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Migros magazin 26 2017 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM26, 26.6.2017 | www.migrosmagazin.ch

Was tun, wenn der Hund beisst? Seite 74

Winnetou kommt in die Schweiz Seite 10

Bild: Véronique Hoegger

Ice Tea

Pflückerin Kalaiselvi steht am Anfang der langen Reise des Migros-Eistees Seite 34 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59


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MM26, 26.6.2017 | 5

I Editorial

Rotz und Wasser

Ich war gerade einmal acht Jahre alt – und in den folgenden 50 Jahren habe ich nie mehr wegen eines Films so Rotz und Wasser geheult wie damals. Damals, als Winnetou in «Winnetou III» in die ewigen Jagdgründe einging. Als die Kavallerie ihren traurigen Abschiedsgruss in die ( jugoslawischen) Berge trompetete, um dem (französischen) Indianerhäuptling die letzte Ehre zu erweisen, konnte ich nicht einmal mehr den Schwarz-Weiss-TV vor mir erkennen, weil mir die Tränen wie Sturzbäche runterliefen: Winnetou hatte sich geopfert, um seinen Blutsbruder zu retten – konnte das Schicksal härter zuschlagen? Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt.

Fünfzig Jahre später hat der edle Apache noch immer eine treue Fangemeinde. Sie kommt dieses Jahr erstmals in den Genuss von Karl-May-Freilichtspielen in der Schweiz. In dieser Ausgabe porträtieren wir einige der leidenschaftlichsten Fans von Winnetou und Old Shatterhand – etwa eine Lehrerin, einen Tierarzt und seine ganze Familie, eine Schauspielstudentin und sogar einen Ordensbruder. «Winnetou III – die Sterbe­ szene» können Sie übrigens auf Youtube sehen. Wenn Sie es denn schaffen. Ich habe sie mir bei der Vorbereitung zu diesem Editorial angeschaut – und musste nach drei Minuten ausschalten. Ein weinender Chefredaktor im Grossraumbüro – geht irgendwie gar nicht …

Bild: Michael Sieber

Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 8 Diese Woche

Dresscode im Sommer: Was geht im Büro, was nicht? 10 Winnetou stirbt nie

Die Begeisterung für die KarlMay-Stoffe ist ungebrochen 21 Bänz Friedli

10

22 Interview

Ökonom Franz Jaeger: «Die Schweiz ist ein Vorbild für Europa und die USA»

Migros-Welt 34 Utz In den Blauen Bergen:

wo die Teeblätter für den Migros-Ice-Tea gedeihen 41 Faire Partnerschaft

Leben 73 Kolumne «1, 2 oder 3?» 74 Familie Vierbeiner ausser sich – der Tierpsychiater hilft 78 Gesundheit Schwestern

im Duett gegen das Körperfett

Hansueli Siber erklärt den Austritt der Migros aus der Branchenorganisation Milch

82 Auto Testfamilie Graf hat

45 Migusto Kulinarische

nachhaltige Anlagen im Trend

Köstlichkeiten mit Wurstbrät 60 Freude am Geschmack

Aromatische Vielfalt mit frisch gepflückten Beeren aller Art 64 Triangle, Multiway, Soft ... Ellen Amber bietet BH-Modelle

sich in den Citroën C3 verliebt

85 Migros Bank Darum liegen 89 Kinder Warum plötzlich

die Haare zu Berge stehen

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Meer relaxen – und profitieren

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95 Rätsel, Impressum 100 Cumulus

66 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

102 Meine Welt Tina Nägeli, SRF-Moderatorin

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM26

Darauf freuen wir uns Umarmungen Am Feiertag der Umarmung, am 29.6., sollen

vor allem einsame Menschen beglückt werden. Mitmachen!

Zeitzeugin Brunhilde Pomsel (1911–2017) arbeitete für NaziPropagandaminister Goebbels. Im Film «A German Life» (ab 30.6.) spricht sie erstmals darüber.

Unnützes Wissen

Karl May und die Folgen Karl May sass mehrmals im Gefängnis. Er hatte geklaut und sich als Polizist und Arzt ausgegeben. Mein Bild der Woche «Wie Geister schweben diese Pendler in Budapest aus dem

Bettina Oberli (44)

ist Regisseurin. Derzeit arbeitet sie am TV-Zweiteiler «Private Banking» und am Kinofilm «Le Vent Tourne».

Zug. Durchsichtige, ungefähre Gestalten, auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Das Bild stellt auf poetische Weise ein Gefühl dar, das einen unterwegs oft befällt: Alle sind immer in Bewegung und immer unterwegs, und auch im Kopf reisen wir kreuz und quer durch flüchtige Gedanken. Alles geht schnell, und alles geht schnell vorbei. All die Menschen, die man an einem einzigen Tag sieht, bleiben Phantome – und wenn man am Ende eines heissen Tags erschöpft in den vollen Zug steigt, überkommt einen irgendwann der Wunsch, sich auf der Stelle selbst aufzulösen wie eine Spukgestalt.»

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Slim Ben Sad (52), Fabrikarbeiter, Biel

a) Einen Podcast über Fischer in Griechenland b) Mosaique FM aus Tunesien c) Einen Arabisch-Sprachkurs

Winnetou ist, wie auch Pumuckl und Pepsi-Carola, in Deutschland als Vorname anerkannt. In den 1980erJahren trugen rund 95 Deutsche den Namen Winnetou. Auch Carl Zuckmayers Tochter heisst Winnetou. Mehr zu Karl May ab Seite 10

Auflösung: b) «Die spielen Musik aus meiner Heimat.»

Bilder: iStockphoto, Laszlo Balogh/Reuters, Marco Zanoni

Hörprobe

Als Karl May von 1865 bis 1868 in Zwickau im Gefängnis sass, las er jede Menge Reiseliteratur – er betreute dort die Gefangenenbibliothek. 1892 erschienen seine ersten Bücher.

Quelle: Neon/Stern


8 | MM26, 26.6.2017 | MENSCHEN

Was erlauben Sie sich bei Sommerhitze im Büro?

www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Vergangene Woche haben wir gefragt:

Diese Woche

Trotz Hitze – entblösste Füsse im Büro sind tabu Die Temperaturen sind bereits im Juni rekordverdächtig hoch, und auch am Arbeitsplatz fallen wieder die Hüllen. Oft zu viele, sagt Susanne Abplanalp. Die Beraterin widmet sich den Tugenden und Unsitten in Sachen Businessauftritt. Text: Ralf Kaminski

Sind Sie für einen Ausbau des Vater­ schaftsurlaubs? 41% Nein, die heutige Lösung reicht voll­ kommen. 25% Ja, die vier Wochen für Väter sind nötig. 34% Ich wäre für mehr Elternzeit, die Paare nach Wunsch beziehen können.

Zahlen und Fakten

7

Sekunden dauert es maximal, bis der erste Eindruck gefasst ist, wenn wir jemandem erstmals begegnen.

Prozent der Kommuni­ kation sind nonverbal – Körpersprache und Bekleidung sind deshalb wichtige Faktoren im alltäglichen Umgang.

804

Menschen starben im Sommer 2015 in der Schweiz wegen der gros­ sen Hitze. Im Strassen­ verkehr starben im sel­ ben Jahr 253 Personen. Quellen: Diverse Studien via Susanne Abplanalp, BfS

Auch wenn es noch so heiss ist: Wer sich Knigge-konform benehmen will, verzichtet auf einen allzu legeren Auftritt.

D

ie Sommerhitze hat die Schweiz dieses Jahr schon früh ereilt. Vor den Glaceständen bilden sich lange Schlangen, an See- und Flussläufen wimmelt es von Menschen – und überall fallen die Hüllen. Auch in den Büros. Mitleidig besieht man sich morgens in Zug und Tram die Banker, die mit Anzug und Krawatte unterwegs sind. Aber vielleicht haben sie ja eine Klimaanlage im Büro. Wer über diesen klimaschädlichen Luxus nicht verfügt, bemüht sich um lockere Kleidung. Dabei kann man

jedoch sehr viel falsch machen, besonders als Mann. «Die Faustregel ist simpel», sagt Susanne Abplanalp, die über das korrekte Verhalten in der Arbeitswelt ein Buch mit dem Titel «Der OfficeKnigge» geschrieben hat. «Nicht weniger Stoff tragen, aber leich­ teren», rät sie (siehe Interview). Die grosse Hitze vergangene Woche hat Meteo Schweiz gar veranlasst, eine Hitzewarnung für das Mittelland auszugeben – auch weil zur Wärme eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzukam. In den Kantonen Genf, Waadt und Tessin kam das

sogenannte Buddy-System zum Einsatz: Freiwillige kümmern sich um besonders gefährdete Menschen wie Alte und Kranke. «Gemäss unseren Analysen gibt es an Orten mit Buddy-System weniger Hitzetote», sagte Martin Röösli, Professor am Schweizerischen Tropen- und PublicHealth-Institut und Mitautor der Hitzemassnahmen, gegenüber SRF. Er empfiehlt allen Kantonen, es einzuführen. Dieser Text ist bei etwa 35 Grad und laufendem Ventilator entstanden. Der Autor trug dabei – vollkommen unkorrekt – Shorts und Sandalen.

Bilder: Peter Steffen/DPA/Keystone, zVg

90


MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 9

Strassenumfrage

Susanne Abplanalp

«Firmen können sich mit gut gekleideten Mitarbeitern positiv abheben» Wegen der Hitze fallen auch im Büro die Hüllen: kurze Hosen, nackte Füsse. Was liegt drin, was nicht? Generell gilt: Nicht zu viel Haut zeigen und bei der Arbeit nicht im Freizeitlook herumlaufen. Die Klei­ dung sollte luftig und leicht sein, die Stoffe aus natürlichen Materialien wie Viskose oder Baumwolle. Das heisst, Shorts und offene San­ dalen gehen im Büro gar nicht? So ist es, in keiner Situation. Frauen können Röcke tragen, die etwa bis zum Knie reichen, und hinten offene Schuhe. Männer sollten lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Auch bei 35 Grad im Büro? Eigentlich schon. Aber bei solchen Temperaturen lockern viele Vor­ gesetzte die Regeln ein bisschen. Frauen sind also im Vorteil. Gilt das generell bei Sommerbekleidung? Tendenziell schon. Frauen haben mehr Möglichkeiten als Männer, luftig und leicht unterwegs zu sein. Aber in Jobs ohne Kundenkontakt ist es generell lockerer, oder? Die Mitarbeiter stehen vielleicht in Shorts beim Kopierer und werden von Kunden gesehen. Die tragen Anzug und fühlen sich dann over­ dressed. Die Branchen sind jedoch unterschiedlich streng: Am striktes­ ten sind Banken und Versicherungen. An manchen Orten wird der Dress­ code schlicht von oben verordnet. Ist das vielleicht sogar die beste Lösung, weil dann alles klar ist? Dresscodes gibt es meistens in grösseren Firmen – ansonsten nur, wenn Leute über die Stränge ge­ schlagen haben. Immerhin müssen Vorgesetzte so nicht weiter diskutie­ ren und können einfach auf den Dresscode verweisen. Aber wer bei Hitze viel trägt, schwitzt mehr. Das muss nicht sein, wenn man leich­ te Stoffe trägt. Wer im Sommer Jeans

Was tragen Sie im Sommer bei der Arbeit?

anzieht, ist selber schuld. In vielen heissen Ländern tragen die Men­ schen ohne Probleme viel Stoff. Wenn es trotzdem mal Gerüche gibt: Wie sage ich es dem Kollegen, dass er nicht gut riecht? Auf jeden Fall unter vier Augen, in der Ich­Form und konkret: Wann hat er nicht so gut gerochen und weshalb – vielleicht, weil er Kunstfasern trägt? Er habe es vermutlich selbst nicht bemerkt, deshalb wolle man es ihm sagen. Die meisten sind dankbar dafür. Auch ein Deo­Tipp liegt drin. Wie sieht es mit Parfüms im Som­ mer aus? Was geht, was nicht? Man sollte sich nur morgens par­ fümieren, bevor man aus dem Haus geht. Tagsüber kann man sich mit Wasser oder Erfrischungstüchern behelfen. Und generell gilt: keine zu süssen oder zu schweren Parfüms.

Susanne Abplanalp (58) aus Thalwil ZH

ist Dozentin, Beraterin und Autorin rund um das Thema Business-Knigge.*

Die gesellschaftlichen Regeln haben sich in den vergangenen Jahrzehn­ ten gelockert – auch im Büroleben? Die grösste Veränderung gibt es bei den Männern: Bärte und Dreitage­ bärte sind heute meist okay. Es wird auch oft problemlos akzeptiert, wenn man ohne Krawatte ins Büro kommt. Grundsätzlich ist man heute viel schneller per Du als früher. Wer bestimmt eigentlich, was sich gehört und was nicht? Zunächst geht es um gesunden Men­ schenverstand und Sensibilität für den Umgang miteinander. Hinzu kommen die Empfehlungen des Deut­ schen Knigge­Rats. Das sind Fach­ leute verschiedener Branchen, die sich mehrmals pro Jahr treffen und die Regeln anpassen. Diese erleich­ tern das Zusammenleben, besonders in Zeiten, wo wir in Grossraumbüros und Zügen so dicht beieinandersitzen. Zudem ist es, nach einer Phase der Lockerung, seit zehn Jahren wieder wichtiger, Regeln einzuhalten. Denn Firmen können sich mit sympathi­ schen, gut gekleideten Mitarbeitern eben auch positiv abheben. MM

Luca Coda (22), Student an der Pädagogischen Hochschule, Bern

«Im Hörsaal kann ich tragen, was ich will, im Schulzimmer braucht es zwingend lange Hosen und möglichst neutrale Shirts. Das ist aber okay.»

Fredy Heiniger (66), Inhaber eines Coiffeur-Salons, Wettswil ZH

«Vor allem leichte, luftige Leinenhemden. Es gibt aber keinen Dresscode, meine Mitarbeitenden sollen das tragen, worin sie sich wohlfühlen.»

Melanie Domeisen (16), Kochlehrling, Männedorf ZH «Lange

* «Der Office-Knigge», Fr. 26.40, bei Ex Libris; www.kniggetoday.ch

Hosen, Kochjacke, Schürze und Foulard. Bei Temperaturen um 45 Grad und mehr in der Küche kann das unangenehm werden. Viel trinken hilft.»


Filmkomponist Martin Böttcher über Winnetou:

10 | MM26, 26.6.2017 | MENSCHEN

www.migmag.ch/ winnetou

Karl May

Faszination Winnetou

Erstmals treten Winnetou und Old Shatterhand an Freilichtspielen in der Schweiz auf. Ein Muss für alle Karl-May-Fans. Sie verbinden mit den Figuren der legendären Filme mehr als bloss Kindheitserinnerungen. Sie pflegen Sammlungen, treffen Gleichgesinnte, reisen zu den Drehorten. Und manche widmen sich dem Werk sogar wissenschaftlich. Texte: Ralf Kaminski, Reto E. Wild Bilder: Michael Sieber

Friede, Toleranz und Völkerverständigung, die Karl May mit seinen Büchern vermittelt. Bis etwa 17 war er ein grosser Fan, dann wurden andere Dinge wichtiger. Als ihm jedoch seine Frau Gabriela (44) zur Hochzeit im Jahr 2000 ein «Winnetou»-Filmplakat schenkte, wurden alle Erinnerungen wieder wach. Inzwischen gab es das Internet, und er realisierte, wie viele Gleichgesinnte es gab und welche Fülle an Material rund um die Filme existierte. Maurer begann, alles zu sammeln, was ihm in die Hände kam – und seine Frau machte mit. Das Haus der Maurers beherbergt inzwischen eine eindrückliche Sammlung von Plakaten, Filmen, Hörspielen und Büchern. Zudem ist die Familie in halb Europa mit Fans vernetzt und besuchte schon x-fach Freilichtspiele: «Unser jüngerer Sohn sass schon auf Pierre Brice’ Arm.»

Thomas Maurer (47), Tierarzt

«Ich wäre gern ein Indianerbub gewesen»

Winnetou ist genauso cool wie Harry Potter

In der Wohnung der Familie Maurer in Malters ist Winnetou allgegenwärtig. Bild unten: Manuel, Muriel und Raphael am Original-Drehort der alten Winnetou-Filme in Kroatien. Ihr Kostüme sind alle liebevoll handgearbeitet.

Die Kinder machen eifrig mit. «Sie sind mit Winnetou aufgewachsen und hatten quasi keine Wahl», sagt Thomas Maurer und lacht. Tatsächlich finden Raphael (15) und Manuel (13), die Abenteuer Winnetous stünden denen von Harry Potter in nichts nach. Nur mit den alten Büchern können sie nichts anfangen: «Die sind zu langsam und zu schwerfällig geschrieben», sagt Manuel, der ansonsten gern Superhelden-Comics liest. Muriel (9) hat noch nicht alle Filme gesehen, verkleidet sich aber gern, mag Winnetous Schwester Nscho-tschi, Pferde und die abenteuerliche Suche nach Drehorten. Raphael steht sonst eher auf Fantasy, «aber ‹Winnetou› ist unser Familienhobby, er war einfach immer schon da».

Bilder: zVg (2), Str/DPA/Keystone

Schon sechsmal waren die Maurers in den Ferien in Kroatien, auf der Suche nach den Drehorten zu den Karl-May-Filmen der 60er-Jahre. «Mein Traum war es, vor Ort Fotos im Kostüm zu machen», sagt Thomas Maurer. 2016 war es dann so weit. «Wir zogen die Kostüme aber nur für dieses eine Shooting an – in einer Gegend, die so abgelegen ist, dass höchstens mal ein Schafhirte oder ein anderer Fan sich dahin verirrt.» Schon als Sechsjähriger verfiel der Tierarzt mit eigener Praxis in Malters LU den Abenteuern von Winnetou und Old Shatterhand – wegen der Filme. Dabei war es für ihn gar nicht so leicht, sie zu sehen, weil seine Familie damals keinen Fernseher hatte. «In der Schule erzählten immer alle davon, während ich nur Bruchstücke zu sehen bekam – bei einer Nachbarin, bei der ich ab und zu fernsehen durfte.» Diese Unerreichbarkeit steigerte die Sehnsucht umso mehr. «Ich interessierte mich generell sehr für Indianer. Ich glaube, es war ihr freiheitliches Leben im Einklang mit der Natur und den Tieren, was mich so anzog», sagt Thomas Maurer. «Ich wäre so gern ein Indianerbub gewesen. Obwohl ich natürlich ihr tragisches Schicksal mitbekommen hatte.» Umso aktueller findet er heute die Botschaft von


MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 11

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Familienhobby: Thomas Maurer teilt seine Leidenschaft mit Ehefrau Gabriela und den Kindern (von links) Manuel, Muriel und Raphael.

Karl-May-Filme

50 Jahre Winnetou Karl May schrieb seine Romane zwischen 1892 und 1910, erste Verfilmungen gab es bereits in den 20er-Jahren. 1962 begann mit «Der Schatz im Silbersee» die legendäre Serie deutscher Filme mit Pierre Brice (1929–2015) und Lex Barker (1919–1973) in den Hauptrollen. Die Streifen sind heute noch im Fernsehen zu sehen. Bis 1968 entstanden 17 Filme nach Karl Mays Romanen, 11 davon mit der Figur Winnetou. Gedreht wurde im ehemaligen Jugoslawien, die unverkennbare Musik lieferte der heute 90-jährige Martin Böttcher (Interview auf www.migrosmagazin.ch).

Pierre Brice und Lex Barker in ihren berühmtesten Rollen Der Franzose Pierre Brice wurde durch seine Rolle als Winnetou zum Star in Deutschland. Sein Filmtod in «Winnetou III» 1965 führte zu Drohbriefen an die Produzenten. Noch im selben Jahr liessen sie ihn in «Old Surehand» wiederauferstehen. An Weihnachten 2016 strahlte RTL eine Neuinterpretation der «Winnetou»-Trilogie aus, mit einer etwas modernisierten Geschichte: «Winnetou – Der Mythos lebt». Die Kritiken waren freundlich, die Einschaltquoten allerdings wenig berauschend.


