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Migros magazin 23 2017 d vs

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM23, 6.6.2017 | www.migrosmagazin.ch

Leseraktion Exklusive Konzertreise nach Hamburg, Leipzig und Dresden Seite 114

Essattacken: Was hilft? Seite 106

Warum wir unter zu viel Freizeit leiden

Bild: François Wavre / lundi 13

Seite 40

Golf-EM in Lausanne

Kim und Morgane MĂŠtraux holen aus zum grossen Schlag Seite 20

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59


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4 | MM23, 6.6.2017

98

E Editorial

Einfach mal loslassen Ein kleines Experiment: Setzen Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser, entspannt an Ihren Küchentisch, legen Sie Ihre Uhr vor sich auf den Tisch und tun Sie zehn Minuten lang nichts. Gar nichts. Sie müssen die Uhr nicht permanent anstarren, aber konzentrieren Sie sich auf die Uhr – und tun Sie nichts. Und? Wie fühlt sich die Zeit an? Beginnt es in den Beinen zu kribbeln? Möchten Sie – wie ich auch – am liebsten aufspringen? Da war doch noch diese Liste, die man schnell durchgehen könnte? Oder die Einkaufsquittungen aus dem Portemonnaie entfernen. Nein, jetzt nicht zum Handy greifen! Einfach nichts tun … Zehn Minuten können sich furchtbar dehnen. Oder sie können brutal zusammen­ schrumpfen, etwa wenn Sie am Packen sind und in zehn Minuten der Zug fährt. Zeit ist relativ, hat uns ein Herr Einstein schon bei­ zubringen versucht. Und viele von uns können noch immer nicht souverän mit ihr umgehen. Noch schlimmer: Je mehr Zeit wir haben, desto weniger können wir mit ihr anfangen. Wir füllen die Zeit nicht, wir schlagen sie tot.

Die meisten Menschen halten Leere, Lange­ weile heute kaum noch aus, sagt der Psycho­ loge Marc Wittmann im Interview ab Seite 40. Jede unausgefüllte Minute wird mit dem Handy zugedeckt, mit Hektik und Aktivitäten zugeschüttet. Sich nur nicht mit sich selbst beschäftigen müssen, nur ja keine Zeit finden, um zur Ruhe zu kommen. Wer aber zu viel in seine Zeit reinquetscht, banalisiert gemäss Wittmann seine Existenz: «Wenn man alles nur noch schnell und hektisch abhakt, dann erlebt man nichts mehr intensiv.» Das richtige Verhältnis sei entscheidend, eine Mischung aus Langeweile, Zeitdehnung und Aktivität. Also, versuchen Sie es: zehn Minuten lang einfach nur da­ sitzen. Entspannen, loslassen … Hallo? Schleicht sich Ihre Hand etwa schon wieder in Richtung Handy? Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

40

«Wir füllen die neue Freizeit immerzu mit neuen Tätigkeiten.» Marc Wittmann, Zeitforscher


MM23, 6.6.2017 | 5

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Menschen 8 Diese Woche

Tieferer Referenzzinssatz: Mieter sollten ihre Rechte vermehrt wahrnehmen 10 Geschützte Arbeitsplätze Trotz Behinderung wieder mitten im Arbeitsleben 19 Bänz Friedli

73 Bio-Ice-Tea 75 Gruyère-AOP-Sticks 77 Delizio Edizione Italiana 78 Palmölfreie Margarine

Neue Margarine aus Kokosöl 81 Ellen Amber: Bademode 86 Universum: Mania

20 Schwestern am Abschlag

91 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

22 Down Under mit Trolley

Leben

Kim und Morgane Métraux wollen Golfprofis werden

Christian Zimmermann legte in Australien 3000 Kilometer an 105 Tagen zu Fuss zurück

26 Herr Müller steigt aus Vom CEO zum Sterbebegleiter und Tantramasseur 28 Junge Künstler heute

Kunst funktioniert heute ganz anders – drei Porträts 40 Wie die Zeit vergeht

Interview mit Zeitforscher Marc Wittmann

Migros-Welt

97 Kolumne «1, 2 oder 3?» 98 Familie

Wenn Kinder sich outen 105 Brave New Girl 106 Gesundheit

Gefühle essen mit

109 Zoodoktor: Frettchen 111 Digital: Passwortschutz 112 Kinder

Drei junge Taubenzüchter

114 Leseraktion

Musikreise durch Deutschland

50 Tomaten

Das Beste herausgeholt

117 Bitte melde dich 119 Rätsel/Impressum 124 Cumulus

54 Brot des Monats

126 Meine Welt

Vitalbrot mit Weizensprossen

Bilder: Gabi Vogt, Kostas Maros, Veronika Studer, zVg

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57

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM23

Darauf freuen wir uns Es war einmal ... Ab 10. Juni

findet an neun Standorten das Märchenfestival «Klapperlapapp» statt, mit den 30 besten Erzählern und Erzählerinnen der Schweiz. «Welcome to the Jungle»

Die Kultrockband Guns N’ Roses gastiert auf ihrer Europatournee am 7. Juni im Zürcher Letzigrund.

Unnützes Wissen

Rund um die WC-Rolle Aus Spargründen müssen die Jour­ nalisten beim staatlichen Rund­ funk in Lettland ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen.

Mein Bild der Woche «Oft sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Dieses aber wirft

Bilder: Ben Birchall/PA via AP/Keystone, Marco Zanoni; Illustration: Isa Furler

Ständerätin des Kantons Aargau.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Daniela Kammermann (46), Kauffrau, Biel BE

a) «Baby It’s you» von Smokie b) «Alone» von Alan Walker c) «Hello» von Adele

Auflösung: a) «Ich mag alles Mögliche, da passt das gut.»

Pascale Bruderer Wyss (39) ist

mehr Fragen auf, als es beantwortet. Es sei denn, Sie kennen ‹Cheese Rolling›. Bei diesem verrückten Brauch im englischen Brockworth wird jedes Jahr ein vier Kilogramm schwerer Laib Gloucester­Käse einen 200 Meter langen Steilhang hinuntergerollt. Die Teilnehmer stürzen dem Käse hinterher mit dem Ziel, ihn einzuholen (was niemandem gelingt) oder ohne Verletzung unten anzukommen (was immerhin einigen gelingt). Behörden und Polizei geben sich alle Mühe, vor den Risiken zu warnen – ohne Erfolg. Zur Freude der Tausenden von Zuschauern, die das heillos überfüllte Gelände am Cooper’s Hill belagern.»

Der Erfinder des modernen Klo­ papiers, Joseph C. Gayetty, verkaufte zunächst einzelne Blätter, die lose in einer Papier­ schachtel lagen. Ein US­Amerika­ ner verbraucht im Durchschnitt 2,4 Kilometer WC­Papier pro Jahr. Jeden Tag werden weltweit 27 000 Bäume in Form von WC­ Papier die Toilette hinuntergespült. In Venezuela herrscht WCPapier-Mangel: Es fehlen 50 Millio­ nen Rollen. Die vorhandenen Rol­ len werden vom Militär bewacht. Quelle: Stern/Neon


8 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Fordern Sie die Mietzinsreduktion ein? www.migmag.ch/ umfrage

Wohnen

Viele Mieter könnten günstiger wohnen Am 1. Juni wurde der Referenzzinssatz erneut gesenkt. Das berechtigt Mieterinnen und Mieter, eine Mietzinsreduktion zu verlangen. Doch nur ein Fünftel profitiert davon. Michael Töngi vom Mieterverband erklärt warum – und nimmt die Mieter in die Pflicht. Text: Dinah Leuenberger

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Wie oft posten Sie Fotos aus Ihrem Alltag auf sozialen Medien? 43% Nie, ich nutze keine sozialen Medien. 28% Ab und zu. 25% Ich nutze soziale Medien, aber meinen Alltag teile ich nicht. 4% Täglich, meine Freunde sollen wissen, was bei mir so läuft.

Zahlen und Fakten

Milliarden Franken Miete zahlen Haushalte in der Schweiz jährlich.

Egal, ob in Pontresina GR oder anderswo: Mieter müssen selbst aktiv werden, um eine Mietzinssenkung zu bekommen.

Franken betrug die durchschnittliche Monatsmiete 2015 in der Schweiz.

W

1306

13,72

Prozent beträgt der Anstieg der Schweizer Mieten in den letzten zehn Jahren. Quelle: Bundesamt für Wohnungswesen

ird der Schweizer Referenzzinssatz gesenkt, müsste dasselbe auch mit den Mieten geschehen. In den vergangenen zehn Jahren sind sie allerdings kontinuierlich gestiegen, um mehr als 13 Prozent. Dies, obwohl der Referenzzinssatz seit 2008 von 3,5 auf aktuell 1,5 Prozent gesunken ist. Die Mieter hätten das Recht auf eine tiefere Miete. Trotzdem bezahlt nur rund ein Fünftel tatsächlich weniger. Vor allem, weil viele der über zwei Millionen

Schweizer Mieter gar nichts von ihrem Recht wissen. Auf der Website des Mieterinnen- und Mieterverbands (MVS) kann man seinen Anspruch ausrechnen. «Das empfehlen wir allen Mietern», sagt MVS-Generalsekretär Michael Töngi. Leben Mieter in einer subventionierten oder einer Genossenschaftswohnung oder dauert ihr Mietverhältnis mehr als 15 Jahre ohne veränderte Mietzinse, haben sie unter Umständen keinen Senkungsanspruch. Diejenigen Mieter, die ein Gesuch stellen, haben laut Töngi oftmals Erfolg.

Aber: «Sie müssen selbst aktiv werden und bei ihrer Verwaltung ein Gesuch stellen.» Diesen Aufwand scheuen viele, obwohl auf der Website des MVS ein Musterbrief zum Download zur Verfügung steht. Manche befürchten auch Konsequenzen wie eine Kündigung. Der Referenzzinssatz ist auf ein Rekordtief gesunken. Steigt er wieder, dürften die Vermieter die Mieten erneut anpassen. Umso mehr sollte man rasch handeln und eine Mietzinssenkung beantragen. Weitere Infos: www.mieterverband.ch

Bilder: Guenter Lenz/imageBROKER/Keystone, zVg

33,5


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 9

Strassenumfrage

Michael Töngi

«Die Vermieter bringen oft faule Ausreden» Wer hat Anspruch auf eine Mietzinssenkung? Fast alle, deren Miete an den Refe­ renzzinssatz gebunden ist. Denn dieser war noch nie so tief wie jetzt. Nur etwa ein Fünftel der Mieter zahlt aber nach einer Senkung des Referenzzinssatzes weniger Miete. Nur wenige Vermieter senken die Miete von sich aus. Und viele Mieter machen sich die Mühe nicht, ein Gesuch zur Senkung des Mietzinses zu stellen, obwohl ihnen das Geld zusteht. Der Druck wäre natürlich höher, wenn die Miete steigen würde, als wenn sie einfach gleich bleibt. Sie könnten sich mit dem gesparten Geld zum Beispiel eine zusätzliche Ferienwoche leisten, eine Weiter­ bildung machen oder in die dritte Säule einzahlen. Um wie viel Geld geht es? Jedes Mal, wenn der Referenzzins­ satz sinkt, sind es 2,91 Prozent weni­ ger Miete. Bisher gab es acht Schritte, das sind total etwa 20 Prozent seit 2008. Bei einer durchschnittlichen Miete von 1400 Franken, hiesse das monatlich 280 Franken weniger. Auf welche Senkungen haben die Mieter also Anspruch? Sie können jederzeit eine Mietzins­ reduktion einfordern. Die Miete wird dann ab dem nächsten Kündigungs­ termin tiefer, und zwar um so viele Schritte, wie der Referenzzinssatz seit dem letzten Gesuch gesunken ist. Wann muss das Gesuch eingereicht werden? Immer auf den nächsten Kündigungs­ termin. Viele haben in der Schweiz drei Monate Kündigungsfrist. Darum ist es wichtig, dass man das Gesuch noch im Juni stellt, um ab dem 1. Okto­ ber eine tiefere Miete zu erhalten. Droht einem Mieter die Kündigung, wenn er ein Gesuch stellt? Nein, das wäre eine Rachekündigung, das ist nicht erlaubt. Damit käme der Vermieter natürlich nicht durch.

Viele Mieterinnen und Mieter getrauen sich dennoch nicht, eine Mietzinsreduktion einzufordern. Ja, sie lassen sich aber Hunderte, vielleicht Tausende von Franken entgehen. Die Haushaltsbudgeterhe­ bung zeigt das deutlich: Menschen, die im Wohneigentum wohnen, profitieren von den tiefen Zinsen. Sie geben monatlich etwa zehn Pro­ zent für die Miete aus, während die Mieter nach wie vor etwa 18 Prozent dafür ausgeben. Der zentrale Punkt ist, dass ihnen etwas entgeht, was ih­ nen zusteht. In der Mietrechtsverordnung steht, dass die Mietzinse herabgesetzt werden sollten, wenn der Referenzzinssatz sinkt. Warum tun das die Vermieter nicht automatisch? Weil sie keine Folgen zu erwarten haben: Es gibt keine Strafbestimmun­ gen in diesem Paragrafen. Der Mieter muss aktiv werden. Wir erleben oft, dass Mieter, die einen Brief schrei­ ben, eine Mietzinsreduktion erhalten, ihre Nachbarn, die kein Gesuch gestellt haben, aber nicht. Die Höhe der Anpassung wäre ebenfalls klar definiert. Ja und nein. Die Anpassung des Referenzzinses an und für sich ist definiert. Sinkt er um ein viertel Pro­ zent, sollte die Miete um 2,91 Prozent sinken. Umstritten ist allerdings, was von diesem Betrag abgezogen werden kann. Die Vermieter bringen dann oft faule Ausreden. Welche sind das? Die Teuerung. Aber die haben wir ja im Moment nicht. Und die Beträge für Unterhaltskosten. Einige Ver­ mieter verrechnen dafür immer noch zu hohe Pauschalen. Diese sind aber nicht so hoch, wie die Mietzins­ senkung, gelten also nicht als alleini­ ges Argument. Oder die Vermieter senken die Miete nicht mit der Begründung der «Quartierüblich­ keit» oder «zu tiefer Rendite». Das können sie – nur bleiben sie meistens den Beweis schuldig. MM

Finden Sie Ihren Mietzins angemessen?

Michael Töngi (50) ist General­

sekretär des Mieterinnen­ und Mieterverbands Schweiz

Karoline Bauer (30), Assistentin, Zürich «Ja, die Miete ist zwar hoch,

aber im Vergleich zu den anderen im Quartier habe ich Glück. Darum stelle ich kein Gesuch, ich habe es gut mit meinem Vermieter.»

Dave Davidson (39), Dolmetscher, Basel «Das hängt von vielen Faktoren

ab. Aber ich empfinde den Mietzins als eher zu hoch, vor allem für ledige Menschen. Die Mieten sollten 20 bis 30 Prozent tiefer sein.»

Carmen Harper (58), Management Support Officer, Zürich «Ja. Ich wohne seit 16 Jahren am selben Ort,

darum ist es okay. Aber ich werde sicher wieder ein Gesuch stellen, um eine Mietzinsreduktion zu erhalten.»


10 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Arbeitsmarkt

Trotz Behinderung im Arbeitsleben

Menschen mit einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung haben es schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Bülent Özaltin, Armin Zurmühle und Alexandra Metthez hatten Glück: Sie haben eine betreute Arbeitsstelle gefunden. Text: Andreas Bättig

J

Bilder: Beat Schweizer

eder kann plötzlich auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen sein. Das zeigt die Geschichte von Bülent Özaltin. Bis zum 27. Februar 1999 arbeitete der damals 30-Jährige als Maschinen- und technischer Zeichner bei einer grossen Schweizer Pharmafirma. An diesem Tag setzte sich Özaltin in sein Auto und fuhr in Richtung Österreich. In Graz verunfallte er mit seinem Wagen und erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Zwei Wochen lang lag Özaltin nach dem Unfall im Koma. Als er erwachte, erkannte er seine Eltern nicht mehr und konnte seine zweite Muttersprache Türkisch nicht mehr sprechen. Nicht nur die türkische Sprache wurde aus seinem Gedächtnis gelöscht, auch die gesamte Erinnerung an das Jahr vor dem Unfall. Mit intensiver Reha hat sich Özaltin ins Leben zurückgekämpft. Rechnen, Gedächtnistraining, Schwimmen gehörten zu seinem Tagesprogramm. Eins war aber

schnell klar: In die freie Marktwirtschaft wird Özaltin nie mehr einsteigen können. «Ich bin seit dem Unfall sehr vergesslich und kann zum Beispiel heute nicht sagen, was ich gestern gemacht habe», sagt Özaltin. Deshalb kam der 47-Jährige vor 17 Jahren zur Stiftung Brunegg in Hombrechtikon ZH. Hier arbeiten Menschen mit einer Beeinträchtigung wie Özaltin entweder im Büro, in der Gärtnerei, im Blumenladen oder in einer Werkstatt. Özaltin fand eine betreute Arbeitsstelle im kaufmännischen Bereich. Er arbeitet jeweils nur am Vormittag, sortiert Rechnungen oder stellt Diplome für interne Weiterbildungen aus. Keine Beschäftigungstherapie

«Am Nachmittag habe ich schon sehr Mühe, mich zu konzentrieren», sagt er. Immer am Freitag liefert er zudem Blumensträusse aus dem Blumenladen an Kunden. «Diese Arbeit macht mir am meisten Spass. Denn trotz des

Unfalls getraue ich mich noch immer, Auto zu fahren.» Bülent Özaltin ist einer von rund 100 Menschen mit Beeinträchtigungen, die in der Stiftung Brunegg arbeiten. «Wichtig bei unseren Arbeiten ist, dass dahinter immer ein Sinn steckt», sagt Leiter Thomas Schmitz. «Wir betreiben hier keine Beschäftigungstherapie.» Der Blumen­ laden, die Gärtnerei oder auch die Werk­ statt müssen wie in der normalen Arbeits­ welt Dinge herstellen, die von anderen Menschen gebraucht und gekauft werden. «Natürlich herrscht an unseren Arbeitsplätzen viel weniger Druck als in der freien Marktwirtschaft», sagt Schmitz. Trotzdem werde von den Mitarbeitern Leistungsbereitschaft verlangt. Finanziert wird die Stiftung Brunegg durch die Erträge der Gärtnerei sowie durch den Kanton Zürich und die Invalidenversicherung. «Auch wir spüren natürlich den Spardruck. Unsere


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 11

Bülent Özaltin hat nach einem schweren Unfall in der Stiftung Brunegg wieder in die Arbeitswelt zurückgefunden. Sein Job: Er fährt Blumen zu Kunden aus.


