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Migros-Magazin-25-2022-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migros.ch/magazin | MM25, 20.6.2022

ZITRONEN SELBER ANBAUEN Seite 14

CORONA KOMMT DIE NÄCHSTE WELLE? Seite 24

So gelingen grosse Stücke auf dem Grill Seite 35

Bild: Herbert Zimmermann

DEN WIRTEN GEHEN DIE KELLNER AUS Seite 10

Hinter den sieben Bergen Wie in Obwalden ein Zwergenreich entstanden ist Seite 20

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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4 | 20.6.2022 | MEINE MIGROS

IN KÜRZE

Infos: mitmachen.alnatura.ch

Prämiert Im Tessiner Kreativ­ atelier «Mix-Art New Ability» schaf­ fen Menschen mit und ohne Behinderung Kunst aller Art. Weil das Atelier die Inklusion in der Gesell­ schaft fördert, erhält es 2022 den Award von meingleichgewicht.ch. Der Verein verteilt total 25 000 Fran­ ken an acht Projekte und wird vom Migros-Kulturprozent unterstützt. Infos: meingleichgewicht.ch

Party, Party! Die grösste Sommerparty findet 2022 endlich wieder statt. Damit die Street Parade nach zwei Jahren Pause erneut zu einem unvergesslichen Event wird, gibts aber noch einiges zu tun. Auch helfende Hände sind gefragt. Ob an der Bar, im Verkauf oder als Allrounderin oder Allrounder: Melde dich, wenn du Interesse hast, an der Street Parade mitanzupacken. Die Migros ist bei der Megaparty auch dabei, als Sponsorin. Infos: www.migmag.ch/streetparadejobs

DIE MIGROS BLEIBT ALKOHOLFREI Die Migros-Genossenschafterinnen und -Genossenschafter haben eine klare Wahl getrof­ fen: In allen zehn regionalen Genossenschaften stimmten sie dafür, in den Migros-Super­ märkten auch weiterhin keine alkoholischen Getränke anzu­ bieten. Das Interesse war gross, insgesamt beteiligten sich über 630 000 Genossenschafterin­ nen und Genossenschafter an den Urabstimmungen – so viele wie nie zuvor. Dies ent­ spricht einer Stimmbeteiligung von 29 Prozent. Marianne Meyer, Präsidentin der MGB-Delegiertenver­ sammlung, des obersten Genossenschaftsorgans der Migros, hält fest: «Der Anstoss, das Alkoholverbot wieder einmal grundsätzlich zu disku­ tieren, kam aus der Basis der Delegierten und nicht aus dem Management. Nun hat unsere Basis der Genossenschafterin­ nen und Genossenschafter unmissverständlich entschie­ den. So etwas ist nur in der Migros-Gemeinschaft möglich.» Detaillierte Abstimmungser­ gebnisse finden sich ab Seite 58 im Regionalteil sowie online auf migros.ch/abstimmung. Migros-Präsidentin Ursula Nold erläutert im Interview der folgenden Migros-Magazin-Aus­ gabe die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Entscheids.

Bilder: Migusto, MGB PhotoStudio, zVg, illustration: Migros/zVg

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MEINE MIGROS | 20.6.2022 | 5

Die Migros hat ein Game Im neuen Mobile-Game «Migros Merge – im Tal der Zeit» kannst du in die Rolle der Mia schlüpfen und dein eigenes Lädeli mit tollen Produkten aufbauen. Du reist dafür durch die Zeit und meisterst Hunderte von abwechslungsreichen Levels. Die SpielApp der Migros kannst du über den QR-Code links herunterladen.

Rückruf Die Migros ruft die Produkte Kreuzkümmel ganz (33 g, Artikelnummer 106256900000, Mindesthaltbarkeitsdatum 11 / 2023 und 2 / 2024, im Supermarkt und bei Migros Online) und LeChef Stick Kreuzkümmel (rechts: 4,8 g, Artikelnummer 106278900000, Mindesthaltbarkeitsdatum 10 / 2024 und 1 / 2025, im Supermarkt) zurück. In beiden wurde ein erhöhter Wert an Pyrrolizidinalkaloiden festgestellt. Eine Gesundheitsgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Die Produkte können zurückgegeben werden, der Verkaufspreis wird zurückerstattet.

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Mozzarella in Scheiben schneiden. Tortilla in einer Bratpfanne leicht erhitzen, wenden, mit 2 EL Guacamole bestreichen und mit Mozzarella belegen. Würzen und mit zweiter Tortilla bedecken. Kurz weiterbraten. Wenden und weiterbraten, bis der Käse schmilzt. In Stücke schneiden, mit Tomatensauce servieren. www.migmag.ch/quesadillas


6 | 20.6.2022 | AUGENBLICK

17:43 Uhr

Astrid Amadeo (ganz rechts) leitet den Sommerkurs «Urban Sketching» der Klubschule M ­ igros. Die Teilnehmenden skizzieren Details der Stadt, das Motiv wählen sie mit einem Papier­rahmen aus. Das Foto stammt vom 1. Mai. Migros-Moment in Zürich


Bild: Nik Hunger

AUGENBLICK | 20.6.2022 | 7


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INHALT | 20.6.2022 | 9

INHALT

Jetzt mitmachen und gewinnen

10 Wo bleibt die Bedienung? Gastronomie bekämpft P ­ ersonalmangel 14 Exotische Früchte im Garten 17 1, 2 oder 3? 20 König im Zwergenland Robert Schmidlin hütet Gartenzwerge 24 Wie weiter mit Corona? Virologin Isabella Eckerle im Interview 29 Bräunungstipps für helle Haut 30 Festivals gehen auch nachhaltig

35

BARBECUE-TIME

Wir holen den Grill hervor und bereiten alles zu, was es für ein typisch amerikanisches BBQ braucht: Spareribs, Baked ­Potatoes – und ein Marshmallow-Sandwich. Enjoy!

15er-Pack

Hit 4.70

33 Wildtiere leiden unter der Hitze 35 Genuss: BBQ-Rezepte 40 Geld anlegen oder zuwarten? 43 Stadt, Land, Stutz 44 In der Kofferklinik Wo kaputtes Reisegepäck geflickt wird 48 Digital: Spiele für Ratefüchse 50 Mehrsprachig aufwachsen 54 Alles übers Stand-up-Paddling 57 Schmerzende Füsse – und jetzt? 58 Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 65 Leserangebot: Mallorca-Ferien

Knoppers Big Spender 375g, (100g = Fr. 1.26)

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Impressum

67 Rätsel und Spiele

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin

70 Meine Welt Bademeister Beat Wüthrich

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 840 848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Abfallberge, wohin man schaut. Wir zeigen, wie man Festivals auch nachhaltig o ­ rganisieren kann.

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Art Direktion Barbara Pastore Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 549 174 Ex. (WEMF 2021) Leserschaft: 2 211 000 (WEMF, MACH Basic 2022-1) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

Bilder: Migusto, Keystone

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10 | 20.6.2022 | GASTRONOMIE

Pumpstation Zürich

Eklatanter Personal­ mangel. Das Unter­nehmen mit insgesamt 13 Lokalen versucht mit G ­ ratisfitnessabos und flexibleren Arbeits­zeiten neue Serviceangestellte für sich zu gewinnen.

Volle Terrassen, aber kein Personal Text: Manuela Enggist

Bilder: zVg

Kellnerinnen und Kellner sind landauf, landab Mangelware. Um dennoch Mitarbeiter zu finden, müssen die Betriebe neue Wege gehen. Eine Bestandesaufnahme.


GASTRONOMIE | 20.6.2022 | 11

Genossenschaft Baseltor Solothurn

Zwei Stellen sind ­derzeit vakant, drei Lokale haben nur noch an sechs Tagen geöffnet. ­Mass­nahmen: flexiblere Jobsharing-­Modelle, Sprachkursangebote, ­Optimierung der Arbeitszeiten

Die Sonne drückt an diesem Tag nur selten durch. Die roten ­Sonnenschirme der Pumpstation an der Seepromenade in Zürich sind auch am Nachmittag ­geschlossen. Es sitzen nur ver­ einzelt Gäste an den Tischen. Was Michel Péclard früher ge­ wurmt hätte, entlastet ihn heute. Denn schlechtes Wetter bedeutet für ein Restaurant mit Sonnen­ terrasse, dass weniger Personal gebraucht wird; Personal, das heute überall fehlt. Denn Kellne­ rinnen und Kellner sind Mangel­ ware geworden. Es sei unvorstellbar, was in der Branche derzeit ablaufe, sagt Péclard. Ihm gehören neben der «Pumpstation» noch 13 wei­ tere Betriebe in Zürich. 420 Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeiter ­beschäftigt der Gastronom ­insgesamt. «In der Gastronomie­ branche kämpfen wir mit harten Bandagen um jeden einzelnen Mitarbeiter.» Die Lage sei schon vor der Pandemie schwierig ­gewesen. «Und Corona hat alles noch beschleunigt.» Ein Teil des Problems: Die Generation Z, also die nach 1995 Geborenen, sei nicht mehr bereit, an den ­Wochenenden und am Abend zu arbeiten. «Die jungen Leute ­stellen ihre Freiheit und ihr ­Privatleben über ihren Beruf.» Das mache es schwer für die Branche. «Da nützt es auch nichts, wenn wir bereit sind, zwei Franken mehr pro Stunde

zu bezahlen als alle anderen.» Péclard und sein Geschäftspart­ ner Florian Weber versuchen nun, mit Gratisfitnessabos für die Zimmerstunden oder flexib­ leren Arbeits­modellen neues Personal für sich zu gewinnen. Solothurn, die Barockstadt an der Aare. Die Genossenschaft Baseltor betreibt sechs Betriebe und beschäftigt 120 Mitarbei­ tende. Auch bei ihnen mangelt es vor allem an einem: Service­ fachpersonal. Zwei Stellen sind derzeit offen. Andreas Richard, Vorstandsmitglied der Genos­ senschaft, sagt, dass bereits drei Lokale nur noch sechs statt sieben Tage offen haben. Als Genossen­ schaft, die die Mitarbeiterinnen am Gewinn beteiligt, hat sie ­derzeit aber noch einen Bonus bei langjährigen Arbeitnehmern. «Wir funktionieren wie eine grosse Familie», sagt Richard. Im zweiten Jahr der Coronapande­ mie hat die Genossenschaft die 20 Prozent Lohn, die der Staat in der Kurzarbeit nicht deckte, bezahlt. «Uns war es wichtig, ­unseren Mitarbeiterinnen zu zeigen, dass wir uns um sie küm­ mern.» Das seien Softfaktoren, die immer wichtiger werden. «Aber wenn wir neues Personal rekrutieren möchten, ist es schwierig.» Mittlerweile wissen auch einzelne Arbeitnehmer, dass sie am längeren Hebel sitzen. «Manchmal werden Löhne ge­

fordert, die einfach nicht mehr marktüblich sind.» Auch Andreas Richard be­ merkt, dass es vor allem die ­Arbeitszeiten der Branche immer schwerer machen. «Das sind Faktoren, die wir nur bedingt ­ändern können. Die Leute ­wollen nun mal am Abend essen ­gehen, und nicht mitten am Nachmittag.» Er glaubt, dass die Betriebe selbst handeln müs­ sen, um attraktiv zu bleiben. Die Genossenschaft Baseltor hat einen ganzen Massnahmen­ strauss ausgearbeitet. «Wir ar­ beiten an Unterkünften für Mit­ arbeiter, flexiblen JobsharingModellen, Optimierung der ­Arbeitszeiten und überlegen uns, wie wir Mitarbeiter aus dem Ausland bei Behördengängen besser unterstützen können.» Auch Sprachkurse seien ein Thema. Die Genossenschaft hat inzwi­ schen eine Person eingestellt, die dafür sorgt, dass diese Massnah­ men auch umgesetzt werden. Mangelnde Wertschätzung

In Interlaken im Berner Ober­ land führt Sonja Salzano ge­ meinsam mit ihrem Mann und den zwei Söhnen das Salzano Hotel-Spa-­Restaurant. 30 Mit­ arbeiter kümmern sich um Touristen und Stammgäste aus der Schweiz. Spontan hat die ­­Familie Salzano im April ein zusätzliches Restaurant am ­Thunersee übernommen. Die

Salzano Interlaken BE

Weil zu wenig Personal da war, musste die Eröffnung eines zusätzlichen Restaurants ­verschoben werden. Hier will man generell den Beruf attraktiver und auf die Aufstiegsund Weiterbildungs­ möglichkeiten aufmerksam machen.


12 | 20.6.2022 | GASTRONOMIE

g­ eplante Eröffnung per Mitte Mai musste die Familie verschieben, weil zu wenig Personal da war. 2021 wurde Sonja Salzano vom Branchenverband zur besten Berufsausbildnerin gekürt. Sie liebe es, junge Talente zu ­fördern und in der Gastronomie auszubilden. «Das wird immer schwieriger. Der Stellenwert des Berufs ist gesunken», sagt die versierte Ausbildnerin. ­ Dabei sei eine Restaurationsfachfrau viel mehr als nur eine Serviertochter. «Sie ist Gast­ geberin, Psychologin, Weinkennerin und vieles mehr. Zudem ­bieten sie einen professionellen Service.» Es werde auch unterschätzt, was die Branche für ­Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten biete. «Man kann an der Hotelfachschule weiterstudieren, kann Hoteldirektorin werden oder für einige spannende Jahre im Ausland arbeiten.» DasWirtshaus Rütihof liegt eingebettet zwischen grünen Wiesen in Gränichen AG. Am Wochen­ ende kommen vor allem Ausflügler und Familien, die die Sonne auf der grossen Terrasse geniessen wollen. Rund 30 Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter sind hier

beschäftigt. Es sind zu wenige, um den Betrieb wie gewohnt ­aufrechtzuerhalten. Drei Stellen im Service sind derzeit unbesetzt. «Wir nehmen weniger Reser­va­tionen an und führen weniger Bankette durch, als wir vom Platz her eigentlich könnten», sagt Gabriela Gerber, die für das Personal im «Rütihof» verantwortlich ist. «Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht mehr im Service arbeiten.» Sie wisse, dass die Bedingungen nicht ideal seien. «Die unregelmässigen Arbeitszeiten, der Stress und die Tatsache, dass es eine Tieflohnbranche ist.» Gabriela Gerber glaubt, dass viele Mitarbeitende aus der Branche während der Pandemie auf den Geschmack freier Abende und Wochenenden gekommen seien. «Und einige davon haben sich während der Pandemie ­umschulen lassen.» Der «Rütihof» versucht, dagegenzuhalten. «Wir bezahlen unserem neuen ungelernten Mitarbeiter aus Deutschland einen Einsteigerlohn von 4600 Franken», sagt Gerber. Das sind gut 1100 Franken mehr als der vertraglich festgelegte Mindestlohn. Zudem hat der Betrieb die Zimmerstunde gestrichen, um den Mitarbeitern entweder

eine Früh- oder Spätschicht anbieten zu können. Aber nicht alle seien glücklich damit. «Manche schätzen die paar freien Stunden am Nachmittag. Sie können dann in die Badi gehen, wenn alle anderen im Büro sind.» Keine Hierarchien In Ranflüh BE im Emmental

führt Doris Grossen gemeinsam mit ihrem Mann seit 14 Jahren den Landgasthof Bären. Die zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tischen den Gästen von Dienstag bis Samstag Spezialitäten aus der Region auf. Personalsorgen hat Doris Grossen keine. Warum sie derzeit nicht vom Fachkräftemangel betroffen ist, wisse sie auch nicht so genau. Sie seien ein Familienbetrieb, bei dem alle mitanpacken. «Es gibt hier keine Hierarchien. Ich putze genau-­ so die Toiletten wie meine Mit­ arbeiter.» Während der Schlies-

Wirtshaus ­Rütihof Gränichen AG

Hier sind drei S ­ tellen ­unbesetzt, es werden ­weniger Reservationen angenommen und weniger Bankette durchgeführt. Überdurchschnittliche Löhne plus die Einführung einer Früh- und Spätschicht ­sollen neues Personal anlocken.

