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Migros-Magazin-26-2019-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migrosmagazin.ch | MM26, 24.6.2019

Sommerserie Migros-Freizeitparks: Rüschlikon Seite 48

Bademythen im Faktencheck Seite 32

Der Basler Patrick ­Burgermeister ist ­Molekularbiologe

Blévita – eine unendliche Erfolgsgeschichte Seite 30

Kauderwelsch im Kinderzimmer fördert Sprachtalent Seite 59

Dieser Mann will den Tod abschaffen

Bild: Fred Merz

Mehr zum Thema Zukunft ab Seite 12

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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Kurzrezept Feta-Dip: Feta mit Creme Fraîche, Pfeffe r und etwas Olivenöl vermischen und nach Belieben mit frischen Kräutern ergänzen. Dieser Dip passt wunde rbar zu Chips, Pommes Frites oder Ofenkartoffeln.


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Kurzrezept Grillkäse-Topping: 2 Peperoncini in Ringe schneiden, mit 4 EL Olivenöl, ½ Bund gehacktem Salbei und wenig Salz mischen. Topping zum grillier ten Käse servieren.

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4 | 24.6.2019 | MEINE MIGROS

? Frage der Woche

Der Eislutscher «DeltaJet» gehört erst seit den 1980er-Jahren zum Sortiment. Vorbild für seine Form war nicht die Mondrakete, sondern das Space Shuttle. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder auf migros.ch/ kundendienst

Szene aus «Der ­Unschuldige»: Der Schweizer Film über gruslige ­Erlebnisse einer ­Forscherin läuft am Festival Nifff.

Neue Migros-Tochter

Noch mehr Auswahl für Veganer Der M-Industriebetrieb Elsa übernimmt die niederländische Firma «SoFine Foods», die vegane Produkte herstellt – vom Schnitzel, Hamburger oder Nugget bis zum fertigen Menü. Die Elsa kann dank dem Kauf ihr Angebot an Fleisch­ alternativen weiter ausbauen. Das entspricht dem Wunsch vieler Migros-Kundinnen und -Kunden nach rein pflanzlichen Lebens­mitteln.

LAUTLOSE LASTESEL Elektrische Cargovelos sind in ­vielen Fällen eine ökologische ­Alternative zum Auto: Mit ihnen kann man zum Beispiel einen ­Wocheneinkauf transportieren. Schon in 60 Schweizer Städten und Dörfern lassen sich die ­Lastenräder günstig mieten, im Juni kommen Biel und Brugg h ­ inzu. ­Dahinter steht die Initiative ­«carvelo», die der Förderfonds Engagement Migros unterstützt.

Fantastisch! Feen, Geister und Aliens tummeln sich vom 5. bis 13. Juli auf den Kinoleinwänden von Neuenburg. Liebhaber von Filmen jenseits des Alltags dürfen das Neuchâtel International Fantastic Film ­Festival (Nifff) keinesfalls verpassen. Das Migros-Kulturprozent fördert das Programm «Amazing Switzerland» mit einheimischen Produktionen. nifff.ch

Bilder: Ascot Elite Entertainment Group, (Food) Pia Grimbuehler, MGB Archiv, zVg

Hat die Migros ihre raketenförmige «Stängeliglace» seinerzeit wegen der ersten Mondlandung eingeführt?


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MEINE MIGROS | 24.6.2019 | 5

verschiedene Garten­schläuche hat Galaxus im Sortiment. Die Migros-Tochter ist das grösste Online-­Warenhaus der Schweiz.

Das Duttimobil Migros-Gründer Gottlieb Dutt­weiler hasste Protz. Darum fuhr er einen winzigen Fiat Topolino, den er liebevoll «Heiri» nannte. Das bescheidene Wägelchen ist heute im Verkehrshaus Luzern zu besichtigen.

Streuer mit Seeblick

Happiger Preisabschlag Ein Kilogramm Bio-Rindshackfleisch wird in der Migros 5 Franken günstiger: Es kostet neu 19 statt 24 Franken. Da schmecken die Hacktätschli gleich noch besser.

«Mirador darf auch in unserem Rustico am Lago Maggiore nicht fehlen», schreibt Leserin Barbara Haas aus Zürich zu diesem Foto. «Auch wenn der Streuer leer ist, haben wir Verwendung dafür.» Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang


6 | 24.6.2019 | AUGENBLICK

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vor der Hauptbühne des Gurtenfestivals. Die Migros ist Partnerin von 15 der schönsten und wichtigsten Festivals der Schweiz. Cumulus-Mitglieder erhalten bis zu 25 Prozent Rabatt auf Tickets.

Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Migros-Moment in Bern Magische Abendstimmung ­


AUGENBLICK | 24.6.2019 | 7


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INHALT | 24.6.2019 | 9

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INHALT

Dossier Zukunft

10  Zurück in den Iran Moderator Salar Bahrampoori wagt eine aufwühlende Reise in die Heimat seines Vaters

Redaktorin Lisa Stutz wollte ­wissen, wie sich ihr L­ eben im ­Alter darstellen wird – und holte sich Expertenrat.

Dossier Zukunft 12  Blick in die Kristallkugel Redaktorin Lisa Stutz lässt sich die Zukunft voraussagen 15  Einmal einfrieren, bitte Patrick Burgermeister träumt vom ewigen Leben 18  Die Küche von morgen Künstlich produziertes Fleisch und Dessert aus dem 3-D-Drucker: en Guete! 23  Skepsis herrscht Zukunftsangst hat Tradition 25  Bänz Friedli 26  Vegi-Tipps für den Grill 30  50 Jahre Blévita Diese Cracker sind der K ­ racher

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Allround-Künstlerin Sibylle Aeberli macht am liebsten Entertainment für die Kinder. Doch das ist längst nicht alles.

32  Spass im Nass 47  Das Handy versichern? 48  Serie: Parks im Grünen Kasperlitheater und Eselreiten im Duttipark in Rüschlikon 50  Stadt, Land, Stutz ab 52 Ihre Region       Aktionen, Reportagen, News

Bilder: Fred Merz, Sava Hlavacek

59  Lost in Translation Wenn Kinder mehrsprachig aufwachsen 60  Tortilla mit Hackfleisch 78  Meine Welt Sängerin Sibylle Aeberli

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10 | 24.6.2019 | DOKUMENTARFILM Zürich Slowenien

Österreich Kroatien Bulgarien

Die 5500 Kilometer von Zürich nach ­Teheran legte Salar ­Bahrampoori im Auto zurück.

Serbien Türkei

Zurück zu den persischen Wurzeln

Iran

Teheran

SRF-Moderator Salar Bahrampoori war ein Jahr alt, als seine Eltern mit ihm aus dem Iran in die Schweiz flohen. Nun ist er mit einer TV-Kamera im Auto zurückgekehrt – ein aufwühlendes Erlebnis. Text: Ralf Kaminski

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edankenversunken steht Salar Patrick Bahrampoori in einer burgähnlichen Ruine, 280 Kilometer südwestlich von Teheran. Mitten in der gebirgigen Steppenlandschaft hatte die Familie Bahrampoori ihren Sitz, einst umgeben von Bauerndörfern und grünen Feldern mit Bewässerung. Jetzt sind da nur noch ver­ fal­lene Mauern und Sand, viel Sand. «Es war traurig, das zu sehen», erzählt Bahrampoori ein paar Monate später. «Aber es ist auch ein Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens.» Er war ein Jahr alt, als seine Eltern 1980 entschieden, den Iran zu verlassen, kurz nach Beginn des Kriegs gegen den Irak. «Eigentlich war die Grenze da bereits geschlossen, aber die Swissair stellte einen Bus zur Verfügung. Meine Familie konnte sich Plätze sichern, musste aber fast alles zurücklassen.» Der Bus fuhr sie bis in die Türkei, von ­Ankara flogen sie dann in die Schweiz. Dort hatte sein Vater einst studiert und sich in eine Schweizerin verliebt. Nach der Heirat waren sie Ende der 1960er-Jahre ins Reich des Schahs von Persien gezogen, das sich 1979 in den ­islamischen Gottesstaat Iran verwandelte. Dank der Herkunft der Mutter konnte die ­Familie in Chur ein neues Leben anfangen. «Aber mit meinem Namen war ich natürlich ein Exot und habe das ­immer wieder zu ­spüren bekommen», erzählt Bahrampoori. Zudem lebten sie zu Hause in der persischen Kultur weiter: Es wurde Farsi gesprochen, die

Wohnung war üppig eingerichtet und überbordende Gastfreundschaft wurde grossgeschrieben. «Ich wuchs in zwei Kulturen auf, immer ein wenig hin- und h ­ ergerissen.» Als Kind war er zwei- oder dreimal im Iran, das letzte Mal 1993, mit 14. «Meinem Vater war es sehr wichtig, dass mein Bruder und ich eine Beziehung zu unserer zweiten Heimat entwickeln.» Doch dann starb er 2001 mit nur 60 Jahren an Nierenkrebs. Ein schwerer Schlag für die Familie. «Wir hörten auf, Farsi zu sprechen, und ich entwickelte eine gewisse Distanz zu meinem persischen Teil.» Die Distanz spüren

Bahrampoori machte das KV, war Ski­lehrer, hatte erste Auftritte bei Viva und kam 2013 zum SRF, wo man ihn seit vier Jahren als gut gelaunten Moderator und Redaktor von «Glanz & Gloria» kennt. Mit zunehmendem Alter begann ihn seine Herkunft wieder zu beschäftigen – die Frage, w ­ oher er kommt und wohin er gehört. Er beschloss, mit einer Kamera in den Iran zurückzukehren, ­seine Wurzeln zu erkunden, stellvertretend für ­viele Schweizer mit Migrationshintergrund. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen, bis es am 16. Januar schliesslich losging. ­Gemeinsam mit Co-Produzent und Kameramann Reto Wettstein (45) fuhr er im Auto los. «Klar, wir hätten auch fliegen können, aber das wäre mir ein zu abrupter Wechsel ge­ wesen – ich wollte die Distanz spüren.» Und

so fuhren sie rund 5000 Kilometer bis zur ­iranischen Grenze, wo ihnen ihr Auto vom Zoll abgenommen wurde, weil sie nicht die richtigen Papiere hatten. Mit einem Taxi ging es weiter nach Teheran. Gastfreundschaft und Überwachung

Wie aufwühlend und berührend die zehn Tage in der alten Heimat waren, zeigt SRF nun in einem zweiteiligen «Dok»-Film – im Herbst dürfte zudem eine etwas längere ­Version ins Kino kommen. Da ist die enorme Herzlichkeit und Gastfreundschaft von Wildfremden, die Rührung beim Wieder­ sehen von Verwandten und Orten, die für die Familie einst wichtig waren, aber auch der Ärger über Polizeikontrollen und die ­Erkenntnis, dass sie wohl ohne Unterlass unter Beobachtung standen. Sein Fazit: «Ich kenne meine persische Seite nun besser, aber weiss jetzt auch, wo mein Zuhause ist: in der Schweiz.» Was aus


DOKUMENTARFILM | 24.6.2019 | 11

Bilder: Salar Bahrampoori/SRF, iStock

«Ich kenne meine persische Seite nun besser, aber weiss jetzt auch, wo mein Zuhause ist: in der Schweiz.»

ihm geworden wäre, wenn seine Eltern ­damals im Iran geblieben wären, will er sich lieber nicht vorstellen. «Ich bin ein sehr ­freiheitsliebender Mensch.» Gleichzeitig staunt er, wie stoisch die Menschen die schwierige Situation hin­neh­ men, die Sanktionen und das Säbelrasseln zwischen dem Regime und den USA. «Sie ­haben noch Hoffnung, dass es schon irgend­ wie gut kommt. Vermutlich bleibt ihnen gar nichts anderes übrig.» Er selbst ist weniger optimistisch. «Die Spannungen waren ge­ radezu physisch spürbar, ich glaube nicht, dass es noch lange so weitergehen kann.» Trotzdem will er zurück in den Iran – auch um dem Skiteam zu helfen, das 2022 an Olympia teilnehmen will. «Ihre Mittel sind be­ grenzt, und ich würde sie gerne unterstützen.» Ob es dazu kommt, ist aber noch offen. MM Info: «Salars Reise in den Iran – Inshallah», Teil 1 am 28. 6., Teil 2 am 5. 7., jeweils in «Dok» auf SRF 1. Ab 24. 6. gibt es E ­ inführungen bei «Glanz & Gloria».

