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Migros-Magazin-27-2019-d-OS

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Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

migrosmagazin.ch | MM27, 1.7.2019

Sommerserie Migros-Freizeitparks: Signal de Bougy S. 48

Wer Swiss fliegt, fliegt auf­ Frey-Schöggeli Seite 24

Solarenergie intelligent nutzen Seite 26

Im Grotto von Sibylle Mascetti sind alle «in famiglia»

Bild: Alberto Bernasconi

Mehr über das Tessin ab Seite 10

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 0041(0)71 – 493 24 51, E-Mail: mireg@gmos.ch


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?

4 | 1.7.2019 | MEINE MIGROS

Trommelwirbel Das vom Migros-Kulturprozent geförderte ­Cosmic ­Percussion Ensemble (im Bild) spannt mit dem T ­ anzwerk 101 zusammen. Die Vorstellungen im Zürcher Theater der ­Künste am 6. und 7. Juli ver­sprechen Musik mit perfekt choreografiertem Tanz.

Frage der Woche

Was bedeutet die ­­Abkürzung « RDA » auf Zahnpastatuben?

RDA steht für «Relative Dentin Abrasion». Der Begriff und die Zahl klärt auf, wie stark eine Zahnpasta bei regelmässigem Putzen das Zahnbein (Dentin) abträgt. Die meisten Zahn­ pasten weisen einen mittleren RDA-Wert von 40 bis 80 auf. Für empfind­liche Zahnhälse wird ein Wert von 20 bis 40 ­empfohlen.

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder auf migros.ch/ kundendienst

Unsere jüngste Leserin «Am Sonntagmorgen mit Papi das Migros-­ Magazin zu lesen, ist einfach das Grösste!», schreibt Corinne Senn. Wer behauptet da noch, ­Zeitungen fänden kein junges Publikum mehr? Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild ein und gewinnen Sie e ­ inen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. ­Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

des Stromverbrauchs für die ­Kühlung können ­die Filialen dank G ­ lastüren an den Regalen ein­sparen. Deshalb rüstet die ­Migros ihre L ­ äden seit 2011 entsprechend nach. Ange­nehmer Neben­effekt: Den ­Kundinnen und Kunden wird vor dem Regal nicht mehr kalt – auch Hitze­perioden haben schliesslich ein Ende.

Bilder: Eliyah Reichen, Getty Images (2), zVg

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MEINE MIGROS | 1.7.2019 | 5

Volldampf voraus! Auch 2019 finden wieder nostalgische Fahrten ­mit der Dampfzahnradbahn auf den Monte ­Generoso im Tessin statt. Nächste Termine am 14. und 28. Juli sowie am 11. und 25. August Mehr Infos und Reservation: 091 630 51 11, ­ montegeneroso.ch, events@montegeneroso.ch

GESAGT

Schöner geht nicht Der von der Migros ­betriebene Park im ­Grünen auf dem Gurten bei Bern ist zur schönsten Event-Location der Schweiz 2019 aus­ gezeichnet worden. «Lassen Sie es uns ganz unbescheiden sagen: Es gibt keinen schöneren Ort für ein Fest als den ­Gurten», heisst es bei eventlokale.ch.

«Unsere fundierten Analysen haben gezeigt, dass diese Unternehmen ausserhalb der MigrosGruppe bessere Erfolgsaussichten haben.» Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen über die ­Ankündigung der Migros, ihre Tochterunternehmen ­Globus, Gries Deco Gruppe (Depot), Interio und m-way zu verkaufen.

Preisabschlag: Ein Paar Terra­ Suisse-Kalbsbratwürste kostet in der Migros neu nur noch Fr. 5.50, statt wie bisher Fr. 5.85. Nichts wie ran an den Grill.


6 | 1.7.2019 | AUGENBLICK

17:24 Uhr Migros-Moment in Oftringen AG

Migros-Magazin-Leserin Katarina Bodenmüller besucht den Migros-Lieferanten Patrick Forster. Der Gemüsebauer erläutert, wie er im Gewächshaus mithilfe von Sonnenstoren ideale Lichtverhältnisse für seinen Salat schafft.


Bild: Nik Hunger

AUGENBLICK | 1.7.2019 | 7


«Grillieren und Apéro gehören zusammen.» Grill-Regel von Eva M.

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INHALT | 1.7.2019 | 9

INHALT 10  Wirtin aus Passion Sibylle Mascetti betreibt einen Grotto oberhalb von Lugano 12  Keine Sprachbarriere Tessiner sollen Deutsch lernen

64

14  Brennpunkt Tankstelle Ornello Rusconi ist Tankwart in Stabio – Überfälle gehören praktisch zum Alltag 16  Über Grenzen hinweg Im Tilo bahnt sich so manche Pendler-Freundschaft an

Nordische Gefühle: Die Inseln Amrum und Föhr ziehen mit ihrem rauen Charme ­Besucher in den Bann.

19  Wahlheimat Tessin Umzug von Bern nach Arbedo: Eine Studentin hat es gepackt 21  Pionier in Sachen Reis Markus Giger baut im Tessin Risotto-Reis für die Migros an 23  Bänz Friedli 24  Abheben mit Schoggi Das Give-away der Marke Chocolat Frey versüsst unsere Flugreisen mit Swiss

24

29  Traditionell libanesisch 32  Cervelat auf Asiatisch 47 Naturkosmetik 48  Serie: Parks im Grünen Parc Pré Vert Signal de Bougy Ab 51  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

64  Zauber der Nordsee Reise nach Amrum und Föhr 78  Meine Welt Aurel Hassler

78

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10 | 1.7.2019 | TESSIN

Ascona

Bellinzona Cadro Lugano

Varese

Stabio

Wo die Vorfahren Viehwirtschaft betrieben: Sibylle Mascetti empfängt in ihrem Grotto auf der Alpe Valà Tessiner und Touristen.

Sie leben, wo wir Ferien machen Jährlich verbringen 1,4 Millionen Menschen aus der ganzen Schweiz Ferien im Tessin. Doch der Südkanton i­ st mehr als eine beschauliche Sonnen­stube, wie folgende Porträts zeigen. Sibylle Mascetti betreibt ihr lauschiges Grotto in Cadro mit der gleichen Begeisterung wie Ornello Rusconi seine Tankstelle in Stabio – die regelmässig überfallen wird. Claudio Chiapparino sorgt dafür, dass Lugano auch in New York wahrgenommen wird. Und Alex Farinelli aus Bellinzona will unbedingt Deutsch als erste Fremdsprache einführen – um Brücken zu bauen. Grenzen überwinden auch die Menschen, die täglich zwischen dem Tessin und Italien pendeln oder ihren Lebensmittelpunkt gleich ganz in den Südkanton verlagern – wie etwa die Studentin Brigitte Langsch.

Einkehr auf der Alpe Valà Sibylle Mascetti hat auf der Alpe Valà oberhalb von Lugano den ehemaligen Käse- und Fleischkeller ihrer Urgrosseltern übernommen. Sie gehört damit zu den wenigen Frauen im Tessin, die ein Grotto führen – mit Herzblut und Erfolg. Text: Nora Hesse  Bilder: Alberto Bernasconi

D

ie Abendsonne glüht über den Hügeln, die Grillen zirpen, und Sibylle Mascetti lächelt sanft. Während sie ein paar Gläser Rosé hinausträgt und mit den Stammgästen ihres Grotto anstösst, steht ihr Vater hinter dem wuchtigen Grill im Hof und dreht auf der Glut geduldig Costine, die typischen Tessiner Schweinerippchen. «Meine Urgrosseltern haben dieses Grundstück gekauft», erzählt die

47-Jährige. «Und was war mit deinen Ururgrosseltern?», ruft ein Gast über den Steintisch hinüber. Alle lachen – man ist eine grosse «famiglia» im Grotto auf der Alpe Valà. «Die Urgrosseltern hielten Tiere hier, Kühe und Ziegen, und die Milch verarbeiteten sie zu Käse», fährt sie fort. Sibylle Mascettis Vorfahren sammelten im Winter den Schnee und trugen die kühlende Masse ins Grotto. «Bis Juni war der Schnee eingeschlos-


TESSIN | 1.7.2019 | 11

98

Quellen Zahlen: BFS, Gastro Ticino, Stadt Lugano, Verband der Tankstellenshop-Betreiber der Schweiz, USTAT, USI

Grotti gibt es im Kanton Tessin. Die Felshöhlen und Steinhäuser dienten ursprünglich als kühle Lagerstätte für Käse und Fleisch.

«Es ist intensiv, gleichzeitig aber auch wunderschön.»

Sibylle Mascettis Gäste sind «famiglia» und bleiben gern etwas länger sitzen.

Sibylle Mascetti Grottobetreiberin

sen, und so hatten sie praktisch das ganze Jahr über eine Art Kühlschrank, in dem sie den Käse lagern konnten.» Mascettis Grosseltern funktionierten den Raum dann in eine Gaststube um. «Das Schöne ist, dass die Tradition weitergeht», sagt Sibylle Mascetti. «Die junge Generation, die mich schon in ihrer Kindheit mit den Eltern besucht hat und heute erwachsen ist, kommt immer noch zu mir.» Vom Webstuhl an die Grottotheke

Bevor sie das Grotto von ihrem Vater übernahm, absolvierte Mascetti eine Ausbildung als Handweberin. «Ich habe immer sehr gerne mit Tieren gelebt, mit Pferden und Schafen. Und ich wollte lernen, wie ich die Schafwolle

verarbeiten kann.» Später unterrichtete sie an der lokalen Rudolf-SteinerSchule, bis es Zeit war, zu den Wurzeln zurückzukehren und als Chefin des Hauses anzupacken. Sibylle Mascetti öffnet ihr Grotto im Gegensatz zu vielen anderen das ganze Jahr über. «Finanziell komme ich gut durch. Dass in diesem Beruf weniger Frauen anzutreffen sind, liegt wohl daran, dass er einfach sehr intensiv ist. Man lebt und arbeitet am selben Ort. Aber zugleich ist es auch wunderschön.» Nicht nur sie, auch ihr zwölfjäh­ riger Sohn ist hier aufgewachsen. In ihrem urgemütlichen Häuschen mit den kleinen Türchen und Kesseln an den Wänden, umrahmt von einem

Hof mit riesiger Buche und einem Gemüse- und Kräutergarten, be­ suchen sie die verschiedensten Leute aus der Region und auch Touristen. Regelmässig ist auch ihr Freund da, ihre alte Jugendliebe. Auch an diesem Abend sitzt der Landwirt, angelehnt an die kühlen Mauern des Hauses, draussen, um später mit ihr Grillfleisch und Salat zu essen. Bis die Leute zum Essen ein­treffen, stellt Sibylle Mascetti frisch ge­ pflückte Blumen bereit und holt ­ bei ihren Hühnern frische Eier. Dann ist sie bereit für ihre Gäste. Sie glaubt an eine Fortsetzungsgeschichte: «Ich denke, dass auch mein Neffe e­ ines Tages die Familientradition weiterführen wird.»  MM


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12 | 1.7.2019 | TESSIN

Events finden in Lugano übers Jahr verteilt statt, in Sälen und unter freiem Himmel.

Dirigent des Lebensgefühls

Der Tessiner Politiker Alex Farinelli liest jeden Sonntag Deutschschweizer Zeitungen.

Eine Sprache, die verbindet

FDP-Grossrat Alex Farinelli setzt sich für das Fach Deutsch in Tessiner Primarschulen ein – obwohl er einst selbst mit dieser Sprache gekämpft hat. Interview: Rahel Schmucki

Was haben Sie bereits erreicht? Wir – das sind Politiker aller Parteien, vor allem aber Vertreter ­der Jung­ freisinnigen – haben über 3000 Unter­ schriften für eine Petition gesammelt. Zudem haben wir im Grossrat eine ­Motion eingereicht. Die Zeit war noch nie so reif für diesen Vorschlag. Wie viele Tessiner sprechen Deutsch? Wer die obligatorische Schule ab­ schliesst, hatte in der Oberstufe drei Jahre lang Deutschunterricht. In ­weiterführenden Schulen ist Deutsch ein Wahlfach. Die meisten wählen aber Französisch, weil es einfacher ist. Wie haben Sie Deutsch gelernt? Der Deutschunterricht in der Schule ­ war ein Kampf. Trotzdem habe ich mich entschieden, in Zürich zu studieren. Da musste ich es einfach lernen.

