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Migros-Magazin-23-2019-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migrosmagazin.ch | MM23, 3.6.2019

SALE Bild: Christoph Tänzer

Gültig vom 3.6.–14.7.2019, solange Vorrat

20 Seiten

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07.05.19 14:16

Tipps und Inspirationen zum Grillieren mit Familie und Freunden


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migrosmagazin.ch | MM23, 3.6.2019

Projekt «filmo»: «Bäckerei Zürrer» backt jetzt online S. 44

Scharfschütze mit Kamera Seite 61

Grenzerfahrung I: Sie zerbrechen an der Pflege der dementen Eltern Seite 27

Grenzerfahrung II: Franz Hohler geht immer noch einen Schritt weiter

Bild: Christoph Tänzer

Seite 74


«Griechischer Salat passt an jedes Grillfest.» Grill-Regel von Christos G.

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Kurzrezept Griechischer Salat: Lattich in Stücke zupfen. Mit Fetawürfeln, Cherry tomaten, Gurkensche iben und schwarzen Oliven anrichten, anschliessend Öl und Zitronensaft darüberträufeln. Mit Salz und Pfeffer würze n. Petersilie darüberzupfen und servieren. En Guetä!


«Am besten: Schnell parat und delikat.» Grill-Regel von Esteban R.

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6 | 3.6.2019 | MEINE MIGROS

Produkte verkauft die Migros an Spitzentagen in all ihren Superund Fachmärkten. Potz Blitz: Flasche aus Flaschen Der M-Industriebetrieb ­Mibelle Group hat den «Swiss Packaging Award» gewonnen, den Oscar der Verpackungsbranche. Mit Schweizer ­Partnern konnte das Unternehmen eine Putzmittel­ flasche aus 100 Prozent ­rezykliertem Polyethylen (PE) herstellen. Das Material für das Behältnis stammt aus der Plastikflaschensammlung in den ­Migros-Filialen.

Körner für die Schweizergarde

Benzin tanken mit der App Ab sofort funktioniert bei 100 Migrol-Tankstellen in der ganzen Schweiz die kostenlose «autoSense Fuel App». Sie zeigt Nutzerinnen und Nutzern den Weg zu Tank­stellen und die aktuellen Treibstoffpreise. Mit der App lässt sich die Tanksäule ­freischalten. Die Bezahlung erfolgt automatisch und sicher über die hinter­legte ­Kreditkarte oder ­Migrol-Tankkarte. Die App ist für iPhones und Android-Han­dys ­erhältlich. Die restlichen Migrol-Tankstellen werden laufend aufgeschaltet. Infos: autosense.ch

Digitaler Einkaufszettel Knapp fünf Millionen Mal ­wurde die Migros-App heruntergeladen. Laut einer Studie der Universität St. Gallen ist sie die beliebteste Einkaufs­ App der Schweiz. Nach fünf Jahren wurde sie nun über­ arbeitet: Die digitale Einkaufsliste hat ein frisches Design erhalten und lässt sich noch leichter zusammenstellen. Kostenlos im Apple Store und bei Google Play Store

Bilder: Getty Images, ICONEM DGAM, zVg (3)

Vor Kurzem fand im Vatikan die Vereidigung 23 neuer Schweizergardisten statt. Ehrengast der Feier war diesmal der Kanton Tessin. Eine hochrangige Delegation unter Führung von Staatsratspräsident Christian Vitta reiste nach Rom; mit dabei war eine Kochmannschaft aus Bellinzona. Sie hatte Reis des M-Industriebetriebs Riseria aus Torricella-Taverne TI im Gepäck und bereitete für die Gardisten einen Risotto zu.


MEINE MIGROS | 3.6.2019 | 7

Aproz in Down Under Leserin Sarah Repond

war mit ihren Kindern beim Ayers Rock und schreibt zu diesem Reisefoto: ­«Unverzichtbar: genügend Wasser im ­Outback. Diese Aproz-Flasche hat es bis nach Australien geschafft.»

Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufs­ gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

Wiederaufbau mit Virtual Reality In den Kriegen in Syrien, Irak und ­ fghanistan wurden Kulturgüter von A ­unschätzbarem Wert zerstört. Virtual Reality kann die zertrümmerten ­Gebäude dreidimensional visualisieren und so beim Wiederaufbau helfen. Am 26. und 27. Juni finden zu diesem Thema öffentliche Veranstaltungen in Zürich und Basel statt. Sie gehören zur Reihe Digital Brainstorming des Migros-Kulturprozents. Infos: digitalbrainstorming.ch

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In den Ferien habe ich in der Türkei Supermärkte mit orangem M g ­ esehen. Gehören sie der Migros? Sie sprechen die Super­ marktkette Migros Türk an. Sie wurde 1954 unter Beteiligung der Migros gegründet, doch seit ­vielen Jahren existiert zwischen den beiden Unternehmen keine Verbindung mehr. 1974 verkaufte die Migros die türkische Detailhänd­ lerin an die Koç-Gruppe. Heute gehört sie zum Konglomerat Anadolu Endüstri. Bei genauem Hinsehen unterscheiden sich die Firmenlogos: Zum Schriftzug der Migros Türk gehört zum Beispiel ein i-Punkt. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns. M-Infoline, der Kunden­ dienst der Migros, ist ­erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst


8 | 3.6.2019 | AUGENBLICK

15:44 Uhr

Mit Fingerspitzengefühl schneidet Priska Wyttenbach Pfingstrosen. Die Knospen öffnen sich erst bei den Kunden. Mit ihrem Mann Martin beliefert sie die Genossen­schaft Migros Basel mit den Zierpflanzen aus der Region. Migros-Moment in Augst BL


Bild: Gerber Loesch

AUGENBLICK | 3.6.2019 | 9


«Für mediterranes Aroma: feuchte Kräuter in die Glut.» Grill-Regel von Moni K.

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INHALT | 3.6.2019 | 11

INHALT 12 Insta-Moms Elena Habicher zeigt ihre Töchter auf Instagram und ­verdient gutes Geld damit

Der smarte Banker Philip Andrew Trümpi liess sich heimlich zum ­Schauspieler ­ausbilden und ­überzeugt nun als Filmfiesling

18  Auf die Leinwand Philip Andrew Trümpi hat die Bankkarriere aufgegeben, um Schauspieler zu werden 22  Hochzeit ohne Kirche Ausgefallene Zeremonien ­werden immer beliebter 25  Bänz Friedli 27  Mami vergisst alles Wenn Eltern dement werden, benötigen sie die Hilfe ihrer Kinder – und diese kommen nicht selten an ihre Grenzen 35  Wer kauft hier ein? 38  Tomme mit Chutney 41 Wissensbissen 43  Stadt, Land, Stutz 44 Nostalgie-Kino Junge Leute entdecken alte Schweizer Filme 46  1, 2 oder 3

Tomme & Chutney: Himbeer-Chutney krönt den Weichkäse. Das be­ eindruckt selbst Gourmets

59  Gut zu Fuss Wie man dem schmerzhaften Hallux vorbeugt

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61  Der Buschmann Fotograf Christoph Tänzer harrt für gute Bilder tagelang in der afrikanischen Wildnis aus

Bilder: Peter Guenzel, Instagram, MGB Fotostudio; Styling: Feride Dogum

Ab 69  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

74 Interview Franz Hohler über die ­Grenzen von Humor, Sprache und Ländern 89 Glücksgriff 93  Rätsel und Spiele 99 Leserangebot 102  Meine Welt Bodenständig und ein ganz klein bisschen schrill: Simu Lüthi, Frontmann der Band VolXRoX

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Wie auf Instagram Mütter mit ihren Töchtern Geld verdienen

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch

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12 | 3.6.2019 | SOCIAL MEDIA

476 527

Gefällt 490 Mal

Gefällt 543 Mal

476

Gefällt 482 Mal


SOCIAL MEDIA | 3.6.2019 | 13

Die Töchter sind ihr Business Elena Habicher stellte für Familie und Freunde herzige Kinderfotos auf Instagram. Die erfreuten bald so viele User, dass Habicher nach zwei Jahren zur Influencer-Mom avancierte, eine Mutter, die ihre Töchter gegen Bezahlung mit Werbeprodukten abbildet und postet. Text: Kristina Reiss  Bilder: Instagram

D

as Kinderzimmer ihrer zweijährigen Tochter kennen Tausende. Damit hat Elena Habicher (41) kein Problem, im Gegenteil: Regelmässig postet sie Fotos aus dem Reich ihrer Jüngsten auf Instagram. Und jedes Mal, wenn sie es tut, erntet sie begeisterte Kommentare, bis zu 600 zu einem Bild. Habicher ist Influencer-­Mom, eine Mutter, die andere ­«beeinflusst». Firmen schicken ihr Produkte zu und hoffen, dass sie diese im Netz zeigt. Oder sie bieten ihr Werbedeals an. Wie jenes Unternehmen, das das Zimmer der Zweijährigen mit Möbeln ausgestattet hat, ­wofür ­Habicher im Gegenzug ein Jahr lang Fotos postet, die in diesem Raum aufgenommen wurden. Die Glaubwürdigkeit zählt «Nur» 13 200 Follower hat die

­ ür­cherin aktuell auf Instagram. Z ­Damit gehört sie zur Gruppe der ­«Mikro-Influencer», die im so­ genannten Influencer-­Marketing ­trotz einer vergleichsweise niedrigen Reichweite als Werbepartner ­besonders begehrt sind. Für die Bewertung der Zusammenarbeit spielen Begriffe wie Engagement und Glaubwürdigkeit eine Rolle. Fundierte E ­ rkenntnisse dazu gibt es zwar nicht, jedoch geht man ­davon aus, dass die Meinung eines Mikro-Influencers als authentischer wahrgenommen wird als

diejenige eines Influencers mit über hunderttausend Followern. «Influencer-Mom zu sein ist schwieriger als Mode-Influencer», sagt Habicher, «denn man zeigt nicht nur sich selbst, sondern auch sein Kind.» Nichtsdestotrotz ­erlebt diese Social-Media-Sparte ­einen Boom. Kein Verständnis hat Habicher für Mütter, die ihre Kleinen halbnackt ablichten und posten, um für Windeln zu werben: «Das würde ich nie tun. Meine ­Follower sehen höchstens, wie meine siebenjährige Tochter mit einem K-Kiosk aus Karton spielt.» Elena Habicher ist gebürtige Tadschikin und lebt seit 2004 in der Schweiz. Influencerin wurde sie zufällig. Um ihre zweisprachige Onlineplattform familyfirst.ch mit Dienstleistungen und Ausflugs­ tipps für Familien bekannt zu ­machen, legte sie 2016 einen

«Ich kann die Kinder nur fotografieren, wenn sie auch Spass dabei haben.» Elena Habicher Influencerin

I­ nstagram-Account an und stellte fest: «Wow, hier kann ich viele Leute erreichen.» Nach zwei Jahren hatte sie bereits über 60 Werbe­ deals mit Unternehmen, für die sie gegen Bezahlung Produkte pro­ motete sowie Hotels und Ausflugsziele testete. Die Ältere verweigerte sich

Im Kinderzimmer h ­ antiert ihre Jüngste im ­Elsa-Eiskönigin-Rock mit dem Spielzeughandy. «Sie lässt sich gern fotografieren», sagt Elena Habicher. Mit zwei Jahren versteht die Kleine Mamis Arbeit noch nicht; ihre siebenjährige Schwester schon eher. «Vergangenen Sommer war es mir zu viel», sagt die Erstklässlerin freimütig und meint das Fotografieren. Auf einem gesponserten Wochenendtripp war sie plötzlich müde und hatte keine Lust mehr. «Wir haben ausgemacht, dass ich nicht mehr mitmache», sagt sie. Der Mutter wurde indessen ­bewusst, auf welch schmalem Grat sie sich bewegt: «Bezahlte Trips sind nicht nur spassig, sondern auch anstrengend. Für mich, weil ich nach Motiven Ausschau halten muss, und für die Kinder, weil sie nicht immer Geduld haben, bis ich mit dem Fotografieren fertig bin.» Dass ihre Grosse nicht mehr auf die Bilder wollte, findet die Mutter okay: «Ich kann die Kinder nur ­fotografieren, wenn sie auch Spass dabei haben.»

Ach, sind die Kleinen herzig! Kinderfotos in sozialen Medien sind ein Herzchen-Hit. Was Eltern beim Posten beachten sollten: Ab 14 Jahren: Rechtlich gesehen sind Eltern dazu verpflichtet, ihre Kinder um Erlaubnis zu bitten, wenn sie Bildund Tonaufnahmen von ihnen veröffentlichen möchten. Unter 14 Jahren: Bis Kinder ihre Rechte selbst einfordern können, werden diese von den Eltern gehütet. Testfrage für Eltern: Würde ich mich so im Netz zeigen wollen? Die deutsche Bloggerin Toyah Diebel und der deutsche Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht liessen sich für das Projekt #DeinKindAuchNicht in wenig schmeichelhaften Situationen fotografieren, in denen sonst nur Kinder zu sehen sind: komplett mit Brei besudelt, halb schlafend an Mutters Brust oder – bei Influencern beliebt – zwischen beworbenen Produkten platziert. Die Fotos sollen Eltern zum Nachdenken über ihr Posting-Verhalten anregen. Mehr Info: deinkindauchnicht.org


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SOCIAL MEDIA | 3.6.2019 | 15

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«Lassen wir ihnen doch ihre kindliche Welt»

Anfänglich zögerte Elena Habicher, ihre Töchter im Netz zu zeigen. Bis heute wägt sie b ­ ei ­jedem Foto ab, wobei sie sich streng an ihre eigenen Regeln hält: Sie fotografiert die Mädchen nur in zufälligen Spielsituationen, achtet darauf, dass sie nicht direkt in die Kamera schauen, und gibt ihre Namen nicht preis. Bilder, auf denen die Kinder mit Ketchup-Mund zu sehen sind oder die Wohnung im Chaos versinkt, postet sie nicht. «Das werfen sie mir sonst irgendwann vor – zu Recht.» Zu privat findet sie auch Fotos, «die zu sehr ans Herz gehen», etwa wenn die Kinder schlafen oder in die Kamera strahlen.

Nicht alle Influencer gehen ­achtsam mit Kinderbildern um. ­Psychiater Alain Di Gallo ­erklärt, wann es schwierig wird. Beeinflusst es Kinder, wenn sie im Internet für Spielzeug oder Kleider werben? Die Aufnahme eines einzigen Werbefotos belastet ein Kind kaum. Fotografiert zu werden, sind Kinder heute gewohnt. Bedenklich wird es aber, wenn Druck hinzukommt – etwa wenn Eltern mit Posts Geld verdienen und regelmässig inszenierte Fotos liefern müssen.

Bild: UKBB

Der Vater ist vorsichtig

Es ist eine weichgespülte Welt, die der Wohlfühl-Social-Media-­ Kanal Instagram zeigt. Möglichst «instagrammable», also ästhetisch in Szene gesetzt, sollen die geposteten Fotos sein. «Ich bin nicht instagrammable», sagt ­Habichers Ehemann und grinst. Der 49-jährige Österreicher mit wildem Vollbart taucht auf dem Insta-Kanal seiner Frau kaum auf. Er will lieber anonym bleiben. Dafür stammen sämt­liche Fotos, auf denen Elena ­Habicher zu sehen ist, von ihm. Ansonsten hat er nichts mit ­Social Media am Hut, ist weder bei Facebook noch bei Twitter oder Instagram zu finden. Das Business überlässt er seiner Frau, findet aber: «Am liebsten ist es mir, wenn die Kinder von hinten zu sehen sind.» Auch er geniesst gesponserte Trips und schwärmt: «So lernen wir die Schweiz noch besser kennen.» Elena Habicher ist Künstlerin. Nach ihrem Studium an der ­Zürcher Hochschule der Künste steckte sie jahrelang viele Emotionen in Bilder und Skulpturen, fühlte sich am Ende aber oft

a­ usgelaugt und unverstanden. «Damals wie heute habe ich mein Innerstes nach aussen ­gekehrt», sagt sie. «Doch mit Werbepostings verdiene ich nicht nur Geld, sondern werde auch besser verstanden, weil meine Community aus Eltern wie mir besteht.» Aber auch hier musste sie lernen, es nicht persönlich zu nehmen, wenn ein Foto wenige Likes hat. Und was macht sie, wenn ­dereinst beide Töchter nicht mehr auf Mutters Insta-Fotos wollen? «Das wird sich zeigen», sagt die Influencerin. Zurzeit ist die Grosse wieder mit d ­ abei. «Wegen der coolen Sachen», sagt sie und fragt: «Mami, wann dürfen wir mit der Knete spielen, die du ­bekommen hast?» «Bei Tageslicht», antwortet die ­Mutter, «damit die Fotos gut werden.» MM

Eltern sagen oft, ihr Kind mache dabei gerne mit. Es ist wohl eher so: Ein Kind merkt, wenn ­seine Eltern stolz sind, weil es sich für Werbung fotografieren lässt. Umgekehrt registriert es, dass sie enttäuscht sind, wenn es sich weigert. Die meisten Kinder sehen ihre Eltern gern glücklich und werden also mitmachen. Kinder so zu fotografieren, dass das Bild in erster Linie die Bedürfnisse der Erwachsenen erfüllt, finde ich generell bedenklich. So, wie es oft auf Instagram zu sehen ist? Genau. Kürzlich habe ich in einem Fashion-­ Blog einen Sechsjährigen gesehen, der lässig mit Sonnenbrille und Autoschlüsseln vor

Alain Di Gallo ist Direktor der kinderund jugendpsychiatrischen Klinik Basel.