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 13

heute meine beste Freundin. Mit ihr spielte ich auch die Geschichten nach – ich war Old Shatterhand, Johanna Winnetou. Auch heute noch schauen wir uns gemeinsam Filme an, sammeln und tauschen Gegenstände oder ersteigern auf Ebay alte Postkarten. Inzwischen habe ich über 60 Karl-May-Romane gelesen. Ich mag die Ich-Erzählungen, man kann sich dabei so schön in die Helden und deren Abenteuer einfühlen. Begegnung mit Nscho-tschi

Western-like: Evelyn Marten lebt in Stein AG.

Evelyn Marten (28), Primarlehrerin

«Beim Arzt höre ich zur Ablenkung Winnetou-Filmmusik» «Als ich sechs Jahre alt war, zeigte mir mein Vater den ersten Winnetou-Film, als ich zehn war, schenkte er mir das erste Karl-May-Buch. Lange teilte nur er meine Leidenschaft für Karl May, dessen Helden mir Mut mach-

ten, wenn ich beispielsweise in der Schule geärgert wurde oder mich allein fühlte. In der fünften Klasse traf ich dann in der Pause auf ein Mädchen, das ein Karl-May-Buch las: Johanna ist bis

Seit 2014 war ich fünfmal an den Filmdrehorten in Kroatien. Bei einer Fanreise vergangene Ostern habe ich mich besonders gefreut über die Begegnung mit Marie Versini: Sie hat in vielen Karl-May-Filmen mitgespielt, unter anderem als Winnetous Schwester Nscho-tschi. Johanna war im Oktober sogar im Fernsehen, als Kandidatin beim Winnetou-Special von ‹Wer wird Millionär?›. Ich habe sie natürlich begleitet. Zum Glück gibt es die Filmmusik von Martin Böttcher. Da ich kein Blut sehen kann, höre ich immer, wenn ich zum Arzt muss, zur Ablenkung seine ‹Winnetou›-Melodien. Ich hoffe, dass ich ihn im Juli am Karl-May-Filmfest in Berlin wiedersehe.»

Christin Meier (35), Schauspielstudentin

«Ich würde gern mal Old Shatterhand spielen» «Mein Vater hat mich mit dem KarlMay-Virus angesteckt. Ich war und bin fasziniert von dessen Fantasiereichtum und der Liebe und Freundschaft über die Kulturen hinweg, wie er sie beschreibt. Er war ein grosser Verfechter des Friedens. Ich schätze Mays Werke umso mehr, als er in seinem Leben viele Schwierigkeiten zu meistern hatte.

Bilde: zVg (2)

Respekt vor anderen Kulturen

Ich war etwa zwölf Jahre alt, als ich mir wünschte, wie Old Shatterhand zu sein. Schon von klein auf habe ich nicht im Raster Mädchen–Buben gedacht. Mit 16 spielte ich im Jungschützenkurs mit den Buben «Indianerlis». Dabei verkörperte ich Old Shatterhand, weil ich fasziniert war von seinem unerschütterlichen Ein-

satz für Gerechtigkeit. Er und Winnetou können uns auch heute noch Respekt vor den Mitmenschen, anderen Kulturen, der Natur und den Tieren vermitteln. Noch heute hängt in meinem Wohnzimmer ein schönes Poster von meinen Jugendhelden. Vor vier Jahren habe ich meinen Vater zu seinem 70. Geburtstag nach Bad Segeberg eingeladen – die KarlMay-Spiele lege ich jedem Fan ans Herz. Wenn mein Studienplan es erlaubt, werde ich mit ihm auch nach Engelberg reisen. Mein absoluter Traum ist es, selbst eine weibliche Version von Old Shatterhand zu spielen. Reiten und schiessen kann ich jedenfalls schon. Mein erstes Pferd war übrigens ebenso kohlrabenschwarz wie Old Shatterhands Hatatitla.»

Detailgetreu inszeniert: Christin Meier aus Windisch AG mit ihrem Vater, der ein grosser Westernfan ist.


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 15

Gerold Zenoni (rechts) ist Ordens­ bruder im Kloster Einsiedeln; 2005 traf er Winnetou­Darsteller Pierre Brice.

Gerold Zenoni (58), Ordensbruder

«Winnetou ist ein Beispiel der Menschenliebe» Der Raum­ planungs­ und Umweltberater Lorenz Hunziker aus Jona SG leitet den Schweizer Karl­May­Freun­ deskreis. Lorenz Hunziker (40), Umweltberater

Bild: zVg (1)

«Ich mag die christliche Botschaft der Karl-May-Bücher» «Ich habe meine Leidenschaft quasi geerbt: Mein Vater ist ein grosser Westernfan, meine Mutter liebt Lex Barker als Old Shatterhand. Sie riet mir in der fünften Primarklasse, für die Herbstferien ‹Unter Geiern› aus der Schulbibliothek auszuleihen: Das las sie mir und meiner Schwester dann vor. Die Action packte mich sofort, und so las ich Buch um Buch. Zu Beginn mochte ich den Wilden Westen und Winnetou, heute mag ich eher den Orient und Karl Mays philosophisches, predigendes Spätwerk. Ich finde, in den Westernbüchern drückt via Old Shatterhand die deutsche Arroganz zu stark durch. Kara Ben Nemsi ist viel dezenter. Das liegt wohl daran, dass May die Hochkulturen des Orients stärker respektierte als die scheinbaren Wilden in Nordamerika. Im Jahr 2008 schloss ich mich Elmar Elbs’ Karl-May-Freundeskreis an, weil ich Leute

suchte, mit denen ich über Karl May sprechen kann. Ich habe dort dann immer wieder Vorträge über May und die Welt der Indianer gehalten. Als Elmar 2012 aufhören wollte, entschied die Gruppe, dass ich die Leitung übernehmen solle – typisch indianisch übrigens: Das Volk wählt seinen Häuptling. Karl May sagte mal: ‹Die Seele des Autors muss die gleiche Sprache sprechen wie die Seele des Lesers.› Deshalb liebe ich diese über 100 Jahre alten Bücher wohl noch immer. Meine Werte stammen vielleicht eher aus dem 19. Jahrhundert, ich mag auch die christliche Botschaft der Bücher. Und während andere die ewigen Landschaftsbeschreibungen nur langweilig finden, tauche ich so richtig ein und werde Teil der Geschichte.» Karl-May-Freundeskreis: www.sammler freak.ch > Karl May

«In meiner Jugend habe ich bestimmt 50 Karl-May-Bücher mit Spannung und Freude gelesen – und deswegen sogar manchmal meine Schulaufgaben verschoben. Vor den Sommerferien deckte ich mich jeweils mit Büchern ein, danach war die Lektüre meine Hauptbeschäftigung. Meine Mutter warf mir zwar mahnende Blicke zu, duldete es aber. Karl May war ein evangelischer Christ und hat diese Sichtweise wohl in die Figur Winnetou projiziert. Mit ihm zeigt er ein schönes Beispiel von Menschenliebe. Ich erinnere mich auch gern an die Begegnung mit Pierre Brice an der ‹BuchBasel› 2005. Heute bin ich im Kloster Einsiedeln Rezensent in der hauseigenen Zeitschrift ‹Salve› und lese Bücher als Kritiker. Deshalb türmen sich neben meinem Bett die Werke, und ich habe kaum noch Zeit, Karl May zu lesen. Seine bekannten grünen Bände finden sich aber auch in unserer Stiftsbibliothek. Karl May hielt sich einst sogar selbst in Einsiedeln auf und verfasste Texte für die erz­ konservativen Marienkalender. Ich finde ihn auf jeden Fall nach wie vor lesenswert, weil seine Bücher spannend und mit Humor gespickt sind – und seine Fantasie ist echt einmalig in der deutschen Literaturgeschichte.»


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 17

Silvia Zahner (46), Sprachlehrerin

«Am Ende gewinnen die Guten»

Begeisterter Sammler von Karl­May­Werken: Elmar Elbs, ehemaliger Bibliothekar aus Luzern und Gründer der Karl­May­Freunde Schweiz Elmar Elbs (77), Bibliothekar

Hat ihre Doktor­ arbeit über Karl May verfasst: Silvia Zahner aus Affol­ tern am Albis ZH

Bilder: zVg (2)

«Karl May war das Wikipedia seiner Zeit» «Meine Begeisterung begann mit etwa zwölf Jahren, bei meiner ersten Lektüre von ‹Winnetou I› – noch heute mein Liebling. Wie gern hätte ich den Mut und das Können des Ich-Erzählers geteilt, seine Abenteuer im Wilden Westen miterlebt. Hinzu kamen Mays Schilderungen von aufregenden, unerreichbaren Schauplätzen. Ich lernte das Kurdistan, den Wilden Westen und die Philosophie von Konfuzius kennen. Karl May war sozusagen das Wikipedia und Google seiner Zeit. Mit zunehmendem Alter begann ich, mich wissenschaftlich mit May auseinanderzusetzen. 1992 gründete ich die Schweizer Karl-

May-Freunde. Zudem entstand eine grosse Sammlung: etwa 500 Bücher und Hörspiele. Vom ‹Schatz im Silbersee› habe ich 60 verschie­ dene Ausgaben in 12 Sprachen. Im Jahr 1998 lernte ich Marie Versini kennen, die Nscho-tschiDarstellerin – auf meine Einladung wird sie am 15. Juli auch an der Premiere von ‹Winnetou I› anwesend sein. Ich bin schon sehr gespannt auf das erste Schweizer Freilichtspiel. Ich finde es schade, dass Karl May in den Buchhandlungen nicht mehr vorrätig ist. Das pazifistische Grundethos in seinem Werk ist auch heute noch wichtig.» www.karlmayfreunde-schweiz.eu

Interview mit Winnetou-Darsteller Tom Volkers, Seite 19

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«Ich habe Karl May zweimal kennengelernt: einmal mit 12, als ich seine Bücher in der lokalen Bibliothek entdeckte und in seine Abenteuergeschichten eintauchte, ein zweites Mal mit 17, als ich begann, mich für die Person Karl May und die historischen und literarischen Hintergründe seiner Werke zu interessieren. In den Büchern lässt sich literarisch sehr viel entdecken, deshalb habe ich auch meine GermanistikDissertation über May verfasst. Darin habe ich mich mit der Ich-Perspektive seiner Erzählungen befasst und mit der Frage, wie sie sich auf Handlung, Figuren und Lesende auswirkt. Heute halte ich bei Karl-May-Treffen immer wieder mal wissenschaftliche Vorträge über seine Werke, die mit den Jahren immer philosophischer und psychologischer wurden. Frauen, die sich mit Karl May beschäftigen, sind deutlich in der Minderheit: vielleicht eine unter zehn Fans. Aber mich haben die Abenteuer als Mädchen genauso angesprochen wie wohl die Buben. Ansonsten begleitet mich May nun schon so lange, dass er etwas angenehm Vertrautes hat. Wenn es im Leben mal nicht so rundläuft, versinke ich gern in eine seiner Geschichten. Das sind überschaubare Welten, und am Ende gewinnen die Guten, was ja in der Realität nicht unbedingt der Fall ist.»

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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 19

Tom Volkers

«Winnetou steht für hehre Werte»

Tom Volkers spielt an den Karl-May-Freilichtspielen in Engelberg OW den Apachen-Häuptling Winnetou, von dem er schon seit seiner Kindheit in der DDR begeistert ist. Interview: Reto E. Wild

Wie kamen Sie zur Rolle des Winnetou in Engelberg? Ich habe Winnetou bereits auf vier Bühnen in Deutschland gespielt. 2013 entstanden dann die ersten Pläne für eine Produktion in der Schweiz. Zunächst war ich lediglich als Produzent vorgesehen, aber der Regisseur wollte mich dann auch für die Hauptrolle. Die weiteren Darsteller haben wir in der Schweiz und in Berlin gecastet. Und wie fühlt es sich an, diese legendäre Figur zu spielen? Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen Buben wollte ich nicht Polizist werden, sondern Indianerdarsteller. Das wurde drei Jahrzehnte später Wirklichkeit. Ich spüre für die Rolle eine grosse Verantwortung: Winnetou ist nicht irgendjemand, er steht für hehre Werte.

Bild: Karl May Freilichtspiele Engelberg

Haben Sie sich bei Pierre Brice Ratschläge geholt? Nein. Aber er wusste von meiner Arbeit und hat mich bei einer Vorstellung besucht. Dabei haben wir uns tiefgründig, freundschaftlich und auf Augenhöhe über die Figur Winnetou unterhalten. Wie bereiten Sie sich auf die Rolle vor? Wichtig ist die innere Einstellung. Ich achte also darauf, mich anzugleichen, wo es mit Winnetou keine Parallelen gibt. Schon vor Jahren fragte ich andere Leute, wie sie mich sähen. So bekam ich ein Bild davon, wie man mich wahrnimmt. Dieses Wissen ist bei der Vorberei-

tung sehr wichtig. Anschliessend geht es darum, wie ich Herz und Seele in die Rolle einbringen kann. Welche Eigenschaften von Winnetou decken sich mit Ihren? Ich war schon immer ein Macher und übernehme gern Verantwortung. Ich habe gelernt, mich selbst zu analysieren und zu meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten zu stehen. Und ich schätze den respektvollen Umgang mit meinen Mitmenschen – egal, ob sie weiss, schwarz, Schweizer oder Deutsche sind. Mir ist wichtig, was der Mensch im Herzen trägt. Ein bisschen muss ja auch das Äussere passen. Genau. Ich habe mein Leben lang Leistungssport betrieben, war Zehnkämpfer und Kraftsportler, fahre Velo und schwimme. Ich achte also auf meine Form. Da ich in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr auf einem Pferd sass, frische ich seit Herbst letzten Jahres meine Reitkenntnisse auf. Damit bin ich gut auf Engelberg vorbereitet. Wie entdeckten Sie Winnetou? Mein Onkel und mein Vater waren begeisterte Karl-May-Fans. Schon als Fünfjähriger war ich von den Werten dieses Indianers fasziniert. Ich schätze seine Naturverbundenheit, den ehrlichen, respektvollen Umgang mit den Menschen. Allerdings bin ich in der DDR aufgewachsen, wo Karl May als nicht systemkonform galt und nur inoffiziell via tschechische oder ungarische Antiquariate erhältlich war.

Der Deutsche Tom Volkers (52) wohnt in Sattel-Hochstuckli SZ.

Weshalb das denn? Das Heroische der Hauptfiguren, dieser Ausdruck der Individualität und die Selbstdarstellung waren der DDR-Führung nicht genehm. Dennoch habe ich einmal in der Schule, als jeder seinen Lieblingsautor vortragen sollte, Karl May präsentiert. Dafür erhielt ich zwar Bestnoten, wurde aber gemahnt wegen der Darstellung eines unerwünschten Autors. Was wird das Besondere an den Freilichtspielen in Engelberg sein? Wir haben uns bemüht, möglichst nah an der Buchvorlage zu bleiben – sofern das mit unseren finanziellen Mitteln möglich war. Fans werden das erkennen. Dabei inszenieren wir auch Dinge, die es bei KarlMay-Produktionen noch nie zu sehen gab. Wir wollen Menschen zeigen, mit ihren Vorzügen und Schwachstellen. Es ist ein Mix aus Abenteuer, Romantik, Action, Humor und Tiefgang, mit Botschaften ohne erhobenen Zeigefinger. Jeder kann sich Dinge mitnehmen, in denen er sich wiederfindet. MM

Verlosung

«Winnetou I» in Engelberg Ab Mitte Juli sind die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand erstmals live als Freilichtaufführung in der Schweiz zu sehen: Vom 15. Juli bis 13. August bringen ein Dutzend Profiund 50 Laiendarsteller den Wilden Westen nach Engelberg OW. Gespielt wird «Winnetou I». In Kooperation mit den Organisatoren verlosen wir 10×2 Tickets für die Premiere am 15. Juli. Die Freilichtspiele werden vom Kulturprozent der Genossenschaft Luzern unterstützt. Weitere Informationen Verlosung: www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff Aufführung, Trailer,Tickets: www.winnetou.ch


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Isola Bella - Lago Maggiore

Legendäre Centovalli-Bahn

Lago Maggiore & Piemont Ein grossartiges Erlebniswochenende im Süden! Ihre Reisehöhepunkte: - Der Gotthard Basistunnel, der längste Eisenbahntunnel der Welt - Zauberhafter Lago Maggiore mit Isola Bella & Pescatori - Genusstour im Piemont mit Risotto & edlen Tropfen

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Lago Maggiore - Isola Pescatori

Gotthard Basistunnel

1. Tag, Donnerstag – Gotthard Basistunnel – Lago Maggiore Fahrt mit dem komfortablen Extrabus vom gewählten Einsteigeort nach Arth-Goldau. Hier wartet ein einmaliges Bahnerlebnis auf uns: die Fahrt durch den brandneuen Gotthard-Basistunnel, der mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt ist. In Bellinzona steigen wir wieder auf den Bus um, der uns zu unserem Hotel am Lago Maggiore bringt. Die Zeit bis zum Nachtessen bleibt Ihnen zur freien Verfügung. 2. Tag, Freitag – Isola Bella & Isola Pescatori Heute erwartet uns der Lago Maggiore mit seiner vollen Pracht – eine idyllische Schifffahrt bringt uns zur Isola Bella. Freuen Sie sich auf den königlichen Palazzo Borromeo und auf italienische Gartenbaukunst vom Feinsten. Die kleinste der Inseln ist die Isola Pescatori, deren ländliche Gemeinde noch heute vom Fischfang lebt. Hier laden Restaurants und gemütliche Lokale zum Verweilen ein. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Samstag – Ein genussvoller Tag im Piemont Nach dem Frühstück erwartet uns heute ein schöner Tag im Piemont. Wir starten mit einer interessanten Stadtführung in Novara, der zweitgrössten Stadt des Piemonts. Die Spuren der Geschichte der Stadt spiegeln sich in den vornehmen Renaissancepalästen, den herrlichen Plätzen und den schönen Parkanlagen wieder. Novara ist von den Reisfeldern der Po-Ebene umge-

b d bildet bild zusammen mit i Vercelli lli das d ben und Zentrum des italienischen Reisanbaus. Im Verlauf des Tages bekommen wir den für die Region typischen Reisanbau erklärt und nehmen an einer feinen Risottoverkostung teil. Das Piemont ist aber natürlich auch berühmt wegen seiner edlen Tropfen. Davon überzeugen wir uns in einer Weinkellerei bei einer schönen Weinverkostung. Nachtessen im Hotel.

✓ Schifffahrt zur Isola Bella und Isola Pescatori

4. Tag, Sonntag – Markt in Cannobio & Ascona Jeden Sonntag verwandelt sich die Uferpromenade des malerischen Städtchens Cannobio am Lago Maggiore in einen lebhaften Markt, der Anziehungspunkt für viele Besucher ist. Die Händler bieten Kleidungsstücke, Haushaltswaren und Lebensmittel an. Geniessen Sie die Marktstimmung und flanieren Sie später durch die herrliche Altstadt. Nach dem Mittagessen erwartet uns auf der Schweizer Seite Ascona mit seinem mediterranen Flair. Zeit zum Verweilen und Geniessen! Nachtessen im Hotel.

✓ Marktbesuch in Cannobio

5. Tag, Montag – Centovalli-Bahn & Heimreise Heute morgen fahren wir nach Domodossola, wo uns die stolze Centovalli- Bahn zu einer fantastischen Panoramafahrt nach Locarno erwartet. Der Zug rollt durch die malerischen „hundert Täler“ - über tiefe Schluchten und Felsspalten mit silbern glänzenden Wasserfällen, über bunte Wiesen und gewagte Brücken – fantastisch! Von Locarno aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 21

Bänz Friedli

Sei du selbst!

