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Migros magazin 27 2018 d bl

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Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631

Sie fressen, flirten und haben Sex: Fruchtfliegen Seite 10

MM27, 2.7.2018 www.migrosmagazin.ch

Ausgezeichnet

Paula Troxler produziert Kunst am Laufmeter Bild: Christian Schnur

Seite 14

Fair-Food S. 40 | Grillkäse S. 45 | Trauminsel S. 80 | Drohnen S. 90 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch


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bereichern ihren Grillplausch gern mit Köstlichkeiten aus aller Welt. Der beliebte mexikanische Dip «Guacamole» ist mit Avocado, Peperoncini, etwas Limettensaft und Salz schnell angerichtet. In Schnitze geschnitten, sorgt die grüne Frucht auch für cremige Komponenten in Burge rn und Salaten. In zwei Hälften geschnitten, lässt sie sich wunderbar grillieren.


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wissen, dass gutes Fleisch, knackige Würste und frischer Fisch Naturlieben sind, die durch den Magen gehen. Deshalb kommt ihnen nur auf den Grill, was aus ökologischer und nachhaltiger Landwirtscha ft stammt. Weil ihnen Tierschutz und eine intakte Umwe lt wichtig sind, vertrauen sie voll auf die Bio-Produkte der Migro s.


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MM27, 2.7.2018  5

M Editorial

Von kleinen Ein­dringlingen

Menschen

Morgens sitzen sie auf der Kaffeemaschine und wärmen sich den Hintern. Abends hocken sie auf den Heidelbeeren und vermehren sich ganz un­bekümmert. Sie breiten sich in der Küche aus, als würden sie Miete zahlen. Jeden Sommer das ­Gleiche!

8  Diese Woche

Fruchtfliegen haben selbst die, die meinen, sie hätten aus hygienischen Gründen keine Haustiere. Die Zwei-Millimeter-Winzlinge kommen nämlich ungefragt. Warum finden sie in praktisch jede Fruchtschale? Und was weiss man ­eigentlich über sie?

14 Preisgekrönt

Wir haben nach der Fruchtfliegen-Koryphäe schlechthin gesucht und sind sogar in der Schweiz fündig geworden: Richard Benton, Biologe an der Universität Lausanne. Er kennt das Insekt wie kaum ein anderer auf der Welt – und zwar von den roten Glubschaugen bis zum haarigen Rücken. Der ­Brite erforscht es seit 20 Jahren.

Psychotherapeutin Leena ­Hässig Ramming über ihre ­Arbeit mit Straftäterinnen

In seinem Labor hat er uns erzählt, warum Fruchtfliegen für ihn nach so vielen Jahren immer noch spannend sind: «Ihr Hirn ist dem unseren ähnlich.» Wenn Sie daheim also gegen ganz viele dieser Viecher auf den H ­ eidelbeeren oder der ­warmen Kaffee­maschine kämpfen: Denken Sie an Richard Benton und g­ ucken Sie sich die ­kleinen Besucher mal ganz aus der Nähe an. Den Beitrag lesen Sie ab Seite 10.

Bilder: Jorma Müller, Christof Schürpf

Inhalt

Benton hat übrigens Verständnis für die, die seine langjährige Faszination nicht nach­vollziehen können. Auch die Arbeit von Leena Hässig Ramming ruft ent­weder Interesse oder Unver­ ständnis hervor. Sie therapiert ­Täterinnen in Schweizer Gefängnissen. Im Interview (Seite 20) verrät sie, dass sie deswegen in ihrer Freizeit manchmal flunkert. Hat sie keine Lust auf tausend Fragen wie aus dem Krimi, sagt sie: «Ich bin Hundecoiffeuse.» Aber von Hunden ­wollen wir jetzt nicht auch noch schreiben. Ich wünsche Ihnen eine tierisch schöne Woche! Yvonne Zurbrügg, ­Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@­ migrosmedien.ch

Tooor! So jubeln Fussballer

10  Herr der Fruchtfliegen

102

Seit 20 Jahren studiert Richard Benton den Alltag der Insekten Zeichnerin Paula Troxler heimst weltweit  Auszeichnungen ein

Leben

19 Bänz Friedli

79  «1, 2 oder 3?»

20 Interview

28  Bye-bye, Publifon

Telefonkabinen sind bald passé. Wir haben das Kommen und Gehen in der rentabelsten Zelle der Schweiz beobachtet

35 Leserforum

Migros-Welt 40  Fair ist wichtig

Wie sich die Migros seit Jahren für Tiere und Umwelt einsetzt

45 Migusto

Die himmlische Verschmelzung von Grillgemüse und Feta

60  «aha!» – sorglos geniessen 65  Neue Kuchenkreationen 66  Golden Latte ohne Laktose 68  Alles für den Badespass 70  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Die Rückeroberung des Wohnzimmers

80  Reisen: Griechenland

Die Insel Lefkada ist eine Perle im Ionischen Meer

87 Gesundheit

Was man tun kann, um gesund aus den Ferien heimzukehren

89  «Stadt, Land, Stutz» 90 Drohnen

Der Flugraum wird eng – ein Drohnengesetz soll Rechte und Pflichten regeln

91 Kinderfragen

Warum muss ich jeden Tag Omega-3-Öl nehmen?

93  Leserangebot: Salzburg 96 Rätsel 99 Glücksgriff Zu gewinnen: Verwöhnwoche in Bad Hofgastein

100 Cumulus 102  Meine Welt

Komiker Peter Pfändler spielt in «Winnetou 2» einen Bösewicht

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen

Darauf freuen wir uns Sommer der Liebe Am 7. Juli feiert Flims  50 Jahre «Summer of Love» mit der Kultband Les Sauterelles, den Schweizer Beatles.

MM27

«Rooftop Day» Ebenfalls am 7. Juli teilen Einwohner von Bern, Basel, Zürich und St. Gallen ihre privaten Dachterrassen, Balkone, Hinterhöfe und Gärten mit der Öffentlichkeit. Info: rooftopday.net

Unnützes Wissen

Von Hirn bis Zeh 334 Pflaster verbrauchen die rund 100 Tänzer des New York City ­Ballets pro Woche.

Bernard Thurn­ heer (68) war 40 Jahre lang Fussballkommentator beim Schweizer Fernsehen und hilft jetzt bei der WM nochmals aus.

Mein Bild der Woche «Die Gerade ist ein Verbrechen, das in der Natur nicht vor-

kommt», ereiferte sich einst der Maler Friedensreich Hundertwasser. Doch was haben wir hier? Natur pur und schnurgerade gesetzte Bäume, sogar längs und quer. Bei näherer Betrachtung hat Hundertwasser aber doch recht. Keine ­Ge­rade, kein Baum, nicht einmal ein Schatten ist genau gleich wie der andere. Und das wird sich so schnell nicht ändern, denn diese Pekannussbäume auf ­einem Feld im texanischen El Paso können mehrere Hundert Jahre alt werden.»

Bilder: zVg, Mike Blake/Reuters, Nicola Pitaro

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie?

Liebste App: Instagram

Stefanie Jegen (25), Webprojektleiterin, Maladers GR So informiere ich mich «Auf LinkedIn, zudem lese ich die Zeitung Südostschweiz via App.» Dafür bin ich zu alt «Langsam für Snapchat. Ich habs zwar noch, benutze es aber nur noch selten.» Da bin ich analog «Wann immer möglich, wähle ich die digitale Variante. Ich arbeite auch in der digitalen Branche.»

In China war Golf als «Sport für Millionäre» bis Mitte der 1980er-­ Jahre verboten. Nachdem es lange legal war, verbot es die Kommunistische Partei 2015 kurzzeitig erneut, um Korrup­tion ­im Land einzudämmen. Wenn ihre Mannschaft im Rück­ stand liegt, werfen sich Fussball­ torhüter beim ­Elfmeter doppelt so oft nach rechts wie sonst. Über 40 Prozent aller früheren Spieler in der ­Na­tional Football­ ­League der USA haben Gehirn­ verletzungen ­erlitten. Quelle: Neon/Stern


8  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

Zahlen und Fakten

2010

Schweiz gegen Spanien. Bernard Thurnheer ist so überrascht wie fast alle Zuschauer: «Tooor, Toor, Tor für die Schweiz!» Geschossen hat es Gelson Fernandez. Tatsächlich verteidigen die Schweizer das 1:0 bis zum Schluss.

1994

Schweiz gegen USA. Beim ersten Schweizer WM-Spiel seit 28 Jahren erzielt Georges Bregy ein Freistosstor. Und provoziert Thurnheer zu dessen bekanntesten Satz: «Es gibt keinen zweiten wie Bregy!» Eine Fehleinschätzung: Fünf Minuten später kommt der Ausgleich mit einem noch präziseren Freistoss.

1978

Österreich gegen BRD. Die kleinen Nachbarn ärgern die Deutschen gründlich, dann schiesst Hans Krankl das 3:2. Kommentator Edi Finger steigert sich vom nüchternen «Da kommt Krankl in den Strafraum» über einen mehrfachen «Toor»Schrei zum legendären «I wer’ narrisch».

1954

Deutschland gegen Ungarn. Zum ersten Mal gewinnen die Deutschen die Weltmeisterschaft – und das in der Schweiz. Das «Wunder von Bern» kann der Kommentator nicht fassen: «Halten Sie mich für verrückt! Halten Sie mich für übergeschnappt!»

Freudensprung auf Breel Embolo: Blerim Džemaili nach dem 1:0 gegen Costa Rica bei der WM 2018


MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  9

Jubel-Typen

Von Rutscher bis Gorilla Diese Woche

Viel bejubelt

Fällt ein Tor, fallen sich die Fans in die Arme. Und die Spieler? Die springen, reissen sich das Trikot vom Leib oder verschwinden unter einem Berg aus Teamkollegen. Der Jubel kommt in vielen Formen daher. Text: Lisa Stutz

Bilder: Vassil Donev / Keystone, Getty Images (4), AP Photo

T

oooooor! Der Ball wirbelt im Netz. Die Kameras sind auf Blerim Džemaili gerichtet. Alle wollen sehen, wie er seinen Erfolg gegen Costa Rica bejubelt. Rutscht er vor Freude über den Rasen? Entledigt er sich seines Leibchens und spannt wie ein Gorilla jeden Muskel an? Nein, er springt auf den Pass­ geber Embolo und ballt die Faust. Schon oft hat Jubel für Schlagzeilen gesorgt, vor Kurzem die Doppeladler-Gesten der Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. In seiner Karriere bereits viele Torjubel gesehen hat SRFKom­mentator Sascha Ruefer. Der 46-Jäh­ rige befindet sich zurzeit in Russland, wo die Weltmeisterschaft stattfindet. Ihn hört das ganze Land jubeln, wenn der Ball von einem Schweizer ins Tor gekickt wird. «Ich mache mir keine Gedanken darü­ ber, wie ich dabei klinge. Zuhause würde ich genau gleich reagieren», sagt er. Anders sei das bei den Fernsehkollegen aus Brasi­ lien: «Die üben ihre Jubelschreie. In ihrem Land wäre es ein Tabu, wenn sie nicht bei jedem Tor laut und lange jubeln würden.» Schwimmer ohne Badehose?

Auch jeder Fussballer juble auf seine Art, sagt Ruefer. Nicht begreifen kann er aber, warum viele Spieler ihr Oberteil ausziehen und damit die gelbe Karte in Kauf nehmen. «Wenn ich die Sportler frage, können sie keinen Grund nennen.» Fussballer seien eine eigene Spezies, was den Jubel angehe. «Oder haben Sie schon mal einen Schwim­ mer gesehen, der die Badehose auszieht?» Die Art des Jubels hängt tatsächlich von der Sportart ab, bestätigt die Sportpsycho­

login Romana Feldmann. «Beim Curling wäre es völlig unpassend, aus Freude einen Salto zu machen.» Die Sportler müs­ sen lernen, mit den Gefühlen bei Erfolgen und Misserfolgen umzugehen – dem Ver­ haltenskodex ihres Sports entsprechend. Wichtig sei, die Emotionen rauszulassen. Auch wenn es nur ein kurzes Ballen der Fäuste ist. «Sonst können sich die Athleten im weiteren Spiel nicht konzentrieren.» Beim Fussball gibt es besonders viele Formen, den Torerfolg zu feiern. Der je­weilige Jubel sagt viel über den Sportler aus. «Er geht dabei zurück zu den Wurzeln. Dorthin, wo er glaubt, dass der Erfolg herkommt. Er demonstriert also seinen Glauben, seinen stählernen Körper oder feiert mit den Teamkollegen.» Phänomen «Gorilla»

Im Moment eines Tors nehmen die Gefühle überhand, und das rationale Denken ver­ schwindet. So lasse sich auch das Phäno­ men des Oberteilausziehens erklären. Und das Phänomen «Gorilla»? «Das ist auf ur­ alte Triebe zurückzuführen», sagt Feld­ mann, «bei Männern liegt es in den Genen zu zeigen, dass sie stark sind.» Auch die Fans zu Hause vergessen alles um sich herum, wenn die richtige Mann­ schaft siegt. Sie rennen in Fahnen gewickelt auf den Dorfplatz oder bilden einen Auto­ korso. Bei so viel Freude drückt die Polizei ein Auge zu. «Bis eine Stunde nach Spielende tolerieren wir den Jubel auf den Strassen», sagt Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau. Natürlich nur, solange niemand gefährdet wird. Sitze jemand auf einem Autodach, gehe der Jubel zu weit. MM

Der Rutscher Ihn hält nichts mehr auf den Beinen, wenn er seinen Erfolg feiert. Auf Knien rutscht er über den Rasen. (Hirving Lozano, Mexiko, nach seinem ersten Tor an der WM 2018.)

Der Religiöse Er streckt die Arme gen Himmel, bekreuzigt sich. Er ist überzeugt: Nur Gott macht seinen Erfolg möglich. (Kaká, damals AC Mailand, im Champions-League-­ Final 2007)

Die Tänzer Sie haben Rhythmus im Blut und zeigen ihre Freude mit einer Tanz­ein­lage. (Spieler aus Ghana, bei der WM 2010) Der Renner Er ist voller Adrenalin und rennt wie eine Rakete quer über den Platz. (Granit Xhaka,Schweiz, U17-Weltmeisterschaft 2009)

Der Gorilla Zuerst reisst er sich das Oberteil vom Leib, dann spannt er jeden Muskel an. Die animalische Pose demonstriert Stärke. (Cristiano Ronaldo, Real Madrid, 2009)


10  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

Forschung

Unterschätzte Plagegeister Seit 20 Jahren erforscht Richard Benton die Fruchtfliege – und ist nach wie vor fasziniert von ihr. Der Biologe bedauert, dass die breite Öffentlichkeit von diesem Insekt hauptsächlich genervt ist. Text: Monica Müller  Bilder: Mathieu Rod


MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  11

Begeisterter Fliegenforscher: der Biologe Richard Benton

S

chwirren Fruchtfliegen um Äpfel und Bananen, fragen sich die meisten: Wie werde ich die los? Richard Benton (40) aber fragt sich, ob sie wohl gerade Sex haben. Ein Tag im Leben einer Fruchtfliege ist nämlich vielseitiger, als man meinen könnte. Sie fressen, sie waschen sich, sie flirten – und sie paaren sich. Begeistert zeigt Richard Benton soziale Interaktionen von Fruchtfliegen auf seinem Laptop. Auf dem ersten Bild gehen zwei Männchen aufeinander los, als wären sie Bullen. Sie kämpfen um Nahrung. Auf dem nächsten Bild vibriert ein Männchen mit seinen Flügeln und erzeugt so eine Melodie. Mit seinem Lied will es ein Weibchen herumkriegen. Forschungsgebiet mit Suchpotenzial

Bilder: iStock (2)

«Wer die Fruchtfliege erforscht, kann süchtig werden», sagt Benton in seinem Büro an der Universität Lausanne. «Ihr Hirn ist dem unseren ähnlich, etwa wie ein Smartphone einem Computer.» Oder in Zahlen ausgedrückt: Das Hirn der Fruchtfliege verfügt über 100 000 Nervenzellen, beim Menschen sind es 100 Milliarden. Der Biologe hat sich auf den Geruchssinn der heimischen Essigfliege spezialisiert. Mit einem Team von 14 Kolleginnen und Kollegen analysiert er, wie Gerüche ein bestimmtes Verhalten auslösen. Was die

Um das Gehirn von Fruchtfliegen zu erforschen, braucht es Geduld und Konzentration.


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Info

Die Fruchtfliege

Forscherinnen und Forscher von Frucht­ fliegen lernen, kann auch dabei helfen, neu­ ronale Schaltkreise in komplexeren Gehir­ nen zu verstehen. Die kleine Fruchtfliege soll also Rückschlüsse auf die grosse Frage zulassen: Wie funktioniert unser Gehirn? Richard Benton erklärt beim Gang durch das Labor, wie er und sein Team dabei vor­ gehen. Wolle man verstehen, wie ein Fern­ seher funktioniere, müsse man Baustein um Baustein entfernen und beobachten, welche Farbe auf dem Bildschirm noch sichtbar sei oder ob die Kiste flimmere. So könne man wie bei einem Puzzle Stück um Stück verste­ hen, wie der Fernseher aufgebaut ist. Bei der Analyse der Fruchtfliege gehen die Forscher ähnlich vor. Sie mutieren ihre Gene, pflan­ zen sie der Fruchtfliege wieder ein und analysieren, ob und wie sie sich anders ver­ hält. So können sie Rückschlüsse ziehen, was ihr Verhalten wie steuert. Ideal für die Forschung

Die Fruchtfliege eignet sich besonders gut als Studienobjekt, weil sie klein, günstig und einfach zu kultivieren ist. Innerhalb von zehn bis zwölf Tagen wird aus dem Ei eine Larve und aus der Larve eine erwachsene Fruchtfliege. Diese wiederum legt bis zu 100 Eier am Tag. Bei aller wissenschaft­ lichen Distanz wird die kleine Kreatur im Labor in gewisser Weise vermenschlicht. Ein Reagenzglas, in dem Fruchtfliegen um­ herschwirren, heisst «Haus», eine Flasche, in der die toten Insekten schliesslich in Ethanol entsorgt werden, «Leichenhalle». Das neu erworbene Wissen aus der Grundlagenforschung von Richard Benton kann dazu dienen, schädliche Insekten, wie die eingeschleppte asiatische Kirschessig­ fliege «Drosophila suzukii», zu bekämpfen. Die Weibchen der Suzukii-Fliege legen ihre Eier gern in reifende, gesunde Früchte ab. Dort entwickeln sich die Eier zu Larven und sorgen für grosse Ernteeinbussen bei Trauben, Kirschen oder Erdbeeren. Mit den richtigen Duftstoffen können die Suzukii-­ Fliegen entweder vertrieben oder in eine Falle gelockt werden. Die Anwendung seiner Forschung in der Praxis interessiert Richard Benton jedoch weniger als die grundlegenden Einsichten in die Biologie. Spricht er davon, kommt er in Fahrt. «Mein achtjähriger Sohn Oscar und meine elfjährige Tochter Lucie verdrehen immer die Augen, wenn ich so euphorisch von der Fruchtfliege spreche», erzählt er.

In den sieben Inkubatoren im Labor stehen je 1000 Reagenzgläser.