16 | 3.6.2019 | SOCIAL MEDIA

«Bedenklich wird es, wenn Druck hinzukommt.» Alain Di Gallo Kinder- und Jugendpsychiater

einem SUV posierte. Hier geht es darum, dass Erwachsene die Interessen anderer Erwachsener wecken. Das Kind wird für diesen Zweck eingesetzt. Ob das Foto 30 oder 3000 Likes erhält, ist dem Kind völlig egal. Seinen Eltern nicht. Wenn Eltern dennoch Kinderbilder posten, was sollten sie beachten? Sie sollten sich zuerst fragen, welchem Zweck das Bild dient, ob es wirklich im Interesse des Kindes ist und wer Zugang zum Foto hat. Ausserdem muss ihnen klar sein, dass ein Foto im Internet nicht einfach gelöscht werden kann. Und sie sollten überlegen, ob sie nicht eine Doppelmoral an den Tag legen. Wie meinen Sie das? Wir sagen Kindern: «Sei vorsichtig, was du postest!» Andererseits stellen Eltern freimütig Fotos des Nachwuchses ins Netz. Ich finde: Lassen wir ihnen doch ihre kindliche Welt! MM

Insta-Moms und ihre Kinder Eine Milliarde Nutzer teilt auf Instagram Bilder und Videos. Die einen posten ihre Ferienbilder oder ihren Znacht ganz privat, die anderen machen damit ein ­Geschäft und nennen sich Influencer. Das sind die vier weltweit ­erfolgreichsten ­Influencer-Mütter:

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Bilder: Instagram

SOCIAL MEDIA | 3.6.2019 | 17

@clementstwins Wegen ihrer Mutter sind die ­Zwillingsschwestern aus Los Angeles im Alter von acht Jahren bereits erfolgreiche Influen­ cerinnen mit 1,3 Millionen Fol­ lowern. Man feiert sie als «die schönsten Zwillinge der Welt». Vermarktete Produkte: Kleider, Spielsachen und Accessoires

@scoutthecity Die Influencerin aus New York hat 298 000 Follower. Themen: ihre Kinder, Mode, Reisen. Ihr Leitmotiv lautet: «Nur weil du Kinder hast, heisst das nicht, dass du nicht mehr reisen oder dich um dein Wohl­ befinden kümmern kannst.»

@dancewithdirtyfeet Die irische Mutter präsentiert ihre sieben Kinder gestylt und konsequent monochrom. Sie erfreut damit regelmässig ihre über 30 000 Follower. Produkte: Kleider, Möbel, Dekor

@anyworkingmom Die ehemalige SRF-Moderatorin Andrea Jansen und ihre Blog-­ Kolleginnen haben 13 000 Follo­ wer. Sie werben mit ihren Kids unter anderem für Reisedesti­ nationen, interviewen aber auch prominente Mütter zur Verein­ barkeit von Familie und Job.  MM

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18 | 3.6.2019 | FILMKARRIERE

Swiss Man in London: Jungschauspieler Philip Andrew will im internationalen Filmbusiness durchstarten.


FILMKARRIERE | 3.6.2019 | 19

Faible für Fieslinge Vor fünf Jahren hat Philip Andrew Trümpi seinen sicheren Job bei einer Schweizer Grossbank gekündigt, um in New York Schauspieler zu werden. Diese Woche ist er auf Amazon Prime als adliger Schurke in «The Spanish Princess» zu sehen. Der Weg zum Erfolg war nicht immer leicht. Text: Ralf Kaminski Bilder: Peter Quenzel

N

ur seine Freundin wusste, weshalb er Anfang 2014 tatsächlich nach New York ging. «Allen anderen, sogar meinen Eltern, hatte ich gesagt, dass ich dort ein Bankpraktikum machen würde», erzählt Philip Andrew Trümpi (27). In Wahrheit besuchte er das Lee Strasberg Theatre and Film Institute – mit dem völlig verrückten Ziel, Schauspieler zu werden. «Sollte es schiefgehen, würde ich vor meinem Umfeld daheim weniger dumm dastehen, dachte ich damals.» Der Traum von der Schauspielerei hatte ihn seit Jahren begleitet. «Schon als ich mit zwölf meine ersten Blockbusterfilme sah, wusste ich: Das ist es, das will ich auch!» Doch irgendwie fand er sich nach Schule und kaufmännischer Ausbildung plötzlich in einem Bankjob und in einem Wirtschafts­ studium wieder. Und ab und zu, wenn er beim Ausgehen zu viel getrunken hatte, dachte er: Was mache ich hier eigentlich? Soll das schon alles sein? Ich wollte doch Schauspieler werden. Es dann tatsächlich zu wagen, war ein ­Impulsentscheid – der erste seines bis dahin ziemlich wohlgeordneten Lebens. «Ich ­­ sass in der Bank, sah mir online Schauspiel­ schulen in den USA an – und begriff: Wenn ich es jetzt nicht tue, werde ich es nie tun.» Am nächsten Tag kündigte er den Job, zwei Monate später sass er im Flugzeug nach ­ New York. «Dazwischen herrschte helle Panik», erzählt er und lacht. Kaum Geld und laufend Absagen

Die Ängste erwiesen sich als durchaus be­ rechtigt. In der Schauspielschule in New York lief es zwar gut, aber als er nach dem Abschluss aus Visumgründen nach London umzog, musste er dort quasi von vorne an­ fangen. «Mein Erspartes war aufgebraucht, ich hauste in einem winzigen Zimmer, ­jobbte in Restaurants und bei Callcentern für einen unterirdischen Lohn und bekam auf meine vielen Bewerbungen um Schau­ spieljobs immer nur Absagen.» Nach eineinhalb Jahren war er kurz davor aufzugeben. «Ich lag oft stundenlang depri­ miert auf meinem Bett und fragte mich, ob das wohl noch zehn Jahre so weitergehen

würde.» Dennoch sei da immer dieser Funke Hoffnung gewesen: Wenn andere das schaf­ fen, muss es auch bei mir gehen. Die Wende kam, als er von einer Schauspiel­agentur unter Vertrag genommen wurde. «Ich durfte vorsprechen und wurde genommen – dass es doch noch klappte, war wohl eine Mischung aus Hartnäckigkeit, verbessertem Handwerk und Glück.» Tat­ sache ist: Ein Schauspieler kann noch so gut und t­ alentiert sein, wenn er keine Agentur hat, wird es schwierig. «Und je besser das Netzwerk der Agenten, desto interessanter die Castingangebote.» Inzwischen hatte der junge Schweizer sich auch von seinem Nach­ namen getrennt; er nennt sich nur noch Philip Andrew. «‹Trümpi› kann im engli­ schen Raum keiner aussprechen – am Ende kommt dabei noch Trump heraus ...» Überraschendes Rollenangebot für Filmhit

Er bekam erste kleine Jobs, in England und Deutschland. Dank seiner britischen Mutter ist er perfekt zweisprachig. Und eines Tages wurde er zu einem Casting eingeladen, an dem er eine Rolle improvisieren sollte, über die er nur wusste, dass es sich um einen deutschen Musikmanager in den 80er-­ Jahren handelte. «Ich sollte eine kurze S ­ zene präsentieren, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch mit deutschem Akzent.» Eine schnelle Sache, die er schon fast wieder ver­ gessen hatte, als Wochen später die Zusage kam. Erst da erfuhr er, um welchen Film es sich handelte: «Bohemian Rhapsody», die Filmbiografie über Freddie Mercury und Queen, die später zum globalen Grosserfolg wurde und reihenweise Preise abräumte. Schon zwei Tage nach dem Anruf stand er auf dem Filmset, gemeinsam mit Star Rami Malek. Und erst da realisierte er so richtig, dass das eine ziemlich grosse Sache werden könnte. Sein Auftritt als Musikproduzent Reinhold Mack ist kurz, und der Dialog ist am Ende dem Schnitt zum Opfer gefallen. «Aber die drei Tage auf dem Set waren ein echtes Erlebnis und haben mich darin bestärkt, dass dies genau das ist, was ich wirklich tun möchte.» Den grossen Titel in seiner Filmografie zu haben, dürfte weitere Türen öffnen. Ebenso


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1. Tag Basel Anreise, Einschiffung, «Leinen los!». 2. Tag Strasbourg Rundfahrt/-gang(1). 3. Tag Köln Rundgang(1) durch die Domstadt. 4. Tag Dordrecht– Rotterdam Ausflug(1) Windmühlen von Kinderdijk. Rundfahrt(1) Rotterdam. 5. Tag Amsterdam Panoramarundfahrt(1). Besuch Reichsmuseums. Grachtenfahrt(2). 6. Tag Duisburg–Düsseldorf Ausflug(1) Zeche Zollverein. Transfer(2) nach Düsseldorf für ind. Besichtigung. 7. Tag Koblenz Rundgang(1). Besuch Festung Ehrenbreitstein. Passage des «Romantischen Rheins». 8. Tag Baden-Baden Ausflug(1) und Rundgang. 9. Tag Basel Ausschiffung nach dem Frühstück und individuelle Heimreise.

1. Tag Basel–Saarlouis Anreise, Busfahrt, Einschiffung 2. Tag Saarlouis–Merzig Rundfahrt/-gang(1) Saarbrücken. Ausflug(2) Völklinger Hütte, «Leinen los!». 3. Tag Merzig–Saarburg Besuch(1) Villeroy & Boch. Ausflug(1) Saarschleife. 4. Tag Saarburg–Trier Freie Zeit in Saarburg. Rundfahrt/-gang(1) durch Trier. 5. Tag Trier–Zell Rundgang(1) Bernkastel. 6. Tag Zell– Cochem Rundgang(2) durch Zell. Weindegustation an Bord. Rundgang(1) Cochem. 7. Tag Flusstag «Romantischer Rhein». 8. Tag Strasbourg Rundfahrt/gang(1). 9. Tag Basel Ausschiffung, ind. Heimreise. Basel–Saarlouis (–Saarbrücken) Gl. Reise in umgekehrter Reihenfolge mit kleinen Anpassungen.

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1. Tag Basel Anreise, Einschiffung, «Leinen los!». 2. Tag Speyer Ausflug(1) ins romantische Heidelberg. 3. Tag Frankfurt Schifffahrt auf dem Rhein und Main. Rundgang(1) durch die Mainmetropole Frankfurt. 4. Tag Baden-Baden Ankunft in Plittersdorf. Ausflug(1) nach Baden-Baden und Rundgang durch die elegante Bäder- und Kunststadt. Rückfahrt nach Kehl, wo das Schiff die Ausflugsteilnehmer erwartet. Start zur letzten Reiseetappe nach Basel. 5. Tag Basel Ausschiffung nach dem Frühstück und individuelle Heimreise. Abreisedaten 2019 Es het solangs het Rabatt 17.08. 350 30.10. 550 02.12. 500 (8) 14.12. 400 (8) 21.08. 350 24.11. 450 (8) 06.12. 400 (8) 18.12. 500 (8) 10.10. 450 (6) 28.11. 400 (8) 10.12. 450 (8) 30.12. 350 (8)

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Auftritt im Historiendrama: Philip Andrew als Philipp von Kastilien in «The Spanish Princess»

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FILMKARRIERE | 3.6.2019 | 21

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Philip Andrew in «Bohemian Rhapsody», neben Freddie-Mercury-Darsteller Rami Malek

die Agentur Conway Van Gelder Grant, bei der er dank einer Empfehlung inzwischen unter Vertrag steht. «Sie gehört zu den Top 5 in London und vertritt echte Stars wie Sherlock-Holmes-Darsteller Benedict ­Cumberbatch.» Durch die Agentur ist er auch zu seiner bisher prominentesten Rolle gekommen – in der britisch-amerikanischen TV-Produktion «The Spanish Princess», in der es um die Anfänge der Liebesbeziehung zwischen Katharina von Aragon und dem legendären englischen König Henry VIII. geht. In ­Europa läuft sie auf Amazon Prime. Zwar wird er nur in der ­Folge auftreten, die am ­ 9. Juni ausgestrahlt wird, dort spielt er aber eine tragende Rolle: Prinz Philipp von ­Kastilien, K ­ atharina von Aragons Schwager. «Der Prinz ist in der Serie ein verwöhnter, arroganter Schnösel und Fiesling», verrät Philip Andrew, «und es hat mir enormen Spass gemacht, ihn zu spielen.» Schon während der Schauspielausbildung stellte er fest, dass arrogante Bösewichte ihm liegen. «Und Leute, die sich durch ­irgendwelche Schwierigkeiten hindurchkämpfen müssen – da kann ich reichlich aus eigener Erfahrung schöpfen.» Sein grösster Wunsch wäre allerdings, in einem Film seines Lieblingsregisseurs Christopher Nolan zu spielen – egal, was. «Auch ein Bond-Film wäre toll. Und ich würde wahnsinnig gerne mal in einem Schweizer Film mitwirken.»

Bilder: zVg

Nebenjobs sichern die Existenz

Mittlerweile scheint die Durststrecke überstanden. Weitere Rollen sind zwar noch nicht d ­ efinitiv zugesagt, aber er hat nun Zugang zu interessanten Castings in den USA, Grossbritannien und Deutschland. «Nur erfährt man nie, wenn man die Rolle nicht kriegt. Sie melden sich nur bei einer Zusage, manchmal W ­ ochen oder Monate später. Da-

für muss ­es dann oft sehr schnell gehen, was die ­Lebensplanung nicht gerade erleichtert.» Inzwischen lebt auch seine Freundin bei ihm in London. Seit zehn Jahren sind sie nun schon zusammen. Sie hat seinen Traum immer unterstützt und sorgt mit ihrem fixen Einkommen auch für eine gewisse finanzielle Stabilität. Philip Andrew arbeitet nebenbei noch drei, vier Stunden pro Tag online für eine Schweizer Firma, wo er sich um die Website und um Social Media kümmert. «So können wir uns einigermassen über Wasser halten.» Nach Goldach SG, wo er aufgewachsen ist, schafft er es nur selten. Familie ­ und Freunde besuchen ihn jedoch gerne und ­regelmässig in London. «Sie müssen mir einfach i­ mmer Käsefondue und St. Galler Bratwürste mitbringen, sonst lassen wir sie nicht in die Wohnung», sagt er grinsend. Überhaupt fühlt er sich noch immer ziemlich schweizerisch solid: «Was ich in meiner ­Jugend mitbekommen habe, hilft mir, in dieser flatterhaften Schauspielerwelt die Bodenhaftung nicht zu verlieren.» MM Infos: philipandrew.co.uk

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Hochzeit ohne Halleluja Ein einmaliges Erlebnis ohne Segen der Kirche: So stellen sich heute vier von fünf Paaren ihre Trauung vor. Zwei Anbieter solcher Zeremonien plaudern aus dem Nähkästchen. Text: Rahel Schmucki

Standesbeamtin ­Melanie Gutschi gibt dem Paar bei der ­Unterwassertrauung Anweisungen .

S

chweizerinnen und Schweizer sagen noch immer gerne Ja – im letzten Jahr fanden 39 797 Hochzeiten statt. Gleichzeitig ist die Zahl der kirch­ lichen Trauungen in der Schweiz an einem Tiefpunkt angelangt. Im Jahr 2017 haben sich nur gerade 7044 von insgesamt 40 599 Paaren für die Eheschliessung in der Kirche entschieden. Eine Zeremonie wollen die meisten aber dennoch feiern, Alternativen zur Trauung mit Pfarrer findet man im ­Internet haufenweise: Sogenannte Zere­ monienleiter und Traurednerinnen bieten

Brautpaaren an, eine «freie Zeremonie» zu ge­stalten. Sie schaffen für den Anlass einen ­feierlichen Rahmen – ganz ohne Segen der Kirche. Dafür kann man sich in der Luft oder ­unter Wasser trauen lassen, auch von einem Schamanen. Viele Kunden ent­ scheiden sich für Anbieter, die die Trauung unter freiem Himmel durchführen. Eine dieser Zeremonienleiterinnen ist Anita Lusti. Die ehemalige Sekundar­ lehrerin setzt seit sieben Jahren auf Heirats­ feiern ohne Kirche. Heute hat die 39-Jährige mehr Aufträge, als sie annehmen kann.

