Umwelt von Müll.


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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 63

Einheimisches Holz als Baustoff: Hier entstehen Wohnungen oberhalb der neuen Migros-Filiale Bruggen in St. Gallen.

Markus Neukom ist Leiter der Direktion Planung / Expansion beim Migros-Genossenschafts-Bund.

Architektur

Baustoffe, die nachwachsen

Supermärkte mit dem orangen M sind nachhaltig gebaut; sie nutzen zum Beispiel Sonnenenergie und Elemente aus Schweizer Holz. Warum die Migros auf ökologische Architektur setzt, erklärt Experte Markus Neukom. Text: Michael West

Bild: Daniel Ammann

Markus Neukom, laut dem Bund verbrauchen Gebäude in der Schweiz etwa die Hälfte aller Energie. Die Migros ist mit ihren vielen Supermärkten ein wich­ tiger Bauherr. Was tut sie, um in den Filialen Energie zu sparen? Wir setzen auf umweltfreundliche Gebäudetechnik: Dazu gehören etwa eine stromsparende LEDBeleuchtung, gut gedämmte Wände und die Nutzung der Abwärme von Kühlgeräten. Ein aktuelles Beispiel ist die neue Migros-Filiale Bruggen, die gerade in St. Gallen gebaut wird. Sie kommt dank Abwärmenutzung ohne konventionelle Heizung aus. Die Migros-Filiale Zuzwil war 2015 sogar der erste Schweizer Supermarkt, der unter anderem dank einer Fotovoltaikanlage mehr Energie produziert, als er verbraucht. Diese Filiale ist sozusagen ein Mini-Kraftwerk.

eine lange Tradition: Schon seit 30 Jahren setzen wir auf energie­ sparende und umweltfreundliche Gebäudetechnik. Dafür erhielt die Migros 2011 den Energy Globe Award – einen Oscar für Nachhaltigkeit. Seit zwölf Jahren verfügt die Migros über einen speziell für den Detailhandel entwickelten und von der ETH geprüften Standard für nachhaltiges Bauen. Was verlangt dieser Standard? Es geht dabei nicht nur um den Energieverbrauch, sondern unter anderem auch um Materialökologie. Es ist uns wichtig, umweltfreundliche Baustoffe zu verwenden – etwa Recyclingbeton oder einheimisches Holz. So entstehen über der Filiale Bruggen Wohnungen mit Bauelementen aus Schweizer Fichtenholz mit dem Waldschutz-Gütesiegel FSC.

Umweltfreundliche Bauten kön­ nen heute auch andere Unter­ nehmen vorweisen. Was zeichnet das Engagement der Migros aus? Nachhaltiges Bauen hat bei uns

Was tut die Migros, um die Umgebung von Filialen umwelt­ freundlich zu gestalten? Auch hier macht unser Standard klare Vorgaben: Wenn möglich

werden Dächer begrünt, und in der Umgebung bleiben Flächen unversiegelt, sodass Regenwasser versickern kann. So tragen wir zur Erhaltung des Grundwassers bei. Auf den Arealen verschiedener Filialen und weiterer MigrosBauten wurden naturnahe Flächen geschaffen, die einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. In der Schweiz entstehen vor allem Wohn­ und Bürobauten. Tut die Migros etwas dafür, dass solche Gebäude nachhaltig sind? Ja, die Migros ist Gründungsmitglied des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS), das sich seit 2012 besonders im Bereich Wohn- und Büroarchitektur engagiert. Die Organisation hat einen zertifizierbaren Baustandard für Bauherren und Planer entwickelt. Das Ziel sind ökologische Gebäude, die den Menschen eine angenehme Umgebung bieten, sich möglichst harmonisch in das Stadt- und Landschaftsbild einfügen und die langfristig wirtschaftlich sind. MM

Studie

Viele möchten nachhaltig wohnen Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS), das

die Migros mitbegründet hat, ist an verschiedenen Fronten aktiv: Die Organisation vernetzt alle wichtigen Akteure der Baubranche, um nachhaltige Projekte zu fördern. Sie erarbeitet neue Standards für solche Bauten und unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Fachleuten. Das Beratungsunternehmen FehrAdvice & Partners hat für das Netzwerk eine Studie durchgeführt. Das Resultat: Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung möchte in einem nachhaltigen Haus wohnen, selbst wenn es teurer ist. Doch gerade in Städten ist die Auswahl an nachhaltigen Wohnobjekten klein. Die wichtigsten Macher der Baubranche müssen noch stärker für den nachhaltigen Wohnungsbau gewonnen werden. Infos zur Studie: www.wohnen2020.ch


64 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

1969 Serie: Migros-Pioniere

Seit 48 Jahren fördert das MigrosKulturprozent junge Talente. Carole Meier (32) sorgt dafür, dass junge Tänzer, Bewegungskünstler und Schauspieler sowie im Bereich Klassik Musiker von der Berufung zum Beruf gelangen: Sie leitet beim Migros-Kulturprozent die Talentförderung. «Wir leisten während des Studiums finanzielle Unterstützung, tun aber noch viel mehr», erklärt Meier. «Wir möchten die jungen Talente auf ihrem persönlichen Weg begleiten und stärken.»

Zur Förderung gehören etwa auch Promotion und Vermittlung von Auftrittsmöglichkeiten. Seit 1969 hat das Migros-Kulturprozent im Rahmen der Talentwettbewerbe rund 3000 Künstler mit insgesamt 40 Millionen Franken unterstützt.

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MIGROS­WELT | MM28, 10.7.2017 | 65

Haarpflegeprodukte

Kampf um faire Preise

Die Migros bietet neu Haarpflegeprodukte der Premiummarke John Frieda ungewöhnlich günstig an. Wie dies möglich ist, erklärt Tanya Chapman-Thomann, Sortimentsverantwortliche für Beauty-Produkte. Text: Michael West