Salar Bahrampoori beim Skiausflug in den Bergen von D ­ arband Sar, mit Co-Produzent Reto Wettstein (rechts) und vor den Ruinen des ­Familiensitzes bei Mahallat (unten)


12 | 24.6.2019 | ZUKUNFT

Dossier Zukunft

Werde ich ...

... gesund bleiben, heiraten, reich sein? Redaktorin Lisa Stutz hat drei Fachleute in die Zukunft blicken lassen. Text: Lisa Stutz Bilder: Fred Merz

Zeitplan statt Träume

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ro Monat lege ich 1500 Franken auf die Seite», teile ich Mario Huber stolz mit. Bevor er meine finanzielle Zukunft einschätzen kann, muss er ­etwas über mich und meinen Kontostand erfahren. Der ­Präsident des Schweizerischen Finanzberaterverbands zuckt nicht einmal mit der Wimper: «Sparen Sie das alles tatsäch­ lich? Oder geht da noch etwas für Steuern, Zahnarztrechnun­ gen, Ferien weg?» Erwischt. Ich muss ihm und mir einge­ stehen, dass ich demnach nicht weiss, wie viel ich im Monat wirklich für die Zukunft spare.

Um in diese blicken zu können, müsse man genau wissen, wie viel reinkommt und wie viel wofür rausgeht, sagt Mario ­Huber. Das gelingt am besten mit einem Budget. Was mir denn so an Spar­ zielen vorschwebe, will Huber wissen. Eine Reise? Ein Haus? Eine Ausbildung? Ich erzähle ihm, dass ich gerne irgendwann Wohneigentümerin wäre. Er schätzt das als durchaus ­rea­listisch ein, was mich er­ leichtert: «Es ist gut, dass Sie ­ in jungen Jahren schon eine Vorstellung haben.» Nur müsse ich das Irgendwann noch in ­einen genauen Zeitpunkt ver­


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Mario Huber (50) ist Präsident des Schweizerischen Finanz­beraterverbands.

Illustrationen: Igor Movski

Anita Rauch (51) ist Fachärztin für Medizinische Genetik und leitet das gleichnamige Institut an der Universität Zürich.

wandeln – und Träume von Zielen unterscheiden. Huber fragt nach meinem Konsumver­ halten. Ich gönne mir gerne mal einen Coffee to go für 5 Franken, ein Kleidchen für 80 Franken – aber das ist ja nicht das, was den Braten fett macht, oder? «Doch», sagt Huber. Hier kann man sehr gut sparen: bei Klei­ dern, Freizeit, Vergnügen. Bei aller Disziplin: Schicksals­ schläge wie Erwerbsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit könnten alle Pläne über den Haufen wer­ fen, erfahre ich. Dass ich in einer kränkelnden Branche, im Jour­ nalismus, tätig bin, sei aber per se kein Risiko. Vielmehr könn­

ten Kinder meinen Finanzplan massiv durcheinanderbringen. Gut für meine monetäre Zukunft sei hingegen, dass ich an keine grossen Verpflichtungen wie Leasings, Konsumkredite oder hohe Mieten gebunden sei. Chancen sieht er in meiner ­beruflichen Entwicklung: Ich kann noch Karriere machen und bewusst sparen. Da AHV und Pensionskasse die grossen ­Unbekannten in meiner finan­ ziellen Zukunft sind, sollte ich mich bald um eine private Vor­ sorge kümmern – «da kommen Sie nicht drum herum». So steht einer goldvreneliglänzenden Zukunft nichts im Weg.

Genetisches Risiko

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rebs, Herzinfarkt, Alz­ heimer ... Die Worte spuken wie negative Schlagzeilen in meinem Kopf herum, als ich bei Frau Dr. Rauch klingle. Will ich wirklich wissen, welche Krankheiten mein Leben in Zukunft bedrohen könnten? Mit einem mulmigen ­Gefühl in der Magengegend (vielleicht ein erstes Symptom?) schüttle ich der Ärztin die Hand. Sie ist Direktorin des Instituts für Medizinische ­Genetik an der Universität Zürich und macht einen sympathischen Eindruck.


14 | 24.6.2019 | ZUKUNFT

Anhand meiner Familien­ geschichte wird sie mir eine ­Einschätzung geben, welche Ri­ siken in meinen Genen liegen. Sie legt ein weisses A4-Blatt vor sich auf den Tisch und erar­ beitet zusammen mit mir meinen Stammbaum – hinauf bis zu den Urgrosseltern und hinunter bis zu den Töchtern meines Cousins. Die Bilanz: zwei Mal Krebs mit Todesfolge, ein Mal Lippenspalte, ein Mal Schizophrenie, ein Mal Depres­ sion mit Todesfolge, ein Mal ­Tuberkulose, ein Mal Neuro­ dermitis, ein Mal schwere Be­ hinderung. Puh! Das grösste Risiko für mich sieht Frau Rauch in Bezug auf Krebs. Dass mein Grossvater und mein Onkel früh daran ­erkrankten, kann ein Hinweis auf eine genetische Veranlagung sein. Ob ich das betroffene Gen geerbt habe, könnte man an­ hand eines umfangreichen ­Gentests herausfinden. Den Grossmüttern sei Dank

Bezüglich der psychischen Krankheiten macht sie sich keine Sorgen: Da sie nur je ein Mal bei weiter entfernten Verwandten auftraten, ist mein Risiko nicht viel höher als bei anderen Men­ schen. Das Gleiche gilt für die übrigen Krankheiten. Ein gutes Zeichen ist auch, dass die eine Grossmutter erst mit 82 Jahren starb und die andere sich mit 84 Jahren noch immer bester ­Gesundheit erfreut. «Das Alter, das die Grosseltern erreichen, ist etwa das, was man für sich ­selber erwarten kann», sagt sie. Und noch eine gute Nach­ richt: Aus der Familienaufstel­ lung geht hervor, dass ich von gängigen Krankheiten wie Dia­ betes, Schlaganfall oder Herz­ infarkt eher verschont bleiben werde. Und jetzt? «Neben den genetischen Voraussetzungen kommt es darauf an, wie man sich verhält», mahnt die Ärztin. Das heisst: gesunde Ernährung, kein Nikotin, viel Bewegung. Ich gebe mein Bestes.

Pascal Stössel (54) ist Gründer und Leiter des «International Institute of Handanalysis Switzerland» in Wollerau SZ.

Freiheit zu zweit

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eine Handflächen sind ganz schwarz. Pascal Stössel hat sie mit einem kleinen Rollpinsel einge­ färbt. Nun drückt er erst meine rechte, dann meine linke Hand auf ein weisses Papier. Wie komplizierte Strassennetze sehen die Handlinien auf den Abdrücken aus. Pascal Stössel hat Tausende solcher Hand­ abdrücke in seinem Archiv gesammelt. Er ist Handanalyst – sein «International Institute of Handanalysis» betreibt moderne Hand­ lesekunst. Stössel ist überzeugt, dass die ­Bestimmung jedes Menschen in seinen ­Fingerabdrücken zu finden ist. Um heute mein Schicksal herauszufinden, sitzen wir uns in seinem bunten Seminarraum auf ­gepolsterten Bänken gegenüber. Der Hand­ analyst legt die schwarzen Abdrücke auf die Seite und nimmt meine wieder gesäuberten Fingerkuppen buchstäblich unter die Lupe. Siebenfach findet er die sogenannte Schlaufe vor, dreifach den sogenannten Tannenbogen. Ich habe keine Ahnung, was das bedeutet. Und es wäre zu kompliziert, wenn er es mir auf die Schnelle zu erklären versuchte. Er hat die Technik 1999 in San Francisco erlernt. Was ich kapiere: Es sagt etwas aus, an welchen Fingern welche Form

auftritt – mehr noch: Die Kombination ­verrät ihm meinen Lebenszweck. Stössel ­ hält fest: «Bei der Handanalyse sehe ich, ­ wie Ihr Leben im besten Fall einmal sein könnte.» Ob ich diese optimale Zukunft auch erreiche, hänge von meinen Entscheidungen und Taten ab. Und: Was sieht er in meinen Händen? ­Bestenfalls, sagt Pascal Stössel, sei ich mit 50 Jahren eine weise Frau, bei der sich andere Rat holen. Es sei meine Bestimmung, mit ­meinem Wissen zu bewegen. Für mich sei ­ es zudem am besten, wenn ich in einer har­ monischen Partnerschaft lebte. Ich sei keine Person, die allein durchs Leben gehen sollte. Trotzdem habe Freiheit bei mir Priorität. «Zusammen frei sein», fasst Stössel meine ­optimale Liebesbeziehung in Worte. An dieser perfekten Zukunft hindern könnten mich – so sagen es zumindest meine Finger – man­ gelndes Selbstvertrauen, das Vermeiden von Konfrontationen, fehlender Mut. Tatsächlich bin ich ein Beziehungsmensch, und Konflikte anzusprechen, fällt mir schwer. Steht das wirklich in meinen Händen? Ich ­betrachte meine Fingerbeeren ganz genau: Ich glaube, an meinem linken Zeigefinger ­einen Tannenbogen zu erkennen ... MM


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«Ich will den Tod bekämpfen»

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Patrick Burgermeister ist ein Verfechter der Kryonik. Der Molekularbiologe engagiert sich dafür, dass die Menschen nach ihrem Ableben tiefgekühlt und dereinst wiederbelebt werden können. Er ist überzeugt: Die medizinischen und rechtlichen Bedingungen sind gegeben – auch in der Schweiz. Text: Barbara Lukesch Bild: Fred Merz

Patrick Burgermeister, Sie sind Präsident des Vereins Cryosuisse. Man könnte auch sagen: Ihr Hobby ist der Tod. Was fasziniert Sie so an diesem Thema, dass Sie sich derart intensiv damit befassen? Ich bin Molekularbiologe und habe als For­ scher festgestellt, dass wir immer mehr Krankheiten behandeln, ja, heilen können. Mit ein bisschen, vielleicht auch ziemlich viel Fantasie komme ich zum Schluss, dass die Medizin eines Tages alle Krankheiten wird therapieren können. Da wäre es doch schade, mich heute mit einer Lebensspanne zu begnügen, die künftig als lächerlich kurz angesehen wird. So landet man unweigerlich bei der Kryonik: Es geht um eine Art Zeit­ maschine, die mich durch Einfrieren in eine Zukunft bringen kann, in der die Krankheit heilbar ist, die mich das Leben gekostet hat.

Streben Sie denn nach dem ewigen Leben? Im Prinzip schon, wobei ich lieber von «unlimitiertem Leben» spreche. Sie wollen also den Tod weder akzeptieren noch verdrängen. Ich will den Tod bekämpfen.

für immer –, lässt die einen Zuflucht in der Religion suchen und die anderen die Tatsache einfach verdrängen. Als Natur­ wissenschaftler kann ich mit beiden ­«Lösungen» nichts anfangen. Und mit ­einem Satz wie «Da kann man sowieso nichts machen» erst recht nichts.

Der Tod gehört doch zum Leben, er ist Teil unserer menschlichen Natur. Sie pfuschen ihr ins Handwerk. «Der Tod ist Teil des Lebens», «Der Tod macht Sinn», «Wir müssen Platz schaffen für Neues» – in meinen Augen sind das alles Rationalisierungen des Menschen, weil er sich mit der eigenen Vergänglichkeit abfin­ den muss. Dass wir sterben müssen, ist einer der brutalsten Gedanken überhaupt. Zu wis­ sen, dass eines Tages Schluss ist – und zwar

Mit dem Tod haben Sie sich einen gewaltigen Gegner ausgesucht. Was gibt Ihnen die Gewissheit, einen seriösen Plan zu verfolgen und keiner Fantasterei nachzuhängen? Ein konkretes Beispiel: Die Schwedin Anna Bagenholm hatte vor über zehn Jahren ei­ nen Skiunfall; sie geriet unter eine Eisplatte. Sie war über 90 Minuten lang tot, hatte ­weder Herzschlag noch Hirnströme. Und trotzdem konnte sie wiederbelebt werden. Ihre Körpertemperatur betrug 13,7 Grad

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14/01/2019 11:33


16 | 24.6.2019 | ZUKUNFT

«Unser Ziel ist es, in der Schweiz eine Lagerstätte für eingefrorene Körper einzurichten.» Patrick Burgermeister Molekularbiologe und Präsident von Cryosuisse

Molekuarbiologe, Investor, Schachspieler Patrick Burgermeister wurde 1969 geboren – «im Jahr der Mondlandung», wie er betont. Der Basler hängte nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen noch das ­Studium der Molekularbiologie an. Heute engagiert er sich ­ als Investor für Start-up-Unternehmen, die Medikamente ­entwickeln. 2015 hat er den Verein Cryosuisse gegründet, den er auch präsidiert. In seiner Freizeit spielt er Schach und Klavier, und demnächst wird er seinen ersten Marathon laufen.


