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Migros-Magazin-26-2021-d-BL

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Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631

migros.ch/magazin | MM26, 28.6.2021

HANDYFOTOS: SO GELINGEN SIE NOCH BESSER Seite 47

Sonnenschutz beginnt bei der richtigen Kleidung Seite 36

DER GROSSE CHIPS-REPORT: ALLE LIEBEN PAPRIKA Seite 32

Kinder ohrfeigen – darf man das? Seite 12

AUF INS ENGADIN

Annäherung an eine Region, die alles hat – bald auch eine Migros

Bild: Migros Ostschweiz

Seite 16

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch


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4 | 28.6.2021 | MEINE MIGROS

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NEWS

• Wie viele Kirchen gehören der Migros? A4 B1 C 17

Noch mehr Bio Suisse Künftig wird die Migros auch bei importierten und weiterverarbeiteten Produkten (zum Beispiel bei Fruchtjoghurt) die Standards von Bio Suisse anwenden. Diese zählen zu den strengsten der Welt. Ab nächstem Jahr wird zudem die BioKnospe auf den Verpackungen zu sehen sein. Migros und Bio Suisse sind schon lange Partner: Bereits jetzt stammen alle Schweizer Bio-Lebensmittel von zerti­ fizierten Bio-Suisse-Betrieben.

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Welcher Sporttyp sind Sie? Sind Sie der Geniesser, dem körper­liche Aktivität Freude bereitet? Oder die Aufschieberin, die dazu neigt, das Training auf den folgenden Tag zu vertagen? Sie könnten aber auch der Kompensator sein, der von Zeit zu Zeit in hohen Dosen eine neue Disziplin ausübt. Oder sind Sie doch eher die Alltagssportlerin, die die Treppe dem Aufzug vorzieht? Machen Sie den Test und finden Sie die für Sie passenden Übungen. www.migmag.ch/bewegungstyp

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Rückruf von zehn Produkten der Marken Bon Chef und Subito Die Migros ruft zehn Fertiggerichte der Marken Bon Chef und Subito zurück. ­Einer der Inhaltsstoffe hatte einen höheren Bleigehalt als der vom Gesetz­geber zugelassene Höchstwert. Ein gesundheitliches Risiko kann nicht voll­ständig ­aus­geschlossen werden. Die Migros bittet ihre Kundschaft, diese Produkte nicht zu konsumieren. Sie können gegen ­Rück­erstattung des Verkaufspreises in die ­Filiale zurückgebracht werden. Hier finden Sie die Liste der Produkte: www.migmag.ch/rueckrufe

Sie sind wieder da. Man sieht sie an den Füssen von stylischen Städterinnen, und Superstar Justin Bieber hat ein eigenes Modell kreiert. Sie sind das sommerliche Pendant zum umstrittenen Ugg-Boot: die Crocs. Die Gummilatschen mit Löchern sind der Ugly-Schuh-Trend des Jahres. Sie werden zu hübschen Sommerkleidern oder cool mit weiten Jeans getragen. Dass die Crocs wieder omnipräsent sind, ist übrigens kein Zufall – jedenfalls, wenn es nach Fashionprofis geht: Sie erklären sich den Trend damit, dass wir durch die Pandemie zur Gemütlichkeit zurückgefunden haben. Na dann: Bye-bye, Stilettos!

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Man kann es nicht leugnen: Sie sind wie Wellnessferien für die Füsse.

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Als Trägerin oder Träger muss man die verachtenden Blicke der Mitmenschen aushalten.

Antwort B: Die Migros hat eine Kapelle – sie steht auf dem Monte Generoso TI gleich neben dem Gebäude des berühm-­ ten Architekten Mario Botta.


MEINE MIGROS | 28.6.2021 | 5

Tipp

Ein Ausflug ins Grüne Seit 50 Jahren ist der Freizeitpark auf dem Signal de Bougy oberhalb von Aubonne VD ein beliebtes Ausflugsziel. In der grossen, von der Migros finanzierten Grünanlage kann man sich in angenehmer Atmosphäre entspannen. Zur Feier des Parkjubiläums sind bis zum 31. Juli verschiedene Aktivitäten geplant.

Bilder: PD, Sebastian Müller

www.migmag.ch/signaldebougy

Noch einfacher Einkaufen Auf Migros Online (ehemals LeShop.ch) kann man seine Einkäufe jetzt mit Twint bezahlen. Man scannt dafür einfach den am Ende der Bestellung ­erscheinenden QR-Code mit dem Smartphone und bestätigt die Zahlung. Achtung: Bis jetzt ist die Bezahlung per Twint nur über die Website möglich. In der Migros-Online-App gibt es diese Möglichkeit noch nicht. shop.migros.ch


6 | 28.6.2021 | AUGENBLICK

14:29 Uhr

Aus Alt mach Neu: Im Atelier des Materialmarkts Offcut entsteht aus altem Zeug nachhaltige Dekoration. Karton, Papier, Farbe, Blech: Alles, was zwar noch neuwertig ist, aber keine Verwendung mehr findet, wird verarbeitet – mit dem Ziel, Material­verschwendung zu verhindern. Offcut wird vom Migros-Pionierfonds unterstützt. Die Aufnahme ist am 3. Juni ­entstanden.

Bild: Nik Hunger

Migros-Moment in Neuenhof AG


AUGENBLICK | 28.6.2021 | 7


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INHALT | 28.6.2021 | 9

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Art Direktion Barbara Pastore Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 215 000 (WEMF, MACH Basic 2021-1)

Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

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Inhalt 12  Das muss aufhören Ohrfeigen, kaltes Abduschen, Prügel, Demütigung: Auch heute noch ist Gewalt gegen Kinder weit verbreitet

16  Engadin, wir kommen! Zur Feier der Eröffnung der Migros-Filiale in Samedan: Wissenswertes, Rezepte, Wandertipps und mehr 32  Team Paprika 11 Millionen Kilo Chips ­wurden 2020 in der Schweiz verdrückt. Am beliebtesten: die Paprika-Chips 35  1, 2 oder 3?

36  Rote Haut ist out Welche Kleidung schützt am besten vor Sonnenbrand? 40  Raw Food-Desserts 47  Bessere Handyfotos So holen Sie das Optimum raus: 10 Tipps 49  Stadt, Land, Stutz 50  Die Minenräumerin 52  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 59  Rätsel und Spiele 62 Migros-Lovestory Mirjam und Philipp Brühwiler

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Ein Händchen für Bomben: ­Katrin Stauffer hat in Laos und im Kongo Minen ­geräumt. Heute ­berät sie mit ihrem Wissen die Uno.


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12 | 28.6.2021 Eine Studie aus dem Jahr 2020 besagt, dass in jeder Schulklasse ein Kind regelmässig mit körperlicher Gewalt bestraft wird.

Kinder zu schlagen ist in der Schweiz immer noch ­erlaubt. Andreas Brunner möchte das ändern. Der ­ehemalige Zürcher Staats­ anwalt ­erklärt, warum er sich für ein gesetzliches ­Verbot von körperlicher Züchtigung einsetzt. Interview: Barbara Lukesch Illustration: Benjamin Güdel

«Tiere sind bei uns besser geschützt als Kinder»


KINDERRECHTE | 28.6.2021 | 13

Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet. Einverstanden, Andreas Brunner? Wenn ich Ihnen im Verlauf ­dieses Gesprächs eine Ohrfeige geben würde, weil mir eine Ihrer Fragen nicht passt, wären Sie mit Sicherheit und zu Recht ­geschockt. Unter Erwachsenen ist es verpönt, jemanden zu ­ohr­feigen. Warum soll es dann gegenüber Kindern plötzlich kein Problem sein? Ich bin der ­Überzeugung, dass jegliche ­Gewaltanwendung gegenüber einem Kind oder Jugendlichen Schaden anrichten kann. Gibt es aktuelle Zahlen, die das Ausmass der elterlichen Gewalt veranschaulichen, auch wenn sie letztlich ein

«Schwer betroffene Kinder leiden überdurchschnittlich häufig unter Depressionen.» schwer quantifizierbares ­Phänomen ist? Eine repräsentative Studie der Zürcher Hochschule für Ange­ wandte Wissenschaften ZHAW von 2017 kommt zum Schluss,

dass nur 37,7 Prozent der Eltern keine Gewalt anwenden, 42,3 Prozent leichte Gewalt wie Ohr­ feigen und beachtliche 20 Pro­ zent schwere Gewalt. Das heisst, sie verprügeln ihre Kinder, ­reissen sie an den Haaren und schlagen sie mit Gegenständen.

sen lassen, die Spitze des Eis­ bergs. Eine neue Studie der Uni­ versität Freiburg aus dem Jahr 2020 ­besagt, dass in jeder Schul­ klasse ein Kind regelmässig mit körperlicher Gewalt bestraft wird und jedes vierte Kind psy­ chische Gewalt erleidet.

Welche Zahlen haben die ­Spitäler? Die Fachgruppe Kinderschutz, die die Zahlen der hiesigen Kinderspitäler zusammenträgt, hat soeben den Bericht zum Vor­ jahr publiziert: Sie kommt auf knapp 1600 betroffene Buben und Mädchen. Darunter sind drei Kleinkinder unter sechs Jahren, die starben. Das sind die ganz schweren Fälle, die sich auf dem Weg über die Spitäler erfas­

Warum misshandeln Eltern ihre Kinder, vor allem die ganz kleinen, besonders ­fragilen unter sechs Jahren? Ein erheblicher Teil handelt wohl aus Überforderung. Die ­Eltern sind berufstätig, die ­Kinder schreien, der Stress nimmt zu – und schon ist es ­passiert. Es gibt aber sicher auch einen Teil, der auf diesem Weg brutale Machtausübung prak­ tiziert. Etwa Männer, die ein sehr autoritäres Weltbild haben und immer noch denken, dass sie als Oberhaupt der Familie auch das Recht auf körperliche Straf­ aktionen haben. Andere sind kommunikativ so unbeholfen, dass sie nicht wissen, wie sie ein Gespräch mit einem schwierigen Kind führen sollen. Also hauen sie ihm stattdessen eine runter. Ja, und dann gibt es diejenigen, die immer noch meinen, körper­ liche Züchtigung sei ein legitimes Mittel, um Kinder zu erziehen und zu disziplinieren. Wie reagieren die betroffenen Kinder darauf? Wer in einem Klima der Gewalt aufwächst, in dem es auch zu Prügeleien unter den Eltern kommt, verinnerlicht häufig die Vorstellung, dass Gewalt zum All­ tag dazugehöre. Es ist dann ein sogenanntes normales Mittel zur Konfliktbewältigung. Das Fatale daran ist, dass dadurch eine Ge­ waltspirale in Gang gesetzt wird, die von Generation zu Genera­ tion weitergereicht wird und sich nur selten stoppen lässt. Ab­ gesehen davon weiss man, dass schwer betroffene Kinder über­ durchschnittlich häufig unter Depressionen ­leiden und zu ­verstärkter Suizidalität neigen. Sie haben sich als Strafverfolger schon immer für die Rechte von Kindern und gegen deren Misshandlung und sexuelle Ausbeutung eingesetzt. So ­haben Sie die Kinderschutz-


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5 Trauminseln in 7 Tagen – Höhepunkt auf Höhepunkt: Sylt begeistert mit weiten Stränden, hohen Dünen und dem roten Kliff. Auf Römö sehen wir Sand und Meer soweit das Auge reicht! Ribe ist wohl das hübscheste Städtchen Europas – die Insel Fünen, der «Garten Dänemarks». In Odense wandeln wir auf den Spuren des Märchendichters Hans Christian Andersen und auf Seeland erkunden wir Kopenhagen. Dessert: Die Trauminsel Rügen mit ihren Kreidefelsen und den malerischen Seebädern.

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atemberaubender Anblick. Zurück auf dem Festland heisst unser Etappenziel Stralsund.