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GASTRONOMIE | 20.6.2022 | 13

Landgasthof ­Bären Ranflüh BE

In diesem Emmentaler Familienbetrieb kennt man keine Personal­ sorgen. Alle packen mit an, die Wert­schätzung der Angestellten wird hier grossgeschrieben.

sungen habe sie sich um ihr Personal gekümmert. «Ich habe regelmässig mit meinen Mitarbeitern ­telefoniert, gefragt, wie es ihnen geht.» Die meisten kommen aus der Region, kennen Grossen seit Jahren. «Ich versuche, ihnen die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen.»

Der massive Mangel an Servicepersonal beschäftigt auch den Branchenverband Gastrosuisse. Anfang Juni stellte Präsident Casimir Platzer an der Delegiertenversammlung einen FünfPunkte-Plan vor, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. So soll unter anderem das Berufsimage mittels Kampagnen verbesssert und der berufliche Nachwuchs sichergestellt werden. «Das versuchen wir, indem wir die jungen Leute auf den ­sozialen Medien auf die v­ ielen positiven Aspekte einer An­ stellung in der Gastrobranche hinweisen.» Casimir Platzer führt seit 32 Jahren ein Hotel in Kander­ steg BE. So lange, sagt er, gebe es auch den Fachkräftemangel schon. «Es gab immer wieder Zeiten, in denen es an Personal fehlte.» Aber Corona habe die Krise massiv verschärft.

­ es­wegen reagiere der Verband D nun. «Aber auch unser Verband verfügt über keine Schatzkiste, aus der wir Personal zaubern können.» Die Betriebe seien auch selbst dafür verantwortlich, attraktiv zu bleiben. Bei ihm selbst seien derzeit keine Stellen un­besetzt. Seinen Mitarbeitern ­offeriert er beispielsweise gratis Bergbahnabos und Mountainbikes, die sie benutzen können. Gegensteuer geben wollen auch die Hotelfachschulen. An der Schule in Zürich sind die Eintritte in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, sagt der Kommunikationsverantwortliche Jürg Neuenschwander. Nun hat die Schule einen neuen Studiengang konzipiert, der es ermöglicht, die Hotelfachschule Zürich ab Herbst 2022 berufs­ begleitend zu absolvieren. «Wir haben gemerkt, dass wir flexibler werden müssen. Die junge Generation hat neben dem Beruf noch viele andere Priori­ täten.» So erhofft sich die Hotelfachschule, dass sich wieder mehr junge Menschen für diese Ausbildung entscheiden. Damit in der Schweizer Gastronomie die Sonnenschirme künftig nur noch wegen Sonnenmangels zubleiben. MM

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14 | 20.6.2022 | EXOTISCHE FRÜCHTE

Ideale Exoten für den Garten Möchten Sie selbst Zitrusfrüchte, Mangos oder Avocados anpflanzen? Kein Problem: Die fremden Kulturen erfordern nur etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Text: Patricia Brambilla

Zitrus­ früchte für den Anfang

Die Winterhärte erhöhen Ob saftige Mangos, Papayas oder gar Litschi: «Alles kann keimen, aber man muss es schaffen, die Pflanze am Leben zu erhalten», sagt Isabelle Erne. Für die Gärtnerin und Herausgeberin von kleinen Gartenratgebern bei florens.ch «ist es besser, auf Biofrüchte zu setzen». Bei herkömmlichen Füchten könne die Behandlung die Keimung beeinflussen.» Wichtig sei zudem, die Winterhärte der Pflanzen zu berücksichtigen. Diese wird in einer

Skala von 1 bis 12 angegeben und zeigt an, wie kälteresistent sie ist. Unsere Breitengrade liegen in den Zonen 6 bis 8, die Pflanzen halten Minustemperaturen bis –20 °C aus. In mediterranen und tropischen Regionen der Zonen 8 bis 10 gelten Mindesttemperaturen von 10 bis 12 °C. Etwa für empfindliche Litschi. «Das Problem bei tropischen Pflanzen ist das Überwintern. Man bräuchte ein beheiztes Gewächshaus, denn in der Wohnung leiden sie

unter trockener Umgebung und Lichtmangel», so Erne. Tipp: Pflanzen kann man etwas winterhärter machen: Gute Drainage, kieselsäurereicher Mulch und Giessen mit Zuckerwasser helfen. So konzentrieren Pflanzen Saft im Gewebe, ihr Gefrierpunkt sinkt um 1 bis 2 Grad. Das ist nicht genug, um den Mangobaum im Garten zu lassen, aber genug, um eine mediterrane Pflanze knapp an der Grenze zur Winterhärte sicherer zu überwintern.

Zitronen, Orangen und Grapefruits sind ideale Exoten für Einsteiger. Pressen Sie eine saftige sizilianische Zitrone oder eine duftende Mandarine aus, wählen Sie die schönsten und prallsten Kerne aus und weichen Sie sie bis zum nächsten Tag in einem Glas lauwarmem Wasser ein. Danach setzen Sie die Kerne einen Zentimeter tief in die Aussaaterde, giessen und halten sie warm. Umtopfen sollten Sie erst, wenn das Gewächs drei bis vier Blätter hat. Mit etwas Geduld erhalten Sie nicht nur eine hübsche Pflanze mit duftendem Laub, sondern haben auch gute Chancen, dass diese Früchte trägt. «Man bekommt nicht unbedingt die gleiche Zitrus-

Die Zitrone ist eine leicht zu kultivierende Zitrusfrucht.

frucht, die man gegessen und ausgepresst hat. Manche Pflanzen scheren aus, andere nicht», sagt Isabelle Erne und empfiehlt für den Anfang die Kumquat: ein kleiner, recht winterharter Strauch mit kompaktem Wuchs, der schön anzusehen ist, reichlich blüht und Früchte trägt. Tipp: Woher weiss ich, welche Samen noch gut sind? Nach dem Einweichen in einem Glas Wasser können diejenigen ausgesät werden, die auf den Boden gesunken sind. Wegwerfen sollte man die, die obenauf schwimmen.

Illustrationen: Getty Images/iStock; Bild: zVg

In unseren Breitengraden gedeihen Mangos nur im Gewächshaus.


EXOTISCHE FRÜCHTE | 20.6.2022 | 15

Melonensamen behalten ihre Keimfähigkeit über Jahre.

Kerne spalten

Kiloweise Melonen

Gleich nach dem Verzehr der Früchte werden die Samen der Passionsfrucht ausgesät.

Das ursprünglich aus dem südlichen Afrika stammende Kürbisgewächs findet auch im helvetischen Klima Anklang. Vorausgesetzt, man wählt eine «frühe» Sorte. Entscheiden Sie sich für Charentais, wählen Sie eine Cézanne mit orangem aromatischem Fruchtfleisch. Heben Sie die Samen auf, um sie im folgenden Jahr im April oder Mai mit der Spitze nach unten einzupflanzen. Wie Kürbis, aber mit grös­ serem Wärmebedarf keimt sie bei 24 bis

35 °C. Da das Fruchtgemüse besonders nahrhaft ist, reichert man den Boden besser mit Kompost und Kali an. Nach dreieinhalb Monaten, einmal Umtopfen und dem stärkenden Rückschnitt werden Sie Ihre Melonen ­geniessen können. Tipp: Die Samen lassen sich trocken und kühl in einem Umschlag aufbewahren. Keine Panik, wenn Sie den Zeitpunkt der Aussaat verpassen: Melonensamen behalten ihre Keimfähigkeit bis sieben Jahre!

Köstliche Maracujas Haben Sie einen hellen, ungeheizten Gebäudeflur oder ein Gewächshaus für den Winter, können Sie das Abenteuer Passionsfrucht (oder Maracuja) wagen. Nach Verzehr einer saftig-reifen Frucht spucken Sie die vom Fruchtfleisch befreiten Samen aus, setzen sie in Aussaaterde. Feucht-warm halten. Nach zwei bis drei Jahren wachsen

Blüten mit kugelförmigen Fruchtknoten und blau-weissen Kronblättern, von drei Stilen umgeben. Die Bildung von Früchten erfordert eine Bestäubung, weshalb die Kletterpflanze im Sommer ins Freie muss. Und sie benötigt eine fix mit dem Topf verbundene Stütze. Tipp: Für die Aussaat können improvisierte

Behälter verwendet werden, etwa unten durchlöcherte Joghurtbecher oder senkrecht auf einem Teller stehende Klopapierrollen. Vorteil: Sie können später mit Setzling transportiert werden. Oder Sie stellen mit der Kartoffelpresse mehrere kleine Quadrate aus Erde her und legen sie auf eine Untertasse. So brauchen sie keine speziellen Behälter.

Isabelle Erne Gärtnerin und Herausgeberin von kleinen Gartenführern bei florens.ch

Wer hat nicht schon einmal von einem Avocado- oder Mangobaum im Garten geträumt? Dort werden die zwei Bäume aber niemals Blüten oder gar Früchte tragen. In unseren Breitengraden können sie nur im Gewächshaus überleben. Bis ein ausgewachsener Mangobaum Früchte trägt, braucht es zehn bis 15 Jahre bei guten Bedingungen», erklärt Isabelle Erne. Doch auch ohne die Früchte können hübsche, dekorative Grünpflanzen entstehen, vor allem im Wintergarten. Bei Avocados wählen Sie einen glatten Kern, wickeln ihn in feuchtes Haushaltspapier und schliessen ihn in einem Glas im Dunkeln einige Wochen ein. Das ist der beste Weg, um ihn zum Keimen zu bringen. Danach müssen Sie ihn nur in Erde stecken und auf die Blätter warten. Zögern Sie nicht, den Stamm in 10 Zentimetern Höhe abzu-

schneiden. «So kann sich der Saft gut verteilen. Die Pflanze wächst weniger hoch, bildet mehr Verzweigungen», sagt Erne. Beim Mangobaum muss erst der Kern gespalten werden, um an die enthaltenen Samen zu kommen. Diese zieht man vorsichtig heraus, legt sie flach in Blumenerde. Nun heisst es abwarten. Denken Sie dran, dass es sich um eine südasiatische Pflanze handelt, die tropisches Monsunklima liebt. Die Mango ist schwierig zu vermehren, wird aber zur eleganten Zimmerpflanze mit bronze-rosa Blättern – erst dunkelrot, dann grün verfärbt. Tipp: Um junge Triebe zu fördern, improvisiert man ein MiniGewächshaus. Man entfernt den Boden einer PET-Flasche und stellt sie mit dem Hals nach oben, mit oder ohne Korken, auf den Topf. Das belüftet und bringt Wärme sowie Schneckenschutz.

Um eine Avocado zum Keimen zu bringen, wählt man glatte Kerne.


Von Hamburg an die Nord- & Ostsee

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Leistungen - Alles schon dabei! ✓ Fahrt im komfortablen Extrabus ✓ 4 Übernachtungen im gehobenen Mittelklassehotel Panorama Inn, Hamburg ✓ 4 x Frühstück im Hotel ✓ 1 x Nachtessen im Hotel ✓ 1 x Nachtessen im Hamburger Veermaster, Hamburg ✓ Interessante Stadtrundfahrt in Hamburg inkl. Besuch Elbphilharmonie Plaza ✓ Herrliche Hafenrundfahrt in Hamburg mit der Barkasse ✓ Rundfahrt im Fischereihafen Bremerhaven inkl. Besuch MS Gera

Zum absoluten Spitzenpreis erobern wir bei dieser Reisen den maritimen Norden Deutschlands! Freuen Sie sich auf das wunderschöne Hamburg mit dem imposanten Hafen und dem grössten Lagerhausensemble der Welt. An der Nordseeküste erfahren wir in Bremerhaven allerhand Faszinierendes rund um den Fischhandel und tauchen auf dem Museumsschiff Gera in die Welt der Hochseefischerei ein – als Zugabe erwarten uns vor Cuxhaven später die Seehundbänke! Am letzten Tag der Reise erobern wir schliesslich die Königin der Hanse, Lübeck und lassen uns am Timmendorfer Strand die gesunde Ostseebrise um die Nase wehen.

Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus nach Hamburg, wo wir mit dem Nachtessen erwartet werden. 2. Tag – Hamburg - Elbphilharmonie-Plaza & Hafenrundfahrt Nach einer kurzen Stadtrundfahrt geniessen wir von der Plaza der Elbphilharmonie einen atemberaubenden Ausblick auf die moderne Hafencity. Im Anschluss lassen wir uns bei einer herrlichen Hafenrundfahrt die Hamburger Brise um die Nase wehen. Dabei fahren wir je nach Wasserstand durch die Speicherstadt und durch die verschiedenen Schleusen und Hafenbecken. Wir sehen die riesigen Containerschiffe aus nächster Nähe und werfen einen Blick in die Schwimm- und Trockendocks der Firma Blohm Voss. Der Kapitän wird uns dabei allerlei Interessantes und auch die eine

oder andere Anekdote erzählen. Der Abend steht zur freien Verfügung. 3. Tag – Ausflug Nordsee Warum wird Bremerhaven die „grösste Kühltruhe Europas“ genannt? Wo wurde der erste deutsche Fischdampfer gebaut und wo werden täglich knapp 10 Millionen Fischstäbchen hergestellt? Dies alles und noch viel mehr erfahren wir auf unserer Tour durch den dFischereihafen. Ein Besuch des historischen Fischtrawlers „Gera“ darf dabei natürlich nicht fehlen. Weiter geht die Fahrt nach Cuxhaven. Dort angekommen fahren wir in die einzelnen Hafenanlagen und hinaus auf den Weltschifffahrtsweg Nummer 1, die Elbe. Mit etwas Glück begegnen uns Ozeanriesen, die wir dann grüssen. Als Höhepunkt erwarten uns die Seehundbänke (Gezeitenabhängig). Der Abend bleibt frei. Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

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4. Tag – Lübeck & seine Seebäder Lübeck bietet eine unglaublich schöne, vollständig unter Denkmalschutz stehende Altstadt und gilt auf deutschem Boden als grösstes Flächendenkmal des UNESCO-Welterbes. Der geführte Rundgang durch die Altstadt wird Sie begeistern! Später schnuppern wir im schönen Städtchen Travemünde und am bekannten Timmendorfer Strand Ostseeluft und Ferienstimmung – Zeit zum Geniessen! Zurück in Hamburg laden wir Sie am Abend in ein bekanntes Lokal an der Reeperbahn – der ideale Rahmen, um in guter Gesellschaft auf die schöne Reise anzustossen. 5. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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KOLUMNE | 20.6.2022 | 17

Im Bild

Illustration: Lisa Rock

1, 2 ODER 3 ? Ich halte schöne Momente gern in Fotos fest. Und weil es kaum das eine perfekte Bild gibt, schiesse ich bei jeder Gelegenheit serienweise Schnappschüsse. Beim Grossen (11) und Kleinen (6) habe ich vom ersten Schritt über die ersten Pommes frites bis zur ersten Zahnlücke alles fleissig dokumentiert. Entsprechend weit ist der Weg von den Tausenden von Handybildern zu einem fertigen Fotoalbum. Beim Grossen ist es uns dennoch gelungen, seine ersten fünf Jahre mit Alben abzudecken. Seit der Geburt des Kleinen (6) ist leider kein einziges neues Fotobuch dazugekommen. Immer wieder blättert der Kleine aufmerksam in den Alben. Da er und sein Bruder als Babys ähnlich aussahen, meint er immer, er schaue sich seine eigenen Babyjahre an. Anfangs habe ich ihn noch korrigiert. Da er mir das aber nie glauben wollte, habe ich mit der Zeit aufgehört damit. Mit dem Resultat, dass er und der Grosse sich nun zoffen, weil beide behaupten: «Das war ich!». – Und jetzt? MM 1 Ich konfrontiere den Kleinen mit der

Wahrheit, auch wenn sie wehtut.

2 Ich gestalte dem Kleinen zum

Geburtstag ein eigenes Fotoalbum.

