Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
MM26, 25.6.2018 www.migrosmagazin.ch
Die Tücken von Big Data im Sport Seite 92
Slam-Poetry
Dank Jobtimal zurück im Arbeitsleben
Auf der Bühne alles andere als christlich: Lisa Christ
Seite 10
Teenager: Erstmals allein auf Reisen
Bild: Basil Stücheli
Seite 94
Gaffer S. 8 | Grillgemüse S. 49 | Frauenschuh S. 82 | Farbenblindheit S. 88 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
Seite 18
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mögen Meeresfrüchte. Eine besondere Delikatesse sind Crevetten vom Grill. Einfach ungeschält etwas marinieren, auf den Spiess stecken und diesen auf den eingeölten Rost legen. Leuchten die Crevetten orange oder pink, sind sie gar. Nun noch etwas mit Zitronensaft beträufeln und schon wehen Ferienerinnerungen durch den Garten .
Süsse Früchtchen mögen das Feuer.
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bereiten auch das Dessert über der Glut zu. Ananas, Nektarinen oder auch Bananen lassen sich perfek t grillieren. Danach die Früchte ein wenig abkühlen lassen und mit einer Kugel Glacé krönen. Für den gewissen Extra- Crunch sorgen zerbrö selte Cantuccini, Amarettini oder auch geröstete Kokosschnit ze. Viel Spass beim Schlemmen!
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G Editorial
Gier und Gelegenheit
Menschen
Gelbe, rote, grüne, blaue – gar violette: In meinen ersten Berufsjahren habe ich unter anderem Nötli gebündelt. Unter der Neonlampe im UG der Bank war das Geld von Anfang an einfach bloss buntes Papier. So nigelnagelneu – ohne Eselsohr, Faltknick und Patina – ist ja so ein Nötli sowieso irgendwie ein starres Ding. Und mit einem Stiftenlohn von 680 Franken fehlte mir auch schlicht die Vorstellungskraft, dass diese bunten Berge überhaupt j emals Besitz von jemandem sein könnten.
8 Diese Woche
Später stellte sich heraus, dass das nicht alle so sehen. Eine Angestellte zwackte beim Bündeln immer wieder mal was ab, um die Baufirma der Familie zu retten. Später, in anderen Jobs, ging der eine oder andere Kollege von heute auf morgen, weil er die Verwendung des Spesentopfs anders interpretierte als sein Chef. «Gelegenheit macht Diebe», sagt Matthias Mölleney nüchtern. Im Interview (S. 26) erklärt der vielleicht prominenteste Personalchef der Schweiz, warum sich selbst Chefs mit Millionensalär zusätzlich bereichern.
Die 27-jährige Slam-Poetin Lisa Christ macht dem Ärger ihrer Generation auf der Bühne Luft
Raiffeisen- und Postauto-Mitarbeitende müssen sich seit Wochen Sprüche anhören. Ihre Chefs stehen im Verdacht, sich bereichert beziehungsweise Buchungstricks angewendet zu haben, um Boni und Subventionen zu erschleichen. Plötzlich sind Unternehmen, die bisher als bodenständig, ja als «die Guten» bekannt waren, nicht besser als die Grossbanken in der Finanzkrise. Für Kunden und Mitarbeitende ein Super- GAU. Warum solche Missstände noch immer möglich sind, erklärt sich Mölleney, jahrelang selbst Geschäftsleitungs mitglied, so: «Ab einer gewissen Hie rarchiestufe hinterfragt keiner mehr den anderen.»
Bilder: Jorma Müller, Paolo Dutto
Inhalt
Bei Raiffeisen und Post(auto) sind in den letzten Wochen ein paar Köpfe gerollt. Die Gier rächt sich. Das Nötlibündeln ist vorbei. Es ist an der Zeit, dass die Violetten zurückgehen an ihre w ahren Besitzer: an Steuerzahler und Kunden zum Beispiel. Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg @migrosmedien.ch
Ärgernis: Das Smartphone macht Gaffer immer schaulustiger
10 Jobtimal
26
Das Integrationsprojekt Jobtimal gibt Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive
17 Bänz Friedli 18 Die Slam-Madam
23 Jaël 26 Interview
Wirtschaftsexperte Matthias Mölleney über Manager und ihre Boni-Exzesse
33 Leserforum/Impressum
Migros-Welt 41 Hurra, die Kirsche ist da!
Leben 81 1,2 oder 3? Bschiss auf dem Töpfchen
82 Garten Bei Frauenschuhen blüht Orchideenfan Hans-Peter Bönli auf
87 Stadt, Land, Stutz Die Froschkönigin
88 Gesundheit Wie Menschen mit Rot-Grün- Seeschwäche die Welt sehen
Unsere Tipps und Tricks zur Sommerfrucht schlechthin
91 Migros Bank 92 Digital
42 Zaubern mit Alnatura
94 Familie
Vier Foodblogger zeigen, wie man mit den Bioprodukten wahre Delikatessen zubereitet
49 Migusto
Das müssen b esorgte Eltern wissen, wenn Jugendliche zum ersten Mal allein verreisen
So gelingt Ihnen das Grillieren von Gemüse garantiert
96 Kinder 98 Auto
65 Exotische Kaugummis 67 Gesund essen mit You 68 Verführerische Dessous 71 Sportkleidung waschen 73 Alles für die Ferienreise
103 Glücksgriff 105 Rätsel 108 Cumulus
75 Neues aus Ihrer Region
Alexander Frei alias Crimer, Swiss-Music-Award-Gewinner
Aktionen, Reportagen, News
110 Meine Welt
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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20x PUNKTE
Menschen
Darauf freuen wir uns Klanginsel Auf der Insel Mainau präsentieren am 1. Juli 800 Musizierende einen klangvollen Blumenstrauss.
MM26
Vollmondschwimmen Am 28. Juni gibt es im Freibad Sonnenberg in Herisau AR bis 23 Uhr Glimmer im Wasser und ein Bad im Mondschein.
Unnützes Wissen
Schmelzendes Gold
Mein Bild der Woche «Viele kennen sie: die alte Frau im Rollstuhl, stoisch, unbe
Gabriel Vetter (35) ist Satiriker und Träger des Salzburger Stiers.
irrbar, manchmal lächelnd, mitten im Trubel am Hauptbahnhof Zürich. Frieda Bühler, bekannt als ‹Der Engel vom Hauptbahnhof›, hatte es sich Anfang der 90er-Jahre zum Ziel gemacht, so oft und lange wie möglich in der Bahnhofshalle zu sein – und den vorbeieilenden Menschen ihren Segen zu erteilen. Einfach so. Für mich wurde der Anblick zu einer Art wohligem Wiedersehen; ich hatte irgendwann das Gefühl, Frieda Bühler zu kennen. Seit fünf Jahren war sie nicht mehr am HB zu sehen. Am 9. Juni ist sie im Altersheim verstorben. Wir wünschen eine gute Weiterreise. Und werden den bekannten Anblick vermissen.»
Bilder: iStock, Doris Fanconi/Tages Anzeiger, Nicola Pitaro
zweipunktnull
Entschuldigung, wie digital sind Sie?
Liebste App: 20 Minuten
Daniel Rohner (49), Pfarrer, Visp So informiere ich mich «Mit ‹Tagesschau›, ‹Schweiz aktuell› und ‹Tagesanzeiger›, gedruckt und digital.» Dafür bin ich zu alt «Instagram. Für Fotos kann ich mich nicht so begeistern.» Da bin ich analog «Ich lese nie eine elektronische Bibel, die muss ich in der Hand halten.»
Die erste Glace stammte aus China und bestand aus einem Mix aus Milch und Reis, der dann im Schnee gekühlt wurde.
Richtig glatt wird Eis nur, wenn es an der Oberfläche antaut. Im schottischen Glasgow lieferten sich Mitte der 1980er-Jahre Eiswagenfahrer einen erbitterten Gebietskampf, dem sechs Menschen zum Opfer fielen. Den höchsten Pro-Kopf- Verbrauch an Glace in Europa haben die Finnen. Sie essen etwa 12 Liter pro Jahr. In Japan kann man Eis mit Aalgeschmack essen. Quelle: Neon/Stern
8 MM26, 25.6.2018 | MENSCHEN
Gaffer-Schlagzeilen
19. 6.
«Gaffer verursachen Unfall auf der A3»
19. 6. «Tödlicher LkwUnfall – Gaffer behindern Einsatzkräfte»
8. 6.
«Gaffer stören Verkehr bei Sevelen – Sensationsgier kann bestraft werden»
5. 6.
10. 3.
«Schaffhausen: Gaffer verursacht nach Unfall eine Auffahrkollision»
9. 2.
Gaffer
Glotzen ist menschlich
«Handy am Unfall gezückt: saftige Bussen für Gaffer»
Die Berichte über Unfälle mit Schaulustigen mehren sich. Gaffer hat es schon immer gegeben, sagen Experten, aber heute wird aufdringlicher geglotzt.
Quellen: merkur.de; stuttgarterzeitung.de; tagblatt.ch; toponline.ch; bluewin.ch; bernerzeitung.ch; huffingtonpost.de
Text: Dinah Leuenberger
Bilder: Jochen Tack/Alamy Stock Photo, zVg (3)
«Gaffer macht seelen ruhig Unfall-Selfie – u nd empört ganz Italien»
MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 9
Strassenumfrage
Wenn das Foto wichtiger ist als Hilfe: Schaulustiger, der Fotos von einem Unfall macht.
E
in VW-Bus rollt auf eine Kreuzung zu und wartet an der roten Ampel. Plötzlich knallt es, und die Reifen des Busses beginnen zu brennen. Noch bevor in der Nachbarschaft der beissende Geruch wahrgenommen wird, stehen die Ersten am Strassenrand und fotografieren. Die Fotos wird man einen Tag später in «20 Minuten» sehen, zur Verfügung gestellt von Leser reportern. «Gaffer gab es schon immer», sagt Markus Huggler, Leiter des Rettungsdienstes Winterthur. «Neu ist aber die Aufdringlichkeit, mit der Passanten die Szenerie be obachten.» Das bestätigt auch
Frank Rüfenacht, stellvertretender Chef Verkehr bei der Kantonspolizei Bern. Beide halten fest, dass sie meist nicht in der Lage seien, die Gaffer zurechtzuweisen: Ihre Aufmerksamkeit gelte den Opfern, der Sicherung der Unfallstelle und der Tatbestandsaufnahme. «Durch die Gaffer werden wir zwar nicht grundsätzlich in unserer Arbeit gestört, allerdings wird durch das Fotografieren zum Teil hart in die Privat sphäre der Verunfallten ein gegriffen», sagt Huggler. Ist die Rega involviert, kommt es zu einer anderen Situation: Da gebe es zwar auch Gaffer, «die sind aber meistens am Rega-Heli interessiert und machen davon Fotos – nicht von den Verunfallten», sagt Rega-Sprecher Adrian Schindler. Die Bilder würden ihnen dann oft zugeschickt, als Wertschätzung ihrer Arbeit, sagt er. Nashörner gaffen auch
Warum zückt das Handy und filmt oder fotografiert, wer Zeuge eines Unfalls wird? Heute wolle man sich von anderen abheben und berühmt sein, sagt der Fachpsychologe FSP Jakob Scherrer. «Einerseits wurde dies einfacher durch die neuen technischen Mittel, anderseits wird dieses Verhalten von den Medien verstärkt und auch belohnt.» Für die Leser springt meist Geld raus, wenn ihr Bild verwendet wird. Aber vor allem können sie sich damit brüsten, wenn ihre Aufnahmen ver öffentlicht werden. «Wenn etwas passiert, schauen wir
Was halten Sie von Gaffern?
hin, das ist ein natürliches menschliches Verhalten», sagt Scherrer. «Und übrigens ist das auch im Tierreich so: bei Affen oder Nashörnern zum Beispiel.»
Susy Bernhard (57), Kaufmännische Angestellte, Winterthur «Nicht viel. Es käme mir nie in den Sinn, einen Unfall zu fotografieren. Ist etwas passiert, gehe ich gleich weiter.»
Anstand auf die Probe gestellt
Dass nicht alle stehen bleiben und Fotos machen, liege am Anstand, den man gelernt habe und der als Kontrollmechanismus wirke. «Trotzdem wird das Bedürfnis, einen U nfall festzuhalten, durch das Smartphone verstärkt. Die meisten Menschen sind aber in erster Linie einfach betroffen, wenn sie einen Unfall beobachten», sagt Scherrer. Diese Betroffenheit könne auch blockieren – aber bei den meisten stünde die Hilfe klar an erster Stelle und definitiv vor dem Handybild. Reines Gaffen ist nicht strafbar. Eine Anzeige droht aber, wenn man am Steuer fotografiert oder filmt. Und damit die Aufmerksamkeit vernachlässigt. Oder wenn man dermassen langsam fährt, dass der übrige Verkehr behindert wird, so Frank Rüfenacht von der Kapo Bern. Wer Fotos von Unfallopfern veröffentlicht, verletzt möglicherweise deren Privatsphäre, was ebenfalls juristische Konsequenzen haben kann. «Beobachtet man einen Unfall, soll zuerst der Unfallort gesichert werden», sagt Markus Huggler vom Rettungsdienst Winterthur. «Danach gern das Handy zücken. Aber nicht etwa, um ein Foto zu machen, sondern um die Rettungsdienste zu alarmieren.» MM
Stephan Kessler (54), Architekt, Langenthal «Unfälle zu beobachten, ist menschlich, aber für mich nicht nachvollziehbar. Ich helfe lieber, statt mich am Unglück anderer zu ergötzen.»
Katharina Bertazzi (31), Verkäuferin Innendienst, Luzern «Grundsätzlich sollte man helfen, statt Fotos zu machen. Aber manchmal können sie helfen, Zeugen zu finden. Selfies gehen aber nicht!»
10 MM26, 25.6.2018 | MENSCHEN Jobtimal
Zurück im Job, zurück im Leben
Oft fallen Langzeitarbeitslose aus dem sozialen Netz – und damit noch tiefer in Isolation und Depression. Das Integrationsprojekt Jobtimal nimmt sich dieser Menschen an: Dank einer einzigartigen Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Sozialamt und Gewerkschaften haben Betroffene wieder eine Lebensperspektive. Text: Claudia Langenegger Bilder: Beat Schweizer
Lilly Saroun
«Die Arbeit ist die beste Therapie»
E
s war furchtbar», sagt Lilly Saroun (49). «Drei Jahre lang war ich arbeitslos. Ich bin ein lebensfroher Mensch, aber ir gendwann wusste ich nicht mehr, wie mein Leben weitergehen soll.» Dennoch hat sie nie aufgegeben. «Die Arbeit ist mein Herz und meine Seele», sagt sie. Sie erzählt, wie sie vor knapp zwei Jahren im alteingesessenen Berner Café Eichenberger endlich wieder eine Stelle ge funden hat – nachdem sie aus dem Arbeitsalltag katapultiert worden und auf dem Sozialamt gelandet war. Ein Bandscheibenvorfall und Ab nützungserscheinungen im Rücken. «Wer stellt schon jemanden ein, der nicht viel tragen darf und oft unter Schmerzen leidet?» Sie habe ver sucht, Jobs zu finden – chancenlos. Beschwerden bedeuten ein zu grosses Risiko für Arbeitgeber. Mehr Selbstsicherheit, mehr Stabilität
Der Sozialdienst meldete die Bernerin bei Job timal an. Der Verein sucht für Sozialhilfebezüger mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung eine passende Stelle im regulären Arbeitsmarkt . «Wer schon lange nicht mehr im Arbeitsprozess ist, hat kaum noch Chancen, wieder eine Anstel lung im ersten Arbeitsmarkt zu finden», sagt Bernhard Emch (44), Unternehmer und Präsi dent des Vereins Jobtimal. Da die Betroffenen vermindert einsatzfähig sind, wird mit dem Arbeitgeber ein Teillohn aus gehandelt, der der möglichen Leistungsfähigkeit entspricht. Als Basis dient ein orts- und bran chenübliches Grundsalär. «Kann jemand nur 50 Prozent Leistung erbringen, erhält er einen
entsprechenden Lohn», sagt Emch. Nur so sei es möglich, Betriebe im freien Markt zur Koope ration zu bewegen. «Viele Unternehmer sind skeptisch, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder sich Ausfälle gleich nach der Einarbeitung nicht leisten können.» Beträgt der Lohn weniger als das Existenzmini mum, trägt das Sozialamt die Differenz. In den meisten Fällen verbessert sich die Leistung wäh rend der Anstellung. Die Arbeitnehmer gewin nen Mut und Vertrauen in ihre Fähigkeiten, wer den selbstsicherer und auch psychisch stabiler. Lilly Saroun war zu Beginn 80 Prozent leistungsfähig – und nach zwei Monaten wieder voll einsatzfähig. «Die Arbeit ist die beste The rapie gegen meine Schmerzen. Endlich habe ich wieder ein Leben: Ich werde gebraucht.» In der Anfangszeit war sie bei Jobtimal angestellt; der Verein hat sie an Eichenberger «ausgelie hen». Das ist das übliche Vorgehen: Arbeitgeber haben so genug Zeit, um festzustellen, ob es mit der Anstellung klappt. Ausserdem verringert sich dadurch der administrative Aufwand. Heute ist Lilly Saroun direkt angestellt und braucht keine Begleitung von Jobtimal mehr. Zwar kann sie wegen ihres Rückens nur halb tags arbeiten, aber das Tearoom bleibt ein idea ler Arbeitsort: Sie muss keine schweren Teller oder Tabletts voller Bier tragen, sondern vor allem Kaffee, Tee und Patisserie. Auch ihr Chef, Geschäftsführer Daniel Eichenberger (41), freut sich: «Sie ist ein Glücksfall für uns», sagt «Man muss sie eher bremsen – und schauen, dass sie nicht zu viel arbeitet.»
MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 11
«Endlich habe ich wieder ein Leben», sagt Lilly Saroun (l.). Und für ihren Chef, Daniel Eichenberger (o.), ist sie ein «Glücksfall».