Wie oft brauchen Sie Deutsch heute noch in Ihrem Alltag? Leider fast nie. Ich lese aber jeden ­Sonntag Deutschschweizer Zeitungen – weil unsere Zeitungen nicht gross ­ über den Rest der Schweiz berichten und weil ich die Sprache nicht verlernen möchte.­ Haben Sie keine Angst vor Abwanderung? Das könnte ein Risiko sein. Aber für mich stehen die Möglichkeiten der ­jungen Tessiner im Vordergrund. Und wenn sie ein paar Jahre in der Deutschschweiz arbeiten und zurück­ kommen, profitiert auch der Kanton vom mitgebrachten Know-how. Sie glauben, die Tessiner kommen zurück – trotz schlechteren Lohns? Ja, die Lebensquali­ tät im Tessin ist hoch. Wir haben eine italie­ nische Lebenskultur, es gibt auch hier gute Jobs – und nicht zu unterschätzen: Die Sonne scheint öfter. MM

Ein Herz für die Deutschschweiz

Bis er sechs Jahre alt war, wohnte Claudio Chiapparino in Schmerikon SG, wo seine Mutter in einer Spinnerei arbeitete und sein Vater beim Strassenbau. Danach lebte er mit seiner Familie im Tessin, bis er in Freiburg Philosophie und Geschichte ­studierte – und viele Partys organisierte. Sein Herz schlägt auch heute noch für die Deutschschweiz und auch für das Welschland; er wünscht sich mehr Aus­ tausch ü ­ ber die Alpen und den Gotthard hinweg. Das Bedürfnis nach der Italianità der Tessiner sei gross. Und ein kleiner Kanton müsse sich öffnen. Auch wenn die Tessiner als Latinos der Schweiz gälten, seien sie ja doch auch Schweizer. Immer wieder wehrt er sich gegen rigide Struk­ turen. «Lugano pulsiert», sagt er. «Dazu braucht es freien Raum.» Monica Müller

8,2% der Schweizer Bevölkerung haben Italienisch als Muttersprache, 9,2% Französisch und 62,2% Deutsch.

Für Claudio Chiapparino können in Lugano gar nicht genug Events stattfinden.

Bilder: Alberto Bernasconi

Alex Farinelli, warum setzen Sie sich für Deutschunterricht in der Tessiner Primarschule ein? Deutsch ist die wichtigste Sprache in der Schweiz. Durch die schnelle ­Zug­verbindung sind wir eng mit der Deutschschweiz verbunden. Aber für Tessiner, die kein Deutsch sprechen, ­ ist die Sprache wie eine Mauer.

In den vergangenen Jahren hat sich das Gesicht von Lugano verändert. Strassen­ musik, Tanzshows, Konzerte, Theater­ aufführungen und Freiluftkino gehören im Sommer zur Kulisse wie die Hausberge San Salvatore und Monte Brè. «Long Lake» heisst das Festival an der Uferpromenade, eine humorvolle An­ spielung auf einen Longdrink. Claudio Chiapparino ist stolz darauf, dass sogar die «New York Times» die Lounge-Bar Mojito mitten im bunten Treiben wärms­ tens empfiehlt. Als Leiter Veranstaltun­ gen der Stadt setzt er sich seit 26 Jahren dafür ein, dass Lugano nicht nur als Sonnenstube wahrgenommen wird. «Lugano ist innovativ und lebendig, hier florieren auch Subkulturen.»


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14 | 1.7.2019 | TESSIN

«Ein bisschen wie in Fort Knox»: Ornello Rusconi liebt seine Tankstelle – und nimmt das Risiko eines Überfalls gelassen hin.

Hüter der Zapfsäulen Ornello Rusconis Tankstelle im Tessiner Grenzort Stabio ist schon 20-mal überfallen worden. Und doch gibt es keinen Ort, an dem er sich lieber aufhält.

162 Tankstellen gibt es im Kanton Tessin.

Text: Monica Müller  Bild: Alberto Bernasconi

I

n den vergangenen 50 Jahren hat Ornello Rusconi (68) kaum freigenommen. 2018 gönnte er sich eine Auszeit von zehn Tagen im Wallis. Doch in der Therme ­langweilte er sich so sehr, dass er den Aufenthalt frühzeitig a­ bbrach. ­«Dieses plätschernde Wasser und das Sich-durch-den-Tag-Plätschern hat mich wahnsinnig gemacht», erzählt er. Lieber wollte er nach dem ­Rechten sehen in seiner Tankstelle in Stabio, idyllisch neben einem Rebberg gelegen und nur 500 Meter vom unbetreuten Grenzübergang nach Clivio (I) entfernt. Schon als Zehnjähriger half ­Ornello Rusconi seiner Mutter im Familienbetrieb und bediente die Kundschaft an der Zapfsäule. Nach einer Banklehre bot man ihm ­interessante Stellen in Deutschland und England an. Er aber ­beschloss, in seinem beschaulichen Geburtsort zu bleiben – und hat es nie ­bereut. Gern erinnert er sich

an die Boom-Jahre in den 70ern, als er und seine Mutter neben Benzin auch ­Bananen, Krawatten und Zigaretten verkauften. Produkte, für die sich die Grenzgänger aus Italien besonders interessierten. Ein Päckchen Zigaretten kostete in der Schweiz nur einen Franken, in Italien vier. «Geld her, oder es knallt!» Als die Rusconis 1982 auf Selbst­

bedienung umstiegen, nahmen sie eine Geldwechselstube in Betrieb. Im selben Jahr ereignete sich der erste Überfall. Zwei Maskierte stürmten in den Laden, richteten Pistolen auf Rusconi und seinen Kollegen und schrien: «Geld her, oder es knallt!» Der Kollege flüs­terte: «Die Pistolen sind nicht ­geladen.» Als Rusconi sich bewegen wollte, feuerte der Fremde einen Schuss ab – noch heute erinnert eine Kerbe im Holz daran. Mit 6 ­­ 000 Franken Beute machten sich die Räuber davon. «Man darf

in ­einer solchen Situation nie den ­Helden spielen», meint Rus­coni. Grenzorte wie Stabio gelten als der Wilde Westen des Tessins, denn von hier aus sind Räuber schnell über die Grenze verschwunden. «Hier ist es ein bisschen wie i­ n Fort Knox», sagt er und lächelt. Nach jedem Überfall hat der Tessiner die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt: Alarmanlage, elektrische Türverriegelung, Videoüberwachung. Auch wenn seine Tankstelle den Rekord unter den meistaus­ge­raubten im Kanton hält, sieht er ­ die Sache pragmatisch: «20 Überfälle in 5 ­ 0 Jahren ist keine schlechte ­Bilanz.» In vier von fünf Fällen seien die Räuber gefasst worden, und für die anderen Fälle sei er versichert. Rusconis Mutter hat noch als 83-Jährige täglich mitangepackt. Von einem solchen Lebensabend träumt auch er. Der Geruch von Benzin, begleitet vom Zirpen der Grillen, das ist für ihn Heimat. MM

Lieber Auto als Tram, Bus, Zug Die Tessiner sind motorisiert unterwegs: Im Durchschnitt legt ein Tessiner 74 Prozent der Distanzen mit d ­ em Auto oder dem Motor­rad zurück – im Kanton Zürich beträgt dieser Wert 57 Prozent, in Basel-Stadt 43 Prozent. Nur 15 Prozent der Strecken bestreiten die Tessinerinnen und Tessiner mit Bahn, Bus oder Tram. In Zürich sind es 32, in Basel-Stadt sogar 43 Prozent. Quelle: Studie «Verkehrs­ verhalten der Bevöl­kerung», Bundesamt für Statistik (2017)


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16 | 1.7.2019 | TESSIN

«Pendler, die mir entsprechen, erkenne ich sofort.»

In Lugano reicht es manchmal noch für einen gemeinsamen Kaffee, bevor die Wege der Pendler sich trennen.

Cristina Marketing-Managerin

In einem Zug auf Du und Du

Auf der Bahnstrecke Varese–Bellinzona treffen täglich italienische und Tessiner Pendler aufeinander. Zwischen manchen hat sich eine grenzüberschreitende Freundschaft entwickelt. Text: Monica Müller Bilder: Alberto Bernasconi

L

uca hat wie immer sein rot-weiss kariertes Tuch ausgebreitet, um zu verteilen, was von seinem selbst­ gebackenen Brot übrig geblieben ist, seit er in Varese (I) den Zug bestiegen hat. ­ An diesem Tag ist es ihm gelungen, für die Vierergruppe ein Abteil in der Tilo-Regionalbahn zu besetzen. Kurz vor acht Uhr gesellen sich in Stabio seine Freunde zu ihm. Auf der Fahrt nach Lugano schildert Michele, wie er Cristina, Maria und Luca kennengelernt hat: Während Wochen sei er ­ im Zug in ihrer Nähe gestanden und habe sie belauscht. Cristina fiel auf, dass Michele bei ihren Witzen immer mitlachte, und stellte sich und ihre Freunde vor. Im Zug sind alle per Du. Eine Bibliothek auf Gleisen

Manchmal vermisst Michele zwar die Zeiten, in denen er dem «Pendlerradio» noch als Unbeteiligter zuhören konnte. «Es war unterhaltsam und so entspannend», sagt er und lächelt. Dafür sei er nun aber viel belesener: Vor allem ihre Gespräche über Bücher habe er von Anfang an mit Interesse verfolgt. Als sie einmal ganz lebhaft über einen Fall von Kommissar Maigret diskutierten, ging er noch am selben Tag in die Bibliothek, um sich das Buch zu beschaffen. Weil er aber den Titel nicht kannte und Georges Simenon über 70 Krimis geschrieben hat, ging Michele erst mal mit lee-

ren Händen nach Hause. Doch Cristina lieh ihm den richtigen Maigret-Krimi schon bald aus. Und immer wieder tauschen die «Zugfreunde», wie sie sich nennen, Bücher aus. Verbundenheit statt Spannungsverhältnis

Die Grenzgänger aus Italien sind im Tessin ein heiss debattiertes Thema. Einerseits ­werden sie gebraucht, andererseits werden die «frontalieri» als Billiglohnkonkurrenten kritisiert. Doch von diesen Spannungen ist ­ im Tilo nichts zu spüren. Michele und Luca sind Italiener, Cristina ist Tessinerin, und Maria lässt sich nicht so leicht einordnen: ­ Sie stammt aus dem Puschlav und lebt in ­Malnate (I), seit sie einen Italiener geheiratet hat. Sie alle pendeln für ihre Jobs nach ­Lugano: Michele betreut Kleinkinder in einer Kindertagesstätte, Luca berät Kundschaft in einer Buchhandlung, Maria ist Buchhalterin, Cristina Marketing-Managerin. Bevor die grenzüberschreitende Verbindung zwischen Varese und Mendrisio im Januar 2018 in Betrieb genommen wurde, mussten Michele, Luca und Maria mindestens einen Teil ihres Arbeitswegs mit dem Auto oder Motorrad bestreiten. Sie sind erleichtert, dass diese Zeiten vorbei sind. «Für einen Weg sass ich rund eineinhalb Stunden lang im Auto; meist steckte ich im Stau», erzählt Michele. Mit der Fahrt im Zug hat der Vater

Zu Lucas Morgenritual im Zug gehört auch eine heisse Tasse Tee aus der Thermoskanne.


TESSIN | 1.7.2019 | 17

63 869

«Manche Leute im Zug sehe ich öfter als meine Familie.»

Grenzgänger pendeln jeden Tag von Italien ins Tessin, um dort zu arbeiten: Sie belegen 25 Prozent der Stellen im Kanton.

Michele Kleinkindbetreuer

Zugfahrt mit Panoramasicht: Die Pendlerstrecke führt vorbei am glitzernden Luganersee. Bellinzona

Giubiasco Rivera-Bironico

Mezzovico

dreier Kinder Zeit für sich gewonnen: «Im Tilo kann ich lesen, schlafen, essen, plaudern.» Je nach Tag und Arbeitsplan setzt sich ­ die Pendlergruppe anders zusammen. Wenn die Zugfreunde sich länger als drei Tage nicht sehen, fragen sie per Whatsapp nach, ob alles in Ordnung sei. Obwohl sie täglich nur 30 Minuten miteinander verbringen, wissen sie viel voneinander. Steckt jemand in einer Beziehungskrise oder hat gesundheitliche Probleme, sind die anderen da. Inklusive selbstgebackener Crostata, Brioches aus der P ­ asticceria oder Konfitüre mit Quitten aus dem eigenen Garten.­ MM

Taverne-Torricella

Lamone-Cadempino

Lugano

Lugano-Paradiso

Melide

Mendriso S. Martino Mendrisio

Luca Buchhändler

CapolagoRiva S. Vitale Stabio

Cantello Gaggiolo

Arcisate

Induno Olona

Maria Buchhalterin

Varese

«Ich geniesse es, in aller Ruhe im Tilo zu frühstücken.»