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 13

Kommunikation via Sprachcomputer: Armin Zurmühle schreibt mit den Augen.

Ressourcen werden klar weniger», sagt Schmitz. «Das Sparen darf aber nicht zulasten der Lebensqualität unserer Mit­ arbeiter mit Beeinträchtigung und unserer Bewohner gehen.» Die Stiftung bietet neben den 60 Arbeits­ und 17 Ausbildungs­ auch 38 Wohnplätze an. Die Wohngemeinschaft ist ebenfalls betreut; der älteste Bewohner ist 63 Jahre alt, der jüngste 16. «Hier können alle voneinander profitieren», sagt Schmitz. Bülent Özaltin lebt nicht in dieser Wohngemeinschaft, son­ dern allein in seiner eigenen Wohnung in Hombrechtikon. «Ausser dass ich nicht ko­ chen kann, geht das ziemlich gut», sagt Özal­ tin. Er sei mit seinem Leben und der Ar­ beitsstelle sehr zufrieden. Das Einzige, was ihm noch fehlt, sei eine Freundin, sagt er. Mit den Augen schreiben

Ortswechsel. Wie Bülent Özaltin ist auch Armin Zurmühle auf einen betreuten Ar­ beitsplatz angewiesen. Denn Zurmühle kann

nicht sprechen und sich nicht koordiniert bewegen. Deswegen sitzt er in einem elek­ trischen Rollstuhl. Der 47­jährige Luzerner leidet seit Geburt an einer zerebralen Stö­ rung des Nervensystems. Trotzdem geht er jeden Morgen im Contenti, einer Institution für Menschen mit Behinderung, mitten in Luzern seiner täglichen Arbeit nach. Zurmühle sitzt vor seinem Computer, öffnet Dokumente und schreibt – mit den Augen. Der Computer erkennt, wo Zur­ mühle hinschaut. Bleibt sein Blick lange genug auf dem Buchstaben Z ruhen, schreibt ihn das System automatisch ins Dokument. Auf diese Weise kann er auch kommunizieren. Er wählt auf einem kleinen Bildschirm, der am Rollstuhl befestigt ist, die Buchstaben aus, setzt sie zu Wörtern und Sätzen zusammen und lässt sie von einer Computerstimme vorlesen. Armin Zurmühle arbeitet seit über 20 Jahren im Contenti. Seine Aufgaben sind trotz seiner Einschränkung abwechslungs­

reich. Er erfasst Rechnungen beim Paket­ versand, bearbeitet Dias oder erstellt Titel­ listen für den Verkauf von CDs auf Online­ auktionsplattformen. «Diese Arbeit gibt mir einen Sinn im Alltag», steht auf dem Blatt Papier, auf dem die Antworten auf die Fragen des Reporters stehen. Für einen Satz brauchts ein paar Minuten

Zurmühle hat die Sätze diktiert. Auch wenn ihm das System beim Kommunizieren hilft – ein Wort oder einen Satz zu schrei­ ben, dauert einige Minuten und ist anstren­ gend. «Für mich ist es wichtig, dass ich viel Zeit für die Kommunikation habe», schreibt Zurmühle. «Wenn ich körperlich gut drauf bin, bin ich motivierter und kommuniziere auch schneller.» Seine Mitmenschen seien mit dieser Art der Kommunikation aber jeweils etwas verunsichert. Auf die Nach­ frage, wie sie denn am besten mit ihm um­ gehen sollen, antwortet Zurmühle mithilfe seines Sprachcomputers: «spontan».


14 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Marianne Streiff

«Es profitieren beide Seiten» Ist die Schweiz im Bereich der betreuten Arbeitsplätze ein fortschrittliches Land? Bei der Vielfältigkeit der Arbeitsange­ bote für Menschen mit einer Behin­ derung kann die Schweiz durchaus als fortschrittlich bezeichnet werden. Die Palette reicht von einfachen Arbeiten bis zu komplexen Aufgaben, beispiels­ weise in industriell tätigen Werkstätten oder im Dienstleistungssektor.

Alexandra Metthez leidet an Schizophrenie. Die Gesellschaft für Arbeit und Wohnen in Basel hat ihr neue Perspektiven eröffnet – hier arbeitet die 35-Jährige in der Buchhaltung.

Die Stiftung Contenti wurde 1988 gegründet. Die 40 Büroarbeitsplätze stehen vorwiegend Menschen mit einer zerebralen Behinde­ rung zur Verfügung. Dass sich das Contenti mitten in einem Wohnquartier in Luzern befindet, ist laut Geschäftsleiter Bruno Ruegge kein Zufall. «Wir wollen, dass die Behinderten ein Teil der Gesellschaft sind und man sie auch im Alltag sieht.» Behinderung als Provokation

Diese Präsenz sei wichtig, sagt Ruegge. Er ist davon überzeugt, dass «gesellschaft­ lich noch einiges auf uns zukommen» wird. «Zeitgeist ist ja, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und der Erfolg das Mass aller Dinge darstellt. In dieser Leistungs­ gesellschaft sind Behinderte natürlich eine Provokation, weil sie zeigen, dass auch Menschen mit einer eingeschränkten Leis­ tung Mitbürger mit Rechten und Pflichten darstellen», sagt Ruegge. Das Contenti sei dazu da, diesen Menschen eine sinnvolle Tagesstruktur zu geben. «Unsere Ange­ stellten haben auf dem ersten Arbeits­ markt keine Chance. Eine sinnvolle Arbeit ist aber für sie zentral.» Das hat seinen Preis: Vier Millionen Franken investiert die öffentliche Hand jährlich in den Betrieb – darin inbegriffen ist auch das Wohnangebot. Demgegenüber steht ein Umsatz von 150 000 Franken, den das Contenti mit Dienstleistungen wie dem Kopieren von Dias, dem Verpacken von Postversänden oder dem Digitalisieren von Schallplatten erwirtschaftet. «Wir sind finanziell in höchstem Mass vom Kanton ab­ hängig» sagt Bruno Ruegge. Angesichts der

«momentanen Sparübungen» blickt er besorgt in Zukunft. Wegen der Behinderung ausgegrenzt

Ein wichtiger Arbeitgeber für Menschen mit einer Beeinträchtigung, die keine Arbeits­ oder Ausbildungsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt finden, ist auch die Gesellschaft für Arbeit und Wohnen (gaw) in Basel. Die gaw bietet 230 geschützte Arbeits­ und Ausbildungsplätze sowie teilbetreute Wohnplätze an. Wer eine Führung durch die Institution erhält, der sieht Menschen, die in der Wäscherei Hemden waschen und trocknen, in einer Grossküche Essen zubereiten, Kalender für den Versand ein­ packen oder Büroarbeiten erledigen. Letzteres gehört auch in den Aufgaben­ bereich von Alexandra Metthez. Die 35­Jäh­ rige arbeitet seit sechs Jahren in der Buch­ haltung der gaw. Im Jahr 2006 wurde bei der Baslerin Schizophrenie diagnostiziert. Sie muss deshalb starke Medikamente nehmen, die ihre Konzentration beeinflussen. «Ich war wegen meiner Krankheit ziem­ lich lange arbeitslos. Es war ein langer Weg, bis ich endlich bei der gaw einen Job fand», sagt sie. Sobald sie das Wort Schizophrenie in den Mund genommen habe, seien die Menschen auf Abstand gegangen. «In der nicht geschützten Arbeitswelt haben Menschen wie ich praktisch keine Chance», sagt die alleinerziehende Mutter einer Toch­ ter im Teenageralter. Hier in der Institution arbeite sie jeweils von halb eins bis fünf Uhr, fünf Tage in der Woche. Sie schreibt Rech­ nungen, führt Debitoren­ und Kreditoren­ konten, macht Warenbestellungen.

Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Noch immer ist es für Menschen mit einer Behinderung schwierig, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Zudem sollten Behinderte nach dem Motto «lebenslanges Lernen» auch in den Werkstätten vermehrt die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden. Ausserdem man­ gelt es noch oft an der Anerkennung, dass Menschen mit einer Behinderung gleichwertige und gleichberechtigte Bürger sind. Mit welchen Schwierigkeiten haben Menschen mit einer Behinderung auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen? Menschen mit einer körperlichen Behinderung sind heutzutage gut im Arbeitsmarkt integriert. Anders sieht es bei den Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung aus. Hier gibt es seitens der Firmen noch immer Berührungsängste. Firmen sollten vermehrt psychisch Beeinträch­ tigte in ihre Teams integrieren. Davon profitieren vielfach beide Seiten. Welche Forderungen stellen Sie an die Politik? Viele Kantone geben den Spardruck an Institutionen für Menschen mit einer Behinderung weiter. Gleichzeitig sollen diese immer innovativer werden. Das funktioniert nicht. Wichtig ist zudem, die Arbeitgeber mit ins Boot zu holen. Diese zeigen sich zwar bei der Arbeitsplatzerhaltung offen, bei der Wiedereingliederung hapert es jedoch oft. Marianne Streiff

ist Präsidentin des Branchenverbands der Institutionen für Menschen mit Behinderung und Präsidentin der EVP Schweiz.


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Die gaw in Basel bietet 230 geschützte Arbeitsund Ausbildungsplätze an – auch ein paar in der Küche.

Arbeitsmarkt

Der Bund fördert die Integration Der Bund hat erkannt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen bei der beruflichen Integration in den Arbeitsmarkt gefördert werden müssen. Unter anderem wurde die Nationale Konfe­ renz zur Arbeitsmarkt­ integration von Men­ schen mit Behinderung ins Leben gerufen, die bis Ende Jahr in drei Schritten stattfindet. Dabei sollen konkrete Massnahmen formuliert werden, und an der dritten Arbeitstagung am 21. Dezember soll schliesslich ein Masterplan verabschiedet werden.

«Ich fühle mich ernst genommen», sagt sie. «Obwohl das hier ja eine betreute Arbeitsstelle ist, verrichte ich ‹richtige› Arbeit.» Umdenken gefordert

«Richtige Arbeit» – diese beiden Worte werden von den Verantwortlichen betreuter Arbeitsplätze oft verwendet. Aus gutem Grund, wie gaw-Geschäftsführer Martin Müller sagt: «Arbeit hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Das ist bei Menschen mit einer Beeinträchtigung nicht anders.» Deshalb sei es wichtig, dass man Arbeit nicht einfach «simuliere», sagt Müller: «Wir haben klare Zielvorgaben, die wir erfüllen müssen. Unsere Kunden erwarten Qualität – wie von jedem anderen Betrieb auch.» Natürlich könne man diesen Druck nicht einfach auf die Angestellten mit Beeinträchtigung abwälzen: «Unsere Betreuungspersonen gehen individuell auf die Mitarbeitenden zu und bieten, wenn nötig, mehr Personal auf, wenn es terminlich eng wird.»

Gemäss Müller behauptet sich die gaw betriebswirtschaftlich gut: Zwei Drittel des Umsatzes erzielt sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen, ein Drittel wird mit der IV und dem Kanton erwirtschaftet. «Klar ist unser Ziel, dass wir unsere Mitarbeiter im ‹ersten Arbeitsmarkt› unterbringen können. Aber leider gibt es dort immer weniger geeignete Stellen.» Konkret meint Müller etwa die Arbeiten bei der internen Post, die in einem Unternehmen von jemandem mit einer Beeinträchtigung übernommen werden könnten. «In vielen Unternehmen holen sich teure Fachkräfte ihre Post selbst», sagt Müller. Wenn in solchen Betrieben ein Umdenken stattfände, meint Martin Müller, dann hätten auch Menschen mit einer Beeinträchtigung Chancen, einen Job zu finden, der keine betreute Arbeitsstelle ist. MM Weitere Infos: www.insos.ch, www.contenti.ch, www.stiftung-brunegg.ch, www.gaw.ch

Ein wichtiges Ziel sei, die Vernetzung zu fördern. An der Konferenz nehmen unter anderem teil: Arbeitgeber und Gewerkschaften, Ärztinnen und Ärzte, Fachpersonen aus Schule und Ausbildung, Verantwortliche in der Interinstitutionellen Zusammenarbeit im Sozialbereich (IIZ), die IV und andere Versicherungen, kantonale Behörden, Bundesstellen sowie Behindertenverbände und Menschen mit Behinderung. Besprochen werden Themen wie Arbeitsplatzerhalt und (Wieder­)Eingliederung über Sensibilisierung, Sicherstellung der Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Erwerbsleben bis hin zu Sozialund Bildungspolitik. Im Fokus stehen die verstärkte Zusammen­ arbeit der Eingliederungsakteure sowie die Definition von Unterstützungsangeboten, die sich den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung situativ anpassen können.


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K

MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 19

Bänz Friedli

Gilt das noch, heute?

«Komm, wir machens wie früher!», frohlockte Jean. «Wir machen ab, und dann gilt es. Wir tragen es in die Agenden ein: Datum, Ort, Zeit. Und am Tag selber fragen wir nicht noch mal nach, ob und wann und wo wir uns nun träfen …» – «Abgemacht», antwortete ich. Und wir verabredeten uns auf einen Dienstag um 19 Uhr im Restaurant «Hardhof», volle elf Wochen im Voraus.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (52) ist sich vor Verabredungen nie sicher.

Würden wir durchhalten? Würden auch beide zur vereinbarten Zeit dort sein? Spannend wars und ungewohnt, weil heute viel kurzfristiger abgemacht wird, oft mit der Bemerkung: «Wir können ja dann noch schauen, wie und wann genau …» Per WhatsApp, Facebook-Message und Mail erfolgt dann die Feinabstimmung, meist ein mühseliges Hin und Her. Und oft genug ereilt einen – im dümmsten Fall, wenn man schon am Treffpunkt steht – die Absage des anderen: «Du, sorry, geht länger hier im Büro … Ein ander Mal!» All die neuen Kommunikationsmöglichkeiten haben vor allem zu einem geführt: Unverbindlichkeit. Wers nicht glaubt, soll mal versuchen, von einem Teenager bereits am Donnerstagabend zu erfahren, wie dessen Programm für Freitagabend aussieht. Diesmal liess ich das Nachhaken bleiben. Ist ein blöder Reflex, den wir uns alle antrainiert haben, sagte ich mir. Notfalls trinkst du halt ein Amber, und wenn Jean

nicht auftaucht, gehst du wieder heim. Er aber hat nicht durchgehalten. Früher Nachmittag wars an jenem Dienstag, als er sich per SMS erkundigte, ob die Verabredung noch gelte. Am Abend dann, im «Hardhof», lachten wir darüber. Und schworen uns, es beim nächsten Mal ohne vorherige Rückversicherung zu schaffen. Indianerehrenwort! Heiliges Indianerehrenwort! (Wenn Jean schon einige Gläser getrunken hat, neigt er zum Pathos. Deshalb das «heilige» Ehrenwort. Da ich meist beim Amber bleibe, bestellt er für sich allein eine Flasche Wein, und wenn die dann zur Neige geht …) Erneut abgemacht, auf letzten Montag, wieder im «Hardhof». Jean schien der Sache nicht zu trauen, doch er wusste: Nachfragen geht nicht. Er hat es dann elegant gelöst. Um 13.06 Uhr schien seine Nachricht auf meinem Screen auf: «Heut Abend trinken wir noch auf Gregg Allman, gell …», spielte er auf den Tod des legendären Musikers an, wissend, dass wir ein Flair für die Rockgeschichte teilen. «Oh ja», schrieb ich zurück. «Und auf Jimmy LaFave und Chris Cornell!» Zwei weitere Musiker, die in der Woche zuvor verstorben waren. Keiner von uns schrieb: «Gilt das noch, heute?» Und doch wussten wir nun beide mit Sicherheit: Er wird da sein. Es gibt viel zu bereden. Wie früher. MM Bänz Friedli live: 8. 6. Sarnen OW, Bad «Seefeld»

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Sayed Jamshidi (13) flüchtete ohne Eltern in die Schweiz


20 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Trockenübung: Kim Métraux (21, links) mit ihrer Schwester Morgane (19)


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 21

Kim und Morgane Métraux

Grosse Talente mit kleinem Handicap

Die Schwestern Kim und Morgane Métraux träumen von einer Profikarriere als Golferinnen. Nach ihrer Silbermedaille an der Amateur-WM im vorigen Jahr werden sie bei der kommenden EM der Amateurinnen in Lausanne als Favoritinnen gehandelt. Text: Reto E. Wild

D

er Golfsport prägt das Leben von Kim (21) und Morgane (19) Métraux. Die Waadtländerinnen leben zusammen in einer Zweizimmerwohnung in der Nähe der Florida State University in Tallahassee. Dort studieren sie Business Management. Dass sie das ausgerechnet im «Sunshine State» der USA tun, hat einen Grund: Nur zehn Fahrminuten vom Campus entfernt befindet sich ein 18-Loch-Golfplatz, der das ganze Jahr geöffnet ist. Kim und Morgane sind im beschaulichen Winzerdorf Cully VD am Genfersee aufgewachsen. Eines Tages meinten die Eltern, dass es doch schön wäre, einen Sport auszuüben, den man in den Ferien gemeinsam betreiben kann. Bis zu diesem Zeitpunkt war für die Töchter das Klavierspielen die grosse Freizeitbeschäftigung. «Dann mussten wir uns irgendwann für das eine oder andere Hobby entscheiden, weil das Pianospielen täglich zwei Stunden Üben erforderte», erzählt Morgane. Die Wahl sei vor rund zehn Jahren aufs Golfen gefallen, weil «der Sport draussen stattfindet und für einen sozialen Austausch sorgt. Selbst im Wettkampf unterhält man sich miteinander. Klavier muss man allein üben.» Aus dem Hobby wurde eine Leidenschaft. Der Ehrgeiz wuchs. Heute investieren die beiden rund 25 Stunden pro Woche in den Sport, drei Stunden davon sind Fitnesstrainings. Morgane: «Wir stehen meist um 6 Uhr für das Fitnesstraining auf, gehen an die Uni, nachmittags spielen wir Golf, kochen, gehen schlafen. Am folgenden Tag beginnt das Programm von vorn.»