ZUKUNFT | 24.6.2019 | 17

Celsius, das ist der tiefste Wert, der je bei ­einem Menschen gemessen wurde. Der Fall zeigt, wie gross der Nutzen der Hypother­ mie, also der therapeutischen Anwendung sehr tiefer Temperaturen, sein kann. In­ zwischen ist die Kühltechnologie eine ­anerkannte Methode, die etwa bei Herz­ operationen, aber auch bei schweren Ver­ letzungen nach Unfällen eingesetzt wird. Die Kälte dämmt den Blutverlust ein und verlangsamt alle anderen biologischen Pro­ zesse – man gewinnt Zeit. Diese Möglichkeit macht sich auch die Kryonik zunutze. Nach diesem Prinzip funktioniert ja auch das Social Freezing: Junge Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren, um eine allfällige Mutterschaft auf später zu vertagen. Bei diesem Vergleich wird auch das Haupt­ problem der Kryonik sichtbar: die Grösse des menschlichen Körpers. Während Ei­ zellen, Spermien und Blutzellen sich relativ einfach einfrieren und irgendwann auftauen lassen, gestalten sich beide Vorgänge beim Mensch sehr schwierig. Der Prozess des Auf­ tauens stellt das grösste Problem dar: Wie kann er gelingen, ohne irreparable Schäden an lebenswichtigen Organen zu verursa­ chen? Darüber wissen wir noch sehr wenig.

Illustrationen: Igor Movski

Es sollen bereits zwei oder drei Schweizer tiefgefroren worden sein und in den USA lagern. Welche Vorkehrungen mussten diese Menschen treffen? Interessierte unterschreiben einen Vertrag bei einer Kryonik-Organisation – da kom­ men heute vor allem zwei grosse amerika­ nische Anbieter infrage. Sie zahlen beschei­ dene Mitgliederbeiträge und schliessen eine Lebensversicherung ab, beispielsweise bei Swiss Life. Sie kommt für die Kosten des kryonischen Prozesses auf – das können bis zu 200 000 Franken sein. Was passiert im Todesfall? Wenn der Tod naht, kommt ein Stand-byTeam zum Einsatz. Im besten Fall beginnt es mit dem Kühlprozess, sobald der letzte Atemzug getan ist. Vorgängig muss aller­ dings ein Arzt einen Totenschein ausgefüllt haben. Nach und nach wird dann das Blut durch eine glyzerinhaltige Frostschutzlö­ sung ersetzt und der Körper runtergekühlt, zuerst mit Eis auf null Grad, später mit ­flüssigem Stickstoff auf minus 196 Grad. Dann wird der Körper in einem Sarg in die USA geflogen und in einer der Lagerstätten, die um die 250 Plätze umfassen, in einem Tank aufbewahrt.

Wie offen erleben Sie die Schweiz in Bezug auf Kryonik, verglichen mit anderen Ländern? Die Amerikaner sind wie immer die Vorrei­ ter. Als unser Verein ein juristisches Gutach­ ten in Auftrag gab, um die rechtliche Grund­ lage hierzulande auszuloten, erfuhren wir, dass Kryonik auch in der Schweiz gesetzlich möglich ist: Es braucht eine Patientenverfü­ gung und ein Testament; wenn der oder die Ablebende wünscht, tiefgefroren zu werden, hat dieser Wunsch Vorrang. Wie reagieren die Leute, wenn sie hören, dass Sie Kryoniker sind? Typisch schweizerisch: Man redet nicht gross darüber, sondern wechselt relativ schnell das Thema – sei es aus Desinteresse, sei es aus Unbehagen. Über den Tod spre­ chen? Was für ein Partykiller! Das eigene Ableben betrachtet man als ausgesprochen privates Thema. Hat Ihnen noch keiner gesagt, dass Sie spinnen? Nein, so direkt hat mir das noch nie jemand ins Gesicht gesagt. Davor schützt Sie vielleicht Ihr Status als Akademiker. Da fällt es einem Gesprächspartner schwerer, Sie als ... ... durchgeknallt zu bezeichnen? ( lacht ­schallend) Leuten, deren Skepsis gross ist, sage ich gern und mit einer gewissen Über­ heblichkeit: Je intensiver man sich mit dem Thema befasst, umso glaubwürdiger wird es. Laien haben ja auch wenig Ahnung, wozu ­ die Medizin heute schon in der Lage ist. Ich habe den Businessplan einer britischen Firma auf dem Pult: Sie behauptet, über eine Technologie zu verfügen, mit der sich alle Krebsarten bekämpfen lassen. Und das Beste: Die Ausführungen klingen vernünftig. Welches Anliegen ist Cryosuisse am ­wichtigsten? Unser Ziel Nummer eins ist es, auf Schwei­ zer Boden eine Lagerstätte für eingefrorene Körper zu errichten. Wir haben bereits ­potenzielle Standorte inspiziert, darunter ausgemusterte Militäranlagen. Sobald wir fündig geworden sind, werde auch ich mei­ nen persönlichen Vertrag unterschreiben, um mich auf die Zukunft vorzubereiten. Finden Sie die Vorstellung nicht grauenhaft, nach 100 Jahren im Kühltank in ­einer Welt weiterleben zu müssen, die Ihnen komplett fremd ist?


18 | 24.6.2019 | ZUKUNFT

Natürlich kann ich mir Schreckensszenarien ausmalen, wie es dann sein wird. Aber genau weiss ich es nicht. Optimistisch gestimmt, kann ich mir doch auch vorstellen, dass eine Welt, die Menschen auftaut, wohlmeinend, gar fürsorglich ist. Für mich ist die Vorstel­ lung, für immer tot zu bleiben, schlimmer als alle anderen Horrorvisionen. Es gibt ja den schönen Kryonikerwitz: Kryonik ist das Zweitschlimmste, das einem passieren kann. Für wie gross halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass die Kryonik eines Tages funktionieren wird? Sie ist grösser als null. Wer «null» sagt, nimmt eine wissenschaftlich unkorrekte Einschätzung eines Ereignisses vor, das ­ in der Zukunft liegt und keine definitive Aus­sage erlaubt. Ich bin mir durchaus be­ wusst, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, aber selbst dann ist es immer noch besser als die Aussicht auf Kremierung oder Erd­ bestattung – denn damit bin ich endgültig bei null angelangt. MM

«Nahrung wird gesünder» Eliana Zamprogna Rosenfeld, Innovationschefin (CTO) der M-Industrie, über neue Essgewohnheiten, pflanzliche Eiweissquellen und personalisierte Lebensmittel. Text: Benita Vogel

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liana Zamprogna, die Ernährungsgewohnheiten der Menschen ändern sich rasant. Was werden wir in 30 Jahren auf dem Teller haben? Werden wir überhaupt noch von Tellern essen, wie heute? Unsere Essgewohnheiten werden von mehreren Faktoren beeinflusst: von der Art und Weise, wie wir leben, von Medien und von den Technologien in der Lebensmit­ telproduktion. All dies hat sich sehr verändert. Auch die The­ men Umweltschutz, Gesundheit sowie der ethische Umgang mit Tieren spielen eine grosse Rolle. Das gemeinsame Essen zu Hause hat ausgedient? Nein, das Essen als sozialer Moment ist ein wesentlicher Teil unserer Kultur und bleibt

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Bild: Vera Hartmann

«Es wird neue Möglichkeiten geben, gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel herzustellen.» Eliana Zamprogna CTO M-Industrie

In Form von Brausetabletten? Nein, in natürlichen Lebensmit­

In der Diskussion um Nachhaltigkeit ist Fleisch ein grosses Thema. Wird es vom Menüplan verschwinden? Es wird wohl kein Lebensmittel einfach so verschwinden, auch Fleisch nicht. In naher Zukunft wird wohl die Produktion man­

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Was ändert sich konkret? Es wird ganz neue Möglichkeiten geben, gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel herzustellen. Die technologische Entwicklung ist enorm. Ein Beispiel: Durch Biosensoren werden wir unse­ ren Gesundheitszustand kon­ tinuierlich messen können; Algorithmen werden anzeigen, was wir für unser Wohlbefinden am besten essen sollten. Sport­ ler ernähren sich heute schon so. Wenn die Daten zeigen, dass ich heute Vitamin D benötige, könn­ te ich Vitamin D zu mir nehmen.

teln. Auch hier wird es neue Technologien geben. Es wird zum Beispiel daran geforscht, Eisen oder Vitamine so zu pro­ duzieren, dass der Körper sie besser aufnehmen kann. In ­einem nächsten Schritt geht es darum, Nahrungsmittel wie Joghurt, Brot oder Fleisch mit­ hilfe von neuen Verfahren so herzustellen, dass Vitamine und Eisen dort im Körper wirken, wo sie gebraucht werden. So können wir Lebens­mittel ­personalisieren.

cher Fleisch­ sorten möglich, ohne Tiere züchten zu müssen. Fleisch­ ersatzprodukte auf Pflan­ zenbasis dürften verbessert und so zu einer gleichwertigen Alternative zu Fleisch werden.

Wie stellt die M-Industrie ­sicher, punkto Technologie mithalten zu können? Wir kooperieren mit Innova­ tionspartnern und investieren in Firmen mit vielversprechenden Technologien, um mit Produk­ ten schnell am Markt zu sein. Ende 2018 beteiligten wir uns etwa an einem Start-up, das mit neuen Verfahren Eiweiss aus ­Kichererbsen herstellt. Zudem arbeiten wir mit Universitäten zusammen, etwa der ETH Zürich und Lausanne. MM

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wichtig, ebenso der Genuss beim Essen. Wir werden aber wohl weniger Zeit fürs traditionelle Kochen und Einkaufen haben.

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Gestern, heute, morgen Die Essgewohnheiten haben sich in den letzten 70 Jahren stark verändert.

Und wie in der Vergangenheit die Konservendose, revolutioniert vielleicht schon bald der 3-D-Drucker unseren Menüplan. Text: Benita Vogel

1950–1980: Währschaftes

Quellen: GDI Rüschlikon; Fachstelle Ernährung and Consumer Sciences, ZHAW; Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, www.thelancet.com  Illustrationen: Igor Movski

Wirtschaftswunder: Der Hunger aus Kriegszeiten ist passé, der wirtschaftliche Aufschwung beginnt. Der Kühlschrank als neues Haus­ gerät ändert das Einkaufsverhalten. Intensive Tier-, Pflanzenzucht und neue Düngemittel steigern die Produktivität der Landwirtschaft.

Cola aus der Dose: Üppige Mahlzeiten werden zum Statussymbol: Fleisch ist ein Muss. Tiefkühl­ produkte wie Fischstäbchen und auch Fertiggerichte werden populär. Cola und Ketchup sind bald Verkaufsschlager. Mit Pasta wird die Küche internationaler.

1980–2000: Fast Food Wohlstandsgesellschaft: Essen soll schnell gehen und satt machen. Ende der 1970er-Jahre eröffnen die ersten Fast-Food-Restaurants in der Schweiz. Der Gebrauch der Mikrowelle befeuert den Fast-Food-Trend. Gleichzeitig werden Ernährungs- und Gesundheitsfragen zum Thema. Nach

Lebensmittelskandalen und Seuchen wie BSE und Schweinepest rücken Bio- und Vollwertkost in den Fokus. Lightprodukte: Im Kampf gegen die Wohlstandspfunde entwickelt die Industrie die ersten fettarmen Lightprodukte.

2000–2020: Nachhaltigkeit Bio wächst: Lebensmittel sollen nicht mehr nur Energie liefern, sondern auch die Gesundheit stärken. Lebensmittel werden funktionell. Mit der Ausbreitung der Rinderkrankheit BSE wird das Thema Lebensmittelsicherheit wichtig. Der Bioanteil wächst kräftig.

Gemüse – nicht nur als Beilage: Immer öfter wird unterwegs ge­gessen. Vegi-Mahlzeiten mit Superfood wie Quinoa gewinnen an Beliebtheit, Gemüse entwickelt sich generell zur vollwertigen Mahlzeit. Die Globa­ lisierung macht sich auf dem Teller bemerkbar, z. B. in Form von Sushi.