«Sie sagen dann: Seit 20 Jahren erforschst du sie nun – und verstehst sie noch immer nicht.» Darüber kann er herzhaft lachen. Hundertprozentige Arbeitsteilung

Der gebürtige Schotte lebt inzwischen schon elf Jahre in Préverenges VD, nahe Lausanne. Zuvor forschte er einige Jahre in Cambridge und in New York. Dort wohnte er mit seiner Frau Sophie Martin (42) am geräuschvollen Broadway. Der Umzug ins lauschige Dörfchen am Genfer­ see war zunächst ein Kulturschock. Zumal Benton zeitgleich die Leitung eines Labors übernahm und Vater wurde. Mittlerweile ist der Biologe in der West­ schweiz heimisch geworden. Sprach er an­ fangs so unsicher Französisch, wie er Ski fuhr, fühlt er sich heute auf der Piste wohl und ebenso in der Muttersprache seiner Frau. Sie ist Professorin für Mikrobiologie wie er an der Uni in Lausanne. Beide arbeiten 100 Prozent und teilen sich die Kinderbetreuung und Hausarbeit auf. Mittwochs sind die Schwiegereltern für ihre Enkel da. Sei ein Kind krank, werde es aber schwierig. «Dann habe ich das Gefühl, weder als Vater noch als Chef zu genügen», sagt Benton. Die Aufgabenteilung zu Hause ent­ spreche ihren Fähigkeiten und Interessen: Er kocht meistens, sie füllt immer die Steuerunterlagen aus. Am Familientisch sprechen sie selten über ihre Forschung, sondern über das, was die Kinder um­ treibt. Mäht Richard Benton aber den Rasen, kreisen seine Gedanken wieder um die Insekten und wie sie ticken. Dass die meisten sich vor Ameisen in der Küche ekeln, sich vor Bienenstichen fürchten und sich über Fruchtfliegen auf den Bananen nur ärgern, bedauert er. «Insekten haben mehr Respekt verdient», sagt Benton. Denn: «Je näher man hinschaut, desto mehr entdeckt man.» MM

Woher kommen die Fruchtfliegen? Fruchtfliegen, auch ­Essigfliegen genannt, sind heimisch. Sie ver­ mehren sich draussen und fliegen durch ­Fenster in unsere Woh­ nungen, angelockt von überreifen Früchten. Oder sie reisen in der Einkaufstüte mit uns nach Hause, wenn eine Frucht bereits Druck­ stellen hat. Sie stechen die Früchte auch an, um den Gärungsprozess zu beschleunigen. Sind sie einmal in den Innenräu­ men, vermehren sie sich auch auf den Früchten. Wie hält man sie am besten fern? Frische Früchte im Kühl­ schrank lagern, bis man sie konsumiert. Alterna­ tiv mit einem Baumwoll­ tuch oder einer engma­ schigen Schutzhaube abdecken. Ein beliebtes Hausmittel ist auch eine aufgeschnittene, mit Nelken gespickte Zitrone, die Frucht­ fliegen fernhalten soll. Den Abfall regelmässig entsorgen, damit sich die Fruchtfliegen dort nicht fortpflanzen. Wie wird man sie wieder los, wenn sie schon da sind? Mit einer selbstgebastel­ ten Fliegenfalle: Etwas Essig und einen Spritzer Spülmittel in ein Glas geben, mit einem Stück Klarsichtfolie zudecken und die Folie mit einer Gabel einstechen. Die Löcher müssen klein sein, sodass die Frucht­ fliegen, wenn sie einmal dort gefangen sind, nicht mehr hinauskönnen. Quelle: Isabelle Landau, Verband Schweizerischer Schädlingsbekämpfer (VSS)


14  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

Sie mag es verspielt und stilistisch wild durchmischt: Paula Troxler in ihrem Zürcher Atelier


MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  15

Paula Troxler

Jeden Tag eine Zeichnung

Paula Troxler arbeitet intensiv und mit riesigem Output. Täglich produziert die 36-Jährige ein kleines Kunstwerk – und das so gut, dass sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Einblicke in ein Künstlerinnenleben auf der Überholspur. Text: Dinah Leuenberger  Bilder: Christian Schnur

D

er Traum entführt in die tiefsten Geheimnisse», schreibt Paula Troxler in ihr Zeichenbuch. Daneben malt sie mit schwarzem Pinselstift in eine Collage. Ein schlafender Mann ist zu sehen, mit langen Beinen und Füssen in hohen Schuhen. Er trägt einen aufgebauschten Volantrock und hält die Hände gefaltet vor dem Bauch. Die feinen Linien zeigen die Falten im Hemd oder sein lichtes Haar. «Ich bin gut darin, Ideen zu finden und Dinge zu verweben», sagt die 36-Jährige. So gut, dass ihre Werke bereits in New York, Tokio oder Moskau ausgestellt worden sind und sie mehrere Auszeichnungen erhalten hat. Ihre Kreationen entstehen oft aus dem Bauch heraus und müssen nicht die Realität abbilden. So entwickelt sie auch das Projekt «Every Day a Drawing»: Täglich entsteht eine Zeichnung wie der schlafende Mann. Seit 2010 hat Troxler über 2700 Bilder gemalt und in Buchform veröffentlicht – das ­neueste ist ab sofort erhältlich. Diese Zeichnungen macht sie, um nicht nur für Kunden zu arbeiten. «So nutze ich jeden Tag eine Stunde, um Ideen zu verarbeiten. Die Zeichnungen werden zu meinem privaten Archiv.» Ansonsten ist ihr Tag wenig strukturiert. Sie arbeitet aber generell intensiv und mit hohem Output. «Ich mag es, eine Zeichnung einmal zu zeichnen. Dann ist sie fertig, ich überarbeite nicht gern.» Vielleicht arbeitet sie genau deswegen für bekannte Namen, Zeitungen und Magazine wie «Die Zeit», «Das Magazin» und «NZZ Folio». Strichmännchen mit Schwimmflügeln

Paula Troxler wusste als Tochter des erfolgreichen Grafikers Niklaus Troxler schon früh, wie sie sich zeichnerisch ausdrücken kann. «Nach zehn Minuten bin ich in der Zeichnung drin, egal, wo ich mich aufhalte.» Eine ihrer ersten Zeichnungen zeigt sie als Strichmännchen mit Schwimmflügeln am Wasser. «Noch heute liebe ich das Element.» Auch beruflich wagte sie den Sprung ins

kalte Wasser: Sie wollte immer einen gestalterischen Weg einschlagen und tendierte zu einem Grafikstudium. Denn sie hatte lange Hemmungen, ihre Zeichnungen zu zeigen, aus Furcht, ihre Arbeiten seien nicht gut genug. Zugleich wusste sie: «Wenn ich Grafik studiere, dann zeichne ich nicht mehr.» Also entschied sie sich für die Herausforderung und studierte Illustration, um im Zeichnen stärker zu werden. Heute versteht sich Paula Troxler weder eindeutig als Grafikerin noch als Illustratorin, «weil weder das eine noch das andere ganz stimmt». Genau genommen sei sie eine Grafikerin, die ihre Bildinhalte zeichnerisch herstellt. Andererseits amtet sie auch als Illustratorin für Magazine. Noch lieber arbeitet sie aber an Konzepten mit mehreren Komponenten: Dann liefert sie nicht nur ein Bild, sondern stellt eine ganze Identität her, für Festivals, Theater oder Bücher. «Mein Handwerk ist das Zeichnen, aber die Ideen, die ich habe, sind meist viel grösser.» Dadurch sei sie mehr gefordert und müsse jedes einzelne Element bedenken: die Schrift, die Illustration, das Zusammenspiel der Bilder. Sie experimentiert mit Techniken und vermischt sie gern – diese Liebe zum Mix widerspiegelt auch ihr Kleidungsstil: Sie trägt ein asymmetrisches Jeans­ oberteil, dazu einen gerafften, schwarzen Jupe mit breitem Gürtel und Cowboy-Boots. Seit gut zwei Jahren ist Paula Troxler mit Kleon Medugorac zusammen, und schnell war klar, dass sie auch gemeinsam arbeiten wollten, als Kreativduo «Pank». «Wir sind beide manchmal übermotorisiert, arbeiten sehr schnell, darum funktioniert es», sagt Medugorac, der fast zwanzig Jahre als selbständiger Grafiker in Stuttgart gelebt hat. Vergangenen Dezember ist er in die Schweiz gezogen. Das Niveau an Grafikdesign sei hier höher, meint der 38-Jährige. «Und es macht Spass, in dieser Liga mitzuspielen. In Deutschland ist es oft so, dass etwas schnell und billig sein muss. Hier nicht.»

Medugorac findet alles super, was Troxler macht, und umgekehrt ist es auch so. «Wir können es beide auch allein. Aber zusammen schaffen wir noch mehr, das potenziert unsere Arbeit», sagt Medugorac. Er bringe etwas mehr Erfahrung im digitalen Bereich mit, sie mehr Geduld. «Und mein grafischer Stil ist etwas bunter als der von Paula.» Sein farbiges Hawaiihemd zeugt davon. Leben wie im Rennwagen

Durch die Zusammenarbeit wurde ihr Alltag zuerst einmal durchgeschüttelt, erzählt Troxler. «Aber auf eine ganz gute Art. Ich hinterfrage mehr und habe den Mut, Dinge anders anzugehen.» Und am Ende komme oft etwas Überraschendes heraus. Natürlich gebe es auch hitzige Diskussionen. «Aber daraus lernen wir viel. Diese Intensität würde ich mit niemandem so durchleben wie mit Paula», sagt Medugorac. Dabei hilft, dass sie gemeinsam unterrichten, immer wieder an Kunstakademien oder in Workshops: «Dafür muss man ziemlich viel darüber reden, was man eigentlich für eine Einstellung zu den grundlegenden Dingen hat.» Als Ausgleich zur grafischen Arbeit musizieren die beiden in ihrer Band «Candyass». Sie spielen Gitarre und singen, die Songs schreibt Medugorac, der schon immer Kunst und Musik verbunden hat. «Für mich ist es hingegen ein neues Feld, dass total viel Spass macht. Ich hatte richtig Lust, etwas Neues zu probieren», sagt Troxler. Das wollen sie auch in Zukunft: «Pank» freuen sich auf Projekte, für die sie ihre Ideen in verschiedenen kreativen Disziplinen umsetzen können, ­«damit aus unserer visuellen Arbeit ein Dialog entsteht». Würden die beiden ihre Beziehung zeichnen, sähe man darauf zwei Rennwagen nebeneinanderher düsen, w ­ ährend sich die Piloten dabei zujubeln. MM «Every Day a Drawing 2018» (im Eigenverlag) kann auf www.paulatroxler.com bestellt werden.

Die Sommer-Illustration, Seite 16 und 17


16  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN


Ein Sommer, bunt wie ein Kaleidoskop und wild wie ein Rockkonzert: Paula Troxler und Kleon Medugorac haben die schönste Jahreszeit exklusiv für das Migros-­ Magazin illustriert.

Illustration: Sommer by Pank (Paula Troxler und Kleon Medugorac)

MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  17


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Die Starparade im Tirol Das schönste Volksmusik-Fest der Alpen feiert 25-jähriges Jubiläum!

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n zu den Mit allen Eintritte s! Konzerten der Star Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag, Donnerstag – Anreise & VolksmusikAbend Fahrt mit dem komfortablen Extrabus in die Region der Kitzbüheler Alpen. Nach der herzlichen Begrüssung im Hotel erwartet uns im geschmückten Festzelt in Ellmau der grandiose Volksmusik-Abend mit den Kastelruther Spatzen, Oesch’s die Dritten und Marc Pircher. 2. Tag Freitag – Frühschoppen und Schlagerabend Freuen Sie sich auf einen fantastischen Tag inmitten der schönen Tiroler Bergwelt! Per Bahn geht es hinauf in die Höhe der Kitzbüheler

Schifffahrt auf dem Achensee

Wählen Sie Ihr Reisedatum: Reisehit 79 a: 27. - 30. September 2018 Reisehit 79 b: 4. - 7. Oktober 2018 Bergwelt. Oben angekommen erwartet uns im Panoramarestaurant und auf der Sonnenterrasse ein zünftiger Frühschoppen mit herrlicher Aussicht, Tanz & Musik. Verbringen Sie gemütliche Stunden in bester Gesellschaft! Am Abend steigt in Ellmau der grossartige Schlagerabend mit den Amigos, Andy Borg und Howard Carpendale.

aus aller Welt. Geniessen Sie den See, den verträumten Ort Pertisau und freuen Sie sich auf eine gemütliche Schifffahrt entlang der idyllischen Uferlandschaften. Zurück im Hotel bleibt noch etwas zur freien Verfügung ehe am Abend in Ellmau im geheizten Festzelt der Starabend mit Hansi Hinterseer, Nik P. sowie Sigrid & Marina auf dem Programm steht.

3. Tag Samstag – Achensee & Starabend Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an. Nach dem Frühstück unternehmen wir eine schöne Panoramafahrt nach Pertisau am Achensee. Der smaragdgrüne See gehört zu den schönsten Seen Europas und begeisterte früher Österreichs Kaiser und heute Gäste

4. Tag Sonntag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  19

Bänz Friedli

Mir ist nicht zu helfen

Bild: Vera Hartmann

Ob man mir helfen könne, fragt die Ver­ käuferin, eine arg geschminkte Person Ende 30, und der Tonfall ist kein freund­ licher. Ihr «Chame Ihne helfe?» klingt halb abschätzig, halb mitleidig und jedenfalls so, dass ich heraushöre, mir sei nicht mehr zu helfen. Dabei habe ich mich nur in der Damenabteilung entschlossenen Schrittes Richtung Kasse aufgemacht, mit einem Blazer und einer Bluse über dem Arm. Als ich dann noch zu sagen wage: «Ich habe mir schon geholfen, danke», stellt sie sich mir in den Weg und bemerkt streng: «Das isch offebar für öppert anders.» Erraten! Natürlich sind die Kleidungsstücke nicht für mich. Doch selbst wenn ich einer wäre, der halt zwischendurch gern Frauenkleider anzieht, ginge es die gute Frau nichts an. Der ent­geisterte Blick, mit dem sie mich nun gleichsam durchbohrt, verrät mir indes, dass es in ihrem Kopf rotiert bei der Frage, ob sie besser die Psychiatrie oder die Polizei verständigen solle.

Bänz Friedli (53) wird öfter für einen Lüstling gehalten.

längst: Das Personal traut mir nicht zu, dass ich die richtige Körbchengrösse der zu Beschenkenden kenne. Will ich etwa für meine Tochter Unterwäsche kaufen, fragt die Beraterin in einer schulmeisterlichen Tonalität: «Wie ist sie denn etwa gebaut?» Getraue ich mich dann zu entgegnen, dass ich die richtige Grösse wisse, kippt ihr Ton ins Geriatrie­pflegerische. (Da lobe ich mir, by the way, die USA, wo die Ver­­käu­ferinnen bei «Victoria’s Secret» mich mit einem freudigen «Hey, machen wir unserer Süssen heut ein hübsches Geschenk?» begrüssen und dann noch anerkennend raunen: «Ich sehe Ihnen an, dass Sie wissen, was Sie wollen.» Und mich in Ruhe lassen.) Aber heute gehts ja bloss um Blazer und Bluse. Noch immer versperrt die Frau mir den Weg zur Kasse. Meine Beteuerung, nein, die Kleider seien nicht für mich, hat nicht geholfen. Im Gegenteil. Sie wird noch harscher. «Gälled Sii, sie het dänn nur drü Täg Umtuuschrächt!» – «Es wird passen», erwidere ich. Darauf sie: «Und wänn ihre d Farb nöd …» – «Es ist ihre Lieblingsfarbe. Darf ich jetzt einfach bezahlen?»

Passiert uns Männern immer wieder, dass wir in Kleiderläden behandelt werden, als wären wir Gestörte. Und, hey, wir reden hier noch nicht einmal von der Lingerie! Denn daran habe ich mich längst gewöhnt: dass man als Mann in den Dessous-Abteilungen grosser Warenhäuser stets schräg angeschaut und für einen Lüstling, wenn nicht für einen Wüstling gehalten wird. Oh ja, ich weiss es

Immerhin: Ich durfte. Lesung: Am 8. Juli liest Bänz Friedli auf Schloss Mörsburg in Winterthur aus seinem Buch «Es ist verboten, übers Wasser zu gehen».

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20  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

«Die Intuition hat mir schon einige Male das Leben gerettet» Leena Hässig Ramming

Die Psychotherapeutin Leena Hässig Ramming beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Straftäterinnen in Schweizer Gefängnissen. Ein Gespräch über die Lust am Strafen, die Sehnsucht nach absoluter Sicherheit und die Komplexität der Täterpsyche. Interview: Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger Bilder: Beat Schweizer


MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  21

»Es erinnert an das Bild mit den drei Affen»: Leena Hässig Ramming plädiert für mehr Aus­gewogenheit bei psychologischen Gutachten.


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MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  23

Leena Hässig Ramming, zwischen 2007 und 2016 wurde das Strafrecht 58-mal verändert, meist verschärft. Weshalb ­glauben wir, jedes Problem mit härteren Strafen ­lösen zu können? Und funktioniert das auch? Härtere Strafen führen nicht zu mehr Sicher­ heit. Aber es ist wichtig für die Gesellschaft und den Täter, dass eine massive Grenz­ verletzung angemessen geahndet wird. Der Täter möchte also sühnen? Genau. Wenn ein Mörder während der Therapie das Ausmass seiner Tat erkennt, kommt es vor, dass er Suizid als einzige Lösung sieht, um für sich selbst die Tat zu sühnen. Die enormen Schuldgefühle machen ein Weiterleben fast unmöglich. Die Alternative ist eine lange Zeit im Gefängnis; so fühlt er sich zumindest von der Gesellschaft angemessen bestraft. Aber auch in weniger schwerwiegenden Fällen hat es Verschärfungen gegeben. Ich bin sehr froh, dass Bundesrätin Som­ maruga bei bestimmten Delikten Straf­ verschärfungen ausgesprochen hat, vor ­allem bei Vergewaltigung. Das Strafrecht wandelt sich, je nach Stimmungen und Entwicklungen. Sein grösstes Verdienst ist es, eine Gesellschaft zu verhindern, die Grenzverletzungen unter dem Motto «Auge um Auge, Zahn um Zahn» ahndet. Die Polizei kommt jedenfalls häufiger zum Einsatz als früher, oder? Weil wir dazu neigen, alles Unangenehme an sie oder an die Justiz zu delegieren. Wenn sich Jugendliche im Bus schlecht ­benehmen, fühlt sich niemand verant­ wortlich, aufzu­stehen und zu sagen: «Hey, nehmt euch zusammen, das geht nicht.» Statt im Alltag Zivilcourage zu zeigen und selbst einzu­greifen, ruft man auch bei ­Kleinigkeiten ­lieber die Polizei. Zudem fordern wir vermehrt die absolute Sicherheit. Ja, es gibt Entwicklungen in Richtung Präventivstrafrecht. Dabei zählen nicht mehr Fakten, sondern Wahrscheinlichkei­ ten: Man versucht mittels Hochrechnungen abzuschätzen, ob ein Täter künftig erneut ein Verbrechen begehen könnte. Das jedoch halte ich für eine gefährliche Entwicklung. Woher kommt dieser Anspruch auf absolute Sicherheit?

Ich glaube, das hat mit unserem Wohlstand und dem technischen Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten zu tun. Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles perfekt und reibungslos funktioniert – und sind schockiert, wenn es anders ist. Diese hohe Anspruchshaltung ans störungsfreie Funk­ tionieren findet sich auch bei der Sicherheit. Wobei die Gesellschaft die Verantwortung via Strafrecht an die Psychiatrie delegiert. Das kann man so sehen. Eine Beurteilung darüber, wer ein Sicherheitsrisiko darstellt und wer nicht, setzt eine entsprechende Aus­ bildung voraus – die leider nicht alle haben, die solche Analysen vornehmen. Das kann dazu führen, dass man Menschen zu Unrecht als gefährlich einstuft, aber auch, dass man Menschen freilässt, die eigentlich sanktio­ niert werden sollten. Hier bräuchte es mehr Qualitätssicherung, um den Wildwuchs ein­ zudämmen. Aber sind Prognosen über menschliches Verhalten nicht auch bei bester Aus­ bildung ziemlich relativ? Verlangt man da nicht zu viel? Wenn man totale Sicherheit fordert, dann verlangt man von Experten tatsächlich zu viel. Denn die gibt es nicht. Wenn es also auch nach Therapie und positiver Beurteilung keine Garantie dafür gibt, dass es nicht erneut zu Gewalttaten kommt, verfolgen wir dann nicht grundsätzlich einen falschen Ansatz?

