Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny
MM27, 4.7.2016 | www.migrosmagazin.ch
Physik-Olympiade
Caroline Rossier gegen die besten Jungphysiker der Welt Seite 10
Theologe Eugen Drewermann Ăźber die Krise der Kirche Seite 34
Hackbrettler Nicolas Senn
zeigt die schĂśnsten Orte des Appenzellerlands Bild: Beat Schweizer
Seite 18
Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59
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4 | MM27, 4.7.2016
30
Z Editorial
Däxit oder Tschexit? «Zwischen Denken und Glauben hat sich eine Kluft aufgetan.» Der dies sagt, ist der deutsche Kirchenkritiker Eugen Drewermann (Seite 34). Der Theologe und Schriftsteller bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass in unserer Schule praktisch nur noch Naturwissenschaftliches und Rationales gelehrt wird. Dass die Gefühls- und Glaubenswelt verkümmert – und sich dann im Esoterischen zurückmeldet.
Der Satz kam mir am Morgen nach der BrexitAbstimmung wieder in den Sinn. Hat nicht auch in England das Glauben über das Denken triumphiert? Wie kann ein Grossteil der Bevölkerung eines Landes die Stimme der Vernunft ignorieren, die sagt, dass ein Verbleib in der EU wirtschaftlich sinnvoller ist? Fast die gesamte Ökonomenelite hat dies klargemacht. Das Volk sei seiner Experten müde, sagte ein britisches Regierungsmitglied. Der Elite wird misstraut, den Experten sowieso, Negieren als Selbstverteidigung. Glauben statt erkennen? Die Hoffnung, dass alles wieder gut wird, wenn man sich von dem Monster Brüssel abkoppelt, hat sich offenbar in vielen Köpfen festgesetzt. Als ob die Globalisierung einfach an der Merseyside ausgesessen werden könnte. Als ob jetzt die Flüchtlinge nicht mehr strömten und die Kosten für Brot, Miete und Krankenkasse nicht mehr stiegen. Wenn aber die EU-Verantwortlichen nun den Schulterschluss suchen und auf den Brexit mit einer noch stärkeren Integration reagieren, verkennen sie die Realität. Den Euro für alle EU-Länder, wie Europa-Politiker Daniel Cohn-Bendit fordert? Eine europäische Armee von 300 000 bis 400 000 Mann? Dann haben wir bald einen Däxit und Tschexit, und auch die Niederlande lassen den Laden runter. Jede Veränderung hat ihr Auf und Ab. Die EU kann ihre Krise nur lösen, wenn sie die Bürgerinnen und Bürger und deren Sorge über die Zuwanderung ernst nimmt, statt sie an die Populisten weiterzureichen. Letzten Endes ist es immer die Masse, die die Geschwindigkeit einer Entwicklung bestimmt, nicht die Politik. Das hat der Brexit wieder mal klargemacht. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmagazin.ch
118
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Menschen 8 Diese Woche Die Ferienzeit ist für Tiere eine schlechte Zeit: Viele landen im Tierheim 10 Physik-Meisterin Die 19-jährige Caroline Rossier
tritt an der Physik-Olympiade gegen die Besten des Fachs an 12 Suizid
34
«Freiheit kann nicht von oben nach unten verordnet werden.» Eugen Drewermann
Kirchenkritiker
48
Wie Edit Mändli versucht, über den Suizid ihres Sohns hinwegzukommen 18 Sommerserie
92 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften
Hackbrettler Nicolas Senn zeigt die schönsten Seiten seines Appenzellerlands
Leben
21 Bänz Friedli
Was tun, wenn ein lauthals sprechender Mobiltelefonierer die Nerven strapaziert?
22 Waschsalons
Ja, es gibt sie noch, die Waschsalons – Besuch bei den allerletzten ihrer Art 30 Natur als Apotheke Lisetta Loretz Crameri holt sich die Medizin aus dem eigenen Garten 34 Eugen Drewermann
Der berühmte deutsche Kirchenkritiker über den Wandel des Katholizismus, Esoterik und Terrorismus
Migros-Welt 44 Patientenschutz
Bilder: Mara Truog, Daniel Winkler, Basil Stücheli; Illustration: Rahel Nicole Eisenring
67 Fairtrade-Fruchtsäfte 68 Grill: Jedem seine Wurst 73 M-Classic: Der richtige Teig 74 Rot und saftig: Himbeeren 76 Nachhaltig gefischt 78 Brot des Monats 81 Ziger aus dem Wallis 83 Tavola: Bio-Dressing 84 150 Jahre Nestlé 87 Bircal, Männerhaarpflege 89 Mega Win 90 Ausrüstung für Open Airs
Die Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz ist eine Art Klagemauer für Patienten 48 EM-Küche: Fünfte Runde 54 Fruchtsaftproduktion
Perspektiven für eine brasilianische Bauernkooperative
99 Alltagsknigge
101 Familie Gute Nachricht für Kinder: Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherte Zubettgeh-Regel 103 Beauty
Gründliche Reinigung ist das A und O der Gesichtspflege. 107 Digital
Onlinebetrüger agieren immer dreister. So schützen Sie Ihr Handy vor Trojanern 108 Kinderseite Es gibt 3600 Schmetterlingsarten in der Schweiz – dies und mehr über den «Sommervogel» 111 Glücksgriff 112 Rätsel und Spiele 115 Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt Thomas Wildberger, Werber des Jahres, über das Küssen und seine neue Vaterrolle
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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Menschen MM27
Darauf freuen wir uns Küssen Falls Sie schon länger
niemanden mehr geküsst haben: Am 6. Juli ist es geradezu Pflicht, dann ist nämlich der Internatio nale Tag des Kusses. Fantasy Am NIFFF in Neuchâtel
können noch bis am 9. Juli Perlen des Internationalen Fantasyfilms genossen werden: www.nifff.ch
Unnützes Wissen
En Guete! Emu-Eier sind
essbar, müssen aber mit der Bohrmaschine geöffnet werden. Cola light ist
leichter als normale Cola.
Bilder: Getty Images, Keystone, Bruno Bolinger
ist der bekann teste Schweizer Sportreporter. Derzeit berät er Kommentatoren während der EM.
Eisbärenleber
Leseprobe
Indonesien ist mit einer Ausfuhr von rund 5000 Tonnen pro Jahr die führende FroschfleischExportnation.
ist verheiratet. Vielleicht ein Familienvater, der Frau und Kinder durchbringen muss. Dieses Foto illustrierte das neuliche Tauziehen der Politiker für oder gegen eine Erhöhung der Tabaksteuer. Eigenverantwortung gegen Gesundheits prävention. Fest steht, dass alle Raucher schon einmal versucht haben aufzu hören. Und dass man sich nach wenigen Jahren des Rauchverbots in Gaststätten fast nicht mehr vorstellen kann, dass man einst in vernebelten Lokalen speiste und danach mit einem stinkenden Mantel nach Hause ging. So langweilig die Zigaretten auf dem Foto daliegen, so emotional ist der Umgang mit ihnen.»
Entschuldigen Sie, was lesen Sie gerade? Elena Gardini (31), Doktorandin in Biologie und Psychologie, Zürich
a) «Sex Hormones and Immunity to Infection» von Sabra L. Klein b) «Biologische Psychologie» von Niels Birbaumer c) «Incognito: The Secret Lives of the Brain» von David Eagleman
Antwort a): Ich möchte Östrogenrezeptoren besser verstehen.
Bernard «Beni» Thurnheer (66)
Mein Bild der Woche «Zigaretten! Ganz viele! Und der Mann, der sie büschelt,
enthält so viel Vitamin A, dass sie für den Menschen giftig ist. Schon der Verzehr von 500 Gramm kann einen Menschen umbringen.
Durchschnittlich 51 Prozent eines Rinds werden vom Menschen verzehrt. Aus dem Rest werden unter anderem Dynamit, Rasierschaum und Buntstifte hergestellt. Quelle: Neon/Stern
8 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
Was machen Sie mit Ihrem Tier während der Ferien?
www.migmag.ch/ umfrage
Umfrage Vergangene Woche fragten wir:
Wie lange sind ältere Autofahrer(innen) fahrtauglich? 25% Unbegrenzt. Jeder muss es selbst wissen – ein Generalverdacht ist daneben. 33% Die heutige Regelung ist gut: Ab 70 wird regelmässig geprüft. 32% Es muss klar strenger kontrolliert werden: zwingend jährlich mit Arztattest ab 70, dazu Praxistest ab 75. 10% Mit 80 braucht es ein Fahrverbot.
Diese Woche
Jetzt haben Tierheime wieder Hochsaison Auch dieses Jahr landen vor den grossen Ferien viele Tiere im Heim – als Feriengäste oder weil sie ausgesetzt wurden. Hunde trifft dieses Schicksal heute dank Chips seltener. Dafür sind immer mehr Nager und Reptilien betroffen. Text: Ralf Kaminski
Zahlen und Fakten
18201
Tiere landeten 2014 in den Heimen von Sektionen des Schweizer Tierschutzes. Etwa die Hälfte aller Heime sind dort angeschlossen.
dieser Tiere waren Katzen – gegenüber nur 2900 Hunden.
7164
Findeltiere lebten 2014 in Tierheimen, allein 5200 davon waren Katzen. Diese reissen generell gern aus, weshalb es schwierig zu sagen ist, wie viele absichtlich ausgesetzt worden sind. Quelle: Schweizer Tierschutz
Ausgerissen oder ausgesetzt? Über die Hälfte der Tierheimbewohner sind Katzen.
J
edes Jahr vor den Sommer ferien das gleiche Theater: «Da kommt es jeweils zu einer erstaunlichen Häufung von plötzlichen Tierhaaraller gien», sagt Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz (STS). Die glücklicheren Haustiere werden mit dieser Begründung zum Tierheim gebracht mit der Bitte, sie zu übernehmen. Die weniger glücklichen werden einfach ausgesetzt. «Viele Leute denken, dass ihre Meerschwein chen oder Kaninchen problemlos überleben, wenn sie diese am
Waldrand laufen lassen», sagt Sandmeier, «aber dem ist nicht so.» Nach Einschätzungen des Tier schutzes ist die Zahl der Ausset zungen auf hohem Niveau stabil – wie auch generell die Zahl der aufgenommenen Tiere im Heim. «Hunde werden deutlich weniger ausgesetzt, seit sie einen Chip tragen müssen – weil der Halter sofort ermittelt werden kann.» Dafür trifft es mehr Nager und Reptilien, da Letztere häufiger gehalten werden. Immerhin 68 Prozent aller Tierheimbewohner konnten
2014 wieder vermittelt werden. Das sei eine im internationalen Vergleich ziemlich hohe Quote, sagt Sandmeier. «Ausserdem werden in Schweizer Heimen keine Tiere getötet, nur weil man sie nicht vermitteln kann.» Ein geschläfert werde immer nur aus medizinischen Gründen. Hochsaison haben Tierheime derzeit aber auch, weil viele Halter ihre Lieblinge während der Ferien zeit dort unterbringen. Da gilt es herauszufinden, ob das Tier gesellig ist oder ob es lieber seine Ruhe haben will. MM
Bilder: Keystone/Martin Ruetschi, zVg
10842
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 9
Strassenumfrage
Belinda Conradin-Bourgeois
«Vor den Ferien häufen sich die Anfragen von Haltern, die ihr Tier loswerden wollen»
Belinda Conradin, merken Sie, dass die grossen Sommerferien nahen? Klar, wir haben während der Ferien viele Gäste im Tierheim. Und es häufen sich die Anfragen von Haltern, die ihr Tier loswerden wollen. Wie begründen die Leute das? Viele sagen, sie hätten eine Allergie oder es gebe Streit in der Familie, der Hund habe gebissen oder es gehe einfach nicht mehr. Nehmen Sie solche Tiere auf? Ja, gegen Bezahlung. Aber wenn ich merke, dass der Halter nicht bezahlen will, übernehme ich erst das Tier, lasse eine Verzichtserklärung unterschrei ben und überreiche dann einen Ein zahlungsschein. Vor Jahren hatte ich einen schlimmen Fall: Nachdem ich einer Person gesagt hatte,dass die Aufnahme ihres Hundes 100 Franken kosten würde, ging sie weg und liess das Tier auf einer Wiese erschiessen. Das war mir eine Lehre. Wie häufig sind Sie mit ausgesetzten Tieren konfrontiert? Nicht mehr so oft, im Moment haben wir gar keine. Das hat sich stark ge bessert, seit Hunde einen Chip tragen müssen. Das Thema ist bei uns generell weniger gross als in den Städten. Aber tatsächlich war mein erstes Tier eine ausgesetzte trächtige Hündin. Mit ihr begann meine Tierschutzarbeit vor 20 Jahren. Was würden Sie Haltern gern sagen, die ihr Haustier aussetzen? (überlegt lange) Warum haben Sie sich ein Tier angeschafft, wenn Sie es dann einfach auf die Strasse stellen? Wie viele Gäste haben Sie derzeit? Total sind es im Moment 25, vor allem Hunde. Viele stammen aus Zürich – dank unserem Hundetaxi, das in der Hochsaison zweimal pro Woche Tiere zu uns bringt. Bei uns in Ramosch GR ist es weniger heiss, die Tiere haben viel Auslauf und eine tolle Spielwiese. Neben Hunden haben wir aber auch Katzen, Vögel und Nager.
Was machen Sie während der Ferien mit Ihrem Hund?
Und die Halter? Rufen die an und fragen nach ihrem Liebling? Das gibts selbstverständlich. Aber das ist okay, auch am Sonntag bis abends um 21 Uhr. Das gehört zum Service. Sind die Tiere manchmal pflegeleichter als deren Halter? Im Tierferienheim ganz, ganz selten. Anders sieht es in den Hundekursen aus. Dort ist das Problem oft auf der anderen Seite der Leine. Die Besitzer sind teils extrem unmotiviert, oder sie haben das Gefühl, alles besser zu wissen. Meist kommen sie nur, weil sie müssen. Ich kann verstehen, dass man das Kursobligatorium wieder abschaffen will – denn so bringt es eigentlich nichts. Was bezweckt Ihre Stiftung «Pro Tierwaisenheim»? Den Schutz und die Weitervermittlung von Tieren, die kein Zuhause haben. Derzeit haben wir 30 Hunde in dieser Situation. Einige bleiben auch bis zum Tod bei uns. Wie einfach ist es, diese Tiere an neue Halter zu vermitteln? In den letzten zehn Jahren haben wir 150 Hunde und 90 Katzen weiter vermittelt. Aber viele Tiere haben einen Knacks, wenn sie zu uns kommen. Als ausgebildete Verhaltens trainer versuchen wir zu klären, wes halb, und arbeiten dann mit ihnen. Erst anschliessend geben wir sie weiter. Es werden auch immer wieder Strassenhunde aus dem Ausland importiert, die dann im Tierheim landen, weil die Halter mit ihnen nicht klarkommen. Gibts die auch bei Ihnen? Derzeit zwei. Einer biss alles, was ihm in die Quere kam; nach einem Jahr hatten wir ihn so weit, dass er das nicht mehr tat. Ich würde eher davon ab raten, Strassenhunde aus dem Ausland zu importieren. Aber ich reise auch bewusst nicht in solche Länder, weil ich weiss, wie schwer es mir fallen würde, nichts zu tun. Wer helfen will, der sollte Tierschutzprojekte vor Ort unterstützen. Das bringt mehr. MM
Belinda Conradin-Bourgeois (61) ist Sängerin
und Inhaberin des Tierheims Plan da Muglin in Ramosch GR sowie Initiantin der Stiftung Pro Tierwaisenheim: plandamuglin.ch
Corinne Suter (43), Hortleiterin aus Zürich: «Ich gehe gar nicht in die Fe rien. Jessy ist jetzt 13 und zu alt und zu
kompliziert für ein Tierheim oder ein Hotel. Solange sie lebt, bleiben wir zu Hause in unserem schönen Garten.»
Renata Metzler (55), Hausfrau aus Zürich: «Zum Wandern in den Bergen
nehmen wir Flash mit. Generell machen wir nur dort Ferien, wohin er mitreisen kann. Fliegen würde ich zum Beispiel nicht.»
Sandra Gauch (43), Hausfrau aus Langnau am Albis ZH: «Wir wechseln
ab. Manchmal kommt Destiny mit, manchmal wird sie von einer Familie gehütet. Oder sie ist in einer Tierpen sion untergebracht, wo sie gerne ist.»
Rossier über ihre Liebe zur Physik
10 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
www.migmag.ch/ rossier
Caroline Rossier
Unter Strom
Sie ist erst 19, aber vielleicht bald Preisträgerin in ihrer Lieblingsdisziplin, der Physik. Kommende Woche tritt Caroline Rossier an der Internationalen Physik-Olympiade an – als einzige Frau im Schweizer Team. Text: Ralf Kaminski
E
igentlich hätte sie ja Dringenderes zu tun, als sich einen Nachmittag für Gespräche und Fotos mit einem Journalisten freizuhalten. Caroline Rossier (19) steckt nämlich mitten in den Maturprüfungen. «Aber es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen», sagt sie, als wir sie im Physiklabor ihres Gymnasiums Heilig Kreuz in Freiburg besuchen. Die schriftlichen Prüfungen hat sie hinter sich, fünf mündliche kommen noch – die allerletzte, als Krönung quasi, in Physik, ihrem Lieblingsfach. Eine lockere Sache also? «Ja, ich denke schon», sagt sie. Trotzdem wird sie sich auch darauf nochmals vorbereiten. Und eigentlich passt das ganz gut, da sie für ihren Einsatz an der Physik-Olympiade vom 11. bis 17. Juli an der Universität Zürich sowieso noch üben muss. Als einzige Frau in einem fünfköpfigen Mittelschülerteam wird sie die Schweiz vertreten und gegen die besten jungen Physiktalente aus aller Welt um die begehrten Medaillen kämpfen. «Bronze wäre toll», sagt sie, auf etwas noch Besseres wagt sie kaum zu hoffen, denn die Konkurrenz ist stark. «Die Chinesen und die Koreaner bereiten sich ein Jahr lang nur auf diesen Anlass vor, sie sind kaum zu schlagen.» Für sie stehe aber auch mehr auf dem Spiel, denn sie könnten sich mit einem guten Abschneiden einen Platz an einer renommierten Universität sichern, was ihnen wiederum bessere Berufschancen gebe. Caroline Rossier dagegen hat ihren Platz an der ETH Lausanne schon auf sicher, ihr Studium der Elektrotechnik beginnt im September. Dennoch merkt man ihr den
Bilder: Beat Schweizer
Ehrgeiz an, ein gutes Resultat an der Olympiade zu machen. Dass sie dort überhaupt antreten darf, hat sie selbst überrascht. Zu den Schweizer Vorausscheidungen ging sie nur so aus Spass. «Ich wollte mal schauen, wie das so ist, und andere kennenlernen, die sich ebenfalls für Physik interessieren.» Dann fand sie sich unerwartet als eine von nur zwei Frauen in der zweiten Runde und landete schliesslich auf Platz 4. «Damit hat niemand gerechnet, ich schon gar nicht», erzählt sie lachend und auch ein bisschen stolz. Intuition und Kreativität sollen es richten
Nun bereitet sie sich zusammen mit ihren vier etwa gleichaltrigen Kollegen auf die fünf Prüfungen der Olympiade vor. Sie stehen an zwei Tagen für je fünf Stunden im Einsatz; einmal müssen sie drei theoretische Probleme lösen, einmal Experimente durchführen. Obwohl sie als Team auftreten und teilweise auch gemeinsam üben, ist letztlich jeder auf sich allein gestellt. «Die Formeln zu kennen, ist wichtig, aber reines Wissen reicht nicht», sagt Rossier, «man braucht Intuition und muss kreative Lösungen finden.» Welche Aufgaben genau bevorstehen, weiss sie nicht. Zur Vorbereitung trainiert sie mit früheren Prüfungen. Und sie freut sich heute schon darauf, Physikfans aus anderen Kulturen kennenzulernen. Aber weshalb ausgerechnet Physik? «Weil ich unbedingt an die ETH will.» Entschieden hat sie das bereits mit 12, als sie mit ihrer Familie die Gelegenheit hatte, einen Tag der offenen Tür an der ETH Lausanne zu verbringen. «Das war so toll, dass ich wusste: Hier will ich hin!» Ausser-
dem habe sie von klein auf versucht zu verstehen, wie die Dinge funktionieren. «Mit Physik kann man auch Phänomene erklären, die zu klein oder zu gross sind, um sie mit unseren Sinnen wahrzunehmen.» Wobei sie bei ihrer Passion eine gewisse erbliche Vorbelastung für durchaus möglich hält, denn ihr Vater ist Ingenieur. Er kann ihr bei Fragen zuverlässig weiterhelfen. Ebenfalls hilfreich ist, dass sie Mathematik immer gemocht hat, denn die zu beherrschen ist entscheidend für Physik. Mit 15 wählte sie angewandte Mathematik und Physik als Schwerpunktfach am Gymnasium. Immerhin rund ein Drittel der 20-köpfigen Klasse ist weiblich. Warum das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern bei Frauen geringer ist als bei Männern, kann sich Caroline Rossier nicht wirklich erklären. «Frauen sind ja nicht schlechter in diesen Fächern, es geht wohl vor allem darum, sie richtig dafür zu motivieren. Das müsste schon in der Kindheit anfangen.» Physik ist aber nicht die einzige Leidenschaft der Schülerin, die mit zwei jüngeren Schwestern bei ihren Eltern in der Nähe von Freiburg wohnt: Sie spielt Gitarre, liest Krimis und Fantasy, geht gern schwimmen oder Ski fahren. Und nach der PhysikOlympiade gönnt sie sich zwei Monate Pause, bevor das Studium beginnt. Trotzdem merkt man ihr an, dass sie es kaum erwarten kann, bis es an der ETH losgeht. Elektrotechnik hat sie gewählt, weil ihr damit alle Türen offenstehen. Wo es sie genau hinziehen wird, weiss Caroline Rossier noch nicht: «Ich finde so vieles interessant. Informatik, Robotik, Energie, Mikrotechnik – alles wäre möglich.» MM
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 11
Physik-Olympiade
Wettkampf der jungen Talente
Schon heute eine Meisterin ihres Fachs: Jungphysikerin Caroline Rossier
Vom 11. bis 17. Juli findet am Physik-Institut der Universität Zürich die 47. Internationale Physik-Olympiade statt. Teilnehmen können Jugendliche bis 19 Jahre, die zuvor an nationalen Vorausscheidungen ausgewählt worden sind. Dieses Jahr treten über 400 Personen aus knapp 90 Ländern an. Ausgebildete Physikerinnen und Physiker sind in der Berufswelt gefragt, weil sie Allrounder und daher vielseitig einsetzbar sind. Wissenschafts-Olympiaden wie diese sollen junge Talente motivieren und fördern, sie werden jährlich durchgeführt. Die Schweiz nimmt in sieben Disziplinen teil: Physik, Biologie, Chemie, Geografie, Informatik, Mathematik und Philosophie. Die Physik-Olympiade wird seit 1967 immer in einem anderen Land durchgeführt, wobei die Schweiz seit 1995 teilnimmt. Bisher konnte sie 2 Gold-, 3 Silberund 14 Bronzemedaillen gewinnen. Zudem gab es 35 sogenannte ehrenvolle Erwähnungen. Weitere Infos: www.ipho2016.org www.olympiads.ch
12 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
Edit Mändli
«Mit Dominik starb ein Teil von mir»
Vor sechs Jahren hat Edit Mändlis Sohn Suizid begangen. Noch heute quält die 64-Jährige die Frage, ob die Tat abzuwenden gewesen wäre. Es gibt Zeichen, die auf ein Suizidrisiko hindeuten, sagt der Psychiater Konrad Michel. Doch diese sind schwer zu erkennen. Text: Ernst Weber
E
s war an einem Freitag, zur Mittagszeit, als die Polizei an Edit Mändlis Haustür klin gelte. Man habe jemanden gefunden, der sich unter den Zug gestürzt habe, sagten die Beamten. Die Beweisstücke liessen keinen Zweifel zu: Bei dem Verunglückten handelte es sich um Dominik, Edit Mändlis jüngeren, 22jährigen Sohn. «Das muss ein unglaublicher Zustand von Verzweiflung gewesen sein, dass Dominik auf die Bahngeleise hinunterstieg und stehen blieb, als der Zug kam», sagt seine Mutter heute, sechs Jahre später. Edit Mändli wusste zwar um die Gefahr, dass Dominik Suizid begehen könnte, dennoch traf sie die Nach richt völlig unerwartet. An diesem 22. Oktober 2010 stürzte ihre Welt in sich zusammen. Sie hatte das Gefühl, sich von aussen zu sehen, war nicht mehr sie selbst. Physisch funktio nierte sie zwar, doch emotional be fand sie sich an einem anderen Ort.