Jobtimal
Reintegration für Langzeitarbeitslose Das Arbeitsintegrations projekt Jobtimal wurde 2013 von der Stadt Bern in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden initiiert. Ziel des Vereins: Sozialhilfebezüger zurück auf den ersten Arbeitsmarkt bringen. Das Team sucht für leistungsbeeinträchtigte Langzeitarbeitslose, die ihnen der Sozialdienst zuweist, eine passende Stelle. Die Arbeitnehmer erhalten einen ihrer Leistung entsprechenden Teillohn und werden in den ersten zwei Jahren von Jobtimal angestellt und an die Betriebe «ausgeliehen». Gewerkschaften, Arbeit geber und die öffentliche Hand sind gleichmässig vertreten; Jobtimal wird von der Stadt und vom Kanton Bern finanziert. Seit 2016 besteht ein Leistungsvertrag mit der Gesundheits- und Fürsorge direktion des Kantons Bern.
12 MM26, 25.6.2018 | MENSCHEN
Patric Pfenninger
«Ich erhalte Bestätigung und Dankbarkeit»
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er Respekt war gross, als Patric Pfenninger (42) sich in der Kanzlei Bratschi zum Vorstellungsgespräch meldete. «Ich dachte: eine Anwaltskanzlei – was für eine Herausforderung!» Das war vor rund drei Jahren. Ulrich Keusen (50), Anwalt und Teilhaber der Kanzlei Bratschi in Bern, erinnert sich: «Von Bernhard Emch habe ich von Jobtimal erfahren. Ich war neugierig, wie das Projekt funktioniert, und sagte, man solle sich mal bei mir melden.» Jobtimal-Coach Franz Reber nahm Kontakt mit dem Anwalt auf. Der Zeitpunkt passte: In der Kanzlei, die zu den grössten Anwaltsbüros der Hauptstadt zählt, wurde gerade die
Stelle des Allrounders frei. Ein Teilzeitjob ohne grosse körperliche Belastung, der aber verantwortungsvoll ausgeführt werden muss. Und Rebers Klient Patric Pfenninger schien der richtige Mann dafür zu sein. Reintegration nach einem Burn-out
Vor rund zehn Jahren hatte Patric Pfenninger ein Burn-out. Lange war er psychisch und physisch angeschlagen, verzweifelt gar: «Ich glaubte nicht mehr an mich und schrieb mich ab.» Dennoch wollte er wieder arbeiten. Er nahm an verschiedenen Inte grationsprogrammen teil, führte Hunde aus, arbeitete als Hauswart, leistete Chauffeurdienste und kochte freiwillig in Blaukreuz-Lagern. Das
Ziel war aber, wieder im ersten Arbeitsmarkt integriert zu sein. Heute hat sich der gelernte Koch gut in der Kanzlei eingelebt und er ledigt gewissenhaft seinen Job. Im weissen Hemd serviert er gekonnt Kaffee. Jeden Morgen holt er die Post, um sie zu sortieren und in den vier Stockwerken zu verteilen; er kümmert sich um die Kaffeemaschinen, erledigt Materialbestellungen und macht Botengänge. «Ich erhalte Bestätigung, schöne Rückmeldungen und viel Dankbarkeit», sagt er. Patric Pfenninger hat mittlerweile einen Vertrag erhalten. In den ersten eineinhalb Jahren wurde er von Coach Franz Reber betreut, denn Jobtimal gewährleistet während der
MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 13
Bild: Merlin Photography Ltd.
Wirtschaftsanwalt Ulrich Keusen (u.) hat die Integration von Patric Pfen ninger (l.) in seiner Kanzlei aktiv vorangetrieben.
ersten 24 Anstellungsmonate die Begleitung des Arbeitnehmers. in dieser Phase wurden Standort gespräche mit dem Arbeitgeber durchgeführt, alle zwei bis drei Monate sass man zusammen. «Wir besprachen, wie es mit der Arbeit läuft und welche Aufgaben zumutbar sind», sagt Ulrich Keusen. Warum hat der Wirtschaftsanwalt den Aufwand auf sich genommen? «Weil ich es richtig finde und glaube, dass immer etwas zurückkommt», sagt Ulrich Keusen. Es ist für ihn selbstverständlich, dass man sich auch für Dinge engagiert, die ausser halb des Leistungssystems ihren Wert haben. «Es braucht einen Wandel in unseren Köpfen», meint er.
Bernhard Emch ist Präsident des Vereins Jobtimal und Ge schäftsleiter von Emch Aufzüge AG. Interview
«Man gewinnt Respekt» Warum kann ein Arbeitgeber eine von Jobtimal vermittelte Person nicht sofort selbst anstellen? Eine Direktanstellung ist grundsätz lich möglich. Wir empfehlen jedoch unseren Personalverleih. So können Arbeitgeber während eines Zeit raums von maximal 24 Monaten herausfinden, ob eine Festanstel lung funktioniert. Die Phase ist als maximale «Probezeit» zu verstehen. Danach soll der Arbeitgeber die Ver antwortung übernehmen. Dieser Zeitraum reicht auch, wenn jemand eng betreut werden muss. Besteht nicht die Gefahr von Lohndumping? Nein, wir handeln die einzelnen Verträge sorgfältig aus. In unserem Verein sind auch der Gewerkschafts bund und die Unia vertreten – sie können die ausgehandelten Verträge prüfen. Wenn ein Gesamtarbeitsver trag einen Mindestlohn vorsieht, der nicht unterschritten werden darf, gelangt der Verein an paritätische Kommissionen der Gewerkschaften. Wir suchen gemeinsam Lösungen und ziehen alle am selben Strick. Wichtig ist, dass wir nicht zu schnell wachsen und die Arbeit so sorgfältig machen können wie bisher. Wie erfolgreich ist Ihr Projekt? Wir haben seit Projektbeginn im Jahr 2013 mehr als 80 Menschen zu einer Stelle im ersten Arbeitsmarkt verholfen. Das mag nach wenig klingen, aber die Vermittlungen sind nachhaltig. Die meisten Arbeit
nehmer haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Auch bei Jobtimal sind Leute angestellt. Rentiert der Verein? Ja. Stadt und Kanton sparen mehr, als sie ausgeben. Sie finanzieren Jobtimal, sparen aber gleichzeitig bei den Ausgaben des Sozialhilfegel des. Das ist natürlich auch das Ziel. Aufgrund des Teillohnmodells sind manche Löhne sehr tief. Warum ist es für die Arbeitnehmer dennoch ein Gewinn? Geld verliert an Bedeutung, wenn man lange auf Stellensuche ist. Was wirklich zählt, ist, überhaupt wieder eine Arbeit zu haben – und damit Arbeitskollegen, ein soziales Leben, eine tägliche Aufgabe. Und man gewinnt Respekt, vor allem vor sich selbst. Arbeitgeber könnten doch einen vollen Lohn zahlen, das erst wäre richtig sozial ... Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das kaum möglich. Zudem wäre es auch schlecht für den sozialen Frieden im Team. Die voll leistungsfähigen Mitarbeiter ohne gesundheitliche Einschränkung würden sich un gerecht behandelt vorkommen. Zu dem fühlt sich der leistungsschwä chere Mitarbeiter, der von Jobtimal vermittelt wurde, mit einem vollen Lohn automatisch unter Druck gesetzt. Denn Lohn ist nun mal unsere Wertschätzung für Leistung. Es wäre also kontraproduktiv.
MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 15
Remzi Rexhepi
«Ein anderer Mensch»
S
tolz zeigt Remzi Rexhepi (52) seinen Arbeitsbereich im Untergeschoss der Firma Keller Treppenbau in Schönbühl BE. In deckenhohen Gestellen lagern Kistchen mit allen Arten von Schrauben, Muttern und Beschlägen, fein säuberlich sortiert. Daneben lagern grössere Maschinen und Geräte. Remzi Rexhepi ist zuständig für die Ordnung im Lager, die Herausgabe von Montagematerial, und in der Werkstatt führt er kleinere Schlosserarbeiten aus. Der gebürtige Kosovo-Albaner, der sich vor über zwei Jahrzehnten in der Schweiz niedergelassen hat und mit seiner Familie in Schönbühl wohnt, leidet an den Spätfolgen eines Unfalls: Als junger Mann fiel er beim Dach decken von der Leiter. Seine Hüften sind so beschädigt, dass er nicht mehr lange stehen oder sitzen, nichts Schweres heben und die linke Hand nur sehr begrenzt gebrauchen kann. Trotzdem geht er täglich zur Arbeit. Um sieben Uhr morgens fängt er an. Remzi Rexhepi kann 50 Prozent Leistung erbringen. Sein Lohn ist tief; er erhält nicht viel mehr, als wenn er von der Sozialhilfe leben würde. Doch viel wichtiger sei es, endlich wieder ein Leben zu haben. Habe man ihn früher gefragt, was er denn so mache, sei er meistens wortlos davongelaufen. Heute sei das anders.
Remzi Rexhepi (r.) arbeitet 50 Prozent für die Firma Keller Treppenbau in Schönbühl. Produktionsleiter Markus Siegen thaler (u.) ist stolz auf sein Team, das Rexhepi voll unterstützt.
KMU sind am kooperativsten
Auch mit der Gesundheit und der psychischen Verfassung ging es wieder bergauf. Zwei Monate nach Stellenantritt staunte der Arzt: «Herr Rexhepi, Sie sind ja ein anderer Mensch!» Produktionsleiter Markus Siegenthaler (52) hat die internen Abläufe so organisiert, dass Remzi Rexhepi jederzeit genug Arbeit hat. «Wenn die einfacheren Arbeiten von einem weniger erfahrenen Mitarbeiter erledigt werden, haben die spezialisierten Fachleute mehr Kapazitäten für komplexere Aufgaben. Das ergibt Sinn, denn in unserer Branche leiden wir unter Fachkräftemangel.» Es funktioniere auch gut, weil Siegen thalers Team mitmache.
«Meist muss die passende Stelle erst noch geschaffen werden», sagt Franz Reber (47), der Teamleiter bei Job timal. Er hat schon unzählige Unternehmen kontaktiert, mit CEOs und Geschäftsführern gesprochen, über passende Stellen diskutiert. Oft sind es KMU, also Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten, die sich bereit erklären, am Projekt teilzunehmen. «In diesen Betrieben sind die Entscheidungswege viel direkter als bei Grossfirmen.» Und manchmal sei es in solchen Firmen auch einfacher, die Abläufe neu zu definieren.
Gut zehn Prozent der Angestellten bei Keller Treppenbau haben eine Leistungsbeeinträchtigung. Für Markus Siegenthaler ist klar: «Die Integration hat eine grosse volks wirtschaftliche Bedeutung. Einer seits wird ein Beitrag zur Reduktion der allgemeinen Sozialkosten geleistet, andererseits finden Be troffene zurück in die Gesellschaft.» Die Integration scheint sich also auszuzahlen. Hat Jobtimal wirklich keinen Haken? Nein, aber ein grundsätzliches Problem: mehr Arbeitgeber zu finden, die das Projekt unter stützen. MM
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MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 17
Bänz Friedli
Falsch verbunden Erzielt im Fussballtraining einer den Ausgleich zum 7:7 und ich brummle: «Unentschide ischs nid», mault unser junger Ostschweizer bestimmt: «Moll, Aff! Isch unentschide!» Und ich muss mich erklären, weil der Mitspieler zu jung ist, als dass er sich an den Titel «7:7» erinnerte, in dem Züri West singt: «Es isch 7:7, unentschiede ischs nid.» Liedzitate sind wunderbare Verständigungsmittel – aber eben nur, wenn man sich versteht. Leserin Franziska bestellte unlängst per Telefon ein Kilo Brot, worauf die Verkäuferin sagte: «S isch grad s letschtä gsy. Furt isch furt!» Darauf wiederum Franziska: «Und gli hets gschneit.» Nun habe die junge Frau am anderen Ende der Leitung sie offenbar für komplett hinüber gehalten, erzählt Franziska, und sie habe dann, als sie das Brot holen ging, erläutern müssen, das sei doch nur ein Zitat aus «Alperose» gewesen …
Bild: Vera Hartmann
Bänz Friedli (53) hält einige Dinge für unverhandelbar.
Sich durch Liedtexte verständigen zu können, sei für sie früher gar ein Kriterium bei der Partnerwahl gewesen, gestand Eliane, eine andere Leserin. «Hatte er keine Ahnung von Musik, fiel er bereits durch», schrieb sie mir. Und ich kann sie verstehen. Denn der Musikgeschmack ist ähnlich unverhandelbar wie Hundefreund oder -hasser, Raucherin oder Nichtraucherin. Drum achte, wer sich ewig bindet, nicht nur darauf, ob der oder die Liebste fromm oder ungläubig sei,
Stubenhocker oder wanderlustig, sondern eben auch, ob man mit der geliebten Person mittels Zitaten aus Popsongs kommunizieren könne. Nur war es, liebe Eliane, vielleicht ein bisschen viel verlangt: dass ein Schwarm deine Hinweise auf gewisse Lieder von Anfang an richtig deuten würde. Denn es ist ein Zeichen von Vertrautheit, wenn das Anspielen auf bestimmte Songs funktioniert, und sie stellt sich nicht auf Anhieb ein, die Vertrautheit. Denn sie beruht ja auf gemeinsamem Erleben. Songs sind Chiffren der familiären Vertrautheit. Unsere Kinder wissen stets, was die Eltern gleich summen werden. Zum Beispiel, wenn jemand in den Ferien schlechte Laune und offenbar die Sorgen und Ängste von daheim mitgenommen hat: «You always take the weather with you» – aus einem Lied von Crowded House, das uns einst auf einer Weltreise begleitete. Und oft zeitigt das Zitat psychologische Wirkung: Die blosse Erwähnung tut gut – und erleichtert einen dann doch ein bisschen. Verlässt unsere Tochter das Haus, singt sie mit Michel Sardou: «Mes chers parents, je pars …» Ich erwidere aus der Küche: «Je vous aime, mais je pars …» Darauf sie: «Vous n’aurez plus d’enfant, ce soir.» Und wir beide lachen, wissend, dass sie uns nicht für immer, sondern nur für Stunden verlässt. MM
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Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Yohannes: www.dasrichtigetun.caritas.ch
Yohannes Berhane (22), Flüchtling, ist dank seiner Ausbildung gut integriert.
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Ein Video von Lisa Christ auf der Bühne: www.migmag.ch/ lisa-christ
Lisa Christ
Die wütende Prinzessin
Mit ihren Texten bringt Slam-Poetin Lisa Christ die Themen ihrer Generation auf die Bühne – und macht aus ihrer Wut keinen Hehl. Am 30. Juni feuert die Oltnerin ihre Wortsalven am Open Air St. Gallen ins Publikum. Text: Lisa Stutz Bilder: Basil Stücheli
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egt sich Lisa Christ über etwas auf, bekommt das zuerst Detlef zu spüren. So heisst ihr Laptop. Auf Detlef macht sie ihrem Ärger Luft über Ernährungsfanatiker, die ihr vor schreiben wollen, was sie zu essen hat («Ein Hoch auf Cola und Zucker watte!»). Oder über Eltern, die ihren Kindern vermitteln, dass sie alles werden können («Ein Eichhörnchen wirst du niemals sein!»). Oder über Schubladen («Sie sind zwar gut für Kleider, aber zu eng für Menschen!»). Ist Detlef zugeklappt und Lisa Christ auf der Bühne, erntet das Ge tippte grossen Applaus. «Sich auf regen ist ein Element, das vor dem Publikum gut funktioniert, denn es trägt viel Energie in sich», sagt die Künstlerin.
der entsteht, wenn Regen auf den warmen Boden trifft. «Diesen Geruch mag ich sehr gerne. Und das Wort ist toll, oder?» Ein weiteres Lieblingswort ist «Onomatopoesie». So nennt sich, was klingt wie seine Bedeutung, etwa «summen» oder «zirpen». « Meine Liebe zu Worten war irgendwie schon immer da», sagt die junge Frau. In Olten besuchte Lisa Christ die Kantonsschule. Mit 16 Jahren kam sie
«Nieder mit den Bodytoning-Gurus!»
«Tolles Wort, oder?»
Zuletzt aufgeregt hat sie sich d iesen Morgen. Sie hat verschlafen. «Stress am Morgen nervt!» Die 27-Jährige trägt ihr Haar schulterlang und blond, hat das Leopardenjäckchen zur f arbigen Bluse kombiniert. Jetzt ist sie wieder entspannt. Es regnet auf Olten herab. Eins der Lieblingswörter von Lisa Christ ist «Petrichor». Es bezeichnet den Duft,
im örtlichen Kulturzentrum zum ers ten Mal in Kontakt mit Poetry-Slam, dem Wettbewerb, bei dem selbstge schriebene Literatur in Rekordtempo den Zuhörern vorgetragen wird. Es war ein Mittwochabend, als sich Lisa Christ im Rahmen einer offenen Bühne mit eigenen Texten vors Pub likum wagte. Die Reaktionen waren so gut, dass sie am Freitag darauf an ihrem ersten Poetry-Slam teilnahm. «Ich war total fasziniert», sagt sie. Wenn sie auf der Bühne steht, kann sie alles hinter sich lassen. In dem Moment geht es nur darum, den Leuten etwas zu erzählen.
Lisa Christ schaut auch bei sich genau hin – und kommt dabei zu Selbsterkenntnissen.
Die Wortakrobatin beschäftigt sich mit Alltagsthemen, dem Leben als Frau, Selbsterkenntnissen – immer mit viel Humor, immer mit der nötigen Wut. Das klingt dann so: «Man muss mittlerweile darum kämpfen, den A ppetit nicht zu verlieren. Diese Gesundheitsnazis reden so lange auf einen ein, bis man auch in der geilsten Pommes frites nur noch eine hässliche Fettwurst auf den Hüften sieht. Aber ich, ich weigere mich, diesen Wahnsinn mitzumachen! Nieder mit all diesen Bodytoning-Gurus!»
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Vor jedem Auftritt geht Lisa Christ noch kurz auf die Toilette. Und wehe, das WC-Papier fehlt!