«Ich finde die Beschreibung der Liebe im Korinther so treffend.» Anita Lusti Zeremonienleiterin


HOCHZEIT | 3.6.2019 | 23

Anita Lusti leitet 20 bis 25 Zeremonien im Jahr. «Ich will, dass jede individuell ist. Bei zu vielen Zeremonien leidet die Kreativität.» In­dividuell heisst für sie, in Gesprächen die Geschichte des Paares zu erfahren und sie in einer Rede wiederzugeben. Dazu baut Lusti Elemente ein, die zur Geschichte ­passen. Das können Papierschiffchen sein, die die Gäste auf dem Fluss schwimmen ­lassen, oder ein im Tuk-Tuk vorfahrendes Brautpaar, weil die beiden eine Weile in ­Asien ­gelebt haben. «Die meisten wollen nichts Aussergewöhnliches. Sie wollen eine Feier, die sie widerspiegelt.» Religiöse ­Trauungen macht die ausgebildete Kate­ chetin nicht. «Ich lese höchstens die Be­ schreibung der Liebe aus dem Korinther­ brief vor. Aber nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich sie so treffend finde.» Aufträge ablehnen, weil sie sich mit der Aufgabe nicht identifizieren konnte, musste Anita Lusti noch nicht oft. Eine Grenze zieht sie dennoch: «Ich mache keine Clownshow.» Für sie sei es wichtig, dass das Ritual dem Brautpaar etwas be­deute. Andernfalls lehne sie die Anfrage ab. Für ­einen Auftrag benötigt Lusti zwischen 25 und 30 Stunden. Kostenpunkt: Zwischen 1900 und 2100 Franken.

Bild: Corina Pauli

Auch Krisen ansprechen

­ inen Grund für die grosse Nachfrage sieht E sie darin, dass für die Eheschliessung auf dem Standesamt im Gesetz ein geschlosse­ ner Raum vorgeschrieben ist. «Sobald amt­ liche Trauungen auch draussen zuge­lassen ­werden, haben wir vermutlich weniger zu tun», sagt Lusti (siehe Box rechts). Denn zu Anita Lusti kommen vor allem Paare, die aus der Kirche ausgetreten sind, oder solche, bei denen jemand die Ehe zum zweiten Mal eingeht – und gleichgeschlechtliche Paare. «Sie wollen ein feierliches Ritual, und das meistens unter freiem Himmel.»

Lusti ist bei Weitem nicht die einzige Vertre­ terin der Branche. Daniel Stricker (48) leitet seit 2012 Zeremonien. «Als Trauredner hat man mehr Zeit als ein Standesbeamter für die Vorbereitung einer Zeremonie. Und ­vielen Paaren ist eine sehr persönliche Rede wichtig.» So erklärt Stricker die grosse Nachfrage. Seine Arbeit überschneide sich mit der eines Journalisten: Er interviewt Menschen, schreibt darauf eine Rede und trägt sie an der Trauung vor. «Paare, die zu mir kommen, wollen keine kitschige Feier, sondern eine Zeremonie, die wirklich be­ rührt», beschreibt Stricker seine Kunden. Wenn er seine Arbeit gut mache, seien die jungen Gäste nicht gelangweilt und die Grosseltern nicht schockiert. Um mit einer Rede zu begeistern, müsse man den Mut ­haben, auch einmal eine Krise anzuspre­ chen, die das Paar überwunden hat. «Das ist manchmal eine ziemliche Gratwanderung und braucht Fingerspitzengefühl. Dafür wird die Rede lebensnaher und berührt die Gäste mehr.» Nach der Willensbekundung des Paares folgen der Ringtausch und der Kuss. Mit diesem Höhepunkt enden die meisten seiner Zeremonien. «Ein guter ­Redner weiss, wann er schweigen muss», sagt Stricker und lacht. Für seine Arbeit ­verlangt er 2300 Franken. «In der Schweiz gehöre ich damit wohl zu den exklusiveren Anbietern.» MM

Anders Ja sagen Unter der Wasseroberfläche Heiraten unter Wasser kann man bei Melanie Gutschi von Helia Zeremonien in einem Pool in Sirnach TG. Melanie ­Gutschi ist ­Zivilstandsbeamtin und l­ eidenschaftliche Taucherin. «Während ich dem Paar auf ­Schildern Anweisungen gebe, ­können die Angehörigen das ­Spektakel durch ein Fenster im Pool beo­bachten», sagt Gutschi. Bis jetzt sei die Nachfrage nicht gross. Gutschi hat erst ein Paar auf d ­ iese Art getraut. Auch die Trauung in der Cabrio-Seilbahn aufs Stanserhorn sei nicht so g­ efragt. So viel Abenteuer b ­ rauche es oft gar nicht. «Die meisten ­Anfragen bekommen wir für ­normale Zeremonien ­unter freiem Himmel.» Auf die spirituelle Art Wer eine naturverbundene ­Zeremonie sucht, kann sich von Schamane Eric Vincent Studer trauen lassen. «Das Hochzeitsritual wird im sogenannten Medizinrad auf einem speziell d ­ afür ­geweihten Kraftplatz in der Natur zelebriert. Jede H ­ immelsrichtung wird einem ­Naturelement zugeordnet», erklärt Studer. Das Paar bekommt in der Zeremonie ein Krafttier z­ ugeordnet, reinigt sich mit ­Wasser, verbrennt sym­ bolisch schlechte Erlebnisse aus der V ­ ergangenheit und bekommt ­einen Baum geschenkt, der für die Stabilität in der Ehe steht. Studer traut so jährlich zwei bis drei Paare. Das gilt es zu beachten: • Rechtsgültigkeit: Eine «freie ­Zeremonie» ist noch keine ­rechtsgültige Eheschliessung. • Standesamt: Eine Ehe ist erst ­dann offiziell, wenn sie an einem ­vor­gegebenen Ort in einem ­geschlossenen Raum geschlossen wird, mit einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten und den Trauzeugen. Info: www.migmag.ch/heiraten


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Ihr Reiseprogramm: Palermo

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Taormina & Ätna

1. Tag – Anreise nach Genua Fahrt im komfortablen Extrabus nach Genua. Am Abend Einschiffung auf unser modernes Fährschiff in Richtung Palermo. 2. Tag - Auf See – Palermo Geniessen Sie ein paar Sonnenstunden an Deck. Am Abend erreichen wir Palermo. Ausschiffung und Transport in unser Tophotel an erstklassiger Lage an der Uferpromenade von Cefalù. Nachtessen im Hotel. 3. Tag – Cefalù & Madonie Gebirge Heute morgen bummeln wir durch die malerischen Altstadtgassen von Cefalù. Das zauberhafte Mittelmeer-Städtchen gehört zweifelsohne zu den schönsten Orten Italiens. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung fahren wir durch schöne Landschaften in die MadonieBerge. Freuen Sie sich auf eine einzigartige Vegetation und unvergessliche Ausblicke auf die Äolischen Inseln und verschlafenen Bergdörfern. Zum Abschluss des Tages kehren wir bei einem Bergbauer ein und geniessen lokalen Käse & Salami - gemütliche Stunden in guter Gesellschaft! Nachtessen im Hotel. 4. Tag – Ätna & Taormina Der 3340 m hohe Vulkan ist der höchst Europas. Durch herrliche Zitronenhaine, karge Berglandschaft und vorbei an erkalteten La-

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vaströmen erklimmen wir den Berg. Von der Aussichtsplattform in 2000 m Höhe geniessen wir dann einen atemberaubenden Blick über die Ostküste Siziliens. Am Nachmittag geht es nach Taormina. Flanieren Sie über den Corso Umberto und besuchen Sie die steil abfallenden Gärten und kleinen Handwerksläden. Ein Besuch des weltbekannten griechischen Theaters macht Ihren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Nachtessen im Hotel. 5. Tag – Palermo & Monreale Am Morgen erkunden wir die lebhafte Hafenmetropole Palermo. Prunkvolle Paläste wechseln sich ab mit typisch südländischen Strassenszenen – herrlich! Das ruhigere Kontrastprogramm erwartet uns am Nachmittag in Monreale. Das grossartige Kloster ist Höhepunkt jeder Sizilien Reise und wird Sie mit dem fantastischen Kreuzgang (Eintritt inbegriffen) begeistern. Am späten Abend legt unser Fährschiff in Richtung Genua ab. 6. Tag - Auf See Nach einem schönen Tag auf See erreichen wir gegen Abend den Hafen in Genua. Nachtessen & Übernachtung in der Region Genua. 7. Tag – Heimreise Heute treten wir die Heimreise an.

Organisation: Holiday Partner, 8852 Altendorf

Reise a) 5. - 11.10.2019 Reise b) 11. - 17.10.2019 Reise c)

21. - 27.10.2019

Reise d) 31.10. - 6.11.2019 Reise e)

7. - 13.11.2019 *

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BÄNZ FRIEDLI | 3.6.2019 | 25

Ein grosser Schritt

Bild: Vera Hartmann

Zum ersten Mal ferngesehen? Habe ich in der Nacht auf den 21. Juli 1969. Eine neue Sondermarke der Post erinnert mich daran, sie zeigt unseren TV-Apparat mit dem braunen Gehäuse, den silbernen Dreh­ knöpfen und dem Schwarz-Weiss-Schirm, ­darauf der Astronaut Neil Armstrong mit der US-Flagge. Natürlich ist das nicht unser Fernseher auf der Gedenkmarke «50 Jahre bemannte Mondlandung», er sieht nur so aus. Und der Apparat gehörte uns damals noch gar nicht. Sondern den Aernis. Die waren das auf­fälligste Paar im Dorf: Sie trug Hippie-­ Sonnenbrillen mit riesigen Gläsern, er hatte einen Seventies-Schnauz, noch ehe die 1970er-Jahre begonnen hatten.

Bänz Friedli (54) erinnert sich an die legendäre Nacht anno 1969.

Meine Erinnerung ist vage, ich war erst viereinhalbjährig. Aber die Flimmerkiste mit ihrem grobkörnigen Bild, auf dem es dauernd «schneite», sehe ich vor mir. Nicht die Mondlandung war für mich das Ereignis, ­sondern die Tatsache, dass wir an einem Sonntag zu Besuch waren und dass ich länger aufbleiben durfte als an Silvester. Bei uns d ­ aheim war Fernsehen eigentlich verpönt, aber an besagtem Abend machte Vater eine Ausnahme. (Einen eigenen Apparat hatten wir erst Jahre später. Als die Aernis sich nämlich einen Farbfernseher kauften, überliessen sie uns den alten SABA-Kasten, auf dem wir uns die Mond­ landung angesehen hatten.)

Könnte ich heute wählen, ich hätte lieber etwas anderes live gesehen. Das «Jahrhundertfussballspiel» zwischen Deutschland und Italien am 14. Juni 1970. Oder Elvis Presleys Konzert «Aloha from Hawaii», in Mondo­ vision ausgestrahlt am 14. Januar 1973. Aber nein, die Mondlandung wars. Ein Ereignis, das meine Generation prägen sollte. Es stand für Fortschritt, grenzenlose Möglichkeiten, ­Zukunftsglaube. Amerika wurde zum Vorbild, später würden wir Pullover mit «Harvard Uni­ versity»-Aufschrift tragen, Nike-Turnschuhe kaufen und «Einsatz in Manhattan» schauen. Manche behaupten ja, Neil Armstrong habe gar nie einen Fuss auf den Mond gesetzt, das Ganze sei von Militär und Geheimdienst ­vorgetäuscht worden. Aber die Wahrheit ist nicht so wichtig. Diese eine Nacht machte den Fernseher zum Inbegriff der modernen Welt. Familie und Freunde würden sich künftig um das Gerät versammeln, um «Teleboy» zu ­verfolgen, «Maite» Nadigs Olympiasieg und Beat Breus Bergankunft auf der Alpe d’Huez. Noch steht in unserer Stube ein TV-­ Apparat. Heute ist das reichlich antiquiert. Mich wird es wohl für immer daran ge­ mahnen, wie ich bei den Aernis bäuchlings auf dem Teppich lag, den müden Kopf ­aufstützte – und überhaupt nicht kapierte, weshalb die Eltern so aufgeregt waren.­ MM Bänz Friedli live: 6. 6. Köniz BE, 7. 6. Ottenbach ZH

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ALTERSDEMENZ | 3.6.2019 | 27

Was soll der Schuh im Kühlschrank? Viele Töchter und Söhne betreuen ihre dementen Eltern so lange selbst, bis es nicht mehr geht. Sie müssen sich damit abfinden, dass Mutter oder Vater so hilfsbedürftig wird wie ein Kind. Zwei Töchter und ein Sohn erzählen. Text: Barbara Lukesch  Illustrationen: Kleon Medugorac

«Der Hund sprang an mir hoch, weil er lange nicht mehr draussen war.» Elisabeth Handel Tochter einer Alzheimer-Patientin

brach, wurden die Verhaltens­ änderungen immer auffälliger. Die alte Frau war oft verwirrt und hatte grosse Mühe, sich zu orientieren. Der Abbau schritt schnell voran

Bild: zVg

E

lisabeth Handel be-

suchte ihre Mutter einmal pro Woche und telefonierte ­regelmässig mit ihr. Die verwitwete Frau lebte schon ­lange nur mit ihrem Dackel Nico zusammen und legte grossen Wert auf ihre Selbständigkeit. Ihr Haushalt war stets tipptopp in Ordnung, zudem koordinierte sie den ­Waschplan für das ganze

Haus. Umso erstaunter war ihre Tochter, als die damals 77-Jährige ihre Wäsche nicht mehr in den Schrank räumte, den Waschplan zu vernachlässigen begann und unbezahlte Rechnungen herum­ liegen liess. Was sie noch mehr beunruhigte, war das Verhalten des Hundes: «Wenn ich vorbeikam, sprang Nico wie ­verrückt an mir hoch, weil

er ­offenbar schon lange nicht mehr draussen war.» Sprach sie die Mutter darauf an, ­versuchte sich diese heraus­ zu­reden: «Fang nicht an, hier den Chef zu spielen. Ich weiss, was zu tun ist.» Elisabeth Handel schmunzelt: «Sie war extrem clever darin, mir ­vorzuspielen, dass alles rund läuft.» Als sie ein Jahr später stürzte und sich den Oberarm

Die Abklärung im Spital führte zu einer eindeutigen Diagnose: Alzheimer. Ihre Tochter war bestürzt. Obwohl sie ausgebildete Pflegefachfrau war, konnte sie im Jahr 2000, als alles schlimmer wurde, nicht abschätzen, was auf sie zukommen würde. Damals war Alzheimer noch kein grosses Thema in den Medien, und selbst Fachleuten fehlten Wissen und Erfahrung. Doch Elisabeth Handel merkte schneller, als ihr lieb war, was ihr bevorstand: Der körperliche und geistige Abbau ihrer Mutter schritt schnell voran. Sie konnte nicht mehr allein einkaufen und nicht mehr kochen, war ausserstande, den Hund zu versorgen und hatte zusehends Mühe mit dem Reden. Sie konnte niemanden anrufen und verlor den Kontakt zu den Nachbarn, die sich zurückzogen, weil sie nicht wussten, wie sie mit der verwirrten Frau umgehen sollten. Von da an sah sich die Tochter ­gezwungen, täglich bei ihrer


28 | 3.6.2019 | ALTERSDEMENZ

Es blieb nur der Weg ins Heim

Drei Jahre lang ertrug sie die Si­ tuation, die sich zusehends ver­ schlimmerte. Dann war ihr klar: «Meine Mutter muss in ein Heim.» Im Zürcher Pflegezent­ rum ­Käferberg gab es damals ­bereits eine Wohngruppe für ­Demente, in der sogar ein Platz frei war. Doch die alte Frau wollte

um ­keinen Preis umziehen, und so sah sich ihre Tochter genötigt, ihr vorzugaukeln, sie fahre mit ihr in die Ferien. Das sei der Mo­ ment gewesen, als sie wirklich ins Schleudern gekommen sei: «Ich fühlte mich schlecht, weil ich meine Mutter anlog.» Doch damit nicht genug: Kurz ­darauf erklärte ihr die Stations­ leitung, dass der geliebte Dackel Nico nicht tragbar sei, weil sich die ­Patientin nicht selber um ihn kümmern könne. Gott sei Dank konnte man ihn gut unter­brin­ gen. Trotzdem wurde Elisabeth Handel von Schuld­gefühlen ge­ plagt – und wusste doch, dass ihr als einziger Tochter keine Wahl blieb: «Ich war ­berufstätig und konnte meine Mutter nicht zu mir nach Hause nehmen.» Nach und nach habe sich die alte Frau in ihr Schicksal gefügt, und auch sie sei ruhiger geworden.