Bild: Vera Hartmann

Weshalb ich mich für Frauenfussball interessiere, wollte Renato wissen. «Wie lange hast du Zeit?», war meine Antwort. Es gibt so viele Gründe. Fast alles, was am Fussballbusiness der Männer so abstossend geworden ist, die Fouls, das Simulieren, der Betrug, die Korruption, zwielichtige Geldgeber wie Gazprom und Qatar Airways, die irrwitzigen Transfersummen … fast all dies fehlt im Frauenfussball.

Bänz Friedli (52) geht an die Frauen-EM.

Aber eigentlich wollte ich von Milli Hernandez erzählen, einem achtjährigen Mädchen aus Omaha, Nebraska, das so talentiert ist, dass es mit Elfjährigen spielt. Anfang Monat qualifizierte Milli sich mit ihrem Mädchenteam, dem Azzurri Cachorros Girls Club, für den Final eines Wochenendturniers. Als sie am Sonntag zu dem Final antreten wollten, wurde den Spielerinnen beschieden, sie seien disqualifiziert – weil Milli ein Knabe sei. Ihr Haar sei so kurz. Und: Sie spiele zu gut, könne daher unmöglich ein Mädchen sein. Millis Vater wies ihre Krankenversicherungskarte vor, auf der das Geschlecht vermerkt ist, F für female: weiblich. Aber aller Protest nützte nichts, es blieb beim Ausschluss. Ungeheuerlich. Milli wurde über Nacht berühmt, musste vor Kameras erklären, warum sie ihre Haare nie im Leben wachsen lassen würde: «Ist unpraktisch.» Die beiden erfolgreichsten

Fussballerinnen der Geschichte meldeten sich zu Wort. Mia Hamm, zweifache Weltmeisterin, lud Milli in ein Trainingslager ein und twitterte ihr den Rat: «Be you!» Abby Wambach, die mehr Länderspieltore erzielt hat als alle anderen Frauen und Männer, schrieb Milli öffentlich: «Lass es nie zu, dass irgendjemand dir sagt, du seist nicht perfekt, so, wie du bist. Ich habe mit kurzem Haar Titel gewonnen.» Bleibt einzig zu hoffen, dass der kleinen Milli der Rummel nicht zu viel wird. Gottlob wird sie nie erfahren, dass auch ein Kolumnist auf einem fernen Kontinent sich ihrer angenommen hat. Frauenfussball? Da geht es um wichtigere Dinge als um Geld. «Sei du selbst!», riet Mia Hamm. Sie hat Politikwissenschaften studiert, ein Gespräch mit ihr ist interessanter als mit jedem männlichen Fussballstar des Planeten. Und manch eine Fussballerin ist zur Persönlichkeit gereift, weil sie wie Wambach lesbisch ist und schon als Teenager kämpfen musste, so sein zu dürfen, wie sie ist. Zugegeben: Da ich als Bub für Juventus Turin schwärmte, hatte ich damit geliebäugelt, den Final der Champions League der Männer in Cardiff zu besuchen. Das günstigste Ticket kostete 1950 Euro. Ich habe stattdessen Karten für die EM-Endrunde der Frauen in Holland gekauft. Beste Tribünenplätze. Kostenpunkt: 10 Euro. MM Die Fussball-EM der Frauen findet vom 16. Juli bis 6. August in Holland statt. Die Schweiz ist zum ersten Mal dabei.

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Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Sayed und seine Familie: www.dasrichtigetun.caritas.ch

Sayed Jamshidi (13) flüchtete ohne Eltern in die Schweiz


22 | MM26, 26.6.2017 | MENSCHEN

Franz Jaeger

«Ich bin für die freie Zuwanderung von Ideen» Franz Jaeger bezeichnet die Schweiz als idealen Kleinstaat und glaubt, dass Grossmächte keine Zukunft haben. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor und Nationalrat über das Schweizer Erfolgsmodell, politische Sonderfälle und die Lücke, die seine Ex-Partei, der Landesring der Unabhängigen, hinterlassen hat. Interview: Reto E. Wild, Ralf Kaminski

Bilder: Michael Sieber


MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 23

Mit 75 noch immer voll aktiv: der Autor und wirtschaftspolitische Berater Franz Jaeger


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 25

Franz Jaeger, die Schweiz ist ein wohl­ habendes Land, das es in internationalen Vergleichsranglisten oft in die Top Ten schafft. Wie stark hat das damit zu tun, dass sie ein Kleinstaat ist? Eine Menge. Aber ein Kleinstaat ist nur dann erfolgreich, wenn er nach aussen offen, neugierig und mit der ganzen Welt ver­ flochten ist – ohne jedoch dabei seine Souveränität einzuschränken. Hinzu kom­ men noch ein paar weitere Bedingungen. Nämlich? Ein Kleinstaat muss eine gewisse Urbanität haben, die Städte müssen kulturell, sozial und ökonomisch eine bedeutende Rolle spielen. Die Schweiz hat mit dem Arc léma­ nique, mit Basel, Zürich und der Ostschweiz gleich mehrere metropolitane Regionen, die für die Produktivität enorm wichtig sind. Und wie beurteilen Sie unser politisches System? Der Föderalismus und die direkte Demo­ kratie gehören zu den wichtigsten Voraus­ setzungen, damit unser Kleinstaat erfolgreich ist. Allerdings sind wir auch mit globalen Herausforderungen konfrontiert und des­ halb auf Kooperationen angewiesen, etwa bei der Flüchtlings­ oder Klimapolitik. Dass US­Präsident Trump einfach so aus dem sorgsam austarierten internationalen Klima­ abkommen austritt, ist eine Katastrophe: Damit verlässt er de facto die Wirklichkeit. Er ist ein Hasardeur und Fantast, der auch in der Handels­ und Industriepolitik ins 18. Jahrhundert zurückwill. Für den indisch­amerikanischen Polito­ logen Parag Khanna sind die Schweiz und Singapur die erfolgreichsten Staaten über­ haupt: Er sieht sie als Vorbilder für die Welt. Damit ist er zwar grundsätzlich ein Gesin­ nungsgenosse von mir. Aber ich habe einen Einwand: Die Schweiz ist ein Vorbild für Europa und die USA, keine Frage. Ob sie auch ein Modell sein kann für den asia­ tischen Raum, Russland, Südamerika oder Afrika, bin ich mir nicht sicher. Singapur ist auch deshalb erfolgreich, weil so ein zentra­ listisches Modell in Asien gut funktioniert. Wir jedoch haben direkte Demokratie, De­ zentralisierung und keinen zum Autoritären neigenden Gouverneur. Daher ist unser Konzept gesellschaftlich überlegen. Es gibt also Staaten, die quasi eine harte Hand brauchen, damit sie funktionieren? Ich fürchte, ja. Manchmal denke ich das auch bezüglich Italien, wo ich seit Jahrzehnten einen Zweitwohnsitz habe. Die Schweiz ist also der Idealfall eines Kleinstaats. Könnte sie dennoch etwas noch besser machen?

Franz Jaeger: «Man ist nie so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte.»

Man ist nie so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte. Wir haben etwa mit dem Drei­Säulen­Prinzip ein hervorragen­ des Rentensystem. Was nun aber der Natio­ nalrat beschlossen hat, reicht bei Weitem nicht aus, dieses System auch langfristig zu sichern. Kommt das bei der Volksabstim­ mung durch, dann müssen wir gleich die nächste Reform anpacken.

sich lohnen, bei den neuen etwas Tempo herauszunehmen, Verfallsdaten zu setzen oder gar ein Moratorium zu beschliessen. Und ganz wichtig finde ich, was schon Migros­Gründer Gottlieb Duttweiler gesagt hat: Das Ergebnis des Erfolgs sollte mit allen geteilt werden. Ich habe grosse Mühe, wenn es in den Chefetagen der Unternehmen zu Lohnexzessen kommt.

In Ihrem neuen Buch «Kleinstaat Schweiz» kritisieren Sie auch die Regulierungsdichte. Ja. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Es braucht Regeln. Wir müssen die nicht alle radibutz abschaffen. Doch es würde

Die Manager argumentieren mit dem Wettbewerb in der Marktwirtschaft. Das ist absoluter Unsinn! Lohnexzesse sind Dolchstösse gegen die Idee der Marktwirt­ schaft. Sie geben denjenigen Sozialisten Auf­ trieb, die behaupten, das System habe versagt.

Zur Person

Ökonom, Buchautor und ehemaliger LdU-Nationalrat Franz Jaeger (75) war von 1971 bis 1995 Nationalrat des Landesrings der Unabhängigen (LdU), zudem lange Jahre Professor für Wirtschaftspolitik an der Uni St. Gallen. Im neuen Buch «Kleinstaat Schweiz – Auslauf- oder Erfolgsmodell?», das er mit Konrad Hummler herausgegeben hat, beschäftigt er sich mit den Vor- und Nachteilen der Schweiz. Der Ostschweizer ist mit Eva Nietlispach (57) verheiratet, hat vier Kinder sowie sieben Enkelkinder im Alter zwischen 3 und 19 Jahren. Er lebt in St. Gallen, wo das Ehepaar die Nietlispach und Jaeger AG für Kommunikation und wirtschaftspolitische Beratung führt. Drei bis vier Monate pro Jahr verbringt er auf dem bäuerlichen Familiensitz nahe dem toskanischen Forte dei Marmi am Ligurischen Meer.

Sind also Kleinstaaten wie die Schweiz tatsächlich die Zukunft? Absolut. Ich gehe davon aus, dass es in 100 Jahren auf dieser Welt keine grossen Mäch­ te mehr geben wird – nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur rund 80 Länder, heute sind es gegen 200. Und das wird so weiter­ gehen. Auch die USA und China werden in souveräne Regionen zerfallen. Schon heute spricht der Gouverneur von Kalifornien direkt mit dem chinesischen Staatspräsiden­ ten über Klimapolitik – am US­Präsidenten vorbei. Solches wird zunehmen. Die Schweiz ist auf eine offene Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen. Gleichzeitig lösen Migration und Digitalisierung Ängste aus. Gibt es gute Lösungen, oder hilft nur Durchwursteln wie bis anhin? Manchmal ist Durchwursteln nicht die schlechteste Lösung (lacht). Klar ist, dass wir offen sein müssen für fremde Ideen, ich bin also für die freie Zuwanderung von Ideen. Und die kommen von hoch quali­


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 27

fizierten Zuwanderern, die uns kulturell, sozial und mental neue Dinge bringen. Aber wenn die Widerstände im Land wegen der Migration zu gross werden, richtet sich das letztlich auch gegen die wertschöpfende Zu­ wanderung. Wohin die Dogmatisierung der Personenfreizügigkeit in der EU führt, ha­ ben wir beim Brexit gesehen. Ich bin über­ zeugt, dass sich die Haltung der EU bei die­ sem Thema in ein paar Jahren ändern wird. Im Buch schreiben Sie, um den Status quo zu halten, brauche die Schweiz bis 2050 eine Million zusätzliche hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn wir von einem ähnlichen Wachstum wie bisher ausgehen, werden uns die Arbeits­ kräfte fehlen. Vielleicht kann man einen Teil davon durch die Digitalisierung einsparen, aber ohne eine gewisse Migration wird es nicht gehen. Dabei dürfen wir nicht ver­ gessen, dass es hier Probleme gibt, weil es für gewisse Menschen in der Schweiz immer schwieriger wird, einen Arbeitsplatz zu finden. Das gilt nicht nur für die über 50­Jäh­ rigen. Diese Ängste müssen wir ernst nehmen und uns um Lösungen bemühen. Der Schlüs­ sel ist Aus­ und Weiterbildung. Einen Nachteil haben alle Kleinstaaten: Sie tun sich schwer damit, ihre Interessen international durchzusetzen. Manchmal ist das fast unmöglich. Wir kön­ nen gute Dienste leisten und uns in multi­ laterale Kooperationen einbringen wie etwa bei der Klimapolitik. Auch müssen wir uns immer um Allianzen und Freunde bemühen: Partnerschaft lautet das Zauberwort. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir welt­ politisch nie viel bewegen können. Was sind weitere Probleme? Eines der grossen Risiken der Schweiz ist ihre Erfolgsstory: Das stärkt die eigene Währung und zieht viele Leute an. Heikel ist die Lage auch bei der wirtschaftlichen Kooperation mit Europa – die bilateralen Verträge sind intern wie extern bedroht. Das könnte aber auch eine Chance sein, sie neu zu verhandeln.

Euro. Da die SNB­Währungsreserven unser Bruttoinlandprodukt bald einmal übersteigen werden, sollte die Nationalbank diese auch strategisch investieren: Weshalb nicht einen Hafen am Mittelmeer finanzieren? Was China mit Erfolg tut, kann die Schweiz allemal. Was halten Sie eigentlich vom Euro? Er ist eine Fehlgeburt. Währungsgemein­ schaften sollte man erst dann schaffen, wenn eine politische Union erreicht ist. Der Euro wird ohne Reformen nicht überleben. Es gibt ja auch erfolgreiche grosse Staaten wie etwa Deutschland. Angela Merkel ist eine gewiefte Ausgleichs­ politikerin, die aus Deutschland eines der ethisch respektiertesten Länder der Welt gemacht hat. Es funktioniert auch deshalb so gut, weil der Exportsektor hochinnovativ ist. Aber auch in Deutschland gibts Tenden­ zen zur Regionalisierung. In meiner Urhei­ mat Bayern denkt man wie in Baden­Würt­ temberg oder dem früheren Preussen zuerst an die Region und erst dann an den Staat. Bis in 20 Jahren werden diese Regionen Souveränitätsansprüche stellen, wie wir das von Katalonien oder Schottland kennen. Viele würden auch gern die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild einführen. Könnte das auch in einem grossen Staat wie Deutschland funktionieren? Ja. Man müsste aber beginnen, den Bundes­ ländern mehr Kompetenzen zu geben, etwa bei der Gestaltung der eigenen Finanzen, der Sozialsysteme oder des Mindestlohns. Ich habe an der Uni St. Gallen auch viele Deut­ sche unterrichtet und mit ihnen über unsere beiden Länder diskutiert. Da hiess es immer wieder, die Schweiz sei das bessere Deutsch­ land. Nicht zuletzt wegen der politischen Stabilität und der direkten Demokratie.

Sie waren lange Nationalrat des Landesrings der Unabhängigen (LdU), der von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ins Leben gerufen wurde. Vermissen Sie die Partei? Ja, obwohl ich mich schon vor 20 Jahren aus der Politik zurückgezogen habe. Der LdU hat eine Lücke hinterlassen, die auch die Grün­ liberalen nicht füllen können. Nie wäre der Zeitpunkt idealer als jetzt, die Partei neu zu lancieren. Es gibt auch immer wieder Interes­ senten, die investieren wollen und mich des­ wegen kontaktieren. Es wäre gut, wenn es eine Partei im Sinn von Duttweilers «sozialem Kapital» gäbe, die sich auch im Privatsektor um die Schwächeren kümmert. Sie sind an vielen Orten aktiv. Mit 75 und nach überstandener Hautkrebserkrankung könnten Sie den Ruhestand geniessen. Immer, wenn ich von einer Aufgabe zurück­ trat, erhielt ich bald wieder eine Anfrage ( lacht). Die Schweiz lebt von neuen Ideen. Wenn mich junge Menschen mit spannen­ den Projekten anfragen, kann ich nicht anders als Ja sagen. Und noch geht es mir gut. Dafür braucht es aber auch ein bisschen Glück – und Hilfe von oben. Glauben Sie an «oben»? Ja. Und ich wünschte mir, es gäbe für alle Religionen ein pluralistisches Geschäfts­ modell, eines, das vereint und unmiss­ verständlich gegen Gewalt ist. Das ist der Vorwurf, den ich dem Islam mache: Er hat sich nie eindeutig von der Gewalt ab­ gegrenzt und nimmt für sich in Anspruch, die einzige Wahrheit zu stellen – so wie früher der Katholizismus. MM Buch zum Thema: «Kleinstaat Schweiz – Auslaufoder Erfolgsmodell?», herausgegeben von Konrad Hummler und Franz Jaeger. Bei www.exlibris.ch für 36 Franken (erscheint in diesen Tagen)

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28 | MM26, 26.6.2017 | MENSCHEN

Leserforum MM25 Diese Woche: Vaterschaftsurlaub

Die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» sieht 20 flexibel beziehbare Tage vor.

Mutterschaftsurlaub, Vaterschafts­ urlaub – und nach vier Monaten werden die Babys fremdplatziert. Wenn die Kinder die Eltern wirklich brauchen, haben sie keine Zeit oder sind gestresst oder rennen irgend­ welchen Ämtli oder anderen Aktivi­ täten nach. Es muss gut überlegt werden, ob wir eine Familie wollen. Dann verzichten wir für einige Jahre auf gewisse Bequemlichkeiten und sind für die Kinder da, wenn sie uns brauchen, und nicht nur in den ersten vier Lebensmonaten. Ruth Tschopp, via migrosmagazin.ch

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«Kümmert euch lieber später mehr um eure Kinder»


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MENSCHEN | MM26, 26.6.2017 | 29

Ergänzende Pluspunkte dieser Initiative sind: Der «Mutter­ nachteil» auf dem Arbeitsmarkt entfällt. Das ist der Weg zur Lohngleichheit der Geschlech­ ter und damit zur bestmöglichen Gleichstellung. Es werden ins­ gesamt mehr Teilzeitstellen für Männer und Frauen entstehen, als positiver Nebeneffekt. Zu den Kosten: Wenn mehr Mütter und Väter Teilzeit arbeiten und dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben, könnten unter dem Strich die 300 bis 400 Millionen Franken bereits volkswirtschaft­ lich wieder eingespielt werden. Paul Steinmann via www.migrosmagazin.ch Ich kann dieses Gleichstellungsgelaber kaum mehr hören. Dies ist kein Mutterschafts­ «Urlaub», sondern Erholung von Schwangerschaft und Geburt. Ja, ein Kind hat zwei Elternteile. Einem Säugling, der fast den ganzen Tag schläft, ist es egal, ob der Vater anwesend ist. Küm­ mert euch lieber später mehr um eure Kinder. Wo ist der Nutzen des Vaterschaftsurlaubs? Eine ausgebildete Fachkraft (Mutter) arbeitet deswegen kaum früher. Marianne Hatts via www.migrosmagazin.ch MM25: Reportage Klimawandel

«Viele seriöse Wissenschaftler kommen auf andere Resultate» Die Berichterstattung enthält endlich Tatsachen und beschö­ nigt die deutlich sichtbaren Fak­ ten nicht. Erst dadurch kann sich der Leser von den verheerenden Zuständen unseres Planeten und den daraus noch resultierenden Folgen, besonders auch für die Schweiz, ein klares Bild machen. Hans-Peter Herrmann via E-Mail

Die CO2-These über die Erderwärmung wurde von Svante August Arrhenius (1859–1927), einem schwedischen Physiker und Chemiker, entwickelt. Er fand die Erderwärmung nach der kleinen Eiszeit positiv, die Kälte verursachte Hungersnöte. Die kleine Eiszeit dauerte bis zirka Ende des 19.Jahrhunderts, zufällig entstand damals die moderne Temperaturstatistik. Die CO2­These wurde schon zu Lebzeiten von Arrhenius wider­ legt. Die IPCC grub sie in den 80er­Jahren wieder aus, um Werbung für Umweltprodukte zu machen. Für Staaten und Konzerne ist die These nützlich, um CO2­Steuern einzuführen und Geschäfte zu machen. Die IPCC verlangt von ihren Berich­ ten, dass sie «eine Vielzahl an Meinungen und Fachkenntnis­ sen widerspiegeln», vertritt aber nur ihre eigene Meinung. Viele seriöse Wissenschaftler kom­ men auf andere Resultate, der Dialog mit ihnen wird jedoch systematisch verweigert. Regula Heinzelmann via www.migrosmagazin.ch MM25: Digital Surfspass

ohne Risiko

«Es gibt keinen Alarm über diese App» In der Rubrik «App-Tipps» weisen Sie auf die App «Echo112 – Firstresponder» hin. Gern möchte ich richtigstellen, dass es gegenwärtig keine Alarmie­ rungen über diese App gibt. Dies ist ohne aktive Teilnahme der Sanitätsnotrufzentralen 144 in der Schweiz nicht zutreffend. Es gibt im Kanton Bern und Tessin bereits etablierte Firstrespondersysteme: siehe www.ticinocuore.ch und www.firstresponder.be Marco Harder, Gruppenleiter SNZ 144, Bern, via E-Mail

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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Migros-Welt MM26

Zahl der Woche

60 000 000

Der Ice Tea der Migros ist Kult. 60 Millionen Liter stellt der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG jährlich her. Mit dieser Menge könnte man 24 olympische Schwimmbecken füllen.