3 Ich halte mich da elegant raus.

Monica Müller (48) hat zwei ­Buben, ­einen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Ich glaube, dafür muss ich mir nun wirklich endlich Zeit nehmen. Der Kleine würde sich auf jeden Fall sehr darüber freuen. Und ich auch. Anzeige

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20 | 20.6.2022 | HOBBYS

König im Zwergenland In Robert Schmidlins Garten in Flüeli-Ranft OW sitzen, stehen und liegen 1000 Gartenzwerge. Die lustige Schar gibt dem 65-Jährigen einiges zu tun, verhilft ihm aber auch zu vielen schönen Begegnungen. Text: Simon Koechlin

Rote Zipfelmützen, wohin das Auge fällt. Am Strassenrand ­begrüssen zwei grosse Garten­ zwerge von einem Holzstoss ­herunter die Besucher. Einige kleinere Exemplare posieren am Hauseingang in einem Gestell. Andere stehen sorgfältig auf­ gereiht auf zwei Leitern an der Hausfassade. Und im Garten erst: Zwerge im Rasen, Zwerge in einem Steinhaufen, Zwerge unter den Büschen am Rand des Gemüsebeets. Und Zwerge auf dem Tisch und auf den Wand­ regalen des Gartenstüblis, in dem Robert Schmidlin sitzt und von seinem Hobby erzählt. Vor 30 Jahren habe er dieses Einfamilienhaus in Flüeli-Ranft gekauft und mit ihm einige Gar­ tenzwerge übernommen, sagt er. Später bekam er zum Geburtstag den einen oder anderen Zwerg geschenkt. «Aber eigentlich ­waren sie über Jahre einfach da, ich interessierte mich nicht sehr für sie.» Erst vor 15 Jahren, als Schmidlin aus gesundheitlichen Gründen seine Schweinezucht an den Sohn übergeben musste, entdeckte er seine Leidenschaft für die Mitbewohner im Garten.

Bilder: Herbert Zimmermann

Er ersteigerte auf einer Internet­ plattform einige Zipfelträger und bemalte sie mit frischen Farben. Weil ihm diese Arbeit gefiel, schaltete er im Dorfblatt eine Kleinanzeige. Mit einem Inserat fing alles an

Noch heute kann er den Text zitieren: «Wo sind die Garten­ zwerge, die im Frühling in neuem Glanz in Ihrem Garten erschei­ nen dürfen?» Das Inserat war ein Erfolg. Schmidlin erhielt nicht nur Ausbesserungs- und Auffrischaufträge, sondern auch Gartenzwerge als Geschenk. «Statt sie zu entsorgen, brachten mir die Leute ihre alten Zwerge

vorbei.» So wuchs seine Samm­ lung. Manchmal gegen seinen Willen. Vor einigen Jahren gab Schmidlin einer Journalistin zu Protokoll, bei 400 Stück werde er aufhören zu sammeln. «Doch es wurden immer mehr, heute habe ich 1000 Gartenzwerge», sagt er, lacht und zeigt in den grossen Garten. «Zum Glück habe ich ­genügend Platz.» Neue Zwerge erhält er inzwischen aus der ganzen Schweiz und sogar aus Deutschland. Ganz so pflegeleicht, wie sie aussehen, sind Gartenzwerge nicht. Ihre Feinde sind die ­Sonne, die Hitze, die Kälte, der Hagel und der Wind. Alle fünf bis sechs Jahre braucht ein Gar­ tenzwerg eine Frischekur, weil die Farben verblassen oder ab­ blättern. Diese Arbeit verrichtet Robert Schmidlin im Winter, den die Zwerge geschützt im Haus und im Dachstock seiner geräumigen Garage verbringen. In mehreren Arbeitsschritten be­ malt er Zipfelmütze, Jacke, Stie­ fel, Bart. Am Schluss sind das Ge­ sicht und die Augen an der Rei­he. «Das macht meine Schwieger­ tochter», sagt Schmidlin, «sie hat


HOBBYS | 20.6.2022 | 21

«Statt sie zu entsorgen, brachten mir die Leute ihre alten Zwerge vorbei.» Robert Schmidlin Gartenzwergsammler

Gartenzwerge, so weit das Auge reicht. Es sind ­ungefähr 1000 Stück.


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HOBBYS | 20.6.2022 | 23

Robert Schmidlin freut sich über das Interesse an seiner Sammlung.

Echte und «abartige» Gartenzwerge Die Internationale Ver­ einigung zum Schutz der Gartenzwerge hat es sich zum Anliegen gemacht, Menschen die Zwergen­ kunde näherzubringen. Der Verein, der 1984 mit Sitz in Basel gegründet wurde, hat – augenzwinkernd – einige Regeln aufgestellt: Ein Gartenzwerg kann nicht grösser als 64 Zenti­ meter sein, ansonsten gilt er als Riese.

die feineren Hände.» Im Frühling platziert Schmidlin seine Gartenzwerge wieder in ihrem angestammten Lebensraum. Zwei bis drei Wochen dauere das, sagt Schmidlin. Einen fixen Gartenzwerg-Gartenplan habe er nicht. «Ich ordne die Zwerge jedes Jahr anders an, ganz nach Lust und Laune.» Wobei: Eigentlich ist der 65-Jährige immer prächtig gelaunt, wenn er sich um seine Gartenbewohner kümmert. Denn ein richtiger Gartenzwerg hat nicht nur eine Zipfelmütze auf und ist am Werkeln. Er schaut auch freundlich in die Welt. Diese positive Ausstrahlung übertrage sich auch auf die Menschen, ist Schmidlin überzeugt: «Obwohl sie tote Materie sind, können uns Gartenzwerge viel geben.» Fruchtzwerge für die Kinder

Tatsächlich zaubert die bunte Zwergenschar in Schmidlins Garten nicht nur ihrem Besitzer ein Lächeln ins Gesicht. Er ­deutet auf die Strasse, die direkt am Haus vorbeiführt. Gerade bremst dort ein rotes Auto ab.

«Ich ordne die Zwerge jedes Jahr anders an, ganz nach Lust und Laune.» Robert Schmidlin

Unschlüssig blickt die Lenkerin auf das Meer der Gartenzwerge – und fährt dann zögerlich weiter. «So geht es vielen Auto- und ­Velofahrern», erzählt Schmidlin. «Manche halten und kommen schauen. Andere fahren weiter – und kommen vielleicht später mit ihren Kindern.» Die Gartenzwerge hätten ihm schon manche schöne Begegnung beschert. «Eine Zeit lang stellte ich Besuchern sogar e­ inen Krug Zwergenkaffee ins Gartenstübli – mit Fruchtzwergen für die Kinder.» Schmidlin, das merkt man, freut sich ehrlich über das Interesse an seiner Sammlung. Eine Wandergruppe spaziert vorbei. Kinder und ­Erwachsene bleiben stehen und äugen neugierig auf die Gartenzwerge. Schmidlin winkt ihnen zu: «Kommt nur rein in den Garten!» Jedermann ist willkommen in seinem Zwergenland. MM

Echte Gartenzwerge zeichnen sich aus durch ­einen Bart, eine – meist rote – Zipfelmütze, eine Arbeiterjacke und festes Schuhwerk. Sie üben eine nützliche oder freundliche Tätigkeit aus. Ein echter Gartenzwerg besteht aus «würdigem Material» wie Ton, Lehm, Holz oder Kristall. Exemplare aus Plastik gelten als falsche Gartenzwerge. «Abartige» Zwerge sind diejenigen, die einer bös­artigen Tätigkeit nachgehen, also beispielsweise eine Waffe tragen oder unflätige Gesten machen. Gartenzwerge sollen nicht unbeachtet im ­Garten stehen. Es ist die Pflicht des Besitzers, sei­ nem Gartenzwerg einen netten Namen zu geben. Dadurch entwickelt er die Freundlichkeit, die ihn so liebenswert macht. Quelle: nanologie.ch


24 | 20.6.2022 | CORONA-UPDATE

«Es ist noch nicht vorbei» Halten Sie sich noch freiwillig an Covid-Massnahmen? Im Unispital in Genf haben wir in einigen Bereichen noch Maskenpflicht, weil wir auch vulnerable Patienten behandeln. Auch sonst trage ich in ­Innenräumen eine Maske, etwa im ­öffentlichen Verkehr. Ich hatte bisher noch kein Covid und bin überzeugt, dass mich die Maske gut schützt. Sollten wir angesichts der steigenden Infektionszahlen alle wieder häufiger Masken tragen? Ja, insbesondere in Innenräumen. Das Virus und die Ansteckungsgefahr sind immer noch da. Und weil man sich immer wieder infizieren kann, egal, ob man genesen oder geimpft ist, sollte man sich weiterhin schützen. Die vergangenen Monate waren recht ruhig, jetzt hingegen könnten

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt wieder. Die Virologin Isabella Eckerle erklärt, womit wir noch rechnen müssen und wie die Schweiz sich bisher geschlagen hat. Text: Ralf Kaminski, Benita Vogel

wir früher als erwartet vor einer neuen Welle stehen. Weshalb? Die neue Omikron-Variante BA.5, die sich derzeit bei uns ausbreitet, kann die bestehende Immunität besser umgehen. Ich hoffe dennoch, dass es keine grosse Infektionswelle gibt – oder wenigstens keine, die sich in den Spitälern niederschlägt. Zwar gab es schon vorher weiterhin An­ steckungen, aber dank der recht g­ uten Grundimmunität durch Impfungen plus Durchbruchsinfektionen be­ lasteten sie das Gesundheitssystem kaum mit schweren Fällen. Könnte sich das nun ändern? Das lässt sich noch nicht sagen. Die Variante BA.5 ist hier erst seit Kurzem für die Mehrzahl an positiven Tests verantwortlich. In Südafrika ist die Welle mit BA.5 schon vorüber und hat zu keiner Belastung im Gesundheits-

system geführt; in Portugal jedoch steigen nun auch Krankenhausaufnahmen und Sterblichkeit wieder an, vor allem bei den Älteren. Braucht es schon jetzt wieder ­Massnahmen? Das Wichtigste ist im Moment eine gute Kommunikation. Das Virus ist weiterhin da, aber jeder kann mit nur wenigen Massnahmen etwas gegen eine erneute Infektionswelle tun: Masken in Innenräumen tragen, sich bei Symptomen testen und Kontakte meiden, wenn man erkrankt ist. Der Sommer macht es uns leichter, denn bei Aktivitäten im Freien ist das Übertragungsrisiko geringer. Bei vielen ist die dritte Impfung ­inzwischen schon einige Zeit her. Sollten sich die nun ein viertes Mal impfen lassen?


CORONA-UPDATE | 20.6.2022 | 25

Bilder: Getty Images, zVg

Bei Menschen über 60 Jahren ver­ bessert die vierte Impfung den Schutz vor schwerer Krankheit und Tod nochmals – auch weil die Wirkung der dritten Impfungen mit der Zeit abnimmt. Es ist aber noch offen, ob es eine generelle Empfehlung zur vier­ ten Impfung geben wird. Bei Jünge­ ren und Immungesunden schützen bereits die drei Impfungen gut vor schweren Verläufen – die Infektion selbst können sie jedoch leider nicht verhindern.

Derzeit trägt kaum noch jemand eine Maske. Doch in Innenräumen wäre dies zu empfehlen, sagt Virologin Eckerle.

Und wenn eine weitere Impfung, dann wartet man besser, bis eine da ist, die auch gegen Omikron wirkt? Das tun auch die bisherigen schon. Und wenn man die dritte Dosis noch nicht hat, sollte man sie mit dem ­aktuellen Impfstoff möglichst bald nachholen, nun, wo die Fallzahlen wieder steigen. Umso mehr noch ­unklar ist, bis wann der angepasste Impfstoff zugelassen ist und was seine Vorteile sind. Im Moment lau­ fen dazu wissenschaftliche Studien, die aber durch die neue Variante BA.5 verkompliziert werden. Für die meisten dreimal Geimpften ist eine Infektion aber keine ernsthafte Gefahr mehr, oder? Gewisse Risiken gibt es immer noch, etwa für Long Covid. Auch Menschen mit einem milden Krankheitsverlauf können noch lange Beschwerden ­haben, zum Beispiel Herzrasen oder Konzentrationsbeschwerden, die häufig als eine Art «Nebel im Kopf» beschrieben werden. Man findet bei einem Teil der Genesenen auch weitere Komplikationen, die man bisher nicht kannte. Vorsicht ist also weiterhin angebracht. Weiss man, wer ein erhöhtes Risiko für Long Covid hat? Viel ist nicht bekannt. Frauen im mittleren Alter sind die am stärksten betroffene Gruppe, aber man kann nicht vorhersagen, ob jemand Long Covid bekommt oder nicht. Es kann jeden treffen – selbst Kinder und dreifach Geimpfte mit einem milden Verlauf. Besser ist also, sich gar nicht oder möglichst selten an­zustecken.

Es gibt Menschen, die sich nicht ­anstecken, obwohl sie nicht besonders vorsichtig sind. Wieso? Wir wissen es nicht. Es gibt bisher keine harten Daten, dass bestimmte Menschen resistent gegen eine In­ fektion sind – eine genetische Kom­ ponente wäre aber denkbar. Es könnte auch einfach Glück gewesen sein. Oder man hat sich symptomlos ange­ steckt und gar nichts davon gemerkt. Gibt es inzwischen auch wirksame Medikamente? Ja, und nun endlich auch für die ­ambulante Anwendung, wodurch die Vermehrung des Virus direkt gestoppt werden kann, wenn das Medikament früh im Krankheitsver­ lauf gegeben wird. Es gibt ausserdem Antikörperpräparate, mit denen in der Deltawelle viele Leben gerettet wurden. Gegenüber Omikron haben aber einige ihre Wirksamkeit ver­ loren. Neue Medikamente sind in

«Vielleicht wird es ein Update der Impfung brauchen, um gut durch den Winter zu kommen.» der Pipeline, es dauert jedoch, bis sie alle Testphasen durchlaufen ­haben. Wir werden mit den Behand­ lungsmöglichkeiten zwar immer ­besser, rennen dem Virus aber trotz­ dem noch hinterher. Wie hoch ist das Risiko, dass eine neue Mutation auftaucht, die noch problematischer ist? Das ist schon möglich. Das Virus hat noch sehr viel Dynamik, es entwickelt sich in viele Richtungen. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie

­ aben wir auch nicht mehr überall h auf der Welt die gleiche dominante ­Variante. In Europa breitet sich der­ zeit BA.5 aus, in den USA eine Sub-­ Variante von BA.2. Die Mutationen entwickeln sich auch nicht linear, also eine aus der anderen. Einige kommen aus einem Viruspool, von dem wir ­bisher gar nichts wissen. Es werden also noch weitere Wellen folgen? Davon ist auszugehen. Aber die Immunität in der Bevölkerung wird dank der Impfung und durchgemach­ ter Infektionen immer belastbarer. Vielleicht wird es dennoch ein Up­date der Impfung brauchen, um gut durch den Winter zu kommen. Allerdings haben wir in den vergangenen beiden Jahren gelernt, mit Vorher­sagen vor­ sichtig zu sein. Was sollten wir sonst noch tun? Wir haben inzwischen neben der Impfung ein ganzes Arsenal zur Ver­ fügung, das gut funktioniert: ­Masken, bessere Belüftung, Home­office, Schnelltests. Wenn wir das a­ lles ­clever und rechtzeitig anwenden und alle dabei mitmachen, braucht es bei einer neuen Welle keine massiven Einschränkungen mehr, denke ich. Vorausgesetzt, es taucht keine er­ heblich aggressivere Mutation auf. Aber die Pandemiemüdigkeit ist gross, und es geistern viele Fehlin­formationen herum. Die Frage ist, ob man es schafft, genügend Leute bei all dem wieder mitzunehmen. Wie wird es längerfristig mit Covid weitergehen? Braucht man solche Massnahmen nun noch jahrelang? Man rechnet bei diesem Virus mit zwei bis zehn Jahren, bis sich ein ­stabiles Muster einstellt. Unklar ist, ob sich die Krankheitsschwere dann eher bei den saisonalen Er­kältungs­ viren oder der Influenza einreiht – Ersteres wäre harmlos, bei Letzterem können vor allem Risikopersonen ­weiterhin schwer krank werden und ins Spital müssen. Auch lässt sich noch nicht abschätzen, wie es ist, wenn Grippe und Corona gleichzeitig auf­treten. Im Winter 2020/21 hatten


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CORONA-UPDATE | 20.6.2022 | 27

wir das erste Mal weltweit keine In­ fluenzasaison mehr. Und auch diverse andere Atemwegserkrankungen waren praktisch komplett verschwunden. Wie gut hat sich die Schweiz im Kampf gegen die Pandemie ­geschlagen? Zu Beginn hat sie vieles sehr gut ge­ macht. In einigen Ländern wie etwa den USA zirkulierten die Viren wohl schon seit Monaten, wurden jedoch nicht diagnostiziert. Am Unispital Genf hingegen haben wir bereits ­Mitte Januar 2020 begonnen, Reisen­ de und Personen mit Atemwegsin­ fekten zu testen. Es dauerte noch über vier Wochen, bis wir den ersten Fall hatten. Durch die frühe Diagnostik haben wir uns Zeit erkauft.