Zur Person

Rechtspsychologin und Therapeutin mit Fokus Frau Leena Hässig Ramming (61) hat Psycho­ logie und Strafrecht studiert. Die Fach­ psychologin für Rechtspsychologie FSP war über 30 Jahre lang als Therapeutin in Schweizer Gefängnissen tätig, wobei sie sich auf gewalttätige Frauen spezia­ lisiert hat. Zudem ist sie Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechts­psychologie und Präsidentin der Berufsethikkommission der Föderation Schweizer Psychologen. Sie lebt in Bern und hat zwei erwachsene Söhne.

Es gibt glücklicherweise nur sehr wenige Menschen, die hochgefährlich sind. Die Öffentlichkeit hat oft einen anderen Eindruck, weil die Medien dazu neigen, mehr über Verbrechen zu berichten als über die Dinge, die gut laufen. Mich beschäf­ tigt, dass Menschen aufgrund der Verschär­ fungen oft keine Chance haben, sich in der Gesellschaft zu bewähren – obwohl sie das mit hoher Wahrscheinlichkeit schaffen würden. Aber weil man ja nichts riskieren will, bleiben sie halt eingesperrt, insbesondere auch relativ junge Personen. Weil niemand die Verantwortung übernehmen will, wenn doch was schiefgeht? Deshalb ist es wichtig, dass diese Verant­ wortung auf mehrere Schultern verteilt ist. Aber die Fachkommissionen, die gemeinsam einen Fall beurteilen, stützen sich auf ein psychiatrisches Gutachten, das oft nur eine einzige Person verfasst hat. Aus meiner Sicht sollten es mindestens zwei unabhän­ gige Gutachten sein. Das ist derzeit aber nur bei lebenslanger Verwahrung der Fall. Weshalb mehrere Schultern? Weil es im Grunde immer zwei Lager gibt, in der Gesellschaft wie unter den Experten: Die eine Gruppe fühlt sich abgestossen von Leuten oder Handlungen, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft passen, die andere Gruppe hat Mitleid; die einen wollen ­strafen, die anderen unterstützen; die eine Gruppe sieht und hört etwas nicht, die andere blendet etwas anderes aus. Es erin­ nert an das Bild mit den drei Affen: Der eine hält die Augen zu, der andere die Ohren und der Dritte den Mund. Deshalb ist es wichtig, dass beide Seiten vertreten sind. So fällt die Beurteilung am Ende am gerechtesten aus. Und in der Gesellschaft gibt es derzeit mehr Bestrafer? Tendenziell ja. Nun muss man auch sagen, dass die Justiz- und Vollzugsverantwort­ lichen vor dem Mordfall am Zollikerberg 1993 tatsächlich in einigen Bereichen zu lasch waren. Die Verschärfungen, die danach eingeführt wurden, waren vielfach gerecht­ fertigt. Es gibt durchaus einige Leute, über deren Verwahrung bis zum Lebensende ich froh bin. Aber jetzt bräuchte es auch ­wieder etwas mehr Humanisten, damit wir gesellschaftlich wieder die Mitte finden. Sind eigentlich alle Straftäter immer auch psychisch auffällig?


24  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

«Das Klischee stimmt irgendwie doch: Männer sind einfacher gestrickt und entsprechend leichter therapierbar als Frauen», sagt Leena Hässig Ramming.

Nein, im Gegenteil. Bisher hat man bei psychisch kranken Tätern eine psycho­ therapeutische Massnahme ausgesprochen, während die anderen einfach eine Gefäng­ nisstrafe erhielten. Heute unterzieht man Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine Tat begehen, oft einer sichern­ den Massnahme, auch wenn sie vielleicht nicht psychisch krank sind. Das aber ist eben Präventivstrafrecht. Wie soll man mit Menschen umgehen, die grausame Taten begangen haben, aber nicht psychisch krank sind? Gibt es nur die Option, sie für immer wegzusperren? Es ist völlig klar, dass solche Taten bei den meisten Abscheu und Unverständnis aus­ lösen. Aber Täterinnen oder Täter für immer wegzusperren, ist in unserem Land das letzte Mittel, und die Hürden sind zu Recht sehr hoch angesetzt. In erster Linie muss man alles tun, um die Wiederholung einer solchen Tat zu verhindern. Sie haben reichlich Erfahrung in der Therapie von Straftätern. Wie sieht Ihre persönliche Erfolgsbilanz aus? Als Therapeutin kann man in der Regel bei einem Drittel der Täter etwas bewirken. Bei einem weiteren Drittel schadet man zu­

mindest nicht, aber es ändert sich nicht viel. Und beim letzten Drittel wirken äussere Umstände entgegen: Der Moment ist nicht der richtige, die Therapie wird abgebrochen, jemand stirbt oder wird ins Ausland verlegt. Welchen Nutzen hat die psychologische Betreuung? Auch Strafgefangene haben ein Recht auf angemessene körperliche und psychische Behandlung. Mindestens so wichtig sind aber auch die Strukturierung des Alltags, die Vorbereitung auf die Arbeitswelt und die Bildung im Strafvollzug – nur so kann die Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelingen. Die Kehrseite der vielen lang dauernden Therapien ist, dass die Psycho­ therapie eine Art Ritualcharakter erhalten hat, weil die Behörden Transparenz fordern. Heute gibt es Insassen, die ganz genau ­wissen, was sie sagen müssen, damit sie gut dastehen. «Das Delikt ablehnen, den Menschen da­ hinter annehmen», lautet Ihre Forderung. Wie gelingt diese Trennung? Jeder Täter ist stets viel mehr als sein Delikt. Etwas hat ihn dazu getrieben, und meine Aufgabe als Psychotherapeutin ist es, die Person in ihrer Gesamtheit zu erfassen

und wertzuschätzen. Meist kann ich meine Emotionen dabei abschalten, einzig bei Kinderschändern habe ich Mühe. Manchmal haben Sie es mit sehr gefähr­ lichen Leuten zu tun. Haben Sie nie Angst? Doch, auf jeden Fall. In einem Männergefängnis sagte mir einmal mein Bauchgefühl, dass ich einem Insassen nicht mehr allein gegenübersitzen sollte. Später stellte sich heraus, dass er mich in der Therapie abstechen wollte. Im Regionalgefängnis Bern musste ich mich schon einmal unter dem Tisch verstecken, bis die Sicherheits­ leute kamen, weil ein psychisch kranker Patient ausgerastet war. Und doch setzen Sie sich immer wieder mit gefährlichen Tätern zusammen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind stets besser geworden. Aber es ist auch wichtig, auf die eigene Intuition zu hören. Das hat mir schon ein paar Mal das Leben gerettet. Sie haben mehr Frauen als Männer the­ rapiert – gibt es da grosse Unterschiede? Das Klischee stimmt irgendwie doch: Män­ ner sind einfacher gestrickt, Frauen komp­ liziert. Entsprechend sind Männer leichter therapierbar als Frauen.


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Und das nicht nur, weil Sie eine Frau sind? Nein. Ich kenne einige männliche Kol­legen, die dankend abwinken, wenn sie im Frauen­ strafvollzug therapieren sollen. Bis eine Frau zur Täterin wird, legt sie einen sehr langen, komplizierten Weg zurück, den zu entwirren entsprechend aufwendiger ist. Straftaten von Frauen sind im Vergleich aber deutlich seltener, Gewalttaten noch viel seltener. Wenn man so intensiv mit den schwierigen Seiten von Menschen zu tun hat, kann man sich dann den Glauben an das Gute im Menschen noch bewahren? Früher durfte man nicht mehr als 50 Pro­ zent in diesem Bereich arbeiten, damit man den Bezug zum Normalen behielt. Das finde ich nicht unberechtigt. Ich habe auch immer Teilzeit gearbeitet – das hat mir ermöglicht, nicht im Zynismus unterzugehen. Wie geht Ihr Umfeld mit Ihrem Job um? Hin und wieder sage ich auch mal, ich sei Hundecoiffeuse. (lacht) Was bestimmt auch für Aufmerksamkeit sorgt. Nein, im Ernst, ich bin sehr zurückhaltend. Viele wissen gar nicht, was ich mache. Die, die etwas mitbekommen, sind entweder fasziniert oder äussern ihr Unverständnis. Meine Kinder haben eine gewisse Abhär­ tung entwickelt. Und sie wussten immer, wo ich war: im Gefängnis. Einmal rief der Lehrer meiner Söhne an, um ein Eltern­ gespräch zu vereinbaren. Ich war ganz vertieft in meine Agenda und sagte etwas geistesabwesend: «Nein, das geht nicht, da bin ich im Gefängnis.» Er antwortete, hörbar verunsichert: «Für länger?» (lacht) Was tun Sie, um abzuschalten und sich zu entspannen? Ich bin gern in der Natur und lese viel. Generell wenden Therapeuten unterschied­ liche Strategien zur Entspannung an: Ein Kollege setzt sich nach einem Tag im ­Ge­fängnis in die Heiliggeistkirche und isst 100 Gramm Schokolade. Andere schauen TV-Serien – ein niederschwellige, einfaches Programm. So eine Phase hatte ich auch mal. Auch Krimis? Bloss nicht! Ich sehe mir nicht mal den «Tatort» an. Das hat nichts mit unserer Realität zu tun. MM

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28  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN Kommunikation

Schauplatz Telefonzelle

Im Zeitalter des Smartphones hat die öffentliche Telefonkabine eigentlich ausgedient. Doch es scheint Menschen zu geben, die das Gespräch in der Zelle suchen. Und Motive. Ein Augenschein in Chur, wo sich das rentabelste Publifon der Schweiz befindet. Text: Andrea Freiermuth  Bilder: Thomas Hablützel

B

ahnhof Chur, 14.36 Uhr: Ein Mann im Rentenalter betritt eine der ­beiden Telefonkabinen, die im ­Buswartehäuschen untergebracht sind, und wählt eine Nummer. Bingo! Wer hätte das gedacht: Wir warten erst seit 36 Minuten, und schon haben wir jemanden gefunden, der tatsächlich noch eine öffent­ liche Telefon­zelle nutzt. Bevor wir ausge­ rückt sind, um zu ergründen, wer sich denn im Handyzeitalter noch in die Kabäuschen zurückzieht, haben wir uns auf stunden­ langes Warten eingestellt. Die Kabine auf dem Postautodeck der Bündner Kantonshauptstadt war 2017 das rentabelste Publifon – so nennt die Swiss­ com die Glasboxen mit Wandtelefon. Wie hoch der vertelefonierte Betrag in der Churer Kabine genau ist und aus wie vielen Anrufen er sich zusammensetzt, will die Swisscom leider nicht verraten.

Der hohe Umsatz liesse sich auch durch einen einzigen Anrufer erklären. Vielleicht ein reicher Russe, der sein Smartphone verloren und auf dem Weg nach St. Moritz mit seiner Freundin in Moskau geplaudert hat? Möglich wärs: Obwohl aus einer an­ deren Zeit, akzeptiert das Modell «Stella Combi» mit rotem Hörer sogar Kreditkarten. Wer verschickt anzügliche SMS?

Der Senior, der mit Wollstirnband und beigefarbenem Sakko in der Telefonka­bine steht, sieht nicht gerade nach High So­ciety aus. Auch telefoniert er nicht mit Karte, sondern mit Münz. Wahrscheinlich zählt er zu den letzten Mohikanern, die sich noch gegen die Nutzung eines Handys sträuben. Als der Mann aus der Zelle tritt, müssen wir unser Vorurteil korrigieren: Er ist über­ haupt nicht von gestern, dafür in geheimer


MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  29

Telefon­ kabinen aus aller Welt: www.migmag.ch/ kabinen

Bilder: Keystone (5)

Auslaufmodelle: umfunktionierte Türen alter Telefonkabinen in Les Bois JU, Kabine auf einer Wiese in Beatenberg BE, klassisch-gelbes Kabinentrio in Zürich; Telefonkabinen-Logos von 1952 (l.) und jünger


30  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

Echte Tasten, roter Hörer, ein richtiges ­Kabel: Telefonmodell «Stella Combi» in Chur. Ary Schüepp ruft damit alle zwei ­Wochen seine Eltern in Brasilien an.

Mission unterwegs. Für seine zwei Anrufe wollte er weder sein Handy noch sein Festnetzgerät nutzen: «Seit Kurzem erhalte ich von zwei verschiedenen 076er-Nummern SMS mit anzüglichem Inhalt. Ich wollte he­rausfinden, wer dahintersteckt.» Aber bei der einen Nummer habe sich nur die Combox eingeschaltet, bei der anderen habe es bloss geklingelt. Das klingt plausibel, trotzdem will der Herr nicht namentlich genannt und abgelichtet werden. Rund eine Stunde später schlüpft ein ­weiterer Mann in eine Kabine. Das Gespräch mit Taxcard dauert nicht lange. «Ich habe mit meiner Freundin in Glarus telefoniert», sagt der Mann, der seine Identität ebenfalls nicht preisgeben will. Er habe schon ein Handy und auch einen Festnetz­anschluss, aber er ziehe das Telefonieren in der Zelle

manchmal vor, weil das keiner nachverfolgen könne. «Oder kann man das doch? Sie schauen jetzt aber nicht nach, welche Nummer ich angerufen habe, oder?» Er beruhigt sich erst, als wir gemeinsam in der Telefonkabine stehen und auf allen möglichen Tasten herumdrücken, um zu überprüfen, ob dem Gerät die soeben gewählte Nummer nochmals zu entlocken ist. Ist sie natürlich nicht. Aus Gründen der Diskretion Um 16.11 Uhr wieder ein Mann. Er wählt wie

schon der Senior die rechte, vom Strom der Passanten e­ twas abgewandte Zelle. Er tippt die Nummer von seinem Handy ab. Als wir ihm danach Fragen stellen wollen, winkt er wortlos ab und hastet davon. Das lässt Raum für Spekulationen. Eine streng geheime Undercover-­Mission?

Der graumelierte Herr, der um 17.24 Uhr auftaucht, macht einen seriösen Eindruck. Doch auch bei ihm bleiben Fragen offen: «Ich könnte mobil oder übers Festnetz telefonieren, bin aber aus Gründen der Diskretion hierhergekommen.» Deshalb will er nichts über den Inhalt des Gesprächs verraten, auch seinen Namen nennt er nicht. Bevor der Mittfünfziger davoneilt, erwähnt er, dass er vom Datenleck der Swisscom betroffen sei, bei dem Unbe­kannte die Daten von rund 800 000 Swisscom-Kunden entwendet haben. Ein Datenpurist, der keine Spuren hinterlassen will? Ein Frischverliebter, der der Angebeteten seine Identität nicht preisgeben will? Inzwischen dämmert es. In den Kabinen geht das Licht an. Die Leuchtreklamen mit Hörersymbol über den Türen bleiben


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32  MM27, 2.7.2018 | MENSCHEN

Hintergrund

Tempi passati für Telefonkabinen

dunkel. Um 18.40 Uhr taucht der nächste Kandidat auf. Der junge Mann raucht während des Telefonats. «Ich habe mein Handy verloren und darum mich selbst angerufen: Ich habe mit mir gesprochen», sagt er in schleppendem Tonfall, lächelt gezwungen und entblösst ­dabei die Lücke in der oberen Zahnreihe. Der Junge hat verdächtig hängende Augen­lider, doch wider Erwarten riecht die Tele­fon­ka­bine nach seinem Abgang nicht wie ein Hanf­garten. Einer, der nichts zu verbergen hat Um 19.04 Uhr nähert sich ein weiterer

Mann. Er lehnt sich locker an die bekritzelte Holzablage, unter der früher noch die Telefon­bücher hingen. Sein Telefonat dauert im Vergleich zu den vorangegan­genen Gesprächen fast schon lang. Als er aus der Zelle tritt, lächelt er und gibt sich auskunftsbereit: «Ich habe meinen Eltern in Brasilien kurz Hallo gesagt.» Seine Eltern seien betagt, erklärt Ary Schüepp (41), darum könne er mit ihnen nicht via Internet

telefonieren. Festnetz habe er nicht mehr, und eine Verbindung über das Handy sei teurer als die Telefonkabine. Ein Foto von ihm am Hörer der Telefonkabine? Kein Problem. Und ja: Er komme öfter zum Telefonieren hierher, bestimmt zweimal im Monat. Früher habe er oft am Obertor tele­foniert, aber dort seien die Publifone inzwischen abgebaut. Leider. Sechs Nutzer in rund sechs Stunden. Eigentlich keine schlechte Ausbeute. Nur: Menschen, die h ­ eute noch ein Publifon nutzen, wollen offenbar nicht selten un­ erkannt bleiben. Alles dubiose Gestalten, die luschen Geschäften nach­gehen? Wie auch immer: Die Swisscom wird nicht gerade reich damit. Glaubt man den Angaben, sind in den ver­gangenen Stunden nur einige Franken zusammengekommen. Bis 20 Uhr wollen wir noch ausharren. Vielleicht zeigt sich ja noch ein Reisender, der ohne Handy ins Wochenende auf­­ge­brochen ist – und damit ein ganz unver­ fängliches Motiv für die Nutzung einer öffentlichen Fernsprech­anlage hat. MM

Die 3000 übrigen Publifone waren bis 1. Januar 2018 Teil der Grundversorgung. Die Swisscom musste den Betrieb im Auftrag des Bundes aufrechterhalten. Darunter gab es mehr als 1000 Geräte, die tagelang ungenutzt blieben. 90 Prozent der Telefon­ kabinen in der Grundversorgung waren defizitär, weil ihr Unterhalt mehr kostete, als sie einbrachten. Der Zwang zur Grund­ versorgung fällt nun weg. Die Swisscom, die zu 51 Prozent dem Staat gehört, will in moderne Technologien und damit nicht mehr ins Publifon investieren. So wird die Zahl der öffent­ lichen Telefonstationen weiter sinken, und schon bald werden die Glasboxen ganz von der Bildfläche verschwunden sein.

Bilder: Keystone (3)

Weltweit verbunden: öffentliche Telefone in Brasilien, Serbien und Kam­bodscha (im Uhrzeigersinn)

Seit dem Siegeszug des Handys Ende der 1990er-­ Jahre hat sich die Zahl der Publifone drastisch reduziert: Rund 60 000 Telefonkabinen betrieb die Swisscom noch vor rund 20 Jahren. 90 Prozent dieser ­öffentlichen Fernmelde­­an­lagen sind inzwischen verschwunden. Zurzeit betreibt die Swisscom nur noch knapp 5000 Kabinen, wobei sich rund 2000 nicht auf öffentlichem Grund befinden, sondern in Hotels, Spitälern oder Schulen – und in deren Auftrag betrieben werden.


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MENSCHEN | MM27, 2.7.2018  35

Leserforum MM26: Diese Woche Glotzen ist menschlich

«Jeder sollte sich fragen, ob er als Opfer eines Unfalls fotografiert werden will» Für manche ist das Posten eines Fotos wichtiger, als erste Hilfe zu leisten.