2. Tag – Hamburg – Sylt – Römö Mit dem Autozug über den Hindenburgdamm erreichen wir die grösste und bekannteste nordfriesische Insel – Sylt. Sylt ist ein wahre Trauminsel - 40km feiner Sandstrand, raue Brandung, stilles Wattenmeer, urwüchsige Dünen und grüne Deiche, blühende Heide und majestätische Kliffs. Im Anschluss setzen wir auf die beschauliche Nordfriesische Insel Römö über, wo uns wunderschöne, breiten Sandstrände, Wälder, Heiden und Moorgebiete erwarten. Übernachtung auf Römö.

4. Tag – Middelfart/Fünen – Odense – Kopenhagen – Malmö Etwas weiter östlich treffen wir auf die Märchenstadt Odense – hier wurde Hans Christian Andersen geboren. Das gleichnamige Viertel besteht aus romantischen kleinen Häusern. Über die Grosse Beltbrücke gelangen wir später auf die Insel Seeland und erreichen in Kürze Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt empfängt uns mit prachtvollen Bauten, schönen Plätzen und unzähligen Kirchen. Später überqueren wir gleich nochmals eine spektakuläre Brücke, diesmal geht es über den Öresund nach Malmö, unserem Übernachtungsort.

6. Tag – Stralsund – Leipzig Nach den vielen fantastischen Natureindrücken der letzten Tage fahren wir heute nach Leipzig. Entdecken Sie am Nachmittag die beeindruckende Stadt, welche von Goethe als «Klein Paris» bezeichnet wurde und die die neuere deutsche Geschichte entscheidend beeinflusst hat, auf eigene Faust. Die Architektur wird bestimmt durch liebevoll restaurierte Barockbauten und Passagen, durch die sich Sightseeing und ein Einkaufsbummel auf angenehme Weise verbinden lassen.

3. Tag – Römö – Jütland – Middelfart/Fünen Über den 10 Kilometer langen Steindamm, der Römö mit dem Festland verbindet, kommen wir nach Jütland. Halten Sie Ihren Fotoapparat bereit – wir treffen auf das hübsche alte Städtchen Ribe, eine der schönsten Kleinstädte Europas. Über Kolding, bekannt durch das Schloss Koldinghus, geht die Fahrt weiter auf die Insel Fünen, dem

5. Tag – Malmö – Fähre – Rügen – Stralsund In Trelleborg erwartet uns am Morgen die Passage nach Sassnitz. Gegen Mittag erreichen wir die romantische Insel Rügen. Nationalparks und Naturschutzgebiete machen die Insel Rügen zu einem fantastischen naturbelassenen Reservat und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Weltberühmt sind die 112 m hohen Kreidefelsen – ein

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KINDERRECHTE | 28.6.2021 | 15

gruppen von Staatsanwaltschaft und Polizeikorps im Kanton Zürich aufgebaut oder die Stiftung Zürcher Kinderund Jugendheime präsidiert. Was ist Ihre Motivation? Ich möchte auch ausserhalb des Strafrechts einen Beitrag zum Schutz der Schwachen leisten. Das war immer eins meiner ­zentralen Anliegen.

Zur Person

Bild: Esther Michel

Der Zürcher Jurist Andreas Brunner, 72, war jahrelang leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich. Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre engagiert er sich für den Kinderschutz. 2018 übernahm er das Präsidium des neu gegründeten Vereins Gewaltfreie Erziehung. Dieser wird von Pro Juventute, der Kinderanwaltschaft Schweiz, der Organisation Humanrights.ch, Terre des hommes Kinderhilfe und vielen mehr tatkräftig unterstützt. Andreas Brunner ist Vater zweier erwachsener Kinder und lebt in Zürich.

Sie präsidieren den Verein ­Gewaltfreie Erziehung. Welches Ziel verfolgen Sie damit? Es geht uns in erster Linie da­ rum, das Recht von Kindern und Jugendlichen auf gewaltfreie ­Erziehung im Zivilgesetzbuch zu verankern. Damit würde auch ein Beitrag im Kampf gegen häusliche Gewalt geleistet. Die Schweiz hat doch aber ­bereits 1979 das sogenannte Züchtigungsrecht abgeschafft. Ist das nicht ausreichend? Das war wichtig, ganz klar. Inte­ ressanterweise ist aber Schwe­ den – unter anderem unter dem Einfluss der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren – im selben Jahr noch einen entscheidenden Schritt weitergegangen und hat das Recht auf gewaltfreie Erzie­ hung ins Gesetz geschrieben, also genau den Artikel, den unser ­Verein mehr als 40 Jahre später für die Schweiz fordert. Momentan ist es also so, dass wir zwar kein Züchtigungsrecht mehr haben, aber auch kein ausdrückliches Verbot? Ist es somit nach wie vor erlaubt, Kinder zu schlagen? Im Prinzip ja, auch wenn Poli­ tikerinnen und Politiker immer wieder das Gegenteil behaupten. Kein Parlamentarier, der ein entsprechendes Votum nicht mit den Worten einleitet, dass es heute unbestritten sei, dass ­Gewalt in der Erziehung keinen Platz mehr habe. Tatsächlich? Die Zahlen, die ich Ihnen ­genannt habe, sprechen eine ­an­dere Sprache. Auch Bundesrätin Karin KellerSutter hat kürzlich im Parlament konstatiert, dass unser Zivilgesetzbuch ZGB zwar kein ausdrückliches Verbot enthalte. Daraus aber lasse

sich auch kein Züchtigungsrecht ableiten. Das ist falsch, wie das Bundes­ gericht 2003 betont hat. Es hielt fest: Unser Gesetz lasse einen ­gewissen Spielraum für Züch­ tigungen zu, die das gesellschaft­ lich akzeptierte Mass an Gewalt – was auch immer das ist ­– nicht überschreiten. Was zu denken gibt, ist auch die Tatsache, dass die Uno die Schweiz bereits ­zweimal gerügt hat, weil sie 1997 zwar die UN-Konvention für die Rechte des Kindes unterzeichnet habe, die konkrete Umsetzung, beispielsweise in Form eines ge­ setzlich verankerten Rechts auf gewaltfreie Erziehung, aber noch nicht erfolgt sei. Warum hinkt die Schweiz dermassen hinterher? Inzwischen haben mehr als 50 Länder die fortschrittliche Lösung Schwedens übernommen. Bei uns herrscht vor allem in konservativen Kreisen immer noch die Überzeugung vor, dass Erziehung Privatsache sei, die nicht gesetzlich geregelt werden dürfe. Der Staat habe sich da nicht einzumischen. Was versprechen denn Sie sich davon, wenn das Recht auf ­gewaltfreie Erziehung ins Zivilgesetzbuch geschrieben wird? Mit dem verbrieften Recht auf gewaltfreie Erziehung geht auch eine gesellschaftliche Verpflich­ tung einher, auf die künftig alle Erziehungsberechtigten be­ haftet werden können. Es wird sicher Aufklärungsarbeit brau­

«Es geht darum, das Recht auf gewaltfreie Erziehung im Zivilgesetzbuch zu verankern.»

chen, um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass gewaltfreie ­Erziehung unserer Kultur und ­unseren Überzeugungen entspricht. Von Deutschland weiss man bei­ spielsweise, dass die Akzeptanz von Körperstrafen seit der Einführung des Rechts auf gewaltfreie Erzie­ hung im Jahr 2000 deutlich gesun­ ken ist: Ohrfeigen, die einst von 53 Prozent der Befragten als legi­ times Erziehungsmittel angesehen wurden, werden heute nur noch von 17 Prozent toleriert. Wo könnte ein solches Recht konkret in den Alltag der Menschen hierzulande einwirken? Eine Bekannte von mir leitet die Schulsozialarbeit in einer grösseren Stadt. Sie hat mir wiederholt gesagt, dass sie sehr dankbar für eine ge­ setzlich verankerte Bestimmung wäre. Denn die würde ihr – im Ge­ gensatz zu heute – erlauben, Eltern klipp und klar zu sagen, dass Gewalt in der Erziehung ­keinen Platz habe. Was sind die nächsten Schritte Ihres Vereins? Wir haben schon seit geraumer Zeit eine Petition in der Schublade, die von mehr als 10 000 Personen unterschrieben wurde. Die bringen wir in Stellung, sobald es die poli­ tische Situation erfordert. Dazu hat die Freiburger Mitte-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach ein Postulat eingereicht, das der ­Nationalrat angenommen und den Bundesrat verpflichtet hat, einen Bericht zur Verbesserung des Schutzes der Kinder zu verfassen. Mit dessen Erscheinen rechnen wir nächstes Jahr. Wann könnte dieses Recht ­bestenfalls im Zivilgesetzbuch verankert werden? (seufzt) Obwohl die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Ju­ gendfragen das Anliegen auch als «dringend» betrachtet, erst im Lauf der nächsten Jahre. Es wäre ja mehr als wünschenswert, wenn der hiesige Kinderschutz eines Tages mit dem Tierschutz gleichzieht. Gemäss Tierschutzgesetz ist es ­verboten, «einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen, es in Angst zu versetzen oder in ande­ rer Weise seine Würde zu missach­ ten». Ein vergleichbarer Artikel für Kinder fehlt. Tiere sind bei uns besser geschützt als Kinder. MM


16 | 28.6.2021 | ENGADIN

Allegra, Engiadina! «Gesehen habe ich viele Landschaften, und gefallen haben mir beinahe alle, und wohl die schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin.» Hermann Hesse (1877–1962), Schriftsteller

Bilder: Luca Franciscus; Illustration: iStock

Texte: Dario Aeberli, Lisa Stutz, Manuela Enggist, Ralf Kaminski, Reto Meisser, Michael West, Franz Ermel, Claudia Schmidt, Benita Vogel

Kaum zu glauben, aber wahr: Bis jetzt gab es keine einzige Migros im Engadin. Das ändert sich am 1. Juli mit der Eröffnung der Filiale Samedan. Warum dauerte das so lange? Und was macht das Engadin speziell? Eine Annäherung.


ENGADIN | 28.6.2021 | 17

Die erste Engadiner Migros-­Filiale befindet sich im ebenfalls neu ­errichteten ­Einkaufszentrum Porta Samedan.

Die Frau an der Spitze Name Gjyzele Arifi (37) Wohnort Samedan Job Leiterin der ersten Engadiner Migros-Filiale

Panorama deluxe: Die Aussicht von ­Muottas ­Muragl aus über die Engadiner Seen Richtung M ­ aloja

«Von null an etwas aufbauen, das hat mich an diesem Angebot gereizt. Deshalb habe ich nicht lange überlegt, als ich für den Job angefragt ­wurde. Mir war klar: Dafür ziehe ich sogar von Landquart nach Samedan. Jetzt liegen 100 Kilometer zwischen meinen Freunden und mir. Doch das Projekt ist zu spannend, um sich mit Heimweh aufzuhalten. Ich habe innerhalb des vergangenen Jahres gut 40 Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter rekrutiert. Dabei war mir wichtig, dass es sich um motivierte, aufgestellte Menschen handelt, die Herzblut für unser gemein­ sames Projekt haben. Die meisten von ihnen kannten die Migros noch nicht. Wir haben für sie daher ein spezielles Ausbildungsprogramm entwickelt, damit sie die Kultur und die Prozesse der Migros verinnerlichen. Ich selbst bin direkt nach der Lehre als Detailhandelsfachfrau zur ­Migros ­gekommen. Das war 2003. Seither ist viel passiert. Ich konnte immer mehr Verantwortung übernehmen und habe bereits eine – wenn auch kleinere – Filiale im Fürstentum Liechtenstein aufgebaut. Und jetzt Samedan. Was ich mir er­ hoffe? Dass wir die Engadiner mit guter Qualität und freundlicher Bedienung überzeugen können.»