«In einer Krise braucht es im ganzen Land die gleichen Regeln, sonst verliert man die Leute.»

Was lief nicht gut? Ein Fehler war sicherlich, dass man den breiten Einsatz von Masken nicht früher empfohlen hat. Aber man wusste halt damals noch nicht viel über das Virus. Und im Sommer 2020 hatten Bevölkerung und Behör­ den den Eindruck, das Gröbste sei nun vorbei. Aber schon im August war klar, dass sich da was zu­sammenbraut; Politik und Behör­ den haben viel zu lange nicht reagiert. ­Allerdings lief es in vielen Ländern ­ähnlich. Zögerlicher als anderswo ­hingegen war die Schweiz beim Imp­ fen – sowohl bei den offiziellen Emp­ fehlungen als auch bei der Impfbe­ reitschaft der Bevölkerung. Wäre das besser gelaufen, hätte man wohl zu­ sätzliche Fälle verhindern können. Die Behörden reagierten also manchmal zu langsam. Ja, aber auch weil sie befürchteten, mit Massnahmen zu übertreiben und damit noch mehr negative Reak­ tionen auszulösen. Es ist bis heute ein schwieriger Balanceakt. Auch ist das föderalistische System im Kampf ­gegen eine Pandemie nicht sehr ­hilfreich. Man konnte niemandem

vermitteln, warum man hier etwas so machte und zehn Kilometer weiter etwas anderes galt. In einer solchen Krise braucht es im ganzen Land die gleichen Regeln, sonst verliert man die Kooperation der Leute. Gibt es Länder, die Sie positiv ­hervorheben würden? Südkorea, Japan und Taiwan sind recht gut durch die Pandemie ge­ kommen, obwohl ihre Bevölkerungen eher älter sind. Die hatten zum Teil schon Erfahrungen mit anderen ­Epidemien und haben deshalb schnell kompetent reagiert. Neuseeland wiederum konnte sich sehr ­effektiv abschotten, bis es eine Impfung gab, und hat dann schnell geimpft – das war optimal, aber da hatten sie als Inselstaat einen Vorteil. Der Ansatz, Corona komplett draussen zu halten, wie das China noch immer versucht, ist hin­gegen zum Scheitern verurteilt. Das Virus wird nicht wieder ver­ schwinden, egal, wie drakonisch die Gegenmassnahmen sind. Derzeit machen die Affenpocken Schlagzeilen, aber es scheint keine Pandemie zu drohen. Sehen Sie das auch so? Grundsätzlich schon, weil dieses Virus nicht so ansteckend ist. Man sollte es dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn bei Pocken gibt es ein Risiko für schwere Ver­ läufe. Zudem infiziert das Virus auch Tiere und könnte sich somit auch bei uns dauerhaft einnisten. Wir ­sollten sicherstellen, dass das nicht passiert. Dazu gehört es, die Fälle zu isolieren, ihre Kontakte abzuklären und allenfalls zu impfen. Und viel­ leicht sollten wir generell mehr Prävention betreiben. Zum Beispiel? Dass wir heute mit so vielen Viren konfrontiert sind, hat auch mit un­ serer Lebensweise zu tun. Wir dringen in immer mehr natürliche Lebens­ räume vor, schaffen immer mehr ­Berührungspunkte zwischen wilden Tieren, uns selbst und unseren ­Nutztieren. Das alles schafft erst die Grundlage fürs Entstehen solcher

Isabella Eckerle Die 41-jährige Virologin ­leitet das Zentrum für Neuartige Viruserkrankungen an der Universität Genf und beschäftigt sich seit 2011 mit Coronaviren. Die deutsche Professorin ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Genf.

Ausbrüche. Auch mit dem Klima­ wandel steigt das Risiko für Pande­ mien. Wir müssen als Gesellschaft verstärkt daran arbeiten, diese Ur­sachen zu reduzieren. Corona hat auch hierzulande ­überraschend heftig polarisiert – wie h ­ aben Sie das erlebt? Das Ausmass kam für mich recht un­erwartet. Am Anfang war der Infor­ mationsbedarf enorm, und alle waren dankbar für Experteneinschätzungen. Das änderte sich in der zweiten Welle, als wir weiter mahnten, obwohl alle die Pandemie gerne hinter sich gehabt hätten. Dieser Frust hat sich dann auch bei uns entladen. Es gab Anfein­ dungen per E-Mail und Post; aber ich habe ein ziemlich dickes Fell. Zudem gab es daneben viele dankbare Zu­ schriften. Mein Eindruck war, dass die allermeisten Leute sich vernünftig verhalten haben. Wie verhindern wir, dass die Spaltung sofort wieder da ist, sobald ­erneut Massnahmen nötig werden? Ein besseres Erwartungsmanage­ ment könnte helfen. Dazu gehört, schon jetzt zu sagen: Die Lage ist viel besser als zu Beginn der Pandemie, aber es ist noch nicht vorbei. Wir wissen nicht, was genau kommt, aber weitere Wellen sind wahrscheinlich. Und es kann gut sein, dass wir alle erneut vorsichtiger sein müssen. Je mehr die Menschen sich darauf schon jetzt einstellen, desto einfacher wird es. MM


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BEAUTY | 20.6.2022 | 29

So sonnt helle Haut

Ein Porzellanteint wirkt attraktiv. Doch auch helle Hauttypen ­wünschen sich vielleicht einen Sommerlook. Das gilt es zu beachten. Text: Petra Koci

Helle Haut braucht hohen Schutz

Da sie fast nicht oder sehr langsam bräunt, fehlt heller Haut der Eigenschutz. Schon nach zehn bis 20 Minuten droht ein Sonnenbrand. Ein UVA- und UVB-Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist unverzichtbar. Gel-Maske gegen Augenringe

Bild: Getty Images/Jena Ardell

Um die Augen ist unsere Haut zart und dünn. Besonders blass wirkt sie transparent, das kann zu dunklen Augenringen führen. Eine kalte Gel-Augenmaske oder eine durchblutungsfördernde Augencreme vitalisiert im Nu und mildert den Schatten. Und weil die Unterlidhaut auch eine Sonnenterrasse ist, hilft eine gute und grosse Sonnenbrille. Der Trick mit der Foundation

Etwas Farbe ins Gesicht und einen etwas ebenmässigeren Teint zaubert eine Foundation. Um Make-up gerade auf blasser Haut das Mas-

kenhafte zu nehmen, kann man die Foundation mit wenig Feuchtigkeitscreme vermischen. So schwächt sich der Farbton ein ­wenig ab. Tipp: Auch eine natür­ liche Bräunung ist nicht komplett gleichmässig, denn manche Stellen – Haaransatz seitlich, Wangenknochen und Nasenrücken – sind der Sonne mehr ausgesetzt. Dieser Effekt lässt sich imitieren, wenn man an diesen Stellen einen hellen Bronzer aufträgt. Leichtes Bräunen ohne Sonne

Für helle Haut sind Selbstbräuner eine schonende Option. Moderne «Self Tanner» enthalten oft Feuch­ tigkeit spendende und pflegende Wirkstoffe. Auf gepeelter, haarfreier Haut wirkt das Ergebnis gleichmässiger. Achtung: Selbstbräunern fehlt der UV-Schutz, Sonnencreme bleibt also Pflicht. Tanning Drops für die Bodylotion

Für einen möglichst natürlichen, sanft gebräunten Look mischt man wenige Tropfen des flüssigen Selbstbräuners in die gewohnte Tagespflege oder Bodylotion und trägt die Mixtur gleichmässig auf. Die Formulierung der Self Tan Drops ist meist schwächer als bei üblichen Selbstbräunern. Zudem lässt sich die Tönung besser tropfenweise dosieren. MM

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30 | 20.6.2022 | NACHHALTIGKEIT

Rolf Schwery setzt sich seit mehr als zehn Jahren dafür ein, dass Festivals nachhaltiger werden. Gemeinsam mit der Migros hat er drei Plattformen lanciert, um Events besser zu machen. Text: Simon Lechmann

Rolf Schwery, beim Thema Festivals und Nachhaltigkeit sieht man riesige Abfallberge vor sich, zurückgelassene Zelte, leere Flaschen. Stimmt das Bild? Abfall ist ein grosses Thema bei Events, das stimmt. Aber dieses Bild ist überholt. Vor zehn Jah­ ren galt es als gegeben, dass ­Abfalltrennung im öffentlichen Bereich nicht funktioniert. Über­ spitzt lautete die vorherrschende Meinung: Die Leute sind zu we­ nig schlau, um Abfall zu trennen.

Sind sie das? Abfall trennen können eigentlich alle. Wir sind es ja von zu Hause gewohnt. Korrekt und wiede­rum überspitzt wäre: Die Organisa­ toren sind zu wenig schlau, ein funktionierendes Abfalltrenn­ system zu etablieren.

mit Ingenieuren evaluiert, angepasst und umgebaut. Jetzt haben wir einen einfachen, er­ weiterbaren Baukasten, der gut funktioniert. Heute können wir ­Plastik separat sammeln. Es geht Richtung «Wertstoffe zurückge­ winnen statt Abfall entsorgen».

Sind oder waren? Abfallberge gehören der Vergan­ genheit an. Es braucht saubere Trennsysteme, damit nicht alles liegen bleibt. Wir haben mit der Migros viel investiert, Systeme

Dennoch entstehen an Events riesige Mengen Abfall. Absolut gesehen, ja. Im Vergleich, nein. Selbst Festivals mit einem grossen Campinganteil generie­ ren maximal zwischen einem

Bild: Keystone

«Es ist nicht besser, zu Hause zu bleiben»


NACHHALTIGKEIT | 20.6.2022 | 31

und eineinhalb Kilo Abfall pro Gast und Tag. Die durchschnittliche Abfallproduktion pro Person in der Schweiz liegt bei zwei Kilo pro Tag. Es ist nicht besser für die Umwelt, zu Hause zu bleiben.

Sie zeigen, dass die Events jedes Jahr ein bisschen besser werden. Es gibt immer mehr Veranstalter, die Nachhaltigkeit als Vision verfolgen, sie als Prozess und nicht als Zustand sehen.

Wie sieht ein nachhaltiger Event aus? Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz, das ist wichtig. Ökologie, Ökonomie und Soziales spielen hier alle ineinander. Ein nachhaltiger Event hinterlässt bei allen Stakeholdern einen ­anhaltenden, positiven Effekt.

Wo gibt es noch Potenzial? Aus ökologischer Perspektive bietet die Mobilität sicher den grössten Hebel. Hier gilt es, die Leute zu überzeugen, mit dem ÖV anzureisen. Aber Nachhaltigkeit muss auch Spass machen: Es ist besser, Anreize zu setzen und nicht mit Verboten zu ­drohen. Nur so erreichen wir eine wirkliche Veränderung.

Was heisst das konkret? Ein nachhaltiger Event kann nicht einer sein, der möglichst viel Fun für die Teilnehmenden produziert, aber eine grosse ­Belastung für die Anwohner und Anwohnerinnen bedeutet oder die Sponsoren unzufrieden sind. Nachhaltigkeit bedeutet, dass ein positiver Impact unter ökolo­ gischen, ökonomischen und so­ zialen Gesichtspunkten besteht. Ist Nachhaltigkeit nicht ein Fass ohne Boden? Für jeden Event muss man die wichtigsten Themen definieren. Dazu gehören Sicherheit, Abfall, Mobilität, Beschaffung und ­Verpflegung und oft auch der Energie- und Wasserverbrauch. Für ein Rock- ebenso wie für ein Classic-Festival? Auch wenn sich Hip-Hopper, Jazz-Fans und Marathonläuferinnen unterscheiden: Die Themen sind dieselben. Man muss die Gewichtung und die Strategie dem Event anpassen. Dafür gibt es auf unseren Plattformen ­Anhaltspunkte und Werkzeuge. Nicht nur Reden, sondern auch Machen ist seit mehr als zehn Jahren unser Credo. Die Herausforderung war und ist es, gute ­Indikatoren zu finden, um die Nachhaltigkeit eines Events zu messen. Nur was gemessen wird, kann auch gemanagt werden. Was verraten diese Daten? Wir haben Daten von Events, die über zehn Jahre zurückreichen.

Zum Beispiel? Die nachhaltige Alternative muss attraktiver sein als die weniger nachhaltige: Indem etwa der Parkplatz nicht gleich beim ­Festivalgelände liegt und kostenpflichtig ist. Dafür gibt es einen Gratis-Shuttleservice vom Bahn-

«Fühle dich am Festival wie zu Hause, daheim wirfst du auch nicht den Abfall auf den Boden.» hof. Mobilität ist ein gutes Beispiel, um die Vielschichtigkeit der Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Nämlich? Unsere Erhebungen zeigen, dass diejenigen, die mit dem ÖV anreisen, viel mehr lokal konsumieren. Eigentlich naheliegend. Wer mit dem Auto anreist, bringt oft die Ware mit. Die wirtschaftliche Komponente für das Gewerbe ist hier wichtig: Reisen mehr Leute

mit dem ÖV an, ist ein ­Festival für die lokale Wirtschaft plötzlich interessanter. Unsere Erhebungen an grossen Festivals in der Schweiz zeigen, dass der Anteil, der lokal eingekauft wird, bei ÖVReisenden doppelt so hoch ist. Je mehr mit dem Ö ­ V anreisen, desto besser auch für die Sicherheit. Es gibt weniger Unfälle. Die Förderung der ÖV-Anreise lohnt sich aus ökologischer, gesellschaft­ licher und wirtschaftlicher Sicht. Wie siehts bei der Energie aus? Die Umstellung auf LED-Beleuchtung war ein grosser Schritt. Aber am Open Air Gampel sorgen Dieselgeneratoren für den Strom. Es wäre gut, wenn das öffentliche Stromnetz das Festivalgelände erschliessen würde. Die Frage ist, ob diese Investitionen finanzierbar sind und ob der lokale Strombetreiber mitmacht. Natürlich könnten wir im Extremfall alle auf Spinningbikes setzen, und wenn sie nicht mehr pedalen wollen, geht das Licht aus. Sie sagen es selbst: extrem. Genau. Und damit nicht realistisch. Ein solches Beispiel könnte aber zur Sensibilisierung beitragen. Indem wir zeigen, wie viel Energie ein Festival verbraucht, wie lange man für ein Konzert strampeln müsste. Muss man als Besucher ein schlechtes Gewissen haben? Nein. Vor allem wenn man alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit einbezieht, das Soziale etwa. Menschen sind von Natur aus spielerische Wesen. Per­ sonen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Interessen treffen bei Events aufeinander, tauschen sich aus. Das trägt zum sozialen Zusammenhalt bei. Bleiben wir bei den Menschen auf Spinningbikes: Wie kann ich als Besucher meinen Fussabdruck minimieren?