D

er 69-jährige Heinz Pletscher war bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 2008 als Travel Manager bei einer Versicherung tätig. Er hatte i­ mmer ein enges, ­herz­liches ­Verhältnis zu seiner ­Mutter, der er hoch anrechnete, dass sie sein Schwulsein – nicht wie sein Vater – vorbe­haltlos ­akzeptiert hatte. Er b ­ esuchte sie oft; gemeinsam mit seinem Partner verbrachten sie häufig gar die Ferien zu dritt. Dazu ­regelte er schon lange alle ad­ ministrativen Belange für die ­alleinstehende Frau. Abgesehen davon brauchte sie bis ins hohe Alter wenig Hilfe. Kochen trotz Einladung Doch mit 85 sei sie dann plötz­

lich vergesslich geworden. Ein Erlebnis ist Pletscher besonders stark in Erinnerung geblieben: Er hatte sie in ihr Lieblings­ restaurant zum Mittagessen ein­ geladen und ­holte sie wie immer zu Hause ab. Zu seiner Überra­

In der Schweiz leben gemäss den Schätzungen von Fachleuten rund 150 000 Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ein Gross­ teil davon ist über 75 Jahre alt. 150 000 in der Schweiz betroffen

Die Mehrzahl wird in der e­ igenen Wohnung von ihren A ­ ngehörigen betreut. Töchter und Söhne küm­ mern sich im Durchschnitt rund 25 Stunden pro Woche um die vergessliche Mutter oder den hilfsbedürftigen Vater, und dies im Schnitt während fünf Jahren. Zwei ­Drittel von ihnen stehen dazu noch im Berufsleben. Erst in den letzten Jahren der Krankheit erfolgt dann meistens die ­Ein­weisung in ein A ­ lters- und ­Pflegeheim. Elisabeth Handels Schilde­rung entspricht also der G ­ eschichte, die viele Menschen mit ihren ­Eltern ganz ähnlich erleben.

schung nahm er beim Eintreten Kochdüfte wahr. Er zuckt mit den Schultern: «Sie hatte schon gegessen, weil ihr meine Ein­ ladung ent­fallen war.» Natürlich sei das nicht tragisch gewesen, aber er begann, sich Sorgen zu machen. Zu Recht, denn seine Mutter büsste an vielen Fähigkeiten ein: Ihr Gedächtnis litt, in Ge­ sprächen wiederholte sie Sätze wieder und wieder, auf Ein­ kaufslisten schrieb sie die selt­ samsten Dinge und war nicht mehr fähig, den Haushalt zu ­führen. Ihr Sohn war irritiert, dass seine Mutter, einst eine selbstbewusste, dominante Frau, so schnell abbaute. Er merkte, dass sie jetzt viel Unterstützung brauchte, war ­allerdings beruflich damals noch stark gefordert. Nach anfäng­ lichem Widerstand willigte sie wenigstens ein, jemanden von der Spitex kommen zu lassen, der ihre Wohnung sauber hielt und bei der Körperpflege half. Heinz Pletscher lacht: «Eigen­

sinnig, wie sie war, konnte es aber passieren, dass sie eine Be­ treuungsperson, die ihr nicht zusagte, wieder wegschickte.» Der Telefonterror der Mutter 2009 zeigte sich immer klarer, dass die inzwischen 89-Jährige

in ­einem Altersheim unterge­ bracht werden musste. Sie wil­ ligte ein, kam aber mit der neuen Situation nicht gut zurecht. Stets klagte sie über zu viel Lärm und wollte nach Hause. In dieser Zeit begann sie mit dem Verhalten, das ihr Sohn «Telefonterror» nennt: «Sie rief bis zu zwanzigmal pro Abend an und nervte uns total.» Mit der Zeit habe er auf ihre Anrufe nicht mehr reagiert. Die Folge seien allerdings «scheussliche Schuld­ gefühle» gewesen, «weil ich die arme, ­einsame Frau ihrem Schicksal überlasse.» Zugleich verschlechterte sich ihr Zustand weiter, sie bekam Angstzustände und litt unter kompletter Orientierungslosig­ keit. In den vier Monaten, die

Bilder: zVg (2)

­ utter vorbeizugehen und die M Verantwortung für sie und den Hund zu übernehmen. Sie seufzt: «Ich war damals noch erwerbs­ tätig und führte daneben zwei Haushalte.» Abgesehen davon habe sie sich Tag und Nacht ­Sorgen gemacht und sich davor gefürchtet, dass es in ihrer Ab­ wesenheit zu einer Katastrophe kommen könnte: «Ich fühlte mich extrem belastet und litt bald selber unter viel zu hohem Blutdruck.»


ALTERSDEMENZ | 3.6.2019 | 29

B

«Dann rief sie bis zu zwanzigmal pro Abend an und nervte total.» Heinz Pletscher Sohn einer altersdementen Mutter

sie daraufhin in Zürich in der Psychiatrischen Uni­ver­sitäts­klinik verbrachte, wurden erstmals Unter­ suchungen durchgeführt, die eine klare Diagnose ergaben: Altersdemenz. Ihr Sohn war froh, endlich Gewissheit zu haben, und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten ­Pflegeplatz. 2011 zog sie nach Wetzikon ZH, in das auf ­Demenz spezialisierte Heim Sonnweid. Die ersten beiden Jahre wurden zur echten Prüfung: Die alte Frau jammerte oft, sie wolle zu i­ hrem Sohn nach Richterswil ZH. Bei Besuchen konnte er die Mutter erst wieder verlassen, wenn eine Pflegefachfrau sie in ein Gespräch verwickelt hatte. Er stöhnt noch heute: «Dieses Abschleichen empfand ich als unwürdig. Gleichzeitig haben mir aber auch ihre Tränen und ihre ausgestreckten Arme fast das Herz gebrochen.»

ei Claudia Bussinger traf es die Mutter und den Vater. Die 56-jäh­ rige Psychotherapeutin stammt aus einer Familie mit sieben Kindern. Ihr Vater wurde im Alter vergesslich, was aber noch niemanden sehr stark beun­ruhigte. Erst als er später erblindete, verschärfte sich die Situation, und er büsste immer mehr an Selbständigkeit ein. Er fiel einige Male hin, und seine Frau, die acht Jahre jünger war als er und bis dahin den Haushalt allein geführt hatte, war ­zunehmend überfordert. Als er nach einem weiteren Sturz im Spital lag, nahm der Druck auf seine Partnerin so stark zu, dass sie einen plötz­ lichen Demenzschub erlitt. ­Einer ihrer Söhne fand sie ­mitten im Winter völlig durchfroren und desorientiert an ­einer Tramhaltestelle. Damit war der Familie klar, dass nun beide Elternteile Pflege und ­Betreuung brauchten. Ein Glück, dass im Alters- und ­Pflegeheim genau zu der Zeit

«Lebensende mit Demenz» Um die Betreuung von ­nahestehenden Menschen mit Demenz zu erleichtern, ­haben betroffene Ange­ hörige und Fachleute im Rahmen des Nationalfonds-Projekts «Runder Tisch Zulidad (Zürcher ­Verlaufsstudie zu Leben und Sterben mit fortgeschrittener Demenz)» einen Leitfaden erarbeitet. Er enthält zehn Hefte zu Themen wie Lebensqualität, Kommunikation, Zusammen­ arbeit mit Fachpersonen und Umgang mit der eigenen Situation. Die Sammelbox ist beim Zentrum für Gerontologie für 35 Franken erhältlich: zfg.uzh.ch ­(Publikationen und Medien)

Wo man mit dementen Eltern Hilfe findet

«Das Personal hatte die freundlichen Patienten sehr gern.» Claudia Bussinger Tochter von dementen Eltern

Bettina Ugolini, Leiterin der Zürcher Beratungsstelle Leben im Alter, weiss, was pflegende Töchter und Söhne bedrückt – aber auch, was sie entlastet. • Wann droht den Angehörigen die ­­ Überforderung? • Wann sollten sie Hilfe holen? • Wie geht man damit um, wenn Brüder oder Schwestern nicht ­zusammenspannen und sich nicht um die Eltern kümmern? Diese und weitere Fragen beantwortet Bettina Ugolini im Online-Interview auf www.migmag.ch/demenz


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ALTERSDEMENZ | 3.6.2019 | 31

zwei durch ein ­Badezimmer ver­ bundene Räume frei waren, in denen sich für Mutter und Vater eine kleine Wohnung mit eige­ nen Möbeln einrichten liess. Claudia Bussinger wirkt ent­ spannt, wenn sie daran zurück­ denkt: «Wir alle haben unsere Eltern oft besucht, was sie ­gefreut hat und uns Töchter und Söhne sehr entlastet hat.» Sie selber hatte im Beruf zu­ vor schon oft mit alten, auch pflegebedürftigen Menschen zu tun gehabt und wusste, welche psychischen Prozesse in dieser Lebensphase zu erwarten sind. Bei ihren Eltern habe es zum Glück keine grossen Persönlich­ keitsveränderungen gegeben.

Beide seien bis zum Schluss «freundliche Patienten» ge­ wesen, «die das Pflegepersonal sehr gern hatte». Natürlich seien sie mit den Jahren deutlich hilf­ loser geworden und hätten ihre Autonomie eingebüsst. Und es sei für die Geschwister schmerz­ lich gewesen, mitansehen zu müssen, wie aus den einstigen Respektspersonen hilflose ­Wesen wurden. Intensiv miterlebt

Doch Claudia Bussinger war ­diese Entwicklung vertraut. Sie freute sich vor allem über die ­geradezu ideale Wohnform für das alte Paar und ihre weiterhin gute Einbettung ins Familien­

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gefüge. Weil ihr auch die Situa­ tion in Heimen aus ihrem Beruf bekannt war, war sie auch nicht alarmiert, wenn das Personal im Betreuungsstress wieder einmal das tägliche Glas Wein vergessen hatte, das sich ihr Vater wünschte: «Halb so schlimm», lacht sie. Das könne passieren. Claudia Bussinger blickt auf jeden Fall «mit guten Gefühlen» auf die letzte Lebensphase ihrer Eltern zurück. Ganz ähnlich wie die heute 72-jährige Elisabeth Handel und Heinz Pletscher, die sich glücklich schätzen, weil sie die Zeit mit ihrer ­demenzkranken Mutter trotz aller Belastungen so intensiv ­miterleben konnten. MM


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Tag 18 Buenos Aires–Zürich. Transfer und Rückflug in die Schweiz mit Umsteigen. Tag 19 Ankunft in Zürich. Route 2 Buenos Aires–Santiago Reise in umgekehrter Richtung. Detailprogramm auf Anfrage. * Ausflugspaket ° Schiff auf Reede – Ausschiffung mit Tenderboot (wetterbedingt)

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GENUSS | 3.6.2019 | 35

Wer kauft hier ein?

Unsere Foodexpertin versucht zu erraten, zu wem der Einkauf auf dem Kassenband ­gehört. Auf Seite 36 finden Sie die Auflösung – und ein passendes Rezept. Text: Claudia Schmidt Bilder: MGB Fotostudio, Pia Grimbühler Rezept: Feride Dogum/Migusto

Claudia Schmidt Food-Redaktorin

B

abybodys, -socken und -stirnbänder – da hat wohl jemand Nachwuchs bekommen. Die Milchschnitten deuten dazu auf ein etwas älteres Kind hin – oder auf einen Erwachsenen, der die ­Süssigkeit noch immer gern hat. Die Zucchetti, Tomaten, Peperoni, Gurke und der Kopfsalat ergäben schlicht einen Salat oder auch Ofengemüse. ­Daneben sehe ich aber auch Knackwürste – vielleicht für ­einen Hotdog am Abend? Ich würde die Rindsplätzli unkompliziert auf dem Grill ­zubereiten. Dazu würde ich ein Ratatouille kochen (Rezept auf der ­folgenden Seite). Dazu g­ ibt es ­natürlich einen ­Salat – dafür reicht das Gemüse auch noch. Favorit für das Dressing wäre eine ­Vinaigrette. Für die könnte ich schliesslich auch noch das ­Olivenöl verwenden.

Und wer hat hier wirklich ­eingekauft? Auflösung auf Seite 36

Tomaten sind aus der Sommerküche nicht wegzudenken: Sand­ wiches und Salate ­profitieren von ihrer fruchtigen Säure eben­ so wie Schmorgerichte, ­Suppen und Saucen.

Zucchetti gehören in jedes klassische Rata­touille. Sie eignen sich aber auch zum Grillieren und sind gefüllt ein Renner.

Bund- oder Frühlingszwiebeln haben einen milderen Geschmack als normale Zwiebeln. Des­ halb passen sie gut auf den Grill und in den Salat.

Peperoni lassen sich gut füllen und dem Salat beigeben. Im Ofen ­gegart und mariniert, avancieren sie zu vielseitigen Antipasti.


36 | 3.6.2019 | GENUSS

DAS KOCHT MIGUSTO MIT DEN ZUTATEN

AUFLÖSUNG

Ein unkompliziertes Abendessen

Ratatouille Zutaten für 4 Personen 1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe 2 Peperoni, gelb und rot 1 Aubergine 2 Zucchetti 3 Tomaten, etwa San Marzano 2 EL Olivenöl ¼ Bund Oregano ¼ Bund Thymian 1 TL Salz Pfeffer

Dragana (33) und Vladimir (40) Radic mit Sohn David (7) und der frisch geborenen Ana

Zubereitung

Zwiebel und Knoblauch hacken. Peperoni halbieren und entkernen. Peperoni, Aubergine, Zucchetti und Tomaten in Stücke schneiden. Zwiebel, Knoblauch und Aubergine im Öl ca. 5 Minuten dünsten. Pepe­ roni und Zucchetti beigeben und mitdünsten. Gemüse zugedeckt bei mittlerer Hitze 10–15 Minuten köcheln lassen. Kräuter hacken und den Tomaten beigeben. ­Ratatouille ca. 5 Minuten weiter­ köcheln. Mit Salz und Pfeffer ­würzen.

«Seit unsere Prinzessin auf der Welt ist, kann es manchmal nicht schnell genug gehen», sagt Dragana Radic aus Wettingen AG. An Arbeitstagen gibt es bei der jungen Familie abends oft Salat oder auch ein Stück Fleisch mit Gemüse. «Wir essen mittags ja am Arbeitsplatz», so die junge Mutter. Zum Nachtisch darf es eine Glace sein – für die Eltern. Der Junior bevorzugt als Dessert hingegen eine Milchschnitte.

Zubereitungszeit ca. 35 Minuten

Pro Person ca. 5 g Eiweiss, 5 g Fett, 12 g Kohlenhydrate, 550 kJ/130 kcal

Möchten auch Sie Ihre Einkäufe auf dem ­Kassenband zeigen? Schicken Sie uns einen ­ ab­foto­grafierten Kassenzettel oder einen Screenshot des Bons aus der Migros-App. ­ Senden Sie uns zusätzlich ein Selfie von sich – allein, mit der Familie, der WG oder dem Lebens­partner. Wenn wir Ihren Kassenzettel auswählen, g ­ ewinnen Sie eine ­Geschenkkarte im Wert von ­50 Franken. Senden Sie Ihren Kassenzettel und ein B ­ ild von den ­Mitgliedern Ihres Haushalts an: k­ assenband@migrosmagazin.ch.

Bild: zVg

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38 | 3.6.2019 | GENUSS

Fruchtig, süss und scharf Eine Kombination von cremigem Weichkäse mit fruchtigen Beeren, süssem Honig und dezent scharfem Senf: Käseliebhaber kochen sich das Himbeer-Chutney mit Thymian und Ingwer zum Tomme gleich selbst. Text: Melanie Michael Rezept: Andrea Pistorius

Weichkäse wie Tomme sollte man eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Bei Zimmertemperatur ist er cremiger und aromatischer. Flüssiger Honig eignet sich dank seiner Konsistenz besonders zum Verfeinern von ­kalten Speisen. So verleiht er etwa der Salatsauce eine ­angenehme Süsse.

Grobkörniger Senf bindet das Chutney optimal und sorgt mit Ingwer für eine angenehm-interes­ sante Schärfe.


GENUSS | 3.6.2019 | 39

DAS PASST ZUSAMMEN! Kombinationen mit Beeren auf migusto.ch/ Beerenkombis

Tomme mit Himbeer-Chutney Zutaten für 4 Personen 100 g Steinofenbaguette 300 g Himbeeren 4 EL grobkörniger Senf 3 EL flüssiger Blütenhonig ¼ Bund Thymian 10 g Ingwer 4 Tommes, etwa Rustique Salz Pfeffer Zubereitung

1. Baguette in Scheiben schneiden und in ­einer beschichteten Pfanne ohne Fett ­rösten. Ein Drittel der Himbeeren bei­ seitelegen. Restliche Himbeeren mit dem Stabmixer pürieren und durch ein feines Sieb in eine kleine Pfanne streichen. Senf und zwei Drittel des Honigs beigeben. Die Hälfte des Thymians dazuzupfen. Ingwer schälen und fein dazureiben. Himbeersauce ca. 2 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Abkühlen lassen. 2. Käse mit Himbeer-Chutney und den ­beiseitegelegten Himbeeren belegen. Rest­ lichen Thymian darüberzupfen. Honig ­darüberträufeln. Dazu Baguette servieren.

Zubereitung

«Das Chutney passt auch zu anderen Käsesorten.»

Bild: MGB Fotostudio; Styling: Feride Dogum

ca. 20 Minuten  Einsteiger + abkühlen lassen Preis: mittel

Pro Person ca. 22 g Eiweiss, 30 g Fett, 33 g Kohlenhydrate, 2100kJ/500 kcal


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Ein Sommerabend mit Andrea Bocelli Den Startenor inmitten der Hügel der Toskana erleben!

