MIT DEM CAMPER NACH SÜDAFRIKA 10
4 Freunde, 17 Länder, 20 000 Kilometer: Die besten Bilder unserer WM-Fahrer. Nr. 27, 5. Juli 2010
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4 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
MENSCHEN
EDITORIAL Hans Schneeberger, Chefredaktor
Vier Freunde, ein Traum
NatĂźrlicher wohnen
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Gesucht: Pauker
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Der Messerschleifer
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Leser des Migros-Magazins haben sie in den letzten dreieinhalb Monaten begleitet. Auf der Reise ihres Lebens quer durch Europa und Afrika bis an die Fussball-WM.
Der Schweiz mangelt es an Lehrern. Trotzdem läuft es in der Schule nicht schlecht. Drei Beispiele.
Wir haben sie bedauert, als sie im SchneegestĂśber in Serbien die
Erwin GrĂźtter sorgt dafĂźr, dass die Messer der HotelkĂźchen scharf sind.
erste Panne hatten, und wir haben mit ihnen gelacht, als sie ihren eigenen Busservice in Äthiopien aufgezogen haben. Wir sorgten uns, als Christian unterwegs in einem Landspital versorgt werden musste. Wir wissen nun, dass mashy, mashy alles okay heisst und dass traumhafte Lodges trotzdem einstßrzen kÜnnen. Dass in Kenia ein 11-Personen-Minibus auch mit 21 Personen fährt und dass feiernde Schweizer trÜtende Vuvuzelas locker ßbertÜnen kÜnnen.
INTERVIEW Jan Delay
weltmeisterschaft endet auch das grosse Abenteuer der vier Freunde. Und unser Redaktor Reto Wild, der sie während dieser ganzen Zeit redaktionell betreut hat, denkt, es ist gut so. Nach einer 20 000 Kilometer langen Reise durch 17 Länder, nach Wochen der Enge, des Aufeinander-Rßcksicht-Nehmens wßrden die vier die Unabhängigkeit schätzen.
Erleben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, die Reise der vier Schweizer
noch einmal im Zeitraffer auf den Seiten 10 bis 13.
hans.schneeberger@migrosmagazin.ch
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Der Migros-Bus rockt Alpaufzug der Elektromobile
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Migros-Lexikon Migipedia
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Die Elektrofahrzeuge der Migros fahren in die Berge — als Mietautos.
Doch nun heisst es Abschied nehmen. Mit dem Ende der Fussball-
Die gewonnenen Erfahrungen jedoch mÜchten sie um nichts auf der Welt missen. Die Begegnungen mit Einheimischen, mit Kindern auf der Strasse, mit Bauern, Händlern, Mßttern mit ihren Babys. Doch trotz aller charakterbildenden Begegnungen – die vier bleiben Schweizer. Durch und durch. Denn trotz VerzÜgerungen, Pannen, trotz einer kaputten Zylinderkopfdichtung, welche die Weiterfahrt verunmÜglichte, waren die Schweizer pßnktlich zum ersten Spiel der Nati in Durban.
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DAS BESTE Bilder Thomas Senf, Keiko Saile, Oliver Schmauch/laif, Daniel Ammann
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Mission WM erfĂźllt
Das Abenteuer SĂźdafrika geht zu Ende. Die schĂśnsten Reisebilder unserer vier Fussball-WM-Reisenden.
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SAISONKĂœCHE MĂśrderisch gutes Club-Sandwich 80 Filmkritiker Benny Furth hat schon mit Hitchcock geplaudert. ÂŤSaisonkĂźcheÂťKĂśchin Pistorius verwĂśhnt ihn im Kino.
DIESE WOCHE
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Botschafterin des Guten 110 Nicht nur schön, sondern auch engagiert: So lebt die neue Miss Earth Schweiz, Andrea Kuster.
Hoch hinaus 94 Bergsteigerin Evelyne Binsack «schleikt» den Outdoor-Experten des Migros-Magazins, Üse Meyer, auf den Mönch.
Der Migros-Bus rockt 42 Die Herzen der Rockfans am Open Air St. Gallen hat er im Sturm erobert. Nun rockt und rollt der Migros-Verkaufswagen an weiteren Musikfestivals.
Das Kind vom Bahnhof Soul 34 Starmusiker Jan Delay alias Jan Phillip Eissfeldt über Vorlieben, Vorbilder und Vorurteile.
Warum uns Brot glücklich macht 84 Überraschendes, Tipps, Tricks und Informationen rund um Vollkorn-, Weiss- und Kernenbrot.
IHRE REGION Neues aus Ihrer Genossenschaft 87
BESSER LEBEN
Mädchen messen sich nicht gern 93 Outdoor: Bergsteigen 94 In Form: Der Gipsarm ist passé 101 Familie: Kleine Kinder aufklären 103 Garten: Blumenwiese statt Rasen 105
Auto: Der Honda CR-Z Hybrid 1.5i 107
RUBRIKEN Migros-Woche Leserbriefe Auf ein Wort
Kolumne: Der Hausmann
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6 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Alles léger? Palmen, Sonne, Meer — und ganz viel Arbeit: Die Miss-SchweizAnwärterinnen haben eine Woche im Luxushotel Reid’s Palace in Madeira logiert. Von der Schönheit der Insel haben die zwölf Schönen aber wenig gesehen: Schminken, Stylen, Fotoshootings, Interviews und Filmaufnahmen für die Wahlen im September bestimmten ihren Tag. Und Sponsor Léger war stets dabei. Die Bilder finden Sie unter www.migros.ch/leger
DIE 12 MISS-SCHWEIZ-KANDIDATINNEN 2010
Carole Jäggi, Jennifer Pennisi, Miss Zürich Nathalie Raguth, Jasmin Brunner und Nadine Schüpfer (hinten, von links). Sabrina Guilloud und Kerstin Cook (Mitte von links). Anic Lysser, Laura Kämpf, Miss Bern Noemie Leibinn, Jennifer Hurschler und Arjeta Lataj (vorne von links).
NEWS
AUS DER REGION MIGROS LUZERN
Spielzeug schon ab Juni günstig
Die 20-%-Aktion auf das Sommerspielwarensortiment läuft vom 29.6. bis 12.7. und nicht wie im Inserat falsch angegeben vom 29.7. bis 5.8.2010.
Schweizer Künstler-Nati
Was haben die Migros, Fussball und Kunst gemeinsam? Den Zürcher Künstler ZanRé. Er nimmt unter anderem Migros-Papiertüten als Leinwand, übermalt sie und nennt seinen Kunststil Pop brut. Die kickenden GiacomettiFiguren sind nun in Johannesburg zu sehen. Er ist einer von fünf Schweizer Künstlern, die uns bei der WM in Südafrika vertreten. Infos und Verkauf unter www.zanre.ch
Günstiger in den Zirkus
Der Circus Knie gastiert vom 24. Juli bis 8. August in Luzern. Unter dem Motto «Fascination» wird dem Publikum erneut hohe Zirkuskunst präsentiert. Tiere, Clowns und Artisten wie Glen Nicolodi und sein Hund (Bild) beleben die Manege auf der Luzerner Allmend. Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Migros Luzern können im Vorverkauf vergünstigte Tickets für die Vorstellungen vom 24. bis 27. Juli beziehen. Unter www.migrosluzern.ch gibt es weitere Informationen dazu. Mehr zur Migros Luzern erfahren Sie ab Seite 87.
MIGROSWOCHE
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Schulpulte für Tirupur
Die Migros spendet den Erlös ihres Bio-Marché-Standes. Damit Kinder in Südindien besser lernen.
M
itte Juni fand in der Altstadt von Zofingen der grösste Biomarkt der Schweiz statt. Die Migros unterstützte auch den 11. Bio-Marché als Hauptsponsorin. Herzstück des Migros-Auftritts war eine Filiale, die ausgewählte Bio-Artikel aus dem Migros-Sortiment verkaufte. Der Erlös daraus geht an die Migros-Kids-School im südindischen Tirupur, die Tausenden von Kindern Bildung und damit eine bessere Zukunft ermöglicht. Mit der Spende von rund 2000 Franken können die Schulzimmer mit 32 neuen Bänken und Pulten für zwei Schulklassen ausgestattet werden.
Bilder Jorma Müller, www.k-i-d-s.org, bab.ch/StockFood, Kilian Kessler
Die Kids-School in Tirupur ist nur Kindern aus ärmeren Familien zugänglich.
Sexy Bauern mit Heubäuchen Die offizielle Wahl des schönsten und originellsten Schweizer Bauern, die Mister-Heubuuch-Wahl, steht vor der Tür. Die Migros ist erstmals offizielle Einkleiderin der zehn Kandidaten. Diese wurden in der Migros-Filiale in Wetzikon ZH mit drei Outfits ausgestattet: Casual in Jeans und T-Shirt, chic im Anzug und sportlich in Badehosen werden sich die zehn Titelaspiranten in der Wahlnacht am 10. Juli dem Publikum präsentieren. Ticket-Verlosung unter www.heubuuch.ch/wettbewerb
FRISCH IN DER MIGROS
Frühreif
Einer der zehn Titelkandidaten beim Einkleiden in der Migros.
Jung und knackig — bitte essen, aber zackig! Frühkartoffeln aus der Schweiz sind ein besonderer Genuss. Exzellent als klassische Gschwellti mit Quark oder mal etwas anders: Ein paar Tropfen Zitronenöl verleihen den Halbwüchsigen eine fruchtige Frische und einen sommerlichen Geschmack.
8 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
MM 26: «Den Lebenssinn gefunden», Artikel über pensionierte Frauen, die sich in der Entwicklungshilfe engagieren.
Inspiration für meine Pension Elizabeth Neuenschwander und Vreni Frauenfelder sind eine Inspiration für meine Pläne im dritten Lebensabschnitt. Ich wünschte, mehr Leute würden sich so engagieren wie diese beiden Frauen. Sie zeigen mir, dass man auch, oder vielleicht eben gerade, nach der Pensionierung sehr Sinnvolles und Hilfreiches leisten kann. Ich finde es eindrücklich, dass dank dem motivierten Engagement von Vreni Frauenfelder 2500 Mädchen zur Schule gehen können.
Isabelle Richter 4059 Basel
MM 25: «Kinder ohne Kindheit», Artikel über die Verdingkinder in der Schweiz.
Hat der Staat bis heute nichts gelernt?
Auch mein Vater wurde als Kind verdingt. Er wurde als fünfjähriger Bub vom Schweizer Staat regelrecht verkauft und von den Bauersleuten als Arbeitssklave gehalten. Vor zwei Jahren habe ich herausgefunden, dass mein Vater als junger Mann sein ganzes Martyrium in Tagebüchern festgehalten hat. Eines liegt im Archiv in der Klinik St. Pirminsberg SG, zusammen mit persönlichen Briefen und Fotos, und eines liegt ebenso mit persönlichen Briefen und Fotos in der Klinik Königsfelden AG im Archiv. Der Staat hat sich
geweigert, mir die Tagebücher, die privaten Fotos und Briefe herauszugeben. Per Anwalt habe ich die Herausgabe des Tagebuchs in St. Pirminsberg erstreiten müssen. Aus den Unterlagen habe ich unter all dem Grauen, das mein Vater erleben musste, lesen können, dass ich noch mehrere Geschwister haben muss. Als ich die Rechtsdienste der Kantone St. Gallen und Aargau darauf angesprochen und betont habe, dass ich wissen möchte, wer und wo meine Halbgeschwister seien, hiess es, dies ginge mich nichts an. Der Kanton Aargau hat sich bis heute geweigert, mir die persönlichen Sachen meines Vaters herauszugeben. Der Schweizer Staat hat offenbar immer noch nichts aus der Vergangenheit gelernt! Edith Zellweger 9465 Salez
«Meine Eltern haben unter der Lieblosigkeit in ihrer Kindheit schwer gelitten.» Carmela Facineroso, per Mail
Bravo, die Schweiz schafft es, über eines der dunkelsten Kapitel zu reden: Verdingkinder in der ganzen Welt. Auch meine Eltern waren Verdingkinder, in Süditalien. Noch heute sind meine Grosseltern überzeugt, sie hätten das Richtige getan. Süditalien redet über alles, nur nicht über das. Die Leidtragenden sind Leute wie meine Eltern. Noch heute prägt sie eine tiefe Unsicherheit, weil ihnen unter anderem die Schulbildung verwehrt worden ist. Meine Eltern haben unter der Lieblosigkeit, die sie in der Kindheit erfahren haben, schwer gelitten. Mein Vater musste Schafe hüten, und durfe nicht im Haus schlafen. Für ihn war der Hühnerstall gut genug. Als Dank wurde ihm das Ohrläppchen abgerissen, und niemand kümmerte sich darum. Noch heute, mit 66 Jahren, hängt das Ohrläppchen herunter. Bitte schreibt weiter solche Berichte. Damit Leute wie meine Eltern merken: Wir sind nicht allein. Ich fühle mit jedem einzelnen Verdingkind mit.
Carmela Facineroso, per Mail
Immer wieder hört man von den schlechten Bedingungen, die Verdingkinder erleben mussten. Es gibt aber auch Positives zu erzählen. Meine Grossmutter wurde zusammen mit ihrem Zwillingsbruder und weiteren drei Geschwistern mit sieben Jahren Vollwaise. Alle Kinder wurden auseinandergerissen und in verschiedene Familien verteilt. Grossmutter kam in eine Bauernfamilie mit einem Zimmereibetrieb. Dort wurde sie sehr gut aufgenommen und wie ein weiteres, eigenes Kind behandelt. Ihr Zwillingsbruder wurde von ihr getrennt. Dieser konnte die Trennung nicht verkraften und hatte sehr viel Sehnsucht nach seiner Schwester. Die Pflegefamilie zeigte ein grosses Herz und nahm den Knaben auch noch auf. Sicher mussten die Kinder mithelfen, aber sie hatten es gut. Zeit ihres Lebens pflegte meine Grossmutter die Verbindung zu den «Mitgeschwistern». Einer der Nachkommen ist sogar mein Götti geworden. Cornelia Schippert 8766 Matt
Bild Keiko Saile
Elizabeth Neuenschwander (links) und Vreni Frauenfelder wurden für ihre unkomplizierte und langjährige Hilfe in der Dritten Welt ausgezeichnet.
LESERBRIEFE MM 25: «So schnell wie möglich eine zweite Röhre», Interview mit Benedikt Weibel.
Es bleibt nur Staunen und Kopfschütteln
Sie haben dem ehemaligen obersten Eisenbahner Benedikt Weibel auf den Zahn gefühlt. Das Staunen und Kopfschütteln beginnt dann, wenn er «so schnell wie möglich eine zweite Röhre am Gotthard» propagiert. Wenn eine ehemalige SBB-Koryphäe eine zweite Strassenröhre am Gotthard verlangt, und zwar subito, dann bleibt nur ungläubiges Staunen.
Ruedi Keller 3652 Hilterfingen
Ich muss Benedikt Weibel vehement widersprechen. Es ist absolut möglich, den Gotthard-Strassentunnel für eine Renovation zu schliessen, auch wenn diese Instandstellung länger als ein Jahr dauert. Vor 1980 gab es keinen Strassentunnel durch den Gotthard. Trotzdem waren weder die Anbindung der Südschweiz an den Rest des Landes noch der gegenseitige
Warenaustausch ein Problem. Einzig der internationale Transitverkehr durch die Schweiz wäre betroffen. Da viele dieser Transporte unnötig sind, wäre dies vielleicht endlich ein Anlass zum Umdenken.
Christian Buser 5507 Mellingen
Die Aussagen von Benedikt Weibel zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels sind falsch. Der Tunnel soll erst im Jahr 2018 saniert werden, also nach der Eröffnung des Eisenbahnbasistunnels und somit für Lastwagen mit vier Meter Eckhöhe tauglich. Es erstaunt mich schon, wie ein ehemaliger Generaldirektor und CEO der SBB solche Ausagen machen kann. Nachdem schon seine Vorgänger Crippa und Eisenring zur Konkurrenz überliefen (Astag und Mercedes) scheint auch Benedikt Weibel auf einen solchen Posten zu aspirieren. Ich plädiere deshalb für eine Gewissensprüfung für zukünftige SBB-Chefs.
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MM 20: «Zurück zur inneren Stärke», Artikel über Menschen mit Osteoporose.
Bewegung und Kalzium reichen nicht
Sie erwähnen, dass bei Giannina Meienhofer vor sechs Jahren eine Osteoporose-Erkrankung in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wurde. Seither bewegt sie sich mehr, nimmt Kalziumpräparate ein und achtet auf den Konsum von kalziumreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten. Als Spezialist in der Behandlung von Osteoporosepatienten merke ich an: Von der Osteoporose sind vor allem Frauen betroffen. Weitere Risikofaktoren sind erbliche Vorbelastung, früher Eintritt der Menopause oder Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Kortison). Weist eine Person ein besonderes Risiko auf, wird mit der DXA-Methode der Knochenmineralgehalt an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals gemessen. Eine Ultraschallmessung an der Ferse ergibt nicht dieselben verlässli-
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chen Resultate. Falls nach Abschluss einer DXA-Messung eine Osteoporose-Erkrankung diagnostiziert wird, müssen die Ursachen im Detail abgeklärt werden. Erst dann kommt eine Osteoporosetherapie, basierend auf Bewegung, Kalzium, Vitamin D und medikamentöser Basisbehandlung, zum Einsatz. Diese Elemente ergänzen sich untereinander, ersetzen sich aber nicht. Studiendaten zur medikamentösen Therapie der Osteoporose zeigen, dass in zwei Jahren ein Knochendichtezuwachs von maximal acht Prozent erreicht werden kann und sich das Risiko für Knochenbrüche um rund 50 Prozent reduziert. In meiner langjährigen Tätigkeit als Rheumatologe und Spezialist in der Behandlung von Osteoporosepatienten habe ich noch nie Studien gesehen, die belegen, dass man einzig mit Bewegung und der Einnahme von Kalziumpräparaten sowie dem Konsum von kalziumreichen Lebensmitteln, eine OsteoporoseErkrankung «heilen» kann.
Dr. med. Markus Felder 8002 Zürich
Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben. Anzeige
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10 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
20 000 Kilometer für ein «Hopp Schwiiz»
y Christian Roos, Roland Illi, Daniel Jacot und Francis Schnyder haben sich einen Lebenstraum erfüllt. Die vier Freunde sind mit einem Camper von Zürich nach Südafrika an die WM gereist — und gehören damit zu den letzten Abenteurern unserer Zeit.
Bulgarien Türkei Syrien Ägypten
Jordanien
Sudan Äthiopien
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Bonstetten ZH Bo
Zürich Schweiz
STARTSCHUSS VOR DEM FIFA-HAUPTSITZ
Die Freunde Daniel Jacot (mit Zylinder), Francis Schnyder, Christian Roos und Roland Illi (unten, von links) fuhren am 28. Februar in Zürich los, um die Nati an der Fussball-WM anzufeuern. Pünktlich wie eine Schweizer Uhr haben sie Mitte Juni Durban erreicht.
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Die Route: Von Ende Februar bis Mitte Juni reisten die Männer auf dem Landweg von Zürich nach Durban und legten in ihrem VW-Kleintransporter 20 000 Kilometer zurück. Die Bilanz von Christian Roos: «Wir waren positiv überrascht, wie relativ sicher die Reise durch die 17 Länder war.»
Kenia Tansania Malawi Mosambik
Südafrika Kapstadt
Durban
1000 km
1 BUSÜBERGABE ÜB Die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug für die Anreise war nicht einfach. Roland Illi (links) freut sich deshalb tierisch bei der Übergabe des VW-Transporters (rechts im Bild Verkäufer Alexandre Illi). 2 PANNE I Im serbischen Ruma ereignete sich die erste grössere Panne — bei schwierigen Strassenverhältnissen. 3 PANNE II Und schon wieder eine Panne: Die vier Freunde blieben neun Tage in Istanbul stecken. 4 SYRIEN In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist ein Burkaverbot kein Thema! 5 JORDANIEN Der Besuch der verlassenen Felsenstadt Petra gehört zu den bewegendsten Momenten der Reise. 6 FÄHRENÜBERFAHRT VON ÄGYPTEN NACH SUDAN Ankunft
in Wadi Haifa am NasserStausee im Sudan.
MENSCHEN WM-FAHRER Wadi Haifa
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Istanbul
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Damaskus
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Petra
«Das Erlebnis war einmalig. Es wird unser Leben prägen. Obschon das Abenteuer uns mehr als 100 000 Franken gekostet hat.»
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urban, Südafrika, 16. Juni, 17.09 Uhr. Eine Sekunde lang steht die Welt im Stadion Moses Mabhida von Durban still. Dann schreien Roland Illi, Francis Schnyder, Daniel Jacot (alle 42) und Christian Roos (41) los wie noch nie in ihrem Leben. Gelson Fernandes hat die Schweiz im ersten WM-Spiel in Führung geschossen – gegen Europameister Spanien, die zweitbeste Fussballmannschaft der Welt! Die vier Freunde singen Sprechchöre, tröten mit ihren roten Vuvuzelas, liegen sich in den Armen und tanzen ausgelassen. «Es war nie schöner, Schweizer zu sein», erinnern
sie sich an die grosse Party im Stadion und das Fest danach in der Stadt. Denn die Schweiz konnte das 1:0 halten und die Iberer schlagen: eine riesige Sensation.