Bilder: Beat Schweizer
«Ich empfand im ersten Moment sehr stark, dass das Leben für mich keinen Sinn mehr hat», erinnert sie sich. Dass Dominik an Magersucht litt, sie es aber nicht geschafft hatte, ihn ins Leben zurückzuführen, empfand sie als unverzeihliches Versagen. Extre me Schuldgefühle quälten sie. «Ich rollte seine ganze Kindheit auf, hinter sann mich, wo ich wohl falsch ent schieden hatte», beschreibt sie ihre damalige Verfassung. Am Anfang war nur Trauer
Edit Mändli suchte Rat in Büchern. Doris Wolfs Publikation «Wenn Schuldgefühle zur Qual werden» half ihr, sich von Schuld freizusprechen. «Nur wenn man sich selber verzeiht, ist es möglich, ein neues Leben an zufangen», sagt sie. In der Hoffnung, Antworten zu finden, besuchte sie Vorträge zum Thema Trauer. Sie entwickelte Stra tegien, um an schlimmen Tagen, wie beispielsweise am Geburts und
Todestag, nicht in eine Negativ spirale zu geraten. Geht es ihr schlecht, sitzt sie heute nicht mehr zu Hause und grübelt, sondern geht hinaus in die Natur. Es hilft ihr, Musik zu hören, die Dominik gehört hatte. In den Nachrichten Menschen zu sehen, die noch Schlimmeres erdulden als sie, lindert ihre Not. Berichte über den Holocaust haben ihr gezeigt, welche Torturen und Greuel Men schen überleben können. Und dass es manchen Menschen gelingt, trotz all dem Schrecklichen, das ihnen widerfahren ist, doch noch ein glückliches Leben zu führen. Als Salutogenese bezeichnet der Psychologe Aaron Antonovsky, der die Psyche von Überlebenden des Holocaust erforschte, seine Theorie, die nicht in erster Linie die Herkunft der seelischen Wunden betrachtet, sondern fragt, wie man sie heilt. Das scheint auch bei einem Suizid, Verbrechen oder Unfall einen mög
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 13
«Nur wenn man sich selber verzeiht, ist es möglich, ein neues Leben anzufangen»: Edit Mändli über die lange Trauerarbeit.
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MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 15
lichen Ansatz darzustellen. «Man muss sich bewusst werden, was einem hilft, damit man nicht wie ein Blatt im Wind herumgeweht wird», sagt die 64-Jährige. Sie lebt heute allein. Ihre Ehe überdauerte die Belastungen, die Krankheit und Suizid ihres Sohns mit sich brachten, trotz Bemühungen beider Seiten nicht. Den Ort auf dem Land, wo die Familie wohnte, verliess sie, um Schutz in der Anonymität der Stadt zu finden. «Durchs Dorf zu gehen, schien mir ein unerträglicher Spiessrutenlauf zu sein», begründet sie den Umzug. Selbsthilfegruppe als Anker in der Not
Ein wichtiger Fortschritt in der Trauerarbeit war die Einsicht, dass Weiterleben allein schon ihres zweiten Sohns wegen trotzdem einen Sinn hat. Er war ihr erster Trost. Anfangs hatte Edit Mändli panische Angst, auch ihm könnte etwas zustossen. Erkrankte er einmal leicht, dachte sie, er müsse sterben. Stieg er ins Auto, befürchtete sie, er würde tödlich verunfallen. Ging er schwimmen, er würde ertrinken. Inzwischen hat die Situation sich normalisiert. «Ihn auch noch zu verlieren, wäre das Schlimmste, was mir im Leben noch passieren könnte», sagt die schwergeprüfte Mutter. Dominik hinterliess einen Abschiedsbrief. Es tröstet sie, dass er darin Danke sagte und sich für sein Weggehen entschuldigte. Als Stütze erwies sich auch eine Freundin, die aus dem Ausland anreiste, um ihr in ihrer grenzenlosen Trauer beizustehen. Am meisten Halt gab ihr die Berner Selbsthilfegruppe des Vereins Regenbogen Schweiz. Schon beim ersten Kontakt merkte sie, dass sie verstanden wird. Denn an diesen Zusammenkünften nehmen Leute teil, die das Gleiche durchgemacht haben wie sie. «Frauen mit demselben schrecklichen Schicksal zu treffen, das man nirgendwo einordnen kann, die seelisch wieder auf die Beine gekommen sind, gab mir Mut, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen», sagt die frisch pensionierte Lehrerin. In der Selbsthilfegruppe können sich Betroffene auch noch fünf oder zehn Jahre nach dem schrecklichen Ereignis austauschen. Immer wieder schwere Momente erlebt Edit Mändli, wenn neue Mitglieder ihre Erlebnisse schildern. Doch die Erfahrungen, die sie in der Regenbogengruppe macht, würden sie
in ihrer Trauerarbeit weiterbringen, sagt sie. Etwas, das sie sich für alle Betroffenen wünscht. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, den Verein Regenbogen bekannter zu machen. Die Organisation ist in Regionalgruppen unterteilt. Diese bieten Selbsthilfegruppen für Eltern an, die Kinder verloren haben: während der Schwangerschaft oder Geburt, durch Krankheiten, Unfall, Verbrechen oder Suizid. Naturerlebnisse lindern den Schmerz
Noch heute überkommt Edit Mändli oft das Bedürfnis, ihrem verstorbenen Sohn nahe zu sein. In dieser Stimmung unternimmt sie ausgedehnte Wanderungen. So wie sie es mit Dominik während seiner Krank-
heit tat. «Unterwegs in der Natur habe ich das Gefühl, mit Dominik kommunizieren zu können», beschreibt sie ihr Empfinden. Schöne Erinnerungen an ihren Sohn lindern den Schmerz. Sie kann heute auch wieder Freude erleben und von Herzen lachen. Begleitet wird sie auf ihren Wanderungen von zwei Hunden. «Die kommen bei jedem Wetter gern mit», meint sie. Und ein Lächeln huscht ihr übers Gesicht. MM Weitere Informationen: http://verein-regenbogen.ch; www.verein-refugium.ch www.ipsilon.ch
Das sagt Konrad Michel, Psychiater und Experte für Suizidprävention, Seite 17
Auf langen Spaziergängen in der Natur lässt Edit Mändli die schönen Erinnerungen an ihren Sohn wieder aufleben.
Konrad Michel
«Es kann jede Familie treffen» Konrad Michel, was machen hinterbliebene Angehörige nach einem Suizid durch? Die ewige Frage, was in dem Betroffenen vorgegangen ist, quält sie. Angehörige geben sich Mitschuld, empfinden aber auch Wut. Ein Gefühl, das die meisten verschweigen. Manche werden selbst suizidal. Weshalb mischen sich die Gefühle? Jeder Suizid hat unterschied liche Aspekte. Suizidale Menschen leiden meistens an sich selber. Für Angehörige ist ein Suizid aber oft auch ein egoistischer Akt. Der Betrof fene denkt in dem Moment nur an sich und nicht an die Folgen für die Umgebung. Das ist für Angehörige oft nicht nachvollziehbar und kann sehr verletzend sein. Wie trauern Menschen, die einen derart existenziel len Schock erleben? Trauern ist etwas sehr Persön liches. Manche Menschen sind zuerst wie versteinert. Andere rutschen in eine Depression ab. Männer und Frauen trauern unterschiedlich. Das führt in Familien oft zu Problemen. Denn während Frauen eher das Gespräch und Unterstützung suchen, neigen Männer dazu, sich zurückzuziehen. Könnte da nicht Anteilnahme aus dem Umfeld helfen? Ja, nur weiss die Umgebung oft nicht, wie damit umzugehen. Nicht selten kommt der Gedan ke: Mit einer Familie, in der ein Suizid passiert, stimmt etwas nicht. Dieser Schluss liegt zwar nahe, ist aber falsch. Ich habe immer wieder völlig normale und unauffällige Familien betreut, in denen sich Jugendliche das Leben genom men haben. Ein Suizid kann jede Familie treffen. Was gäbe Halt? Wertfreie Unterstützung durch Mitmenschen, die nicht mei
Konrad Michel (68) ist Psychiater und Experte für Suizid prävention.
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MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 17
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Amavita – Sich einfach besser fühlen.
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nen, Erklärungen geben zu müssen. Letztlich ist auch für Nahestehende nicht wirklich nachvollziehbar, was in einem Menschen in der suizidalen Krise wirklich abgelaufen ist. Es bleiben immer offene Fra gen. Damit muss man leben. Wie ist das zu schaffen? Die meisten Angehörigen brauchen therapeutische Unterstützung. Eine Therapie kann helfen, das Unfassbare besser einzuordnen. Auch nach einem derart drastischen Ereignis muss irgendwann das Leben der Angehörigen wieder weitergehen. Schuld gefühle führen nicht weiter. Man muss einen Weg finden, mit vielen unbeantworteten Fragen zu leben. Wo finden Hinterbliebene Beistand? Selbsthilfegruppen haben eine wichtige Funktion, desgleichen Bücher und Literatur zu die sem Thema. Wie kann man einem Suizid vorbeugen? Wenn jemand Andeutungen macht, sich zurückzieht oder in einen depressiven Zustand gerät, kann dies auf ein Suizid risiko hindeuten. Leider be halten suizidale Menschen ihre Absichten allzu oft für sich. Ich wünschte mir, dass Menschen mit Suizidgedanken häufiger fachliche Hilfe suchten. Auf der Internetsite www.ipsilon.ch etwa gibt es entsprechende Hinweise. Die Dargebotene Hand und das Berner Bündnis gegen Depression geben Rat. Auch der Hausarzt kann eine erste Anlaufstelle sein. MM
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Im Video: Nicolas Senn am Hackbrett
18 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
www.migmag/ senn
Serie: Ferien vor der Haustür (Teil 2)
«Im Appenzellerland wurde ich Musiker» Nicolas Senn bezeichnet das Appenzellerland als seine «Hämet», obwohl der Hackbrettler und Moderator in St. Gallen aufgewachsen ist. Dem Migros-Magazin präsentiert der 26-Jährige die schönsten Flecken vor seiner Haustür. Text: Reto E. Wild
B
ei Nicolas Senn geht es derzeit hektisch zu: Am 2. Juli startete die Sommerserie «Potzmusig Stammtisch», die acht Wochen lang jeden Samstag um 18.40 Uhr auf SRF 1 zu sehen ist. Darin unterhält sich der Hackbrettstar mit Volksmusikgrössen wie Carlo Brunner oder Willi Valotti und blickt auf über 50 Jahre Volksmusik am Schweizer Fernsehen zurück. Trotzdem findet er Zeit, uns sein Appenzellerland zu zeigen. «Es bedeutet für mich Heimat, obwohl ich in St. Gallen geboren und aufgewachsen bin.»
Sommerserie
Geheimtipps in der Schweiz In einer siebenteiligen Serie stellen
Prominente sehenswerte Ecken in der Schweiz vor – Ferientipps vor der Haustür: 3. Teil: Starkoch
Nenad Mlinarevic (35) in Vitznau LU 4. Teil: Postchefin Susanne Ruoff (58) in Crans-Montana VS 5. Teil: Politikerin Maya Graf (54) im Oberbaselbiet 6. Teil: Bundesrat Guy Parmelin (56) im Waadtland 7. Teil: Schlagerstar Beatrice Egli (28) in der Innerschweiz
Bilder: Basil Stücheli
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Bild: Keystone / Arno Balzarini
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 19
Säntis
1 Kriegersmühle
«Im Fels des Säntis wird am 30. Juli die grösste Schweizer Fahne der Welt aufgehängt: 80 mal 80 Meter gross – ich bin Götti. Hier hatte ich im Alter von 12 Jahren meinen ersten Auftritt und wurde Musiker.»
«In diesem Restaurant esse ich am liebsten das Cordon bleu, das mit Appenzeller Käse, Mostbröckli und Thymian zubereitet wird. Das Paniermehl stellt Beize rin Edith Gyr aus altem Brot her. Die ‹Kriegersmühle›, liegt idyllisch an einem Bach zwischen Bühler und Trogen; sie ist von Freitag bis Sonntag geöffnet – oder nach Vereinbarung.» 2 Kronberg
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«Der Kronberg ist ein Familien berg, wo man auf der Bobbahn rodeln und im Seilpark klettern kann. Am 1. August beginnt oben auf dem Berg um 4 Uhr ein Fest mit Musik und Milch. Ich spiele auf dem Hackbrett und freue mich auf den Sonnen aufgang. Um 6 Uhr gibt es eine Ansprache eines bekannten Politikers. Die ersten 100 Gäste werden zum Raclette aus Appenzeller Käse eingeladen.» 3 Gäbris
«Ich wohne am Fuss des Gäbris. Er ist mein Hausberg und ein wunderschöner Wanderberg. Das Gasthaus Unterer Gäbris hat eine ‹hämelige› Wirtsstube
nach alter Sitte, im Oberen Gäbris gibt es ein Ausflugsrestaurant mit einem Traumpanorama in alle Himmelsrichtungen.» 4 Meglisalp
«Ich spiele auch jedes Jahr am 5. August am Berggottesdienst auf der Meglisalp. Die Messe gefällt auch Menschen, die nicht so religiös sind. Nachher wird fein gegessen, und es kommt zur Stubete mit viel Musik. Bei Sepp Manser im Gasthaus Meglisalp isst man übrigens hervorragend. Touristen emp fehle ich, am Abend zur Meglisalp hochzuwandern, im verträumten Sennendörfein zu über nachten und am nächsten Tag weiterzureisen.» 5 Schaukäserei
«Die Appenzeller Schaukäserei in Stein AR ist kein Geheimtipp mehr. Weniger bekannt ist dage gen, dass man dort auch typisch appenzellisch essen kann. Ich bestelle am liebsten Chäshörnli und Südwörscht. Gleich dane ben befindet sich das Appen zeller Volkskundemuseum mit vielen interessanten Informa tionen zum Brauchtum.»
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Herbst auf der Insel Elba
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Portoferraio
Läden verzaubern. Danach erkunden wir entlang der Nordküste Procchio sowie Marina di Campo und mit Chiessi und Marciana Marina den landschaftlich schönsten Teil der Insel. 3. Tag – Freizeit & Möwenküste Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an – nutzen Sie die tolle Infrastruktur des Hotels oder unternehmen Sie einen Spaziergang am Strand. Am Nachmittag laden wir Sie zu einer schönen Bootsfahrt entlang der Möwenküste ein – lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie, wie sich kleine Strände und Buchten mit steilen pittoresken Felsen abwechseln. 4. Tag – Der Osten und der Wein Zum Auftakt unseres heutigen Tagesausflugs erleben wir das reizvolle Bergdorf Capoliveri mit seinen schmalen, verwinkelten Gassen und die herrliche Altstadt von Porto Azzuro mit dem traumhaften Blick auf die malerische Bucht. Später werden wir zu einer tollen
Weindegustation erwartet. Neben den typischen Weinen verkosten wir auch den „besoffenen Kuchen“, eine Spezialität der Insel. Zum Abschluss statten wir der Sommerresidenz Napoleons mit ihren wunderbaren Wand- und Deckenmalereien im grünen Tal von San Martino einen Besuch ab (Eintritt inkludiert). 5. Tag – Freizeit Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Spannen Sie aus, geniessen Sie das Meer und die Infrastruktur des Hotels. 6. Tag - Heimreise Am Morgen heisst es wieder Abschied nehmen von der Insel Elba. Nach der Ausschiffung in Piombino treten Sie die Heimreise an. Ankunft in der Schweiz am späten Abend.
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MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 21
K Bänz Friedli
Keine «kleine Nachtmusik» «Können Sie mich in vier Minuten noch einmal anrufen?», krächzt die Frau im voll besetzten Trolleybus in ihr Handy. Aber offenbar ist die Verbindung schlecht. «Nein, ich kann … Hören Sie mich? … In vier Minu ten! Dann bin ich im Büro. Ja, weil … Jetzt kann ich grad schlecht telefonieren.» Und was verkneift man sich zu sagen, als unfreiwilliger Mithörer? «Warum tun Sie es dann?» Wenn sie schlecht telefonieren kann, hätte sie es ja auch grad bleiben lassen kön nen. Sie: eine mittelalterliche Dame, durch aus gepflegt. Wir sind im 2er Richtung Wülf lingen unterwegs. Und es kommt, wie es kommen muss: Dreieinhalb Minuten später gibt ihr Telefönchen erneut Laut; der Klingelton, unüberhörbar: «Eine kleine Nachtmusik». Sie nimmt das Gespräch ent gegen, offenbar ists derselbe Anrufer wie vorhin: «Nein, ähm … Ich kann immer noch nicht telefonieren. Bin noch nicht im Büro. Aber jetzt bin ich dann grad dort. Rufen Sie doch bitte …»
Bänz Friedli (51)
hört mit.
Das hätte sie sich, uns und dem Gesprächspartner am anderen Ende ersparen können. Zwei Telefonate, für die Katz. Man beobach tet es öfter: Menschen telefonieren nur, um mitzueilen, dass sie gerade nicht telefonieren können. Sie verschicken Mails wie «Werde mich morgen gleich darum kümmern», sie SMSeln, dass sie gerade keinen Zugriff auf die
entsprechenden Dokumente hätten, dies aber gern nachholen würden, sobald sie … Und vergessen es dann. All die vielen Gerätlein, die tausend Apps und Erleichterungen des modernen Alltags helfen uns, Zeit zu gewinnen. Aber nur, wenn wir sie richtig nutzen. Sonst haben wir am Ende vor lauter Zeitersparnis gar keine Zeit mehr. Und alles bleibt halbfertig, alles auf geschoben, alles unausgegoren. Auffallend oft sind es ältere Leute, die den Umgang noch nicht erlernt haben. Solche, die halt nicht mit den digitalen Verlockungen aufgewach sen sind. Die Jungen? Drücken einen ungebe tenen Anruf einfach weg. Die ungelenke Dame im 2er hätte ihre Busfahrt besser zur Musse genutzt, statt unnötig zu telefonieren. Sie hätte durchat men, zum Fenster rausschauen oder, wenn es denn eine Ablenkung sein musste, im Abend blättchen blättern können. Stattdessen – Sie ahnen es! – ertönt die Erkennungsmelodie bald ein drittes Mal, in anschwellender Laut stärke. Und während sie in ihrer Tasche noch nach dem Handy nestelt, wächst sich der verhunzte Mozart von der kleinen zur gros sen Nachtmusik aus. Just in dem Moment muss ich aussteigen. Sonst hätte ich ihr gern gezeigt, wie sie wenigstens den Klingelton leiser stellen kann. Weil sie mitten am Nach mittag nervt, ihre Nachtmusik. MM
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22 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
Esther Mugglin steckt viel Herzblut in ihren Waschsalon Jetwash in Bern. Riesige Maschinen waschen hier die Wäsche.
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 23
Waschsalons
Einmal waschen und trocknen, bitte
Darum gehe ich in den Waschsalon www.migmag.ch/ waschsalons
Schmutzige Wäsche waschen die Schweizer in der Regel bei sich zu Hause. Doch es gibt noch öffentliche Waschsalons, auch wenn sie langsam aussterben. Hierher kommen vor allem Männer – und ab und zu ein paar Touristen. Text: Andreas Bättig
Bilder: Daniel Winkler
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1 Velokurier Ruben Fritze nutzt die Wartezeit auf die Wäsche an der Sonne. 2 Auch Ausländer wie der Engländer Stephen Metcalfe nutzen den Jetwash. Er hat zu Hause keine Waschmaschine. 3 Für 50 Rappen gibt es Waschpulversäckchen am Automaten zu kaufen.
E
sther Mugglin hat schon viele Dinge in ihren Waschmaschinen gefunden. Einen Schraubenzieher, zum Beispiel. Schraubenmuttern. Münzen und natürlich eine Menge Socken. «Waschmaschinen sind sockenfressende Monster», sagt sie. Die 49-Jährige ist die Betreiberin des Self-Service-Waschsalons Jetwash in Bern. Hier, gleich neben dem Café Kairo, stehen fünf Tumbler und sieben riesige amerikanische und polnische Waschmaschinen aus poliertem Edelstahl, die mit ihrem Fassungsvermögen von bis zu 11 Kilogramm jede gewöhnliche Waschmaschine zu Hause in den Schatten stellen. Es ist Samstag, 10 Uhr morgens, im Salon von Esther Mugglin ist noch nicht viel los.
«Man weiss nie, wer und ob überhaupt jemand kommt», sagt Mugglin, die regelmässig im Salon nach dem Rechten sieht, um etwa Waschpulver im Automaten nachzufüllen. Ähnlich wie bei einem SelectaAutomaten kann der Wäschekunde portionierte Waschpulverbeutelchen gegen Münz beziehen. Die sehen auf den ersten Blick mit ihrem schneeweissen Pulver in den unbeschrifteten Plastiktütchen wie Kokainpäckchen aus, kosten aber nur 50 Rappen. Mugglin hat diese Säckchen zu Hause selber von Hand abgefüllt und sie in den Automaten gepackt. Die Betreiberin steckt seit gut zehn Jahren viel Herzblut in ihren Salon. Das muss sie auch. Davon leben kann sie
nämlich nicht. «Das ist für mich ein kleiner Nebenjob. Fast schon ein Hobby.» Respekt vor fremder Wäsche
Kurz vor Mittag suchen die ersten zwei Herren um die 50 den Waschsalon auf. Der eine muss seine Wäsche wegen eines Rohrbruchs zu Hause im Jetwash waschen. Der andere lebt seit seiner Scheidung in einem Wohnwagen in Bern. Beide wollen lieber anonym bleiben und auch keine Fotos für die Reportage machen lassen. Sie bleiben nicht die Einzigen, die ihre Wäsche lieber ohne publizistische Begleitung erledigen möchten. Waschen scheint eben doch etwas sehr Intimes zu sein – auch in einem öffentlichen Salon. «Die Leute fassen meistens auch
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Waschsalons rund um die Welt
In den USA ein Milliardengeschäft Fast jeder Mieter in der Schweiz hat heutzutage
Zugang zu einer Waschmaschine im Privathaushalt. Nicht immer waren Waschmaschinen so erschwinglich wie heute. In den 1920er-Jahren wurde die Trommelwaschmaschine erfunden. Für die Mehrheit der Haushalte war sie jedoch zu teuer. Deshalb kam die Geschäftsidee der Waschsalons auf. Der erste soll am 18. April 1934 in Forth Worth in Texas eröffnet worden sein. Vier Waschmaschinen bot John F. Cantrell in seiner sogenannten Washateria an. Heute gibt es in den USA gemäss der Wasch-
Bis zu 11 Kilogramm passen in eine Waschmaschine: Viele nutzen öffentliche Waschsalons, um gleich die ganze Bettwäsche in einem Durchgang zu waschen und im Tumbler zu trocknen.
salonorganisation The Coin Laundry Association rund 29 500 Waschsalons, die einen Umsatz von etwa 4,8 Millionen Franken machen. In Deutschland gibt es nur etwa 500 Salons. Wie viele es in der Schweiz gibt, ist nirgends erfasst. Wer aber danach sucht, kann die Angebote an zwei Händen abzählen. Waschsalons werden
fremde Wäsche nicht an, wenn der Waschgang zu Ende und der Besitzer nicht gleich zugegen ist. Obwohl es extra einen Behälter dafür gibt, in den man sie hineinlegen kann», sagt Mugglin. Während des ganzen Tages kommen in den Waschsalon fast ausschliesslich Männer – allein. Sie füllen wortlos die grosse Maschine für 12 Franken pro Waschgang oder die kleine für einen Fünfliber. Warum kaum Frauen den Salon nutzen, kann auch Mugglin nicht so genau erklären. Aber nicht wenige ihrer Kunden kommen in den Jetwash, weil sie Ärger mit dem Waschplan zu Hause haben. «Manche können nur alle zwei Wochen waschen, das ist für sie zu wenig.» Auch wegen der Grösse seien ihre Maschinen beliebt. «Wo kann man schon die gesamte Bettwäsche in eine 11-Kilogramm-Maschine packen? Braucht
man zu Hause für seine Wäsche einen halben Tag, ist sie hier in einer Stunde erledigt.» Waschen als Meditation
Diesen Komfort schätzt auch der Berner Ruben Fritze. Mittlerweile ist es Nachmittag, Fritze, eingekleidet in Velokuriermontur, ist mit seinem Velo vor dem Jetwash vorgefahren. In seinem Gepäck hat er 25 Kilogramm Frotteewäsche und Rucksackträger des gesamten VelokurierBern-Teams. Fritze kommt jeden Samstag. «Der Waschsalon ist noch ziemlich chillig. Man grüsst sich zwar, aber er ist schon sehr anonym. Es sind auch nicht immer die gleichen Leute da», sagt er. An manchen Tagen sei der Salon richtig voll und es gebe sogar Wartezeiten. «Ich sitze dann aber nicht vor den Waschmaschinen und schaue
unterschiedlich bezeichnet. In den USA, Neuseeland und Australien heissen sie «Laundromats», in Grossbritannien «Launderettes». Waschsalons kommen auch in Theaterstücken, Filmen und in der Musik vor: Eine Hommage ist der britische Spielfilm «My Beautiful Laundrette» aus dem Jahr 1985, der auf einem Theaterstück von Hanif Kureishi basiert. 2009 nahm die australische Singer/ Songwriterin Lisa Mitchell den Song «Coin Laundry» auf.