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Ein lauer Sommerabend, die sanften Hügellandschaften der Toskana und die goldschimmernden Felder im Abendrot. Das ist die atemberaubende Postkarten-Szenerie in der uns Superstar Andrea Bocelli vor der Kulisse seines Heimatortes Lajatico empfängt. Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Mittwoch 24. Juli 2019 – Anreise in die Toskana Fahrt im komfortablen Extrabus nach Montecatini Terme im Herzen der Toskana. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Donnerstag 25. Juli 2019 – Volterra, Landgut & Andrea Bocelli Am späten Vormittag fahren wir nach Volterra. Die ehemalige Etrusker-Siedlung liegt Postkartenmässig eingebettet in die toskanische Hügellandschaft – freuen Sie sich auf eine interessante Führung. Später werden wir zu einem feinen Imbiss auf einem typischen Landgut erwartet - schöne Stunden

in bester Gesellschaft. Am Abend erwartet uns Superstar Andrea Bocelli im wunderbar gelegenen «Teatro del Silenzio» inmitten der Hügellandschaften seines Heimatortes. Grossartige Arien, Lieder und Melodien verschmelzen mit der toskanischen Traumlandschaft!* (*) das „Teatro del Silenzio“ liegt ausserhalb des Ortes inmitten der Hügellandschaft – es ist nur zu Fuss erreichbar (Schotterweg von ca. 800m). Das Detailprogramm des Abends war bei Drucklegung dieses Katalogs noch nicht bekannt.

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3. Tag, Freitag 26. Juli 2019 - Lucca Nach dem es am Vortag spät wurde, gehen wir es heute gemütlich an. Am Nachmittag begeben wir uns in Lucca auf eine geführte Zeitreise durch die italienische Architektur. Aus der Römerzeit sind ein Amphitheater und der alte Marktplatz übrig geblieben. Die zahlreichen Kirchen der Stadt Lucca sind ebenfalls Zeitzeugen der verschiedenen Epochen. Nachtessen im Hotel 4. Tag, Samstag 27. Juli 2019 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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GENUSS | 3.6.2019 | 41

Wissensbissen Produkt der Woche Himbeeren wurden einst in Klostergärten als Heilmittel angebaut. Heute sind die feinen Früchtchen der Star auf Tartes, in Desserts, im Müesli und darüber hinaus auch begehrte Naschfrüchte. Das Aroma der Beeren leidet im Kühlschrank. Deshalb sollte man die Früchte möglichst nach Bedarf kaufen und dann zügig verwenden oder einfrieren.

GrillMythos

Man darf Grillfleisch vorher nicht salzen.

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Zentimeter lang können Ausläufer von Brombeerpflanzen werden. Zusätzlich vermehren sie sich über Wurzelsprosse und Absenker – also fast überall.

Der Sommer in Schweden ist kurz. Aber Äpfel und Beeren gedeihen dort prächtig. Kein Wunder, dass man sie für eine grosse Anzahl an Desserts und Kuchen verwendet. Die Schwedin My Feldt präsentiert in ihrem Buch «Apfelduft und Heidelbeerblau» ihre besten Rezepte mit Früchten aus dem Garten und der Natur.

Illustration: Felice Bruno; Bilder: iStock, zVg

Fr. 30.30 auf exlibris.ch

GARTEN

Richtig oder falsch gibt es hier nicht. Diejenigen, die Fleisch vor dem Grillieren nicht salzen, sagen, es entziehe dem Fleisch Saft. Das passiert allerdings bei Fleischstücken, die gesalzen und sofort grilliert werden, nicht so schnell. Andere ­behaupten, dass man das Fleisch sogar schon länger im Voraus salzen sollte, um den Geschmack und die Zartheit des ­Fleisches zu verstärken. Zusammengefasst: Kurzgebratenes am besten direkt vor dem Grillieren salzen. Empfindliches Bratgut wie etwa Leber erst nach dem Grillieren salzen, grössere Fleischstücke können das Salzen auch über einen längeren ­Zeitraum hinweg ­vertragen.

Kefen Während im Juni gesäte Mark-Erbsen kaum mehr reifen, kann man jetzt noch Kefen säen. Sie werden bereits ­geerntet, wenn die Erbsen im Innern der Hülse noch nicht ausgereift sind. Die Sprossen sind Leckerbissen auf ­Salaten und Suppen. Die alte ­Sorte «Weggiser» (erhältlich im Do it + Garden) blüht ausserdem hübsch in Rosatönen.

Claudia Schmidt Food-Redaktorin


42 | 3.6.2019 | AUSFLÜGE 1

1, 2, 3 … entdeckt!

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Die Schweiz lässt sich auf verschiedene Arten entdecken. Drei Tipps für geschichtsinteressierte, tierliebende und abenteuerlustige Familien mit Kindern. Text: Yvette Hettinger

Ehemalige Militäranlage Sasso San Gottardo UR/TI

Tief im Innern des Gotthards ­befindet sich das Zentrum Sasso San Gottardo, ein weitverzweigtes ­System aus Gängen und ­Höhlen, das einst als Reduit der Schweizer Armee diente und heute zur Besichtigung einlädt. Die unterirdische Metro del ­Sasso befördert die Besucher zur historischen Festung mit den einstigen Unterkünften der Soldaten, Munitionsmaga­zinen und ­Kanonenstellungen. Diverse multimediale Präsen­tationen

sind unter anderem der Geschichte des Gotthards und der Kristallverarbeitung gewidmet. Ein Highlight ist die Ausstellung der grössten je im Alpenraum gefundenen Kristallgruppe. Eintritt ab 18 Franken sasso-sangottardo.ch

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Lamatrekking, Obwalden OW

Sie heissen Zeus, Pan, Rio oder Mogli: sanftmütige, sensible ­Lamas, die in der Innerschweiz Wanderer durch die Natur begleiten. Los gehts bei Giswil OW.

Die Tiere geben das Tempo vor, der Mensch lässt sich darauf ein. Kein Smartphone, dafür Wiesen, Berge und Bäche, das Schnaufen der Lamas. Die mehrstündigen oder mehr­tägigen Touren führen wahlweise bis Meiringen BE oder Stans NW. Je nach Dauer gehören auch Grillieren, der Besuch einer Käserei oder ein Nachtlager unter freiem Himmel dazu. Eine Gruppe von 8 Teilnehmern bezahlt für drei Stunden 180 Franken, jede weitere Person 15 Franken. lamatrekking.ch

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Abenteuerpark Charmey FR

Schatzsuche, Kletterpark, ­Seilrutschen: Abenteurer ­kommen in den wilden Freiburger Vor­alpen auf ihre Kosten. Hier können sie stundenlang durch das G ­ ebüsch streifen, sich von Baum zu Baum schwingen oder von ­Plattformen stürzen. Für die Jüngsten gibt es Schaukeln und eine Kletterwand. Je nach Package zwischen 10 und 79 Franken charmeyaventures.ch MM

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STADT, LAND, STUTZ | 3.6.2019 | 43

Der dümmste aller Songs

Illustration: Rinah Lang

«Dum, dum, dumdudum», summe ich. Mein rechter Fuss bewegt sich im Takt des Songs in der Warteschleife auf und ab. Ich kenne ihn ­inzwischen in- und auswendig. Mit Bestimmtheit kann ich sagen: ein dummer Song. Mein rechter Fuss wippt aus purer Verzweiflung mit; seit Tagen versuche ich die Transportfirma zu erreichen, die mein Sofa liefern soll – mit Betonung auf «soll». Denn, so das E-Mail des Möbelhauses: «Das bestellte Sofa hat das Lager verlassen. Zur Vereinbarung des Zustell­ termins kontaktieren Sie den Spediteur.» Wenn das so einfach wäre. Ich wähle also seit Tagen die mir angegebene Nummer des Spediteurs. Auf Französisch ­fordert man mich auf, dass ich für Deutsch die Ziffer zwei auf der Tastatur drücken soll. Also drücke ich seit Tagen die Ziffer zwei. Auf Deutsch fordert man mich auf, dass ich meine

Postleitzahl auf der Tastatur eintippen soll. Also tippe ich seit Tagen meine Postleitzahl ein. Und dann fängt wieder der Dum-dumdum-Song an, bis es mir irgendwann zu dumm, dumm, dumm wird und ich auflege. Man kommt sich so abgehängt vor, während man in einer Warteschleife schleift. Und man kommt auf dumme Ideen. Wie etwa seine linke Hand ganz genau zu betrachten, also jene, die nicht den Dum-dum-dum-Song ans Ohr hält. Sind diese blauen Adern schon immer so hervorgestanden? Müsste man die ­Nagelhäutchen entfernen? Ist der Zeigefinger krumm, und kann man so was korrigieren lassen? Oder man macht kurz die Augen zu, reibt sich über die Stirn wie ein gestresster ­Investmentbanker, atmet laut ein und laut aus. Jetzt ein bisschen aufs Sofa liegen – wenn man denn eins hätte … MM

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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44 | 3.6.2019 | SCHWEIZER FILM

Alte Streifen für ein junges Publikum Das Projekt filmo macht ab 6. Juni Schweizer Kinoklassiker zugänglich: Über diverse Streaming-Kanäle sollen sie auch ein junges Publikum erreichen. Die Teenager Severin, Leandra und Alan haben sich vorab drei Filme angesehen. Text: Michael West

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2 3

Schweizer Film on Demand Aktuelle und klassische Schweizer ­Filme sollen neue Zuschauer finden. Ab 6. Juni lassen sich dank des Projekts «filmo» die ersten zehn ­Titel gegen ­Gebühr bei folgenden Anbietern streamen: ­iTunes, Sky, UPC, Teleclub,

Cinefile und Le Kino. Jährlich sollen 30 bis 40 wei­tere Werke hinzukommen. «filmo» ist eine Ini­tiative der ­Solothurner Film­tage; ­unterstützt wird sie vom Förderfonds Engagement ­Migros.  Infos: filmo.ch

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Bilder: SRFPräsens Film, SRFIdéale Audience, SRFGlroia Film, zVg

RUBRIK | 3.6.2019 | 45

Severin (17) entdeckt «Die letzte Chance»

Leandra (16) liebt «Les petites fugues»

Alan (17) staunt über «Bäckerei Zürrer»

Severin Wigger, angehender Kon­ strukteur aus Knonau ZH, hat sich ein Kriegsdrama aus dem Jahr 1945 ­angesehen: «Ich mag sonst Marvel-­ Superheldenfilme. Beim Schwarz-­ Weiss-Streifen ‹Die letzte Chance› kommt mir die Kameraführung im Vergleich dazu sehr starr vor. Auch die ­Dialoge wirken irgendwie steif. Mit der Zeit ist die Geschichte aber trotzdem spannend: Eine Gruppe von Flüchtlingen will gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus Norditalien in die Schweiz entkommen. Es sind ­total unterschiedliche Leute darun­ ter – aber jetzt geht es allen gleich; sie wollen einfach überleben. Die deutschen Verfolger sind absolut gnadenlos. Am Schluss schaffen es die Flüchtlinge in das sichere Land, werden aber von den Schweizer Be­ hörden fast wieder ins Kriegsgebiet zurückgeschickt. Das kommt mir ­extrem hart vor und beschäftigt mich. Es ist ja heute noch so, dass wir Men­ schen in Not abschieben. E ­ igentlich sind wir nicht weiter­gekommen.»

Leandra Senn, aus der gleichen ­Gemeinde wie Severin, bekundete mit «Les petites f­ ugues» (1979) zu­ erst Mühe. «Am Anfang passiert ab­ solut nichts», sagt die kaufmännische Lernende und Berufsmittelschülerin. «Der Held ist der B ­ auernknecht Pipe aus dem Waadtländer Jura. Sein ­Leben lang hat er auf dem gleichen Hof geschuftet, jetzt ist er alt und hat nie etwas erlebt. Plötzlich wird alles anders: Pipe bricht aus seinem engen Alltag aus. Er kauft sich ein Töffli, ­unternimmt Ausflüge, lässt sich ­sogar im Helikopter ums Matterhorn fliegen. Von da an kommt er mir vor wie ein Seelenverwandter, obwohl er alt ist. Er will im ­Leben nicht nur ­gearbeitet haben – das geht mir auch so. Seit der P ­ rimarschule setze ich mich unter Druck wegen der N ­ oten. Jetzt habe ich mir eine Liste von den Dingen gemacht, die ich im Leben nicht verpassen will: ­Einmal möchte ich die Nordlichter sehen, ein ander­ mal an einem Hilfsprojekt in Afrika ­teilnehmen.»

Der angehende Informatiker Alan Cantekin aus Mettmen­stetten ZH hat es mit einem knurrigen Handwerker zu tun bekommen – dem Helden der Tragikomödie «Bäckerei Zürrer» aus dem Jahr 1957: «Dieser Mann ver­ steht die Welt nicht mehr, weil sein Sohn die Tochter eines italienischen Marronibraters heiraten will. Ich ­finde es lustig, wie verkrampft Bäcker Zürrer dagegen a­ nkämpft. Aber dann wendet sich die ganze ­Familie wegen seiner Sturheit von ihm ab – darum tut er mir irgendwie leid. Zum Glück versöhnen sich am Schluss alle ­wieder; es gibt ein richtiges Happy-­ End. Ich bin erstaunt, wie unter­ haltsam dieser alte Streifen ist – ich finde ihn von Anfang bis Schluss ­gelungen. Cool ist auch, dass man das Zürcher Langstrassenquartier in den 1950er-Jahren sieht – samt Läden, Kinos, Licht­reklamen und Trolley­ bussen.»

8

7 6 5

1, 2, 3 «Die ­letzte ­Chance» (1945): ­Kriegsdrama mit teils steifen ­Dialogen 4, 5 «Les ­petites ­fugues» (1979): Berührendes Porträt eines alten Bauern­knechts

6, 7, 8 «Bäckerei ­Zürrer» (1957): ­Turbulente Tragikomödie um einen ­sturen Handwerks­meister


46 | 3.6.2019 | 1, 2 ODER 3?

TOP DREI

Im Kinderzimmer Die drei in der Migros meistgekauften Dinos im April: 1 «Schleich Velociraptor» 2 «Smashers Series 2 1 Pack Display» 3 «Stikbot Mega Dino»

Im Kopf

Dinosaurier

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (3) ist fasziniert von Dinosauriern. Gehen wir auf den Spielplatz oder einkaufen, packt er mindestens einen Tyranno­ saurus Rex und einen Ankylosaurier ein. Spielt er mit Lego, baut er Villen mit Pool für die Urzeitechsen und ihre Babys. Für die ­Gutenachtgeschichte wählt er jeweils das «Dinosaurier Rekorde»-­ Buch aus. Während er sich in seinem himmelblauen Plüschpyjama im Bett fläzt und an einem lauwarmen Schoppen nuckelt, erzähle ich ihm von den Dinos mit den schärfsten Krallen, dem stärksten Gebiss und dem lautesten Gebrüll. Dabei schläft er dann friedlich ein. Manchmal wüten die faszinierenden Wesen in seinen Träu­ men weiter. Kürzlich ist er nachts urplötzlich aufgewacht und hat mich wachgerüttelt. Mit tränenerstickter Stimme fragt er: «Mami, sind wirklich alle Dinos gestorben?» – Und jetzt? 1   «Nein, ein paar Dinos gibts noch», sage ich und schlafe weiter. 2   Ich halte mich an die Fakten: «Vor 65 Millionen Jahren sind sie alle verschwun­

den», antworte ich.

3   «Jein. Krokodile sind die Enkel der Enkel der Enkel der Dinosaurier», sage ich.

Im Ohr

Die drei meistgestreamten Songs auf Spotify am Montag, 27. Mai: 1   «Wieder Lila» von Samra & Capital Bra 50 882 Streams 2   «She Got Me» von Luca Hänni 39 089 Streams 3   «Marlboro Rot» von Samra 38 378 Streams

Illustration: Lisa Rock; Bilder: René Ruis, PD (2)

1, 2 ODER 3?

Die drei meistgegoogelten Begriffe am Montag, 27. Mai, in der Schweiz: 1   Union Berlin Urs Fischer und der Bundesliga-Aufstieg 2   Sebastian Kurz Der österreichische Kanzler ist abgesetzt. 3   Banntag Der Brauch ist in Liestal fest in Männerhand.

Antwort 3: Ich bringe es nicht übers Herz, ihn mit der ganz harten Realität zu konfrontieren. Auch deshalb nicht, weil ich gerne weiterschlafen möchte.


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HALLUX | 3.6.2019 | 59

Wenn der Schuh drückt Zu enges Schuhwerk, Übergewicht oder sogar erbliche Veranlagung – ein Hallux valgus kann unterschiedliche Ursachen haben. Schlimmstenfalls hilft nur noch eine Operation gegen die Schmerzen am grossen Zeh. Aber man kann vorbeugen. Text: Bernard Jordan

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Bilder: iStock, zVg

Dr. Bernard Jordan, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Sportmedizin SGSM

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umps und Sandaletten mögen zwar chic sein, doch den Füssen tun die High Heels nicht gut. Kein Wunder, leiden Frauen fünf Mal häufiger als Männer unter einem Hallux valgus, umgangssprachlich «Hallux». Ein Ballenzeh, wie die Fehlstellung des grossen Zehs auch genannt wird, entsteht ganz ­allmählich, häufig an beiden F ­ üssen. Das muss nicht immer zeitgleich geschehen und auch nicht auf beiden Seiten gleich ausgeprägt. Und nicht immer ist zu enges Schuh­werk verantwortlich für die Fehlstellung. Ex­ perten gehen davon aus, dass die ­erbliche Veranlagung bei der Entstehung eines ­Hallux valgus eine bedeutende Rolle spielt. Die Über­tragungswahrscheinlichkeit in­ nerhalb der Familie liegt bei 75 Prozent. Zu den mög­lichen Ursachen für Hallux zählen etwa ein schwaches B ­ indegewebe und Übergewicht, eine Überbelastung des Zehengrundgelenks durch Sport oder eine Wachstumsstörung. Auch angeborene Eigenschaften k ­ önnen die Bildung eines ­Ballenzehs begünstigen, beispielsweise der sogenannte ägyptische Fusstyp, bei dem der grosse Zeh der längste ist, oder Erkran­ kungen wie Rheuma oder neuromuskuläre Beschwerden.