Bild: René Ruis

Tanya Chapman-Thomann, die Haarpflegeartikel der Linie John Frieda sind Profiprodukte, die von einem britischen Starcoiffeur entwickelt wurden. Warum kann sie die Migros so günstig anbieten? Möglich macht dies ein Parallel­ import: Wir wollten diese beliebten Produkte ins Sortiment aufnehmen und verhandelten darüber mit der Schweizer Niederlassung des japa­ nischen Herstellers. Sie bestand jedoch auf übetrieben hohen Ein­ kaufspreisen. Die Migros­Kundin­ nen und ­Kunden hätten für die John­Frieda­Artikel viel mehr be­ zahlen müssen als etwa Konsumen­ ten in Deutschland. Da wir mit den Verhandlungen nicht weiterkamen, bezogen wir einen Vorrat nicht vom offiziellen Lieferanten, sondern von einem Zwischenhändler im euro­ päischen Ausland. So wurden unsere besonders günstigen Preise möglich. Ist dies nicht eine zweifelhafte Methode? Nein, der Bundesrat hat 2009 die gesetzliche Grundlage für solche Importe geschaffen. Dafür setzte sich die Migros damals an vorders­ ter Front ein. Parallelimporte sind ein legitimes Mittel gegen die Hoch­ preisinsel Schweiz. Denn viele internationale Markenhersteller schöpfen gezielt die Kaufkraft der Schweizer Konsumenten ab, indem sie hierzulande viel zu hohe Preise verlangen. Davon ist auch der Beauty­Bereich stark betroffen. Wie lange bietet die Migros JohnFrieda-Produkte so günstig an? Wir wollen diese Artikel für längere Zeit im Sortiment behalten und wei­ terhin zu fairen Preisen verkaufen. Daher haben wir einen grösseren Vorrat eingekauft. Es ist möglich, dass sich der Hersteller durch den Parallelimport an den Verhand­ lungstisch zurückbringen lässt. Hat die Migros neben Parallelimporten andere Methoden, um sich gegen unfaire Preise zu wehren? Es kann sein, dass wir neue Marken­ artikel gar nicht erst ins Sortiment

Parallelimporte

Strategie für die Hoch­ preisinsel Seit acht Jahren sind Parallelim­ porte aus der EU in die Schweiz zuläs­ sig. Seither dürfen einheimische Anbieter patent­ geschützte Waren am offiziellen Vertriebskanal vorbei einführen. Am 1. Juli 2009 setz­ te der Bundesrat eine entsprechende Gesetzesänderung in Kraft. Parallel­ importe sollen etwas dagegen ausrichten, dass internationale Konzerne ihre be­ kannten Marken­ produkte in der Schweiz oft über­ teuert anbieten. Die Migros hat bereits mehrmals Produkte parallel importiert, um

Tanya Chapman-Thomann zeigt John-Frieda-Artikel, die es nun in der Migros gibt.

aufnehmen, wenn der Hersteller sie überteuert anbietet. Ein letztes und seltenes Mittel sind Auslistungen: Das heisst, wir nehmen Produkte wieder aus dem Verkaufsregal. Am wichtigsten ist, dass wir stets inten­ siv und hartnäckig mit den offiziel­ len Anbietern verhandeln. Dass wir uns so stark für die Konsumenten einsetzen, passt zum Erbe unseres Gründers Gottlieb Duttweiler. Wie meinen Sie das? Auch Gottlieb Duttweiler hat unab­ lässig für faire Preise gekämpft und

ist dabei unkonventionelle Wege gegangen. Um Waren günstig an­ zubieten, schaltete er den Zwischen­ handel aus und schlug eine Brücke zwischen Produzenten und Kon­ sumenten. Seine Produkte brachte er mit rollenden Läden direkt zu den Kunden. Und als ihn manche Hersteller boykottierten, hat er kurzerhand eigene Industrie­ betriebe aufgebaut. Er war erfinde­ risch und hat ein Nein nicht einfach so akzeptiert. Darum passen auch die Parallelimporte bestens zu unserer Tradition.

faire Preise zu erreichen. So hat sie beispielsweise 2010 Axe­Dusch­ mittel auf diesem Weg eingeführt. Die Convenience­ Ladenkette Migro­ lino bezog kürzlich Coca­Cola via Parallelimport aus Polen, um bessere Einkaufskonditio­ nen durchzuset­ zen. Preisvorteile, die die Migros dank Parallelimporten erzielt, gibt sie an die Kunden weiter. MM


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70 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Anna’s Best

Sommerlich leicht Die neuen, abwechslungsreichen Bioschnittsalate und -gemüsemischungen von Anna’s Best sind praktisch für den schnellen Genuss, zum Beispiel für die spontane Grillparty. Sie sind konsumfertig und müssen nicht gewaschen

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werden. Die Salate werden direkt nach der Ernte geschnitten, in Eiswasser gewaschen, getrocknet und verpackt. Durch den Kälteschock verschliessen sich die Schnittstellen, und der Salat bleibt frisch und knackig.

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... Mahlzeit

Mit wenigen Zutaten wird aus einem Blattsalat ein vollwertiges Essen. Um satt zu werden, braucht es eine Portion tierisches oder pflanzliches Eiweiss. Das können Crevetten, Poulet, Fisch, Tofu, Eier oder Linsen sein. Kohlen­ hydrate, etwa in Form eines Brötchens, tragen eben­ falls zu einem lang anhal­ tenden Sättigungsgefühl bei. Frische Kräuter sorgen für Abwechslung.


MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 71

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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 73

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Denny’s

Superfries aus Quinoa

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Denny’s Quinoa Fries, tiefgekühlt, 500 g Fr. 5.90 In grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Quinoa Fries von Denny’s.


74 | MM28, 10.7.2017 | MIGROS-WELT

Dies und das

Alltagsfreuden

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MIGROS-WELT | MM28, 10.7.2017 | 75

Drunter herrscht Sommer

Kämmen ohne Tränen

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Leben MM28

Familienumfrage Wie oft im Jahr verreisen Sie? 1 Zwei- bis dreimal pro Jahr 40% 2 Einmal im Jahr muss reichen. 33% 3 Verreisen liegt bei uns nicht drin. 17% 4 Allermindestens dreimal im Jahr 10%

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1, 2 oder 3?

Das Velotürli Richtig oder falsch?

Fisch ist bei Schweizern beliebter denn je. Richtig! Der Fisch-

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Wir fahren weiter und hoffen, auf dem Heimweg den zweiten Schuh zu finden. Einer der Erwachsenen fährt die Strecke zurück und sucht den Schuh, der Rest der Truppe radelt gemächlich weiter. Getreu dem Motto «Einer für alle, alle für einen!» wendet das ganze Team.

Antwort 2: Der Kleine hat nur ein Paar Schuhe – ohne die sind wir verloren. Aber es wäre ein Jammer, das Türli auf dem hart verdienten Höhepunkt abzubrechen. Das würde für Tränen sorgen, die ich lieber vermeide.