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26 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
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1 15 bis 20 Franken lässt Markus Meyer pro Waschbesuch in Lea’s Waschsalon in Zürich liegen. 2 Wer kein Waschmittel mitbringt, kann sich am Automaten welches besorgen. 3 Hätten ohne Waschsalons doppelt so viele Kleider mitnehmen müssen: die irischen Backpacker Martin Tierney und Shaunna Mcevilly
der Wäsche beim Drehen zu», sagt Fritze. Andere, erzählt Betreiberin Mugglin, tun jedoch genau das – als Meditation. «Diese gleichmässigen Drehungen der Trommel, das Geräusch des Wassers. Das sei beruhigend, sagen sie.» Neben Einheimischen kommen auch viele Ausländer in den Waschsalon. Entweder sind es Touristen, die die hohen Waschservicepreise in ihren Hotels nicht zahlen wollen, wie ein Amerikaner im Jetwash zu Protokoll gibt. Oder weil sie wie Stephen Metcalfe keine eigene Waschmaschine zu Hause haben. Metcalfe, ursprünglich aus Newcastle GB, lebt seit acht Monaten in Bern und arbeitet am Mathematischen Institut. «Ich lebe in einem ziemlich alten Haus», sagt er. Alle zwei Wochen suche er den Jetwash auf. «Der Preis ist fair, die Wäsche wird sauber.» Zudem sei die Lage optimal. So gönnt sich der 28-Jährige einen Kaffee im «Kairo», während sein Wäsche nebenan geschleudert wird. Zwei Bänke, neun Waschmaschinen
Ortswechsel. In der ganzen Stadt Zürich gibt es gerade mal noch zwei Waschsalons. Einer von ihnen ist Lea’s Waschhaus beim Lochergut. Neun Waschmaschinen und vier Tumbler stehen hier für die Schmutzwäsche bereit. Es ist der perfekte Waschtag an diesem Samstagmorgen. Draussen regnet es in Strömen, drinnen plätschert die erste Waschtrommel in die Stille. Lea’s Wasch-
haus ist spartanisch eingerichtet. Zwei Sitzbänke gibt es sowie einen Automaten fürs Waschpulver. Das ist alles. Wer hierherkommt und bleibt, beschäftigt sich selber. Oder er verlässt den Salon gleich wieder, nachdem er die Waschmaschine angestellt hat, und holt die Wäsche später ab. Lea’s Waschhaus gibt es schon seit mehr als 30 Jahren. Wer «Lea» ist oder war, liegt im Dunkeln. Der heutige Betreiber übernahm das Geschäft vor zwei Jahren von seinem Vorgänger, der den Salon 22 Jahre lang betrieb und danach ausgewandert ist. «Wir haben danach einiges investiert», sagt der neue Geschäftsführer, der den Salon als Nebenerwerb betreibt und seinen Namen nicht nennen will. «Wer einen Waschsalon in der Schweiz rentabel führen will, der muss von A bis Z alles selber machen – auch die Reparaturen an der Maschine», sagt er. Zu ihm kämen viele Sozialfälle, Saisonarbeiter oder Touristen. «Vom Waschsalon allein kann man nicht leben. Am Schluss bleibt finanziell schon etwas hängen, aber viel ist es nicht.» Markus Meyer ist seit zwei Monaten regelmässig Kunde in Lea’s Waschhaus. Pro Waschtag lässt er hier zwischen 15 und 20 Franken liegen. Für sechs Kilo Wäsche zahlt er Fr. 6.60 bei 40 Grad, Fr. 7.80 bei 90. Zu tumblen kosten 10 Minuten 3 Franken. Heute ist Meyer kurz nach dem Mittag in den Waschsalon gekommen, um sechs Kilo Wäsche zu waschen: Sportkleider, Hosen,
Unterwäsche. «Ich lebe mit drei Mitbewohnern in einer WG. Wir können pro Woche nur an anderthalb Tagen waschen. Das reicht hinten und vorne nicht», sagt der 30-Jährige. Etwa alle zwei Wochen kommt er hierher und füllt eine Maschine. «Manchmal nehme ich meinen Laptop mit und erledige Geschäftliches», sagt der Geschäftsführer. Meistens kommt er nachmittags und bleibt etwa zwei Stunden. «Hier ist in der Regel nicht viel los.» Ideal für Touristen, die knapp bei Kasse sind
In einer Grossstadt wie Zürich ist der Waschsalon nicht nur für Einheimische, sondern insbesondere für Backpacker wichtig, wie sich etwas später zeigt. Shaunna Mcevilly (24) und ihr Freund Martin Tierney (28) aus Irland haben am Anfang noch etwas Mühe, die Waschmaschine zu starten, da ihnen das passende Kleingeld fehlt. «An die Schweizer Preise haben wir uns ja schon langsam gewöhnt. Aber selbst der Waschsalon ist sehr teuer», sagt Tierney. Die beiden sind auf einer Europarundreise und kommen gerade aus Mailand. «Ohne Waschsalons hätten wir das Doppelte an Kleidern mitnehmen müssen», sagt Mcevilly. Zum Glück gebe es in fast jeder europäischen Stadt welche. «In Barcelona war der Waschsalon sehr trendy und wie eine Disco eingerichtet», erzählt Mcevilly, während Tierney seine Wäsche in die Maschine stopft. Damit die Reise sauber weitergehen kann – bis zum nächsten Waschsalon. MM
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MM26: Hutclub Basel Hauptsache Hut
«Meine Mutter war die schönste und eleganteste Frau der Welt» Chapeau, für alle schönen Frauen mit den wunderbaren Hüten! Meine Mutter war eine grosse Hutliebhaberin. Sie trug gerne einen Hut im Ausgang. Für mich war meine Mutter die schönste und eleganteste Frau der Welt. Ich bewunderte ihre Kunst, sich mit so viel Klasse zu bewegen – und natürlich ihre Hüte. Sie starb letztes Jahr im Alter von 92 Jahren. Dieser Brief ist für sie. Sibylle Hartmann via E-Mail
MM26: Diese Woche Ein bisschen
Freiheit für betagte Autofahrer
«Wer sich nicht frühzeitig mit ÖV auseinandersetzt, ist selber schuld» Jeder und jede weiss, dass irgendwann im Alter die Zeit kommt, dass er/sie nicht mehr Auto fahren kann. Wer sich nicht frühzeitig mit den öffent lichen Verkehrsmitteln vertraut macht, ist einfach selber schuld. Da gibt es keine Ausreden! Susi Küng-Götze via Facebook Sorgen bereiten den Senioren die seit dem 1. Juli geltenden neuen Vorschriften zur Fahr eignungsuntersuchung, das heisst die Untersuchungsprak tiken der Hirnleistung. Unbe stritten birgt die Messung und
Beurteilung für den unter suchenden Hausarzt einen grossen Ermessensspielraum. Für den erfahrenen Hausarzt, der das Umfeld des Probanden kennt und bei der Untersuchung einfliessen lässt, ist das wohl kein Problem. Aber im Hinblick auf den besorgniserregenden Rückgang von erfahrenen Haus ärzten eben doch. Denn ihre jüngeren Nachfolger kennen den Patienten nicht und wenden Testverfahren an, die der Proband als praxisfremd und ominös empfindet. Das bereitet den Senioren Sorgen. Hansueli Bleiker, Beratungsstelle für Auto fahrende Senioren, 6443 Morschach Fahrausweis light? So etwas Stupides hab ich noch nicht gehört. Auch wenn ich die gewohnte Strecke von daheim zur Migros fahre, kann viel pas sieren. Ich bin für eine Fahr
stunde bei einem Experten – jedes Jahr ab 70. Ich bin selber so alt und würde es begrüssen. Susi Küng-Götze via Facebook Bremse und Gaspedal können auch bei Rayonfahrten ver wechselt werden. Allgemein sollte viel strenger kontrolliert werden. Heinz Vinanti, via Facebook Es gibt in allen Alterskategorien Personen, die besser nicht ans Steuer eines Fahrzeugs gehören. Da sollte man den Hebel ansetzen. Ältere Fahrer mit viel Fahrerfahrung sind meistens sicherer unterwegs als solche, die erst wenige Kilo meter gefahren sind. André Holinger, 8912 Obfelden Lange galten junge Autolenker im Strassenverkehr als Haupt verursacher von Unfällen, die Politik hat entsprechend gehan delt und Verschärfungen für diese Personengruppe durch gesetzt. Neuere Statistiken zei gen jetzt, dass sich Unfälle mit älteren Autolenkern häufen. Dass jedoch nicht mit gleichen Ellen gemessen werden soll, zeigen politische Vorstösse wie der im Artikel erwähnte von Maximilian Reimann. Ein Blick auf den Altersdurchschnitt des Parlaments reicht, um festzu stellen, dass sich viele Politiker mit schärferen Regeln für ältere Autolenker selber einschränken würden. Darum sind Vorstösse, die zu Verwässerungen der Regeln für ältere Autolenker führen, nicht überraschend. Via sicura sollte die Anzahl Tote im Strassenverkehr vermindern, darum müssten die Massnahmen auch konse quent auf Senioren angewandt und die Fahrtauglichkeit ab 70 Jahren jährlich von Spezia listen des Strassenverkehrsamts geprüft werden. Pascal Merz, 6210 Sursee Für Junglenker auch regelmäs sige Eignungstests und keine schnellen Autos bis 30 Jahre. Christine Winter via Facebook Ab der Prüfung alle fünf Jahre zur Kontrolle, kein Leasing mehr, GratisÖV rund um die
Uhr – so haben wir nur noch die Hälfte der Autos auf der Strasse. So ist es dann für alle sicherer, egal, ob jemand 18 oder 80 ist. Marianne Veraguth via Facebook Natürlich nehmen im Alter Sehen, Hören und Beweglichkeit ab, aber dafür werden die Älte ren nicht durch Telefonieren, Nachrichten schreiben, Schmin ken, Autoelektronik, Essen usw. abgelenkt und fahren meist auch nicht zu schnell. Zwar halte ich regelmässige Gesundheits checks in jedem Alter für sinn voll, aber doch bitte nur, wenn das für das benachbarte Ausland auch gilt. Deren Fahrer können unser Land ungehindert und in Massen befahren. Alles andere diskriminiert – einmal mehr – die Einheimischen. Hans Schäfer via Facebook Ob das hilft? Ich würde eher sagen, dass Lenker ab 60 zur Prüfung sollten: medizinisch und autofahrtechnisch. Und zwar zu unabhängigen Prüfern. Wer knapp besteht, muss im folgenden Jahr wiederkommen, und wer mit Bravour besteht in fünf Jahren wieder. Zora Schwarz via Facebook MM26: Interview «Wir schaffen
Distanz, um das Leid ignorieren zu können»
«Sogar Schnecken haben Gefühle» Als Teenager hatte ich zwei Schleierschwänzli. Wenn ich zur Tür reinkam, schwammen sie mir entgegen. Ich spielte mit ihnen, indem ich mit einer Pflanze durchs Wasser wedelte, und sie versuchten, sie zu erwischen. Wegen eines Pilzes brauchte eines der Fischli mal ein Spezialbad. Ich hielt die hoh le Hand ins Wasser, es schwamm hinein, und ich hob es ins andere Becken. Dann ging ich eine Woche in die Ferien. Meine Fischli starben derweil an Heim weh. Sobald Wissenschaftler sich Zeit nehmen, mit einem Tier eine Bindung einzugehen, werden sie merken, dass sogar Schnecken Gefühle haben. Evelyne Schweri per E-Mail
Bilder: zVg
Leserforum
Die besten Velo- und Ausflugstipps
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 29
www.migmag.ch/ martigny
MM25: Gastronomie Der gute Mensch von Greifensee
«Die Schweiz hat ein sehr gutes Sozialsystem» Ich finde es sehr schön, dass Herr Ramadani bedürftigen Menschen gratis ein Essen offeriert. Was er aber über die Schweiz sagt («Ein schönes, aber kein soziales Land»), finde ich unerhört. Gerade die Schweiz hat ein sehr gutes Sozialsystem, sei es an finan zieller Unterstützung oder an sozialen Einrichtungen. Etwas Wichtiges möchte ich erwähnen, was in der heutigen Zeit viele Leute vergessen haben: Jeder Mensch muss Selbstverantwor tung übernehmen, um das zu lernen, was er im Leben lernen muss. Beatrice Vogt via E-Mail Mir ist die «Gratismahlzeit» nach der Aussage von Herr G. R. («Die Schweiz ist ein schönes, aber kein soziales Land») im Halse stecken geblieben. Peter Pfister, 6130 Willisau
Leserfoto
Migros in Putins Reich Unbekanntes Unterwallis: Blick von der Forclaz-Passstrasse ins Rhonetal (oben), die Verticalp-Bahnen am Emosson-Stausee und der Velo-Willkommensbogen für die Tour de France vor Finhaut. Online
Die Walliser Tour de France
Auf unserer Reise von Helsinki über St. Petersburg nach Murmansk entdeckten wir beim Soldatendenkmal eine Russin, die uns etwas verkaufen wollte – aus einer Migros-Tasche. Bernhard Spirig, 8586 Andwil
Am 20. Juli führt eine entscheidende Bergetappe der Tour de France nach Finhaut VS. Die Deutschschweiz bekam bisher davon kaum etwas mit. Dabei bietet die Ankunft die Chance, rund um Martigny eine Veloregion kennenzulernen, die in Sachen Vielseitigkeit auf engstem Raum punktet. Das Migros-Magazin hat unbekannte Pässe und Bergorte erkundet. Fazit: Dank malerischer Landschaften und guter Erschliessung erübrigt das Unterwallis glatt den Weg in die Savoyer Alpen mit ihren Tour-Mythen. Wir verraten, wo «Hobbygümmeler» oder E-Bike-Touren-Fans den Walliser Galibier finden. Aber auch, was die Region Familienausflüglern bietet. Alle Tipps und Infos auf www.migmag.ch/martigny
30 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
1
Lisetta Loretz Crameri
Salbeiblätter statt Pastillen
Wenn andere zu Antibiotika greifen, geht Lisetta Loretz Crameri in ihren Garten und holt sich dort das passende Mittel. Ihr Wissen gibt die Kräuterfrau in Kursen weiter. Mit ihrer Überzeugung von der heilenden Kraft der Natur eckt sie zuweilen auch an. Text: Anne-Sophie Keller
Bilder: Mara Truog
B
etritt man die Welt von Lisetta Loretz Crameri (64), passiert das, was man Entschleuni gung nennt: Sie begrüsst einen mit einem festen Händedruck und einem Stück Rhabarberkuchen, und verabschiedet einen mit einer Um armung und einem Gläschen Harz balsam – der Tannenharzextrakt ist ein Allzweckmittel bei Hautbeschwer den. Von ihrem Haus, einem zwei stöckigen Holzbau im aargauischen Brunegg, führt ein Weg direkt in den Wald hoch zum Schloss Brunegg. Lange hält sie es drinnen nicht aus. Ihr Reich ist der rund 30 Quadrat meter grosse Kräutergarten. In dessen Mitte befindet sich ein Teich mit See rosen, Goldfischen und Libellen. Ab und zu schaut eine Nachbarin für einen Schwatz über den Gartenzaun.
«Es ist alles da, was man braucht», sagt Loretz Crameri und spaziert einmal quer durch ihre Naturapotheke. Die Nachtkerze soll gegen ADS wirk sam sein, die gepressten Beinwell blätter heilen verstauchte Rippen, Lavendel und Zitronenmelisse helfen beim Einschlafen. Der Schwarzküm mel kommt in den Salat, der Saft des AloeVeraähnlichen Hauswurz auf die Haut, ein paar Blätter Salbei bei Halsweh über Nacht hinten in die Backen. Die bitteren Artischocken blätter unterstützen die Leber, schme cken aber nicht besonders, die Erd beeren und Himbeeren, die daneben im kleinen Biogarten wachsen, dafür sehr. Nimmt man den Weg vom Haus in den Wald, findet man Schöllkraut und Knoblauchrauke – die Milch der Pflanzen hilft gegen Warzen.
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 31
2
1 Die Malve ist nur
Wann ist Lisetta Loretz Crameri zuletzt krank gewesen? «Ich war, bin und bleibe gesund», sagt sie mit gelassener Stimme, und ihre ruhigen blauen Augen leuchten dabei. Ein Erbstück aus der Kindheit
3
Ihr Wissen hat die 64-Jährige von zu Hause mitgebracht, dem sagenumwobenen Maderanertal im Kanton Uri: «Die Menschen dort hatten alle so viele Kinder, zehn, zwanzig, da hatte niemand Geld. Man hat genommen, was da war.» Die wundheilende Ringelblumensalbe etwa war in jedem Haushalt zu finden. Wenn man Ohrenschmerzen hatte, gabs einen Zwiebelwickel, bei Halsweh einen Wickel mit Kartoffeln, bei Fieber Essigsocken und bei Bauchschmerzen ein paar Tropfen Enzianschnaps. Zum Doktor
sei man erst gegangen, «wenn man schon fast gestorben war». Sie sei «ein furchtbares Heimwehkind», sagt Loretz Crameri. Von ihren sieben Geschwistern seien fünf im Tal geblieben. Sie selbst verliess die Heimat für die Liebe und ein Kind, das sie gebar, als sie 18 war. Ihre Mutter hatte ihr nicht erlaubt, so früh zu heiraten. So musste das junge Paar entweder in den Aargau oder nach Basel umziehen – in den anderen Kantonen war das Zusammenleben in wilder Ehe damals noch verboten. Es folgten zwei weitere Kinder und glückliche Jahre. Seit 32 Jahren teilt sie nun ihr Leben mit Bruno Crameri, den sie schmunzelnd als ihren Gegenpol beschreibt: «Er ist ein unheimlicher Perfektionist und eher maschinen- statt naturorientiert.»
eine von unzähligen Pflanzen im Garten von Lisetta Loretz Crameri. 2 Die Kräuterfrau
bietet schon seit über 20 Jahren Kurse in Pflanzenheilkunde an. 3 In einem Schup-
pen stellt Lisetta Loretz Crameri aus Tannenharz, Olivenöl und Bienenwachs einen Harzbalsam her.
32 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
«Eusi Landchuchi»
In ihrem Kräuterkurs lernt man als Erstes, dass man sich vor giftigen Pflanzen nicht fürchten muss und dass man sich mit nur wenig Aufwand und den passen den Kräutern aus der Natur selbst heilen kann. Man müsse nur ge nau hinschauen, wo sie wachsen, sagt die Kräuterfrau. «Natur bedeutet für mich Leben», betont Lisetta Loretz Crameri, die am modernen Lebenswandel vieles zu bemän geln hat. Ein Dorn im Auge sind ihr Lebensmittel, die auf langen Transportwegen all ihre Nähr stoffe verlieren, unnötiges häu figes Duschen «und überhaupt der ganze Stress heutzutage». Krankheiten wie die Schuppen flechte, also eine Verhornung der Haut, seien darum immer mehr verbreitet: «Das hat auch eine psychologische Bedeutung. Heute
starren ja alle nur noch auf ihr Telefon. So kapselt sich nicht nur die Seele ab, sondern auch der Körper. Viele behandeln die Schuppenflechte mit Chemie bis zum Gehtnichtmehr, obwohl viele chemische Wirkstoffe sehr umstritten sind.» Hätte Lisetta Loretz Crameri bereits früher über ihr heutiges Wissen verfügt, hätte sie einiges anders gemacht: «Zum Beispiel würde ich meine Kinder nicht mehr impfen. Das finden viele verantwortungslos. Auch dass ich einen Hundebiss selber heile, verstehen viele nicht. Jeder hat mich ins Spital schicken wollen und warnte vor Blutvergiftung und Wundstarrkrampf.» Dabei ist Loretz Crameri davon über zeugt, dass es anders geht: Mit einer erfahrenen Homöopathin an der Seite, der regelmässigen
Einnahme von Eisenglobuli, dem Einreiben von Harzbalsam und viel Trinken, damit das Gift aus geschwemmt wird. «Das darf man aber nur tun, wenn man sich auskennt», warnt sie. Ihr Wissen teilt Lisetta Loretz Crameri gern, vor allem mit jun gen Müttern, die ihren Kindern nicht immer noch mehr Antibio tika geben wollen. In den Kursen seien Frauen in der Überzahl, doch auch weniger naturverbun dene Herren zeigten Interesse an ihrer Kräuterkunde. Sie erzählt: «Vor zwei Jahren in der Inner schweiz kam ein stämmiger Mann herein, sah die Frauen und rief erschrocken: ‹Oh, nein! Nur Weiber! Da geh ich gleich wieder.› Die Kräuterfrau überredete ihn zu bleiben – mit nachhaltigem Erfolg: «Er fragt mich noch heute regelmässig um Rat.» MM
Die Kräuterfrau im Fernsehen Auch kulinarisch hat Lisetta Loretz Crameri einiges zu bieten. Das weiss auch das Schweizer Fernsehen und hat die Kräuterfrau für die Serie «Eusi Landchuchi» engagiert. Im Kochwettbewerb messen sich Hobbyköche aus allen Sprachregionen. Der kulinarische Austausch gibt Einblick in verschiedene Lebenswelten. Die Serie läuft vom 8. Juli bis 19. August, freitags ab 20.05 Uhr auf SRF 1. Die Folge, in der Lisetta Loretz Crameri den Kochlöffel schwingt, steht am 22. Juli auf dem Programm.
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Tag 14 Puerto Chacabuco/Chile. Busausflug* durch das Simpson-Tal und nach Coyhaique. 7–14 Uhr. Tag 15 Puerto Montt/Chile. Tagesausflug* zu den beeindruckenden Petrohué Wasserfällen mit Ausblick auf den schneebedeckten Vulkan Osorno. 8–17 Uhr. Tag 16 An Bord. Tag 17 Santiago de Chile/Chile. Stadtrundfahrt in Valparaiso, Transfer nach Santiago de Chile und Stadtrundfahrt. Hotelübernachtung. Tag 18–19 Santiago de Chile–Zürich. Transfer zum Flughafen und Flug in die Schweiz. * Ausflugspaket inkl. Mittelthurgau-Reiseleitung
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34 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
Eugen Drewermann
«Zwischen Denken und Glauben herrscht eine riesige Kluft»
Der Papst tut, was er kann, ohne allerdings viel zu bewirken – sagt der bekannte deutsche Kirchenkritiker Eugen Drewermann. Ein Gespräch über den Wandel in der katholischen Kirche, die Flucht in die Esoterik und die Ängste vor islamistischem Terror. Text: Ralf Kaminski
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 35
Bild: Michael Gottschalk/photothek.net
Bewandert in Theologie und Tiefenpsychologie: Eugen Drewermann
36 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
Eugen Drewermann, Sie halten regelmässig Vorträge in der Schweiz. Ist das Publikum hier anders als in Deutschland? Es unterliegt nicht der katholischen Aufsicht. Das ist ein grosser Vorteil – und ganz anders als in Österreich zum Beispiel. Das ist für mich inzwischen ein schwierig zu betretendes Land. Wieso denn? Österreich ist mir gegenüber sehr restriktiv. 1992 gab es sogar eine offizielle Order der österreichischen Bischofskonferenz an die kirchenabhängigen Medien, über mich gar nicht oder nur negativ zu berichten. Daran hält man sich bis heute. Dank Calvin und Zwingli ist die Lage in der Schweiz anders. Sie sind 2005 aus der katholischen Kirche ausgetreten. Inzwischen hat sich dort einiges bewegt. Könnten Sie sich vorstellen, wieder einzutreten? Es ist gar nicht nötig. Ich möchte, dass die Botschaft Jesu den Menschen so mitgeteilt wird, dass man spürt, wie wesentlich sich das Leben durch sie ändert. Das ist mein eigentliches Anliegen. Ich habe es mithilfe der Tiefenpsychologie zu vermitteln versucht, und ich denke immer noch, dass dieser Weg vielen hilft und nicht ganz falsch ist. Wenn die Kirche sich dadurch infrage gestellt fühlt, ist das ihr Problem.