Rolf Schwery Ökonom und Sozialwissen­ schaftler. Er hat aktiv an der Entwicklung von internatio­ nalen Standards im nach­ haltigen Eventmanagement mitgearbeitet. Mit Unterstüt­ zung der Migros entwickelt seine Firma seit 2010 mehrere Plattformen zum Nachhaltig­ keitsmonitoring von Events. nachhaltige-events.ch ­ ne-wissen.ch event-toolkit.ch

Fühle dich am Festival wie zu Hause – daheim wirfst du auch nicht den Abfall auf den Boden. Ich habe ein sehr positives Menschenbild, besonders von Jugendlichen: Sie sind nachhaltig unterwegs und engagieren sich. Leider verführen viele Events die Teilnehmer quasi, weniger nachhaltig zu sein. Mit überfüllten Abfallcontainern, ohne Möglichkeit zu trennen. Oder mit nicht nachhaltigen Give-aways. Und sonst? Als Gast bei einem Festival sollte ich die Bemühungen der Veranstalter schätzen, nachhaltiger sein, sie honorieren und meinen Beitrag leisten. Was oft vergessen wird: Als Gast bin ich ein wichtiger Stakeholder und werde auch nach meiner Meinung gefragt. Hier kann man Zeichen setzen, Anliegen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Bringt das etwas? Bestimmt! Genau das haben Festivals inzwischen gelernt. MM

Mehr zum Thema bei «Chrut & Rüebli»: generation-m.ch/podcast Generation M ist das Nachhaltigkeits-Engagement der Migros


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WILDTIERE | 20.6.2022 | 33 Sind alle Tümpel ausgetrocknet, sind Igel zum Überleben auf menschliche Hilfe angewiesen.

Tierische Hitze

Tiere beobachten

Bild: Getty Images

Während sich die Wildtiere an der Tränke erfrischen, kann man sie wunderbar beobachten. Wer hat schon mal einen Igel beim Trinken gesehen? Wenn Sie helfen wollen, die Wild­ tierpopulationen zu erfassen, können Sie Ihre Beobachtungen hier eintragen: wildenachbarn.ch/ melden.

Bei Hitzewellen haben Igel, Eichhörnchen, Vögel und Insekten grosse Mühe, Wasser zu finden. So können Sie ihnen helfen. Text: Rahel Schmucki

Die Sonne brennt seit Tagen vom Himmel, die Luft kühlt nicht mehr ab. In diesen heissen Tagen leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die Wildtiere in unserer Umgebung. Denn gerade Siedlungsgebiete sind im Sommer besonders trocken. Das wird vor allem für Eichhörnchen, Igel oder Insekten zum Problem, die nicht viele Kilometer bis zur nächsten Wasserquelle gehen beziehungsweise fliegen können.

Sie sind auf menschliche Hilfe angewiesen – und die kann jeder Garten- oder Balkonbesitzer leisten. Je mehr Vegetation im Garten oder auf dem Balkon wächst, desto mehr Tau kann sich über Nacht an den Blättern bilden. Insekten, aber auch Igel und Rehe nehmen diesen Tau auf, indem sie an Blättern lecken. Dauert eine Hitzewelle länger an, bildet sich an den Blättern ­irgendwann aber kein Tau mehr. Mit einer Wasserstelle im Garten oder vor dem Wohnblock können Sie Wildtiere unterstützen – und mit etwas Glück beim Trinken beobachten. Eine Trink­ gelegenheit auf dem Balkon hilft Vögeln und Insekten. Schon eine flache Schale oder ein grosser Blumentopfuntersatz mit drei bis fünf Zentimetern Wasser kann den Tieren helfen. Darauf ist zu achten:

Das Gefäss sollte im Halbschatten auf einem möglichst ebenen Untergrund stehen. Der Boden sollte rau sein, damit Vögel beim Trinken nicht ausrutschen. Damit Insekten ans Wasser kommen und nicht ertrinken, helfen Steine, kleine Hölzer oder Murmeln im Becken. Achtung vor Katzen! Stellen Sie die Schale nicht in die Nähe einer Hecke oder ­eines Busches. Sonst werden trinkende Tiere zur leichten Beute für Katzen. Für Vögel und Insekten kann die Schale auf einem Sockel stehen. Das Becken muss täglich gereinigt und aufgefüllt werden, sonst können sich Krankheitserreger darin vermehren. MM Quelle: Verein StadtNatur


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GENUSS | 20.6.2022 | 35

Spareribs mit scharfer Marinade Hauptgericht für 4 Personen 3 EL Sojasauce 1 TL Tellicherry-Pfeffer 1,5 dl BBQ-Sauce 2 EL brauner Zucker 2 TL Cayennepfeffer, grob gemahlen, oder Sambal Oelek ca. 2,5 kg Spareribs am Stück Zubereitung 1. Für die Marinade alle

Zutaten mischen und das Fleisch damit bestreichen. 2 Stunden marinieren. 2. Grill auf ca. 170 °C vor-

Text, Rezepte, Bilder und Styling: Migusto

heizen. Spareribs auf den Grill legen. Bei indirekter kleiner Hitze ca. 80 Minuten rundum grillieren. Spareribs ab und zu wenden. Spareribs zwischen den Knochen in Stücke schneiden, servieren.

Ganz und gar Beim American Barbecue garen wir grosse Fleischstücke mit indirekter Hitze und Rauch – oft stundenlang. Unsere Tipps und Rezepte verhelfen zu saftig-zartem Fleisch und den passenden Beilagen.


36 | 20.6.2022 | GENUSS

Cheese Fries

MarshmallowSandwich Von Pfadfinderinnen in den USA erfunden, heute auch bei uns heissgeliebt: S’Mores, über dem Feuer geröstete MarshmallowSandwiches.

Kleine Mahlzeit ganz gross: Den selbstgemachten Pommes frites mit Käsesauce – Amerikaner nennen sie Cheese Fries – können Kinder garantiert nicht widerstehen.

Rezept auf migusto.ch

Rezept auf migusto.ch

TIPP

BBQ-Sauce Ergibt ca. 5 dl 2 Zwiebeln 4 Knoblauchzehen 600 g Tomaten 3 EL brauner Zucker 3 EL Aceto balsamico 2 EL Melasse 1 Dose gehackte geschälte Tomaten à 400 g 2 EL Tomatenpüree 3 EL Sojasauce 2 Gewürznelken 1 TL Smokey Chili aus der Mühle 2 TL Salz

Gute Barbecuesauce braucht es immer. Darum die doppelte oder dreifache Menge kochen und in heiss ausgespülte Gläser abfüllen. Bei dunkler, kühler Lagerung ist sie ca. 3 Monate haltbar. Geöffnete Gläser aber stets im Kühlschrank aufbewahren.

Zubereitung 1. Zwiebeln und Knoblauch

fein, Tomaten grob hacken. Zucker in einer Pfanne caramelisieren. Mit Essig ablöschen. Zwiebeln, Knoblauch, Melasse, gehackte geschälte Tomaten, Tomaten, Tomatenpüree, Sojasauce, Nelken, Smokey Chili und Salz zugeben und ca. 45 Minuten offen köcheln lassen. 2. Die Sauce durch ein feines

Sieb streichen, auffangen und nochmals ca. 15 Minuten köcheln lassen. BBQ-Sauce auskühlen lassen und servieren oder zum Aufbewahren noch warm in zuvor heiss ausgespülte Gläser füllen.

1

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GENUSS | 20.6.2022 | 37

Green Salad Dieser «grüne Salat» hat es in sich: Erbsen, grüne Tomaten, Melone, Gurken, Frühlingszwiebeln, Spinat und ManchegoKäse. Als Vorspeise oder Beilage.

Beef Brisket Hauptgericht für 8 Personen 1½ EL Fleur de sel 2 EL Pfeffer 1 EL Zwiebelpulver 1 EL Knoblauchpulver 1 Rinderbrust à ca. 1,5 kg, beim MigrosMetzger vorbestellen

Rezept auf migusto.ch

Zubereitung 1. Am Vortag: alle Gewürze

TIPP

BBQ-Tofu mit Coleslaw und Baked Potatoes Zum Tofu vom Grill gibt es Baked Potatoes, Coleslaw aus Rotkohl sowie eine selbstgemachte BBQ-Sauce mit Apfelmus, Sojasauce, Tomatenpüree, Zwiebeln und Paprika. Rezept auf migusto.ch

Alle Rezepte auf migusto.ch

Beim BrisketAnschneiden die Flüssigkeit auffangen und als Sauce weiterverwenden – pur oder mit BBQ-Sauce vermischt.

mischen. Wenn nötig Fett und Sehnen vom Fleisch wegschneiden. Fleisch mit Gewürzen einreiben. In einen Gefrierbeutel einpacken und über Nacht im Kühlschrank marinieren. 2. Rinderbrust eine Stunde

vor dem Grillieren aus dem Kühlschrank nehmen. Grill auf ca. 110 °C vorheizen. Die Brust auf den Rost legen und bei kleiner Hitze ca. 6 Stunden grillieren, bis das Fleisch die Kerntemperatur von ca. 90 °C erreicht hat. Fleisch dabei ab und zu wenden. Rinderbrust vom Grill nehmen. Mit Alufolie zudecken und ca. 10 Minuten ruhen lassen. Quer zur Faser in dünne Tranchen schneiden und servieren.


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BBQ | 20.6.2022 | 39

Pulled-ChickenBurger mit Kabissalat Dieses Burger-Rezept erfordert etwas Zeit, dafür schmeckt das gut gewürzte und zerzupfte Grillfleisch von Pouletschenkeln danach unvergleichlich. Rezept auf migusto.ch

So geht das klassische American BBQ Ein richtiges BBQ ist mit etwas Vorbereitung verbunden. Das Fleisch wird beim Metzger bestellt und anschliessend mehrere Stunden, oft über Nacht, in Marinade eingelegt. Danach kommt es auf den Grill, wo es längere Zeit auf niedriger Stufe – bei Temperaturen zwischen 100 und maximal 140 Grad, indirekt grilliert wird. Ein Beef Brisket (Rezept für eine Rinderbrust) benötigt bei einem Gewicht von 3 Kilogramm 12–15 Stunden Garzeit. Das gleich schwere Pulled Pork (Schweinshals oder -schulter) wird während 10–12 Stunden gegart, und die 1,5 Kilo wiegenden Spareribs (Schweineripp-­ chen) bleiben 5–6 Stunden auf dem Grill.

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40 | 20.6.2022 | FINANZEN

«Wer das Risiko scheut, sollte jetzt stillhalten»

Inflation macht das Anlegen zur grossen Herausforderung. Doch Risikofreudigen mit langem Anlagehorizont bietet sie Chancen, sagt Christoph Sax, Chefökonom der Migros Bank. Text: Benita Vogel

Eine gute Nachricht für Anleger: Industriefirmen sind derzeit mit Aufträgen gut ausgelastet.

Die Inflation ist in der Schweiz auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen. Das Geld verliert an Wert. Wie stark betrifft das mein Sparbuch? Die Inflationsrate lag im Mai bei 2,9 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr, haben sich unsere Lebenskosten um diesen Prozentsatz verteuert. Gleichzeitig liegen die Sparzinsen noch nahe bei Null, weil sie sich am Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) orientieren. Somit betrug die Geldent-

wertung in den vergangenen 12 Monaten rund 2,9 Prozent. Wie lange geht das so weiter? Die Situation dürfte sich im kommenden Jahr entschärfen. Die SNB wird den Leitzins bis dahin weiter anheben, um die Teuerung einzudämmen. Die Sparzinsen werden deshalb wohl schon bald steigen, gleichzeitig dürfte die Teuerung sinken. Die Differenz zwischen Zinsen und Teuerung wird so geringer, die Geldentwertung weniger hoch.

Was tue ich mit Geld auf dem Sparkonto, das dort im Moment an Wert verliert, statt an Wert zu gewinnen? Das kommt darauf an, wie viel Risiko man bereit ist einzugehen. Für Anlegerinnen und Anleger, die Risiko mögen und einen langfristigen Horizont haben, bietet die gegenwärtige Situation Einstiegschancen. Wirklich? Die Kurse an den Börsen spielen verrückt und gehen vor allem runter.


FINANZEN | 20.6.2022 | 41

2,9 % Bis Ende Mai legten die Konsumentenpreise in einem Jahr um 2,9 Prozent zu. Geld auf einem Sparkonto ohne Zinsen und Strafzinsen verlor ebenso viel an Wert.

genommen. Bei vielen dieser Firmen hat sich an den langfristigen Gewinnaussichten allerdings nur wenig geändert. Auch die Industriefirmen sind gut ausgelastet. Sie haben Reserven, um die absehbare Abkühlung der Wirtschaft und eine zwischenzeitliche Phase mit höherem Kostendruck zu überdauern. Die globale Nachfrage mag etwas einknicken, sie wird aber kaum wegbrechen. Breit anlegen ist einfach gesagt. Wie geht das konkret? Hier bietet sich beispielsweise ein Fondssparplan an. Man zahlt jeden Monat einen fixen Betrag ein, wodurch man das Abwärtsrisiko an den Börsen etwas glättet. Sogenannte Strategiefonds sind breit aufgestellt mit Aktien, Anleihen, Immobilien und mit anderen Anlageklassen.

Die Börse hat sich von jedem Rückschlag früher oder später erholt. Wichtig ist, dass man breit anlegt. Durch die Kursverluste in den vergangenen ­Monaten sind bestimmte Aktien viel günstiger geworden. Besonders unter Druck geraten sind die Titel von wachstumsstarken Firmen, beispielsweise im Technologiebereich. Hier haben sich zahlreiche Aktien im Wert halbiert. Dieser Kursrutsch hat die Straffung der Geldpolitik schon vorweg-

Wieso nicht auf eigene Faust in einzelne Aktien investieren? Wer auf wenige Einzeltitel setzt, geht unnötig hohe Verlustrisiken ein. Aber wer gerne einige ­Liebhaberaktien in seinem Depot hat, kann das als Beimischung in ­einem beschränkten Umfang tun. Wichtig ist, dass der Kern des Portfolios breit diversifiziert bleibt. Bei der Wahl ergänzender Einzeltitel sollten die Aktien von fundamental starken Firmen im Fokus stehen. Rohstoffe sind Mangelware und sehr teuer. Wie kann man als Anleger davon profitieren? Für Privatanleger empfiehlt sich die Investition in einen breit gefassten Fonds oder einen sogenannten Exchange Traded Fund (ETF). Hier gibt es eine

Fülle von Produkten, die nicht alle gleich gut geeignet sind. Es kann sich deshalb lohnen, bei der Wahl einen Bankberater beizuziehen. Zudem stellt sich die Frage, welche Rohstoffkategorien man abdecken möchte und welche lieber nicht. Man sollte jedoch nur in Rohstoffe investieren, wenn man einen weiteren Anstieg der Preise erwartet. Gibt es mit teuren Energieund Rohstoffpreisen, den angespannten Lieferketten und dem Ukraine-Krieg nicht mehrere Damoklesschwerter beim Anlegen? Die Lieferketten sind vor allem wegen der Pandemie und des massiven Konsumbooms in den USA so angespannt. Dies normalisiert sich aber zusehends. Die Abschwächung des Wirtschaftswachstums infolge des Rohstoffpreisschocks hat diesbezüglich auch eine positive Seite. Die Lage wird sich sowohl bei den

«Die Phase steigender Zinsen ist noch nicht vorbei. Bei Anleihen muss man weiter mit Kursverlusten rechnen.» Lieferfristen als auch den Einkaufspreisen entspannen. Auch der Ölpreis dürfte sich stabilisieren, wenn die globale Nachfrage sinken wird. Schwer abzuschätzen bleibt aber der Kriegsverlauf in der Ukraine. Die geopolitische Krise ist die grösste Belastung. Kein Wunder also, wenn Kleinanleger angesichts dieses Risikos am liebsten aussteigen möchten.