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Poetry-Slam
«Ein Eichhörnchen wirst du niemals sein!»: Mit ihren witzigen Texten hat sich Lisa Christ über die Grenze hinweg einen Namen gemacht.
Die ersten drei Jahre trat sie praktisch nur in Olten auf. Dann sind die Auftritte immer mehr geworden. Auch ausserhalb des Städtchens, ausserhalb des Landes. Bevor sie auf die Bühne geht, macht sie jeweils zwei Dinge. Erstens: Sie geht, wenn möglich, noch kurz aufs Klo. Zweitens: Sie bewegt ihren Körper, hüpft herum, nimmt Anlauf für den Auftritt. Der Erfolg hat sie selber überrascht. Sie gewann den U20-Schweizermeistertitel, den Kulturförderpreis für Literatur des Kantons Solothurn, schaffte den Finaleinzug bei der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft. Vor Kurzem hat sie ein Buch mit ihren gesammelten Texten veröffentlicht, es heisst «Im wilden Fruchtfleisch der Orange». Momentan arbeitet sie an einem abend füllenden Bühnenprogramm. «Lange war das Slammen einfach ein Hobby. Erst vor drei, vier Jahren habe ich gemerkt, dass ich genug Geld damit verdiene», sagt Lisa Christ. Sie lebt indes nicht nur vom Poetry- Slam. G erade schreibt sie an einer unkonventionellen Mu seumsführung und gibt PoetrySlam-Workshops an Schulen. Letztes Jahr hat sie ihr Studium in Vermittlung von Kunst und Design abgeschlossen.
Bild: Jakob Kielgass
Poetry-Slam weiblicher machen
Ziemlich eindrucksvoll, wenn man erfährt, dass Lisa Christ als Kind Prinzessin werden wollte. Sie grinst. Irgendwie kann man sie sich auch gut mit Krönchen vorstellen. Dass Frauen zu mehr fähig sind, als nur schön auszusehen, wusste Lisa Christ schon früh. «Wenn man in der heu tigen Zeit eine Frau ist und ein bisschen die Augen offen hat, merkt man, dass es Ungleich
Flasche Whiskey für die Sieger Die Schweizer Poetry-Slam-Szene feiert in diesem Jahr ein Jubi läum: Seit 20 Jahren wird im Land geslammt. Erfunden hat das For mat 1984 der Amerika ner Marc Kelly Smith in Chicago. Jede und jeder sollte – abseits der ein gestaubten und elitären Literaturmaschinerie – Gehör finden. Seither gilt Poetry-Slam als Al ternative zur klassischen «Wasserglaslesung». Beim Poetry-Slam haben alle Genres Platz, sofern sie die Regeln befolgen. Diese lauten:
heiten gibt. Und diese sind meist nicht gerechtfertigt.» So sei das auch in der Poetry-Slam-Szene. Darum setzt sie sich im Vorstand des Vereins Slam Alphas ein. Dessen Ziel besteht darin, Frauen und Mädchen im Poetry- Slam sichtbar und erreichbar für die Veranstaltenden zu machen. Früher sei es ganz normal ge wesen, dass sie als «einzige Frau des Abends» vorgestellt wurde. Heute trage die Arbeit ihres Vereines bereits Früchte, sagt sie stolz. Dank einer interak tiven Karte finden Veranstalter Slam-Poetinnen in ihrer Region. Wenn Lisa Christ nicht gerade schreibt oder slammt, unter-
richtet oder unterwegs ist, macht sie «ganz normalen Basic-Shit». Es erdet sie, alltäg liche Dinge zu tun, wie zum Beispiel ihr Zimmer aufzuräumen. Mit zwei WG-Mitbewohnern lebt sie in einem Haus mit Garten, mitten in Olten. «Ich liebe es, mit meinen Katzen Findus und Louis zu kuscheln. Oder ich mache mit meinem Freund oder mit meinen Freundinnen ab.» Weil sie sehr aktiv auf Facebook und Instagram ist, gönnt sie sich von Zeit zu Zeit eine Smartphone-Pause. Dann legt sie das Handy während der ganzen Ferien zur Seite. Es heisst übrigens Luna. MM
• Die Poeten dürfen nur selbst geschriebene Texte vortragen. • Der Auftritt über schreitet das Zeitlimit nicht. Dieses liegt in der Regel zwischen fünf und zehn Minuten. • Neben Mikrofon und Textblatt sind keine weiteren Requisiten erlaubt. • Das Publikum darf weder buhen noch sich lautstark übers Wetter unterhalten. • Die Auftritte werden vom Publikum bewer tet, durch eine aus gewählte Jury oder die Stärke des Applauses. • Zu gewinnen gibt es traditionell eine Fla sche Whiskey. Die un ausgesprochene Regel ist: Vom Siegerwhiskey kriegt jeder etwas ab. Um das Jubiläum zu feiern, finden vom 6. bis 10. November in Zürich die deutschsprachigen Meisterschaften statt – das grosse Finale ist im Hallenstadion. Quellen: poetryslam.ch, slamalphas.org
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MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 23
Jaël
Stille Zugabe Rückblick: Am 9. Juni 2017 stehe ich mit dem litauischen Klaipėdos Kamerinis Orkestras auf der Klangantrisch-Festival-Bühne. Ich bin im dritten Monat schwanger und kämpfe mit Übelkeit und Schwindel. In derselben Woche habe ich drei Konzerte mit einem englischen Künstler und komplett anderem Programm. Beiden sind viele Probestunden vorausgegangen.
Bild: Ruben Wyttenbach
Am Montag darauf sitze ich schweissgebadet für den Ersttrimestertest im Wartezimmer des Gynäkologen, erfüllt von der Angst, ich hätte mit dem Stress der letzten Wochen dem Würmlein in meinem Bauch geschadet. Mit dem Aufleuchten des Ultraschall-Bildschirms erblicke ich sein schlagendes Herz. Tränen der Erleichterung und Rührung fliessen.
Sängerin Jaël (38) hat im Dezember ihr erstes Kind bekommen.
Ein Jahr später ist mein Leben von Buebli auf den Kopf gestellt. Und obwohl ich beruflich kürzertrete, blicke ich einem Meilenstein meiner Karriere entgegen. Dass ich eingeladen wurde, am diesjährigen Montreux Jazz Festival mein
«Orkestra»-Programm erneut zu singen, freut und ehrt mich gleichermassen. Nach 20 Jahren Bühnendasein fühlt sich das an wie der Ritterschlag. Natürlich will ich an dem Abend glänzen. Ich erkläre Eliah, mein Repertoire erweitern zu müssen, das in den vergangenen Monaten primär aus Kinderliedli bestand. Er findets mässig lässig und gönnt mir erst nur ein paar Minuten täglich, bevor wir wieder zum «Gugus-Dada» zurückkehren. Nach drei Wochen Üben jedoch schaut er mich jeweils bereits bei den ersten Takten erwartungsvoll an. Wenn ich dann mitsinge, strahlt er und «singt» die zweite Stimme. «Orkestra» mutiert zum neuen Ass im Ärmel, um Buebli zu beruhigen. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass der Gourmet, der keine abgepumpte Milch akzeptiert, friedlich vor dem Konzert einschlafen und erst wieder aufwachen wird, wenn die Ritterin zurückgekehrt ist. Dann wirds im Hotelzimmer eine (stille) Still-Zugabe geben. MM
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26 MM26, 25.6.2018 | MENSCHEN
«Was Manager antreibt, ist die Macht» Matthias Mölleney
Buchungstricks, persönliche Bereicherung in Millionenhöhe und Selbstbedienung aus dem Spesentopf: Die Anschuldigungen gegen die Führungskräfte von Raiffeisen und Postauto wiegen schwer. Wirtschaftsexperte Matthias Mölleney über Bonussysteme, Machtmissbrauch und Managermentalität. Text: Monica Müller, Yvonne Zurbrügg Bilder: Paolo Dutto
MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 27
Matthias Mölleney über das Ethos in den obersten Teppichetagen: «Ab einer gewissen Hierarchiestufe wird kaum noch kritisiert.»
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MENSCHEN | MM26, 25.6.2018 29
Hintergrund
Matthias Mölleney, was ist zurzeit schwieriger: Personalchef bei der Post oder bei Raiffeisen zu sein? Beides ist schwierig, aber im Falle der Raiff eisenbank ist es noch kniffliger. Bei der Post auto-Affäre hat ein Teil grob versagt, während weite Teile des Unternehmens nicht betroffen sind. Bei Raiffeisen kommt der Skandal von der Spitze, und es trifft die gesamte Bank. Plötzlich steht eine Bank in Verruf, von der alle glaubten, sie sei so geerdet. Und das Postauto würden wir Schweizer nie mit Bösem in Verbindung bringen … Ja, bis zur Finanzkrise galt: Wer bei Raiff eisen arbeitet, hat es nicht zur UBS oder zur Credit Suisse geschafft. Nach der Finanz krise, die hauptsächlich die Grossen traf, hat sich Raiffeisen auch punkto Image als Arbeit geber sehr positiv entwickelt. Raiffeisen ver mittelte stets das Gefühl: Das sind die Guten unter den Bankern. Postauto profitiert vom Gesamtimage der Post, einem ehemals staat lichen Betrieb, der nun teilweise selbständig ist. Die Post steht ein für Service public, und der Marke wird Sympathie entgegen gebracht, ähnlich wie bei den SBB oder der Swissair früher. In den Augen der Menschen tut die Post Gutes, sie bringt Leute zusam men und hilft dem nationalen Zusammen halt. Jeder nutzt das Postauto. Wie ist es für die Angestellten, wenn der Arbeitgeber im öffentlichen Ansehen auf einmal so absackt? Für die Mitarbeitenden ist es ein Super-GAU. Wie alle Banker nach der Finanzkrise müssen sich jetzt die Raiffeisen-Angestellten im Freundes- und Bekanntenkreis blöde Sprü che anhören. Man poltert: «Gerade die!», «Schweinerei!», «Warum habt ihr das eigent lich nicht bemerkt?» Bei Postauto müssen sich Chauffeure so einiges anhören. Heisst es nach Feierabend: «Ihr habt bei Subventionen betrogen», hört das natürlich keiner gern. Wie können die Unternehmen die Gemüter beruhigen? Indem sie so schnell wie möglich und konse quent aufräumen. Die Post-Chefin ist gegangen, der PostVerwaltungsratspräsident hat sich zum obersten Aufräumer erklärt. Bei Raiffeisen ist der Präsident gegangen, der CEO – lange Zeit Stellvertreter von Pierin Vincenz – ist aber noch da: Sind das gute Voraussetzungen für eine Aufräumaktion? Generell ist es schon so: Derjenige, der den Laden gut kennt, hat einen Vorteil beim Auf räumen. Er weiss, wo der Dreck sein könnte. Der Nachteil: Man glaubt ihm nicht. Man un terstellt ihm, alles zu tun, um am Ende mög lichst gut dazustehen. Ein Externer hingegen ist unbelastet und wird als Fachperson wahr
genommen. Doch wie schnell sieht er, was unter den Teppich g ekehrt wurde? Ist es zu den Skandalen bei den «Guten» gekommen, weil sie Vergütungsmodelle der «Bösen» anwenden, sprich Boni? Die Lohnsysteme spielen immer eine Rolle beim Verhalten von Führungskräften. Bonussysteme werfen viele Fragen auf: Be lohnen sie bloss kurzfristige Optimierung? Wie können sie auch nachhaltig wirken? Können sie das überhaupt? Die meisten Firmen denken zurzeit darüber nach, aus Bonussystemen auszusteigen, weil sie falsche Anreize schaffen. Boni sollten genauso vorbei sein wie steile Hierarchien. Heute sind Grossfirmen so komplex, dass ein einsamer Leitwolf an der Spitze sie nicht al lein führen kann. Er oder sie muss sich zwin gend auf andere verlassen und die Strukturen anders gestalten. Manche Unternehmen messen die Teamleistung. Aber ist das wirk lich ein Anreiz? Misst man hingegen die Einzelleistung, geht die Teamleistung flöten. So oder so: Durch Boni entstehen kleine Königreiche, in denen jeder versucht, den eigenen Bereich zu optimieren. Viele halten Manager für gierig. Lässt sich das wissenschaftlich belegen? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nicht primär die Gier das Problem ist. Bis zu einer bestimmten Grenze ist die Höhe des Lohns für einen Angestellten relevant. Für
«Boni sollten genauso vorbei sein wie steile Hierarchien», sagt HR-Experte Mölleney. Zur Person
Wirtschaftsexperte mit Fokus Personal Matthias Mölleney (58) war der letzte Personalchef der Swissair und musste nach dem Grounding mehreren tausend Menschen kündigen – auch sich selbst. Danach sass er im Management des MedizinaltechnikKonzerns Centerpulse und des Industriekonzerns Unaxis (heute OC Oerlikon). Seit 13 Jahren ist er selbständig und berät Unternehmen und Führungskräfte in Verände rungssituationen. Zudem bildet er an der Hochschule für Wirtschaft Zürich künftige Chefinnen und Chefs aus.
Die Fälle Raiffeisen und Postauto Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Pierin Vincenz wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Der langjährig tätige RaiffeisenChef, der bis zu vier Millionen Franken jährlich verdient haben soll, steht unter Verdacht, bei zwei Firmenübernahmen Inte ressenkonflikte und verdeckte Treuhandverhältnisse verschwiegen und persönlich profitiert zu haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe – auch nach seiner Entlassung aus 106-tägiger Untersuchungshaft. Als Nächstes wird entschieden, ob gegen ihn und weitere Beteiligte Anklage erhoben wird. Es gilt die Unschuldsvermutung. Raiffeisen-Verwaltungsrats präsident Johannes RüeggStürm ist nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurückgetreten. Die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma wirft ihm schwere Fehler vor – ausgerechnet in seinem Spezialgebiet Governance (Überwachung der Einhaltung von Regeln). Der Professor wird weiterhin an der Universität St. Gallen lehren. Bei Postauto wurden von 2007 bis 2016 Gewinne verschleiert, um überhöhte Subventionen beziehen zu können. Das Bundesamt für Verkehr fordert fast 80 Millionen Franken zurück. Die Nachforschungen des Post-Verwaltungsrats zeigen: Die Buchungstricks wurden im vollen Wissen der PostautoGeschäftsleitung angewendet. Post-Chefin Susanne Ruoff trennte sich zunächst vom Chef und vom Finanzleiter der Postauto AG. Dann trennte sich die Post von Ruoff und der Leiterin der internen Revision. Die gesamte Postauto-Geschäfts leitung wurde sofort freigestellt. Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller verspricht eine lückenlose Aufklärung des Falls: «Erschreckend ist, dass dabei über Jahre sämtliche Kontrollmechanismen im Konzern Post offensichtlich versagt haben.» Er selbst hat – obwohl oberstes Kontrollorgan der Post –keine Rücktrittsabsichten.
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Lastwagenfahrer und Kassierer sind 100 Franken mehr oder weniger im Monat entscheidend; am Ende des Monats muss er oder sie die Rechnungen begleichen können. Ab etwa 100 000 Franken Jahresgehalt spielt die reine Lohnhöhe keine so entscheidende Rolle mehr – wichtiger ist, wie viel derjenige verdient, der das Gleiche macht. Man will sich fair behandelt fühlen. Richtig. Erst geht es nur um die Frage: Werde ich fair entschädigt? Dann erfährt man: Der Kollege erhält 100 Franken mehr. Man denkt: Gehts noch? Und es geht los mit Vergleichen. Das ist nicht anders bei Managern mit Mil lionengagen. Etwas plakativ ausgedrückt: Würde man den CEOs den Lohn von 20 auf 10 Millionen kürzen, würde nichts passieren. Verdient aber ein CEO des Konkurrenten 11 Millionen, werden die anderen sauer. Bei Postauto vermutet man Buchungstricks, um Subventionen und Boni zu steigern. Der frühere Raiffeisen-CEO sieht sich
mit diversen Anschuldigungen konfrontiert: Er soll sich durch Zukäufe der Bank persönlich bereichert haben. Welche Bedürfnisse stillen Manager mit solchen Extraerträgen? Ich glaube, es geht nicht um die Bedürfnisse, sondern um die Gelegenheiten. Warum soll man etwas nicht tun, wenn keiner es hinter fragt? Ab einer bestimmten Hierarchiestufe wird kaum noch kritisiert.
waltungsrat. Wer wählt den Verwaltungsrat? Die Aktionäre. Wer sind die Aktionäre? Viele. Aber ein Typus Aktionär ist in der Schweiz besonders stark vertreten: die Pensionskas sen. Sie sind paritätisch besetzt. Die Arbeit nehmer haben gesetzlich 50 Prozent der Sitze im Stiftungsrat einer Pensionskasse. Fragen wir aber 100 Leute, ob sie die Arbeitnehmer vertretung ihrer Pensionskasse kennen, wird kaum jemand von ihnen Ja sagen.
Eigentlich wäre der Verwaltungsrat dazu da, dem CEO auf die Finger zu schauen. Aber der sieht oft nicht, ob der CEO Grenzen überschreitet. Aber genau das ist seine Aufgabe. Im Grunde ja. Aber auch der Verwaltungsrat wird nicht kontrolliert.
Aus Faulheit? Vielleicht. Ich bin das Gegenteil eines Mar xisten, aber Marx hat einige wichtige Dinge geschrieben, etwa dass Kapital verpflichte. Würden Pensionskassen sagen: Wir wollen kontrollieren, was der Verwaltungsrat macht, wenigstens mal ein paar kritische Fragen stellen, würde sich die Lage massiv ändern.
Was ist die Lösung? Dieses Gedankenexperiment spiele ich immer wieder mit den Studierenden durch: Wer gewährt die extremen Löhne? Der Ver
Aber gerade die Bankabteilungen, die sich um die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien kümmern, sind in den vergangenen Jahren immer grösser geworden.