Solche Gaffer sollten streng gebüsst werden, sei es mit saftigen Geldstrafen oder – bei Autofahrern, die den Verkehr behindern – durch den Entzug des Führerscheins, zumindest für ein paar Monate. Das hätte eventuell eine Wirkung. Obwohl ich das bei der Hirn­losigkeit der heutigen Gesellschaft weniger glaube! Daniel Zolliger, via www.migrosmagazin.ch

Bild: Jochen Tack/Alamy Stock Photos

Grundsätzlich sollte sich jeder fragen, ob er gefilmt oder fotografiert werden will, wenn er Opfer eines Unfalls ist. Aber so weit denken Gaffer leider nicht. Barbara Fegbli via www.migrosmagazin.ch Es ist schon traurig. Alle Menschen machen einen auf gestresst und keine Zeit. Passiert ein Unfall, haben sie alle Zeit der Welt. Traurig traurig. Helmut Hauk via www.migrosmagazin.ch MM25: Oldtimer Der Herzkäfer

Ich versteh den Kult um die Kiste nicht. Genauso wenig wie beim Deux-Cheveaux. Ameri­

kaner, Engländer und Italiener mit sechs bis zwölf Zylindern aus derselben Zeit sind da doch einiges interessanter, sorgten für mehr Unterhaltung und waren das Fahren eher wert. Alfred Hader via www.migrosmagazin.ch MM26: Mein Bild der Woche Bahnhofsengel Frieda Bühler

«Anfänglich hat mich diese Frau befremdet» Ich möchte mich bei Gabriel Vetter ganz herzlich bedanken für sein Bild der Woche, das inzwischen an meinem Küchen-

schrank hängt: Bahnhofsengel Frieda Bühler. Anfänglich hat mich diese Frau befremdet. Dann habe ich wahrgenommen, wie ihre strahlend hellblauen Augen mich berühren. Zunehmend habe ich ihre Durchhaltekraft bewundert. Es ging eine Kraft von ihr aus. Ich blicke immer wieder auf den Platz, wo sie auf ihre Krücken gestützt stand und später im Rollstuhl sass. Bleibt zu hoffen, dass sie uns jetzt vom Himmel aus segnet. Chantal Jansen, via E-Mail MM26: Interview Matthias Mölleney

Im Gedankenexperiment von Herrn Mölleney könnten Pen­ sionskassen einen positiven Ein-

fluss auf Unternehmen ausüben. Pensionskassen werden allerdings ebenfalls von Managern und Stiftungsräten geleitet. Diese dürften die gleichen Pro­bleme haben wie andere: Was sie antreibt, ist Macht. Matthias Wohlgemuth Greifensee ZH

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01

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150 000 Sportprodukte führt das Online-Warenhaus Galaxus. Damit ist das Migros-Tochterunternehmen neu die Nummer eins der Schweiz in Sachen Sportartikel.

Migros-Besitzer

«Die Supermärkte sollten nicht zu gross werden» Was gefällt Ihnen an der Migros? Es gibt alles vor Ort, besonders hier im Einkaufszentrum Marin Centre. Es liegt nahe bei unserem Zuhause. Und es gibt auch andere Migros-Filialen in der Nähe, wo meine Frau und ich regel­ mässig hingehen. Was würden Sie gerne ändern? Ich würde vermeiden, dass die Supermärkte zu gross werden. Denn dann verirrt man sich darin und findet die gewünschten Produkte nicht mehr. Welches ist Ihr Lieblings­ produkt? Die Frey-Kugeln aus dunkler Schokolade. Die esse ich gerne zu einem Kaffee. Wie lange sind Sie schon Migros-Genossenschafter? Seit Jahrzehnten, aber ich weiß nicht genau, wie lange.

Name: Michel Grandy (70) Wohnhaft: Hauterive NE Beruf: Lehrer im Ruhestand Lieblingsprodukt: Frey Noir Special Dunkle Schokolade

Weshalb sind Sie Migros-­ Besitzer geworden? Auch daran erinnere ich mich nicht genau. Aber wahrscheinlich gab es einmal ein entspre­ chendes Angebot, um Mitglied zu werden.

Open Air

Bild: René Ruis

Jazz im Muttenzer Dorfkern 2018 findet «Jazz auf dem Platz» bereits zum 34. Mal statt. Auf drei Bühnen wird dem Publikum im Muttenzer Dorfkern am Samstag, 14. Juli, ab 17.30 Uhr, hochkarätiger Jazz, BoogieWoogie, Blues und Funk von nationalen und internationalen Musikern geboten. Auch dieses Jahr werden viele Besucherinnen und Besucher erwartet. Acht verschiedene Bands sorgen da-

für, dass der Abend zu einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Sommeranlass für Jazzfreunde wird. Der Anlass ist wie gewohnt gratis und findet bei jeder Witterung statt. Weitere Infos auf www.jazzufemplatz.ch Mehr von der Migros Basel ab Seite 73


38  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT

Filmsensation Der Schweizer

K-Tipp

Toilettenpapier der Migros ist Testsieger Das Konsumentenmagazin K-Tipp hat Toilettenpapiere getestet. Mit der Note 5,2 schneidet das Toilettenpapier Soft Comfort der Migros am besten ab. Es war das weichste Papier im Test und löst sich im Wasser sehr schnell auf. Diese Eigenschaft ist wichtig, um ein Verstopfen der Toilette zu verhindern. Der Zellstoff für die Herstellung stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft und trägt das FSC-Label. Eine Packung mit zwölf Rollen des dreilagigen Toilettenpapiers kostet Fr. 7.10.

Spielfilm «Out of Paradise» hat am Shanghai Film Festival, einem der weltweit grössten Festivals, den Preis für den besten Film gewonnen. Regisseur und Drehbuchautor des Roadmovies, das in der Mongolei spielt, ist Batbayar Chogsom. Der 44-Jährige gebürtige Mongole lebt seit 18 Jahren in der Schweiz. Das Filmhandwerk hat er an der Klubschule Migros gelernt, wo er einen Drehbuchkurs absolvierte. Nun hat er mit seinem ersten Film bereits den grossen Durchbruch geschafft. «Out of Paradise» kommt voraussichtlich im Herbst in die Schweizer Kinos.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen

Studie

Migros ist die sichtbarste Marke Das Marktforschungsunternehmen Media Focus untersucht regelmässig, welche Marke in der Schweiz am sichtbarsten ist. Die Migros belegt dabei den ersten Platz. Die Sichtbarkeit einer Marke in der Öffentlichkeit entsteht durch Werbung und durch die Präsenz in den Medien. Ihren Spitzenplatz verdankt die Migros der Tatsache, dass über sie sowohl in der Presse wie auch in den sozialen Medien viel geschrieben wird.

Vom Drehbuchkurs an der Klubschule zum Filmpreis: Batbayar Chogsom mit den Darstellerinnen Enerel Tumen (links) und Erdenetsetseg Tsend-Ayush

Die Migros muss die Preise verschiedener Alnatura-Produkte erhöhen. Der gestiegene Euro-

kurs verteuert den Import dieser Produkte aus dem EU-Raum. Ebenfalls teurer werden tiefgekühlte Burger. Der Grund ist ein knappes Rindfleischangebot für die Verarbeitung bei weiterhin hoher Nachfrage. Das lässt die Preise für Rindfleisch steigen. Ausgewählte Produkte

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MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  39

Blickfang

Coole Kinderglace «Unter der heissen Junisonne frönen Noa und Luca dem legendären Migros Erdbeereis.» Frage der Woche

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Stimmt es, dass mariniertes Fleisch vor dem Grillieren abgetupft werden sollte?

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Ja, das gilt vor allem für ölhaltige Marinaden. Wenn sie auf den Grill tropfen, können kleine Stichflammen entstehen, die das Fleisch verbrennen.

Technisch versiert und voller Fantasie: die Gold-­AwardGewinner Jeremias Baur, Andrin Blass, Konrad Leichtle und Robin Schmidiger (von links) Bugnplay.ch

Bilder: ddp images; zVg

Junge Tüftler gewinnen Gold 108 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren haben dieses Jahr beim digitalen Wettbewerb Bugnplay.ch des Migros-Kulturprozents mitgemacht. Mit ihren Beiträgen bewiesen sie nicht nur technischen Sachverstand, sondern auch Fantasie und Humor. Das zeigen die drei Projekte, die Gold gewonnen haben: Die beiden Luzerner Konrad Leichtle (18) und Robin Schmidiger (19) gestalteten ein rasantes Videogame, in dem es ein Normalsterblicher mit Göttern aufnimmt.

Jeremias Baur (17) aus Zürich drehte einen düsteren Animationsfilm über einen Roboter, der eine Erde ohne Menschen, Tiere und Pflanzen erkundet. Und der Winterthurer Andrin Blass (12) konstruierte eine winzige Alarmanlage, die unliebsame Besucher vom Kinderzimmer fernhält. «Die Qualität der Projekte, vor allem der Games und Animationen, wird immer besser», freut sich Dominik Landwehr, Leiter Pop und Neue Medien beim Migros-Kulturprozent.

Fleisch sollte schon mehrere Stunden vor dem Grillieren mariniert werden, damit es den Geschmack aufnehmen kann.

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.


40  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT

Eidgenössische Abstimmung

Freiwillig fair

Am 23. September stimmt die Schweiz über die Fair-FoodInitiative ab. Die Migros setzt sich seit Jahren für fair und nachhaltig hergestellte Produkte ein. Die Annahme der Initiative würde das Engagement erschweren und Lebensmittel verteuern, sagt Migros-Marketingchef Hansueli Siber. Text: Thomas Tobler

und Lieferanten. Erst kürzlich hat die Detailhändlerin beschlossen, auf den Import von Karotten zu verzichten und ausschliesslich Schweizer «Rüebli» anzubieten. Einsatz für Mensch und Tier

Bei vielen ausländischen Betrieben hat die Migros die Schweizer Tierschutzvorschriften bereits eingeführt und arbeitet andernorts intensiv an einer Umstellung. Sie steht dafür im direkten Austausch mit ihren ausländischen Lieferanten. Neben der Förderung des Tierwohls sorgt die Detailhändlerin auch für faire Arbeitsbedingungen und investiert in die Weiterbildung der lokalen Bauern, die auf den Plantagen arbeiten. Welche Anstrengungen die Migros für fair und nachhaltig hergestellte Lebensmittel unternimmt, zeigen stellvertretend für zahlreiche Massnahmen vier Beispiele. MM

Wellness für italienische Büffel Jede Woche trifft in der Migros eine Lieferung Büffelmozzarella aus der Provinz Caserta bei Neapel ein. Dort auf dem Betrieb Arianova leben 500 Büffelkühe, aus deren Milch der Mozzarella di Bufala Campana hergestellt und später in der Migros verkauft wird. In Arianova und zwei weiteren Betrieben in der Region werden die Tiere auf Geheiss der Migros nach den strengen Schweizer Tierschutz­ vorschriften gehalten. Die Lieferanten haben entsprechende Investitionen getätigt. So wurden zum Beispiel grosse Bürsten, soge­ nannte Wellnessbürsten, installiert, an denen sich die Büffel kratzen können. Ausserdem ist die regelmässige Pflege der Klauen Pflicht. Es gibt eingestreute Liegeflächen, und automa­ tische Wassersprinkler sorgen für Abkühlung an heissen Tagen. Die Gitter des Stalls sind offen, damit sich die Tiere frei bewegen können.

Bilder: Véronique Hoegger; Colin Dutton; Herve Petitbon; zVg

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rtgerechte Tierhaltung, faire Arbeit und regionale Lebensmittel. Für diese Anliegen, wie sie nun die Initianten der Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel» oder kurz «Fair-Food-Initiative» per Gesetz fordern, setzt sich die Migros bereits seit Jahrzehnten freiwillig im In- und Ausland ein. Auch deshalb wurde die Migros vor zwei Wochen zum wiederholten Mal zur nachhaltigsten Detailhändlerin der Welt gekürt. In der Schweiz produzieren über 11 000 Landwirte für die Migros nach den strengen Richtlinien des «TerraSuisse»-Labels und damit tierfreundlicher als vom Schweizer Tierschutz vorgeschrieben. Mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» unterstützt die Migros mit ihren Genossenschaften seit 19 Jahren regionale Produzenten


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Teeblätter aus den Bergen Indiens Den Migros-Ice-Tea kennt in der Schweiz jedes Kind. Hergestellt wird das Getränk vom M-Industriebetrieb Bischoffszell Nahrungsmittel AG, kurz Bina. Die Teeblätter stammen aus Indien, genauer aus den Nilgiri-Bergen, im Süden des Landes. Die Bina arbeitet dort eng mit dem lokalen Lieferanten zusammen und hat Rahmenbedingungen geschaffen, die faire und nachhal­ tige Arbeitsbedingungen gewährleisten. Dazu gehören ein Mindestlohn für die Arbeiter, ein Rentenplan oder medizi­ nische Versorgung. Mit Prämien des Nachhaltigkeitslabels UTZ, mit dem der Ice Tea zertifiziert ist, wurden im Anbaugebiet ein Spital, ein Waisenhaus, zwei Schulen und ein Gymnasium gebaut.

Der Bioreis von Thailand Seit fünf Jahren arbeitet die MigrosReismühle Riseria direkt mit den Reisbauern in Thailand zusammen. Auf einer Hochebene im mittleren Osten Thailands wird Jasminreis in Bioqualität angebaut. Von der Migros erhalten die Bauern eine Abnahmegarantie ihrer Ernte und damit ein gesichertes Einkommen. Die Detailhändlerin unterstützt die Reisbauern zudem mit Projekten, um die Anbau­­me­thoden zu optimieren oder die Felder ressourcenschonender zu bewirtschaften.

Schweizer Tierwohl in Frankreich Was in zwei Jahren für alle Tierprodukte aus dem Ausland gelten soll, ist für frisches Trutenfleisch aus Frankreich und Ungarn bereits seit Jahren Tatsache. Die Migros-Lieferanten produzieren in einer tierfreundlichen Haltungsform, die sogar das Schweizer Tierschutzgesetz übertrifft. Alle Truten haben ausreichend Tageslicht. Zudem können sich die Tiere an der frischen Luft bewegen: Sei dies in Wintergärten oder gar im Freiland, wie dies in Frankreich teilweise der Fall ist.

Interview mit Hansueli Siber nächste Seite

Ein Teil von

Die Migros ist mit i­ hrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

Die Positionen

Wer ist dafür, wer dagegen Die Befürworter: Die «Fair-Food-Initia­ tive» wurde von der Grünen Partei lanciert. Unterstützt wird sie unter anderem von der EVP, dem Schweizer Tierschutz STS und der Kleinbauern-Vereinigung. Die Vorlage fordert vom Bund gesetz­ liche Mindeststandards, die das Angebot von umweltschonenden und fair produzierten Lebensmitteln aus der Schweiz fördern. Importprodukte sollen zudem den für die Schweizer Landwirtschaft geltenden Mindeststandards genügen. Der Bund soll dafür Einfuhrzölle abstufen und die Vergabe von Zollkontingenten regeln. Die Gegner: Bundesrat und Parlament empfehlen, die «Fair-Food-Initative» ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Um die Anliegen der Vorlage umzusetzen, seien zusätz­ liche Anpassungen in der Bundesverfassung nicht notwendig, argumentiert die Landesregierung. Eine Annahme der Vorlage würde zudem neue Handelshemmnisse schaffen und eine Umsetzung der Initiative einen enormen bürokratischen Aufwand verursachen, da der Staat sämtliche Lieferketten im Ausland überprüfen und kontrollieren müsste.


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Interview

«Für unser Engagement erhalten wir auch von den Initianten Lob» Hansueli Siber, die Fair-Food-­ Initianten setzen sich für umweltund tierfreundlich hergestellte Lebensmittel ein. Weshalb stellt sich die Migros gegen diese Anliegen? Die Migros will ihren Kundinnen und Kunden nachhaltige Produkte primär aus der Schweiz anbieten. Die Initian­ ten rennen bei der Migros, aber auch bei anderen Detailhändlern, offene Türen ein, weil wir längst über eigene Standards und Strategien auch für nachhaltige Importprodukte ver­ fügen. Die Initiative geht aber klar zu weit. Sie ist nur mit enormem

­ ürokratischem Aufwand umsetzbar, b führt zu höheren Preisen und schränkt die Sortimente ein. Welche Auswirkungen hätten die im Initiativtext geforderten Gesetzes­änderungen für die ­Kundinnen und Kunden? Die Initiative stellt so hohe Anforde­ rungen an importierte Lebensmittel, dass ein Teil nicht mehr eingeführt werden könnte. Dadurch reduziert sich das Angebot. Der Bund müsste die Herstellungsbedingungen jeder Orange, jeder Sojabohne und in

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einem zweiten Schritt auch bei sämt­ lichen Zutaten einer Tiefkühlpizza im Ausland kontrollieren. Die dazu nötigen Kosten müssten die Steuer­ zahler und die Konsumentinnen und Konsumenten durch höhere Produkt­ preise berappen. Die Initianten bemängeln vor allem die Qualität von Importprodukten. Inwiefern könnte eine Gesetzes­ änderung in der Schweiz die Herstellung im Ausland verbessern? Eben kaum, das ist ja die Krux. Liefe­ ranten, die nicht auf den Absatz in der


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  43

Schweiz angewiesen sind, würden nichts an ihrer Produktionsweise ­ändern. Hinzu kommt: Anders als der Migros, die mit ihren Lieferanten in Kontakt steht und direkt für bessere Bedingungen sorgen kann, fehlen dem Bund solche Beziehungen. Die Migros setzt sich mit freiwil­ ligen Massnahmen und Projekten seit Jahren für ein nachhaltig und fair produziertes Sortiment ein. Gehen diese Bestrebungen im ­ In- und Ausland zu wenig weit? Nein. Für unser Engagement erhalten wir auch von den Initianten lobende Worte. In der vorliegenden Form rich­ tet sich die Initiative gegen schwarze Schafe. Um diese in die Schranken zu weisen, ist eine Ver­fassungsänderung nicht das richtige Mittel. Wie kontrolliert die Migros, ob ihre vorgegebenen Tierwohl-

oder Sozialstandards von auslän­ dischen Produzenten umgesetzt ­respektive eingehalten werden? Einerseits besuchen Experten der Migros unsere Lieferanten und Produzenten regelmässig. ­Andererseits überprüfen externe Kontrollstellen, dass sich alle an die Vorgaben halten. Wenn sie die Anforderungen wiederholt nicht erfüllen, brechen wir die Geschäfts­ beziehungen ab. Die Medien berichteten immer wieder über schlechte Tierhaltung in der Schweiz. Kann die Initiative diese Situation entschärfen? Das Tierschutzgesetz und die Anfor­ derungen der verschiedenen Label sind den Produzenten klar. Wer sich nicht an diese Regeln hält, tut dies ­absichtlich und wider besseren ­Wissens. Daran wird auch die Initia­ tive nichts ändern können. MM

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Statt Zucchetti kann man auch Peperoni oder Auberginen mit Käse füllen und auf den Grill legen.


46  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Gefüllte Zucchetti mit Bohnen und Feta Zucchetti längs halbieren. Mit einem Löffel das Innere der Zucchetti entfernen. Zucchetti rundum mit Öl bestreichen. ­Bohnen in ein Sieb ­abgiessen, ­abspülen und abtropfen lassen.

Feta zerkrümeln. ­Oliven in Ringe ­schneiden, Frühlingszwiebeln hacken. Peperoncino längs ­halbieren und ent­ kernen. Peperoncino und Tomaten hacken. Bohnen mit einer Gabel etwas zerdrücken. Einige Oreganoblättchen dazuzupfen. Alles gut ­mischen und die Masse mit Salz und ­Pfeffer ­würzen.

Grill auf ca. 200 °C ­vorheizen. Zucchetti auf der Schnittfläche ca. 4 Minuten grillieren, mit der Bohnenmasse füllen, Käse durch die Röstiraffel reiben. ­Zucchetti damit be­ streuen. Im geschlosse­ nen Grill ca. 10 weitere Minuten grillieren. Nach Belieben mit frischen Oreganoblättchen ­bestreuen und servieren.