Migros-Lehrberufe

Trennen für die Umwelt Mohammed Abdi (17) absolviert das erste Lehrjahr zum Recyclisten bei der Migros Zürich.

Bild: Daniel Kellenberger

«Zu uns kommt das Recyclingmaterial aus den Filialen wie Karton, Kunststoff- und PETFlaschen. Wir sortieren und pressen es für die Weiterverwertung»


32 | MM26, 26.6.2017 | MIGROS­WELT

Wettbewerb

Fotos mit Total gesucht Gesucht werden die witzigsten Wäschebilder aus dem eigenen Haushalt mit dem Wasch­ mittel Total*. Vom meterhohen Waschberg bis zur meterlangen Kleiderschlange an der Wäscheleine. Mitmachen können alle Familien und Wohngemeinschaften der Schweiz. Und so funktionierts: Das persönliche Total­Foto bis 9. Juli auf www.migros.ch/total hochladen. Eine Jury wählt aus den acht beliebtesten Fotos zwei Gewinner aus, und diese duellieren sich im kommenden Jahr viermal zu einem Wasch­ thema. Es gibt Preise im Gesamtwert von 15 400 Franken zu gewinnen. Die Gewinner des Wettbewerbsjahrgangs 2017. Von links: Raphaël Vögtli (Kategorie Seniors), Emma Cinagrossi (Kids) und Jeremias Baur (Juniors).

* Kein Kaufzwang. Infos und Teilnahme­ bedingungen: www.migros.ch/total

Bugnplay.ch

Jugendlicher Erfindergeist Ein Lego­Roboter, der selbständig zeichnet, einer, der sich dank Gewichts­

verlagerung fortbewegt, und eine App, die Bilder auf Papier am Bildschirm zu 3­D­Modellen werden lässt. Das sind die drei Gewinnerprojekte des digitalen Jugendwettbewerbs Bugnplay.ch 2017. Ihre jungen Schöpfer, Raphaël Vögtli (18), Jeremias Baur (16) und Emma Cinagrossi (11), wurden zusammen mit vielen anderen Teilnehmenden in Zürich für ihre Projekte ausgezeichnet. Insgesamt reichten 149 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren ihre Eigenkreationen ein. Der Erfinder­ geist der Technikfans kannte dabei kaum Grenzen. «Es gibt tolle Hightechprojekte

wie ein autonom navigierendes Segelschiff oder professionell anmutende Computer­ animationen. Aber auch Lowtechprojekte wie ein Hörspiel oder ein Krimispiel als Power­Point­Präsentation», sagt Dominik Landwehr, Leiter Pop und Neue Medien bei der Migros. Bugnplay.ch findet jedes Jahr statt und wird vom Migros­Kultur­ prozent durchgeführt. Die Ausgabe 2018 wird am 1. September ausgeschrieben. Mehr Infos und Bilder: www.bugnplay.ch

Auch eine Möglichkeit, Total-Wäsche zu trocknen. Am Wäscheständer gings wohl schneller.

Velo­Mittwoch

Strampeln und gewinnen Ab sofort ist jeder Mitt­ woch ein Velotag: Jung

und Alt, Familien und Sing­ les sind aufgerufen, sich auf zwei Rädern und mit Muskelkraft zu bewegen. Zur Aktion ist eine Gratis­ App erhältlich. Sie misst die Strecken, die die Teil­ nehmenden in der Mitte der Woche im Sattel zurück­ legen. Es gibt 450 Preise im Gesamtwert von 25 000 Franken zu gewinnen –

darunter auch Delizio­ Kaffeemaschinen. Lanciert hat die Aktion die Organisation Pro Velo Schweiz mit Unterstützung des Förderfonds Engage­ ment Migros. Mehr Infos: www.velomittwoch.ch


MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 33

Klipp und klar

«Jodiertes Salz ist wichtig»

Annina Erb ist Leiterin des Bereichs Ernährung & Gesundheit bei der Migros.

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Tanzförderung Am 18. Juni fand in Zürich der Tanzwettbewerb 2017 des Migros-Kulturprozents statt. Sechs talentierte Nachwuchstänzerinnen und -tänzer haben die internationale Jury überzeugt. Einer davon ist der 17-jährige Samory Flury aus Zürich (Bild). Er und die anderen Gewinnerinnen und Gewinner erhalten je 14 400 Franken. Das Migros-Kulturprozent fördert seit 1969 Schweizer Nachwuchskünstler. 3000 vielversprechende Talente aus den Bereichen Bewegungstheater, Gesang, Instrumental- und Kammermusik, Schauspiel und Tanz wurden seither mit 40 Millionen Franken unterstützt.

Bilder: Anina Zimmerli, Christian Schnur, Derma Poli Insel, iStock, ZVG (2)

Blickfang

Migros-Bus für Kinder Das war das Lieblingsspielzeug meines Bruders (Jahrgang 1944). Unsere Tante war damals Lastwagenchauffeuse eines Migros-Verkaufswagens. Zur selben Zeit arbeitete mein Götti als Bäcker bei der Jowa. Susanne Codoni, Mörschwil

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Dem Speisesalz wird seit einiger Zeit wieder mehr Jod hinzugefügt, weshalb? Ein Bericht der Eid­ genössischen Ernäh­ rungskommission (EEK) hat 2013 gezeigt, dass die bisherigen Massnahmen zur Jod­ versorgung nicht aus­ reichend waren. Die Jodzugabe wurde beim Speisesalz in der Schweiz per 1. Januar 2014 deshalb von 20 auf 25 Milligramm pro Kilogramm erhöht.

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Verwendet die Migros bei vielen Produkten jodiertes Salz? Die Migros erachtet es als wichtig und richtig, dass jodiertes Salz an­ geboten und bei der in­ dustriellen Produktion von Nahrungsmitteln wenn immer möglich verwendet wird. Zum Beispiel benutzt die Jowa AG bei frischen Brotwaren in der Regel jodiertes Kochsalz. Dagegen enthalten Biobrote meist un­ jodiertes Meersalz.

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Wie weiss der Kunde, ob ein Lebensmittel jodiertes Salz enthält? Das ist anhand der Zutatenliste eindeutig ersichtlich. Jodiertes Salz muss immer als solches bezeichnet werden.


34 | MM26, 26.6.2017 | MIGROS-WELT

Ice Tea

Das Geheimnis der Blauen Berge Der Eistee der Migros ist Kult. Die Teeblätter, die der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) dafür verwendet, stammen aus nachhaltigem Anbau. Bina-Chef Otmar Hofer hat die Teeplantagen in den Nilgiri Mountains, den Blauen Bergen, in Indien besucht. Text: Tristan Cerf

Bilder: Véronique Hoegger


MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 35

1 Grosse Bäume in

den Teeplantagen spenden Schatten und bieten nütz­ lichen Insekten und Vögeln ein Zu­ hause. 2 Traditionell sind

es Frauen, die die Teeblätter von Hand ernten. Eine Maschine könnte nicht die richtigen Blätter auswählen. 2 3

3 Nur die Blätter

und Knospen der neuen Tee­ triebe werden gepflückt.

1

E

s ist heiss an diesem Juniabend. Vor allem in diesem Lausanner Bus, der im Feierabendstau stecken geblieben ist. Doch Aurélie hat vorgesorgt: Sie zaubert eine blaue Flasche mit weissen Streifen aus ihrer Tasche. «Cool, der ist noch kalt», freut sie sich, bevor sie einige Schlucke des Eistees trinkt. Der legendäre «Kult Ice Tea» der Migros erfüllt seine Mission – den Durst der Schweiz zu stillen – seit 33 Jahren. Wir nutzen diese Gelegenheit und fragen Aurélie, ob sie weiss, wie dieser Tee her­ gestellt wird. «Da steckt bestimmt ein Geheimnis dahinter», vermutet sie. Wer dieses Geheimnis lüften will, muss nach Indien in die Nilgiri Mountains, die Blauen Berge, reisen, die im Grenzgebiet der indischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala liegen. Dort wurden die Blätter der Teepflanze Camellia Sinensis geerntet, deren Aroma Aurélie gerade geniesst. Sie ist baff: «Heisst das, dass die Migros weiss, woher jedes einzelne Teeblatt kommt?» Genauso ist es. Der M­Industriebetrieb

Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina), dessen Eistee­Marktanteil in der Schweiz bei 50 Prozent liegt, produziert den Ice Tea mit echten Teeblättern ohne Konzentrat und Konservierungsstoffe. Die Teeblätter ziehen ganz einfach in warmem Wasser. Die Bina stellt sicher, dass der Tee zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau stammt, UTZ­zertifiziert ist und von Lieferanten be­ zogen wird, mit denen das Unternehmen partnerschaftlich zusammenarbeitet (mehr Infos dazu auf Seite 39). Bina­Geschäftsfüh­ rer Otmar Hofer hat seinen Lieferanten in Indien erst vor Kurzem besucht. «Und? Wie ist es dort?», möchte Aurélie wissen. Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer

Man stelle sich mächtige, mit grünen Büschen gespickte Hügel vor, auf denen einige Bäume wohltuenden Schatten spenden. Hier auf den Chamraj­Tea­Estate­Plantagen ist die Luft kühl, da die brütende Hitze der indischen Ebenen nicht bis zu den Blauen Bergen auf 2500 Meter Höhe aufsteigt. Zu Zeiten des

britischen Weltreichs reisten die Offiziere hierher, um die Kühle zu geniessen und in den dichten Wäldern zu jagen. Inzwischen haben die indischen Bewohner die Tiere un­ ter Schutz gestellt und die alten englischen Clubs, die Herrenhäuser, die Wälder und vor allem die Teeplantagen längst in ihren Besitz genommen. Und sie haben eine zentrale Entdeckung gemacht. «Wir haben festgestellt, dass der Tee qualitativ besser ist, wenn wir seine natürliche Umwelt respektieren», sagt Durga Hedge, der Plantagendirektor. «Ausserdem leben in den Bäumen Vögel und unzählige Marienkäfer. Weil weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden, konnten sich diese Tiere, die sich von schäd­ lichen Insekten und Blattläusen ernähren, entwickeln.» Zu den besten Freunden des Tees zählen auch Spinnen, die den Schädlin­ gen das Leben schwer machen. Den Tee­ pflückerinnen sind die Marienkäfer natürlich lieber. Trotzdem freuen sie sich über diese Rückbesinnung auf die Natur.


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Sie pflücken den Tee von auf einen Meter ge­ stutzten Sträuchern. In der Wildnis können Teesträucher bis zu fünf Meter hoch werden. Geerntet wird das, was absteht: in der Regel eine Knospe mit zwei bis drei Blättern. Faire Löhne und medizinische Versorgung

Zu den positiven Rahmenbedingungen, die von der Chamraj Tea Estate geschaffen wur­ den und unter anderem von der Bina und dem Label UTZ Certified unterstützt wer­ den, gehören nicht nur bessere Produktions­ methoden, die Förderung von Biodiversität und die sinnvolle Nutzung von Böden, Dünge­ mitteln und Wasser. Auch sichere Arbeits­ bedingungen, Mindestlohn, ein Rentenplan und die medizinische Versorgung für die Mitarbeiter und ihre Familien sind gewähr­ leistet. «Die Zusammenarbeit mit der Cham­ raj Tea Estate stellt uns in allen Punkten zu­ frieden», so Otmar Hofer. «Seitdem wir nur noch zertifizierten Eistee produzieren, ist das Unternehmen unser Alleinlieferant. Was dort getan wird, ist beeindruckend und geht in die richtige Richtung.» Ein Spital, ein Waisenhaus, zwei Schulen sowie ein Gymnasium wurden bereits gegründet. «Einige unserer Schüler und Studenten sind Ärzte oder Ingenieure ge­ worden und zum Arbeiten in die USA und nach Europa gegangen», erklärt ein Gesell­ schaftspartner von Durga Hedge stolz. Das wäre auch für den 20­jährigen Kumeresh möglich, der die Verantwortlichen der Bina beim Besuch des Waisenhauses begleitet hat. «Heute studiere ich Informatik an der Universität. Dieses Glück verdanke ich dem Umstand, dass ich als Kind in diesem Waisenhaus aufgenommen wurde», sagt er. Als wir am Ende der Geschichte angekom­ men sind, hat Aurélie ihre Flasche Ice Tea ausgetrunken. Sie staunt: «Ich hätte nie ver­ mutet, was alles hinter einem Schluck meines Ice Tea steckt.»

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Interview mit Bina-Chef Otmar Hofer, Seite 39

Produktion

Vom Blatt zum Eistee Es dauert mehrere Jahre, bis ein kleiner Teesteckling zu einem Strauch mit Knospen heranwächst, aus denen letztlich die Teeblätter treiben. Nachdem die Blätter sorgfältig gepflückt, gerollt, fermentiert und getrocknet worden sind, treten sie ihre fast 10 000 Kilometer lange Reise aus den Blauen Bergen in Indien bis in die Thurgauer Kleinstadt Bischofszell an. Dort entfalten sie dann ihr Aroma im Ice Tea der Migros.

1 Vom Steckling zur Teepflanze

Die Teebüsche werden aus Stecklingen gezogen. Dadurch werden Mutationen vermieden, und die Qualität bleibt von Generation zu Generation gleich.

2 Auf die Frische kommt es an Die Blätter müssen trotz der Hitze und Sonneneinstrahlung so frisch wie möglich in der Fabrik eintreffen. Zum Glück liegen die Plantagen nicht weit entfernt.


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4 Sorgfältige Teeverkostung: Ausgewählt wird nur die beste Qualität. 5 Bina-CEO Otmar

Hofer (links) und Arnold Graf, der bei der Bina für den Bereich Getränke zuständig ist, probieren die Teesorten.

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6 Ein Patient in der

Krankenstation, die massgeblich durch die vom Label UTZ Certified gezahlten Prämien finanziert worden ist. 7 Mahalakshmi besucht eine Schule, die von der Chamraj Tea Company unterstützt wird. 8 Durga Hedge, Direk-

tor der Chamraj Tea Company, und BinaChef Otmar Hofer mit Kindern des Waisenhauses, das mit der Unterstützung der beiden Unternehmen betrieben wird. 9 Die UTZ-Prämien

wurden eingesetzt, um die Warmwasserversorgung des Waisenhauses durch Solarenergie sicherzustellen.

3 Schnelle, präzise Verarbeitung Bevor die Blätter gerollt und getrocknet werden, muss ihnen Feuchtigkeit entzogen werden. Deshalb ruhen sie kurzzeitig auf einem Warmluftpolster.

4 Bereit für die grosse Reise

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Die Fermentierung ist entscheidend für das Teearoma. Nach der Trocknung konserviert das Blatt das Aroma, bis es mit heissem Wasser in Kontakt kommt.

Streng geheimes Herstellungsverfahren

Die Bina hält das Produktions­ verfahren des Ice Tea geheim. Kein Wunder, denn dessen Aroma ist bisher unerreicht.

6 Geschmack im Grossformat

Heisse Sommertage stehen bevor. Die Mitarbeiter der Bischofszell Nahrungsmittel AG bereiten schon das erfrischende Sommer­Special vor: Ice Tea in Fünf­Liter­Kartons.


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Ice-Tea-Sorten

Mit oder ohne Zucker?

Arnold Graf und Otmar Hofer (Mitte) im Gespräch mit einem Mitarbeiter des Teelieferanten Chamraj Tea Estate Otmar Hofer

«Wir pflegen jedes Detail»

Der CEO der Bina über die Bedeutung einer umweltfreundlichen Produktion und die Partnerschaft mit ausländischen und Schweizer Bauern. Wann haben Sie Ihre letzte Flasche Ice Tea getrunken? Meinen letzten Ice Tea habe ich beim Bergwandern am vergan­ genen Wochenende getrunken. Fahren Sie häufig selbst zu Ihren Lieferanten? Viel zu selten. Als Beispiel kann ich hier unseren Besuch bei den Orangesaftproduzenten in Bra­ silien anführen. Durch unseren Besuch dort kennen wir die Preis­ situation am Markt besser, und im Gegenzug kommen die Pro­ duzenten auch auf uns zu, wenn sie Sorgen haben. Generell führt der Austausch mit Lieferanten zu vertieften und neuen Formen in der Zusammenarbeit. Weshalb ist das für die Bina wichtig? Uns ist es ein Anliegen, dass auch Produzenten in weniger entwickelten Ländern faire Preise für ihre Produkte er­ halten. Und dass mit den Mehr­ werten durch die Labelproduk­ tion auch Projekte zur weiteren Verbesserung der Nachhaltig­ keit finanziert werden. Dafür wollen und sollen wir uns vor Ort selber ein Bild machen. Die Bina ist also ein verant­ wortungsvolles Unternehmen? Die Migros bekennt sich in ihrem

Nachhaltigkeitsprogramm Generation M zu fairem Handel und verpflichtet sich mit ver­ bindlichen Versprechen und konkreten Projekten den nach­ haltigen Konsum zu fördern. Wie sieht diese Nachhaltigkeit beim Tee konkret aus? Unsere gesamte Schwarzteepro­ duktion ist UTZ­zertifiziert und steht damit für den nachhaltigen Anbau nach ökonomischen, sozi­ alen und ökologischen Standards. Wir beziehen die Teeblätter von einem einzigen Teegarten und kennen dadurch unsere Partner vor Ort gut. Für die Produzenten sind wir ein wich­ tiger Partner, von dem sie wissen, was mit ihrem Tee geschieht. Diese Beziehung ist die Voraus­ setzung für die gemeinsame Weiterentwicklung. Die Landwirte im Ausland werden also unterstützt. Und was tut die Bina für die Schwei­ zer Bauern? Die Schweizer Bauern sind mit grossem Abstand noch immer die wichtigsten Lieferanten der Bina. Aus rund einem Drittel der in der Schweiz angebauten Veredelungskartoffeln werden von uns vielfältige Kartoffel­ produkte hergestellt. Sogar über die Hälfte des in der Schweiz

angebauten Spinats wird inner­ halb weniger Stunden nach der Ernte von uns verarbeitet. Mit Übernahmevereinbarungen im Früchte­ und Gemüsebereich bauen wir seit einigen Jahren unsere Sortimente mit heimi­ schen Rohstoffen stetig aus und lösen damit Importe mehr und mehr ab. Die langfristig ausgerichtete Partnerschaft mit den Schweizer Landwirten ist für diese Zusammenarbeit eine Grundvoraussetzung. Die Herstellung des Ice Tea ist geheim, dabei ist die Teezubereitung an sich doch wirklich nicht schwer. Unsere Teeproduktion ist etwas komplexer, als nur einen Tee­ beutel in die Tasse zu hängen. Für die Herstellung von Tee in grossen Mengen haben wir eine entsprechende Anlage selbst entwickelt und gebaut. Zudem ist die Rezeptur mit dem Verhältnis der Inhaltsstoffe ein Geheimnis. Wir haben ja kein Interesse daran, dass «unser» Tee kopiert wird. Was ist also das Geheimnis? Wir pflegen auf allen Stufen die Details. Das beginnt bei der sorgfältigen Auswahl der Roh­ stoffe und endet bei einem scho­ nenden Abfüllprozess. MM

Durch die Verwendung von Hibiskus und Hagebut­ te beinhaltet der Ice Tea der Migros 30 Prozent weniger Zucker als andere Süss­ getränke. Im Sortiment findet sich für jeden Geschmack etwas. Der Zuckerreduzierte:

Er enthält nur 2 Gramm Zucker pro Deziliter, schmeckt aber dank eines Süssstoffs so süffig, wie man es vom Ice Tea gewohnt ist. Der Zuckerfreie: Der

Ice Tea Zero enthält nur Süssstoff statt Zucker. Er ist mit Zitronenge­ schmack oder neu mit Pfirsicharoma erhältlich. Der Ungesüsste: Für

Puristen gibt es den Ice Tea auch komplett ohne Zucker und Süssstoffe. Durch die Verwendung von Hibiskusblüten und Hagebutten schmeckt er dennoch mild.