2020–2050: Hightech Hightech für Lebensmittel: Neue Technologien werden die Nahrungsmittelproduktion ver­ ändern. Ein wichtiger Trend ist die personalisierte Ernährung. Auch die Entwicklung von künstlich erzeugtem Fleisch und pflanzenbasiertem, veganem «Fleisch».

Desserts aus dem 3-D-Drucker: Insekten als Appetitanreger, Getränke als individualisierte Vitaminbomben, Fleischstücke, hergestellt aus künstlichen Zellen, und Desserts aus dem 3-D-Drucker – so könnten Mahl­ zeiten in 30 Jahren aussehen.


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Trübe Aussichten?

Viele Menschen im Westen sind verunsichert und fürchten die Zukunft. Doch Endzeitstimmung gab es schon immer. Text: Michael West

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tomraketen schlagen ein; gewaltige Rauchpilze steigen in den Himmel. Auf der ganzen Welt sinken Städte in Schutt und Asche. Intelligente Maschinen haben absichtlich den dritten Weltkrieg ausgelöst. Sie wollen die Menschheit auslöschen und die Herrschaft über die Erde an sich reissen. Dieses Horrorszenario beschwört das Actionspektakel «Terminator: Dark Fate», das im November startet. Es ist der sechste Teil ­einer Filmreihe von Regisseur James ­Cameron. In den vergangenen Jahren h ­ at Hollywood das Ende der Welt i­ mmer wieder gezeigt. Das passt zur düsteren ­Stimmung im Westen. «Die Immobilien- und Finanz­ krise von 2008 hat gerade in den USA viele Menschen verunsichert», sagt Caspar Hirschi (44), Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. «Ihr Vertrauen in Wirtschaft und Politik ist erschüttert. Dazu tragen wachsende öko­ nomische Gegen­sätze bei: In der angelsächsischen Welt driften tiefe und hohe Löhne immer weiter auseinander; die Mittelschicht ist stark unter Druck.»

Illustrationen: Igor Movski

Angst vor allmächtiger Technik

Der Wissenschaftler weist auch da­ rauf hin, dass der rasante technische Fortschritt heute weniger positiv bewertet wird: «Viele fürchten sich vor den Folgen der Digitalisierung. Sie haben Angst, dass ihr Beruf überflüssig wird. Und sie sehen, dass sich die Macht von gewählten Regierungen zu riesigen Tech-Konzernen verlagert. Das alles führt dazu, dass zahlreiche Menschen heute mit Sorge in die Zukunft blicken.» Was wird aus der Welt? Heute ist es selbstverständlich, dass wir da­ rüber diskutieren, dass Experten unterschiedliche Prognosen wagen. Es gab Epochen ohne diese Freiheit: Im christlichen Mittelalter sagte nur die Kirche den Lauf der Welt voraus. Mit dem Wechsel zur Neuzeit weitete sich der Horizont: Die Maler, Archi-

tekten und Philosophen der Renaissance leisteten grosse Innovationen. Nun wurde auch anders über die Zukunft nachgedacht. Der englische Staatsmann Thomas Morus (1478 bis 1535) schrieb den ersten utopischen Roman: Er schildert darin eine ideale Gesellschaft ohne Privatbesitz. Als Europa am Ende war

Das düstere Gegenstück zur Renaissance war der Dreissigjährige Krieg (1618 bis 1648) – ein gnadenloser Kampf der Konfessionen und Königshäuser mit Millionen von Toten. Im ersten Kriegsjahr war am nächtlichen Himmel ein heller Komet zu sehen. Viele einfache Menschen deuteten ihn als Zeichen dafür, dass das jüngste Gericht nahte. Zeiten grosser Hoffnung und tiefer Verzweiflung folgten in der europäischen Geschichte oft dicht aufeinander. Im 20. Jahrhundert waren die 50er-Jahre eine Ära voller Optimismus. Im Westen begann ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung. «Die Amerikaner starteten mit dem Marshallplan ein gewaltiges Konjunkturprogramm, das den Wiederaufbau in Europa voranbrachte», sagt Tobias Straumann (53), Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich. «Zollschranken fielen, und der Welthandel kam in Schwung. Viele Menschen glaubten, der Wohlstand werde nun endlos wachsen.» Doch es gab auch damals Zweifler. Der amerikanische Soziologe Warner Bloomberg jr. sagte schon 1955 eine Massenarbeitslosigkeit durch leistungsfähige Rechner voraus, die er Supercomputer nannte. «Keine Zeit ist ausschliesslich optimistisch oder pessimistisch», bringt es Caspar Hirschi auf den Punkt. «Auch heute herrscht nicht nur ­Zukunftsangst. Es gibt Menschen, die in der Digitalisierung eine Chance sehen.» Er verweist auf Minderheiten, die mithilfe sozialer Medien gegen Diskriminierung kämpfen. Ohne digitale Vernetzung gäbe es auch keine internationale Klima­jugend, die sich tatkräftig für die Umwelt engagiert. MM


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BÄNZ FRIEDLI | 24.6.2019 | 25

Mein eigener Marathon

Bild: Vera Hartmann

Einst rannte ich aus Versehen den Boston-­ Marathon. Also, nicht den offiziellen und vermutlich auch nicht volle 42,2 Kilometer, aber ich lief lang genug, bestimmt viereinhalb Stunden. Denn ich war beim Joggen vom Weg abgekommen, und je mehr ich suchte, desto mehr verlor ich mich in der fremden Stadt. An Werften und Hafenkränen, an Baseball­ feldern, Glitzertürmen und Industriebrachen trabte ich vorbei, erklomm Villenhügel, ­passierte Hütten, so schäbig, dass man kaum glauben mag, dass darin Menschen leben. Was blieb mir anderes, als weiterzurennen? Ich hatte kein Smartphone, das mir den Weg gewiesen hätte, keinen einzigen Dollar im Sack, nichts, nicht mal meine Brille dabei, ­derer es bedurft hätte, um einen Stadtplan zu lesen. Ohnehin hatte es mich längst in Aussenbezirke verschlagen, in denen keine Stadtpläne mehr aushängen.

Bänz Friedli (54) verläuft sich gern.

Wie ich das mag! Draufloszulaufen und mir Städte gleichsam streunend zu erschliessen. Mich treiben zu lassen, mit nichts auf mir, losgelöst. Rom, Aachen, Seattle, Kopenhagen – wie oft war ich schon so unterwegs! «Sag mal, spinnst du, durchs berüchtigte Ghetto zu joggen? Viel zu gefährlich!», befanden Freunde in New Orleans. Doch was sollten die Men­ schen jenes Viertels mir denn nehmen? Ich hatte ja nichts bei mir, ausser vielleicht mei­ nen Laufschuhen. Und die waren so abgewetzt, die wollte keiner. Nie stiess mir etwas zu.

Wundersame Schönheiten einer Stadt ­lassen sich joggend entdecken, schreiende ­Ungerechtigkeit zeigt sich. Und du schämst dich deines Wohlstands, wenn du in San D ­ iego frühmorgens alle paar Meter über einen ­Obdachlosen hüpfen musst, der quer auf dem Trottoir liegt, mit einem Karton zugedeckt, in eine Decke gehüllt. «We are a nation of winners», verkündet der amerikanische ­Präsident gleichentags am Fernsehen, und man möchte ihm zurufen: Ich habe viele ­Verlierer gesehen! Unlängst, in Paris: die chinesische Markt­ frau, die ihre Riesencrevetten anpreist, das Kilo à 8,50 Euro; aber weshalb tut sie es auf Italienisch? Wortfetzen, Bilder. Das Pärchen, turtelnd, Händchen haltend, frisch verliebt – beide weisshaarig, beide weit über siebzig. Das Mädchen, das im Park frischen Lavendel feilbietet. Geschichten fliegen vorbei, tausend mögliche Anfänge, tausend Enden. Der ­Koreaner, der sieben Hunde an der Leine spazieren führt. Die beiden jungen Frauen, die sich ungestüm küssen und offenbar gerade ihr Glück gefunden haben, und sei es nur für diesen Tag.

In Boston? Kam mir nach Stunden ein ­Hoch­haus von fern irgendwie bekannt vor, ich fand die Orientierung wieder, fand schliesslich den Weg zurück ins Hotel. Doch ich möchte den Irrweg nicht missen. MM

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Marie Bamounmanan (56), Tschad, ist durch ihre Arbeit unabhängig geworden


26 | 24.6.2019 | GENUSS

Glut tut allem gut Im Sommer versammeln sich die Feinschmecker um den Grill. Beileibe nicht alle sind Fleischliebhaber. Wir haben uns im Kollegenkreis umgehört: Eine Vegetarierin, eine Veganerin und eine Pescetarierin verraten, wie sie ein stimmiges Grill-Happening zelebrieren. Text: Claudius Wirz

Jana Figliuolo, Social Media Redaktorin MGB

Die Vegetarierin

Was kommt hingegen nie und nimmer auf den Grill? Ich bin eigentlich sehr offen und probiere gerne Neues. ­Solange es kein Fleisch ist, versuche ich auf jeden Fall ­alles aus.

Was grillierst du für deine fleischessenden Gäste? Genau das Gleiche wie für sich vegetarisch ernährende Gäste. Halloumi kommt natürlich immer gut an – auch bei den Fleischessern. Aber aufschwatzen möchte ich meine Gerichte niemandem. Was machst du, wenn ver­ sehentlich eine Bratwurst deinen Maiskolben küsst? Beim Grillieren geht es um

Geselligkeit und ums Zu­ sammensein. Da macht mir das nichts aus. Hast du den ultimativen Tipp für eine Sauce, die du zu deinem Vegi-Grillgut servierst? Erst kürzlich habe ich eine ­Tahinisauce aus der Migros entdeckt. Wenn man da noch etwas Salz und Zitrone dazugibt, schmeckt das immer sehr fein.

Ob Vegetarier, Pescetarier, Flexitarier oder Fleischliebhaber – Grillitarier finden Tipps, Rezepte und Grill-Timer auf grillitarier.ch

Bilder: Migusto (3), zVg (3)

Jana, was landet bei dir oft auf dem Rost? Am liebsten habe ich Gemüse auf dem Grill. Pilze, gefüllt mit Frischkäse, Peperoni oder ein feines Sellerie-Schnitzel.


GENUSS | 24.6.2019 | 27

Die Pescetarierin Jeanette, was landet bei dir oft auf dem Rost? Lachstranchen, Vegiburger, Vegi­ würstchen, Zucchetti, Halloumi und Auberginen, um daraus Auberginenmus zu machen. Was kommt hingegen nie und nimmer auf den Grill? Crevetten haben bei mir Grillverbot – gruselig! Was grillierst du für deine fleischessenden Gäste? Exakt das Gleiche wie für mich. Und noch ein paar Cipollatas – mein Sohn mag die kleinen Würstchen, deshalb landen die auch öfter auf dem Rost. Wenn G ­ äste unbedingt mehr Fleisch wollen, m ­ üssen sie es selber zubereiten.

Die Veganerin Nadine, was landet bei dir oft auf dem Rost? Auberginen mit Basilikum und Aceto, Champignons, Pimientos, Peperoni oder ein veganer Burger – das schmeckt so richtig! Eigentlich mag ich so ziem­ lich jedes Gemüse auf dem Grill. Was kommt hingegen nie und nimmer auf den Grill? Niemals vegane Würste, Wassermelo­ nen und was nach Grillkäse schmeckt. Was grillierst du für deine fleischessenden Gäste? Die bekommen das Gleiche serviert wie ich: vegane Burger und viel Grillgemüse in «Spiessliform» plus Baked Potatoes. Fleisch kommt bei mir nicht auf den Rost. Was machst du, wenn versehentlich eine Bratwurst deinen Maiskolben küsst? Was macht die andere Person, wenn mein Mais ihre Bratwurst küsst …? ­Ehrlich gesagt, find ich es echt «grusig», wenn mein Mais nach Bratwurst «stinkt». Ist dies der Fall, kann ich den Maiskolben wirklich nicht essen und verschenke ihn. Aber ich achte immer schön darauf, dass dies nicht passiert. Hast du den ultimativen Tipp für eine Sauce, die du zu deinem ­Vegangrillgut servierst? Ich mische spontan zusammen, was ich gerade zu Hause habe. Meistens wird es ein Hummus mit einem Dip aus Soja­joghurt mit frischen Kräutern.