20 000 Kilometer, 17 Länder und viele Pannen
Auf diesen Augenblick hatten die vier eingefleischten Fans hingefiebert, seit sie Ende Februar vor dem Fifa-Hauptsitz in Zürich mit einem VW-Kleintransporter zur grossen Reise nach Afrika aufgebrochen waren. 20 000 Kilometer, 17 Länder, zahlreiche Pannen und dreieinhalb Monate später waren sie am Ziel ihrer Träume an-
gelangt. Doch das grosse Glück währte nur kurz. Nach dem Sieg der Schweizer Nati brach das Quartett auseinander. Es hat sich gezeigt, dass es für die Freunde nicht einfach war, monatelang derart nahe aufeinander zu leben. So gut sich die Fussballfans auch verstehen: Vier verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen, wurde zur täglichen Herausforderung. Ausserdem plagte Roland Illi das Heimweh. Er flog zurück zu seiner Freundin nach Zürich. Francis Schnyder wiederum zog es nach dem Ausscheiden der Schweizer Nati vor, Freunde in Kenia zu be-
suchen. Übrig geblieben sind Christian Roos und Daniel Jacot, die nun vor den Toren Kapstadts in einem Zelt wohnen. Für den ehemaligen Marathonläufer Roos und Stimmungsmacher Jacot geht das WM-Abenteuer weiter: «Daniel und ich halten die Stellung. Wir werden auch im Final in Johannesburg dabei sein.» «Der Trip hat uns über 100 000 Franken gekostet. Aber das Erlebnis war einmalig. Es wird unser Leben prägen», bilanziert Christian Roos. Die Reise hat seinen Horizont erweitert und ihn toleranter gemacht. Die Armut in Afrika hat dem 41-Jährigen
12 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
ausserdem gezeigt, t, wie gut es ihm in der Schweiz geht. Am beeindruuckendsten empfand Roos os n die Begegnungen mit den Äthiopiern. «Sie waren beesonders freundlich und offfen. Wir waren mit unserem em Fahrzeug oft die Attraktion n des Tages.»
Probleme mit dem südafrikanischen Zoll
Eigentlich wollten die vier Schweizer mit ihrem VW bis vor die Fussballstadien Südafrikas fahren. Doch es kam alles anders. In Nelspruit, im Nordosten des Landes, musste der Camper wegen einer defekten Zylinderkopfdichtung abgeschleppt werden. Der südafrikanische Zoll hält bis heute das in der Schweiz bestellte Ersatzteil fest, weil der Wert der Sendung statt mit 120 Dollar mit 50 Dollar deklariert wurde. Deshalb ruht der VW seit gut zwei Wochen in einer Garage im Niemandsland. Doch Daniel Jacot, Francis Schnyder, Christian Roos und Roland Illi liessen sich nicht aufhalten und setzten die letzten Kilometer in die Stadien mit einem Ersatzwagen fort.
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Von Addis Abeba nach Moyale
Bei Nanyuki
Noch ist das Abenteuer nicht zu Ende …
Reto E. Wild
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Bilder zvg
Roos und Jacot hoffen immer noch auf die Milde der südafrikanischen Zöllner. Denn das Duo würde gerne mit dem liebgewonnenen VW an den WM-Final nach Johannesburg fahren. Danach wollen sie das Auto in Namibia verkaufen. «Das bringt einen Batzen an die Reisekosten», meint Roos. Im August ist dann auch für die beiden letzten Mohikaner Schluss. Sie reisen zurück in die Schweiz. In vier Jahren geht die WM in Brasilien über die Bühne. «Die Chance ist klein, in einer ähnlichen Art dorthin zu reisen. Niemand von uns weiss, wie es privat oder beruflich weitergeht», sagt Christian Roos. Das ist aber vielleicht auch gar nicht nötig, denn die vier Freunde haben gemeinsam einen Traum erlebt. Einen Lebenstraum!
Addis Abeba
7 AFRIKA PUR Tauchten die vier
Schweizer mit ihrem VW-Transporter auf, waren die Einheimischen wie im kenianischen Nanyuki aus dem Häuschen. 8 ÄTHIOPIEN Die Begegnung mit den freundlichen und offenen Äthiopiern — hier vor den Toren der Hauptstadt Addis Abeba — gehörte zum Emotionalsten der ganzen Reise.
9 ZWISCHEN ÄTHIOPIEN UND KENIA Für die Kinder war der VW-Transporter die Attraktion des Tages. Sie liessen sich gerne fotografieren und freuten sich über die digitalen Bilder. 10 GONDER-NATIONALPARK Rast im äthiopischen Simien. Für die Einheimischen waren die Touristen eine Besonderheit, die es zu bestaunen galt.
11 HISTORISCHER MOMENT Daniel
Jacot (rechts) und Christian Roos werden im Schweizer Auftaktspiel gegen Spanien im Stadion Moses Mabhida von Durban Zeugen eines denkwürdigen Siegs: Die Schweiz gewinnt sensationell und zum ersten Mal gegen die zweitbeste Fussballmannschaft der Welt mit 1 : 0.
MENSCHEN WM-FAHRER 11
Durban
10 Simien
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14 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Viel Holz am und vor dem Haus: Familie Züst profitiert vom eigenen Wald — beim Bau wie auch beim Heizen.
Zurück in die Zukunft
Schafwolle, Lehm, Holz: Was beim Hausbau wie eine Rückkehr in die Vergangenheit klingt, ist in Wahrheit eine Investition in die Zukunft. Dass sich naturnahes Bauen und Komfort nicht ausschliessen, zeigen die Beispiele der Familien Züst und Schmidlin-Sonderegger.
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MENSCHEN BIOHÄUSER
F
rüher stand da ein 300-jähriges Haus mit Eternitfassade. «Beim Abbruch erwies sich diese Fassade als eigentlicher Sondermüll», erzählt Iris Züst (42). «So etwas wollte ich künftigen Generationen auf keinen Fall hinterlassen.» Mit seinen vielen kleinen Fenstern und der gestemmten Fassade aus unbehandelten Lärchenbrettern erinnert der Neubau in Walzenhausen AR an das klassische Appenzellerhaus. «Eine Auflage der Baubehörde», sagt Hanspeter Züst (46). Im Innern ist das Haus ganz auf Bio getrimmt. «Eigentlich bin ich ja kein ‹Wulliger›». Dennoch kamen beim Bau des 240 Quadratmeter grossen «Heimetli» über 40 Kubik Schweizer Schafwolle als Isolation zum Einsatz. Der exzellente Wärmedämmwert des Naturmaterials habe ihn überzeugt. «Im Winter schützt Schafwolle vor Wärmeverlust und im Sommer vor Überhitzung. Und die Wolle absorbiert Schall.» Hanspeter Züst schmunzelt. «Bei fünf Kindern sicherlich nicht das schlechteste Argument».
Mehrkosten in Kauf genommen
Auch die zweijährige Jana profitiert von der guten Isolation ihres Elternhauses. Selbst bei garstigem Wetter spielt sie drinnen mit nackten Füssen. Anzeige
Seine Frau entschied sich für den nachwachsenden Rohstoff, weil Schafwolle luftreinigend ist und sogar allfällige Schadstoffe wie die giftige chemische Verbindung Formaldehyd abbaut. Dafür nahm Iris Züst auch die Mehrkosten von rund 50 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen Isolation in Kauf. Da zum Milchbetrieb der Züsts acht HektarenWaldgehören,
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lag der Bau eines Holzhauses nahe. Rund 100 Kubik hat Hanspeter Züst im Winter 2007 gefällt: «Alles Weisstanne, ein sehr stabiles Holz mit wenig Harz». Vier Lastwagen fuhren schliesslich ins thurgauische Ennetaach. Dort, in der Zimmerei von Blockhausbauer Hausi Koster, wurden die Stämme per Hochdruckreiniger mit 400 Bar Wasserdruck geschält und anschliessend mit der Motorsäge abgelängt.
Riesenpuzzle aus hofeigenen Baumstämmen
Der eigentliche Abbund – das massgerechnete Bearbeiten, Zusammenpassen und Kennzeichnen des Holzes – fand in Ennetaach auf dem dafür vorgesehenen Platz statt. «Die Zimmerleute haben die gesamte Balkenlage auf den Boden ausgelegt, alle Teile nummeriert und anschliessend bei uns zu Hause innert Wochenfrist aufgerichtet», erzählt der Bauer, der jeweils nach dem Melken mitanpackte. «Das Ganze sah wie ein Riesenpuzzle aus», ergänzt seine Frau. Stundenlang habe sie verfolgt, wie das Haus Stamm um Stamm in die Höhe gewachsen sei. Zwischen die im Abstand von dreieinhalb Metern positionierten, abgeflachten Rundpfosten und -balken wurden sogenannte Rahmenwerkwände eingebracht. Die Zwischenwände wurden mit «Piece-en-Piece»-Naturstämmen ausgefacht, «quasi Blockwände ohne Verkämmung», führt Hanspeter Züst fachmännisch aus. Kräftige, knorrige Weisstannenstämme tragen die Zwischendecke – «jeder ein Unikat». Weil die Stämme grün verbaut wurden, sind sie auch jetzt noch, ein Jahr nach Bezug des Holzhauses, am Schwinden sprich Schrumpfen. Mit Hilfe von mit
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Empfehlungen zum Biohausbau Baubiologische Architektur verbindet traditionelles Handwerk mit zukunftsgerichteten Technologien. Tipps von Paul Nijman, diplomierter Architekt und Baubiologe SIB, Nottwil LU: ➔ Natürliche Baumaterialien Verwenden Sie möglichst natürliche Baumaterialien wie Holzverkleidungen, Holzriemenböden, Holzfenster, Holztüren, Lehmsteine, Lehmputze, Lehmbauplatten, Natursteine, Kalkputze, Gipsplatten, Korkplatten, Korkparkett, Holzfaserplatten, Zellulosefaserprodukte, Schafwollprodukte, Linoleumbeläge, Tonbodenplatten. Für die Oberflächenbehandlung bieten sich Naturharzlasuren und Mineralfarben an. ➔ Ökologische Heizsysteme Bevorzugen Sie Heizsysteme auf der Basis von Holz (Stückholz-, Pellet-, Schnitzelheizung, Grund- und Kachelofen), Sonne (Sonnenkollektoren mit Speicher) oder Erdwärme (Erdsondenheizung). ➔ Solarenergienutzung aktiv und passiv Sonnenenergie lässt sich aktiv mit Sonnenkollektoren zur Erzeugung von Warmwasser und Heizwärme oder mit Solarzellen zur Erzeugung von Elektrizität nutzen. Passiv wirkt die Sonnenenergie, wenn man sie mit grossen Südfenstern oder einem Wintergarten einfängt. ➔ Biologische Elektrotechnik Eine zentrale Steigzone und sternförmige Verlegung der Elektrozuleitungen auf Schalter und Steckdosen mindert
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Elektrosmog ebenso wie die Netzfreischaltung der wichtigsten Verbrauchergruppen. ➔ Regenwassernutzung WC und Waschmaschine lassen sich statt mit wertvollem Trinkwasser mit Regenwasser betreiben. Fixfertige Systeme erleichtern die Installation. ➔ Wiederverwendung alter Bauteile Die Wiederverwendung alter Bauteile wie Zimmer- und Haustüren, Sanitärartikel und Bodenbeläge schont Ressourcen. ➔ Massivholz für den Innenausbau Aus Holz lässt sich fast alles machen — von der Kücheneinrichtung über Treppen und Geländer, Boden-, Wand- und Deckenbeläge sowie Türen bis hin zu Möbeln. Der Werkstoff sollte jedoch möglichst aus der Nähe stammen und/oder FSC-zertifiziert sein. ➔ Dach- und Fassadenbegrünungen Dachbegrünungen sind wertvoll für den Wasserrückhalt, das Mikroklima sowie den sommerlichen Wärmeschutz. Fassadenbegrünung sieht schön aus und bietet der Fassade Schutz sowie vielen Vögeln und Insekten einen zusätzlichen Lebensraum. ➔ Naturnahe Umgebungsgestaltung Zu einem Biohaus gehört eine naturnahe Umgebungsgestaltung. Mögliche Elemente sind sickerfähige Beläge zum Beispiel aus Kies, einheimische Pflanzen, Blumenwiesen, Wildhecken, Steinhaufen, Feuchtbiotope sowie Hochstammbäume.
Schwören auf Holz: Jimmy (13), Edwin (18), Iris, Jana (2), Hanspeter und die Die älteste Tochter Katrin (21) fehlt auf dem Bild.
Schrauben und Muttern versehenen Gewindestangen wird daher jeweils nachjustiert. Ab und zu gebe es auch mal einen «Tätsch», einen Knall. Iris Züst störts nicht, im Gegenteil. Sie sagt: «Es ist schön, dass die Bäume aus unserem Wald auch noch nach dem Schlagen leben.»
Ein Ehe-Kompromiss aus Lehm und Holz
Auch das Herz von Hatto Schmidlin (46) aus Buttisholz LU schlägt für Bäume. «Holz ist einer der sparsamsten und umweltschonendsten Baustoffe überhaupt», argumentiert der selbständige Naturgartenbauer (www.startreknaturgarten.ch). Hätte er allein das Sagen gehabt, würden er, Ehe-
frau Ursula Sonderegger (41) und die Kinder Ragna (10) und Dimitri (8) heute in einem reinen Holzhaus wohnen. Aber wie das Leben so spielt, das Veto kam von Seiten der Bauherrin: Ursula Sonderegger stammt aus dem Schaffhausischen mit den traditionellen Lehmriegelbauten. «Lehm git Bode!», bringt es die gelernte Gärtnerin auf den Punkt, «nur mit Holz hätte mir die Erdung gefehlt.» Schliesslich einigte sich das Ehepaar auf eine doppelstöckige Holzriegelkonstruktion mit einer teilweisen Ausfachung aus Lehm. Mit der Planung beauftragte es Paul Nijman, einen auf naturnahes Bauen spezialisierten Architekten aus dem benachbar-
MENSCHEN BIOHÄUSER
14-jährige Livia Züst (von links).
ten Nottwil. Knapp einen Monat dauerte es, bis der schlichte, mit unbehandelter Lärche verkleidete Holzkubus stand.
Die Familie übernahm den Innenausbau selbst
Dann war die Familie an der Reihe. Wegen ihres engen Budgetrahmens übernahm sie den Innenausbau selbst: das Verlegen der Böden aus geölten 3-SchichtTannenplatten, das Streichen der Holzdecken mit Nadelholzlauge wie auch der Einzug der Zwischenwände. Die Treppe, die heute in den lichtdurchfluteten Ess- und Wohnraum im ersten Stock führt, hat ein Schreiner montiert. Die Isolation aus Zeitungspapierschnitzeln wurde Anzeige
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Kurz vor Weihnachten ist Familie Schmidlin-Sonderegger in ihr Ku Ho Holz-Lehm-Haus eingezogen. Der Lehm ist rezyklierbar (links).
von einer Firma eingeblasen. Und dann war da ja auch noch der Lehm, der sozusagen als innerste Schicht der Gebäudehülle für ein gesundes, ausgeglichenes Wohnklima sorgen und je nachdem Wärme aufnehmen oder abgeben wird. Rund fünf Tonnen dieses ökologisch vorbildlichen Materials sind wortwörtlich durch die Hände der Familienmitglieder gegangen, schätzt Vater Hatto. Wobei der Kreativität keine Grenzen gesetzt waren. So finden sich im Haus Wände aus braunem und gelbem, aber auch rotem Lehm, teils gestampft, teils aus Lehmziegeln errichtet. Da gibt es Wände mit kleinen Gucklöchern und integrierten Miniregalen für
allerhand Kleinkram, aber auch im Lehm eingearbeitete Muscheln und Perlmuttstückli: die Lieblingsvariante von Tochter Ragna, «weils so schön glitzert».
Ein Komposthaufen mit Wohnqualität
Für die Kinder sei es ein tolles Erlebnis gewesen, das Haus mitzubauen, erzählt Ursula Sonderegger, die neben der Büroarbeit für die Firma ihres Mannes als Umweltpädagogin Schule gibt. Dennoch verschrieb sich die Familie während des Baus, der mehr als ein Jahr dauerte, einen sechswöchigenBaustopp,während dem sie mit Sack und Pack «z Alp» zog. Vater Hatto: «Irgendwann hatten wir die Nase voll.»
Aber das sind Tempi passati. Kurz vor Weihnachten sind die Schmidlin-Sondereggers in ihr Biohaus eingezogen. Während Mutter Ursula vom Wohnklima schwärmt, freut sich Ragna über ihr hellblau gestrichenes Zimmer. Dimitri wiederum erzählt begeistert von der alten Feuerwehrstange, an der man von der Terrasse hinunter in den Garten rutschen kann. Und was gefällt Hatto Schmidlin am besten? Der Gärtner lacht verschmitzt: «Dass wir theoretisch das ganze Haus kompostieren könnten.» Text Almut Berger Bilder Christian Benedikt
www.block-hausbau.ch www.archinatura.ch
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AUF EIN WORT
FRAU DER WOCHE
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
ZÜRCHER STRASSENSTRICH
Pferde-Retterin
MANN DER WOCHE
Ewige Nummer eins Im Wimbledon scheiterte er im Viertelfinal und enttäuschte so die ganze Tenniswelt. Experten weltweit fragen sich, ob Roger Federer etwa seinen TennisZenit überschritten hat. Aber auch wenn er ab heute offiziell die Nummer drei der Weltrangliste ist — für uns bleibt er auf ewig König Roger. Dieser Meinung ist auch das US-Magazin «Forbes»: Es wählte den Basler als einzigen Schweizer in die Liste der 100 mächtigsten Promis der Welt — noch einen Platz vor Brad Pitt.
«Die Freier sind Komplizen der Menschenhändler» Am Sihlquai in Zürich drängen drä sich die Prostituierten. Auf wenigen hundert Metern kämpfen die Frauen um jeden Freier. Rolf Vieli (64), Projektleiter «Langstrasse Plus» beim Polizeidepartement der Stadt Zürich, beobachtet das Treiben mit Sorge. Rolf Vieli, wie ist die aktuelle Situation am Zürcher Sihlquai?
Es ist gelungen, die Prostitution auf ein paar hundert Meter im letzten Drittel der Strasse zurückzudrängen. Dafür ist die Stimmung dort jetzt umso aggressiver, denn es hat ja nicht weniger Frauen – und die liefern sich, angetrieben von Zuhältern und Freiern, einen Kampf um Aufmerksamkeit. Wie läuft dieser Kampf ab?
Es ist eine grosse Aggression und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Quartierbewohnern spürbar. Die Frauen lärmen rum, streiten miteinander, die Aufpasser stehen immer in ihren Luxuskarossen in der Nähe. Das will der Freier nicht sehen, aber die Bevölkerung sieht es. Sie sieht auch die Gewalt der Zuhälter gegen die Frauen. Diese wiederum betreiben ihr Geschäft vor aller Augen – auch vor Kindern. In jenem Teil des Sihlquais hat es doch kaum Anwohner.
Die Frauen fahren mit den Freiern ins Wohnquartier. Mit allen Folgen: Nächtlicher Lärm durch Herumfahren, ständiges Türenknallen, Schüler und Anwohner beiderlei Geschlechts werden angemacht. Dazu kommt die hygienische Situation. Freier und Pro-
stituierte versäubern sich in den Hinterhöfen, lassen gebrauchte Kondome und Abfall liegen. Betroffen sind Mietshäuser und Geschäfte, Schulen, Kindergärten, Kirchen und Altersheime. Was ist mit den Freiern?
Sie sind Komplizen des Menschenhandels, nicht im juristischen, aber im ethischen Sinn. Die meisten wissen ganz genau, dass hier Frauen ausgebeutet werden – das ist für sie sogar noch ein zusätzlicher Kick. Es geht nicht primär um Sex, es geht um Macht und Erniedrigung. Dazu kommt ein kaputter Voyeurismus, also viele Gaffer, die herumschleichen. Ohne diese Männer hätten wir den Menschenhandel nicht, das ist für mich die eigentliche Tragödie.
Dank der Personenfreizügigkeit darf eine Prostituierte 90 Tage legal in der Schweiz arbeiten.
Je nachdem, wie viel Geld sie einbringt, bleibt sie gar nicht so lange. Wenn sie zu wenig verdient oder anfängt, persönliche Kontakte zu Freiern oder Hilfsorganisationen zu knüpfen, wird sie umgehend in eine andere Stadt geschafft. Das Überwachungssystem der Aufpasser funktioniert sehr gut. Und wenn sie gut arbeitet?
Frauen, die «brauchbar» sind, etwa weil sie etwas besser Deutsch sprechen, werden in
«Sie kommen per Bus, zu sechst im Auto oder im Kastenwagen.»
Offenbar werden am Wochenende Frauen per Car aus dem Osten direkt ans Sihlquai gekarrt.
Das «Material», um im Jargon zu reden, wird aus der ganzen Schweiz oder direkt aus Ungarn, Bulgarien oder Rumänien angeliefert. Per Bus, zu sechst in einem Auto oder – sehr beliebt – in einem Kastenwagen. Nicht im bequemen, klimatisierten Car.
Warum fängt die Polizei diese Lieferungen nicht ab?
Es fehlt die rechtlich Handhabe. Der Nachweis von Menschenhandel ist unglaublich schwierig. Der Verlad geht schnell, und die Papiere der Frauen sind in Ordnung, dafür sorgen die Zuhälter. Die arbeiten international und hoch professionell.
Wohnungen untergebracht. So versuchen die neuen Zuhälter, sich im Rotlichtmilieu zu etablieren und die Kontrolle zu übernehmen. Im Ansatz ist das bereits vorhanden. Sie setzen auf Angst und Einschüchterung – auch gegenüber der unbeteiligten Wohnbevölkerung. Befürchten Sie einen Kampf unter Zuhältern?