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ENGADIN | 28.6.2021 | 19

«Mir ist es, als wäre ich im Lande der Verheissung. Zum ersten Male ein Gefühl der Erleichterung. Hier will ich lange bleiben.» Friedrich Nietzsche (1844–1900), Philosoph, über das Engadin

Silvaplana gilt als Mekka

Capuns Er holte die Migros nach Samedan Eine Autogarage, Tankstellen, ein Metallbaubetrieb und ­diverse Immobilien: Grossunternehmer Urs Pfister ist in Samedan fest verankert. Der 59-Jährige und sein ­Geschäftspartner Martin Merz hatten die Idee, ein grosses Einkaufszentrum zu entwickeln. «Wir wollten unbedingt etwas Neues ins Engadin bringen.» Auf der Suche nach einem innova­ tiven Partner sind die beiden Freunde bei der Migros ­gelandet. Ein Migros-Kind ist Pfister zwar nicht, eine Verbindung besteht trotzdem: Sein Grossvater, Fritz Duttweiler, war mit dem ­Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler (1888–1962) ­verwandt. Um das grosse ­Immobilienprojekt namens Porta Samedan realisieren zu können, trat Pfister die Führung seiner Firmen an seine Kinder ab. Langweilig wird ihm nun, da die Porta steht, nicht: «Ich plane schon das nächste Projekt – eine Wasserstofftankstelle mit ­eigener H2-Produktion.»

Aus der Bündner Küche nicht wegzudenken: ­Capuns, mit TrockenfleischKräuter-Teig gefüllte ­Mangold- oder Krautstielblätter, gratiniert mit Käse und Rahm Rezept auf migusto.ch

für Wassersportler. Das liegt am Malojawind – ein Wind, der in die falsche Richtung bläst. In der Schule haben wir gelernt: Der Talwind bläst tagsüber talaufwärts, der Bergwind nachts talabwärts. Beim Malojawind ist es genau umgekehrt. Und da das Oberengadin Richtung ­Bergell keinen Talabschluss hat, kann der Bergeller T ­ alwind ungehindert über den Malojapass Richtung ­Silser-, Silvaplanerund St. Moritzersee strömen.

Gletscherfondue In der Sennerei Pontresina entstehen viele Käsespezialitäten, seit mehr als 15 Jahren auch Fonduemischungen für daheim. In der Migros Samedan werden ganzjährig eine Fonduehausmischung, vier Alpkäse, das Gletscher-Mutschli, ­ein Biokäse sowie, nur im Winter, ein Prosecco-Fondue ­erhältlich sein. Die Fonduemischungen werden von der Sennerei übrigens kalt angerührt, also weder vorgeschmolzen noch vorgekocht.

Sie sorgt für Ordnung im Laden Name Denise Pally (47) Wohnort Poschiavo Job Fachleiterin Food

«Ich habe viele Jahre in ­einem Restaurant auf der Alp Grüm gearbeitet. Ursprünglich habe ich aber Konditorin gelernt, und ich verspürte schon länger den Wunsch, in den Detailhandel zurückzukehren. Als 2020 die Pandemie kam, wurde meine berufliche ­Situation unsicher. Wir wussten lange nicht, wann die Restaurants wieder ­öffnen dürfen. Daher entschied ich, mich als Fach­ leiterin bei der Migros in ­Samedan zu bewerben. ­Bereits im Januar konnte ich bei der Migros-Filiale im ­Pizol anfangen und mich so auf meine neue Heraus­ forderung im Engadin vorbereiten. Ich liebe die neue Aufgabe, die mich gleichzeitig sehr fordert, denn ich bin unter anderem dafür verantwortlich, dass im Laden Ordnung herrscht und alle Regale stets aufgefüllt sind. Das heisst, dass ich ständig in Bewegung bin. Lang-­ weilig wird es mir bestimmt nicht. Meine Heimat ist ­Poschiavo. Das Dorf liegt 40 Autominuten von Samedan entfernt. Vorerst pendle ich. Aber wer weiss, vielleicht werde ich i­ rgendwann wieder ins Oberengadin ­ziehen. Als ich 18 Jahre alt war, habe ich in St. Moritz gelebt – und nur schöne ­Erinnerungen an diese Zeit.»


20 | 28.6.2021 | ENGADIN

Andreas Bühler (52), Leiter Unternehmenskommunikation der Genossenschaft Migros ­Ostschweiz

Weshalb erst jetzt? Andreas Bühler, wieso hat es so ­lange gedauert, bis die Migros im ­Engadin eine Filiale eröffnet hat? Wir haben tatsächlich schon seit Mitte der 1970er-Jahre nach einem geeig­ neten Standort im Engadin gesucht. Es wurden auch einige geprüft, aber es stimmte nie alles zusammen. Grundsätzlich sollte es ein grossflächiger Standort sein, denn nur so können wir den Kundinnen und Kunden unsere Sortimentsvielfalt präsentieren.

«Es gibt nur ein Engadin auf der ganzen Welt, wir sind hier restlos begeistert und schlürfen die Luft der Gemsen wie französischen Champagner! Kein Wunder, dass der gute Nietzsche hier übergeschnappt ist.» Richard Strauss, Komponist (1864–1949)

Offenbar gab es auch politische Widerstände? Manchmal fand man sich mit dem Grundstücksverkäufer nicht – möglicherweise auch, weil ihm nahegelegt wurde, nicht an die Migros zu verkaufen. Dass das lokale Gewerbe die ­Konkurrenz nicht will, hat die Migros in ­früheren Zeiten auch an anderen O ­ rten in der Schweiz erlebt. Im Bündnerland war es uns gar lange untersagt, mit ­unseren Verkaufswagen tätig zu sein. Eine weitere Hürde war die Logistik, richtig? Ja, der Transport auf der Strasse hätte insbesondere im Winter einige Herausforderungen mit sich gebracht. Aber nun transportieren wir die Waren mit dem Lastwagen von der Betriebszentrale in Gossau SG nach Landquart GR. Von dort geht es mit der Rhätischen Bahn bis ins Engadin. Der gesamte Transport wird dank Bahn sowie Biogas- und Wasserstofflastwagen CO2-neutral sein (siehe auch Seite 21). Gibt es Pläne für weitere Filialen im Engadin? Ja, wir können uns noch w ­ eitere ­vorstellen. Aber vorerst freuen wir uns mal auf die Eröffnung der Migros Samedan.

Wandertipp Wir starten im schönen Sils-Maria und laufen gemütlich dem Silsersee (Bild) entlang über Isola nach ­Maloja, das die Oberengadiner Seenplatte mit dem Bergell verbindet. Von Maloja aus erreicht man auf einem einfachen Wanderweg den Cavloc-See, eingeklemmt zwischen dem imposanten Piz Margna und dem Salacina. Weiter gehts fast auf gleicher Höhe zum viel kleineren Lägh da ­Bitabergh. Ein paar Schritte entfernt belohnt man sich mit ersten Ausblicken ins Bergell. Für die volle Bergeller Fernsicht mit den Spitzen Badile und Cengalo erklimmt man von der Cavloc-Alp jedoch die Motta Salacina.   Strecke: 16 Kilometer, 370 Höhenmeter, Dauer: 4 Stunden 30 Minuten


ENGADIN | 28.6.2021 | 21

In der Natur zu Hause

Junge Engadiner ziehen oft weg – und ­kommen wieder. Zum Beispiel Nora Saratz Cazin. Die 40-Jährige ist heute ­Gemeindepräsidentin von Pontresina.

–87 % CO2

Bilder: zVg, Keystone/Laif, RhB/Andea Badrutt, Luca Franciscus, Filip Zuan

Bei Transport und Belieferung setzt die Migros Ostschweiz konsequent auf den kombinierten Verkehr – zum ersten Mal auch bei Frischeprodukten wie Bananen, Blumen und Brot. Von der ­Zentrale in Gossau SG bis zum Güterbahnhof Landquart GR ­kommen Lkw zum Einsatz, die fast ausschliesslich mit Schweizer Biogas betrieben werden. Für die Reise ins Engadin (im Bild das Landwasserviadukt bei Filisur) werden in Landquart die L­ astwagenpritschen auf ­Güterwaggons der Rhätischen Bahn verladen. Ab dem ­Güterbahnhof Samedan übernimmt eine ­einheimische Transportfirma die letzten Meter. Im Vergleich zu einer Belieferung mit Diesel-Lkw werden bei diesem Konzept jährlich 209 Tonnen CO2 eingespart – das entspricht einer Reduktion von 87 Prozent.

Im Oberengadin tritt regelmässig ein gefährliches Naturphänomen auf: die ­sogenannten ­Schwarzen Seen. Wenn die Temperaturen mehrere Tage unter null Grad liegen, in dieser Zeit jedoch kein Schnee fällt, entsteht eine unge­ trübte Eisschicht – der See sieht aus wie ein schwarzes Loch. Dabei ist jedoch schwer abzuschätzen, wie dick die Eisschicht tatsächlich ist. Deshalb müssen ­immer wieder Personen ­gerettet werden, die durchs Eis gebrochen sind.

Fenchelsalsiz In der Metzgerei und Fleischtrocknerei Heuberger in St. Moritz werden seit bald 90 Jahren CharcuterieDelikatessen hergestellt. Für die neue Migros liefert das Familien­unternehmen Bauernund Fenchelsalsiz sowie ­geräucherte Engadinerwurst.

«In meiner Jugend hat es mich sehr stark aus dem Engadin fortgezogen. Ich hatte das Bedürfnis, in einer Stadt zu leben und etwas Neues zu entdecken. Nach meiner Matura bin ich nach ­Zürich gegangen, um Jura zu studieren. Insgesamt war ich zwölf Jahre weg von hier. Erst mit der Geburt unserer ersten Tochter wurde der ­Umzug zurück ins Engadin für meinen Mann und mich wieder ein Thema. Uns wurde schnell klar, wie gut das Leben mit Kindern hier ist: Die Natur, die frische Luft, die Gemütlichkeit und nicht zuletzt auch das Romanisch zogen uns zurück in die Berge. Zu Hause mit meinem Ehemann und meinen Kindern spreche ich hauptsächlich Romanisch. Auch in meinem beruflichen Alltag spreche ich die vierte Landessprache so oft wie möglich. Ein Wort, das mir in der deutschen Sprache fehlt: ‹tamazzi›. So sagt man jemandem auf nette Weise, dass er ein Trottel ist.»


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ENGADIN | 28.6.2021 | 23

TIPP

Dazu passt Apfelmus, Alpkäse und/oder Salat. Kartoffeln nach Belieben während des Bratens mit etwas frischem Thymian

«Dieser Job ist ein Glücksfall»

verfeinern.

Name Valerio Iseppi (33) Wohnort Samedan Job Bereichsleiter Non-Food

«Die Migros hat einen sehr guten Ruf und ist als sozialer Arbeitgeber bekannt. Als ich erfahren habe, dass eine Filiale in Samedan eröffnet, habe ich mich sofort beworben. Bis anhin arbeitete ich im Interdiscount in St. Moritz und habe b ­ ereits länger nach einer neuen Heraus­ forderung gesucht. Dabei war mir wichtig, in der Region bleiben zu ­können, da ich in St. Moritz geboren und aufgewachsen bin. Es ist aber gar nicht so einfach, hier einen neuen Job zu finden. Deswegen ist diese ­Anstellung ein Glücksfall für mich. Ich kann in einem attraktiven Unternehmen einer Arbeit nachgehen, die mir viel Freude bereitet. Und das alles an einem Ort, der mir sehr am Herzen liegt, wo meine Familie und meine Freunde zu Hause sind und wo ich auch weiterhin aktiv in ­verschiedenen Vereinen mitwirken kann. Das Zusammentreffen von Einheimischen und Gästen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Kulturen ermöglicht viele spannende und interessante Begegnungen. Ich hoffe, das wird in Zukunft auch in der ­Migros Samedan so sein. Ich bin ­gespannt und freue mich darauf.»

Maluns Hauptgericht für 4 Personen 800 g mehligkochende Gschwellti, vom Vortag ca. 270 g Mehl 1½ TL Salz 120 g Butter 1. Kartoffeln schälen und

durch die Röstiraffel reiben. Mit Mehl und Salz verkneten und mit den Händen zu kleinen Kugeln reiben. Bei Bedarf etwas Mehl ergänzen, bis sich die Masse gut krümeln lässt. 2. 50 g Butter in einer weiten

Bratpfanne erwärmen. Die Hälfte der Kartoffelmasse beigeben, bei kleiner bis mittlerer Hitze 30–40 Minuten goldgelb braten. Dabei mit einer Holzkelle ständig wenden und ­rühren, bis die Masse in kleine Kügelchen zerfällt. Gleich­ zeitig in einer zweiten Pfanne restliche Kartoffelmasse in 50 g Butter ebenso braten. 3. Maluns anrichten und

Bilder: Luca Franciscus, Migusto/Claudia Linsi

restliche Butter in Flocken darübergeben.