Christoph Sax (46) Chefökonom der Migros Bank

Das ist nicht zu empfehlen. In so volatilen Zeiten ist die Gefahr gross, dass man zum falschen Zeitpunkt aussteigt und danach den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg verpasst. Dann fährt man langfristig schlechter. Wichtig ist, dass man keine Klumpenrisiken eingeht und wie erwähnt breit diversifiziert. Was sollen vorsichtige Sparer und Anlegerinnen tun? Die Nervosität an den Börsen bleibt hoch. Deshalb sollte jetzt stillhalten, wer das Risiko scheut. Wer seine Ersparnisse auf dem Sparkonto hat und kein Risiko eingehen möchte, hält sie wohl besser dort. In der Schweiz haben die Phasen der negativen Realzinsen meist nur wenige Jahre gedauert. Wenn die Leitzinsen weiter steigen, wird sich diese Problematik abschwächen. Mit steigenden Zinsen werden Unternehmens- und Staatsanleihen wieder interessanter. Wäre das nicht eine Alternative für Risikoscheue? Obligationen haben grundsätzlich an Attraktivität gewonnen. Die Phase steigender Zinsen ist aber noch nicht abgeschlossen. Deshalb muss man bei Anleihen weiterhin mit Kursverlusten rechnen. Und auch hier ist die reale Verzinsung wichtig. Eine langfristige Schweizer Staatsanleihe mit 10 Jahren Laufzeit bringt eine Verzinsung von gut 1,4 Prozent, bei einer Inflationsrate von 2,9 Prozent bleibt nichts mehr übrig – auch falls die Inflation in den kommenden Jahren deutlich sinken dürfte. MM


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KOLUMNE | 20.6.2022 | 43

Lotto im Säli!

Illustration: Rinah Lang

Lisa Stutz (28) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Meine Grossmutter Margrit ist eine leidenschaftliche Spielerin. Sie liebt zum Beispiel Lotto. Als Kind war ich deshalb an vielen Lotto-Matches dabei. Die fanden etwa im Saal des Restaurants Rössli statt. Man bekam am Eingang die Karten mit den Nummern und deckte während des Spiels diejenigen ab, die gezogen wurden. Mein Grosi bediente immer mehrere Karten vor sich auf dem Tisch. Das beeindruckte mich sehr. Natürlich hatte sie auch meine Karte im Blick und machte mich darauf ­aufmerksam, wenn ich «Lotto!» durch den Raum schreien konnte. Ich glaube, in den meisten Fällen hat sie selber mitgerufen. Sie besuchte nicht nur Lotto-Matches in der Region. Für die besten fuhr sie kreuz und quer durch die Schweiz. Das hat sich oft gelohnt: Geschenkkörbe, Gutscheine, sie hat alles Mögliche gewonnen. Einmal sogar ein kleines Auto, glaube ich. Wenn sie uns abends

hütete, veranstaltete sie Lotto-Matches für uns. Sie rief die Zahlen aus, und wir drehten durch vor Freude. Auch in Aussicht auf die vielen kleinen Preise, die sie mitgebracht hatte (und die sie wahrscheinlich selber irgendwo gewonnen hatte). Mein Grosi liebt aber nicht nur Lotto. Sie ist auch eine begeisterte Jasserin. Keine Weihnachten vergehen, ohne dass sie irgendwann beiläufig den Jassteppich ausrollt. Auch im hohen Alter ist sie mir im Jassen derart überlegen, dass ich nicht mit ihr im Team sein will. Ich mache zu viele Fehler, über die sie sich aufregen muss. Gab es früher ein Fest im Dorf, hat sie uns viele Lösli gekauft. Waren nur Nieten dabei, erstand sie eine neue Ration. Neulich war wieder Dorffest. Als mein Vater in die Tasche ihres Rollators blickte, war die bis oben gefüllt mit Lösli. Es gibt Dinge, die ändern sich nie, und das macht mich glücklich. MM

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44 | 20.6.2022 | REISEGEPÄCK

Erste Hilfe für kaputte Koffer Lukas Theiler und Claudia Casanova reparieren im Auftrag von Fluggesellschaften ramponiertes Reisegepäck. Sie flicken alles – vom verbogenen Rädchen bis zur aufgeschlitzten Tasche. Text: Michael West Bilder: Herbert Zimmermann

Der kleine Alukoffer sieht jämmerlich aus: Er ist zerschrammt und zerbeult wie ein Auto nach einem Crash. Lukas Theiler klappt den Deckel auf und löst vorsichtig das Futter aus dem Metallgehäuse. Dann greift er zu einem Hammer und einem gepolsterten Kunststoffmeissel. Mit gezielten Schlägen klopft er das ramponierte Köfferchen wieder in Form. «Das Ausbeulen von Gepäckstücken aus Aluminium macht mir besonders Spass», sagt der 33-Jährige, der eigentlich Motorradmechaniker von Beruf ist. «Das erinnert mich immer ein wenig an die Arbeit in einer ­Karosseriespenglerei.» Reparatur in zwei Werktagen

Wir befinden uns in Emmen LU in einem ganz besonderen Spital, der sogenannten Kofferklinik. Die Patienten hier sind Reisetaschen, Rucksäcke und vor allem Koffer in allen Grössen, Farben und Formen. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie auf einer Flugreise mehr oder weniger stark ­beschädigt wurden: Sie haben Dellen, Risse, verklemmte Schlösser, abgeris­ sene Griffe oder verbogene Rädchen. Die ramponierten Gepäckstücke werden auf Kosten von

Swiss und weiterer Airlines in der Kofferklinik repariert. Das dauert im Schnitt zwei Werktage, danach geht das Gepäckstück in ­einer Kartonschachtel an den Besitzer oder die Besitzerin zurück. Die Kofferklinik gehört zu Pack Easy, dem mit 60 Jahren ­ältesten Gepäckhersteller der Schweiz. «Doch wir flicken hier natürlich nicht nur unsere eigenen Produkte, sondern ganz unparteiisch Koffer und Taschen aller Marken», erklärt Marion Klein (59), Chefin der Traditionsfirma. Vor der Pandemie lieferten die Airlines jährlich 11 500 ramponierte Gepäckstücke an die Werkstatt. In der Coronazeit sank die Zahl drastisch. Für diesen Sommer und Herbst erwartet Klein nun wieder enorm viel ­Arbeit: «Die Leute wollen ­verpasste Reisen nachholen. Den Flughäfen fehlt jetzt aber das Personal, um die riesige Gepäckflut zu bewältigen. Je grösser die Hektik in der Logistik ist, desto häufiger werden Gepäckstücke unsanft behandelt und dabei beschädigt.» In der Kofferklinik ist man bestens gerüstet, um die vielen neuen Patienten zu versorgen. Dabei arbeiten in der grossen Werkstatt, nur zwei Leute: Neben

Lukas Theiler kümmert sich hier Claudia Casanova um kaputte Gepäckstücke. Gerade hantiert sie mit einem wuchtigen, pistolenförmigen Werkzeug – sie nietet damit neue Rädchen an einen Koffer. Die 43-Jährige war früher Hotelfachassistentin. Sie hat zeitweise als Dreherin in einer Schlagzeugmanufaktur und auch in der Produktion von chirurgischen Instrumenten gearbeitet. Werkzeug aus der Chirurgie

Wie ihr Kollege Theiler ist auch Casanova nie um Ideen verlegen, wenn es um die Lösung kniffliger Probleme geht. Sie hat zum Beispiel herausgefunden, dass sich mit Arterienklemmen aus der Chirurgie sehr gut ein Reissverschluss fixieren lässt, bevor man einen neuen Zipper einfädelt. Dem Kofferklinik-Team steht bei seiner vielseitigen Arbeit ein imposantes Arsenal an Werkzeugen zur Verfügung. Unverzichtbar ist auch das grosse Ersatzteillager. Wenn sich ein Gepäckstück nicht mehr reparieren lässt, wird es fachgerecht entsorgt und rezykliert. Einzelteile wie Rädchen, Schlösser oder Schnallen gehen dann entweder in die Metallsammlung oder kommen ins Lager. So sind auch Ersatzteile für

Claudia Casanova ­nietet gerade neue ­Rollen an einen Koffer. Ihr Kollege Lukas ­Theiler (rechts) beult ein ­Alugehäuse aus.


REISEGEPÄCK | 20.6.2022 | 45

«Einmal haben wir drei Tage lang einen Koffer gereinigt, in dem ein Glas Tomatensauce zerbrochen war.» Lukas Theiler


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REISEGEPÄCK | 20.6.2022 | 47

gemachter Tomatensauce in ih­ rem geliebten Koffer zerbrochen war: «Wir haben das Futter mit sanften R ­ einigungsmitteln ge­waschen, trocknen lassen und nochmals gewaschen. Nach drei Tagen war der Koffer s­ auber.» Starke Gefühle für Gepäckstücke

ältere Koffermodelle vorrätig. Manchmal braucht es neben der richtigen Ausrüstung und dem Know-how auch viel Geduld, um ein Gepäckstück wieder instand­ zusetzen. Theiler erzählt von ­einer Kundin, der ein Glas haus­

Für manche Menschen sind Ge­ päckstücke zwar bloss austausch­ bare Nutzgegenstände, andere verbinden damit aber starke ­Gefühle. Das zeigt sich in den Zu­ schriften zufriedener Kundinnen und Kunden, die immer wieder in der Werkstatt eintreffen. «Es ist der erste selbst gekaufte Kof­ fer meiner Tochter», heisst es zum Beispiel in einer Mail. «Was für eine Freude, dass Sie uns hel­ fen konnten.» Und eine andere Kundin schreibt: «Ich bin sehr erleichtert, dass mich mein heiss

geliebter Koffer nicht verlassen musste und sich reparieren liess.» Wie halten es Theiler und ­Casanova eigentlich selber mit dem Reisen? Können sie ihr Ge­ päck noch unbesorgt einchecken, wenn sie an die kaputten Koffer und Taschen in ihrer Werkstatt denken? Beide haben damit kein Problem: Theiler war kürzlich auf einer dreiwöchigen Rucksack­ tour durch Sri Lanka, Casanova kann es nicht erwarten, endlich wieder einmal in ihre Traumstadt Los Angeles zu fliegen. Ganz vergessen können Sie ihre Arbeit in den Ferien aller­ dings nicht. «Manchmal sehe ich an einem Flughafen, dass ruppig mit dem Gepäck um­ gegangen wird», sagt Casanova. «Dann denke ich immer: Jetzt kommt wieder Nachschub für die Kofferklinik.» MM

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48 | 20.6.2022 | DIGITALE RATESPIELE

5 Alternativen zu «Wordle» Das digitale Wort-Rate-Spiel ist ein Hit, aber nicht das einzige Spiel, das die grauen Zellen anregt. Hier sind Alternativen. Text: Philipp Rüegg

«Nerdle»

Hier geht es nicht um Buchstaben, sondern um Zahlen. Ziel ist es, eine Rechenaufgabe zu lösen. Dazu kommen nicht nur alle Zahlen zum Einsatz, sondern auch alle mathematischen Operatoren. Am Schluss muss die Rechnung aufgehen.

«Heardle»

Getreu dem Wordle-Prinzip mit sechs Versuchen geht es in «Heardle» darum, täglich einen ­neuen Song zu erraten. Im ersten Versuch gibt es lediglich eine Sekunde zu hören. Mit jedem Versuch werden es ein paar mehr – bis zum Maximum von 16 Sekunden. Sobald eine Band oder ein Künstler im Suchfeld eingetippt wird, erscheint eine Auswahl mit Vorschlägen. So muss man sich nicht durch den gesamten Albumkatalog wälzen.

«Nerdle »: GratisApp für Android und iOs, im Browser: nerdlegame.com

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DIGITALE RATESPIELE | 20.6.2022 | 49

«Kitty Letter»

Bild: Getty Images

«Framed»

«Framed» richtet sich an Filmfans. Hier gilt es, mit maximal sechs Bildern aus dem Film den Titel herauszufinden. Die Auswahl bleibt im Mainstream-Bereich. Grösste Ausnahmen sind bisher «Requiem for a Dream» oder «BlacKkKlansman», die allerdings ebenfalls keine Geheimtipps mehr sind. «Framed»: im Browser auf framed.wtf

Etwas verspielter ist «Kitty Letter» von den Entwicklern der populären Kartenspiele «Cards against Humanity» oder «Exploding Kittens». Um Katzen geht es auch in Kitty Letter. Man muss sein Zuhause vor einer Schar angriffslustiger Vierbeiner schützen. ­Dabei formt man aus ­einem Kreis von Buchstaben so viele Wörter wie möglich. So lange, bis der Angriff abgewehrt ist. Dazwischen locken kurze Sequenzen mit ähnlich schwarzem Humor wie in den Spielvorlagen. «Kitty Letter»: Gratis-App für Android und iOS, Download auf www.migmag.ch/ kitty-letter

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«Knotwords»

Wem das alles zu einfach ist, für den oder die gibt es noch «Knotwords». Dieses Ratespiel sieht auf den ersten Blick aus wie ein Kreuzworträtsel, hat aber mehr Parallelen zu Sudoku. In einigen Feldern stehen zwei bis fünf Buchstaben. Die müssen wiederum in zwei bis fünf Feldern richtig verteilt werden. Nicht immer ergibt sich dabei ein komplettes Wort. Oft entsteht erst durch angrenzende Felder etwas Lesbares. Es muss also oft mehrere Felder weitergedacht werden. Nur auf Englisch verfügbar. «Knotwords»: ­Gratis-App für iOs und Android, In-AppKäufe. Fr. 12.50 im Browser (nur PC): playknotwords.com


50 | 20.6.2022 | FAMILIE

Soll mein Kind mehrsprachig aufwachsen? Multilinguale Kinder sind im Vorteil. Doch worauf gilt es beim Spracherwerb zu achten? Und was bringen zweisprachige Kitas oder das Au-pair aus China? Text: Kristina Reiss

Nein. «Kinder können mehrere Sprachen gleichzeitig lernen», sagt Franziska Vogt, Leiterin des Instituts Lehr- und Lernforschung sowie des Zentrums Frühe Bildung an der Pädago­ gischen Hochschule St. Gallen. So leicht wie im Kindesalter lerne man später keine Fremdsprache mehr. Zudem würden damit Werte, Traditionen und Normen vermittelt: Ein mehrsprachiges Kind wird sicherer im Umgang mit einer oder mehreren anderen Kulturen. Tipp: Entscheiden Sie sich als Paar vor der Geburt bewusst: In welchen Sprachen soll der Nachwuchs aufwachsen? In diesen dann viel gemeinsam spielen, vorlesen, sprechen.

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Bild: Mauritius Images

Überfordert es Kinder, wenn sie mit drei Sprachen aufwachsen?

«Godnat», sagt die Mutter, «Buonanotte», raunt der Vater, «Guätnacht», flüstert die Tochter.


FAMILIE | 20.6.2022 | 51

Welche Vorteile hat Mehrsprachigkeit? Wer mehrere Sprachen kann, hat es nicht nur beim Kommunizieren leichter. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass multilinguale Menschen sich besser konzentrieren, in andere hineinversetzen und Konflikte leichter lösen. Zudem bleibt ihr Gehirn bis ins Alter flexibler.

Soll ich englisch mit dem Kind reden, wenn es nicht meine Muttersprache ist? Davon rät die Fachfrau ab: «Das ist nicht authentisch und irritiert Kinder nur.» Beim Au-pair aus China oder zweisprachigen Kitas hingegen sei die Sprache im Alltag notwendig, um sich mit der Bezugsperson in deren Muttersprache zu verständigen. Tipp: Eltern sollten von Anfang an diejenige Sprache an den Nachwuchs weitergeben, die ihre Herzenssprache ist.

Brauchen mehrsprachige Kinder länger, bis sie eine Sprache gut können? Multilingual aufwachsende Kinder hören in den jeweiligen Sprachen weniger Worte und Sätze als Kinder, die alles in einer einzigen Sprache wahrnehmen. Ihr Lernen ist also auf mehrere Sprachen verteilt. Deshalb entwickeln sich die einzelnen Sprachen bei einigen Kindern zunächst etwas langsamer. Der Unterschied ist aber nicht gross, auch sonst sprechen die einen früher und die anderen etwas später. Tipp: Bei Unsicherheiten und Fragen lieber einmal mehr zum Kinderarzt gehen.