Papst Franziskus setzt einige andere Akzente als seine beiden Vorgänger. Geht das in die richtige Richtung? Er tut, was er kann. Aber Freiheit kann nicht von oben nach unten verordnet werden. Ein Gläubiger, der sich die Freiheit erlauben lässt, ist nicht wirklich frei. Und das ist eine Gefangenschaft, die die katholische Kirche wesentlich prägt. Sie hängt am zentralis tischen Glauben, der Institution und der Beamtung – das ist ein grosser Unterschied zu den Kirchen der Reformation, der Unter schied auch zwischen Mittelalter und Neu zeit. Die Dogmen gelten für die katholische Kirche ultimativ, weil sie die biblischen Erzählungen wörtlich nimmt, als historische und nicht als symbolische Ereignisse: Die Jungfrauengeburt wird so zur biologischen Tatsache, Jesu Himmelfahrt zur physika lischen. Auf diese Weise nötigt sie die Men schen zu wählen: zwischen Unglauben und Aberglauben. Sie spaltet zwischen der Suche nach Gott und dem Verstand. 200 Jahre nach der Aufklärung kann man das nicht mehr durchgehen lassen. Und Sie haben nicht den Eindruck, dass mit Franziskus diesbezüglich etwas in Bewegung geraten ist? Nein. Er kommt aus der Befreiungstheologie in Argentinien und musste diese Themen niemals auf diese Weise durchdenken. Er hat einen gewissen Elan, aber um diese
Defizite anzugehen, bräuchte er dringend Theologen, die ihm helfen. Und die gibt es nach den Amtszeiten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. praktisch nicht mehr. Im Vatikan scheint man abzuwarten, wohl auch, weil sich die Furcht derart ausgebreitet hat, bei kritischen Worten die eigene Position zu riskieren. Hat der Papst Sie dennoch mit irgendwas positiv beeindrucken können? Mit einigem. Er ging nach Lampedusa, um auf das Flüchtlingselend aufmerksam zu machen, und er hat den Kapitalismus, an den wir fast wie eine Ersatzreligion glauben, als eine «Wirtschaftsform des Todes» be zeichnet. Die Reaktion darauf war allerdings fast durchgehend Unverständnis und Schweigen, nur ganz links gab es positive Resonanz. Dabei hat Franziskus damit voll kommen recht: Der Kapitalismus ist nicht zu trennen von der Permanenz des Krieges, der Ausbeutung, der Gewalt, der Verelen dung der Dritten Welt, mit der man auch noch Geschäfte macht. Ausserdem hat der Papst Palästina als eigenen Staat anerkannt sowie einen Rabbi und einen Imam zum religionsübergreifenden Friedensgebet eingeladen – und es war nicht so wie bei Johannes Paul II., wo sie nur dasitzen und zuhören durften. Franziskus gibt viele positive Impulse. Leider sehe ich nicht, dass sie irgendetwas bewirken.
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MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 37
Zur Person
Ein Mann mit guten Absichten und wenig Wirkung also. Die Wirkung kann man nicht herbeikom mandieren, sie muss sich aus den Menschen heraus ergeben. Wer Barmherzigkeit nicht von allein fühlt, dem kann man sie nicht beibringen. Aber schön, wenn es einen Papst gibt, der sie vorlebt. Ein Kontrast zu seinem Vorgänger? Der Stil ist deutlich anders. Abtreten musste Ratzinger letztlich, weil mit ihm eine ganze Epoche zu Ende ging. Unter Johannes Paul II. wurden viele Skandale unterdrückt, vor allem durch Ratzinger, der damals Vorsitzender der Glaubenskongregation war. Das alles hätte ihn nun eingeholt, die Fälle von Kindsmissbrauch, die mafiösen Bankgeschäfte. Man wollte die Reinheit der Kirche nach aussen präsentieren, die Wirklichkeit im Innern aber nicht ändern. Nun hat ein Epochenwandel begonnen, und es ist noch völlig offen, wohin der führt. Die katholische Kirche befindet sich in einer Art Übergangszeit. Genau. Und man hat Angst vor dem Chaos, das ausbrechen könnte, wenn die Leute begreifen, wie problematisch die alten Strukturen sind. Man fürchtet quasi die Protestantisierung, also die Bindung an Person statt Institution, die Gewissens freiheit. Diese Dinge klopfen seit einem
halben Jahrtausend an die Tore von St. Peter und sind immer ausgesperrt geblieben. Ende 2016 beginnen die Feiern anlässlich 500 Jahre Reformation. Was gibts zu feiern? Martin Luther hat mit dem Anschlagen seiner Thesen am 31. Oktober 1517 gezeigt, was passiert, wenn man einen Konflikt ener gisch genug anpackt. Er hätte diverse Prob leme angehen können, aber jenes mit dem Ablasshandel lag in der Luft. Jeder konnte sehen, wie illegitim und verlogen es war, den Menschen mit der Angst vor Gott Geld abzupressen – unter anderem für den Bau des Petersdoms. Der fromme Mönch Luther war damals sogar noch naiv genug zu glauben, der Papst würde selbst eingreifen, wenn er nur wüsste, was in seinem Namen geschieht. Am meisten schätze ich Luther jedoch für seine Standfestigkeit 1521 beim Reichstag in Worms, als er unter enormen Ängsten und Selbstzweifeln auf seiner Position beharrte und der Legende nach gesagt haben soll: «Hier stehe ich und kann nicht anders.» Ihm war klar, dass er damit sein Leben riskierte, und er tat es trotzdem. Das macht für mich die Grösse und Vorbildlichkeit Martin Luthers aus; in diesem Moment beginnt eigentlich die Reformation. Was davon wirkt heute noch nach? Dass es hilfreicher ist, Gottvertrauen gegen Angst zu setzen, statt die Einhaltung von
Theologe und Schriftsteller Eugen Drewermann (76) ist einer der pro
filiertesten deutschen Theologen. 1966 zum Priester geweiht, äus serte er sich jahrelang kritisch über die seiner Ansicht nach zu wört liche Bibelauslegung der katholischen Kirche. 1992 wurde er vom Pries teramt suspendiert, 2005 trat er aus der Kirche aus. Drewermann ist Vegetarier und Tierschützer.
Er wohnt in Paderborn (D), ist dort allerdings nur auf dem Postweg zu er reichen. Telefongesprä che, Mails oder Faxe nimmt er in einem Hotel in der Nähe entgegen. Das MigrosMagazin hat ihn Mitte Juni zum Ge spräch in Zürich getrof fen, als er beim Parabola Forum zu Gast war und einen Vortrag zum The ma «Landschaften der Seele oder: Wie man die Angst überwindet» hielt.
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38 | MM27, 4.7.2016 | MENSCHEN
den freien Markt auszuweiten, sich Rohstoffe und Handelsrouten zu sichern, notfalls auch in Kooperation mit korrupten Regimes. Diese Dinge sind uns jeden Krieg wert oder zumin dest die täglichen Drohnenmorde aus der Luft. Vergleichen Sie die Zahlen: Der islamis tische Terror ist, wenn es hochkommt, viel leicht für 10 000 Tote verantwortlich. In der gleichen Zeit sind im Namen der westlichen Ordnungsmacht rund zwei Millionen Men schen getötet worden. Welche Kultur ist denn nun gewaltbereiter?
Dogmen anzumahnen. Luther schrieb: «Alle Gesetze können dir nur sagen, was du tun sollst. Sie geben dir aber nicht die Kraft dazu.» Menschen können nur in dem Mass gut sein, in dem sie Güte selbst erlebt haben. Erst das erlaubt die Zuversicht, umfangen zu sein, egal, was passiert. Dies sind Grund sätze, die auch heute noch Bestand haben, die sich im Kern auch in allen drei mono theistischen Religionen finden. Und es war damals die Wiederentdeckung der Botschaft Jesu nach 1500 Jahren Kirchengeschichte, die sich mehr und mehr von den Ideen der Bergpredigt entfernt hatte. Es gibt heute immer mehr Menschen, die sich nicht mehr einer Religion zugehörig fühlen, aber vage an etwas Übernatür liches glauben und dabei auch zur Esote rik neigen – eine Rückkehr zum Wunder glauben quasi. Was halten Sie davon? Das zeigt die grosse Hilflosigkeit der Men schen, die sich von der Kirche nicht mehr verstanden fühlen. Zwischen Denken und Glauben herrscht heute eine riesige Kluft. In den Schulen werden nur noch Naturwis senschaften und Ratio gelehrt. Aber daneben gibt es noch andere Bedürfnisse, und so greifen die Leute wie Ertrinkende nach allem, was Halt zu versprechen scheint. Daran klammert man sich, mit aller Kraft. Und je grösser die Angst, desto stärker die Neigung, Religion zu vergegenständlichen, zum magischen Gebrauchswert des Religiösen zurückzukehren. Nicht Vertrauen, sondern Rituale sollen die Angst beruhigen. Die Eso terik ist im Grunde nichts als ein Versuch, mit scheinbar naturwissenschaftlichen
Begriffen Religion zu begründen, ohne das eine oder das andere richtig zu verstehen. Mir tut es bitter weh zu sehen, wie die Kirche in ihrer Erhabenheit den Menschen im Weg steht bei der Suche nach dem spirituellen Halt, den sie dringend brauchen. Was hat das für Folgen für die Gesell schaft, die ja immer mehr zersplittert? Eine Kultur, die sich nicht in einem religiös getragenen Sinnzentrum zu finden vermag, ist tief gefährdet, keine Frage. Auf der anderen Seite ist die Religion nicht für den Staatserhalt da, dafür ist sie lange genug missbraucht worden. Sie müsste revolutio när sein, zum Beispiel in Fragen des Friedens. Religion müsste Rüstungsgeschäfte und Kriege infrage stellen, sie müsste die Ausübung von Macht ebenso hinterfragen wie das Gefälle von Arm und Reich. Keine Religionsgemeinschaft wird so angefeindet wie der Islam. Ist es leichter, aus ihm heraus Gewalt zu legitimieren als im Christentum oder anderen Religionen? Die christliche Theologie hat bis in die Ge genwart hinein Gewalt in ungeheurer Form gerechtfertigt. Ich habe 1955 bereits als Jugendlicher in der Weihnachtsansprache von Pius XII. gelernt, dass kein Katholik das Recht hat, sich auf sein Gewissen zu berufen und den Wehrdienst zu verweigern. Noch heute haben wir in Deutschland Militärpfar rer und bischöfe, die nicht von der Kirche, sondern vom Steuerzahler finanziert werden. Die Welt gibt sich inzwischen zwar säkular, Kriege werden scheinbar nicht mehr aus religiösen Gründen geführt – stattdessen, um
Und dennoch werden aktuell Terrorakte vor allem in Namen des Islam verübt. Aber vielfach als Reaktion auf Verwüstungen, die wir selber angerichtet haben. Fühlt sich eine Kultur angegriffen, greift sie gern zurück auf jene Zeiten, in denen sie sich sicher und erfolgreich fühlte. Im Fall des Islam ist das ein Rücksturz um 1300 Jahre. Die Wahabiten in SaudiArabien interpre tieren den Koran seit jeher so, als lebten wir noch im 7. Jahrhundert zu Zeiten Moham meds. Der IS und alQaida orientieren sich am gleichen Ideal. Und wenn Gewalt zum Ziel führt, wird sie vom Ausübenden nicht als Problem gesehen. Diese Haltung gilt allerdings auch für die westliche Welt. Es ist eine Illusion zu glauben, wir seien der Fortschritt der Menschheit, wir hätten der Gewalt abgeschworen. Das Thema Ihres Seminars in Zürich war die Angst und wie man sie überwindet. In Europa herrscht derzeit ziemlich viel Angst: vor Flüchtlingen, Terroristen, Wohlstandsverlust. Wie berechtigt sind diese Ängste? Die werden masslos übertrieben, durch die Medien und die Politik, die damit ihren Überwachungsstaat und die Militarisierung der Polizeikräfte und der Aussenpolitik rechtfertigt. In Deutschland kommen heute, wie im Schnitt jeden Tag, etwa zehn Men schen unters Auto und sterben. Wären diese Toten das Ergebnis terroristischer Aktivitäten, wäre die Hölle los. Die Auto industrie hingegen bleibt unbehelligt, es
Bild: Friedrich Stark/epd
«Der Islam war früher toleranzbereiter als das Christentum», sagt Drewermann.
Der Islam an sich ist also nicht das Problem? Geschichtlich betrachtet, war er sogar sehr viel früher toleranzbereiter als das Christen tum, denken Sie an die Mauren in Andalu sien oder an Sultan Saladin, unter dem Jerusalem für alle Religionen zugänglich war. Das Problem sind die vielen Gesetze im Koran und wie sie ausgelegt werden. Die müsste man dringend kreativ weiter interpretieren. Im Juden und Christentum gibt es allerdings ähnliche Probleme. Alle tun sich schwer, ihre Wahrheit symbolisch zu betrachten, statt wörtlich auszulegen. Doch genau das müsste geschehen.
MENSCHEN | MM27, 4.7.2016 | 39
schert niemanden, es ist normal, damit muss man leben. Der Terrorismus arbeitet mit dem Schock, den er zufügt, deshalb sind die Reaktionen so heftig. Dabei ist auch er nichts Neues: In der ganzen zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Terrorbewegun gen aktiv, die sich selbst Freiheitsbewegung nannten. Terror ist damals wie heute eine gezielte Strategie der asymmetrischen Kriegs führung; die hilflose Gewalt der Grausamkeit ist alles, was den Schwächeren bleibt, um für ihre Positionen zu kämpfen. Die Ängste sind also durchaus nachvollziehbar? Angst ist die falsche Reaktion, stattdessen sollten wir uns fragen, was wir selbst dazu beitragen, dass «die anderen» so sind. War um sehen sie uns so? Jean Ziegler hat dazu 2009 ein gutes Buch geschrieben, «Der Hass auf den Westen». Darin werden die poli tischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gründe ausgezeichnet zusammengefasst. Klar ist, dass es niemanden gibt, der uns
Angst macht, der nicht seinerseits auch Angst vor uns hat. Diese Ängste schaukeln sich gegenseitig hoch, und wir können nur gemeinsam einen Weg daraus finden. Umso wichtiger wäre es, wenn beide Seiten mit einander reden könnten. Was kann der Einzelne tun? Man muss die Gründe finden, für die es sich zu leben lohnt, und diese möglichst weiterverfolgen. Was immer sonst passiert, wird sich ohnehin nicht vermeiden lassen. Für mich gehört es zum Glauben, dem Leben, vor allem auch dem Ende des Lebens, nicht mit Angst zu begegnen. Dabei hilft es, wenn es eine Ethik gibt, die selbst bestimmtes Sterben ermöglicht, wie das in der Schweiz der Fall ist. Deutschland ist leider noch nicht so weit, was wiederum mit Kircheneinflüssen zu tun hat. Aber man sollte keine Angst haben vor etwas, das ganz natürlich und normal ist. Der Tag, der uns heute gegeben ist, sollte uns antreiben in dem Bestreben, die paar Dinge, die wir für
richtig halten, wirklich zu tun. Mehr ist nicht möglich. Viele haben ja weniger Angst vor dem Tod als vor dem Weg dorthin, den Schmerzen, dem Verlust von Autonomie. Sie nicht? Ich kann diese Ängste nachvollziehen. Aber ich habe einige Demenzkranke begleitet, die haben das gar nicht gemerkt. Menschen mit Schmerzen allerdings leiden entsetzlich. Da sind unsere Ärzte in der Pflicht, wirksame Medikamente zu verordnen. Es ist doch absurd, 90jährigen Schwerkranken hohe Morphiumdosen zu verweigern, damit sie nicht abhängig werden. Die einzige Angst, die man wirklich haben sollte, ist die, falsch gelebt zu haben. Dagegen hilft eigentlich nur das Vertrauen, dass Gott uns bei der Hand nimmt und uns langsam hinführt zu dem, was er mit uns gewollt und gemeint hat. Und dieses Vertrauen haben Sie? Einfach Ja zu sagen, wäre zu simpel. Ich bemühe mich darum. MM
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Migros-Welt MM27
Zahl der Woche
60 000
Rund 60 000 Kunden von Hotelplan Suisse haben seit Anfang des Jahres ihre Reise online gebucht. Das ist ein Zuwachs von knapp 5 Prozent.
Fotowettbewerb
Bilder: zVg
Schon 3000 Bilder zum Thema Landwirtschaft haben Hobby- und Profifotografen hochgeladen.
Seit Ende April läuft der grosse Fotowettbewerb Agrimage des Schweizer Bauernverbands und des MigrosMagazins. Auf www.agrimage.ch haben begeisterte Hobbyfotografen und Profis bereits rund 3000 Bilder zum Thema Landwirtschaft hochgeladen. Der Wettbewerb läuft bis März 2017; im April 2017 entscheidet sich, wer gewonnen hat. 10 000 Stimmen wurden schon abgegeben. Zu gewinnen gibt es attraktive Bar- und Sachpreise. Auch die Abstimmenden können Preise gewinnen. www.agrimage.ch
ZVG/Marc ZVG/Marc Wetli Wetli
Prisca Birrer-Heimo, Nationalrätin Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS
Manfred Bötsch Leiter Direktion Nachhaltigkeit & Qualitätsmanagement MGB
Doris Leuthard Bundesrätin, Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Neue Impulse für einen nachhaltigen Konsum Urs Brändli Präsident Bio Suisse
8. Konsumententagung, Freitag, 2. September 2016, 13.45 Uhr Kongresshaus Zürich, Gotthardstrasse 5, 8002 Zürich Die natürlichen Ressourcen schonen und das Klima schützen – das sind zwei zentrale Pfeiler einer künftigen Nachhaltigkeitsstrategie. Deshalb lancieren Detailhandel und Landwirtschaft innovative Projekte. Was können Konsumentinnen und Konsumenten mit ihrem Kaufentscheid bewirken? Braucht es neue staatliche Regulierungen – etwa zum Schutz von Ressourcen?
Thomas Vellacott Geschäftsführer WWF
Dr. Vivianne Visschers Department of Health Sciences and Technology ETH
Information/Anmeldung Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Wirtschaftspolitik Limmatstrasse 152, 8031 Zürich Tel. 044 277 30 87 MIGROS-Wirtschaftspolitik@mgb.ch
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 43
Popmusik Die Sängerin Veronica
Fusaro ist alles andere als ein abgehobener Star. Die 19-jährige Thunerin wirkt bodenständig und unkompliziert, doch sie ist nicht zu bremsen: Beim Wettbewerb «Demotape Clinic», der Jungtalenten eine Plattform bietet, überzeugte sie mit einem selber produzierten Song die Jury und das Publikum. Die «Demotape Clinic» findet im Rahmen des Popmusikfestivals «m4music» des MigrosKulturprozents statt. Fusaros Stück ist nun auch in der Zusammenstellung «The Best of Demotape Clinic 2016» enthalten, die nun erschienen ist. Die Compilation kann als Stream online angehört werden. www.m4music.ch/de/demotape-clinic
Auszeichnung
Bilder: M4Music/ Alessandro Della Bella, Mathieu Rod, zVg
Engagement für Tierwohl lohnt sich Jährlich prämiert die britische Tierschutzorganisation «Compassion in World Farming» Unternehmen, die sich für artgerechte Tierhaltung einsetzten. Die Migros erhält diesmal den «Good Chicken Award». Denn die Schweizer Detailhändlerin bezieht ihr frisches Pouletfleisch ausschliesslich von landwirtschaftlichen Betrieben, die beim Tierwohl strengen Anforderungen genügen. So haben auch Lieferanten im Ausland die Schweizer Tierschutzstandards einzuhalten. In Deutschland, Frankreich und Ungarn haben Migros-Liferanten und deren Produzenten über 100 Ställe umgebaut. Die Masthühner haben gegenüber der gängigen EU-Praxis bis zu 40 Prozent mehr Platz. Zusätzliche Fenster sorgen für Tageslicht in den Stäl-
len. Zudem beträgt die Ruhephase acht Stunden am Stück. Die Migros strebt im Rahmen von Generation M ein ehrgeiziges Ziel an: Bis Ende 2020 will sie die hohen Schweizer Tierwohlanforderungen auch für alle Importprodukte einführen.
Szene aus dem «A vs. B»-Werbespot: Welches Fruchteis gewinnt? Aktion «A vs. B»
Das Fruchteis-Duell Fruit Ice Kirsche gegen Fruit Ice Orange. Der Kampf der
Die Migros setzt sich für die artgerechte Haltung von Hühnern ein.
Geschmäcker geht in die nächste Runde. Auf www.migros.ch/avsb können Migros-Kunden jetzt ihren Favoriten wählen, das «A vs. B»Game spielen und im besten Fall Ferien und Tagespreise im Gesamtwert von 16 000 Franken gewinnen. Welches Fruchteis,
neben den bereits erhältlichen drei Sorten Mango, Erdbeere und Grapefruit, es zusätzlich neu schliesslich ins Sortiment schafft, entscheiden Kunden in den nächsten sechs Wochen. Bei allen Fruchtlutschern der Migros wird auf künstliche Aromen und Farbstoffe verzichtet, und sie kommen ohne Zuckerzusatz aus.
44 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
Medizin
Klagemauer für Patienten
Sind Ärzte Halbgötter in Weiss? Oder begegnen sie Kranken auf Augenhöhe? Ein Interview mit Barbara Züst von der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz, an deren Entstehung die Migros einst beteiligt war. Texte: Michael West Bild: Daniel Winkler
Barbara Züst: «Soziale Kompetenzen sollten im Medizinstudium mehr Gewicht bekommen.»
Das Echo war gewaltig: 1978 entstand im Zürcher Corbusier-Zentrum erstmals eine Art Klagemauer für Patienten. Das Gottlieb-DuttweilerInstitut ermöglichte diese Aktion. Unerwartet viele Menschen reichten Fragen und Beschwerden ein. Es war die Geburtsstunde der späteren Stiftung SPO Patientenschutz. Deren Co-Geschäftsführerin Barbara Züst erklärt im Interview, was seither im Gesundheitswesen besser geworden ist und welche Probleme noch immer bestehen. Barbara Züst, wie war 1978 das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten? Die Mediziner traten oft als Autoritätspersonen auf. Sie bestimmten die Art der Behandlung und rechneten
nicht mit Rückfragen oder gar Widerspruch. Ein Gespräch auf Augenhöhe fand in der Regel nicht statt. Patienten konnten auch keinen Einblick in ihre Krankenakte nehmen. Oftmals hielt der Arzt zum Beispiel Laborwerte und Röntgenbilder unter Verschluss. War damals im Gesundheitswesen also alles schlechter? Nein, natürlich nicht. Vor allem gab es früher mehr Hausärzte, die ganze Familien über Jahre begleiteten. Weil sie die Familiengeschichte kannten, konnten sie die Risikofaktoren einzelner Patienten besser abschätzen. Heute ist die Medizin viel arbeitsteiliger und unpersönlicher. Der Patient hat häufig mit Spezialisten zu tun, und es herrscht ein
ständiger Zeitdruck. Die Kontaktzeit mit dem Arzt wird immer kürzer. Dafür sind die Patienten heute vermutlich besser informiert. Ja, dafür sorgt besonders das Internet. Menschen mit einer Krankheit kommen oft mit Vorinformationen in die Sprechstunde, und sie treten auch selbstbewusster auf. Trotzdem: Die vielen Behandlungsoptionen und die Anonymität in der Medizin können Patienten überfordern. Wie oft bitten Menschen Ihre Stiftung um Hilfe? Wir erhalten jährlich rund 4000 Anfragen. Sie betreffen Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten und auch Krankenkassen. In ungefähr einem Viertel aller Fälle haben Patienten den Ver-
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 45
War 1978 die einzige Institution, die das heikle Thema Patientenschutz anging: das GDI in Rüschlikon ZH. Gottlieb-Duttweiler-Institut
Denkfabrik am Zürichsee Das Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) in Rüschlikon ZH gehört zur Stiftung «Im Grüene» und wird vom MigrosKulturprozent finanziell mitgetragen. Den Grundstein für diese unabhängige Forschungseinrichtung legte MigrosGründer Duttweiler kurz vor seinem Tod im Jahr 1962. Dutti wollte einen «Ort der Besinnung und Begegnung» schaffen. Das Institut sollte «wissenschafliche Forschung auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet» betreiben.