Bild: François Wavre

Gemeinsam wohnen, studieren und auch noch trainieren: Führt das nicht zu Konflikten? «Nein. Wir kommen sehr gut aus», sagt Kim. Und Bekannte bestätigen: Hat eine mal eine schlechte Phase, wird sie von der Schwester motiviert. Sind die Sportlerinnen, die für den Club Lausanne spielen, zu Besuch bei den Eltern am Lac Léman – was noch ein-, zweimal jährlich vorkommt –, fahren sie mehrmals wöchentlich zur Fitness- und Indooranlage von Golf-Fit in Puidoux VD. Dort trainieren sie neben Fitness auf einer Simulationsanlage das Einputten am Loch. In den USA werden die beiden Schweizerinnen von einem Coach der Uni betreut. Und sie tauschen sich regelmässig mit ihrem Haupttrainer aus, dem in Salzburg lebenden Südafrikaner Jonathan Mannie. Der 54-Jährige war zuvor für das Schweizer Team verantwortlich. Golf und Liebe – ein unschlagbares Doppel

Der Einsatz trägt erste Früchte. An den Golfweltmeisterschaften der Frauen vom vergangenen September im mexikanischen Cancún holten Kim und Morgane zusammen mit der Walliserin Azelia Meichtry (20) im Teamwettkampf eine Silbermedaille. Dies war der grösste Erfolg in der Geschichte der Schweizer Golfamateurinnen. «Der zweite Rang war ein grossartiges Gefühl», sagt Kim. Und ihre Schwester ergänzt: «Ich glaube, unsere Eltern sind ziemlich stolz auf uns. Sie begleiten uns auch an viele Turniere.» Morgane zählt zu den aufstrebenden Amateurspielerinnen der Welt. Mit einem

Handicap von +4,6 belegt sie auf der Weltrangliste den 44. Platz, Kim den 74. Rang (mit einem Handicap von +4,1). Die Schwestern träumen davon, eines Tages bei den Profis zu spielen. Vorerst hat aber das Studium Vorrang, das sie im Frühling 2018 abschliessen werden. Trotzdem haben sie im Frühling mehrere Golfturniere bestritten. Und vom 26. bis 29. Juli spielen sie an der EM der Amateurgolferinnen in Lausanne VD, wo sie zu den Favoritinnen gehören – auch wenn sie das nie von sich selbst behaupten würden. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein solcher Anlass in der Westschweiz ausgetragen wird. «Ende August nehmen wir dann an einem Turnier in Kalifornien teil, um uns für die Professional Tour zu qualifizieren», sagt Morgane. All das bedingt Investitionen von jährlich mehreren tausend Franken. Der Schweizer Golfverband kommt für die Reisen nach Europa, die Übernachtungen und Mahlzeiten auf, die Universität begleicht die Kosten für das Golfmaterial, die Reisen in den USA und den akademischen Teil. «Ein paar Turniere bezahlen wir selbst respektive unsere Eltern», sagt Kim. Es bleibt noch Zeit für die Liebe: Harry (21) aus dem englischen Southampton ist Morganes Freund und studiert an derselben Universität in Florida. Kims Freund Rodolphe (23) wohnt am Genfersee und spielt ebenfalls für den Golfclub Lausanne. Das Paar überbrückt die Distanz mit Skype, und ab und zu besucht Rodolphe seine Freundin in Florida. Das hat dann zur Folge, dass es in diesen Tagen mit der Zweisamkeit der Schwestern kurz vorbei ist. MM


22 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

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Australien-Trip

Auf Achse mit Molly

Über 3000 Kilometer hat der Berufsabenteurer Christian Zimmermann auf seinem Marsch durch Australien zurückgelegt. Mit dabei: viel Wasser, etwas Proviant – und eine treue Begleiterin, «Mrs. Molly, The Shopping Trolley». Text: Andreas Bättig

Bilder: Christian Zimmermann


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 23

1

1 Auf dem Australien-

Christian Zimmermann führt seine Molly vor

3

Trip stiess Christian Zimmermann immer wieder auf Viehroste: Nur mit Mühe schaffte er es, seinen Einkaufswagen über die Gitter zu manövrieren. 2 Einen Schlafplatz suchte Zimmermann immer abseits der Strasse am Wegrand – etwa hier im Northern Territory. 3 Vorher – nachher: Unterwegs liess sich Christian Zimmermann einen Abenteurerbart wachsen.

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2

Tipps

Ein Australien-Trip in Wort und Bild

N

ein, eine Schnapsidee sei es nicht gewesen. Und er habe auch keine Wette verloren, sagt Christian Zimmermann und lacht. Es sei wohlüberlegt gewesen, Australien nur zu Fuss zu durchqueren. Auch wenn die Idee sich zuerst einmal ziemlich verrückt anhört: 3059 Kilometer Distanz vom Startpunkt Darwin bis zum Ziel Adelaide, quälende Hitze, nur die Campingausrüstung dabei, untergebracht in einem Einkaufswagen. «Manche haben mich schon für einen Spinner gehalten», sagt der 48-Jährige. Christian Zimmermann, kerniger Typ, sportlich, bodenständig, sitzt auf einem Ledersofa in seinem Foto- und Videostudio in Flumenthal SO, das neben seinem Haus steht. Von hier aus bricht er regelmässig zu Reisen auf der ganzen Welt auf. Er ist ein

Berufsabenteurer, seit 25 Jahren. Er fuhr schon im Kanu den ganzen Yukon River durch Kanada hinab (3200 Kilometer) und mit dem Velo quer durch Australien (10 000 Kilometer). Die Alpinistin Evelyne Binsack begleitete er fotografisch bis ins Everest Base Camp. Das auf den Trips gesammelte Video- und Fotomaterial verwendet er für Livepräsentationen, mit denen er regelmässig durch Schweizer Mehrzweckhallen und Eventlokale tourt. Mit den Vorführungen und mit dem Bücherverkauf finanziert Zimmermann sein Leben. Auch sein Australien-Abenteuer wird das Thema einer Reiseshow sein. Vier Monate lang war er unterwegs. Legte pro Tag durchschnittlich 32 Kilometer zu Fuss zurück. Zimmermann marschierte auf dem berühmten Stuart Highway. Keine

Buch: Christian Zimmermann hat seine Erlebnisse rund um das Australien-Abenteuer in einem Buch festgehalten: «TransAustralia – 3059 Kilometer zu Fuss mit dem Einkaufswagen durch Down Under», 256 Seiten, Fr. 24.40; bestellbar auf www.exlibris.ch

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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 25

ungefährliche Angelegenheit, denn hier verkehren auch die schweren australischen Roadtrains, bis zu 54 Meter lange 100Tonnen-Lastwagen, die, einmal in Fahrt, nicht mehr so schnell stoppen können. «Manchmal wurde es schon eng, wenn zwei Lastwagen sich kreuzten und ich mich auf der Strasse ganz klein machen musste. Die sausten mit einem Abstand von einem halben Meter an mir vorbei.» Denn einfach so in den Strassengraben konnte Zimmermann nicht immer ausweichen. Der Grund: «Mrs. Molly, the Shopping Trolley». Einmal im Graben gelandet, wäre das Gefährt nur schwer rauszubekommen gewesen. «Mrs. Molly», das war ein Einkaufswagen, mit dem der gelernte Landschaftsgärtner die Campingausrüstung und den Wasservorrat transportierte. 130 Kilogramm musste er vor sich herschieben. «Das wäre für einen Rucksack eindeutig zu schwer gewesen.» Deshalb liess er in Darwin einen gewöhnlichen Einkaufswagen umrüsten: Grössere, robuste Räder kamen dran, Halterungen für die Kameras wurden montiert. Zu Beginn hatte der Einkaufswagen noch keinen Namen. Dann tauften ihn australische Schulkinder, bei denen Zimmermann einen Halt auf seiner Reise einlegte, «Mrs. Molly», weil sich das so gut auf «Trolley» reimt. Von 77 auf 67 Kilogramm Körpergewicht

«Zu meiner Molly baute ich ein richtig gutes Verhältnis auf. Ich sprach manchmal auch mit ihr», sagt Zimmermann. Schliesslich war er oft stundenlang allein in den australischen Weiten unterwegs. Die ersten zwei Wochen seien hart gewesen. Zimmermann konnte vor lauter Blasen an den Füssen kaum noch gehen. Auf dem langen Marsch wurden zwei Zehennägel blau, schliesslich fielen sie ab. Die grösste Mühe habe ihm die Hitze bereitet. Bis zu 38 Grad heiss war es – im Schatten. «Ich trank sieben bis acht Liter Flüssigkeit pro Tag und schwitzte fast alles gleich wieder raus. Ich kam mir vor wie ein Durchlauferhitzer», sagt er. Nach zwei Wochen sei er dann aber in einen richtigen Flow geraten. «Von da an wusste ich, dass ich es schaffen werde.» Nicht nur Wasserflaschen verbrauchte Zimmermann in rauen Mengen, sondern auch Kalorien. Zu Beginn seiner Reise wog er

Zu Fuss unterwegs im australischen Niemandsland: Christian Zimmermann mit seinem Trolley

77 Kilogramm – zurück kam er mit 67. «Dabei habe ich auf meiner Reise den ganzen Tag über richtig gefressen. Das war verrückt.» Morgens gab es Haferbrei, tagsüber Trockenfrüchte, Riegel, Schokokekse, abends Fertignudeln. Ab und zu kehrte er in einem Roadhouse ein, um sich auch mal einen Burger zu gönnen. «Wer abnehmen will, dem kann ich einen solchen Trip nur empfehlen.» Insgesamt 105 Marschtage lang war der Abenteurer unterwegs. Und immer wieder sei es in dieser Zeit zu tollen Begegnungen gekommen. «Ich bin wahrscheinlich auf Hunderten von Fotos verewigt.» Einmal habe ihn sogar eine australische Fernsehgrösse am Strassenrand interviewt. «Das Buschtelefon funktionierte sehr gut. Es sprach sich schnell herum, dass irgendein

Spinner mit dem Einkaufswagen auf der Strasse unterwegs war.» Wieder zurück in der Schweiz, denkt Christian Zimmermann, der in einer festen Beziehung lebt, gern an die Reise zurück. «Sie hat mir einmal mehr gezeigt, dass es gut ist, seine Komfortzone zu verlassen», sagt er. Dafür sei er mit vielen eindrücklichen Momenten belohnt worden: magischen Sonnenuntergängen oder guten Gesprächen mit völlig fremden Menschen. Zimmermann ist überzeugt: Das würde jedem guttun. Es müsse ja nicht gleich ein Fussmarsch durch Australien sein. «Es gibt noch so viel anderes da draussen als nur das eigene Gärtchen», sagt er. «Oder wie es einer meiner Lieblingssprüche auf den Punkt bringt: Der Alltag kreiert keine Erinnerungen.» MM


26 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Aussteiger

Herr Müller findet das richtige Leben Die Karriere des Topmanagers Markus Müller verlief jahrelang steil nach oben – bis er sie selbst abrupt beendete. Denn glücklich war er nicht als CEO. Heute ist der ehemalige Blackberry-Europachef Sterbebegleiter und Tantramasseur. Text: Monica Müller

M

arkus Müller (43) war eine Maschine. Als Blackberry-Chef Europa arbeitete er rund um die Uhr, war verantwortlich für 2000 Angestellte und eine Milliarde Dollar Umsatz. Ständig war er unterwegs. Entweder fuhr ihn sein Chauffeur von Meeting zu Meeting in Deutschland, oder er jettete nach London, Stockholm, New York. Kurz nach seiner Ernennung zum CEO sah Müller sich gezwungen, Hunderte von Stellen abzubauen. «Am Anfang ging es mir unter die Haut, Leute zu entlassen. Dann stumpfte ich ab, weil ich es sonst nicht geschafft hätte.» Dann, eines Tages, im Sommer 2014, kam ihm ein kleines Buch mit dem Titel «5 Dinge, die Sterbende bereuen» in die Hände. Die wenigen Sätze auf dem Umschlag trafen ihn. Die Sinnfrage, die ihn schon länger beschäftigte, der er aber keinen Raum gegeben hatte, wurde plötzlich dringend. «Mir wurde schlagartig klar, dass ich mein Leben vergeudete und mir selbst fremd geworden war.» Müller kündigte, wurde sofort freigestellt und flog noch am selben Abend für sechs Wochen nach Thailand in die Ferienanlage eines Freundes. Dort fuhr er von Hundert auf Null herunter. Er verbrachte die Tage in der Hängematte, plauderte mit Leuten, genoss das Essen. «Was macht mich glücklich im Leben?», fragte er sich. Müller wurde klar, dass er Erfolg und ein hohes Einkommen nicht mehr als erstrebenswert erachtete. Mutig findet er seinen Ausstieg rückblickend nicht. «Ich war finanziell abgesichert, das ist ein Privileg.» Zurück in München legte er sich einen Hund zu.

Bild: Ephraim Bieri

«Der hielt mich davon ab, eine Dummheit zu begehen. Kein Headhunter konnte ihn von einem Managerjob überzeugen. Lieber machte er Spaziergänge mit Mika, dem Hund. Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch

Bis zum dem Tag, als Markus Müller die Reissleine zog, war seine Karriere ziemlich gradlinig verlaufen. Nach der Matur besuchte er ein Jahr die Polizeischule und studierte dann Jus mit dem Ziel, Manager zu werden. Sein Grossvater hatte ihm erklärt, was er dabei lerne, könne er bei allen wichtigen Entscheidungen brauchen: beim Heiraten, beim Hauskauf, beim Unterzeichnen eines Vertrags. Den Ehrgeiz, Karriere zu machen, hat Müller von seinem Vater. Dieser kam als erstes Kind der Familie in Deutschland zur Welt, nachdem seine Mutter, Geschwister und Grossmutter aus der damaligen Tschechoslowakei nach Berlin geflüchtet waren. Dort musste die Familie ganz von vorn beginnen. Während des Studiums arbeitete Müller für das Elektronikunternehmen Palm in der Werbung. Die Frage, wie digitale Assistenten in Firmennetzwerke eingebunden werden konnten, faszinierte ihn. Mit einem Freund suchte er Antworten darauf. Sie gründeten eine Beratungsfirma, dann eine Softwareentwicklungsfirma, wuchsen rasch, expandierten in die USA und verkauften ihr Start-up im Jahr 2011 für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag an Blackberry. Zehn Jahre hatte Müller damit verbracht, Firmen zu befähigen, die Mitarbeiter-Smartphones aus der Ferne zu verwalten. Nach seiner Kündigung standen plötzlich die grossen

Fragen des Lebens im Zentrum. Ein Artikel über Sterbehilfe brachte ihn zum Weinen – er versuchte, diese Trauer zu verstehen. Weil Müller schon immer einer war, der gern aus seiner Komfortzone ausbrach, meldete er sich für die Ausbildung zum Sterbehelfer an und begleitete betagte Menschen, die zu Hause sterben wollten. Er war einfach für sie da, und sie schätzten das sehr. «Das gab mir das Gefühl, die Prioritäten wieder richtig zu setzen.» Als Manager hat er gelernt, zu jedem Problem fünf Lösungen zu erarbeiten. Beim Sterben aber gibt es keine Lösung. «Das zu akzeptieren, fällt mir heute noch schwer.» Nur noch Projekte, die die Welt verbessern

Nach seinem Ausstieg hat sich Müller auch intensiv mit der Tantramassage beschäftigt. «Früher hatte ich stets Beziehungen, bei denen ich mit dem Herz dabei war oder es vor allem um Sex ging.» Dank Tantra sei es ihm gelungen, die beiden Ebenen zusammenzuführen. Bei der Ausbildung zum Tantramasseur lernte er seine heutige Lebenspartnerin kennen und zog zu ihr nach Bern. Gemeinsam führen sie eine Tantrapraxis. Daneben engagiert Müller sich bei der Spitex-Freiwilligengruppe in Bern als Sterbebegleiter. Und tüftelt an neuen Projekten. Sein Unternehmergeist ist wieder erwacht. Heute möchte er damit die Welt verbessern. So plant er, ein Sterbehospiz mitten in Bern zu gründen. «Früher hatte ich das Gefühl, zwei Leben zu leben», sagt er, «heute bin ich eins mit meinem Leben.» MM Weitere Infos: www.tantralove.ch


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 27

Markus Müller hatte als CEO von Blackberry Europa das Gefühl, zwei Leben zu leben. Heute fühlt er sich «eins mit seinem Leben».