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MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  59

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Tipp für Profis

Feta eignet sich perfekt zum Grillieren: Er verläuft nicht, und sein Aroma kommt durchs Erhitzen besonders gut zur Geltung. Profis packen deshalb gleich ein ganzes Stück Feta als Päckchen in Alufolie und toppen den Käse mit getrockneten Tomaten, Peperoncino, Oliven, Kräutern, Pfeffer und etwas Olivenöl. Tipp für Freestyler

Doch lieber mit Fleisch? Die Borlottibohnen im Rezept lassen sich durch scharf angebratenes Rindshackfleisch ersetzen. Statt Zucchetti füllt der Freestyler anderes ­Gemüse wie etwa halbierte Peperoni oder Auberginen. Bei letzteren kann man das Fruchtfleisch vom Aushöhlen leicht gedünstet mit zur Füllung geben. Tipp für Familien

Viele Kinder sind keine Fans von rezentem Käse. In diesem Fall empfielt sich Mozzarella statt würzigem Appenzeller zum Überbacken. Der italienische Klassiker verläuft ebenfalls schön und wird von Kindern meist gern gegessen. Aus den Resten der Zucchini lässt sich später eine Suppe herstellen. Restlichen Feta in die Suppe bröckeln – das verleiht der Suppe eine cremige Note.

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60  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT aha!

Sorglos geniessen Das «aha!»-Sortiment der Migros wird laufend ausgebaut – auch die Auswahl an Milchersatzprodukten wird immer breiter. Neu sind beispielsweise die Kokos-Drinks mit Schokoladen- und Mangogeschmack, ein veganes Schoko­ ladendessert und das Rhabarber-­Vanille-Soja-Soyog – alle frei von Milch und Laktose sowie vegan zertifiziert. Mit den leicht verträglichen Produkten ­gelingt im Nu ein schmackhaftes Frühstück, ein feines Dessert oder ein erfrischender Drink für zwischendurch.

Tipp

Choco Dessert Coconut Cream von «aha!» mit frischen Beeren servieren. Besonders schmackhaft ist es mit Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder exotischen Früchten wie Mango oder Ananas.

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Bilder und Styling: Claudia Linsi, Rezepttipp: Jean Philipp Wagner

«aha!» Soja Soyog Rhabarber-Vanille ist ideal als kleines, schnelles Frühstück. Einfach mit Granola oder Kernen verfeinern und mit frischen Beeren wie zum Beispiel Erdbeeren servieren.


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  61

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Giovanna Colucci (48) hat Laktoseintoleranz und profitiert vom «aha!»Angebot der Migros.

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Tipp

Die beiden Kokos-Drinks lassen sich nach Belieben mit Schokoraspeln oder Frucht­stücken garnieren. Auch Stängelglace kann man ­damit wunderbar zubereiten: Einfach Flüssigkeit in Glace­ stängel­formen füllen und vier bis fünf Stunden lang einfrieren.

Giovanna Colucci

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«Ich muss auf nichts verzichten» «Ich bin MigrosBesitzerin und froh, dass ich dank der Migros trotz meiner Laktoseintoleranz auf nichts verzichten muss. Was bei jedem Einkauf im Körbchen landet, ist die ‹aha!›-Milch. Auch dem ‹aha!›-Mozzarella kann ich nicht widerstehen. Und das neue ‹aha!›Choco Dessert Coconut steht bereits auf meiner Einkaufsliste.»

durch p Empfohlen Recommandé par Raccomandato da Service Allergie

Das Label aha! kennzeichnet Lebensmittel, die bei einer Allergie oder Into­leranz besonders verträglich sind.

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Miguel Torga****

Neu 2019 – Flussreise Portugal Porto und das Tal des Douro

Ihr Reiseprogramm durch den Norden Portugals, bis er in der zauberhaften Hafenstadt Porto das Meer erreicht. Rebterrassen reihen sich über- und nebeneinander. Hier gedeihen beste Weine. Der berühmteste aber ist und bleibt der Portwein. Wir freuen uns, Sie in eine der schönsten Flusslandschaften Europas zu begleiten. Liebe Flussfahrt-Freunde

Eine fantastische Flussregion. Die Reise 2019 ist jetzt zum Frühbucher-Bestpreis für Sie buchbar!

Dieser Fluss hat Kultur, Kunst und Küche an seinen Uferlandschaften geprägt. Viele unserer Reisegäste haben den Douro ins Herz geschlossen. Mit der Miguel Torga setzen wir auf dem Douro einen neuen Qualitätsstandard – auf zwei Decks, mit französischem Balkon und mit exklusivem Mittelthurgau-Ausflugsprogramm. Die Hügel am Flussufer des Douro sind von umwerfender Schönheit – von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. In unzähligen Windungen fliesst dieser einzigartige Fluss

Herzliche Grüsse, Ihr

Stephan Frei Geschäftsleiter

Tag 2 Porto Panoramarundfahrt* durch die schöne Hafenstadt am Atlantik. Altertümliche Baudenkmäler oder die Gassen am Hafen vereinen sich harmonisch mit zeitgenössischen Bauten. Tag 3 Porto–Guimarães–Régua Ausflug* in die Geburtsstadt Portugals. Der Tag klingt aus bei einem Abendessen auf einem herrschaftlichen Weingut bei Lamego. Tag 4 Régua–Barca d’Alva Im Douro-Museum* in Régua erfahren Sie viel über die Weinbautradition am Douro. Der berühmteste Tropfen ist der Portwein. Tag 5 Barca d’Alva–(Salamanca) Ganztagesausflug (Fr. 75) in die altberühmte spanische Universitätsstadt Salamanca. In einem hübschen Café können Sie das Treiben auf der beliebten Plaza Mayor beobachten. Tag 6 Barca d’Alva–Pinhão Morgens Fahrt nach Castelo Rodrigo*, eines von Portugals 12 historischen Dörfern.

REISEN AUF 19 DEM FLUSS 20 lität Schwei zer Qua

Tag 1 Zürich–Porto Flug von Zürich nach Porto. Im alten Viertel Ribeira probieren Sie die typischen Petiscos – kleine portugiesische Leckerbissen. Anschliessend Überfahrt mit einem Rabelo Boot zur Miguel Torga.

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Tag 7 Pinhão–Porto Ausflug* nach Lamego. Die Barockkirche Nossa Senhora dos Remédios ist der Stolz der kleinen Bischofsstadt. s

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Tag 8 Porto–Zürich Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug in die Schweiz. * Ausflugspaket inklusive

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Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG · Oberfeldstr. 19 · 8570 Weinfelden · Tel. +41 71 626 85 85 · info@mittelthurgau.ch


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inkl. An-/Rückreise, Vollpension an Bord und Ausflüge Reisedaten 2019 26.04.-03.05. / 03.05.-10.05. / 10.05.-17.05. / 17.05.-24.05. 24.05.-31.05. / 31.05.-07.06. / 07.06.-14.06. / 14.06.-21.06. 21.06.-28.06. / 28.06.-05.07. / 23.08.-30.08. / 30.08.-06.09. 06.09.-13.09. / 13.09.-20.09. / 20.09.-27.09. / 27.09.-04.10. 04.10.-11.10. Preise pro Person Kabinentyp

Exklusives Leistungspaket • Modernes Schiff auf dem Douro • Ausflugspaket inbegriffen • Mittelthurgau Reiseleitung

Hauptdeck 2-Bett, 12 m² 2-Bett, 14 m² Mitteldeck 2-Bett, frz. Balkon 12 m² 2-Bett, frz. Balkon 14 m² Mini Suite, frz. Balkon 15 m² Oberdeck 2-Bett, frz. Balkon 14 m² Suite, Terrasse 19 m²

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Unsere Leistungen • Flüge Zürich–Porto–Zürich • Transfer zum Schiff inkl. Überfahrt mit einem Rabelo Boot • Am Anreisetag Verkostung portugiesischer Leckerbissen in einem typischen Restaurant • Flussreise mit Vollpension an Bord • Weingutbesuch mit Abendessen • *Inklusiv-Leistungen des Ausflugspakets • Mittelthurgau-Reiseleitung Nicht inbegriffen • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.–, bei Buchung über www.mittelthurgau.ch, Reduktion von Fr. 20.– pro Person • Persönliche Auslagen und Getränke • Trinkgelder • Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung (auf Anfrage) Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder gültigen Reisepass.

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Die neue Miguel Torga**** verfügt über klimatisierte Kabinen (alles Aussenkabinen) mit 2 unteren Betten, Dusche/WC, Föhn, TV, Safe, 2 kleineren Fenstern auf dem Hauptdeck und franz. Balkon auf Mittel- und Oberdeck. Elegant ausgestattet sind die Gesellschaftsräume wie der Salon mit Bar, Bibliothek und Restaurant. Eingangshalle mit Rezeption. Im grosszügigen Restaurant erwartet Sie jeden Morgen ein Frühstücksbuffet. Mittags und abends werden Sie von der Küchenbrigade mit mehrgängigen Menüs verwöhnt. Auf dem grossen Sonnendeck stehen Liegestühle zur Verfügung. Willkommen an Bord!


Das Beste seiner Klasse.

TEST SIEGER Bon à Savoir

Bon à Savoir Nr. 06/2018: sehr gut 5.9

5.30

I am men 2 in 1 After Shave Balm 100 ml

Bon à Savoir hat getestet und entschieden: Das schnell einziehende «2 in 1 After Shave Balm» von I am men ist mit einer Gesamtnote von 5.9 der beste Aftershave-Balsam auf dem Markt. Die extramilde Formel mit Aloe Vera und Süssholzwurzel-Extrakt pflegt die Haut optimal nach der Rasur und hilft so gegen Hautrötungen und Rasurbrand.


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  65

Cake Creations

Kuchenkunst im Quartett Frische Kombi Das Biskuit wie auch die Glasur des Orangen­ kuchens enthalten echte Ingwerstückchen. Eine Fusion, die Abwechslung auf den Kuchenteller bringt.

Kleine Freude Der Schokoladenkuchen mit Schokoglasur ist mit bunten Schokolinsen dekoriert. Die beigelegte Kerze macht aus dem Cake im Nu einen Geburtstags­ kuchen.

Fruchtiges Vergnügen Der glutenund laktosefreie Kuchen mit Himbeere und Joghurt ist besonders luftig. Für das i-Tüpfelchen sorgt die Beerenglasur.

Saftiger Kern Den unteren Teil aus feiner Kaffeemasse bedeckt ein luftiger Kokosschaum. Mit der beigelegten Pipette spritzt man dem Kuchen bei Bedarf frischen Kaffee ein.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für das CakeCreations-Sortiment

Bild und Styling: Christine Benz

bis 9. Juli

Die neue Trendlinie «Cake Creations» überrascht mit raffinierten Kuchenkompo­ sitionen und appetitlicher Auf­machung. Fruchtig oder exotisch, mit Schoko- oder Kaffeegeschmack: Es fällt nicht leicht, sich für eine der vier Neuheiten zu entscheiden. Kuchenfans können zudem bei zwei wei­ teren ­Linien zugreifen: bei «Grosis Cake» und «M-Classic-Cakes» – alle mit neuer, ­überarbeiteter Rezeptur. Die Kuchenrunde kann beginnen.

Chocolate and Sweets Cake, 210 g Fr. 4.95

Ginger and Orange Cake, 210 g* Fr. 4.95

Raspberry and Yoghurt Cake, 170 g* Fr. 4.95

* in grösseren Filialen

Cappuccino and Coconut Cake, 210 g Fr. 4.95


66  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT

Alnatura-Entdecker werden, mit Gratisprobierpaket

Alnatura

Goldschäumchen Das Alnatura-Sortiment der Migros bietet zahlreiche Alternativen zur klassischen Milch. Eine Golden Latte mit Kurkuma zum Beispiel lässt sich mit dem Hafer-, dem Cashew- oder dem Mandeldrink von Alnatura zubereiten. Und siehe da: Das perfekte Schäumchen gelingt auch mit Hafermilch und Co. Bild und Styling: Claudia Linsi

Variante 1

Mit dem Mandeldrink gelingt ein sehr schöner weisser Schaum, der ähnlich stabil ist wie Milchschaum. Geschmacklich ist eine leichte Marzipannote erkennbar.

Die Golden Latte lässt sich auch kalt zubereiten und geniessen.

Alnatura Mandel Drink, ungesüsst, 1 l Fr. 3.15

Rezept

Alnatura Golden Latte Zutaten für 2 Personen 1 gehäufter EL Kurkuma 0,75 dl Wasser 3 cm Ingwer 4 dl Milch oder Drink nach Wahl 1 TL Kokosöl 1 Prise gemahlener Pfeffer 1 Prise Zimt Ahornsirup, Dattelsirup oder Honig zum Süssen Zubereitung

1. Kurkuma und Wasser in eine kleine Pfanne geben. Ingwer fein dazureiben. Mischung auf­ kochen und unter gelegent­

lichem Rühren kochen, bis eine Paste entsteht. In ein Schälchen füllen und auskühlen lassen. 2. Milch aufkochen. Circa 1 gehäuften TL der Kurkuma­ paste darin auflösen, Kokosöl dazugeben. 3. Latte mit Zimt und Pfeffer würzen, süssen. Nach Belieben mit Milchschaum servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 7 g Eiweiss, 11 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 850 kJ/200 kcal

Auf www.alnatura.ch kann man eins von 1000 Probier­paketen gewinnen und Alnatura entdecken. Was machen Sie mit Ihrer liebsten Milchalternative? Posten Sie Ihr ­Rezept unter #alnaturaentdecker und teilen Sie Ihre Entdeckung mit anderen Alnatura-Entdeckern.


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  67

Variante 2

Der Cashewdrink lässt sich genauso gut aufschäumen wie der Mandeldrink. Im Geschmack ist er etwas nussiger.

Alnatura Cashew Drink, ungesüsst, 1 l* Fr. 3.30 Alnatura Kokos Drink, ungesüsst, 1 l* Fr. 3.30 Variante 3

Der Haferdrink weist eine leichte Süsse und eine Getreidenote auf. Er lässt sich gut aufschäumen, fällt aber schneller zusammen als der Mandel- und der Cashewdrink. Alnatura Hafer Drink Calcium, 1 l* Fr. 2.20

Alnatura Reis Drink Calcium, 1 l Fr. 2.15

Neu Alnatura Hafer Drink Cappuccino, 0,23 l** Fr. 1.95

Alnatura Soja Drink Vanille, 1 l* Fr. 1.90

Alnatura steht für zeitgemässen Biogenuss mit Sinn. Hochwertige Zutaten und nur die nötigsten ­Inhaltsstoffe ­stecken drin. Ein Teil von

* in grösseren Filialen erhältlich ** nur regional erhältlich

Neu Alnatura Reis Drink Matcha, 0,23 l** Fr. 1.95

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


68  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT Wassersport

Ein Tag am Wasser

Wenn Körper und Geist in der Sommerhitze erlahmen, sorgt ein Sprung ins kühle Nass für Erfrischung. Und die richtige Ausrüstung macht das Ferienfeeling perfekt.

Maritimer Look Nicht nur die Badehose soll eine gute Figur machen, sondern auch das Outfit auf dem Weg zum See und zurück. Das Fischmotiv auf dem Shirt könnte nicht besser passen.

Heidi.com T-Shirt* Fr. 24.90

Gut gerüstet paddeln Das Allround-Stand-up-Paddle-Set mit aufblas­barem Brett enthält das komplette Zubehör: Pumpe, Leash, Paddel – und eine praktische Tasche, die sich als Rucksack tragen lässt. Stand Up Paddling Board Makai von Weissberg Fr. 499.– Im SportXX​ sowie auf www.sportxx.ch

Für den ganz grossen Durst Der Beutel mit 700 Gramm InstantIce-Tea-Pulver liefert zehn bis zwölf Liter Erfrischung. Eine Flasche mit breitem Hals samt Trinkhalmen in die Badi ­mitnehmen, und der Trinkspass mit Freunden kann losgehen. Ice Tea Classic, 700 g Fr. 5.–

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MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  69

Mückensichere Zone Der Clip, der einfach und über­all angebracht werden kann, enthält eine Flüssigkeit, die kontinuierlich verdunstet und lästige Mücken auf Abstand hält – bis zu 15 Tage lang. Optimum Mückenstopp Clip, 2 Stück* Fr. 8.60

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Alles für

Fluss ahoi mit Sack und Pack Raus aus den Klamotten – rein ins kühle Nass, um sich den Flusslauf hinuntertreiben zu lassen. Gut, wenn man dann den wasserdichten Schwimmsack dabeihat. Kleider einpacken – das Abenteuer kann beginnen. Schwimmsack Fr. 24.90 Im SportXX sowie auf www.sportxx.ch

Das Wichtigste stets dabei Lange out, jetzt wieder in: das Bauchtäschchen. Zum Glück. Denn es ist praktisch, alle Habseligkeiten wie Handy, Geld, Schlüssel immer griffbereit zu haben. John Adams Bauchtasche* Fr. 17.80

Bräune ohne Sonnenbrand Der Sun-Look-Sport-Spray SF 50 ist wasserfest und eignet sich für alle Aktivitäten, egal ob in den Bergen oder im Wasser. Dank der leichten ­Textur lässt sich der Spray einfach auftragen, wobei er ein angenehmes Hautgefühl verleiht. Sun Look Sport Spray SF 50* Fr. 16.90


70  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel

Trotz maschineller Hilfe – ohne Handarbeit gehts beim Käsen nicht: Edwin Schärli füllt die Käseformen ab.

Aus der Region. Für die Region.

Der Käsemacher

In Tramelan BE stellt Edwin Schärli von der Fromagerie des Reussilles SA den Freiberger Bergkäse her – eine ganz besondere Köstlichkeit, die von der guten Milch der Juraweiden profitiert. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Nik Hunger, Veronika Studer


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  71

E

s geht hektisch zu. Die Milch ist dickgelegt und ruht, gleich wird sie in dem grossen Kupferkes­ sel geschnitten, sodass ein feiner Käsebruch entsteht. Meisterkäser ­Edwin Schärli und das Team der Käserei in Les Reussilles, Trame­ lan BE, sind hoch kon­zentriert. Das Abfüllen in die K ­ äseformen für den Freiberger Bergkäse er­ folgt zwar automatisch über eine Maschine, aber ohne menschli­ ches Zutun geht es nicht. «Auch wenn uns Maschinen unterstützen – Käsen ist immer noch ein Handwerk. Sobald die Formen voll sind, müssen wir die perforierten Formendeckel auf­ legen», sagt Edwin Schärli. Dann wird gepresst. Die hydrau­lische Presse beschwert die Formen mit

einem Gewicht von rund 40 Kilo­ gramm pro Käselaib, sodass der Käse seine Form erhält und die Molke abtropfen kann. Danach haben es die Käser nicht mehr ganz so eilig: Der beliebte Rohmilchkäse reift während mindestens sechs Monaten, bis er in den Verkauf kommt. Das Pflegen der Laibe im Keller funktioniert beim Freiberger ­Bergkäse halb­automatisch. «Der kleine Käse muss zwar noch von Hand aus dem R ­ egal genommen werden», sagt der Käser und Migros-­Genossen­schafter. «Die Maschine schmiert ihn dann aber selbständig ein.» Keine zehn ­Sekunden b ­ enötigt die Maschine. Die grös­seren Käse­laibe der Gruyère AOP ­werden sogar auto­ matisch aus den Regalen gehoben und wieder an die gleiche Stelle zurück­gelegt. Die Maschine ist eine grosse Entlastung bei dieser an­ strengenden Arbeit – ein grosser Laib Gruyère wiegt immerhin rund 35 Kilogramm.