UTZ steht sowohl für nach­ haltigen Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Haselnüssen als auch für bessere Zukunfts­ aussichten der Bauern und deren Familien sowie für unsere Umwelt.

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MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 41

Milch zu einem fairen Preis: Die Migros setzt sich auch weiterhin für die Anliegen der Konsumenten und Bauern ein. Milchpreis

Fairer Partner für die Milchwirtschaft

Die Migros tritt per Ende Jahr aus der Branchenorganisation Milch aus. Für die Konsumenten und Milchproduzenten ändert sich dadurch nichts. Nach wie vor zahlt die Migros ihren Lieferanten mehr als andere Milchverarbeiter, wie Hansueli Siber, Mitglied der Migros-Generaldirektion, im Interview erklärt. Text: Daniel Sidler

Hansueli Siber,

Mitglied der Generaldirektion MigrosGenossenschaftsBund

Bild: Daniel Grieser

Den einzigen Milchpreis gibt es in der Schweiz schon lange nicht mehr: Je nach Verwendungszweck bekommen die Bauern unterschiedlich hohe Beträge für ihre Milch, etwa für Käserei- oder Molkereimilch. Der Richtpreis der sogenannten A-Molkereimilch für den geschützten Inlandmarkt liegt derzeit bei 65 Rappen pro Kilo. Festgelegt werden diese preislichen Richtgrössen für Molkereimilch jeweils quartalsweise von der Branchenorganisation Milch (BOM), der sowohl Schweizer Milchproduzenten als auch Milchverarbeiter wie Emmi oder Cremo angehören. Auch die Migros ist zusammen mit ihrer Molkerei Estavayer Lait SA Mitglied bei der BOM. Dass die Migros sich jetzt entschlossen hat, per Ende Jahr aus der Organisation auszutreten, erlaubt ihr, ihre Rolle als Partner der Schweizer Land- und Milchwirtschaft

künftig direkt und unabhängig wahrzunehmen. Hansueli Siber, warum tritt die Migros aus der BOM aus? Weil einzelne Akteure sich nicht mehr an die Spielregeln halten, Profilierungsversuche und Ränkespiele die Agenda bestimmen und interne Angelegenheiten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Das schadet allen Beteiligten. Mit dem grossen Milchverarbeitungsbetrieb Estavayer Lait SA ist die Migros ein wichtiger Partner der Schweizer Landwirtschaft. Wir möchten unsere Energie künftig voll und ganz für die Anliegen der Milchbauern und Konsumenten einsetzen. Ist der Austritt demnach eine Reaktion auf die jüngste Kritik an der Migros?

Nein, der Entscheid ist über die vergangenen Monate gereift und wurde jetzt allenfalls noch etwas beschleunigt. Für die Migros ist diese Situation ausserhalb von Seilschaften und Verbänden völlig normal. Wir sind es gewohnt, selber Verantwortung zu übernehmen. Heisst das, dass die Migros nun auch den Milchpreis selber bestimmt? Das konnten wir schon bisher. Trotzdem haben wir uns stets konsequent an den A-Milch-Richtpreis der BOM gehalten. Zurzeit liegt der Preis, den wir zahlen, rund zehn Prozent über demjenigen, den die anderen Verarbeiter im Durchschnitt zahlen. Dann behält der Richtpreis für die Migros seine Gültigkeit? Entscheidend ist für den Bauern, was er für seine Milch effektiv ausbezahlt


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MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 43

bekommt. Unsere Produzenten werden, wie in der Vergangenheit auch, künftig von der Migros einen höheren Preis erhalten. Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Produzenten sehr bewusst. Gleichzeitig werden wir mit allen, die an einer positiven Entwicklung in Bezug auf Schweizer Milch inter­ essiert sind, weiterhin einen kons­ truktiven Dialog pflegen. Für die Milchbauern ist der Preis immer noch zu niedrig. Warum zahlt die Migros nicht einfach mehr? Das tun wir ja schon: Unser Preis liegt heute 5,7 Rappen über dem Durch­ schnitt. Wenn andere Abnehmer an­ kündigen, 3 Rappen mehr zu zahlen, bewegen sie sich in unsere Richtung, was wir sehr begrüssen. Trotzdem kann der Preis nicht beliebig steigen. Der Preisdruck aus dem Ausland ist durch günstige Importprodukte und

den Einkaufstourismus enorm. Im Jahr 2015 gaben Schweizer Konsu­ menten im nahen Ausland gegen 300 Millionen Franken allein für Milchprodukte aus. Der Preisabstand zum EU­Markt darf nicht noch grösser werden, sonst sinkt der ohne­ hin rückläufige Absatz von Schweizer Milch weiter. Was bedeutet der Entscheid für die Konsumenten? Nichts, die Preise bleiben gleich. Unsere Kunden profitieren nach wie vor vom besten Preis­Leistungs­ Verhältnis. Die Joghurts der Migros werden – anders als bei anderen Detailhändlern – weiterhin zu 100 Prozent aus Schweizer Milch hergestellt. Kurz: Die Migros bleibt ein verlässlicher und fairer Partner für die Schweizer Land­ und Milch­ wirtschaft. Und dies zum Wohl der Kunden und der Bauern. MM

Hintergrund

So entsteht der Milchpreis Der von der Branchenorganisation Milch festgelegte Richtpreis für Molkereimilch ist eine Entscheidungsgrundlage für die Preisverhandlungen zwischen den Marktpartnern. Er gilt für die zum Verarbeiter gelieferte Milch. Entscheidend für Bauern ist, was der Verarbeiter aus der Milch macht. Für Milchprodukte mit hoher Wertschöpfung wie etwa Joghurt kauft der Verarbeiter A-Milch ein. Für Milchprodukte, die beispielsweise für den Export bestimmt sind,

kauft er B-Milch ein. Überschussmilch ist C-Milch. Beispiel: Von den 65 Rap-

pen pro Kilogramm A-Milch werden die Kosten für den Transport zum Verarbeiter abgezogen, beispielsweise 5 Rappen. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 2,5 Prozent, das sind 1,5 Rappen. Der Produzentenpreis beträgt also 61,5 Rappen pro Kilo. Der Milchpreis kann auch saisonale Zuschläge, die Qualität und die Menge berücksichtigen. Am Ende erhält jeder Bauer seinen individuellen Milchpreis.

1961 Serie: Migros-Pioniere

Bilder: Dominic Steinmann, zVg

Seit 56 Jahren setzt der M-Industriebetrieb Aproz auf die Schiene, um die Schweiz mit Getränken zu beliefern.

Ist stolz auf die umweltfreundlichen Aproz-Bahntransporte: Logistikchef Michel Barras

Michel Barras (48) ist Logistikchef beim Unternehmen Aproz Sources Minérales im Wallis. Unter seiner Aufsicht rollen täglich 30 Güterwaggons mit Getränken aus der Fabrik. 90 Prozent der Aproz-Produktion werden umweltfreundlich auf dem Schienenweg befördert. «Schon meine Vorgänger setzten auf Zugtransporte», sagt Michel Barras.

Zu diesem Zweck haben Aproz und SBB Cargo 1961 gemeinsam eine 135 Meter lange Brücke über die Rhone gebaut. Bis heute verbindet sie die Fabrik als Kopfbahnhof direkt mit dem SBB-Netz.

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n Das grosse Helene Fischer Konzert in Köln n Die Höhepunkte p te von Köln & das beliebte Schokoladenmuseum n Zu Besuch auf Schloss Brühl - Meisterwerk des Rokoko n Fröhliche Stunden in einem Brauhaus

1. Tag, Sonntag 1. Oktober 2017 - Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in unser 4-Sterne-Hotel südlich von Köln. Nach dem Zimmerbezug wird uns das Nachtessen serviert. 2. Tag, Montag 2. Oktober 2017 – Köln & Schokoladenmuseum Nicht nur der atemberaubende Kölner Dom und die tolle Altstadt zeichnen Köln aus. Es ist vielmehr auch die fröhliche, ausgelassene Lebensart und Herzlichkeit der Kölner, die beim geselligen Beisammensein zum Vorschein kommt. Freuen Sie sich heute morgen auf eine tolle Stadtrundfahrt – Sie werden staunen, was die Stadt alles zu bieten hat. Am Nachmittag geht es zum bekannten Schokoladenmuseum: die Geschichte von Schokolade und Kakao beginnt vor über 4000 Jahren. Sie ist gefüllt mit Mythen und Geheimnisse, Geschichten und Erzählungen, Rezepten und Genüssen. Dazu erfahren wir hier mehr und geniessen eine süsse Verkostung am Schokoladenbrunnen. Am Abend besuchen wir ein typisches Kölner Bierlokal, wo feine lokale Köstlichkeiten und natürlich auch die Spezialität der Stadt, das„Kölsch“, auf uns wartet.

3. Tag, Dienstag 3. Oktober 2017 – Schloss Brühl & Helene Fischer Das wunderschöne Schloss Augustusburg, oft einfach Schloss Brühl genannt, zählt zu den ersten bedeutenden Schöpfungen des Rokoko in Deutschland und ist Weltkulturerbe der UNESCO. Viele namhafte Künstler waren an der Gestaltung dieses Gesamtkunstwerkes beteiligt und schufen eine Residenz von Weltrang. Während des Rundgangs bestaunen wir die Prunkräume des Schlosses sowie die herrliche barocke Gartenanlage, die heute eine der authentischsten des 18. Jahrhunderts in Europa ist. Zurück im Hotel bleibt genügend Zeit, um sich für das grosse Konzert am Abend vorzubereiten: Helene Fischer in Köln. Sie ist die erfolgreichste Künstlerin Europas und hat in den letzten Jahren sämtliche Rekorde im deutschsprachigen Musikgeschäft gebrochen. Freuen Sie sich auf ein Konzert der Superlative und auf eine unvergleichliche Bühnenshow. Das Konzert ist bereits ausverkauft - wir haben für Sie Tribünenplätze der Kategorie 1 gesichert und eingekauft! Nach dem Konzert Rückfahrt ins Hotel. 4. Tag, Mittwoch 4. Oktober 2017 - Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken die Heimreise an!

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Das Beste aus der Wurst Das Ende der rohen Bratwurst abschneiden, die Wurstmasse herausdrücken fertig ist der gewürzte Ersatz fürs Hackfleisch. Mit der Wurstmasse lassen sich die unterschiedlichsten Gerichte zubereiten. Wir zeigen einige Methoden.

Als Spiess und als Tätschli

Auch Spiesse wie Cevapcici lassen sich aus Würsten schnell herstellen. Dazu formt man die Wurstmassse um einen Spiess herum und grilliert ihn. Cevapcici sind zwar traditionell aus Lammhackfleisch, doch auch aus Rinds- oder Schweinefleisch kann man die Spiessli formen. Brätkügelchen und Tätschli lassen sich ebenfalls aus Schweinsbratwürsten zubereiten.

Im Sugo

Polpette in Tomatensauce oder auch eine Sauce Bolognese kann man mit Luganighe, der typischen Tessiner Schweinswurst, schnell zubereiten. Der Vorteil: Die Würste sind bereits gut gewürzt.

Als Füllung (ideal für den Grillplausch)

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Ob Lunch zum Mitnehmen oder schneller Znacht: Mit gekochten Crevetten Tail-on ist der köstliche Reisnudelsalat mit asiatischer Salatsauce in nur 20 Minuten genussbereit. Das Rezept dafür finden Sie auf migusto.ch und alle Zutaten frisch in Ihrer Migros.

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ASC Crevetten Tail-on gekocht in Sonderpackung Zucht aus Vietnam, per 100 g

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MSC Goldbuttfilet Wildfang aus dem Nordostatlantik, per 100 g

3er-Pack

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4.80 statt 6.–

Apéricubes Viva Italia Frankreich, Schale, 250 g

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4.05 statt 5.85

Val d’Arve Trio Tomme Schweiz, 3 x 100 g

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Duo-Pack

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M-Classic Hinterschinken im Duo-Pack Schweiz, per 100 g


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Rindsentrecôte und -huft am Stück in Sonderpackung z.B. Entrecôte, Uruguay/Paraguay/Brasilien, per 100 g

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Schweinsschulterbraten Schweiz, per 100 g

Duo-Pack

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8.50 statt 12.20

1.65 statt 2.40

Schweins-Spareribs mariniert Schweiz, per 100 g

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2.70 statt 3.40

Le Gaulois La Belle Trutenschnitzel Frankreich, per 100 g

Party-Grill im Duo Pack Schweiz, 2 x 245 g

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Lammracks Import, per 100 g

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Salsiccia mit Espelette-Chili Schweiz, 5 Stück, per 100 g


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Cherrytomaten am Zweig «Aus der Region.» Schale, 750 g

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Peperoni gemischt Niederlande, Beutel, 500 g

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So macht Einkaufen

Tipp DIE AROMAWELT THAILANDS Damit es wie in Thailand schmeckt, gibt’s zum Chicken Satay mit Schweizer Pouletfleisch an cremiger Erdnusssauce und Gemüsereis einen ZitronengrasEistee mit viel Crushed Ice. Das Rezept dafür finden Sie auf migusto.ch und alle Zutaten frisch in Ihrer Migros.

Duo-Pack

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3er-Pack

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Alle Stangenbrote (ohne tiefgekühlte und abgepackte Brote), z.B. Bio-Twister hell, 360 g, 2.60 statt 3.30

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Anna’s Best-Fiori oder -Fettuccine in Mehrfachpackungen z.B. Fiori rucola e mascarpone im 3er-Pack, 3 x 250 g, 11.70 statt 14.70

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günstiger Gesamtes Créa d’Or Biscuit-Sortiment ab 2 Stück, jedes –.60 günstiger, z.B. Buttersnacks, 125 g, 3.80 statt 4.40

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4.40 statt 5.50

Alle Fruit Ice Glace im 6er-Pack z.B. Orange, 6 x 48 ml

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Nussrollen, Birnweggli und Bio-Birnweggli z.B. Nussrollen, 4 Stück, 4 x 55 g, 2.60 statt 3.25

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Kinder-Bueno und -Schoko-Bons in Sonderpackungen z.B. Schoko-Bons, 500 g, 7.60 statt 8.60

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Gesamtes Coco Ice-Land Sortiment tiefgekühlt, z.B. Coco & Chocolate Chips, 450 ml, 4.70 statt 5.90

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Alle Vittel in Mehrfachpackungen z.B. 6 x 1.5 Liter, 3.80 statt 5.70


Duo-Pack

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Farmer Croc Müesli im Duo-Pack z.B. Schoko, 2 x 500 g, 7.60 statt 9.60

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3er-Pack

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Lilibiggs Maiswaffeln, Joghurt- und SchokoReiswaffeln im 3er-Pack z.B. Lilibiggs Maiswaffeln, 3 x 130 g, 3.30 statt 4.95

Duo-Pack

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M-Classic Pommes-Frites und -Ofen Frites in Sonderpackung tiefgekühlt, z.B. Pommes Frites, 2 kg, 3.90 statt 7.85

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Optigal Pouletgeschnetzeltes im Duo-Pack tiefgekühlt, 2 x 300 g

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Gesamtes Sanactiv und Anti Insect Sortiment z.B. Anti Insect Zecken, 100 ml, 5.50 statt 6.90, gültig bis 10.7.2017

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Alle Pepsi und Schwip Schwap im 6er-Pack, 6 x 1.5 Liter z.B. Pepsi Max, 5.50 statt 11.–

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Hit

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Linsoft Taschentücher in Sonderpackung 42 x 10 Stück, gültig bis 10.7.2017

3er-Pack

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Alle Bialetti-, Boral- und Cucina & TavolaKaffeezubereiter, -Milchaufbereiter, -Teekannen sowie -Isoliergefässe Soft Feuchtes Toilettenpapier im 3er-Pack z.B. Bialetti Kaffeezubereiter, silber, für 6 Tassen, z.B. Kamille, 7.20 statt 9.–, gültig bis 10.7.2017 pro Stück, 14.90 statt 29.80, gültig bis 10.7.2017


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Duo-Pack

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Elan Waschmittel im Duo-Pack z.B. Summer Breeze im Nachfüllbeutel, 2 x 2 Liter, gültig bis 10.7.2017

3er-Pack

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Nivea Shampoos im 3er-Pack z.B. Classic Care, 3 x 250 ml, 6.50 statt 9.75, gültig bis 10.7.2017

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Fisch, Fleisch und Geflügel

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Near-/Non-Food

Blumen und Pflanzen

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TerraSuisse Kalbsbrust gerollt, per 100 g, 2.30 statt 2.90 20% Grill-Bauernwürste, Schweiz, Schale, 210 g, 4.70 statt 5.90 20%

Sonnenblumen im Bund, 5 Stück, 9.65 statt 12.90 25% Phalaenposis, 3 Rispen, 12-cm-Topf, 14.90 statt 19.90 25%

Brot und Milchprodukte

Tagetes «Aus der Region.», Schale, 6 Stück, 3.90 statt 4.90 20%

Mädchen-Slip im 7er-Pack oder Knaben-Boxer im 5er-Pack, erhältlich in diversen Sujets und Grössen, z.B. Mädchen-Slip, pink, Gr. 98/104, 12.90 Hit **

Neuheiten

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Weitere Lebensmittel

Butterweggli, 3 Stück, 3 x 65 g, 1.20 statt 1.80 3 für 2

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Milette Schwimmwindeln, erhältlich in Grösse S oder M, z.B. Gr. S, 13 Stück, 7.90 Neu **

Tommes mit Speck im Duo-Pack, Schweiz, 2 x 120 g, 4.05 statt 5.85 30% Trolli All in One, 1 kg, 11.– Hit

L’Oréal Hydra Genius Feuchtigkeitsfluids, normale Haut, trockene Haut und Mischhaut, z.B. normale Haut, 70 ml, 11.80 Neu ** Garnier Olia Permanenter Aufheller, z.B. B+++, pro Stück, 9.80 Neu **

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MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 59

Profi-Tipp

Schnell und einfach

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Würzig

Gefüllte Minipeperoni Zutaten für 4 Personen 1 TL Fenchelsamen 1 Prise granulierter Cayennepfeffer 2 Zweige Petersilie 2 Schweinsbratwürste 40 g Greyerzer 20 kleine Peperoni, z. B. Pimientos de Padrón oder Snackpeperoni, ca. 200 g 20 Tranchen Bratspeck, ca. 200 g 3 EL Olivenöl Zubereitung

1. Fenchelsamen und Chiliflocken in einem Mörser fein zerstossen. Petersilie fein hacken. Würste aufschneiden, Brät aus der Wursthaut lösen. Mit Gewürzen und Petersilie gut verkneten. Käse in ca. 2 cm lange, dünne Streifen schneiden. Peperoni längs aufschneiden und entkernen. 2. Jeweils ein ca. dattelgrosses Stück Wurstmasse gut verkneten, Käse in die Mitte einarbeiten. Masse in die Peperoni drücken. Mit je einer Scheibe Speck umwickeln. Mit einem Zahnstocher fixieren. 3. Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen, gefüllte Peperoni bei mittlerer Hitze rundum ca. 5 Minuten braten. Zahnstocher vor dem Geniessen entfernen.