«Ich versuche immer, den anderen meine Bücher aufzuschwatzen.»

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TESSIN | 1.7.2019 | 19

«Ein Monat im Tessin reichte, um zu wissen: Hier könnte ich leben. Ich war beruflich in Bellinzona statio­ niert. Auf der Heimreise im Zug war für mich klar, dass ich nicht mehr in Bern arbeiten wollte. Das Klima, ­ die Offenheit und Spontaneität der Tessiner liessen mich nicht mehr los. Doch so schnell, wie ich wegwollte, liess sich im Tessin kein Job finden. Also schrieb ich mich an der Univer­ sità della Svizzera italiana (USI) in Lugano für den Master in Public Management und Policy auf Italie­ nisch und Englisch ein – ohne Sprachkenntnisse in Italienisch. Ein paar Tage später kündigte ich meine Wohnung und meinen Job in Bern. Das warf auch kritische Fragen auf: «Sprichst du denn so gut Ita­lienisch

für einen Master?», fragten die ­ einen. «Wie willst du das bezahlen?», fragten die anderen. Ich nahm Privatunterricht und lernte intensiv Italienisch – drei Monate lang, bis zum Semester­ beginn. Meine Tessiner Mitstuden­ tinnen und Mitstudenten unter­ stützen mich mit einer für mich ungewohnten Selbstverständlichkeit. Das half mir, alle Prüfungen im ersten Semester zu bestehen. Mein Deutschschweizer Freund ist vor vier Jahren auch ins Tessin aus­ gewandert. Ich ziehe gerade in seine Wohnung in A ­ rbedo. Ich habe meinen Entscheid, im Tessin zu leben, noch nie bereut und möchte nach dem Stu­dium hier bleiben.»  MM

186 von insgesamt 2815 Studierenden an der USI stammen aus der Deutschschweiz und der Romandie.

Brigitte Langsch (27) hat ihr Herz ans Tessin verloren und ihren Lebensmittelpunkt spontan von Bern nach Arbedo verlagert.

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«Die Offenheit der Tessiner liess mich nicht mehr los»


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TESSIN | 1.7.2019 | 21

Der Reis ist sein Lotto-Sechser

E

twas Anmutiges, gar ­Sakrales hat es, wenn Markus Giger (58) seine Hände in den Halbrohreis taucht. Seine Augen leuchten blau wie der Himmel über ihm. «Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages Reis für die ­ganze Schweiz anbauen würde», sagt er und lacht – ein Lachen, das ansteckt. Markus Giger ist bei Terreni alla Maggia verantwortlich für den Anbau. Auf den fruchtbaren Feldern zwischen dem Maggiadelta und Ascona produziert der Migros-Lieferant Polenta, Hartweizen für Pasta, Wein, Grappa, Früchte – und eben Reis. 1981, kurz nach seiner Landwirtlehre in seinem Heimat­ kanton St. Gallen, erhielt Giger ein Job-Angebot im Tessin. ­«Warum nicht», dachte er. Angefangen hat Giger mit dem ­Anbau von Kartoffeln und später Mais. Vor 22 Jahren entstand die Idee mit dem Reis. «Für die ­Tessiner ist Risotto ein Lebens­elixier.» Bis zu diesem Zeitpunkt importierte Terreni alla Maggia ihn aus dem Ausland.

Markus Giger ist Begründer und Hüter der ersten Reisfelder in der Schweiz. Zwischen Locarno, Ascona und der Magadino-Ebene produziert er auf 88 Hektaren Risotto-Reis der Sorte Loto für die Migros. Text: Nora Hesse  Bilder: Alberto Bernasconi

450 000 Kilo Rohreis wurden 2017 in den Terreni alla Maggia geerntet.

Tessiner lieben Risotto Die meistgegessenen Reisgerichte im Tessin sind Safran- und Steinpilzrisotto. Würden die Schweizer nur lokalen Risotto essen, wäre er laut Reispionier Markus Giger bereits in zwei ­Tagen aufgebraucht.

Suche nach dem richtigen Reis

Giger bereiste Norditalien und informierte sich vor Ort über die Reis­produktion. Zurück in den Terrreni alla Maggia probierte er Reissorten, Wasserpegel und Jahreszeiten aus, bis er das ­Rezept gefunden hatte: Die Reissorte Loto funktioniert im Trockenanbau perfekt. Um den notwendigen Minimalwasserstand von 18 Millimetern zu e­ rreichen, muss Giger zweimal die Woche wässern. Den Wasserstand kann er per Fernsteuerung auf seinem Smartphone regu­lieren. Während der Deutschschweizer in den 1980er-Jahren eifrig mit den Pflänzchen hantierte, schnitt auf dem Feld n ­ ebenan Giuliana die Blumen als Floristin im «Castello del Sole». Heute

Markus Giger liebt die Arbeit auf dem Reisfeld – und Risotto.

sind die beiden verhei­ratet und haben zwei Teenagertöchter. Neulich haben die drei Frauen für Giger das perfekte Reiskorn gesucht und es vergolden lassen. Sein Talisman blitzt als Ohrring in der Tessiner Sonne. Früher trug er einen Kätzchenohrring einer Tochter. «Das war vielleicht etwas sonderbar.»

Markus Giger setzt derweil ­weiterhin auf den Trend der ­natürlichen und gesunden Nahrungsmittel aus der Region. Der neueste Streich von Terreni alla Maggia ist die Produktion von Quinoa. «Wir haben eine eigene Sorte des ‹Reis der Inkas› gekreuzt, die wir diesen August das erste Mal ernten.» MM

In den Terreni alla Maggia werden pro Hektar ca. 5000 Kilo Rohreis geerntet, entspelzt und in einem dritten Schritt maschinell geschliffen. Von der gesamten Ernte von bis zu 450 Tonnen bleiben gegen 60 Prozent übrig. Anders als in Asien oder Italien wird der Reis in der Schweiz nicht im Wasser, sondern im wassersparenden Trockenanbau produziert. Vorbild dafür sind die Reisfelder auf der italienischen Insel Sardinien.


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BÄNZ FRIEDLI | 1.7.2019 | 23

Geiles Leben

Bild: Vera Hartmann

Wenn sich vieles im Leben gerade zum ­Guten wendet. Man sich unglaublich über den kleinen Schwatz mit der Kroatin an der Migros-Kasse freut, die so gern von ihrem Sohn erzählt und so stolz ist auf ihn. Wenn in Frankreich die Frauen einen grossen Fussball-­Sommer feiern und vor dem Fenster die Magerwiese blüht. Wenn der Italiener von der Textilreinigung im Quartier fragt, woher um Himmels willen die Flecken auf den Shirts unseres Jungen kämen und die Auskunft, der koche halt gern Sugo und tue dies leider stets in weissen Leibchen, mit einem «Seien Sie froh, dass er kocht!» quittiert, womit er ­einen zum Lachen bringt. Wenn man einfach wieder mal findet – und ich hoffe, Sie kennen diese Tage –, man habe ein gutes Leben. Und dann aus lauter Übermut «geiles Leben» in die Suchmaschine eintippt. Mal schauen, was da so kommt ...

Bänz Friedli (54) lebt gern in der Gegenwart.

Zu den Dingen, die gerade meinen Übermut beflügeln, zählen auch die bisher ungehörten Aufnahmen der «Rolling Thunder Revue», jener Konzertreise, die Bob Dylan mit Weggefährtinnen und Freunden im Herbst 1975 unternahm. Sie müssen nicht Dylan-Fan sein und meine Begeisterung auch nicht teilen. Sie müssen bloss wissen, dass die eben veröffentlichten Live-Mitschnitte von fiebriger Intensität sind, dass sie strotzen vor Auflehnung, Jugendlichkeit, Selbstbewusstsein. Ich höre mich kreuz und quer durch die 14 CDs und

bin hingerissen von der flirrenden Energie. Sie bezaubert mich, und ich bedaure, dass ich all dies nicht miterlebt habe. Den Wunsch, in einer anderen Zeit gelebt zu haben? Verspüre ich äusserst selten. Ich hätte kein alter Ägypter sein wollen, habe weder aufs Mittelalter Lust noch auf den Wilden Westen und stelle mir meine eigene Stadt vor einigen Hundert Jahren schmutzig, lärmig und voller Gestank vor. Die «Rolling Thunder Revue» hätte ich gern verfolgt. Aber sonst? Nein, ich mag die Gegenwart. Ich bin froh, dass es keine empörten Zuschriften mehr gibt, wenn man «geil» schreibt. Noch als ich hier mit dieser Kolumne anfing, hagelte es Briefe von Frommen, Besorgten und Altgewordenen, «geil» sei ein sexuell behaftetes Wort, das man nicht in der Zeitung gebrauchen dürfe, und ich musste beschwichtigen: «Easy, dem ist seit hundert Jahren nicht mehr so, und spätestens mit Simon Ammanns Doppel­ olympiasieg 2002 ist ‹geil› in den Alltags­ gebrauch übergegangen.» Die Suchmaschinenergebnisse für «geiles Leben»? Nebst einem nicht wirklich tollen Song von «Glasperlenspiel» und dem üblen Video einer Band namens «Störte Priester» taucht vor allem Derbes von unterhalb der Gürtellinie auf. Vielleicht ist «geil» doch nicht das richtige Wort? Sagen wir lieber: Das Leben ist schön. Absurd schön. MM

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24 | 1.7.2019 | CHOCOLAT FREY

17 Millionen Stück süsse Heimat Reisende aus aller Welt lieben sie: die Schöggeli der Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Hergestellt werden sie von Chocolat Frey in Buchs AG. Die Migros-Tochter ist stolz auf diesen Prestigeauftrag. Text: Kian Ramezani  Bilder: Roger Hofstetter

D

er letzte süsse Gruss aus der ­Heimat, bevor man irgendwo in der weiten Welt landet, wiegt 14 Gramm. Ebenso das süsse Willkommen-zurück vor der Ankunft in Zürich oder Genf: Die Rede ist von dem Stückchen spezieller Schoggi, das die Fluggesellschaft Swiss ihren Passagieren in der Economy Class verteilt. Die berühmten, rot eingepackten Schöggeli stammen von der Migros-­ Tochter Chocolat Frey aus Buchs AG, wo sie das ganze Jahr hindurch hergestellt werden.

Das Geheimnis hinter ihrer Beliebtheit ­kennen allerdings auch dort nur sehr wenige Leute. Einer der Eingeweihten ist Produkt­ entwickler ­Dominic Meier: «Für die Swiss haben wir eine ganz besondere Rezeptur entwickelt, die nur für dieses Produkt ein­ gesetzt wird. Mehr verrate ich nicht.» Ein paar Milligramm mehr oder weniger

Dass sie alle gleich aussehen und gleich viel wiegen, darüber wacht sein Kollege Poly That: «Wir achten auf möglichst geringe Ab-

weichungen. Nicht, dass wir kleinlich wären, aber bei 17 Millionen Stück pro Jahr fallen ein paar Milligramm mehr oder weniger schon ins Gewicht», sagt der Anlagenführer mit einem Augenzwinkern. Auch sonst hat der Frey-Mitarbeiter die Schokolade stets im Blick, denn nur wenn diese bei der rich­ tigen Temperatur abgefüllt wird, erhält sie einen schönen Oberflächenglanz und knackt später beim Reinbeissen. Für die Verteilung der 17 Millionen Stück ist das Kabinenpersonal der Swiss zuständig,

Bilder: zVg, Swiss International Air Lines AG

Beim Abfüllen ist die Schokolade 28 bis 29 Grad warm, damit sie sich gleichmässig in der Form verteilt und das Swiss-Logo gut sichtbar wird.


CHOCOLAT FREY | 1.7.2019 | 25

Die «Lunch Tablets», wie sie bei der ­Chocolat Frey offiziell heissen, werden in Schachteln à 60 Stück an Swiss International Air Lines geliefert.

dabei kamen immer wieder verrückte Dinge vor. So etwa die beiden Maîtres de Cabine, Cathrin Hermann und Jozef Lugaric: «Wir erlebten auf einem Flug einen Heiratsantrag an Bord. Für den Antragsteller haben wir die Swiss-Schöggeli in der First Class in zwei Herzformen angerichtet. Die Frau hat auf seine Frage hin aus den Schokoladen eines der Herzens ein YES geformt und so ihrem Zukünftigen stumm das Jawort gegeben. Das Ganze konnten wir in der First-Class-­ Kabine arrangieren, weil wir auf diesem

Bald schreitet sie durch den Gang und erfreut Fluggäste: Ein Besatzungsmitglied der Swiss macht sich bereit, die ­Schöggeli zu verteilen.