Nadine Müller, Content Managerin MGB

Jeanette Kuster, Social Media Redaktorin MGB

Was machst du, wenn versehentlich eine Bratwurst deinen Maiskolben küsst? Kurz aufschreien. Und dann den Mais­ kolben den Kindern unterjubeln. ;-) Ernsthaft: Mit der Bratwurst habe ich nicht wirklich ein Problem, aber ein Steak oder Ähnliches hat gefälligst einen Sicherheitsabstand zu meinem Grillgut einzuhalten. Ich besitze gerade deshalb zwei Grillzangen: eine für Vegi und Fisch, eine für Fleisch. Hast du den ultimativen Tipp für eine Sauce, die du zu deinem Fischgrillgut servierst? Leider nein, aber ich serviere immer Kartoffelsalat mit viel Sauce. MM


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GENUSS | 24.6.2019 | 29

Wissensbissen Produkt der Woche Geschmacksveredelungsholz Hinter dem sperrigen Namen versteckt sich ein Grillzubehör, auf das viele Hobbygrilleure schwören: Das gewäs­ serte Räucherbrett aus Westernzeder wird auf den Grillrost gelegt. Darauf legt man das Grillgut. Das Holz selbst gibt dabei ein besonderes Raucharoma an das Grillgut ab, zum Beispiel an Lachs.

GrillMythos Fleisch muss man bei voller Hitze grillieren.

1567

Mit seinen Büchern begeistert Yotam Ottolenghi seit vielen Jahren Hobbyköche. Bislang waren die Zu­ tatenlisten der Rezep­ te aber eher etwas für Leute, die einen hal­ ben Delikatessladen ihr eigen nennen. Mit dem Buch «Simple» wirds einfacher. Be­ sonders mit Sommer­ gemüsen macht es Spass, die orientalisch inspirierten Rezepte nachzukochen.

Illustration: Felice Bruno; Bilder: iStock, mauritius image, zVg

malte der Niederländer Pieter Aertsen die «Marktfrau mit ­Gemüsestand». Es zeigt orange Karotten, eine Neuzüchtung – zuvor gab es nur weisse, gelbe und rotlilafarbene Exemplare.

GARTEN

Jein. Damit ein Steak eine schöne Kruste bekommt, ist direkte Hitze notwendig. Je nach Dicke des Steaks ist das Fleisch innen aber meist noch fast roh. Ist das Steak von beiden Seiten schön angebraten, legt man es in Bereiche ohne direkte Hitze. Dort kann das Steak dann gut durchgaren, bis es entweder rosa oder durchgebraten ist – ganz nach Vorliebe. Beim Poulet wäre es sogar gesundheitlich bedenklich, nur die direkte Hitze zu nut­ zen: Pouletkeulen etwa garen aussen schnell und sind innen um die Knochen her­ um noch lange Zeit roh. Poulet sollte aber unbedingt durch­ gegart sein. Indirekte Hitze ist auch in diesem Fall perfekt.

Chinakohl Im Garten ist man gut beraten, das milde Kochgewächs erst ab Ende Juni zu säen. Sind die Temperaturen bei der Anzucht zu niedrig, schiesst der Kohl schnell und gibt alle Kraft in die Samenproduktion, statt einen stattlichen Kopf zu formen. Die späte Aussaat macht der Chinakohl durch sein schnelles Wachstum wett.

Claudia Schmidt Food-Redaktorin


30 | 24.6.2019 | BLÉVITA

1

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1 400 Kilogramm Teig liegen im Kneter bereit. Mehl und Wasser werden über Rohrleitungen direkt zugeführt.

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2 Der Teig wird an den Anfang der Linie 18 gefahren. 100 Meter beträgt die Strecke bis zum fertigen Cracker. 3 Die Teigmasse wird ausgerollt und in mehreren Stufen auf die benötigte ­Dicke ausgewalzt. 4 Eine Walze stanzt die vertrauten Formen ins Teigband. 5 Die Cracker werden im Ofen in fünf Temperaturzonen und während sechs Minuten gebacken. 6 1500 Blévitas ziehen pro Minute auf dem Förderband vorbei und kühlen dabei aus. 7 Bevor sie zu viert gruppiert werden, rücken die Cracker eng zusammen. 8 Je zwei Vierergruppen werden im Nu zu einer Portion Blévita Gruyère verpackt. 9 Die Packungen werden in Kartonkisten verstaut.

Um die Welt mit Blévita Mehr als eine halbe Milliarde Blévitas produziert die Midor jährlich. Würde man die Korncracker alle aneinanderreihen, würden sie den Erdball umspannen. Text: Monica Müller  Bilder: Cyrill Krähenbühl

D

ie Linie 18 ist nicht etwa eine neue Tramstrecke in Basel, Bern oder Zürich. Linie 18 heisst die neue Maschine, die beim Migros-Unternehmen Midor Tag und Nacht Blévitas produziert. Wobei «Maschine» ziemlich tiefgestapelt ist, misst die Anlage doch 100 Meter! Allein der Ofen ist 50 Meter lang. Rechtzeitig zum 50. Geburtstag von Blévita hat die Migros-Tochter Midor in Meilen ZH Anfang Jahr die Linie 18 in Betrieb genommen. Die

bestehende Linie 16 konnte mit der steigenden Nachfrage nicht mehr mithalten. Je 2000 Päckli Korncracker produzieren die beiden Linien pro Stunde. In 24 Stunden sind das 100 000, innerhalb von fünf Tagen eine halbe Million Portionen. Würde man alle Blévitas einzeln aneinanderreihen, die im Jahr gebacken werden, käme man damit einmal um die Welt. Am Anfang der Erfolgsgeschichte stand der bescheidene Wunsch, ein haltbares Produkt auf Brotbasis zu

schaffen. Im Oktober 1969 wurden die ersten Rezepturen entwickelt und erprobt. Sie bestanden aus fünf Mehlsorten – Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel. Das Endergebnis hiess: Blévita nature. Erster Platz fürs Blévita Gruyère

Seither ist die Familie stetig gewachsen: 1981 kam das Sesam-Blévita auf den Markt, 1994 folgte Leinsamen. Heute umfasst das Sortiment 39 Sorten. Die drei Topseller sind Gruyère (860 Tonnen pro Jahr),


BLÉVITA | 24.6.2019 | 31

7

Thymian mit Meersalz (680) und Sesam (600). Neben den verschiedenen Geschmacksrichtungen etablierten sich die Unterkategorien Blévita mini, Sandwich und Biskuits. Edi Huber hat mehr als 30 Jahre an neuen Blévita-Rezepturen getüftelt. In der Regel brauche es 40 bis 50 Backversuche, bis ein Rezept überzeuge, sagt der inzwischen pensionierte Produkteentwickler. Dabei wird jeweils ein Kilo Probeteig

in der laufenden Produktion mitgebacken. Anschliessend folgt der Test: Der Cracker muss ofenfrisch, aber auch noch nach einer gewissen Lagerzeit überzeugen. Neuer Geschmack im Sommer

«Mister Blévita», wie Edi Huber in der Midor liebevoll genannt wird, erwähnt auch die logistischen Herausforderungen. Für Milchreisund- Zimt-Blévitas etwa müssen

8

jeweils 100 Kilo frischer Milchreis in den Teig eingearbeitet werden. Ein Riesenaufwand. In all den Jahren wurde eine einzige Sorte aus dem Sortiment genommen: «Rosa Pfeffer». Und «Meerrettich» liess sich einfach nicht realisieren: Beim Backen sei immer die Schärfe verdampft. Diesen Sommer wird nun eine weitere Geschmacksrichtung lanciert. Welche, ist noch streng geheim. MM

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32 | 24.6.2019 | BADEREGELN

Bademythen im Faktencheck Muss man nach dem Essen tatsächlich eine Stunde warten, bevor man ins Wasser steigt? Sind blaue Lippen im Wasser ein Alarmzeichen? Wir nehmen Bademythen unter die Lupe und sagen, welche stimmen und welche ins Reich der Märchen gehören. Text: Silvia Schütz

Falsch. Schon nach zwei bis drei Minuten ohne Sauerstoff können in unserem Gehirn blei­ bende Schäden entstehen. Je länger es ohne Sauerstoff bleibt, desto schwerwiegender die Fol­ gen. Ungeübte dürften deshalb nach einer bis spätestens zwei Minuten unter Wasser den natürlichen Drang verspüren aufzutauchen. «Luft anhalten» lässt sich allerdings trainieren, wie Apnoetaucher beweisen. Dabei geht es darum, Kopf und Körper zu entspannen, um den Sauerstoffverbrauch auf das Minimum zu reduzieren.

Nach dem Essen eine Stunde warten bis zum nächsten Schwumm. Falsch. So hartnäckig sich diese Warnung hält – das Schwimmen unmittelbar nach dem Essen ist nicht lebensgefährlich. Studien bei Spitzenschwimmern zeigen, dass sie ihre Leistung wie ge­ wohnt erbringen können, auch wenn sie kurz vor dem Wett­ kampf etwas gegessen haben. Es stimmt zwar, dass ein voller Magen mehr Blut benötigt, wenn er verdaut. Doch der Körper hat genug Reserven, Muskeln und Organe mit sauer­ stoffhaltigem Blut zu versorgen.

Bei Sonne und Hitze unbedingt auf Alkohol verzichten. Richtig. Bei hoher Lufttempe­ ratur reguliert der Körper seine Temperatur auf natürliche Weise, indem er die Hautgefässe erweitert und Wasser absondert. Er schwitzt. Alkohol verstärkt die Austrocknung, unter ande­ rem durch seine harntreibende Wirkung. Zu­sätzlich spielen auch komplexe «zelluläre Me­ chanismen» eine wichtige Rolle .

Falsch. Ist das Wasser kalt, ver­ langsamt sich der Kreislauf, das Blut zirkuliert langsamer durch den Körper. Dadurch dringt mehr Sauerstoff als üblich vom Blut ins Gewebe. Die Sauerstoff­ konzentration im Blut sinkt und mit ihr der rote, sauerstoff­ tragende Blutfarbstoff. Unser Lebenssaft wird dunkler und scheint in den Lippen, unter den Nägeln und unter der Haut eine bläuliche Farbe anzunehmen. Blaue Lippen können auch auf eine Erkrankung hinweisen. Tre­ ten sie ausserhalb des Wassers bei normalen Temperaturen auf, empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Bild: iStock

Ein Mensch kann drei Minuten unter Wasser bleiben.

Verfärben sich die Lippen im Wasser blau, dann heisst es: sofort an Land.


BADEREGELN | 24.6.2019 | 33

Tauchwettbewerbe sind harmlos.

Sofort das Wasser verlassen, wenn ein Gewitter aufzieht. Richtig. Der Blitz wird durch das Wasser angezogen. Dort sucht er sich die höchste Stelle, um einzuschlagen. Schwimmer, die auf dem Wasser liegen, sind deshalb ein ideales Ziel. Häufig wird übrigens gerade der Kopf getroffen, da der Blitz den Weg des geringsten Widerstands sucht. Wer sich bei Gewitter im Wasser tummelt, schwebt in Lebensgefahr.

Mit leerem Magen schwimmen ist kein Problem. Falsch. Mit leerem Magen soll­ ten wir uns nicht zum Schwumm aufmachen. Es droht Unter­ zuckerung (Hypoglykämie). Schweissausbrüche und deli­ riumähnliche Zustände bis zum Koma können die Folgen sein. Schwimmer nehmen deshalb am besten eine leichte Mahlzeit oder einen Energieriegel zu sich, bevor sie loslegen. Wer lange unterwegs sein möchte, ist mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit gut bedient.

Bevor wir uns ins Nass stürzen, sollten wir Beine, Arme, Bauch und Nacken benetzen. Richtig. Auf der sicheren Seite befinden wir uns, wenn wir dem Körper Zeit geben, sich an die Wassertemperatur anzupassen. Beim spontanen Sprung ins kalte Wasser ziehen sich die Blutgefässe nämlich sofort zu­ sammen. Der Kreislauf wird grossem Stress ausgesetzt. Be­ sonders für ältere Leute und Menschen mit Kreislaufproble­ men ist es riskant, den Körper abrupt der Kühle auszusetzen.