Der Schiefstand des Grosszehs bewirkt, dass die Fussinnenseite überbeansprucht wird und der grosse Zeh sich über oder unter den zweiten und dritten schiebt. Die Folge sind Druckstellen und Schmerzen. Operieren oder nicht?

Operiert werden muss ein Hallux valgus nur dann, wenn er sehr starke Schmerzen und grosse Einschränkungen im Alltag ­verursacht. Aus ästhetischen Gründen oder zu Präventionszwecken wird nicht ope­ riert, da der Verlauf eines Hallux valgus sich nicht mit Sicherheit vorhersagen lässt. Bei einer Operation werden die am Hallux valgus beteiligten Elemente korri­ giert. Der chirurgische Eingriff findet ­ unter lokaler Betäubung statt und kann ambulant oder stationär erfolgen. Zur ­Auswahl s­ tehen unterschiedliche Opera­ tions­methoden – welche Technik im ­konkreten Fall die geeig­nete ist, muss ­sorgfältig geprüft werden. Komplikationen nach einer Hallux-­OP sind selten, aber nicht ausgeschlossen. ­ So kommt es bei rund fünf ­Prozent der ­Fälle zu einem Rückfall. Möglich ist auch eine Gelenkversteifung. Insbesondere bei Spitzensportlern sollte man dieses Risiko unbedingt berücksichtigen. MM

Vorbeugen gegen den Ballenzeh Bei erblicher Veran­ lagung lässt sich ein ­Hallux valgus zwar nicht ganz verhindern, aber ­ es hilft, folgende Tipps zu beachten: • Bequeme Schuhe ­tragen; die Absätze sollten nicht höher ­ als drei oder vier Zen­ timeter sein. • Sportarten vermeiden, bei denen die Füsse heftigen Stössen ­ausgesetzt sind. Dazu zählen etwa Tennis, Badminton und Joggen. • Einlagen verwenden, um den Druck auf ­ die Köpfe der Mittel­ fussknochen zu redu­ zieren.

Der dornige Schmerz Ein Fersensporn ist schmerzhaft. Wie man die Warnsignale erkennt und was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier: migros-impuls.ch/fersensporn

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CHRISTOPH TÄNZER | 3.6.2019 | 61

Warten gehört zum Job: Für ein gutes Bild sitzt Christoph Tänzer oft ­tagelang in der Wildnis.

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ein, ganz ungefährlich ist es nicht, was Chris­ toph Tänzer (42) da macht. Schon zwei Mal war er mit erbosten Elefanten­ bullen konfrontiert: «Der eine war so gross wie ein Haus und stürmte frontal auf unser Auto zu. Wenn der sich nicht beruhigt hätte, wären wir erledigt gewe­ sen, da hätte uns auch das Blech des Wagens nicht geholfen.» Am Ende jedoch stoppte der Elefant ab, umkreiste das Gefährt und verzog sich. Ein andermal war Tänzer abends im Camp, als sein Guide ihn darauf aufmerksam machte, dass hinter ihm eine Raubkatze sass. «Die Leopardin befand sich etwa zehn Meter entfernt auf einer Anhöhe und beobachtete uns.» Schliesslich passierte sie das Camp in glei­ chem Abstand und verschwand in der Dunkelheit. «Klar ist eine solche Begegnung auch etwas beängstigend, vor allem aber ist es fantastisch. Wir haben uns ­gefreut wie kleine Kinder.»

Auf der Jagd nach dem perfekten Augenblick Ein wütender Elefantenbulle rennt auf ihn zu, eine Leopardin sitzt ihm im Nacken: Christoph Tänzer erlebt in Afrika brenzlige Situationen. Mit seinen eindrücklichen Bildern will der Fotograf dazu beitragen, bedrohte Tierarten zu retten. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Christoph Tänzer

Ein unglamouröses Leben

Solche heiklen Momente sind selten. Tänzer weiss natürlich auch, wie man sich richtig ­verhält. «Man sollte nie aktiv auf ein wildes Tier zugehen, son­ dern warten, ob es sich von selbst nähert.» Und auf gar ­keinen Fall dürfe man davon­ rennen. «Ruhig stehen bleiben, auch wenn es noch so schwer­ fällt», sagt der St. Galler Wild­ tierfotograf und lacht. «Alles, was da draussen unterwegs ist, rennt schneller als du.» Im Übrigen ist das Fotografen­ leben in Afrika nicht sonderlich glamourös. Tänzer ist oft tage­ lang in der Wildnis, muss mit Hitze, Kälte und Wetterkapriolen klarkommen, sich die Vorräte sorgsam einteilen und hoffen,


62 | 3.6.2019 | CHRISTOPH TÄNZER

dass er jenen raren Augenblick erwischt, in dem a­ lles stimmt: das Tier, das Licht, die Situation, die Kamera. «Das braucht Geduld, Geduld und noch mehr ­Geduld – manchmal wartet man mehrere Tage, bis das perfekte Foto gelingt.» Und für einen einmonatigen Trip nach Botswana oder Uganda ist ein halbes Jahr Vorbereitung ­nötig. «Nur schon bis alle Be­willigungen und ­Dokumente ­organisiert sind, ver­gehen teils Monate.» Christoph Tänzer kommt ­ursprünglich aus Niedersachsen; ein interessantes Jobangebot führte den Deutschen 2012 nach St. Gallen. Als Creative Director bei einer IT-Firma verdiente er gutes Geld bei hoher Jobsicherheit. Beides gab er 2017 auf, um in Afrika Raubkatzen, Flusspferde und Büffel zu fotografieren. «Natürlich habe ich lange mit mir gerungen, ob ich das wirklich tun soll. Es ist mir nicht leichtgefallen, mein sicheres Einkommen aufzugeben. Aber es ist wie bei jedem Start-up: Man weiss erst, ob es funktioniert, wenn man es versucht.» Und bis jetzt funktioniert es «ganz gut»: Tänzer verdient nun Geld mit dem Verkauf seiner ­Bilder – ab 2800 Franken sind diese erhältlich. Schicksalhafte Begegnung

Tänzers Leidenschaft für die ­afrikanische Tierwelt begann bereits in der Kindheit, als er fasziniert Tierdokumentationen im deutschen Fernsehen verfolgte. Weil er aber genauso ­gerne zeichnete und malte, ­studierte er nicht Biologie oder Zoologie, sondern Malerei und Kunstgeschichte, später noch Animationsfilm. Fotografie kam dann eher nebenbei hinzu. Doch seine Kindheitsbegeisterung ­begleitete ihn weiter, und Geschäftsreisen nach Afrika er­ neuerten sein Interesse für den Kontinent. 2014 reiste er dann für einen ganzen Monat nach Uganda, allein. Er knüpfte ­Kontakte vor Ort, führte viele ­Gespräche, unterrichtete sogar einen Tag lang Zeichnen in einer lokalen Schule. Und er besuchte ein Gebiet, in dem Gorillas leben. «Es dauerte eine Weile, bis die Guides eine

Gepard in der Maasai Mara, Kenia «Einen Gepard im gleissend hellen Gras der Maasai Mara entdecken zu wollen, gleicht der berühmten ­Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Durch die Guides, die sich untereinander per Funk verständigen, bekommen wir oft Hinweise. In diesem Fall haben wir das Tier durch Zufall entdeckt. Das Fell des Geparden reflektiert die Sonnenstrahlen und lässt das Tier eins werden mit der Natur. Grazil bewegt sich der Gepard durch die Mara. Nach mehreren Kilometern bleibt er auf einem kleinen Hügel sitzen. Eine Elefantenherde zieht in einiger Entfernung ­vorüber. Der Gepard thront weiterhin auf seinem Hügel, wie der Hüter seines Gebiets.»


CHRISTOPH TÄNZER | 3.6.2019 | 63

Löwenmännchen in der Maasai Mara, Kenia «Ein steiler Hang führt von unserem Camp mitten ins Naturschutzgebiet Maasai Mara. Wenn das Licht der aufgehenden Sonne die Umgebung in ein fahles Orange-Gelb taucht und sich der Morgendunst lichtet, offenbart sich die unbeschreibliche Weite der Maasai Mara. Unser Blick schweift bis nach Tansania. Am Fuss des Hangs machen wir eine Gruppe Löwen aus. Ein junges Löwenmännchen ­bewegt sich mit seinen zwei Begleiterinnen ­gemächlich durch das Gras in die Ebene ­hinein. Nach einer Weile stoppt das Gespann, um die Umgebung zu beobachten. Das Männchen scheint dabei ganz bewusst für mich zu posieren.»

Flusspferd mit Wasserpflanzen, Khwai, Botswana «Einige Stunden sind seit dem Morgen vergangen, und langsam ­erreicht die Sonne den Zenit. Am Ufer des Khwai River in Botswana verharren wir seit Sonnenaufgang und beobachten Nilpferde. ­Immer wieder tauchen die Kolosse geräuschvoll auf. Das Glück ist an diesem Tag auf unserer Seite, denn die Flusspferde sind sehr ­aktiv. Sie zeigen ihre Köpfe, öffnen ihre Mäuler und sind uns gegenüber eher neugierig als aggressiv. Ich folge einem der Tiere durch meinen Sucher, nachdem ich entdeckt habe, dass es Reste einer Wasserpflanze auf seiner Schnauze trägt. Ich will diese Szene ­unbedingt festhalten, obwohl die Beleuchtung zu dieser Tageszeit etwas schwierig ist. Für ein paar Sekunden steht das Tier still, und ich kann auf den Auslöser drücken.»

«Alles, was da draussen unterwegs ist, rennt schneller als du.» Christoph Tänzer Wildtierfotograf


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CHRISTOPH TÄNZER | 3.6.2019 | 65

Leopardenweibchen in einem Baum, Botswana «Der Beginn des Sommers und ein schwüler, wolkenverhangener Tag. Anfang November ist das keine Seltenheit in Botswana. Als wir am Morgen unsere erste Tour durch das Schutzgebiet fahren, hören wir plötzlich die Rufe von Hyänen. Kurz darauf schiesst eine junge Leopardin durch das hohe Gras an uns

Gruppe aufgespürt hatten. Aber kaum w ­ aren wir dort, stürmte ein 250 Kilo schwerer Silber­rücken auf mich zu, blieb zwei Meter vor mir stehen und fing an zu posie­ ren.» Tänzer war so erschrocken und überrascht, dass er es nicht mal schaffte, ein Foto zu machen. «Diese Begegnung hat mich tief beeindruckt und lange beschäf­ tigt. Sie war es letztlich, die mich zu dem gebracht hat, was ich heute tue.» Doch am Ende ist die Foto­ grafie für ihn Mittel zum Zweck. «Natürlich ist es meine Leiden­ schaft, ich liebe es, da draussen zu sein und den richtigen Mo­ ment zu erwischen.» Aber letzt­ lich geht es ihm darum, diese

vom Aussterben bedrohten Tier­ arten zu erhalten. «Ich will die Menschen hier mit meinen Bil­ dern berühren, in der Hoffnung, dass auch sie den Wert und die urtümliche, wilde Kraft und Schönheit dieser Tiere erkennen. Und ich möchte, dass auch meine Kinder noch Raubkatzen und Elefanten in freier Wildbahn ­erleben können.» Tänzer will eine Stiftung gründen

Doch um dies zu erreichen, müsse man bei den Menschen vor Ort ansetzen. «Die Verhältnisse in Afrika sind komplex, aber letzt­ lich werden wir diese Tiere nur retten können, wenn wir ihre menschlichen Nachbarn dafür

v­ orbei. Nachdem die Katze unter einem Baum Schutz gesucht hat, folgen zwei Hyänen, die jedoch auf Abstand bleiben. Die Leopardin bleibt eine Weile in ihrem Versteck, bis sie schliesslich mit einem gewaltigen Satz auf den Baum springt. Von ihrem hölzernen Balkon aus beobachtet sie uns genau.»

gewinnen können.» Tänzer will sich deshalb auch für eine ­Verbesserung ihrer Lebens­ bedingungen einsetzen. «In ­Botswana funktioniert es schon ganz gut: Dort kurbelt das Inte­ resse für die Tiere den Tourismus an, der Geld bringt und Jobs schafft.» Ihm schwebt eine Stif­ tung vor, die er unter anderem mithilfe seiner Fotografie auf­ bauen möchte und die vor allem Bildung und Ausbildung vor Ort unterstützen soll. Sein nächstes Projekt wird ­dafür der Startschuss sein – ein Bildband von bedrohten Tier­ arten in Afrika, wissenschaftlich begleitet und mit grosser Kelle angerichtet. Derzeit arbeitet er

an der Finanzierung, nächstes Jahr beginnt die Suche nach den idealen Locations. Inzwischen hat Afrika auch in seinem Privatleben Einzug ­gehalten. Auf einer Städte­reise nach Prag hat er seine heutige Frau kennengelernt, eine Sambi­ erin, die dort studiert hatte und schliesslich geblieben war. Mitt­ lerweile wohnen die beiden in St. Gallen. «Sie unterstützt meine Arbeit, aber natürlich sorgt sie sich auch um mich, wenn ich mal wieder für ein paar Wochen im Busch s­ tecke.» Doch selbst dort ist es zum Glück meist nicht weit bis zum nächsten Handynetz. MM Info: christophtaenzer.com


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Rückruf: acht Micasa-Plüschtiere Die Migros ruft acht bei Micasa ­verkaufte Plüschtiere zurück. Eine interne Kontrolle hat ergeben, dass Füllmaterial austreten kann. Wenn

Kleinkinder das Material verschlucken, besteht Erstickungsgefahr. Bei den Plüschtieren handelt es sich um Hunde, Schafe, Schweine und

Hasen in zwei Grössen, die seit Mai 2018 schweizweit verkauft wurden. Bei Rückgabe wird der Preis zurückerstattet. Infos auf migros.ch

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3.6.2019 | 69

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Atemlos durch das Val d’Hérens Jetzt verspüren Bike- und Laufsportler wieder ein starkes Kribbeln. Gerade das Wallis mit seinen Bergen gilt als Paradies – auch für Wettkämpfe: Einer ist der Raid Evolénard. Text: Fabien Lafarge

Bild ZvG

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m Sommer finden im Wallis zahl­ reiche Rennen statt. Ob in Lauf­ schuhen oder auf dem Rad: Es gibt wohl keinen geeigneteren Kanton, um sich eine Höllenkondi­ tion anzutrainieren – und höllisch zu leiden. Danach können Trainierte fast jedes Wochenende an Rennen die Konkurrenz hinter sich lassen oder es wenigstens versuchen. Die Migros Wallis unterstütuzt mehrere Sport­ veranstaltungen, die in den nächsten Wochen auf diesen Seiten vorgestellt werden. Den Auftakt macht der Raid Evolénard. Wie der Name verrät, findet das ­Bikerennen im Val d’Hérens statt. Die Fahrer starten am Sonntag, 16. Juni, in Evolène und absolvieren das

«Fun»-­Rennen über 24 Kilometer, das 35 Kilometer lange «Volks»-­ Rennen oder den «Marathon» mit beein­druckenden 62 Kilometern. Laut Organisatoren eignet sich die Fun-Strecke mit 875 Metern Steigung auf ihren 24 Kilometern perfekt für all jene, die noch nicht so lange trainiert haben. Aber Achtung, die Schlussabfahrt ist technisch nicht ganz ohne, man sollte wachsam sein. Mit 1330 Metern Steigung ist das Volksrennen relativ anspruchsvoll: Einige Abschnitte erfordern techni­ sches Können, es wird jedoch meist auf 4-×-4 gängigen Strassen gefahren. Und zuletzt wartet noch die ultima­ tive Strecke auf erprobte «Krieger»: Der Marathon, der mit 62 Kilometern

sehr viel Kondition voraussetzt und zudem Anstiege von total 2660 Me­ tern aufweist. Er verlangt von den Fahrern grosse Vielseitigkeit, da sie zahlreiche heikle Steigungen meis­ tern müssen, teils auch in steilem Ge­ biet. Da ist Atemlosigkeit nicht nur wegen der Landschaft garantiert. Schliesslich haben die Organisato­ ren auch an die Kinder gedacht. Am Kids Cup können sie eine 8,5 Kilome­ ter lange Schleife mit 192 Metern Steigung absolvieren. Der Schwierig­ keitsgrad ist zwar nicht hoch, aber die Strecke wartet mit ein paar ­kräftezehrenden Buckeln auf. MM Die Organisatoren bieten mehrere Übernachtungsvarianten an. Info zu Angebot und Strecken und die Anmeldung auf raidevolenard.ch

Sportler können das Rennen im Val d’Hérens in drei Varianten ­absolvieren: über 24, 35 oder 62 Kilometer.