Bild: GDI Gottlieb Duttweiler Institute/Hans-Jürg Schellenberg
dacht, dass sie Opfer eines Behand lungsfehlers geworden sind. Wie helfen Sie solchen Patienten? Erst einmal geht es um eine medizini sche Vorabklärung. Man muss heraus finden, ob wirklich ein ärztlicher Feh ler vorliegt und nicht etwa eine Kom plikation, die bei einer Behandlung auftreten kann. Wenn sich der Ver dacht eines Fehlers erhärtet, vermit teln wir die Patienten an Vertrauens anwälte. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es vielen Betroffenen nicht in erster Linie um materiellen Schadenersatz geht. Sie möchten sich lediglich Klarheit verschaffen und wissen, was mit ihnen passiert ist. Was möchte Ihre Stiftung in Zukunft vor allem erreichen?
Wir wollen die Stellung der Patien ten mit Informationen stärken, damit sie den Ärzten auf Augen höhe begegnen können. Soziale Kompetenzen sollten im Medizin studium mehr Gewicht bekommen. Ein Thema ist für uns auch der digi tale Graben in unserer Gesellschaft: Wer sich online informiert, findet viel leichter den Weg durch das komplexe Gesundheitswesen. Ältere Patienten, denen das Internet fremd ist, verlieren dagegen den Anschluss. Wir möchten, dass alle Patienten gut informiert sind und mitreden können, wenn es um die Wahl ihrer Therapie geht. MM Auf www.spo.ch lässt sich der neue «Patientenkompass» bestellen, der viele nützliche Tipps und Informationen enthält.
Das GDI hatte den Auftrag, aktuelle gesellschaftliche Fragen aufzugreifen – und genau das tat das Institut, als es 1978 beim Einrichten einer Klagemauer für Patienten mithalf. Die Initianten der Aktion hatten sich vorher vergeblich an verschiedene Politiker gewendet, doch niemand wollte das heisse Eisen Patientenschutz anfassen. Heute erforscht das GDI unter anderem grosse gesellschaftliche Trends und entwickelt Zukunftsszenarien. Es geht etwa um die Frage, wie wir in den kommenden Jahren einkaufen und konsumieren werden, ob sich eine digitale Währung durchsetzt und wie die «neuen Alten» dank Vernetzung länger unabhängig bleiben. www.gdi.ch
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MIGROSWELT | MM27, 4.7.2016 | 47
Preisbarometer
Frage der Woche
Aktuelle Preisänderungen
Auf manchen Lebensmitteln steht der Hinweis «Kann Spuren von Gluten enthalten», auf anderen heisst es nur «Kann Gluten enthalten». Was genau ist der Unterschied?
Die Migros senkt die Preise bei diversen Artikeln. Günstiger
werden unter anderem Produkte der Marke Wasa und zahlreiche Mundpflegeartikel von Candida. Mehr kosten wird in Zukunft dagegen die Gemüsemischung von Farmer’s Best. Neu bezieht die Migros deren Rohstoffe aus der Schweiz und nicht mehr aus dem Ausland, was eine leichte Verteuerung des Produkts mit sich bringt. Ausgewählte Beispiele
Preis alt*
Preis neu*
in %
Wasa Delicate Rounds 250 g
2,95
2,70
–8,5
Wasa Vollkorn 260 g
2.10
1.90
–9,5
Wasa Sesam 200 g
1.90
1.70
–10,5
Wasa Sandwich Schnittlauch
2.95
2.70
–8,5
Wasa Sandwich Tomato & Basil
3.15
2.70
–14,3
La Pizza 4 Stagioni
7.40
7.50
1,4
La Pizza Capricciosa
7.40
7.50
1,4
La Pizza Margherita
7.40
7.50
1,4
La Pizza Prosciutto Mascarpone
7.80
7.90
1,3
Farmer’s Best Gemüsemischung Brunoise, tiefgekühlt
5.70
5.90
3,5
Candida Multicare X-Cut Zahnbürste, 1 Stück
3.00
2.90
–3,3
Candida Sensitive Plus Zahnbürste, 1 Stück
3.80
3.30
–13,1
Candida Sensitive Premium Zahnbürste, 1 Stück
3.80
3.30
–13,1
Candida White Micro-Crystals Zahnpasta, 75 ml
3.90
3.30
–15,3
Candida Protect Professional Zahnpasta, 75 ml
4.90
4.50
-8,1
Candida Multicare 7in1 Zahnpasta, 75 ml
3.90
3.30
–15,3
Candida Peppermint Zahnpasta, 125 ml
2.95
2.75
–6,7
Candida Parodin Professional Mundspülung, 400 ml
5.00
4.40
–12,0
Candida Fresh Multicare 7in1 Mundspülung, 500 ml
5.00
4.40
–12,0
Candida Lilibiggs Junior Mundspülung, 400 ml
5.00
4.40
–12,0
Candida Fresh Gel, 125 ml
2.95
2.75
–6,7
Candida Duo-Activ 2-Schichten-Prothesenreiniger, 66 Tabs
4.40
3.40
–22,7
Candida Super Haftcreme, 40 g
4.50
3.10
–31,1
Es gibt keinen Unterschied; die zwei Hinweise sind von der Aussage her identisch. In beiden Fällen werden Allergiker darüber informiert, dass im Lebensmittel kleinste Mengen von Gluten enthalten sein können. Die Lebensmittelverordnung schreibt vor, dass auf unbeabsichtigte Ver mischungen mit allergenen Zutaten hingewiesen werden muss. Zu diesen Zutaten gehört auch glutenhaltiges Getreide. Zu Vermischungen kann es bei der Ernte, beim Transport und der Lagerung von Rohmaterialien sowie auf der Produktionsanlage im Herstellungsbetrieb kommen. Trotz grösster Sorgfalt lassen sich solche «Verunreinigungen» nicht immer völlig ausschliessen.
Haben Sie eine Frage?
Kontaktieren Sie uns! MInfoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
* in Franken
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.
48 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WOCHE
Fussball-EM 2016 für Feinschmecker
Pikantes Finale
Am Sonntag wissen wir, wo der Fussball-Europameister 2016 bejubelt wird. Doch wer gewinnt den Vergleich der Nationalgerichte aller EM-Teilnehmerländer im Migros-Magazin? Die fünfte und letzte Runde bestreiten Irland, Kroatien, Albanien und Spanien. Text: Sonja Leissing Bilder: Christine Benz (Food); Paulo Dutto (Porträts) Styling: Vera Guala Illustrationen: Rahel Eisenring Rezepte: Katrin Klaus
Mit Wettbewerb Gewinnen Sie einen Pelletgrill oder einen Activity Tracker Seite 53
Was mit Guiness gekocht wird, stammt (fast) immer aus Irland – so auch dieser Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln und Rüebli.
Mehr zur Landesküche der EM-Teilnehmer auf
Beef with Guiness aus Irland
MIGROS-WOCHE | MM27, 4.7.2016 | 49
www.migmag.ch/ em-kochen
Zutaten für 4 Personen
1 grosse Zwiebel 1 kg Rindsvoressen 4 EL HOLL-Rapsöl 5 dl Guiness (dunkles Bier) 1 Bund gemischte Kräuter, z. B. Petersilie, Thymian, Rosmarin ca. 5 dl Rindsbouillon 300 g Rüebli 400 g festkochende Kartoffeln 1 EL Maisstärke Salz, Pfeffer
Zu Tisch mit Martin Virza
«Verwendet wird alles, was auf der Insel wächst»
Zubereitung
1. Zwiebel halbieren und in dünne Streifen schneiden. Voressen gut trocken tupfen. In wenig Öl in einer Bratpfannne portionenweise rundum anbraten, in eine Pfanne geben. Zur letzten Fleischportion die Zwiebel geben und unter Rühren kurz mitdünsten. Mit der Hälfte des Guiness ablöschen. Ebenfalls in die Pfanne geben. Kräuter, Bouillon und restliches Guiness dazugeben. Das Fleisch muss mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Aufkochen. Bei kleiner Hitze knapp zugedeckt ca. 80 Minuten köcheln lassen.
Martin Virza (39) schwingt im Café du Cerf in Neuenburg als Chefkoch das Zepter. Er ist ein wahrer Könner, denn sein Handwerk hat er an der Gastronomiefachschule am Institute of Technology Tallaght in Dublin erlernt.
2. Rüebli längs vierteln oder halbieren, in mundgerechte Stücke schneiden. Kartoffeln in Würfel à ca. 1,5 cm schneiden. Beides ca. 25 Minuten vor Ende der Garzeit zum Fleisch geben und mitköcheln lassen. Maisstärke mit wenig kaltem Wasser verrühren, dazugiessen. Aufkochen, ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce bindet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Martin Virza, seit wann leben Sie in der Schweiz?
Ich bin in Valmiera in Lettland geboren und wanderte 2000 nach Dublin aus. 2011 kam ich in die Schweiz. Seitdem lebe und arbeite ich in Neuenburg. Was ist typisch für die irische Küche? Das Klima spielt eine wichtige Rolle, denn für irische Gerichte wird nahezu alles verwendet, was auf der Insel wächst beziehungsweise angebaut und produziert wird. Speisen mit Schweine- und
Zubereitungszeit ca. 40 Minuten + ca. 80 Minuten köcheln lassen
Pro Person ca. 53 g Eiweiss, 32 g Fett, 27 g Kohlenhydrate, 2650 kJ/640 kcal
7
10
Lammfleisch sowie Fischgerichte sind sehr beliebt. Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Ich werde schwach bei Kartoffelpfannengerichten mit Pfifferlingen, süsssaurer Sauce und Gewürzgurken. Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?
Ich finde es toll, dass die Schweizer ihre Neutralität, ihre direkte Demokratie und ihre Küche so leidenschaftlich verteidigen. In der heutigen multikulturellen Gesellschaft ist es sehr wichtig, Werte zu pflegen und Traditionen zu bewahren.
Was schätzen Sie an Irland? Wenn dort die Sonne scheint, was nicht immer der Fall ist, ist jeder Tag perfekt.
1
2
5
6
9
3
8 4
11
Irlands Küchen-Elf 1 Lachs – gibt es auf der Insel immer fangfrisch 2 Sea Bass – ist ein Must auf jeder Fischplatte 3 Lobster – entzückt den Feinschmecker 4 Austern – schlürfen nicht nur die Iren gern 5 Rüebli – sind ein Grundnahrungsmittel 6 Algen – werden sogar zum Frühstück serviert 7 Petersilie – ist der Favorit unter den Kräutern 8 Grünkohl – punktet als Beilage und in Eintöpfen 9 Lammracks – sind ein Nationalgericht 10 Guiness – lockt den Insulaner täglich ins Pub 11 Ginger Ale – ist beliebt bei Jung und Alt
50 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WOCHE
Die gefĂźllten Kohlrouladen mit Rauchwurst sind in Kroatien ein Nationalgericht.
MIGROS-WOCHE | MM27, 4.7.2016 | 51
Sarma aus Kroatien 1 kg 200 g 2 EL 2 EL 1
Zutaten für 4–6 Personen 80 g Langkornreis
1 Zwiebel 2 Knoblauchzehen 1 EL Bratbutter ½ Bund Petersilie 700 g gemischtes Hackfleisch 1 Ei Salz, Pfeffer
1 1 EL 1 TL
Weisskohl oder Weisskabis Rauchspeck in Tranchen Bratbutter Mehl Rauchwurst à ca. 100 g, z. B. ChuchiRauchwurst Lorbeerblatt Tomatenpürée Zucker
Zu Tisch mit Petar Herceg
«Gewürze und Wein setzen die Akzente»
Zubereitung
1. Reis in wenig Salzwasser ca. 10 Minuten vorkochen. Zwiebel und Knoblauch fein hacken, in Bratbutter anbraten, zum Reis geben. Auskühlen lassen. Petersilie hacken, mit Hackfleisch und Ei unter den Reis mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Kohlköpfe in reichlich Wasser ca. 20 Minuten kochen. Herausheben, abschrecken. Blätter vorsichtig abtrennen. Von den Blättern Strunkstück wegschneiden, sehr grosse Blätter halbieren. Auf jedes Blatt ca. 1½ EL Füllung geben. Blatt auf einer Seite einschlagen, von unten aufrollen, losen Blattteil auf gegenüberliegender Seite in die Rolle drücken. Mit restlicher Füllung ebenso verfahren.
Kroatische Gerichte sind die Spezialiät von Petar Herceg (36), Chefkoch des Restaurants Sonne in Ennetbaden AG .
3. Restliches Kraut in feine Streifen, Speck in Stücke schneiden. Bratbutter in einer grossen Pfanne erhitzen. Je die Hälfte der Krautstreifen und des Specks ca. 3 Minuten anbraten, Mehl dazugeben, gut rühren. Pfanne vom Herd ziehen. Die Hälfte der Rollen im Kreis darauflegen. Restlichen Speck darauf verteilen. Restliche Rollen daraufgeben. Restliche Krautstreifen darauf verteilen. Rollen in der Pfanne mit Wasser bedecken.
Seit sechs Jahren. Das Restaurant Sonne leite ich seit einem Jahr. Bevor ich in die Schweiz kam, war ich Chefkoch im Café Landtmann in Wien. Die österreichische Küche finde ich auch sehr gut.
Petar Herceg, seit wann leben und arbeiten Sie in der Schweiz?
Was ist typisch für die kroatische Küche?
4. Wurst, Lorbeer, Tomatenpürée und Zucker beigeben. Halb zugedeckt ca. 3 Stunden köcheln lassen. Bei Bedarf Wasser nachgiessen. Vor dem Servieren Flüssigkeit mit Salz und Zucker abschmecken. Dazu passen Brot oder Gschwellti.
Sie hat jede Menge Feines zu bieten und ist in allen Regionen vielfältig und abwechslungsreich. Fleisch gerichte, Eintöpfe und Wurstwaren sind sehr beliebt. Akzente setzen Gewürzmischungen wie Vegat und natürlich der landestypische Wein.
Zubereitungszeit ca. 70 Minuten + ca. 3 Stunden köcheln lassen
Pro Person ca. 60 g Eiweiss, 55 g Fett, 45 g Kohlenhydrate, 3850 kJ/920 kcal
5
Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Ich bin Fan von den gefüllten Kohl rouladen «Sarma», aber auch von «Kulen». Dabei handelt es sich um eine rohe Wurst aus gehacktem Schweinefleisch mit einer würzigen, scharfen Geschmacksnote. Das Originalrezept für die Zubereitung dieser ganz speziellen Wurst wird von einer Generation zur nächsten weitergereicht. Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?
Dass exakt alles an seinem Platz ist. Die Schweiz ist sauber und für mein Empfinden in allen Bereichen perfekt organisiert.
Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?
Das Meer, meine Eltern und meine Freunde.
7 9
4
8
2
Kroatiens Küchen-Elf
11 1 5 3
10 6
1 Knoblauch – gibt bei Fleischgerichten den Ton an 2 Käse – schliesst auch in Kroatien den Magen 3 Schinken – schmeckt himmlisch auf Butterbrot 4 Rüebli – zaubern Farbe in Eintöpfe aller Art 5 Weisswein – dient verdünnt als Durstlöscher 6 Rotwein – wird bevorzugt am Abend entkorkt 7 Zitronen – veredeln Getränke und Saucen 8 Salbei – ist eines der beliebtesten Gewürzkräuter 9 Tintenfisch – geniesst man in allen Variationen 10 Schweinsbratwurst – wird gern geringelt grilliert 11 Tomaten – schmücken und schmecken
52 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WOCHE
Pimientos aus Spanien Zutaten für 4 Personen 1 Peperoncino 3 Knoblauchzehen 4 EL Olivenöl 200 g Pimientos de Padrón 2 Zweige glattblättrige Petersilie grobes Meersalz Pfeffer aus der Mühle ¼ Zitrone Zubereitung
Peperoncino in dünne Ringe schneiden. Knoblauchzehen grob hacken. Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Pimientos und Knoblauch darin bei kleiner Hitze ca. 6 Minuten braten, bis sie leicht Farbe
annehmen. Petersilie hacken und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zitrone auspressen, Saft über die Piminetos träufeln. Dazu passen Rohschinken, Chorizo, Schafskäse, Knoblauchdipp, Brot. TIPP In spanischen Tapas-
Bars werden die grünen Minipeperoni frittiert. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten
Pro Person ca. 1 g Eiweiss, 10 g Fett, 3 g Kohlenhydrate, 450 kJ/100 kcal
Rezepte www.saison.ch
MIGROS-WOCHE | MM27, 4.7.2016 | 53
Bifteki aus Albanien Zutaten für 4 Personen 200 g Feta 500 g Lammhackfleisch 2 EL Tomatenpüree 1 EL griechisches Joghurt nature 2 EL Paniermehl 1 Ei 2 Knoblauchzehen Salz, Pfeffer 1 EL Olivenöl Salat: 4 EL griechisches Joghurt nature 2 EL Weissweinessig 2 TL flüssiger Honig 1 kleine rote Zwiebel 1 Salatgurke ¼ Bund Pfefferminze Zubereitung
1. Ofen samt Blech auf 200 °C vorheizen. Feta in 16 Würfel schneiden. Lammhack, Tomatenpüree, Joghurt, Paniermehl und Ei in eine Schüssel geben. Knoblauch dazupressen, würzen. Hack
fleischmasse in 16 Portionen teilen und flach drücken, mit je einem Würfel Feta belegen, zu Bällchen formen. Das heisse Blech mit Backpapier belegen, Bällchen darauf geben. Öl darüberträufeln. Hackbällchen in der unteren Ofenhälfte ca. 20 Minuten backen. Nach der Hälfte der Backzeit wenden. 2. Für den Salat Joghurt, Essig und Honig verrühren. Zwiebel halbieren, in feine Streifen schneiden. Gurke in Scheiben hobeln. Beides mit der Sauce mischen. Pfeffer minzblätter darüberzupfen. Salat und Bifteki zusammen servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Min. + ca. 20 Min. backen
Pro Person ca. 32 g Eiweiss, 44 g Fett, 11 g Kohlenhydrate, 2450 kJ/590 kcal
Wettbewerb
Abstimmen und gewinnen Wir suchen den Gourmet-Champion Europas: In welchem EM-Teilnehmerland wird am besten gekocht? So machen Sie mit Vom 6. Juni bis 10. Juli stellt das Migros-
Magazin wöchentlich landestypische Rezepte der EM-Teilnehmer vor. Geben Sie Ihrer Lieblings-Landesküche auf www.migrosmagazin.ch/em Ihr Votum und gewinnen Sie einen der attraktiven Preise. Zum Beispiel den Pelletgrill Grillson Leif von galaxus.ch im Wert von 2229.– Franken, der am Ende des Wettbewerbs unter allen Teilnehmern verlost wird. Hauptpreis: Pellet-Designergrill Der Grillson Leif von galaxus.ch vereint drei Geräte in einem: Grill, Smoker und Pizzaofen. Temperaturen von bis zu 430 oC und ein emaillierter Gusseisenrost sorgen für ausgezeichnete Grillergebnisse. Praktisch: Dank dezent versteckter Rollen lässt sich das Gerät
bequem bewegen und platzieren. Der Pelletbehälterfasst 5 Kilo Pellets. www.galaxus.ch/grillson
Wochenpreis: 3 × Fitbit Blaze Activity Tracker Black L von Melectronics im Wert von je 259 Franken
Wochenpreis: Fitbit Blaze Acticvity Tracker Black L von Melectronics im Wert von 259 Franken
Mit dem Activity Tracker von Fitbit wird das individuelle Training noch effizienter. Das Fitnessgerät für das Handgelenk vereint Spitzentechnologie und elegantes Design. Es bietet eine ganze Reihe innovativer Funktionen zur Unterstützung der sportlichen Aktivitäten wie die Messung der Herzfrequenz und zeigt sogar Anrufe, SMS und Kalenderbenachrichtigungen an. www.melectronics.ch
Teilnahmebedingungen: www.migrosmagazin.ch/em Teilnahmeschluss: für den Wochenpreis: Sonntag, 10. Juli für den Hauptpreis: Sonntag, 10. Juli
Hauptpreis: Pelletgrill Grillson Leif von Galaxus.ch im Wert von 2229 Franken
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Die Plantage der Kooperative bringt dank des Fairtrade-Programms mehr Ertrag (links). Arnold Graf (Bild oben, Mitte) von der Bischofszell Nahrungsmittel AG und die Vertreter der Kooperative (von links): Pedro Antonio, Heloisa Toledo, Vanusa Gonçalves Toledo und Hercules Edemir Fruchtsaft-Produktion
Partnerschaft trägt Früchte Der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG produziert die meisten Säfte mit Früchten aus fairem Handel. Wie eng der Kontakt zu den Produzenten ist, zeigt sich beim Besuch einer Delegation aus Brasilien. Text: Michael West
Bilder: Véronique Hoegger, Stephan Bösch
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ie riesige Anlage zischt in regelmässigen Abständen. Sie vermischt Orangenkonzentrat mit Wasser, pasteurisiert den Saft und füllt ihn in Tetra-Paks ab. 18 000 Liter können die Maschinen insgesamt pro Stunde verarbeiten. Wir befinden uns in den Produktionshallen des M-Industriebetriebs Bischofszell Nahrungsmittel AG. Mitarbeiter führen eine kleine Besuchergruppe durch die Gebäude, zeigen ihnen die Fliessbänder und Chromstahltanks. Die vier Besucher haben eine lange Reise hinter sich: Sie sind Vertreter der brasilianischen Bauernkooperative Coacipar, deren Land sich etwa zweieinhalb Flugstunden südlich von São Paulo befindet. Der M-Industriebetrieb ist der wichtigste Kunde
Die Vereinigung liefert das Konzentrat für die Gold- und M-Classic-Orangensäfte (siehe Box). Genau solche Säfte werden im Moment abgefüllt. Die Brasilia-
ner sind also dem Weg ihres Rohstoffs gefolgt und besichtigen nun, wie er in der Schweiz verarbeitet wird. «Die Bischofszell Nahrungsmittel AG ist unser wichtigster Abnehmer», sagt Vanusa Gonçalves Toledo, die Direktorin der Kooperative. «Auch darum ist uns dieser Besuch sehr wichtig.» Fairtrade sorgt für bessere Zukunftsperspektiven
Seit eineinhalb Jahren bezieht der M-Industriebetrieb Konzentrat von Coacipar. «Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe», erklärt Arnold Graf von der Bischofszell Nahrungsmittel AG, der die Zusammenarbeit mit der Bauernvereinigung koordiniert und immer wieder in Brasilien vor Ort ist. Auch ihm sind die persönlichen Kontakte dabei sehr wichtig. Die Kooperative hat das Fairtrade-Zertifikat. Das heisst, dass die Vereinigung vom Abnehmer zusätzlich zu einem garantierten Mindestpreis eine fixe Prämie erhält. In demokratischen Versammlungen entscheiden die
Bauern über die Verwendung des Geldes. Es fliesst vor Ort in soziale Projekte, aber auch in die Verbesserung der Produktivität. «Dank des Geldes können wir zum Beispiel unproduktive Orangenbäume sofort durch neue Pflanzen ersetzen und so unsere Erträge steigern», sagt Toledo. «Oder wir kaufen landwirtschaftliche Maschinen, die wir früher mieten mussten.» Sehr wichtig sind aus Sicht der Direktorin auch die sozialen Projekte. So wird etwa ein Verein unterstützt, der Kindern aus armen Familien am Nachmittag nach der Schule Verpflegung und sinnvolle Beschäftigungen bietet. Die Mädchen und Buben musizieren dann, besuchen Tanzkurse und lernen, mit Computern umzugehen. «Mit der Zertifizierung verbessert sich unsere ganze Situation», fasst Toledo zusammen. «Junge Leute haben so einen Anreiz, in der Region zu bleiben und nicht in die Stadt abzuwandern. Fairtrade schafft für uns alle bessere Zukunftsperspektiven.» Genau dazu will die Migros beitragen. MM
Migros-Sortiment
Immer mehr FairtradeProdukte Die Migros baut ihr Angebot an Lebensmitteln mit dem Fairtrade Max-Havelaar-Gütesiegel ständig aus. Im Jahr 2015 betrug der Umsatz
mit solchen Produkten 113,8 Millionen Franken und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent. Verschiedene Gold-Säfte, die Orangen- und Multivitaminsäfte von M Classic sowie ein Grossteil der Sarasay-Säfte sind zertifiziert. Neu findet sich Gold-Pink-Grapefruitsaft mit dem Fairtrade Max-Havelaar-Gütesiegel im Sortiment. Die Bischofszell Nahrungsmittel AG hat dafür Geschäftsbeziehungen zu einer zertifizierten Kooperative in Mexiko aufgebaut.