Flug keine Gäste in der ersten Klasse hatten. Die Passagiere waren sehr gerührt.» Das Lernen versüssen

Auf einem anderen Flug hörte Flight Attendant Berkant Oezpay, wie ein Vater mit ­seiner Tochter das Zählen übte. Er versprach ihr zehn Schoggitäfeli, wenn sie bis zehn zählen könne, was ihr mit etwas Hilfe schliesslich gelang. «Nach der Landung kam das Kind zu mir in das Heck des Flugzeugs und sagte, dass es jetzt sogar bis 20 zählen

könne. Nach der mündlichen Prüfung gab ich ihr weitere zehn Schöggeli. Die ­Kleine war die glücklichste Passagierin an Bord.» Und wenn die Chocolatiers aus Buchs an Bord sind? «Wenn ich selber mit der Swiss fliege, schaue ich mir die Lunch Tablets, wie wir sie nennen, natürlich ganz genau an», sagt Daniel Meier, bei Chocolat Frey Verkaufsleiter für die Schweiz. «Der Genuss ist gross und der Stolz ebenso. Wir fühlen uns sehr geehrt durch diesen Auftrag.» MM


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olarbetriebene Geräte sind so angesagt wie nie ­zuvor. Aus gutem Grund: Sie sind flexibel einsetzbar, benötigen weder Kabel noch Steckdose und kosten oft nicht mehr als netzbetriebene Alternativen. Gerade im Outdoor-­ Bereich machen Solar­modelle Sinn.

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Zapf die Sonne an! Lichterkette, Kühlbox oder Kochherd: Die Sonne liefert die Energie für viele Geräte. Das ist auch unterwegs praktisch – aber nicht immer langlebig. Text: Philipp Rüegg

Solarleuchten kommen besonders häufig im Garten, auf der Terrasse oder dem Campingplatz zum Einsatz. Statt Kabel zu verlegen, muss man nur die Sonne einfangen – die Geräte verfügen über eigene kleine ­Kollektoren. Es gibt Girlanden, Bodenleuchten oder sogenannte Erdspiessleuchten, die einfach in den Boden gesteckt werden. Alle diese Lampen sind fast nur noch in der energie­sparenden

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Sonnenverlauf LED-Version erhältlich. Man sollte das Augenmerk auf die Lichtfarbe – warm oder kalt – und auf die Lichtstärke richten. Soll die Lampe beispielsweise die Haustür beleuchten, sollte das Licht entsprechend hell sein. Es empfiehlt sich die Kombi­ nation mit einem Bewegungsmelder, das spart Strom. Doch Augen auf: Bei günstigen Modellen können die Leuchtmittel oft nicht ersetzt werden. Das Gleiche gilt für den Akku: Hier ist auf eine lange Laufzeit zu achten. Solarkocher

Solarkocher haben eine reflektierende Oberfläche, die Sonnenstrahlen kanalisiert und Hitze generiert. Es gibt Modelle, in die man eine Pfanne oder einen Wasserbeutel platzieren und erhitzen kann. Besser funktionieren allerdings Kocher mit

e­ inem speziell geformten Be­ hälter für Fleisch oder Gemüse, zum Beispiel der Camping­ kocher Go Sun (bei Galaxus). Kühlbox

Selbst eine Kühlbox lässt sich mit Sonnenenergie betreiben. Allerdings braucht es dazu einen Zwischenschritt. Würde man nämlich eine Kühlbox mit inte­ griertem Solarpanel der prallen Sonne aussetzen, würde sie sich unnötig aufheizen. Stattdessen gibt es Modelle mit energieschonender Kompressortechnologie. Diese verfügen über einen 12-Volt-­Anschluss und werden mit Solarpanels verbunden, die mindestens 100 Watt für die Kühlung liefern. Umweltfreundlich und effizient

Die flexibelste Lösung ist ein Solarmodul in Verbindung mit

einer Batterie in Form einer Powerbank oder eines Generators. Damit können nicht nur Smartphones oder Laptops ge­ laden werden, je nach Modell lässt sich auch ein Kühlschrank betreiben. Diese Lösung ist zudem umweltfreundlicher als der Einsatz von Geräten mit integriertem Solarmodul. Ökobilanz-­ Experte Rolf Frischknecht sagt: «Bei normalen Solarzellen rechnet man mit rund 1000 Volllaststunden und einer Lebensdauer von 30 Jahren.» Das schaffen die eingangs erwähnten Solargeräte kaum. Für den Heimgebrauch rät Frischknecht deshalb zu ­kabelgebundenen Geräten in der Kombination mit eingekauftem Solarstrom. Man könnte den Strom natürlich auch selber ­produzieren, aber dann wird es definitiv teurer als beim Kauf ­einer Solarlichterkette. MM

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27.06.19 13:56


GENUSS | 1.7.2019 | 29

Libanesische Gastlichkeit

Sandrine Pasche hat die Geheimnisse um die Zubereitung der Kafta von ihrer Mutter erfahren. ­Rezepte für traditionelle Gerichte werden im Libanon noch immer in der Familie überliefert. Text: Patricia Brambilla Bilder: Mathieu Rod

Kochwelten Bei der Migros arbeiten Menschen aus 154 Na­ti­onen. Mitarbei­tende mit auslän­dischen ­Wurzeln verraten traditionelle Rezepte aus ihrer Heimat.

G

Sandrine Pasche stellt klar: Authentische ­libanesische ­Gerichte finde sie in kaum einem ­Restaurant. Am liebsten bereite sie sie selber nach einem Rezept ihrer Mutter zu.

eschmacksnoten, Düfte und Gerüche kennt sie gut. Schon von Berufs wegen: Sandrine Pasche entwickelt für die pflanzlichen Produkte des Migros-Unternehmens Elsa-­ Mifroma neue Geschmacks­ richtungen und spürt Aromen-­ trends auf. Aber auch ihre libanesischen Wurzeln spielen für ihr Geschmacks­empfinden sicher eine Rolle, denn im Land der Zedern hat Essen eine zen­ trale Bedeutung. «Ich bin zwar in der Schweiz geboren, aber alle drei Jahre reise ich in den Libanon. Meiner Mutter habe ich immer schon beim Kochen zugeschaut und es so auch gelernt. Ich kann behaupten, noch nie schlecht gegessen zu haben.» Die 33-Jährige räumt zunächst mit Irrtümern auf: Das echte libanesische Taboulé hat nichts mit einem Couscous-Salat, wie man ihn hier kennt, zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Handvoll Bulgur, der mit viel Petersilie, gehackten Zwiebeln und gewürfelten Tomaten vermischt wird. Das Resultat ist reich an Chlorophyll. «Die wahre libanesische Küche findet man nicht im Restaurant. Sie ist eine Familiendomäne, und ihre Geheimnisse werden oft von


Schweizer Cervelas für wenig Kohle.

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GENUSS | 1.7.2019 | 31

Mutter zu Tochter weiterge­ geben.» Mezze mögen auch sehr gut schmecken, aber man sollte die originalen Gerichte entde­ cken, die oft lange gekocht und in grossen Mengen zubereitet werden, um sie auch Freunden, Verwandten oder Nachbarn an­ bieten zu können. «Im Libanon ist Essen ein Moment der Freude und des Austauschs im Zeichen von Gastfreundschaft und Gross­ zügigkeit. Wenn meine Mutter kocht, tut sie es immer für viele Leute, die sich dann alles teilen.» Sandrine bereitet ein tradi­ tionelles Gericht zu, das ihr be­ sonders am Herzen liegt: Kafta. Das ist ein Eintopfgericht aus mehreren Lagen, ähnlich wie eine Lasagne. Die erste Schicht besteht aus Hackfleisch (Lamm und Rind), das man mit gehack­ ten Zwiebeln und Petersilie gut vermischt. Darüber kommt eine zweite Lage aus vorgekochten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln sowie eine dritte Schicht aus kurz in Öl gebrate­ nen Auberginenscheiben. Den Abschluss bilden Tomaten­ hälften und -scheiben. Darüber giesst man eine mit Wasser und Zitronensaft verdünnte Sauce aus Tomatenmark, die gut mit Salz, Pfeffer und vor allem Zimt gewürzt ist. Das Ganze muss 30 bis 40 Minuten im Ofen ­schmoren. Dazu reicht man ­libanesisches Brot.

Eine Kafta nach ­libanesischer Art wird wie eine Lasagne in Schichten gelegt: Eine erste Lage bildet das Hackfleisch, die zweite besteht aus K ­ artoffeln, die dritte aus Auber­ ginen. Den Abschluss bilden Tomaten. Da­ rüber wird ­eine gut gewürzte Sauce auf der Basis von­ Tomaten­mark gegossen.

Reichhaltig, festlich, farbenfroh

Wenn Sandrine von der Küche ihres Landes spricht, schliesst sie genussvoll ihre Augen. Nach ihrem ersten bewussten Geschmackserlebnis befragt, muss sie nicht lange überlegen: «Der Fattouche! So frisch und herrlich mit Grilladen.» Dieser Salat aus Tomaten, Gurken, Lattich, Radieschen und knus­ prigem Brot, dem ein Strauss Pfefferminze, etwas Zitrone, Granatapfelsaft und eine zer­ drückte Knoblauchzehe so richtig Pep geben, ist eine un­vergleichliche Beilage für sommerliche Fleischgerichte. «Reichhaltig, festlich, farben­ froh – die libanesische Küche ist einfach, aber zeitintensiv», räumt Sandrine Pasche ein.

Spezielle Geräte oder Techniken sind jedoch nicht erforderlich; wichtig ist die Auswahl der rich­ tigen Zutaten und insbesondere der Gewürze, wie etwa Zatar (eine Mischung mit Thymian und Sesam) oder Sumach. Müss­ te sie sich für ein Gewürz ent­ scheiden, würde Sandrine keine Sekunde zögern: «Kamoun, das ist gemahlener Kreuzkümmel. Er gibt auch einem schlichten Teller Tomaten einen einzig­

artigen Geschmack und ist herr­ lich mit Kartoffeln und einem Schuss Olivenöl.» Sandrine ein genaues Rezept zu entlocken, ist schwierig. Sie liebt es zu variieren. Ihre Ge­ richte ständig wieder neu zu erfinden und Rezepte nie buch­ stabengetreu zu befolgen, be­ reitet ihr Freude. Denn für sie ist Kochen vor allem eine krea­ tive Tätigkeit. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass eine

Geniesserin wie Sandrine Pasche ihre Ferien gerne nach der lokalen Gastronomie ausrichtet. Ihr nächstes Ziel wird San Sebastian im spanischen Baskenland sein, wo die grösste Ansammlung von Köchen mit Michelin-Sternen zu finden ist. Aber Beirut mit den Familien­ besuchen und den ausschwei­ fenden Tischgesprächen steht schon im kommenden Jahr wieder auf dem Programm. MM


32 | 1.7.2019 | GENUSS

Ein Cervelat in Asien

Wer an Lagerfeuer denkt, hat sofort die Schweizer Traditionswurst vor Augen. Wir zeigen, dass sie auch bestens in einen asiatisch inspirierten Salat passt. Text: Claudia Schmidt Rezept: Andrea Pistorius

Koriander sorgt für den nötigen Pfiff und die typische Asia-­ Note im Dressing. Rohzucker und Frühlingszwiebeln liefern die Würze. Cervelats sind jetzt dauerhaft günstiger: M-Classic Cervelat, 2 Stück Fr. 2.25, ­bisher 2.35

Chilischoten oder Peperoncini: Ganz so viele Schoten, wie hier abgebildet, braucht es für unser Rezept nicht. Eine Schote hat genug Schärfe, um richtig ein­ zuheizen. Beim Kochen Handschuhe tragen!

Limetten sind aus der asiatischen Küche nicht weg­ zudenken. Ihre Säure wird in Dressings sehr geschätzt. Der Kabis bringt milde Schärfe in den Salat.


GENUSS | 1.7.2019 | 33

SELBSTGEMACHT: Cervelaskrebs mit Frucht-Ketchup auf migusto.ch/­ cervelaskrebs

Asiatischer Cervelat-Salat Zutaten für 4 Personen 2 Frühlingszwiebeln 1 Chilischote 1 EL gemahlener Rohzucker 2 EL Sojasauce 4 EL Olivenöl 2 Limetten Pfeffer ½ Bund Koriander 500 g Weisskabis 4 Cervelat

Wurstsalat einmal anders: Mit dem Rezept bringt man eine leichte, frische Variante des Klassikers auf den Tisch. Er kommt ohne Käse aus und überzeugt auch Wurstliebhaber, die dem traditionellen ­Gericht nur wenig abgewinnen können.