28 | MM23, 6.6.2017 | MENSCHEN

Kunstszene

Brücken schlagen

Kunst richtet sich längst nicht mehr nur an ein elitäres, bloss betrachtendes Publikum. Künstler schaffen Räume und kreieren Situationen, um die Menschen am Werk teilhaben zu lassen. Drei Kunstschaffende erzählen von ihren Ideen und unkonventionellen Projekten. Text: Claudia Langenegger

Geht in ihrem Werk auf: die Berner Künstlerin Chantal Michel

Bilder: Michael Sieber


MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 29

Interaktive Kunst im Web: www.migmag.ch/ kunst-im-web

D

er Ort ist unwirtlich, das Bürogebäude unterhalb der Berner Monbijoubrücke karg und lieblos. Umso farbiger, fantasievoller und inspirierender eröffnen sich im Innern auf drei Stockwerken neue Welten – geschaffen von der Berner Künstlerin Chantal Michel (48). Sie hat 30 ehemalige Bürokojen in ein Gesamtkunstwerk verwandelt: Man trifft auf perfekt eingerichtete 60er-Jahre-Wohnzimmer, auf museale Schlichtheit, skurrile Installationen, futuristische Projektionen, beängstigende Enge, verstörende, abscheulich riechende Süsse, auf Kunst, die unter den Füssen knistert und in den Ohren stört. Wer kommt, um sich ihr jüngstes Projekt «Der Brückenkopf» anzuschauen, verbringt gleich einen ganzen Abend hier. «Ich möchte, dass man sich Zeit nimmt, sich auf die Räume und mein Werk einlässt», erklärt Chantal Michel. «Die Zuschauer können in eine völlig andere Welt eintauchen, in ein sinnliches Erlebnis mit Bildern, Klängen und Gerüchen.» Jeden Samstag empfängt die Künstlerin maximal 15 Besucherinnen und Besucher. Zum Kunsterlebnis gehören der Rundgang durch die Ausstellung, ein Apéro und ein viergängiges Diner. Chantal Michel bekocht ihr Publikum höchstpersönlich, die Besucher werden zu ihren Gästen. «Ich bin Gastgeberin, Köchin, Managerin, Handwerkerin und Künstlerin in einem», sagt sie. Das Ganze ist ein Spiel mit Rollen und Klischees. Eine ironische, aber ernstzunehmende Auseinandersetzung. «Im Zentrum steht aber immer meine Kunst. Ich konstruiere und konzipiere einfach ein ergänzendes Drumherum und schaffe dadurch ein komplexes Gesamtkunstwerk.» Leerstehende Gebäude haben Chantal Michel schon immer fasziniert. Das Bespielen solcher Räume ist mittlerweile ihr Markenzeichen geworden. Via Medien wie Fotografie, Video, Installation oder Performance greift sie kreativ ein. Begonnen hat alles vor fast zwei Jahrzehnten im Hotel Scribe in Paris, im «Beau Rivage» in Thun und im «Schweizerhof» in Bern. Diese nicht-

museale Ausstellungsform mit ganzheitlichen Installationen stiess auf grosse Resonanz. «Ich konnte damit ein sehr breites Publikum ansprechen. Viele Besucher wurden von den aussergewöhnlichen Orten angelockt und haben auf diese Weise einen Zugang zur Kunst gefunden. Etliche von ihnen verfolgen mein Werk bis heute.» Zwischen 2008 und 2011 verwandelte sie das leerstehende Schloss Kiesen in der gleichnamigen Berner Gemeinde in einen magischen Traumraum, 2011 bis 2013 transformierte sie ein ehemaliges Verwaltungsgebäude in Thun zur «Villa Gerber», 2014 machte sie eine ausgediente Kirche in Zürich zur «Zitadelle». Die Angst vor den Menschen verlieren

Das Werk der Berner Künstlerin ist vielschichtig – fassbar und unfassbar zugleich. Chantal Michel mag es, die Menschen mit ihrer Kunst auf unterschiedlichste Weise anzusprechen: «Es ist toll zu sehen, wie die Leute sich immer wieder auf Unbekanntes einlassen.» Ihr neues Zauberwort heisst Flohmarkt. Er findet jeden Samstagnachmittag am aktuellen Ausstellungsort, im Brückenkopf Bern, statt. «Damit ziehe ich ganz normale Menschen an und schlage die Brücke zu meiner Kunst.» Es ist eigentlich erstaunlich, wie sehr die eher menschenscheue Künstlerin den persönlichen Kontakt zu einem Merkmal ihrer Gesamtinstallationen macht. «Ich bin eine Einzelgängerin», sagt sie. «Ich habe aber auch gemerkt, dass es sehr wenig braucht, um die Angst vor Menschen zu verlieren. Ich glaube, ich kann gut auf die Leute zugehen und sie in die Welt der Kunst einführen.» So sehr sie eine Nähe zum Publikum schafft, so sehr zieht es sie auch in ihr Schneckenhaus zurück, wenn sie etwas schaffen will. Für das Projekt am Brückenkopf hat sie acht intensive Monate lang gewirkt, sie hat Wände herausgeschlagen, tapeziert, gemalt, konzipiert und inszeniert. Einfach mal so vorbeischauen durfte in dieser Zeit keiner. «Es ist mir wichtig, einen Rückzugsort zu haben. Ich brauche Ruhe und Einsamkeit, um kreativ sein zu können»,

sagt Chantal Michel. «Ich schliesse mich gern in Räume ein und erschaffe darin meine eigene kleine Welt.» Im Zentrum steht die Begegnung

Ganz anders ist dies bei den Inszenierungen des Baslers Benedikt Wyss (32), der alle paar Monate ein neues Kunstprojekt ins Leben ruft. Als Ausstellungsmacher gehört er einer neuen Generation an: Er arrangiert nicht nur, er heckt selber Ideen aus, sucht Künstler für die Umsetzung und steckt mit ihnen die Köpfe zusammen. Schaffen im stillen Kämmerlein, das gibt es bei diesen Projekten oft nicht. Das bisher aufsehenerregendste Programm hiess «HAUS#99 [last Days]»: Im Juni 2016 liess er gemeinsam mit dem Winterthurer Demian Wohler ein Abbruchhaus in Basel in ein Kunstobjekt verwandeln. Zwölf Künstler aus neun Ländern wohnten und wirkten hier. «HAUS#99 [last Days]» fand parallel zur Art Basel statt und war im Gegensatz dazu kein Ort, wo jeder bloss Kunstwerke zur Schau stellte: Im Garten wurde ein Teich angelegt, daneben entstand eine unterirdische Galerie, im Keller wurde ein Brunnen ausgegraben, in den Zimmern wurde gemalt, gezeichnet, gesägt, umgebaut und angepflanzt. Nach einer Woche war das Haus an der Neuweilerstrasse 99 bereit für Besucher, das kreative Wirken ging weiter. «Das Gebäude war tagsüber offen; die Künstler wohnten dort und waren weiterhin vor Ort tätig», sagt Benedikt Wyss. «Darauf mussten sie sich einlassen.» Das Haus in Basel wurde zur Spielwiese und zum fruchtbaren, lebendigen Ort. Es entstand ein sozialer Raum, die Nachbarn gingen ein und aus. Täglich gab es Geschenke, etwa frisch gebackenes Brot, Kaffee und Kuchen oder einen guten Wein. «Ich suche, provoziere und schaffe bewusst Situationen, in denen sich überraschende Kontakte ergeben können», erklärt Benedikt Wyss. «Im Zentrum meiner Projekte steht immer die Begegnung.» Das Publikum wird in irgendeiner Form stets einbezogen. «Es ist nicht nur stiller Betrachter, sondern nimmt auch am Prozess teil.»


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 31

Innovativer Ausstellungs­ macher: Benedikt Wyss heckt alle paar Monate neue Projektideen aus.

Auch beim Projekt «Im Taumel der Nacht», dem nächtlichen Rundgang während der Basler Museumsnacht, war das fassbare Erleben von Kunst integrativer Bestandteil. Ausgangsort war der Kleinbasler Projektraum Trikot an der Haltingerstrasse 13: Der Lausanner Künstler Christophe Füllemann gestaltete ihn zu einem Ort um, wo man auf Kunst sitzen, liegen und sogar schlafen konnte. Im Ausstellungsraum, der beidseitig mit grossen Fensterscheiben ausgestattet ist, konnten die Besucher ihm bei seiner Arbeit über die Schultern schauen. «Dieser durchsichtige Prozess gehört dazu», sagt Benedikt Wyss. Überaus erfolgreich hat Wyss zudem im vergangenen Jahr den «Social Muscle Club» ins Leben gerufen. «Er dient dazu, die sozia­ len Muskeln zu trainieren», erklärt er den eigenwilligen Namen. Die Idee: Jeweils über 100 Teilnehmende spielen in Gruppen folgen­ des Spiel: Jeder notiert auf einem Zettel, was er sich wünscht und was er zu verschenken hat. Die Zettel werden blind gezogen und vorgelesen, dann geht das Gespräch um den Austausch los. Und was ist daran Kunst? «Wir verstehen Kunst als zwischenmenschliche Interaktion im Sinne der sozialen Plastik, wie sie Joseph Beuys geprägt hat», sagt Benedikt

Wyss. Der deutsche Aktionskünstler vertrat die Idee von einer Kunst, die menschliches Handeln integriert und die Strukturierung der Gesellschaft beabsichtigt. An den An­ lässen des Social Muscle Club gibt es zwar auch eine Bühne für ein Kulturprogramm – doch das Wesentliche geschieht im Publikum. Eingreifen in die Meinungsbildung

Auch die Künstlerin Florence Jung (30) hat sich voll und ganz der Interaktion ver­ schrieben. Für sie stehen die Betrachter und das Erlebnis im Zentrum. «Mit meinen Arbeiten kreiere ich Situationen. Ich mag es nicht, etwas zu schaffen, was man einfach so anschaut. Ich will das Publikum ins Zentrum des Werks stellen», sagt die Bielerin, die seit Kurzem in Zürich lebt, Deutsch versteht, sich aber in ihrer Mutter­ sprache Französisch ausdrückt. Florence Jungs Kunst ist temporär und vergänglich – was von ihr bleibt, sind die Erinnerungen, die mündlichen Schilderun­ gen und Gerüchte darüber. Im Rahmen ihrer Diplomausstellung an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) manipulierte sie die Publikumsmeinung mit dem Einsatz zweier Schauspielerinnen: Sie taten so, als wären sie wichtige Personen der Galeris­

Tipps

Die Kunstschaffenden und ihre Projekte Chantal Michel www.chantalmichel.ch

Ausstellung «Der Brückenkopf», Bern; samstags, 18.30 Uhr, auf Anmeldung: Tel. 031 311 21 90 Benedikt Wyss www.benediktwyss.com

• Deli Projects www.deliprojects.com Projekt «Umwelt Mode»: 13. bis 18. Juni, Clarastr. 13, Basel • Social Muscle Club www.socialmuscleclub.ch Nächste Veranstaltung: 19. August, 14–17 Uhr, Elisabethenstr. 10, Basel (in Kooperation mit dem Flüchtlingsprojekt «Da-Sein») Florence Jung www.florencejung.com

Nächster Event: «Action!», Kunsthaus Zürich, 22. Juni


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 33

tenszene. Die eine lobte die Werke beim Betrachten, die andere tat das Gegenteil. «Das untergründige Thema einer Abschlussausstellung ist immer der Erfolg», erklärt Florence Jung. «Ich habe mir überlegt, was jemanden erfolgreich macht. Wie wir wissen, hängt das ja nicht davon ab, wie gut jemand ist, sondern vielmehr davon, ob eine wichtige Person einer anderen wichtigen Person sagt, dass ein Künstler wichtig ist.» Mittels der fingierten Kunstkennerinnen griff sie in diese Meinungsbildung ein. «In der Kunst hat man die Freiheit, mit den alltäglichen Regeln zu spielen», sagt sie mit einem breiten Lächeln im Gesicht. In einem anderen Projekt entführte Florence Jung einen Teil des Vernissagenpublikums aus der Galerie. Zuvor hatte sie Fragebögen ausfüllen lassen, um in Erfahrung zu bringen, wie abenteuerlustig die Teil­ nehmenden waren. Diejenigen mit der höchsten Punktzahl wurden in zwei Autos verladen, zu einer etwa 400 Kilometer entfernten, abgelegenen Scheune gefahren und im Morgengrauen wieder abgeholt. «Die Besucher wurden zu Akteuren», erklärt Florence Jung. «Sie bestimmten selbst, wie der Abend sich entwickeln sollte.» Besagter Abend und die dazuge­ hörige Nacht waren auf jeden Fall voller Rätsel. Nur Geschichten, keine Bilder

Florence Jung kreiert gerne Unvorhersehbares, neue Realitäten, sie täuscht und trickst. Wie damals, als sie ankündigte, dass sie am Genfer Busbahnhof eine Performance steigen lassen würde. Die Leute kamen, und die Performance – war schon da. Florence Jung hatte Schauspieler engagiert, die wartende Passagiere mimten; jeder hatte ein haargenaues Szenario von ihr erhalten. Sie waren von den wirklich wartenden Passagieren nicht auf Anhieb zu unterscheiden. Erst wenn man lange genug blieb, fiel Absurdes auf: Einer der Schauspieler las wartend Dostojewskys «Doppel­ gänger», ging nach genau 15 Minuten ein Bier der Marke Mythos trinken, kehrte zurück und nahm eine andere Edition des Buchs aus seiner Tasche und las weiter. «Ich liebe es, neue Wirklichkeiten zu schaffen. Es ist ein Reenactment – eine Neuinszenierung der Gegenwart, nicht der Vergangenheit.» Anders als bei den meisten anderen Kunstschaffen­ den ist aber keins ihrer Werke fotografisch dokumen­ tiert worden. «Die Werke werden durch das Weiter­ erzählen festgehalten», erklärt die junge Frau. «Immer soll es Bilder von allem geben – als ob sie Beweise wären. Aber man weiss: Das ist nicht so. Nichts ist nämlich durchdringender und hält sich hartnäckiger als ein Gerücht oder eine Erzählung.» Florence Jung macht damit ganz Menschliches und Zwischenmenschliches zum Bestandteil ihres Werks. Und plötzlich wirkt ihre Kunst gar nicht mehr so abgehoben, wie sie auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag. Was allerdings Florence Jungs Person betrifft, so ist sie nur in natura nahbar. Denn fotografieren lässt auch sie sich nicht. «Das bereitet mir immer wieder Probleme.» Gemeint ist, dass es kein Porträtbild von ihr in Magazinen und Zeitungen oder auf Online­ plattformen gibt. Sie sagt dies in einer so natürlichen, herzlichen Art und mit einer Überzeugung, dass man es ihr gar nicht verübeln kann, wenn sie sich der bilder­ lastigen Welt so komplett verweigert. MM

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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 35

Leserforum MM22: Familie Kinderlos glücklich

«Einige verzichten auf Kinder und machen lieber Karriere» Moderiert eine Kindersendung, will aber keine eigenen Kinder: Rosanna Grüter

Wenn man eine Familie gründet, muss man eine grosse Verantwortung übernehmen und hat nicht mehr die gleiche Bewegungsfreiheit, wie wenn man Single ist oder nur in einer Beziehung ohne Kind lebt. Daher kann ich es verstehen, wenn Mann und Frau sich in der heutigen Zeit zweimal überlegen, ob sie eine Familie gründen wollen. Einige verzichten dann lieber auf Kinder und machen stattdessen Karriere. Remo Meier, Uster ZH

Bilder: Anne Gabriel-Jürgens, Getty Images

Den Artikel über kinderlose Frauen finde ich sehr gut. Ich denke, jeder Mensch muss für sich entscheiden, ob er mit oder ohne Kinder leben will. Ich kenne viele Frauen, die sich ein Kind wünschen, auch ohne Partner, und sie haben es in der Schweiz sehr schwer. Ich finde, diese Frauen hätten mal einen Artikel verdient. Daniel Boller, via E-Mail Eigentlich lese ich das Magazin wegen der Spezialangebote und weniger wegen Berichten wie «Kinderlos glücklich». Während ich die beiden anderen Aussagen noch einigermassen nachvollzie­ hen kann, finde ich den Beitrag zur «Freiheitsliebenden» total daneben. Meine Frau und ich sind dreifache Grosseltern und finden es das Schönste und Bes­ te, was uns je widerfahren ist. Wir geniessen jeden Moment mit den Kindern und bedauern eigentlich alle, die keine Enkel haben. Zudem ist meine Frau sehr gerne und absolut freiwillig am Herd und kocht leiden­ schaftlich und mit viel Freude. Horst Fritschi, Biel-Benken

Grundsätzlich interessiert es mich sehr, wie andere Men­ schen ihr Leben gestalten. Was mich jedoch stört, ist dieser Satz: «Ich wollte einfach nicht am Herd enden.» Das hat für mich einen negativen Bei­ geschmack. Als Mutter einer Grossfamilie stehe ich jeden Tag «am Herd». Am Tisch sitzen dann meist unsere zehn eigenen Kinder, manchmal noch ihre Freunde. Weshalb kann man das Thema nicht etwas positiver gestalten und zum Beispiel schreiben: «Kinder haben ist nichts für mich persönlich» oder «Mein Lebensentwurf sieht an­ ders aus», statt diese zwei Pole gegeneinander auszuspielen? Maja Gfeller-Christen, Bern MM22: Familie

Kein Bock auf Schule

«Alarmzeichen zum Entschleunigen?» Kein Bock auf Schule – kein Bock auf Essen? Kann es sein, dass Kinder in der Schule mit so viel Wissen vollgestopft werden,

Lernfrust statt -lust: Manchmal fehlt es an Wertschätzung.

das sie noch nicht bereit sind, es aufzunehmen, und deshalb kein Interesse zeigen? Wird die na­ türliche kindliche Neugier viel­ leicht so gehemmt, dass die Freude am Lernen vergeht und deshalb Null­Bock­Stimmung aufkommt? Sollte dies vielleicht ein Alarmzeichen für unsere Gesellschaft zum Entschleuni­ gen sein? Statt Motivation folgt Resignation. Wird man dann als Null­Bock­Schüler oder gar als Schulverweigerer abgestempelt?

Einige Schüler zeigen es nach aussen mit Aggression und Ver­ weigerung. Andere richten es nach innen, dann machen sich vielleicht psychosomatische Zeichen bemerkbar, etwa Kopf­ und Magenschmerzen oder Schlafstörungen. Wenn wir zu viel essen, wird uns übel. Wenn Kinder zu viel Wissen in sich hineinstopfen müssen, zeigen sie uns dies auch mit «Zeichen». Franziska Widmer, via www.migrosmagazin.ch


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 37

MM22: Diese Woche Wenn das Büffeln zum Lifestyle wird

«Man muss Prioritäten setzen» Natürlich muss man mitteilen, dass man jetzt gleich für die Schule lernen wird. Aber damit ist es nicht getan: Man muss dann auch noch alle zwei Minu­ ten nachschauen, wie viele Likes diese enorm wichtige Botschaft schon zur Folge hatte. Dadurch braucht man zwar etwa fünfmal länger, bis man den Stoff wirk­ lich gelernt hat – und dieser wird so auch nicht lange im Kopf bleiben –, aber man muss Prio­ ritäten setzen! Die Welt hat ein Anrecht, solch wichtige Dinge sofort zu erfahren – auch wenn

man bloss eine Pizza zu sich nimmt oder sich aufs Klo begibt. Franz Billia, via www.migrosmagazin.ch MM22: Kinder Kolumne:

«Wozu sind Menschen da?»