Vom Grillplausch sind einige rohe Bratwürste übrig? Für eine neue Mahlzeit für alle Familienmitglieder reicht es nicht. Einfrieren ist eine Option. Ich verwende Übriggebliebenes aber gern gleich weiter. Ein Sugo beziehungsweise Ragout für Pasta ist eine Idee. Mit zwei Würsten lässt sich bereits eine Pastasauce für vier Personen zubereiten. Ist nur eine kleine Wurst übrig, drücke ich das Wurstbrät direkt in eine heisse Bouillon. Diese Brätklösse sind eine würzige Suppeneinlage. Die ist so gut, dass ich gelegentlich sogar extra eine Bratwurst kaufe in der Absicht, sie in einer Suppe – im wahrsten Sinne des Wortes – zu verwursten. Die Vorteile des Bräts liegen auf der Hand: Gute Bratwürste sind in der Regel perfekt gewürzt und benötigen nur wenig Aufmerksamkeit in der Küche. Und noch ein Tipp: Falls Sie ein Rezept für die Herstellung von Würsten haben, können Sie die Masse natürlich pur verwenden, ohne sie vorher mithilfe eines Wurstfüllers in Form zu bringen. MM

Viele weitere kochtipps ZU WÜRSTEN

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60 | MM26, 26.6.2017 | MIGROS-WELT

Beruflich wie privat ein Beerenkenner und -liebhaber: Francesco Cortazzo ist Spezialist für Gemüse und Früchte in der Migros Romanel.

Freude am Geschmack

Beste Freunde Beeren sind die Sommerfrüchte schlechthin. In Kombination mit anderen Früchten, Kräutern oder Gemüse spielen sie ihr Aroma auf raffinierte Weise aus. Text: Claudia Schmidt

Francesco Cortazzo

«Am liebsten pur»

Als Spezialist für Gemüse und Früchte kennt sich Francesco Cortazzo bestens mit Beeren aus. Er hat aber auch eine persönliche Vorliebe für die kleinen Früchte. Interview: Claudia Schmidt

Wie viele Beerensorten bietet die Migros Romanel zurzeit an? Momentan haben wir neun bis zehn Sorten im Sortiment.

allem Himbeeren und Erdbeeren schnell. Dann sollte man die Beeren nicht lange aufbewahren, sondern möglichst rasch essen.

Welche Beeren kommen aus der Schweiz? Das hängt immer von der Jahreszeit ab. Bis in den Monat April hinein sind wir auf Beeren aus dem Ausland angewiesen, aber dann kommen die ersten Erdbeeren aus der Schweiz. Genau bestimmen kann man den Zeitpunkt nie. Zurzeit haben wir sieben Beerensorten von Schweizer Produzenten, teilweise auch in Bioqualität.

Und wenn man es nicht schafft, die Beeren zu essen? Dann kann man sie einfrieren und später zu Glace, Milchshakes oder Konfitüre verarbeiten.

Wie bewahrt man die Beeren am besten zu Hause auf? Am besten verbraucht man die Beeren möglichst schnell. Will man sie aufbewahren, sollte man sie ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. Wie lange sind Beeren geniessbar? Durchschnittlich drei Tage. Es kommt aber auch sehr auf das Wetter an. Wenn es – wie in letzter Zeit – häufig heiss und schwül ist, verderben vor

Welches sind Ihre persönlichen Lieblingsbeeren? Am liebsten mag ich Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren. Und wie mögen Sie die Beeren besonders gern? Haben Sie ein Lieblingsrezept? Ich esse sie am liebsten pur – das Aroma ist für mich auch so, ohne Zucker und Schlagrahm, herrlich. Erdbeeren mag ich allerdings auch mit etwas Pfeffer. Das ist eine ganz besondere Aromakombination. Das sollte jeder einmal probieren. Aus sehr reifen Erdbeeren bereite ich auch Konfitüre zu. Ich verwende dazu keinen Gelierzucker. Denn bei Konfitüre mag ich es ebenfalls pur: nur Zucker, Früchte und eventuell etwas Zitrone. Kocht man die Konfitüre lange genug, geliert sie auch ohne Geliermittel. MM

Bilder: Claudia Linsi, Guy Jost, iStock (4)

Was genau sind Extra-Beeren? Die Extra-Beeren sind grösser und werden so sortiert, dass alle Früchte eine einheitliche Grösse haben.

Thymian Das leicht herbe Aroma des Thymians ergänzt die Süsse der Himbeeren perfekt: In der Kombination dominiert zunächst die Süsse der Beeren, dann setzt der Thymian einen würzigen Akzent.


MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 61

Beerenvielfalt

Pfirsiche

Nicht nur farblich sind die saftigen Pfirsiche eine gute Ergänzung zu Heidelbeeren: Mit ihrer spritzigen Säure und Saftigkeit runden sie das Aroma der Heidelbeeren gekonnt ab.

Für jeden Geschmack Mehr zu Geschmack: www.freude-amgeschmack.ch

Das vielfältige Beerensortiment der Migros leuchtet in verführerischen Farben und bietet den gesamten Som­ mer über auch Beeren aus Schweizer Anbau. Mit Biobeeren und den aus­ gewählten Extra­/Sélection­Beeren finden alle das Richtige – ob zum Naschen, für fruchtige Desserts oder Konfitüren. Und natürlich gibt es sie jeden Tag frisch und bis Ladenschluss.

Die Sélection­Erdbeeren Mara des Bois sind besonders aromatisch und beliebt bei Feinschmeckern.

Grapefruits

Die leicht herbe Säure der Grapefruit verstärkt das Aroma der milden Heidelbeere – die im Gegenzug einen Kontrapunkt mit ihrer Süsse setzen.

Brombeeren werden beson­ ders wegen ihrer vollmundig süssen Note geschätzt. Püriert sind sie eine schmackhafte Beigabe zu Quark und Joghurt.

Heidelbeeren machen auch in herz­ haften Salaten eine gute Figur. Von ca. Juli bis August gibt es sie zudem in Extra­Qualität aus der Schweiz. Tomaten

Wer schon einmal Ketchup mit Himbeeren probiert hat, weiss, dass die Beeren auch würzige Saucen bereichern. Ihre Süsse harmoniert ausgezeichnet mit der Säure von Tomaten. Ob zum Aromatisieren von Wasser oder in Süssspeisen: Wo spritzig­säuerliche Frische gefragt ist, sind Johannisbeeren zur Stelle.


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MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 63

Philadelphia

Für das gewisse Etwas

Bild und Styling: Claudia Linsi

Tipp Auch Gemüse verleiht Philadelphia mit gegrillter Paprika das gewisse Etwas. Dazu grillieren Sie Minipeperoni, ausgehöhlte Champignons oder auch Zucchetti. Das Gemüse wird mit Philadelphia gefüllt und lauwarm oder auch kalt serviert.

Cremiger Frischkäse und würzige Saucen sind das i-Tüpfelchen beim Grillieren. Mit der Sorte «gegrillte Paprika» wurde die Philadelphia-Familie um ein neues Mitglied erweitert. Der Geschmack gerösteter Peperoni macht den Frischkäse zu einem würzigen Begleiter von Grillgut und Sandwiches. Wer es milder mag, wählt die frisch aufgeschlagene Philadelphia-Mousse. Als Dip bedarf die Mousse keiner weiteren Verfeinerung. Das Gleiche gilt natürlich für die Original-Barbecue-Sauce Bull’s Eye (neu: Longhorn), den Klassiker unter den Begleitern von Steaks und Grillhits wie Pulled Pork.

Bull’s Eye (neu «Longhorn») Original BBQ Sauce, 500 g Fr. 5.70

Philadelphia gegrillte Paprika, 175 g* Fr. 2.30

Philadelphia Mousse, 140 g* Fr. 2.50 * in grösseren Filialen


64 | MM26, 26.6.2017 | MIGROS-WELT

Ellen Amber

Das passende Darunter Sitzt der BH perfekt, fühlt Frau sich wohl. Welche Form am meisten zusagt, ist sehr individuell. Im Sortiment von Ellen Amber finden sich Modelle in jeder Passform. Und alle bieten einen hohen Tragekomfort.

T-Shirt-BH

Triangle-BH

Weich und anschmiegsam

Halt ohne Bügel

Die weichen Schalen formen sanft

Flexible Schalen ohne Bügel formen ein schönes Dekolleté. Der Triangle-BH passt perfekt zu Oberteilen und Kleidern mit V-Ausschnitt.

die Brust und zeichnen selbst unter feinen Stoffen nicht ab. Ellen Amber T-Shirt-BH*, Cup A 70–85, Cup B 75–85, Cup C 75–90, Cup D 80–95, rohweiss, puder, schwarz Fr. 24.80

Tipp: Ein BH sollte fest sitzen, aber nicht quetschen. So macht er jede Bewegung mit, ohne zu rutschen.

Ellen Amber Triangle-BH*, Cup A 70–85, Cup B 75–85, rohweiss, puder, schwarz Fr. 24.80 Tipp: Das Unterbrustband sollte fest sitzen, ohne einzuengen. * in grösseren Filialen


MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 65

Aktion 40% auf Damenwäsche inklusive BHs

Text: Jacqueline Vinzelberg Bilder: Juventino Mateo

Styling: Mirjam Käser Hair & Make-up: Arlette Kobler

vom 27. Juni bis 3. Juli

Multiway-BH

Soft-BH

Mit oder ohne Träger

Bequemer, starker Halt

Abnehmbare Träger, die sich gerade oder gekreuzt anbringen lassen, machen den BH vielseitig einsetzbar. Ideal unter schulterfreien Tops und Kleidern. Die Silikonstreifen garantieren rutschfesten Halt und ein angenehmes Tragegefühl.

Ellen Amber Multiway-BH*, Cup A 70–85, Cup B 75–85, rohweiss, puder, schwarz Fr. 24.80 Tipp: Auf BH-Trägern sollte kaum Gewicht liegen. Sie dienen nicht dazu, die Brust zu tragen, sondern stabilisieren Bügel und Cups.

Breite Träger und ein breiter Steg machen den Soft-BH besonders bequem und sorgen für maximalen Halt. Die Bügel unterstützen zusätzlich.

Ellen Amber Soft-BH*, Cup B 75–85, Cup C 75–90, Cup D 80–95, rohweiss, puder, schwarz Fr. 24.80 Tipp: BH mit der Hand und bei niedrigen Temperaturen waschen. In der Maschine gehören sie in ein Wäschenetz. Das schont das Gewebe und verhindert eine Verformung der Bügel.


66 | MM26, 26.6.2017 | MIGROS-WELT

Walliser Spezialitäten

«Mein Rezept ist und bleibt geheim»

Bernard Räss pflegt in Steg die Walliser Tradition der Fleischpökelung und -trocknung. Mit Leidenschaft und Sorgfalt stellt der Metzger erlesene Produkte her und entwickelt neue Rezepte. Interview und Bild: Mélanie Zuber

N

icht immer ist alles einfach, was einfach zu sein scheint. So besteht auch die Charcuterie-Kunst nicht bloss darin, Fleisch zu würzen und es ein paar Tage in einem Speicher oder Keller aufzuhängen. Im Gegenteil: Die Zubereitung gepökelter Fleischwaren erfordert eine Menge Finesse, Know-how und Aufmerksamkeit. Bernard Räss, der der Migros Wallis seine Spezialitäten unter der Marke «Le Valaisan» liefert, kann das bezeugen.

Bernard Räss, was stellen Sie her? Die klassischen Walliser, das heisst Trockenfleisch, Rohschinken, Trockenspeck «Aus der Region.», Trockenfleisch IGP und Würste. Ich versuche, neue Rezepte zu entwickeln und probiere viel aus. Das braucht viel Zeit. Zuerst muss man die Kräutermischung oder die Zutat finden, die zum Fleisch passt. Dann muss man sich überlegen, wie man das Produkt verarbeiten muss. Ich habe zwei Jahre lang an einer Aprikosenwurst getüftelt. Jetzt ist sie perfekt! Wie sind Sie auf Ihren Beruf gekommen? Bei uns ist das Metzgen eine Familienangelegenheit. Mein Vater stammt aus dem Appenzell. Er kam in den 60er-Jahren nach Montana, um zu arbeiten, und baute eine Schweinezucht auf. Dann lernte er in Steg einen Metzger kennen, der seinen Betrieb verkaufen wollte. Mein Vater beschloss, diesen zu erwerben und einen Schlachthof anzubauen. 1995 begann ich, in der Metzgerei mitzuarbeiten. Hat sich Ihre Tätigkeit seither stark verändert? Ja, sehr. Am Anfang machte ich so ziemlich alles. Ich kaufte die Tiere beim Bauern und verkaufte die fertigen Produkte. Ich kümmerte mich also auch um alle Zwischenetappen. Doch einmal unternahm ich eine Reise nach Parma und sah dort Betriebe, die nur ein oder

zwei Produkte herstellten. Das bewog mich, mich auf gepökelte Fleischwaren zu spezialisieren. Der Verkauf meines Betriebs an das Unternehmen Produits Epagny SA war ein weiterer Schritt zu diesem Ziel.

ich jeweils die Fenster, um frische Luft hineinzulassen. Aber wenn es draussen regnete, war das ein Problem. Mit der heutigen modernen, computergesteuerten Einrichtung sind die Dinge viel einfacher.

Warum genau haben Sie sich zum Verkauf entschlossen? Um mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich liebe – nämlich das Produkt und die Qualität, ohne mich um die Verpackung oder administrative Arbeit kümmern zu müssen.

Sie drücken auf einen Knopf und fertig? So einfach dann auch wieder nicht, nein. Ich muss die Einstellungen täglich neu vornehmen. Der Computer kann nicht entscheiden, welches die idealen Bedingungen für ein Produkt sind. Das muss ich selbst tun. Und das gelingt nur mit dem Geruchssinn, dem Tastsinn und Erfahrung.

Woher stammt das Fleisch, das Sie ver­ arbeiten? Das Angebot an Walliser Fleisch reicht leider nicht aus. Darum wähle ich ausschliesslich Fleisch aus der ganzen Schweiz. Welche Zutaten verwenden Sie? (Lächelt verschmitzt) Das Rezept meiner Fleischwaren ist und bleibt geheim. Aber ich verrate Ihnen gern, dass ich die Kräutermischung nicht bei einem Grosshändler kaufe. Ich will jedes einzelne Gewürzkraut selbst dosieren. Ausserdem sind die für den Ort charakteristischen klimatischen Verhältnisse Bestandteil meiner Rezepte. Was meinen Sie damit? Einmal habe ich mehrere identische Fleischstücke vorbereitet. Einige liess ich bei mir trocknen, die anderen bei Metzgerkollegen. Der Geschmack der Produkte war am Schluss sehr unterschiedlich. Die Luftfeuchtigkeit, die Luftqualität und die Temperatur beeinflussen das Aroma des Fleisches. Heisst das, dass Sie Ihr Fleisch an freier Luft trocknen? Nein, das ist nicht der Fall. Ich lasse es in einem Trocknungsraum trocknen, wo Temperatur und Feuchtigkeit fein eingestellt sind. Vor einigen Jahren öffnete

Haben Sie die Rezepte selbst entwickelt? Ich habe einen Teil von meinem Vater bekommen und die anderen von einem Kollegen, der eine Fleischtrocknerei besass. Aber ich entwickle sie ständig weiter. Vor einigen Jahren beschloss ich, nur noch laktose- und glutenfreie Produkte zu produzieren. Das mache ich heute immer noch. Wie viele Personen arbeiten in Ihrem Betrieb? Nur fünf, darunter sind meine Frau und ich. Wobei ich nicht Vollzeit in der Metzgerei tätig bin, weil ich am Nachmittag noch auf einem kleinen Bauernhof in Blatten arbeite. Ich züchte dort Schafe und baue Getreide an. Ich schätze die Herstellung regionaler Produkte. Da steckt viel Stolz drin. Ihre Produkte werden nur in kleinen Portionen verkauft. Warum haben Sie sich für diese Verpackungsvariante entschieden? Die meisten von der Migros vertriebenen gepökelten Fleischprodukte sind geschnitten und in Schälchen erhältlich. Die Kunden finden das praktischer. Ich habe mich entschieden, kleine Portionen für kleine Haushalte herzustellen – für Menschen, die am Abend gern leicht essen oder die einfach den kleinen Hunger stillen möchten. MM


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MIGROS-WELT | MM26, 26.6.2017 | 69

Wo auch immer sie auftreten, begeistern sie ihr Publikum: Das Verbier Festival Junior Orchestra und Stardirigent Esa-Pekka Salonen.

Kultur

Klassik in Verbier In diesem Sommer findet die 24. Ausgabe des prestigeträchtigen Verbier Festivals statt. 50 Konzerte stehen auf dem Programm. Text: Mélanie Zuber

V

Bilder: Aline Paley, Lawrence K. Ho

om 21. Juli bis 6. August steht Verbier für einmal nicht nur wegen seiner faszinierenden Bergwelt, sondern wegen klassischer Musik im Fokus. Anlässlich der 24. Ausgabe des Festivals für klassische Musik finden insgesamt 50 Konzerte statt. Solisten, Kammerorchester und Virtuosen wechseln sich ab,

um dem Publikum musikalischen Hochgenuss zu bieten. Unter anderem werden an vier Abenden die jungen Musikerinnen und Musiker des Verbier Festival Orchestra unter der Leitung namhafter Dirigenten die beliebtesten Meisterwerke des Orchesterrepertoires zu Gehör bringen. Besondere Highlights sind drei lyrische Werke:

Auf dem Programm stehen mit «Salome», dirigiert von Charles Dutoit, und «Elektra», interpretiert von Esa-Pekka Salonen, zwei Opern von Richard Strauss. Zudem erklingt Tschaikowskys «Eugen Onegin», gesungen von den jungen Mitgliedern der Academy. Wer noch kein Opernfan ist, wird es hier werden. MM Infos: www.verbierfestival.com/de

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Leben MM26

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Sind Sie schon bereit für den Sommer? 1 Ja, schon längst. 51% 2 Fast. Fehlen nur noch ein paar neue Sommerkleider. 41% 3 Sommer? Nein danke! 6% 4 Noch nicht. Eben hats doch noch geschneit. 3%

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1, 2 oder 3?

Die Zahnfeen

Wie würden Sie entscheiden?

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Richtig oder falsch?

Vielfliegen belastet nicht nur das Klima, sondern auch die Gesundheit. Richtig! Weil die

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Ich sage: «Feen sind flatterhafte Wesen. So macht auch die Zahnfee die Dinge so, wie sie gerade Lust hat.» «Keine Ahnung», flunkere ich. «Das wüsste ich auch gerne.» Ich flüchte mich in die Vielfalt: «Es gibt ganz viele Feen – kleine, grosse, dicke, dünne, fleissige, faule, spielfreudige, sammelwütige, geizige …

Antwort 3: Eine Lektion in Diversität finde ich immer gut. Umso mehr, als sie uns für die Milchzähne, die noch ausfallen werden, alle Freiheiten gibt.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Monica Müller (43)

Wir feiern meinen Geburtstag. Just in dem Moment, in dem wir uns an den Tisch setzen, fällt der zweite Wackelzahn des Grossen (6) aus. Fünf Freundinnen sind zu Besuch, alle haben Kinder und erzählen, wie die Zahnfee bei ihnen zu Hause wirkt. Mal bringt sie Geld, mal ein Quartett, mal Pokémon-Karten, mal nichts. Manchmal erscheint sie in der ersten Nacht, manchmal lässt sie auf sich warten. Bei den einen deponiert sie ihre Geschenke auf dem Fenstersims, bei den anderen unter dem Kopfkissen oder im Briefkasten. Der Grosse hört aufmerksam zu. Und wird argwöhnisch. «Warum macht es die Zahnfee überall anders?», fragt er. Und jetzt? 1, 2 oder 3?

Lufthülle der Erde nach oben dünner wird, nimmt die kosmische Strahlung mit der Höhe über Meer zu. Beim Fliegen im Flugzeug wirkt deshalb mehr Strahlung auf den Menschen ein als an der Erdoberfläche. Und je höher der Flug und je näher die Route an den Polregionen vorbeiführt, desto grösser ist die Strahlenexposition. Piloten und andere Vielflieger können deshalb Strahlendosen erhalten, die vergleichbar sind mit denen von Berufsgruppen, die Umgang mit Röntgenstrahlen oder radioaktiven Quellen haben. Darum gilt: Wer wenig fliegt, hilft nicht nur, das Klima zu schützen, sondern hält gleichzeitig seine eigene Strahlenbelastung niedrig.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


74 | MM26, 26.6.2017 | LEBEN

Tierärztin Maya Bräm (links) trainiert mit Charlotte Itin und Kokkos erwünschtes, sprich entspanntes Verhalten.