Das Oberengadin hat mit dem Engadin Airport in Samedan ­einen der höchstgelegenen Flug­häfen in Europa. «Nirgends kann man den ­Reichen und Prominenten so nahe sein wie hier», sagt Flug­hafen-Chef Beat Margadant. ­Während der Hochsaison landen täglich bis zu 74 Jets auf der knapp zwei Kilometer langen Landebahn.

«Dies Engadin ist der schönste Aufenthalt der Welt. Nicht leicht spreche ich von Glück, aber ich glaube beinahe, ich bin glücklich hier.» Thomas Mann, Schriftsteller (1875–1955)


24 | 28.6.2021 | ENGADIN

Bündner Gerstensuppe Die wohl berühmteste Suppe Graubündens: Rollgerste in Bouillon mit gedünsteten Gemüse- und ­Bündnerfleischwürfeln, serviert mit frischer Petersilie. Rezept auf migusto.ch

Giovanni Segantini Eine Technologie aus dem ­Himalaya-Gebiet soll die ­Oberengadiner Gletscher retten. Im Februar 2021 hat die Projektgruppe Mort Alive sogenannte Schneiseile über den Morteratschgletscher ­gespannt. Das dazu benötigte Schmelzwasser wird – analog ­einem ähnlichen Projekt im ­Himalaya – in Eiskegeln gespeichert. Der künstliche Schnee soll die Sonnenstrahlen reflek­ tieren und so dazu beitragen, dass der Gletscher weniger schmilzt.

Engadiner Meistermaler Wer eine gemalte Winterlandschaft von Giovanni Segantini (1858–1899) betrachtet, möchte am liebsten eine dicke Outdoorjacke anziehen – so echt wirken die Schneemassen und der eisblaue Himmel. Keiner konnte die Engadiner Kälte so in einem Gemälde einfangen wie er. Der Italiener, der in Arco nördlich des Gardasees zur Welt kam, wählte als 28-Jähriger das Engadin und

das Bergell als Heimat. Er lebte unter anderem in Savognin, Maloja und auf dem Schafberg hoch über Pontresina. Seine Bergbilder, die sich aus zahl­ losen feinen Pinselstrichen ­zusammensetzen, bevölkerte er manchmal mit symbolischen Figuren, zum Beispiel mit Verkörperungen des Todes oder der Lust. Die Meister­werke waren bald sehr begehrt, und er konnte sie teuer verkaufen. Reich wurde er trotzdem nicht, weil er das Geld immer mit vollen Händen ausgab. Tipp: Wer nach St. Moritz reist, sollte unbedingt das S ­ egantini ­Museum besuchen. In dem Kuppelbau kommen seine ­Gemälde besonders schön zur Geltung.

Im April dieses Jahres war es im Oberengadin im Schnitt 1,9 Grad kalt – das ist der tiefste Wert seit 30 Jahren. Der Grund: Polarluft und anhaltende Bisenlage.

Bilder: Migusto, zVg, Stephan Schenk, PD

Gemalte Winterkälte: Segantinis Werk «Rückkehr vom Wald» aus dem Jahr 1890


ENGADIN | 28.6.2021 | 25

Der grösste Speichersee

der Schweiz liegt im Skigebiet Corviglia. Das Wasser wird ­verwendet, um Kunst­ schnee für die Ski­ pisten herzustellen.

Wo die Liebe hinführt

Nach längeren Aufenthalten in Zürich und London zog es die Schriftstellerin Romana ­Ganzoni zurück ins Engadin.

Engadiner Zungenbrecher In einer Januarnacht fällt in ­Samedan auf 1708 Metern über Meer die Temperatur auf –24,5 Grad. Gleichzeitig werden im knapp zehn Kilometer entfernten Skigebiet Corviglia auf rund 2600 Metern «nur» –14,5 Grad gemessen. Das liegt am sogenannten KälteseePhänomen: In der Nacht sinkt die kalte Luft die Berg­ hänge hinunter und sammelt sich an der tiefsten Stelle – in der Ebene bei Samedan – an. Da die kalte Luft aufgrund der Topo­ grafie nicht weiter abfliessen kann, bildet sich ein Kaltluftsee.

Für Feriengäste aus anderen Kantonen oder Ländern ist es eine echte Heraus­ forderung, gewisse Ortsnamen richtig auszusprechen. So klingts richtig:

Sameden

Samedan: Die Betonung liegt auf dem ersten E.

Celerina

Celerina: Der erste Buchstabe wird als C und nicht als Tsch ausge­sprochen. La Punt Chamues-ch:

La Punt ­Tschamuesch-tsch Muottas Muragl:

Muatas Muraj

Das U und das A im Wort Muatas verschmelzen.

«Ich bin 1967 in Scuol im Unterengadin geboren und verliess es 1987. Nach ­Stationen in Zürich und London kehrte ich mit meiner Familie 1999 ins Ober­engadin zurück, wo mein Mann ge­boren und aufgewachsen ist. Mit ihm spreche ich im rätoromanischen Dialekt Puter. Mein Lieblingswort ist amur, Liebe. Amur war es denn auch, die mich und meine Familie von Lon­ don heimbrachte. Mein Mann und ich ­waren uns zunächst allerdings nicht ­sicher, ob wir uns in den Bergen wieder so gut zurecht­finden würden wie zu unserer Jugendzeit. Doch wir lebten uns alle schnell und gut ein, der ­Wegzug stand nach wenigen Monaten nie mehr zur Debatte.»


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ENGADIN | 28.6.2021 | 27

BauernBirnenbrot Zutaten für 1 Brot à 550 g 100 g Urdinkel-Vollkornmehl ¼ TL Salz 5g Hefe 4 EL Wasser, lauwarm 350 g Backfüllung Birnenweggen 1 Beutel Birnbrotgewürz 50 g Sultaninen 70 g Nüsse, z. B. Hasel und Baumnüsse Mehl zum Formen

Reden wie die Einheimischen TIPP

Das Birnenbrot kann pur oder mit ­Butter genossen werden. Zu einer Käseplatte serviert passt es ­besonders gut.

Kasse cassa

1. Für den Teig Mehl und Salz

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mischen. Hefe im Wasser ­auflösen und zum Mehl geben. Mit 2 EL der Backfüllung zu einem Teig verkneten. ­Zugedeckt 30 Minuten gehen lassen.

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2. Restliche Backfüllung,

­ irnbrotgewürz und Sul­ B taninen zum Teig geben. Zu einem feuchten, gleichmäs­ sigen Teig verrühren. Nüsse ­beigeben und kurz unter­ rühren.

Quittung quittaunza Kundendienst servezzan da cliantella Filialleiter mneder da la filiela

3. Backofen auf 180 °C vor­

heizen. Teig mit bemehlten Händen auf reichlich Mehl zu einem Laib formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. In der unteren Ofenhälfte ca. 40 Minuten ­backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

Im Oberengadin spricht man traditionell den rätoromanischen Dialekt Puter. Wir haben typische Worte und Sätze aus einem Migros-Supermarkt übersetzt:

Wandertipp Wer länger wandern mag, erforscht dank vieler Rast- und Aussichtspunkte auf einer Tagestour die Rückseite des Skigebiets von Corviglia und Piz Nair: Von der Bergstation der Signalbahn aus erklimmt man morgens den Suvrettapass. Danach durchläuft man ein spektakuläres Hochtal, bevor das lieblichere Val Bever (Bild) wartet. Von der Bahnstation Spinas erreicht man Samedan, St. Moritz oder das Unterland. Wem das nicht reicht, der läuft von der Alp S ­ uvretta westwärts weiter dem Beverin entlang – im Extremfall bis zur Jenatschhütte (hin und zurück vier Stunden und 600 Höhenmeter mehr). Strecke: 18 Kilometer, 590 Höhenmeter; Dauer: 5 Stunden 15 Minuten

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Bilder: Migusto/Claudia Linsi, Alex Buschor

«Guten Tag. Wie geht es Ihnen?» «Bun di/Allegra. Cu vo que?» «Welche Engadiner Spezialitäten können Sie empfehlen?» «Che specialiteds engiadinaisas po El/Ella arcumander?» «Danke. Einen schönen Tag!» «Grazcha. Ün bel di!» «Haben Sie Cumulus?» «Ho El/Ella Cumulus?»


28 | 28.6.2021 | ENGADIN

Er sorgt für das ­leibliche Wohl Name Jochem Poldervaart (47) Wohnort Samedan Job Restaurantleiter in der neuen Migros

Im Februar 2019 fand in St. Moritz während drei Tagen ein 100 Millionen ­Franken ­teurer indischer Polterabend statt. Mit dabei: eine Märchen­ kutsche, 850 Gäste und ein e­ igens gebauter Winter-­ vergnügungspark.

Nusstorte Die Konditorei und Bäckerei Laager in Samedan ist ­bekannt für eine der beliebtesten Engadiner Spezialiäten: die Nusstorte, nach traditionellem, fast 100-jährigem Rezept hergestellt. Diese Torte und weitere Spezialitäten wie Birnenbrot, Engadinertorte sowie einige Brotsorten gibt es künftig auch in der Migros.

Bilder: Filip Zuan, Luca Franziscus

Wandertipp Beim ersten Besuch im Oberengadin darf die Fahrt mit der Z ­ ahnradbahn auf den Muottas Muragl nicht fehlen, denn der Berg eröffnet einmalige ­Ausblicke auf die Engadiner Seen. Das Staunen lässt sich mit einem g­ emütlichen Spaziergang auf der sogenannten Höhenflaniermeile (Bild) zur Alp Languard verbinden – ins Restaurant und zur Sesselbahn, die hinab nach Pontresina führt. Wer ­richtig schwitzen möchte, steigt zur Chamanna Segantini hoch (400 Höhen­meter und zwei Stunden mehr inklusive Abstieg zur Alp Languard) und bestaunt etwa das Val Roseg und vor dem geistigen Auge Segantinis Schafberg-Bilder.  Strecke:  7 Kilometer, 190 Höhenmeter; Dauer: 2 Stunden

Für Jochem Poldervaart ist sein neuer Job als Leiter des ersten Engadiner Migros-­Res­taurants eine Rückkehr zu seinen gastro­nomischen ­Wurzeln. Der 47-Jährige Nieder­länder ist 1996 ins Engadin gereist, «um in e ­ inem Hotel­ betrieb zu arbeiten und die Heimat m ­ einer ­Mutter kennenzulernen». Poldervaart hatte vor, maximal zwei Jahre zu bleiben und d ­ anach nach Holland zurückzukehren. Mittlerweile blickt er auf 25 Jahre in der Schweiz zurück. «Ich bin hier zu Hause», sagt er. 2004 zog er mit seiner Familie nach Heiden im Appenzellerland. W ­ ährend der vergangenen drei Jahre hat P ­ oldervaart eine Chickeria-Filiale in der Ostschweiz geleitet. Nachdem die Migros diese verkauft hatte, ­suchte der N ­ iederländer nach e ­ iner neuen ­Herausforderung: «Als ich die S ­ telle des Gastronomischen Leiters sah, musste ich mich einfach bewerben. Am meisten freue ich mich ­darauf, wieder Gäste zu bewirten.» Gastronomie ­bedeutet für ihn nicht nur den Verkauf von Speisen und ­Getränken, sondern auch das ­Vermitteln von Emotionen. «Und das kann man im wunderschönen Engadin bekanntlich besonders gut.» Seine Frau und seine beiden ­Kinder im Teenageralter werden im Unterland wohnen bleiben: «Meine Familie steht zu 100 Prozent hinter mir. Und so freuen sie sich, dass sie nun wieder quasi ein zweites Zuhause im Engadin haben werden», lacht er.