Wir wissen von anderen Ländern, dass ein wild wuchernder Strassenstrich schnell aus dem Ruder läuft. Die Player aus dem Osten wählen den Ort, wo sie am schnellsten am meisten Geld verdienen können und wo die Polizei sie aufgrund der Gesetze am wenigsten behelligen kann. Zürich ist ideal. Interview Ruth Brüderlin
Bilder Alessandro Della Bella/Keystone, Keiko Saile, Tristan Gregory/Camera Press/Keystone
Ein völlig verängstigtes Pferd galoppiert bei Landquart GR auf dem Pannenstreifen der Autobahn. Jederzeit kann es von einem vorbeifahrenden Auto erfasst werden. Einzelne filmen die Szene — doch keiner greift ein. In der Sekunde beweist Nina Winiger (37) e Courage. Sie uto stoppt ihr Auto us. und steigt aus. ngt Vorsichtig fängt d ein sie das Pferd und beruhigt es. at ist Die mutige Tat numso bewunr, dernswerter, wenn man bedenkt, dass Nina Winiger im at vierten Monat schwanger ist.
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Vertauschte Rollen «Gäll, bisch halt en
ganz en Gschnälle?» Ach, die liebe Verwandt- und Bekanntschaft in Bänz Friedli ist der Bern! Stets müslangsamste Berner. sen sie einen auf Züritüütsch (oder was sie für Züritüütsch halten) verhöhnen. «Wäisch, mir sind hie nöd Null-Äis.» Immer muss ich mir dieses «Null-Äis» anhören, dabei hat Zürich seit einer Ewigkeit die Vorwahlen 043 und 044. Als nach Zürich abgewanderter Berner wirst du bei Heimatbesuchen mit Häme eingedeckt, und wehe, du erweckst den Eindruck, pressant zu sein! Dann werden dir die Vorurteile um die Ohren gehauen: wie hektisch, wie busy und nervös die Zürcher seien. «Nume nid gsprängt!», heisst es dann. So sehr kaprizieren sich unsere Berner Göttis, Freundinnen und Neffen auf ihre Gemächlichkeit, ihre sprichwörtliche Langsamkeit, dass es mich zuweilen ganz kribbelig macht. «Eh, was weit dir jitz uf dä Zug seckle? I re haub Stung hets wieder eine …» Sprichwörtlich langsam, die Berner? Es ist gop-
ferglemmi umgekehrt. Sie sind am Juflen
wie lätz, und wir sind im Verzug: mit den Panini-Bildchen. Da will ich mich endlich ein bisschen um die Alben der Kinder kümmern (die Alben, Mehrzahl, ja – wir haben uns törichterweise zwei vorgenommen) und maile unseren Berner Kreis an, weil uns noch Hunderte Fussballerköpfe fehlen. Und was wird mir beschieden? Man habe längst alles voll. «Haben alle Doppelten verschenkt», schreibt Sandra. «Sorry, gäu.» Mitte Mai war das. Mist, die Berner sind nicht mehr was früher. Wann hat ein Panini-Album fertig zu sein? Diese
wesentliche Frage der abendländischen Kultur ist ungeklärt. Als ich ein Bub war, galt: bis zum Final. (Geschafft habe ich es nie, bis heute fehlt in meinem WM-Heft von 1974, unter anderen, der Italiener Giacinto Facchetti, Nummer 292.) Vor einigen Endrunden riss es dann ein, dass man das Album bereits zum Auftakt des Turniers voll haben musste. Und heuer waren die Streber noch früher dran. Am tifigsten: die Berner. Mich überfordert diese WM sowieso. Wie hatte ich mich gefreut, jeden Match zu schauen, auch diejenigen, die zu Bürozeiten angesetzt waren – endlich mal ein Vorteil für uns Hausfrauen! Und dann sah
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ich nur gerade die Schweizer Spiele gegen Chile und Honduras in voller Länge. Weiss Gott kein Genuss. Ansonsten war ich bei entscheidenden Toren meist in der Wasch-
Wann hat ein PaniniAlbum fertig zu sein? küche, brachte Hans in die Handorgelstunde oder schrubbte das Badezimmer. Geht mir irgendwie zu rassig, alles. Ich komme nicht mal dazu, mich über fehlbare Schiris, Korruption und unseren peinlichen Blatter Sepp aufzuregen. Die WM fliegt an mir vorbei, derweil ich die Schlacht am Morgarten und den Beitritt zur Eidgenossenschaft abfrage: Zürich 1351, Bern 1353. Da waren die Zürcher noch voraus. Okay, noch heute gibts in Zürich Schnelle. Ein
Kamerad unserer Tochter kam am ersten offiziellen Verkaufstag im April mit dem vollgeklebten Panini-Album in die Schule. Sein Vater hatte um Mitternacht am Bahnhofskiosk drei Schachteln Bilder erstanden. Nur: Wo bleibt denn hier der Tauschspass?
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24 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Der Schweiz gehen die In der Schweiz herrscht Pädagogenmangel. Besonders hart trifft es die Oberstufe. Fürs nächste zeiten, der tiefe Lohn und schwierige Schüler haben eine abschreckende Wirkung. Drei Beispiele
I
m Schulzimmer von Ueli Egger (52) sitzen sechs Mädchen und neun Knaben der dritten Sek über ihre Bücher gebeugt. Es riecht dezent nach Heu. Der Duft wabert durch die offenen Fenster herein, begleitet vom Geräusch einer landwirtschaftlichen Maschine. Sommerliche Landidylle. In Hünibach BE ist die Schulwelt noch in Ordnung. Das war nicht immer so. Vor zehn Jahren brachte eine schwierige Klasse Unruhe ins Oberstufenschulhaus. Es war die Klasse von Ueli Egger. Eine Schülerin musste die Schule vorzeitig verlassen, ein Junge wurde nach der obligatorischen Schulzeit in eine psychiatrische Klinik eingeliefert und ein weiterer Schüler musste zum Drogenentzug auf ein Segelschiff. Jemand sprayte «Fuck Egger» an die Hauswand – der Albtraum für jeden Lehrer. «Ich hatte schlaflose Nächte», sagt Egger über jene Zeit. «Es war der Tiefpunkt meiner ganzen Berufszeit.» Doch niemals hätte er deswegen seinen Beruf aufgegeben. Er fühlt sich auch heute, nach 28 Jahren Lehrerdasein, unverbraucht.
Für das kommende Schuljahr fehlen 500 Lehrer
Solche Lehrer braucht das Land. Überhaupt braucht das Land Lehrer – viele Lehrer. Für das kommende Schuljahr sind noch etwa 500 Stellen offen, wie Hans-Jürg Grunder, Präsident des Schweizer Schulleiterverbandes, schätzt. Gemäss einer Umfrage beurteilen viele der befragten Schulleiter es als hoffnungslos, die Stellen zu besetzen, besonders in der unteren Niveaustufe der Sekundarschule respektive in den Realklassen. «Im August werden die Telefone heiss laufen», prophezeit Beat W. Zemp, Präsident des Dach-
verbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH (siehe Interview Seite 29). Wo man dennoch keine Lehrer findet, werden Klassen zusammengelegt, Lektionen gestrichen, unqualifiziertes Personal eingesetzt. «Die Qualität des Unterrichts leidet so», sagt Zemp.
Der Lehrer und seine Schüler geniessen die letzten Tage
In Hünibach hat man Glück. Für das kommende Schuljahr ist das Team komplett. Glück hat auch Egger, wie er sagt. «Die Kollegen, die Schüler, die ganze Schule – ein Glücksfall». Er hat inzwischen die Schulzimmertür geöffnet und einige Schüler in den Computerraum geschickt, wo sie die Schülerzeitung fertigstellen sollen. Nachdem Ueli Egger das Schulzimmer in Richtung Computerraum verlassen hat, unterhalten sich die verbliebenen Schüler über Geld und Stress und am Rande auch über den Schulstoff. Es sind Jungen, die ihren Lehrer um einen Kopf überragen, und Mädchen, die anstelle eines Schultornisters eine grosse Handtasche dabei haben. Diese Halberwachsenen wird Egger nach drei Jahren als Klassenlehrer bald in die Selbständigkeit entlassen. Es sind seine liebsten Tage: «Wir können uns noch ein paar Tage geniessen.» Deshalb sind zurzeit oft Sätze wie «Ich möchte nicht, dass Ihr Stress habt» oder «Das machen wir nicht, wenn Ihr nicht wollt» zu hören. «Sonst bin ich aber ein strenger Lehrer», betont Ueli Egger: ernten, was man gesät hat. «Ich sehe meine grossen Schüler selbständig und weiss, dass ich sie getrost ziehen lassen kann.» Eine schöne Ernte: 14 seiner Schüler wechseln nach den Sommerferien ins Gymi, ein Mädchen beginnt eine Lehre. Trotz vieler positiver Punkte:
MENSCHEN SCHULE
Lehrer aus
Schuljahr sind immer noch rund 500 Stellen offen. Die langen Arbeitszeigen jedoch: Der Schulalltag kann harmonisch sein. Für beide Seiten.
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Ueli Egger (52), Hünibach BE ➔ Karriere: 1978 Ausbildung zum Primarschullehrer abgeschlossen, bis 1983 Primarlehrer. 1988 Weiterbildung zum Sekundarschullehrer, seit 2003 zusätzlich Englischlehrer an Realklassen. ➔ Fächer: Deutsch, Französisch, Geographie, Turnen, Werken, Englisch. ➔ Pensum: 85 % ➔ Wöchentlicher Arbeitsaufwand: 21 Lektionen, 20 Stunden Vor- und Nachbereitung, ausserdem 16 Stunden Arbeit als Gemeindepräsident. ➔ Lohn: 8179 Franken brutto. ➔ Das Schöne am Beruf: Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Freiheiten und Möglichkeiten, selbständig und kreativ zu arbeiten. ➔ Die Schattenseiten: Schwierige Eltern mit übersteigerten Erwartungen. ➔ Was braucht ein Sekundarlehrer: Glaubwürdigkeit, Zugänglichkeit, Sachkompetenz, Gelassenheit. ➔ Was muss sich ändern: Die Löhne der jungen Lehrkräfte sollten angehoben werden.
Ueli Egger hat mit seinen Schülern einen Vertrag abgeschlossen. Darin sind die Klassenregeln festgelegt.
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Egger sieht, dass es in seinem Beruf nicht einfacher geworden ist, wenn er auf seine ersten Jahre zurückblickt. Der Aufwand für die Schülerbeurteilung etwa sei stark gestiegen. «Früher habe ich einmal jährlich ein Zeugnis und einen ausführlichen persönlichen Bericht für jeden Schüler erstellt», sagt Egger, «heute mache ich pro Schuljahr über 1000 Kreuze für eine Klasse.» Zudem würden Aufgaben wie Aufklärung, Berufsberatung und Suchtmittelprävention einfach an die Schule delegiert. Auch für die Kinder sei es schwieriger geworden, findet Ueli Egger. Einerseits seien sie zunehmend von Verlockungen umgeben, anderseits stärker kontrolliert und gefordert. Aber: «Schwieriger als früher sind die Schüler nicht.»
Heute müssen die Kinder oft nacherzogen werden
Dennoch brauchen sie mehr Aufmerksamkeit, findet LehrerPräsident Beat W. Zemp. «Lebenswelten und Erziehungsgrundsätze der Eltern sind wesentlich vielfältiger als noch vor 50 Jahren», sagt er. Entsprechend individuell wünschen sie sich die schulische Erziehung ihrer Sprösslinge. Stichwort Erziehung: Heute müssten Lehrer die Kinder nacherziehen, moniert Zemp. Unter dieser Verantwortung stöhnen die Lehrer am meisten, und unter dem explosionsartig angestiegenen administrativen Aufwand. Damit hat einer wie Adrian Zweifel keine Mühe. Der 27-jährige Oberstufenlehrer aus Goldach SG erledigt Schreibkram effizient, wie er selber sagt, zumal er das meiste per Computer erledigen kann. Seine Elterngespräche verlaufen «zu 99 Prozent angenehm». Über Mehrbelastungen kann Zweifel nicht klagen. «Ich unterrichte seit vier Jahren und kenne es nicht anders», sagt er. Organisiertes, strukturiertes Arbeiten sind seine Stärken. Heute steht bei der 1. Sek in der Geometrie die Drehung von Objekten auf dem Programm. «Schreibt Euer Blatt mit mB7/LU27/Drehung an», weist Zweifel seine 22 Schüler an. Dann verteilt er Folien,
Filzschreiber und Scheren, erläutert, fragt nach, lässt die Schüler erklären, versorgt sie mit Bleistiftminen und klaren, knappen Anweisungen. Selbst das Lob fällt kurz und effizient aus: «Danke, Noemi, perfekt erklärt.» Jenny (14) findet Zweifels Unterricht gut, auch wenn sie Zahlen überhaupt nicht mag. Sie ist besser in Musik und möchte Pianistin werden. «Aber Herr Zweifel ist so geduldig», sagt sie, «er erklärt alles auch ein drittes oder viertes Mal, wenn es sein muss.» So vergehen zwei Mathelektionen wie im Flug. Besart (13) stellt viele Fragen, Zweifel geht auf jede ein. Die Doppellektion endet mit einem kurzen Update über die laufenden WM-Wetten. «Ein paar von euch haben nicht so viel Ahnung von Fussball», sagt Zweifel und grinst, «kann das sein?» Humor, sagen viele Schüler, schätzen sie an einem Lehrer besonders. Auch die 13-jährige Nicole. Sie findet es auch wichtig, nicht zu viele Lehrerwechsel zu haben. Ihrem Lehrer Zweifel leuchtet das ein: «Es ist wichtig, eine Beziehung zu den Schülern aufbauen zu können.» Die Kunst
Mehr Büroarbeit, weniger Unterricht
Zu- und Abnahme der subjektiven Belastung von Lehrern zwischen 1999 und 2009. 20 15
16.6 %
10
18.3 %
5
7.2 %
0
-5.4 %
-5
5.7 %
-7.2 %
-10 -15
-16.5 %
-20 Unterricht
Vor-/ Nachbereitung
Die Schweizer Lehrer fühlen sich zunehmend durch Aufgaben belastet, die nicht direkt mit dem Unterricht zu tun haben. Beson-
Planung
Administration
Gemeinschaftsarbeit
ders stark gewachsen sind laut den Pädagogen der Aufwand in der Administration (16,6%) und bei der Gemeinschaftsarbeit
Betreuung, Beratung
Weiterbildung
(18,3%). Zu letzterer gehören beispielsweise die Schulentwicklung und die Umsetzung von Quelle: www.lch.ch. Reformen.
MENSCHEN SCHULE 27 |
Adrian Zweifel begegnet seinen Schülern auf Augenhöhe, ohne ins Kollegenhafte zu rutschen.
Adrian Zweifel (27), Goldach SG
dabei sei, nicht zu sehr ins Vertrauliche zu kippen. Ein Stellverteter habe einmal am ersten Tag den Schülern das Du angeboten. «Der war sofort verloren.» Adrian Zweifel wurde Lehrer, weil beide Eltern diesen Beruf ausüben, und das sehr gerne tun. Auch der Junior weiss nicht, was er lieber täte, höchstens Teilzeitvater sein. Die Privatwirtschaft hingegen lockt ihn nicht, trotz attraktiverer Löhne. «Ich gebe so gerne Schule», sagt er, «dass das kein Argument ist.»
In der Privatwirtschaft fast doppelt so viel Lohn
Das sehen nicht alle Kollegen so. Die Zufriedenheit der Schweizer Lehrerschaft wird durch eine neue Studie empfindlich gestört: In anderen Berufen würden sie mit gleicher Qualifikation zum Teil wesentlich mehr verdienen. Ein Primarlehrer mit sechsjähriger Erfahrung etwa, rechnet das Beratungsunternehmen Pricewater-
houseCoopers vor, könnte mit seinen Fähigkeiten in einer Finanzdienstleistung 144 000 Franken verdienen. In der Schule gibts 78 000. «Wenn ein Lehrer bereits tendenziell unzufrieden ist, kann der Lohnvergleich entscheidend sein», sagt Lehrervertreter Zemp. Das macht die Aussichten nicht rosiger: Innerhalb der nächsten zehn Jahre gehen rund 30 000 Lehrer in Pension. Die Pädagogischen Hochschulen werden gerade mal halb so viele Abgänger ausspucken. Ebenfalls nicht abgedeckt sind diejenigen Lehrer, die den Dienst quittieren, weil sie die Belastung nicht mehr aushalten. Einer von ihnen wäre beinahe Robert Huber* (54) gewesen. Vor drei Jahren, nach 25 Jahren Vorzeige-Lehrer-Karriere, ging bei ihm plötzlich nichts mehr. «Eines Tages sass ich mit Herzrasen an meinem Pult und wusste nicht, was tun.» Panik erfasste den Seklehrer aus der Zentralschweiz, ohne dass er wusste, wovor. Er
➔ Karriere: 2006 die Pädagogische Hochschule abgeschlossen. Seither Klassenlehrer einer Sekundarklasse und Hauptlehrer einer Realklasse. Mitglied der Pädagogischen Kommission. ➔ Fächer: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik, Sport. ➔ Pensum: 100 % ➔ Wöchentlicher Arbeitsaufwand: 28 Lektionen, 2 Teamstunden, mindestens 20 Stunden Vor- und Nachbereitung. ➔ Lohn: 7500 Franken brutto. ➔ Das Schöne am Beruf: Kindern in ihrer Entwicklung zu helfen. ➔ Das Schwierige am Beruf: Das Fehlen von Wertvorstellungen wie Ehrlichkeit. Mobbing. ➔ Was braucht ein Sekundarlehrer: Natürliche Autorität, Wertschätzung der Kinder, Fairness, Idealismus, Authentizität und die Fähigkeit, Fehler zuzugeben. ➔ Was muss sich ändern: Gute Angebote für Quereinsteiger, denn jeder, der Kinder gern hat, könnte diesen Beruf ergreifen.
empfand Leere, fühlte sich komplett allein und fürchtete sich vor dem Moment, in dem die Schüler ins Zimmer kommen würden. Der Arzt diagnostizierte ein Burn-out. «Und dabei gibt es doch nichts Schöneres, als junge Menschen ein Stück durchs Leben zu begleiten», sagt Huber, der nie Probleme mit Schülern, Eltern oder Behörden hatte. Nach einer Auszeit von drei Monaten stieg er deshalb gleich wieder mit 100 Prozent in den Beruf ein. Er strauchelte erneut, wurde wieder krank geschrieben. Seit August 2009 arbeitet Bruno Huber wieder zu 35 Prozent und versucht, einiges anders zu machen. «Ich habe gelernt, Nein zu sagen», erklärt er. «Das konnte ich früher nie.» Neben seiner Arbeit als Oberstufenlehrer war er Experte für Gymi-Aufnahmeprüfungen, entwarf Tests und wirkte in der Schulentwicklung mit. In der Freizeit kümmerte er sich um seine vierköpfige Familie und die Anliegen der örtlichen SP.
Immer mehr Aufgaben führten in die Erschöpfung
«Das Burn-out kam schleichend», erzählt Huber. Ebenso schleichend wie zusätzliche Aufgaben: Drogenund Sexualaufklärung, Integration von Schülern mit besonderen Bedürfnissen, Umsetzung von Reformen und als Folge Sitzung an Sitzung. Zu viel für jemanden, der nicht Nein sagen kann. «Die Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts musste ich mir immer öfter von der Freizeit abzwacken», sagt Huber. Für den Perfektionisten ist die Vorbereitung das A und O, wie sich im Französisch mit der ersten Sekundarklasse zeigt. Jede Minute der Lektion ist verplant, ein Blatt nach dem anderen wird vom vordersten Pult durch die Reihen gereicht. Nach einem Wanderdiktat lässt Huber die Schüler vorlesen, Übungen korrigieren und dann gestaffelt im Kreis sitzen. Keine Chance, wegzudösen. Er spricht leise und lobt oft: «Vous travaillez bien, merci!» Am Ende der Stunde wirkt er müde, aber glücklich. Vor neun Jahren herrschte in der Schweiz ebenfalls Lehrermangel:konjunkturbedingt. Geht es der Wirtschaft gut,
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MENSCHEN SCHULE
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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DAS SAGT DER EXPERTE Beat W. Zemp (54) ist Gymnasiallehrer und Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.
Robert Huber (54), Innerschweiz ➔ Karriere: 1982 Sekundarlehrerdiplom phil. I an der Uni Zürich. Seither Sekundarlehrer, Mitglied der Lehrmittelkommission, des Gemeindeschulrats und des Prüfungsausschusses Gymnasium, Mentor, Informationsverantwortlicher der Oberstufe, Teamleiter dritte Oberstufe. ➔ Fächer: Französisch, Sport, Bildnerisches Gestalten, Englisch Deutsch, Lebenskunde. ➔ Pensum: Zurzeit 35, ab August 75 %. ➔ Wöchentlicher Arbeitsaufwand: 12 Lektionen, 8 Stunden Vor- und Nachbearbeitung, 5 Stunden Zusatzarbeiten (Informationsverantwortlicher …). ➔ Lohn: 9500 Franken brutto. ➔ Das Schöne am Beruf: Junge Menschen ein Stück durchs Leben begleiten und täglich mit ihnen arbeiten zu dürfen. ➔ Die Schattenseiten: Zu grosse Klassen, zu hohe Anzahl Pflichtstunden, zu viele Sitzungen, zu viel Erziehungsarbeit. ➔ Was braucht ein Sekundarlehrer: Disziplin, Kompetenz, Konsequenz und Ehrlichkeit. Und er muss eine Beziehung zum Schüler aufbauen können. ➔ Was muss sich ändern: Jungen Lehrern sollte ein Mentor zur Seite gestellt werden. Die Pflichtstundenzahl muss sinken.
«Eltern kommen mit dem Anwalt zum Gespräch» Beat W. Zemp, wie viele Lehrer fehlen in der Schweiz noch für das neue Schuljahr? Es ist dramatisch. Die genaue Zahl kennt zwar niemand, doch die kantonalen Schulblätter sind ein guter Indikator, und sie sind prall gefüllt mit Stellenanzeigen. Auch die Schulleiter klagen über zu wenig Bewerbungen auf offene Stellen. Es sind mehr als in den vergangenen Jahren um diese Zeit.