Haustiere

Was ist bloss mit Kokkos los?

Hunde, die zuschnappen, Katzen, die aufs Sofa pinkeln: Manchmal sind Tierbesitzer ratlos. In solchen Fällen tritt die Verhaltenstierärztin Maya Bräm auf den Plan. Text: Martina Frei

W

enn Tierärztinnen wie Maya Bräm gerufen werden, bedeu­ tet das, dass ein Tierhalter ratlos ist: «Ich brauche Hilfe», klagt Charlotte Itin (67). Ihr neues Haustier, Cocker Spaniel Kokkos, schnappe nach Menschen, zum Beispiel bei der Fell­ pflege. «Und im Tram hat er schon wie wild fremde Männer angebellt. Ich musste aus­ steigen.» Wolle sich jemand neben sie auf eine Bank setzen, führe sich der Hund auf «wie eine Furie». Charlotte Itin hatte zuvor schon sieben Hunde, zurzeit besitzt sie zwei. Doch so schwierig wie Kokkos war noch kein Einziger ihrer Vierbeiner. Das Tier stammt vermutlich aus einer sogenannten Welpenfabrik in Ungarn – von einem Ort, an dem Hunde unter schlechten Bedingungen gehalten und am Laufband gezüchtet werden. Viel zu früh, schon mit fünf oder sechs Wochen wurde Kokkos von seiner Mutter getrennt und nach Griechen­ land gebracht. Dort musste der Winzling allein – bei glühender Sommerhitze, ohne Wasser – im Schaufenster einer Tierhand­ lung sitzen. Touristen aus der Schweiz erbarmten sich und kauften ihn. Nach ihrer Rückkehr begannen die Pro­ bleme: Kokkos liebte die eine Tochter der Familie – die andere aber biss er. Man wusste sich nicht anders zu helfen, als den Welpen

Bilder: Kostas Maros

in ein Zimmer zu sperren. Vor drei Monaten schrieb die Familie das Tier im Internet aus, Charlotte Itin nahm ihn – und sucht nun Rat. Kokkos ist chronisch gestresst

Tierärztin Maya Bräm (41) erklärt: «Ab der dritten Woche bis zum dritten Monat lernen junge Hunde besonders leicht und schnell, was gefährlich ist und was nicht. Diese Erfahrung fehlt Kokkos.» Sie will alles wissen: Wie verhält sich Kokkos, bevor er zuschnappt, und wie danach? Wie lange geht sein Frauchen mit ihm spazieren? Wie versteht er sich mit anderen Hunden? Gibt es daheim einen Ort, an dem er ungestört ist? Zweieinhalb Stunden dauert die Bespre­ chung im Zürcher Tierspital, während der sich der junge Hund auffallend oft unter den Schreibtisch zurückzieht. «Anfangs ver­ steckte er sich sofort, wenn ich den Besen in die Hand nahm», berichtet Itin. Um sicherzugehen, dass eine körperliche Erkrankung als Ursache für das Verhalten des Hundes ausgeschlossen werden kann, zieht Bräm eine Tierneurologin bei. Alle Untersuchungen einschliesslich Labortests und MRI zeigen: Kokkos ist kerngesund. Der Hund, der bisher wenige Menschen und Situationen kennengelernt habe, sei chronisch überfordert und schnappe deshalb, vermutet Bräm. «Solche Hunde haben Mühe,

wenn viele Reize und Eindrücke auf sie ein­ prasseln.» Sie brauchen genug Erholung, um zur Ruhe zu kommen. Ausserdem empfiehlt Bräm, mit positiver Verstärkung zu arbeiten: Macht Kokkos etwas gut, gibt es Lob, eine Streicheleinheit oder ein Leckerli. Aus Sicherheitsgründen beginnt Itin ein spielerisches Maulkorbtraining mit ihm. Sie


LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 75

Wissenswertes

Tipps und Tricks für Tierhalter • Tiere nicht bestrafen. Die meisten Probleme basieren auf Stress. Dieser nimmt durch Strafen zu. • Abwechslung bieten, etwa mit Spielen, Schnüffelteppichen oder Katzenfummel­ brettern • Das Katzenklo an einem Ort platzieren, wo sich die Katze sicher fühlt und den Überblick hat. Mindestens zehn Zen­ timeter tiefe, nichtpiek­ sende Streu einfüllen. Faustregel: immer ein Klo mehr als Katzen im Haushalt • Hunden ist Stress leicht anzumerken, zum Bei­ spiel wenn sie oft blinzeln, kleine Augen ma­ chen, häufig gähnen oder sich die Schnauze lecken. • Ätherische Öle, Pflanzen­ extrakte, spezielles Futter oder auch Phero­ mone* können Stress mindern. Aber Vorsicht: Manche Mittel sind für Tiere giftig! • Anleitung zum Maulkorbtrainin und Ideen für eine Katzenwohnung: www.migmag.ch/kokkos • Literatur: Sabine Schroll: «Miez Miez – na komm!», Books on Demand 2007, Fr. 16.70, bei Ex Libris

legt ein Goodie in den Maulkorb und lobt den Hund, wenn er seine Schnauze hineinsteckt, um es herauszuholen. «Es ist wichtig, dass Kokkos den Maulkorb in allen Situationen trägt, in denen er zuschnappen könnte», erklärt Bräm und rät: «Machen Sie nur kurze Spaziergänge mit ihm. Lange Touren über­ fordern ihn psychisch.» Infolge der stressi­

gen Welpenzeit reagiert der Hund auf Eindrücke schnell gereizt und verliert die Kontrolle. Maya Bräm arbeitet am Zürcher und am Berner Tierspital sowie in ihrer Praxis in Möhlin AG. Fast täglich ist sie mit schwie­ rigen Fällen konfrontiert – nicht nur mit Hunden, sondern auch mit Katzen.

• Spezialisierte Verhaltenstierärzte: www.stvv.ch *von Tieren und vom Menschen produzierter und abgesonderter Duftstoff, der Stoffwechsel und Verhalten anderer Individuen der gleichen Art beeinflusst (Quelle: Duden)


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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 77

Oft macht sie Hausbesuche, etwa wenn sich ein Hund nach einem Feuerwerk nicht mehr aus der Wohnung traut. Oder wenn Katzen überall hinpinkeln. Ein solcher Patient sei Kater Faruk gewe­ sen, erzählt die Tierärztin. Er trieb seine Besitzer zur Verzweiflung: Sofa, Türrahmen, Bücher, Bilder – nichts war vor ihm sicher. «Er markierte mehrmals täglich in der Wohnung. Die Duftmarken rochen intensiv», sagt seine Besitzerin, die anonym bleiben möchte. Maya Bräm erklärt: «Oft markieren Katzen Orte, die sie als unsicher empfinden, zum Beispiel Durchgänge, elek­ trische Gegenstände oder Dinge, an denen neue Gerüche haften.» Sie riet der Tierhalte­ rin, Futter­ und Wasserschälchen an den meistbenutzten Pinkelstellen zu platzieren, um den Orten eine andere Bedeutung zu geben. «Irgendetwas stresste Faruk», sagt Bräm. Deshalb bekam er ein stressreduzie­ rendes Medikament. Und zur Beschäftigung des Katers empfahl Bräm einen Schnüffel­ teppich: eine Unterlage aus Filzstreifen, in der man Leckerli verstecken kann.

Katzen­ wohnung und Maulkorb­ training: www.migmag.ch/ kokkos

Drei Wochen Training helfen bereits

Bild: Ruth Herrmann / zVg

Oft bleibt Bräm mit den Tierhaltern über Monate in Kontakt. Sie berichten über Fort­ schritte, holen sich Tipps oder üben unter Bräms Anleitung. Wochen später trifft Bräm deshalb auch Kokkos und seine Besitzerin in der Stadt Basel. Die beiden haben fleissig trainiert. Und so ist der Hund an diesem sonnigen Abend im St.­Johanns­Park kaum wiederzuerkennen: Kleine Kinder auf Velos fahren an ihm vorbei, eine Frau setzt sich neben Itin auf die Bank, Jogger kommen angerannt – nichts scheint Kokkos aus der Ruhe zu bringen. «Er hat Riesenfortschritte gemacht», sagt Charlotte Itin. Noch eine Konsultation bei der Verhaltenstierärztin, dann ist der Fall hoffentlich abgeschlossen.

Ruth Herrmann (48) ist Verhaltens­ tierärztin mit eigener Praxis und unterrichtet ange­ hende Veterinäre. Ruth Herrmann

«Man darf Tierhaltern keine Schuld zuweisen» Wie erkennt man die Gefähr­ lichkeit eines Hundes? Können Tiere Psychosen haben? Was kostet eine Therapie? Tierärz­ tin Ruth Herrmann antwortet: Was passiert bei der Ab­ klärung, wie gefährlich ein Hund ist? Zunächst klären wir Folgendes ab: Wie gross ist der Hund? Warnt er zuerst, oder beisst er scheinbar aus dem Nichts heraus zu? Schnappt er, um sich zu verteidigen oder um zu attackieren? Beisst er Menschen aus seinem Umfeld oder eher Fremde? Spielt es für die Abklärung eine Rolle, ob es sich um einen Kampfhund handelt? Nein, wir beurteilen immer den einzelnen auffälligen Hund. Die Einteilung in ge­ fährliche Rassen nehmen die Kantone vor und ist entspre­ chend unterschiedlich. Wie oft ist eher der Besitzer das eigentliche Problem und nicht das Tier? Das kommt schon mal vor. Die meisten Tierhalter bemühen sich zwar sehr, stossen aber irgendwann ans Limit. Man muss sie entlasten und darf ihnen keine Schuld zuweisen.

Cocker Spaniel Kokkos ist nach drei Wochen Training schon viel ruhiger.

Gibt es bei Tieren Psychosen wie etwa Schizophrenie?

Möglicherweise. Ich kenne einen Hund, der manchmal plötzlich etwas anstarrt oder Grasbüschel anbellt, als wäre es etwas Gefährliches. Es wirkt, als halluziniere er. Was genau dahintersteckt, ist unklar. Was ist zu tun, wenn ein Tier Probleme bereitet? So rasch wie möglich Rat ho­ len, weil die Therapie dann einfacher ist. Tiere machen ihren Haltern nicht bewusst Schwierigkeiten – sie beneh­ men sich so, weil sie selbst ein Problem haben. Pferde werden oft wegen Ungehorsams misshandelt. Es handelt sich nicht um Un­ gehorsam, sondern um Angst. Oder dem Tier ist nicht klar, was von ihm erwartet wird. Der Besitzer kann lernen, das Pferd zu trainieren, damit es zum Beispiel in den Trans­ porter steigt. Wie teuer ist eine Verhaltens­ therapie? Eine Konsultation bei einem Tierarzt der Schweizerischen Tierärztlichen Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) kostet 150 bis 300 Franken. Wenn Abklärungen und Medi­ kamente hinzukommen, können sich die Kosten für einen Fall auf über 1500 Fran­ ken belaufen. MM


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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 81

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Mama im Gepäck

«Meine Mama würde mich umbringen, wenn sie mich hier sehen würde», sagt Ivana. Die Kroatin und ich sind soeben auf einen ziemlich unsicheren Felsen irgendwo in der vietnamesischen Bucht von Halong geklettert. Neben uns geht es Dutzende Meter steil hinunter.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Wie Sie, liebe Lesende, vielleicht mitge­ kriegt haben, weile ich derzeit für einen Monat in Asien. Mit Rucksack, Heimweh, Abenteuerlust und den gelegentlichen Bauchkrämpfen. Die Hostelböden sind je­ weils zugepflastert mit unseren Habselig­ keiten. Dabei gibt es etwas, das wir alle eingepackt haben: unsere Mama.

Sie ist überall. Sie fragt Veronica aus Kanada, was sie heute so vorhabe. Als Vero­ nica berichtet, dass wir uns von Schluchten und Wasserfällen abseilen werden, meint

ihre Mom bloss: «Warum nur habe ich gefragt …» Ein anderes Mal schwimme ich mit meinem Ferienschatz um Mitternacht und nach ein paar Dosen «Bia Saigon» ins dunkle Meer hinaus. Der Deal: so weit, bis jemand Schiss kriegt. Wir kehren rasch um. Nicht wegen uns, sondern weil ich meiner Mutter gegenüber ein schlechtes Gewissen habe. Sie wäre nicht sauer, sondern «enttäuscht» – was viel schlimmer ist. Für die Menschen, deren Hauptlebens­ inhalt während Jahren darin bestand, uns am Leben zu halten, ist unsere Aben­ teuerlust die reinste Tortur. Meine Mutter sagte mir am Telefon: «Dass du so weit weg bist, das fühlt sich ein bisschen an wie damals, als du zum ersten Mal ins Skilager gingst.» MM

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82 | MM26, 26.6.2017 | LEBEN

Auto

Das Infotainment

Ein Franzose zum Verlieben

«An den gemeinsamen Touchscreen von Klima, Navi, Radio und Connectivity gewöhnt man sich schnell. Die Bedienung lenkt nicht ab, und der Sound ist echt sensationell!» Heidi Graf

Der Citroën C3 ist fast eine Neuinterpretation des «Döschwo»: wenig Länge, viel Stil. Ob der Kleinwagen ausser Schein auch Sein zu bieten hat, prüft Familie Graf aus Oberstocken BE. Text: Timothy Pfannkuchen

Bilder: Tomas Wüthrich

K

ein feines Wort, aber manchmal bringt es alles auf den Punkt. «Der ist ja megageil!» So begrüsst die zwölfjährige Jael den Citroën C3, den sie mit ihren Eltern Heidi (41) und René Graf (52) testet. So viel vorweg: Nach der Testwoche wird die ganze Familie voll des Lobes sein für den charmanten Franzosen. Aber der Reihe nach. Tatsächlich haben sich die kreativen Köpfe von Citroën für den neuen Kleinwagen ins Zeug gelegt und ihm Anleihen vom Kompaktwagen C4 Cactus mitgegeben, ja sogar die (optio­ nalen) «Airbumps» – also Prallpolster – auf den Türen. Durch etwas Extrahöhe bekommt der Kleine etwas SUV­Flair. Besonders gut kommt bei Familie Graf der Innenraum an. «Einziger Makel: Die Übersicht nach hinten ist trotz angenehm erhöhter Sitzposition nicht so toll», sagt Heidi Graf, «aber dafür gibts die Rückfahr­ kamera.» Ihr Fazit: «Ideale Grösse und Einstiegshöhe, bequeme Sitze, charmanter Look. Der C3 hat alle Erwartungen übertroffen. Und der Preis stimmt.»

94 g/km CO2

Grenzwert 2017: 118 g/km

Wendig, leise und sehr komfortabel

«Innen grösser als aussen!», fügt Jael an und überlässt dann Papa das Wort: «Ich staune, wie flott und leise der 100­PS­Diesel sogar bergauf ist», sagt der Gerichtssekretär. Im Test verbraucht die Familie im Schnitt nur 4,4 Liter – «obwohl ihm ein sparsamer sechster Gang fehlt», wie die Familienfrau Heidi Graf einräumt. Zum Fahrgefühl des vier Meter langen C3 sagt sie: «Wendig, leicht dirigierbar, fast sportlich und sehr komfortabel.» Könnte sich Familie Graf vorstellen, mit dem C3 gar ihren Kompaktvan zu erset­ zen? «Absolut!», sagt René Graf, «er ist sowohl auf kurzen als auch langen Strecken bequem und sicher.» Für Familien mit Kin­ derwagen möge er vielleicht nicht reichen, aber für die Grafs sei er ideal. «Wir haben uns sozusagen in den C3 verliebt», sagt der Familienvater, «und es wäre ein Auto, das sogar unserer Jael gefällt.» MM

Das Cockpit «Das mit Leder ausgestattete Cockpit ist farblich perfekt abgestimmt, sehr cool und fröhlich gestaltet und mit den bequemen Sesseln edel gemacht. Ich finde es, sorry, geil!» Jael Graf


LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 83

Das Design

«Ein Hingucker, in dem man sich als Familie, Junglenker oder Chef sehen lassen kann. Sogar die Ränder der Armaturen sind farblich auf Dach und Aussendekor abgestimmt!» Jael Graf

Leserfamilie Graf aus Oberstocken BE: Heidi (41), René (52) und Jael (12)

Die Auto-Testfamilie

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Das Platzangebot «Von wegen Kleinwagen: Hinten sitzen Erwachsene tadellos und besser als erwartet. Im 300-Liter-Laderaum ist eher genügend als viel Platz, aber er lässt sich flott erweitern.» René Graf

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 85

Migros-Bank-Ratgeber

Nachhaltige Anlagen – mit gutem Gewissen zu guter Rendite

Benjamin Hampl (34)

ist Fondsmanager und Spezialist für nachhaltige Anlagen bei der Migros Bank.

Eine Investition von Fr. 100.– in den nachhaltigen MSCI-World-Index (blau) hatte nach 10 Jahren einen Wert von Fr. 154.36, eine Investition in den herkömmlichen Fr. 148.51. 150

Fr. 154.36 Fr. 148.51

125 100 75

MSCI World SRI MSCI World

50

t. 0 Feb 7 . 08 Juli 08 De z0 8 Ma i 09 Ok t. 0 Mä 9 rz 1 0 Aug . 10 Jan . 11 Jun i 11 No v. 11 Apr . 12 Sep . 12 Feb . 13 Juli 13 De z. 1 3 Ma i 14 Ok t. 14 Mä rz 1 5 Aug . 15 Jan . 16 Jun i 16 No v. 16 Apr . 17

In der Schweiz wurden per Ende 2015 bereits 191,9 Milliarden Franken respektive sieben Prozent aller verwalteten Vermögen nach nach­ haltigen Kriterien investiert. Dies aus gutem Grund: Diese Anlagen werfen genauso hohe Renditen ab wie traditionelle. Dies lässt sich für Aktien beispielhaft mit einem Vergleich von nachhaltigen Indizes mit ihrem klas­ sischen Gegenpart illustrieren: Mit einer Investition in den MSCI­World­ Sustainable­Responsible­Investing­ Index (SRI), einen weltweiten Aktien­ index mit nachhaltiger Titelauswahl, hätte ein Anleger seit dessen Lancie­ rung sogar etwas mehr verdient als mit einem Index ohne Nachhaltig­ keitskriterien (siehe Grafik).

Mehr Rendite mit Nachhaltigkeit

Sep

Nachhaltige Anlagen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie unter­ scheiden sich von traditionellen An­ lageformen dadurch, dass bei der Titelauswahl nebst Risiko­ und Ren­ tabilitätskriterien auch ökologische, soziale und ethische Aspekte mit­ einbezogen werden. Der Investor beschränkt sich auf diejenigen Unternehmen, die gewisse Minimal­ standards an gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein erfüllen.

Grafik: MSCI

Mit nachhaltigen Anlagen kann der Investor zudem das soziale und ökologische Verantwortungsbewusst­ sein der Wirtschaft fördern. Denn nachhaltig investierende Vermögens­ verwalter verlangen von den Unter­ nehmen neben den herkömmlichen Finanzkennzahlen auch weiterfüh­ rende Informationen wie Details zum Energieverbrauch oder zur Umset­

zung von Massnahmen gegen Kinder­ arbeit in der Lieferkette. Immer mehr Unternehmen sind deshalb dazu übergegangen, auch nichtfinanzielle Kennzahlen zu publizieren. Diese erhöhte Transparenz und der damit verbundene öffentliche Druck zwingt weitere Unternehmen, sich ebenfalls in sozialen, ökologischen und ethi­ schen Bereichen zu verbessern. MM

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 89

Kinder

Winzige Blitze Manchmal, wenn wir etwas anfassen, trifft uns ein leichter elektrischer Schlag. Das passiert, wenn sich bestimmte Materialien aneinander gerieben haben. Text: Claudia Langenegger

Illustration: Jan Kruse

– Leicht geladen

+ –

–

–

+

Proton

–

Elektron

Reibung

Bild: Lourens Smak/Alamy Photo

Kleine Feuerwerke Du kennst es sicher: Du ziehst den Pulli über den Kopf, und es knistert. Die Haare bleiben an dem Teil kleben und stehen dir zu Berge. Wahrschein­ lich ist der Pulli aus Polyester. Und sicher ist es dir schon passiert, dass du jemanden berührt hast – und es hat euch gezwickt. Da warst du wohl auf einem Kunststoffteppich, und deine Schuhsohlen waren nicht aus Leder.