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32 | 28.6.2021 | CHIPS

Alle lieben Paprika Im Corona-Jahr wurden in der Schweiz noch mehr Pommes Chips gegessen als üblich. Besonders beliebt ist die Sorte Paprika. Warum das so ist und welche Paprika-Neuheit die Migros ins Regal stellt. Text: Ralf Kaminski  Bild: Veronika Studer

E

in würziger Geruch hängt in der riesigen Industriehalle am Rande von Bischofszell TG. Drei Maschinen mit langen Fliessbändern schneiden Kartoffeln, frittieren und würzen sie – und füllen sie am Ende in Säcke. Fertig sind die Chips. Gerade mal 15 Minuten dauert es, bis eine K ­ artoffel sich in ein paar Scheiben Chips verwandelt hat. Alles passiert vollautomatisiert, nur an drei Stellen braucht man bei der Chipsproduktion der Bischofszell Nah-

Chips in Zahlen

rungsmittel AG (Bina) menschliche Hände: Bei der Anlieferung und Kon­trolle der Kartoffeln, dem Nachschub für die Gewürze und dem Verpacken der Chipssäcke in Kartonschachteln für den Transport. Produktion seit den 1960ern

Die in der Schweiz mit Abstand beliebteste Sorte sind PaprikaChips. «Vermutlich weil sie ­neben Nature die ersten waren, die hier produziert wurden», sagt Philipp Neukomm (34), Produktmanager Kartoffeln

bei der Bina. Eingeführt hat die in den USA entwickelten Chips die ­Firma Zweifel 1958. Sie erfand 1964 auch die ­Paprikavariante. «Die Gewürzmischung entstand nach Vorgaben von Hans-Heinrich Zweifel und wurde bis heute geschmacklich nicht verändert», sagt Pietro Realini (59), Leiter Produktion & Logistik bei Zweifel. «Es ­waren die ersten gewürzten Chips, sie haben den Schweizer Geschmack wohl mitgeprägt.» Die Bina produziert Chips seit 1966 – und von Anfang an

16

12,8

Prozent mehr Chips als im Vorjahr wurden 2020 in der Schweiz vertilgt. Total waren es ca. 11 Millionen Kilo Chips.

Millionen Säcke Chips hat die Bina 2020 für die Migros produziert, das sind rund 35 000 Beutel pro Tag.

«Die gleiche Gewürzmischung schmeckt je nach Chipsart anders.» Diego Cippà Produkteentwickler Bina


CHIPS | 28.6.2021 | 33

bis zwölf Monate.» Und mit etwas Erfahrung wisse man ­eigentlich schon beim ersten Biss, ob etwas eine Chance ­haben könnte oder nicht. Das, was nach ausgiebigen Degustationen intern und mit Kunden in die Läden kommt, findet meist Anklang – aber nicht immer. Bei Zweifel ist das genauso. «Auch mit viel Erfahrung bleibt es schwierig, den ­Geschmack des Publikums vorauszusehen», sagt Pietro Realini. «Das, was man selbst gut findet, funktioniert längst nicht immer.» Bis heute vermisst er die RandenChips mit Meerrettich, die nicht lange im Sortiment blieben. «Ich habe sie geliebt, war aber wohl der Einzige …» Nach Diego Cippàs Erfahrung müssen Chips geschmacklich zu Apéros oder als Begleitung zum Grillieren passen. «Deshalb funktioniert Paprika so gut. Aber anders als im Ausland, wo einem eher süsser Paprika begegnet, bevorzugt man in der Schweiz Salziges und Rauchiges.»

N EU

Farm Chips Paprika Der für diese neue Chipssorte verwendete Paprika stammt weitgehend aus dem Berner Seeland und wird in Gewächs­ häusern für die Bina produziert.

Unwiderstehlicher Mix

auch Paprika. Nun gibt es mit der neuesten Kreation erstmals eine Chipssorte, bei der der Paprika nicht wie sonst aus ­Spanien, sondern aus der Schweiz stammt, so wie bei allen anderen Gewürzen der Farm Chips. Kniffliges Tüfteln für neue Sorten

Aber weshalb überhaupt nochmals eine Paprikasorte? «Weil die Farm Chips ein anderes ­Zielpublikum haben – und diese so beliebte Geschmacksrichtung fehlte noch», sagt Neukomm. Über die Details der diversen

Gewürzmischungen will niemand Genaueres verraten. «Dass alle etwas anders schmecken, liegt auch an der Zubereitung, Dicke und Form der Chips», erklärt Diego Cippà (60), Produkteentwickler bei der Bina – und dort schon seit zehn Jahren mit Chips beschäftigt. «Die gleiche Gewürzmischung schmeckt auf einer dicken Chipsscheibe anders als auf ­einer dünnen oder geriffelten.» Anders als Zweifel hat Bina ihre Paprika-Chips geschmacklich durchaus schon angepasst.

«Auch die Kartoffeln und der ­Paprika haben sich verändert», sagt Cippà. «Seit 2019 werden zudem geschmacksverstärkende Zusatzstoffe wie Glutamat nicht mehr verwendet.» Obwohl die Sorten Paprika und Nature über 80 Prozent der bei der Migros verkauften Chips ausmachen, tüfteln die Entwickler laufend an neuen Geschmacksrichtungen. Doch nur 10 bis 20 Prozent aller Ideen schafften es letztlich bis ins Sortiment, sagt Philipp Neukomm. «Die Entwicklung dauert sechs

Weil wegen Corona mehr Leute zu Hause vor dem Fernseher sassen, stieg der Chipskonsum im vergangenen Jahr an. Auch in EM- und WM-Jahren werden in der Regel mehr verkauft. Und wer den Chipssack mal geöffnet hat, dem fällt es schwer, nach ein paar Chips gleich wieder aufzuhören. Es ist wohl der Mix aus Gewürzen, Salz, Fett und Kohlenhydraten, der die Kartoffelscheiben so unwiderstehlich macht. Hinzu kommt das Knuspergefühl beim Essen. Bei all dem wird laut Ernährungswissenschaftlern das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Und die Entwickler gestehen offen, dass das auch bei ihnen bestens funktioniert. MM

52

14 000

23

15

Prozent aller in der Migros verkauften Chips haben Paprikageschmack. Auf Platz 2: Nature (31%).

Tonnen Kartoffeln verarbeitet die Bina pro Jahr zu Chips – Tendenz steigend. Zudem 150 Tonnen Paprikagewürz.

Chipssorten verteilt über 44 Artikel produziert die Bina allein für das Migros-Sortiment. Davon 5 mit Paprika.

Minuten dauert es, bis aus den angelieferten Kartoffeln abgepackte Chips geworden sind.


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KOLUMNE | 28.6.2021 | 35

Im Weltraum

1, 2 ODER 3 ? Im Kindergarten hat der Kleine (5) das Thema Weltraum. ­Immer wieder kommt er nach Hause und ruft noch im Türrahmen: «Ich säg oi ­öppis …». Und dann sagt er Dinge wie: «Die Erde dreht sich im Fall um die Sonne.» Oder: «‹Nils› Armstrong war der erste Mann auf dem Mond.» In der ­Bibliothek haben wir uns mit einschlä­ giger Literatur eingedeckt: «Weltall und Raumfahrt», «Weltall – Weshalb? Deshalb!» und so weiter. Also erzähle ich ihm, was Astronauten alles können müssen (schwimmen, in der Wildnis über­leben, ein Düsenflugzeug fliegen). Oder wer die ersten Astronauten wirk­ lich waren (Fruchtfliegen, der Rhesus­ affe ­Albert II, zwei Strassenhunde). Er kann sich alles prima merken. Was ihn aber total verwirrt, ist die Bewegung der Erde um die eigene Achse. Also muss ich ständig die Erde spielen. Das geht so: Ich drehe mich und kreise gleichzeitig um den Töggelikasten (unsere Sonne). Dabei wird mir so schwindlig, dass ich nur noch Sterne sehe. – Und jetzt? MM 1 Der Grosse (10) könnte die Erde sein. 2 Wir nehmen Youtube zu Hilfe.

Illustration: Lisa Rock

3 Ich bin ab jetzt nur noch Pluto. Der gilt

nicht mal mehr als Planet und kann einfach abseits etwas chillen.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Ich bin sicher, der Grosse bleibt als Erde stabiler auf seiner Umlaufbahn als ich das kann. Denn schwindlig wird ihm auch auf den wildesten Achterbahnen nicht. Anzeige

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36 | 28.6.2021 | SONNENSCHUTZ

So kann Ihnen die Sonne nichts anhaben Der beste Sonnenschutz für die Haut ist Kleidung – aber welche? Antworten darauf gibts hier. Und Tipps, wie man sich sonst vor zu viel Sonne schützen kann. Text: Martina Frei

Wer braucht Sonnenschutzkleidung?

Spezielle Sonnenschutzkleidung ist sinnvoll für Kinder und alle, die länger der Sonne ausgesetzt sind, zum Beispiel Sportler, Ferienreisende, Bauarbeiter, Landwirte, Hobbygärtner oder Menschen mit sonnenempfindlicher Haut. Denn jeder Sonnenbrand ist einer zu viel. Er hinterlässt Schäden an der Haut, die sich im ­ Lauf des Lebens summieren und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Worauf sollte man beim Kauf achten?

Es gibt ein paar einfache Faustregeln: Dunkle Kleidung schützt besser als helle, Polyester ist besser als Baumwollgewebe, und dicht gewebtes Material hält die UV-Strahlung besser ab, besser als dünnes oder durchsichtiges. Am wirksamsten ist spezielle Sonnenschutzkleidung, die nicht zu eng sitzen sollte. Denn je stärker das Material gedehnt wird, desto mehr Sonnenstrahlen können die Haut erreichen. Auch der Kragen sollte gut schliessen.

Welche Standards gibt es?

Bei Sonnenschutzkleidung gibt es drei Standards. Kleidungsstücke, die das Label «UV-Standard 801» tragen, haben die strengste Prüfung be­ standen. Sie werden nicht nur in ­neuem, trockenem Zustand auf ihre UV-Durchlässigkeit geprüft, sondern auch darin, wie sie später womöglich am Körper anliegen, nämlich ge­ waschen, nass und gedehnt. Was kann die Schutzwirkung ­beeinträchtigen?

Wenn das Material ausgeleiert oder durchsichtig geworden ist, wenn es ­beschädigt oder älter als fünf Jahre ist, sollte man es ersetzen. Daran muss man auch beim Kauf von Secondhandsonnenschutzkleidung denken. Weichspüler, Chlor im Schwimmbad und Meerwasser begünstigen den Verschleiss. Die Sonnenschutztextilien sollten nicht stundenlang an der Sonne liegen und trocken gelagert werden. Welcher Hut ist gut?

Der Sonnenhut soll nicht nur den Kopf schützen, sondern auch die

Mehr zum Thema Sonnenschutz auf migros-impuls.ch/sonnenschutz iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.


­ hren und den Nacken. Eine sechs O bis sieben Zentimeter breite Krempe ist darum ideal, oder – beim Käppli – ein zusätzlicher Nackenschutz. Am besten schützen UVP-Hüte, die den UV-Standard 801 erfüllen.

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SONNENSCHUTZ | 28.6.2021 | 37

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Worauf sollte man bei Sonnenbrillen achten?

Eine gute Sonnenbrille trägt die Kennzeichnung UV-400. Damit wird die UV-Strahlung ausreichend ge­ filtert – aber nur diejenige, die von vorn kommt. Grosse Gläser oder ein Seitenschutz schützen vor seitlicher Einstrahlung. Die Tönungsstufe sollte 2 oder 3 betragen, damit sie vor Blendung schützt. Erkennbar ist das am Aufkleber «cat2» oder «cat3». Aufpassen sollte man bei blau und rot getönten Brillen: Damit sieht man weniger scharf, weil sie die Kontrastwahrnehmung verschlechtern. Gut sind dagegen braun oder grau getönte Sonnenbrillen. Wie gut schützt ein Sonnenschirm?