(Mit Unterstützung von Dr. med. Hanspeter Betschart, Allgemeine und Sportmedizin, Medbase Abtwil)

Falsch. Tauchwettbewerbe in der Badi können gefährlich werden: Beim Hyperventilieren vor dem Abtauchen wird viel CO2 aus dem Körper abgeführt. CO2 löst aber den Atemreflex aus, sobald es in einer genug hohen Konzentration im Blut vorhan­ den ist. Ist der Gehalt zu gering, bleibt der Atemreiz aus. Es droht die Ohnmacht unter Wasser.

Badispiele mit Fitnessfaktor Ob in der Badi oder am Strand: Verschiedene Aktivitäten verbinden Spiel und Spass mit einem guten Fitness­ effekt. Mehr erfahren auf: migros-impuls.ch/badi

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.


34 | 24.6.2019 | TIPPS VON DER TIERÄRZTIN

Fragen Sie den Tierarzt!

Frage Mein Königs­python frisst alle acht Tage eine Maus. Seit einigen Tagen würgt er sie aus, obwohl er bislang immer einen guten ­Appetit hatte. Ist er krank?» Till Maggetti, Münsingen BE

Antwort «Es gibt hier zunächst eine sprachliche Ungenauigkeit: Ein Auswürgen geschieht immer ohne Kraftaufwand, was bei einer Schlange jedoch nur sehr selten der Fall ist. Im Allgemeinen begleiten starke Krämpfe die Rückführung der Beutetiere. Es handelt sich somit eher um ein Erbrechen. Dafür kann es mehrere Gründe geben. Bevor eine klinische Untersuchung in Be­

tracht gezogen wird, sollten zu­ nächst die Lebensbedingungen der Schlange überprüft werden. Es ist wichtig, dass die Schlange in Ruhe verdauen kann. Daher sollte man sie nach der Fütterung 48 Stunden lang nicht hochnehmen, ihr Terrarium nicht reinigen, sie nicht paaren. Ausserdem sollte es im Terrarium einen warmen und einen kalten Ort geben, und die Temperaturen zwischen Tag und Nacht müssen schwanken. Ausserdem muss die Luftfeuchtigkeit stimmen. Auch eine unangemessene Fütterung kann zu Erbrechen führen. Die Futter­ tiere müssen gut aufgetaut und dürfen nicht zu gross sein. In der Schweiz ist die Lebendfütterung übrigens nicht

zulässig. Darüber hinaus ist es ratsam, den Händler der Futtertiere zu wech­ seln und darauf zu achten, dass die Schlange nach der Futter­aufnahme nicht zu viel trinkt. Erbricht eine Schlan­ ge ihr Futter, wird sie eventuell zu häufig gefüttert. Ein Königspython frisst, was man ihm vorsetzt. Alle acht Tage zu füt­ tern, scheint mir zu häufig. Bei einem ausgewachsenen Python reicht es, ihn alle 10 bis 15 Tage zu füttern. Zumal er auch gerne, vor allem im Winter, eine Fastenzeit einlegt. Solange die Schlange nicht abnimmt, muss man sich nicht ­allzu viele Sorgen machen. Wurden all diese Bedingungen überprüft und das Er­brechen dauert an, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.  MM

Haben Sie auch eine tierische Frage? Kontaktieren Sie uns: tierarzt@mgb.ch

Illustration: illumueller.ch; Bild: zVg

Schlange übergibt sich

Dr. med. vet. Danielle Frei Perrin, Tierarztpraxis Au Furet, 1112 Echichens VD

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Kurzrezept Dessert vom Grill: Nektarinen, Melon en oder Ananas grillieren. Mit Glace, frischen Beeren und wenig rosa Pfeffer servieren. Nach Wunsch mit gehackten Nüssen bestreuen.


HANDYVERSICHERUNG | 24.6.2019 | 47 APP-TIPPS

Lohnt sich die Versicherung für das Handy?

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Wer mit den Filtern seiner Foto-App nicht zufrieden ist, sollte ­einen Blick auf Glitch Art Studio werfen. Die App bietet eine ­Unmenge von ausgefallenen Filtern, die jedes noch so gewöhnliche Foto zu einem kleinen Kunstwerk machen. Gratis für iOS

Ob Smartphone, Notebook oder E-Bike: Bewegliche technische Geräte sind teuer und oft zerbrechlich. Soll man sich gegen Schäden und Verlust absichern?

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Text: Philipp Rüegg

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ährend die Krankenversicherung in der Schweizzur Pflichtausstattung gehört, steht es jedem frei, seine technischen Gerätschaften zu versichern oder auf diesen Schutz zu verzichten. Da iPhones und Galaxy-Smartphones die 1000-Franken-­ Marke längst geknackt haben und ein gutes Notebook auch nicht günstiger zu haben ist, wäre ein Verlust schmerzhaft. Warum also keine Gerätever­ sicherung abschliessen?

Bild: iStockphoto

Hausrat-Kasko für Familien

Viele Verkäufer bieten gleich beim Kauf eines neuen Smartphones eine Versicherung an. Die lohnt sich aber in den ­wenigsten Fällen. Insbesondere bei Familien und anderen Mehrpersonenhaushalten müsste jedes Mitglied eine ­separate Versicherung ab­ schliessen. Rechnet man ­Gebühren, Selbstbehalt und Abschreibung mit, fährt man besser mit einer Hausrat-­ Kasko. Anders als die normale

Hausratversicherung deckt die Kasko auch Schäden an eigenen Geräten ab, die man selber verursacht hat. Die häufigsten Beispiele sind das zersprungene Smartphone-­Display oder der ausgeschüttete Kaffee auf der Laptoptastatur. Aber auch Diebstahl ist bei einem Kasko-­ Modell meist eingeschlossen. Die Preise und die genaue Abdeckung variieren stark von Anbieter zu Anbieter. Teilweise schliesst die Kasko auch nicht-­ elektronische Geräte wie Ski mit ein. Dafür zahlt sie nicht, wenn man das Handy verloren hat. Oft legen Versicherungen zudem eine Obergrenze für ­Reparaturkosten oder Anzahl beschädigter Geräte fest. Genau hinschauen lohnt sich. Jährlich fallen bei einem Selbstbehalt von 200 Franken zwischen 60 und 100 Franken Prämien an. Welche Geräte versichern?

Bei Smartphones im Wert von über 600 Franken scheint eine Kaskoversicherung auf den ersten Blick ratsam zu sein. Da meistens aber nur das Display

und nicht das ganze Smart­ phone kaputtgeht, stimmt das nicht ganz: Neue Displays kosten zwischen 200 und ­ 300 Fran­ken. Wenn auf diesen Betrag 200 Franken Selbstbehalt anfallen, lohnt sich das kaum. Anders sieht es aus, wenn das Gerät verloren geht oder nicht mehr funktioniert – auch ein Notebook oder Tablet. Nur deckt die Garantie Defekte neuerer Geräte oft schon ab. Auch für Elektrovelos

Interessanter sind E-Bikes. Die elektrischen Fahrräder erfreuen sich enormer Beliebtheit und sind nicht gerade günstig. Hier kann eine Kasko das finanzielle Risiko abfedern. Oft sind E-Bikes aber auch Teil der Fahrzeug- oder Wertsachenversicherung. In jedem Fall sollte man rechnen, bevor man eine neue Versicherung abschliesst. Fazit: Sind die Handyversicherungen fast immer Geld­ver­ schwendung, kann eine K ­ asko besonders bei Mehr­personenhaushalten eine l­ ohnende ­Sache sein. MM

Spark kann mit allen gängigen E-MailProvidern benutzt werden. Die App priorisiert E-Mails selbständig und sortiert die Inbox. Die Mails können durch Anklicken auf Snooze zurückge­stellt und später angeschaut werden. Es gibt Erin­ nerungsfunktionen und die Möglichkeit, Mails zu einem spä­teren Zeitpunkt zu versenden. Die App für Android und iOS ist gratis. https://sparkmailapp.com/de

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


48 | 24.6.2019 | PARK IM GRÜNEN

Sommerserie Wir stellen die vier Parks im Grünen und den Monte Generoso vor. 1 Münchenstein 2 Gurten 3 Rüschlikon

4 Signal de Bougy 5 Monte Generoso

Park im Grüene Rüschlikon Am Rande der Zürcher Gemeinde Rüschlikon, oberhalb des Zürich­ sees, liegt der 55 Hektar grosse Park im Grüene Rüsch­likon. Die weit­ läufige Anlage bietet neben Attraktionen für Kinder und Familien viel Natur und ein Restaurant. Der Park ist das ganze Jahr über geöffnet. Die Betriebs­ kosten des Parks finan­ ziert das Kultur­prozent der Migros Zürich, die auch das P ­ arkrestaurant betreibt.


PARK IM GRÜNEN | 24.6.2019 | 49

Auf Trab im Dutti-Park Seit zwölf Jahren organisiert Beat Huber im Park im Grüene Rüschlikon das Eselreiten für die kleinen Besucher. Und nicht nur das: Er sorgt auch dafür, dass die 55 Hektar grosse Anlage täglich sauber und gepflegt ist. Text: Benita Vogel  Bilder: Daniel Winkler

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occo bleibt stehen und legt die langen Ohren nach hinten. Ein leichtes Ziehen am Halfter, gutes Zureden, ein sanfter Klaps auf ­ die hintere Flanke – nichts hilft. Der Eselwallach bewegt sich keinen Zentimeter. «Die Tiere sind heute nervös», sagt Beat Huber. Der 62-Jährige betreut die sechs Esel, die von März bis Oktober ihre Reit­ runden im «Park im Grüene» in Rüschlikon ZH drehen. Rocco ist der Jüngste in der Gruppe – «und etwas ängstlich», sagt Huber. Jetzt sind es die nahen Geräusche eines Gas­brenners, die das Tier erstarren lassen. Beat Huber ist schon seit zwölf Jahren in Rüschlikon tätig. Zuvor war er Grafiker und führte ein Messebauunternehmen. Irgendwann kam die Frage auf, ob es «das» gewesen sein soll. «In einer Gärtnerfamilie auf­ gewachsen, hatte ich schon immer einen ­Bezug zur Natur.» So arbeitet er heute dort, wo Migros-­Gründer Gottlieb Duttweiler und seine Frau Adele einst Tennis spielten – im Dutti-­Park. Der eidgenössisch diplomierte Eselführer bildet die grösseren Kinder aus, die ihm beim Reitangebot helfen. «An jedem Reitnachmittag kommen die vier Kinder, ­ um die Esel vorzubereiten und bei den Reit­ runden zu führen.» Neben der Pflege der Langohren zählt der Unterhalt des 55 Hek­tar grossen Parks zu Beat Hubers Tätigkeit. Rasen mähen, Bäume schneiden, Gebäude unterhalten, Liege­ stühle reparieren und am Ende des Tages

den Müll wegräumen – für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen fällt täglich viel Arbeit im Park an. «Bei schönem Wetter kommen viele Familien, um zu grillieren, Bähnli zu fahren, Kasperlitheater zu ­schauen oder zu spielen», sagt Huber. An ­heissen Tagen reihen sich die Eltern, m ­ it Liegestühlen ­ausgerüstet, um die Badelandschaft und s­ ehen ihren Kindern beim Planschen zu. Auch ältere Leute gehen gerne im Park s­ pazieren, brunchen im Parkrestaurant und geniessen den schönen Blick auf Zürichsee und Glarner Alpen. «Viele Grosseltern, die mit Enkel und Enkelin kommen, waren schon als Kind hier und erzählen von ihren früheren Er­lebnissen.» Einige hätten Dutti selbst noch gekannt. Der einstige Garten des Migros-Gründers hat es auch tierischen Gästen angetan. Im Frühling fliegen Wildenten zum Brüten in den Park. Auch der Fischreiher, der mit ­lautem Getöse auf dem Weiher landet, ist ­ bei den Besuchern beliebt. Seit einigen Jahren sonnen sich Wasserschildkröten ­ auf Steinen im Teich. «Gäste müssen sie bei uns aus­gesetzt haben», sagt Huber. Inzwischen hat Esel Rocco sich endlich in Bewegung gesetzt. Er trottet den Eseldamen Jana, Peppina und Gina hinterher, die ihre Runden drehen und die Augen der kleinen Reiter zum Leuchten bringen. MM Wettbewerb: Auf zur S ­ elfie-Trophy in den Parks im Grünen. Infos: m ­ igros.ch/tourdedutti

Attraktionen im Park im Grüene Für Kinder: Im Kinderpark gibt es Esel­ reiten (bei gutem Wetter mittwochs und sonntags, 14–15 Uhr und 15.30–16.30 Uhr; Preis: 1 Franken), Kasperli­ theater (mittwochs und sonntags, während der Sommerschulferien täglich aus­ser Samstag, 15 Uhr, Eintritt frei), Bähnlifahrt (bei gutem Wetter mittwochs und samstags, 14–15 Uhr und 15.30–17 Uhr, während der Schulferien ­täglich ausser Samstag, Preis: 1 Franken) sowie einen ­grossen Spielplatz. Der ­Walliser Spycher kann für Kinder­geburtstagspartys ­gemietet werden. Im August findet ein Kino-­Open-Air für Kinder statt.