Tipps vom Produzenten

Für vollmundigen Geschmack Käse ist punkto Lagerung recht anspruchslos und lässt sich gut im Kühlschrank aufbewahren. Der Käser hat dafür einige Tipps: Tipp 1 Käse nicht in Frischhaltefolie wickeln. Unter einer Käseglocke oder in beschichtetem Käse­ papier aubewahrt, behält der Käse seine Feuchtigkeit und trocknet nicht aus. Tipp 2 Käse eine halbe Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühl­ schrank nehmen. So haben die Aromen Zeit, sich zu entfalten.

Gute Milch und viel Zeit

Verkäuferin Viviane Kämpf und Edwin Schärli bei der Verkostung

Edwin Schärli und Mohamed Ben Mma beim Pflegen des Käses

Die Milch für den Rohmilchkäse, der in der Migros-Region Basel das Label «Aus der Region. Für die Region.» trägt, kommt aus dem Jura. Die Bezeichnung Berg­ käse bedingt, dass die Milch aus Berggebieten oder alpwirt­ schaftlich genutzten Sömmerungs­ gebieten stammt. «Das Futter für die Kühe muss zu mindestens 70 Prozent ebenfalls aus dem ­eigenen Betrieb stammen. So ent­ steht der ‹Jurageschmack›», sagt der Käser. 60 Liter Milch sind für ­einen Laib Freiberger Bergkäse notwendig. Erfordert dabei die Rohmilch besondere Sorgfalt? «Die Milch braucht immer Sorg­ falt. Aber gerade die Rohmilch enthält noch n ­ atürliche Bakte­ rien, die helfen, den pH-Wert ab­ zusenken und so un­erwünschte Bakterien unterdrücken», erklärt ­Edwin Schärli. Und natürlich ­entwickelt der Rohmilchkäse ­einen beson­deren Geschmack, nicht zuletzt dank der guten Berg­ luft in der ­Käserei. MM

Tipp 3 Käseschnitten gelingen mit dem Bergkäse besonders gut. Statt Brotscheiben können auch halbierte Baguettestücke ­verwendet werden. Mit Feigen­ chutney oder frischen Feigen erhält die Käseschnitte eine ­besondere, fruchtige Note.

Freiberger Bergkäse «Aus der Region. Für die Region.», per 100 g Fr. 2.55

Die Migros gehört den Leuten. Deshalb fördert sie die regionale Landwirtschaft wie kein anderer und verkauft schweizweit rund 9000 regionale Produkte von über 10 000 regionalen Produzenten.


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Alle Produkte erhältlich an Ihrer Bedienungs-Theke Migros Arlesheim, Migros Burgfelder, Migros Breitenbach, Migros Bubendorf, Migros Claramarkt, Migros Drachencenter, Migros Muttenz, Migros Oberwil, Migros Riehen, Migros Paradies, Migros Schönthal und MParc Dreispitz Basel.

Genossenschaft Migros Basel ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 3.7. BIS 9.7.2018, SOLANGE VORRAT

Ein M sommerlicher.


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  73

Theater

«Der Prozess»

5 Franken Rabatt auf normale, bereits reduzierte und Kombi-Tickets Erhältlich vom 2. bis 31. Juli an der Kasse der Barfüsser­kirche  *

Sakrale Kunstwerke des Christentums, ausgestellt im Chor der Barfüsserkirche. Museum

Auf den Spuren von Jesus Christus In der neuen Dauerausstellung «Glaubenswelten des Mittelalters» präsentiert das Historische Museum Basel sakrale mittelalterliche Bildwerke – und nimmt die Besucher mit auf eine kulturelle Zeitreise durch das Christentum. Besitzer der Cumulus-Karte profitieren von einem vergünstigten Eintritt. Text: Moritz Weisskopf

O

bwohl immer mehr ­Menschen aus der Kirche austreten, ist ­unser ­Jahresverlauf durch kirch­liche Feiertage strukturiert. Das Wissen über die Geschichten ­da­hinter geht jedoch immer mehr ­verloren. Um dem entgegenzuwirken, zeigt das Historische Museum Basel in der Barfüsserkirche seine Ausstellung «Glaubenswelten des Mittelalters». Die Präsentation ­mittelalterlicher Kunst bietet faszinierende Einblicke in die Allgegenwart des christlichen Glaubens. ­Dabei berichten Bildwerke aus der Region von Glaubenswelten, in ­denen die Kirche das Leben dominierte. Motive der mittelalterlichen

Kunst wie der Kruzifixus und das Marienbild werden thematisiert und zeigen Liebe, Leid und ­Hoffnung, aber auch Glanz und Elend ­einer vergangenen Zeit. Komplexe Inhalte einfach erklärt

In der Ausstellung erhalten die ­Besucher Informationen zum christlichen Glauben jenseits eines religiösen Kults. In einfacher und unterhaltsamer Form werden die komplexen Inhalte erklärt: vom Ursprung im Judentum – wie aus dem Wanderprediger ­Christus ein Religionsstifter wurde und wer ­Maria war – zu den Gründen, wieso es für jede Lebenslage ­einen Heiligen gibt und was Taufe und

letzter Segen bedeuten. Doch auch für Religionskenner und Liebhaber mittelalterlicher Kunst ist die Ausstellung einen Besuch wert, hält sie doch einige bedeutende Werke der sakralen Kunst bereit: etwa Holzskulpturen von Heiligen, prächtige Altartafeln wie der Marienaltar aus Santa Maria in Calanca von 1512 (der zweitgrösste erhaltene Wandelaltar der Schweiz) oder das Fragment eines jüdischen Grabsteins aus dem 13. Jahrhundert, das daran erinnert, dass im mittelalterlichen Basel nicht nur Christen lebten. MM Weitere Infos: www.barfuesserkirche.ch * gegen Vorweisen der Cumulus-Karte; eine Karte gilt für die ganze Familie.

Ein spektakulärer Gerichtsfall hält die Region Basel in Atem. Am Strafgericht wird die Urmutter aller Ge­ setzesverstösse ver­ handelt: der Sünden­ fall. Das promi­nente Klägerpaar: Adam und Eva. Auf der ­Anklagebank sitzt die ­Schlange, der Anstif­ tung zum Verbrechen an der gesamten Menschheit vor­ geworfen wird. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies. Die ­Zuschauer sind die Geschworenen, ­ die über Schuld und Unschuld urteilen sollen. Doch bevor ein Urteil gefällt ­werden kann, müssen ­genug Indizien gesam­ melt werden, und ­diese finden sich ver­ teilt in der Stadt.

Mit dem Theaterstück «Der Prozess» kommt es vom 8. August bis 9. September zum grossen Finale der «Elysium»-Reihe in der «Theaterfalle»: ­Dabei laufen im Rah­ men einer mobilen Produktion im öffent­ lichen Raum die Ge­ schichten aller Episo­ den zusammen. Das Stück beginnt beim Strafgericht Basel-­ Stadt und endet beim Kraftwerk Birsfelden. Weitere Infos: www.theaterfalle.ch


74  MM27, 2.7.2018 | MIGROS-WELT

Gemüse

Schmids Sprossen spriessen Vor 20 Jahren fing Heinz Schmid an, Sprossen zu züchten. Die Migros Basel war sein erster Abnehmer und ist auch heute noch ein treuer Partner. Text und Bilder: Moritz Weisskopf

I

m luzernischen Gelfingen, am Fuss des Lindenbergs mit Blick auf den Baldeggersee, steht der ­Biohof von Heinz Schmid. Hier betreibt er eine Mutterkuhhaltung, produziert Heidelbeeren – und bestellt eine Halle ­voller Sprossen. «Angefangen hat ­alles vor 20 Jahren», erinnert sich Schmid. «Ich las in der ‹Bauernzeitung› einen Artikel über Sprossen, kurz darauf besuchte ich mit meinem B ­ ruder die Luga Messe, wo wir eine Sprossenmaschine ausge­ stellt sahen. Da haben wir uns gesagt: Das können wir auch selber bauen.» Gesagt, getan. Wenig später schweissten die Brüder in einer ­kleinen Garage die erste Sprossen­ maschine – eine runde, wendbare Tonne mit Luftlöchern – zusammen. Gewaschen wurden die Sprossen ­damals noch in der Küche, zwischen­ gelagert im Kühlschrank. Anfangs war sich Schmid nicht sicher, ob da­ mit überhaupt Geld zu verdienen ist. «Doch weil wir zuvor die Schweine­ mast aufgegeben hatten, verfügten wir über freie Kapazitäten auf dem Hof. Diese haben wir genutzt, um ver­ schiedene Sachen auszuprobieren.» Aus der Garage wird eine Sprossenhalle

Die Idee mit den Sprossen zahlte sich aus, als kurz darauf die Migros Basel als erste Migros-Genossenschaft ihr Interesse an den Sprossen bekundete. Schnell war klar: Das kleine Zimmer reicht nicht mehr. Also bauten die Brüder die Garage aus und verwan­ delten sie in eine Sprossenzucht. Als Partner der ersten Stunde stat­ tet Marc Frei, Fachleiter Agrar bei der

Migros Basel, dem Biobetrieb regel­ mässig einen Besuch ab. Seit wenigen Jahren ist die Sprossenzucht in der Halle beheimatet, in der früher noch die Schweinemast war. Doch das ­Innenleben erinnert eher an ein ­Labor. Desinfektionsschleuse, weisse Wände, mattgelber Industrieboden und Gerätschaft aus glänzendem Chromstahl. Hygiene wird bei Heinz Schmid grossgeschrieben. In fünf ­Räumen keimen Sprossengemüse in Keimbe­hältern. Dies geschieht ohne Zusatzstoffe, nur mit Feuchtigkeit, Wärme und Licht, perfekt abgestimmt auf die ­jeweiligen Bedürfnisse. «Trotz ­aller Technik ist es noch ­immer ein ­Naturprodukt», sagt Schmid. Neun verschiedene Sprossen­ sorten züchtet Schmid. Die am ­weitesten verbreitete ist die Mungo­sprosse, früher auch Sojasprosse genannt. Ihre Sprossen zieren so manchen S ­ alat und werden auch in vielen asiatischen Gerichten verwen­ det. Doch auch die anderen haben ihre Eigenschaften. So bestechen Kircher­erbsen- und Linsensprossen durch ihre Knackigkeit, während ­Radieschen- und Rettichsprossen scharf, Rucolasprossen nussig und Kresse- und Zwiebelsprossen würzig sind. Letztere sind auch etwas fürs Auge. «Bei den Zwiebelsprossen blei­ ben die aufgebrochenen schwarzen ­Samen hängen und verleihen so dem Grün ein bisschen Kontrast.» Heinz Schmid ist froh, auf Spros­ sen gesetzt zu haben. Die Nachfrage nahm stetig zu – bis zum 5. Juni 2011. Der Luzerner erinnert sich noch ganz genau an den Tag, nicht nur, weil

dann sein Hochzeitstag ist. «Sprossen sind die Ursache der Ehec-Seuche», hiess es am Vorabend in den Nach­ richten. Am 5. Juni kam dann die Schlagzeile in einer Gratiszeitschrift. «Die Meldung hat bei uns wie eine Bombe eingeschlagen», erinnert sich Schmid. «Der Verkauf von Sprossen brach um über 30 Prozent ein.» Wieder voll im Trend

Sofort eilte Schmid mit einer Ladung Sprossen in ein Labor nach Zürich, um sie untersuchen zu lassen. Unter­ wegs kamen die ersten Anfragen von Lokalradios, abends stand das Fern­ sehen vor der Tür. «Die Laborunter­ suchung hat aber gezeigt, dass die Sprossen in der Schweiz nicht davon betroffen sind», so Schmid. Zwar war er erleichtert, doch der Ruf der Spros­ sen war bereits nachhaltig geschädigt. Es dauerte rund zwei Jahre, bis sich die Situation wieder erholt hatte. Inzwischen sind Sprossen aber gefragter denn je. «Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich die Leute ­vermehrt gesund ernähren wollen», vermutet Schmid. «Denn Sprossen haben eine einzigartige Dichte an ­Inhaltsstoffen, vor allem Vitamine.» ­Zudem sind sie vielseitig verwend­bar. So kann man sie roh als Snack ­essen oder Salaten, Saucen, Smoothies und Sandwiches beigeben. «Am besten schmecken sie auf ­einem Brot mit Frischkäse, da kommt der Eigengeschmack der Sprossen ideal zur Geltung», weiss Marc Frei – als Sprossenkenner, aber auch als langjähriger Partner von Schmids Biohof. MM


MIGROS-WELT | MM27, 2.7.2018  75

Gourmessa

Zmorge für jeden Geschmack

Aktion 25%

1

auf alle Sprossen vom 3. bis 9. Juli

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4

1 Heinz Schmid (r.) und Marc Frei verbindet eine 20-jährige Partnerschaft. 2 Mungosprossen wachsen als Einzige ihrer Art im Dunkeln. 3 Zwiebelsamen sehen aus wie Kaviar. Doch ­wenige Tage später … 4 … werden daraus feingliedrige Sprossen. 5 Die erste Sprossen­ maschine hat Heinz Schmid selber ­geschweisst, die neuen wurden nach ­seinen ­Plänen gebaut.

5

Gemütlich und ­un­kompliziert – so soll das Zmorge ­heute sein. Daher kommt Frühstücken ­ausser Haus ­immer mehr in Mode. D ­ iesem Trend entsprechend hat die Migros Basel seit diesem Sommer auch ihr Frühstücks­angebot erweitert. Neben dem klassischen Frühstück, das Heissgetränk, Klein­ brot, Butter und Konfi­ türe umfasst, gibt es in allen Gourmessas und Take-aways der ­Migros Basel neu zwei weitere Angebote. So gibt es jetzt auch eine süsse Variante, bei der ein Warm­ getränk mit Backwaren wie Muffins oder Wähen kombiniert ­werden kann. Und die Frühstücksbox: Sie ist praktisch für alle, die ihr Frühstück gern ­unterwegs essen, und beinhaltet neben dem Warmgetränk wahl­weise Mini Pan­ cakes mit Ahornsirup, Mini B ­ erliner oder Mini ­Churros mit Schoko­ laden-Nougatfüllung.


Knackigi Chirsi us em Baselbiet von Thomas Schaffner aus Maisprach (BL)

GESUNDE, AUSGEREIFTE FRÜCHTE MIT VIEL SONNENKRAFT Die Wettergötter haben dieses Jahr die Baselbieter Chirsi besonders verwöhnt. Zur Blütezeit im Frühling war es schön und trocken. Im Mai kam eine Regenperiode – genau zum richtigen Zeitpunkt, um das Wachstum der Kirschen zu begünstigen. Während der Reifezeit lachte dann erneut die Sonne tagelang vom Baselbieter Himmel.

Der beliebte Sommersnack: Kirschen enthalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Vom letztjährigen Frost haben sich die Kirschbäume längst erholt. Dieses Jahr hat die ideale Witterung qualitativ sehr gute, gesunde und ausgereifte Früchte hervorgebracht. «Die Kraft der Baselbieter Sonne hat sich in den Chirsi eingelagert», sagt Landwirt Thomas Schaffner aus Maisprach (BL). Bis weit in den Juli hinein sind die prallen, unwiderstehlichen Früchte in den Filialen der Migros Basel erhältlich.


Vorboten für ein besonderes Obst: Mit der Kirschblüte im Baselbiet erwacht jeweils die Lust auf die knackigen Früchte.

6.20

Kirschen, «Aus der Region.» Schale, 500 g

Je nach Wetter dauert es ungefähr 8 bis 10 Wochen, bis die kleinen Früchtchen, die «Schorniggel», zu feinen Chirsi reifen.

7.80 Hinter der Ernte steckt viel Handarbeit: Für ein Kilogramm Kirschen lesen die Bauern rund 100 Früchte ab.

Kirschen, «Aus der Region.» Körbli, 1 kg

8.25

Kirschen, «Aus der Region.» Körbli, 1.5 kg

Landwirt Thomas Schaffner übergibt ein Körbchen Kirschen an Daniel Dexheimer, Filialleiter Migros Oberwil.

Genossenschaft Migros Basel / www.migrosbasel.ch ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 3.7. BIS 9.7.2018, SOLANGE VORRAT

Ein M regionaler.


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Leben MM27

Umfrage

Verfolgen Sie die Fussball-WM? Ja, so viele Spiele wie möglich.

69%

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei B ­ uben, ­einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Als mein Mann und ich zusammenzogen, träumten wir von einer asiatisch eingerichteten Wohnung. Statt schlichten Tatamimatten und Futons hievten wir dann doch unsere alten Möbel in unser neues Zuhause. Der Traum der luftigen Räume war ganz ausgeträumt, als der Grosse (7) auf die Welt kam. Schon bald verstellten Stubenwagen, Kinderbett und Wickeltisch die Wohnung. Mit jedem Geburtstag und jeder Weihnacht kam mehr dazu. Auch nach der Geburt des Kleinen (2) verpassten wir es, beim Umzug in eine andere Wohnung Ballast abzuwerfen. Mittlerweile ist das Wohnzimmer zu einer eigentlichen Turnhalle verkommen. Hier toben sich unsere und andere Buben am Töggelikasten, beim Tischhockey oder mit den Minihockey-Torsets aus. Immer wieder flackert aber der alte Traum auf. Und er wird dringlicher. Und jetzt? 1   Die Hälfte der Woche kommt das Turnhallenzubehör in den Keller. 2   Alle Spielsachen werden in die Kinderzimmer gequetscht, und dabei bleiben wir.

14% Nur, weil alle anderen auch schauen.

9% Als Patriot schaue ich nur die Spiele meiner Nation.

7% Nein, ich bin ein Fussballmuffel.

1% 467 Abstimmende

3   Wir kaufen uns einen Futton für unser Schlafzimmer und träumen dort weiter. Eine Umfrage von

Antwort 1: Es ist Zeit für drastische Schritte. Mindestens die Hälfte der Woche soll der Wohnraum so asiatisch wie möglich sein. Und von da aus erobern wir uns weitere Räume zurück.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Die Rückeroberung

Als Fussballästhet nur die Spiele der grossen Nationen.


80  MM27, 2.7.2018 | LEBEN Lefkada

Die Perle im Ionischen Meer

Im Hochsommer ist die griechische Insel Lefkada mehr Hotspot als Geheimtipp. Doch ab Ende August hat man Strände, Tavernen und Shops fast für sich allein. Text: Inge Jucker  Bilder: Heinz Jucker

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echter Hand beeindruckt die mächtige Burganlage Agia Mavra – und geradeaus staut sich der Verkehr. Ein Schiff schiebt sich durch den schmalen Kanal, der die Insel Lefkada vom Festland trennt. Jede Stunde wird die schwimmende Brücke für kurze Zeit zur Seite geschoben, damit die grös­ seren Schiffe passieren können. Die

kleinen haben genügend Platz und fahren unter der Brücke durch. Auf einem Damm fahren wir wei­ ter und landen mitten im Trubel des Inselhauptortes Lefkada-Stadt. Für die erste Nacht haben wir das kleine Stadthotel Boschetto gebucht. Am Eingang zur Altstadt und nahe an der Lagune gelegen, ist es der ideale Aus­ gangspunkt, um die Stadt und ihre

Umgebung zu erkunden. Besonders das erhöht am Stadtrand gelegene Kloster Panagia Faneromeni begeistert, mit seinem Innern und seiner Aussicht. Doch zunächst stürzen wir uns ins Sonnenuntergangsgeschehen und spazieren die Promenade entlang. Sie ist tagsüber für den Verkehr offen, abends aber den Fussgängern vorbe­


LEBEN | MM27, 2.7.2018  81

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1 Die Promenade in Lefkda-Stadt 2 Diese Mühle in Kavallos ist heute eine Ferienwohnung. 3 Hübsch und gemütlich: Taverne in Lefkada-Stadt 4 Flamingos überwintern in den Lagunen. 5 Typische alte Architektur in Vasiliki 6 Die Kirche Panagia Ton Xenon, Lefkada-­ Stadt 7 Die hellen Abbrüche sind die Namens­ geber: Lefkada heisst «die Weisse»

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Egremni Beach, der schönste Strand Lefkadas, ist nur mit dem Boot erreichbar.