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Sie sind leider oft zahnlos. Das ist in Deutschland etwas anders: Die Betriebsräte bestimmen mit, nehmen ihre Geschäftsleitung durch Fragen unter Beschuss und thematisieren offen schlechte Entwicklungen. Ich glaube, wenn Mitarbeitervertretungen bis in die oberste Unternehmensspitze gehört werden, haben sie einen grossen Einfluss. In der Schweiz spielen die Mitarbeitenden in den meisten Firmen eine zu unwichtige Rolle. Was treibt Manager an? Angekommen in der Chefetage, denken die Manager nicht: So, jetzt bin ich da, jetzt überlege ich erst mal, wie ich mich bereichern könnte. Was sie treibt, ist die Macht – die Macht, Entscheide zu fällen, das Gefühl: Auf mich kommt es an, ohne mich passiert hier nichts. Dass beim Ausleben dieses Macht gefühls auch noch etwas in die eigene Kasse fliesst, halten manche vielleicht sogar für legal. Oft fehlt das Unrechtsbewusstsein. Eben weil die meisten Führungskräfte kein kritisches Feedback mehr erhalten.
Post-Chefin Susanne Ruoff hat Fehler eingestanden und versprochen, für lückenlose Aufklärung zu sorgen. Gleichzeitig erklärte sie, sie wehre sich gegen eine Vorverurteilung und trete nicht zurück. Ein paar Tage später blieb ihr Bürostuhl trotzdem leer … Ich bin skeptisch, wenn man sofort den Rücktritt eines gestrauchelten Managers fordert. Die Frage lautet: Ist ein Rücktritt nötig und sinnvoll für das Unternehmen? In meinen Augen wäre es das Beste, wenn der Betroffene erkennen würde: Mist, ich habe einen Fehler begangen. Jetzt mache ich es anders und besser. Klar, wenn einer zu weit vom Kurs abgekommen ist, wie es bei der Raiffeisenbank der Fall zu sein scheint, ist eine Kurs korrektur nicht mehr möglich. Je früher Führungskräfte aber Fehler zugeben, desto mehr helfen sie dem Unternehmen. Hilfreich wäre es auch, wenn die, die bleiben, sich gut überlegten, wie sie sich in der Öffentlichkeit darstellen. Dass der neue Raiffeisen-CEO in diesen turbulenten
Zeiten mit seinem Privatflugzeug auf Facebook posiert, hat Wellen geschlagen … Das war ungeschickt. Dennoch sagt das Foto nichts über seine Kompetenz als Unter nehmer aus. Mir ist egal, was Patrik Gisel in seiner Freizeit tut – solange es erlaubt ist und ethisch korrekt. Die Kritik erinnert an die alte Mittelalter-Pranger-Mentalität: Wenn einer fällt, wird er öffentlich zur Schau gestellt, mit Schlamm beworfen und bespuckt. Das ist nicht mehr zeitgemäss. Zum Schluss: Wie sieht das Psychogramm des guten Chefs aus? Führung ist eine Dienstleistung. Mit dieser Aussage eckt man bei vielen Führungskräften an. Aber ich halte daran fest: Wer führen will, muss dienen können. Eine benediktinische Ordensregel formuliert das Wesentliche: «Ordne und regle alles so, dass es den Brüdern zum Heil dient und sie ohne einen berech tigten Grund zum Murren ihre Arbeit tun können.» Keine Rede von Shareholder Value und unkontrollierter Machtausübung. MM
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Vom skrupellosen Geschäft mit dem Handel von Menschenaffen Gesellschaft
So sperrt man Facebook aus. 6 Tipps wie es funktioniert Seite 56
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Roboter manipulieren die Flugpreise Die Reisebranche setzt auf raffinierte Programme und fiktive Buchungen, um die Konkurrenz auszuspähen. Das erhöht teilweise die Preise. Bi it Voigt V i t Birgit
Scheinbuchungen schädigen zunächst die Airline, weil ihre Plätze unter Umständen leer bleiben. Betroffen sind aber auch die Passagiere. Die starke Aktivität der Bots führt nämlich dazu, dass di Buchungssystem die Buchungssysteme B h t e irrtümlich i tü li h von einem hohen Interesse an be-
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Leserforum MM25: Diese Woche Das Fingerchen am Drücker
«Kindern den Unterschied zwischen Spielzeug und echten Waffen klarmachen»
Wasserpistolen: für Kinder ein Riesenspass, für viele Erwachsene ein Nervtöter
Bild: Getty Images
Wasserpistolen machen aus Kids weder Schiesseisennarren noch Gewalttäter. Aus mir ist, trotz zahlreicher kindlicher Wasserpistolenschlachten oder Holzschwertlikämpfen, eine überzeugte Pazifistin geworden. Kinder brauchen Platz, um sich auszutoben und zu raufen – das gehört mit zum Kindsein. Patricia Gawlick, via www.migrosmagazin.ch Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, Wasserpistolen mit Waffen zu vergleichen. In meiner Kindheit waren das ganz normale Spielzeuge. Auch nicht jeder Mann mit einem Rauschebart ist ein Terrorist. Das alles ist reine Panikmache. Jasmin Schuwey, Pfeffingen BL
MM25: Büffelmozzarella 500 Kilo pure Sanftheit
«Die kleinen Riesen haben Besseres verdient als Käfigstäbe» Die Büffelhaltung in der Provinz Caserta ist für die Kälber alles andere als tierfreundlich und darf meiner M einung nach definitiv nicht mit der Schweizer Tierwohl-Garantie ausgezeichnet werden. Rita Wenger, Oftringen AG Stellen Sie sich vor, sie wären ein zweitägiges Kälblein mit einem Bedürfnis nach Körper-
Solange sich Kinder gegenseitig mit Wasserpistolen anspritzen, habe ich nichts dagegen. Doch wenn mich ein Kind, ohne zu fragen, damit attackiert, werde ich hässig und sage ihm deutlich, dass das nicht drinliegt. Die Eltern sollten dem Kind den Unterschied zwischen einer Spielzeugpistole und einer echten Waffe allerdings vorgängig klar aufzeigen.
kontakt, mit dem Drang herumzurennen, bei der Mutter zu saugen – und dann kommen Sie in einen kleinen Iglu mit Blickkontakt, der das alles ersetzen soll? Die kleinen, sanften Riesen haben Besseres verdient als Käfigstäbe: echtes Tierwohl. Mariann Gähwiler, Wohlen AG Ich frage mich, wieso die Büffelkälber der Mutter nach zwei Tagen weggenommen werden. Wo man doch weiss, welchen Stress das für Kalb und Mutter verursacht. Ich kaufe nur noch Produkte aus MutterKalb-Haltung. Monica Rapp, Pfäffikon SZ Ich fände es sinnvoller, nur noch Schweizer Büffelmozza-
Remo Meier, Uster ZH
rella zu beziehen. Die meisten der über 20 einheimischen Büffelbauern in unserem Land erfüllen weit mehr als die minimalen Tierschutznormen. Lange Transportwege könnten so v ermieden werden, die gesamte Wertschöpfung läge in der Schweiz. Edith Villiger, via www.migrosmagazin.ch
Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.
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Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund
Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel
Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin
Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01
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Migros-Welt MM26
4000000 Zahl der Woche
Vier Millionen Mal wurde die Migros-App bereits heruntergeladen. Die beliebte Anwendung für Smartphones wurde im April 2014 lanciert und seither stetig weiterentwickelt.
Migros-Besitzer
«Man findet alles an einem Ort» Was schätzen Sie an der Migros? Die Tatsache, dass man dort alles findet, besonders hier im Einkaufszentrum Marin. Da alles an einem Ort ist, muss ich nicht durch die Stadt fahren und die Umwelt verschmutzen. Gibt es etwas, das Sie gern ändern möchten? Es gab mal ein spezielles Brot, das Casse-Grains-Brot, das meine Frau und ich liebten. Es wurde eine Weile in einigen Migros-Filialen verkauft, das ist aber leider nicht mehr der Fall. Welches Produkt kaufen Sie besonders oft? Die kleinen Milchbrötchen. Mit «Terra Suisse»-Schinken kombiniert, kann man damit sehr leckere Sandwiches machen. Wie lange sind Sie schon Migros-Genossenschafter? Seit mindestens 30 Jahren.
Name: Louis-Gérard Wilhelm (70) Wohnhaft: Marin-Épagnier NE Beruf: Uhrmacher im Ruhestand Lieblingsprodukt: M-Classic-Mini-Sandwiches
Und weshalb sind Sie Mitglied geworden? Weil es eine sehr grosse Auswahl an Produkten von guter Qualität gibt, zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen.
Migros-Sondergastspiele
Bild: René Ruis
Ein Abo für gute Unterhaltung Ein kinderloser Mann, der Mutterschaftsgeld erhält, ein Abschiedsdinner mit Folgen, eine Alt-Hippie-WG auf Kriegsfuss mit der Studenten-WG, ein chaotisches Abendessen mit der Geliebten und eine Paartherapie mit einer komplett überforderten Therapeutin: Die fünf Gastspiele, die die Migros Basel im Rahmen der «Sondergastspiele» nach Basel
holt, lassen sich auch in diesem Jahr sehen. Mal spannend, mal herzlich, mal turbulent – und immer sehr unterhaltsam! Infos zu Programm und Abo: www.theater-basel.ch
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MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 37
Frage der Woche
Hat die Migros vegane Alternativen zum Käse im Angebot? Ja, zum Sortiment gehören drei vegane Käse-Ersatzprodukte: Wilmersburger Scheiben classic, Simply V Schmelzgenuss und Cashewella. Food-Blogger-Versammlung (v.l.): Heike (Tastyasheck), Celine (blueberrysmiles22), Anna (annashealthyveganfood), Carlo (vegaliciously), Doris (Mrs Flury), Verena (freistyle) und Nicole (magsfrisch)
Bilder: David Biedert, Thor Brodreskift, zVg (2)
#Grillitarier Vor einigen Tagen versammelte die Migros zahlreiche Food-Blogger auf dem Zürcher Uetliberg zum Grillwettbewerb. Gesucht wurde das kreativste und leckerste Grillgericht. «Die Blogger waren mit so viel Herzblut bei der Sache, am liebsten hätten wir alle gewinnen lassen», sagt Anna Eberle, Projektleiterin in der Marketingabteilung der Migros. Das Rennen machte schlussendlich das Team Vegan mit seinen Burgern (kleines Bild). Über 40 000 Personen liessen sich noch am selben Abend von den entstandenen Blogger-Bildern auf Instagram inspirieren. Wer möchte, kann unter #Grillitarier seine Grillitarier-Momente ebenfalls hochladen.
Korrigendum
Mio Star
Fehlerhafte Formulierung zur Büffelhaltung
Jetzt drei Jahre Garantie
In der letzten Ausgabe des Migros-Magazins (Nr. 25) hat sich eine falsche Formulierung eingeschlichen. Im Beitrag zum Büffelmozzarella aus Italien auf Seite 37 steht: «Diese sogenannten Iglus erachtet der Schweizer Tierschutz als gleichwertig zur Gruppenhaltung.» Dies ist nicht korrekt, die Organisation Schweizer Tierschutz STS setzt die Igluhaltung nicht gleich mit der Gruppenhaltung. Korrekt müsste es heissen: «Diese sogenannten Iglus erachtet die Schweizer Tierschutzgesetzgebung als eine Alternative zur Gruppenhaltung.» Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.
Von Tiefkühltruhen und Kaffeemaschinen über Mikrowellen bis zu Staubsaugern bietet die Migros-Marke Mio Star im Haushaltsbereich fast 150 Produkte an. Das 1968 eingeführte Sortiment mit dem guten PreisLeistungs-Verhältnis erlebt in diesem Sommer einige Neuerungen. Ab Mitte Juli werden Multimedia- und Unterhaltungselektronik wie DABRadios, Wetterstationen, Notebookzubehör und weitere Produkte unter der Marke Mio Star erhältlich sein. Zudem wird ab 1. Juli die Garantie auf Mio-Star-Produkte von zwei auf drei Jahre verlängert. Anlässlich der Einführung der
neuen Produkte wurde das Logo neu gestaltet und die Verpackung mit einem neuen Erscheinungsbild versehen.
Diese Produkte werden ausschliesslich aus pflanzlichen Zutaten hergestellt – zum Beispiel aus Kokosöl und Stärke oder aus Cashewnüssen. In Sachen Aussehen, Geschmack und Anwendung sind sie kaum von herkömmlichem Käse zu unterscheiden. Auf der Verpackung sind sie aber als vegane Produkte gekennzeichnet.
Haben Sie eine Frage?
Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder auf www.migros.ch/ kundendienst
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Mio Star: neue Produkte, neue Verpackung, längere Garantie
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MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 39
Nachhaltigkeit
Migros ist Weltspitze Die Migros gewinnt den grünen Weltmeistertitel: In ihrem Engagement für Nachhaltigkeit übertrifft sie international alle anderen Detailhändler. Das ergibt eine grosse Auswertung der renommierten Ratingagentur ISS-Oekom mit Sitz in München. Sie hat 151 Handelsunternehmen geprüft und gibt der Migros die besten Noten. Mit anderen Worten: Die Migros ist die nachhaltigste Detail-
händlerin der Welt. ISS-Oekom hebt hervor, dass die Schweizer Detailhändlerin ehrgeizige Ziele beim Energie- und Wasserverbrauch anstrebt. Sie setzt bei der Logistik stark auf umweltfreundliche Bahntransporte. Zudem bietet die Migros ein überdurchschnittlich grosses Sortiment an nachhaltigen Produkten an. So stammen etwa alle ihre Fische und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen.
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MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 41
Kirschen
Grosser Auftakt zur Kirschensaison Diesen Sommer ist eine Ernte von 3000 Tonnen Schweizer Kirschen zu erwarten, deutlich mehr als in den letzten Jahren. Die Migros unterstützt die Produzenten bei der Abnahme – und wir haben allerlei Ideen. Text: Claudia Schmidt, Thomas Tobler
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Kirschgenuss im Winter Entsteinte Kirschen lassen sich gut einfrieren. So konserviert man den Geschmack des Sommers bis in den Winter hinein.
vom 26. 6. bis 2. 7.
Interview
Kirschsteine loswerden Zum Entsteinen der vitaminreichen Frucht sind keine besonderen Geräte nötig – eine leere Flasche und ein Holzspiesschen oder ein Röhrchen reichen: Die Kirsche wird mit dem Stielansatz nach oben auf die Flaschenöffnung gelegt und mit dem Spiess oder dem Röhrli durchstochen. So fällt der Stein auf den Flaschenboden.
Kirschen für die Bratpfanne Für Pancakes mit Kirschen mischt man die entsteinten und halbierten Früchte einfach mit einem StandardPancake-Teig und backt kleine Portionen in der Bratpfanne.
Kirschen für den Vorrat
Rezepte mit Kirschen: www.migusto.ch
Bilder: Getty Images, zVg
Köstliches KirschenDurcheinander Für einen Kirsch-Crumble gibt man entsteinte Kirschen in eine Auflaufform und verteilt eine Streuselmischung aus je 100 Gramm Butter und Zucker sowie 200 Gramm Mehl darüber. Nach etwa 30 Minuten im 175 Grad warmen Backofen ist die Köstlichkeit fertig.
Meisterlich Kirschsteine spucken Am 5. Juli findet im Hauptbahnhof Luzern die Schweizer Meisterschaft im Chriesistei-Spucke statt. Die Teilnahme steht jeder und jedem offen. Ein bisschen Vorbereitungszeit bleibt also – und an Trainingsmaterial sollte es nicht fehlen.
Hansruedi Wirz, Obstbauer und Kommissionspräsident des Verbands des Schwei zerischen Früchte-, Gemüseund Kartoffelhandels
Kirschen kann man dörren. Dazu braucht es entweder ein Dörrgerät oder einen Backofen. Bei 50 Grad im Backofen trocknen ent steinte Kirschen innert knapp 24 Stunden. Zwischendurch sollte man den Ofen einige Male öffnen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Beim Dörrgerät hängen Zeit und Tempe ratur vom Gerätetyp ab.
Migusto ist die Kochplattform der Migros. www.migusto.ch
«Die Kirschbäume konnten bestens blühen» Hansruedi Wirz, 2018 scheint ein gutes Schweizer Chriesi-Jahr zu werden. Eine exakte Prognose wage ich zwar noch nicht abzu geben, aber zurzeit gehen wir von einer Erntemenge von ungefähr 3000 Tonnen Kirschen aus. Diese Menge läge tatsächlich 30 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und wäre das drittbeste Resultat seit 2000. Wie kommt es zu dieser Grossernte? Hauptverantwortlich dafür ist das Wetter. Dank der hohen Temperaturen im April und der geringen Niederschlagsmengen konn ten die Kirschbäume unter besten Bedingungen blühen. Auch nach der Blütezeit ist das Wetter mild geblieben, und es gab kaum Frost- oder Hagelschäden. Besteht die Gefahr, dass die Bauern auf ihren ChriesiErnten sitzen bleiben? Damit das nicht passiert, sind eine gute Planung und ein enger Austausch mit der Migros gefragt. Wir Produ zenten müssen verlässliche, aktuelle Erntezahlen liefern, sodass die Migros weiss, in welcher Woche welche Men gen eintreffen. Nur so kann sie ihre Aktivitäten in den Filialen entsprechend planen und ihre Kundschaft darauf aufmerksam machen. MM
42 MM26, 25.6.2018 | MIGROS-WELT
Alnatura
Frisch zubereitet Alnatura bietet natürliche Bioprodukte für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Dass sich damit bunte, feine Gerichte zubereiten lassen, beweisen die Foodblogger von Limonrimon, Foodwerk und Mags Frisch. Bilder: Tina Sturzenegger
Vegetarisch
Asia Bowl mit Tofu an Mandelmus Zutaten ½ Packung Reisnudeln 1 Block Alnatura Tofu nature, in mundgerechte Würfel geschnitten ½ Tasse frische, grüne Erbsen 4–5 Champignons in Scheiben Eine Handvoll grüne Bohnen 3 EL Maisstärke 2–3 EL Sojasauce 1 EL Alnatura Kokosöl
Zubereitung Marinade und Tofu
Zubereitung Nudeln und Gemüse
Dressing 3 Stück Frühlingszwiebeln, kleingehackt 1 Bund Petersilie, gehackt (nur Blätter) 1 Bund Koriander, gehackt (nur Blätter) 6–7 Blätter Pfefferminze, gehackt (nur Blätter) 4 EL Sojasauce Saft einer halben Zitrone (oder Limone) 1 TL Reisessig Chiliflocken (optional)
1. Reisnudeln in heisses Wasser einlegen. Nach ca. 10 Minuten herausnehmen. 2. Tofu mit Küchenpapier abtup fen, mit einer Pfanne oder etwas ähnlich schwerem zusammen pressen, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Tofu in gleichgrosse Würfel schneiden, mit etwas Maisstärke panieren. 3. Champignons in Scheiben schneiden, in etwas Kokosöl anbraten, mit Sojasauce würzen, zur Seite stellen. 4. Bohnen und Erbsen ebenfalls kurz in Kokosöl braten. Marinade 4 EL Alnatura Mandelmus 2 EL Sojasauce 1 TL Reisessig
Saft einer halben Zitrone 1 EL Kokosblütensirup Chiliflocken (optional) 1 EL Alnatura Sesam
1. Für die Marinade alle Zutaten ausser Sesam vermischen. 2. Den mit Maisstärke panierten Tofu in etwas Kokosöl anbraten (ca. 4–5 Minuten). 3. Hitze reduzieren und die Marinade über den gebratenen Tofu geben, noch 1–2 Minuten weiterbraten. 4. Sesam darüberstreuen.