Für Erwachsene/Familien: Bei schönem Wetter ist die Wasserwelt in Betrieb. Gegenüber dem Park liegt der Orange Garten mit der «begehbaren» Migros-Firmen­ geschichte. Im Parkrestaurant findet jeweils am 1. August eine Feier mit Feuerwerk und Festwirtschaft statt – heuer wird Ritschi auftreten; am 19. Oktober gibt es ein Plausch- und Jass­turnier für Gross und Klein. Eintritt frei. Im Sommer finden ­verschiedene Kulturver­ anstaltungen statt. Infos: parkimgruene.ch

Freizeitangebot im ehemaligen Garten der Duttweilers: Bähnchenfahren für die Kleinen, Teichoase mit Schildkröten, Spiel und Sport auf den Grünflächen


50 | 24.6.2019 | STADT, LAND, STUTZ

Wie gehts den «Margritli»?

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Langsam, aber sicher habe ich Platzangst. Kein Wunder also, dass bei mir in der Freizeit das Bedürfnis nach grenzenloser Freiheit aufkommt. Und weil ich nicht schon wieder die Kohle habe, um ins australische Outback zu reisen, fängt meine persönliche Freiheit auf dem Balkon an. Der ist zwar nicht riesen-

gross – die gestressten Geschäftsmänner ­unter Ihnen mögen wissen wollen, was das denn genau in Quadratmeterzahlen heisst. Ich habe keine Ahnung. Deshalb: nicht riesengross, nicht winzig klein. Mein bescheidenes Ziel ist, ihn zum Paradies zu machen. Als Erstes habe ich mir einen Margeritenbusch schenken lassen. Um den kümmere ich mich liebevoll. Manchmal sage ich zu ­meinem Freund: «Oh weh, den ‹Margritli› gehts gar nicht gut», worauf er besorgt aufblickt. Sie müssen wissen: Meine 84-jährige Grossmutter heisst Margrit, und da kommt es ab und an zu Verwechslungen. Item. Ich habe eine hübsche Gartenkiste besorgt und einen Outdoorteppich. Momentan bin ich auf der Suche nach einem guten Balkontisch. Er ­sollte sich proportional zu unserem Balkon verhalten, nicht zu gross und nicht zu klein sein. Sonst bekomme ich Platzangst. MM

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Illustration: Rinah Lang

Sie müssen sich mein Leben so vorstellen: Ich sitze morgens, eingequetscht zwischen anderen Pendlern, im Zug, durchquere den Hauptbahnhof, eng flankiert von gestressten Geschäftsmännern, hocke Schulter an Schulter mit den Kollegen im Grossraumbüro. Über Mittag drängeln wir uns um die letzten freien Plätze im Personalrestaurant, bevor wir erneut Schulter an Schulter unserer ­Arbeit nachgehen. Später durchquere ich den Hauptbahnhof, eng flankiert von gestressten Geschäftsmännern, in die andere Richtung und quetsche mich in den Pendlerzug.


MIGROS-NEWS | 24.6.2019 | 51

Hast du Töne? Förderung für starke Stimmen: Mit insgesamt 86 400 Franken unterstützt das Migros-Kulturprozent dieses Jahr Nachwuchstalente im klassischen Gesang. Sechs vielversprechende Sängerinnen und Sänger erhalten den mit 14 400 Franken dotierten Studienpreis und profitieren von der K ­ onzertvermittlung des Migros-Kulturprozents.

Bild: PD

Zu den Ausgezeichneten gehört die Waadtländerin Andrea Cueva Molnar (im Bild), die bereits zum zweiten Mal gewonnen hat: Die 26-jährige Sopranistin beeindruckte die internationale Jury mit ihrer emotionsgeladenen und technisch perfekten Darbietung.

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24.6.2019 | 53

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Programm der Sommer­ vorstellungen Mittwoch, Samstag und Sonntag um 15 Uhr kostenloser Eintritt ohne Reservierung, ab 4 Jahren 3., 6. und 7. Juli Zirkus! Lulu und Chilchili 10., 13. und 14. Juli Le Moteur à Salades Compagnie de la pie qui chante

In den Sommerferien finden im Amphitheater auf dem Signal de Bougy jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag um 15 Uhr kostenlose Vorstellungen statt. Die Compagnie de la pie qui chante mit ihrem Theater «Le Moteur à Salades».

Bilder: zVg / Compagnie de la pie qui chante

Grosses Theater unter freiem Himmel In den Sommerferien finden im Amphitheater im Park im Grünen «Signal de Bougy» oberhalb von Aubonne wieder zahlreiche Gratisveranstaltungen statt. Dieser Park ist ein wunderschönes Ausflugsziel für Familien und Freunde. Die atemberaubende Aussicht auf den Genfersee, zahlreiche Aktivitäten und Attraktionen wie Spielplätze, Tierpark, Minigolf, Seilpark sowie die kulinarischen Genüsse des Restaurants garantieren einen magischen Tag. In den Sommerferien wird im Amphitheater ein vielfältiges Programm geboten.  MM Komplette Übersicht der Vorstellungen: signaldebougy.ch

17., 20. und 21. Juli A Bracadabra Clown Vijoli 24., 27. und 28. Juli Pointe entre chat Clown Snick 31. Juli bis 4. August Magicus Imaginus Pif und Mimi 7., 10. und 11. August Theatron The Big Bang Company und Cie Delacomb’Art 14., 17. und 18. August Clowns wie im Zirkus! Lulu und Chichili 21., 24. und 25. August Anim’oh Compagnie B.à.Z Öffnungszeiten des Restaurants Juli und August täglich von 9 bis 21 Uhr


54 | 24.6.2019 | MIGROS WALLIS

Spezieller Service fürs Oberwallis Die Migros Wallis hat eigene Facebook- und Instagram-Accounts für die Kundinnen und Kunden aus dem Oberwallis erstellt – mit dem Ziel, noch näher an deren Bedürfnissen und Wünschen zu sein. Text: Fabien Lafarge

die sich speziell ans Oberwallis richten. Wer sich mit den sozialen Netzwerken auskennt, weiss, dass sie über ein automatisches Übersetzungs­ programm verfügen, das eine Seite in die gewünschte Sprache übersetzt. Warum reichte das nicht aus? Der Community Manager der Genossenschaft, Loris, findet, dass das nicht angemessen gewesen wäre. «Zwischen dem Unterwallis und dem Oberwallis gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber auch ein paar Unterschiede. Und wir wollten spezifische Oberwalliser Seiten kreieren, mit einem eigenen Inhalt, der den Gegebenheiten der Region Rechnung trägt.»

Das geschieht beispielsweise mit ­Aktionen speziell für die Kundschaft aus dem Oberwallis und mit Beiträgen und Videos, die nicht einfach aus dem Französischen übersetzt sind. Walliserdiitsch

«Schon vor der Lancierung des Projekts haben wir entschieden, die Posts nur in Dialektsprache und nicht auf Hochdeutsch zu verfassen.» Der Community Manager gesteht jedoch: «Das Walliserdiitsch unterscheidet sich von Ort zu Ort und von Tal zu Tal. Ausserdem gibt es keine offizielle Rechtschreibung. Wir schreiben einfach so, wie wir sprechen. Trotzdem

Bilder: zVg, tour des alpages – Blazej Lyjak / arrivée

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ie Migros Wallis hat im August 2018 einen Profi angestellt, der für die ­Verwaltung der Facebookund Instagram-Kontos verantwortlich ist. Mit beachtlichem Erfolg: Die Genossenschaft zählt bereits mehr als 18 000 Follower, die regelmässig die Posts lesen und an den Wett­bewerben teilnehmen. Die Beiträge gab es bisher aber nur in französischer Sprache. Doch die Oberwalliser Kundschaft sollte ebenfalls Zugang zu Publikationen in ihrer Sprache erhalten. Diesen Frühling hat die Genossenschaft daher einen Gang zugelegt und Accounts erstellt,


24.6.2019 | 55

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Laufen über Stock und Stein: Die Tour des Alpages findet dieses Jahr am 20. Juli statt.

Tolle Tour hat es bisher noch keine Verständnisprobleme gegeben.» Kritik und ­An­regungen seien natürlich jederzeit willkommen. Informationen und Wettbewerbe

Auf den Oberwalliser Accounts gibt es Infos über Veranstaltungen der Migros Wallis, Rabatte in den Filialen und Wettbewerbe. Die Nutzer können sogar ihre Fragen direkt in ihrer Muttersprache stellen. Am besten besucht man die Seiten auf Instagram und Facebook regelmässig, nicht zuletzt da die Genossenschaft jede Woche Beiträge postet und es stets etwas zu ge­winnen gibt. MM

Mission Possible! So lautet der Slogan, den sich die Organi­satoren der Tour des Alpages für die Ausgabe 2019 ausgedacht haben, die am 20. Juli stattfindet. Läufer und ­Walker absolvieren eine Schleife mit Start in Anzère. Die 17 Kilometer lange Strecke mit 570 positiven Höhen­ metern führt über Höhenwege und grösstenteils Waldwege, über die Alpen Tsalan, du Duez, Serin und Les Rousses. ­Danach verläuft sie an der Suone von Sion entlang und endet wieder am Start. Die meisten Läufer dürften versuchen, ihre Bestzeit zu toppen – eine spannende Heraus­forderung, da zahlreiche prominente Sportlerinnen und Sportler wie die Walliser César Costa, Xavier Moulin, Maude Mathys und die Britin Sarah Tunstall ihre Teilnahme zugesagt haben. Info: tourdesalpages.ch; Start für die Walker 12 Uhr, für die Läufer 15 Uhr; ­Vor­anmeldung bis 30. Juni. Der Lauf wird von der Migros Wallis gesponsert.


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SPRACHEN | 24.6.2019 | 59

«Mummy, will you tell me another Märli? Biiiiiitteeee!»

«No, you have to put on your pyjamas first.»

Wachsen Kinder mit mehreren Sprachen auf, mischen sie sie im Vorschulalter häufig.

Willkommene Sprachverwirrung Mehrsprachig aufwachsende Kinder mischen zwar anfangs die Sprachen,

sind aber langfristig im Vorteil. Worauf Eltern achten sollten. Text: Kristina Reiss

Bild: Getty Images

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here is my Last­ wagen?», fragt der dreijährige James. Die Mutter antwor­ tet auf Englisch – das Kind wächst zweisprachig auf. «Manchmal ver­ stehen selbst wir ihn nicht», sagt der Vater auf Deutsch und lacht. «Vor allem wenn James Wörter aus beiden Sprachen kreiert.» Bedenklich? Mitnichten, findet Logopädin Judith Häusermann, die Weiterbildungen zum Thema Mehrsprachigkeit gibt. Wachsen Kinder mit mehreren Sprachen auf, mischen sie sie im Vorschulalter häufig: «Was sie in der einen Sprache noch nicht sagen können, leihen sie sich von der anderen.» Der wilde Mix legt sich meist von selbst. Beachten Eltern gewisse Punkte, lernen Kinder mühelos mehrere

Sprachen gleichzeitig. Dazu gehört, dass Mutter und Vater konsequent in ihrer Muttersprache mit dem Nachwuchs reden (siehe Tipps). Meist bildet sich eine dominante Sprache heraus – diejenige, die die engste Bezugsperson spricht oder in der das Kind am meisten Input bekommt. Verweigert es explizit eine Sprache, bleiben Eltern am besten gelassen, rät Häusermann. Sie sollten einfach in ihrer Sprache weiterreden, – «so bleibt dem Kind die Sprache erhalten, bis es sie später vielleicht doch anwendet». Ansprache nur in der Muttersprache

Mehrsprachig aufwachsende Kin­ der sind tatsächlich im Vorteil, da sie die Hirnareale sehr viel kom­ plexer nutzen. Studien zeigten auch, dass mehrsprachige Kinder

sich früher in andere einfühlen können als einsprachige. Manche Eltern sprechen mit ihren Kleinen Englisch, selbst wenn es nicht ihre Muttersprache ist, da­ mit ihr Nachwuchs in der globali­ sierten Welt vermeintlich bessere Startchancen hat. Logopädin Judith Häuser­­mann hält davon nichts: «Ist die Sprache im Alltag nicht notwen­ dig, irritiert dies Kinder nur, und die Emotionalität zu den Eltern leidet.» In zweisprachigen Kitas oder mit einem Au-pair gibt es pragmatische Gründe: Um sich mit den (mutter­ sprachlichen) Bezugspersonen zu verständigen, benötigt das Kind die jeweilige Fremdsprache. «Allerdings ist der Nutzen eher klein», so Häuser­mann, «ist die Bezugsperson eines Tages wieder weg, ist es die Sprache meistens auch.» MM

Tipps Ihr Kind wächst mehrsprachig auf? Darauf sollten Sie achten: • In der Mutter­ sprache mit dem Kind reden, da fällt es am leichtesten, Gefühle und ­Meinungen aus­ zudrücken.