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halten. Jede Menge Restaurants, Bars und Boutiquen sind hier angesiedelt. Der Tipp unseres Hotelbesitzers aber führt uns zum Abendessen Richtung Jachthafen. In einem kleinen Park befinden sich die Aussensitzplätze der Kyma Taverna. Es ist angenehm ruhig hier, und der Fisch schmeckt vorzüglich. Von den Venezianern geplant

In Lefkada-Stadt zählen vor allem die Kirchen zu den Sehenswürdigkeiten. Viele sind in Privatbesitz und tragen die Handschrift ihrer venezianischen Architekten. Eine Besonderheit ist die ionische Ikonenmalerei, die in jeder Kirche eine üppige Zierde darstellt. Auf dem Streifzug durch die Altstadt ent­ decken wir aber auch ein Gram­

Ausssichtspunkt oberhalb von Nydri, mit Blick auf Inseln wie z. B. Skorpios

mofonmuseum, viele kleine Läden und Tavernen. Die Atmosphäre ist mediterran, gemütlich und typisch griechisch. Die Männer treffen sich im Kafenio auf einen langen Schwatz, und

in der Taverne nebenan sitzen Touristen auf wackeligen Holzstühlen und geniessen ein Zaziki. Nur die weiss-blaue Idylle, wie sie von anderen griechischen Inseln bekannt ist, findet

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man hier nicht. Zu sehr ist Lefkada von Italien, besonders von Venedig, beeinflusst worden. Die Hauptstadt war nicht immer an ihrem heutigen Ort. Vor 1684 befand sie sich innerhalb der Mauern der mittelalterlichen Burg Agia Mavra (siehe Seite 85). Als die Venezianer beschlossen, die Stadt an den heutigen Standort umzusiedeln, planten sie wie im mittelalterlichen Städtebau üblich: Die Altstadt bekam eine zentrale Achse, von der die Gassen in Nord- und Südrichtung abzweigten. Dies begünstigte die Durchlüftung der Stadt. Im Mittelalter ein nicht unerheblicher olfaktorischer Vorteil. Der perfekte Ort zum Leben

In der Nähe des Hafens treffen wir Daniela Gabriel Leventopou-


84  MM27, 2.7.2018 | LEBEN 5 Km

Tipps

Agios Nikitas Milos Beach Kathisma Beach

Beste Reisezeit In Lefkada kann es im Hochsommer sehr heiss werden, dann ist es auch oft überlaufen. Deshalb besser zwischen Ende August und Mitte Oktober reisen – auch wenn das Meer dann etwas weniger warm ist.

Lefkada

Kavallos Exanthia

Das Wichtigste in Kürze Anreise Per Charterflug ab BernBelp sowie Altenrhein, buchbar bei einem Spezialisten wie Belpmoos Reisen

Agia Mavra

Kloster Faneromeni

Nydri

L E FK A DA Egremni Beach

Vasiliki

Porto Katsiki

Mobil vor Ort Es gibt Busse, doch zum Erkunden der Insel ist ein Mietauto oder -roller praktischer. Empfehlung: Daniela Gabriel Leventopoulos, Ionian Car Rental. Tipp: Kleinwagen mieten! Die Strassen sind nicht für SUVs und Vans gebaut. Orientierung Besorgen Sie sich eine gute Karte von Lefkada. Wegweiser sind man­ cherorts kaum zu finden und oft auch schlecht platziert. Ausflugstipp

Der schönste Strand von Lefkada Unbedingt das Schiff «Ionian Princess» ab Vasiliki wählen! Von dort aus ist man schneller am Egremni Beach als die Schiffe, die in Nydri starten. Letztere bleiben nur kurz dort, sodass die ca. 100 Princess-Passagiere den kleinen Strand bald wieder für sich haben. Abfahrt: Seven Islands Cruises, Nydri, www.lefkascruises.com

Gehört nachmittags den Kitern: Der Milos-Strand nahe der Hauptstadt

los. Sie stammt aus Horw LU und lebt schon seit 27 Jahren auf Lefkada, wo sie eine Autovermietung betreibt. Die 50-Jährige kann sich nicht mehr vorstellen, in die Schweiz zurückzukehren. «Zu überlaufen!», findet sie, räumt dann aber ein, dass Lefkada neuerdings im Juli und August auch etwas «voll» sei: Die Insel hat 23 000 Einwohner, im ver­ gangenen August hätten sich 200 000 Leute hier auf­gehalten, «dann sollte man lieber weg sein», meint Daniela seufzend. Ansonsten sei es der perfekte Ort zum Leben. Und: Fast jeder Einheimische verfügt über ein paar Zimmer, die er vermieten kann. Auch Daniela. Es war ihr Beruf als Reise­ leiterin, der sie 1991 auf die Insel führte, aber es war die

Liebe, die sie zum Bleiben bewegte. Schon im ersten Sommer auf der Insel lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen. Die Schweizerin vermisst nichts

Weitere drei Sommer verbringt Daniela auf Lefkada, bis sie beschliesst, zu heiraten und für immer zu bleiben. Sie bekommt zwei Söhne und eine Tochter, mit denen sie Schweizerdeutsch spricht, aber – zumindest von den Söhnen – nur griechische Antworten bekommt. Dank ihres Sprach­ talents lernt sie schnell Griechisch und arbeitet mit ihrem Mann im Fami­lienbetrieb. Auf die Frage, was ihr in Griechenland fehlt, denkt sie lange nach. «Früher habe ich vieles vermisst. Ich dachte, in der

Schweiz sei alles besser. Aber heute fehlt mir nichts mehr. Nur manchmal vielleicht die soziale Sicherheit.» Dabei sei die wirtschaftliche Lage früher schlimmer gewesen als heute. Doch man sei mit weniger zufrieden gewesen. Sagts und packt den Familienhund kurzerhand aufs Trittbrett ihres Rollers: «Kommt, wir fahren zum Strand!» Am Milos-Strand bei Lef­ kada-­Stadt ist nachmittags viel los. Kaum frischt der Wind auf, was er pünktlich macht, sind die Kite- und Windsurfer auch schon auf ihren Brettern. Es herrscht ein kunterbuntes Durcheinander am blauen Himmel – und die Bretter schneiden in höl­­li­schem Tempo die Wellen. Hier zu schwimmen ist nicht empfehlenswert.


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LEBEN | MM27, 2.7.2018  85

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Die besten Adressen auf Lefkada: www.migmag.ch/ lefkada

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1 Die Burg Agia Mavra am Eingang zur Insel bei der schwimmenden Brücke 2 Die Luzernerin Daniela Gabriel Leventopoulos am Milos-Strand 2

Thessaloniki

Lefkada

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Korfu Die üppig grüne Insel Korfu beeindruckt mit einer grossen landschaftlichen Vielfalt: Pinienwälder und eindrucksvolle Berglandschaften wechseln sich mit traumhaften Badebuchten ab und malerische Dörfer bieten einen herrlichen Kontrast zum venezianischen Baustil der Hauptstadt Kerkira. Auf dem grossen Platz der Hauptstadt herrscht tagsüber reges Treiben, doch in den Dörfern im gebirgigen Inselinnern geniessen Sie eine fantastische Ruhe.

Unsere Empfehlung Athen

50 Km

Es gibt stillere Gewässer, die sich besser eignen. Ostküste: ideal für Familien

Auf der Ostseite der Insel ist das Wasser ruhiger, ein flacher Strand reiht sich an den anderen. Hier sind die grossen Resorts angesiedelt, die bei Familien mit Kindern beliebt sind. Wir sind hingegen auf der anderen Insel­seite in eine gemütliche Ferienwohnung hoch über Agios Nikitas umgezogen. Wer es wild­romantisch mag, darf sich die Strände auf der West­seite nicht entgehen lassen. Die meisten werden nur von Tagesausflüglern besucht. Einer der schönsten ist seit dem letzten Erdbeben nur noch per Schiff erreichbar: Egremni Beach. Immerhin bieten Ausflugsboote Touren an, die auch

Porto Katsiki ansteuern, ebenfalls ein be­liebter Strand. Gut zu wissen: Die Wassertemperatur ist bis Oktober angenehm warm. Tagsüber kann es an der Sonne sogar noch richtig heiss werden, nur abends ist ein Jäckchen von Vorteil, etwa beim Abendessen auf einer luftigen Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang. Die schönsten Restaurants dafür haben wir auf der Westseite der Insel entdeckt: erhöht in den Bergen – beispielsweise in Exanthia, wo auch die Gleitschirmflieger starten – oder direkt am Strand. Hier bieten sich Kathisma Beach, Porto Katsiki und die Strände westlich von Lefkada-Stadt an. Es lohnt sich aber auch, das abwechslungsreiche Inselinnere zu

erkunden. Der höchste Berg ist 1158 Meter hoch. Obwohl einst Schweizer die ersten Wandervögel per Charterflug auf die Insel brachten, gibt es heute nur noch wenige Wanderwege. Wir haben einmal den Versuch nahe einer Schlucht unternommen, sind aber an der fehlenden Beschilderung gescheitert. Überhaupt: Wegweiser sind Mangelware! Einige der hübschen Klöster haben wir nach langem Suchen gefunden, andere gar nicht. Da hilft auch ein Navigationsgerät nicht. Immerhin kommt man so zu einer Portion Abenteuer, und vielleicht entdeckt man etwas, das viel schöner ist als das ursprünglich Gesuchte. MM Die Reise wurde unterstützt von Belpmoos Reisen AG und Hotel Boschetto/Mira Resort.

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Anita Fetz SP-Ständerätin Basel-Stadt

Regula Rytz Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Partei Schweiz

Kathrin Bertschy Nationalrätin Grünliberale Bern

Toni Brunner SVP-Nationalrat St. Gallen und Bergbauer

Jacques Chavaz Präsident IG Agrarstandort Schweiz

Freier Handel, fairer Handel? 10. Konsumententagung, Mittwoch, 5. September 2018, ab 14 Uhr Gurten Pavillon, Bern Der Bundesrat will mit vier südamerikanischen Ländern ein umfassendes Handelsabkommen abschliessen. Er verspricht sich davon neue Exportchancen und tiefere Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten. Die Grüne Partei hingegen fordert mit ihrer Fair-Food-Initiative, welche am 23. September 2018 vor das Volk kommt, noch höhere Barrieren für Lebensmittelimporte. Die Frage ist: Schaden offene Märkte der Agrarwirtschaft, der Umwelt und dem Tierwohl?

Information/Anmeldung Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Wirtschaftspolitik Limmatstrasse 152, 8031 Zürich Tel. 044 277 30 87 MIGROS-Wirtschaftspolitik@mgb.ch

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LEBEN | MM27, 2.7.2018  87

Gesundheit

Infektionskrankheiten machen keine Ferien Sie verreisen ins Ausland? Schön für Sie! Doch Vorsicht ist geboten, denn viele Krankheiten können durch Tiere, Nahrung oder Menschen übertragen werden. Mit überlegtem Handeln lässt sich vieles vermeiden. Text: Jean-Philippe Roncin

D

ie Liste der Krankheiten, die man sich auf Reisen einfangen kann, ist lang, vor allem in tropischen Ländern. Es gibt vier Hauptüber­ tragungswege: Tiere, Menschen, Wasser und Lebensmittel. Übertragung ... durch Tiere

Wussten Sie, dass die Stechmücke das tödlichste Tier der Erde ist? Tatsächlich ist sie Überträgerin zahlreicher Krankheiten wie Zika, C ­ hikungunya, Denguefieber, ­Japanische Enzephalitis, hämor­ rhagisches Fieber, Gelbfieber und Malaria (Sumpffieber). Die wichtigste Vorsichtsmass­ nahme ist der Schutz vor Stichen: lange und weite Kleidung tragen, regelmässig ­Insektenschutzmittel auftragen sowie unter Moskito­ netzen schlafen. Aber Stechmücken sind nicht die einzigen Tiere, die Krankheiten übertragen können. Die lebens­ bedrohliche Tollwut wird über den

Bild Getty Images

Die Gelbfieber-­ mücke sticht ihren Rüssel in die Haut eines Menschen und saugt von ­seinem Blut.

Speichel e­ ines infizierten Tiers (Hund, ­Katze, Fuchs) übertragen, infolge eines Bisses, einer Schram­ me oder einer offenen Wunde. ... durch den Menschen Es gibt mehr als 20 sexuell über­

tragbare Infektionskrank­heiten. Die häufigsten sind Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, HPV, HIV, ­Herpes und das Zika-Virus. Die Ansteckung kann bereits durch einmaligen Geschlechts­ verkehr (anal, vaginal oder oral) und in jeder Region der Erde ­er­folgen. Daher ist geschützter ­Geschlechtsverkehr auch in den ­Ferien unerlässlich. Denken Sie daran, Kondome für Männer oder Frauen in guter Qualität und ausreichender Menge mitzunehmen und diese konsequent zu ­verwenden – auch bei Oralverkehr.

... durch Wasser und Lebensmittel

Kontaminiertes Wasser und auch Nahrungsmittel können zahlreiche

Krankheiten verursachen, zum Bei­ spiel Typhus, Hepatitis A, Cholera, Kinderlähmung oder auch Reise­ durchfall (Diarrhö), von dem fast jeder zweite Reisende betroffen ist. Um sich vor diesen Krankheiten zu schützen, gilt es, die einfachen Regeln der Lebensmittelhygiene zu befolgen: •  Essen Sie keine rohen Lebens­ mittel, schälen, waschen und ­kochen Sie Früchte und Gemüse. •  Trinken Sie abgefülltes, abge­ kochtes oder gefiltertes Wasser beziehungsweise Wasser, das mit einem entsprechenden ­chemischen Produkt desinfiziert wurde. • Verzichten Sie auf Eiswürfel. •  Waschen Sie sich die Hände vor dem Essen oder dem Zubereiten von Speisen. ... durch Badegewässer und Wassertiere

Die Fauna und Flora sowohl im Meer als auch in Süssgewässern bergen Gefahren (giftige Fische, Korallen, Seeigel, Quallen ...). In warmen oder stehenden Gewäs­ sern besteht ebenfalls ein erhöhtes ­Risiko einer Infektion mit Para­ siten oder Viren. Vermeiden Sie das Schlucken von Wasser beim ­Baden und waschen Sie sich hinter­ her gründlich mit Seife. Beugen Sie vor

Gegen einige dieser Krankheiten gibt es wirksame Impfstoffe. Vor der Reise sollte daher ein Arzt ­konsultiert werden, der passende ­Medikamente verschreiben oder eine Impfung vornehmen kann. Packen Sie eine Reiseapotheke mit einer Basisausrüstung ein: ­Mittel gegen Durchfallerkrankun­ gen, orale Dehydratationslösung, Paracetamol, Desinfektionsspray, Fieberthermometer. MM

Tipps

Alarmsignale Sollten Sie trotz a ­ ller Vorsichtsmassnahmen unter Fieber, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen, ge­ schwol­lenen Lymph­ knoten oder einer sonstigen Verschlech­ terung ­Ihres Allgemein­ zustandes leiden, ­gehen Sie unverzüglich zum Arzt. Bedenken Sie auch, dass bestimmte ­Infektionen mehrere Monate oder sogar Jahre unbemerkt ­bleiben können. Ver­ gessen Sie nicht, den Arzt über Ihre Reisen zu informieren.

Jean-Philippe Roncin, praktizie­ render Hausarzt, Medbase Gesund­ heitszentrum Cornavin In Zusammenarbeit mit

iMpuls-Lesetipp

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LEBEN | MM27, 2.7.2018  89

Stadt, Land, Stutz

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Der Fluss der Dinge

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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Wir liegen in der Sonne. Vor uns die Limmat, im Hinterkopf die Arbeit. Am Nachmittag muss vieles erledigt werden. Wie schön es jetzt wäre, einfach liegen zu bleiben. Die Bäuche zu bräunen und die E-Mails zu ignorieren. ­Irgendwann bekämen wir Lust auf ein Dessert, gingen uns im Laden eine Glace kaufen. Stracciatella und Pistazie. Wir kämen an einem Superangebot vorbei: «Schlauchboote für 39.90 Franken». Wir kauften eins. Wir pumpten das Boot auf, rot wäre es, bauten die Paddel zusammen. Wir trügen es zum Fluss, setzten uns hinein. Ich stiesse uns vom Ufer ab. Die Strömung nähme uns mit. Wir sässen im Boot und sagten der Stadt Adieu. Wir kämen vorbei an Dietikon, Baden und all den kleineren Gemeinden. Die Spaziergänger am Flussrand winkten uns zu. Die Kinder würden neben uns herrennen, bis sie verschnaufen müssten. Wir würden lachen

und uns treiben lassen. Bis dorthin, wo die Limmat uns ihrer Freundin Aare übergäbe. Unsere Füdlis täten langsam weh. Doch wir unterhielten uns über Arielle und Poseidon. Die Fahrt wäre schnell. Bald schon wären wir im Rhein. Wir bekämen Durst. Wir würden uns über den roten Gummi lehnen und versuchen, vom Wasser zu schlürfen. Basel, Strassburg, Mannheim, Bonn, Köln, Düsseldorf. Wir zögen an ganz Deutschland vorbei. Dann wären wir in Holland. Wir würden beschliessen, das Abenteuer zu beenden. Versuchten, an Land zu kommen. Es gelänge uns nicht. Wir würden in die Nordsee getrieben. Würden seekrank, und die Dampfer zögen an uns vorbei. Es finge an zu stürmen. Wir hätten Angst und riefen um Hilfe. Niemand hörte uns ... und irgendwie bin ich verdammt froh, dass ich jetzt wieder ins Büro kann. MM

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Für Drohnenpiloten

Freier Flug für Drohnen? Die surrenden Fluggeräte erfreuen sich grosser Beliebtheit. Doch bei Nichtfliegern steigt der Unmut. Wichtig zu wissen: Piloten haben Pflichten und Passanten ihre Rechte. Text: Philipp Rüegg

A

n sonnigen Tagen fliegen sie uns um die Ohren: Drohnen in allen Ausführungen und Preisklassen. Viele sind kinderleicht zu steuern, einige machen gestochen scharfe Videoaufnahmen. Topgeräte sind auf viele Kilometer steuerbar, können bis zu 30 Minuten fliegen und in dieser Zeit nonstop Videos und Fotos aufnehmen. Da sich immer mehr Menschen Drohnen anschaffen, wächst auch die Anzahl derjenigen, die sich am Lärm und an der Filmerei stören. Ohne Einwilligung darf man niemanden filmen, ausser an öffentlichen Veranstaltungen. Dort müssen Besucher aber informiert werden. Fliegt eine Drohne über private Grundstücke oder öffentliche Plätze, gilt es, den Piloten – sofern er greifbar ist – anzusprechen. Hat er tatsächlich gefilmt oder fotografiert, kann man ihn bitten, das Material zu löschen. Ist er uneinsichtig, bleibt nur der Weg über die

Zivilklage. Einen Multikopter gewaltsam oder mit Störgeräten vom Himmel zu holen, ist nicht zu empfehlen: Man könnte ihn beschädigen und müsste dafür aufkommen. Was Halter wissen müssen

Es gibt Bundesverordnungen und in einigen Kantonen zusätzliche Auflagen. Grundsätzlich benötigt man für Geräte bis 30 Kilogramm keine Flugbewilligung. Wiegen die Drohnen jedoch über 500 Gramm, dürfen sie ohne Bewilligung etwa bei Sportveranstaltungen oder Open-Airs nicht über Menschenmengen fliegen. Der Sichtkontakt vom Halter zur Drohne muss jederzeit gegeben sein. Dazu braucht es ab 500 Gramm Drohnengewicht eine Haftpflichtversicherung. Beim Filmen mit Drohnen gilt wie bei allen videofähigen Geräten das Datenschutzgesetz. Das heisst: Jedes Bild, das fremde Menschen zeigt, braucht einen Rechtfertigungsgrund. Wenn die gefilmte

oder fotografierte Person die Aufnahme nicht bewilligt, muss ein privates oder öffentliches Interesse gegeben sein – in alltäglichen Situationen kaum der Fall. Ohne Einwilligung darf man über keinen fremden Grundstücken, Spielplätzen oder Freibädern aufnehmen. Derzeit arbeitet die EU an einem neuen Drohnengesetz. Die Schweiz plant, der Vorlage zu folgen. Entsprechende Regeln sollen aber frühestens nächstes Jahr umgesetzt werden. Sie dürften für Hobby-Drohnenpiloten internetbasierte Kurse zum Umgang mit Fluggeräten beinhalten. Wer den Kurs absolviert hat, erlangt eine Fluglizenz. Es handelt sich also um eine Informationsund Sensibilisierungsaktion. Ob das ausreicht, um die Bevölkerung vor ungewollten Aufnahmen zu schützen, wird sich zeigen. MM Weitere Infos: www.migmag.ch/drohne, www.migmag.ch/bazl-drohne

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Für Drohnenbilder

Wer sich mit Drohnenfotografie oder -filmerei befasst, weiss, wie wichtig die Positionen von Sonne und Mond sind. Sun Surveyor gibt Auskunft über den genauen Verlauf. So lässt sich die Drohne optimal auf den Schattenwurf ausrichten. migmag.ch/sunsurveyios migmag.ch/sunsurveyandro

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.