Illustration: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis

Monica Müller (43)

Die Sonne scheint, ein Windchen weht: perfekte Verhältnisse für eine Velotour. Oder eher ein Velotürli. Denn unser Ziel ist bescheiden. Einmal den Hügel hoch, ein Stück im Wald fahren und dann in einem nahen Café einkehren. Der Kleine (1) sitzt hoch motiviert im Kindersitz, der Grosse ist etwas stinkig, weil er nicht gern bergauf fährt mit seinem schweren Velo. Mit Stossen, Ächzen und Jammern bodigen wir den Hang. Oben kommt endlich Schwung in die Sache. Wir donnern den Waldweg entlang und summen vor uns hin. Plötzlich sagt ein Freund (4), der mitfährt: «Oops, der Kleine hat nur noch einen Schuh!» Und jetzt? 1, 2 oder 3?

konsum nimmt jährlich zu. 96 Prozent des verkauften Fischs stammen aus dem Ausland. Das Problem: Fast überall werden heute mehr Fische gefangen, als natürlich nachwachsen können. Rund ein Drittel der Arten ist überfischt, 61 Prozent sind bis an die Grenzen befischt. Zuchten verschärfen das Problem, denn dort wird Wildfisch verfüttert. In den Schweizer Gewässern sind die Bestände stabil und ausreichend geschützt. Doch mit einheimischer Ware lässt sich die Nachfrage nicht decken. Darum gilt: Wer

Fischbestände schützen will, geniesst Fisch als seltene Delikatesse und wählt Wildfisch aus Schweizer Seen oder mit MSC-Label. Beim Zuchtfisch bietet das Biolabel die grössten Vorteile, aber auch Fisch aus ASC-Zuchten ist empfehlenswert.

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78 | MM28, 10.7.2017 | LEBEN

Garten

Badeteich statt Baugrube

Familie Rohner aus Dotzigen BE hat sich in Eigenregie einen Schwimmteich gebaut. Wo einst Reiheneinfamilienhäuser geplant waren, wird heute geplanscht und gesünnelet. Text: Almut Berger

D

Bilder: Tina Steinauer

ass sich neben dem Sechsfamilien­ haus von Christa (63) und Urs (67) Rohner in Dotzigen BE ein im­ posanter Schwimmteich erstreckt, beruht auf drei Glücksfällen: Erst ging das Architekturbüro, das dort Reiheneinfamilien­ häuser bauen wollte, Konkurs. Dann konnte die Familie das Grundstück, das sich als riesige Baugrube präsentierte, günstig er­ werben. Und schliesslich wollten die beiden Töchter Maya (34) und Kathrin (36) lieber weiter in ihren Wohnungen bleiben statt selbst zu bauen. Das neue Grundstück sollte stattdessen allen Hausbewohnern als Garten dienen. «1996 legten wir einen kleinen Seerosen­ teich an und ebneten den Rest der Baugrube für eine Naturwiese und Gemüsebeete ein», erzählt Urs. 2010 folgte dann eine Holz­ plattform zum Sünnele. «Und plötzlich war da Mayas Idee von einem eigenen Schwimmteich.» Die Offerte eines Teichbau­ ers sorgte aber erst einmal für Ernüchterung: 100 000 Franken hätte der Teich, wie er sich heute präsentiert, gekostet. Mindestens. «Das können wir auch selbst», entschied Urs, der gelernte Förster, der jahrelang in Afrika in der Entwicklungshilfe tätig war und dabei zu improvisieren lernte. Im Mai 2013 – Urs Rohner war gerade pensioniert – erfolgte der Spatenstich. Während die übrigen Familienmitglieder

rodeten und planierten, machte er sich an den Bau der Kalksteinmauer, über die sich heute ein Wasserfall vom Schwimm­ in den Seerosenteich ergiesst: «Ausgleichen, den passenden Stein finden und platzieren – das Ganze war ein riesiges Puzzle.» Anschliessend verlegte er die Zuleitungen für die Solarteichpumpe und betonierte die Teichumrandung. Das Hauptproblem sei gewesen, rechtzeitig an alle Details zu den­ ken: «Ich hatte diverse Bücher zum Thema gelesen: Überall hiess es, da müsse ein Fach­ mann ran.» Urs Rohner schmunzelt: «Das beweist: Me cha meh als me dänkt!» Den gröbsten Aushub übernahm schliesslich ein Bagger. Das überzählige Material – rund 120 Kubikmeter – bildet inzwischen den Wall, der Teich und Gemüsegarten trennt. Die Teichfolie wird vom Profi verschweisst

Drei Monate nach dem Spatenstich war das 15 Meter lange Becken so weit vorbereitet, dass erst ein schützendes Kunstfaservlies und anschliessend die 1,5 Millimeter dicke Teichfolie verlegt werden konnten. Ein Spe­ zialist verschweisste Bahn um Bahn. Am heikelsten erwies sich der Einbau der nied­ rigen Zwischenmauern, die die Schwimm­ von der Flachwasserzone trennen sollten: «Ein Loch in der Folie wäre eine Katastrophe gewesen.» Ein gewaltiges Gewitter zeigte jedoch, dass alles dicht war.


LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 79

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1

1 Der eigentliche

Schwimmteich (hinten im Bild) ist 15 Meter lang. 2 Christa und Urs

Rohners Enkelin Emma ist mit ihren sieben Monaten auch schon eine Wasserratte.

3

Die Migros-Magazin- Journalistin Almut Berger tauscht sich auf ihrem Gartenblog auf www.migmag. ch/garten mit anderen Hobbygärtnern aus. Erzählen auch Sie von Ihren Erfolgen und Niederlagen. Und posten Sie Ihre Gartenfotos.

4

3 Die Seerosen

sind winterfest und damit pflegeleicht. 4 Die Wasser­

frösche sind derart zutraulich, dass sie sich auf die Hand nehmen lassen. 5 Die Grossfamilie 2

Rohner bewohnt das Haus rechts.

5

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 81

Tipps

Wasser im Garten Es muss nicht gleich ein Schwimmteich sein – Wasser ist auch auf kleinem Raum attraktiv. Ein guter Einstieg ist ein Topfteich. Dieser kann in einem halbierten Weinfass, einer alten Zinkwanne oder einem Malerkübel entstehen, Hauptsache, das Gefäss ist wasserdicht, frostfest und mindestens 30 Zentimeter tief. Ein Topfteich lässt sich gut auch auf dem Balkon (Statik beachten!) platzieren.