Ab einem «Ultraviolet Protection Factor» (UPF) von 50 bietet der Schirm einen hohen Sonnenschutz. Allerdings: Sonnenschirme schützen vor Sonnenstrahlung von oben. Vor Sonnenstrahlen, die durch Wasser oder Sand reflektiert werden, schützen sie nicht. Deshalb sollte man sich vor allem am Meer oder an einem See auch unter einem Sonnenschirm mit einer guten Sonnencreme oder geeigneten Kleidern schützen.

Sonnenschirm, UV-Kleidung und eine gute Sonnencreme: So schützt man sich vor Sonne.

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Kann man mit Sonnenschutz auch ­etwas für die Umwelt tun?

Sonnenschutzbekleidung wird aus Elasthan und Polyester hergestellt. Das Polyester für die ab diesem Frühjahr erhältlichen UVP-Shirts im Sortiment von SportXX beispielsweise stammt aus recycelten PET-Flaschen. Dafür bürgt der GRS-Standard. MM

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Worauf sollte man bei der Sonnencreme achten?

Wichtig ist, sich mit reichlich Sonnenschutzmittel einzucremen, und zwar mehrmals täglich, weil beim Abtrocknen, durch Schweiss, Sand und die Kleidung ein Teil des Sonnenschutzes wieder abgewischt wird. Das gilt auch für extra wasserfeste Produkte. Gut ist ein Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Je höher der LSF, desto weniger UV-Strahlung gelangt in die Haut. Beim LSF 15 sind es etwa sieben Prozent der UV-Dosis, bei einem LSF von 50+ nur ca. zwei Prozent.

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KENNEN SIE IHR HERZ-RISIKO? Ab dem 40. Lebensjahr raten wir Ihnen, regelmässig einen HerzCheck®zu machen, denn neun von zehn Herzinfarkte und Hirnschläge werden von Faktoren beeinflusst, die sich messen und kontrollieren lassen. Die Gesundheit des Herzens und des Kreislaufs wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst. Diese Risikofaktoren lassen sich durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten ausschalten oder verbessern und sind die Grundpfeiler für einen gesunden Herz-Kreislauf. Sobald Sie Ihre Risikofaktoren kennen, können Sie aktiv etwas gegen diese tun. Risikofaktoren welche die Gesundheit beeinflussen: • Alter 40+ • Diabetes • familiäres Risiko • hohe Cholesterin-Werte • hoher Blutdruck • Nikotin • Stress Mit einem HerzCheck® in der Rotpunkt Apotheke erfahren Sie, wie es um Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit steht. Der HerzCheck® gibt Ihnen Aufschluss über Ihr persönliches Risikoprofil. Die Serviceleistung bietet Ihnen gleich fünf Parameter auf einmal: Als erstes führt die Fachperson mit Ihnen im Gespräch eine Risikoanalyse durch. Dabei werden Faktoren wie die genetische Vorbelastung und der Lebenswandel besprochen. Im Anschluss erhalten Sie drei Messungen zu den folgenden Werten: Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. Um die Analyse abzurunden, misst die Fachperson noch Ihren Bauchumfang. Basierend auf dem dadurch entstandenen Gesamtbild, erhalten Sie eine fundierte Beratung zur Risiko-Gewichtung der Messwerte. Zu Ihrem individuellen Risikoprofil erhalten Sie anschliessend auf Sie zugeschnittene Empfehlungen, welche in Ihrem persönlichen Herz-Pass eingetragen werden.

Barbara Bretscher-Hotz Rotpunkt Apotheke Hotz Küsnacht Prävention Beim HerzCheck® handelt es sich um eine präventive Serviceleistung: je früher Sie einen Risikofaktor erkennen, desto eher können Sie diesem entgegenwirken. Trainieren Sie Ihr Herz mit regelmässiger Bewegung und führen Sie ihm wertvolle Nährstoffe zu, durch eine ausgewogene Ernährung. Verzichten Sie Ihrem Herzen zuliebe auf Zigaretten. Eine präventive Untersuchung der HerzKreislauf-Gesundheit sollte bereits ab dem 40. Lebensjahr regelmässig vorgenommen werden.

In die Rotpunkt Apotheke zum HerzCheck® Über 100 Rotpunkt Apotheken haben Ihre Türen für Sie von Montag bis Samstag geöffnet. Den HerzCheck® führt für Sie eine spezifisch geschulte Fachperson im separaten Sprechzimmer mit Ihnen durch. Für eine Übersicht der Rotpunkt Apotheken, welche den HerzCheck® anbieten, scannen Sie den QR-Code oder gehen Sie zur untenstehende URL: rotpunkt-apotheken.ch/serviceleistungen/ herzcheck

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40 | 28.6.2021 | GENUSS

Coole Dinger

Himbeer-Cheesecake, Kaffee-Brownies oder ­Limetten-Avocado-Törtchen: Diese süssen ­ erführungen kommen ohne Ofen und Backen aus. V Text: Pia Teichmann Bilder: Migusto

TIPP

Mini-HimbeerCheesecake Zutaten für das Dessert; ergibt 4 Stück, für 4 Silikon-­Muffinförmchen à 6 cm Ø 120 g Cashewkerne 150 g Himbeeren oder andere Beeren 30 g entsteinte Datteln ½ Blondorange 40 g Mandeln 20 g Flakes & Pops 1 Zweig Pfefferminze Zubereitung 1. Cashewkerne in lauwarmem Wasser

über Nacht einweichen. 2. Am Zubereitungstag Cashewkerne abgiessen und abtropfen lassen. Einige der Himbeeren für die Garnitur bei­ seitestellen. Restliche Himbeeren mit dem Stabmixer pürieren. Püree durch ein Sieb streichen. Nach Belieben etwas der Himbeersauce für die Garnitur ­beiseitestellen. Die Hälfte der Datteln hacken. Datteln, Cashewkerne und ­restliches Himbeerpüree mit dem Stabmixer fein pürieren. Kühl stellen. 3. Von der Orange die Schale abreiben. Orange auspressen. Restliche Datteln mit Mandeln, Flakes & Pops, Orangenschale und -saft im Cutter hacken. Masse in mit Papierförmchen aus­gelegte Muffinformen verteilen. Am Rand etwas hochziehen und andrücken. Himbeer-Cashew-Masse darauf ver­ teilen, im Kühlschrank 2–3 Stunden fest werden lassen. Nach Belieben mit Himbeeren, Himbeersauce und Pfefferminzblättchen anrichten.

Für eine gluten­freie Alternative Flakes & Pops durch glutenfreie Haferflocken ersetzen.


GENUSS | 28.6.2021 | 41

Kaffee-BaumnussBrownies Zutaten für das Dessert; ergibt 16 Stück, für 1 Form à 10 × 12 cm 40 g entsteinte Datteln 60 g gemahlene geschälte Mandeln 30 g weisses Mandelmus 2 EL veganes Kakaopulver 1 Prise gemahlener Kaffee 1 Prise Salz 20 g Baumnüsse

Das Mandelmus ­eignet sich gut für die Herstellung von veganen Brownies. Es sorgt für die ­Bindung und schmeckt nussig fein.

Zubereitung 1. Datteln klein schneiden, mit

Mandeln und Mandelmus im Cutter ganz fein hacken. Etwas Kakaopulver für die Garnitur beiseitestellen. Kaffee, Salz und restliches Kakaopulver dazugeben. Masse aus dem Cutter nehmen und beiseitestellen. Baumnüsse grob hacken und mit der beiseitegestellten Masse verkneten. Falls der Teig zu krümelig ist, wenig Wasser zugeben. Teig in ­einer Form verteilen und alles gut andrücken. Im Kühlschrank ca. 2 Stunden fest werden lassen. 2. Brownie-Masse aus der Form stürzen. Mit beiseitegestelltem Kakaopulver bestreuen und mit einem scharfen Messer in ca. 3 × 2 cm grosse Stücke schneiden.

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Limette-AvocadoTörtchen Die glutenfreien Böden werden mit Avocadocreme, Limette und getrockneten Aprikosen zu veganen Törtchen. Die ­Böden lassen sich vier bis fünf Tage im Voraus zubereiten.

Mandel-DattelOrangen-Konfekt Das vegane Konfekt ist ohne Backen schnell und einfach gemacht. Es schmeckt zu Tee, Kaffee oder als Dessert und ist ideal als kleines ­Mitbringsel.

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Das Konfekt kann gut 4 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und lässt sich auch einfrieren. Alle Rezepte auf migusto.ch


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des warmen Thermalwassers entstanden. Die bereits vor über 2000 Jahren gegründete antike Stadt Hierapolis liegt direkt neben den Terrassen von Pamukkale und war zu Zeiten der Römer das grösste Kur- und Kulturzentrum Kleinasiens. Am nächsten Tag geht Ihre Reise zurück in Ihr Badeferienhotel. Unterwegs Einblick in eine Teppichschule, wo Ihnen das traditionelle Handwerk vorgeführt wird. Ankunft in Ihrem Hotel am Abend.

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GENUSS | 28.6.2021 | 43

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Der Kaffee ist nach dem Filtern ca. 2 Tage im Kühlschrank halt­ bar. Die Dattelmilch sollte innert einem Tag konsumiert werden.

Zubereitung 1. Am Vortag Wasser in

eine Flasche oder Karaf­ fe füllen. Kaffee hinein­ streuen, schütteln und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. 2. Am Zubereitungstag den Cold-Brew in einen Kaffee­ filter mit Filterpapier gies­ sen und durchlaufen lassen. Datteln halbieren, entsteinen und hacken. Mit etwas Man­ delmilch mit einem Stabmixer fein pürieren. Restliche Milch dazugiessen und nochmals aufmixen, bis sich Schaum ­bildet. Milch in Gläser vertei­ len. Mit Cold-Brew auffüllen. Ideales Mischverhältnis: 2 Teile Milch, 1 Teil Cold-Brew. Nach Belieben mit Eiswürfeln servieren.

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1. Eier und Milch in einer kleinen Schüssel verquirlen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. 2. Die Butter in einer grossen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Eiermischung in die Pfanne giessen und bei mittlerer Hitze ca. 3–4 Minuten stocken lassen, dabei gelegentlich mit einem Pfannenwender umrühren. Die Pfanne vom Herd nehmen und das Rührei 5 Minuten abkühlen lassen. 3. Jede Tortilla mit 50 g Frischkäse bestrei­ chen und dabei rundherum einen Rand von 2 cm frei lassen. Jeweils mit einer Schicht Räucherlachs belegen. Das Rührei gleichmässig auf die Tortillas mittig verteilen und mit den Avocadoscheiben belegen. Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen.

Weitere Rezepte unter www.pancho­villa.ch Erhältlich bei Migros

4. Je eine Seite der Tortillas etwa 2 cm über die Füllung falten und fest zusammen­ rollen, um die Füllung vollständig zu um­ schliessen. Jede Fajita halbieren und mit den Limettenschnitzen servieren. Tipps: Für scharfes Rührei eine fein gehackte rote Chili oder eine Prise scharfe Chilisauce hinzufügen. Für Tortillas ohne Fisch kann statt Lachs geräucherter Schinken verwendet werden.


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HANDYKAMERAS | 28.6.2021 | 47

Besser knipsen Ruhe bewahren Wenns pressiert, gelingt höchstens ein Schnappschuss, aber ­ kein gutes Bild. Für schöne Fotos halten Sie das Smartphone quer mit beiden Händen fest. Im Optimalfall stützen Sie sich mit den Ellenbogen ab oder legen das Handy auf eine flache Oberfläche. Alternativ verwenden Sie ein ­Stativ. Entsprechende Helfer sind bei Digitec oder Melectronics ab rund 30 Franken erhältlich.

Das grosse Potenzial von SmartphoneKameras wird nur selten ausgenutzt. Das Migros-Magazin liefert zehn Tipps, wie man mit dem Handy schönere Fotos macht. Text: Reto Vogt

Es klingt banal, kann aber ein ­entscheidendes Detail sein: Die Linsen von Smartphone-Kameras sind meistens schlecht geschützt und werden im Hosensack oder in der Handtasche oft schmutzig oder staubig. Deshalb hilft es, vor dem Fotografieren mit einem Mikrofasertuch oder dem T-Shirt kurz drüberzuwischen.