Zubereitung

1. Frühlingszwiebeln in feine Ringe ­schneiden, Chili entkernen und klein schneiden. Zwiebeln und Chili mit Zucker, Sojasauce und Olivenöl mischen. ­Limette auspressen, Saft dazugeben. Mit wenig P ­ feffer würzen. Koriander klein zupfen, einen Teil beiseitelegen, den Rest mit der Sauce mischen. Kabis in dünne Streifen schneiden und mit der Hälfte der Sauce ­mischen. 2. Grill auf ca. 200 Grad vorheizen. Cervelat schälen, in 1 cm dicke Stücke schneiden und auf Spiesse stechen. Auf beiden Seiten 2 bis 3 Minuten grillieren. Die noch heissen Cervelat-Scheiben mit dem Salat anrichten, mit restlicher Sauce beträufeln und mit ­Koriander bestreuen. Zubereitung ca. 15 Minuten  Einsteiger + ca. 5 Minuten grillieren

Anstelle von weissem Kabis kann man Rotkabis oder Chinakohl verwenden.

Bilder: Fotostudio MGB, Styling: Feride Dogum

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günstig

Pro Person ca. 15 g Eiweiss, 33 g Fett, 14 g Kohlenhydrate, 1800 kJ / 430 kcal

Das Kochmagazin der Migros Für Clubmitglieder gratis per Post. Jetzt anmelden: migusto.ch


34 | 1.7.2019 | GENUSS

Wissensbissen Produkt der Woche

20 000 Gramm bringen grössere Wassermelonen auf die Waage. Die Verwandtschaft mit dem Kürbis lässt sich eben nicht leugnen.

Der Rhabarber ist treu: Über mehrere ­Jahre spriessen aus ­einer ­Pflanze in ­jedem Frühjahr neue Stangen. Was wenige ­wissen: ­Einige mehrmals austrei­bende Gemüse eignen sich für den ­Garten. Was sich h ­ inter Elefanten­knoblauch oder Oka verbirgt, ­erklären Philippe ­Collignon und Bernard Bureau in ihrem Buch «Mehrjähriges ­Gemüse». Fr. 23.90 bei E ­ xlibris

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Keystone, zVg

GARTEN

Endivien Wer möglichst das ganze Jahr Salat ernten möchte, ­sollte einen Blick auf die Aussaattabelle werfen. Jetzt ­aktuell sind Endivien. Man unterscheidet die Winter­endivien und die Frisé-Arten. Letztere werden idealerweise erst im Sommer angesät. Zu frühes Säen lässt die Pflanzen schnell Blüten ansetzen – und wenig Blätter. Wer im Freiland bis Ende Juli sät, kann von September bis Dezember ernten.

Pfannenhilfe

Wenn ich asiatisch koche, bleiben oft Reste von Ingwer, Knoblauch und Chili übrig. Was mache ich sinnvoll damit? Wer immer die gleiche Kombination von Ing­ wer, Knoblauch und Chili verwendet, kann die Reste gleich zu­ sammen einfrieren. Einfach Ingwer und Knoblauch schälen; beide lassen sich so später leichter weiter­ verarbeiten. Eine ­andere Möglichkeit: Ein Püree aus allen Gewürzen portions­ weise im Eiswürfel­ behälter einfrieren. Manche bemängeln, dass Knoblauch durch das Einfrieren stark an Geschmack verliert. Dabei spielt aber die Zeit eine Rolle. Länger als sechs Monate ­sollte man Gewürze nicht einfrieren. Chili­ schoten verlieren ihre Knackigkeit, was aber für das Kochen von Currys und Saucen keine Rolle spielt.

Claudia Schmidt Food-Redaktorin

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Keystine, zVg

Wassermelonen Sommer, Sonne, Strand – und Wasser­ melone: Nichts erfrischt in den heissen Monaten mehr. Mit einem Wasseranteil von über 90 Prozent dient die Frucht als leichte Zwischenverpflegung, denn sie enthält pro 100 Gramm nur rund sechs Gramm Zucker und hat 39 Kalorien.


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NATURKOSMETIK | 1.7.2019 | 47

Alles Natur, oder was? Haut- und Haarpflegeprodukte ohne Mikroplastik oder andere problematische Bestandteile sind gefragt. Aber was hat es mit Inhalt und Wirkung von Naturkosmetik tatsächlich auf sich? Gängige Mythen – und die Antworten darauf.

Naturkosmetik ist ideal für Allergiker. Richtig und falsch.

Text: Susanne Schmid Lopardo

Naturkosmetik in der Migros

Bild: Getty Images

Die Migros-Eigenmarke für Natur­ kosmetik, «I am Natural Cosmetics», umfasst eine grosse Auswahl an Gesichts-, Körperund Haarpflege­ produkten für die ganze Familie und zu erschwinglichen Preisen. Sie sind mit dem «Natrue»-Label zertifiziert und ent­ halten natürliche Inhaltsstoffe. Ebenfalls mit dem «Natrue»Label zerti­fiziert ist die Baby­pflegelinie «Milette Naturals». Die Marke Kneipp führt ein umfang­ reiches Sortiment an naturnaher Kosmetik sowie diverse mit dem «Natrue»-Label zertifi­ zierte Produkte.

Naturkosmetik ist frei von synthetisch hergestellten Stoffen. Richtig. Die Produkte wer­ den aus pflanzlichen und anderen natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt. Sie ent­ halten keine proble­ matischen Bestand­ teile wie Mineralöle, Silikone, Aluminium, Mikroplastik oder synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Wenn eine Pflanze auf der Tube abgebildet ist, bedeutet das, dass die Inhaltsstoffe natürlich sind. Falsch. Es gibt Firmen, die sogenanntes Greenwashing be­treiben: Sie hängen ihren Produkten ein grünes ­Mäntelchen um, indem sie die Verpackung ent­ sprechend gestalten, und werben mit natürlichen Inhaltsstoffen, obwohl nur verschwindend wenige davon in ihren Produkten enthalten sind. Echte Naturkosmetikprodukte sind zertifiziert und mit entsprechenden L­ abeln, zum Beispiel «Natrue» oder «Ecocert», gekennzeichnet.

Natürliche Pflegeprodukte sind mild und hautschonend. Richtig. Sie enthalten weniger aggressive waschaktive Substanzen oder andere, oft hautreizende Inhaltsstoffe. Das macht die Produkte milder. Dies kann zwar dazu führen, dass ein Haarshampoo beispielsweise weniger schäumt, aber es reinigt trotzdem und schont erst noch Haare und Kopfhaut.

Weil Naturkosmetik keine synthetischen Konser­ vierungsstoffe enthält, ist sie verträglich und hat ein niedriges Allergie­ potenzial. Da sie jedoch pflanzliche Inhaltsstoffe enthält, sollten insbeson­ dere Allergiker vorsichtig sein und prüfen, ob sie die Produkte vertragen. Menschen mit empfind­ licher Haut sollten speziell gekennzeichnete Sensitiv­ produkte wählen.

Naturkosmetik­ produkte riechen nicht gut. Falsch. Möglicherweise riechen sie etwas fremd, denn unser Geruchssinn hat sich an synthetische Düfte gewöhnt. In zerti­fizierter Naturkosmetik sind sie jedoch nicht zugelassen. Es erfordert etwas Zeit, bis sich unser Duftempfinden ändert und wir natürliche Duftstoffe wieder differenziert und intensiv wahrnehmen.


48 | 1.7.2019 | PARK IM GRÜNEN

Sommerserie Wir stellen die vier Parks im Grünen und den Monte Generoso vor: 1   Münchenstein 2 Gurten 3 Rüschlikon 4  Signal de Bougy

5 Monte Generoso

Parc Pré Vert du Signal de Bougy Die 110 Hektar grosse Parkanlage oberhalb des Genfersees zählt bei den Bewohnern der Region La Côte zu den beliebtesten ­Erholungsorten mit rund 800 000 Besuchern pro Jahr. Sie liegt in der Gemeinde Bougy-Villars, zehn Auto­minuten von ­Aubonne entfernt. Es gibt auch eine Postautoverbindung ab Bahnhof Rolle. Der 1971 eröff­nete Parc Pré Vert du ­Signal de Bougy wird vom MigrosKultur­prozent und von den vier Migros-­ Genossenschaften der Westschweiz unterstützt.

Alles im grünen Bereich Ob Reparaturarbeiten oder Rasenmähen: Olivier Barthès zieht die Fäden, wenn es um Pflege und Unterhalt des Parc Pré Vert Signal de Bougy geht. Ein Blick hinter die Kulissen des Familienparks im Waadtland. Text: Patricia Brambilla Bilder: Laurent de Senarclens

D

er Tag beginnt früh für Olivier Barthès. Bereits um sieben Uhr steht er mit seinem Team im Parc Pré Vert du Signal de Bougy bereit. Zu Beginn der Woche gibt es immer sehr viel zu tun, weil man den Park wieder in Schuss bringen muss: 120 Mülleimer lee­ ren, vier Toiletten putzen, über die Terrassen und Picknickplätze verstreuten Papierchen aufsam­ meln. «Wenn am Wochenende

schönes Wetter ist und sehr viele Menschen den Park besuchen, dann brauchen wir danach einen ganzen Vormittag zum Aufräu­ men», sagt Olivier Barthès. Der gelernte Landschaftsgärt­ ner mit den stahlblauen Augen und Blumentattoo auf dem lin­ ken Arm ist innerhalb von zehn Jahren zum Verantwortlichen für Pflege und Unterhalt des ge­ samten Parkgeländes aufgestie­ gen: 110 Hektar Fläche, von de­

nen 30 für die Öffentlichkeit zu­ gänglich sind. «Ich muss alles im Auge behalten und habe zum Glück sechs passionierte und vielseitige Kollegen an meiner Seite. Wir haben wirklich ein hervorragendes Arbeitsumfeld mit direktem Blick auf den Gen­ fersee bis hin zum Mont Blanc. Dieser Ort erfüllt uns sehr.» Der Unterhalt des Parks auf dem Signal de Bougy ist eine ge­ waltige Aufgabe: Die Spielplätze

müssen instand gehalten werden, was unter anderem heisst, ein­ mal im Monat alle Schrauben der Holzspielgeräte zu kontrollieren; die Eichen müssen auf Prozes­ sionsspinnerraupen untersucht werden; die kilometerlangen Hecken müssen regelmässig ge­ schnitten werden. Des Weiteren gilt es, die Aussenmöbel neu zu streichen, die Pflanzen zu gies­ sen, Unkraut zu jäten, das Ge­ strüpp zu entfernen, den Rasen


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PARK IM GRÜNEN | 1.7.2019 | 49

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Den Spielplatz auf Vordermann bringen, den Rasen rund um die ­Bronzeskulpturen trimmen oder das Damwild füttern: Es gibt immer viel zu tun im Park im Grünen der Westschweiz.

zu mähen. «Die Herausfor­ derung besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz des grossen Rasen­ mähers zu erwischen. Das Wetter muss passen, gleich­ zeitig sollen die Besucher nicht gestört werden.» Nicht zuletzt gibt es einen riesigen Tierpark, der das ganze Jahr über geöffnet ist und täglich gepflegt werden muss. Jedes Jahr fressen das Ziergeflügel, die Kaninchen, die Ouessantschafe, die Damwildherde und die ­Bauernhofschweine 15 Ton­ nen Futter. «Wir haben ­ auch zwei Schildkröten ­aufgenommen, die bei uns ab­gegeben wurden. Jede ­Woche erhalten wir Anrufe von Leuten, die uns ihre ­Tiere vorbeibringen wollen, aber wir können nicht alle aufnehmen … Der Park setzt mit den Bienenstöcken, dem In­ sektenhotel und dem Kom­ post voll und ganz auf Öko­ logie und Recycling: Der tote Stamm eines alten Apfelbaums wird zu einem Klettergerüst für die Tibet­ ziegen trockenes, zerkleiner­

tes Holz dient als Mulch für die Beete, und die Stauden werden immer wieder durch Stecklinge vermehrt, damit die Besucher beim E ­ ssen den wunderschönen Ausblick auf Flammenblumen und Akeleien geniessen können. «Wir verwenden so wenig Chemikalien wie möglich. Seit wir die Pflanzen nicht mehr präventiv behandeln, haben wir noch mehr Ma­ rienkäfer und Vögel. Man kann die Natur förmlich ­singen hören.» Neben den administrati­ ven Pflichten findet Olivier Barthès noch die Zeit, die «Nuggi-Fee» zu spielen und die an den dafür vorgesehe­ nen Sträuchern befestigten Schnuller einzusammeln. Zur Entspannung meditiert er manchmal am Abend im «Jardin de Madame» inmit­ ten der allegorischen Bron­ zeskulpturen der Künstlerin Malbine.  MM Wettbewerb: Auf zur ­ elfie-Trophy in den Parks S im Grünen. Infos: ­ migros.ch/tourdedutti

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MIGROS-NEWS | 1.7.2019 | 51

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Stabübergabe im Migros-Präsidium Ursula Nold, seit 2008 Präsidentin der Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB), tritt am 1. Juli das Amt als Präsidentin der Verwaltung MGB an. Andrea Broggini, Mitglied der Ver­ waltung seit 2004 und seit 2012 deren Präsident, hat sein Amt an Ursula Nold übergeben. Die neue Präsidentin und der scheidende Präsident treffen sich regelmässig zu Arbeits­ sitzungen, um eine geordnete Amtsübergabe sicherzustellen.