1

Soll es plätschern, bietet sich ein Sprudelstein an. Der Sprudler wird in einem flachen Becken platziert und an eine Pumpe angeschlossen. Das Wasser ergiesst sich über den Stein. Im Fachhandel sind komplette Sets erhältlich. Soll es höher sprudeln, ist ein Springbrunnen die richtige Wahl. Auch hier gibts Minianlagen schon fürs kleine Portemonnaie. Fertigteiche sind meist aus Polyethylen. Sie werden direkt in der Erde versenkt. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Formen und Grössen. Die Wannenkörper sind widerstandsfähig gegen Steine, Wurzeln und Wühlmäuse. Mit ihren vorgegebenen Tiefenstufen sind sie einfach zu bepflanzen.

3

1 Die Umgebung der beiden Teiche bietet diverse Plätzli

zum Sonnen, Grillieren, Relaxen. 2 Das Wasser des Schwimmteichs ergiesst sich in den Seerosenteich und wird von dort wieder hochgepumpt. 3 Familie Rohner hat gemeinsam einen Ort der Ruhe 2 geschaffen – Buddha inklusive.

Libellen tanzen übers Wasser, Rauchschwalben stossen vom Himmel, um im Gleitflug Wasser zu tanken, Wasserfrösche sonnen sich auf den Seerosenblättern. Im Uferbereich bieten Blutweiderich, Schwanenblumen, Wasserlilien und Rohrkolben Nahrung und Versteck für diverse Insekten: «Wir haben bewusst eine einheimische Bepflanzung gewählt», erzählt der Teichbauer. Heute wird der Schwimmteich, der am tiefsten Punkt 2,10 Meter misst, mit Dachwasser vom Haus und vom Carport versorgt. Dass die Wasserqualität selbst bei Temperaturen über 30 Grad stabil bleibt, beweise, dass das Ökosystem im Gleichgewicht sei. Urs Rohner nutzt den Schwimmteich am fleissigsten. Ab Ende März bis Ende November geht er nahezu täglich «uf en Schwumm».

Genauso lieb ist ihm aber seine obligatorische «Abend-Tournee», auf der er jeweils «nach dem Rechten» schaut und mit dem Kescher den Mulm – kleine Pflanzen- und Schlammreste – von der Wasseroberfläche abfischt. «Wenn ich dabei eine der scheuen Ringelnattern auf der Jagd nach Fröschen und Molche elegant durchs Wasser gleiten sehe, dann ist der Tag perfekt.» 35 000 Franken hat der Schwimmteich Familie Rohner schliesslich gekostet, 13 000 Franken allein die Teichfolie. Neben unzähligen Arbeitsstunden natürlich. Auf die Frage nach einer Zahl zuckt Urs Rohner mit den Schultern: «Keine Ahnung. Aber heute wissen wir alle: Me cha meh als me dänkt!» Bilder vom Bau des Badeteichs und weitere Fotos auf www.migmag.ch/badeteich

Folienteiche bieten die beste

Möglichkeit, Teiche auf unebenem Gelände mit verschiedenen Tiefenstufen und Formen anzulegen. Das A und O ist die korrekte Verlegung der Folie. Statt offenem Wasser ein Sumpfbeet: Mithilfe einer Folie im Unter-

grund wird eine Minisumpflandschaft angelegt.

Hübsch ist ein kleiner Bach: Eine Pumpe befördert das Wasser vom Ende des Laufs zum Anfang. Bei kurzen Transportwegen und geringer Wassermenge reicht eine Pumpe mit niedriger Leistung aus. Oberstes Gebot bei Wasser im Garten ist die Sicherheit. Ein Kleinkind kann bereits in einer handtiefen Pfütze ertrinken. In kleineren Teichen kann knapp unter dem Wasserspiegel ein Teichgitter eingebaut werden. Sonst empfiehlt sich ein stabiler Zaun mit abschliessbarem Törli. MM


LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 83

Das Kind schläft mit: Wenn alle zufrieden sind und gut schlafen, ist das kein Problem.

Familie

Tipps

Begehrtes Elternbett

Wie man das Kind ausquartiert

Schlechte Träume, ein neues Geschwister, Bedürfnis nach Nähe: Es gibt viele Gründe, die Kleinkinder ins Elternbett treiben. Für gewisse Zeit ist das ganz okay. Text: Claudia Langenegger

Bild: iStockphoto

W

ieder so eine Nacht: Elisa (4) steht auf, tapst schlaftrunken zum Bett der Eltern und schlüpft unter die Decke. Ein Raunen, und schon sind die Eltern zu­ sammengerückt, um der Kleinen Platz zu machen. Schnell schla­ fen alle wieder ein. Am nächsten Morgen findet die Mutter: «Eigentlich sollte Elisa nun allein durchschlafen, nicht?» «Ich weiss nicht. Wenn sie uns braucht ...?», sagt der Vater. Bei Säuglingen ist es normal, dass sie im Elternbett schlafen: Sie müssen sich bei Hunger oder Durst melden können. Später ist es die Suche nach Nähe und Geborgenheit, die ein Kind ins Elternbett treibt. «Das ist eine ganz normale Phase im Entwicklungsprozess», sagt Bernadette Amacker (61), Erziehungsberaterin und aus

Aarau. Sie hat sechs erwachsene Kinder und betreut ihre vier Enkel regelmässig. Amacker zählt mögliche Gründe für die kindliche Flucht ins Elternbett auf: die Geburt eines Geschwis­ ters, das Bedürfnis nach Sicher­ heit, angsteinflössende Träume, Sorgen in der Familie, Erlebnisse, die das Kind verarbeiten muss. «Oft ist es aber ein ganz nor­ males Bedürfnis nach Nähe», räumt Amacker ein. Schluss ist, wenn die Eltern leiden

Das Familienbett kann vorüber­ gehend die beste Lösung sein, nämlich, wenn alle damit zufrie­ den sind und gut schlafen. «Dann soll man das so belassen», rät die Expertin. Es kann aber sein, dass der Schlaf und das Liebes­ leben der Eltern leiden. Dann ist Handeln angesagt. Wichtig ist, dass die Eltern gemeinsam eine Entscheidung treffen und sich

dabei gegenseitig unterstützen. Wollen sie, dass das Kind im eigenen Bett schläft, sollten sie es tagsüber in einem Gespräch darauf vorbereiten. «Das gelingt schon bei Zwei­ oder Dreijähri­ gen», so Bernadette Amacker. Wichtig ist eine klare Haltung. Unsicherheit kann schnell zu Machtkämpfen mit dem Nach­ wuchs führen und fatal enden: Erlaubt man dem Kind wider­ willig, im Elternbett zu schlafen, entsteht Spannung, und das Kind sucht erst recht die Nähe. Was hilft: Zehn bis vierzehn Tage liebevoll hartnäckig bleiben, bis sich das Kind an die neue Regelung gewöhnt hat. Es ist normal, wenn auch ein Unterstufenschüler noch Schutz und Nähe im Elternbett sucht. Rat suchen sollte man sich aber, wenn ein Kind deswegen kein Schullager besuchen oder nicht bei Freunden übernachten kann. MM

Fühlen sich Eltern auf die Dauer gestört, müssen sie das Kind wieder ans eigene Bett gewöhnen. So klappts: – Als Paar eine Lösung finden und klar abmachen, wer wann das Kind in sein Bett zurückbringt.