70 | 3.6.2019 | MIGROS WALLIS

Naters spielt gross auf

Text: Andreas Tschopp

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usik bedeutet Leben, verkörpert Freude und schafft Verbindun­ gen», schreibt Philipp Matthias Bregy einleitend in der Fest­ schrift zum 26. Kantonalen Musikfest im Wallis. Bregy, der Anfang Jahr die Nachfolge der neuen Bundesrätin Viola Amherd im ­Nationalrat antrat, präsidiert das Organi­ sationskomitee des Musikfestes, das am ­Wochenende vom 7. bis 9. Juni in Naters über die Bühne geht. Im Vorfeld zeigt sich der OK-Präsident überzeugt, dass das kanto­ nale Musikfest mehr als ein Fest wird. «Es ist gelebte Tradition, blühende Kultur und ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Unter-, Mittel- und Oberwallis», hält Bregy fest. 20 000 Besucher erwartet

Naters bewarb sich ein Jahr vor der letzten Austragung in Martigny 2014 um die Durch­ führung des Kantonalen Musikfestes. Vor zweieinhalb Jahren startete das 14-köpfige OK unter der Leitung von Philipp Matthias Bregy, als Gemeinderat in Naters für den ­Bevölkerungsschutz und Verkehr verant­ wortlich, mit den Vorbereitungen für das Fest. Mit erwarteten rund 20 000 Besuchern wird laut Pascal Ruppen, Vizepräsident des OK, das Musikfest «zu einem der grössten und wichtigsten Anlässe in Naters». Und der Ort bezeichnet sich mit inzwischen über 10 000 Einwohnern gerne als das grösste Dorf im Wallis. 90 Musikvereine spielen auf 4500 Musikanten werden gemäss Ruppen

am Musikfest teilnehmen. Sie repräsentie­ ren 90 Vereine, davon kommen 36 aus dem Unterwallis. Einige Gäste stammen aus ­anderen Kantonen. Die Musikvereine ­werden sich am Samstag und Sonntag in vier Lokalen im Saalwettbewerb messen. An beiden Tagen bieten sie zudem ab 16.30 Uhr Marschmusik auf der Furkastrasse im Zentrum von Naters dar. Dort befinden sich auch die Festmeile und das Festzelt, wo die Migros Wallis das Catering besorgen wird. Das stellt den Partyservice vor grosse

Bereit für das Musikfest: die OK-Mitglieder ­Philipp Matthias Bregy (Präsident, Mitte), Pascal Ruppen (Vize, rechts) und Adi Minnig (General­sekretär) vor dem Verwaltungsgebäude von ­Naters, dem Junkerhof

«Das Musikfest ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Unter-, Mittel- und Oberwallis.» Philipp Matthias Bregy, OK-Chef Kantonales Musikfest

Bilder: Andreas Tschopp / ZvG, garcon volant

Das 26. Kantonale Musikfest verwandelt das bevölkerungsreichste Walliser Dorf vom 7. bis 9. Juni in eine grosse Festhütte. Als Gastgeberin feiert die schon 150-jährige Musikgesellschaft Belalp mit.


3.6.2019 | 71

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KIDS CLUB

Mehr Spass für Kinder

Freude herrscht bei der Musik­ gesellschaft Belalp: Zum 150-­Jahre-­Jubiläum organisiert sie das ­Kantonale Musikfest mit.

Panoramabild von Naters: Die Gemeinde ennet den Geleisen des Bahnhofs Brig erstreckt sich über 3500 Höhenmeter.

Herausforderungen, er verfügt jedoch neben Privat­festen auch über viel Erfahrung an Grossanlässen. Zwei Mal wird auf dem Platz vor der Kirche um 15.30 Uhr ein halbstün­ diger Festakt abgehalten. Überhaupt hat das Musikfest an allen drei Festtagen ein reich­ haltiges Unterhaltungsprogramm. Kommt auch Viola Amherd?

Eröffnet wird das Musikfest am Freitag mit dem Galaabend zum 150-jährigen Bestehen der Musikgesellschaft Belalp. Diese konnte zum Jubiläum bereits ihre neue Uniform einweihen und erhielt eine Chronik in Buch­

form. Die Mitglieder des jubilierenden Ver­ eins werden auch aktiv mithelfen am Fest, an dem rund 700 Helfer über 7000 Arbeits­ stunden leisten werden. Das Gesamtbudget liegt bei rund einer Million und wird zur Hauptsache über Sponsoren- und Gönner­ beiträge gedeckt. Eingeladen ist neben ­vielen weiteren Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Musikwelt auch die Walliser Bundesrätin. Ob Viola Amherd in Naters ­erscheinen wird, sei aber nicht sicher, ­erklärt OK-Chef Bregy. MM Infos: naters2019.ch

Das Programm des Kids Club geht in die dritte Woche. Die Exklusivangebote für Famigros-Mitglieder halten auch diese ­Woche tolle Überraschungen bereit. Zum Beispiel am 5. Juni im Melectronics, wo man eine Nintendo-Switch-Konsole für 299 Franken statt 349 Franken erhält. Oder die Superaktion im Supermarkt am 7. und 8. Mai, die zehnfache Cumulus-Punkte auf das ganze Supermarktsortiment bringt. Der Kids Club umfasst auch viele Aktivi­ täten: Am Dienstag, 4. Mai, steht von 17 Uhr bis 19 Uhr in der Klubschule in Martigny Schneidern (ab 12 Jahren) an. Am Mittwoch können Kinder in Restaurants im M Central, der Migros Monthey, Martigny Manoir, Sion Métropole, Forum des Alpes Conthey und dem Simplon Center Glis an einer «Pizza-­ Backstube» teilnehmen. Auch am 5. Mai bietet die Klubschule in Sion für acht- bis vierzehnjährige Kinder einen Japanisch-Kurs mit Mangas an, und in Martigny führt sie ­einen Crashkurs im Tastaturschreiben für Kinder ab neun Jahren durch. Zudem können Eltern mit Kindern von drei bis vier Jahren am Donnerstag um 17 Uhr in Sion ­gemeinsam einen Kochkurs besuchen. Und schliesslich findet Ende Woche in den Restaurants im Martigny Manoir, Forum des Alpes Conthey und im Simplon Center Glis ein kreatives Atelier für vier- bis zwölfjährige Kinder statt. Familien, die gerne gemeinsam in der Natur unterwegs sind, können am Sonntag von einem kostenlosen Kindereintritt in den Vertic’Alp in Emosson profitieren. Die Gratisaktivitäten und Vorteile des Kids Club sind Inhabern der Famigros-Karte vorbehalten. Infos: migroswallis.ch/kidsclub


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74 | 3.6.2019 | FRANZ HOHLER

«Ich suche immer Gründe für die Hoffnung» Franz Hohler hat als Kabarettist, Autor und Liedermacher immer wieder Grenzen ausgelotet. Ein Gespräch über Grenzsituationen und -überschreitungen, sprachlich, politisch, ganz persönlich. Text: Lisa Stutz, Dinah Leuenberger Bilder: Jorma Müller


FRANZ HOHLER | 3.6.2019 | 75

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ranz Hohler, an welche Grenzen müssen wir uns beim Gespräch mit Ihnen halten? Fragen sind grenzenlos. Aber ich setze schon Grenzen, wenn es mir zu weit geht. Sind schlechte Witze in Ordnung? Probieren Sie es! Zwei Blondinen bewerfen sich mit Stroh. Wie nennt man das? (Lacht) Alles zielt auf strohblond. Aber das ist es wohl nicht ... Man nennt es Gedankenaustausch. (Lacht nicht) Gedankenaustausch … War das jetzt in Ordnung? Also, ich würde diesen Witz nie erzählen – weil er miserabel ist. Haben wir eine Grenze überschritten? Wenn Sie als Frau einen solchen Witz ­erzählen, überschreiten Sie keine Grenze. Dann sind Sie selbst schuld. Wenn ich es als Mann täte, würde ich mich nicht wohlfühlen. Darf man Witze erzählen, die sich gegen eine bestimmte Personengruppe richten? Es kommt auf den Rahmen an: Verlangen Sie Eintritt, wenn Sie solche Witze erzählen? Das wäre für mich heikel. Ich habe aber schon oft Menschen untereinander genussvoll Witze erzählen gehört, die man in der ­Öffentlichkeit niemals erzählen dürfte. Der Witz ist das Kleingeld des Geistes. Er zielt dorthin, wo eine Grenze verläuft – die des guten Geschmacks oder der politischen Korrektheit zum Beispiel. Welche Grenze darf ein Witz nie ­überschreiten? Dürfen, müssen: Diese Forderungen sind problematisch. Im Prinzip darf der Humor alles. Aber er muss mit Reaktionen rechnen. Ich persönlich finde, dass der Humor nicht auf Kosten der Schwächeren gehen soll. Ist es Ihnen mal passiert, dass Sie mit ­Humor eine Grenze überschritten haben? Es wurde mir gesagt, aber ich selbst habe es nie so empfunden.

Franz Hohler und der Humor: «Der Witz zielt dorthin, wo eine Grenze verläuft – die des guten Geschmacks oder der politischen Korrektheit etwa.»

Die Grenzen des Humors sind also individuell? Sie sind dort, wo ich sie spüre. Bei jemand ­anderem verläuft die Grenze woanders. Wir haben aber auch kollektive Grenzen: Es gibt ein Anti-Rassismus-Gesetz; damit werden Grenzüberschreitungen einklagbar. Ich finde es gut zu wissen, dass es einen Schutz gibt, eine Grenzpolizei.


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FRANZ HOHLER | 3.6.2019 | 77

Mit Ihrer bekannten Geschichte vom ­«Totemügerli» haben Sie der ganzen Schweiz – ausser vielleicht den Bernern – erfundene Wörter als existierend vor­ gegaukelt. War das okay? Ja sicher (lacht). Das macht doch Spass: eine Parodie auf eine Sprache.

«Eine Sprache, die sich nicht verändert, stirbt ab.» Gewisse Ausdrücke aus dem «Totemügerli» sind sogar in die Sprache eingeflossen. Ein sehr vergnüglicher Effekt. Es gibt ein berndeutsches Wörterbuch, das ständig aktualisiert wird. Ich erhalte ab und zu Meldung, dass ein Wort von mir aufgenommen worden sei. «Desumeschirggele» oder «aschnäggele» taucht heute als Alltagssprache auf. Eigentlich wollte ich mit dem «Totemügerli» eine Art ­Urberndeutsch kreieren. Also fing ich an, aus einem berndeutschen Wörterbuch ungewöhnliche Wörter herauszuschreiben. Beim Buchstaben B etwa dachte ich: Das ist ja endlos, da kann ich genauso gut selber Wörter erfinden. Welche Grenzen hat die deutsche Sprache? Jede Sprache hat Grenzen, aber die deutsche ist sehr anpassungsfähig. Neben dem ­Standard-Duden steht auf meinem Schreibtisch einer, der heisst: «Wie sagt man in der Schweiz?». Er enthält etwa 4000 schwei­ zerische Ausdrücke. «Innert» zum Beispiel. «Innert 14 Tagen» würde ein Deutscher ­niemals schreiben. Oder «Trottoir». Muss Sprache sich laufend verändern? Unbedingt. Eine Sprache, die sich nicht verändert, stirbt ab. Ich bin ein Freund der ­Helvetismen, ich mag regionale Farben in der Sprache. Aber auch die englischen Ausdrücke finde ich gut. «Chillen» ist ein sehr lustiges Wort: «I muess no chli chille.» Oder auch «googeln», das ist geradezu ein Mundartwort. Wir haben so viele Fremdwörter, die inzwischen zu einem absolut selbstverständlichen Stück Sprache geworden sind. «Ciao» stammt aus dem Italienischen, «Coiffeur» aus dem Französischen, «Auto» aus dem Griechischen und «Schoggi» aus dem Aztekischen. Sie spielen gern mit der Sprache. In einem Ihrer berühmtesten Texte reist eine Made nach Hongkong. Wie lange haben ­ Sie das englische «made» angeschaut, bis es zur tierischen Made wurde?

Nicht lange ( lacht). Häufig sind das spontane und einfache Gedanken. Müssen Sie sich bei der Arbeit selber Grenzen setzen? Ich mag durchaus Begrenzungen oder Einschränkungen, kleine Vorgaben von aussen. Einmal habe ich eine Geschichte für den schwedischen Rundfunk geschrieben. Er übertrug einen Deutschkurs und wollte dafür Texte vorlesen, und zwar mit dem Vokabular, das die Hörer bereits kannten. Also habe ich versucht, in der Geschichte ausschliesslich diese bekannten Wörter zu benutzen. Entstanden ist eine Fabel über Ökologie und Ökonomie mit dem Titel «Der Verkäufer und der Elch». Ohne die Begrenzung wäre der Text anders herausgekommen. Er ist heute der meistgedruckte unter meinen Texten. Sie schreiben schon seit über 50 Jahren. Ihre Kreativität scheint grenzenlos. Sagen wir es so: Kreativität hat auch mit ­Erfahrung zu tun. Wie behandelt man ein Motiv? Welche Form eignet sich? Schreibe ich einen Roman, ein Gedicht oder eine Kindergeschichte? Aber ich versuche, nicht nur von der Erfahrung auszugehen. Zurzeit schreibe ich ein Wintermärchen für Kinder zum Thema Klimawandel. Eine knifflige Aufgabe. Aber die Abwechslung hält frisch. Sie sind 76 Jahre alt. Gibt es eine ­Altersgrenze fürs Schreiben? Für mich nicht – bis jetzt. Solange ich ein nächstes Projekt habe, das ich gerne machen würde, bleibe ich dran. Das ist auch ein ­Privileg. Bei Klassenzusammenkünften habe ich es mit lauter Pensionierten zu tun. Worüber schreiben Sie am liebsten? Es geht nicht um das Worüber, sondern ums Schreiben an sich. Dabei werde ich ja selbst immer wieder überrascht. Zum Beispiel bei

«Die Menschheit ist schon lange daran, Grenzen zu überschreiten.» meinem Roman «Gleis 4». Er beginnt mit ­einer Szene am Bahnhof Zürich Oerlikon. ­ Da steht eine Frau mit Koffer vor der Treppe. Sie will zum Flughafen. Ein Mann fragt sie, ob er ihr den Koffer tragen dürfe. Sie ist froh, weil sie sich gar nicht überlegt hat, wie sie den Koffer hochtragen soll. Er trägt ihn hoch, sie bedankt sich. Er verbeugt sich, fällt um

und ist tot. Dann folgt das ganze Notfall­ programm. Er hat keine Ausweise dabei. Niemand weiss, wer der Mann ist. Das hat massgeblich damit zu tun, dass ich selbst auch nicht wusste, wer er ist. Ich musste es im ­Verlauf der Geschichte selber herausfinden. Sie schreiben oft über Menschen. Wann stossen Menschen an ihre Grenzen? Das müssen Sie jeden Menschen einzeln ­fragen. Es gibt solche, die nicht über ihre ­Gefühle sprechen können. Oder über ihre ­Beziehung. Da gibt es tausend Grenzen. ­Davon l­ eben sehr viele Psychotherapeuten. Wo hat die Menschheit ihre Grenzen ­erreicht? Die ist schon lange daran, ihre Grenzen zu überschreiten. Für mich ist die Atomkraft eine deutliche Grenzüberschreitung. Das liegt weit ausserhalb von dem, was wir noch kontrollieren können. Die Kernspaltung erzeugt radioaktive Abfälle, die über Tausende von Jahren von der Biosphäre ferngehalten werden müssen. Und wir haben noch kein einziges funktionierendes Endlager. Von der Rüstungsindustrie will ich gar nicht sprechen. Die vorhandenen Atomwaffen würden ausreichen, um die ganze Welt auszulöschen. In der Sendung «Arena» sagten Sie, der Weltuntergang habe längst begonnen. Die Klimadebatte erhält gerade neuen Schwung, die Jungen gehen auf die Strasse; sie haben die Hoffnung noch nicht auf­ gegeben. Und Sie? Die Zeichen stehen nicht so gut. Jetzt gibt es ja die Gletscherinitiative, die ich auch unterstütze. Wenn Sie aber mit Glaziologen ­sprechen, sagen die, dass die Gletscher nicht mehr zu retten seien. Sie werden bis 2100 auf ganz geringe Reste schmelzen. Das ist eine dramatische Entwicklung. Die Perspektive ist seit Beginn der 70er-Jahre bekannt, aber man wollte es nicht glauben. Mich lässt hoffen, dass so viele Junge demonstrieren und nicht lockerlassen. Sie fordern die Politik heraus ­ in einer Art, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Und zwar völlig unabhängig von links und rechts, einfach aus dem elementaren Interesse heraus, zu überleben. ­ Ich suche immer Gründe für die Hoffnung. Luther soll einen sehr schönen Satz gesagt haben: «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Bäumchen pflanzen.» Das würde ich auch tun. Es entspricht meinem Lebensgefühl. Was müsste sich in Ihren Augen, konkret ändern, damit der Weltuntergang abwendbar wäre? Wir müssten unseren gesamten Energie­ verbrauch massiv senken und unsere Lebensweise überdenken. Man kann schon lange Gebäude herstellen, die mehr Energie pro­


FRANZ HOHLER | 3.6.2019 | 79

Zur Person duzieren, als sie brauchen. Es ist aber ein ­wenig aufwendiger. Und die ganze Selbstver­ ständlichkeit, mit der wir Auto fahren, fliegen, unsere Häuser heizen, das müsste Punkt für Punkt immer wieder überprüft werden. Auf dieser Welt gibt es ja auch geografische Grenzen, die uns zu schaffen machen. Wie sollten Ländergrenzen sein? Zugemauert und bewacht oder immer offen? Derzeit gibt es ja die Trump’sche Vision von der amerikanischen Südgrenze. Diese Mauer ist etwas absolut Groteskes. Eine Mauer ist immer etwas Menschenfeindliches und ­immer ein Ausdruck von Fantasielosigkeit. Das Gegenteil wäre eine Verständigung mit den Nachbarn, die man offenbar fernhalten möchte. Gleichzeitig denke ich auch, dass ­ die ganz offenen Grenzen eine Illusion sind, weil sie Probleme schaffen, die wir noch nicht einfach so meistern können.