Nach einem Burn-out musste Robert Huber lernen, nicht auf alle Forderungen einzugehen.
wechseln Lehrer die Branche. In schwierigen Zeiten kommen sie zurück. Nun stehen den sinkenden Lehrerzahlen jedoch steigende Schülerzahlen gegenüber. Ab 2013 gibt es gemäss Bundesamt für Statistik wieder mehr Primar- und ab 2016 mehr Oberstufenschüler. Zu dem Zeitpunkt könnten ein paar von Ueli Eggers heutigen Sekschülern schon kurz vor dem Lehrerdiplom stehen – wenn sie denn Lehrer werden wollten.
Texte Yvette Hettinger Bilder René Ruis
* Name gändert
www.migrosmagazin.ch Von Autorität bis zum Stoff: Entscheiden Sie, was eine Lehrkraft beherrschen sollte.
Einige Schulen inserieren in deutschen Zeitungen. Damit ist das Problem nicht zu lösen. Im gesamten deutschsprachigen Raum wird innerhalb der nächsten zehn Jahre eine halbe Million Stellen mit Lehrern zu besetzen sein. Deutschland braucht seine Lehrer also selber. Einige Kantone wollen Eltern im Unterricht einsetzen. Was halten Sie davon? Eltern können höchstens als Assistenten dienen. Und auch dann können sie nur zur besseren Betreuung beitragen. Eltern sind kein Lehrerersatz. Warum wollen nicht mehr Junge Lehrer werden? Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen finden die einen faszinierend, die anderen abschreckend. Ausserdem vergleichen Maturanden heute Anstellungsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Da kann der Lehrerberuf oft nicht mithalten. Was schreckt Interessierte von der Oberstufe ab? Die Tatsache, dass sie es mit Pubertierenden zu tun haben.
Zudem werden Oberstufenschüler nach Leistungsgruppen selektioniert, das führt zu Frustrationen. Unsere Berufszufriedenheitsumfragen zeigen, dass Belastungen durch schwierige Schüler und administrative Arbeiten stark zugenommen haben. Der Elternkontakt wird auch oft als Problem gesehen. Das Problem ist die Verrechtlichung. Eine Unsitte, die aus den USA importiert wurde. Es gibt Eltern, die schon mit dem Anwalt zum Gespräch kommen. Gehen darum junge Lehrer in die Privatwirtschaft? Die meisten Abgänge verzeichnet man in den ersten fünf Jahren nach der Ausbildung. Ich spreche hier von einem Praxisschock. Wer dann keine Wertschätzung erhält, geht wieder. Das liesse sich mit gezielter Unterstützung durch erfahrene Lehrer vermeiden. Mit welchen Massnahmen soll der Lehrermangel bekämpft werden? Wir versuchen, Wiedereinsteiger zu aktivieren, Quereinsteiger für den Lehrerberuf zu begeistern, pensionierte Lehrer zurückzuholen und Teilzeitpensen zu erhöhen, dann braucht es anzahlmässig weniger Personal. Wenn das gelingt, sieht die Zukunft besser aus? Nein. Der Beruf muss wieder attraktiver werden. Denn wenn nicht mehr Lehrer ausgebildet werden, gibt es keine Hoffnung. Das ist eine Rechenaufgabe. Als Mathematiker stütze ich mich auf Fakten.
30 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Der Scharfmacher
Wenn Köche Steaks wie warme Butter tranchieren, dann war vorher Erwin Grütter im Haus. Mit seiner mobilen Werkstatt reist der 55-jährige Berner durch die Schweiz und verleiht den Messern von Hotels und Restaurants den nötigen Feinschliff.
W
er kennt die Szene im schicken Restaurant nicht: Die Tomate leuchtet in knackigem Rot, das Steak lockt in knusprigem Braun, doch das Messer scheitert kläglich. Es ist stumpf, zerdrückt das Gemüse und zerfetzt das Fleisch. «Das darf nicht sein», sagt Erwin Grütter (55) aus Brügg BE. «Das Tischmesser ist doch die Visitenkarte jedes Gastgewerbebetriebs.» Interieur, Geschirr und Gerichte seien in den Luxustempeln meist vom Feinsten, aber beim Esswerkzeug werde gespart, man lasse es oft verlottern. «Ein Missstand!» Der bullige Mann mit den starken Armen ist vor zwei Jahren ausgezogen, um diesen Missstand zu bekämpfen. Er reist durch die Schweiz, um den Visitenkarten der Hotels und Restaurants den letzten Schliff zu geben. Erfolgsgarant dafür, ein guter Messerschleifer zu sein, ist vorab sein scharfes Auge. Dazu gehören auch eine ruhige Hand und ein Schleifmaschinenpark. «Der ist so teuer wie ein Mittelklassewagen.»
Meist schleifen nur noch Fahrende die Messer
Seine Schleifmaschinen hat Erwin Grütter in einen Autoanhänger gepackt und dort zu einer mobilen Werkstatt umgebaut. Die zieht er mit seinem Subaru von Spital zu Altersheim und von Hotel zu Restaurant. Er ist zwar ein Schleifer auf Stör, aber als Zigeuner, der Klingen putzt, sieht er sich nicht. Auch wenn diese Arbeit meist nur noch von Fahrenden gemacht wird. Wie diese schleift auch Erwin Grütter vor Ort, denn nicht nur verwöhnte Hotelgäste danken es ihm. Vor allem die Köche honorieren es, wenn sie ihre Rüst- und Schneidemesser nach Schliff und
Manchmal steht Erwin Grütter tagelang in seiner mobilen Werkstatt und schleift Messer um Messer. Wie hier vor dem «Palace» in Gstaad.
Politur gleich wieder im Einsatz haben.«MeineZeitistderenGeld!», weiss Grütter – und Kundennähe die Stärke des Schleifers. Das schätzen bereits die Küchenchefs von rund 30 Luxushotels, wie etwa dem «Viktoria Jungfrau» in Interlaken oder dem «Palace» in Gstaad. «Erwin Grütter macht einen präzisen und guten Job», lobt PalaceKüchenchef Peter Wyss. Der
59-Jährige, der einst im Pariser «Ritz» die Haute-Volée verwöhnte, ist seit 35 Jahren im Berner Jetsetdorf. Er leitet im «Palace» die 50-köpfige Küchenbrigade. «Da hat jeder seine eigenen Messer, das ist eine sehr persönliche Sache.» Dem Koch ist sein Tranchiermesser was dem Formel-1-Piloten sein Rennwagen: das wichtigste Werkzeug. Jeder schwört dabei auf
MENSCHEN MESSERSCHLEIFER Am Schliff eines Messers arbeitet der Mann aus Brügg bei Biel gut zehn Minuten.
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anderen Stahl. Peter Wyss setzt auf die Schweizer Wertarbeit von Viktorinox. Schleifer Grütter hingegen liebt japanische Messer aus dem Hause Kai. Die kosten bis zu 600 Franken pro Stück. Kein Wunder, nimmt sich der Messermann beim Schleifen Zeit. Gut zehn Minuten dauert seine Arbeit pro Messer und kostet zwischen drei und zwölf Franken. Je nach Messergrösse und Schliffart. Manchmal steht Erwin Grütters Schleifmaschinenpark mehrere Tage vor demselben Gastrobetrieb.
Im Betreibungsamt wollte er nicht pensioniert werden
Trotz Stammkundschaft ist er immer auf der Jagd nach neuen Kunden. Manchmal bittet Grütter einfach um eine Chance, um zu zeigen, was er kann. «Leihen Sie mir für eine Viertelstunde zwei Messer.» Dann lässt der Scharfmacher in seinem Anhänger die Spezialschleifmaschinen rotieren. Selbst kaputt geschliffene Messer stellt er wieder her, in Brot- und Tischmesser bringt er einen Wellenschliff von seltener Exaktheit. Für ihn reine Routine, schliesslich begann der Berner einst in einem Familienbetrieb, in dem er Werkzeuge und Messer behandelte. Später suchte er eine neue Herausforderung und arbeitete lange Jahre im Bieler Betreibungsamt. «Nach 15 Jahren plagte mich die Vorstellung, diese Arbeit noch bis zur Pensionierung zu machen.» Er wollte wieder mit den Händen arbeiten, statt Geld einzutreiben. 2008 entschloss er sich, als fahrender Messerschleifer zu arbeiten und gleich noch die Schweiz kennenzulernen. Heute kann Erwin Grütter schon mal eine Skiabfahrt oder einen Spaziergang mit seiner Arbeit verbinden. Seine Fertigkeit wird geschätzt, und der Messermann ist in den Betrieben ein gern gesehener Mensch. «Ich liebe es, wenn ich in den schicken Hotels mit Kaffee und Kuchen empfangen werde.» Und bisweilen kann er gar ein bisschen grosse weite Welt schnuppern, wenn er Messer aus Küchen schleift, mit denen dann Gäste wie Gunter Sachs oder Roger Moore ihr Steak schneiden. Text Mathias Haehl Bilder Renate Wernli
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BILD DER WOCHE
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
| 33
NEIN, WIR SIND KEINE FAULTIERE!
BÄRENHITZE: Auf keinen Fall sich bewegen — man könnte sich noch anstrengen. Das dachten sich wohl diese beiden Pandabären an der Weltausstellung in Shanghai. Kurz nach der Aufnahme dieses Fotos wurden die Tiere in einen Safari-Park in der Nähe der Megametropole verfrachtet. Dort sollen sie bessere Lebensumstände vorfinden. Kühler wirds im Park aber auch nicht sein …
FRAGE DER WOCHE
Bilder AP/Keystone, Martin Ruetschi/Keystone
Warum rümpfen wir die Nase, wenn es stinkt? Speziell in der Nähe von Abfallkübeln, Toiletten und Orten, wo der Mensch seinesgleichen körperlich sehr nahe kommt, plagt ihn in diesen heissen Tagen olfaktorisches Übel. Instinktiv rümpft er die Nase — und er tut dies nicht ohne Grund. Der Geruchssinn ist der älteste unserer fünf Sinne, und das Hirn interpretiert Gestank als möglichen Hinweis auf Gift. Das Nasenrümpfen ist also ein uralter Reflex. Und ein effizienter obendrein. Beim Rümpfen verengen sich nämlich die Nasenhöhlen. Es gelangt weniger Luft und somit auch weniger eines möglicherweise ungesunden Stoffs in den Körper. Unnütz und blosse Zierde ist dagegen die Sitte, die Nase zu rümpfen, nur weil uns irgendetwas nicht passt.
UNVERGESSLICHE WORTE
«Ohne meine Frau wäre ich Bahnhofvorstand geworden.» Zeit seines Lebens wurde Nicolas G. Hayek nicht müde zu betonen, wer hinter seinem Erfolg steht: seine Frau Marianne. 59 Jahre waren die beiden verheiratet. Der Uhrenkönig starb letzte Woche überraschend an Herzversagen.
34 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
«Am liebsten lese ich Biografien von Terroristen»
Jan Delay verkauft im deutschen Sprachraum Hunderttausende von CDs. Der Sänger mit der näselnden Stimme über sein grosses Idol Udo Lindenberg, Schweizer Dialekt und sein Interesse an besonderen Lebensgeschichten.
Jan Delay, Sie treten gemeinsam mit Stress am Moon and Stars Festival auf. Kennen Sie die Piazza in Locarno?
Nein, aber ich freue mich riesig, dort zu spielen. Viele Künstler und Freunde haben von der besonderen Location vorgeschwärmt. Die sind alle begeistert von der Piazza. Und Stress kenn ich ja auch schon ein Weilchen. Im Gegensatz zu den Deutschschweizern verstehe ich ihn wenigstens. In Zürich beispielsweise kriege ich die Krise, wenn mich Leute auf der Strasse ansprechen. Ich verstehe echt kein Wort. Bei Stress ist das zum Glück anders. Er spricht besser Hochdeutsch als jeder Schwiizerdütsche (lacht). Beschäftigen Sie sich denn mit der Schweizer Rapszene?
Ich kenne Sektion Chou, äh Chuo, äh Kuchikästli. Aber durch die Sprachbarriere ist es mir fast unmöglich, Zugang zum Schweizer Rap zu finden. Denn beim Rap geht es in erster Linie um die Texte. Ob das jetzt türkischer, italienischer oder schwiizerdütscher Rap ist: Ich kann damit nichts anfangen. Anders ist es beim französischen Hip-Hop. Die Sprache
fliesst einfach super. Da muss ich gar nichts verstehen. Ganz im Gegensatz zum Schweizerdeutsch?
Ich erkenne da keinen Fluss oder Singsang. Wenn ich Schweizer Musik höre, klingt das für mich vermutlich so, wie wenn ein Amerikaner deutschen Sound hört. Ihr habt noch mehr Konsonanten in der Sprache als wir – und Konsonanten sind der Feind der rollenden Sprache.
Mann mit Stil
Der 33-jährige Jan Phillip Eissfeldt alias Jan Delay, hat sich in den letzten zehn Jahren mit seiner unverkennbaren nasalen Stimme in unser Gehirn gebrannt. Der Hamburger startete seine Karriere als Rapper bei Absolute Beginner. Mittlerweile hat er drei SoloStudio-Alben auf dem Markt und begeistert mit seiner Band Disko No. 1 das Livepublikum. Jan Delay gilt in Deutschland als Mann mit Stil und wohnt immer noch in der Alsterstadt.
Trotzdem sind Sie sehr oft in der Schweiz. Bei einem Ihrer letzten Auftritte bei uns sind Sie mit einem Minarett an einer Kette um den Hals aufgetreten.
Ich habe die Schweiz immer für ein liberales Land gehalten. Nach der Abstimmung war ich erschüttert und fassungslos. Ich dachte zuerst, das sei ein Witz. Ihr habt vier Minarette in eurem Ländchen stehen. Wo ist das Problem? Mit der Aktion auf der Bühne wollte ich das zum Ausdruck bringen. Da musste ich einfach Flagge zeigen. Ich trage meine Meinung auf der Zunge, ich kann das nicht einfach so hinnehmen. Mit der Minarettkette sagte ich: Heute bin ich Muslim der Herzen. Verstehen Sie denn die Angst in der Schweizer Bevölkerung, die unter anderem zum Abstimmungsresultat geführt hat?
Nein, überhaupt nicht. Das ist alles vollkommener Humbug. Was denn für eine Angst? Vor Überfremdung.
Was ist denn an Fremdem schlimm? Fremdes hat uns in der ganzen Geschichte der Menschheit nur Gutes gebracht. Nur ein paar Ignoranten
INTERVIEW JAN DELAY
| 35
Jan Delay hat die Balance zwischen Kunst und Kommerz gefunden und kann gut davon leben.
36 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
denken, dass von Fremden irgendeine Gefahr aus-
geht. Jan Delay ist laut geworden. Man merkt, dass ihn das Thema sehr beschäftigt. Sie reden sich in Rage. Anders als auf dem letzten Album, wo die Sozialkritik sehr subtil und vor allem immer tanzbar ist.
Ich will, dass meine Ideen irgendwie angenommen werden. Aber am Ende des Tages bin ich als Musiker Entertainer und kein Politiker. Auch wenn man ein politisch denkender Mensch ist, sollte es um Unterhaltung gehen. Ansonsten hören nur die Leute hin, die sowieso meiner Meinung sind.
besprochen worden. Aber sonst fast überall. Wieso eigentlich Bahnhof Soul?
Soul im religiösen Sinne oder als Stil hat mit meiner Musik gar nichts zu tun. Ich benütze das Wort, um meine Geisteshaltung zu beschreiben. Mit Herzblut und Leidenschaft Musik zu machen, die mich inspiriert und flashed, das ist Soul. Lady Gaga zum Beispiel ist ein Soulmensch. Ich mag ihre Musik zwar nicht, aber sie legt da alles rein, was sie hat. Sie nennen sich selbst Popschwein.
Das ist ein liebes Schimpfwort. Ich habe das Glück, mich für meine Musik, die Massen anspricht, nicht verstellen zu müssen. Ich mixe nicht einfach ein paar schöne Melodien in einen harten Rap-Track, damit sich das Ganze besser verkauft. Ich liebe schöne Melodien und poppige Musik, deshalb bin ich ein Popschwein.
«Nach dem Minarettverbot dachte ich erst, das sei ein Witz. Es bringt nicht nur viel mehr Spass, tanzbare Musik mit subtilen, sozialkritischen Texten zu machen, sondern man erreicht auch mehr Leute damit. Ich spürte auch kein unbedingtes Verlangen, irgendwie Hass gegen diese Heuschrecken rauszuschreien, die die Krise verursacht haben. Zudem habe ich bisher keine gute Geschichte und keine Reims dazu gefunden. Es gilt: Der gute Reim kommt immer vor der politischen Aussage. Es könnte also noch ein Krisensong von Jan Delay kommen?
Ja sicher, wenn mir eine gute Geschichte dazu einfällt. Ich muss irgendwie fast, weil «deutsch rappen und Heuschrecken» sich so schön reimt. Apropos Text. Was liest Jan Delay am liebsten?
Ganze Bücher lese ich nur im Urlaub. Am liebsten Biografien von Musikern oder Terroristen. Ich bin ein Fan von Leuten, die geil schreiben können. Und sei es nur eine Spalte in der Börsenzeitung. In der Börsenzeitung ist Ihr aktuelles Album «Wir Kinder vom Bahnhof Soul» wohl nicht
Zur Popkultur gehört heute auch das Facebook.
Das Social-Networking ist mir unwichtig. Ich kann auch nicht verstehen, wie die Leute einem da ihr Privatleben voll aufs Auge drücken. Trotzdem habe ich eine eigene kleine Facebook-Seite, auf der ich wirklich nur meine Freunde versammle. Da bin ich dann aber teilweise auch von Fremdscham erfüllt, wenn ich sehe, wie meine eigenen Freunde ihr Privatleben in die Öffentlichkeit tragen. Trotzdem schreiben Sie regelmässig einen Blog
Ja, da kann ich kundtun, was ich wirklich sage und meine. Aber ich muss mich immer wieder entschuldigen: Mehr als einmal pro Monat ein Eintrag ist wirklich nicht drin – ich mache halt Musik und kein Internet. Darin verbindet Sie vieles mit Udo Lindenberg. Sie gelten als sein Ziehsohn.
Dem mag ich nicht wiedersprechen. Ich bin aber nicht der Zieh-
sohn, weil er es so wollte und mich gefördert hat, sondern weil er der Erste war, der zu mir in meiner Sprache gesungen hat, was ich richtig geil fand. Ich habe seine Musik, Texte und Stimme aufgesogen. Darum hat er mich geprägt wie kein anderer. Wenn ich den Mund aufmache und Deutsch singe, ist da immer Udo dabei – ob ich will oder nicht. Auch äusserlich nähern Sie sich Ihrem Idol an.
Ja, wenn es Udo nicht gäbe, würde ich sicher nicht mit Hut und Brille dastehen. Das übernimmt man dann so, wenn man glühender Fan ist. Apropos Mode, Sie wurden vom Männermagazin «GQ» zum stylischsten Mann
Deutschlands gewählt. Haben Sie eigentlich eine extra Wohnung, um all die Anzüge zu lagern?
Ich habe einen riesigen Verschleiss. Wenn ich mit einem Anzug auf Tour gehe, der jeden Tag total vollgeschwitzt wird, fällt der aus der Form. Bei Hüten ist es noch viel krasser – zwei Auftritte, und der Hut ist weg. Ich schwitze die ganzen Klamotten so durch. Ihr momentaner Kleidungsstil passt perfekt zum Funk, den Sie spielen. Ist das jetzt eine Phase, die vorübergeht, oder haben Sie sich gefunden?
Das weiss ich noch nicht. Letztlich erwarten jetzt viele Leute, dass nach zwei Studioalben Funk etwas Neues kommt. Ich vielleicht auch
INTERVIEW JAN DELAY
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Jan Delay freut sich auf eine Tourneepause. Dann kann er endlich wieder in Hamburg sein. In der Stadt, die ihm Kraft gibt.
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Kuba
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von mir selber. Aber diese Band und die Musik, die wir spielen, machen mich so glücklich, dass ich nicht ausschliessen will, so weiterzumachen. Eines ist aber sicher: Wenn ich wieder eine Liveshow produziere, egal mit welcher Musik: Meine Band Disko No. 1 und meine drei Ladys, meine Sängerinnen, werden am Start sein. Haben Sie nach eineinhalb Jahren Tournee nicht den Koller?
Jan Delay nimmt einen Schluck von seinem stillen Wasser und zündet sich eine Zigarette an. Die hat er noch von seinem letzten Auftritt in der Schweiz. Er kaut auf der Unterlippe und antwortet dann ganz leise.
Ja, es nervt. Immer dieses Rastlose, diese Termine. Ich kann nie zu Hause in meiner Stadt sein, die mich erdet und mir Kraft gibt. Ich muss bald einen Break haben, um zu meinen Wurzel zurückzukommen. Ich muss Hamburger Luft atmen, Hamburger Essen essen, Hamburger Wasser trinken. Was ist Hamburg für Sie?
Alles. Gerade meine Musik wäre nicht so, wie sie ist, wenn ich aus irgendeiner anderen Stadt aus Deutschland käme. Egal, ob es jetzt der Rap ist, die Art und Weise, wie wir angefangen haben, Musik zu machen, dass wir da so viel rausgeholt haben: Das ist alles Hamburg. Dass ich gesagt habe, neee, scheiss auf Rap, ich will jetzt Reggae machen oder scheiss auf Reggae, ich will jetzt
Malediven
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INTERVIEW JAN DELAY 39 |
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
«Ich bin ein Fan von Leuten, die geil schreiben können.» Ausserdem sei sie beruflich selbst ziemlich eingespannt, erklärte der Hamburger Musiker. In der Öffentlichkeit weiss niemand genau über Ihr Liebesleben Bescheid. Wie schwer ist es, das über so lange Zeit verdeckt zu halten? Händchenhaltend durch den Park geht ja nicht.