– Den Schlafplatz des Kindes attraktiv gestalten: mit einem grösseren Bett oder selbst gewählter Bettwäsche. Gemeinsam mit dem Kind einen Talisman oder ein Kuscheltier zum nächtlichen Beschützer ernennen. – Mit liebevoller Gelassenheit agieren: auf fünf zählen, verzögert reagieren, ruhig reden. Nicht vergessen: Das Kind agiert nicht gegen die Eltern, sondern es ist am Lernen.

– Dem Kind etwas zutrauen. So lernt es: Ich schaffe es ohne Mami und Papi. – Tagsüber rumtoben, so

wütet es weniger im Innern der Kinder und der Eltern.


84 | MM28, 10.7.2017 | LEBEN

Der regelmässige Gang zur Wasser­ station ist sinnvoll – besonders an heissen Tagen.

Tipps

Richtig trinken Täglich 1 bis 2 Liter ungesüsste Getränke. Faustregel: 0,3 Deziliter pro Kilogramm Körpergewicht und etwa zwei Deziliter pro Stunde tagsüber Fruchtsäfte verdünnen:

ein Drittel Saft, zwei Drittel Wasser Abwechslung:

Frische Minzeblätter, Zitronenscheiben oder Himbeeren im Wasser machen das Trinken lustvoller.

Impuls-Tipp

Reicht Wasser beim Sport? Auch Hobbysportler greifen beim Training gern zum isotonischen Sportgetränk. Braucht es das? Für wen sind diese Produkte überhaupt geeignet? Mehr dazu auf www.migros-impuls.ch

Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

Gesundheit

Wasser, marsch! Flüssigkeit ist der Treibstoff für unseren Körper. Wer zu wenig oder unregelmässig trinkt, beeinträchtigt nicht nur die Denkleistung, sondern weitere wichtige Vorgänge im Körper. Text: Theresa Schwarz

H

eisse Sommertage verlangen dem Körper viel ab. Er muss stetig kühlen, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Dieser Kühlme­ chanismus funktioniert vor allem über die Haut, indem wir schwitzen. Doch auch ohne Wärme verlieren wir dauernd Flüssigkeit, beispielsweise über den Atem. Ohne Wasser­ zufuhr kann der Körper wichtige Stoffwech­ selfunktionen rasch nicht mehr aufrecht­ erhalten. Die Denkleistung sinkt, es kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit kommen. In einem späteren Stadium können starke Aufmerksamkeitsprobleme oder gar Verwirrung hinzukommen. Kinder und Erwachsene sollten darum die Flüssigkeit, die sie verlieren, wieder er­ setzen. Diese Menge variiert sehr stark und hängt unter anderem von Aussentempera­ tur, Luftfeuchtigkeit, Alter, Gewicht und Geschlecht ab. Die Faustregel: Pro Kilo­ gramm Körpergewicht muss man täglich 0,3 Deziliter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei sportlicher Belastung kann der Bedarf rasch um das Zwei­ bis Fünffache steigen. Auf Vorrat trinken funktioniert nicht, daher ist es sinnvoll, in regelmässigen Ab­ ständen kleine Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen: pro Stunde etwa zwei Deziliter.

Wer nur zu den Mahlzeiten trinkt oder erst abends, tut seinem Körper keinen Gefallen. Der Körper braucht regelmässig Flüssigkeit, um seine Leistungsfähigkeit aufrechterhalten zu können. Nicht übertreiben

Es kann aber auch zu viel des Guten sein. Da Wasser­ und Mineralstoffgehalt im Körper in einem festen Verhältnis stehen, kann es bei einer Zufuhr von zu viel reinem Wasser in ganz seltenen Fällen zu einer sogenannten Hyponatriämie kommen. Das ist bei gesunden Menschen ohne kör­ perliche Tätigkeit ab etwa sechs Liter täglich der Fall. Der Körper scheidet das Zuviel an Wasser aus – und damit auch wichtige Mineralstoffe (besonders Natrium). Die Symptome: Kopfschmerzen und Übelkeit. Im Extremfall kann es dann zu einer Elektrolytentgleisung kommen.

Einfacher Selbsttest

Eine gute Kontrolle, ob man genügend getrunken hat, bietet die Farbe des Urins. Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr ist dieser hellgelb bis farblos. Bei einer gelben bis dunkelgelben Farbe besteht Handlungs­ bedarf – oder eben Trinkbedarf. MM

Bilder: iStockphoto (3)

Menge:


LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 85

Faktencheck

Stand Up Paddling oder Kajak?

Stand Up Paddling (SUP) Vorteile

• Wird im Freien ausgeübt • Fördert Kreislauf und Atmung • Stärkt alle Muskeln, dank dem ständigen Ausbalancieren auch die Tiefenmuskulatur (Bauch-, Gesäss- und Oberschenkel-muskulatur) Nachteile

• Technisch herausfordernd, weil man das Gleichgewicht finden und halten muss • Hohe Kosten: Ein Board kostet ab 300 Franken und ist recht sperrig (ausser wenn aufblasbar). Online-Kolumne

Gesund – oder zu wenig untersucht?

Theresa Schwarz,

Sportwissenschaftlerin, Leistungsdiagnostik, Medbase Zürich

Wenn man Patienten lang genug untersuche, finde man bestimmt auch etwas, schreibt Dr. med. Brida von Castelberg. Dabei wäre weniger oftmals mehr, meint die Ärztin. Lesen Sie die OnlineKolumne auf: www.migros-impuls.ch

In Zusammenarbeit mit

Für wen?

• Für alle, die keine Probleme mit den unteren Gliedmassen haben, das Gleichgewicht halten und mit dem Paddle umgehen können. Vorsichtsmassnahmen

• Lassen Sie sich am Anfang von einer erfahrener Person begleiten. • Kontrollieren Sie das Material regelmässig.