• Nur Sprachen ver­ wenden, die das Kind in seinem Alltag benötigt (kein Eng­ lisch lernen um des Englischen willen) • Zeitweilige Ent­ scheidungen des Kindes für nur eine Sprache akzeptie­ ren, solange Eltern genügend gut mit dem Kind kommu­ nizieren können. • Sich bei Fragen frühzeitig an eine Fachperson wenden (etwa an die Logo­ pädin der Schule vor Ort oder logopaedie.ch).


60 | 24.6.2019 | GENUSS

Alles offengelegt

Weizentortillas einmal anders: mit würzig gebratenem Hackfleisch belegt, mit aromatischem Käse bestreut und in der Pfanne auf dem Grill zubereitet. Und am Ende kann man sich gar das Falten oder Rollen sparen. Text: Claudia Schmidt Rezept: Andrea Pistorius

Tortillas sind wahre Wundertüten: Als Quesadilla, Burrito oder Wrap mit beliebiger Füllung sind sie ein idealer Snack oder ein unkomp­liziertes Abendessen. Man kann sie aber auch ungerollt geniessen, wie im Rezept vorgeschlagen.

Käse wie Edamer oder Cheddar eignet sich gut zum Überbacken. Wer es würziger mag, verwendet Greyerzer, milder im Geschmack wird es mit Mozzarella (siehe Rezept).


GENUSS | 24.6.2019 | 61

MEHR MIT HACK: Mini-Bacon-Bombs auf migusto.ch/ bacon-bombs

Rindfleisch-Wrap vom Grill Zutaten für 6 Stück 200 g Käse, z.B. Edamer oder Cheddar 2 Zwiebeln 3 bunte Peperoni 4 EL Olivenöl 600 g Rindshackfleisch 2 EL Würzmischung für Fleisch 6 Weizentortillas 200 g Sauerrahm ½ Bund Koriander Zubereitung

1. Käse raffeln. Je 1/3 der Zwiebel und der Peperoni in feine Scheiben schneiden und beiseitelegen, Rest fein würfeln. Die Hälfte des Öls in einer Bratpfanne erhitzen, Zwiebel- und Peperoni­würfel andünsten. Hackfleisch dazugeben und ca. 5 Minuten braten. Würzmischung hinzufügen. Pfanne vom Herd ziehen und beiseitestellen.

Die belegte Tortilla kann man auch im Backofen statt auf dem Grill zubereiten.

2. Grill auf 200 °C vorheizen. Eine grillfeste Pfanne (oder doppelt gefaltete Aluminiumfolie) mit wenig Öl bestreichen, Tortillas darauflegen, 1–2 Minuten erhitzen, dann wenden. Hackfleisch darauf verteilen, mit einigen Gemüsescheiben belegen und mit Käse bestreuen. Im geschlossenen Grill indirekt ca. 5 Minuten garen, bis der Käse geschmolzen ist. Mit Sauerrahm anrichten, gezupfte Korianderblätter darüberstreuen. Dazu passt Salat.

Jetzt dauerhaft günstiger: In der Migros ist ­Bio-­Rindshackfleisch ab sofort günstiger und kostet neu per 100 g Fr. 1.90 statt bisher 2.40.

Bilder: Fotostudio MGB, Styling: Feride Dogum

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Pro Stück ca. 34 g Eiweiss, 51 g Fett, 32 g Kohlenhydrate, 3050 kJ/740 kcal


Bild und Styling: Tina Sturzenegger, Illustration: Patrick Oberholzer

62 | 24.6.2019 | MEINE MIGROS

Viel Schweiz für wenig Kohle Die Grillspezialitäten von M-Classic verbinden hohe Qualität mit günstigen Preisen. Selbstverständlich ist auch die Schweizer Herkunft. Mehr Vielfalt und die neue Verpackung werten das Angebot auf.

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MEINE MIGROS | 24.6.2019 | 63

Schweizer Tierwohl Striktes Tierschutzgesetz Das Tierschutzgesetz der Schweiz gehört zu den strengsten der Welt. Es garantiert eine artgerechte Fütterung und eine möglichst tier­ gerechte Haltung. Auch der Tiertransport i­ st stark r­ eguliert. Die Hähne und Hennen wachsen in Schweizer Familien­ betrieben auf. Tiergerechtes Futter Zum Füttern der Nutztiere wird nur Nahrung verwendet, die frei von gentechnisch ­veränderten Organismen ist. Der Sojaanteil im Futter stammt aus zertifizierter Produktion. Hormone und ­Antibiotika als Leistungs­­­­för­derer sind ­ver­boten. Hühner sind sehr gute Futterverwerter: Für 600 Gramm Fleisch braucht es nur etwa ein Kilogramm Nahrung. Quelle: schweizerfleisch.ch

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Madrid

A Heitere

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 30.6.2019, 24 Uhr

4. Welches Open Air findet Ende Juni statt? U Gurten

2 × 100 Franken zu gewinnen

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wessen Werke werden im «Verkehrshaus der Schweiz» speziell ausgestellt? S

R Max Bill

Paul Klee

H Hans Erni

6. Welches Land gehört zu den grössten drei Milchproduzenten der Welt? O Indien

T

A Niederlande

Schweiz

Auflösung Nr. 25:

7. Wie wird der «Gerippte Brachkäfer» auch noch genannt? L

S

Heuschrecke

N Marienkäfer

Junikäfer

8. Welches Sportgerät ist auch ein Teil eines Programmcodes? G Springseil

R Barren

E

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

Trampolin

WAHRHEIT Gewinner Nr. 24: Paula Anwander, Winterthur ZH; Cornelia Grogg, Glashütten AG

8

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 30.6.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 25: LEERE

Gewinner Nr. 24: Jens Berner, Zürich; Silvia Ferrini, Basel


«UND AUF EINMAL STÜRZTE ICH KOPFVORAN VOM VELO.» Hören Sie die Rega-Geschichte von Matteo Pio-Loco, 18, auf Mallorca. meinerettung.ch/matteo

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RÄTSEL | 24.6.2019 | 77

Gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

6 8 2 4 3 1 7 6 8 2 3 5 2 7 7 6 3 9 6 1

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

1 3 7 6 9 3 8 6 8 6 2 5 4

×2

2 × 100 Franken zu gewinnen

Auflösung Nr. 25: 852

3 6 7 2 8 1 4 9 5

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

2 8 5 6 9 4 1 7 3

1 4 9 5 3 7 6 8 2

4 3 1 9 6 8 2 5 7

7 2 6 3 4 5 8 1 9

5 9 8 1 7 2 3 4 6

8 1 2 7 5 3 9 6 4

9 5 3 4 1 6 7 2 8

6 7 4 8 2 9 5 3 1

raetsel.ch 401443

Gewinner Nr. 24: Marcelle Esseiva-Pinget, Lausanne; Emmeli Seiler-Gysin, Arboldswil BL

Teilnahmeschluss: Sonntag, 30.6.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

raetsel.ch 401445

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 3 3 3 2 mehr als zwei Linien

1 2 2

3

2 1

Auflösung Nr. 25:

4 0

2 2

3 3 2 3

1

0

6

1

1

0

2

2

4

2

3

3

3 4 1

1 4

6 1

3

2

1

1

3

2

6

4

6 5

2

2

1 4

3

Auflösung Nr. 25: 3

1

5

1

2

2

2

6

2

4

1

3

2

6

3

3

3

2

1

3

5

3

2

2

1 5

3

3

3

2 2 2 3 3

© raetsel.ch 1350

raetsel.ch 392946

© raetsel.ch 1351

raetsel.ch 392947

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 348 000 (WEMF, MACH Basic 2019-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

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Blattmacher Steve Gaspoz

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner

Leitung Ressort ­Migros & Gesellschaft Kian Ramezani

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Leitung Ressort Familie Yvonne Samaritani

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Leitung Bild Olivier Paky Leitung Produktion Roland Linder

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


78 | 24.6.2019 | MEINE WELT

2

1

4

«Singen hat eine heilende Wirkung»

Sibylle Aeberli war 23 Jahre lang Sängerin und Gitarristin von «Schtärneföifi». Im August geht es los mit der neuen Kinderband «Wildi Blaatere». Die Theaterfrau liebt nicht nur Kinder, sondern auch frische Erbsen – und Paul, der immer dominanter wird. Text: Sabine Lüthi Bilder: Sava Hlavacek


MEINE WELT | 24.6.2019 | 79

1 Mein Zuhause «Ich lebe in einer 3-Zimmer-­Genossenschaftswohnung im Zürcher Kreis 4, in einer WG mit einer Frau. Das Fenster ist unser Balkon. Hier habe ich schon viele Stunden ­genossen. Pflanze Paul sorgt fürs Grün. Sie wächst und wächst.»

3

Name Sibylle Aeberli (57) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Ende 2018 haben wir nach 23 Jahren schweren Herzens mit der K ­ inderband ‹Schtärneföifi› aufgehört. Meine Schwester Bice, ‹Schtärneföifi›-Schlagzeuger Thomas Haldimann und ich werden im A ­ ugust mit der Kinderband ‹Wildi Blaatere› starten. Ich finde, Kinder sind einfach das Grösste,­ obwohl ich selbst keine habe. Beim Märchen- und Geschichten­ festival ‹Klapperlapapp›, das g­ erade auf Tour ist, mache ich auch mit. Ich schreibe Texte für ‹Globine›, und gemeinsam mit Matto Kämpf trete ich zurzeit mit der Leseperformance ‹Tante Leguan› auf. Ein weiteres ­Projekt ist die Leitung des Chors des Sogar-Theaters, der offen ist für alle. Singen hat eine heilende ­Wirkung, davon bin ich überzeugt.»

2 Meine Schwester «Bice (55) und ich kaufen unsere Kleider gern bei Saus & Braus bei mir ums Eck. Wir stritten oft. Aber seit dem Teeniealter sind wir beste Freundinnen. Bice ist Bassistin bei ‹Trio from Hell›, der Hausband des ­Zürcher Clubs Helsinki. Und sie spielte unter anderem auch bei ‹Baby Jail›.»

3

5

6

3 Mein Schlaf «Er ist ein Problem. Wenn ich nachts wachliege, meditiere ich. Meine Schlafmaske und meine Tröpfchen helfen mir beim Einschlafen.» 4 Meine Gitarre «Ich besitze sechs ­Gitarren. Diese hier ist meine ­Favoritin – ich habe sie mit 21 gekauft. Den Gurt dazu hat mir Kuno Lauener von ‹Züri West› ­vor 30 Jahren geschenkt.»

Bilder: zVg (2)

5 Meine neue Kinderband «Im August starten wir zu dritt mit ‹Wildi B ­ laatere›. Wir werden neue Songs und ein paar alte Hits ­spielen. Juhu!» Mein Lieblingsprodukt aus der Migros «Frische Erbsli gibt es ­saisonal. Sie sind etwas vom Besten, was es an ­Gemüse gibt. Am liebsten esse ich sie als Mousse.»

6 Mein Schlaflosprojekt «Ich freue mich schon sehr auf den Auftritt am Frauenstimmen­festival mit Stefanie Grob am 30. Juni in Brig VS. Unser Stück heisst ‹Schlaflos – ich wach mich kaputt›. Es geht um mein Thema: Schlaflosigkeit.»  MM


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