Zubereitung Dressing
1. Zitronensaft, Sojasauce und Essig vermischen. 2. Kräuter und Frühlings zwiebeln daruntermischen. 3. Dressing mit den Reisnudeln mischen.
www.limonrimon.ch Naomi Meran (47) aus Zürich ist Foodbloggerin, Fotografin und Mutter.
Mandelmus verleiht der Tofu-Marinade ein süsslich-nussiges Aroma.
1000 Probierpakete zu gewinnen Nehmen Sie an der Verlosung eines von 1000 Alnatura-Probierpaketen auf www.alnatura.ch teil. Posten Sie Ihr Lieblingsgericht unter #alnaturaentdecker und teilen Sie Ihr Lieblingsprodukt mit anderen Alnatura-Entdeckern. Mehr Infos und weitere Rezepte: www.alnatura.ch
MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 43
Wissenswertes
Natürlich gut Weniger ist mehr In den Alnatura-Produkten ist nur das enthalten, was nötig ist. Die Zusammensetzung der Produkte ist so einfach wie möglich. Das heisst, alle Alnatura- Produkte sind frei von künstlichen Farb- und Konservierungsstoffen, frei von Aromastoffen aus nicht natürlichen Rohstoffen. Biologischer Anbau Alnatura setzt zu 100 Prozent auf kontrolliert biologische Landwirtschaft. Im Anbau kommen dabei nur natürliche Hilfsmittel zum Einsatz. Damit wird sowohl die hohe Qua lität der Produkte sicher gestellt als auch zum Boden nachhaltig Sorge getragen. Strenge Kontrolle Jedes Produkt wird von einem unabhängigen Expertenrat kontrolliert und freigegeben.
Alnatura steht für zeitgemässen Biogenuss mit Sinn. Hochwertige Zutaten und nur die nötigsten I nhaltsstoffe stecken drin.
Alnatura Mandelmus weiss, 250 g Fr. 11.40 In grösseren Filialen
Ein Teil von
Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.
44 MM26, 25.6.2018 | MIGROS-WELT
www.foodwerk.ch Caro und Tobi Thaler (beide 39) aus Luzern betreiben gemeinsam einen Foodblog.
Süsslich mild
Zarte Matcha-Tarte mit Erdbeeren Zutaten für den Teig 220 g Alnatura Dinkelmehl, Typ 630 110 g Butter, Zimmertemperatur 60 g Rohrzucker, fein Abrieb einer halben Limette
Das milde Grünteepulver h armoniert bestens mit Vanille und der Süsse der Erdbeeren.
Alnatura Matcha Grüntee, 30 g Fr. 13.30 In grösseren Filialen
Für die Füllung 4 dl Halbrahm 2 EL Zucker 1 Alnatura Bourbon Vanilleschote 6 g Agar-Agar 2 TL Alnatura Matcha-Pulver Abrieb einer halben Limette Zubereitung
1. Alle Zutaten zu einem glatten Teig vermengen. 2. Tarte-Form (10 × 33 cm) mit Backpapier auslegen und den Teig in die Form drücken. 3. Teig den Rand hochziehen und 30 Minuten kühlstellen. Danach mit der Gabel stupfen. 4. Bei 180°C 15 Minuten backen. 5. Den Halbrahm zusammen mit dem Zucker, dem halbierten ausgekratzten Vanillestängel, Agar-Agar, Matcha-Pulver und dem Limettenabrieb unter Rühren aufkochen und ca. 2 Minuten leicht köcheln lassen. 6. 5 Minuten auskühlen lassen und in den gebackenen Kuchenboden einfüllen. Für mindestens 4 Stunden kaltstellen. 7. Erdbeeren klein schneiden und die Tarte dekorieren.
MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 45
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Pikantes Granola auf Erdbeer-Fenchel-Salat Zutaten für das Granola 100 g Alnatura Haferflocken, 50 g Walnüsse, 50 g Alnatura C ashew Kerne, 40 g Sonnenblumenkerne, 40 g Alnatura Kokoschips, 40 g Alnatura Sesam, 2 EL Alnatura Ahornsirup, 1 Eiweiss, 2 EL Alnatura Tahini (Sesammus), 1 TL Meersalz, gemahlener Rosmarin Zutaten für den Salat 1 grüner Eichblattsalat, 1 Fenchel, 250 g Erdbeeren, 1 Bund Minze, Pistazien und Blüten zum Garnieren (optional) Zutaten für das Dressing 3 EL Alnatura Tahini (Sesammus), 2 EL Apfelessig, Salz, Pfeffer, ca. 4 Erdbeeren, 1 TL Alnatura Blütenhonig, 50 ml Buttermilch
Zubereitung
1. Fenchel waschen und mit G emüsehobel fein hobeln, Erdbeeren Scheiben schneiden. 2. Salat in Stücke zupfen. 3. Für das Granola Haferflocken, Nüsse, Kerne, Samen und Salz vermengen. Ahornsirup, Eiweiss und Tahini ebenfalls daruntermischen. A lles gut vermengen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech g eben. So verteilen, dass keine Schichten entstehen, sondern alles schön kross bräunen kann. Das Granola in der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 140 Grad für 20 bis 25 Minuten gold braun backen. 4. Fürs Dressing alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einem sämigen Dressing mixen. Mit Muskelkraft gelingt das natürlich auch im Schüttelbecher. 5. Eichblattsalat, Fenchel und Erdbeeren anrich ten, Minze d arüberzupfen und grosszügig mit dem Granola toppen. Dressing darüberträufeln und mit Pistazien und Blüten garnieren.
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Nicht nur Fleisch vom Grill regt den Appetit an – auch Gemüse weckt die Geschmackssinne.
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Grillgemüse mit fruchtiger Vinaigrette Kohlrabi und Fenchel in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Aus dem ganzen Broccoli längs möglichst viele, ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Restliche Röschen halbieren. Lattiche längs in Viertel schneiden.
Knoblauch pressen. Mit dem Salz auf einem Brett zu einer Paste verstreichen. Rosmarin nadeln vom Stängel zupfen und fein hacken. Knoblauchpaste und Rosmarin mit dem Öl mischen. Gemüse mit der Marinade bestreichen.
Grill auf 150 °C vorheizen. Für die Vinaigrette alle Zutaten bis und mit Pfeffer mischen. Gemüse auf dem Grillrost beidseitig ca. 4 Minuten grillieren. Je nach Grösse der Broccoli stücke diese wenn nötig in einer Alu-Grillschale gril lieren. Gegrilltes Gemüse auf einer Platte anrichten und mit der Vinaigrette beträufeln. Koriander da rüberzupfen. Noch warm servieren.
Zutaten für 4 Personen
1 Kohlrabi 1 Fenchel 1 Broccoli 3 Mini-Lattiche 1 Knoblauchzehe ½ TL Salz 1 Zweig Rosmarin 0,5 dl Olivenöl Vinaigrette: 3 EL Sirup, z. B. Grenadine 4 EL Olivenöl 3 EL Limettensaft ½ TL Salz 1 Prise schwarzer Pfeffer Frischer Koriander zum Bestreuen
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Tipp für Profis
Am schnellsten gelingt Gemüse auf dem Grill, wenn man es in Scheiben oder kleine Stücke schneidet. Geübte wagen sich an ganze Stücke, zum Beispiel an einen mit Marinade bestrichenen Blumenkohl im Kugelgrill. Der benötigt circa 70 Minuten bei indirekter Hitze (Link zum Rezept siehe unten). Tipp für Freestyler
Ein Freistil-Grillitarier legt alles auf den Rost, was die Gemüseschale des Kühlschranks hergibt. Er gibt das in grobe Stücke geschnittene Gemüse in eine Grillpfanne oder -schale und serviert es mit seiner Lieblingssauce. Tipp für Familien
Gemüse vom Grill macht alle happy, weil jeder die Gewürze und Kräuter dazu nach Gusto selbst bestimmen darf. Bei K indern besonders beliebt sind Spiesse, die sie selbst komponieren dürfen. Wichtig: Die verschiedenen Stücke sollen zeitgleich gar sein. Daher empfiehlt es sich, Gemüse wie Kartoffeln, Rüebli oder Broccoli leicht in kochendem Wasser vorzugaren.
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MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 67
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68 MM26, 25.6.2018 | MIGROS-WELT
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uch heuer kommen Mitglieder der Genossenschaft mit dem Abo «Musikalische Werke» in den Genuss von vergünstigten Opern- und Ballettvorführungen. Opernfans dürfen sich auf die grosse Eröffnungsproduktion «König Arthur» von Henry Purcell freuen, in der sich Gesang, Tanz und Schauspiel zu einem dramatischen Gesamtereignis vereinen. Dramatisch gestalten sich auch die zwei anderen Opern: In «Pelléas et Mélisande» dreht sich alles um die ver botene Liebe der zwei Protagonisten, während es in «Madama Butterfly» um das gebrochene Herz einer Geisha geht, die alles verliert, was ihr lieb ist. Auch Freunde des Balletts kommen nicht zu kurz: Richard Wherlock bringt mit «The Comedy of Error(z)» Shakespeares Komödie als Ballett auf die Bühne, und Johan Inger inszeniert mit «Carmen» das altbekannte Drama von Liebe und Eifersucht.
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Programm und Preise • «König Arthur» Dramatische Oper von Henry Purcell und John Dryden, 13. 10. 2018, 19.30 Uhr • «Pelléas et Mélisande» Oper von Claude Debussy, 11. 11. 2018, 18.30 Uhr • «Carmen» Ballett von Johan Inger, 30. 12. 2018, 18.30 Uhr • «Madama Butterfly» Oper von Giacomo Puccini, 15. 5. 2019, 19.30 Uhr • «The Comedy of Error(z)» Ballett von Richard Wherlock, 2. 6. 2019, 18.30 Uhr
• Kategorie A: Fr. 528.– • Kategorie B: Fr. 439.– • Kategorie C: Fr. 383.– • Kategorie D: Fr. 333.– Informationen und Vorverkauf: Montag bis Freitag bis 6. Juli: telefonisch 14–16 Uhr 9. bis 20. Juli: telefonisch 11–16 Uhr 23. Juli bis 3. August geschlossen 6. bis 23. August: am Schalter und telefonisch 11–16 Uhr 24. August geschlossen ab 25. August: am Schalter und telefonisch, Montag bis Samstag, 11–19 Uhr Kontakt Billettkasse Theater Basel: Tel. 061 295 11 33, billettkasse@theater-basel.ch
Die Rote Zora probt den Auftritt im Park im Grünen. Sommertheater
Rebellisch drauf Diesen Sommer bespielt das Theater Arlecchino wieder die Arena im Park im Grünen. Vom 30. Juni bis 12. August ist das Kindermärchen «Die roti Zora» zu sehen. Text: Moritz Weisskopf
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ranko verliert seine Mutter und sein Zuhause. Bald verdächtigt man ihn des Diebstahls und sperrt ihn ein. Doch Zora, das Mädchen mit den roten Haaren, befreit ihn. Branko wird in die Bande der Uskoken auf genommen, die sich unter Zoras Führung zusammengeschlossen hat und in einer alten Burg haust. Die Bürger der Stadt behandeln die mittellosen Kinder wie Ausge stossene, doch gemeinsam schlagen sie sich durchs Leben, geniessen die Freiheit und halten auch in Hunger und Not zusammen. Um zu überleben, werden die Kinder zwar kriminell, doch innerhalb ihrer Gemeinschaft
halten sie sich an feste Regeln. Ihr oberstes Gebot heisst Solidarität. Das Theater Arlecchino spielt «Die roti Zora» während der Sommerferien (30. Juni bis 12. August) sechs Wochen lang täglich um 14 und 16 Uhr in der Arena im Park im Grünen. Wie immer bei den ArlecchinoSommerproduktionen wird gespielt, musiziert und gesungen – und natürlich werden die Kinder im Publikum ins Spiel miteinbezogen. Der Eintritt zu den Theatervorstellungen ist gratis, es ist keine Reservation notwendig. MM Auskunft über die Durchführung bei unsicherem Wetter: Telefon 061 331 68 56 (ab 12 Uhr) oder auf www.theater-arlecchino.ch
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Aus der Region.
Kaltgepresstes Gold In Laupersdorf hegt und pflegt Jakob Eggenschwiler seine Rapspflanzen. Sein Nachbar produziert daraus Öl für seinen Hofladen und die Migros Basel. Text und Bilder: Moritz Weisskopf
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oldgelb stehen die Raps felder in ihrer Blüte und verwandeln die Landschaft in einen intensiv leuchten den gelben Teppich. Doch die Farben pracht währt nicht lange – nur wäh rend rund drei Wochen im Frühling blüht die Pflanze. Bauer Jakob Eggenschwiler schaut über sein Rapsfeld in Laupersdorf SO und nickt zufrieden. Bis jetzt sehen seine Rapspflanzen gut aus. Das ist nicht selbstverständlich: Während elf Monaten gedeiht die Pflanze auf dem Feld. Da kann vieles schiefgehen. «Beim Säen muss man dafür sorgen, dass die Schnecken nicht gleich alles wegfressen. Danach kommt der Rapsglanzkäfer, dann der Erdfloh», erklärt Eggenschwiler und
fügt lachend an: «Wir sind also nicht die Einzigen, die Raps mögen.» Schon seit fast 30 Jahren setzt Eggen schwiler auf Raps, den er in der Fruchtfolge integriert. Das heisst: Auf einem Landstück wird er höchs tens alle vier Jahre angebaut. Damit verringert sich die Gefahr, dass sich Erreger von Pilzkrankheiten ein nisten. Die heikelste Phase kommt kurz vor der Ernte: Wenn es dann regnet, schüttelt es die begehrten Körner aus den trockenen Schoten der Pflanze, und der Ernteertrag verringert sich. Rapsöl ist das neue Sonnenblumenöl
Ist die Ernte vorbei, werden die Kerne geputzt und zu Willy Gasser in die Ölpresse gebracht. Ein äusserst kurzer
Transportweg, liegt Gassers Öl geschäft doch nur wenige hundert Meter entfernt. In einem rund 20 Quadratmeter grossen Raum stehen zwei Ölpressen. In den ver gangenen Jahren wurden diese immer mehr mit Raps gefüllt. «Am Anfang produzierte man fast nur Sonnenblumenöl, doch Rapsöl war immer gefragter, und inzwischen hat es dem Sonnenblumenöl den Rang abgelaufen», erklärt Willy Gasser. Vor 100 Jahren war das noch ganz anders: Ursprünglich enthielt Rapsöl einen hohen Anteil an Bitterstoffen und der ernährungsphysiologisch bedenklichen Erucasäure. Deshalb wurde es bis in die 70er-Jahre kaum in der Ernährung eingesetzt. Statt dessen diente es etwa als Lampenöl
1 Aus den Körnern entsteht das «Aus der Region.»Rapsöl. 2 Der eine liefert das Rohmaterial, der andere presst es zu Öl: Raps bauer Jakob Eggenschwiller (l.) und Willy Gasser.
MIGROS-WELT | MM26, 25.6.2018 77
3 In Willy Gassers Ölpresse werden pro Jahr rund 5000 Liter Öl gepresst. 4 Oben gelangen die Körner hinein, unten kommt das Öl raus.
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6 Sind die Rapsschoten trocken, kann man die Körner gut erkennen. 7 Der Produktions ausschuss wird als Tierfutter verwendet.
5 Bei der Kaltpressung bleibt der nussige Eigengeschmack des Rapsöls erhalten.
Mehr Wissen Raps gab es nie in der freien Natur – er ist eine Kreuzung aus Kohl und Rüben.