Kajak / Kanu Vorteile

• Wird in der Natur ausgeübt • Fördert Kreislauf und Atmung • Unterstützt den Muskelaufbau • Ist dank Sitzposition weniger ermüdend als Stand Up Paddling Nachteile

• Hohe Kosten: Ein Boot kostet ab 350 Franken und ist recht sperrig (ausser wenn aufblasbar). Für wen?

• Für alle – auch für Menschen mit Problemen an den unteren Gliedmassen Vorsichtsmassnahmen • Besuchen Sie einen Kurs! • Lassen Sie sich am Anfang von einer erfahrener Person begleiten. • Kontrollieren Sie das Material regelmässig. Kalorienverbrauch • 150 bis 300 kcal / 30 Minuten, je nach Schlagrhythmus

Kalorienverbrauch • 200 bis 300 kcal / 30 Minuten

bei mässigem Tempo

Fazit Mathieu Saubade, leitender Arzt der Sportberatungsstelle am

Unispital in Lausanne VD, erklärt: «Kanu- und Kajakfahren sowie SUP sind leichte körperliche Aktivitäten ohne speziell negative Auswirkungen auf den Bewegungsapparat. Beide trainieren Kraft in den oberen Gliedmassen und Ausdauer. Beim SUP kommt die Arbeit am statischen und dynamischen Gleichgewicht hinzu, die Knöchel und Rücken stärkt. Jemandem mit Problemen an Beinen und /oder Füssen, der wieder Sport treiben will, würde ich eher Kanu oder Kajak empfehlen. Allen anderen eher SUP: Es macht mehr Spass, trainiert den ganzen Körper – und man macht schnell Fortschritte.»


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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 87

D Brave New Girl

Es beginnt!

Drei Menschen, die ich diesen Sommer gedatet habe, hatten Geheimratsecken. Es ist aber nicht so, dass ich die Vorzüge älterer Männer für mich entdeckt hätte, nein, das waren allesamt Personen zwischen 21 und 30.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Jetzt, da mir das aufgefallen ist, sehe ich in meinem Freundeskreis nur noch blutte Schläfen. Und Falten. Kein Witz. Eine Freundin und ich standen neulich vor dem Spiegel, und plötzlich sagte sie, sie hätte an sich die ersten Lachfalten entdeckt. Ich nahm mein eigenes Gesicht unter die Lupe und entdeckte, dass mein exzessives Augenrollen und Stirnrunzeln über gewisse gesellschaftspolitische Zustände auch bei mir Spuren hinterlassen haben: Da sind zwei feine Linien auf meiner Stirn sesshaft geworden.

Älterwerden ist so ziemlich das Unvermeidbarste und Hundskommunste, was einem Menschen passieren kann. Aber wenn es dann passiert, macht das was mit einem. Bis jetzt bedeutete Älterwerden immer etwas Gutes: länger aufbleiben, länger fernsehen dürfen, Schule fertig, erstes Bier, erster Sex, bestandene Autoprüfung, mehr Gelassenheit. Jetzt bedeutet es das erste graue Haar, die erste Falte, grausame Kater. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit, ist es noch da? Waren wir früher nicht unerschrockener? Wir hatten doch mal das Gefühl, wir würden die Welt retten. Willkommen in der Quarterlife-Crisis. Die gute Nachricht: Wir sitzen alle im selben Boot. Grausam verkatert. Aber irre gelassen. MM

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 89

Migros-Bank-Ratgeber

US-Aktien sind zurzeit teuer, aber eine Investition wert. Hinter der Hausse stecken solide Unternehmen.

Christoph Sax (41) ist Chefökonom der Migros Bank.

Schon seit einigen Jahren erwirtschaften US-Unternehmen mehr Gewinn* als die der Eurozone. 25 % 20 % 15 % 10 %

USA (S&P 500 Index) Eurozone (Euro Stoxx 50 Index)

5%

* EBITDA-Marge

7 201

6 201

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3

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Dennoch trifft es zu, dass die Inves­ toren auch in den USA bereit sind, immer höhere Preise für Aktien zu zahlen. Sie beurteilen die langfris­ tigen Geschäftsaussichten optimis­ tischer als noch vor ein paar Jahren, insbesondere die der schnell wach­ senden Technologieunternehmen. Diese sind teilweise sehr teuer bewertet. Tatsächlich weisen US-Unternehmen im internationalen Vergleich aber auch eine besonders hohe Profitabilität auf (siehe Grafik). Viele US-Unternehmen haben sich über Zusammenschlüsse und Akquisitionen vor allem in den USA eine dominante Marktstellung erarbeitet und hohe Markteintrittsbarrieren für neue Kon-

Gewinnmargen amerikanischer und europäischer Aktien

200

Amerikanische Aktien sind gefragt wie selten zuvor. Die US-Aktienindizes haben im Juni neue Allzeithochs erklommen. Die Argumentation, diese Börsenhausse sei nur der Notenbank und den tiefen Erträgen bei Obligationen zu verdanken, greift zu kurz: In den USA liegen die Zinsen auf einem deutlich höheren Niveau als in der Schweiz oder in der Eurozone. Amerikanische Anleger hätten folglich gute Gründe, in Obligationen statt in Aktien zu investieren.

Quelle: Bloomberg

kurrenten errichtet. Diese Unternehmen erwirtschaften höhere Gewinne und sind finanziell besser aufgestellt als diejenigen, die sich in einem Segment mit hohem Wettbewerbsdruck befinden. US-Aktien sind deshalb auch für ausländische Investoren sehr attraktiv. Mit der höheren Bewertung des US-Aktienmarkts sind allerdings auch die Korrekturrisiken gestiegen.

Im Moment ist es daher ratsam, beim Erwerb von US­Aktien selek­ tiv vorzugehen und nur punktuell Titel hinzuzukaufen. Wer breit in Aktien investiert ist, sollte aber trotz der zurzeit hohen Kosten nicht auf US-Titel verzichten: Damit bekommt der Anleger gute Qualität, und diese hat bekanntlich nun mal ihren Preis. MM

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90 | MM28, 10.7.2017 | LEBEN

Kinder

Elegante Minisaurier Die Vorfahren der Eidechsen waren Dinosaurier. Eine der grössten Echsen, die es bei uns noch gibt, ist die Smaragdeidechse. Text: Andrea Fischer Schulthess

Illustration: bunterhund

Feinde

Katzen, aber auch

Füchse, Schlangen,

Raubvögel (etwa Bus­

sarde und Milane) fres­ sen Smaragdeidechsen.