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1.7.2019 | 53

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z ei w

In der Handelsschule profitiert man auch vom Austausch mit Gleichgesinnten.

Wenn das Büro ruft Wer mit einem handwerklichen Beruf eine Tätigkeit im Büro anstrebt, kann mit der Handelsschule an der Klubschule Migros eine fundierte Zusatzausbildung absolvieren. Juliano de Paula wurden durch die Ausbildung neue Perspektiven eröffnet. Text: Natalie Brägger

Bilder: zVg

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as Ziel von Juliano de ­Paula ist klar: Irgendwann möchte er nicht mehr ausschliesslich auf dem Bau arbeiten, sondern eine Aufgabe haben, die auch Büroarbeiten beinhaltet. Deshalb hat der 36-Jährige vor zwei Jahren die Handelsschule absolviert. Schriftliche Kommunika­ tion, Computer-Grundlagen, Rechnungswesen, Recht und Betriebswirtschaftslehre: Um alle fünf Module zu bestehen, hat Juliano de Paula viel Zeit ins Lernen investiert. «Ich musste kämpfen, aber es hat sich gelohnt», sagt er heute. Besonders beim Verfassen von Briefen habe er sehr viel lernen können. «Die Handelsschule hat mir Mut und eine Perspektive gegeben», so der in Brasilien ge­borene Italiener, der vorher in der Schweiz keine Ausoder Weiterbildung absolviert hatte. Um sein Ziel, ein Job mit Büroarbeit, zu erreichen, macht er zurzeit eine verkürzte Lehre als Gärtner EFZ. «Zusammen mit der Handelsschule

«Ich musste kämpfen, aber es hat sich gelohnt.» Juliano de Paula Handelsschulabsolvent

habe ich danach eine gute Grund­ lage für die Gärtnerschule.» Tages- oder Abendunterricht

Die Wege, die einem nach der Handelsschule offenstehen, sind vielseitig. Der Lehrgang eignet sich für

alle, die sich nach einer Erstaus­ bildung in einem technischen, verkaufsorientierten, sozialen oder handwerklichen Beruf kaufmännisch weiterbilden wollen. Insgesamt besteht die Handelsschule aus 296 Unterrichtslektionen, die man entweder an einem Schultag pro Woche oder zu je vier Lektionen an zwei Abenden besuchen kann. Mit diesem Rhythmus dauert die Weiterbildung rund ein Jahr; in einem Kompaktkurs mit drei Unterrichtstagen pro Woche ist es auch möglich, die Handelsschule in drei Monaten zu absolvieren. Im Lehrgang erlangt man die beiden international anerkannten Zertifikate ECDL Base und ECDL Typing Skills. ECDL steht für European Computer Driving Licence. Im Typing-Test wird schnelles und fehlerfreies Tastaturschreiben geprüft. Das Base-Zertifikat beweist solide Kenntnisse im Umgang mit dem Betriebssystem, mit Internetanwendungen, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation.­ MM

Vor Ort informieren An folgenden Klub­ schulen finden ein­ stündige Infover­ anstaltungen zur Handelsschule statt: Chur Di, 13. August, 18 Uhr Frauenfeld Mo, 26. August, 17.30 Uhr St. Gallen Mi, 28. August, 17.30 Uhr Mo, 30. September, 17.30 Uhr Di, 3. Dezember, 17 Uhr Wetzikon Do, 4. Juli, 17.30 Uhr Di, 20. August, 17.30 Uhr Winterthur Di, 2. Juli, 18 Uhr Weitere Informationen und Anmeldung: klubschule.ch


54 | 1.7.2019 | MIGROS OSTSCHWEIZ

Die süssen Früchtchen aus der Region Auf dem Betrieb der Familie Angehrn im Weiler Hueb bei Muolen ist die Kirschenernte in vollem Gange. Damit die reifen Früchte rechtzeitig von den Bäumen kommen, hilft die ganze Familie mit. Text und Bilder: Natalie Brägger

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erglichen mit seinen Kinder­ gartengspändli hat der fünf­ jährige Silvan Angehrn in diesen Wochen wohl einen der aussergewöhnlichsten und irgend­ wie auch spannendsten Spielplätze: Die Nachmittage verbringt er gemeinsam mit seinen Eltern Cornel und Petra in deren grossen Kirschbaumanlage beim Weiler Hueb in Muolen SG. Solange er Lust hat, füllt er Kirschen in sein Körb­ chen, fast mehr aber noch in seinen Mund. Die mitgebrachten Bilderbüch­ lein bleiben an diesem Nachmittag ungenutzt, viel lieber widmet sich der kleinste Spross der Familie seinem Smoothie, den er mit Kirschen und Mineralwasser herstellt, oder geht den Ameisenspuren unter den Bäumen auf den Grund. Der «Meister», wie ihn sein Grossvater von der Leiter herab liebe­ voll ruft, hat wie die Erwachsenen im Betrieb alle Hände voll zu tun. Ein gutes Kirschenjahr

Bis Mitte Juli werden Angehrns noch intensiv mit der Kirschenernte be­ schäftigt sein und an trockenen Tagen um 6.30 Uhr mit Pflücken beginnen. Die heissen Temperaturen in der ver­ gangenen Woche haben die Reifung beschleunigt, die Kirschen müssen nun möglichst bald von den Bäumen.

«Das warme Wetter hat einen positi­ ven Einfluss auf den Zuckergehalt, wir dürfen uns über eine gute Qualität freuen», sagt Cornel Angehrn. Er und seine Frau können in der Hauptsaison auf die Mithilfe von zwei Erntehelfern aus Polen und von bis zu zehn Helfe­ rinnen und Helfern aus der Familie und dem Dorf zählen. Zweimal täglich fährt er die frisch gepflückten Früchte zur Tobi Seeobst AG in Bischofszell, wo sie mit einer Eisdusche sofort abge­ kühlt werden. «Das macht die Früchte länger haltbar», erklärt Hansruedi Gallmann, Leiter Verkauf/Marketing der Tobi Seeobst AG. Nach einer kur­ zen Lagerungszeit in den Kühlzellen von Tobi ge­langen die Kirschen «Aus der Region. Für die Region.» zum Ver­ kauf in die Migros. Maulbeeren und Haselnüsse

Den Angehrns geht die Arbeit auch nach der Kirschenernte nicht aus. Seit Generationen ist die Familie im Weiler Hueb zu Hause, der Landwirtschafts­ betrieb hat sich allerdings in den vergangenen Jahren verändert: 2013 haben Cornel und Petra Angehrn ent­ schieden, die Milchwirtschaft aufzu­ geben. Heute pflegen sie nicht nur die Kirschbaumanlage und rund 700 Hochstammbäume mit Mostobst,

Verbringen die Tage ab Mitte Juni mehrheitlich unter Kirschbäumen: Petra und Cornel Angehrn mit Sohn Silvan

sondern auch je eine Anlage mit Maulbeeren und Haselnüssen. Letz­ tere werden zu Haselnussöl verarbei­ tet. «Es ist wichtig, seine Nische zu finden», sagt Cornel Angehrn. Im Hausgarten wachsen für den Eigen­ gebrauch noch viele weitere Früchte, er dient gewissermassen auch als Ver­ suchsfeld. So probiert Petra Angehrn zurzeit, die Pflanzen mit Homöo­ pathie zu stärken. «Unser Ziel ist es, Alternativen zu chemischen Spritz­ mitteln zu finden», sagt sie. Sich sai­ sonal zu ernähren, ist für die Familie selbstverständlich, der Garten gibt den Menüplan vor. Das weiss auch der kleine Silvan. Dank der vielsei­ tigen Auswahl an Zutaten direkt vor der Haustür wird der Kirschen-­ Smoothie wohl kaum seine letzte Kreation gewesen sein. MM


1.7.2019 | 55

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z ei w Das Kirschenjahr Kirschbäume brauchen während des ganzen Jahres Pflege. Winter: Winterschnitt Im Winter wird die Basis für eine erfolgreiche Ernte gelegt. Damit die Bäume vital bleiben, werden sie jährlich zurückgeschnitten. So kann eine «Vergreisung» verhindert werden und es wachsen nicht nur oben, sondern auch im unteren Teil der Bäume Kirschen in guter Qualität nach – auf der fürs Pflücken besten Höhe. Frühling: Pflegearbeiten und ­Bestäubung Die Kirschenanlage wird von Unkraut befreit. Zudem wird das Gras zwischen den einzelnen Baumreihen gemäht, gehäckselt und liegen gelassen. Mit diesem Vorgang – Mulchen genannt – wird der Boden auf natürliche Art gedüngt. Sechs Bienenvölker sorgen in der Anlage der Familie Angehrn für die Bestäubung der Kirschblüten. Anfang Mai: Netze spannen Um die Ernte vor Schäden zu schützen, werden die Hagelnetze ausgerollt. Sie können nicht das ganze Jahr hängen, da sie im Winter von der Schneelast zerstört würden. Ebenfalls wird die ganze Anlage mit einem feinmaschigen Netz umschlossen. Es verhindert nicht nur, dass Vögel an die guten Früchte gelangen, sondern hält auch die gefährliche Kirschessigfliege fern.

Korb für Korb: Familie Angehrn erwartet ein gutes Kirschenjahr.

Kirschkernspucken

Cornel Angehrn (links) und Hansruedi Gallmann, Tobi Seeobst AG

Am Donnerstag, 4. Juli, findet im Hauptbahnhof Zürich die Schweizer Meisterschaft im Kirschkernspucken statt. Gespuckt wird ab 11 Uhr, mitmachen können alle. Der bekannte SRFMann Nik Hartmann moderiert den Anlass. Infos: chriesistei-spucke.ch

Ende Mai: Regenfolien spannen Wird eine Kirsche kurz vor der Ernte verregnet, platzt sie auf. Deshalb schützen Angehrns ihre Bäume mit Regen­dächern. Mitte Juni: Erntebeginn Mitte Juni ernten Angehrns die ersten Kirschen. Die Kirschenernte dauert drei bis vier Wochen. August: Sommerschnitt Ist die Ernte vorbei, werden die Regendächer wieder abgebaut. Beim Sommerschnitt werden die grössten Äste entfernt, damit die Bäume nicht zu gross werden und die Energie in junge, fruchtbare Triebe fliesst.


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58 | 1.7.2019 | MEINE MIGROS

Ein Käse für Veganer Wer auf Milchprodukte verzichtet, kann beim neuen «Genuss am Stück» mit Lupinen getrost zugreifen. Die rein pflanzliche Käsealternative ­erinnert an Tilsiter und lässt sich auch so ­verwenden: mit etwas Chutney auf dem Käseplättli, im Sandwich oder als Topping auf dem S ­ alat. Die ­Lupine zählt neben Soja zu den wichtigsten pflanzlichen Eiweisslieferanten und hat einen leicht nussigen Geschmack. Für den «Genuss am Stück» ­werden die Lupinen geschält, ­ge­trocknet und zu Mehl verarbeitet. Die vegane Neuheit ist frei von Palmöl.

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MEINE MIGROS | 1.7.2019 | 59

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MEINE MIGROS | 1.7.2019 | 61

Jetzt geht es um die günstigere Wurst «Grillieren ist einfach und unkompliziert», erklärt Gege Klemp (mit Bart) aus Zürich. Zusammen mit Freunden macht es doppelt Spass. Heute ist Familie Klemp bei ­Bekannten in Benken SG zum Grillieren eingeladen. «Ich bin immer wieder überrascht, was man alles auf den Grill ­legen kann», meint der leidenschaftliche Grillierer. Neben Würsten und anderem Fleisch passen auch Gemüse, Käse oder Früchte auf den heissen Rost. Dafür legt man vorher die Holzspiessli im Wasser ein. So verbrennen sie nicht auf dem Grill. Und da es in der Migros jetzt mehr Grillprodukte für ­weniger Geld gibt, wird bestimmt noch öfters grilliert.