Was, wenn sich das Kind einer Sprache verweigert? Gelassen bleiben und konsequent in der jeweiligen Sprache weiterreden, rät Vogt. «So bleibt dem Kind die Sprache erhalten, bis es sie später vielleicht doch noch ­anwendet.» Tipp: Flexibel bleiben! Es wird immer Phasen geben, in denen das Kind mal die eine, mal die andere Sprache bevorzugt.

Wie vermeide ich ein «Chrüsimüsi» zwischen den Sprachen? Keine Sorge, der wilde Mix legt sich meist von selbst. Mehrsprachige Kinder mischen im Vorschulalter häufig: Was ein Kind in der einen Sprache noch nicht sagen kann, leiht es sich übergangsweise aus der anderen. Tipp: Statt kritisieren («Das hast du falsch gesagt! Richtig heisst es …») lieber beiläufig den Satz korrekt wiederholen und erweitern.

Schon im Vorschulalter Idealerweise lernt der Nachwuchs vor dem Chindsgi auch neben der Familie eine zweite Sprache kennen: durch Kontakte zu Familien, den Besuch von Kitas oder Spielgruppen. «Dafür brauchts kostenlose oder günstige Kitas und Spielgruppen», findet Franziska Vogt. Sie wünscht sich mehr Wertschätzung für Mehrsprachigkeit: «Deutsch-Englisch aufwachsen ist cool, aber auch DeutschAlbanisch oder Deutsch-Suaheli!» In der mehrsprachigen Spielgruppe des Interkulturellen Frauentreffs Karibu arbeitet Kinderpsychologin Sengül Ataç mit Betreuerinnen, die die Muttersprache der Kinder sprechen. «So können wir Lieder in Deutsch und der Erstsprache singen.» Aus Angst, ihr Kind habe in der Schule Nachteile, kommunizieren Eltern mit Migrationshintergrund oft gebrochen Deutsch statt in der Muttersprache. Aber «nur wer in der Muttersprache sicher ist, lernt gut Zweitsprachen». Das Projekt wird gefördert von der Initiative «ici. gemeinsam hier.».

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54 | 20.6.2022 | SPORT

Die sieben goldenen 1 SUP-Regeln Wie man mit dem Stand-up-Paddle von Anfang an erfolgreich ist und wie man auf seinen Touren auf dem Wasser maximal profitiert. Text: Patricia Brambilla

Bilder: Mathieu Rod

Das richtige Board Aufblasbares oder hartes Board? Ein hartes Board ist zwar stabiler, aber schwerer zu transportieren und aufzubewahren. Die aufblas­ baren sind sieben bis acht Kilogramm schwer und lassen sich zusammengefaltet gut in einer Tasche zusammen mit Pumpe, Paddel, ­Finne, Leach und Reparaturset transportieren. Für den A ­ nfang ist ein Allround-­Familienboard mit einem flachen und damit stabileren Unterwasserschiff (3,50 Meter lang, 79 Zentimeter breit, 15 Zentimeter dick) besser geeignet als ein schmaleres, auf Geschwindigkeit ausgerichtetes Race-Board. Tipp: Beim Aufpumpen ist es wichtig, den empfohlenen Druck einzuhalten. «Wenn das Board zu wenig Luft hat, biegt es sich durch, und da die Luft schlecht verteilt ist, verliert man an Stabilität», warnt Jérémy Bechet, ­Verkäufer bei SportXX in der Migros Chablais.

Jérémy Bechet ist seit sechs Jahren begeisterter Stand-up-Paddler.

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An die eigene Sicherheit denken Eine Schwimmweste ist zwar für eine Fahrt bis 300 Meter vom Ufer entfernt nicht vorgeschrieben, wird aber dennoch dringend empfohlen. Ebenso ist eine Kopfbedeckung, Sonnencreme und -brille oder sogar ein UV-­beständiges T-Shirt nützlich. Wer sich allein ins Wasser begibt, sollte einen Angehörigen über seine Route informieren. Und nach zwei Stunden in der prallen Sonne, sollte man nicht ohne ­Annetzen ins Wasser springen.

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Das Paddel einstellen Es ist wichtig, ein verstellbares Paddel zu wählen und es 15 bis 20 Zentimeter länger einzustellen, als die Körpergrösse des Paddlers beträgt. «Mit einem zu kurzen oder zu langen Paddel schadet man dem Rücken, weil man falsche ­Bewegungen ausführt», warnt ­Jérémy Bechet. Das Paddel sollte man so halten, dass die Hände schulterbreit auseinanderliegen.


SPORT | 20.6.2022 | 55

Den Horizont betrachten

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«Ein Anfängerfehler ist, zu sehr aufs Board zu schauen. Man sollte nicht mit Blick nach ­unten paddeln, sondern in die Ferne blicken. Wenn man die Wellen eher sieht, kann man besser reagieren und auch auf seine Umgebung achten», rät Jérémy ­Bechet, der seit sechs Jahren mit Begeisterung Stand-up-Paddling betreibt. Tipp: Nach einem Sturz – idealerweise seitlich! – legt man das Paddel auf das Brett und steigt immer in der Mitte des Bretts auf.

Die Balance finden Man stellt sich nicht sofort mit beiden Füssen auf das Board und legt los. Der erste Schritt ist, sich mittig auf dem Board hinzu­ knien und das Gleichgewicht zu finden. Dann stellt man das Pad­ del quer und steht ruhig auf. Die richtige Position: hüftbreiter Stand, Knie sind leicht gebeugt. Tipp: Jérémy Bechet schlägt vor, sich nie gegen den Wind zu stellen, sondern sich so zu positionieren, dass man den Wind im Rücken hat. Dadurch wird der Start einfacher.

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Den Wind spüren, aufs Wetter achten Wer sich nach einer Weile auf dem Brett sicher fühlt, möchte sich vermutlich in herausfordernde Gewässer begeben. Hier sollte man auf Strömungen achten, die Paddler auf dem Brett abtreiben und den Rück­ weg erschweren könnten. «Paddling trainiert alle Muskeln, die Arme, die Schultern, die Brust, den Bauch und die Beine», sagt Bechet. Er rät ausserdem, immer ein Auge auf das Wetter zu haben. Tipp: Nach einem Ausflug spült man das Board am ­besten ab und lässt es gut trocknen, bevor man es ­wieder einpackt, damit sich Sand oder Algen nicht darin festsetzen können.

Sich an Regeln halten, die Natur respektieren Das Stand-up-PaddlingBoard gilt als kleines Was­ serfahrzeug und unterliegt den Schifffahrtsregeln wie ein Ruderboot. Auch wenn man sich mit dem Board eher geräuschlos fortbe­ wegt, kann es die Tierwelt, besonders Wasservögel, stören. Schilfgebiete, Kies­ inseln und Naturschutz­ gebiete, in denen oft be­ drohte Arten nisten, sind ­daher zu meiden. Diese Bereiche sind in der Regel mit gelben Bojen markiert, die nicht überfahren werden dürfen. MM


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GESUNDHEIT | 20.6.2022 | 57

Gut zu Fuss

Füsse müssen im wahrsten Sinn des Wortes oft einiges ertragen. Warum sie manchmal schmerzen und was dagegen hilft. Text: Asmus Frank

Tipps Die Füsse mit einem ­warmen Bad und einer Massage verwöhnen.

Welche Ursache haben Fussschmerzen?

Ein schönes Fussgewölbe ist nicht gottgegeben – es benötigt Muskeln. Denn die Muskeln an Füssen und Unterschenkeln halten die Füsse in Form. Schuhe mit ausgeprägtem Fussbett sind deshalb für gesunde Füsse kon­ traproduktiv, weil sie sie so gut stützen, dass die Muskeln er­ schlaffen. Die Folge: Die Füsse werden platt, weil das Fussgewölbe absinkt. Es kommt zu Spannungen in der Fusssohle und Fehlstellungen in den Gelenken sowie bei Ferse und den Zehen – und das kann schmer­ zen. Der Fersensporn oder Schmerzen in der Achillessehne haben häufig dort ihre Ursache. Ein anderer Grund für Fuss­ schmerzen sind Verletzungen, die nicht ausgeheilt sind, oder Übergewicht. Aber auch Erkran­ kungen wie Gicht, Rheuma, Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden in den Beinen, zum Beispiel wegen Diabetes oder Bandscheibenvorfall, kön­ nen Fussschmerzen verursachen.

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Was kann man dagegen tun?

An erster Stelle steht das Dehnen der Muskulatur und das Training der Fuss- und Unterschenkelmus­ kulatur: Gehen Sie immer wieder einige Schritte auf den Fersen und auf den Zehen. Heben Sie einen Bleistift mit den Zehen vom ­Boden auf. Ziehen Sie ein breites, elastisches Gummiband mit dem Fuss oder den Zehen in verschie­ dene Richtungen. Vergessen Sie

dabei nicht, die Muskeln auch zu dehnen, zum Beispiel indem sie den Fuss über eine am Boden ­liegende Konservenbüchse rollen oder Sie einen langen Schritt ­machen und die Ferse des hinte­ ren Beins auf dem Boden lassen, um die Waden zu dehnen. Ganz wichtig: Laufen Sie auch barfuss! Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, deren Füsse noch in Entwicklung sind. Lassen sich Schmerzen damit nicht beheben, können Physio­ therapie, medizinische Schuhein­ lagen, gezielt gesetzte Spritzen oder eine Operation helfen, um die Schmerzen zu behandeln oder die Fussform zu korrigieren. Worauf sollte man beim Schuhkauf achten?

Ausgelatschte, zu weiche oder zu enge Schuhe sind Gift für die Füsse. Am besten bei schmerzen­ den Füssen sind Schuhe, die die Ferse etwas stützen, mit stabile­

Sind Schmerzmittel nötig: möglichst abends gegen die Reizung und für eine Muskel­entspannung einnehmen. So spürt man tagsüber besser, wenn die Füsse die ­Belastungsgrenze­ ­erreichen und kann darauf Rücksicht n ­ ehmen.

ren Sohlen, die etwa so steif sind wie die von Trekkingschuhen. Denn oft schmerzen die Füsse bei der Abrollbewegung, und steifere Sohlen entlasten die Gelenke. Kinder sollten keine Schuhe mit einem ausgeprägtem Fuss­ bett ­tragen. Was müssen Sportlerinnen und Sportler wissen?

Wer im Training zu schnell zu viel will, überfordert seine Füsse. Beim Trainieren sollte man im­ mer wieder die Schuhe wechseln und je nach Gelände unterschied­ liche Modelle benützen. Spezial­ schuhe sind nicht in jedem Fall nötig. Sich in einem Fach­geschäft beraten zu lassen, ist h ­ in­gegen sehr zu empfehlen. MM

Mehr zum Thema auf impuls.migros.ch/fusstraining iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Erkrankungen wie Gicht oder Diabetes rechtzeitig behandeln, damit es nicht zu Beschwerden kommt. Bei Gefühlsstörungen an den Füssen ­diese täglich auf unbemerkte ­Verletzungen kon­trollieren Bei wiederkehrenden oder starken Fussschmerzen einen Arzt aufsuchen, ebenso bei offenen Wunden, wenn sich der Fuss ­rötet oder ­anschwillt.

Dr. med Asmus Frank, Facharzt für Orthopädie FMH, Ortho­pädiezentrum, Medbase Kriens Mattenhof


58 | 20.6.2022 | MIGROS WALLIS

Die positive Energie der Früchte Es ist eine Weltpremiere: Die Migros Wallis wird Erdbeeren und Himbeeren verkaufen, die bei der Stromerzeugung behilflich sind. Text: Fabien Lafarge

Die Erdbeeren und Himbeeren werden in Conthey produziert und in der gleichen Gemeinde, in der Migros Conthey Forum des Alpes, verkauft.

Ja, richtig gelesen. Früchte, die bei der Stromerzeugung behilflich sind. Und nein, hier ist nicht die Rede von der Kartoffel, mit der man eine Glühbirne zum Leuchten bringen kann. Konkret: Die Früchte selbst tragen zwar nicht zur Energieerzeugung bei, aber ihre Produktion sehr wohl. Solarstrom fürs Pflanzenwachstum

Die Gesellschaft Insolight hatte die Idee zu einer Agrivoltaikanlage und taufte sie Isolagrin. Sie zielt darauf ab, Plastiktunnel in der Landwirtschaft durch Solarmodule zu ersetzen. Die Pilotanlage steht in Conthey auf Anbauflächen für Himbeeren und Erdbeeren. Das Besondere an den Solar-

modulen ist, dass die Intensität des Lichts, das an die Pflanzen geleitet wird, nach den Bedürfnissen der Früchte und Klimabedingungen eingestellt werden kann. Die Anlage besteht aus Standardsolarmodulen und einer mobilen optischen Schicht, die je nach Ausrichtung das Licht auf die Solarzellen oder die Pflanzen lenkt. Das zum Wachsen benötigte Licht wird also von der Pflanze aufgenommen, während der Überschuss des Solarmoduls zur Stromerzeugung genutzt wird. Man könnte auch sagen: Strom, der den Pflanzen beim Wachsen hilft. So wird die im Wallis sehr häufig scheinende Sonne optimal genutzt. Die Anlage ersetzt auch

die bei Gewächshäusern üblichen Plastikplanen und leistet so damit ­einen Beitrag zur Reduzierung der Umweltverschmutzung. Zusammenarbeit mit der Migros

Während die Migros sich um den Vertrieb kümmert, mussten mehrere Akteure zusammenkommen, um die Früchte unter diesen Bedingungen anzubauen: Drei Partner arbeiten seit Juli 2021 auf dem Gelände von Agroscope in Conthey gemeinsam an dem Projekt. Auf der 165 Quadratmeter grossen Anlage werden Himbeeren und Erdbeeren angebaut. Insolight entwickelt und liefert die Technologie. Agroscope untersucht


20.6.2022 | 59

SportXX im Festfieber

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Die SportXX-Filialen der Migros Wallis organisieren diese Woche einen grossen Sonderverkauf. Es gibt bis zu 50 % Rabatt, unter anderem auf Textilien, Schuhe und Accessoires.

GENOSSENSCHAFT MIGROS WALLIS

Resultate der Urabstimmung 2022 Liebe Mitglieder Sie haben sich in grosser Zahl an der diesjährigen Urabstimmung beteiligt, wofür wir Ihnen ganz herzlich danken. Die Anzahl der eingegangenen Stimmkarten beträgt 20 682 Stück, was bedeutet, dass sich 24,57 % der Genossenschafterinnen und Genossenschafter die Zeit genommen h ­ aben, ihre Stimmkarte auszufüllen und in die Urne zu legen. Im Detail nahmen die Stimmberechtigten wie folgt an der diesjährigen Urabstimmung teil:

Zahl der Stimmberechtigten: 85 043 Zahl der zustellbaren Stimmkarten: 84 168 Eingegangene Stimmen: 20 682 Stimmbeteiligung in Prozent der zugestellten Stimmkarten: 24,57 % Die Jahresrechnung 2021 – unter Entlastung der Verwaltung – und die Verwendung des Bilanzgewinnes wurden wie folgt genehmigt: Ja: 19 466 97.37 % Nein: 526 2,63 % Leer: 660 Ungültig: 30    1

In Kürze

Bilder: zVg

Ort: Conthey den Ertrag und die Qualität der Ernte. Romande Energie hat die Anlage finanziert und gebaut und überwacht die Energieproduktion. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesamt für Energie (BFE). Conthey wurde aus zwei Gründen ausgewählt: Es ist sehr sonnig, und dort befindet sich ein Agroscope-Forschungszentrum. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich verläuft, dürfte die neue Technologie auch an anderen Orten in der Schweiz auf grösseren Flächen eingesetzt werden. Wer sich von der Qualität der Beeren überzeugen möchte, ist in Conthey willkommen. Es lohnt sich. Man sollte aber keine Zeit verlieren. Die auf der Anlage produzierten Früchte können nur probiert werden, solange der Vorrat reicht. MM

Anbau von: Himbeeren und Erdbeeren Agrivoltaikanlage mit einer Fläche von: 165 m² Solarkapazität: 18 kW Produzierte Energie: bis zu 18 000 kWh jährlich (Verbrauch von vier Haushalten) Ernteertrag: bis zu 400 kg pro Jahr

Die digitale Ausübung der ­Mitgliedschaftsrechte wurde wie folgt genehmigt: Ja: 17 538 87,58 % Nein: 2487 12,42 % Leer: 617 Ungültig: 40    2

Das Alkoholverkaufsverbot in den Migros-Filialen, inklusive Migros-Restaurants und Migros-­TakeAways, wurde wie folgt bestätigt und die damit verbundene Statutenänderung abgelehnt: Ja: 8120 39,66 % Nein: 12 355 60,34 % Leer: 168 Ungültig: 39    3

Wir danken Ihnen herzlich für das ­Zeichen Ihres Vertrauens. Genossenschaft Migros Wallis Die Verwaltung


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Wir machen keine Diät, sondern eine Stoffwechseltherapie

Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Umgekehrt gilt: Jede

Dr. med. Padia Rasch Leitende Ärztin Fachkurhaus Seeblick Krankheit hat auch ihre Ursache in einer Störung des Stoffwechsels. Im Problemfall werden essentielle, stoffwechselregulierende Substanzen nicht mehr richtig aufgenommen, um- oder abgebaut. Die Folge sind Verlust der Regenerationsfähigkeit (Autophagie) bis hin zum Rückstau von Schad- und Abbaustoffen. Die Symptome sind vielfältig: ein nicht funktionierendes Immunsystem, Schlafstörungen, zu hohe Zucker-, Fettund Leberwerte, Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Erschöpfung oder entzündliche Beschwerden. Um Ihre Gesundheit zu erhalten,

hilft es sehr, Ihrem Körper eine Ausund Regenerationszeit zu gönnen.