Um ein Foto zu machen, drücken viele Nutzerinnen und Nutzer ­intuitiv auf den «Auslöseknopf», der auf dem Bildschirm eingeblendet wird. Weil es so fast nicht möglich ist, das Handy ruhig zu halten, kann bei den meisten ­Geräten auch mit der Lautstärke­ taste «abgedrückt» werden. So bleibt die Stabilität gewährleistet.

Bild: GettyImages

Apps kennen Instagram und WhatsApp sind beliebte Kamera-Apps – zu ­Unrecht. Die Qualität leidet, wenn diese und andere Apps zum Fotografieren genutzt werden. In ­jedem Fall sind die Standard-­ Kamera-Apps von iPhones und ­Android-Geräten besser. Noch mehr Möglichkeiten bieten zum Beispiel die Apps «Halide Mark II – Pro-Kamera» für iPhones oder «Camera MX» für Android-Geräte.

Grenzen kennen Obwohl Smartphone-Kameras immer besser werden, haben sie gegenüber herkömmlichen Digitalkameras Nachteile. Die grösste Schwäche ist die Zoom-Funktion. Moderne Handys verfügen zwar über mehrere Kameras und damit über einen echten «optischen» Zoom. Wer von den Standardvorgaben abweicht und mit den Fingern heran- oder wegzoomt, nutzt den «digitalen» Zoom, der nur ­simuliert bzw. von der Software berechnet wird. Darauf sollte man deshalb verzichten, da er die ­Fotoqualität spürbar mindert.

Linse abwischen

Display meiden

scheint. Jetzt ist der Autofokus gesperrt, bis Sie erneut auf den Bildschirm tippen.

Serien schiessen

Mit wenigen Tricks werden die Handyfotos besser.

Blitz ignorieren Bei 99 von 100 Fotos macht der Blitz Handyfotos nicht besser, sondern schlechter. Er ist nicht stark genug, um weit entfernte Objekte richtig zu beleuchten oder schwache Lichtverhältnisse aufzuhellen. Auch bei Porträt­ aufnahmen schadet er in der ­Regel, da die Gesichter nicht richtig aufgehellt werden. Schalten Sie deshalb den Blitz standardmässig immer aus.

Raster aktivieren Meistens wird das Hauptmotiv ­intuitiv in der Bildmitte platziert, was Fotos oft langweilig und un­ interessant macht. Um Spannung und Dynamik zu erzeugen, kann die sogenannte Drittelregel ­angewandt werden. Dazu können

Sie in den Kameraeinstellungen ein Raster einblenden und das Objekt an den Schnittpunkten platzieren. Darüber hinaus unterstützen Sie die Hilfslinien wie eine Wasserwaage dabei, das Handy gerade am Horizont auszurichten.

Fokus wählen Die meisten Smartphone-Kameras fokussieren automatisch in der Bildmitte, das bedeutet, dass das Bild dort am schärfsten ist. Um das zu vermeiden, können Sie mit einem Fingertipp auf die gewünschte Stelle den Fokus ­ändern und manuell setzen. Wird das Handy bewegt, setzt es den Fokus allerdings automatisch wieder in die Bildmitte. Um das zu verhindern, tippen und halten Sie den Finger aufs Display, bis der Hinweis AE/AF-Sperre er-

Der schnellste Weg zum besten Foto ist häufig, das Beste aus 200 Aufnahmen auszuwählen. Dabei hilft der «Burst mode»: Längeres Drücken des Auslösers schiesst rund zehn Fotos pro Sekunde und lässt Fotografinnen und Fotografen anschliessend das mit dem schönsten Lächeln, der perfekten Szene oder dem schönsten Licht auswählen und die anderen einfach wieder löschen. Bei iPhones muss die Option «Lauter für Serie verwenden» zuerst unter Einstellungen/Kamera aktiviert werden, um auf der Lautstärketaste Serienaufnahmen machen zu können.

Die beste Handykamera Smartphone-Kameras mit mehr Megapixeln schiessen nicht automatisch bessere Fotos. Wichtiger ist das optimale Zusammenspiel von Hard- und Software, also von Kamera und App. Von Vorteil ist, wenn das Handy mehrere Kameras hat. Die besten Handykameras haben im Moment die aktuellen Geräte von Apple, Huawei, Samsung und Xiaomi. MM


Der Sieger bei der EM 2020 heisst: Neo QLED. Der Samsung Neo QLED läutet eine neue Ära der Bildqualität ein und macht diese EM unvergesslich. Extrem schlank und zeitlos schön bietet er satte Farben und starke Kontraste in ultrascharfer Auflösung – für Bilder so echt wie das Leben.

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KOLUMNE | 28.6.2021 | 49

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Die Zehn-vor-zehn-Regel STADT, LAND, STUTZ Einer Pendlerin oder einem Pendler kann eigentlich nichts Schlimmeres passieren, als sich mit einer Schulklasse im gleichen Waggon zu befinden. Gerade kurz vor den Sommerferien steigt die Gefahr – da muss das Reisli noch irgendwie reingequetscht werden. Es ist ratsam, bereits am Bahnhof sehr aufmerksam zu sein. Stehen ungewöhnlich viele kleine Menschen mit Dächlikappen beieinander? Sofort in einen anderen Sektor! Ich liebe ja Kinder. Aber ich habe für mich die Zehnvor-zehn-Regel definiert – über zehn (Kinder) vor zehn (Uhr morgens) geht gar nicht. Das Schlimmste ist, dass alle so nervös sind. Ist ja auch klar: Schulreisli ist nicht alle Tage. Man hat tonnenweise Eistee und Pommbären im Rucksack, ist von oben bis unten mit Sonnencreme eingeschmiert, und schon nur die Frage, mit wem man das Viererabteil teilt, ist weltbewegend. «Luca,

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

Luca, Luca!», hept es durch den Waggon. «Sie, Frau Hübscher!», ruft immer jemand. Und einer kniet verkehrt im Sitz, um mit den Gspändli hintendran zu quatschen. Bei manchen Kindern hat man die berechtigte Angst, dass ihnen schlecht wird. Die sind schon fast so grün im Gesicht wie die Gummischlange, die ihnen aus dem Rucksack hängt. Auch die Lehrpersonen wirken immer ­maximal unentspannt. Vor allem beim Ausund Umsteigen. Sie eskortieren die Kinder aus dem Verkehrsmittel und zäunen sie auf dem Perron ein wie Hirtenhunde ihre Schafe. Dabei ist der Lärmpegel immer noch wahnsinnig hoch. Die Lehrpersonen, die privat nicht so oft mit dem ÖV verkehren, suchen mit verunsichertem Blick das richtige Gleis. Man selber versucht derweil, sich einen Weg durch die Dächlikappengruppe zu bahnen, und spielt mit dem Gedanken, sich zum Trost eine Tüte Pommbären zu kaufen. MM

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50 | 28.6.2021 | MINENRÄUMUNG

«Die Schicksale der Menschen in Kriegen, die Hintergründe von Konflikten interessieren mich.» Katrin Stauffer


MINENRÄUMUNG | 28.6.2021 | 51

Ein Bombenjob Es war ein Rasenmäher, der den Ausschlag gab. Katrin Stauffer wurde zur unerschrockenen Kampfmittelbeseitigerin. Heute berät sie die Uno und fürchtet vor allem um das Leben ihres Liebsten. Text: Marcel Huwyler  Bilder: Pia Neuenschwander

A

uf ihrer Suche nach versteckten Minen findet Katrin Stauffer manchmal auch lang vermisste Antworten. So wie 2011, im Dschungel von Laos, als ihr Metalldetektor einen aussergewöhn­ lichen Fund im Boden signalisiert. Keine Mine, keine Fliegerbombe – ein Schleuder­ sitz. Vermutlich von einem im Vietnamkrieg abgestürzten US-Kampfflugzeug. Der Pilot gilt seit 1969 als vermisst. Aber erst 42 Jahre später, dank der Schweizer Kampfmittel­ beseitigerin, kann eine Familie in den USA mit der Geschichte abschliessen. Endlich weiss sie, was mit ihrem Sohn und Bruder geschehen ist. «Solche Ereignisse – die Schicksale der Menschen in Kriegen, die Hintergründe von Konflikten – interessieren mich», sagt Katrin Stauffer (43). Sie trägt eine Wind­ jacke, das lange Haar offen und spaziert an diesem Nachmittag über die Grünanlagen auf der Berner Allmend. Sie ist zu Besuch bei ihrer Mutter, bevor sie in ihr neues Zuhause zurückreist, zu ihrem Freund nach England. Es knattert, der Platzwart der Allmend mäht eben den Rasen. Stauffer lacht. So habe alles begonnen. Mit einem Rasenmäher. Ameisen und ein Sack voller Blindgänger Es ist im Jahr 2007, Stauffer ist damals 29,

Oben: Katrin Stauffer bei der Ankunft in einem kongolesischen Dorf, wo sie ein Minenräumteam besucht. Links: So war Katrin Stauffer bei ihren Einsätzen als Minenräumerin ausgerüstet.

hat eine Agentur für Grafikdesign und merkt: Das kann es doch nicht gewesen sein im Le­ ben – Reklame für Rasenmäher zu machen. Im TV sieht sie einen Dokumentar-film über die Entschärfung von Weltkriegsbomben und weiss: Das will ich auch machen. In der Schweiz bildet nur die Armee Kampfmittel­ beseitiger aus, also macht Stauffer – als 30-Jährige – die Rekrutenschule und dann die Spezialausbildung. Zehn Jahre arbeitet sie anschliessend für die Schweizer Armee in Laos und im Kongo, ist verantwortlich für die komplizierte Ver­ nichtung von Munition und bildet lokale Mitarbeiter aus. Lehrt diese, wie man Minen räumt, auf dem Boden liegend, mit der lan­ gen Metallnadel tastend, nur geschützt mit Helm, Visier und Keflar-Weste. Angst hat sie keine, Respekt eine Menge. Gefährlich wird es nur, wenn etwa ein laotischer Bauer einen Sack Blindgänger in ihr Büro stellt. Oder als

ein fahrlässiger Mitarbeiter die Räumgasse verlässt – und Gliedmassen sowie Augen­ licht verliert. Stauffer muss auch allerlei Getier trotzen. In ihr Tagebuch schreibt sie: «Ameisen in den Haaren. Ameisen in den Ohren. Es gibt sie in Gross und Rot. In Gross und Schwarz. In Klein und Braun. Und alle haben nur ein Ziel: meine Unterhose.» Doch Widrigkeiten stacheln die Bernerin an. «Gebt mir Proble­ me, heikle Umstände und setzt mich mitten hinein, dann blühe ich auf.» Und nein, sie sei keine Weltverbesserin, «ich will einfach nur verstehen, wie die Welt funktioniert, ­warum es Krieg gibt und unter welchen Be­ dingungen Frieden.» Ein Trick hilft gegen die Angst

Vor vier Jahren tritt Katrin Stauffer «in die zweite Reihe zurück», sie will mehr be­ ratend und weniger operativ tätig sein. Sie gründet ihre eigene Firma Riskey, die sie inzwischen von England aus leitet, und kümmert sich als Expertin für Kampfmittel­ beseitigung um Projektmanagement, Schu­ lung, Monitoring, Strategien. Ihre Mitar­ beiter sind in Asien und Afrika tätig. Stauffer berät die Uno und Staaten, deren Böden noch immer minenverseucht sind. 2019 ­wurden dadurch weltweit 5554 Menschen verletzt oder getötet. Und dann ist da noch Alex in ihr Leben getreten – bei der Arbeit. Ein ehemaliger britischer Soldat. Der Mann aus der Nähe von London, der vom Bildschirmschoner auf ­Katrins Handy lacht und sie zur Geniesserin von Black Pudding gemacht hat, ist ebenfalls Kampfmittelbeseitiger. Nur noch extremer. Er entschärft «improvisierte Munition», all die wild zusammengebastelten Sprengfallen, wie sie Aufständische im Irak oder in Syrien verwenden. «Zugegeben, wenn Alex zu ­einem Auftrag reist, habe ich Angst», sagt Katrin Stauffer. Wie geht man als Paar damit um? Wie hält man diese andauernde Un­sicherheit aus und dieses Es-könnte-dasletzte-Mal-sein? «Kaum aus dem Haus, ­rufen wir einander wieder an oder schreiben uns. So fühlen wir uns gar nie getrennt.» Das sei nämlich der Trick in ihrem Bombenjob, sagt sie: «Sich gar nicht erst zu verabschie­ den, wenn man zur Arbeit geht.» MM


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54 | 28.6.2021 | MIGROS BASEL

MUSIK

Blues auf den Gassen Das Summerblues ­Basel 2021 findet statt! Und das gleich zwei Mal. Seit über zehn Jahren fiebern Bluesfreunde dem Beginn der Schulsommer­ ferien entgegen, denn sie wissen, dass zum Auftakt der Ferienzeit ein ganz besonderer Anlass im Kalender steht: «Summerblues Basel». In diesem Jahr findet das «Glaibasler Bluesfescht» aber erst am 20. August statt. Am Bindelidaagsfrytig, dem 2. Juli, wird jedoch der Final der «Swiss Blues Challenge» ausgetragen: Live können nur die Gewinner der Ticketverlosung dabei sein, in Zusammenarbeit mit Telebasel wird aber der ganze Abend im Online-Streaming live übertragen. Infos: summerblues.ch

Die Schauspielerin Melina Kleiner verkörpert die Alice im Stück «Alice im Wunderland».