«Schlagwörter nicht erklärt» Ziemlich schwache Erklärung, liebe Gabriela! Selina wird damit kaum lange zufrieden sein. Moderne Forscher wie zum Beispiel Quantenphysiker sind da schon viel weiter ... Du sprichst von «Zufall», von «Gott», von «Laune der Natur», von «der verteufelten Schlange», definierst und erklärst aber keins der Schlagwörter. Der Satz

«Ich kann dir nicht sagen, war­ um es Menschen gibt» ist dann wohl die viel bessere Antwort. Selina wird es (schon in ein paar Jahren) herausfinden und es viel besser erklären. Markus Heer, via www.migrosmagazin.ch MM21: Familie

Dreck stärkt das Immunsystem

«Alles viel zu steril» Genau so ist es: Nur Kinder, die mal Dreck einnehmen, haben ein gestärktes Immunsystem. Das gilt übrigens in gewissem Sinn auch für Erwachsene. Lei­ der ist alles viel zu steril, beson­ ders im Lebensmittelbereich. Erwin Burren, via www.migrosmagazin.ch

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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 41

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Tag 1 Schweiz–Trier. Busanreise nach Trier. Halt beim Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Tag 2 Trier–Bernkastel. Stadtrundfahrt/-gang in Trier*. Flussreise durch das Moseltal. Tag 3 Bernkastel–Cochem. Rundgang «Doktor Wein» inkl. Degustation* im mittelalterlichen Bernkastel. Tag 4 Cochem–Koblenz. Stadtrundgang in Cochem mit Reichsburg*. Fak. Ausflug zur Burg Eltz (Fr. 30). Tag 5 Koblenz–Rüdesheim. In Rüdesheim, Besuch von Siegfrieds Musikkabinett und Fahrt im Winzerexpress*. Tag 6 Strassburg. Fak. Ausflug ins Elsass (Fr. 25). Tag 7 Basel. Busrückreise zum Abreiseort.

Route 1, Trier–Basel, 21.09.–27.09., 15.10.–21.10. Route 2, Basel–Trier, 27.09.–03.10., 09.10.–15.10. Preise pro Person

Route 2 Basel–Trier

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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 43

Marc Wittmann, wir haben eine Stunde Zeit für dieses Gespräch. Scheint Ihnen das kurz oder lang? Wenn wir ein interessantes Gespräch haben und uns darin quasi verlieren, wird die Zeit ganz schnell vergehen. Wird es eher zäh, kann es sich ganz schön lange hinziehen. Warum vergeht Zeit manchmal so schnell – und dann wieder ganz langsam? Das hängt davon ab, ob wir auf die Zeit achten oder nicht. Wenn wir mit irgendwas beschäftigt sind, das uns unglaublich interessiert, achten wir nicht auf die Zeit. Das kann ein Gespräch sein oder ein spannender Film, das kann aber auch der Flow beim Jogging sein. Dann vergeht die Zeit ganz schnell, weil wir uns selbst und auch die Zeit nicht bemerken. Wie nehmen wir die Zeit überhaupt wahr? Im Gehirn gibt es eigene Areale fürs Sehen, Hören und Riechen, aber nicht für die Zeit. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir die Zeit über das Körperbewusstsein wahrnehmen. Es generiert unser Gefühl von uns selbst. So wie wir jetzt dasitzen, spüren wir unsere Körperlichkeit. Wir merken, wie wir auf einem Stuhl sitzen, vielleicht juckt uns irgendwas, oder wir haben Durst, es ist uns heiss oder kalt. All diese Körpersignale werden im insularen Kortex im Gehirn aufgefangen. Dieser Bereich ist aktiv bei der Zeitwahrnehmung. Das Selbsterlebnis generiert demnach auch das Zeiterlebnis. Befragt man 15 Zeitforscher, bekommt man 20 Theorien, haben Sie mal gesagt. In welchen Kernthesen widersprechen die sich denn? Es gibt so viele Zeittheorien wie Hirnareale. In Lehrbüchern über das Sehen, die Motorik oder das Gedächtnis gibt es stets Übereinstimmungen. Nicht so in der Zeitforschung: Die Ansichten und Theorien der Forscher liegen hier weit auseinander. Meine These ist einfach eine von vielen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es für die Zeit kein eigenes Organ gibt und sie sehr subjektiv erlebt wird.

Zur Person

Psychologe und Zeitforscher Der deutsche Psychologe Marc Wittmann (50) arbeitet am Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psycho­ hygiene. Aktuell forscht er zum Thema Wartezeit und Zeitlosigkeit. Zu seiner Theorie der gefühlten Zeit hat er ein Buch veröffentlicht: «Gefühlte Zeit. Kleine Psycho­ logie des Zeitempfindens». Wittmann lebt mit seiner Partnerin in Freiburg im Breisgau.

«Überraschendes, Emotionales – das sind die Dinge, die wir im Gedächtnis behalten.»

Wenn wir in den Ferien sind, haben wir das Gefühl, wir hätten mehr Zeit. Warum? Wir reden von verschiedenen Zeiten. Einerseits erleben wir die Zeit jetzt, in diesem Moment. Wir warten auf den Bus, den Zug oder einen Anruf. Die Liebste meldet sich nicht, und ich warte und warte. In einer solchen Situation dehnt sich die Zeit, weil alles im Moment passiert. Ferien dagegen sind eine längere Zeitspanne. Ich bin zum Beispiel am ersten Abend am Ferienort im Hotel und denke darüber nach, wie ich am Morgen noch zu Hause war und dann in den Flieger gestiegen bin. Seither habe ich viel Neues erlebt. Ich habe den Ferienort erkundet, eine neue Sprache gehört und unbekannte Gerüche gerochen. Weil ich das alles im Gedächtnis habe, dehnt sich die Zeit rückblickend. Also im Moment selbst fühlt es sich gar nicht länger an, sondern erst wenn wir uns später darüber Gedanken machen? Genau. Und dann passiert auch das typische Ferienphänomen: Die ersten Tage kommen mir ganz lange vor, weil alles neu ist und ich viel entdecke. Aber mit der Zeit gewöhne ich mich wieder an die neue Situation, und plötzlich vergehen die Tage auch wieder schnell. Weil die Gedächtnisinhalte mit der Zeit nichts Besonderes mehr darstellen. Erklärt das auch, weshalb ältere Menschen das Gefühl haben, die Zeit vergehe schneller? Genau. Im Jugendalter erlebt man so viel Neues, man verändert sich stark. Mit 13 ist man noch ein Kind, mit 17 schon fast erwachsen. Dazwischen liegen nur vier Jahre. Jetzt vergleichen Sie mal diese vier Jahre mit dem Abschnitt zwischen 36 und 40: Da kann ja gar nicht so viel passieren. Hinzu kommt die Routine. Auch wenn wir zum zwanzigsten Mal in ein neues exotisches Land fahren,

passiert es halt schon zum zwanzigsten Mal. Diese Erstmaligkeit aus der Jugend können wir nicht mehr zurückholen. Das erste Mal allein ohne die Eltern in die Ferien. Der Auszug aus dem Elternhaus, der erste Job, das erste selbst verdiente Geld – all diese Dinge erlebt man mit 40 nicht noch einmal. Aber es passiert doch auch später Neues: die ersten Schmerzen, die ersten Probleme mit den Teenagerkindern? Klar, man kann also auch später noch die Erstmaligkeit erleben, auch mit 80. Aber insgesamt hat man dann nicht mehr dieselbe Erlebnisfähigkeit, wie man sie als 17-Jähriger hatte. Ich ging zum Beispiel Ende 30 für fünf Jahre nach San Diego. Das erste Jahr kam mir unglaublich lang vor, ich habe daran auch noch ganz viele Erinnerungen. Aber danach ist die Zeit immer schneller vergangen. Erste Male setzen sich also stärker im Gedächtnis fest? Überraschendes, Emotionales – das sind die Dinge, die wir im Gedächtnis behalten. Es gibt auch Untersuchungen zu unseren ersten Erinnerungen. Das geht oft etwa im vierten Lebensjahr los – und es sind häufig Schrecksituationen. Meine erste Erinnerung stammt aus dem Kindergarten. Da kam plötzlich ein riesiger Boxerhund reingelaufen und hetzte auf uns zu – wir Kinder rannten in Panik weg. Unsere Generation hat mehr Freizeit als je zuvor, wir haben viele Geräte, die uns die Arbeit abnehmen, uns also Zeit verschaffen sollten. Weshalb sind die meisten Menschen trotzdem gestresst? Das beste Beispiel dafür ist die Waschmaschine. Früher hat die Hausfrau stundenlang die Wäsche gekocht und geknetet,


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2017 | 45

Wartezeiten im Alltag für sich nutzen

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heute schmeisst sie sie einfach in die Maschine, Deckel zu, Knopf an. Jetzt könnte sie sich eigentlich aufs Sofa setzen oder etwas lesen. Aber das macht sie natürlich nicht, weil es bereits etwas anderes zu tun gibt. Wir füllen die neue Freizeit immerzu mit neuen Tätigkeiten. Warum? Dazu gibt es keine exakten Untersuchungen. Ich glaube, wir halten die Freizeit, die leere Zeit, nicht mehr so gut aus. Das merkt man etwa im Bus. Kaum sind die Leute einge­ stiegen, zücken sie ihr Handy, statt einfach mal die fünf oder zehn Minuten Busfahrt für sich zu nutzen, nachzudenken, aus­ zuatmen. Sie müssen sich schon wieder ablenken. Dasselbe passiert, wenn der Zug zehn Minuten zu spät kommt. Um Gottes willen! Diese zehn Minuten machen die Menschen nervös. Weil wir es nicht mehr gewohnt sind, Wartezeiten zu erleben. Wir geraten in Panik, wenn der Akku des Smartphones leer ist, weil wir uns dann mit uns selbst beschäftigen müssen. Wie subjektiv ist Stress? Da geht es um den ständigen Abgleich von den Anforderungen der Umwelt auf mein eigenes Können. Ein Beispiel ist die Prü­ fungsangst: Die eine Person setzt sich hin und lernt, die andere bekommt Albträume und Schweissausbrüche. So ist es auch beim Zeitstress. Wir bekommen von aussen laufend Aufgaben. Der eine bleibt damit gelassen, der andere nicht. Das ist sehr von der Persönlichkeit geprägt. Gibt es einen Trick, wie man mit Zeitstress umgehen kann? Es gibt ja diese Zeitmanagementbücher – von denen halte ich allerdings nicht so viel. Denn wenn wir die lesen, tun wir schon wieder etwas, das uns die Zeit wegnimmt. Das Wesentliche ist der eigene Umgang mit Stress. Man sollte lernen, gelassen auf Stressfaktoren zu reagieren. Oft hilft es, wenn man sich im stressigsten Moment aus der Situation ausklinkt. Einmal um den Block geht, die Luft und sich selbst spürt. So dehnt sich die Zeit, vergeht wieder lang­ samer. Man kann sich ordnen und merkt, dass man wieder mehr Zeit hat – und fühlt sich sogleich besser. Erklärt das auch den Erfolg von Yoga und Meditation? Ja, diese ostasiatischen Gelassenheits­ übungen sind gute Instrumente für den Umgang mit Stressfaktoren und auch bei Wissenschaftlern beliebt. In den letzten zehn Jahren wurden die Mechanismen intensiv erforscht: Weil wir alle stark von aussen getrieben sind, geraten wir schnell in einen Autopilot­Modus, und durch das

ständige Müssen erleben wir keine Eigenzeit mehr, nur noch Zeitstress. Durch mehr Ge­ lassenheit oder Achtsamkeit können wir Zeit und auch uns selbst besser fühlen. Das führt zu mehr Entspannung.

dem Musizieren. Sind wir bei einer Tätigkeit so absorbiert, dass wir uns nicht mehr spüren, kommen wir in den Flow. Der Verlust des Ich­Gefühls führt dazu, dass wir uns besser fühlen.

Dann wäre so ein Zeitfenster, in dem man zehn Minuten auf den Zug warten muss, eine grossartige Gelegenheit, Gelassenheit zu üben? Genau. Der Fachausdruck dafür heisst kognitives Umstrukturieren. Das heisst, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe, denke ich nicht «Boah, jetzt ist die Schlange wieder so lang!», sondern ich sage mir: «Endlich habe ich mal Zeit!»

Empfinden Sie manchmal auch Melan­ cholie, weil die Zeit so schnell vergeht? Ja klar. Der Rückblick auf die Vergangenheit ist immer etwas Ambivalentes. Manchmal ist es Melancholie über das Vergangene, die «temps perdu», manchmal ist es durchaus auch ganz schön, wenn man viele interes­ sante Sachen erlebt hat und zurückblickt. Die Vergangenheit lässt sich zwar nicht ändern, der subjektive Umgang mit ihr aber schon. Ich will nicht behaupten, diesbe­ züglich nun enorm kompetent zu sein, aber ich beschäftige mich damit, dass man das Vergangene umdeuten, umlernen und eine andere Perspektive darauf entwickeln kann.

Warum packen wir so viel in unsere Freizeit? Die meisten halten ein freies Wochenende kaum aus. Lieber planen sie einen Ausflug mit dem Mountainbike, abends Kino, Freun­ de treffen – und auch der kommende Tag muss bereits verplant sein, um die Leere zu füllen. Allerdings kann das auch ins Gegen­ teil kippen, wenn man nämlich alles nur noch schnell und hektisch abhakt, denn so erlebt man nichts intensiv. Das richtige Ver­ hältnis ist entscheidend, also eine Mischung aus Langeweile, Zeitdehnung und Aktivität. Ist es auch für Sie eine Herausforderung, die Zeit richtig einzuteilen? Natürlich. Das ist wie beim Priester, der das ewige Leben predigt und trotzdem Angst vor dem Tod hat. Oder der Paartherapeut, der sich in Scheidung befindet: Wenn es um einen selbst geht, ist man von diesen Dingen genauso betroffen wie alle anderen auch. Womit beschäftigen Sie sich derzeit in Ihrer Forschung? Mit Zeitlosigkeit. Erfahrenen Meditierern kommt eine Stunde Meditation wie eine Minute vor. Sie können das Gefühl des Selbst­ und des Ich­Erlebens und damit auch das Zeiterleben verlieren. Anfänger dagegen langweilen sich: Sie sitzen in einer komi­ schen Position. Es passiert nichts. Die Gedan­ ken schweifen umher, die Zeit dehnt sich. Sie haben vorhin den «Flow» erwähnt, einen Zustand, in dem man sich gar nicht mehr spürt. Warum fühlt sich das so gut an? Marathonläufer berichten vom Moment, in dem sie sich selbst und den Schmerz spüren, das Atmen und alles wehtut. Überwinden sie diesen Moment, spüren sie sich nicht mehr, fliegen nur so dahin und verspüren einen Flow. Viele Studien zeigen: Der totale Ich­Bezug macht nicht besonders glücklich. Wir sind entspannter, wenn die Ich­Orien­ tierung durchbrochen wird. Das merken wir bei allen möglichen anspruchsvollen Tätig­ keiten wie auch bei der Meditation oder

Verlangsamt man so auch das Vergehen der Zeit? Wir konnten in einer Studie zeigen, warum man mit fortschreitendem Alter die letzten zehn Jahre des Lebens als schneller ver­ laufend erlebt, und zwar über verschiedene Kulturen und Sprachregionen hinweg. Im Zentrum steht die Gefühlskontrolle: Man sollte Emotionen leben können, ihnen aber nicht hilflos ausgeliefert sein. Für Leute, die ihre Gefühle besser kontrollieren können, sind die letzten zehn Jahre langsamer vergangen. Wer nicht überschiessend liebt oder hasserfüllt ist, erlebt mehr emotionale Nuancen, die im Gedächtnis abgespeichert werden. Entsprechend kommt ihnen die Zeit rückblickend als langsamer vergehend vor. Was möchten Sie noch erforschen? Ich möchte die anderen Zeitforscher von meiner Theorie überzeugen. Es wäre das Schönste, wenn wir Zeitforscher einen Konsens fänden und sich dabei herausstellte, dass das, was ich sage, auch stimmt. Unser Gespräch hat genau eine Stunde gedauert. Wie lange hat es sich angefühlt? Es hat sich relativ lange angefühlt und war trotzdem angenehm. Eine wohlige Dehnung der Zeit. MM

Ausstellung «Alles zur Zeit»

Auf den Spuren der Zeit Am Donnerstag, 6. Juli, um 19 Uhr, tritt Marc Wittmann bei der Ausstellung «Alles zur Zeit» im Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon SZ auf. Die Ausstellung über den Takt, der unser Leben bestimmt, dauert bis 24. September. Weitere Infos: www.voegelekultur.ch


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fahrt/-gang* durch die Altstadt mit pittoresken Fachwerkhäusern, verwinkelten Gassen und dem Liebfrauenmünster. 3. Tag Königswinter Passage der Loreley-Strecke. Ausflug* zum Drachenfels. Fahrt mit der historischen Zahnradbahn. Individuelle Besichtigung von Schloss Drachenburg. 4. Tag Dordrecht–Rotterdam Ausflug* zu den berühmten Windmühlen von Kinderdijk (UNESCO-Weltkulturerbe). Stadtrundfahrt* durch die lebendige Metropole Rotterdam. 5. Tag Amsterdam Kurze Stadtrundfahrt* und Insel Marken. Grachtenfahrt.+ 6. Tag Duisburg– Düsseldorf Ausflug* zum Zollverein (UNESCO-Welterbestätte), früher Zeche und Kokerei. Wiedereinschiffung in Düsseldorf. 7. Tag Rüdesheim Schifffahrt entlang dem «Romantischen Rhein». Weinprobe* an Bord. 8. Tag Baden-Baden Busausflug* mit Rundgang durch die elegante Bäder- und Kunststadt. 9. Tag Basel Nach dem Frühstück Ausschiffung und individuelle Heimreise. Abreisedaten 2017 Es het solangs het Rabatt 26.09. 500 04.10. 600 12.10. 700 Amsterdam

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Migros-Welt MM23

Zahl der Woche

270

Der M-Industriebetrieb Midor arbeitete vorletzte Woche auf Hochtouren: 270 Tonnen Glace wurden im Hinblick auf das damals bevorstehende Hitzewochenende produziert.

Migros-Lehrberufe

Saisonaler Fleischkenner Mickael Moret (18) arbeitet im zweiten Lehrjahr als Detailhandelsfachmann Fleischwirtschaft im Avry Centre FR.

Bild: Pierre-Yves Massot

«Jetzt im Sommer möchten unsere Kunden Grillfleisch, das schnell zubereitet werden kann. Im Winter vor allem Braten.»


48 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Von uns. Von hier.

Taschenbilder gesucht Die Migros bedruckt die neuen Mehrwegtaschen mit Abbildungen von exakt 748 Kunden und ihren Lieblingsprodukten. Wer sich also selbst gern auf einer Migros-Tasche sehen möchte, lädt sein Selfie inklusive Lieblingsprodukt der Von-uns-Von-hier-Linie bis 18. Juni auf die entsprechende Facebookseite (Link siehe unten). Aus allen hochgeladenen Bildern werden 748 Gewinner ausgelost und per Mail benachrichtigt. Die Mehrwegtaschen werden ab Dezember in den Migros-Filialen erhältlich sein.