Kein Kommentar: Über sein Liebesleben spricht Jan Delay nicht.
Funk machen. Meine Einstellung, meine Offenheit, mein Humor, das ist alles Hamburg. Das hat mir alles meine Stadt anerzogen. Und natürlich wartet in Ihrer Heimatstadt auch Ihre grosse Liebe auf Sie.
Jan Delay sagt nichts. Der 33-Jährige will nicht über sein Liebesleben sprechen. Im Juni hat sich der Sänger in einem Interview auf clixoom.de allerdings verplappert und zugegeben, eine Freundin zu haben. Die fand den vollgestopften Kalender ihres Liebsten anfangs nicht so gut, kann aber heute gut damit leben.
Das Geheimhalten ist das Einfachste der Welt. Ich rede einfach nicht darüber. Mein Leben kann ich normal weiterführen. Dazu gehört auch das In-den-ParkGehen. Wenn ich das nicht mehr könnte, würde ich sowieso die Notbremse ziehen und alles runterfahren. Könnten Sie denn auf den Ruhm verzichten?
Ja, sicher. Ich sehne mich danach, hier einfach so unbehelligt rausge-
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hen zu können. Ich bin süchtig nach Erfolg, nicht nach Ruhm. Trotzdem sitzen Sie bei Thomas Gottschalk auf der Couch.
Da geht es um Erfolg, nicht um Ruhm. Das ist doch der geilste Triumph, wenn man zurückblicken und sagen kann: Ich war bei «Wetten, dass …?» Ja, das ist das Allerderbste. Was sagen Ihre früheren Weggefährten aus der Hip-Hop-Szene zu solchen Auftritten?
Wir sind bei den Beginnern mit dem Kommerzvorwurf erzogen worden. Seither lebe ich nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert. Jetzt lebe ich extrem befreit. Und mittlerweile hat auch die ganze Hiphop-Kultur begriffen, wie ich das meine. Früher musstest du dich im Hip-Hop entschuldigen, wenn du in den Charts warst. Heute musst du es, wenn du nicht in den Charts bist.
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Interview Cinzia Venafro Bilder Oliver Schmauch / laif
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42 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
«Wie cool ist das denn!»
Das meistbejubelte Comeback der Open-Air-Saison ist ihm auf sicher: Der legendäre MigrosVerkaufswagen ist wieder auf Tournee — und weckte bei den Open-Air-Besuchern Begeisterung.
G
anze 82 Jahre lang belieferte er die entlegensten Schweizer Winkel und Wohnquartiere mit dem Notwendigsten. Bis 2007 das Ende kam: Der Migros-Verkaufsbus drehte im Wallis seine letzte Runde. Wer hätte gedacht, dass das Kultfahrzeug nach nur drei Jahren wieder auf Tournee geht? Nicht in entlegene Wohngegenden, sondern an die angesagtesten Open Airs des Sommers.
Kultige Milchsonnenbrillen und Bikinis sind der Renner
Der Migros-Verkaufsbus ist an jedem M-Festival vor Ort und bringt Open-Air-Besuchern das Wichtigste direkt auf das Gelände. Sonnencreme vergessen? Kondome aus? Guetsli, Senf oder Zelt zu Hause liegen lassen? Diese Saison ist das für Liebhaber der Freiluftkultur kein Problem. Allein am Open Air St. Gallen gingen über 300 Kilogramm Äpfel und 100 Zahnbürsten über den Verkaufstisch. Die Renner des Busses waren aber klar die M-Stars-Artikel wie die M-Budget-Bikinis, die Milchsonnenbrillen und die «Migros-Kind»T-Shirts. Text Cinzia Venafro Bilder Daniel Ammann
Alle M-Festivals auf einen Blick: www.m-festivals.ch Sponsoring by
Die Migros unterstützt Schweizer izer Open Airs.
FL AVIA JÄCKLI (23), BERNECK SG «Endlich ein wenig Schatten! Den Sonnenschirm kann ich echt gut gebrauchen. Der Verkaufsbus ist spitze, sogar am Open Air kann ich mich auf die Migros verlassen. Sie bringt das Wichtigste immer zu mir.»
NICOLE FRANTZIS (24), HERISAU AR «Ich bin ein echtes Migros-Kind! Der Verkaufsbus löst in mir wahre Nostalgiegefühle aus. Ich fühle mich wieder wie früher, als er zu uns ins Quartier fuhr.»
ALEX ANDRA GRAHAM (2 SYDNEY
3),
«Die Idee des Busses ist genial! So etwas kenne ich nicht aus Australien. Ich hatte die Sonnencreme vergessen, dank dem Angebot des Migros-Busses werde ich jetzt trotzdem nicht rot.»
MIRKO WAL SER (18), WIL SG «Ein wenig Vitamine gegen den Kater brauche ich jetzt. Da kommt mir der MigrosVerkaufsbus sehr gelegen. Ein Apfel aus der Migros — super!»
NEUES AUS DER MIGROS Anstehen für Zahnpasta: Der Ansturm auf den MigrosBus am Open Air St. Gallen war gross.
SAMUEL SCHALCH (24), ENGELBURG SG «Das ist echt ein schlauer Schachzug der Migros: An diesen Bus hat jeder eine Erinnerung. Ich fühle mich voll in meine Kindheit zurückversetzt. Und er hat sogar Oliven im Angebot, Oliven am Open Air — wie cool ist das denn?»
7), MIRIAM SANTAGUIDA (2 ST. GALLEN
«Als Kind wurde mir der MigrosBus zum Verhängnis. Ich klemmte meine Finger in der Tür ein und weiss noch genau, wie aufgebracht mein Mami war. Darum musste ich den Wagen wiedersehen, er ist Kult! Und bei dieser Brille konnte ich nicht widerstehen.»
«Wir wollten den Wagen aus purer Nostalgie wieder betreten. Als wir für das Mami den Bus bestiegen, reichten wir gerade mal mit der Nasenspitze bis zum Salatregal.»
JO SIPA CORIC (25) UND 9), KURT MOO SLECHNER (3 ST. GALLEN
JULIE BAUMANN (28), BASEL «Der Bus ist super praktisch! Die Feuchttücher, die ich hier gekauft habe, sind mangels Duschen wohl die einzige Möglichkeit für etwas Hygiene am Open Air.»
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NEUES AUS DER MIGROS
Migros-Magazin Mig gros s-Ma -Mag ga gaz 27, 5. Juli Ju 2010 2010
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PREISBAROMETER
Aktuelle Preisveränderungen der Woche
Bereit zur Abfahrt ins Gebirge: Die Thinkflotte von M-way am Alpaufzug in Meiringen BE.
Elektrisch auf die Alp
Mit einem Alpaufzug als Startschuss wurde Alpmobil lanciert. Nun können Feriengäste das Elektromobil Think im Gebirge testen.
A
Alpmobil vermietet die Elektrofahrzeugflotte bis Ende September im Grimselgebiet.
Bilder Daniel Rihs
lpaufzüge sind in den Bergen nichts Ungewöhnliches. Der Alpaufzug, der letzte Woche in Meiringen im Berner Oberland inszeniert wurde, war aber ein noch nie gesehenes Ereignis. Denn nicht nur geschmückte Kühe, Bauern in Trachten und Fahnenschwinger zogen unter Alphornklängen durchs Dorf, sondern auch 60 Elektromobile der Marke Think. Die Fahrzeuge vermietet die neue Migros-Plattform für Elektromobilität M-way an das Projekt Alpmobil. Alpmobil wiederum vermietet die Autos an Hoteliers, Bahnen und TourismusInformationszentren. Von diesen können Touristen die Thinks für 60 Franken pro Tag mieten und beidseits des Grimselpasses im Haslital und Goms probefahren. Der Alpaufzug war der Startschuss von Alpmobil. Das Projekt dauert bis 30. September. Dann wird Alpmobil mit einer Alp-
Fahrzeuglieferantin ist die M-way von der Migros.
abfahrt in Oberwald im Goms abgeschlossen. Alpmobil gilt als Härtetest für die Elektroautos: «Wenn sich die Thinks im Gebirge bewähren, tun sie das erst recht im Flachland», sagt Ernst Baumberger vom Alpmobil-Partner Kraftwerke Oberhasli KWO. Das Angebot scheint bei den Feriengästen anzukommen: «Es gibt bereits viele Buchungen», freut sich Baumberger. Daniel Sägesser www.alpmobil.ch
Milette-Windeln jetzt günstiger Windeln können ganz schön ins Geld gehen. Das weiss die Migros. Sie verzeichnet beim Milette-Windeln- und Windelhöschen-Sortiment geringere Kosten für die Beschaffung und gibt diesen Pr Preisvorte teil bei 14 Pr Produkten se selbstverst ständlich an ihre Kunden weiter. weiter Einige E Preisbeispiele: Eine Windelpackung Milette Mini 2, 3—6 kg, kostete bis anhin 19.90 Franken. Der neue Preis beläuft sich auf 19.50 Franken. Die Sparpackung Milette Junior Jumbopack Box kostet neu 35.10 Franken. Vorher waren es 80 Rappen mehr. Der Preis für das Paket Ökowindeln Milette naturals Maxi 4, 7—16 kg, belief sich auf 19.90 Franken. Neu sind sie 40 Rappen günstiger. Brunette Zichorie schlägt auf Zichorie — das Kaffeearoma wird durch die Zugabe von Zichorienpulver ausgeprägter, der Kaffee ergiebiger (man braucht weniger Kaffeepulver). Besonders beliebt ist Zichorienpulver bei der Zubereitung von Milchkaffee. Mittlerweile bauen immer weniger Bauern Zichorie an, was den Einkaufspreis für die Migros erhöht. Sie sieht sich deshalb gezwungen, ihren Verkaufspreis im Laden zu erhöhen: Der 250-GrammBeutel Brunette Zichorie schlägt um 20 Rappen von 1.30 auf 1.50 Franken auf. ds
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NEUES AUS DER MIGROS
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Mit der Migros aufgewachsen
MigipediaFamilie: Sonja Rotschi mit ihren Kindern Fabienne, Marco und Natalie.
Schon seit drei Generationen schwärmt Familie Rotschi für Migros-Lebensmittel wie das Schoggi-Joghurt. Jetzt wird Mutter Sonja Produktetesterin für die neue Online-Plattform Migipedia.
B
ei den Rotschis hat jedes Familienmitglied ein liebstes Migros-Produkt. Manchmal geht die Leidenschaft für ein Lebensmittel so weit, dass daraus ein Spitzname wird. «Da ist Herr Schoggi-Joghurt», meint Mutter Sonja (40), als ein Bub mit roter Schirmmütze von der Schule heimkommt. Der zehnjährige Marco will das süsse Milchprodukt jeweils schon zum Frühstück. «Das muss Vererbung sein», sagt Sonja Rotschi. «Schon mein Vater liebte dieses Joghurt.» Die Familie aus Mönchaltorf beim Greifensee hält der Migros also schon seit drei Generationen die Treue. «99 Prozent unserer Einkäufe erledigen wir in der grossen Migros-Filiale in Uster», meint die Mutter. Sie und ihr Mann Stefan (42), der im Qualitätsmanagement tätig ist, haben vier Kinder. Bei jedem Wochenendeinkauf kommen also viele prallvolle Taschen zusammen. Entsprechend gut kennt sich Sonja Rotschi mit dem breiten Migros-Sortiment aus. Seit vier Wochen kann die Zürcher Oberländerin nun ihr Wissen auf der Online-Plattform Migipedia ein-
bringen. Auf dieser neuen Website der Migros zählt nur die Meinung der Kunden: Zu vorläufig 5000 Produkten können sie sich lobend oder kritisch äussern. Schon über 40 000 Besuche verzeichnet Migipedia seit dem Start.
Kunden wissen am besten, was sich im Alltag bewährt
Sonja Rotschi ist von der Idee der Website überzeugt: «Schliesslich wissen die Konsumenten am besten, welche Produkte sich im Alltag bewähren und was nervt.» Sie selber hat viel Lob für bewährte Lebensmittel wie etwa den Mifloc-Kartoffelstock. Andererseits wünscht sie sich von der Migros, dass Verpackungen weniger oft verändert werden. «Wenn Produkte anders aussehen, erschwert das die Orientierung im Laden.» Nun wird die Familienfrau noch intensiver an der OnlinePlattform mitwirken. Sie hat auf einen Aufruf der MigipediaMacher reagiert, der im MigrosMagazin erschienen ist: Für die Website wurden hundert Produktetester gesucht. Sonja Rotschi gehört zu den Ausgewählten. Mitte Juli bekommt sie ein Paket
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mit Migros-Lebensmitteln im Wert von etwa 100 Franken. Im Gegenzug wird sie die Produkte auf Migipedia detailliert kommentieren und bewerten. Weil jeder Tester eine andere Auswahl an Lebensmitteln erhält, sollen so Rückmeldungen zu 2000 MigrosArtikeln zusammenkommen. «Der Produktetest hilft uns, engagierte Nutzer noch stärker in die Migipedia-Community ein-
zubinden», erklärt Ben Proske, derbeimMigros-GenossenschaftsBund Gesamtverantwortlicher für die Online-Plattform ist. Mit der bisherigen Entwicklung von Migipedia ist er extrem zufrieden. «Immer mehr Kunden machen mit und verwandeln die Website durch ihre Einträge in ein lebendiges, ständig wachsendes MigrosLexikon.» Text Michael West Bild Keiko Sailo
Migipedia auf einen Blick Auf www.migipedia.ch können Migros-Kunden ihre Meinung zu 5000 Produkten sagen und sich untereinander austauschen. Mit einem einzigen Mausklick lassen sich Bewertungen vornehmen, woraus sich eine laufend aktualisierte Produkte-Hitparade ergibt. Nutzer können sich aber auch registrieren und unter einem frei gewählten Namen Einträge verfassen. Die Migros übt keinerlei Zensur und würde nur Aussagen entfernen, die sich unter der Gürtellinie bewegen. Auch nach bisher über 40 000 Besuchen auf der Website musste jedoch kein einziger Eintrag gelöscht werden. Je mehr Migros-Kunden mitmachen, desto vielfältiger und nützlicher wird Migipedia.
Vorläufig befindet sich die Online-Plattform Migipedia noch im Aufbau — in der sogenannten Beta-Phase. Die Website wird im Lauf der Zeit um neue Funktionen ergänzt.
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Pflegeprodukte von I am face sind ganz nach Julias Geschmack. Frisch und unkompliziert – so wie das neue Verpackungsdesign. Die optimierten Rezepturen mit hochwertigen Inhaltsstoffen wie Süssholzextrakt, Olivenöl, Wasserlilie und Aloe Vera ent-
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Sauberes Hahnenwasser und die gute alte Liebe. Wenn man Pech hat, beides zur selben Zeit. Wo trifft man Sie abends?
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n der einen Hand den Hotdog, in der anderen das Bier – Tooor! Wen die Fussballleidenschaft packt, dem ist schlicht egal, wenn das Ketchup tropft. Zum Glück gibts die Waschhilfen von Total. Mit dem Vorwaschreiniger Spray & Wash lassen sich alle wasch-
baren Textilien effizient vorbehandeln. Dank optimierter Rezeptur lösen sich beim Waschen auch hartnäckige Flecken wie Tomatensauce oder Kaffee. Einfach gezielt aufsprühen, kurz einwirken lassen und wie gewohnt waschen. Flecken, die vor dem Waschen leicht
übersehen werden, lassen sich mit dem Oxi Booster schonend entfernen. Ob Gras-, Blut-, Obst- oder Ölflecken. Neu ist das Pulver getrennt für weisse oder farbige Textilien erhältlich. So wird Weisswäsche strahlend weiss, und bunt bleibt bunt. TG
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Bild Masterfile
Achtung, fertig, Farmer! Planschen, toben und die Sonne geniessen: Ein Tag in der Badi macht Spass, aber auch hungrig. Der neue saisonal erhältliche Farmer-Stängel Pfirsich Limited Edition kommt hier gerade recht — ein idealer Powersnack für zwischendurch. Mit Hafer, Reis, Weizen, Mais und sommerlichem Pfirsichgeschmack ist er eine wichtige Ballaststoffquelle und bringt Energie für Spiel und Sport. Auch wer an heissen Tagen über den Büchern brütet, hat sich eine Farmer-Pause verdient. Der fruchtige Riegel eignet sich bestens als Hirnnahrung. Jetzt einfach schnell in die Migros, denn der neue Farmer ist nur für kurze Zeit erhältlich!
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Grandiose Gebirgswelt auf der grossen Dolomiten-Rundfahrt. Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff, nach Meran und nach Kastelruth.
1. Tag Schweiz – Südtirol Sie verlassen die Schweiz und fahren durch den Arlbergtunnel ins Stanzertal. Am Nachmittag folgen Sie dem Inn nach Innsbruck. Sie fahren durchs Wipptal zur italienischen Grenze auf dem Brenner. Kurz danach erreichen Sie das hübsche Städtchen Sterzing. In der Hauptgasse erinnern noch viele alte Wirtshausschilder an die Zeit, als das Städtchen ein wichtiger Umschlagplatz an der Brennerroute war. 2. Tag Grosse Dolomitenrundfahrt Auf der grossen Sechspässefahrt lernen Sie die eindrückliche Bergwelt der Dolomiten kennen. Am Anfang der Route steht die imposante, von senkrecht abfallenden Felswänden gebildete Eggentalschlucht. Den ersten Halt legen Sie dann am bekannten Karersee ein, von wo aus Sie herrliche Blicke auf die markanten Wände des Latemarmassivs haben. Danach geht's weiter über den Karerpass ins Fassatal und über Canazei auf das Sellajoch, den höchsten Punkt der Rundfahrt. Von hier aus haben Sie einen der schönsten Panoramablicke über die grandiose Gebirgswelt der Dolomiten. Nun geht es ein Stück talwärts ins Val Gardena, bevor Sie gleich die nächste Passstrasse zum Grödner Joch erreichen. In Corvara, einem bekannten Winter- und Sommerferienort, machen Sie Mittagshalt. Kurz nach diesem Aufenthalt überqueren Sie die nächsten zwei Übergänge, den Valparolapass und den Falzaregopass. Die Strasse führt uns nun hinunter nach Cortina d'Ampezzo, der Hauptstadt der Dolomiten. Von hier aus steigt die Strasse an und führt Sie hinauf zum letzten Pass des heutigen Tages, zum Dreikreuzpass. Kurz hinter der Passhöhe machen Sie Halt am wunderschön gelegenen Misurinasee. Nun geht's hinunter ins Höhlensteintal, wo Sie kurz nach dem Dürrensee einen kurzen Halt einschalten, um alle der berühmten Drei Zinnen zu sehen. Über Toblach und das Pustertal kehren Sie in Ihr Hotel zurück. 3. Tag Ausflug Schloss Trauttmansdorff – Meran – Kastelruth Am Morgen fahren Sie zum Schloss Trauttmansdorff. Hier besuchen Sie die Gärten, die 2005 zum «Schönsten Garten Italiens» gekürt wurden. Selbstverständlich kann auch das Schloss besichtigt werden, in dem Kaiserin Sissi zweimal zur Winterkur wohnte. Danach fahren Sie nach Meran mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen. Am Nachmittag fahren Sie hinauf auf das Hochplateau am Fusse der Seiser Alm. Nach einem Aufenthalt in Kastelruth gelangen Sie über den Panidersattel ins Val Gardena und in Ihr Hotel zurück. 4. Tag Südtirol – Schweiz Über Meran führt Sie der Weg ins Vinschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen, zum Reschenpass. Bei der Ortschaft Graun eröffnet sich Ihnen einer der schönsten Ausblicke der Alpen: der Reschensee im Vordergrund, überragt vom schneebedeckten Gipfel des Ortlers. Nach dem Mittagshalt in Landeck kehren Sie wieder über die Arlbergroute in die Schweiz zurück.
Reisedaten 2010 22. 26. 01. 05. 09. 12. 16. 20. 27. 04. 10. 13. 18. 21. 24. 27.
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25. 29. 04. 08. 12. 15. 19. 23. 30. 07. 13. 16. 21. 24. 27. 30.
August August September September September September September September September Oktober Oktober Oktober Oktober Oktober Oktober Oktober
A B A B A B A B A B A B A B A B
Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr.
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Abfahrtsorte Route A: Bern, Olten, Zürich, St. Gallen Route B: Luzern, Basel, Zürich, Winterthur
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Grosse Dolomiten-Rundfahrt Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff ( inklusive Eintritt), nach Meran und nach Kastelruth
Nicht inbegriffen:
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DAS BESTE AUS DER MIGROS
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Buonissimo!
Darauf haben Kaffeeliebhaber gewartet: Neu gibts die feinen Getränke von Grande Caffè auch als Glace.
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en Weg über die Alpen haben sie längst geschafft und sind nicht mehr aus dem Schweizer Alltag wegzudenken: Latte Macchiato, Cappuccino und
Co. Die feinen Heissgetränke gibts jetzt auch in Glaceform. Das Latte-Macchiato-Eis ist eine Mischung aus starkem würzigem Arabica aus der Gegend des Kili-
mandscharo und Milchschaum aus der Schweiz. Das beliebte Getränk aus Italien wurde ursprünglich für Kinder zubereitet, damit sie wie die Erwachsenen Kaffee
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Grande Caffè Glace Latte Macchiato, Fr. 1.90, Grande Caffè Glace Cappuccino, Fr. 1.90
trinken konnten. Das Cappuccino-Eis wird aus würzigem Arabica aus Guatemala hergestellt. Abgerundet mit mildem Kakao. Buonissimo! HB
Das wertvollste Getreide.