Alice im Park Auch während der Sommerferien bespielt das Theater Arlecchino wieder die Arena im Park im Grünen. Vom 3. Juli bis 15. August ist «Alice im Wunderland» zu sehen. Text: Selina Meyer

A

n einem heissen Sommertag verfolgt Alice ein weisses Kaninchen bis ins Wunderland. Sie begegnet einer Vielzahl sonderbarer Wesen, die ihr nicht immer wohlgesonnen sind. Durch einen Trank wird sie plötzlich riesengross und dann wieder klein. Sie macht Bekanntschaft mit einer fahrenden Raupe und einer grinsenden Katze und nimmt an einer verrückten Teeparty mit einem Hutmacher, einer Haselmaus und einem März-

hasen teil. Später trifft Alice auf die stets unzufriedene Herzkönigin und einen Spielkarten-Soldaten. Als Alice an einem eigenartigen Croquetspiel der Königin teilnimmt, die ihre Untergebenen bei jeder Gelegenheit mit dem Köpfen droht, findet sie sich plötzlich auf einer Anklagebank wieder. Mit ­dieser spannenden Geschichte nimmt das Theater Arlecchino die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine wundersame und unterhaltsame Reise mit.

Das Stück «Alice im Wunderland» wird von Samstag, 3. Juli, bis Sonntag, 15. August, um 14 und 16 Uhr in der Arena im Park im Grünen in Münchenstein gespielt. Samstag ist Ruhetag mit Aus­ nahme vom 3. Juli. Der Eintritt ist ­gratis, der Austritt nach Belieben. Um frühzeitige Online-Platz­ reservation wird gebeten. Bei un­ sicherem Wetter informiert die Website jeweils ab 12 Uhr über die Durchführung. MM Infos und Tickets: theater-arlecchino.ch

FERIENPASS

Ein Sommer voller Action Vom 26. Juli bis 15. August bietet der ­Ferienpass Laufental-Thierstein den Kindern und Jugendlichen in der Region zahlreiche spannende Aktivitäten. Vom Höhlenvermessen über Cake-Pops-Herstellen

bis hin zum Westernreiten: Beim Ferienpass ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die zweite Anmeldephase läuft vom 15. Juni bis zum Ende der Sommerferien. Weitere Infos: ferienpass.ch


28.6.2021 | 55

s ro

ig el M s Ba

Sommer im Glace-Becher Seit bald 70 Jahren perfektioniert Gelati Gasparini die Glacekunst. Ihre Baselbieter «Aus der Region. Für die Region.»-Chirsijoghurt-Glace gibts neu in der Migros Basel. Text: Moritz Weisskopf  Bilder: Barbara Sorg

M

an kennt sie in der Region dank ihrer rechteckigen Schoko-Banane-Glace­ stängel oder ihrer legendären Zolli-Cornet: Gelati Gasparini. Das vor rund 70 Jahren gegründete Unternehmen hat sich schon längst mit seinem unverkennbaren Retro­ design und den speziellen Aromen ­einen Namen gemacht und Kultstatus erreicht. Wer erinnert sich nicht an die Zolli-Cornets oder erfreut sich in der Badi an den Glacestängel der Sorte Banane-Chocolat? Inzwischen sind es viele Sorten mehr geworden. Darunter Klassiker, aber auch exo­ tische Varianten wie Pepita oder Mango-Passionsfrucht. Das Unternehmen produziert jedoch nicht nur Glace, sondern bietet seit vielen Jahren Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Arbeitsplätze. Die Gesellschaft für Arbeit und Wohnen (gaw), die Gelati Gasparini 2002 übernahm, legt dabei grossen Wert auf die manuelle Herstellung von Glace. Deswegen ist es auch wichtig,

dass Gelati Gasparini eine Glace-­ Manufaktur ist und kein industrieller Betrieb. Ge­rade rechtzeitig sind die Kultstängel und -becher von Gelati Gasparini jetzt im Kühl­regal der ­Migros Basel zu finden. Denn was wäre der Sommer ohne Glace? Chirsi treffen Glace

Neben Vanille, Chocolat und Erdbeer gibts nun auch Chirsijoghurt im 480-ml-Becher – sowohl mit Baselbieter Chirsi wie auch regionaler Milch, weshalb die Glace auch das ­Label «Aus der Region» trägt. Wie keine andere Frucht stehen die ­knallroten Kirschen für den Sommer in der Region. Kein Wunder hat Gasparini hier eins und eins zusammen­ gezählt und diese zwei Favoriten kombiniert: Seit diesem Sommer sind die Baselbieter Chirsijoghurt-Glaces im 480-ml-Becher in den Filialen der Migros Basel erhältlich. Sahnig-cremig und frisch und fruchtig zugleich ­versüssen sie einem im praktischen Becher die heissen Monate. MM

Feine Gasparini-Glace in der neuen Sorte Chirsijoghurt.

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RÄTSEL | 28.6.2021 | 59

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.7.2021, 24 Uhr Gewinner Nr. 24 Hauptpreis: Heidi Frank, Emmenbrücke LU; Ivana Ljubetic, Flawil SG Zusatzpreis: René Meier, Bern; Rahel Baumgartner, Affoltern am Albis ZH Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.7.2021, 24 Uhr


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RÄTSEL | 28.6.2021 | 61

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn man keinen Erfolg hat, kommt man auf keinen grünen … H Baum

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A Zweig

Was kann auf dem Menüplan stehen? E Stosshafer

N Rollgerste

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Hüpfweizen

Wo hat die Niesenbahn ihren Ausgangspunkt? S Thun

Z Mülenen

D Spiez

Welches Land ist mit Abstand der grösste Palmölproduzent? E Indonesien

R Honduras

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1 1

Mit wem stand Galileo Galilei im Briefwechsel? G Johannes Kepler

L Isaac Newton

N Nikolaus Kopernikus

Welche «Opernsängerin» wurde als «Diva der falschen Töne» bezeichnet? E Florence Foster 1

2

3

M Montserrat Caballé T Maria Callas 4

5

6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

3

E

3 1 4 5 1

2 2

3 3

4 4

5 5

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 25

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5

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.7.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 25

koche ich heute?

4 2

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.7.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 25

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So nehmen Sie teil:

H Österreich

Schweiz

2

Lösung: Lösung:

N Thailand

Woher stammt der Chef «aller wissenschaftlichen Missionen» der NASA? S Deutschland

ALLERLE I A NWE S E N D ANF L EHEN CORNE L I A BORUSS I A GAL L ERTE BOTSUANA L I N O L E UM D E Z I MA L E LOG I E ORO E I SKANAL E I S AR P O EL M LANG RU S K I WA C H S SENFGLAS R N EE R DG LA S O EE N TE AEHL TON WR U KANTON WO L L E R A U

B U S T P U P I E W A E R S Paroli

A L I M E Lösung Nr. 25 N T E ASIEN

W E I N L E S E

Z U G Z E R E I A R R S T A B T E E C H T R Quiz O Lösung Nr. 25 S A HABICHT

Sudoku Gewinner Nr. 24

Paroli Gewinner Nr. 24

Quiz Gewinner Nr. 24

Werner Bregenzer, Herisau; Stéphane Herren, Le Landeron NE

Chiara Schöpfer, St. Antoni FR; Charles-Henri Ludwig, Hausen AG

Helen Weder, Buchs SG; Thomas Kuechler, Zürich


62 | 28.6.2021 | MILOVE

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«Wir waren beide zu schüchtern»

Mirjam Mächler und Philipp Brühwiler begegnen sich jahrelang immer wieder. Mal am Flughafen, öfter an der Migros-Kasse und an ­Philipps ­Arbeitsplatz. Obwohl sie sich voneinander ­angezogen fühlen, dauert es, bis schliesslich Mirjam den ersten Schritt macht.

irjam Mächler arbeitet im Sommer 2013 während ihrer ­Semesterferien in der Migros-Filiale in Aadorf TG. In der Mittagszeit springt sie ­ an der Kasse ein und e­ rschrickt, als plötzlich Philipp Brühwiler vor ihr steht. Sie kennt ihn vom ­Sehen: Er arbeitet in derselben Firma wie ihr Vater. Zum ersten Mal hat sie Philipp 2010 an ­einem seiner Inlinehockeyspiele ge­ sehen und 2012 ein zweites Mal am Flughafen in Mallorca. «Wir haben uns damals zwischen all den Reisenden angesehen, und ich habe sofort diese Verbindung

zu ihm gespürt», erzählt Mirjam heute. «Aber wir waren beide zu schüchtern, uns anzusprechen.» Ein Problem, das die beiden begleiten wird. Auch an der Mi­ gros-Kasse kommt es zu keinem Gespräch, wie Philipp sagt. «Ich war schon damals am Flughafen hin und weg von Mirjam und stellte mich deswegen immer an ihrer Kasse an, auch wenn da ­viele Leute waren.» Obwohl sich Philipp dauernd vornahm, etwas zu sagen, getraute er sich im ­entscheidenden Moment nicht. «Ich war wie blockiert.» Genau wie Mirjam: «Mehr als Hoi und Ciao habe ich nie zu ihm gesagt.»

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Text: Manuela Enggist

Er über sie: «Mirjam macht mich unglaublich glücklich. Sie versteht mich in jedem Moment, und ich kann wirklich von ­Herzen sagen: Sie ist meine ­bessere Hälfte.» Die beiden laufen sich auch nach Mirjams Semesterferienjob ­häufig über den Weg. Mal an Philipps Arbeitsplatz, mal im Fitnesscenter. Sie grüssen sich dann, mehr nicht. Bis Mirjam zwei Jahre nach ihrem Semesterferienjob in Philipps Geschäft aushilft und ihn fragt, ob er mit ihr auf den Vitaparcours komme. «Ich dachte, dass er sich ­sowieso nicht für mich interessiert, weil er nie einen Schritt auf mich zuging. Also hatte ich nichts zu verlieren.» Fünf Tage nach ihrem ersten Date sind sie ein Paar und acht Monate später verlobt. MM


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Bilder: zVg

Philipp (29) und Mirjam Brühwiler (29) haben 2018 geheiratet und leben mit ihrem Sohn, 20 Monate, im Raum Hinterthurgau. Philipp arbeitet noch immer als Logistiker im selben Unternehmen. Mirjam ist Kindergärtnerin. Die beiden sind auch heute noch ­zusammen auf dem Vitaparcours unterwegs.

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