Der Golfplatz als Klassenzimmer. Schüler aus Zürich beim Praxisunterricht in der Driving Range.

Mitmachen und VUVH-Selfie posten: fcld.me/VUVHselfie

Migros-Golfparks

Golfluft schnuppern «Let’s play Golf» lautet die Devise. Das

Jugendförderungsprojekt der MigrosGolfparks bringt jedes Jahr Schulklassen aus der ganzen Schweiz auf einen ihrer sechs Golfplätze. Die Schülerinnen und Schüler üben unter fachmännischer Anleitung eines Golflehrers Abschläge und putten auf dem Green um die Wette. Im

zürcherischen Otelfingen liess sich zum Beispiel die Klasse 6b aus dem Schulhaus Hirzenbach in Zürich einen halben Tag lang in die Techniken des Golfsports einführen. In den vergangenen zwölf Jahren ermöglichte die Migros so rund 20 000 Kindern einen Einblick in den Golfsport. Mehr Infos: www.golfparks.ch

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros erhöht die Preise bei verschiedenen Messersorten. In Europa befinden

M-Industrie

sich die Stahlpreise auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Zudem haben in China, einem der grössten Stahlverarbeiter der Welt, Umweltschutzauflagen zu einer vorübergehenden Drosselung der Produktion geführt. Dies bei einem gleichzeitigen Anstieg der weltweiten Stahlnachfrage. Ausgewählte Produkte

Elsa übernimmt Familienbetrieb

Preis alt*

Preis neu*

Kochmesser

24.50

25.80

5,3

Pizza-/Steakmesser, 2 Stück

12.80

13.80

7,8

Brotmesser

22.20

22.80

2,7

Rüstmesser

3.10

3.20

3,2

Rüstmesser Wellschliff

3.10

3.20

3,2

Miobrill Microfaser Reinigungstücher, 2 Stück

9.00

8.90

–1,1

Miobrill Microfaser Glanz- und Staubtücher, 2 Stück

8.70

7.90

–9,2

* in Franken

in %

Das M-Industrieunternehmen Estavayer Lait S.A. (Elsa) übernimmt die Mehrheit der Schwyzer Milchhuus AG. Dieser Innerschweizer Traditionsbetrieb mit 48 Mitarbeitern wird in der vierten Generation erfolgreich von der Familie Reichmuth geführt. Die Firma stellt Käsespezialitäten, Joghurt, Pastmilch und Pastrahm her und hat bisher schon verschiedene Migros-Genossenschaften mit ihren Produkten beliefert. Als Teil der M-Industrie ist die langfristige Zukunft der Milchhuus AG gesichert. Die Firma wird weiterhin von Erich Reichmuth geführt, und alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 49

20 FamilienTageseintritte für die Swiss Outdoor Family Days zu gewinnen

Klipp und klar

«Migros zahlt am meisten»

Matthew Robin ist CEO der Elsa.

1

Der Milchpreis ist in letzter Zeit ein grosses Thema. Zahlt die Migros zu wenig? Nein. Die Migros zahlt den Bauern sogar einen überdurchschnittlich hohen Milchpreis. Seit Anfang 2016 ist der von der Migros-Molkerei Elsa ausbezahlte Produzentenpreis im Schnitt 5,7 Rappen, oder 10 Prozent, höher als der von anderen Verarbeitern bezahlte Durchschnittspreis. Bergsommer Bei den Swiss Outdoor Family Days entdecken Kinder und Jugendliche am 1. und 2. Juli die Bergwelt in der Region des Sustenpasses. Mädchen und Buben üben sich unter kundiger Aufsicht im Klettern und Abseilen; sie bereiten aus Bergkräutern einen Zaubertrank zu und finden mit Glück sogar einen Kristall. Erfahrene Bergführer zeigen den Teilnehmern die Tier- und Pflanzenwelt des Haslitals. Der Event ist geeignet für 6- bis 14-Jährige sowie für deren erwachsene Begleiter. SportXX unterstützt den Anlass. Das Migros-Magazin verlost 20 Familien-Tageseintritte für jeweils zwei Erwachsene und zwei Kinder. Teilnahme auf www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff; Einsendeschluss ist der 11. Juni.

Bilder: Daniel Winkler, Othmar Heidegger, Madeleine Kiefer, ZVG (4)

Blickfang

MigrosEisenbahn «Schon als kleiner Bub baute ich Modelleisenbahnen. Mit der Zeit und dem Alter wurden sie immer moderner und natürlich auch grösser. Als ich die Migros-Wagen entdeckte, war klar: Die gehören auf meine Eisenbahnanlage.» Rudolf Kiefer, Zufikon AG

Schicken Sie uns

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2

Trotzdem verlangen die Bauern eine Richtpreiserhöhung. Das Problem ist nicht der Richtpreis, sondern dass viele Verarbeiter diesen nicht bezahlen oder ungerechtfertigte Abzüge machen. Auch die Branchenzeitung «Schweizer Bauer» hat kürzlich geschrieben, dass die Migros als einziger grosser Milchverarbeiter den Richtpreis einhält. Wenn sich nun auch andere Anbieter in unsere Richtung bewegen und den Bauern mehr bezahlen, ist das sehr zu begrüssen.

3

Dann zielen die vereinzelten Aktionen gegen die Migros auf den Falschen? Absolut. Wir sind faire Partner der Bauern. Es haben sich auch etliche Milchbauern bei uns gemeldet und sich von den Anwürfen gegen die Migros distanziert.


50 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Jehona Nuhija, Mitarbeiterin der Früchteund Gemüseabteilung der Migros-Filiale in Arbon, kennt sich in ihrem Metier aus.

Freude am Geschmack

So rot, so verschieden Die Zeiten, in denen Tomaten rund und rot waren, sind schon lange vorbei. In der Migros gibt es eine grosse Formen- und Farbenvielfalt. Wir zeigen, mit welchen Partnern Sie das Beste aus beliebten Tomatensorten herausholen. Text: Claudia Schmidt

Bilder: Veronika Studer

Jehona Nuhija

«Ein Gemüse­ praliné» Die Gemüseexpertin weiss nicht nur alles über Tomaten, sie mag sie auch für ihr Leben gern. Interview: Claudia Schmidt

Was sind die Unterschiede zwischen Dattel- und Cherrytomaten? Die Datteltomaten sind für mich am schmackhaftesten. Ihre Süsse und die längliche Form machen sie zu einer beliebten Partytomate – wie ein Gemüsepraliné. Die Cherrytomaten sind die kleinsten Tomaten. Sie haben einen hohen Zuckergehalt. Es gibt sie bei uns in verschiedenen Farben. Ein selbstgemachter Sugo ist besonders fein. Welche Tomaten eignen sich besonders zum Einmachen? Für ein feines Sugo eignen sich be­ sonders San Marzano und Fleisch­ tomaten. Wer ein Chutney oder ein selbstgemachtes Ketchup machen möchte, kann aber auch gut einmal Cherrytomaten verwenden.

Wie werden Tomaten richtig gelagert? Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 12 und 16 °C – somit sollte man Tomaten nicht in den Kühl­ schrank legen. Es ist zudem wichtig, dass Sie Tomaten nicht gemeinsam mit anderem Gemüse oder auch Obst lagern. Tomaten geben das Gas Ethylen ab, das für den Reifeprozess verantwortlich ist. Dieses kann dazu führen, dass andere Früchte oder Gemüse schneller reifen.

Basilikum Pfeffrig und aromatisch, fast ein wenig mentholartig, verhilft Basilikum der süssen Datteltomate zum vollmundigen Genuss.

Welche Tomaten mögen Sie selbst besonders gern? Im Moment mag ich besonders Fleischtomaten. Ich esse sie oft zwischendurch oder auch im Salat. Wie mögen Sie Tomaten am liebsten? Ich mag Mozzarellasalat – momentan mein Lieblingsmittagessen. Grosse Tomaten schneide ich dazu in feine Scheiben, Cherrytomaten halbiere ich. Oft mache ich auch einen Toma­ teneintopf mit Zwiebeln, Tomaten und Reis. Zu Pasta koche ich gern eine Tomatensauce. MM

Himbeeren

Bilder: Stephan Bösch, Getty Images

Wie viele Sorten Tomaten bieten Sie in Ihrer Filiale in Arbon an? Momentan sind es rund sechs ver­ schiedene Tomatensorten. Einige davon sind bereits verpackt, so auch die Snacktomaten, die zum Naschen unterwegs verführen. Einige Sorten bieten wir auch in Bioqualität an.

Fruchtige Säure der Himbeere trifft auf salzig-süsse Aromen der Datteltomate. Davon profitieren beide.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 51

Tomatenvielfalt Minze

Rispentomaten bekommen durch die ätherischen Öle der Minze einen Frischekick, die Säure der Tomaten wird dadurch noch stärker betont.

Saftige Alleskönner Mehr zu Geschmack: www.freude-amgeschmack.ch

Parmesan Herzhaft und salzig und leicht bitter­süsslich: Mit seinem breiten Spektrum an Aromen paart sich der Hartkäse perfekt mit den säuerlichen Rispentomaten.

Oliven Der salzig­erdige Geschmack der Oliven bereichert die milde Süsse und Fruchtigkeit von Fleischtomaten.

Mit ihren verschiedenen Aroma­ profilen sind Tomaten sehr vielseitig. Besonders süsse Tomaten wissen sogar Patissiers in Desserts zu schätzen. So gelingen auch herz­ haft­süsse Tartes und Chutneys.

Die gemischten Cherrytomaten sind nicht nur zuckersüss, sondern locken auch mit unterschiedlichen Farben.

Aromatico – der Name ist Programm. Die kleinen Rispen­ tomaten verführen mit einem würzig­süssen Aroma.

Cherrytomaten am Zweig sind ein Allrounder in der frischen Sommerküche: Mit ihnen gelingen Salate als auch Pastagerichte.

Petersilie

Fleischtomaten sind echte Schwergewichte. Auch aromatisch gesehen. Deshalb bekommen sie mit der Petersilie einen leicht herben und erdigen Partner zur Seite.

Die länglichen San Marzano Mini bietet die Migros unter dem Label «Sélection» an – für besonders feine Sugos, Chutneys und Salate.


«Ja, ich will!»

Sagen auch Sie Ja – zu besserem Hören und mehr Lebensqualität. Besseres Hören macht glücklich – und ist ganz einfach. Mit den passenden Hörgeräten, die Ihnen ein neues Lebensgefühl vermitteln. Und mit Amplifon als Partner, auf den Sie sich jederzeit verlassen können. Wir sind in jeder Lebenslage für Sie da – mit dem kostenlosen Amplifon 360 Hörtest, professioneller Beratung, individuellen Lösungen und umfassenden Serviceleistungen. <wm>10CAsNsjY0MDQx0TUxNDY3NAQAyT9s5w8AAAA=</wm>

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 53

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Mit einem Fertigsalat und Dressing von M-Classic lässt sich im Nu ein vitaminreiches Salatpotpourri mit Kräutern und Gemüse zaubern.

Oft muss es am Mittag so schnell gehen, dass für das Salatrüsten kaum Zeit bleibt. Dafür gibt es die genussfertigen Salate und Salatsaucen von M-Classic. Mit proteinreichen Zutaten wie Thon, Käse, Bohnen, Mais oder Eiern sowie einem Vollkornbrötchen lässt sich der Salat zu einer vollwertigen Mahlzeit aufwerten. Einkaufstipp für die Familie: Der Eisbergsalat von M-Classic ist jetzt in der Grosspackung à 400 Gramm erhältlich.

M-Classic French Joghu Dressing, 700 ml Fr. 3.10* statt 3.90

M-Classic Eisbergsalat, 400 g Fr. 3.80

M-Classic Kopfsalat, 220 g Fr. 3.90


54 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Freude am Geschmack

Sprossen setzen den Akzent Für das Brot des Monats Juni haben sich die Migros-Hausbäckereien etwas Besonderes einfallen lassen: ein luftiges Vitalbrot mit Weizensprossen. Es punktet mit einem ausgeprägten Brotaroma und einer dünnen, knusprigen Kruste. Text: Jacqueline Vinzelberg

Das Überraschende an dem hellen Weizenbrot sind die eingebackenen, frischen Weizensprossen. Diese ent­ halten nicht nur wertvolle Vitamine und essenzielle Aminosäuren, sondern beeinflussen auch den Geschmack. Sie unterstützen das ohnehin schon intensive, typische Brotaroma und verleihen dem Brot eine leicht säuer­ liche Note. Ein weiteres Merkmal ist die angenehme Feuchtigkeit des luftigen, grossporigen Brots. Deshalb bleibt es auch lange frisch. Aufgrund seines augewogenen Geschmacks passt das Vitalbrot zu salzigen wie süssen Begleitern. Ideal ist eine Kom­ bination aus beiden – zum Beispiel Hüttenkäse und Erdbeeren.

Serviertipp

Unsere Geschmacksexperten von Migusto haben das Vitalbrot degustiert und empfehlen diese Traumpartner: Hüttenkäse und Erdbeeren Brotscheiben mit Hüttenkäse und feingeschnittenen Erdbeeren belegen. Nach Belieben mit etwas grobem Pfeffer würzen und mit frischen Minze­ blättern garnieren.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 55

Mehr zu Geschmack:

Serie So schmeckt das Brot des Monats

www.freude-amgeschmack.ch

Aktuell im Juni: Vitalbrot Denis Züger ist Bäcker in der Migros-Filiale Schweizerhof in Luzern und einer von rund 900 Bäckern, die in den 130 Hausbäckereien mehrmals täglich backen. So ist das Brot bis Ladenschluss stets frisch und warm erhältlich. Denis Züger (29)

«Am Brot erkennt man das Bäckerhandwerk» Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf? Ich arbeite sehr gern mit den Händen und mag deshalb den handwerklichen Aspekt in meinem Job. Ausserdem ist die Tätigkeit sehr abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Warum ist manuelle Arbeit beim Brotbacken so wichtig? Am Brot erkennt man das Bäckerhandwerk. Die seit Generationen weitergegebene Handwerkskunst eines Bäckers ist entscheidend für das Aussehen, das Aroma, das Volumen und die Frischhaltung eines Brots.

Terrasuisse-Getreide stammt aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft, die Lebensräume für seltene Wildtiere und -pflanzen schafft. Auf die Verwendung verschiedener chemischer Hilfsmittel wird verzichtet. Ein Teil von

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

Bilder: Veronika Studer (Food) / Gaëtan Bally (Porträt) Serviertipp: Regula Brodbeck

Welches ist Ihr Lieblingsbrot? Das Biosonnenhofbrot. Es hat ein feines Aroma und eine gute Frischhaltung. Dazu esse ich am liebsten Käse und Rohschinken. Mit Butter und Honig mag ich es auch sehr gern zum Zmorge. Welches Brot würden Sie erfinden? Das Zwei-in-Eins-Brot. Also zwei Brotsorten in einem Laib verbunden. So entsteht neue Vielfalt ohne Sortimentsvergrösserung. MM

Vitalbrot, 360 g Fr. 3.20 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei


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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 57

Migusto

Orientalischer Sommergruss

Kichererbsen sind kleine, leckere Energiebündel. Wir zeigen, wie in der Kombination mit Kefen, Zucchetti, Tahini, Kreuz­ kümmel und Minze ein wunderbar sommerlicher Salat gelingt.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Andrea Pistorius, Angela Obrist Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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58 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Schulküche

So gelingt der orientalische Kichererbsensalat 1

Am Vortag: Kichererbsen in reichlich kaltem Wasser und Natron einweichen.

5

Tahini, Joghurt, Olivenöl und Zitronensaft verrühren. Petersilie und Minze hacken,

wenig zum Anrichten beiseitelegen, Rest mit der Paste vermischen.

2

Am Zubereitungstag: Kichererbsen abgiessen, abspülen und abtropfen lassen.

Bei mittlerer Hitze in viel Wasser mit dem Lorbeer während ca. 50 Minuten bissfest garen, entstehenden Schaum und an der Oberfläche schwimmende Häutchen abschöpfen. Abgiessen.

6

Kreuzkümmel in einer beschichteten Pfanne kurz rösten , im Mörser fein reiben und dazu-

geben. Alles zusammen mit den Kichererbsen mischen, mit Salz und Chilipulver würzen. Mit beiseitegelegten Kräutern bestreuen und servieren.

3

Inzwischen die Spitzen der Kefen abschneiden und allfällige Fäden wegziehen. 5 Minuten

in kochendem Salzwasser blanchieren und kalt abschrecken. In kleine Stücke schneiden.


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Profi-Tipp

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Zutaten für 4 Personen 250 g getrocknete Kichererbsen 1 TL Natron 2 Lorbeerblätter 250 g Kefen 400 g kleine Zucchetti 1 rote Zwiebel 2 EL Tahini (Sesampaste) 150 g griechisches Joghurt nature 2 EL Olivenöl 1 EL Zitronensaft ½ Bund glattblättrige Petersilie ½ Bund Pfefferminze ½ TL Kreuzkümmel 1 TL Salz 1 Prise Chilipulver

Zucchetti in feine Scheiben schneiden.

Zwiebel halbieren und in feine Schnitze schneiden.

Andrea Pistorius,

Rezeptautorin

Es gibt sehr viele Meinungen, wie man Kichererbsen am besten kocht. Einige zuckern das Kochwasser, andere verwenden einen Dampfkochtopf, weitere wechseln das Kochwasser für mehr Bekömmlichkeit. Ich schwöre auf Natron im Wasser, in dem ich die Kichererbsen für mindestens 12 Stunden einweiche. Das Natron lässt das Wasser besser in die Kichererbsen eindringen. Vor dem Kochen spüle ich die Erbsen aber wieder gut ab und lasse sie mit einem Lorbeerblatt aufkochen. Für eine bessere Verträglichkeit schöpfe ich den entstehenden Schaum ab, der aufgrund der enthaltenen Saponine entsteht. Sie sind für die unangenehmen Blähungen verantwortlich. Auf diese Art gekocht, sind meine Kichererbsen oftmals bereits nach 20 Minuten schön weich, wobei die Kochdauer auch von Grösse und Alter der Kichererbsen abhängt. Wichtig ist ebenfalls, dass man das Kochwasser nicht salzt oder gar kaltes Wasser dazugiesst, was die Kichererbsen wieder hart werden lassen würde. MM

Tipp

Wenn es schneller gehen soll, können auch gekochte Kicher­ erbsen aus der Dose verwendet werden. Diese in einem Sieb mit kaltem Wasser abspülen und gut ab­ tropfen lassen.