Franz Hohler wurde in Biel ­geboren und wuchs in Olten auf. Der 76-jährige Schriftsteller, ­Kaba­rettist und Liedermacher hat ­zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, unter anderem den «Salzburger Stier» und den ­Solothurner Literaturpreis. Franz Hohler lebt in Zürich Oerlikon, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Wie gehen Sie mit Ihren eigenen Grenzen um? Wo liegen die? Ich habe in meinem Haus für Medien­ schaffende Grenzen gezogen: Journalisten, die für ein Gespräch kommen, empfange ich in meinem Büro, nicht in der Familienwoh­ nung. Ich habe nie eine Homestory gemacht, obwohl ich mehrfach danach gefragt wurde. Wo ziehen Sie sonst noch Grenzen? Wenn man einen gewissen Bekanntheitsgrad hat und auch den Ruf, für gewisse Probleme in unserer Welt und unserer Schweiz an­ sprechbar zu sein, häufen sich die Anfragen. Beispielsweise die, ob man einem Komitee beitreten wolle oder eine Aussage für oder gegen eine bestimmte Sache mache. Da muss ich aufpassen, dass ich mich selbst nicht überfordere. Ich muss auch mal Nein sagen, mich abgrenzen, auch wenn ich die Sache durchaus gut finde. Welche Grenze haben Sie zuletzt ­überschritten?

Woran litten Sie denn? Ich hatte das hämolytisch-urämische ­Syndrom. Das ist ein Abbau der roten Blut­ körperchen, die sich nicht mehr neu bilden. Das Ergebnis waren entsetzliche Hämo­ globinwerte. Das Syndrom war damals noch sehr unbekannt, meistens verlief es tödlich. Rückblickend habe ich das Gefühl, dass ich meine Genesung meiner eigenen Energie zu verdanken habe. Weil ich mir vornahm, das toll und interessant zu finden. Was halten Sie von Extremsportarten ­ oder Rauschmitteln, mit denen man die persönlichen G ­ renzen spüren oder heraus­fordern will? Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man diese Erfahrungen machen will. Aber es ist eine gefährliche Geschichte: Man kann süchtig werden. Es gibt einfachere Formen der Sucht. Leuten, die gern in die Berge ­gehen, kann man auch sagen, sie seien berg­ süchtig. Ich habe den Mont Blanc einmal in der Nacht bestiegen. Das war ein wunder­ schönes Erlebnis.

Wie sollte die Schweiz mit ihren Grenzen umgehen? So offen wie möglich. Wir haben ja auch ­einen ganz harten Grenzzaun in Chiasso. Aber das ist das Problem in ganz Europa: ­ der unheimliche Zustrom aus den ärmeren Ländern, von Menschen, die keinen Ausweg mehr wissen. Sie haben ein Manifest für Flüchtlinge ­geschrieben und verlangen darin Gross­ zügigkeit. Wie sieht die aus? So, dass man möglichst viele wirklich be­ drohte Menschen aufnehmen sollte. Bei der Frage, wer bedroht ist und wer nicht, gehen dann die Meinungen auseinander, etwa im Fall von Eritrea, das in meinen Augen kein «safe country» ist.

nach Zürich. Als Zwölfjähriger merkte ich: Jetzt ist es ernst. Ich war damals in einer ­ersten philosophischen Phase und sagte mir: Du musst alles interessant finden. Ich wollte meine Kraft darauf verwenden, diese Erfah­ rung interessant zu finden – und habe die Krankheit auch überstanden.

Die deutsche. Ich war in Freiburg im Breisgau an einer Veranstaltung des Südwestrund­ funks im Rahmen eines Festivals. Lustiger­ weise trug es den Titel «Grenzenlos». Welche Grenze würden Sie niemals ­überschreiten? Ich würde nie jemanden umbringen. Hoffentlich ... Welches war die grösste Grenzerfahrung Ihres Lebens? Als ich als Kind schwer krank war. Der Kin­ derarzt brachte mich damals mit seinem ­eigenen Auto an einem Sonntag von Olten

«Ich würde nie jemanden umbringen. Hoffentlich ...»

Wann waren Sie zuletzt grenzenlos ­glücklich? Als ich im Februar mit einem meiner Söhne in Pontresina von Muottas Muragl in Schnee­ schuhen über den Grat wanderte – im Blick das Oberengadin mit den Seen, den Berg­ spitzen. Zum Schluss testen wir Ihre ­Wissens­grenzen. Da kommen Sie rasch hin. Welcher Fluss bildet die natürliche Grenze zwischen Serbien und Kroatien? Die Drina? Oder die Save? Die Donau. In welchem Jahr wurde in der Schweiz die Acht-Millionen-Einwohner­ Grenze geknackt? Sicher im 21. Jahrhundert, ich würde sagen: so um 2010. Nicht schlecht: Dezember 2012. Das werde ich jetzt nicht mehr vergessen. Auf welcher Höhe liegt die Waldgrenze? Ungefähr auf 2000 Metern. Aber sie steigt langsam, wegen der Klimaerwärmung. Ein Grenz…, äh, Glanzresultat! Da bin ich aber froh. MM


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GLÜCKSGRIFF | 3.6.2019 | 89

Das Freiluftkino «Bloom» geht vom 26. Juni bis 11. Juli im Innenhof des Zürcher Landesmuseums über die Bühne.

Glücksgriff

Verlosung Preisfrage: Welche Kultur wird am Bloom – Freiluftkino unterstützt?

So machen Sie mit:

Bilder: Ondrej Kolacek

Das Migros-Magazin und Filmbüro ver­ losen 75 × 2 Kinotickets fürs Bloom – Freiluftkino im Wert von je 23 Franken.

Open-Air-Kino vor eindrücklicher Kulisse Die vierte Ausgabe des Bloom – Freiluftkinos im Landesmuseum eröffnet Zürichs Open-Air-Kino­ saison. Kinobegeisterte dürfen sich auf vergnügliche Filmabende im Museums- und Gartenhof freuen.

Zutaten und Sponsoren, die den Nachhaltigkeitsgedanken leben, sind Elemente des bewährten ­Konzepts. Neu erhalten alle Besucher eine von Ice-Creme-Partner Ben & Jerry’s offerierte Glace.

«Bloom» verschreibt sich beim Programm, aber auch bei der Ausstattung der Permakultur: Nebst Publikumslieblingen der laufenden Kinosaison schmücken angesagte Vorpremieren von Arthouse-Filmen, die an nationalen und internationalen Festivals für Furore sorgten, das Tableau. Solarstrom, ressourcenschonende sanitäre Anlagen, lokale und saisonale

Das Bloom – Freiluftkino im Landesmuseum wird von Do it + Garden Migros unterstützt. Co-Partner sind farmy.ch, Hüsler Nest, Mondaine Watches und Ben & Jerry’s. Für die Einlösung der Kinotickets erhalten die Gewinner einen Promocode, mit dem sie ihre Tickets für einen beliebigen Abend einlösen können.  MM Infos: bloomkino.ch

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«Mit 77 Jahren will ich mich nicht mehr kasteien, sondern das Leben geniessen. Das Programm von Doktor Stutz wirkt Wunder. Vielen Dank!»

Mein Bauch ist weg – trotz Bier und Cordon bleu «Ich habe in einem halben Jahr schon 10 Kilo Gewicht verloren. Die Umstellung auf nur noch zwei Mahlzeiten am Tag und die Tipps von Doktor Stutz aus seinem wöchentlichen Newsletter haben mich verwandelt. Nicht immer befolge ich jedoch die Empfehlungen von Dr. Stutz – ich entschuldige mich dafür! Zwischendurch haue ich auch mal über die Schnur, respektive über den Tellerrand und gönne mir mein heiss geliebtes Cordon bleu mit Pommes, ohne Salat und Gemüse, dazu ein grosses Bier und einen Espresso mit separatem Grappa.

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Die Folgen nehme ich in Kauf: Eine Gewichtszunahme um bis zu zwei Kilo. Aber nach ein bis zwei Tagen Umstellung ist dieser Spuk dann auch wieder vorbei und die Extra-Kilos dank den Tipps von Doktor Stutz auch wieder weg.» Abonnieren auch Sie den kostenlosen Newsletter und erfahren Sie, wie man erfolgreich, nachhaltig und ohne zu hungern abnehmen kann. Sie erhalten jede Woche eine neue Abnehmen-Lektion, die besten Tricks, die besten Leser-Geschichten und Vorbilder. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie es schaffen!

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Wollen Sie wissen, wie man mehr als zehn Kilo abnehmen und dennoch hin und wieder so richtig reinhauen kann? Werner Strähl (77) aus Binningen sagt, wie’s geht.

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GLÜCKSGRIFF | 3.6.2019 | 91

Sonnwies ist mehrfacher Gewinner des Travellers Choice Award von Trip Advisor und wartet 2019 mit vielen Neuheiten auf.

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Der Outdoorspielpark begeistert mit Kinderfahrzeugen, Gokarts, einem Fussball- und Volley-

ballfeld und Riesentrampolin. Die Indoorspiellandschaft bietet Kids ab zehn eine Graffitylounge, eine Turnhalle, ein Theater, eine Kletterwand und eine Action-Zone. Im Family Aqua Park sind die 70 Meter lange Reifenwasserrutsche und die 20 Meter lange Breitwellenrutsche die grössten Attraktionen. Babys und Kinder werden täglich professionell betreut. MM Infos: sonnwies.com

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23/05/2019

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RÄTSEL | 3.6.2019 | 93

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Gewinner Nr. 21: Hauptpreis: Kurt Zeller, Appenzell; Karl Bösch, Eschenbach SG Zusatzpreis: Anne Voyat, Bern; Konrad Debrunner, Wil SG

Auflösung Nr. 22:

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RÄTSEL | 3.6.2019 | 95

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. M Fussstapfen

Fussangeln

P Fussnote

2. Eine spezielle Art der Vernehmung ist das …verhör. E

A Quadrat

Kreis

O Kreuz

3. Wie wird im Englischen Trinkgeld genannt? F

K Rat

Idee

T

Tip

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≈ 14

Teilnahmeschluss: Sonntag, 9.6.2019, 24 Uhr

4.Welchen pH-Wert hat neutrales Wasser? O ≈7

U ≈0

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wenn eine Tochter die Firma des Vaters übernimmt, tritt sie in seine … S

2 × 100 Franken zu gewinnen

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Welche Ortschaft liegt auf einer Talschulter? M Davos

R Mürren

B Interlaken

6. Auf welcher Flagge befindet sich eine Abbildung des Landes? T

I

Sambia

Aserbaidschan

R Zypern

Auflösung Nr. 22:

7. Wo kommt ein Hilbertraum vor? A Mathematik

L

Soziologie

E

Neurologie

8. Wie hiess ein Gebäude in der Antike, das für Gesangswettkämpfe benutzt wurde? T

N Pantheon

Propylon

D Odeon

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

LAUSANNE Gewinner Nr. 21: André Zülle, Sisseln AG; Rita Schmid, Kaiseraugst AG

8

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 9.6.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 22: ERNTE

Gewinner Nr. 21: Alice Schärli, Luzern; Anton Gubser, Mols SG


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RÄTSEL | 3.6.2019 | 97

Gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

9 3 5 7 4

5 7 6 1 9

8 9 6 1 5

5 1 7 8 3

5 8 3 2 7 1 4 6 5 6 7 7

×2

2 × 100 Franken zu gewinnen

Auflösung Nr. 22: 942

4 9 8 3 6 5 2 1 7

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

2 6 1 7 8 4 5 3 9

5 3 7 2 1 9 8 6 4

3 2 6 5 9 7 1 4 8

1 7 5 8 4 3 6 9 2

9 8 4 1 2 6 3 7 5

8 1 9 4 3 2 7 5 6

6 5 2 9 7 1 4 8 3

7 4 3 6 5 8 9 2 1

raetsel.ch 401438

Gewinner Nr. 21: Ernst Halder-Richor, Glis VS; Anne-Marie Bonzon, Pompaples VD

Teilnahmeschluss: Sonntag, 9.6.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

raetsel.ch 401440

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 4 3 4 3 mehr als zwei Linien

2 0

1

1 4 0

Auflösung Nr. 22:

2

2

4 2

3

4 1 2

0

0

6

0

3

1

2

2

4

4

3

2 4 4

2 3

3

2

1

3

4

3

2 3 3

2

3

5 5

Auflösung Nr. 22: 2 5

2 2

4

2 2

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3 1

4

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2 2

2 2

2 2

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5 3

3 4 2 3

4 4 3

4 2 2 4 3

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3 2

1

2 4 3 3

© raetsel.ch 1347

raetsel.ch 392943

© raetsel.ch 1348

raetsel.ch 392944

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 348 000 (WEMF, MACH Basic 2019-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Chefredaktion Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann

Blattmacher Steve Gaspoz

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner

Leitung Ressort ­Migros & Gesellschaft Kian Ramezani

Leitung Layout Pablo Tys

Leitung Ressort Familie Yvonne Samaritani

Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

Leitung Bild Olivier Paky Leitung Produktion Roland Linder

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


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102 | 3.6.2019 | MEINE WELT

«Die rote Latzhose ist mein Markenzeichen»

So schrill wie der Name seiner Band VolXRoX ist Frontmann Simu Lüthi nur, wenn es um sein Outfit geht. Abseits der Bühne führt der Vollblutmusiker in der roten Latzhose ein ganz normales, bürgerliches Leben als Familienvater, Handwerker und Hornussen-Fan. Text: Rahel Schmucki Bilder: Ephraim Bieri

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MEINE WELT | 3.6.2019 | 103

1 Mein Sport «Mit zehn Jahren habe ich mit dem Hornussen angefangen. Ich habs bis in die Schweizer Nationalliga A geschafft. Mit dem Team bin ich zwei Mal Schweizer Meister geworden. Heute trainiere ich nicht mehr, bin aber oft mit den Leuten aus dem Verein unterwegs. Daher fühle ich mich auf dem Ries, wie das Spielfeld heisst, immer noch daheim.» 2 Mein Kraftort «Will ich entspannen, gehe ich an die Emme in Aefligen. Hier hat früher mein Schulweg vorbeigeführt.» 2

3 Meine Familie «Mit meiner Frau J­ essica habe ich zwei Söhne, Jamie (3) und

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Name Simu Lüthi (29) Wohnort Welschenrohr SO Das läuft bei mir «Am 26. April ist unser zweites Album ‹Familiefest› erschienen. Wir machen ‹Swiss Wörker Musig›, das ist eine Mischung aus Örgeli, Boogie-­ Woogie und Country-Rock. Wir treten vor allem an grösseren Volks- und Schwingfesten auf. Dieses Jahr stehen rund 40 Konzerte an. Die rote Latzhose ist mein Markenzeichen. Ich habe sie selbst ­gebleicht und gefärbt.»

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Nevin (8 Monate). Die drei sind bei den Konzerten fast immer dabei. Wir übernachten dann alle in unserem Wohnwagen.» 4 Meine Arbeit «Neben der Musik ­arbeite ich noch 40 Prozent als Polymechaniker in Herzogenbuchsee. Das gibt mir einen guten Ausgleich zur Musik.»

Mein Lieblingsprodukt aus der Migros «Ich trinke gerne Sirup, am liebsten mag ich den mit Mojito-Geschmack.»

5 Mein Glücksbringer «Als ich mit ­meinem Vater zum ersten Mal auf der Bühne stand, hatte ich meine Halskette zu Hause vergessen. Er hat mir ­daraufhin seine geschenkt. Ich trage sie noch heute jeden Tag, sie ist für mich ein Glücksbringer.» 6 Mein Instrument «Mein erstes Örgeli habe ich von meinem Vater bekommen, der auch Volksmusik gemacht hat. Ich hatte drei Jahre Unterricht und habe ­danach selber weitergeübt.»  MM


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