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Umbau
Provisorium in der Migros Gelterkinden Die Migros Gelterkinden wird vom 2. Juli bis 22. August umgebaut. Noch bis 30. Juni, 13 Uhr, kann in der Filiale ein gekauft werden, danach bleibt sie für den Umbau geschlossen. Damit die Kundschaft trotzdem nicht auf ihren Einkauf verzichten muss, wird in diesem Zeitraum ein Provisorium eingerichtet, das alle Produkte des täglichen Bedarfs im Sortiment führt. Das Provisorium befindet sich im ersten Stock des Parkhauses und ist wie gewohnt geöffnet. Am 23. August wird die Wiedereröffnung der frisch revitalisierten Migros Gelterkinden gefeiert. Dreispitz
oder als Basis für die Seifenherstellung. Durch Züchtung liessen sich die negativen Aspekte innerhalb eines Jahrzehnts beheben. Inzwischen gibt es rund 6500 Rapsproduzenten in der Schweiz – einer davon ist Jakob Eggenschwiler. Und da er der Einzige in seinem Tal ist, kann man ohne grosses Nachrechnen sagen, dass das «Aus der Region. Für die Region.»Rapsöl zu 100 Prozent von seinen Pflanzen stammt. Durch Kaltpressung zum Geschmack
Langsam, aber stetig tröpfelt das Öl aus kleinen Öffnungen von Gassers Ölpresse in einen bereitgestellten Tank. Die Ausbeute ist mit 35 Prozent relativ hoch. Dabei handelt es sich um Kaltpressung – im Gegensatz
zur Heisspressung, der sogenannten Raffination. «Beim Kaltpressen darf die Temperatur nicht über 40 Grad steigen», erklärt Willy Gasser. «Das ist wichtig für die Qualität. So behält das Rapsöl seinen herrlich nussigen Eigengeschmack.» Was übrig bleibt – lange, dicht zusammengedrückte, grüne Pellets –, fällt in einen Plastik behälter. Das ist nicht etwa Abfall, sondern nahrhaftes Tierfutter. «Die Kühe lieben das», sagt Willy Gasser. Für drei Wochen muss das Öl nun stehen bleiben, damit die Trübstoffe sich absetzen können. Erst dann füllen die Gassers es von Hand in kleine Flaschen ab und etikettieren sie, bevor sie in den Hofladen und die Filialen der Migros Basel gelangen. MM
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Das «Aus der Region.»-Rapsöl stammt von Jakob Eggenschwilers Rapspflanzen.
Bevor man in die Ferien fährt, gilt es, den Garten oder Balkon auf Vordermann zu bringen. Wenn man verreist, sind Bewäs serungssysteme gefragt, die dafür sorgen, dass die Pflanzen zu Hause nicht verdursten. Bleibt man daheim und geniesst Ferien auf Balkonien, sollte man diesen Ort noch mit Blumen, Kräutern, Mobiliar und Dekoartikeln aus rüsten. Damit dies gerade noch rechtzeitig geschehen kann, bietet OBI im Dreispitz seiner Kundschaft am 30. Juni zehn Pro zent auf das gesamte Sortiment.
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Leben MM26
Umfrage
Wie viele Kinder wünschen Sie sich? Zwei
48 % 1, 2 oder 3?
Monica Müller (43) hat zwei B uben, einen Mann, einen Job, einen Haus halt. Mal wäre sie gern mehr Leit wölfin, mal mehr Gandhi.
Oft versteht der Grosse (7) den Kleinen (2) besser als ich. Sagt der Kleine immerzu «Capri Olé!», «Capri Olé!», denke ich an den nächs ten Sommerhit. Der Grosse aber beginnt sofort in der Autokiste zu wühlen, bis er das Cabriolet findet. Weint der Kleine urplötzlich, weiss der Grosse immer warum. Und so überrascht es mich nicht, dass der Kleine jeweils Erfolge auf dem Töpfchen feiert, wenn er mit dem Grossen im Bad verschwindet. Bin ich an seiner Seite, passiert nichts. Verstohlen schaue ich durch den Türspalt, um mich von den pädagogischen Raffinessen des Grossen inspirieren zu lassen. Und siehe da: Der Bruder hilft dem Brüderchen liebevoll aus seiner Jeans, öffnet gekonnt die Windel – und lässt das braune Würstchen schwungvoll ins Töpfchen plumpsen. «Sitz», flüstert er, und schreit dann «Bravooo!». So geht das also. Und jetzt?
Drei
29%
Eins
12%
Vier oder mehr
11%
1 Ich habe die beiden in flagranti ertappt, also stelle ich sie: «Bschiss!» 2 Wunderbar, welche Blüten die Bruderliebe treibt. Ich lasse die beiden walten
wie bisher. 3 Ich nehme den Grossen zur Seite und bitte ihn, das Toilettentraining eine Stufe weiter zu treiben.
Antwort 2: Ist das Töpfchen für den Kleinen positiv besetzt, wird er es wohl bald aus eigenem Antrieb richtig nutzen. Und bis das so weit ist, lasse ich die Brüder gern machen. Olé!
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
Bschiss
1276 Abstimmende
Eine Umfrage von
82 MM26, 25.6.2018 | LEBEN
Garten
Der Mann mit den Frauenschuhen Nichts fasziniert Hans-Peter Bönzli so sehr wie F rauenschuh-Orchideen. Manchmal bereiten sie ihm Kummer und machen ihn bange. Meist aber lassen sie ihn aufblühen. Text: Yvette Hettinger Bilder: Tina Steinauer
F
edernd gibt der Waldboden unter den Schuhsohlen nach, ein würziger Duft hängt zwischen den Bäumen. Da und dort dringt die Sonne durchs Blätterdach und malt grelle Flecken auf Bäume und Sträucher. Ins Morgenlied der Vögel mischt sich das leise Keuchen von Menschen – es geht bergauf, auf gewunde nen Wegen, über kleine Naturterrassen, rut schige Steine und hölzerne Treppenstufen. Die Luft ist feucht und warm. Ein Gefühl, als wäre man im Urwald, stellt sich ein. Umso mehr, als da plötzlich eine Gruppe von Orchideen zu sehen ist: Dutzende von zart lila Blütenköpfen recken sich den Besuchern entgegen. Hans-Peter Bönzli strahlt. Es sind Frauenschuhe, seine Lieblingsblumen. Tausende davon verteilen sich über sein 2000 Quadratmeter grosses Grundstück in Oberbuchsiten SO. Und alle präsentieren sie ihre Blüten – winzig kleine und obszön grosse, gepunktete, gestreifte, gefleckte, uni farbene, blasse und solche in schreienden Farben. Die meisten seiner Lieblinge hat der selbsterklärte Pflanzenfreak an einem schattigen Waldhang platziert, wo sie sich zwischen Ahorn, Weissdorn, Flieder und Schneeball ducken. Hier finden sie optimale Bedingungen, denn Frauenschuhe ertragen keine Mittagssonne. Und nicht wenige der speziellen Orchideen – lateinischer Name Cypripedium – wachsen bei Bönzli direkt im Boden. Andere sind eingetopft, damit ihr Besit zer sie jederzeit ins rechte Licht und an die perfekte Stelle rücken kann. Doch alle bleiben sie das ganze Jahr über im Wald.
Frauenschuhe halten Temperaturen von bis zu minus 25 Grad aus. Ihren Namen haben die Orchideen übrigens, weil ihre Blüten an eine Fussbekleidung erinnern. Fortpflanzung im Chemielabor Vor 25 Jahren entdeckte Hans-Peter Bönzli
eine wildwachsende Frauenschuh-Orchidee in einem Schweizer Tal, das hier nicht genannt werden soll – zu gross ist die Gefahr, dass jemand hingeht und die Kleinode dort pflückt. Daraufhin besorgte er sich seine ersten eigenen Frauenschuhe. Inzwischen besitzt kaum jemand in der Schweiz so viele wie der 64-jährige Präsident des Orchideenvereins Bern. Und definitiv keiner hat so viele nationale Cypripedium-Auszeichnun gen. Einzelne seiner Exemplare erreichen einen Wert von bis zu 500 Franken. Und einige – selbstgezüchtete – Kreuzungen gibt es nur bei Bönzli. Die Vermehrung selbst ist eine unromantische Angelegenheit: Per Pinsel werden die Blüten der zu kreuzenden Sorten bestäubt. Die ersten zarten Keim linge landen in einer Petrischale und wachsen auf einem Nährboden aus dem Geliermittel Agar-Agar in steriler Umge bung h eran, und zwar im Brutschrank eines befreundeten Chemikers. Mit einer Grösse von rund zwei Zenti metern kommen die Setzlinge zurück nach Oberbuchsiten, wo für ihren Ziehvater eine lange Zeit des Wartens und Hoffens beginnt: Eine neue Kreuzung blüht erstmals nach fünf Jahren, dann erst zeigt sich, ob sich die Mühe gelohnt hat oder die neue Farbe wäss rig oder fleckig ist, die Blüte Richtung Boden
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LEBEN | MM26, 25.6.2018 83
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1 Hans-Peter Bönzli am Fuss seines zauber haften Waldhangs. 3
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2 Der Teich ist Treffpunkt für Frösche, Ringelnattern, Vögel und Fledermäuse. 3 Im Vordergrund die Cypripedium-Hybride «Maria». 4 Sommerquartier für tropische Orchideen.
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5 Malerische Treppenstufen führen in Bönzlis Frauenschuh-Himmel.
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LEBEN | MM26, 25.6.2018 85
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1 2
3 Selbstgetöpferte Baumgeist-Masken finden sich auf dem ganzen Areal. 3
Tipps von Andreas Geissmann, Gärtner bei Do it + Garden Migros: Beim Kauf der Pflan zen darauf achten, dass es Sorten und Arten sind, die im Schatten gedeihen: Infrage kom men Farne und Hostas (Funkien), Akeleien, Rhododendren, Astilben, Hortensien, Maiglöckchen (alle mehrjährig) und einige Impatiens (Fleissiges Lieschen, einjährig). Um Schattenplätze aufzuhellen, kommen weiss blühende Pflan zen zum Zug: Blumen hartriegel, Schneeball arten, Tellerhortensien oder auch Spiersträu cher. Gemüse und Obst gedeihen in aller Regel nicht im Schatten.
starrt oder die Pflanze sich schlecht präsen tiert. Das Ziel seien klare Farben und viel Ausdruckskraft dank aufrechter «Fahne» – sprich Blüte. Bönzli seufzt: «Die Fallhöhe ist brutal.» Einmal habe eine Züchtung die höchsten Weihen der Frauenschuhexperten erhalten. «Ein Jahr später war sie tot.» «Mich gibt es nur mit Frauenschuhen»
Beim Abstieg erklärt der Frühpensionär, was sich am Waldhang sonst noch so tummelt: Judasblattbäume und Salomonssiegel, ein Osmanthus respektive eine Duftblüte, hoch wachsende Erika und ein Schneeglöckchen strauch. Über 40 Jahre im Pflanzenbusiness lassen grüssen – Bönzli war Baumschulist, dann Einkäufer, Qualitätskontrolleur und Marketingbeauftragter Pflanzen bei der Migros. Privat wie geschäftlich reiste er viel, und natürlich brachte er von überall Samen und Pflanzen mit. Einst kutschierte er im Auto einen Seidelbast vom Tessin nach Hause. «Er konnte seinen schweren Duft im Wagen voll entfalten», erinnert sich Bönzli, «ich kam richtig high hier an.» Für sein Umfeld ist so viel Leidenschaft für Pflanzen nicht immer nur einfach, wie
der Sammler selber gesteht. Zur Hege und Pflege seiner Lieblinge kommen Präsen tationen und Beratungen, die jahresfüllende Organisation einer wiederkehrenden Aus stellung, der Austausch mit Gleichgesinn ten. «Aber», sagt Bönzli und zuckt mit den Achseln, «inzwischen weiss jeder: Mich gibt es nur mit Frauenschuhen.» Hans-Peter Bönzli gärtnert möglichst naturnah, baut Altholzhaufen für Igel und Insekten, verzichtet dabei auf Chemikalien und setzt zunehmend auf einheimische Gewächse. «In meine Töpfe kommt nur natürliches Substrat aus der Schweiz und auf keinen Fall Torf», erklärt er. Jeden Tag streift er durch sein Reich, vorbei am Teich mit Sarracenien und Knabenkraut, den Wald hang entlang, über die bunte Magerwiese hinter dem Haus. Klar, dass er beim Frauen schuh am längsten verweilt. Dort setzt er sich hin und schaut. Das könne er stundenlang tun, sagt er. «Wenn meine Orchideen blühen, dann blühe auch ich auf.» MM Winterharte Frauenschuh-Orchideen bekommt man vor allem an Orchideenausstellungen. Diese werden von Orchideenvereinen organisiert. Zum Beispiel vom Orchideenverein Bern (www.orchideen-bern.ch).
Echte Sonnenlieb haber wie beispiels weise Dipladenien und Petunien gehen im Schatten rasch ein. Nicht geeignet sind auch Pflanzen der Gattung Solanum wie Jasmin und Tomaten, Auberginen: Obwohl sie ausgerech net als Nachtschatten gewächse bezeichnet werden, brauchen sie viel Sonne. Pflegeleichter als einjährige Blüher sind Stauden, die jedes Jahr von neuem austreiben und blühen. Da der Boden im Schatten weniger schnell trocknet, nicht zu stark wässern. Das kann sonst zu Pilzbefall führen. Auch Schneckensperren sind im Schatten sehr zu empfehlen, hier schlagen die Schleimer besonders gern zu.
Studie Mediennutzung und Wohlbefinden bei älteren Menschen Gehört das Zeitungslesen zu Ihrer täglichen Routine? Tut es Ihnen gut, die Nachrichten zu hören? Macht Ihnen das Fernsehen schlechte Laune? Bleiben Sie durch das Internet informiert? Das Projekt “Media Use and Well-Being of Older Adults” (MUAWO) der Universität Zürich will diese und weitere Fragen beantworten. Wir erforschen, wie sich die Mediennutzung und das Wohlbefinden älterer Menschen ab 60 Jahren zueinander verhalten. Teilnehmende werden über zwei Jahre wiederholt zu ihrem Wohlbefinden befragt. Gleichzeitig wird ihre Mediennutzung gemessen. Die Studie startet im September 2018. Eine zweite Erhebung findet im März 2019 statt und die dritte Erhebung im September 2019. Als TeilnehmerIn erhalten Sie CHF 150.00 als Aufwandsentschädigung. Möchten Sie an der Studie teilnehmen oder möchten Sie mehr Informationen? Dann melden Sie sich unter projectmuawo@gmail.com oder unter der Nummer 078 805 50 40 Projektleitung: Dr. Matthias Hofer Universität Zürich Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) & Universitärer Forschungsschwerpunkt „Dynamik Gesunden Alterns“ Andreasstrasse 15 CH-8050 Zürich
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LEBEN | MM26, 25.6.2018 87
Kolumne
Die Froschkönigin
Illustration: Rinah Lang
Ich bin mit Fröschen aufgewachsen. Jetzt nicht so wie Tarzan, der von Affen aufgezogen wurde. Sonst würden mich die Kinder im Dorf wohl die Quak-Frau nennen und hinter meinem Rücken tuscheln, wenn ich durch die Gassen hüpfe. Die Frösche waren für mich mehr Freunde als Erziehungsberechtigte. Sie wohnten im Teich, der im Garten vor unserem Einfamilienhaus lag. Städter mögen jetzt staunen: Haus? Garten? Teich? Auf dem Land kann man sich das eben noch leisten, ohne millionenschwere Erbschaft.
Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.