Auch beim Igel stehen die schillernden Tiere auf der Speisekarte.

Der Mensch verbaut den Lebensraum der Smaragdeidechse und vergiftet die Nah­ rung mit Schädlings­ bekämpfungsmitteln.

Das Smaragdeidechsenmännchen erkennt man an der blauen Kehle und dem grünen Rücken.

Mit Schwanz kann die Smaragd­ eidechse über einen halben Meter lang werden. Allerdings haben viele

ältere Tiere nur noch einen Stum­ melschwanz. Die Spitze können sie nämlich abwerfen, um Angreifer zu irritieren. Weil Eidechsen nur warmes Blut bekommen, wenn ihre Umge­ bung warm ist, mögen sie heisses Wetter. Die Echsen in der Schweiz

leben denn auch hauptsächlich im Tessin, Wallis und südlichen Grau­ bünden. Je wärmer es ist, desto schnel­ ler sind sie. Und Schnelligkeit ist sehr wichtig, damit sie Spinnen, Insekten oder junge Mäuschen erbeuten kön­ nen. Und um vor Feinden zu flüchten. Die Echsen halten sich oft in Mauern, Steinhaufen oder im Gestrüpp auf. In kalten Monaten dösen sie in Höhlen.

Im Frühling kommen sie heraus und häuten sich. Das Männchen bekommt eine leuchtend blaue Kehle und einen smaragdgrünen Rücken, die Weibchen sind weniger auffällig gefärbt. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in Erdhöhlen. Nach etwa hundert Tagen schlüpfen daraus kleine Echs­ lein, die dann mit zwei Jahren selbst Eltern werden. MM


LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 91

Jonah (6), Buochs NW

In diesen Tagen bricht es wieder überall aus. Massenweise rasen reisefiebrige Menschen an deinem Wohnort vorbei, auf der Autobahn Richtung Italien. Wenn sie irgendwo im Süden ihr Ziel erreichen, hört das Reisefieber auf. Es befällt aber auch Italiener. Nur bei ihnen lässt es eher dann wieder nach, wenn sie hier bei uns im Norden ankommen. Reisefieber ist nämlich immer zu Ende, sobald man ankommt. Vor den Ferien ist das Reisefieber sehr ansteckend. Bei manchen

Leuten, die davon befallen sind, schlägt das Herz schneller, bei anderen geht der Atem rascher oder sie bekommen Bauchweh. Es kann einen ganz hibbelig ma­ chen. Viele reisefiebrige Mütter fangen an, sinnlos zu putzen. Sie verlegen Dinge von einem Koffer zum nächsten. Dabei suchen sie Sachen, die bisher völlig unnötig waren und nun plötzlich von höchster Wichtigkeit zu sein schei­ nen. Väter zeigen weniger deutliche Anzeichen. Sie können aber eigen­ artig blass und still werden.

Rätse lspa ss

Reisefieber ist keine Krankheit. Man bekommt es vor einer Reise, weil man dann auf etwas «hin­ fiebert». Man ist vor lauter Vor­ freude überdreht oder hat viel­ leicht Bammel vor einem Flug. Oder man muss noch so viel erledigen, dass einem der Kopf brummt. Manche Kinder bekom­ men von dieser inneren Unruhe so­ gar echtes Fieber. Spätestens beim ersten Gelato am Strand sind sie wieder in Form. Die Mamis brau­ chen oft noch ein, zwei Tag länger, bis sie sich wieder einkriegen. MM

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

Oje, da ist ja ziemlich viel durcheinandergeraten! Vier Sommerbilder wurden in Puzzlestücke zerlegt. Kannst du sie richtig zusammensetzen? Und was siehst du auf den Bildern? Versuche dein Glück!

B

A

D

C

Die Lilibiggs erleben einen tollen Tag am See. Doch sieh genau hin! Das untere Bild weicht etwas vom oberen ab. Finde alle 7 Fehler! Bild 1

E H G

Bild 2

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 93

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mal ein Hügel zwischen Büro und Badi liegt. Ihre männlichen Pendants Jean und Alessandro überzeugen ebenfalls durch schnörkelloses Vintage-Design, einen hochwertig gemufften Stahlrahmen, Sattel und Handgriffe aus Echtleder sowie Schutzbleche aus Aluminium. Attraktiv und praktisch – diese Attribute treffen auf die vier Schwestern Fiona, Tina, Nora und Nele zu. Sie punkten mit einem perfekten Mix aus Eleganz, Komfort und Qualität und kommen mit hochwertig verarbeiteten Details und frischer Farbe daher. So bieten sie für jeden Geschmack das passende «Outfit» und lassen sich mit Accessoires wie Gepäckträger, Körbchen oder Velolicht ergänzen. Und dann wären da noch Robin und David, die mit zeitlosem De-

sign brillieren – praktische Velos für jede Gelegenheit. Dank der Nabenschaltung mit sieben Gängen schaffen Sie es auch nach dem Essen noch locker die Strasse hoch. Selbstmontage möglich

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 95

Kreuzworträtsel

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Auflösung Nr. 27: STOLLEN

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Gewinner Nr. 26: Marianne Lüthi, Oberentfelden AG; Lucy Dähler, Kölliken AG; Robert Bürer, Bassersdorf ZH; Rosemarie Albrici, Trimmis GR; Mario Schwegler, Mellingen AG Gewinner «Zusatz» Nr. 26: Regula Streckeisen, Bern; Hans Wegelin, Merenschwand AG; Ruth Wagner, Luzern; Franziska Bessire, Evilard BE; Dieter Bucher, Zuchwil SO


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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 97

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Etwas, das gross angepriesen wurde, entpuppt sich oft als …? S

warmes Wasser

B kalte Erde

R heisse Luft

2. Auf welchem See fährt die grösste Raddampferflotte der Schweiz? A Vierwaldstättersee

O Brienzersee

U Zürichsee

M Landwirtschaft

I

Schule

E

Grande Souche

3. Wo arbeitet ein Grundbauer? D Baustelle

So nehmen Sie teil

4. Wie wird die Tour de France auch noch genannt? L

Grande Souffrance

S

Grande Boucle

I

USA

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.7.2017, 24 Uhr

T

Elefantenlaus

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

5. Nach welcher Ortschaft wurde ein deutsches Auto benannt? M Chiasso

U Locarno

P Ascona

6. Welcher Berg liegt auf der Kantonsgrenze Bern/Wallis? N Dufourspitze

O Finsteraarhorn

T

Dom

7. Wo liegt die Stadt Conwy, die einen offiziellen Hofnarren angestellt hat? R Wales

S

Belgien

8. Welcher Parasit lebt ausschliesslich auf Elefanten? E

Elefantenfloh

K Elefantenmücke

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 26: Heidi Lehmann, Langnau am Albis ZH; Rosa Widmer, Basel; Erika Scheidegger, Luterbach SO