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Dauerhafte Preissenkungen

Bild und Styling: Tina Sturzenegger; Bild Korb: MGB Fotostudio

Günstigere ­Lieblingsprodukte Aktuell werden Lieblingsprodukte der Migros-­Kundinnen und -Kunden, also die meistgekauften Pro­ dukte, günstiger. Dazu ge­hören Wurstwaren wie Cervelat. Wöchentlich kommen weitere dazu. Das Beste: Die Preise werden nicht nur in A ­ ktion gesenkt, sondern ­dauerhaft. Gut gekennzeichnet Anhand des unten ­ abgebildeten Symbols ­erkennen Sie in den nächsten Monaten immer mehr Lieblingsprodukte mit dauer­haften Preis­senkungen.

«Aus den Cervelat-Resten gibt es Gulasch oder einen deftigen Wurst-Käse-Salat.» Gege Klemp

In der Migros gibt es künftig noch mehr fürs Geld: Für­u ­ nsere Kundinnen und Kunden senken wir in den nächsten Monaten Woche für Woche die Preise ­ihrer Lieblingsprodukte dauerhaft und investieren weiterhin in die vertraute Migros-Qualität.


62 | 1.7.2019 | MEINE MIGROS

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MEINE MIGROS | 1.7.2019 | 63

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Dank ergonomisch ­geformter Griffe können kleine Händchen den ­Becher problemlos fest­ halten. Das Trinkventil ist tropfsicher und leicht herauszunehmen. Milette, Mein erster ­Trinklernbecher, blau, rosa und orange* Fr. 9.95

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Auch die Zahn­pflege­kaugummis eignen sich für ­unterwegs. Das ­natürliche Pfefferminzaroma sorgt für frischen Atem. Candida Fresh ­Classic Dental Gum, 30 Stück Fr. 3.20

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64 | 1.7.2019 | NORDSEE

Dem Himmel ganz nah Kühles Meer, raue Winde: Die Nordseeinseln Amrum und Föhr sind nichts für Zartbesaitete. Doch wer einmal hier war, kommt meist wieder. Wegen der weiten Strände, der idyllischen Dörfer und der wilden Natur. Text und Bilder: Yvette Hettinger

Ob auf Amrum oder auf Föhr: Für kurze Strecken packt man Kind und Krempel in den Bollerwagen. Die Gefährte gibt es praktisch an j­ eder Ecke zu mieten (oben). Die Amrum Odde ist ein Naturschutzgebiet, in dem zahlreiche ­Seevögel brüten. Das Vogel­wärterhaus (rechts) ist Treffpunkt für Naturfreunde.

und kalte Füsse bekommen sie alle. Das Wasser im Priel ist kühl und je nach Körpergrösse oberschenkel- bis hüfttief. Eine Wattwanderung zählt zu den naturnahesten Erlebnissen im Nationalpark ­Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Das Gebiet erstreckt sich vor der Westküste von Norddeutschland, von der Elbmündung bei Cuxhaven bis Sylt. Bei Ebbe von einer ­Insel zur anderen zu gehen, ist eine sinnliche Sache: zuerst weicher Schlamm, der zwischen den Zehen Würstchen bildet, dann seidiger Sandboden, Muscheln in Zartviolett, zu ­hellem Schaum geschlagenes ­Algen-Eiweiss,

grünes Seegras und über ­allem der babyblaue Himmel der Nordsee. «Moin Moin» verrät den Touristen

Natur lässt sich aber auch auf den Inseln selbst erleben. Amrum etwa ist die vogelreichste ­aller Nordseeinseln. Alles Wissenswerte dazu erfährt man in der Vogelbeobachtungsstation an der Nordspitze der Insel. Hier erklären im Sommer Naturkundige des Seevogelschutzvereins Jordsand den Besuchern die Vogelwelt. Vor der Hütte wird jeden Tag der handzahme Fasan Schüchti gefüttert. Dahinter baden gefiederte Jungtiere in einem Teich,

Bild: Keystone

U

nd dann kommt der Priel. Gerade ist die Wandergruppe noch fröhlich über nassen Sand getappt, da und dort hat warmes Meerwasser die Füsse bis zu den Knöcheln umschmeichelt. Doch nun gehts quer durch den Priel, eine natürliche Vertiefung im Meeresboden, wie Wattführer Dark Blome erklärt. Die Männer, Frauen und Kinder, die wattwandernd ­zwischen den Inseln Amrum und Föhr unterwegs sind, packen Kameras und Handys in die Rucksäcke und krempeln die Hosenbeine hoch. Gut Informierte tragen darunter bereits Badehosen. Einen nassen Hosenboden


NORDSEE | 1.7.2019 | 65

Bei Ebbe gibt das Salzwasser den Boden des Wattenmeers frei und damit jede Menge wunderliche und fantastische Meeresbewohner.

Silber- und Heringsmöwen sowie Eiderenten brüten in den geschützten Wiesen. Eine eigene heile Welt, so wie ganz Amrum. Hier kennen und duzen sich beinahe alle ­Bewohner, niemand schliesst die Haustüre ab. Man grüsst sich ohne Handschlag, mit einem «Moin!». Wer «Moin Moin!» ruft, verrät sich als Tourist. Verabschieden tut man sich mit «Erst ma». Das heisst so viel wie «Das wärs für den Moment» – man sieht sich ja bald wieder. Gleichnamige Freunde unterscheidet man anhand der Berufe. «Sven, die Dusche» nennt man den Sanitärfachmann, «Holger, das ­Gelenk» den Physiotherapeuten.

Und dann gibt es noch den «Schweizer Oli». Gemeint ist Oliver Ziegler (46), er stammt aus Tann-Rüti ZH. 1996 war er als Surflehrer auf Amrum und verliebte sich in die Kapitäns­ tochter Tatje Tadsen. Die beiden zogen im März 2000 auf der Insel zusammen, im Oktober heirateten sie. «Auf Amrum vermisse ich nur die Familie und das Skifahren», sagt Oli, der Schweizer, lächelnd. Er arbeitet bei den Wasserwerken, ist Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und vermietet zusammen mit Tatje (49) und deren Mutter in Nebel in der Inselmitte ein Ferienhaus. Tochter Laura (17) und Sohn Tim (14) sind hier geboren.

Die Grosse lebt seit Kurzem unter der Woche in Flensburg. Alle jungen Amrumer müssen nach der 10. Klasse die Insel verlassen und für eine Lehre oder weiterführende Schule aufs Festland. Was den Eltern zuweilen Wehmut und vielleicht auch Geldsorgen bereitet, ist für viele Inselteenager das Sprung­brett in die weite Welt. Immerhin gibt es inzwischen ein Stipendium, um das Leben der Jungen ausserhalb der Insel zu finanzieren. Und: Die Hälfte von ihnen kehrt nach der Ausbildung wieder nach Amrum zurück. Viele Rückkehrer sind auch unter den 10 000 Touristen, die jeden Sommer gleich-


66 | 1.7.2019 | NORDSEE

zeitig das idyllische Eiland fluten: Zumindest geben 80 Prozent davon an, dass sie wiederkommen ­wollen. Auf jeden Fall sind die Touristen ganz schön viele, im Verhältnis zu den 2300 Einwohnern. Die Insel misst auch nur 20 Quadratkilometer, an der schmalsten Stelle ist sie 100 Meter breit: im Osten das Wattenmeer, im Westen der feinsandige weisse Strand. Dieser zählt zu den flächenmässig grössten Europas und wurde kürzlich von Trip Advisor zum schönsten Strand Deutschlands gekürt. Unerschrockene baden im Meer, das selbst im Hochsommer kaum wärmer als 18 Grad wird. Dennoch, im Juli und im August ist jedes Bett belegt, und man warnt davor, ohne Reservation anzureisen. In der k ­ alten Jahreszeit sind eher Unterkünfte verfügbar, aber mittlerweile gibt es auch dann immer mehr Urlauber. Sie wollen am leeren Strand spazieren, den Kopf lüften und vielleicht ein paar Kegelrobben beobachten. Diese werfen im Winter, und mit ­etwas Glück bekommt man Robbenbabys zu sehen. Abseits vom Strand führen Bohlenwege kreuz und quer in sanftem Auf und Ab über Dünen und durch die Heide. Gut möglich, dass

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man man dabei mehr Kaninchen als Menschen begegnet. Die Bewegung im Reizklima ist gesund, macht müde und hungrig. Dann passt eine Friesenwaffel ganz gut. Die Insel­spezialität besteht aus Mürbeteigkeksen, garniert mit Pflaumenmus und Schlagrahm. Eine besonders zünftige Version wird im Friesencafé in Nebel serviert. Es ist genauso herausgeputzt wie die Dörfer Amrums insgesamt: gepflegte, robuste Häuser mit Reetdach, ­akkurat kultivierte Vorgärten mit ­weissen Zäunen und bunten Blumen. An den Hauptstrassen Norddorfs und Nebels reihen sich Hotels und Cafés aneinander, dazwischen bieten Boutiquen klassische Nordsee-Souvenirs in nordisch-kühlen Tönen feil, dazu Bikinis und Friesennerze – so nennt man die gelbe Öljacke, die man angesichts des launischen Wetters immer dabei haben sollte. Touren und Törns auf Föhr

Etwas quirliger als das gemächliche, raue ­Amrum ist die Insel Föhr, eine Fährenstunde entfernt. Wer mit dem Schiff in der Hauptstadt Wyk anlegt, gelangt innert weniger ­Minuten ins lebendige Zentrum. Weiter auf Seite 69


NORDSEE | 1.7.2019 | 67

Nordsee­ inseln SYLT DEUTSCHLAND DEUTSCHLAND

Gut zu wissen Anreise: ab Hamburg in ca. drei Zugstunden bis Dagebüll (eventuell Umsteigen in Niebüll), dann mit der Fähre bis Föhr (ca. 50 Minuten) und Amrum (ca. weitere 60 Minuten).

Nordfriesisches Wattenmeer Dunsum FÖHR Wyk AMRUM Nebel Wittdün 10 KM

Tatje und Oliver Ziegler-Tadsen leben auf Amrum. Dort haben sich die ­Kapitänstochter und der Schweizer S ­ urflehrer auch kennengelernt (links oben). Die Seele lüften fern vom Touristen­ trubel: Auch im Sommer findet man auf Amrum ruhige Ecken (links).

Reisezeit: Die Temperaturen sind von Mai bis Oktober am angenehm­ sten. Im Juli und August herrschen bis zu 25 Grad, dann ist aber oft alles ausgebucht. Im Winter sind die Tem­ peraturen mild, es gibt etwas mehr Regen, dafür auch noch freie Betten. Unabhängig von der Reisezeit ist es ratsam, früh zu buchen. Mitnehmen: Wind- und wetter­feste Jacken und Mützen empfehlen sich das ganze Jahr – im Sommer zudem ­Badekleider und Sonnenschutz. Fahrrad: Das Velo ist in den Dörfern das beliebteste Fortbewegungs­ mittel. Föhr zählt über 20 Velover­leih­ stationen, Amrum eine Handvoll.

Schlechtwetterprogramm: • auf Amrum: Aquarium und ­Abenteuerland in Norddorf; Schwimmhalle in Wittdün • auf Föhr: Wellnesscenter Aquaföhr in Wyk; Museum Kunst an der Westküste in Alkersum (tolle Aus­ stellungen, Workshops für Kinder) Kulinarik mit Kult: • Die Blaue Maus in Wittdün auf ­Amrum gilt als beste Whiskybar Deutschlands. Ansonsten: coole Oldies-Musik, ein schweigsamer Wirt, Muschelsuppe, Bier, Gemüt­ lichkeit. Konzerte sind kinder-, rauch- und hundefrei. • In der Pension Sternhagens Land­ haus in Oevenum auf Föhr gibt es dienstagabends einen Mehrgänger mit Poetry-Slam von Besitzer Jörn Sternhagen. Literarisch und kulina­ risch vom Feinsten! Weitere Tipps: www.migmag.ch/nordsee

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NORDSEE | 1.7.2019 | 69

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Skipper John von Eitzen (links oben) befördert ­Besucher zu den Halligen: flache Inselchen, wo man Robben beobachten kann. Die Hauptstrasse von Wyk auf Föhr ist eine klassische Café- und Shoppingmeile. Abstecher in die Seiten­ gassen lohnen sich (oben). Typisch Nordsee: Reetdachhäuser in Nieblum (links) und bunte Strandkörbe in Wyk (unten), ­beides auf Föhr.

rs

Nordseeküste Idyllische Fischerdörfer mit reetgedeckten Häusern, die bekannten Strandkörbe an langen Sandstränden, vielfältige Sportmöglichkeiten, maritime Gastronomie mit landestypischen Spezialitäten und die endlose Weite des Nationalparks Wattenmeer bezaubern in der Ferienregion Nordsee. Inmitten der Bilderbuchlandschaft der Halbinsel Eiderstedt thront der Leuchtturm Westerhever, Wahrzeichen und beliebtes Fotomotiv.