Bild: Getty Images

Digital

Airmap liefert Informationen zum Luftraum in Echtzeit. Darf ich hier fliegen? Wie ist die Wetterlage? Sind Flugzeuge in der Nähe? Wie steht es um die nationalen Gesetze? Für die Antworten arbeitet Airmap mit Skyguide zusammen. Die DJI-Drohnen können damit gesteuert werden. Gratis für iOS und Android.


LEBEN | MM27, 2.7.2018  91

Fragen und gewinnen!

Die Tipps von Ernährungsmediziner David Fäh:

Schreibt uns. Für jede publizierte Frage gibts einen 20-FrankenGutschein.*

www.migmag.ch/ omega3

Sara Mariam (9), Zürich

Ganz einfach: Weil deine Mutter dich liebt. Aber ich habe für dich noch eine gute Botschaft: Omega-3 kannst du auch anders als mit Öl einnehmen. Schauen wir uns das mal näher an: Deine Mutter lächelt auf deiner Zeichnung. Sie weiss, sie tut etwas Gutes. Sie ernährt dich, seit es dich gibt. Sie hat dich einst gestillt oder dir den Schoppen gegeben. Dabei hat sie dich nicht einfach wie ein Auto aufgetankt. Sie gab dir zugleich Nähe, Berührung, Wärme. Nahrung und Liebe hängen zusammen. Wir Eltern wollen

für unsere Kinder das Beste. Die Omega-3-Fettsäuren werden uns als Wundermittel angepriesen. Sie sollen vor Erkrankungen schützen und uns helfen, intelligenter, fitter und fröhlicher zu werden. Wer möchte das nicht für sein Kind?! Unser Körper kann aber Omega-3-Fettsäuren nicht selber herstellen. Darum müssen wir sie mit unserer Nahrung aufnehmen. Da liegt also deine Chance! Suche zusammen mit deinen Eltern nach einem Ersatz für das ungeliebte Öl.

Schaut im Internet nach, in welchen Nahrungsmitteln Omega-3 enthalten ist: besonders viel im Fisch, aber auch in Nüssen, Chiasamen, Raps- und Leinöl. Ebenso in Milch und Eiern (in Bioqualität enthalten sie mehr Omega-3). Ich habe für dich einen Ernährungsmediziner befragt: Die Tipps gibt es auf www.migmag.ch/omega3. Vielleicht kocht ihr ab und zu ­zusammen? Dann gibts Omega-3 und Liebe im selben Topf. MM * hast du auch eine aktuelle Frage? Sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

Nina, Tobi und Hugo gehen Glace essen. Jeder von ihnen hat seine Lieblingskombination gewählt. Du siehst oben die Preise der Sorten und unten die fertigen Glaces. Kannst du ausrechnen, was jedes Glace kostet und wie viel die Lilibiggs zusammen bezahlen müssen?

Rätse lspas s

80 Rp.

1 Fr.

WAS SPIELEN HUGO UND TOBI IM SOMMER? A Ratet, was die Zeichnungen darstellen, schreibt das entsprechende Wort in die dazugehörige Zeile und tragt dann C die von oben nach unten nummerierten Buchstaben in die Lösungszeile E ein. Dann kennt ihr das Lösungswort. F

B

D

1 Fr.

1.20 Fr.

+

+

+

=

+

=

+

= =

Lösung: Glace 1: 1.20 Fr. + 1 Fr. + 1.20 Fr. = 3.40 Fr., Glace 2: 1 Fr. + 80 Rp. = 1.80 Fr., Glace 3: 1 Fr. + 1 Fr. + 80 Rp. = 2.80 Fr. Alle Glaces: 3.40 Fr. + 1.80 Fr. + 2.80 Fr. = 8 Fr.

G H

Lösung: FEDERBALL A) Fisch B) Muschel C) Sandburg D) Ente E) Taucher F) Wasserball G) Badetuch H) Melone I) Glace

I

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LEBEN | MM27, 2.7.208  93

Informationen

Buchen und profitieren Leserinnen und Leser des Migros-Magazins ­erhalten 100 Franken ­Rabatt. Das Angebot gilt für den 20. bis 23. September 2018.

Leserangebot

Preis pro Person im Motel One Mirabell** Doppelzimmer Fr. 950.–, Einzel­zimmer Fr. 1055.– Hotel Imlauer Bräu*** Doppelzimmer Fr. 960.–, Einzel­zimmer Fr. 1020.– Hotel am Mirabellplatz**** Doppel­zimmer Fr. 990.–, Einzelzimmer Fr. 1080.–

Bild: JFL Photography/stock adobe.com

Steigen Sie ein in den Extrazug mit «Krokodil»-­Lok und 80er-Jahre Retro-­Wagen und fahren Sie mit zum ­Domkirchweihfest nach Salzburg.

Reduktion Leserrabatt Fr. 100.– Zuschläge Fahrt in Standard Plus Klasse Fr. 90.– Tagesausflug Wolfgangsee–Schafberg* Fr. 110.– Tagesausflug Porsche und Lokwelt* Fr. 70.– Annullationsvers./ SOS-Schutz Fr. 39.–

Leserangebot

Auf zum Rupertikirtag in Salzburg! Nebst der berühmten Altstadt mit all ihren prächtigen Gebäuden und Museen erwarten Sie am ­fröh­lichen Ruperti­kirtagsfest in Salzburg viel Brauchtum und kuli­na­rische Genüsse. Auf allen Plätzen präsentieren über 80 Schausteller ihre Schmankerl und traditio­nelles Handwerk. Fesche Dirndl und ­knackige Waden stolzieren um die Wette, Platz­konzerte mit lüpfigen Klängen laden zum Verweilen ein – und was wäre das grösste Domkirchweihfest des Landes ohne ein zünftiges Bierzelt ... Zudem haben Sie die Möglichkeit für Ausflüge zum Wolfgangsee und mit der Zahnradbahn auf den Schafberg. Ebenfalls können Sie das Ferdinand-Porsche-­Museum und die Lokwelt in F ­ reilassing besuchen. Steigen Sie ein: Migros-Magazin-­ Leser/innen ­erhalten 100 Franken Rabatt.

1. Tag: Schweiz – Salzburg Extrazugfahrt ab Zürich über ­Sargans, Buchs nach Salzburg mit der historischen E-Lok 1020 ­«Krokodil» mit Halt in Kitzbühel. Mittagessen im Zug mit Blick auf die traumhaft schönen Bergland­schaften des Arlbergs. 2. bis 3. Tag: Salzburg / Rupertikirfest Frei zum Entdecken der male­ rischen Altstadt und/oder des Mirabellgartens. Ausflüge zum Wolfgangsee oder zum Porsche-Museum und in die Lokwelt möglich. Geniessen Sie die vielen Veranstaltungen des 41. Rupertikirtagsfests – Salzburg in Feststimmung! 4. Tag: Salzburg – Schweiz Rückfahrt im Sonderzug mit Halt in Zell am See und Mittagessen im Zug  MM

*) inkl. Mittagessen

Inbegriffene Leistungen • Fahrt im Sonderzug Schweiz –Salzburg und zurück (kein Halbtax-Abo nötig) • Sitzplatzreservation • 2 Mittagessen (auf Hin-/Rückfahrt) • 3 Übernachtungen inkl. Frühstücksbuffet • ZRT-Reisebegleitung • ausführliche Reise­unterlagen • bei fakultativen Aus­ flügen alle Bahn-/Busfahrten, Eintritte und Mittag­essen Reservation und Infos ab sofort direkt bei ZRT Bahnreisen, Oberer ­Saltinadamm 2, 3902 Brig-Glis, info@zrt.ch, Tel. 027 922 70 00 oder auf www.zrt.ch

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Aussen Fantastica

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6’971.–

2’499.–

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7’571.–

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An- & Rückreise

Buchung bis 9.7.18

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19.–

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An- & Rückreise

Buchung bis 19.7.18

199.–

99.–

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An- & Rückreise

Buchung ab 20.7.18

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299.–

299.–

Balkon Aurea

Inbegriffene Leistungen: Sensationelle Kreuzfahrt, Vollpension an Bord, Unterhaltungsprogramm, Reiseleitung der Schiffsgesellschaft. Nicht inbegriffene Leistungen: An- und Rückreise, Getränke («Tischgetränke» für CHF 10.– pro Pers./ Nacht, «All Inclusive» für CHF 21.– pro Pers./Nacht), Trinkgelder an Bord (ca. Euro 10.– pro Pers./Nacht), fakultative Landausflüge, persönliche Ausgaben an Bord, Annullationskostenversicherung, Auftragspauschale von CHF 29.– pro Dossier. Limitierte Verfügbarkeit: Flugpreise gültig gemäss Tabelle. Solange Vorrat.* WOW-Sonderaktion: Bitte beachten Sie die besonderen Annullationsbedingungen.

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Hamburg

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10.08.2019 (22 Tage)

044 350 89 89 · CruiseCenter.ch 28.06.18 15:53


96  MM27, 2.7.2018 | LEBEN

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen!

Sommerpause für unsere Sudoku-BimaruBrücken­seite

Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken Ihnen 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten: http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.7.2018, 24 Uhr

Auflösung Nr. 26

TreppenlifTe

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DIALEKT

Gewinner Nr. 25 Hauptpreis: Jeannette Vonlanthen, Reinach BL; Trudi Daepp, Oppligen BE; Karl Imholz, Altdorf UR; Martha Begert, Biberist SO; Maria Hiebeler, Bern Zusatzpreis: Fabian Eschmann, Sempach Station LU; N. Jacomet, Frauenfeld; Elisabeth Kissling, Wolfwil SO; Corinne Wüthrich, Tann ZH; Gustav Müller, Niederhasli ZH

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


LEBEN | MM27, 2.7.2018  97

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Eine Person, die sich durch zahlreiche Begabungen auszeichnet, heisst … D Hunderterwunder

H Tausendsassa

S

Zehnerstar

2. Wie wird ein Haarausfall am Haaransatz an den Schläfen bezeichnet? O Professorenwinkel

A Geheimratsecken

R Studentenkreis

3. Was bezeichnet im Mittelalter einen herrschaftlichen, meist adeligen Beamten? I

E

Vogel

U Vogt

Voss

4. Welcher Ex-Beatle wurde als letzter zum Ritter geschlagen? V Paul McCartney

G George Harrison

S

Ringo Starr

5. Wo steht ein zwölf Meter grosser, dreibeiniger Stuhl? T

N Basel

Genf

B Glarus

6. Wer gab dem Agavengewächs «Joshua Tree» seinen Namen? U Hutterer

I

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.7.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

A Zeugen Jehovas

Mormonen

7. Von welcher «Nutzpflanze» wird weltweit am meisten geerntet? S

E

Sojabohne

Zuckerrohr

C Kartoffel

Auflösung Nr. 26: BADEHOSE

K Afrogermany

Gewinner Nr. 25: Verena Arber, Gränichen AG; Rudolf Münger, Grüningen ZH; Erich Leuzinger, Münsingen BE

8. Wie nennt sich eine Sprache in Namibia? R Küchendeutsch

H Lateindeutsch

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

ANT I GONE AUTOGRAF SE E I die I N R Sie EFüllen N Z E Nin R T AWörter Ezehn DEULE A NRätselgitter Hdas GEGEN I NDas Hein. NST I TUT I Lösungswort aus R ATO S O L sich I ergibt den Buchstaben NEUERUNG RADE H A Feldern SinC den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

A

4 1 3 2

Lösungswort:

Lösung: 1 2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 26: LIEGE

5

ANT I GONE AUTOGRAF E I NRE I SE ERTANZ EN HANDEUL E H I NGEGEN I NST I TUT I SOLATOR NEUERUNG SCHARADE

Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem A Namen und Ihrer 5 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf 1 Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich 3 Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 2

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.7.2018, 24 Uhr

5 5

2 3 4 5 Gewinner Nr. 25: Maria Riedi, Vella GR; 1 Lori Burkhard, Schwarzhäusern BE; Kurt Kohler, Burgdorf BE

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

4


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Im Aquabasilea, Pratteln Hardstrasse 57, www.bikeworld.ch


LEBEN | MM27, 2.7.2018  99

Verlosung

Mitmachen und gewinnen

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Das Migros-Magazin und das «Verwöhnhotel Bismarck» in Bad Hofgastein (A) verlosen ­luxuriöse Ferien für zwei Personen im Gesamtwert von 3000 Franken: 7 Übernachtungen in der Alpine Suite inkl. Gourmet-­Halbpension, 2 Zirbenölmassagen, 2 Heilmassagen. Anund Abreise erfolgen auf eigene Kosten. Preisfrage Über wie viele Thermal-­ Pools verfügt das «Verwöhnhotel Bismarck»?

Im «Verwöhnhotel Bismarck» in Bad Hofgastein verbringen die Gäste entspannte Tage fernab vom Alltag.

Glücksgriff

Eintauchen, Gesundheit tanken, sich wohlfühlen

Bild: Gerhard Wolkersdorfer

Seit Jahren berichten unzählige Gäste darüber, wie gut die Gasteiner Kur im Heilstollen Schmerzen lindert, wie wohltuend sie ist für Haut und Atemwege. Dass diese Wirkung sogar schulmedizinisch belegt ist, lässt sich in einer Studie nachlesen*. Das Beste aber ist, dass sich dieser Gesundheitskick mit einem luxuriösen Ferienerlebnis im Viersterne-Superior«Verwöhn­hotel Bismarck» in Bad Hofgastein kom­binieren lässt. Im von der Besitzerfamilie mit viel Herzlichkeit geführten Haus fühlen sich Wellnessgäste, Paare, Familien und Alleinreisende gleichermassenwohl. Die Kurgäste ­erwartet die hohe Qualität der Bismarck-Superior-Kur-­Gastein,

betreut werden sie von kom­ petenten Heil­masseuren und Physio­therapeuten. Einmalig sind auch die vier ­Thermal-Pools mit 33 Grad, zwei indoor und zwei outdoor, die in einen R ­ uhe- sowie einen Familien­ bereich unterteilt sind. Dazu kommt ein Wellnessparadies auf 1700 Qua­dratmetern und der «Zauber­garten» mit Blick auf die imposante Bergwelt. Ein Highlight ist zudem die G ­ ourmet-­Vital-Küche mit inter­nationaler und regionaler Kulinarik. So fühlt man sich hier nicht wie im klassischen Kur-, sondern wie im Verwöhnurlaub. * https://www.gasteiner-heilstollen.com/ de/med/downloads-medizin Mehr Infos: www.hotel-bismarck.com

Das Migros-Magazin und das «Verwöhn­hotel Bismarck» im ­österreichischen Bad ­Hofgastein ­verlosen l­ uxuriöse ­Ferien für zwei ­Personen im Wert von 3000 Franken.

Teilnahme Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie die ­Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit der Lösung und Ihrer Adresse an: ­Migros-Magazin, «Verwöhnhotel Bismarck», ­Postfach, 8099 Zürich Online: Migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 8. 7. 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-­Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht ­erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Meine Welt

«Zum ersten Mal kann ich nicht improvisieren» Der Komiker Peter Pfändler sattelt aufs Pferd um: Zurzeit lebt er mehr im Wilden Westen als in Winterthur – an den Freilichtspielen «Winnetou II» gibt er den Bösewicht Rollins auf die witzige Tour. Text: Reto E. Wild Bilder: Christof Schürpf


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1 Mein Spielpartner «Tomatin (6) ist der Wallach, den ich an den Freilichtspielen reite. Dabei kann ich von meiner 20-jährigen Erfahrung als Springreiter profitieren. Denn Tomatin ist ein sensibles Pferd: Er reagiert sofort, wenn ich rufe.» 2 Meine Kulisse «Vor diesem schönen Hintergrund verkörpere ich einen Bösewicht. Erstmals spiele ich eine Rolle, bei der ich nicht improvisieren kann.» 3 Meine Sammlung «Der Mensch spart oft bei den wichtigsten Sachen: den Zähnen, den Matratzen und bei den

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Name Peter Pfändler (57) Sternzeichen Fische Lebenslauf « Ich bin mit fünf Brüdern und einer Schwester in Zürich aufgewachsen. Mein Grossvater grün­dete übrigens die Migros-Pensions­kasse. 1986 engagierte mich das Zürcher Lokalradio Z. Daneben moderierte ich bei SRF Vorabend­sendungen wie ‹Wääled Si!›. Im Jahr 2000 habe ich mit meinem damaligen Arbeitskol­legen Cony Sutter das Kabarett ‹Sutter+Pfändler› gegründet; bisher haben wir rund 1500 Auftritte absolviert. 2013 habe ich Sabine (35) geheiratet. Zwei Jahre später ist Ella auf die Welt gekommen und diesen März Lio. Wir leben in Winter­thur. Ab 6. Juli trete ich an den Freilichtspielen in Engelberg auf, und im November gehe ich mit Dem Soloprogramm ‹Fadegrad un­geschminkt› auf Tournee.»

Bild: PD

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Schuhen. Bei mir ist das nicht so, für jede Si­tuation habe ich die richtigen Schuhe. Egal ob Turnschuhe oder Stiefel.»

Mein Lieblingsprodukt «Mich fragen alle, ob ich meine Zähne bleiche. Das mache ich nicht, ich be­ nutze einfach immer diese Candida-Zahnpasta.»

4 Mein Ding «Alle meine Sprüche und Sketches sind auf diesem Stick – selbstverständlich mit einer Sicherheitskopie in ­meinem Zuhause in Winterthur.» 5 Mein Café «Ich fühlte mich wie in England, als ich die Kafikaufbar im Zen­trum von Engelberg entdeckte. Kein Wunder, war es mir sofort wohl hier: England gehört wie auch Spanien zu meinen Lieblingsländern.» 6 Mein Freund «Edgar Lehmann (54) ist einer meiner engsten Vertrauten. Er ist nicht nur ein guter Freund, sondern auch mein Manager. Die enormen Ansprüche an die Moral­, die er stellt und vorlebt, ­seine Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit faszinieren mich.»  MM


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