Für UrDinkel werden nur alte, nicht mit Weizen gekreuzte Schweizer Dinkelsorten verwendet. Der Anbau erfolgt ausschliesslich auf zertifizierten Labelbetrieben, welche im direkten Einzugsgebiet traditioneller Röllmühlen angesiedelt sind. Damit werden wertvolle Kulturlandschaften erhalten und lange Transporte vermieden. Geniessen Sie mit dem UrDinkel - Toast aus Ihrer Migros echte Schweizer Getreidekultur.
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DAS BESTE AUS DER MIGROS
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Italien zum Anbeissen
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Balkan für die Pfanne
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Minze gegen den Durst
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NEU IN DER MIGROS
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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80 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Nachgefragt bei
Benny Furth
o begegnet man einem ➔ Was haben Si Menschen, der schon über e immer auf Vorr at? Pa sta, Pasta, Pasta. 20 000 Filme gesehen hat? ➔ Wie oft kochen Beim Zürcher Bellevue gleich um Sie pro Woche? Ich werde zweimal die Ecke am Stadelhofenplatz. pro Woche bekocht. Ansonste Hier, im stilvollen Traditionskino n gehe ich gerne mi t meiner Frau ausw Arthouse Le Paris, fühlt sich der är ts essen. ➔ Kochen ist für Si Filmkritiker Benny Furth wohl. e… … keine Selbstver Unkompliziert, fröhlich und ständlichkeit, da ich selber absolut talen ironisch – der Pensionierte kommt tlos bin. Leider. ➔ Was würden Sie gut an. In seiner Gesellschaft langnie im Leben essen? weilt man sich nicht. Und spanKaviar, Griessbre nend wirds, wenn er aus seinem i und Austern. ➔ Mit wem würde Leben als Kritiker erzählt. «Alfred n Sie gern mal essen gehen? Hitchcock traf ich in den 60erMit den beiden Mi Jahren im Hotel Baur au Lac in chelles: Obama und Hunziker. Zürich. Dieses Treffen werde ich nie vergessen.» Natürlich nicht, denn obwohl der damals junge Filmjournalist sich akribisch auff das Interview vorbereitet hatte und mit 15 Fragen bewaffnet beim küche eingerichtet und gibt den Master of Suspense ankam, konn- Takt an. «Kannst du kochen», te er ihm nur eine einzige stellen. fragt sie den Cineasten. «Ja, vor Denn Hitchcock brauchte die ge- Wut. Ansonsten sieht es eher samte Interviewzeit, eine geschla- düster aus.» Und das, obwohl gene Stunde, um diese eine Frage Benny Furth während vier Jahren zu beantworten. die Kochkurse der Migros-KlubNeben Hitchcock und weite- schule besuchte. «Ein befreunren Persönlichkeideter Fotograf moten aus dem Filmtivierte mich dazu. und Showbusiness Das Kochen hat wie Sophia Loren uns aber nur neoder Julio Iglesias, bensächlich interdie Benny Furth essiert, hauptsächtraf, blieb ihm vor lich gings um die allem SchauspieFrauen. In keinem Kurs gibts mehr ler Harrison Ford Frauen als in den in Erinnerung. Kochkursen. So «Ich traf Ford 1976 in Zürich. Er suchtemeinFreund hat mich sehr beseine Frau, und eindruckt. Er ist Mit Benny Furth gibt ich bekam hervorein richtiger KumEssen es immer etwas zu lachen, ragendes peltyp.» in bester GesellAndrea Pisto- selbst beim Bestreichen schaft», erklärt rius, die Köchin der Club-Sandwiches. Furth, der auch der«Saisonküche», Ganz zur Freude von schon lange verhat sich inzwiheiratet ist. Sein Inschen in der im- «Saisonküche»-Köchin provisierten Kino- Andrea Pistorius. teresse fürs
Kochen mit der «Saisonküche»
Filmische Leckerbissen
Benny Furth hat sie alle getroffen: Alfred Hitchcock, Sophia Loren und Harrison Ford. Ihre Filme Gemüte geführt. Und es kommen täglich neue dazu, denn über Mittag sitzt er meistens im Kino.
SAISONKÜCHE
RÜCKBLENDE. Meisterregisseur
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Alfred Hitchock mit Filmkritiker Benny Furth beim Interview. VORSPANN. Die frischen Zutaten für das Club-Sandwich. AUSSTATTUNG. Eine gute Sandwichsauce ist die halbe Miete. HAUPTDARSTELLER. Toast darf natürlich nicht fehlen. ACTION. Hitchcock lässt grüssen: In «Psycho»-Manier übergibt Andrea Pistorius Filmliebhaber Furth das fixfertige Club-Sandwich.
zum Zmittag
liebt er. Über 20 000 Streifen hat sich der Filmkritiker bis heute zu Auch mit der «Saisonküche», die ihm ein Club-Sandwich serviert.
SAISONKÜCHE
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Kino entdeckte Franz Bernhard «Benny» Furth schon früh. Mit 15 Jahren stand er zum ersten Mal in der Kabine des Operateurs. «Ich war mit dem Sohn des Kinobesitzers befreundet. Dadurch wars einfach.» Hört sich an wie «Cinema paradiso». Auf Helvetisch natürlich. An seinen ersten Film erinnert sich der Zürcher ganz genau: «La bète humaine» mit Jean Gabin und Simone Simon. Der Film wie auch die Schauspieler lassen Furth auch heute noch schwärmen. Natürlich wünschte sich der junge Kinogänger einen Job beim Film. Er wollte Kameramann werden. Doch Furth musste ins Familienunternehmen einsteigen, ein Pelzgeschäft,dassichseitGenerationen in Familienbesitz befand. Ziemlich weit weg von seinem Traum. Ein kleiner Trost: Immerhin hüllen sich Stars und Sternchen gerne in schöne Pelze.
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Club-Sandwich Snack für 4 Personen Zubereitung ca. 30 Minuten Pro Person ca. 51 g Eiweiss, 32 g Fett, 69 g Kohlenhydrate, 3250 kJ/770 kcal
Dank Leidenschaft diverse Jobs in der Filmwelt
Das Filmvirus brachte Benny Furth aber nicht mehr weg. Trotz Pelzgeschäft fand er Zeit, seiner Leidenschaft zu frönen. Und er blieb nicht unentdeckt. Als Filmkritiker bekam er seinen ersten Job in der Hauszeitung des Hazyland-Clubs. 32 Jahre lang war er Chefredaktor des Magazins «Live» und acht Jahre Kritiker für «Facts». «Jetzt, da ich pelztechnisch pensioniert bin, kann ich mich endlich ohne schlechtes Gewissen ganz dem Film widmen.» Aktuell schreibt Benny Furth für das Kinoportal Meinkino.ch. «Wann darf ich das Club-Sandwich anknabbern?», erkundigt sich der hungrige Filmkritiker. Ein solches Mittagessen ist für Benny Furth eine Seltenheit. Meistens sitzt er sonst um diese Zeit im Kino, weil die Pressevorführungen für die neuen Filme am Vormittag und über Mittag stattfinden. «Manchmal hole ich mir zwischen zwei Filmen etwas Kleines. Das kann ich gut mitnehmen und in aller Ruhe im Kino essen.» Text Heidi Bacchilega Bilder Nik Hunger www.arthouse.ch www.meinkino.ch
ZUTATEN
16 Specktranchen, ca. 150 g 4 Pouletbrüstchen, 1 TL scharfe Grillwürzmischung, ½ Salatgurke, 2 Tomaten, 12 Scheiben XXL-Toastbrot, Salatblätter, Sandwichsauce: 2 Essiggurken, 1 Bund Dill, 50 g Mayo, 50 g Frischkäse, z. B. Philadelphia, 2 TL scharfer Senf, einige Tropfen Worcestershiresauce, 1 EL Zitronensaft Salz, Pfeffer
ZUBEREITUNG
1 Für die Sandwichsauce Gurken und Dill fein hacken. Mit den restlichen Zutaten mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2 Speck in einer beschichteten Pfanne ohne Fett knusprig braten. Auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Pouletbrüstchen mit der Würzmischung würzen. Im Speckfett rundum gut durchbraten. Etwas abkühlen lassen. Pro Person eine Specktranche für die Garnitur beiseitestellen. 3 Poulet, Gurke und Tomaten in dünne Scheiben schneiden. Toastscheiben im Toaster oder Backofen hellbraun rösten. Rinde wegschneiden (eignet sich gewürfelt als Croutons auf einem Salat). Auf die Teller je 1 Toastscheibe legen. Mit der Sandwichsauce bestreichen und mit Salatblättern und Pouletscheiben belegen. Mit je 1 Toastscheibe decken, auf diese die Specktranchen, Gurken und Tomatenscheiben legen. Mit je 1 Toastscheibe decken. Mit je 2 Holzspiesschen zusammenstecken. Sandwiches diagonal halbieren. Restliche Speckscheiben auf die Sandwiches legen. Übrig gebliebene Sauce dazuservieren. Tipp Zum Club-Sandwich passen Antipasti wie eingelegte Tomaten, Kapern, Oliven oder Artischockenherzen.
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KLEINE KÜCHENKUNDE
Unser täglich Brot
Wussten Sie, dass Brot nicht nur satt, sondern auch glücklich macht? Andrea Pistorius, Rezeptautorin der «Saisonküche», sagt Ihnen, warum.
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as gibt es Schöneres, als so richtig herzhaft in eine frisch duftende, knusprige Brotscheibe zu beissen? Brot ist einfach göttlich, und es macht glücklich. Ja, Sie haben richtig gelesen. Brot verleiht unserem Gemüt «Flügel.» Speziell die dunkleren Sorten mit Dinkel, Roggenschrot, Körnern oder aus Vollkornmehl. Die beispielsweise im DinkelreichlichenthaltenenAminosäuren Tryptophan und Tyrosin gelten als wahre Stimmungsaufheller und Glücklichmacher.
Herkunft und Brauchtum Die vielen Ausdrücke, wie «sein Brot verdienen» oder «Brötchengeber», belegen schon die Bedeutung, die dem Brot bereits früher beigemessen wurde. Seit den Anfängen des Ackerbaus vor rund 10 000 Jahren gehört Geteide zu den menschlichen Grundnahrungsmitteln. Die ältesten Zubereitungsarten von Getreide sind der Getreidebrei und die Fladenbrote, wofür der Getreidebrei auf erhitzten Steinen ausgebacken wurde. Der bei uns übliche Brotlaib wurde wahrscheinlich 2000 vor Christus im Orient durch Zusatz von Triebmitteln wie Hefe oder Sauerteig geformt.
Ausgewogene Ernährung Brot ist der Baustein für eine ausgewogene Ernährung, denn es versorgt unseren Körper mit Kohlenhydraten, der Hauptenergiequelle für körperliche und geistige Aktivitäten. Der hohe Ballaststoffgehalt wirkt sich positiv auf die Darmfunktion aus. Brot ist zudem Lieferant von pflanzlichem Eiweiss, Vitaminen und Mineralstoffen.
Pane Passione Rustico
Das Rustikale: Das Pane Passione Rustico ist mit Roggen, Dinkel, Sonnenblumenkernen und Leinsamen verfeinert. Es ist ein Gedicht für den kleinen Hunger zwischendurch. Tipp: Das handgedrehte, dunkle Brot schmeckt ausgezeichnet zu Salaten oder traditionell belegt mit Schinken.
Dunkles Brot ist wegen des höheren Ausmahlungsgrads besonders empfehlenswert. Der Ausmahlungsgrad gibt an, wie viel Mineralstoffe das Mehl enthält. Weissmehl besteht hauptsächlich aus dem Mehlkörper – dem grössten Bestandteil des Getreidekerns –, dem Kleber und der Stärke. Ruchmehl dagegen enthält einen grossen Teil an Schalenschichten. Beim Vollkornmehl muss das gesamte Korn inklusive Keimling enthalten sein.
Tipps und Tricks Bewahren Sie Brot stets kühl auf. Die besten Orte sind ein Brotkasten oder der Küchenschrank. Wichtig: Im Brotkasten sollte genügend Luft zirkulieren, damit das Brot nicht weich wird und zu schimmeln beginnt. Mit einem sauberen Küchentuch abgedeckt oder in einem Baumwollsack bleibt das Brot besonders lange haltbar. Angeschnittene Scheiben stellen Sie mit der Schnittfläche auf das Brotbrett und bedecken dieses mit einem sauberen Tuch oder mit dem Originalbrotbeutel.
Abwechslung in der Küche Eine Bratwurst vom Grill ohne Brot? Unvorstellbar! Oder probieren Sie mal einen Brotauflauf mit Kirschen oder ein Kalbsschnitzel mit selbst gemachtem Paniermehl. Tipp: Machen Sie es wie unsere Grossmütter. Anstatt hart gewordenes Brot zu entsorgen, reiben Sie es zu Paniermehl. Rösten Sie dieses kurz, dann wird es würziger.
Weitere Rezeptideen finden Sie unter: www.saisonkueche.ch
Pane Passione Classico
Das Helle: Dieses knusprige Stangenbrot passt immer und überall. Ob mit Bratwurst oder zu einem deftigen Wurst-Käse-Salat. Tipp: Probieren Sie doch mal Crostini al tonno oder legumi für Ihren nächsten Apéro.
SAISONKÜCHE Vollkorn Landbrot
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AUFGEGABELT
Bild Gian Vaitl
Das Körnige: Gehaltvoll und doch luftig dank idealer Mischung aus vollwertigem, dunklem Mehl ist das Vollkorn Landbrot. Das bedeutet, dass das gesamte Korn inklusive Keimling im Brot enthalten ist. Tipp: Das Landbrot lässt sich auch gut toasten. Belegen Sie es zur Abwechslung doch mal mit Antipasti oder Kräuterquark.
Martin Jenni, Food-Redaktor
Brot und Spiele
Urdinkel Farmerbrot
Das Haltbare: Dank Sonnenblumenkernen und Kartoffeln bleibt es lange frisch. Tipp: Wie wärs mit einer Brot-Tortilla? Statt Kartoffeln nehmen Sie altes Brot, braten es in Butter an und mischen das Ganze mit Ei, Milch und Gemüse. Braten Sie es wie eine Tortilla.
Brot und Spiele waren bei den Römern beliebt, obwohl es eine blutige Angelegenheit war. Fussballspiele haben Brot und Spiele ersetzt, das Blut ist gewichen, die Imperatoren sind geblieben. Aber lassen wir die alten Geschichten, die wie altes Brot schmecken. Wobei altes Brot sich zu bestem Paniermehl verarbeiten lässt. Sowieso: Gutes Brot ist Schweizer Alltag. Das wird einem so richtig bewusst, wenn man die Ferien bei den Angelsachsen verbringt. Obwohl die Briten in Sachen Brot vorwärtsmachen (das Beste wird am Ende der Welt, auf den Scilly Islands, vor der Südküste Cornwalls produziert), ist unser Brot besser. Noch! Übrigens: Das beste Brot, das ich je gegessen hatte, kam stets freitags bei meiner Grosstante Marie aus dem Holzofen. Und den besten Aperitif mit Brot erlebte ich am Ostufer des Lago Maggiore in Caldè di Castelveccana in der kleinen Ristobar Sunset. Da wurden diverse Gaumenkitzler gereicht, darunter eben auch altes Brot, das in Butter geröstet und mit Meersalz und Gewürzen bestreut war. Dazu gab es Weisswein und einen Sonnenuntergang der Superlative. Perfekt. «Sunset» 0039 0332 52 13 07
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IHRE REGION MIGROS LUZERN
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
NEWS
Produkt der Woche Die Tomaten Tomodoro mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» unterscheiden sich im Geschmack und in der Form von anderen Tomaten. Geerntet werden sie erst, wenn alle Früchte an der Rispe reif sind. Somit stimmt auch das Verhältnis von Zucker- und Säuregehalt, das für den Geschmack massgeblich ist. So überzeugen die TomodoroTomaten mit einem besonders intensiven Duft und Aroma. Anfang Mai bis Ende November produziert Markus Schildknecht in seinem Betrieb in Wikon diese geschmacksintensiven Tomaten.
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Bio-Fahrräder auf Luzerns Strassen
Das «nextbike» passt optimal zum Bio-Label der Migros. Aus diesem Grund ist die Migros Luzern Hauptsponsorin des Projekts.
S
eit Anfang Mai kurven auf den Strassen in und um Luzern Velos herum, die mit dem Bio-Label der Migros versehen sind. Hintergrund ist die Velo-Offensive der Stadt Luzern und der Firma Rent a Bike, die in diesem Frühjahr gemeinsam das Velo-Verleihsystem «nextbike» lanciert haben.
Günstiger fahren dank Werbefläche
Insgesamt 140 «nextbike»-Velos stehen in der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens, Horw und Emmen an 55 Stationen bereit. Ausgeliehen werden können die Velos rund um die Uhr in Selbstbedienung. Die Rückgabe erfolgt an einer der Stationen – die Velos können also an einem anderen Ort abgegeben werden, als sie ausgeliehen worden sind. Per Telefon oder Internet wird die Ausleihe einfach abgewickelt. Eine einmalige Registrierung übers Internet oder über eine Kunden-Hotline genügt, und «nextbike» kann umgehend genutzt werden. Die Miete eines «nextbike» kostet zwei Franken pro Stunde, bis maximal 20 Franken pro Tag. Besonders attraktiv sind die Monats- und Jahresabos, die tägliche Gratisstunden enthalten und schon ab zehn Franken pro Monat erhältlich sind. Ermöglicht werden die günstigen Abos durch die Vermarktung der Werbefläche auf den Velos. Dabei spielt die Migros Luzern als Hauptsponsorin eine tragende Rolle. Aus diesem Grund ist sie denn auch mit dem Bio-Label auf der grossen und auffälligen Werbefläche der meisten Velos vertreten. Text und Bilder: Danja Spring
Andreas Balsiger (Bild rechts) ist begeistert vom Bio-Logo auf dem «nextbike».
Bio und «nextbike» passen zusammen Einige Fragen zum Projekt «nextbike» an Andreas Balsiger, Bio-Verantwortlicher der Genossenschaft Migros Luzern. Warum konnte die Migros Luzern mit dem Bio-Label als Hauptsponsorin für das Projekt «nextbike» gewonnen werden? Migros-Bio und «nextbike» passen optimal zusammen. Bio ist nachhaltig, modern und fördert den gesunden Lebensstil. All dies trifft auch auf das «nextbike» zu. Da schreckt es auch nicht ab, dass es sich bei «nextbike» um
ein Pilotprojekt handelt? Nein, überhaupt nicht. Wir sind davon überzeugt, denn Mobilität und Gesundheit werden immer wichtiger. Für ein Projekt dieser Art leisten wir gerne Starthilfe. Und was will die Migros mit diesem Engagement erzielen? Mit «nextbike» erreichen wir einen sehr grossen Teil der Bevölkerung. Die Velos sind in Luzern und Umgebung nicht mehr zu übersehen. Dies verhilft unserem neuen Bio-Logo, das Anfang 2010 eingeführt worden ist, zu mehr Bekanntheit.
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IHRE REGION MIGROS LUZERN
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Heimischer Himbeergenuss
Die «Aus der Region. Für die Region.»Himbeeren der Familie Boog sind den ganzen Sommer über erhältlich. Damit dies möglich ist, braucht es ein ausgeklügeltes Anbausystem.
Edgar Boog erntet mit seinem Team von Juni bis Oktober rund 14 Tonnen Himbeeren für die Migros Luzern. Eine Biene bestäubt die Blüte einer Himbeerstaude. Bis im August wird diese Himbeere reif sein.
U
nzählige Bienen umschwirren die Himbeersträucher auf dem Hof der Familie Boog in Hünenberg. Doch nicht nur die Bienen sind fleissig, auf den Feldern herrscht Hochbetrieb. 15 Personen sind hier während der Sommermonate mit der Himbeerernte und dem Abpacken der Früchte beschäftigt. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb, sieben Tage die Woche. Jeden Abend fährt Edgar Boog die frisch geernteten Beeren in die Migros-Betriebszentrale nach Dierikon. Am nächsten Tag, keine 24 Stunden nach der Ernte, stehen die Himbeeren in den Filialen im Regal. «Es sind lange Arbeitstage. Aber es ist uns wichtig, dass wir die Himbeeren reif ernten und täglich frisch liefern können», meint Edgar Boog und ist sich denn auch sicher, «die Kunden schätzen diese Frische.»
Frühe Himbeeren aus dem Tunnel
Verkauft werden die Himbeeren der Boogs von Mitte Juni bis Ende Oktober. Ein ausgeklügeltes Anbausystem ermöglicht die lange Ernteperiode. «Bei den frühen Himbeeren, die ab Juni reif sind, pflanzen wir die Himbeerruten im Vorjahr auf dem Feld unter einer Art Tunnel», erklärt Boog den Vorgang. Dieser Schutz beschleunigt im Frühjahr den Reifungspro-
zess. Ende Juni sind diese Himbeerruten abgeerntet. Nun sind die Himbeeren, die ohne Tunnel gezogen wurden, reif und können bis Ende Juli abgelesen werden. «Da die Herbsthimbeeren selten anschliessend an die traditionelle Sommerernte reifen, stellen wir einige Sommerhimbeerruten von Februar bis April in ein Kühlhaus. Dadurch wird der Reifungsprozess verzögert, und diese Himbeeren werden erst Ende Juli reif», erklärt Boog. Rund 42 Tonnen Himbeeren verkauft die
Migros Luzern jährlich. Davon sind alleine 14 Tonnen «Aus der Region. Für die Region.»-Himbeeren aus der Produktion der Familie Boog.