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M-Classic-Trutenbrust hauchdünn geschnitten im Duo-Pack oder -Trutenmöckli 142 g z.B. Trutenbrust hauchdünn geschnitten im Duo-Pack, Frankreich/Brasilien, 2 x 144 g, 4.90 statt 7.–
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M-Classic Orangensaft, Fairtrade, im 10er-Pack, Potz Reinigungsmittel im 3er-Pack 10 x 1 Liter z.B. Calc, 3 x 1 Liter, 9.80 statt 14.70, gültig bis 18.7.2016
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Manella Abwaschmittel im 3er-Pack z.B. Classic, 3 x 500 ml, 6.20 statt 9.30, gültig bis 18.7.2016
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Weitere Lebensmittel
Rotzungenfilet, Wildfang aus dem Nordostatlantik, per 100 g, 4.35 statt 6.25 30%
Brot und Milchprodukte Alle M-Classic Glace 2000 ml, z.B. Vanille, 4.70 statt 5.90 20% Nutella im 1-kg-Glas, 5.60 Hit
Alle Schmelzkäsescheiben, 600 g, z.B. Gruyère, 6.– statt 7.50 20% Anna’s Best Pizza-Tonno oder -Prosciutto im Duo-Pack, z.B. Prosciutto, 2 x 395 g, 9.60 statt 13.80 30% Käsekuchenmischung im DuoPack, Schweiz, 7.– statt 8.80 20%
Blumen und Pflanzen
Ponti Aceto Balsamico di Modena, 50 cl, ab 2 Stück, z.B. 2 Stück zu Fr. 5.95 statt 8.50 30% Casa Giuliana Pizza-Antipasti oder -Salame Calabrese im Duo-Pack, tiefgekühlt, z.B. Antipasti, 2 x 350 g, 5.90 statt 11.80 50% Contrex im 6er-Pack, 6 x 1.5 Liter, 4.60 statt 6.90 33% Cafino Classic im Beutel im DuoPack, UTZ, 2 x 550 g, 14.40 statt 21.60 33% M-Classic Salatsaucen im DuoPack, French, French mit Kräutern oder Italian, z.B. French, 2 x 700 ml, 3.60 statt 5.20 30%
Fairtrade Hochlandrosen, Bund, 9 Stück, Stiellänge 50 cm, erhältlich in diversen Farben, z.B. pink, 13.50 statt 16.90 20% Phalaenopsis 2 Rispen im DuoPack, im 12-cm-Topf, erhältlich in diversen Farben, z.B. pink, 18.55 statt 33.80 45%
Smarties im Duo-Pack, z.B. Giant Tube, 2 x 150 g, 3.75 statt 5.40 30%
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MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 67
Gold und M-Classic
Mit Früchten aus fairem Handel Das Angebot an Fruchtsäften mit dem Label Fairtrade Max Havelaar wächst stetig. Die Früchte, aus denen die Säfte hergestellt werden, stammen jeweils aus fairem Handel. Dieser hilft den Bauern in den Anbauländern, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Neu im Sortiment ist der Pink Grapefruitsaft von Gold. Die Früchte dafür reifen unter der Sonne Mexikos.
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Fairtrade Max Havelaar Gold Ananassaft, 1 l Fr. 1.60
Fairtrade Max Havelaar Gold Multivitaminsaft, 1 l Fr. 1.95
Bild und Styling: Yves Roth
Neu Fairtrade Max Havelaar Gold Pink Grapefruitsaft, 1 l Fr. 1.50
Fairtrade Max Havelaar M-Classic Orangensaft, 1 l Fr. 1.50
Fairtrade Max Havelaar steht für fair gehandelte und nachhaltig angebaute Produkte.
Ein Teil von
68 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
Grillieren
Hauptsache Wurst Angefeuert wird in allen Kantonen. Doch welche Wurst letztlich auf dem Grill landet, ist Geschmackssache. So lieben die Deutschschweizer ihren Cervelat, während die Tessiner die kleinen Kalbscipollatas verehren und die Romands von den würzigen Merguez schwärmen. Überall hoch in der Gunst stehen die traditionelle St. Galler Kalbs bratwurst und Brühwürste, die mit Käse oder geräuchertem Speck verfeinert worden sind. Natürlich haben auch
Merguez, 100 g
Fr. 2.50
Spezialitäten wie die Schweinscipolla und Salsiccia Pata Negra ihre Fans und behaupten ihren Stammplatz auf dem Rost. Wer auf Schweinefleisch verzichten möchte, findet im OptigalSortiment Cervelat, Cipollata und Bratwurst in der Pouletvariante. Die MigrosAuswahl lädt dazu ein, die Lieblingswurst der anderen Sprach regionen auszuprobieren. Mehr Infos rund ums Grillieren auf www.so-geht-sommer.ch
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 69
Experte in Sachen Grillwurst: Sylvain Blondeau (50), Charcutier in der Migros-Filiale Metropole Centre in La Chaux-de-Fonds
Sylvain Blondeau
«Würste nie übers offene Feuer legen» Sylvain Blondeau, welche Würste verkaufen Sie an der Theke am häufigsten? Kalbsbratwürste, ganz tradi tionell.
TerraSuisse Cipollata, 8 Stück, 200 g Fr. 4.40 In grösseren Filialen
Gibt es eine goldene Regel fürs Grillieren von Würsten? Damit der Wurstgrill gelingt, muss man vor allem eine schöne heisse Glut haben. Denn man sollte die Würste nie direkt übers offene Feuer legen – und sie auch nicht zu fest einschneiden, weil sie sonst auseinanderbrechen.
TerraSuisse Cervelat im 5er-Pack, 5 × 2 Stück, 1 kg Fr. 5.85 statt 11.75 Aktion
Pfadfinderfeeling: Würste am geschnitzten Stecken zu grillieren, ist nicht nur bei Buben beliebt.
Text: Sonja Leissing Bilder: Tina Sturzenegger (Food); Oliver Oettli (Porträt) Styling: Sandro Comma
50% vom 5. bis 11.7.
Was kann man tun, damit die Würste auf dem Grill nicht platzen? Bei Brühwürsten wie der Kalbsbratwurst oder dem Schüblig sollte man die Haut leicht einschneiden. Rohe Würste wie die Merguez hingegen schneidet man gar nicht ein. Muss man Würste vor dem Grillieren mit Öl bestreichen? Nein. Würste enthalten genü gend Fett. Welche Wurst werfen Sie persönlich am liebsten auf den Grill? Meine Lieblingswurst ist die Schweinsbratwurst, die auf traditionelle Art und Weise hergestellt wird.
70 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
Ein klassischer Kartoffelsalat an einem rassigen Dressing mit Mayonnaise und ein Schlangenbrot vom Feuer passen zu jeder Wurst.
Schweinscipollata, per 100 g* Fr. 2.15
TerraSuisse Kalbsbratwurst, 2 Stück, 280 g Fr. 5.50
Schützenwurst gefüllt, 2 Stück, 250 g* Fr. 5.50
Party Grill 7 Stück, 245 g* Fr. 6.10
Optigal GeflügelBratwurst, 2 Stück, 200 g Fr. 3.10
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 71
Rund um die Wurst
Die Besten für auf den Grillrost Der Cervelat ist und bleibt der Star unter den Schweizer Würsten. Man nennt ihn auch Servila oder Klöpfer. Die kurze dicke Brühwurst schmeckt vom Grill genauso fein wie als «Waldfest», wie ein roher Cervelat mit Brot und Senf im Volksmund auch genannt wird. Kein Wunder geniesst der Cervelat den Status eines Kulturerbes.
1
Bei der St. Galler Kalbsbratwurst herrscht zumindest bei
den St. Gallern selbst Einigkeit: Zur «Brodi» wird definitiv kein Senf serviert! Viel zu gut sei die Wurst, und der Geschmack einer frischen Kalbsbratwurst werde von jeder Art Senf zu-nichte gemacht. Keine zwei Meinungen gibt es auch bezüglich des Unterschieds zwischen einer Olma- und einer Kinderfestbratwurst: Die Olma ist einfach nur kleiner. Kalbsbratwürste müssen mindestens zu 50 Prozent aus Kalbfleisch bestehen. Schweinefleisch, Gewürze und Speck komplettieren die Zutatenliste.
2
Cipolattas aus Fleisch vom Kalb, Schwein oder neuerdings auch von Geflügel
3
sind vor allem für gemischte Grillspiesse oder beim Tischgrill beliebt. Manche Wurstfans geniessen die kleinen Würste besonders gern mit einer Tranche Speck umwickelt.
Verlosung Grillparty gewonnen
Salsiccia Pata Negra, per 100 g* Fr. 3.05
Appenzeller Cervelas, 2 Stück, 260 g Fr. 5.80
Optigal GeflügelCervelas, 2 Stück, 200 g* Fr. 2.10
Im Rahmen der Kampagne «So geht Sommer» hat die Migros 10 Grillpartys im Wert von je 450 Franken verlost. Wir gratulieren den Gewinnern: Veronika H., Oberkirch LU Corinne B., Bülach ZH Simon K., Ersigen BE Tobias M., Münchenstein BL, Pierre B., Nyon VD Nadja W., Appenzell Alessandro P., Ascona Christophe B., Sion Sophie M., Cottens FR Giovanna F., Carouge GE * in grösseren Filialen
www.so-geht-sommer.ch
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MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 73
M-Classic
Für jedes Rezept den passenden Teig Mit Teiggerichten liegt man nur selten daneben. Sie schmecken sowohl Kindern als auch Erwachsenen, denn es gibt praktisch nichts, womit man einen Teig nicht belegen oder füllen könnte. M-Classic bietet für jedes Rezept fixfertige Kuchen-, Blätter- und Pizzateige in unterschiedlichen Grammaturen und Formaten. Weil man sie mit wenig Aufwand weiterverarbeiten kann, sind bereits ausgewallte Sorten besonders beliebt.
PizzaBrötchen Ergibt 12 Stück Zutaten 100 g Zucchetti
1 100 g 3 1 50 g
Tomate Mozzarella Salbeiblätter Knoblauchzehe Schinken- oder Rohschinkenwürfelchen Salz, Pfeffer 2 Beutel M-Classic Pizzateig à ca. 300 g 2 EL Öl, z. B. Kräuteröl Zubereitung
Backofen auf 200 °C vorheizen. Zucchetti, Tomate und Mozzarella in Würfelchen schneiden. Salbei hacken. Knoblauch pressen. Alles mit Schinkenwürfelchen mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Teig in Stücke à ca. 50 g teilen. Je eine Delle hineindrücken, mit Masse füllen. Teig über der Füllung verschliessen. Brötchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit Öl bestreichen. Im Ofen 20–25 Minuten backen. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + 20–25 Minuten backen
Pro Stück ca. 5 g Eiweiss, 7 g Fett, 22 g Kohlenhydrate, 750 kJ/180 kcal
Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala
Flach war gestern: Aus Pizzateig lassen sich auch Brötchen formen.
Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Teige von M-Classic.
M-Classic Blätterteig, eckig ausgewallt, 320 g Fr. 1.60
M-Classic Kuchenteig, rund ausgewallt, 270 g Fr. 1.35
M-Classic Pizzateig, 300 g Fr. 1.70
Rezept www.saison.ch
74 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
Himbeeren-FroYo-Bites Zutaten für 8 Stück, für Silikon-Muffin-Förmchen à 6 cm Ø 1 EL Öl, z. B. Kokosnussöl 4 EL Flocken, z. B. 3-Korn-Flocken
1 Prise 4 EL 1 EL 360 g 250 g
Kennt sich nicht nur mit Himbeeren bestens aus: Jürg Beiner, Produzent und Präsident des Produktezentrums Beeren in Landquart.
Jürg Beiner
«Beeren sofort geniessen» Rot, saftig und süss: Schweizer Himbeeren erfordern bei der Ernte besondere Sorgfalt.
Jürg Beiner, was zeichnet das Aroma der Schweizer Beeren aus? Früchte schmecken immer am besten, wenn sie dort gegessen werden, wo sie auch wachsen. Beim heimischen Anbau nutzen wir den Vorteil kurzer Transportwege und konzentrieren uns bei der Auswahl der Beerensorte mehr auf die aromatischen Eigen schaften als auf die Transportfestig keit, die bei Importen ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist. Wie kommen die Früchte vom Strauch in die Migros-Filialen? In der Schweiz werden die Beeren ausnahmslos von Hand gepflückt. Frühmorgens um sechs beginnt die Ernte. Die Pflücker haben einen Pflückwagen mit einer Früchteschale für Beeren der ersten Qualität und einen Kessel für Abfall. Dorthin landen Früchte, die schon überreif, angefault oder schadhaft sind. Die Pflückerin beziehungsweise der Pflücker muss sehr sorgfältig ernten, damit noch reifende Beeren nicht verletzt werden. Pro Stunde werden
zirka sechs bis acht Kilo Himbeeren gepflückt. Die vollen Kisten stellen die Pflücker am Feldrand ab, von wo sie zum Beerenmagazin transportiert werden. Was muss beim Transport speziell berücksichtigt werden? Beeren muss man schonend transpor tieren, damit es keine Druckstellen gibt. Den Weg vom Magazin zur Verteilzentrale der Migros legen die frisch gepflückten Beeren in gekühlten Lastwagen zurück. Die Temperatur beträgt zirka acht Grad. Wie lange bleiben die Beeren nach dem Pflücken geniessbar? Himbeeren sind schnell verderbliche Früchte und sollten nicht auf Vorrat gekauft werden. Man sollte sie am besten sofort geniessen. Nach der Ernte halten sie aber noch problem los drei bis vier Tage, sofern sie an einem kühlen Ort gelagert werden. Im Gegensatz zu Erdbeeren hält sich bei Himbeeren der Aromaverlust im Kühlschrank in Grenzen. MM
Salz Kokosraspel Agavendicksaft oder flüssiger Honig griechisches Joghurt nature Himbeeren
Zubereitung
1. Für den Granola Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Flocken, Salz und Kokosraspel bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten hellbraun rösten. Agavendicksaft bei geben und ca. 5 Minuten fertigrösten. Granola in die Muffinförmchen verteilen. Mit einem Löffel etwas andrücken. Abkühlen lassen. 2. Joghurt nach Belieben mit etwas Agavendicksaft süssen. Masse in die Form verteilen und mit Him beeren belegen. Mindes tens 4 Stunden gefrieren lassen. FroYoBites vorsichtig aus den Förm chen drücken und sofort servieren. Tipp
Nach Belieben Himbeeren durch Heidel- oder Brombeeren ersetzen. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 10 Minuten rösten
+ mindestens 4 Stunden gefrieren lassen Pro Stück ca. 3 g Eiweiss, 8 g Fett, 10 g Kohlenhydrate, 500 kJ/120 kcal
Tipp Damit sich ihr Aroma voll entfalten kann, sollten die Beeren eine Stunde vor dem Genuss aus dem Kühlschrank genommen werden.
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 75
Jetzt aktuell Sommerzeit ist Beerenzeit. Die Schweizer Saison beginnt jeweils mit den Erdbeeren Ende Mai und endet mit den Himbeeren und Brombeeren im September. Dazwischen versüssen Heidel beeren und Johannisbeeren die sommerliche Dessertkarte. Diverse Beeren sind auch in Bio und Extraqualität erhältlich.
Die süssen Himbeeren sind von Mitte Juni bis September erhältlich.
Rezept www.saison.ch
Text: Heidi Bacchilega
Bilder: Oliver Bartenschlager (Food); Andrea Badrutt (Porträt) Illustrationen: Olivia Aloisi
Rezept: Simone Codoni
Brombeeren über raschen mit süss säuerlichem Aroma. Ihre Saison ist von Juni bis August.
Die aromatischen Heidelbeeren werden im Juli und August angeboten.
Von Juni bis August gibt es weisse, rote und schwarze Johannisbeeren.
Was steckt drin? Himbeeren enthalten wertvolle Mineralstoffe, Fruchtsäure und Fruchtzucker
und sind reich an Vitaminen (vor allem Vitamin C), Kalzium und Folsäure. Schon seit dem Altertum wird den Himbeeren eine gesundheitsfördernde Eigenschaft nachgesagt. Demnach wirken sie nicht nur entzündungshemmend, sondern auch appetitanregend und entwässernd. www.migros.ch/fruechtegemuese
76 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
Mariniertes Lachsfilet mit Basilikumschaum Zutaten für 4 Personen 2 EL Olivenöl 1 EL flüssiger Honig 2 Zweige Thymian schwarzer Pfeffer aus der Mühle Salz 4 Lachsfilets mit Haut à ca. 200 g 1 Kohlrabi 200 g Broccoliröschen 100 g Cherrytomaten
Fischtheke
Fangfrisch schmecken sie am besten An den Migros-Fischtheken werden ausschliesslich Fische aus nachhaltiger Fischerei verkauft. Nicht nur während der Grillsaison sind Wolfsbarsch, Dorade und Lachsfilet besonders beliebt.
Basilikumschaum 2 dl Magermilch ½ TL Gemüsebouillon ½ TL Sojasauce 1 Bund Basilikum Fleur de sel Zubereitung
1. Ofen auf 170 °C vorheizen. Öl und Honig in eine Schüssel geben. Thymian hacken und beigeben. Marinade abschmecken. Lachsfilets damit bestreichen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. In der oberen Ofenhälfte 10 Minuten garen. Nach 10 Minuten der Garzeit die Filets aus dem Ofen nehmen. Ofen auf ca. 220 °C einstellen. 2. Inzwischen Kohlrabi in Würfel à ca. 1 cm schneiden. In wenig Salzwasser 5 Minuten vorkochen. Broccoli dazugeben und 5 Minuten mitkochen. Gemüse abgiessen. Tomaten und Gemüse im Öl einige Minuten andünsten. Mit Salz abschmecken. 3. Für den Basilikumschaum Milch, Bouillon und Sojasauce leicht erwärmen. Basilikum grob hacken und dazugeben. Mit dem Stabmixer aufschäumen. Unmittelbar vor dem Servieren die Filets im Backofengrill noch ca. 4 Minuten überbacken. Mit Gemüse anrichten und mit Basilikumschaum umgiessen. Tipp Das Rezept gelingt auch mit Dorade oder Wolfsbarsch. Die ganzen Fische mit der Marinade innen und aussen einreiben, entsprechend garen und den Basilikumschaum erst über die filetierten Fische geben. Zubereitungszeit ca. 30 Min. + ca. 14 Min. im Ofen garen
Pro Person ca. 42 g Eiweiss, 18 g Fett, 9 g Kohlenhydrate, 1500 kJ/380 kcal
Rezept www.saison.ch
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 77
Er weiss, wie Fischgerichte gelingen: Claudio Bagnato, hier an seinem Arbeitsplatz im Centre Métropole in La Chaux-de-Fonds. Claudio Bagnato
«Grosse Fische, kleiner Aufwand» Claudio Bagnato, muss man Lachs immer ganz durchgaren? Nein. Lässt man ihn im Innern ein wenig rosa, ist er besonders saftig und zart. Wenn man Lachs roh essen will, sollte man ihn vor dem Verzehr mindestens 48 Stunden tiefkühlen. Beim Zuchtlachs ist dies nicht nötig.
Die Dorade schwimmt am liebsten in
Text: Sonja Leissing Foodbild & Styling: Claudia Linsi; Porträtfoto: Franziska Frutiger Illustrationen: Rolf Joray
wärmeren Küstengewässern. Ihr Fleisch ist fest und weiss. Als Ganzes gebraten, grilliert oder im Ofen gegart, ist die Dorade ein besonderer Leckerbissen.
Der Wolfsbarsch ist im gesamten Mittel
meer und im Schwarzen Meer heimisch. Der Raubfisch hat ein festes, aromatisches Fleisch und ist gratfrei. Er eignet sich für alle Zubereitungsarten.
Das Lachsfilet zählt zu den beliebtesten Fischspeisen weltweit. Das Fleisch ist zartrosa bis orangerot und hat einen kräftigen Geschmack. Ob mit oder ohne Haut empfiehlt sich Lachsfilet zum Braten, Grillieren und zum Räuchern.
Wie bereitet man Lachs am besten zu? Lachs eignet sich zum Grillieren, Dampfgaren und Pochieren, aber auch im Ofen, mit etwas Bouillon, Fischfond oder Weisswein zubereitet, schmeckt er wunderbar. Wie bewahre ich gekochte Fischreste am besten auf? Gekochter Fisch lässt sich gut einen Tag lang im Tupperware im Kühlschrank aufbewahren. Die Reste isst man am besten kalt, da aufgewärmter Fisch sehr trocken wird. Wie lange kann ich Frischfisch ungekühlt transportieren? Bis zu 60 Minuten. Bei hochsommerlichen Temperaturen entsprechend weniger lange. Migros Bio steht für eine naturnahe, nachhaltige Fisch zucht, die von un abhängigen Stellen kontrolliert und zertifiziert wird.
Ein Teil von
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Brot des Monats
Italienischer Begleiter Die sommerliche Focaccia Grana Padano ergänzt für die nächsten vier Wochen das Brotangebot der Migros. Auch sie wird in den Hausbäckereien täglich frisch gebacken. Text: Jacqueline Vinzelberg
Noch mehr Geschmacksvielfalt im Brotsortiment: Die mediterrane Spezialität Focaccia Grana Padano ist inspiriert von unseren südlichen Nachbarn und passt ideal auf den sommerlichen Speiseplan. Wie jedes zweite Migros-Brot wird auch die Focaccia ganz traditionell in den Hausbäckereien der Filialen frisch gebacken – und das mehrmals am Tag. Sie ist deshalb stets bis Ladenschluss frisch und warm erhältlich. Mit dem Brot des Monats greifen die Migros-Hausbäckereien saisonale und regionale Trends auf und zaubern so mehr Abwechslung in den Brotkorb. www.migros.ch/brot
Mit der würzigen Focaccia Grana Padano wird das frische Ofengemüse zu einer kleinen, feinen Sommermahlzeit.
Warmer Gemüsesalat Vorspeise für 4 Personen Zutaten 1 Fenchel, ca. 250 g 2 Zucchetti, ca. 200 g
2
1 EL 300 g 50 g
verschiedenfarbige Peperoni, ca. 300 g Olivenöl Salz, Pfeffer Cherrytomaten Oliven
Vinaigrette 50 g Stangensellerie 50 g Cherrytomaten 1 kleine rote Zwiebel je ½ Bund glattblättrige Petersilie und Basilikum 3 EL Rotweinessig 3 EL Gemüsebouillon 4 EL Olivenöl
Zubereitung
1. Backofen auf 210 °C vorheizen. Fenchel, Zucchetti und Peperoni längs in breite Streifen schneiden. Mit Olivenöl bestreichen, mit Salz und Pfeffer würzen und im Ofen ca. 15 Min. backen. Tomaten und Oliven dazugeben und weitere 5–10 Minuten knapp gar backen.
2. Für die Vinaigrette Stangensellerie, Tomaten und Zwiebel in kleinste Würfelchen schneiden. Kräuter fein hacken. Mit Essig, Bouillon und Öl verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Gemüse anrichten und mit der Sauce beträufeln. Dazu passt Focaccia.
MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 79
Serie Warm und knusprig aus der Hausbäckerei Aktuell im Juli: Focaccia Grana Padano
Der Hausbäcker empfiehlt
«Die Focaccia Grana Padano schmeckt vorzüglich zu Antipasti und einem Glas Wein.» Stéphane Robin (39), Bäcker in der Hausbäckerei der Migros-Filiale Genf-Charmilles Luftig und würzig Gewürze und getrocknete Tomaten verleihen der luftigen Focaccia aus Weissmehl seine erfrischend mediterrane Note. Durch das Überbacken mit Parmesankäse Grana Padano erhält das rustikale ligurische Fladenbrot ausserdem ein dezent salziges Röstaroma. Damit ist das Brot ein würziger ApéroBegleiter und passt ausgezeichnet zu sommerlichen Salaten und Grillgerichten.
Vorzugsweise geniesst man die Focaccia Grana Padano frisch. Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein Papiersack.
Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 20 Minuten backen
Pro Person 5 g Eiweiss, 18 g Fett, 9 g Kohlenhydrate, 900 kJ/220kcal Tipp: Focaccia bei 210 °C im Ofen
ca. 6 Minuten aufbacken
Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Brot. Rezept www.saison.ch
Focacccia Grana Padano, 400 g Fr. 3.30 Erhältlich in allen grösseren Migros-Filialen mit Hausbäckerei, ausser im Tessin
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MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 81
Aus der Region. Für die Region.