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Was sich meine Eltern dann aber doch nicht leisten konnten, war ein zweites Anwesen, um dem Lärm während der Paarungszeit zu entkommen. Es ist ja schon so: Frösche quaken «dabei» unglaublich laut. Nächtelang lag ich wach und habe sie verflucht, die Lustmolche. Bei Tag fand ich sie cool. Mit dem Fischernetz
versuchten wir, sie einzufangen. Manchmal hüpften wir zu ihnen in den Teich. Einmal küsste ich einen auf seinen schleimigen Rücken, weil ich gerade «Der Froschkönig» gesehen hatte. Eine Verwandlung blieb aus. Verwandelt hat sich nur der Teich. Als meine Mutter kürzlich nach einer weiteren schlaf losen Nacht eine Volkszählung durchführte, kam sie auf über 60 Frösche. «Jetzt reichts!», fand sie und besprach mit meinem Vater eine Reorganisation des Gewässers. Ein Teichbauer kam, formte um, baute ein Bächlein und vor allem: siedelte Fische an. Diese verstehen sich nicht gut mit den Fröschen. Sprich: Sie fressen deren Laich. Ich trauerte um meine Freunde, die Eltern rieben sich die Hände – ihr Plan war aufgegangen. Tatsächlich? Als ich letztens beim Teich sass, hüpfte neben mir ein Frosch hinein. Ich habe ihn nicht verraten. MM
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88 MM26, 25.6.2018 | LEBEN
Gesundheit
Sein Gelb ist grün Simi Simonet (55) sieht die Welt anders – zumindest was die Farben betrifft. Seit seiner Geburt leidet er unter einer Farbsehschwäche. Doch er hat gelernt, damit umzugehen. Heute ist Simonet gar als Gestalter und Innendekorateur tätig. Text: Susanne Wagner Bild: René Ruis
A
n diese Schulstunde in der Primarschule wird sich Simi Simonet sein Leben lang erinnern: Er malte auf seiner Zeichnung die Giraffe mit dunkelgrüner Farbe aus. «Am Abend erzählte ich den Eltern, der Lehrer habe mich gerügt, weil Giraffen gar nicht grün, sondern braun seien», erinnert sich der 55-Jährige. Von diesem Tag an achtete Simi Simonet darauf, stets die gleichen Farbstifte aus dem Etui zu nehmen wie seine Gspänli. Simi Simonet leidet an einer Rot-Grün-Sehschwäche, im Volksmund fälschlicherweise Farbenblindheit genannt. Damit ist der gelernte Koch nicht allein: Acht von hundert Männern können die Farben Rot und Grün nicht unterscheiden. Farbsehstörungen sind in der Regel angeboren und betreffen viel mehr Männer als Frauen. Das ist so, weil die Rot-Grün-Sehschwäche über das X-Chromosom weitervererbt wird: Die Frauen sind Überträgerinnen, die Männer häufiger betroffen. Gelb-blauer Regenbogen
«Der Begriff der Farbenblindheit ist nicht korrekt, da nur ein Teil des Farbensehens betroffen ist», sagt Christina Gerth-Kahlert, Leitende Ärztin in der Augenklinik am Uni versitätsspital Zürich. Entstanden ist der Begriff durch die Übersetzung aus dem Englischen «colour blindness». «Menschen mit einer Rot-GrünSehschwäche nehmen den Regen bogen als Gelb und Blau mit etwas
Rot wahr», sagt die Augenärztin. «Die Betroffenen können die Farben zwar nicht anhand der Farbeigenschaften erkennen. Aber sie unterscheiden sie anhand von Kontrasten und Helligkeiten.» Insbesondere Pastelltöne – wie etwa Himmelblau oder Rosa – seien bei einer Rot-Grün-Sehschwäche schlecht zu unterscheiden, so Christina Gerth-Kahlert. Farbige Grafiken in Büchern oder Zeitungen oder bunte Buspläne sind für Menschen mit Farbsehschwäche wenig hilfreich. Nach dem Erlebnis mit der grünen Giraffe war seine Sehschwäche für Simi Simonet kein grosses Thema mehr – weder für ihn noch für seine Eltern. Es gab auch nie eine medi zinische Abklärung. «Wieso auch, ich lebe gut damit. Für mich ist es normal, die Farben so zu sehen, wie ich sie sehe. Ich habe dadurch keine Einschränkungen», erklärt Simonet. Auch im Beruf nicht, was bei seiner kreativen Tätigkeit überrascht. Seit ein paar Jahren schwingt er nicht mehr nur den Kochlöffel, sondern auch Hammer und Pinsel und ist als Gestalter von Messeständen und Innendekorateur von Restaurants tätig. Drei Jahre lang führte er ein eigenes Restaurant. Ganz hat er das professionelle Kochen jedoch nicht aufgegeben: Heute ist er mit seiner Partnerin Sonja Leissing für das gemeinsame Cateringunternehmen in der ganzen Schweiz unterwegs. Seine Liebste ist es auch, die den meistens bunt gekleideten Simonet
darauf hinweist, falls seine Kleider einmal überhaupt nicht zusammenpassen. An der Verkehrsampel hilft er sich wie die meisten Betroffenen mit einem Kniff: Er weiss, dass das rote Signal oben ist und das grüne unten. Als Simi Simonet einmal einen grünen Teppich für eine Restaurantausstattung bestellen musste, fragte er ganz pragmatisch einen Arbeitskollegen um Rat. Bei den meisten Berufen ist die Farbsehschwäche kein Hindernis. Bei einigen gibt es aber tatsächlich besondere Vorschriften, so ist etwa für den Beruf des Zugführers ein normales Farbsehen notwendig. «Der Tisch könnte grün sein»
Doch wie nehmen Simi Simonet und andere Menschen mit dieser Farb sehschwäche bestimmte Farbtöne wahr? Diese Art von Fragespiel finden Menschen mit Farbsehschwäche gar nicht so spannend. Aussenstehende dafür umso mehr, denn das Ergebnis verblüfft schon etwas: Simonet bezeichnet das Dreieck in einem verwaschenen Orangeton auf seiner Freitagstasche als «Grün». Zum Holztisch meint er: «Der Tisch könnte auch grün sein. Aber ich weiss, dass Holz braun ist.» Für das Interview gibt Simi Simonet gerne Auskunft. Doch er räumt ein, dass er mit seinen Mitmenschen in der Regel kaum Gespräche über Farben führt: «Ich glaube nicht, dass meine Welt weniger farbig ist als die von anderen Menschen.» MM
LEBEN | MM26, 25.6.2018 89
Gut zu wissen
Angeboren oder erworben Mit Farbenblindheit ist eine Farbsehschwäche oder Farbsinnstörung gemeint. Der Grund liegt bei den sogenannten Zapfen in der menschlichen Netzhaut, die für das Farbensehen verantwortlich sind. Bei Menschen mit Farbsehschwächen sind die Zapfen, die auf Blau, Rot oder Grün reagieren, verändert. Man unterscheidet eine angeborene Farbsinnstörung, die häufiger ist, von einer erworbenen Farbsinnstörung, die durch eine Erkrankung der Netzhaut oder einen Schlaganfall ausgelöst werden kann. Dass Menschen keine Farben wahrnehmen können, ist selten. Die häufigste Farbsehschwäche ist die Rot-Grün-Sehschwäche. Seltener ist eine Sehschwäche im Blaubereich. Eine Therapie gibt es noch nicht.
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LEBEN | MM26, 25.6.2018 91
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«Home Bias»: Wenn Anleger lokale Unternehmen bevorzugen Privatanleger neigen dazu, auf lokale Aktien zu setzen. Eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2010 zeigt: Einheimische Titel machen rund 80 Prozent der Aktienportfolios inländischer Privatinvestoren aus. Dieser sogenannte «Home Bias» ist ein weltweit beobachtbares Verhaltensmuster. Das kostet langfristig Geld, weil das Portfolio geografisch schlecht diversifiziert ist. Besonders gross sind Unterschiede bei der Performance in Zeiten, in denen die einheimische Wirtschaft weniger gut läuft als diejenige im Ausland. In der Schweiz ist eine starke Übergewichtung lokaler Unternehmen allerdings weniger problematisch. Viele Schweizer Unternehmen richten sich international aus, weil der Heimmarkt klein ist. Wer eine Nestlé-Aktie kauft, hat sein Geld zu 98,6 Prozent im Ausland investiert. Denn der Schweizer Anteil am Gesamtumsatz macht bei Nestlé nur 1,4 Prozent aus.
Christoph Sax (42) ist Chef ökonom der Migros Bank
Die Schweiz hat einen der am stärksten globalisierten Aktienmärkte. Ob Pharmazeutika, Finanzdienstleistungen oder Uhren: An der Schweizer Börse kotierte Firmen sind im Ausland sehr präsent. Die zehn wertvollsten Unternehmen des Swiss Performance Index erzielen im Schnitt nur 3,4 Prozent ihres Umsatzes in der Schweiz.
Umsatzanteil der Schweiz bei den zehn wertvollsten Unternehmen des Swiss Performance Index (SPI) Unternehmen
Gewichtung im SPI in % (Juni 2018)
Umsatzanteil der Schweiz in % (Ende 2017)
Nestlé
18.4
1.4
Novartis
14.5
1.7
Roche
11.9
1.1
UBS
4.7
23.6
Richemont
3.8
4.2
Zurich Insurance
3.6
3.8
ABB
3.3
2
Credit Suisse
3.1
37.2
Swiss Re
2.2
2.6
LafargeHolcim Gewicht der zehn wertvollsten Unternehmen im SPI Gewichteter Durchschnitt des Umsatzanteils der Schweiz
2.0
2.6
67.4
–
–
3.4
Quelle: Bloomberg, Migros Bank
Wer denkt, als Schweizer Investor mit starkem Home Bias sei man Währungsschwankungen nicht ausgesetzt, da Schweizer Aktien in Franken notieren, der irrt. Währungseffekte äussern sich im Unternehmensgewinn und schlagen sich dadurch in der Performance des
Portfolios nieder: Schwächt sich etwa der Euro ab, schmälert dies den in Franken rapportierten Gewinn aus der Eurozone. Wer den Effekt vermeiden will, beschränkt sich auf Firmen, die vor allem in der Schweiz tätig sind – auf Kosten der Diversifikation. MM
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Digital
Computer, bitte fit machen! Der Hype ums Gesundheitstracking reisst nicht ab: Nach Waagen, Kopfhörern und Uhren gibt es bereits Geräte, die mittels DNA-Test personalisierte Trainingstipps bereitstellen. Weshalb diese Entwicklung nicht nur positive Seiten für den User hat. Text: Philipp Rüegg
S
chritte, Kalorien, Puls, Gewicht: Mit dem rich tigen Gerät lässt sich fast jede biometrische Information messen. Und das wird auch rege genutzt, damit Schlaf und Fitness besser und das Gewicht weniger werden. Tracker-Träger finden es motivierend, abends die absol vierten Schritte und die ver brannten Kalorien vom Screen abzulesen. Andere nutzen die persönliche Statistik, um geziel ter trainieren zu können. Und viele freuen sich einfach über Grafiken und Auswertungen über sich selber – selbst wenn sie nicht sportlich sind. Gedanken zum Datenschutz treten dabei gern in den Hinter grund. Persönliche Daten sind in
der heutigen Zeit Gold wert. Aus den gesammelten Geodaten und Informationen zu Mittagssnacks oder Schlafzyklen von Millionen von Usern auf der Welt lassen sich detaillierte Informationen über das Benutzerverhalten ab lesen – Stichwort Big Data. Die Tücken des Datensammelns
Und dies hat nicht nur positive Folgen für den User. Die Kran kenkasse Sanitas zum B eispiel bietet eine Fitness-App mit Belohnungssystem in Form von Wertegutscheinen an. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass Krankenkassen irgendwann anfangen, auch einen Mangel an Bewegung abzustrafen. Gesammelte Fitnessdaten sind auch bei anderen Apps
nicht so privat, wie man denken würde. Kaum ein Gerät spei chert die Daten nur lokal ab. Und sind sie erst einmal in den Datenbanken von Fitbit, Nokia und Co., ist es schwierig zu kon trollieren, was damit geschieht. Oft sind die Geräte zusätzlich mit einem sozialen Netzwerk wie Facebook verbunden. Als User kann man den Datenfluss durch Einstellungen nur minimal steuern. Ansonsten steht man vor der Entscheidung: Geräte nutzen und Daten liefern oder beim Trainieren, Schlafen und Wägen offline bleiben. Das neue europäische Datenschutz gesetz will zwar viele Firmen zwingen, N utzerdaten besser zu schützen. Ob das wirkt, wird sich aber noch zeigen. Sicher ist:
Mit neuen Technologien wird das Sammeln von Gesundheitsund Fitnessdaten in Zukunft noch einfacher – und die Möglichkeiten vielfältiger. Fitness nach Mass via DNA
Bereits soll es Anbieter geben, die dem User aufgrund eines DNA-Tests ein massgeschnei dertes Fitnessprogramm zur Verfügung stellen. Und gemäss Forbes.com könnten Fitness- Tracker mit Speicheltest-Kits ausgestattet werden und so eine völlig neue Service-Dimension erreichen. Datenschutz wird damit noch wichtiger. Erst wenn dahingehend eine vernünftige Lösung gefunden ist, können Fitness-Tracker tatsächlich spassig und nützlich sein. MM
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Fitness-Tracker
Das können die populärsten Geräte
1 2
Kopfhörer Jabra Elite Sport Die kabellosen Kopfhörer Elite Sport von Jabra sind mit Sensoren ausgestattet. Sie messen den Puls und ermöglichen über die dazugehörige App, Trainingseinheiten aufzuzeichnen. Der Akku hält leider nur drei Stunden. Immerhin liefert das Etui Saft für zwei weitere Ladungen.
3
Fitnessband Polar A 370 Kleiner und leichter als eine Smartwatch ist ein Fitnessband wie das Polar A370. Es misst die Schritte und den Puls, erkennt Trainingseinheiten und überwacht den Schlaf. Die gesammelten Daten sind in der dazugehörigen App einsehbar. Der Akku hält vier Tage. Das ist mehr, als eine Smartwatch bietet, aber weniger als das, was eine Sportuhr kann. Für Jogger eher ungeeignet, da kein GPS. Aktuell ab 166 Franken bei Digitec.ch
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Waage Fitbit Aria 2 Intelligente Waagen wie die Aria 2 messen den Body-Mass-Index sowie Körperfett anteil und fettfreie Masse – und das für bis zu acht Personen pro Gerät. Per Wi-Fi werden die Daten ans Fitbit-Konto in der Cloud gesandt. Mit über 100 Franken ist die Aria 2 für eine Waage nicht gerade günstig, und der Körperfettanteil wird nicht immer sehr präzise angegeben. Aktuell ab 129 Franken bei Digitec.ch
Bilder: PD (7)
5
Smartwatch Fitbit Versa Die neueste Fitness-Smartwatch von Fitbit misst den Puls, zählt die Schritte und mehr. Das Farbdisplay kann Benachrichtigungen des Smartphones anzeigen. Leider fehlen dem Gerät GPS und 4G, um völlig autark funktionieren zu können. Verfügt nicht über die App-Vielfalt klassischer Smartwatches oder die Funktionalität reiner Sportuhren. Aktuell ab 192 Franken bei Digitec.ch
Nokia Steel Ein Mix aus Smartwatch und klassischer Uhr ist die Nokia Steel. Sie bie tet zwar nicht die Funk tionsvielfalt einer Sam sung Gear, dafür hält der Akku bis zu 25 Tage. Sie erkennt, wann ein Training beginnt und funktioniert am besten beim Joggen und Schwimmen. Und sie zeichnet Schlaf phasen auf. Der Pulsmes ser gilt als sehr genau, kein GPS.
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Aktuell ab 155 Franken bei Digitec.ch
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Sportuhr Garmin Forerunner 645 Music Die Sportuhr Fore runner 645 Music eignet sich für Sportarten wie Joggen, Biken, Krafttrai ning und Schwimmen. Dank GPS funktioniert sie auch ohne Smart phone. Dank genauem optischem Pulsmesser braucht es den optio nalen Brustgurt nicht. Bis zu 500 Songs können auf der Uhr gespeichert werden, dafür unter stützt sie keine Strea ming-Dienste wie Spo tify. Kein Touchdisplay. Aktuell ab 423 Franken bei Digitec.ch
Apps
Noom Coach
Wer sich bewusster ernähren will oder mit dem Gedan ken spielt, etwas für die Linie zu tun, dem könnte Noom Coach helfen. Die App beziehungs weise Website liefert zahlreiche Tools und Hilfsmittel, um auf den eigenen Körper und die eigene Persön lichkeit abgestimmte Programme zu erstellen. Gratis für iOS und Android
Nike Training Club
Statt sich im Fitness- center Fusspilz zu holen, kann man mit der Nike-App auch zu H ause trainieren. Zur Auswahl stehen Ganzkörper-, Oberkörper- oder Aus dauertraining. Auch die Dauer des Workouts kann bestimmt werden. Kurze Clips erklären an schaulich, auf was dabei geachtet werden muss. Gratis für iOS und Android
Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.
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Familie
Ohne Eltern die Welt entdecken Wenn Jugendliche zum ersten Mal mit Freunden allein verreisen wollen, sind viele Eltern unsicher. Tatsächlich haben unbegleitete Reisen für Teenager unter 16 Jahren selbst in der Schweiz ein paar Tücken. Text: Claudia Weiss
F
erien in einer Jugendherberge in der Schweiz? Heftig schüttelt Andrea den Kopf. Nichts da, sie will mit Freunden an die spanische Costa Brava: Sie wird bald 15 Jahre alt und hat seit Jahren ihr Taschengeld gespart, um sich die einwöchige Carreise leisten zu können. Ihre Eltern sind unsicher: Darf die Tochter überhaupt schon ohne sie ins Ausland reisen? Am liebsten würden sie es verbieten. Franco V. Muff (59), Ombudsmann der Schweizer Reisebranche, klärt auf: «Grundsätzlich haben Eltern die Aufsichtspflicht über ihre Kinder und dürfen ihnen bis zur Volljährigkeit
eine unbegleitete Reise verbieten.» Und sie tragen auch dann die Verantwortung für den Nachwuchs, wenn dieser allein im Ausland ist. Corinne Baillif (25) ist Shopleiterin bei der Agentur STA Travel in Bern, die sich auf Reisen für Jugendliche spezialisiert hat. Sie rät Teenagern zu Reisen im Inland, allerdings weiss sie: Auch in der Schweiz sind unbegleitete Jugendliche unter 16 Jahren nicht überall gern gesehen. «Viele Hotels weigern sich, Teenager ohne volljährige Begleitperson aufzunehmen», so Baillif. Auch auf TCS-Campingplätzen haben unter 16-Jährige nur zusammen mit Erwachsenen Zutritt.
Mit 16 bis 18 Jahren benötigt man nur noch die schriftliche Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten. Gesetze im Reiseland beachten
Europareisen empfiehlt Beraterin Baillif ab 16 Jahren, und zwar idealerweise kombiniert mit dem Besuch einer Sprachschule oder eines Sommerkurses. Ansonsten nehmen Anbieter von Carreisen ans Mittelmeer wie Marti Jugendliche bis 16 Jahre mit, wenn sie eine schriftliche Elternerlaubnis vorlegen. Andere Anbieter wie Travel4Young organisieren Gruppenreisen für Junge ab 16 Jahren. Corinne Baillif sagt: «Wichtig ist, dass
Bild: Getty Images
Die Aussicht auf Ferien mit Gleichaltrigen ist für Jugendliche ein Traum, für Eltern eher ein Grund zur Sorge.
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Reisende unter 18 abklären, was an der Destination in ihrem Alter erlaubt und was verboten ist.» Und: «Am besten haben sie immer eine elterliche Einwilligung dabei.» Geht die Reise nach Übersee, rät die Expertin den Eltern, Jugendliche möglichst zu Bekannten zu schicken. «Viele Schülerinnen und Lehrlinge lassen sich zwar bei uns für ihre erste grosse Reise beraten», sagt Baillif. «Allerdings treten sie diese meist erst nach dem Berufsabschluss an. Dann sind sie volljährig, und das Reisen ist viel einfacher.» Als Einstiegsländer für lange Touren empfiehlt sie Australien, Neuseeland und Thailand: «Diese Länder verfügen über eine gute touristische Infrastruktur, und man kommt mit Englisch durch.» Weniger ratsam für sehr junge Erwachsene seien die USA: «Unter 21-Jährige können dort in den meisten Staaten weder Autos noch Camper mieten.» MM
Tipps
Das gilt es zu beachten Bei Ferien in der Schweiz: • Abklären, ob die geplante Unterkunft (Hotel, Herberge oder Campingplatz) Jugendliche ohne volljährige Begleitung aufnimmt. Hinweis: Im Kanton Tessin ist es verboten, Jugendliche unter 16 ohne erwachsene Begleitung zu beherbergen. • Elterliche Einverständnis erklärung mitgeben, mit allen Namen und ID-Nummern sowie Kontaktkoordinaten Für Reiseziele in Europa: • Idealerweise ein Land wählen, in dessen Landessprache Grundkenntnisse da sind • Ablaufdatum von Pass oder ID kontrollieren
• Klären, welches Zahlungsmittel geeignet ist • Die Krankenkassendeckung abklären, eventuell eine Reise zusatz- und Annullations kostenversicherung abschlies sen, falls diese nicht in der Police eingeschlossen ist. • Abklären, was Minderjährigen im Reiseland erlaubt und was ihnen verboten ist: protection-of-minors.eu • Jugendliche sollten stets eine Einverständniserklärung und die Koordinaten der Eltern bei sich tragen. • Interrailtickets können bereits Teenager ab zwölf Jahren kaufen. Das garantiert jedoch nicht, dass sie auch eine Unterkunft finden.