Im Betrieb der Familie Boog packen alle mit an
Ohne die Hilfe der ganzen Familie, betont Edgar Boog, würde der Betrieb nicht funktionieren. Der Hof wird in vierter Generation geführt, und erst kürzlich sind seine beiden Söhne, ein gelernter Obstbauer und ein gelernter Gemüse-
Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS LUZERN, 6031 Ebikon, Tel. 041 455 70 38, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch
gärtner, in den Betrieb eingestiegen. Seit 20 Jahren beliefern die Boogs die Migros Luzern. Nebst Himbeeren produzieren sie auf ihren 16 Hektaren Land auch Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Rüebli, Artischocken, Minipeperoni, Minigurken und Grünspargel für die Migros Luzern. Edgar Boog produziert gerne für die Migros: «Als Genossenschaft hat die Migros ein enges Verhältnis zu uns Produzenten. Das schätze ich sehr.» Text und Bilder: Danja Spring
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IHRE REGION MIGROS LUZERN
Heisser Sound, coole Ohren Diesen Sommer überrascht das Forum Zugerland mit einer besonderen Plakatausstellung zum Thema Prävention von Gehörschäden: Im Forum Zugerland im Einkaufscenter Zugerland Steinhausen gibt es über die Sommermonate eine besondere Ausstellung zu sehen. Das Amt für Umweltschutz des Kantons Zug, das für den gesetzlichen Vollzug der Musiklautstärke zuständig ist, hat einen Plakatwettbewerb lanciert. So forderte es Jugendliche der Kantonsschule Zug auf, Präventionsplakate zum Thema Schutz von Gehörschäden durch zu laute Musik in Clubs und an Konzerten zu entwerfen. Es entstanden vielfältige, kreative und ausdrucksstarke Plakate. Die Besten wurden inzwischen prämiert und werden Veranstaltern von Musikanlässen in der Region Zug gratis zur Verfügung gestellt. Um alle eingereichten Arbeiten einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, werden die Plakate bis zum 20. August im Forum Zugerland präsentiert. Die Werke können in der oberen Verkaufsebene (hinter Triumphshop) während der Ladenöffnungszeiten des Einkaufscenters besichtigt werden.
Nach dem Kurs «Das schweizerische Politiksystem» kann man mitreden beim Thema Politik.
Politik verstehen Die Klubschule Migros bietet neu den Kurs «Das schweizerische Politiksystem» an. Die Teilnehmenden lernen darin die Schweizer Politlandschaft besser kennen.
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Das Siegerplakat des Wettbewerbs zum Thema Prävention von Gehörschäden.
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
äglich werden politische Themen in den Medien aufgegriffen und diskutiert. Dabei verliert man schnell den Überblick im Schweizer Politiksystem. Wie ist unser Parlament aufgebaut? Was sind die Aufgaben von Legislative, Exekutive und Judikative? Wie funktionieren Initiativ- und Referendumsrecht? Was ist eine PUK? Welche Parteien agieren in der Schweizer Politlandschaft, und welche Positionen vertreten sie? Unzählige Fragen stellen sich einem, will man die Zusammenhänge des Politsystems verstehen. Im Kurs «Das schweizerische Po-
litiksystem» der Klubschule Migros bekommt man Antworten auf diese Fragen. In Gruppen von maximal 12 Teilnehmenden werden Hintergründe zum schweizerischen Politiksystem besprochen und aktuelle Themen aus der Politik aufgegriffen. Zudem erfahren die Teilnehmenden,wosiesichumfassend zu bevorstehenden Wahlen und Abstimmungen informieren können. Am letzten Kurstag wird ein Politiker ein Gastreferat halten und von seiner Arbeit in Bundesbern erzählen. Danja Spring
Politik als Kurs Der Kurs «Das schweizerische Politiksystem» richtet sich an alle politisch Interessierten. Er wird in den Klubschulen Migros Zug und Luzern durchgeführt und findet erstmals im Oktober statt. Unterrichtet wird an vier Abenden. Total umfasst der Kurs acht Lektionen zu 50 Minuten. Die Teilnehmenden müssen die deutsche Sprache verstehen. Weitere Informationen zum Kurs sind unter www.klubschule.ch (Suchwort: Politiksystem) ersichtlich.
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Sehen wir uns im Bernaqua? Das lang ersehnte freie Wochenende steht vor der Türe? Die eigenen Akkus sind leer, aber keine Lust auf Kofferpacken? Dann liegt die Antwort nah: ab ins Bernaqua – Erlebnisbad & Spa in Westside. Hier wird Urlaubsfeeling in kürzester Entfernung garantiert. Wasserspass und Entspannung für die ganze Familie bei jedem Wetter.
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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PSYCHOLOGIE
Frauen haben mehr Stress
Bilder Getty Images (2), Corbis (1)
Weibliches Gehirn: Im Klammergriff der Stresshormone. «Ich bin total gestresst» — dieser Spruch kommt nicht nur deshalb häufiger von Frauen, weil sie vielfach eine Doppelbelastung als Familienmanagerin und Berufsfrau ertragen müssen. Laut dem Fachmagazin «Molecular Psychiatry» ist das weibliche Geschlecht aus biologischen Gründen anfälliger für Stress als Männer. Offensichtlich unterscheiden sich die biochemischen Vorgänge im Gehirn bei Stress je nach Geschlecht deutlich: Das weibliche Gehirn reagiert nicht nur sensibler auf die Ausschüttung von Stresshormonen, sondern es bleibt auch der Gewöhnungseffekt aus, der im männlichen Hirn bei dauerhaft hohem Stresspegel offenbar eintritt. Männlein wie Weiblein können also nicht einmal etwas dafür, dass ihr Stressempfinden auseinanderdriftet.
FAMILIE
Buben kämpfen, Meitli denken?
Kräftemessen: Buben stürzen sich schneller in den Kampf als Meitli.
F
rauen scheuen den Wettbewerb – und zwar schon als kleine Mädchen. Zu diesem Schluss kamen Innsbrucker Forscher, die das Wettbewerbsverhalten von mehr als tausend Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 18 Jahren untersuchten. Die Versuchsteil-
nehmer mussten entscheiden, ob Sie gegen Gleichaltrige antreten würden, wenn sie dadurch Geld verdienen könnten. Das Resultat: Nur 19 Prozent der Mädchen entschieden sich für den Wettbewerb, bei den Buben waren es 40 Prozent. Bei der tatsächlich erbrachten Leistung gab
ONLINE-UMFRAGE: SEX & LIEBE
Schnellschüsse sind männlich
Mä Männer entscheiden schnell, ob sie eine Frau attraktiv finden. Dass sie da nur gerade wenige Tausendstelsekunden benötigen, hat ein dafür br britisch-niederländisches Forscherteam dann aber doch erstaunt. Ganz im Gegensatz dazu stellten die Wissenschafter in ihrer Studie fest: Frauen ne nehmen sich reichlich Zeit, bis für sie ein Mann als eroberungswürdig gi Die Gründe für das diametral unterschiedliche Vorgehen beim gilt. Pa Paarungsverhalten: Männer seien genetisch dazu programmiert, gesunde Na Nachkommen in die Welt zu setzen. Attraktive Frauen würden dafür am ehesten Gewähr bieten. Frauen hingegen bräuchten Beweise, dass ein Ma ein zuverlässiger Partner ist, der auch längerfristig für sie sorgt. Mann
Neue Frage auf www.migrosmagazin.ch Ne Blickwechsel mit unterschiedlichen Hintergedanken.
Wi lange brauchen Sie, um jemanden attraktiv zu finden? ➔ Ein Augenblick Wie reicht mir ➔ Ein Gespräch muss sein ➔ Mehrere Rendez-vous sind nötig
es hingegen keine Unterschiede. Aber: Die Knaben neigten eher dazu, ihre persönliche Leistung zu hoch einzuschätzen. Wirtschaftsforscher sehen in der geringeren Wettbewerbsbereitschaft von Frauen eine mögliche Ursache für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen.
Frage von letzter Woche
Glücksspiele …
So haben unsere Leserinnen und Leser geantwortet:
7%
… haben mir schon viel Geld beschert
25 % 68 %
… sagen mir nichts
… kann ich nicht lassen
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VON EINHEIMISCHEN EM
PFOHLEN
tei ge rin un d Evely ne Bin sa ck (43 ), Be rgs kir ch en BE . Ab en teu rer in, wo hn t in Inn ert ent e nac h ihrem gan z Da s Mig ros -M aga zin hat Pro min ihrer He ima tre gio n per sön lich en Ou tdo or-Tip p aus g auf Em pfe hlu ng von gef rag t. Die ses Ma l füh rt der We and . Eve lyn e Bin sac k ins Be rne r Ob erl
Mönch (4107 m ü. M). Tipp: Hochtour auf den ➔ Mein persönlicher der einzige Viertauist neben der Jungfrau ➔ Warum: Der Mönch Tages mit Bergführer and, der innerhalb eines sender im Berner Oberl prächtiger Aussicht Das Gipfelglück wird mit bestiegen werden kann. belohnt. etscher, der zum Sicht auf den Aletschgl ➔ Highlights: Sicher die . Unesco-Welterbe gehört dieses Jahres t gemacht: Solo im April lbs se l Ma zte let s ➔ Da mit meinem Gast ich vor g bei Dunkelheit, be nin rai ent org hm Frü als — ahm. eine Skihochtour untern rsönlich n Mönch besteige ich pe De : ran ➔ Erinnerung da ter me hen Hö 00 20 über seine am liebsten im Alleingang . llen No en nnt n sogena lange Nordwestseite, de
Am Limit
Trotz hochkarätiger Begleitung von Bergsteigerin Evelyne Binsack: Die Tour auf den Mönch (4107 m ü. M.) lässt selbst OutdoorSpezialist Üsé Meyer an seine Grenzen stossen. Aber damit muss man rechnen, wenn man eine Extremsportlerin nach einem Ausflugtipp fragt.
BESSER LEBEN OUTDOOR
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Über der Viertausendergrenze: Schritt um Schritt dem Gipfel entgegen.
D
iese Suppe hat sie mir eingebrockt – darum ist es nichts als fair, dass die Ausnahmebergsteigerin Evelyne Binsack auch hilft, sie auszulöffeln: Sie wird mich auf der von ihr vorgeschlagenen Tour auf den 4107 Meter hohen Mönch gleich höchstpersönlich führen. Zwar habe ich bereits vor etlichen Jahren Erfahrung mit der Besteigung von leichten Viertausendern gesammelt, aber der Mönch wird immerhin mit «ZS», also «ziemlich schwierig» eingestuft. Und vor allem: Es sind ausgesetzte Passagen zu meistern. Etwa der Ostgrat, wo es links und rechts
Hunderte von Metern steil in die Tiefe geht. Nur schon beim Betrachten der Bilder des Grates am Computerbildschirm verspürte ich eine leichte Übelkeit. «Keine Sorge: Der Mönch ist ein ganz toleranter – der macht nicht Mucks.» Dies war Evelynes erster Versuch, mich per Mail moralisch aufzubauen. Ihr zweiter Versuch, ein paar Tage später: «War gestern gerade auf dem Mönch, morgens um 6.45 Uhr, und genoss den Sonnenaufgang: herrlich!» Und auf meine Bedenken wegen zu viel Schnees schrieb sie mir einige Tage vor dem abgemachten Termin: «Ja, ja,
kein Problem, auf den Mönch bringe ich dich auch bei flottem Schnee.»
Leichte Übelkeit und aufkommende Panik
Und nun stehen wir also tatsächlich unterhalb der JungfraujochStation und stapfen am langen Seil durch den tiefen Schnee des oberen Jungfraufirns los. Wir werden die Überschreitung versuchen. Das heisst über den Westgrat knapp 700 Höhenmeter hinauf. Der Westgrat bietet Kletterei im unteren Schwierigkeitsgrad und scheint mir deshalb gut machbar zu sein. Wäre da nicht
die gähnende Tiefe, die sich unter mir öffnet. «Viele, die nicht ganz schwindelfrei sind, machen den Fehler, trotzdem immer wieder in die Tiefe zu blicken», sagt mir Evelyne, während uns der Wind um die Ohren pfeift. Ich beherzige ihren Rat und werde mich in den nächsten drei Stunden des Aufstiegs nur noch auf den Quadratmeter Fels direkt vor mir konzentrieren. Evelyne und ich klettern meist am kurzen Seil, das heisst: sie voraus und ich gleichzeitig direkt hinter ihr. Manchmal verspüre ich eine leichte Übelkeit – keine Ahnung ob wegen der Hö-
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Die «Ewige Stadt» Rom
Gardasee - Venedig
Chianciano Terme - Frascati - Versiliaküste
Garda - Sirmione - Riva
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BESSER LEBEN OUTDOOR
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
he über Meer oder der aufkommenden Panik – und manchmal bin ich wie in Watte unterwegs, mache alle Bewegungen völlig mechanisch. Evelyne und Fotograf Thomas, der selbst auch Bergführer ist, quasseln und witzeln miteinander. «Ich hoffe, du schreibst dann nicht alles, was wir so von uns geben – sonst könnte man meinen, wir seien totale Kindsköpfe», sagt Evelyne zu mir. Ich nicke und lächle nur kurz – diesbezüglich besteht keine Gefahr: Ich bin so fest mit mir selbst beschäftigt, dass ich nur wenig mitkriege, was um mich herum passiert.
Beim Anseilen ist die Psyche noch in Ordnung (links Üsé Meyer, rechts Evelyne Binsack).
Die einen singen Stiller Has, die anderen keuchen
Was ich aber mitkriege sind hie und da Jauchzer meiner Begleiter. Und ich weiss, dass das für mich nichts Gutes bedeutet, wenn bei den unerschrockenen Bergsteigern Freude aufkommt. Beispielsweise wenn hie und da kurze, schmale und sehr ausgesetzte Gratabschnitte zu passieren sind, deren Überquerung ich an sich nicht für möglich gehalten hätte. Mein Kletterstil ist verkrampft
Am Westgrat des Mönchs ist die Psyche im Dauerstress. Zumindest diejenige von Üsé Meyer.
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und daher anstrengend, und die Höhe mit dem wenigen Sauerstoff kriege ich auch langsam zu spüren. Derweil singen Evelyne und Thomas «U Rölleli dra, Rölleli dra … u när Znüni näh, Znüni näh» der Berner Mundartband Stiller Has. Mein Atem wird schneller, und ich frage mich, ob ich es nicht nur aus psychischer, sondern
auch aus physischer Sicht überhaupt bis oben schaffen werde. Diverse Passagen mit brüchigem Gestein machen das Ganze nicht einfacher. Evelyne liest meine angespannten Gesichtszüge richtig und gibt, während sie gerade noch ihre Frisur richtet, eine passende Bergsteigerphilosophie dazu ab – irgendetwas bezüglich «Freude
am Berg». Ich bitte sie, mir das unten nochmals zu sagen, wenn ich wieder aufnahmefähig sei. Dann, nach dreieinhalb Stunden Leidens meinerseits sind wir oben. Es gibt Küsse und Gratulationen zum Gipfelerfolg. Ich würde gerne hüpfen und jauchzen, aber mein Hirn produziert nur ein leise gedachtes «Juhe». Denn oben ist eben nicht
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unten. Oben ist erst die Hälfte der Tour – und der gefürchtete Ostgrat steht mir erst noch bevor. Mittlerweile befinden wir uns in diffusem Nebel, auf die Aussicht vom Gipfel müssen wir darum verzichten. Aber einen Vorteil hat der Nebel: Er nimmt der Tiefe etwas den Schrecken.
Der Abstieg ist nicht so schlimm wie befürchtet
Egal, wie man sich oben fühlt: Diese Pose gehört sich so für das Gipfelfoto.
Überhaupt stellt sich der schneebedeckte Ostgrat als weniger grosse psychische Belastung heraus, als von mir befürchtet – denn meist führt die Spur etwas seitlich versetzt zum Grat. Und auch die zum Teil nur gerade zwei Fuss breiten kurzen Gratpassagen weiter unten schaffe ich glücklicherweise ohne grössere Panikattacken. Die Angst am Berg verliere man vor allem durch viel Erfahrung und Training, erklärt Evelyne. Nach fünfeinhalb Stunden ohne grössere Pausen sind wir schliesslich wieder unten am Fuss des Mönchs – müde, der psychische Stress sitzt mir noch in den Knochen, aber trotzdem
gebe ich ein überzeugtes «Juhe!» von mir. «Bergsteigen ist die Leidenschaft, oben am Berg grosse
www.migrosmagazin.ch Weissmies oder Gambrena: Weitere Hochgebirgsziele, Trainings- und Ausrüstungstipps.
Momente zu erleben an denen man sich erst freuen kann, wenn man wieder unten ist.» Dies ist Evelynes Philosophie, die sie mir kurz vor dem Gipfel schon mitteilen wollte. Oder noch knapper in ihren Worten: «Wenn du unten bist, willst du nur rauf, wenn du oben bist willst du nur runter.» Text Üsé Meyer Bilder Thomas Senf
Mönch-Überschreitung Kleine Scheidegg
(2061 m)
von Grindelwald
von Wengen
Station Eigerwand (2866 m)
Eiger (3970 m) Station Eigergletscher (2320 m)
Chlyne Eiger (3469m)
Station Eismeer (3160 m)
Walcherhorn (3579 m)
Mönch (4107 m) Schneehoren (3402 m)
Silberhorn Karte WSGrafik
(3695 m)
Station Sphinx-ObservaJungfraujoch torium (3572 m) (3464 m)
Ju
Jungfrau (4158 m)
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Trugberg (3880 m)
➔ Anreise/Rückreise: Mit Bahn via Interlaken und Kleine Scheidegg bis Jungfraujoch. ➔ Dauer: Aufstieg zirka 3–4 Stunden, Abstieg rund 2 Stunden. ➔ Schwierigkeit: ZS — ziemlich schwierig. ➔ Anforderungen: Trittsicherheit, sauberes Gehen mit Steigeisen, Schwindelfreiheit, gute Kondition, Hochtourenerfahrung. ➔ Ausrüstung: Hochtourenausrüstung (u. a. feste Bergschuhe, Steigeisen, Pickel, Seil). ➔ Sicherheit: Ohne genügend Erfahrung Tour nur mit Bergführer. ➔ Saison: ca. Mitte Juni bis Mitte Oktober (je nach Bedingungen). ➔ Führer: www.4000plus.ch, www.grindelwaldsports.ch, www.binsack.ch ➔ Übernachten/Infos: www.moenchsjoch.ch, www.grindelwald.ch
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Auf Schatzsuche am Glaspass Wer sich auf Schatzsuche begeben möchte, ist rund um den Piz Beverin, einen der schönsten Aussichtsberge in Mittelbünden, goldrichtig. Gold liegt hier zwar keines, dafür findet man Kristalle, denen magische Kräfte nachgesagt werden. Bis November können Interessierte an einer geführten Exkursion teilzunehmen, die sich lohnt. Denn ohne Erfahrung ist ein Erfolgserlebnis eher unwahrscheinlich. Der Exkursionsleiter zeigt den Weg und wie und wo das Graben Erfolg verspricht. Das Gelände ist ab und zu etwas steil, weshalb eine gute Wanderausrüstung nötig ist. Doch die ersten Funde lassen einen die Anstrengungen vergessen. Obligatorische Anmeldung für die kostenpflichtige Exkursion unter www.kristalle-mineralien.ch Outdoor-Tipps online auf: www.migros.ch/schweizmobil
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
HERZ & SEELE Wenn ein Angehöriger an Krebs erkrankt, ist das für alle eine schwierige Situation. Tipps von PD Judith Alder, Leitende Psychologin an der Universitäts-Frauenklinik Basel.
Der Gips hat ausgedient
Knochenbrüche werden heute meist verschraubt und mit Kunststoffstützen ruhig gestellt. Gips ist ein Fall fürs medizinhistorische Museum.
E
in Fehltritt beim Joggen im Wald, ein Foul beim Grümpelturnier, ein Sturz während der Velotour – schon ist ein Band gerissen oder gar ein Knochen gebrochen. Die Spezialisten haben auch in der warmen Jahreszeit alle Hände voll zu tun. «Bei Knochenbrüchen und Bandverletzungen verzichten wir wenn immer möglich auf eine Ruhigstellung», sagt Stefan Kunz vom Zentrum für Unfallchirurgie an der Klinik im Park in Zürich. Gips kommt heutzutage kaum mehr zum Einsatz. «Knochenbrüche werden innerlich mit Metallplatten fixiert. Ist dennoch eine äussere Ruhigstellung notwendig, greife ich vor allem zu harten und weichen Kunststoffstützverbänden. Bei vielen Sportverletzungen reicht auch ein Stützverband mit Tape.»
Krebskranke begleiten ➔ Bieten Sie an, zu Untersuchungen, Arztgesprächen und Chemotherapien mitzugehen. ➔ Hören Sie zu, bagatellisieren oder bewerten Sie nicht. Fragen Sie, wie Sie helfen können. ➔ Besorgen Sie sich Informationen über Erkrankung und Behandlung. ➔ Unterstützen Sie die Betroffenen darin, eigene Lösungen im Umgang mit dem Krebs zu finden, und respektieren Sie ihre Entscheidungen. ➔ Gehen Sie behutsam und feinfühlig auf den versehrten Körper von Erkrankten zu. ➔ Tun Sie sich Gutes, die Krankheit fordert viel — auch von Ihnen.
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Saubere Sache: Der KunststoffStützverband ist leicht und wasserfest.
Im Gegensatz zu früher werden gebrochene Knochen heute oft operiert und mit inneren Implantaten – Schrauben, Platten, Nägel, Drahtstifte oder -schlingen – fixiert. So können die Betroffenen die benachbarten Gelenke sofort bewegen, was die Gefahr einer Einsteifung massiv senkt. Stefan Kunz: «Bei anderen Verletzungen wie Bänderrissen weiss man heute, dass sie besser heilen, wenn sie nicht ganz starr fixiert sind.» KunststoffstützWer die sportliche Aktivität richtig vorbereitet und gut ausgerüstet verbände lassen ist, senkt das Verletzungsrisiko erheblich: sich schneller und ➔ Vor dem Sport Muskeln und Gelenke aufwärmen. sauberer handhaben als Gips, sie ➔ Immer mit geeigneter Ausrüstung (z. B. Helm, Gelenkschoner, gute Schuhe) starten. sind leichter und ➔ Stützbandagen können Verstauchungen und Knochenbrüche wasserfester und verhindern. deshalb für Patien➔ Sich und seine Fähigkeiten nicht überschätzen. ten komfortabler zu tragen. ➔ Genügend Zeit einplanen — Zeitnot fördert Unachtsamkeit und
Vorbeugen ist besser als heilen
erhöht das Verletzungsrisiko.