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Die Hauptstrasse ist gesäumt von den ob­ ligaten Cafés und Filialen von Billigketten. In den Seitengassen aber: kleine, mondäne Shops, winzige Kunstgalerien und originelle Lokale. Aber auch Föhr hat seine wilden ­Seiten. Auf dem 82 Quadratkilometer grossen ­Eiland ist man überall schnell an der Küste. Im Hafen von Wyk etwa liegt das Segelschiff «Ronja» von Skipper John von Eitzen. Er und die Biologin Katja Wendt stechen hier mit ­Touristen in See und fahren wenn möglich zwecks Robbengucken bis vor die Halligen – flache Inseln, die bei Hochwasser oft überschwemmt werden. «Heute nicht», entscheidet von Eitzen mit nordischer ­Trockenheit. Nachdem vor einer halben Stunde noch die Sonne schien, herrscht nun Windstärke 8, Regen kommt hinzu, der Törn fällt kurz und nass aus. I­ nselwetter eben. Es wechselt oft im Viertelstundentakt und verlangt ­Flexibilität und wasserfeste Kleidung, ganz besonders auf den hier so ­beliebten Velo­touren. Auf 200 flachen Kilo­ metern lässt sich Föhr gemütlich erradeln, vorbei an Kuh­weiden und Windrädern, ­entlang schmaler Kanäle, durch kopfstein­ gepflasterte Dörfer. Wer es anschliessend noch zum Strand bei Utersum im Südwesten der Insel schafft, erlebt vielleicht einen Son­ nenuntergang – in Farben, so zart wie die

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des Watts. Hier haben es die Wanderer nach zehn Minuten durch den Priel geschafft und stehen wieder auf festem Boden. Wattführer Dark Blome erklärt die Nordsee, mit Tempo und Leidenschaft. Zeichnet Skizzen in den nassen Sand, zieht Würmer aus dem Grund und streckt den Wanderern Krabben unter die Nase – und schenkt ihnen sogleich wieder die Freiheit, denn das Gebiet ist geschützt. Meist dauert eine Wanderung zwei Stunden, mit Blome dreieinhalb. Genau so lang gibt das Meer den nackten Boden frei. Als die Wanderer das Festland betreten, bedeckt ­bereits wieder Salzwasser das Watt.  MM Diese Reise erfolgte auf Einladung von Amrum Touristik und Föhr Tourismus.

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Preisfrage:

Wo startet der ­ Gotthard Panorama Express seine Fahrt ins Tessin?

So machen Sie mit: • Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, den Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem ­Lösungswort, Ihrem ­Namen und Ihrer ­Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Railaway», Postfach, 8099 Zürich • Online: (gleichwertige Gratisteilnahme) migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Glücksgriff

Das Migros-Magazin und Railaway verlosen vier Reisen für je zwei Per­sonen mit dem G ­ otthard ­Panorama Express mit Übernachtung und Frühstück in ­einem Vier-Sterne-­ Hotel in Lugano im Wert von je Fr. 768.–*.

Schweizer Geschichte mit Schiff und Zug erleben Die Reise startet in Luzern auf dem Dampf- oder Motorschiff. Auf dem Weg nach Flüelen kommen Sie an vielen geschichtsträchtigen Orten der Urschweiz vorbei – unter anderem an der Rütliwiese, dem Schillerstein und der Tellskapelle. In Flüelen steht der «Gotthard ­Panorama Express» bereit. Er bringt Sie auf der historischen Gotthardstrecke ins Tessin. Im Zug werden Sie durch Reiseleiter betreut und Sie erfahren Wissenswertes über

den Bau der Gotthardbahn über die Lautsprecherdurchsagen. Tauchen Sie ein in vergangene ­Zeiten und «erfahren» Sie auf ­ein­drück­liche Art Wissenswertes zum Mythos Gotthard. Abgerundet wird der zweitägige Ausflug mit ­einer Übernachtung in Lugano. ­Geniessen Sie das ­südliche Flair des Tessins.  MM Infos: sbb.ch/gotthard-panorama-express * mit dem 2.-Klasse-Halbtax in der 1. Klasse, für Reisen bis 20. Oktober 2019

Einsendeschluss: 7. Juli 2019 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


72 | 1.7.2019 | RÄTSEL

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Quiz

2 × 100 Franken zu gewinnen

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wenn jemand nicht recht bei Verstand ist, gilt er als … O velovelo

N hallohallo

A ballaballa

2. Wenn man einer alten Geschichte ein Ende setzt, zieht man einen… R Schlusspunkt

E

L

Schlusswinkel

Schlussstrich

3. Welche alte Bezeichnung für Cousine ist auch eine chemische Verbindung? I

B Base

Patin

T

Vetter

E

Petronius

Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.7.2019, 24 Uhr

4. Nach welchem römischen Staatsmann ist der Juli benannt? A Cäsar

U Nero

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wie nennt man ein Zeitfenster für den Start- und Landebetrieb am Flughafen? G Window

Z

Time

T

E

Bluse

N Nymphe

Slot

6. Was ist eine Berceuse? R Wiegenlied

Auflösung Nr. 26:

7. Wo kann eine Schifferkrause vorkommen? O Gesicht

A Boot

I

BADEHOSE Gewinner Nr. 25: Fritz Ryter, Frenkendorf BL; Ingrid Scottini, Bettwiesen TG

Meer

8. Wie nennt man schmückende Geflechte, Zierbänder oder Quasten? L

S

Charente

K

Posamente

Fermente

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

ACKERBAU SSE F R I Sie AU Tragen die E T O Nin I GWörter BE zehn GANS AU GR das Rätselgitter I SKEN I B Das H ein. ERE I H C KO Lösungswort D I Eaus E R Rsich OB ergibt den FALL I NBuchstaben RE in den HUT S T R O HFeldern 1 bis 5: TEUFELE I

5

E

4 1 2

3

Lösung: 1

2

3

4

2

3

4

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), E Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, 4 Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 80741Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 2 Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.7.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösung:

5

Lösungswort : 1

2 × 100 Franken zu gewinnen

ACKERBAU AUFR I SSE BE I GE TON GRAUGANS H I B I SKEN KOCHERE I OBERR I ED RE I NFALL S T ROHHU T TEUFELE I

5

Auflösung Nr. 26: MAGIE

1

2

3

4

5

Gewinner Nr. 25: Verena Rieder, Aarau; Pius Nickel, Niederweningen ZH

5

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VORTEIL

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16 SCHWEIZER BERGBAHNEN MIT BIS ZU FR. 24.– VORTEIL Diesen Sommer geht es hoch hinaus. Entdecken Sie die einzigartige Schweizer Bergwelt und sparen Sie mit Cumulus-Extra bis zu Fr. 24.–. Alle 16 Bergbahnen und die Details zu den Angeboten finden Sie unter www.migros.ch/cumulus-extra/bergbahnen. Hier können Sie auch am Wettbewerb teilnehmen und mit etwas Glück ein Wochenende für zwei Personen in der Aletsch Arena (Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-Eggishorn) gewinnen.

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© aletscharena.ch

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RÄTSEL | 1.7.2019 | 77

Gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

5 4

7 8 1 5 3 6 7 6 5 9 7 4 2 3 6 2 4 6 5 9 2

×2

5 9

2 × 100 Franken zu gewinnen

7 4 2 1 3

So nehmen Sie teil:

9

1 2

Auflösung Nr. 26: 982

6 4 1 7 9 5 2 8 3

Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

5 2 7 8 6 3 1 4 9

8 9 3 1 2 4 5 7 6

2 7 5 4 1 9 3 6 8

4 1 6 5 3 8 7 9 2

9 3 8 6 7 2 4 5 1

1 6 4 2 8 7 9 3 5

3 5 2 9 4 6 8 1 7

7 8 9 3 5 1 6 2 4

raetsel.ch 401445

Gewinner Nr. 25: Lorenzo Pafumi, Buchs AG; Gabriel Stähli, Cressier NE

Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.7.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

raetsel.ch 401446

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 2 2 3 2 mehr als zwei Linien

1 3

4

3 2 2

Auflösung Nr. 26:

2

3

1 4

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1 1 6

0

4

0

0

3

4

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3

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1 4

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5

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2 1 2

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1

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Auflösung Nr. 26: 3

3

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3

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3

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6 1

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2

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© raetsel.ch 1352

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 348 000 (WEMF, MACH Basic 2019-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

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Leitung Bild Olivier Paky Leitung Produktion Roland Linder

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78 | 1.7.2019 | MEINE WELT

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4

1

Mein Lieblingsprodukt aus der Migros «Die körnige Konsistenz der eingeweichten Birnenstückli schmeckt fruchtig-frisch – wie die Musik der ‹Stubete Gäng›.»

«Ich wollte immer über Papis Welt hinauswachsen» Als talentierter Fussballer beim SC Cham hätte Aurel Hassler eigentlich früh ins Bett gehört. Stattdessen gab er lieber Konzerte mit seiner Partyband. Inzwischen ist er Familienvater und hat mit Bruder und Vater als «Stubete Gäng» seine erste CD produziert. Text: Sabine Lüthi Bilder: Samuel Trümpy


MEINE WELT | 1.7.2019 | 79

1 Mein Rückzugsort «Auf der Haggen­ egg SZ geniesse ich die Aussicht auf Rigi, Mythen und Lauerzersee. In unserem Häuschen auf gut 1000 Metern Höhe kann ich Holz hacken und entspannen.» 2 Mein Bruder «Mit Moritz (31) male ich Bilder und mache Musik. Wir haben in Cham ZG in einem Abbruchgebäude ­ ein Atelier gemietet. Moritz – wie ich Primarlehrer – kriegt immer dreckige Finger, ich bin der genauere Schaffer.» 3 Mein Zuhause «Julia, meine Liebste, war bereits im achten Monat schwanger,

3

Name Aurel Hassler (34) Wohnort Arth SZ Das läuft bei mir «Mein Papi Hans (74) ist eine Schweizer AkkordeonKoryphäe, Musik war in unserer sieben­ köpfigen Familie ein ständiger Begleiter. Als ‹Stubete Gäng› spielen er, mein Bruder Moritz und ich nun zum ersten Mal zusammen. Ich habe 20 Jahre lang meine musikalischen Wurzeln gesucht. Möglichst weit weg von dem, was mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben hatten. Ich war Beatboxer, Musical­ darsteller und Kopf einer Partyband. Ich wollte immer über Papis Welt hin­ auswachsen. Dabei fand ich heraus, was ich alles nicht bin. Ich war ein talentierter Fussballer beim SC Cham, gab aber lieber Konzerte, als früh ins Bett zu gehen. Heute verdiene ich mein Geld mit Stellvertretungen als Primarlehrer, mit Kindern entdecke ich gern die Welt.»

5

als wir unsere Wohnung in diesem wunderbaren Haus gefunden haben.» 4 Meine Auszeit «Julia hat zwölf Jahre in Indien verbracht, zwei davon mit mir. Das Land bleibt für mich ein Rätsel.»

Bilder: zVg, photoworkers.ch

5 Meine Band «Als ‹Stubete Gäng› mache ich erstmals mit Moritz und unserem Papi Hans Musik, eine Kombi aus volks­ tümlicher Tradition und Pop.» 6 Meine Instrumente «Die Stimme ist mein Hauptinstrument. Daneben spiele ich Klavier, Gitarre, Trompete, Schlagzeug und – seit ich in Indien war – Tanpura, eine Langhalslaute. Hoffentlich kann ich bald auch ein wenig ‹handörgele›.»

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7

7 Meine Liebsten «Julia (37) und ich ­kennen uns seit drei Jahren, seit sechs Monaten sind wir Eltern. Julia ist eine Lebenskünstlerin, ein wunderbarer

Mensch.»

MM


«Rosarot und zart. So muss Fleisch sein.» Grill-Regel von Florence D.

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