• Achtung: Fluggesellschaften stellen eigene Regeln auf: unbedingt abklären, was für «unaccompanied minors» (unbegleitete Jugendliche) gilt. Dazu kommt für Reisen auf anderen Kontinenten: • Reisebüros bieten Informationen, Empfehlungen und Packlisten an und besorgen auf Wunsch die nötigen Visa. • Impfschutz prüfen, allfällige medizinische Reiseberatung und spezielle Medikamente einpacken • Krisensicheres Land wählen. Detaillierte Informationen dazu und zur Reisesicherheit im Allgemeinen sind auf www. eda.admin.ch erhältlich.
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Kinder
Geheimnisvoller Aal Er kommt im Meer zur Welt, lebt anschliessend in unseren Gewässern und aalt sich wieder zurück ins Meer: Der vom Aussterben bedrohte Europäische Aal wurde in der Schweiz zum Fisch des Jahres 2018 ernannt. Text: Andrea Fischer-Schulthess Illustration: Bunterhund.ch
Die Feinde
Der Mensch: Er fängt und isst den Aal. Zudem verschmutzt er die Gewässer, es entstehen Giftstoffe. Diese werden in den Fettreserven des Aals gespeichert, von denen er auf seiner Reise lebt. Zu schaffen machen dem Tier auch Wasserkraftwerke mit gefährlichen Turbinen, die einen Grossteil der wandernden Aale töten.
Der Europäische Aal verbringt einen grossen Teil seines Lebens in Flüssen.
Kormorane: Der grosse Wasservogel ernährt sich auch von Aalen.
Raubfische: Einige Arten fressen Aale.
Er sieht aus wie eine Schlange, ist aber ein grosser Fisch mit dicker Haut und kleinen Schuppen. Er fühlt sich sowohl im Süss- als auch im Salzwasser wohl. Viele Jahre lebt der Europäische Aal in unseren Flüssen und frisst sich als Raubfisch Fett reserven an. Eines Tages beginnt sich sein Körper zu verändern, denn er macht sich bereit für eine grosse
eise. Er hört auf zu fressen, seine R Augen werden riesig, und die Brustflossen wachsen. Dann macht er sich auf Richtung Meer. Wenn nötig kann er sich über feuchte Wiesen winden und dabei durch die Haut atmen. Danach durchquert der Fisch etwa eineinhalb Jahre lang den Atlantik. Sein Ziel ist die Sargassosee an der Südküste von Amerika. Hier laicht
der Aal und stirbt. Seine Jungen, die Weidenlarven, sehen aus wie durchsichtige Blättchen. Bald schwimmen sie zurück in die Flüsse Europas und leben im Süsswasser. Bis es Zeit für ihre letzte Reise ist. MM Der Schweizerische Fischereiverband hat den Aal zum Fisch des Jahres 2018 ernannt. Vor allem unüberwindbare Wasserkraftwerke stoppen die Wanderung. Infos: sfv-fsp.ch
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Fragen und gewinnen!
Der Postkenner über alte Briefkästen:
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Levana (10) aus Beromünster LU
Als die Schweizer Bundespost 1849 gegründet wurde, übernahm sie die Farben, die in den deutsch sprachigen Ländern schon für die Post standen: Gelb und Schwarz. Gelb mit schwarzen V erzierungen waren im 16. Jahrhundert die Uni formen der ersten Postkutschen fahrer im deutschsprachigen Raum – weil es der Reichsfahne des Heiligen Römischen Reichs entsprach. Dieses Reich umfasste zwischen dem 10. und 18. Jahr hundert grosse Teile des heutigen Europas. Auf seiner Fahne prangte
ein schwarzer Adler auf goldenem – also gelbem – Hintergrund. Ausgedacht hat sich diese gelb- schwarze Uniform einst eine Adelsfamilie namens Taxis, später Thurn und Taxis. Sie hatte von höchster Stelle einen wichtigen Job bekommen: Kaiser Maximilian I. (1459–1519) hatte sie damit beauf tragt, seine Post zu befördern. Darum bauten die Taxis die erste offizielle Post Europas auf. Mit den gelben Uniformen für die Postillons, die Postkutschenfahrer.
Das ergibt bis heute Sinn, denn Gelb ist gut sichtbar, es hat Signal wirkung. Dennoch gab es hier zulande einst auch dunkelgrüne Briefeinwurfkästen – und etwas, das du nicht mehr kennst: den Wertzeichenautomaten. Ich liebte es, damit herumzuspielen. Dazu warf ich jeweils Geldstücke ein, drehte wie verrückt an einer Kurbel und fand es lustig, wenn der Kasten daraufhin einige Brief marken ausspuckte. MM * Hast du eine Frage zu einem aktuellen Thema? Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch
Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin Gabriela Bonin (50) beantwortet Kinderfragen.
HUGOS GEOMETRIERÄTSEL Hugo mag Formen. Darum findet er auch Geometrie ein tolles Schulfach. Nun hat er sich selbst eine lustige Aufgabe ausgedacht. Finde heraus, wie viele Dreiecke, Quadrate oder Kreise in der jeweiligen Fläche versteckt sind. Findest du alle? Schreibe die Zahl ins leere Feld.
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Auto
«4 Franken für 100 Kilometer» Der Nissan Leaf ist der meistverkaufte Stromer der Welt. Familie Kaufmann aus Möhlin AG hat getestet, wie sich die zweite Generation des Elektro-Volkswagens im Alltag bewährt.
Das Aufladen «Daheim dauert das Laden an der Haushaltssteckdose zwölf Stunden. Längere Fahrten muss man planen. Zwar gibt es hier und da Ladesäulen, aber man weiss nie, ob diese dann auch frei sind.» Ursula Kaufmann
Text: Timothy Pfannkuchen Bild: Holger Salach
N
ein, kein Tesla: Das meistverkaufte Elektroauto der Welt ist der Nissan Leaf. Bereits 2010 brachen die Japaner ins E-Zeitalter auf. Das komplett überarbeitete Auto der zweiten Generation sieht weniger verschroben als das Vorgängermodell aus und bietet deutlich mehr Reichweite. Doch genügt diese, um den Mobilitätsansprüchen einer F amilie im Alltag gerecht zu werden? Familie Kaufmann aus Möhlin AG hats getestet. «Je mehr Reichweite mit Stromern möglich ist, desto eher setzt sich die Elektromobilität durch», sagt Landwirt Samuel Kaufmann (33). «Unser Hof liegt ausserhalb, also fahren wir viel Kurzstrecke. Deshalb käme für uns ein E-Auto als Ergänzung zu unserem ‹Hof-Arbeitspferd›, einem Nissan X-Trail, durchaus infrage.» «Schnittig», lobt Pflegefachfrau Ursula Kaufmann (36) das Design des 4,49 Meter langen Leaf: «Gottlob sieht er im Gegensatz zum Vorgänger wie ein normaler Kompakter aus.» Ihr Mann ist von den «inneren Werten» begeistert: «Erstaunlich, wie rasant 150 PS wirken, wenn sie sofort beim Anfahren da sind – und wie der Leaf jederzeit lossprintet. Auch das leise Fahren hat mir gefallen. Das kann aber für Passanten gefährlich sein.» Hoher Preis, tiefe Wartungskosten
Auch das ausgewogene Fahrgefühl und die Assistenzsysteme kommen bei Kaufmanns gut an. «In der Test-Topausstattung kostet der Leaf über 41 000 Franken, aber das re lativiert sich mit tieferen Wartungs- und Betriebskosten: Je 100 Kilometer kostet Strom im Nachttarif ja nur vier Franken.» Fährt Familie Kaufmann bald elektrisch? «Jein», urteilt Samuel Kaufmann. «Wir bräuchten wegen der Kinder mehr Laderaum, und 400 Realkilometer Reichweite sollten es heute schon sein. Aber wir geben den Leaf trotzdem ungern zurück: Im Alltag ist er schon eine echte Alternative.» MM
Das Cockpit
«Der Mix aus Plastik und Leder ist ansprechend und das D esign auf der Höhe der Zeit. Super finde ich, dass man das Auto via Handy-App gar vorkühlen respektive vorheizen kann.» Samuel Kaufmann
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Die Reichweite
«Die versprochenen 378 Kilometer Reichweite sind unrealistisch. Aber im Alltag reichen uns die 275 Kilometer bei sparsamer und gut 200 Kilometer bei forcierter Fahrt.» Samuel Kaufmann
0 g/km CO2 Grenzwert 2018: 112 g/km
Sie testeten den neuen Stromer Nissan Leaf eine Woche lang und stolze 1350 Kilometer weit: Ursula und Samuel Kaufmann mit Lara (3) und Mila (1) aus Möhlin AG.
Steckbrief
Bilder: PD (5)
Nissan Leaf
Der Platz «Das Platzangebot ist im Alltag mehr als ausreichend – sogar mit Kindersitzen. Nur wird der Laderaum mit Kinderwagen schnell knapp, da man ja oft auch noch das Ladekabel dabei hat.» Ursula Kaufmann
Antrieb: Elektromotor, 110 kW/150 PS, 320 Nm bei 1/min bis 3283/min, Akku 40 kWh, stufenloser Automat, Frontantrieb; Fahrwerte: 0–100 km/h in 7,9 s, Spitze 144 km/h, Normreichweite 378 km; Gewicht: 1580 kg; Umwelt: Normverbrauch 19,4 kWh/ 100 km = 0 g/km CO2 , Energie A; Preis: ab 35 790 Franken
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Der perfekte Soundtrack Ob frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit oder an einem lauen Sommertag unterwegs ins Tessin: Das Autoradio bietet jederzeit den perfekten Soundtrack. Und jetzt kann das Radio im Auto noch mehr: Mit dem Umzug auf DAB+ wird die Programmvielfalt grösser und die Tonqualität besser. Mit dem neuen digitalen Radiostandard kommt das Radiohören seiner Ideal vorstellung nahe: vielfältig, einfach und überall on air. Kein Wunder also, löst der neue Radiostandard mittelfristig den UKW-Empfang ab. Und alles, was dazu benötigt wird, ist ein DAB+-Gerät oder ein Adapter. Ob Adapter-Lösung oder neues Autoradio – der Umzug auf DAB+ ist leichter als gedacht. Innert weniger Stunden kann ein analoges Radio kostengünstig nachge rüstet werden. Technisch versierte Nutzer können das Nachrüsten selbst übernehmen. Bei neuen Autos ist ein Wechsel auf ein
DAB+-fähiges Empfangsgerät hingegen meist nicht notwendig: Heute sind 85 Prozent aller neu verkauften Fahrzeuge standard mässig mit DAB+ ausgerüstet. Die Radiosender werden auch überregional verbreitet. Von Zürich über Bern bis Genf können Autofahrer mit dem neuen Radiostandard ununterbrochen ihrem Lieblingssender lauschen. Ausser dem fällt mit DAB+ die Frequenz suche komplett weg. Dass der Um zug auf DAB+ Spass macht, zeigen derweil auch zahlreiche Schweizer Musiker auf Plakaten in der gesam ten Schweiz. Stars wie Gotthard, Stefanie Heinzmann und Co. zügeln ihre Musik auf DAB+. Ihnen tun es bereits viele gleich: Die Nut zung von DAB+ steht aktuell bei 34 Prozent und ist seit Herbst 2015 um 11 Prozentpunkte angestiegen. Mehr Informationen rund um DAB+ und die Autoumrüstung gibt es auf www.dabplus.ch.
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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten: http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.7.2018, 24 Uhr
Auflösung Nr. 25
Treppenlifte
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ANSTIEG
Gewinner Nr. 24 Hauptpreis: Claudia Sigrist, Root LU; Verena Gschwind, Hofstetten SO; Elisabeth Herger, Bürglen UR; Luana Vallelonga, Bassersdorf ZH; W. Beetschen, Basel Zusatzpreis: Christian Lampart, Speicher AR; Max Jambé, Luzern; Susanne Ghazlani, Rüschegg Gambach BE; Liselotte Egli, Spiez BE; Hanni Scheuzger, Urtenen-Schönbühl BE
Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.
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LEBEN | MM26, 25.6.2018 107
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Quiz & Paroli
Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Welches Wort ergibt von vorne als auch von hinten gelesen denselben Sinn? B Rentner
N Reporter
S
Neutronen
2. Wenn jemand unerschütterlich dasteht, ist er wie ein … in der Brandung. E
A Fels
Stein
O Kiesel
3. Welcher dieser Begriffe passt zum Coiffeur? D Frizz
R Fritz
M Fris
4. Wovon leitet sich der Name des Leimentals ab? W Leim
S
Lehnen
E
Lehm
T
Fribourg
5. Wo befindet sich die Hochschule EPFL? H Lausanne
G Genf
6. Wie stehen die Stadtheiligen von Zürich, Felix und Regula, zueinander? E
I
Ehepaar
3 × 100 Franken zu gewinnen
So nehmen Sie teil:
Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN, Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.7.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite
O Geschwister
Freunde
7. Was war auf der Rückseite der Fünf-Mark-Banknote der DDR abgebildet? L
R Fahrrad
Bauernhof
S
Mähdrescher
8. Wie wird in der Regel der Durchmesser von Wursthüllen angegeben? G Lachter
E
N Simber
Kaliber
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.
AGU I L ERA BASTELE I NG G U die E W E Sie BFüllen N B A Uin I G EWörter Ezehn L I SCH N GRätselgitter Edas T LADE E FDas Hein. EGL I GEE NLösungswort aus H L I C E I T sich Sergibt den Buchstaben TEESTUBE ENTE L D Feldern WinI den 1 bis 5:
3 1 2 5
Lösungswort:
Lösung: 1 2 1
2
3 3
4 4
Auflösung Nr. 25: VENUS
4
AGU I L ERA BASTELE I B EWE G U NG E I GENBAU ENGL I SCH HE F T LADE NEGL I GEE SE I TL I CH TEESTUBE WI LDENTE
Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer 3 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN, 1Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf 2 Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe E 4
Lösung:
Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.7.2018, 24 Uhr
5 5
Gewinner Nr. 24: Hans Gerber, Basel; Doris Kübler, Davos Dorf GR; Fabian Kraxner, Diessenhofen TG
Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.
Paroli
E
Auflösung Nr. 25: MARATHON
2 3 4 5 1 Gewinner Nr. 24: Dora Schenk, Strengelbach AG; Hansruedi Krauer, Sennhof (Winterthur) ZH; Trudi Ott, Schwyz
3 × 100 Franken zu gewinnen
So nehmen Sie teil:
Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite
5
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110 MM26, 25.6.2018 | LEBEN Meine Welt
«Eine Portion Kitsch ist immer gut» Alexander Frei alias Crimer ist für seinen 80er-Jahre-Pop mit dem Swiss Music Award ausgezeichnet worden. Der Sänger mag Anzüge und Kassettenrekorder – und freut sich auf seine Single, die Ende Juni erscheint. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Thomas Egli/Keystone 2
Mein Lieblingsprodukt «Als Kind fand ich Mineralwasser mit Kohlensäure widerlich – heute trinke ich nur noch kohlensäurehaltiges Wasser. Aber das Flaschenschleppen ist anstrengend.»
1
Meine Backstreet Boys «Diese Platinplatten hätte Nick Carter abholen sollen, er kam aber nie. Darum hat mein Label sie mir geschenkt. Ich höre auch heute noch BSB – ihr neuer Song ist gar nicht schlecht!»
LEBEN | MM26, 25.6.2018 111
1 Mein Outfit «In der Kantonsschule trug ich die engsten Hosen der Welt – heute mag ichs lockerer. Ich brauche Abwechslung. Das meiste kaufe ich im ‹Brocki›, aber auch bei Cos oder H&M. Ich trage gern Anzüge, aber auf der Bühne ist es dafür leider oft zu heiss.» 2 Mein Bandraum «Inzwischen trete ich wieder mit Band auf. Diesen Raum haben wir von einer Hair-Metal-Band übernommen. Sie haben zwei Dinge hinterlassen: das Sofa und einen alten BH.» 3 Mein Bus «Den habe ich mir gerade zugelegt. Die Scheiben habe ich tönen
3
Name Alexander Frei aka Crimer (28) Sternzeichen Skorpion Musikkarriere «Ich habe früh gemerkt, dass es mir liegt, mit tiefer Stimme zu singen. Ich hatte bereits zwei Bands im Rheintal, wo ich herkomme. Als ich nach Zürich zog, haben wir uns aufgelöst, seither bin ich allein unterwegs. Nebenbei arbeite ich in einer Werbeagentur. Das Ziel ist aber, von der Musik leben zu können. Die Klangästhetik der 80er mochte ich schon immer, sie ist sehr glamourös, transportiert aber doch ernsthafteThemen. Man könnte meine Musik altmodisch nennen, sie kommt aber gut an. Einigen mag sie zu kitschig sein – ich finde: Eine Portion Kitsch ist immer gut. Am 29. Juni erscheint meine neue Single. Ich freue mich auf die Festivals danach, etwa in St. Gallen und Montreux.» 4
5
lassen, und die Leute von der Grafik meinten, ich solle doch Sujets meiner Singles darauf drucken. Also gibts jetzt eine Seite mit Tulpen, eine mit Himmel und eine mit Feuer.» 4 Mein Kumpel «Niko (32) ist der Beste! Er fährt mich an Konzerte, und wir arbeiten auch zusammen in der Werbeagentur. Wir pflegen eine echte Bromance – das nannte man früher Freundschaft.»
Bild: Evelyn Kutschera
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5 Mein Kassettenrekorder «Der hat mal 198 Franken gekostet, ich habe ihn im ‹Brocki› gefunden. Damit höre ich in der Küche Radio und Kassetten. Mein Album ‹Leave me Baby› ist auch auf Kassette erhältlich.» 6 Meine Lampe «Diese Lavalampe habe ich an einer Hochzeit geklaut, an der ich aufgetreten bin. Jetzt sorgt sie für Atmosphäre in meinem Badezimmer.» MM
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