Ziger aus dem Wallis MigrosGenossenschaft Wallis
Das Prinzip ist so beliebt wie einfach: Nur was in einer Migros-Region produziert und auch dort verkauft wird, bekommt das Label «Aus der Region. Für die Region.». Doch das Produkt ist nicht einfach nur aus der Region, es gibt der Region auch etwas zurück: Es wird zu einem Stück Heimat. So wie der Ziger der Käserei Arnold Walker in Bitsch VS. Lesen Sie, welche Anforderungen der Ziger erfüllen muss, damit er das Label tragen darf.
1
Milch von Walliser Kühen Die Kühe, die die Milch für den Ziger geben, weiden auf Wiesen im Goms und im Val d’Illiez. Dass die Milch auch tatsächlich aus dem Wallis kommt, prüfen Kontrolleure der interkantonalen Prüfstelle OIC, die auch generell beurteilen, ob ein Produkt das Label «Aus der Region. Für die Region.» erhält.
4
Wertschöpfung Damit ein Produkt das Label «Aus der Region. Für die Region.» bekommt, müssen nicht nur die Zutaten zu mindestens 80 Prozent aus der Region stammen, auch die Wertschöpfung muss zu mindestens zwei Dritteln in der Region erfolgen. Das ist beim Walliser Ziger der Fall, und so können die Kontrolleure das Label guten Gewissens vergeben.
Wettbewerb
Hätten Sie gewusst,
Der Weg der Milch
2
Illustrationen: Flavia Travaglini
Die Milch wird von den Milchbauern direkt in die Käserei gebracht. Jeder Bauer liefert so viel ab, wie seine Kühe geben. Wer nur wenige Kühe hat, bringt die Milch in Kannen. Grössere Betriebe fahren mit einem Milchtankwagen vor, der wie die Kannen in der Molkerei sofort geleert wird.
… dass in der MigrosRegion Wallis auch Eglifilets mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» zertifiziert sind? In der Nähe des Lötschbergtunnels gibt es eine Eglizucht.
Walliser Ziger, 200 g Fr. 2.70 Nur in den Filialen der Migros-Genossenschaft Wallis erhältlich
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grossen Wissensquiz durch die Regionen und gewinnen Sie attraktive Preise im Gesamtwert von 10 000 Franken. Teilnahme auf www.ausderregion.ch
3
Weiterverarbeitung Die Milch wird selbstverständlich nicht mehr wie früher im Kupferkessel über dem Feuer erhitzt. Dafür kommt heute ein hochmoderner Kessel – ebenfalls aus Kupfer – zum Einsatz, der die Zubereitung von Ziger in grösseren Mengen erlaubt.
Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.
Herbstaktion:
Barcelona mit Montserrat und Penedés
6 Tage ab Fr.
✔ Trendige Metropole Barcelona ✔ Das Benediktinerkloster in Montserrat ✔ Charmante katalanische Dörfer (fak.)
Nochmals in den Süden
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Opatija – das neue Tessin ✔ Kvarner Bucht – Das Badeparadies an der Adria ✔ Imposante Küstenstadt Opatija ✔ Fak. Metropole Rijeka und die charmante Insel Krk
Ihr Reiseprogramm
5 Tage ab Fr.
395.–
Internet Buchungscode: hopat
1. Tag: Fahrt via Genf nach Calella an der Costa del Maresme. 2. Tag: Interessante Stadtrundfahrt in Barcelona. Anschliessend freie Zeit für individuelle Entdeckungen. 3. Tag: Besuch des Museums des bekannten Malers Dalí in Figueras, geführte Besichtigung in Gerona und Aufenthalt im mittelalterlichen Pals. 4. Tag: Fakultativer Ausflug zu den katalanischen Dörfer Santa Coloma und Rupit. Anschliessend Panoramafahrt über Olot und Besalú zurück nach Calella. 5. Tag: Ausflug zum Benediktinerkloster Montserrat und in das Weingebiet Penedés. 6. Tag: Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 640.– 6 Tage inklusive Halbpension 575.– Reduktion Reise 5 – 30.– Reisedaten 2016 (So – Fr) 1: 04.09.–09.09. 3: 18.09.–23.09. 5: 02.10.–07.10. 2: 11.09.–16.09. 4: 25.09.–30.09.
1. Tag: Hinfahrt via Tessin und Triest nach Opatija. 2. Tag: Am Vormittag erleben wir eine geführte Stadtbesichtigung und lernen unseren Gastort Opatija kennen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. 3. Tag: Fakultativer Ausflug nach Rijeka und zur Festung Trsat.* Die Hafenstadt Rijeka verfügt über eine schöne Altstadt mit prachtvollen Fassaden. Von der Festung Trsat aus hat man einen wunderschönen Blick über die Stadt. 4. Tag: Fakultativer Ausflug* zu der «goldenen Insel» Krk. Wir machen eine Bootsfahrt zu der Klosterinsel Košljun, wo wir das Franziskaner-Kloster besichtigen werden. Anschliessend Besuch eines Weinkellers mit Weinprobe und Imbiss. 5. Tag: Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten. *Ausflugspaket nur im Voraus buchbar. Sie sparen mind. 10%. Einzelbuchungen vor Ort möglich. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 495.– 5 Tage inklusive Halbpension 445.– Reduktion Reise 4 – 50.– Reisedaten 2016 (So – Do) 1: 25.09.–29.09. 3: 09.10.–13.10. 2: 02.10.–06.10. 4: 16.10.–20.10.
Brixen–Dolomiten–Südtirol
Kärnten und Oberkrain
Ihr Reiseprogramm
✔ Dolomiten-Rundfahrt & Kurstadt Meran ✔ Brixen mit Kloster Neustift ✔ Fak.: Wochenmarkt Bruneck und Pragser Wildsee
Ihr Reiseprogramm
Internet Buchungscode: hcoba
5 Tage ab Fr.
445.–
Internet Buchungscode: hbrix
✔ 4 Nächte im Erstklasshotel in Kranjska Gora ✔ Bled – die Perle der Julischen Alpen ✔ Kärntner Seenlandschaft
Ihr Reiseprogramm
5 Tage ab Fr.
495.–
Internet Buchungscode: hkaer
1. Tag: Hinreise über Sterzing mit seinen prächtigen Bürgerhäusern ins Pustertal. 2. Tag: Wir unternehmen eine Grosse Dolomiten-Rundfahrt vorbei an den bemerkenswerten Dolomitengipfeln und dem bekannten Wintersportort Cortina d‘Ampezzo. 3. Tag: Am Morgen Zeit zur freien Verfügung im schmucken Städtchen Brixen. Am Nachmittag lernen wir das Kloster Neustift kennen. Wir sehen die Basilika und Klosterbibliothek und geniessen eine Weinverkostung. 4. Tag: Fakultativer Ausflug: Besuch des Wochenmarktes in Bruneck und Bummel durch die malerische Stadtgasse. Am Nachmittag freie Zeit am herrlichen Pragser Wildsee und Möglichkeit für eine Rundwanderung um den See. 5. Tag: Individueller Aufenthalt in der Kurstadt Meran. Rückreise über den Reschenpass. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 530.– 5 Tage inklusive Halbpension 475.– Reduktion Reise 5 – 30.– Reisedaten 2016 (So – Do) 1: 11.09.–15.09. 3: 25.09.–29.09. 5: 09.10.–13.10. 2: 18.09.–22.09. 4: 02.10.–06.10.
1. Tag: Hinfahrt zum bekannten Alpensportort Kranjska Gora. 2. Tag: Ausflug in die liebliche Seenlandschaft Kärntens und Besuch von Velden und Maria Wörth. Auf dem Pyramidenkogel geniessen wir einen einzigartigen Rundblick über die schöne Landschaft. 3. Tag: Heute besuchen wir das Bohinj Tal für eine Bootsfahrt und die Kirche «Hl. Johannes der Täufer». Nachmittags fahren wir weiter nach Bled und geniessen den zauberhaften Ausblick von der Bleder Burg. Am Abend erleben wir einen slowenischen Spezialitätenabend mit musikalischer Unterhaltung eines Oberkrainer Quartetts im Hotel. 4. Tag: Fakultativer Ausflug nach Ljubljana für eine interessante Stadtbesichtigung. Auf der Rückfahrt zum Hotel besuchen wir die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Brezje. 5. Tag: Heimfahrt via Villach und dem Arlbergpass zurück zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 550.– 5 Tage inklusive Halbpension 495.– Reisedaten 2016 (So – Do) 4: 25.09.–29.09. 1: 28.08.–01.09. 5: 02.10.–06.10. 2: 11.09.–15.09. 3: 18.09.–22.09.
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MIGROS-WELT | MM27, 4.7.2016 | 83
a Tavola
Dressing in Bioqualität Die drei neuen fixfertigen Dressings von a Tavola verleihen frischen Sala ten die richtige Würze. Sie bestehen aus ausgewählten Biozutaten und enthalten weder Geschmacksverstärker noch Konservierungsstoffe. Das Trio in den klassischen Sorten French – mit und ohne Kräuter – und Italian punktet mit einfachen Re zepturen. Darum schmecken alle drei Saucen wie hausgemacht. Sie basieren je nach Geschmacksnote auf hochwertigem Sonnenblumen, Raps und Olivenöl beziehungsweise Aceto Balsamico di Modena IGP, Apfel und Weissweinessig.
MigrosBio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Bio sortiment umfasst über 1300 Produkte.
MigrosBio a Tavola French, 450 ml Fr. 3.50
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84 | MM27, 4.7.2016 | MIGROS-WELT
150 Jahre Nestlé
Ein Weltkonzern hat Geburtstag Nestlé feiert dieses Jahr das 150-Jahr-Jubiläum. In den MiggySparwochen gibt es deshalb viele Nestlé-Artikel mit Rabatt.
1938
1929
1866
Text: Dora Horvath
Die Geschichte von Nestlé beginnt 1866
mit der Gründung der Kondensmilchfabrik Anglo-Swiss Condensed Milk Company, die in Cham ZG die erste Kondensmilchfabrik Europas (Bild unten rechts) eröffnet. 1867, also nur ein Jahr später, erfindet in Vevey Henri Nestlé (1814–1890) mit seinem Kindermehl ein Wundermittel gegen die damals hohe Säuglingssterblichkeit. Ein erbitterter Konkurrenzkampf führt 1905 zur Fusion beider Firmen.
Mit Peter-Cailler-Kohler kauft Nestlé 1929 den aktuell grössten Schweizer Schokoladehersteller (Bild oben rechts: Cailler-Fabrik um 1930). Daniel Peter (1836–1919), der mit Henri Nestlé befreundet ist, gilt als Erfinder der Schweizer Milchschokolade (Bild oben links: ein NestléLabor in Vevey um 1930; Bild unten rechts: die Congierhalle von Cailler im freiburgischen Broc).
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reichste Innovation des Unternehmens. Sein Erfinder ist Max Morgenthaler (1901–1980). 1929 wird Nestlé von der brasilianischen Regierung beauftragt, eine Absatzmöglichkeit für ihren Kaffeeüberschuss zu finden, um die Preise zu stabilisieren. Es dauert fast zehn Jahre, bis das Produkt geschmacklich überzeugt und 1938 auf den Markt kommt.
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nationaler Vermarktung und der Kreation der Marke Nestlé. Noch heute ziert sein Familienwappen mit dem Vogelnest das Logo (Nestle ist das Dialektwort für Nest), obwohl Henri Nestlé 1875 sein Unternehmen verkaufte und sich zurückzog. Nach diversen Fusionen und Übernahmen führt der Konzern mit Hauptsitz in Vevey heute 2000 Marken. MM
1962
1947
grösste Schweizer Industriebetrieb. Er gründet auf dem Tüftlernaturell des Apothekergehilfen und deutschen Immigranten Henri Nestlé (Heinrich Nestle, im Bild links). Der Markenpionier hatte 1867 mit seinem Kindermehl einen Meilenstein für die moderne Säuglingsernährung gesetzt. Sein grosses Verdienst liegt in dessen inter-
1986
S
eit 1988 führt die Migros Nestlé-Produkte. Es sind Artikel, zu denen Kunden eine besondere Bindung haben und nicht zu einer anderen Marke wechseln wollen. Bis zum 18. Juli bietet die Migros Nestlé-Produkte mit Jubiläumsrabatt an. Nestlé ist der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern und
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Erste tiefgekühlte Produkte kommen in der Schweiz 1942 unter der Marke Frisco auf den Markt. 1962 steigt Nestlé mit
dem Kauf von Findus ins Geschäft mit Tiefkühlartikeln wie Fischstäbchen oder Beeren ein. Im selben Jahr erfolgt auch der Erwerb von Frisco: Die Marke steht von nun an für Glace von Nestlé. 1971 akquiriert die Nestlé Schweiz AG die UrsinaFranck-Gruppe, die unter anderem Produkte der Marke Thomy wie den weltbekannten Thomy-Senf in der Tube herstellt.
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Mit der Lancierung von Nespresso gelingt Nestlé 1986 ein weiterer Coup. 1988 kauft der Konzern den Süss-
warenhersteller Rowntree Mackintosh. Zudem erweitert Nestlé das Getränkesortiment und erwirbt im Jahr 1992 die französische Perrier-Gruppe sowie 1998 Sanpellegrino.
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1947 fusioniert Nestlé mit Alimentana, das Maggi-Produkte produziert. Damit weitet das Unternehmen das Angebot auf Instantsuppen, Bouillons und Würzen aus. Julius Maggi (1846–1912) gilt als Pionier in der Nahrungsmittelindustrie. Sein 1884 erfundenes Leguminosenmehl aus Hülsenfrüchten soll die Ernährung der Arbeiter verbessern (Bild oben links: die Gemüserüsterei um 1905).
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Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis
Nachhaltigkeit
«Unsere Fahrzeugflotte rollt sauber»
Die Migros Wallis hat einen weiteren Teil ihrer Fahrzeugflotte erneuert. Der Verantwortliche Transporte der Genossenschaft, Fabrice Moulin, über nachhaltige Logistik. Text: Mélanie Zuber Bilder: Didier Bérard
1,25 Millionen Kilometer oder 3,25 mal von der Erde zum Mond: Diese Distanz legten die Lastwagen der Migros Wallis 2015 zurück. Eine schwindelerregende Zahl, die jedoch so tief wie möglich gehalten wird. Denn um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, wählt die Genossenschaft Fahrzeuge, die den aktuellsten Umwelt standards entsprechen. Kürzlich hat sie sich eines Teils ihrer Lastwagen entledigt und vierzehn Euro6Modelle besorgt. Fabrice Moulin, was bedeutet Euro 6? Euro 6 ist eine Abgasnorm, die den Ausstoss von umweltschädlichen Abgasen, darunter vor allem von Stickstoffdioxid, aber auch von partikelförmigen Schadstoffen, Kohlen monoxid und unverbrannten Kohlenwasser stoffen, erheblich begrenzt. Wie funktioniert das in der Praxis? Wir greifen vor allem auf AdBlue zurück. Das ist eine Lösung aus hochreinem Harnstoff und entmineralisiertem Wasser für Diesellastwagen. Damit wird Kohlen dioxid in Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt – zwei völlig unbedenkliche Bestandteile.
Aus welchen Fahrzeugen besteht die Fahrzeugflotte der Migros Wallis? Wir besitzen dreiundzwanzig Motorfahr zeuge: Vierzehn der Euro6Norm, bezie hungsweise zehn Sattelzugmaschinen und vier Solofahrzeuge, sowie neun Lastwagen der Euro5Norm. In puncto Umweltschutz ist unsere Fahrzeugflotte top. Für die neuen Fahrzeuge haben wir noch zusätzliche um weltfreundliche Optionen gewählt. Zum Beispiel? Sie sind zum Beispiel mit einem automa tisierten Schaltgetriebe ausgerüstet, einer Kombination aus manuellem Modus und Automatik. Damit können wir noch mehr Treibstoff sparen. Das ist eine beeindru ckende Sache: Dank der GPS-Ortung antizipiert das Fahrzeug die Strecke und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Wir haben ebenfalls Windabweiser installiert. Das sind Faserplatten, die verhindern, dass der Wind hinter der Kabine zirkuliert. Sie senken also den Luftwiderstand und damit den Treibstoffverbrauch. Durch eine andere Vorrichtung schaltet der Motor automatisch ab, wenn der Lastwagen länger als eine Minute stehen bleibt. Einige unserer neuen
Modelle sind zudem sehr kraftvoll. Je mehr Pferdestärken, desto weniger Treibstoff wird verbraucht. Sind die Daten zum Verbrauch messbar? Ja, das sind sie. Die Garagen, mit denen wir arbeiten, führen regelmässige Kontrollen durch und geben uns die Daten dann weiter. So wissen wir über viele Fahrparameter Bescheid, wie zum Beispiel Verlangsamen, abruptes Bremsen, Beschleunigungen oder Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Daten sagen uns auch, wie viel Treibstoff jedes Fahrzeug verbraucht und wie viel Kohlendioxid es ausstösst. Wir analysieren die Resultate auf globaler Ebene, um zu sehen, ob sie unseren Zielen entsprechen. Manchmal nimmt eine der Garagen direkt Kontakt mit einem Chauffeur auf und gibt ihm persönliche Tipps. Es geht aber nicht darum, sie zu überwachen. Wie haben Ihre Chauffeure auf die neuen Fahrzeuge reagiert? Sehr gut. Es war uns wichtig, sie in die Wahl der Fahrzeuge einzubinden. Sie müssen sich in einem Lastwagen wohlfühlen, sie sind es ja, die fahren. Wir haben das Budget aufge
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stockt und weitere Vorrichtungen für sie einbauen lassen, zum Beispiel ergonomi sche Fahrersitze mit verstellbaren Lenden wirbelstützen und Sitzheizung. Die Last wagen erfüllen höchste Nachhaltigkeits kriterien. Nachhaltigkeit muss aber auch dem Menschen, und nicht nur der Natur einen Gewinn bringen. Darum denken wir auch an unsere Mitarbeitenden. Mussten Sie eine spezielle Ausbildung absolvieren, um die neuen Lastwagen zu fahren? Ja. Alle Personen mit Fahrausweis für Lastwagen und sogar diejenigen, die für den Warenumschlag zuständig sind, haben kürzlich eine Ausbildung erhalten. Ausser dem besuchten sie einen Kurs für umwelt schonendes Fahren namens «EcoDrive». Wie lernen die Mitarbeitenden, ökologischer zu fahren? Ganz ehrlich – die erste Reaktion ist immer dieselbe: Ökologisches Fahren wird sofort mit Zeitverlust und Einschränkungen asso ziiert. Das war übrigens auch meine erste Reaktion. Wir haben aber den Beweis, dass das nicht stimmt. Der Schweizerische Nutz
fahrzeugverband ASTAG veranstaltete einen Ausbildungstag, an dem all unsere Chauf feure zweimal dieselbe Strecke zurück legten. Das erste Mal fuhren sie so wie gewohnt. Danach erhielten sie Tipps und legten die Strecke noch einmal mit einer Eco-Drive-Fachperson in der Kabine zurück. Der Verbrauch ging um mehr als 10 Prozent zurück. Die Fahrzeit war zudem kürzer, und die Lastwagenführer meinten, dass sie entspannter waren. Wo sind die Lastwagen der Migros Wallis unterwegs? Sie liefern vor allem Waren von unserem Logistikzentrum in Martigny in die dreiund vierzig Verkaufsstellen. Sie fahren gelegent lich noch zur Zentrale der Migros Waadt in Ecublens oder zu Micarna, der Migros Fleischproduzentin in Courtepin im Kanton Freiburg, um dort Waren abzuholen. Werden die Waren auch auf der Schiene transportiert? Unser Verkaufsnetz ist so beschaffen, dass wir unsere Waren nicht per Bahn verteilen können. Wir empfangen jedoch jedes Jahr mehr als 2500 Güterwagen in unserer
«Die erste Reaktion ist immer die: Ökologisches Fahren wird mit Einschränkungen assoziiert. Das stimmt nicht.» Fabrice Moulin, Verantwortlicher für den Sektor Transporte der Migros Wallis.
Zentrale. Auf nationaler Ebene ist die Migros die grösste Kundin von SBB Cargo. Haben Sie auch für die restliche Fahrzeugflotte ökologische Massnahmen umgesetzt? Ja. Wir haben kürzlich einige Änderungen in unserer Dienstwagenflotte vorgenommen. Wir haben uns von den Energiefressern getrennt und ein Elektroauto bestellt. Ab 2008 haben wir immer wieder erdgasbe triebene Fahrzeuge gekauft. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir suchen aber ständig nach neuen Wegen für noch grünere Transporte. MM
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Sportlich-elegant geschmückt Der Schmuck des Designers Michael Kors ist jetzt exklusiv im Oberwallis bei Carat im Einkaufszentrum Simplon Center erhältlich. Text: Daphné Dulac
D
ie richtigen Accessoires können den Stil einer Person komplett verändern, behauptet Michael Kors. Der US-amerikanische Designer, dessen Handtaschen in letzter Zeit sehr populär sind, ist bekannt für sein klares Design, das einen modernen Lebensstil verkörpert. Sein Schmuck wurde kürzlich ins Sortiment der
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Philipp Tingler (44) ist Autor
und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.
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Erholsamer Schlaf: Schon bei Kindern sind die Bedürfnisse sehr verschieden.
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Jedem die richtige Ration Schlaf Wann sollte ein Kind im Bett sein? Und wie viel Schlaf braucht es? Das fragen sich viele Eltern. Sicher ist: Es gibt keine fixe Regel – und auch das Alter des Kindes spielt eine untergeordnete Rolle. Text: Claudia Langenegger
Tipps
Bild: Stephen Simpson/Getty Images
Schlaf lässt sich trainieren • Ein Schlafprotokoll hilft zu erfassen, wie viel Schlaf das Kind tatsächlich braucht. • Die Bettgehzeit nicht als Strafe oder als Belohnung einsetzen. • Geschlossene Storen helfen beim Ausschlafen. • Eigene Erwartungen überprüfen: Braucht das Kind vielleicht weniger oder mehr Schlaf, als ich selber erwarte?
S
eit dem Wochenende sind Lina (9) und Mara (11) unausstehlich und müden herum. Sie durften am Geburtstagsfest von Onkel Ueli viel zu lange aufbleiben. Ihr Papi findet, sie gehen sowieso immer zu spät zu Bett. Wann aber sollen Kinder eigentlich ins Bett gehen? «Es gibt keine festen Regeln, wann ein Kind in welchem Alter zu Bett gehen soll», sagt Jacomine Lindblom (47), Psychologin und Erziehungsberaterin bei www.erziehungsberatung.ch. «Jedes Kind hat ein anderes Schlafbedürfnis.» Acht Stunden sind es mindestens, es können aber auch zwölf sein. Es gibt dabei nur eine Faustregel: «Braucht ein Kind als Baby viel Schlaf, bleibt diese Tendenz oft auch später bestehen», weiss Jacomine Lindblom. Wann der richtige Zeitpunkt ist, um den Nachwuchs ins Bett zu schicken, hängt auch vom Bedürfnis der Eltern ab. Sind Kinder am Abend nicht müde, kön
nen sie im Bett noch lesen oder eine Geschichte hören – so haben die Eltern auch ihre wohlverdiente Abendruhe. Die weit verbreitete Idee «Je älter, desto weniger Schlaf» ist nicht in jedem Fall richtig. «Es muss nicht sein, dass ein achtjähriges Kind länger schläft als ein zehnjähriges. Und mit der Puber tät brauchen die Jugendlichen oft wieder viel mehr Schlaf.» Ein Kind als Strafe früh ins Bett zu schicken, sei als Erzie hungsinstrument problematisch: «Er wacht es dann um fünf Uhr morgens, ist es fraglich, wem dies etwas nützt.» Längeres Aufbleiben vertragen Kinder unterschiedlich gut. Kann ein Kind sich ausschlafen, holt es sich so seine notwendigen Stunden Erholung. Ein gestörter Schlafrhythmus hat sich oft nach zwei, drei Tagen wieder einge pendelt. Aber, sagt Jacomine Lindblom: «Manche Eltern leiden etliche Tage unter der Laune des Kindes, wenn es zu wenig Schlaf bekommen hat.» MM
Mama ist so frei
Kinderlose haben es schön. Feierabend, Füsse hoch. Dagegen enden Arbeitstage einer Mutter nie. (Die halbe Stunde, nachdem die Kleinen im Bett sind und bevor Mami auf der Couch ins Koma fällt, zählt nicht.) Wenn wir im Beruf bleiben möchten, wird es noch komplizierter. Es klingt widersprüch lich, aber als ich aus gebrannt war, merkte ich, dass ich ein Hobby brauchte: Nähen. Anfangs eine Ausrede, um vom Wickeltisch wegzukommen. «Ich mache noch die Naht fertig», war ein Code für, «ich brauche ein Timeout.» Herr Leinenbach verstand und sprang ein. Natürlich werden viele Mamis fragen, wo sie Zeit für ein Hobby hernehmen sollen. Meine Anwort: «Schafft euch Freiräu me!» Zwei Stunden an der Nähmaschine füh len sich wie zwei Tage Südsee an. Inzwischen hab ich einen Nähblog gestartet. Titel: «Stahl arbeit». Ich fand das wegen der Stahlnadeln passend. Ida versteht nicht, wieso der Blog so heisst: «Mami, Arbeit passt nicht, es müsste ‹Stahlspass› heissen.»