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Ice Tea

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 75

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 77

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Der Geschmack Italiens

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Die neue Kaffeelinie «Edizione Italiana» von Delizio bietet die bewährten Sorten Espresso, Ristretto und Lungo in einer individuellen Geschmacksqualität. Der Unterschied besteht darin, dass die Kaffeebohnen für die Produkte der neuen Linie «italienisch», also dunkler geröstet werden. Dieser auch Espresso-Röstung genannte Vorgang intensiviert den Geschmack und sorgt für ein überraschend kräftiges Aroma. Davon profitieren vor allem der Espresso und der Ristretto. Wettbewerb: Gewinnen Sie eine Städtereise nach Italien und weitere attraktive Preise: www.migros.ch/kaffeewettbewerb Delizio Edizione Italiana Espresso, 12 Kapseln Fr. 5.30

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Espresso Ausgeprägte Röst­ aromen und würzige Komponenten wie dunkler Kakao, dunkles Malz, schwarzer Pfeffer und Chili Intensität 4/5

Zu Espresso, Ristretto, Lungo serviert man in Italien Cantucci oder Amaretti.

Ristretto Cremig und lang anhaltend am Gaumen; intensive, rauchig­ holzige Aromen; dichte, kastanienbraune Crema (Schäumchen) Intensität 5/5

Lungo Süssliche Noten von Süssholz, Mandel und Marzipan; dezente Säure; lang anhaltender, runder Körper Intensität 3/5

Delizio Edizione Italiana Lungo, 12 Kapseln Fr. 5.30

Die M­Industrie stellt viele Migros­Produkte her. Dazu gehört auch der Kaffee von Delizio.


78 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Diego Bryner, Leiter der Sparte Nutrition bei der Mibelle Group, hortet die neue Kokos-Margarine symbolisch – und aus persönlichen Gründen: Als gelernter Koch schätzt er ihr Aroma beim Backen.

Diego Bryner

«Diese Margarine ist eine echte Neuheit» In der Migros gibt es jetzt die erste in der Schweiz hergestellte Kokos-Margarine. Weshalb es für die Lancierung dieser ersten palmölfreien Margarine unternehmerischen Mut gebraucht hat, erklärt Diego Bryner im Interview. Er leitet bei der Mibelle Group die Sparte Nutrition. Text: Dora Horvath Bild: Daniel Winkler

Wie schmeckt Ihnen die neue Kokos-Margarine? Sehr gut. Ich mag ihr feines, dezentes Kokosaroma, das vom kalt gepressten Kokosöl kommt. Wem empfehlen Sie sie? Allen, die zum Frühstück einen Brotaufstrich bevorzugen oder mit Margarine statt Butter backen und kochen wollen. Ausserdem ist sie für Veganer sowie für Personen mit Laktoseintoleranz, einer Milcheiweissallergie, geeignet. Was die Anwendung und Vielseitigkeit der Kokos-Margarine betrifft, kann sie zu 100 Prozent mit dem Rest unseres Margarine-Sortiments mithalten. Ich bevorzuge Margarine vor allem zum Backen. Was ist das Besondere an ihr? Sie ist eine echte Neuheit, und das in zweifacher Hinsicht. Denn in der Schweiz ist sie die erste Kokos-

Margarine und zugleich die einzige palmölfreie Margarine. Neben 39 Prozent Schweizer Rapsöl enthält sie 26 Prozent voll gehärtetes Kokosfett und fünf Prozent kalt gepresstes Biokokosöl. Was ist voll gehärtetes Kokosfett? Nur Palmfett behält von Natur aus bei Raumtemperatur seine feste, butterähnliche Konsistenz. Daher wird es häufig für Margarinen eingesetzt. Kokosöl hat einen tieferen Schmelzpunkt als Palmöl. Für den Einsatz in einer Margarine muss man es härten. Kokosfett schmilzt nämlich schon bei 24 bis 26 ºC und wird zu Kokosöl. Würden wir in einer Maragrine ungehärtetes Kokosfett einsetzen, würde die Margarine schnell einmal flüssig, wenn man sie länger auf dem Frühstückstisch stehen lässt. Voll gehärtetes Kokosfett ist allerdings hart wie Stein. Mit der Beimischung

von Ölen erreicht man dann die Konsistenz von Butter. Weshalb kommt die KokosMargarine denn erst jetzt auf den Markt? Offen gesagt, haben wir lange überlegt, ob wir es wagen sollen, diese Margarine zu lancieren. Unser Zögern hat mit den hartnäckigen Vorurteilen gegenüber voll gehärteten Ölen zu tun. Viele Konsumenten verwechseln diese immer noch mit teilgehärteten Ölen, die vor ein paar Jahren in Verruf geraten sind, weil sie Transfettsäuren enthalten können. Tatsache ist: Bei der Vollhärtung entstehen keine Transfette. Im Übrigen dürfen teilgehärtete Öle in MigrosProdukten grundsätzlich nicht mehr eingesetzt werden. Kokosöl ist mit 0,8 Tonnen pro Hektar weniger ertragreich als


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 79

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für die Kokos-Margarine vom 6. bis 19. Juni

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das Öl der Ölpalme mit 3,7 Tonnen. Verlagert sich hier nicht das Abholzungsproblem auf eine andere Pflanzenart, die zudem noch mehr Anbaufläche benötigt? Grundsätzlich stimmt diese Aus­ sage, denn die Kokospalme wird in den gleichen oder ökologisch ähnlich sensiblen Regionen an­ gebaut. Im Gegensatz zu Palmen­ plantagen in einer Mischkultur. Allerdings ist unser Bedarf im weltweiten Vergleich verschwin­ dend klein, sodass unsere Kokos­ Margarine keinen Einfluss auf weitere Abholzungen hat. Global gesehen wäre ein Wechsel von Palm- auf Kokosöl keine Option und würde das Problem sogar verschlimmern. Ist wegen des vergleichsweise geringen Bedarfs die KokosMargarine nachhaltiger als eine, die Palmöl enthält?

Nein. Aufgrund des hohen Flächen­ ertrags weist Palmöl im Vergleich zu anderen Ölen klar eine bessere Ökobilanz auf. Dies allerdings nur, wenn das Palmöl gemäss den RSPO­Standards (Roundtable on Sustainable Palmoil) angebaut und gewonnen wird. Die Kokos­ Margarine entspricht aber dem Wunsch vieler Konsumenten nach Produkten ohne Palmöl. Wie wird die nachhaltige Produktion von Kokosöl gewährleistet? Aktuell beziehen wir das Kokosöl, das wir für die Vollhärtung ver­ wenden, hauptsächlich von den Salomonen, dem Inselstaat in der Südsee. Es stammt von Plantagen, die durch die Organisation The Forest Trust (TFT) auf Umwelt­ verträglichkeit und die Einhaltung von Arbeitsstandards geprüft wer­ den. Für Kokosöl gibt es noch kein offizielles Nachhaltigkeitslabel wie

zum Beispiel das RSPO für Palmöl. Das kalt gepresste Kokosöl, das wir der Kokos­Margarine beimengen, entspricht aber den Fairtrade­ Vorgaben von Max Havelaar und ist zudem Migros­Bio­zertifiziert. Es stammt aus Sri Lanka. Und woher beziehen Sie das Palmöl, das Sie für ihre palmölhaltigen Margarinen verwenden? Das beziehen wir ebenfalls von zertifizierten Plantagen, aktuell mehrheitlich von den Salomonen sowie aus Papua Neuguinea. Das Öl, das dort gewonnen wird, trägt das Label RSPO. Die Migros war zusammen mit dem WWF Gründungsmitglied von RSPO. Sie haben zusammen die Nach­ haltigkeitskriterien aufgestellt. Zusätzlich werden die Plantagen durch die bereits erwähnte unabhängige Organisation TFT kontrolliert. MM

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die Kokos-Margarine.

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 81

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82 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Ellen Amber

Chic für den Strand Die neue Bademode vom Ellen Amber macht Lust auf die Sommersaison. Alle Badekleider bestehen aus schnell trocknender Mikrofaser, zeichnen sich durch gute Passform aus und können beliebig kombiniert werden. Dank intelligenter Schnittführung findet bei der aktuellen Bademode von Ellen Amber jede Frau den Badeanzug, der zu ihrer Figur passt. Das neue Konzept basiert auf dem Baukastenprinzip «Mix & Match»: Die einzelnen Teile lassen sich beliebig nach Grösse, Farbe und Muster kombinieren. Damit das Zusammenstel­ len des individuellen Bikinis oder Tan­ kinis zuverlässig funktioniert, sind die Schnitte und Masse der Grundmodelle

vereinheitlicht. Dies ist praktisch, wenn man sein Lieblingsteil in einer anderen Ausführung nachkaufen möchte. Den Tragekomfort unterstützt das verbesserte Material: Die neue Mikrofaser ist besonders leicht und weich. Zudem trocknet sie im Nu. Und die Herren der Schöpfung? Sie machen in passenden Beach­Shirts und in den Badeshorts von John Adams, die neu in vier Längen er­ hältlich sind, eine gute Figur.

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 83

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Bild: Yves Roth

Styling: Miriam Vieli-Goll

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Ellen Amber Wet Bikini Bag, wasserabweisend, erhältlich in Blau, Türkis und Pink* Fr. 12.80

Ellen Amber Damen Bikini, Form Nadia, Gr. 36–44 mit Cup B* Gr. 38–46 mit Cup C* Fr. 24.80 * in grössere n Filialen


84 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

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Trockenen Fusses ... ... und mit sicherem Tritt erreicht die Wandersfrau mit diesem wasserdichten und atmungsaktiven Schuh­ werk garantiert ihr Ziel: Damen Wanderschuh Firetail Evo Mid GTX Ladies Fr. 199.– Im SportXX und auf www.sportXX.ch

In den Fächern der kultigen Tasche zum Umhängen finden Handy, Schminkzeug, Schoggi, Kaugummi und – nicht zu vergessen – auch das Eisteefläschchen Platz. Ice Tea Schultertasche, 30 × 36 × 10 cm Fr. 25.90 Erhältlich im Fanshop unter www.m­fanshop.ch

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 85

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86 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

4. Joker-Highlight

Einkaufswagen

Migros Mania

Imposantes Bauwerk Am Mittwoch, 7. Juni, ist ein Mini-Einkaufswagen für die eigene Migros erhältlich.

Die Sammelaktion Migros Mania erlaubt es, aus Lego-kompatiblen Bausteinen eine eigene Migros aufzubauen. Damit in der kleinen Filiale wie in einer grossen eingekauft werden kann, gibt es am Mittwoch, 7. Juni, einen Einkaufswagen mit zwei Bausteinen (pro Einkauf im Wert von Fr. 60.−, max. 3 St.).

Aus den kleinen Bausteinen der Sammelaktion Migros Mania entsteht im Glattzentrum ein 4,5 Meter grosses Migros-M. Das Bauwerk lässt sich nicht nur vor Ort, sondern auch mit der Migros-Play-App bestaunen. Text: Ralph Hofbauer

Bilder: Roger Hofstetter

Illustrationen: Mira Gisler

Virtual-Reality-Events

Virtuell ins Glatt Der Bau des grossen M im Glattzentrum lässt sich mit der MigrosPlay-App (kostenloser Download im Apple App Store oder im Google Play Store) mitverfolgen: Am Ende des Bauprojekts zeigt ein Video den Baufortschritt im Zeitraffer. Die Liveacts, die den Bau-Event im Glattzentrum begleiten, lassen sich mit der Migros Play App ebenfalls vom Wohnzimmer aus bestaunen. Mit der MigrosVirtual-Reality-Brille sind die Auftritte besonders intensiv erlebbar: Dank 360-Grad-Videos ist der Zuschauer mittendrin statt nur dabei.

Lena und Malik legen im Glattzentrum das Fundament für das grosse Migros-M. Unten: Visualisierung des fertigen Bauwerks

L

ena (6) und Malik (7) bauen zu Hause mit den Bausteinen der Migros Mania fleissig an ihrer eigenen Migros. Die Lego-kompatiblen Bausteine, mit denen die beiden ihre Filiale aufbauen, finden sie im Glattzentrum wieder. Die Steine sind das Baumaterial für das 4,5 Meter hohe Migros-M, das im Glatt entsteht. Am Ende wird das grosse M über 250 000 Bausteine umfassen. Das Bauprojekt wird am 8. Juli abgeschlossen. Dann lässt sich der Baufortschritt mit der MigrosPlay-App per Video beobachten.

www.migrosmania.ch

Exklusive Liveacts

Der Bau-Event im Glattzentrum wird von Liveacts begleitet, unter anderem von der Band Schtärneföifi (7.6.), den Clowns Pepe & Tommy (14.6.), dem Jongleur Kaspar Tribelhorn (21.6.) und dem Kabarettduo Interrobang (28.6.).

Roadshows mit Tauschbörse Vom 29. Mai bis 8. Juli finden in 21 Migros-Filialen Roadshows zur

Migros Mania statt. An einer Tauschbörse können die begehrten Sammelelemente getauscht werden. Details auf www.migrosmania.ch


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 87

Virtual Reality (VR)

Wie die VR-Brille das Gehirn austrickst 1. Display

Unsere räumliche Wahrnehmung der Realität wird durch das stereoskopische Sehen ermöglicht: Das rechte und das linke Auge sehen Gegenstände aus leicht versetztem Winkel, und das Hirn berechnet aus der Differenz die Lage der Objekte im Raum. Die VR-Brille simuliert die stereoskopische Differenz, indem sie jedem Auge ein Bild aus leicht unterschiedlicher Perspektive zeigt. 4. Sehzentrum Die Sehnerven leiten die von der Netzhaut aufgenommenen Bilder ans Sehzentrum weiter. Dort werden die Signale des linken und rechten Auges zusammengeführt. Im Gehirn entsteht die Illusion, dass wir uns in einem Raum befinden.

2. Linse

3. Augen

Die Sammellinse der VR-Brille macht es möglich, dass wir scharfe Bilder sehen, obwohl die Displays unmittelbar vor unseren Augen liegen. Zudem erscheint der virtuelle Raum durch die Linse weiter weg.

Wenn wir in der Realität ein Objekt aus der Nähe betrachten, krümmen sich die Augenlinsen ( Akkommodation). Gleichzeitig bewegt sich die Blickrichtung nach innen (Konvergenz). Bei VR sind diese beiden Vorgänge entkoppelt: Eine Akkommodation ist nicht nötig, da alle Objekte auf dem Display gleich weit entfernt sind. Die Augen müssen jedoch stark konvergieren, da die Bilder auf den beiden Displays nahe beieinanderliegen.

1 2 3

5 6. Gleichgewichtsorgan

6

4

5. Motorkortex Die VR-Brille verändert die visuellen Eindrücke in Übereinstimmung mit unseren Bewegungen. Wenn wir uns im virtuellen Raum bewegen, ist der Motorkortex gefordert, der unsere Bewegungen steuert. Über Nervenbahnen mit dem Sehzentrum verbunden, koordiniert er visuelle Eindrücke mit Bewegungsabläufen.

Das Gleichgewichtsorgan enthält Sensoren, die das Gehirn über Lage und Bewegung des Kopfs orientieren. Gleichzeitig erhält das Gehirn auch Informationen vom Sehzentrum. Bei VR sind diese Signale teilweise widersprüchlich, was zu Schwindel und Übelkeit führen kann. In einem VR-Autorennen etwa «behauptet» der visuelle Sinn, dass wir uns schnell bewegen, während das Gleichgewichtsorgan sagt, dass wir stillstehen.

Sicherheitshinweise zur Nutzung der Migros-VR-Brille: • Machen Sie regelmässig Pausen. • Lassen Sie Kinder die VR-Brille nur unter Aufsicht benutzen. • Beenden Sie den Gebrauch bei Schwindel oder Augenproblemen.

Mitmachen und gewinnen Im Migros-Mania-Wettbewerb ist Kreativität gefragt: Wer baut die originellste MigrosFiliale? Es gibt Preise im Gesamtwert von über Fr. 5000.– zu gewinnen. Jetzt mitmachen auf www.migrosmania.ch

5. Joker-Highlight: Kasse mit Stuhl Wer in seiner Migros-Mania-Filiale einkassieren möchte, sollte sich den Mittwoch, 14. Juni, vormerken. An diesem Tag sind eine kleine MigrosKasse mit Stuhl sowie zwei Bausteine erhältlich (pro Fr. 60.−, max. 3 Stück).

Risiken von VR

«Viele Wirkungen sind noch nicht erforscht» Welchen Einfluss hat Virtual Reality (VR) auf unser Gehirn? Da die Technologie noch sehr neu ist, lässt sich derzeit noch nicht abschliessend beurtei­ len, ob eine längere Nutzung von VR die Entwicklung des Gehirns beeinflusst. Es ist jedoch wissenschaftlich nachgewiesen, dass VR einen Einfluss auf das Gehirn haben und das menschliche Ver­ halten über das Verlassen der VR­Umgebung hinaus beeinflussen kann. Ist VR für Kinder riskanter als für Erwachsene? Es spricht vieles dafür, aller­ dings fehlen wissenschaft­ liche Fakten, die das bestä­ tigen. Viele Wirkungen von VR sind noch nicht erforscht. Dessen müssen sich Eltern bewusst sein. Was raten Sie Menschen, die VR ausprobieren möchten? Dass sie VR massvoll nutzen – und die echte soziale Inter­ aktion nicht vernachlässigen.

Michael Madary, Neuroethiker an der Unversität Mainz, forscht zum Thema VR.


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zu sein. Ausser bei den Seepferdchen: Die Weibchen legen ihre Eier in die männlichen Bauchtaschen. Dort werden sie befruchtet, genährt und ausgebrütet. Etwa zwölf Tage später gebären die Männchen die geschlüpften Seepferdchen unter wehenartigen Krämpfen. Weitere Wunder finden Sie auf: meere.wwf.ch

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 89

1996 Serie: Migros-Pioniere

Seit über zwanzig Jahren gibt es das Migros-Museum für Gegenwartskunst.