Ziele des Aufenthaltes im Fachkurhaus Seeblick • Tiefgreifend entgiften • Rasch und gesund Depotfett abbauen • Cholesterinwerte und Blutdruck reduzieren • Körperfunktionen regenerieren und vitalisieren (Autophagie) • Immunsystem gezielt stärken

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LESERANGEBOT | 20.6.2022 | 65

Profitieren Leserinnen und Leser des Migros-Magazins erhalten pro Buchung der Reise Familienspecial Mallorca pro erwachsene Person einen Rabatt von Fr. 100.–.

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Kind unter 7 Jahren Fr. 395.–** Kind unter 16 Jahren Fr. 595.–** * Leserrabatt für Erwachsene von Fr. 100.– bereits abgezogen ** im Zimmer mit zwei voll zahlenden Erwachsenen.

Bilder: zVg

Auf Anfrage: Preisbeispiel für eine Familie mit zwei Kindern unter ­sieben Jahren bei zwei Zimmern mit Verbindungstür ab Fr. 2665.–

Im Angebot inbegriffen Zürich–Palma de Mallorca und zurück mit Edelweiss Air Sitzplatzreservation (Flüge) Transfer von/zu Flughafen 7 Übernachtungen im DZ Landseite (max. 1 Kind) mit Halbpension Tickets für Cuevas d’Artà (20 Gehminuten vom Hotel) Betreuung im Hotel durch jdsfak dsfkjdsg dsfgkjjdfg Universal Reiseleitung dfgjhd sfgjkdfgsjk

Kinderfreundliche Atmosphäre auf dem Spielplatz und am Strand des Vier-Sterne-Hotels Laguna in Canyamel (oben rechts)

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praktischen Zimmern mit Verbindungstüren. Erkunden Sie mit dem Nachwuchs das spektakuläre Tropfsteinhöhlensystem Cuevas d’Artà. Beim Spezialangebot von Universal Mallorca Reisen ist der Eintritt inklusive. Zusätzlich erhält die Migros-MagazinLeserschaft gratis Sitzplatzreservationen im Flugzeug sowie einen Rabatt von 100 Franken pro erwachsene Person.

dfgkjbdfgjk Zuschläge DZ Meerseite: Fr. 70.– jdsfak dsfkjdsg dsfgkjjdfg Flug ab Bern mit Lübeck Air dfgjhd sfgjkdfgsjk (bis 16 Jahre): Fr. 30.– (16.–) dfgkjbdfgjk Nicht inbegriffen Übernachtungssteuer € 3.30 / Tag (ab 16 Jahre), Fr. 50.– Dossiergebühr / Auftrag, Kombi-Reiseversicherung Fr. 35.– / Person

Buchen: Telefon 0848 811 188, universaltravel.ch/migrosfamilienspecial-mallorca Rabattcode: MM220621 Es gelten die ARVB der Universal Flugreisen AG, Vaduz. Preisstand: 21. 6. ; tagesaktuelle Flugzuschläge möglich


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✓ Fahrt im komfortablen Extrabus ✓ 5 Übernachtungen im guten Mittelklassehotel in Rimini ✓ 5 x Frühstück & 4 x Abendessen im Hotel ✓ 1 x «Pizza Party» im Rahmen der Halbpension ✓ Interessante Stadtführungen in San Marino, Ravenna, Bologna & Modena ✓ Pasta Kochkurs auf einem Agriturismo mit Weinprobe & Lunch ✓ Besichtigung Olivenölfabrik inkl. Probe ✓ Käsereibesichtigung inkl.

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Käse - und Balsamicoprobe ✓ Besichtigung Schinkenfabrik inkl. Probe ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

Ihr Reiseprogramm:

Wunderschönes Bologna

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San Marino

1. Tag – Anreise & Prosciutto Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Parma, wo wir in einer traditionellen Schinkenfabrik allerlei Interessantes über die Herstellung des feinen Parmaschinkens erfahren. Natürlich werden wir im Anschluss an die Führung die edlen Erzeugnisse auch verkosten können. Gut gestärkt geht es weiter in unser Hotel in Rimini. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – San Marino & Tagliatelle Heute Morgen sind wir zu Gast auf einem typischen Agriturismo, wo wir Weine verkosten und unter fachkundiger Anleitung leckere Tagliatelle herstellen werden, welche wir zum Mittagessen geniessen – ein schönes Erlebnis in guter Gesellschaft. Später zeigen wir Ihnen den «kleinsten Staat» der Welt, San Marino. An den Hängen des Apennin Gebirges gelegen, bietet die Stadt einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Landschaft. 3. Tag – Ravenna & Olivenöl Schon zur Zeit des römischen Kaiserreichs wurde Ravenna zur Hauptstadt des weströmischen Reiches. Die Stadt hat enorm viel

zu bieten und gehört zu den Schönsten Italiens. Nach der tollen Führung machen wir auf dem Rückweg einen Stopp in einer Olivenölfabrik, wo wir das flüssige Gold Italiens kosten werden. 4. Tag – Bologna & Pizza Heute erwartet uns das zauberhafte Bologna. Freuen Sie sich auf eine der schönsten Altstädte Europas, auf herrliche Arkaden und prächtige Paläste. Nach einer beeindruckenden Führung bleibt genügend Zeit für eigene Entdeckungstouren. Am Abend erwartet uns im Hotel eine «Pizza-Party» à discrétion. 5. Tag –Parmigiano & Aceto Am Vormittag erfahren wir in einer bekannten Käserei alles Wissenswerte über die Herstellung des berühmten Parmigiano. Anschliessend werden wir diesen zusammen mit gutem Aceto Balsamico verkosten. Später flanieren wir durch die bildschöne historische Altstadt von Modena mit ihrem romanischen Dom. Im Anschluss bleibt genügend Zeit für eigene Entdeckungstouren. 6. Tag – Heimkehr Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

Wählen Sie Ihr Reisedatum: 23. - 28. September 2022 16. - 21. Oktober 2022

Im guten Mittelklassehotel:

Normalpreis: Fr. 749.Aktionspreis: Fr. 599.-* * Aktionspreis gültig solange Vorrat

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 99.Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person (entfällt bei Online-Buchung) Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, St. Gallen, Sargans, Thun, Winterthur, Zürich

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.6.2022, 24 Uhr Gewinner Nr. 23 Hauptpreis: Ruedi Küffer, Othmarsingen AG; Lyne Farquet, Martigny VS Zusatzpreis: Hermann Inglin, Rüti ZH; Kurt Schmid, Prangins VD Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.6.2022, 24 Uhr


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Passau–Wien–Budapest–Passau MS Thurgau Ultraiiii+ Abreisedaten 2022 22.07./05.08./26.08./02.09./23.09.

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Basel–Würzburg–Mainz–Trier–Basel 1. Tag Basel Ind. Anreise nach Basel. Einschiffung ab 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr heisst es «Leinen los!». 2. Tag Flusstag Schifffahrt entlang des Rheins. 3. Tag Miltenberg Weiterfahrt auf dem Main. Am Nach­ mittag Ausflug(1) zum Wasserschloss Mespelbrunn. 4. Tag Würzburg Ankunft in Würzburg. Transfer(1) in die Innenstadt und Besuch der bischöflichen Residenz. Der anschliessende Rundgang zeigt die Höfe und Burg­ häuser der Altstadt sowie die Baudenkmäler dieser Barockstadt. 5. Tag Wertheim Rundgang(1) durch Wertheim und Be­ such des Glasmuseums. Weiterfahrt am Mittag Rich­ tung Mainz. 6. Tag Mainz Ankunft in Mainz. Rundgang(1) «auf Gu­ tenbergs Spuren» durch die Stadt. Am Nachmittag freie Zeit. 7. Tag Traben-Trarbach Fahrt entlang der Mosel. Ankunft in der Wein­ und Jugendstilstadt Traben­ Trarbach. Besuch(1) des teils mehrstöckigen und hunderte Meter langen Kellergewölbes, der soge­ nannten «Unterwelt» und Weinprobe. 8. Tag Trier Rundfahrt/­gang(1) durch Trier. Am Nach­ mittag entspannte Schifffahrt. 9. Tag Rüdesheim Lauschen Sie den Ausführungen eines Einheimischen über die einzigartige Kulturland­ schaft während der Passage des «Romantischen Rheins». Ankunft in Rüdesheim und Fahrt mit dem Winzerexpress (inkl.). 10. Tag Rüdesheim–Worms Schifffahrt nach Worms. Während eines Rundgangs(1) lernen Sie die jüdische

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Geschichte der Stadt kennen und besuchen jüdische Monumente. 11. Tag Kehl Ankunft in Kehl. Weingutbesichtigung(1) und verkosten lokaler Weine. 12. Tag Basel Ausschiffung und ind. Heimreise. Reisedaten 2022 Es het solangs het Rabatt 22.08–02.09. 750 28.09.–09.10. 750 17.09.–28.09. 750 21.10.–01.11. 1000

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RÄTSEL | 20.6.2022 | 69

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Quiz

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Witze, die langweilen, haben einen … V Schnauz

L Bart

D Zipfel

Wie nennt man das Ausscheideprodukt von Blattläusen? I

E Mehltau

Pantau

A Honigtau

Wie viele Prozent aller Säugetiere sind Nagetiere? G ca. 10 %

N ca. 40 %

S ca. 80 %

A Murten

1 1

O Thun

L Pontresina

T Zernez

Welcher Monat beginnt mit dem gleichen Wochentag wie der Juni? S Mai

N Januar

E keiner

In welchem geologischen Zeitabschnitt traten zum ersten Mal Gräser auf? T Kambrium 1

2

M Karbon 3

4

3

2 3

E 1 1

4 5 5

R

G Kreide

5

6

2 2

3 3

4 4

5 5

So nehmen Sie teil:

Die Albulalinie verbindet Thusis mit … W St. Moritz

4 2

Lösung: Lösung:

Wo steht ein Seemuseum? D Kreuzlingen

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7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.6.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.6.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 24

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 24

Sudoku Lösung Nr. 24

Was

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R I S O M I X T T G A L O S Paroli

S U R S E Lösung Nr. 24 L V A SEITE

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B E K S E I T E E N E N T E R H E N D E N U Quiz N Lösung Nr. 24 D E NAMIBIA

Sudoku Gewinner Nr. 23

Paroli Gewinner Nr. 23

Quiz Gewinner Nr. 23

Ludwig Nigg, Winterthur ZH; Anne-Marie Wyss-Andre, Therwil BL

Ulrich Gantenbein-Flury, Speicher AR; René Isoz, Chamoson VS

Lea Riner-Peyer, Münchenstein BL; Robert Schuwey, Marly FR


70 | 20.6.2022 | MEINE WELT

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«Die meisten Badegäste passen selbst ganz gut auf» Seit zehn Jahren ist Beat Wüthrich Chef-Bademeister im Berner Marzili. Dies, obwohl er eigentlich viel lieber in der Luft ist als im Wasser. Text: Manuela Enggist Bilder: Marco Zanoni


MEINE WELT | 20.6.2022 | 71

2

Mein MigrosLieblingsprodukt «Wenn ich mal etwas Süsses esse, dann immer einen Coupe Chantilly mit Schoko­ ladengeschmack.»

4

3

Name Beat Wüthrich (45) Wohnort Bern Das läuft bei mir «Ich bin nun seit zehn Jahren der Chef-Bademeister im Berner Freibad Marzili. Der Eintritt ist seit jeher gratis, und das Bad ist ein Treffpunkt für die ganze Stadt. Das Marzili ist eins der bestbesuchten ­Freibäder der Schweiz, an Spitzentagen überwachen wir bis zu 15 000 Badegäste. Im Verhältnis dazu haben wir relativ wenig Notrufe. Im Durchschnitt müssen wir pro Saison um die 20-mal ausrücken, um im Wasser Hilfe zu leisten. Die meisten Badegäste passen ganz gut selbst auf sich auf. Natürlich gibt es auch Notfälle. Vor einigen Jahren haben wir einen achtjährigen Jungen aus dem Becken gezogen. Er war bewusstlos, aber wir konnten ihn reanimieren. Das war perfektes Team­ work und hat uns gezeigt, dass wir die gelernten Ret­ tungstechniken auch unter Druck anwenden können.»

4 Mein Haustier «Leya ist eine rumänische Strassenhündin und nun schon seit eineinhalb Jahren an meiner Seite. Sie liebt das Gleitschirmfliegen, und deswegen nehme ich sie regel­ mässig mit auf meine Touren.»

5

6

1 Mein Job «Eigentlich bin ich gelernter Metzger und über Umwege Bademeister gewor­ den. Ich liebe den Beruf, weil ich gern draussen a­ rbeite. Im Win­ ter bin ich für die Eisbahn im Weyermannshaus zuständig.»

2 Mein Lieblingsplatz «Ich ­stehe gern bei der Brücke an der Aare. Von hier aus habe ich einen grossen Teil der Anlage im Blick. Zudem habe ich auch den Fluss im Auge. Wir haben ­ für die Aare eigentlich keine Aufsichtspflicht, aber helfen in brenzligen Situationen natür­ lich trotzdem.» 3 Mein Gefährt «Das Auto ­nennen wir hier im Marzili nur ‹unser Kamel›. Ich bin oft damit ­unterwegs, gerade wenn ich die Anlage in Schuss halten muss und Werkzeug vom einen zum anderen Ort transportiere.»

5 Mein Zuhause «In der Luft fühle ich mich noch wohler als im Wasser. Ich habe vor drei Jahren mit dem Gleitschirm­ fliegen angefangen und ver­ bringe nun einen Grossteil meiner Freizeit damit. Durch das Gleitschirmfliegen habe ich auch mit dem Wandern ­begonnen. Irgendwie muss man ja auf die Gipfel kommen, um hinunterzufliegen. Oft ­wandere ich nach Feierabend mit Freunden auf die Mönt­ schelealp, um in der Abend­ dämmerung noch einen Flug zu machen.» 6 Mein Talisman «Die Kette trage ich jeden Tag. Der Anhän­ ger ist ein sogenannter Splint, den ich zum ersten Mal benutzt habe, als ich meinen Rettungs­ schirm aktivieren musste. Das war zum Glück nur zu Übungs­ zwecken, trotzdem trage ich ihn nun als Glücksbringer.» MM


Stossen wir an auf die Demokratie. So haben die Genossenschafter*innen abgestimmt: Das NON kommt.

Ab 2023 erhältlich

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