Auflösung Nr. 27: ESPRESSO

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5 3 4 1

Auflösung Nr. 27: STALL Gewinner Nr. 26: Ruth Stucki, Bern; Agnes Wälti, Ittigen BE; Max Greuter, Winterthur ZH

2

L

B A L L D AME B L UME N A U BRAEUNEN DREHER I N G O L DMU L L H A EMO Z Y T L I L O N GWE REND I T EN UNT ENHER WY N E N T A L

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.7.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 99

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 27: 824

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.7.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 26: Margrit Nyffeler, Schlieren ZH; Claudia Busch, Chur; Hans Leibundgut, Utzenstorf BE; Marie-Françoise Bossy, Murist FR; Walter Rodel, Fahrwangen AG

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 2 3 2 4 3 Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden 1 3 2 sein. Verboten: Kreuzun3 1 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 27:

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Auflösung Nr. 27: 2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Yvette Hettinger (Koordinatorin Leben), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

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Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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LANDESMUSEUM ZÜRICH: TIERISCH SCHWEIZERISCH

AARGAUER KUNSTHAUS: SWISS POP ART

Tiere prägen unsere Landschaft, Kultur und Identität. Kuh, Steinbock, Bernhardiner und Murmeltier sind daher die Stars der aktuellen Ausstellung im Landesmuseum.

Die Ausstellung zeigt erstmals einen umfassenden Überblick über die Pop Art in der Schweiz von 1962 bis 1972. Sie vereint rund 270 Werke von Kunstschaffenden aus allen Landesteilen.

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KUNSTMUSEUM BASEL: DER VERBORGENE CÉZANNE

GLETSCHERGARTEN LUZERN: KUNSTWERK ALPEN

FONDATION PIERRE GIANADDA: CÉZANNE. DER GESANG DER ERDE

Als Begründer der Moderne ist Paul Cézanne heute der wichtigste und berühmteste Maler des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er war aber auch ein wegweisender Zeichner.

Der Gletschergarten Luzern mit seinen riesigen Gletschertöpfen aus der Eiszeit zeigt in der aktuellen Sonderausstellung «Kunstwerk Alpen» faszinierende Luftbilder aus dem Alpenraum.

Mit einer hochkarätigen Auswahl an Bildern, von denen einige noch nie oder selten ausgestellt wurden, erhalten die Besucher die Gelegenheit den visionären Maler wiederzuentdecken.

Preisbeispiel: Eintritt mit ÖV-Fahrt ab Zürich HB mit Halbtax-Abo, 2. Klasse: Fr. 32.60 bis zu

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102 | MM28, 10.7.2017 | LEBEN

Meine Welt

«Wenn ich trainiere, bleibt Manillio zu Hause» Manuel Liniger alias Manillio lebt für die Rap-Musik. Diese Woche erscheint die Deluxe-Version seines Erfolgsalbums «Kryptonit». Wenn er nicht gerade Songs schreibt, geniesst er das Training beim Fitnessboxen.

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Text: Dinah Leuenberger Bilder: Marco Zanoni

Meine Sneakers «Diese Reebok-Sneakers waren meine allerersten Turnschuhe. Ich bin immer noch ein Sneaker-Fan, trage aber nur Modelle von Nike.» 4

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LEBEN | MM28, 10.7.2017 | 103

1 Mein Sport «Seit etwa einem Jahr gehe ich bei Unik Training ins Fitnessboxen. Ich mag das Gruppentraining, weil ich motivierter bin als allein. Und ich bin hier Manuel, nicht Manillio. Das tut auch mal gut, um den Kopf zu lüften.» 2 Mein Bruder «Wir sind drei Brüder und eher ruhige Typen. Matthias (24) ist der jüngste. Er sieht in mir vielleicht schon ein Vorbild, aber um Rat fragt er mich nie – den gebe ich ihm ungefragt. Mit Mathi teile ich die Leidenschaft für die Musik; er hat auch Beats gemacht für die letzte CD von Eldorado FM, meiner Rap-Crew.»

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Name Manuel Liniger (30) Sternzeichen Stier Lebenslauf «Zur Musik kam ich wie

viele: Hip-Hop ist eine Mitmachkultur. Man versucht sich einfach mal in Grafti oder Breakdance. Meine Freunde hatten Plattenspieler, ich hätte der DJ sein sollen. Doch ich schreibe lieber Songs – mit Worten konnte ich schon immer gut umgehen. Mit 25 war ich so sehr mit meinem zweiten Album ‹Irgendwo› beschäftigt, dass ich meinen Job als Polygraf kündigte. Dann kam die Tour und bald schon die Frage nach dem nächsten Album. Seit fünf Jahren bin ich nun selbständig und lebe von der Musik. Das Grösste wäre es, einen Klassiker zu produzieren – wie das zum Beispiel Patent Ochsner geschafft hat: Musik, die bleibt und die eine ganze Generation kennt.»

Bilder: © The estate of Jean-Michel Basquiat /2017, Pro Litteris, Zurich; Oliver Moser, PD

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3 Mein Baseballtrikot «Ich habe es

in Santo Domingo, der Heimat meiner Frau, machen lassen. Auf der letzten Tour war es oft mein Bühnenoutfit.» 4 Meine Kassette «Die Patent-Ochs-

ner-Kassette hörten wir früher auf dem Weg in die Italien-Ferien. Mit Büne Huber habe ich schon Musik gemacht, und manchmal trinken wir Kaffee. Ein verrückter Kreis, der sich geschlossen hat.» 5 Mein Album «Die Deluxe-Version

von ‹Kryptonit› ist mein neues Baby. Die Songs können sich hören lassen.» 6 Meine Kunst «Ich bin ein Fan von Mein Lieblingsprodukt

«Die Honey Nuts finde ich super. Aus Erfahrung kann ich sagen: Der Suchtfaktor ist auf jeden Fall hoch!»

Jean-Michel Basquiat. Er hat mich beim Schreiben von ‹Kryptonit› inspiriert. Seinem Schweizer Galeristen habe ich die CD geschickt in der Hoffnung, er würde mich in sein privates Museum lassen – leider ohne Erfolg.»


Donnerstag, 13.7., bis Samstag, 15.7.2017.

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