Bettina Leinenbach (39)
ist Journalistin und zweifache Mutter.
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Eine gründliche Reinigung ist das A und O der Gesichtspflege.
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Wohltat fürs Gesicht Kostspielige Cremes und teure Seren – ohne die richtige Gesichtsreinigung nützen sie wenig. Reinigungsbürsten verhelfen schwungvoll zu sauberer Haut. Text: Andrea Vogel
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ie richtige Gesichtspflege beginnt mit der Reinigung. Denn schmutzige Haut kann keine Pflegewirkstoffe aufnehmen. Um das Gesicht porentief zu reinigen, empfiehlt sich die Anwendung von Gesichtsreinigungsbürsten. Die entsprechenden Produkte sind so vielfältig wie die Hauttypen. Clarisonic, Philips, Clinique und neu auch Zoé bieten sie zu Preisen zwischen 29 und 249 Franken an. Welchen Vorteil haben die rotierenden Reiniger? Die kullernden und kreisenden Bürsten verstärken die Wirkung der Waschgels und -lotionen. Sie reinigen die Poren bis in die Tiefe. Talg und Schmutz
werden wirkunsvoller entfernt. Doch damit nicht genug: Durch die Rotation der Bürste wird die Haut massiert, abgestorbene Hautzellen entfernen sich in einem Schwung, und die Haut wird optimal durchblutet. Lauwarmes Wasser ist wichtig
Eine gründliche Gesichtsreinigung ist das A und O der Hautpflege. Waschen Sie Ihr Gesicht morgens und abends. Am Morgen entfernen Sie die abgestorbenen Hautzellen sowie Ausscheidungen der Talgdrüsen, die über Nacht entstehen. Am Abend ist es wichtig, dass die Haut von Make-up, Schmutz, Talgrückständen und Schweiss gereinigt
wird. Übrigens: Mit oder ohne Reinigungsbürste – stets auf die Wassertemperatur achten! Zu heisses Wasser irritiert die Haut, kaltes verschliesst die Poren. Lauwarmes Wasser eignet sich daher am besten. Nach dem Waschen das Gesicht mit einem frischen Handtuch abtupfen. Auch nach der Reinigung mit einer elektronischen Bürste immer ein Tonic verwenden. Damit wird der pH-Wert der Haut ausgeglichen. Entfernen Sie sowohl die Reste der verwendeten Reinigungsprodukte als auch – und das wissen die wenigsten – den Kalk, der sich im Hahnenwasser befindet. Danach ist die Haut optimal für die Pflege mit Hautcreme vorbereitet. MM
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Südtirol – Dolomiten
Grosse Dolomiten-Rundfahrt, Schloss Trauttmansdorff, Meran und Brixen. 1. Tag Schweiz – Südtirol Sie verlassen die Schweiz im Rheintal und fahren zum Klostertal, mitten in die Arlbergregion. Nach dem Mittagshalt in Landeck erreichen Sie den Reschenpass. Bei der Ortschaft Graun eröffnet sich Ihnen einer der schönsten und bekanntesten Ausblicke der Alpen: der Reschensee im Vordergrund, überragt vom schneebedeckten Gipfel des Ortlers. Der Weg führt Sie nun hinab ins Vintschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen, die vor allem im April und in der ersten Maihälfte ein riesiges Blütenmeer bilden. Über Meran und Bozen erreichen Sie gegen Abend Brixen. 2. Tag Grosse DolomitenRundfahrt Auf der grossen Sechspässefahrt lernen Sie die eindrückliche Bergwelt der Dolomiten kennen. Durch die Eggentalschlucht erreichen Sie den Karersee, von wo aus Sie herrliche Blicke auf die markanten Wände des Latemarmassivs haben. Danach geht's über den Karerpass ins Fassatal und auf das Sellajoch.
Von hier aus haben Sie einen der schönsten Panoramablicke. Nun geht es ein Stück ins Val Gardena, bevor Sie die Strasse zum Grödner Joch erreichen. Nach dem Mittagshalt in Corvara überqueren Sie den Valparola- und den Falzaregopass. Die Strasse führt Sie nun hinunter nach Cortina d'Ampezzo, der Hauptstadt der Dolomiten. Von hier aus steigt die Strasse an und führt Sie hinauf zum Dreikreuzpass. Am wunderschön gelegenen Misurinasee machen Sie Halt. Nun geht es hinunter ins Höhlensteintal, wo Sie beim Dürrensee einen Halt einschalten, um alle der berühmten Drei Zinnen zu sehen. Durch das Pustertal kehren Sie in Ihr Hotel zurück.
3. Tag Ausflug Schloss Trauttmansdorff – Meran – Brixen Am Morgen fahren Sie zum Schloss Trauttmansdorff. Hier besuchen Sie die Gärten, die 2005 zum «Schönsten Garten Italiens» gekürt wurden. Selbstverständlich kann auch das Schloss besichtigt werden, in dem Kaiserin Sissi zweimal zur Winterkur wohnte. Danach fahren Sie nach
4 Tage ab Fr. 425.–
Meran. Mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen hat die Stadt viel von dem weitläufigen Charme eines Nobelkurortes des 19. Jahrhunderts bewahrt. Am Nachmittag fahren Sie ein Stück auf der Südtiroler Weinstrasse und kehren nach einem Halt im schmucken Städtchen Brixen in Ihr Hotel zurück.
4. Tag Südtirol – Schweiz Über den Brennerpass erreichen Sie die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck, die Sie bei einem Aufenthalt näher kennenlernen können. Im schönen Stanzertal machen Sie den letzten Mittagshalt und kehren dann wieder in die Schweiz zurück.
Reisedaten 2016 01. – 04. Sept.
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11. – 14. Sept.
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21. – 24. Sept.
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09. – 12. Okt.
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13. – 16. Okt.
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20. – 23. Okt.
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Abfahrtsorte Route A: Bern, Olten, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen Route B: Bern, Olten, Luzern, Zürich, Winterthur, St. Gallen
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4-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar
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3 Übernachtungen mit Halbpension im Hotel Löwenhof mit ausgezeichneter Südtiroler Küche
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Grosse DolomitenRundfahrt
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Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff (inklusive Eintritt), nach Meran und nach Brixen
Nicht inbegriffen:
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Annullationsschutz Fr. 24.– Einzelzimmerzuschlag Fr. 90.–
Sonniger Herbst in Istrien Sonnentage im charmanten Istrien. Malerische Landschaften und romantische Städtchen.
1. Tag Schweiz – Istrien Über die Gotthardroute führt
3. Tag Ausflug Motovun und Opatija
Am Vormittag führt Sie die ter nach Mailand. Sie passieren Fahrt ins Innere der Halbinsel. Im nördlichen Teil von Istrien Bergamo und Brescia und fahliegt das wahrscheinlich bekannren entlang der Po-Ebene, vorteste und attraktivste istrische bei am Südufer des Gardasees, mittelalterliche Städtchen Motonach Verona. Über Padua erreivun. Der Motovuner Wald, der chen Sie bei Venedig die Küste sich entlang des Flusstals der der Adria. Vorbei an Triest, eiMirna erstreckt, ist bekannt für nem der bedeutendsten Häfen das Vorkommen der Trüffel, Italiens, erreichen Sie Istrien, die dem unterirdischen Pilz, dem grösste Halbinsel der nördlichen aphrodisische Eigenschaften Adria, wo Sie im Raum Portoroz nachgesagt werden. Nach diedie nächsten Tage verbringen sem interessanten Aufenthalt werden. fahren Sie an die Kvarner Bucht, nach Opatija. Dank dem milden 2. Tag Aufenthalt Novigrad Klima während der WintermonaGeniessen Sie den heutigen Tag te verbrachten schon die österund entspannen Sie sich in diereichischen Adligen die kalte ser milden, mediterranen UmJahreszeit in dieser milden Gegebung. Das alte Städtchen gend. Selbst Kaiser Franz Josef Novigrad, das immer noch von liess sich hier eine Villa bauen. der ursprünglichen Stadtmauer Noch heute säumen Luxushotels umgeben wird, liegt liegt gera- und von Parks und Gärten de mal einen 10-minütigen Spa- umgebene Villen die Küste. Im ziergang von Ihrem Hotel entVerlaufe des Nachmittags kehren Sie dann auf einer Panorafernt. Sie die Reise ins Tessin und wei-
5 Tage ab Fr. 299.–
mafahrt entlang der istrischen Ostküste wieder in Ihr Hotel zurück.
4. Tag Ausflug Pula und Rovinj (fakultativ) Heute fahren Sie zuerst nach Pula, der grössten Stadt Istriens am Südzipfel der Halbinsel. Die Arena in Pula zählt zu den sechs grössten erhaltenen römischen Amphitheatern der Welt. Heute können hier 5000 Zuschauer Freilichtkonzerte und im Sommer das Opernfestival geniessen. Nach diesem interessanten und abwechslungsreichen Besuch fahren Sie nach Rovinj an der Westküste Istriens. Das Städtchen gehört mit zu den schönsten Orten der gesamten Adria und ist sicher eines der meist fotografierten.
5. Tag Istrien – Schweiz Nach dem Frühstück fahren Sie über Venedig und Verona nach Mailand und kehren über die Gotthardroute wieder in die Schweiz zurück.
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Sept. – 02. Okt. – 09. Oktober – 14. Oktober – 21. Oktober – 28. Oktober
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5-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar 4 Übernachtungen in gutem Mittelklassehotel Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farb-TV etc. Frühstück und Abendessen im Hotel Ganztägiger Ausflug nach Motovun und Opatija
Nicht inbegriffen: ✘ Annullationsschutz Fr. 24.– ✘ EZ-Zuschlag Fr. 90.– ✘ Fakultativer GanztagesAusflug nach Pula und Rovinj Fr. 48.–
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Trojaner richten auch auf ungeschützten Smartphones Schaden an.
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Kann ich Office 2003 unter Windows 10 instal lieren, um meine alten OfficeDateien zu öffnen? Rolf H. Scholz
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Ein angeblich von der Post stammendes SMS informiert über eine baldige Zustellung – geliefert wird aber ein Trojaner: Onlinebetrüger agieren immer dreister. So schützen Sie sich. Text: Reto Vogt
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etrüger verschicken derzeit gefälschte SMS-Nachrichten mit dem Absender «SwissPost». Wer den angehängten Link anklickt, fängt sich einen Trojaner ein, der vor allem auf Android-Smartphones grossen Schaden anrichtet. Doch ganz egal, welche Firma sich die Gauner aussuchen und als Absender missbrauchen – ihre Masche ist immer dieselbe: Sie fälschen eine E-Mail- oder SMS-Nachricht und lassen diese möglichst seriös aussehen. Darin ist meist ein Link platziert, der zur Eingabe von Kunden- oder Kreditkartendaten auffordert. Dabei sind die Empfänger dieser Nachrichten nicht mal zwingend Kunden dieser Unternehmen – und wenn doch, dann ist das purer Zufall. Die Mail-Adressen und Telefonnummern sind in solchen Fällen nämlich gestohlen oder auf einer illegalen Handelsplattform erstanden worden. Ziel der Online-
betrüger ist es, an Kunden- und vor allem Kreditkartendaten zu kommen. Diese Masche wird «Phishing» genannt. Sie ist nicht neu. Vielen Smartphonenutzern ist aber nicht bekannt, dass die von Computern bekannte Gefahr gleichermassen bei der Smartphonenutzung droht. Einen wirksamen Schutz dagegen gibt es jedoch auf keinem System. Nützlich ist einzig eine aufmerksame Nutzung des Smartphones. Keine privaten Daten preisgeben
Wie auf dem Computer sollten auch auf tragbaren keine E-Mails, SMSund WhatsApp-Nachrichten von unbekannten Absendern geöffnet werden. Stammen diese auf den ersten Blick von einer seriösen Firma, zu der Sie jedoch keine Kundenbeziehung pflegen, gilt dasselbe. Haben Sie dort schon eingekauft oder sind Kunde, prüfen Sie das E-Mail auf seine Echtheit: offensichtliche Rechtschreibfehler,
keine Kontaktmöglichkeiten oder fehlende Infos über die Geschäftsbeziehung deuten darauf hin, dass die Nachricht gefälscht ist. Und: Klicken Sie grundsätzlich keine Links an, die zur Eingabe von persönlichen Daten auffordern. Doch Phishing ist nicht die einzige Gefahr bei der Smartphonenutzung. Besonders Besitzer von Android-Geräten – bei Apple iPhones ist die Gefahr einer Infektion geringer – ist ein vorsichtiger Umgang empfohlen. Dort kann bereits der Besuch einer verseuchten Website oder der Download einer gefälschten App ausreichen, um sich einen Trojaner einzufangen. Um sich zu schützen, empfiehlt sich die Installation eines Virenschutzes. Das unabhängige Testlabor Av-test.org vergibt unter anderem an «G Data Internet Security» gute Noten. Darüber hinaus ist jedes Gerät mit einem Passwort abzusichern. MM
Offiziell ist Office 2003 nicht mit Windows 10 kompatibel. Es kann sein, dass das Programm trotzdem funktioniert. Aber da der offizielle Support abgelaufen ist, empfiehlt sich der Einsatz nicht mehr.
Keine Angst: Ihre alten
Dateien sind nicht ver loren. Sie lassen sich mit
neuen Office-Versionen (etwa 2013 oder 2016) problemlos öffnen – egal, womit Sie diese seinerzeit erstellt haben. Es muss nicht einmal das kostenpflichtige Microsoft Office sein. Unter Windows 10 (und jedem anderen Betriebssystem) können Sie LibreOffice gratis und legal herunterladen, es installieren und Ihre alten OfficeDateien auch damit öffnen. https://de.libreoffice.org
Reto Vogt (31),
Ressortleiter Online Migros-Magazin @revogt
108 | MM27, 4.7.2016 | LEBEN
Kinder
Flatterhaftes Insekt Wenn Schmetterlinge fröhlich durch die Gegend flattern, ist es Sommer. Leider gibt es immer weniger von den farbenfrohen Insekten. Text: Andrea Fischer
Illustration: bunterhund.ch
Natürliche Feinde des Schmetterlings
Leibspeise: Schmetterlinge saugen Nektar aus Blumenblüten.
Einige Vögel fressen
Schmetterlingsraupen oder verfüttern sie an die Jungen.
Feldspitz- und Waldmäuse ernähren sich
unter anderem von Schmetterlinsraupen.
Spinnen saugen
Schmetterlinge aus, die sich in ihrem Netz verfangen.
Igel sind Insektenfres-
ser und verspeisen sowohl Schmetterlinge als auch ihre Raupen.
Was wir früher Sommervogel nannten, heisst heute auch bei uns
oft Schmetterling. Er ist ein Insekt. Das sieht man daran, dass er sechs Beine hat. In der Schweiz gibt es fast 3600 verschiedene Arten, aber nur etwa 120 gehören zu den Tagfaltern und sehen so aus, wie du dir Schmetterlinge wahrscheinlich vorstellst: farbig und schimmernd. Der Glanz
kommt von Tausenden Schüppchen auf den Flügeln. Leider gibt es in der Schweiz immer weniger Schmetterlinge, denn es hat zu wenig wilde Gärten und Wiesen für sie. Die Tierchen ernähren sich vor allem vom süssen Saft der Blüten, dem Nektar, den sie mit ihrem Saugrüssel wie mit einem Trinkhalm aus Blüten schlürfen. Schmetterlinge können die Farbe Rot
nicht erkennen. Und ihre Partner finden sie dank ihrer feinen Fühler. Ein Männchen kann ein Weibchen kilometerweit riechen. Wenn sich ein Paar gefunden hat, legt das Weibchen Eier, aus denen Raupen schlüpfen. Sobald die sich dick gefressen haben, bauen sie einen Kokon um sich herum. Aus ihnen schlüpfen dann die fertigen Schmetterlinge. MM
LEBEN | MM27, 4.7.2016 | 109
Gabrielle (11), Baden AG
Die Fingernägel schützen unsere Fingerspitzen. Sie helfen uns auch, kleine Gegenstände besser zu greifen. Ihr Zustand lässt so einiges über einen Menschen vermuten: Wer schmutzige, brüchige Nägel hat, den hält man rasch für ungepflegt. Begegnen wir dagegen einer Dame mit perfekt lackierten Nägeln, glauben wir, sie sei elegant. (Als ob ein bisschen Lack dazu reichen würde!). Mädchen mit halb abgeblättertem Nagellack wirken schluderig. Hinter Teenagern mit abge-
knabberten Nägeln vermuten wir angespannte Gemüter – dabei kaut laut Schätzungen die Hälfte aller Jugendlichen ihre Nägel ab. Die Mädchen, die ich kenne, träumen von schönen, langen Nägeln. Du auch? Dann kommt hier die gute Botschaft: Tatsächlich wachsen sie im Sommer schneller als im Winter. Denn in der warmen Zeit isst man frischere Lebensmittel, und gesunde Ernährung fördert das Nagelwachstum.
Auch Vitamin D ist dafür nützlich. Das kann unser Körper nur dank der UV-Strahlen der Sonne produzieren. Eine gute Durchblutung ist dem Wachstum ebenso förderlich. In der Wärme sind unsere Hände besser durchblutet als in der Kälte. Nägel mögen zudem keine Feuchtigkeit. Sie sind gern an der frischen Luft. Ist doch logisch, oder? Schliesslich spendet der Sommer pure Lebenskraft – nicht nur unseren Nägeln, sondern unserem ganzen Wesen. MM
Gabriela Bonin (48) beantwortet
Kinderfragen zu aktuellen Themen.
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Hugo mag Formen. Darum findet er auch Geometrie ein tolles Schulfach. Nun hat er sich selbst eine lustige Aufgabe ausgedacht. Finde heraus, wie viele Dreiecke, Quadrate oder Kreise in der jeweiligen Fläche versteckt sind. Findest du alle? Schreibe die Zahl ins leere Feld.
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Nina dribbelt ihre Gegner wieder mal schwindlig. Findest du heraus, wie der Ball seinen Weg ins Goal gefunden hat?
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Top-Wellness in Meran Gesunde Ernährung, Yoga und ganzheitliche ärztliche Betreuung: Das Migros-Magazin und die Villa Eden verlosen drei Gutscheine im Wert von je 1000 Franken für Luxus-Wellness in Südtirol.
D
as Gewicht optimieren, Stress abbauen, mit einer Detoxkur den Körper entgiften: All dies bietet die Villa Eden – The Leading Park Retreat im italienischen Meran mit ärztlicher Betreuung in stil vollem Ambiente an. Die in einem jahrhundertealten Park mit Pool und Seerosenteich gelegene Wellnessoase hat 2014 gleich drei WorldLuxurySpaAwards gewonnen und ihr Gesundheits konzept während mittlerweile 30 Jahren stetig optimiert.
Das Konzept der Villa Eden basiert auf den drei Säulen Ernäh rung, Bewegung und Vitalität. Der leitende Arzt des Resorts, Emanuele De Nobili, stellt Gästen auf Wunsch ein individuelles alter nativmedizinisches Programm zur Regeneration zusammen. Dazu gehört ein Ernährungs plan, der von der Gourmetküche unter Berücksichtigung von Zucker und Kaloriengehalt sowie möglichen Unverträglichkeiten umgesetzt wird. Wie wäre es zum Beispiel mit Flusskrebsen an
Tomatencarpaccio? Oder Seeteufel im RoteBeeteMantel? Morgendliche Spaziergänge durch die schöne Umgebung, Was sergymnastik und Yoga am Nach mittag oder die Betreuung durch einen Personal Trainer ergänzen die gesunde Ernährung und steigern die individuelle Fitness. Und wem nach einem Kultur oder Einkaufsbummel zumute ist, der ist im Nu im Zentrum Merans, der zweitgrössten Stadt Südtirols. MM Mehr Infos: www.villa-eden.com
Anruf) und nennen Sie Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Villa Eden», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 10.7. 2016 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.
112 | MM27, 4.7.2016 | LEBEN
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LEBEN | MM27, 4.7.2016 | 113
So nehmen Sie am Kreuzworträtsel links teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.7.2016, 24 Uhr
Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.
oder gewinnen Sie eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.7.2016, 24 Uhr
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LEBEN | MM27, 4.7.2016 | 115
Sudoku
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7 6 2 8 1 5 7 5 6 7 6 4 8 7 5 1 3 2 8 2 1 9 8 7 6 5 4
4 8 2 1 6 9 3 5 7
3 6 7 5 4 2 1 9 8
2 9 4 7 1 6 8 3 5
9 5 1 8 3 7 2 4 6
6 7 3 9 8 5 4 2 1
8 1 5 3 2 4 6 7 9
5 2 6 4 7 8 9 1 3
1 4 9 6 5 3 7 8 2
7 3 8 2 9 1 5 6 4
So nehmen Sie teil
Gewinner Nr. 25: August Zundel, Bern; Ruth Meier, Frauenfeld; Jacqueline Kempf-Imholz, Schattdorf UR; Fränzi Keller, Zürich; Madeleine Golliez-Nicollerat, Cossonay-Ville VD
Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.7.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der zweiten Rätselseite
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. R
4 2
1 3
Auflösung Nr. 26: FEDER
5
Gewinner Nr. 25: Annamaria Züllig, St. Gallen; Erika Bolfing, Zug; Judith Ernst, Winterthur ZH
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Lösungswort: 1
2
3
4
5
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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Thomas Wildberger
«Ohne Kuss gehe ich nicht aus dem Haus»
Seine Welt ist schwarz oder weiss, eine klare Meinung sein Markenzeichen: Thomas Wildberger, Werber des Jahres 2016. In seiner Freizeit spielt der 42-Jährige gerne Fussball – und er geniesst seine neue Vaterrolle. Text: Laila Schläfli Bilder: Basil Stücheli
LEBEN | MM27, 4.7.2016 | 119
1 Meine Familie «Ende Mai kam Lele Meeri zur Welt. Sie komplettiert unsere Ehe, unsere Partnerschaft, unser Leben.» 2 Mein Ritual
«Ohne einen Kuss meiner Frau gehe ich nicht aus dem Haus. Wir haben aus Liebe geheiratet – das muss man jeden Tag aufleben lassen. Wir gehen auch nie im Streit zu Bett.» 3 Mein Ruhepol
«Der tibetische Hütehund Lotte ist seit sechs Jahren bei uns. Sein buddhistisches Wesen trägt viel zur Ruhe daheim bei. Etwa dreimal pro Woche gehe ich mit Lotte im Wald joggen.»
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Name: Thomas Wildberger (42) Sternzeichen: Schütze Biografie und Lebenslauf:
«Aufgewachsen bin ich in Zürich, mit 16 machte ich das KV bei der Migros an der Pfingstweidstrasse (Bild), unter anderem in der Werbeabteilung. Ich bin kreativ und wollte einen Beruf, in dem ich das ausleben kann. Drei Monate nach dem Lehrabschluss begann ich als Junior-Texter bei Matter Galbucci Leo Burnett, später arbeitete ich in Hamburg und gründete eine Agentur in Berlin mit. 2012 wollte ich nochmals etwas Neues machen und übernahm die Stelle als Chief Creative Officer bei Publicis in Zürich. Am 27. Mai wurde ich zum ‹Werber des Jahres 2016› gewählt. Aber: Es gibt täglich neue Herausforderungen in der Werbung, man kann immer noch besser und spektakulärer werden.»
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4 Mein Hobby «In meiner Freizeit spiele ich gern auf einem frisch gemähten Rasen Fussball.»
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Mein Lieblingsprodukt
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«Mein Frühstück besteht aus Kafi, Mangosaft und zwei Spiegeleiern – jeden Morgen.»
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5 Mein Ausgleich «Vor einem Jahr waren wir auf Bali. Der original schwarz-weisse Tempelschirm steht für Yin und Yang und soll zur Ausgeglichenheit beitragen. Meine Frau nennt mich ‹black and white›, weil ich viele Dinge immer nur schwarz oder weiss sehe. Deshalb dachte ich: Das ist mein Schirm.» 6 Mein Tick «Ich habe nur Portemonnaies ohne Münzfach, da das Kleingeld sie immer so ausbeult. Zu 99 Prozent bezahle ich bargeldlos, und für den Notfall habe ich Noten dabei.»
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