Wenn wir mit Gummisohlen über einen Kunststoffteppich geht, können Elektronen des Teppichs auf die Soh­ len überspringen. Danach bleiben wir leicht geladen, bis die überflüssigen Elektronen wieder abfliessen können. Es kann auch sein, dass wir eine metallische Türklinke anfassen oder jemanden berühren und die über­ flüssige elektrische Ladung mit einem kleinen Blitz auf einmal loswerden.

In beiden Fällen gab es eine elektrische Aufladung. Alles – Menschen

Normalerweise fliesst die Ladung über die Luft ab. Denn diese ist feucht, und Wasserteilchen nehmen Elektro­ nen leicht auf. Ist die Luft trocken, wie im Winter, geschieht dies weniger schnell. Bei synthetischen Pullis bleibt das Haar viel leichter kleben, weil sie kaum Feuchtigkeit aufneh­ men können und sich selber aufladen.

und die Dinge – besteht aus kleinen Teilchen, den Atomen. Diese sind aus Protonen und Elektronen zusammen­ gesetzt. Die Protonen sind positiv geladen, die Elektronen schwirren um sie herum und sind negativ gela­ den. Insgesamt ist das Atom neutral.

Reibe einen aufgeblasenen Luftballon an deinem Kopf. Dein Haar steht dann vom Kopf ab, weil sich die negativ geladenen einzelnen Haare abstossen. Das passiert immer bei bestimmten Materialien. Denn bei Reibung können einzelne Elektronen vom einen auf das andere Material überspringen. MM

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1. Tag: Anreise Schweiz – Hamburg (Deutschland) Flug von Basel oder Zürich nach Hamburg, nach Ankunft Transfer zum Hafen und Einschiffung auf die Costa Pacifica, Abfahrt um 17.00 Uhr. 2. Tag: Erholung auf See

3. Tag: Alesund, Norwegen 09.00 – 18.00 Uhr Die Sieben-Insel-Stadt. Entlang des verzweigten Fjords erstrecken sich die prächtigen, teilweise farbenfroh verzierten Jugendstilbauten von Alesund. Entdecken Sie das malerische Städtchenund seine maritimen Traditionen bei einem Bummel zu Fuss oder vom Boot aus. 4. Tag: Erholung auf See 5. Tag: Nordkap/Honningsvag, Norwegen 12.00 – 20.00 Uhr Hier sieht es wie am Ende der Welt aus – und das stimmt auch. Zumindest wie am Ende von Europa. Das Nordkap ist der letzte Ausläufer Kontinentaleuropas vor dem Nordpol. Es ist ein seltsamer und verlassener Ort, wo die Sonne zwischen Mai und August niemals untergeht. 6. Tag: Tromsö, Norwegen 08.00 – 17.00 Uhr Das Tor zum Eismeer. Von hier aus starteten die klassischen Nordpolexpeditionen. Heute bietet die nördlichste Universitätsstadt der Welt eine lebendige Kultur- und Restaurantszene. Besuchen Sie die Eismeerkathedrale, eine der am eigenwilligsten gestalteten norwegischen Kirchen. Auch Ausflüge ins Umland lohnen sich. Hier warten idyllische Fischerdörfer und belebte Vogelinseln. 7. Tag: Lofoten/Leknes, Norwegen 08.00 – 17.00 Uhr Der bevölkerungsreichste Teil der Lofoten, nördlich des antarktischen Polarkreises, empfängt Sie zwischen idyllischer städtischer Umgebung und grossartigen Naturszenerien. 8. Tag: Trondheim, Norwegen 12.00 – 19.00 Uhr An der Mündung des Flusses Nidelva am

schönen Trondheimfjord lernen Sie eine der schönsten Städte des Landes kennen. Besuchen Sie den berühmten Nidarosdom, mit dessen Bau bereits im Jahre 1070 begonnen wurde. Die königliche Residenz Stiftsgarden ist ein Juwel norwegischer Architektur. Einen begeisternden Ausblick über die Stadt und die Umgebung geniessen Sie von der Festung Kristiansten. 9. Tag: Hellesylt / Geiranger, Norwegen 11.00 – 18.00 Uhr Der Geirangerfjord ist der Inbegriff eines Fjords. Dort gibt es Gebirgsgletscher, Postkarten-Dörfer und alle Arten von Wasserfällen, kleine Wasserkaskaden mittelgrosse Springquellen. Beeindruckend sind auch die riesigen Schluchten, in denen das Wasser 600 m über Fels in die Tiefe stürzt, um sich unten mit dem Salzwasser zu vereinen. 10. Tag: Bergen, Norwegen 08.00 – 18.00 Uhr Lassen Sie sich von der gleichermassen geschichtsträchtigen wie schönen Stadt Bergen begeistern. Ob beim Betrachten der alten Festungsanlage Bergenhus, bei der Erkundung des Stadtteils Bryggen mit seinen malerischen Holzhäusern oder beim Besuch des Hausbergs Floyen, von wo Sie einen traumhaften Ausblicke auf die idyllische Stadt geniessen. 11. Tag: Erholung auf See 12. Tag: Rückreise Hamburg – Schweiz Ausschiffung, Transfer zum Flughafen von Hamburg und Rückflug nach Basel oder Zürich. Reise 1: Ohne Ålesund, mit Molde und Åndalsnes Reise 4: Ohne Hellesylt/Geiranger, mit Åndalsnes

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Abreise Abreise Flug/ Reise 4 Reise 1,2,3 Transfer* Innen Classic 1499.– 1549.– 299.– Innen Pemium 1619.– 1669.– 299.– Aussen Classic 1999.– 2049.– 299.– Aussen Premium 2119.– 2169.– 299.– Balkon Classic 2299.– 2399.– 299.– Balkon Premium 2479.– 2579.– 299.– *Inklusive Flüge ab Basel oder Zürich und Transfers zwischen Flughafen und Hafen

Nicht inbegriffen: – An-/Rückreise ab Schweiz nach Hamburg CHF 299.- pro Person – fakultative Landausflüge – Getränke und persönliche Auslagen – oblig. Serviceentgelt (€ 10,- p.P/Nacht, wird an Bord belastet) – Annullationskostenversicherung – Reservationsgebühr CHF 15.- pro Person Einfaches Reisen Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass.

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Topmodern und stilvoll präsentiert sich die Costa Pacifica. Baujahr 2009, 5 Restaurants, 13 Bars, 4 Swimmingpools (2 mit ausfahrbarem Dach), 5 Whirlpools, grosser Wellnessbereich auf zwei Ebenen mit Fitnesscenter, Joggingpfad, Theater, Kasino, Diskothek, Internet-Café, Open-Air-Kino und Shopping-Center gehören zur Ausstattung. Die 1'504 Kabinen verfügen über Dusche/WC, Fön, Safe, Klimaanlage, TV/Radio, Video und Minibar, teilweise Balkon. Die Costa Pacifica ist 290 m lang, 36 m breit und hat 114'500 BRZ.

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 91

Marius (7), Zürich

Weil sie so herumkichern, wenn sie in unseren Bauch purzeln: Das behaupte ich jeweils zu Hause, wenn wir Kichererbsen essen. Da­ bei tu ich so, als ob es in meinem Magen ein Gelächter gäbe. Meine Kinder verdrehen dann die Augen, weil sie wissen, dass ich Unsinn erzähle – und dann kichern wir. Okay, im Ernst, Wörter entstehen oft, indem man sie aus alten Wörtern neu zusammensetzt oder aus anderen Sprachen übernimmt. Kichererbsen sind die Samen einer

Nutzpflanze, die schon vor Tausen­ den von Jahren gegessen wurde. Damals hatte man also auch schon ein Wort für sie. In der Sprache der alten Römer hiess eine Erbse «cicer». Im Althebräischen sagte man für etwas, das rund ist, «kikar». Diese Wörter wandelten sich im Lauf der Zeit zu unserem heutigen deutschen «Kicher». Und weil diese besonderen «Kicher» ein bisschen so aussehen wie gelbliche Erbsen, hat man dann die Zusam­ mensetzung «Kichererbsen» dar­ aus gemacht.

Woher kommen Wörter, wer hat sie erfunden: Das fragen mich Kinder immer wieder. Sie wollen etwa wissen, wie das Wort «Elfen­ bein» entstand oder warum der Witz «Witz» heisst. Leider kann ich nicht allen antworten. Ich habe euch aber einen kleinen Tipp. Macht mal folgendes Spiel: Gebt bei Google den Begriff «Etymolo­ gie» ein und schreibt daneben noch euer Wunschwort, also zum Bei­ spiel «Witz». Google liefert euch dann spannende Erklärungen – für jedes nur erdenkliche Wort. MM

EINGEPACKT?

Rä tselsp ass

Kennst du die verschiedenen Zeltarten? Verbinde die Begriffe mit der richtigen Erklärung.

C) Tipi

1. Zelt der nordamerikanischen Indianer 2. Behausung der amerikanischen Indianerstämme in Waldgebieten 3. Zelt der Nomaden in West- und Zentralasien

D) Wig wam

4. Lager im Freien, vor allem für Soldaten und Bergsteiger

E) Biwak

5. Zelt der Pfadfinder Lösung: A = 3, B = 5, C = 1, D = 2, E = 4

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Lösung: Es sind 10 Dinge, die nicht in den Koffer gehören.

B) Kohte

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

Die Lilibiggs reisen gerne und viel. Da gilt es natürlich, nichts Wichtiges zu vergessen. Ein paar Dinge in Ninas Koffer gehören aber überhaupt nicht da rein. Findest du heraus, wie viele es sind?

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Eine Mutter erklärt die Welt:


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Gesundheit / Ferien

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 93

Leseraktion

Die Insel der Götter Bilderbuchstrände, antike Baudenkmäler, zauberhafte Natur: willkommen auf Zypern! Leserinnen und Leser des Migros-Magazins profitieren bei der Buchung von Ferien auf dieser Trauminsel.

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Buchen und profitieren Das Migros-Magazin und Migros Ferien offerieren Ihnen günstige Ferien in zwei Hotels auf Zypern. Variante 1:

1 Woche im Vassos Nissi Plage**** inklusive Flug, Transfer, Hotel und Frühstück. Ab Fr. 699.– pro Person im Doppelzimmer, zum Beispiel am 18.8. 17. Abflug täglich ab Zürich, Abflug ab Bern am Freitag. Mehr Infos: www.migros-ferien.ch/ h-5038 10 × Cumulus-Punkte: gültig für Reisen bis 31. 10. 2017 und Buchungen bis 17.7. 2017

10-fache Cumulus-Punkte

Die Küste Zyperns ist von imposanten Klippen geprägt. Das Hotel Vassos Nissi Plage (l.) und das Stamatia Hotel (r.) sind ideal für Badeferien und gute Ausgangspunkte für Ausflüge und Wanderungen.

für die Buchung einer dieser Reisen nach Zypern

Variante 2:

1 Woche im Stamatia Hotel***(*) inklusive Flug, Transfer, Hotel und Frühstück. Ab Fr. 499.– pro Person im Doppelzimmer, zum Beispiel am 25.8. 17. Abflug täglich ab Zürich, Abflug ab Bern am Freitag. Mehr Infos: www.migros-ferien.ch/ h-5035 10 × Cumulus-Punkte: gültig für Reisen bis 31. 10. 2017 und Buchungen bis 17.7. 2017 Buchungen und Informationen:

S

tille Buchten, golden glän­ zende Sandstrände und imposante Steilküsten – die Insel Zypern wird zu Recht als Insel der Götter bezeichnet. Auf ganz Zypern finden sich Zeugnisse der Vergangenheit: Tempelanlagen, Klöster und orthodoxe Kirchen mit prachtvollen Mosaikbildern. Die Insel gilt als Geburtsort von Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit. Auf Schritt und Tritt

werden die Feriengäste an vergan­ gene Epochen erinnert: Die Ver­ gangenheit ist auf Zypern buchstäb­ lich gegenwärtig. Mediterranes Paradies

Aber nicht nur historisch Interes­ sierte kommen auf ihre Kosten: Das glasklare Wasser lädt zu vielfältigen Wassersportaktivitäten ein. Wanderungen bieten atem­ beraubende Aussichten. Zwischen

Olivenhainen und Obstplantagen leuchten die typischen weissen Mauern der Dörfer. Das Migros­Magazin und Migros Ferien bieten den Leserinnen und Lesern preislich attraktive Ferien in diesem mediterranen Paradies an. Auf Zypern kommen Ferien­ gäste mit ganz unterschiedlichen Wünschen während durchschnitt­ lich 340 Sonnentagen im Jahr auf ihre Kosten. MM

Migros Ferien, Sägereistrasse 20, 8152 Glattbrugg, Telefon: 0800 88 88 12, E-Mail: info@migros-ferien.ch Es gelten die Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen der MTCH AG. Änderungen bleiben vorbehalten. Preisstand: 20.6. 17


LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 95

Kreuzworträtsel

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Gewinner Nr. 24: Gertrud Berger, Bern; Monique Schlegel, Nidau BE; Mirko Salzmann, Wädenswil ZH; Lotti Widmer, Strengelbach AG; Markus Amiet, Basel Gewinner «Zusatz» Nr. 24: Lukas Wichert, Altendorf SZ; Robert Müller, Untersiggenthal AG; Heinz Ruckli, Wädenswil ZH; Walter Heiniger, Neuhausen SH; Gertrud Schellenberg, Winkel ZH


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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 97

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wem bringt schlechter Absatz Nutzen? S

Metzger

D Gemüsehändler

P Schuhmacher

2. Was steht etwas abwertend für Geld? A Kies

O Beton

E

Sand

3. Welchem Verband ist die Fussballnationalmannschaft von Israel angeschlossen? U AFC

S

UEFA

L

CAF

S

Prinzessinnentorte

So nehmen Sie teil

4. Wie heisst die grüne «Schwedentorte» in Schweden? V Astridtorte

A Finnentorte

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.7.2017, 24 Uhr

5. Wo liegt der sagenumwobene «Mondmilchgubel»? E

Brunnital

M Haslital

B Tösstal

6. Eine Strasse, die auf Landkarten absichtlich falsch eingezeichnet wurde, heisst …? A Fake Road

I

Trap Street

N Joke Path

7. Welche dieser Eisenbahnbrücken überquert den «Röstigraben»? O Lorraineviadukt

S

Viadukt von Le Day

L

Grandfey-Viadukt

8. Bei welcher Radveranstaltung 2016 stürzte die «flamme rouge» auf die Strasse? R Flandern-Rundfahrt

D Tour de France

T

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Paris-Roubaix

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 24: Markus Suter, Baden AG; Therese Steffen, Saanen BE; Alice Gasser-Vogler, Lungern OW

Auflösung Nr. 25: FREIHEIT

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 2 3 4 1

Auflösung Nr. 25: FERNE Gewinner Nr. 24: Rosa Maria Keller, Biel BE; Rita Frei, Vitznau LU; Benjamin Julmy, St. Ursen FR

5

T

AKANTHUS ARGONAUT ECKEHART E RWA R T E T GE LUEBDE O E L P A LME PENDANTS TE I LHABE THEATRAL TUENCHER

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.7.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Um Ihr Wohlbefinden zu garantieren, werden Sie auf unseren Reisen persönlich betreut. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung für genussvolle, entspannte und erholsame Ferientage. Wir sorgen dafür, dass Sie den hektischen Alltag hinter sich lassen und Kurs auf das Schöne und Unvergessliche nehmen können. Einwandfreies Fahren, interessante Informationsvermittlung sowie ein perfekter Gastgeber zu sein, gehört ebenfalls zu unseren Qualitäten. Wir freuen uns jetzt schon, Sie oder Ihren Verein, Jahrgänger oder Schule auf einer Reise bei uns willkommen zu heissen.

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 99

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 25: 392

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.7.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 24: Verena Ahmed, Zofingen AG; Christine Gilliéron, Freiburg; Sandra Kluser, Winterthur ZH; Andrea Saurer, Aeschlen BE; Heidi Kummer, Altdorf SH

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 4 3 3 3 miteinander verbunden 1 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 2 2 1 2 4 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 25:

3

4 4 2

2 2

1 2

4 3

2

3 3 4

3 1

3

3

1 4 3

1 2 3

2 3

Auflösung Nr. 25: 2 2

1

3 3

2 1 3 3

3 2 1 3

4 2 5

3 2 1

4

4 1 3

2 1 2 4

3

4

3 3

1

2 3

3

2

2

1

1

2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

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Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

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Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

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1

102 | MM26, 26.6.2017 | LEBEN

4

Mein Lieblingsprodukt

«Zitronen. Damit kann man so vieles machen: Drinks verfeinern oder am Morgen zum Entschlacken ein Glas Zitronenwasser trinken.»

Meine Welt

«Beim Vespafahren singe ich am liebsten» Moderatorin Tina Nägeli berichtet für das Schweizer Radio und Fernsehen den ganzen Sommer lang von allen grossen Festivals in der Schweiz. Sprache und Musik sind ihre grosse Leidenschaft. Text: Dinah Leuenberger

Bilder: Désirée Good

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LEBEN | MM26, 26.6.2017 | 103

1 Meine Vespa «Sie ist praktisch, weil

ich damit an faulen Tagen – und davon gibt es einige – jede Strecke fahren kann. Beim Vespafahren singe ich am liebsten.» 2 Meine beste Freundin «Dana (32) habe ich vor sechs Jahren an einer WG-Party kennengelernt. Es hat sofort klick gemacht. Wir denken ähnlich, auch wenn wir nicht immer dieselbe Meinung haben.»

2

3 Meine Festivalpässe «Jedes Festival hat etwas Spezielles, sei es die Atmosphäre oder das Line-up. Es macht schon einen Unterschied, ob ich am Blue Balls

3

Name Tina Nägeli (32) Wohnort Zürich Sternzeichen Krebs Lebenslauf «Früher wollte ich immer

Kinderärztin werden. Aber um dafür den Numerus clausus zu schaffen, hätte ich mich wohl vorbereiten müssen. Um einen Punkt hat es nicht gereicht – zum Glück, sonst wäre ich jetzt nicht Moderatorin. Dann wollte ich Französischlehrerin werden, weil ich die Romandie liebe. Also habe ich Französisch studiert. Irgendwann nahm mich meine Mutter mit an einen Tag der offenen Tür beim Radio, und ich wusste von diesem Moment an, dass ich unbedingt Radio machen wollte. Es war Liebe auf den ersten Blick. In diesem Job kann ich meine grosse Leidenschaft für Sprache und Musik ausleben. Und die Technik im Studio fasziniert mich sowieso.» 6

7

ein Konzert in der Halle höre oder in St. Gallen im Regen stehe.» 4 Meine Lavasteine «Die Steine stam-

men aus Island von einem Westfjord. Mein Freund hat sie mitgebracht. Meist bin ich diejenige, die alle möglichen Steine sammelt.»

Bild: Florian Schweer/SRF

5 Meine Lieblingsplatte «Nordische Länder faszinieren mich. Ich habe sogar etwas Finnisch und Isländisch gelernt. Auch darum mag ich die Platte des Isländers Ásgeir Trausti so gern.» 6 Meine Bücher «Ich liebe es, in Buchläden zu stöbern. Ein Lieblingsbuch habe ich nicht. Ich lese auch immer mehrere Bücher gleichzeitig.» 7 Meine Parfüms «Am liebsten mag ich

pudrige Düfte, leicht süsse und frische, die passen am besten zu mir.» MM


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