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
DAS BIN ICH
Kinder stellen sich vor
Was hast denn du da?
Wozu ist das «Pfiffeli» da? Woher kommt das Schwesterchen? Gewisse Kinderfragen bringen die Eltern in Bedrängnis. Das muss nicht sein.
L
Möchtest auch du diesen Fragebogen ausfüllen? Du findest ihn unter: www.migrosmagazin.ch Dort kannst du auch alle anderen eingeschickten Fragebögen anschauen.
TIPP DER WOCHE
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ara darf der Mutter heute zum ersten Mal beim Wickeln des neuen Brüderchens helfen. Doch die anfängliche Euphorie der 3-Jährigen verfliegt schnell, als sie den Kleinen nackt sieht. Sie zeigt auf den Schritt des Neugeborenen und stellt nüchtern fest: «Was hat denn der Tim da? Ich glaube, er ist kaputt.» Doch wie soll die Mutter der Tochter erklären, was da zwischen den Beinchen baumelt? Und wie soll sie es nennen? «Schnäbeli», «Pfiffeli» oder, wissenschaftlich korrekt, Penis? «Jede Familie hat eine eigene Sprache mit ganz unterschiedlichen Begriffen für die Geschlechtsorgane», sagt Jeannine Schälin vom Marie-Meierhofer-Institut für das Kind. «Es gibt kein Richtig oder Falsch.» Die Sozialpädagogin, die Kurse zur Sexualerziehung bei Kleinkindern gibt, hält es für weitaus wichtiger, Vagina, Penis und Co. nicht mit Tabus zu belegen. Je ungezwungener Eltern mit der Thematik umgehen, umso besser. «Die Mädchen und Buben sollen lernen, dass auch diese Bereiche zu ihrem Körper gehören, sie sollen sich so mögen, wie sie sind.»
Zu viele Details überfordern nur
Für die Expertin gilt ausserdem der Grundsatz «Nur auf Fragen antworten, die auch gestellt worden sind». Wenn ein 4-Jähriger wissen will, wo die Babys herkommen, dann muss man den Akt nicht in allen Einzelheiten beschreiben.
Das würde das Kind nur überfordern. Man kann aber zum Beispiel antworten, dass, wenn sich ein Mann und eine Frau sehr gerne haben, sie miteinander kuscheln. Und dass anschliessend manchmal im Bauch der Frau ein Baby heranwächst. Bettina Leinenbach
www.migrosmagazin.ch Was beschäftigt die Kinder? Die Entwicklungsschritte, Buchtipps und Links.
Wieso der Storch die Babys bringt Das Bild vom Storch als Kindbringer rührt wohl vom alten weltweit verbreiteten Glauben her, dass ungeborene Kinder im Wasser auf ihre Geburt warten. So erstaunt es wenig, dass ein Sumpfvogel dazu ausersehen wurde, die Kinder «herauszufischen» und ins Haus zu schaffen. Eine etwas derbere Erklärung gefällig? Ein mittelhochdeutsches Wort für «Penis» lautete «des mannes storch».
Gesunde Neugier: Kinder interessieren sich besonders für das, was anders ist.
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Ihr Reiseprogramm 1. Tag, Sa 23. Okt.: Schweiz–Parma. Fahrt via Gotthardtunnel, Tessin, Chiasso nach Mailand. Individueller Aufenthalt. Weiterfahrt via Piacenza nach Salsomaggiore Terme. Zimmerbezug und Abendessen im gebuchten Hotel. 2. Tag, So 24. Okt.: Auf den Spuren Verdis. Als erstes besuchen wir die «Casa Barezzi» in Busseto. Hier hatte der erst 16-jährige Verdi seinen ersten Auftritt und komponierte später die Oper «I due Foscari». In einem romantischen Park im englischen Stil liegt die ehemalige Residenz Verdis, die Villa Sant’Agata. Die Räume der Villa, wo Verdi fast 50 Jahre gewohnt und komponiert hat, präsentieren sich
heute fast original mit Möbeln, Kunstgegenständen und vielen Erinnerungsstücken. Am Abend erwartet uns der erste Höhepunkt im «Teatro Regio»: Teatro Regio di Parma, 20 Uhr «I Vespri Siciliani» Oper in 5 Akten von Giuseppe Verdi 3. Tag, Mo 25. Okt.: Parma. Am Vormittag geführte Besichtigung von Parma. Die Provinzhauptstadt war stets ein wichtiges kulturelles und musikalisches Zentrum Italiens. Das Stadtbild ist eine sympathische Mischung aus eindrucksvollen mittelalterlichen Bauten, eleganten Palästen und Parks. Das Teatro Regio di Parma bei Nacht
Die unzähligen Delikatessenläden, Cafés und Restaurants zeigen, dass sich hier viel ums Essen dreht. Parmesan und Parmaschinken – bereits im Stadtnamen klingen die Köstlichkeiten an, für die Parma und sein Umland berühmt sind. Nachmittag zur freien Verfügung für eigene Entdeckungen. Bei einem typischen Abendessen in einem lokalen Restaurant lassen wir den Tag ausklingen. 4. Tag, Di 26. Okt.: Bologna. Am Nachmittag Fahrt nach Bologna, der Hauptstadt der Region Emilia Romagna. Die Wahrzeichen der am Fusse des Apennins gelegenen Universitätsstadt sind die zwei schiefen Backsteintürme, der «Torre Garisenda» und der «Torre degli Asinelli». Busrundfahrt und kurzer Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Frühes Abendessen in einem lokalen Restaurant mit anschliessendem Opernbesuch: Teatro Comunale di Bologna, 20.30 Uhr «La Traviata» Oper in 3 Akten von Giuseppe Verdi
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Nicht inbegriffen Einzelzimmerzuschläge – in Komfortklasse – in Königsklasse Kartenzuschläge (pauschal für beide Vorstellungen): – Kategorie 2 – Kategorie 1 Annullationsschutz inkl. Kartenrisikoversicherung ■
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Anschliessend Rückfahrt mit dem Bus nach Parma. 5. Tag, Mi 27. Okt.: Parma–Schweiz. Via Piacenza, Mailand, Tessin, Gotthardtunnel fahren wir zurück zu den Einsteigeorten.
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Organisation und Durchführung Twerenbold Reisen AG Im Steiacher 1, 5406 Baden Anmeldung: 056 484 84 84
BESSER LEBEN GARTEN
Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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MEIN GARTEN
Haia Müller, Gartenexpertin, über natürliche und fussballbedingte Wachstumsbremsen.
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Aufholjagd
Mein Garten hat es dieses Jahr nicht leicht. Zuerst setzten ihm der wochenlange Regen und die kühlen Temperaturen zu. Danach kam die grosse Hitze, und der Garten startete eine Aufholjagd, als ob er wie die Kicker an der WM einem frühen Gegentor hinterherrennen müsste. Auf viel Unterstützung von meiner Seite konnte er allerdings nicht zählen. Denn ausgerechnet in der üppigsten Wachstumsphase musste er sich gegen den übermächtigen Konkurrenten Fussball behaupten. Statt im Garten zu häckeln, düngen, jäten und wässern, sass ich vor dem Fernsehapparat. Mein Nachwuchsförderungsprogramm machte Pause, und die Tomatensetzlinge mussten so lange auf der Ersatzbank sitzen, bis sie entmutigt schlappmachten. Ganz anders der Schnittsalat. Der ist wirklich hart im Nehmen, er schiesst ins Kraut, dass ich mit dem Ertrag aus meinem Minibeet eine ganze Mannschaft bedienen könnte. Zum Glück ist die WM in einer Woche vorbei, und ich werde mich wieder voll und ganz meiner gärtnerischen Aufgabe widmen. Das entsprechende Vokabular habe ich schon drauf: Jetzt beginnt die Aufbauzeit, von einigen altgedienten Stürcheln werde ich mich trennen und ganz auf die jungen Hoffnungsträger setzen.
Margeritenwiese: Schöner als steriler Rasen und gleichzeitig eine der weniger aufwändigen Blumenwiesen.
Oase statt grüne Wüste
Auch wenn im Moment alle Welt auf gepflegten südafrikanischen Rasen schaut: Es gibt auch Alternativen zur langweiligen Grünfläche.
W
er auf einer grösseren Fläche einen Garten anlegt, sät meist Rasen an. Gehören Kinder oder Hunde zur Familie, ist dies auch sinnvoll: Ein Gebrauchsrasen ist das strapazierfähigste Gartengrün. Dass er auch pflegeleicht ist, stimmt aber nicht. Ein makelloser Rasen muss nicht nur regelmässig gemäht, sondern auch gedüngt, vertikuliert und bewässert werden. Und auch das Kantenschneiden ist nicht im Handumdrehen erledigt. Rasen wirkt zwar sehr gediegen, aber in seiner Artenarmut auch steril.
Trend zu Akelei, Schafgarbe oder Storchenschnabel
Der Trend zu natürlicheren Gärten lässt deshalb viele von einer Blumenwiese träumen, wie es sie in alten Zeiten gab. Der Weg dahin ist allerdings steinig. Am schnellsten geht es, wenn man die Rasengrasnarbe maschinell abträgt oder abtragen lässt. Auf dem Boden säht man anschliessend eine
Blumenwiesenmischung aus. «Wichtig ist die Wahl der Samen, sie müssen dem Standort angepasst sein», sagt die Technikerin Gartenbau, Ines Gumprecht. An einem Trockenstandort werden bald Schafgarbe, Glockenblumen und Margeriten spriessen. Bei feuchtem Boden hingegen darf man sich auf Akelei und Storchenschnabel freuen. Bis es so weit ist, braucht es aber Zeit: «Im ersten Jahr sieht eine Blumenwiese katastrophal aus, denn die Blumen
blühen erst ab dem zweiten Jahr», warnt Ines Gumprecht. Weniger aufwendig ist, nur auf einem Streifen oder auf Inseln im Rasen Blumenwiese anzusäen. Von dort aus versamen die Blüten und breiten sich im Lauf mehrerer Jahre auf der ganzen Fläche aus. Entscheidend für den Erfolg ist, dass der Boden ausgemagert wird, das heisst nicht mehr gedüngt wird, und dass man die Blumenwiese erst im Herbst, nach dem Absamen schneidet. Haia Müller
Thymian als Rasenersatz Rund um Trittsteine, entlang von Mauerkanten oder auf kleinen, kaum begangenen Flächen kann man sogenannten Rasenersatz pflanzen. Dafür eignen sich niedere Stauden, die nicht gemäht werden müssen. Etwa das Fiederpolster, eine flach kriechende Polsterpflanze, die trittfest ist. Auch kriechende Thymianarten, Englische und Römische Rasenkamille oder kriechendes Bohnenkraut sind beschränkt begehbar und verströmen bei jedem Schritt ihren Duft. Weitere Alternativen sind Mauerpfeffer oder Sternmoos.
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Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
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Sparsame Sportskanone
Mit dem CR-Z Hybrid 1.5i will Honda junge Kunden vom Hybridantrieb überzeugen — und beweist, dass ein Sportcoupé heutzutage auch sparsam im Verbrauch sein kann.
S
portcoupés gelten als reine Spassmobile mit hoher Motorleistung, aber geringem Nutzwert. Mit dem neuen CR-Z führt Honda nun den Hybridantrieb ein für eine Fahrzeugklasse, die auf den ersten Blick fernab jeder Vernunft zu liegen scheint. Doch gerade der Widersinn hat Zukunft: Der Hybridantrieb soll ökologisch bleiben, aber spritzig verpackt sein – damit auch jüngere Kunden an umweltschonenden Technologien Gefallen finden. Der CR-Z ist zum einen mit Tarifen ab knapp 30 000 Franken vom Preis her attraktiv. Zum anderen bietet er auch schickes Design und rollt als erster kompakter Hybrid nicht mit stufenloser Automatik, sondern mit einem Schaltgetriebe über die Strassen. Zwar ginge ein Automat noch effizienter mit dem Sprit um. Beim Gasgeben neigen diese Getriebe jedoch dazu, aufzuheulen – ein Ton, der das Auto weniger flott wirken lässt, als es ist. Das enttäuscht nicht nur junge Fahrer, sondern stört auch akustisch.
Der Honda geht flott ans Werk und mag Kurven
Tatsächlich scheint der Spagat beim CR-Z aber gelungen: Mit 124 PS und dank der Zusammenarbeit von Benzin- und Elektromotor sportlich flott, bleibt der CR-Z doch sparsam: Im Test lag der Verbrauch bei 5,7 Liter je 100 Kilometer (Werksangabe 5,0) – für einen Benziner sehr gut. Wie alle Hybridautos lädt der Honda CR-Z beim Rollen ohne Gas und beim Bremsen die Batterie auf; bei konstanter Fahrt läuft der Benziner. Leider unmöglich ist rein elektrisches Fahren (siehe Box). Eine Fortführung der HondaTradition kleiner Sportcoupés darf man den CR-Z auch sonst nennen. Das Fahrwerk ist rückenschonend, aber sportlich. Und die
Gelungener Spagat: Der CR-Z vereint Kraft und geringen Verbrauch.
STECKBRIEF
Kampf der Hybriden
Honda CR-Z Hybrid 1.5i
Motor/Antrieb: Hybridsystem, 124 PS (Vierzylinder-Benziner, 1497 cm³, 114 PS; Elektromotor, 14 PS), antrieb. 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: 0—100 km/h in 9,9 s, Spitze 200 km/h. Abmessungen: L x B x H = 4,08 x 1,74 x 1,40 m, Kofferraum 225 bis 595 l, Gewicht 1245 kg. Verbrauch: 5,0 l/100 km (Werksangabe). Energieeffizienz-Kat. A, CO2-Ausstoss (Werksangabe) 117 g/km. Preis: ab 29 900 Franken.
Qualität stimmt rundum. Keine Kritik? Sicher kann man dem rund vier Meter langen Dreitürer typische Coupé-Nachteile vorwerfen: Wegen der Hybridbatterie fällt der Stauraum knapp aus, und auf den «Notsitzen» im Fond sind schon Kurzstrecken eine Tortur.
Auch das Cockpit mit den futuristischen Displays ist gewöhnungsbedürftig, aber auch überraschend: Sparsame Fahrweise belohnt er mit spriessenden Blättern an virtuellen Bäumchen im Display – vielleicht wirkt es ja. Timothy Pfannkuchen
Nur zwei Jahre nach Toyota startete 1999 Honda ins Hybridzeitalter, vermarktete sich aber ungeschickt: Der erste Honda Insight blieb ein Exot, der Civic IMA und sein immer noch erhältlicher Nachfolger Civic Hybrid (ab Fr. 35 700) scheiterten am unpopulären Stufenheck. 2009 gelang Honda die Wende: Der attraktive neue Insight startete als familientauglicher Fünftürer für Fr. 29 800 gegen den mit Fr. 39 700 teuren Toyota Prius. Ab Juli kontert Toyota mit dem Auris Hybrid (Fr. 33 900). Das «milde» Hybridsystem von Honda ist damit noch immer günstiger. Dafür kann aber Toyotas «Vollhybrid» kurze Strecken rein elektrisch fahren.
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So machen Sie mit Mit Postkarte (A-Post): Verlag Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8957 Spreitenbach Per Internet: www.migrosmagazin.ch/raetsel Per SMS: Senden Sie MMD und das Lösungswort an die Nummer 919 (Fr. 1.—/SMS) Per Telefon: Wählen Sie 0901 56 06 56 (Fr. 1.— pro Anruf, Festnetztarif, ohne Vorwahl) und sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse aufs Band. Termin: Ihr Lösungswort muss bis spätestens Sonntag, 11. Juli 2010, 18 Uhr, bei uns eingetroffen sein. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Lösung Rätsel Nummer 26
Lösungswort: Rennstall Treppenlifte www.hoegglift.ch
HÖGG Liftsysteme AG CH-9620 Lichtensteig Tel. 071 987 66 80
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Gewinner Rätsel Nummer 25
1 Migros-Geschenkkarte à Fr. 100.— erhalten: Elmar Ammann, 9214 Kradolf; Anoinette Kohler, 7315 Vättis; Katharina Ramseier, 3293 Dotzigen; Michel Nordari, 8952 Schlieren; Verena Silvestri, 8762 Schwanden.
IMPRESSUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 568 210 Exemplare (WEMF Oktober 2009) Leser: 2 312 000 (WEMF, MACH Basic 2010-1) Adresse Redaktion und Verlag: Postfach 1751, 8031 Zürich Telefon: 044 447 37 37 Fax: 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch
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Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (sbl, Leitung), Almut Berger (ALB), Mathias Haehl (hae), Yvette Hettinger (YH), Daniel Schifferle (dse, verantw. Besser Leben), Cinzia Venafro (CV, Volontärin), Reto E. Wild (rw), Ruth Brüderlin (brü), Anette Wolffram (A.W.) Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (si, Leitung), Béatrice Eigenmann (be), Jonas Hänggi (JH), Florianne Munier (FM), Christoph Petermann (cp), Daniel Sägesser (ds), Michael West (M.W.) Ressort Shopping & Food: Jacqueline Jane Bartels (jjb, Leitung), Eveline Schmid (ES, stv. Leitung), Benjamin Bögli (BB, Produzent), Heidi Bacchilega
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110 | Migros-Magazin 27, 5. Juli 2010
Andrea Kuster
Name: Andrea Kuster (23) Sternzeichen: Schütze Wohnort: 3250 Lyss BE Wieso leben Sie hier? Mein Vater stammt aus Schaffhausen, meine Mutter von den Philippinen. Ich fühle mich ausserordentlich wohl in Lyss, weil es sehr viel Grün um unser Haus hat. Wo würden Sie gerne leben? Ich bin zu Hause, wo mein Rucksack steht. Meine Kinder sähe ich aber gern in Lyss aufwachsen. Beruf und Lebenslauf: Banklehre bei der Credit Suisse mit Berufsmatura, diverse Jobs, um Geld für meine Weltreise zu verdienen, Studienlehrgang in Internationalem Management, Geschäftsleiterin beim Sportsonnenbrillenhersteller TN-Sunglasses. Am 5. Juni 2010: Wahl zur Miss Earth Schweiz. Meine Mission: Anderen etwas von meinem ben. unglaublichen Glück abzugeben. Mein Lebensmotto: Es ist egal, woher der Wind weht. egel Wichtig ist, wie man seine Segel setzt. Das bedeutet, dass man en Verantwortung für sein Leben übernimmt und das Beste aus jeder Situation macht. Was ich mag: Ehrliche, offene Menschen, Sonne, Freude, Natur. Was ich nicht mag: Gewalt in jeglicher Form. Mein Vorbild: Mein Grosi zog in Manila elf eigene und zwei fremde Kinder auf. Mein Lieblingsessen: ichte Mutters Küche. Sie kocht Gerichte nützt aus der ganzen Welt und benützt ische sowohl Aromat als auch asiatische zept. Gewürze – aber selten ein Rezept. Mein bester Entscheid: n. Ein Jahr auf Weltreise zu gehen. Von Vietnam über Laos bis Austraüderlin lien und Kanada. Text Ruth Brüderlin
Bilder Keiko Saile
Attraktives Bern: Mit Andrea Kuster aus Lyss BE trägt bereits das dritte «Meitschi» die Krone der Miss Earth Schweiz. Der Titel ist mehr als eine Auszeichnung für gutes Aussehen. Er verpflichtet dazu, Gutes zu tun und sich einzusetzen für sozial Benachteiligte, Tiere und Umwelt. Gutes tut Andrea Kuster bereits seit ihrer Kindheit mit grossem Engagement.
MEIN ZUFLUCHTSORT «Zu Hause bei meiner Mutter Beth, meinem Vater Martin und meinem 18-jährigen Bruder Christoph kann ich einfach so sein, wie ich bin, inklusive Fehler. Hier fühle ich mich sicher und aufgehoben.»
MEINE BEGLEITER
«Neben Schärpe, Krönchen und Kosmetiktasche bekam ich zur Wahl ein Medaillon, das ich immer trage. Darauf ist der Wahlspruch der Miss Earth ‹Schönheit für einen guten Zweck› auf Englisch eingraviert.»
MEINE WELT
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MEIN LIEBSTER «Meinen Freund Grégory (29) lernte ich vor anderthalb Jahren am Bankschalter kennen. Natürlich fiel auch mir sein Merkmal, die roten Haare, sofort auf. Erobert hat er mich dann mit seinem Charme.»
MEIN LIEBLINGSORT «Ich bin sehr naturverbunden und glücklich, in einer grünen Umgebung leben zu dürfen. Am allerliebsten bin ich im Garten, in dem meine Mutter liebevoll ständig neue Blümchen setzt und abends der Jasmin duftet.»
MEINE LEKTÜRE
«Ich lese nur Sachbücher. Dieses hier erklärt unterhaltsam, warum man beispielsweise Spinat sehr wohl aufwärmen darf.»
MEIN DING «Ich musste meine Familie lange bearbeiten, bis ich diese Wasser sparende Duschbrause installieren konnte. Aber es lohnt sich.»
MEIN UNTERSATZ «Der 21-Gänger gehört eigentlich meinem Vater. Ich kann mir noch kein eigenes Velo leisten. Natürlich trage ich immer Helm sowie eine meiner eigenen Sportsonnenbrillen.»
MEIN LIEBSTES MIGROS-PRODUKT «Ich könnte kiloweise PaprikaChips vertilgen und bin damit in guter Gesellschaft: Paprika ist die Lieblingsgeschmacksrichtung aller Schweizer.»
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