Will, dass sich kleine Besucher im Museum wohlfühlen: Heike Munder.

Heike Munder will, dass Kinder Spass an Bildern, Skulpturen und Installationen haben. Die 48-Jährige leitet das Migros-Museum für Gegenwartskunst und tut alles dafür, dass sich hier auch kleine Besucher willkommen fühlen. In den Ausstellungsräumen an der Limmatstrasse in Zürich finden spezielle Kindervernissagen und Ferienworkshops statt. Das Programm «Kunstdetek-

tive!» etwa bringt Kinder dazu, im Museum Entdeckungen zu machen und Rätsel zu lösen. «Alle sollen sich bei uns aktiv mit zeitgenössischer Kunst auseinandersetzen können», erklärt Munder. Das Museum wird seit 1996 vom Migros-Kulturprozent ermöglicht.

Ein Teil von

Frage der Woche

Bild: Gerry Nitsch

Gibt es bei Migros-Filialen die Möglichkeit, Elektroautos aufzuladen? Ja, aktuell bietet die Migros in der ganzen Schweiz bei 26 Filialen insgesamt über 80 Ladestationen für Elektroautos an – mehr als jeder andere Detailhändler. Die genauen Standorte finden Sie auf: www.generation-m.ch/elektroauto-aufladen. Bis Ende 2019 werden bei knapp 100 Supermärkten insgesamt 200 Parkplätze mit E-Tankstellen ausgerüstet sein. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


90 | MM23, 6.6.2017 | MIGROS-WELT

Jowa

Ein frisches Brot zum Feierabend In der offenen Migros-Bäckerei im Simplon-Center kann man den Bäckern über die Schulter schauen und ihnen sogar Tipps entlocken – damit das selbstgebackene Brot auch so frisch und knusprig wird wie von den Profis. Text und Bilder: Denise Jeitziner

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ie drei neugierigen Kinder in der Brotab­ teilung müssen sich auf die Zehenspitzen stellen, um einen Blick über die Theke in die offene Migros­ Backstube im Simplon­Center zu erhaschen. Dort sind die bei­ den Bäcker Manfred Allenbach und Jonas Wellig gerade dabei, im Schnelldurchlauf Zöpfe zu flechten – rund 100 Stück werden es alleine heute sein, bis Ende der Woche über 900. Es sieht ein bisschen aus wie Jonglieren, bloss mit Teigsträn­ gen auf der Tischplatte statt mit Bällen in der Luft. Die Kinder scheinen beeindruckt. «Wir sollten hier eigentlich Barhocker aufstellen. Die Eltern könnten in der Zwischenzeit in Ruhe einkaufen, und die Kinder würden es vermutlich nicht einmal merken», sagt Manfred Allenbach und rollt die nächsten zwei Zopf­ stränge aus. Einblick ins Bäckerhandwerk

Tatsächlich erhält man hier einen spannenden, nicht alltäglichen Einblick in das Backhandwerk. Erstens, weil Bäcker normaler­ weise im Morgengrauen arbeiten, wenn alle anderen noch friedlich schlummern, und zweitens, weil Backstuben höchst selten so offen einsehbar sind wie hier im Simplon­Center. Seit 2013 ist sie eine von fünf internen Back­

stuben der Migros im Kanton und die einzige im Oberwallis. Die übrigen Migros­Filialen beziehen ihr Brot allesamt von der Zentrale in Martigny. Hier im Simplon­ Center wird bis auf wenige Aus­ nahmen wie Toast­ oder Aufback­ brote und die Patisserie alles vor Ort zubereitet und fortlaufend frisch gebacken. So ist das Brot nicht nur frühmorgens frisch und knusprig, sondern auch noch am Feierabend. Fast alles ist Handarbeit

«Vielen Kunden ist die Freude regelrecht anzusehen, wenn sie ein Brot aus dem Regal nehmen, das noch warm ist», erzählt Jonas Wellig. Er hat sich einen Pinsel geschnappt und bestreicht ein Blech voller frisch geflochtener Zöpfe im Turbotempo mit Eigelb. Schon hievt er den nächsten Teig­ brocken aus der Knetmaschine auf die Waage – exakt 2880 Gramm sollen es sein. Allenbach nimmt den Teig in Empfang, drückt ihn flach wie ein Pizzaiolo seine Pizza, schiebt ihn in eine Maschine, die an den Roboter R2­D2 aus dem Film «Star Wars» erinnert, und nach ein paar Sekunden ist der Teig in dreissig identische Kugeln portioniert, aus denen die nächste Maschine Teigstränge formt. Ab­ gesehen davon ist hier alles Hand­ arbeit. «Das sieht und riecht man auch», ist Manfred Allenbach überzeugt. Wer genau hinschaut,

erkennt, dass die Zöpfe von Wellig einen Hauch enger geflochten sind als die von Allenbach. Kunden holen sich Backtipps

Wie eine einstudierte Choreo­ grafie sieht alles aus, jeder Hand­ griff vom Abwägen über das Portionieren, Formen, Backen und Einpacken sitzt. Das ist auch nötig bei über dreissig verschiede­ nen Brotsorten, die hier täglich erhältlich sind, darunter das jeweils wechselnde Brot des Monats. Das aktuelle heisst Zwir­ belino und besteht aus einem Teig, der 24 Stunden lang gegärt hat, genau wie anno dazumal. «Auf diese Weise erhalten die Brote mehr Geschmack», erklärt Allenbach. Die Kundschaft scheint das gute alte Handwerk ebenso wie den direkten Kontakt zu den Bäckern mehr denn je zu schätzen. Manche fragen nach Backtipps oder wollen wissen, warum ihre selbstgebackenen Brote daheim nicht so hübsch und knusprig werden wie hier. Dass ihnen in der offenen Backstube jeder bei der Arbeit zusehen kann, stört die Bäcker überhaupt nicht, ganz im Gegen­ teil. «Wir wurden ja quasi aus dem Dunkel der Nacht unter die Leute geholt», witzelt Manfred Allenbach. Seither werden sie auch regelmässig auf der Strasse erkannt. «Salü Bäcker!», grüssen die Kunden dann. MM

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 91

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

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1 Erinnert an den Roboter

R2-D2 aus «Star Wars»: der Teigportionierer

2 Nach wenigen Sekunden

ist der Teig in 30 identische Kugeln portioniert. 3 Die nächste Maschine

formt daraus Teigstränge. 4 Rund 900 Zöpfe flechten Manfred Allenbach und sein Team jede Woche von Hand. 5 Jonas Wellig bepinselt die Zöpfe mit Eigelb. 4

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6 Vor dem Backen geht es

in die Kühlung.


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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2017 | 93

Auch in diesem Jahr dürfen sich alle auf ein spannendes Rennen freuen.

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Spannung im Eringertal Am Sonntag, 18. Juni, findet der Raid Evolénard statt, ein herausforderndes Rennen für Mountainbiker und ein toller Event für alle, die Sport, Spass und Natur geniessen wollen. Text: Mélanie Zuber

F Bild: zVg

Sponsoring by

ür Sport- und Naturfans beinhaltet der Raid Evolénard alles, was das Herz zum Klopfen bringt, nämlich sportliche Herausforderung und eine wunderschöne Landschaft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer biken hauptsächlich auf Waldund Alpwegen. Je nach körperlicher Form können sie auf einer Strecke

von 24, 35 oder 62,5 Kilometern im Herzen des Eringertals starten. Der Raid Evolénard ist ein anspruchsvolles Bikerennen. Davon zeugt die Teilnahme der besten Bikerinnen und Biker der Westschweiz, die die lange Strecke in Angriff nehmen. Beim Event steht aber die pure Freude am Sport im Vordergrund, und darum richtet er

sich auch an Amateure und Jugendliche. Für Teilnehmende unter 14 Jahren ist er seit jeher kostenlos. Wer am diesjährigen Rennen teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden. Und wer zuschauen möchte, schreibt sich den 18. Juni einfach in die Agenda ein. MM Mehr Infos: www.raidevolenard.ch


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hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

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Darum gilt:

Wer weniger Abfall produzieren und sein Take-away-Essen umweltfreundlicher geniessen möchte, setzt auf wiederverwendbare Schalen und Becher und isst vegetarisch.

«Hinsetzen!», schreie ich. «Trams sind zum Transport, nicht zum Tanzen da.» Ich lasse den Grossen tanzen, schliesslich soll man die Feste feiern, wie sie fallen. Ich tanze mit!

Antwort 2: Dass sich der Grosse nicht an der Bierdose und der Ausdünstung des Mannes stört, gefällt mir. Seine Offenheit allen Menschen gegenüber ist mir wichtiger als die Sitz-still-im-Tram-Regel.

Illustrationen: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis

Monica Müller (43)

Der Grosse (6) ist an der Tramstation ganz hibbelig, und einige Wartende verziehen ihr Gesicht zu einem Auch-das-noch. «Komm, wir setzen uns zum Warten und Plaudern etwas», sage ich. «Ach, was! Leb dich aus!», ruft ein Mann mit Bierdose in der Hand, der Aufruhr im öffentlichen Raum offenbar schätzt. Der Grosse ist unentschlossen. Zum Glück kommt gleich unser Tram, und wir steigen ein. Eine Kurve später hören wir den Mann: «Hey, Kleiner, komm und tanz mit mir!» Er hüpft im Wechselschritt durch das rumpelnde Tram, die Arme ballettös zur Seite gestreckt. Der Grosse liest in meinem überraschten Gesicht kein klares Nein – und legt los. Und jetzt, 1, 2 oder 3?

Kommt eine Schale mehrmals zum Einsatz, hat sie eine bessere Ökobilanz als ein Einwegbehälter, der nach Gebrauch im Abfall landet. Einweggebinde verbrauchen im Verhältnis zu ihrer Lebensdauer sehr viel Energie und Ressourcen. Mehrwegschalen erfordern in der Produktion oft mehr Ressourcen, aber schon ab etwa zehn Verwendungen haben sie geringere Umweltauswirkungen als gängige Einwegbehälter. Noch relevanter ist der Inhalt: Vegetarische Gerichte schneiden in der Ökobilanz am besten ab.

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Davids Eltern, Dieter Bangerter und Annette Labusch (links), akzeptieren ihren Sohn, wie er ist. Sarah Chirilli (in der Mitte) hielt vor Mutter Irene und Schwester Miriam lange geheim, dass sie auf Frauen steht: Ihre Angst vor Ablehnung war gross.

Familie

Andersrum ist voll okay

Irgendwann will man es als Jugendlicher den Eltern mitteilen, wenn man auf das gleiche Geschlecht steht. David Bangerter und Sarah Chirilli haben es gewagt – und sind auf viel Verständnis gestossen. Text: Ernst Weber

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ch bin schwul», eröffnete David Bangerter seinen Eltern eines abends. Das war vor vier Jahren, er war 14 Jahre alt. Sein Coming-out kam plötzlich. Überrascht waren die Eltern aber nicht. «Man kann nicht sagen, dass wir aus allen Wolken gefallen sind», erinnert sich seine Mutter Annette Labusch. Sie hatte es schon geahnt, denn ihr Sohn hatte sich oft mit Jungs verabredet. Und nie mit Mädchen. Sich seinen Eltern zu öffnen, kostete den heute 18-jährigen Studenten keine grosse Überwindung. «Ich wuchs in einem weltoffenen Umfeld auf», sagt er. Aber so einfach war es dann doch nicht: Bevor er es wagte, es seinen Eltern zu sagen, hatte er sich einer engen Freundin anvertraut. Und danach seinem älteren Bruder. David beschreibt sein Coming-out als eine Achterbahn der Gefühle. Dem unglaublichen Glücksempfinden stand die Angst gegenüber, dass sich etwas in seinem Leben negativ verändern könnte. Seine Furcht erwies sich als unbe-

Bilder: Gabi Vogt

gründet: Sein Coming-out wurde durchwegs positiv aufgenommen. Seine Grosseltern schenkten ihm zur Konfirmation eine Biografie über Harvey Milk, den ersten offen homosexuellen Politiker der Vereinigten Staaten. Er wurde in den 1970er-Jahren in den Stadtrat von San Francisco gewählt, nachdem er sich während mehrerer Jahre für die gesellschaftliche Anerkennung Gleichgesinnter eingesetzt hatte. David Bangerters Eltern hatten kein Problem damit, dass einer ihrer beiden Söhne schwul ist. «Mit beiden haben wir Probleme, mit beiden haben wir Freude», erklärt die 49-jährige Sopranistin. Ihre Kinder akzeptiert sie so, wie sie sind, vorurteilsfrei. Egal, welche sexuelle Orientierung man habe, die Verantwortung für sein Handeln müsse jeder selbst übernehmen, betont Dieter Bangerter. Davids Vater machte sich vor vier Jahren jedoch Sorgen, dass es für seinen pubertierenden Sohn schwieriger

sein würde, sich mit seiner Sexualität zurechtzufinden, und auch, dass er wohl Mühe haben werde einen Partner zu finden. Er befürchtete, dass es für ihn schwierig sein würde, jemanden kennenzulernen, der eine ernsthafte Beziehung eingehen will. David Bangerter hatte Glück. «Bei Julian, unserem älteren Sohn, kam eines morgens eine Frau aus dem Zimmer, bei David war es eben ein Mann», bemerkt der 55-jährige Sozialpädagoge trocken. Der offene und unproblematische Umgang damit in seinem Elternhaus ist nicht selbstverständlich. «Viele leiden unter ihrer Familie», weiss David Bangerter. In Umfeldern, in denen traditionelle Familienbilder vorherrschen, ist die Situation für Kinder oft schwieriger. Sie merken, dass sie nicht lesbisch oder schwul sein dürfen, und versuchen, dies geheim zu halten oder sich deshalb sogar umzugewöhnen. Seit drei Jahren ist er im Vorstand von Spot 25, einem Treff für «anderssexuelle» Jugend-


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liche. Hier sind diese gut aufge­ hoben: Man kann sich austau­ schen, über Probleme sprechen und hat die Möglichkeit, auf un­ komplizierte Art Gleichgesinnte kennenzulernen. Geheimniskrämerei

Während es David Bangerter leichtfiel, mit den Eltern über seine sexuelle Orientierung zu sprechen, trug Sarah Chirilli ihre Homosexualität lange als Ge­ heimnis mit sich herum. Dass sie auf Frauen steht, merkte sie schon als Dreizehnjährige. Erst sechs Jahre später brachte sie den Mut auf, darüber zu sprechen, und erzählte einem homosexuellen Kollegen von ihrer Neigung. Eine Erleichterung: Sie fand Verständ­ nis, moralische Unterstützung und konnte sich danach auch ihren Freundinnen und Kollegin­ nen mitteilen. «Es tat gut, endlich darüber sprechen zu können», sagt die 25­jährige Primarlehre­ rin. «Meine Freundinnen haben es alle gut aufgenommen.» Ihre Familie ebenfalls. Ihre jüngere Schwester Miriam war nicht wirk­ lich überrascht, denn Sarah hatte weder jemals einen Schwarm gehabt und noch war sie je in einen Jungen verknallt gewesen.

Sie hatte sich in eine Frau ver­ liebt, dies wollte sie vor ihrer Familie nicht mehr länger ge­ heimhalten. Sarahs Schwester nahm das Outing ganz locker auf, sie interessierte sich vor allem für eins – wie nämlich die Freundin aussah. «Ist sie hübsch?», fragte sie damals neugierig, als Sarah von ihr erzählte. Mami Irene Chirilli war froh, dass sich Sarah in einen Men­ schen verliebt hatte, der die Ge­ fühle ihrer Tochter erwiderte. Bis dahin hatte Sarah versucht, ihre Neigung zu verbergen. Hatten Kolleginnen nachgefragt, wie ihr Traummann aussehe, schwieg sie. In Männern sah sie nie mehr als Kumpels. «Männer ziehen mich einfach nicht an», erklärt sie. Das andere Geschlecht aber schon. «Berührt mich eine Frau, zu der ich mich hingezogen fühle, kann mich dies elektrisieren», sagt sie. Gegenwind und Vorurteile

Ihre Mutter sieht die Homo­ sexualität ihrer Tochter ganz pragmatisch. «Tatsache ist: Unge­ fähr fünf Prozent aller Menschen sind lesbisch oder schwul», sagt die 56­jährige Hausfrau. Das ist wenig, aber ein Teil der Norma­ lität. Nur Sarahs Vater hatte da­

mit Mühe. Als Süditaliener hatte er eine andere Einstellung zur Homosexualität. «Ich habe es deshalb auch lange vor meinen Eltern verheimlicht, weil ich das Gefühl hatte, ich enttäusche sie», erklärt Sarah. Sie erwartete von ihrem Papà nicht, dass er ihre Neigung sofort akzeptieren wür­ de. Sie ist aber froh und glücklich darüber, dass er seine Vorurteile ablegen konnte. Heftige Anfeindungen oder Diskriminierung erfuhren weder Sarah Chirilli noch David Banger­ ter und ihre Familien. Diskussio­ nen kamen jedoch etliche auf. Besonders heftig wurde die De­ batte zum Thema Adoption bei gleichgeschlechtlichen Eltern geführt. «Bei Heteropaaren wird automatisch angenommen, sie wären perfekte Eltern», sagt Davids Mutter, Annette Labusch. «Für ein Kind, das adoptiert wird, sind jedoch vor allem stabile, tragfähige Beziehungen wichtig.» Ihr Mann findet, dass Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung der Adoptiveltern eine zweitrangige Rolle spiele. Aufklärungsarbeit

«Die Homosexualität ist einem Menschen so angeboren, wie wenn jemand als Links­ oder Rechtshändler, blond oder brünett zur Welt kommt», sagt Sarah Chirilli. Sie möchte ihre Erfah­ rung jüngeren Menschen weiter­ geben und engagiert sich zusam­ men mit ihrer Mutter im Schul­ projekt «Gleichgeschlechtliche Liebe leben». Dabei besuchen ein schwuler Mann, eine lesbische Frau und ein Elternteil, der das Coming­out seines Kindes erlebt hat, eine Oberstufen­Schulklasse. Das Trio informiert über Bi­ und Homosexualität, erzählt aus seinem Leben und beantwortet Fragen. Ziel dabei: mithelfen, Vor­ urteile abzubauen und die Teen­ ager in ihrer Selbstfindung zu unterstützen. «Wäre uns das auf diese Weise aufgezeigt worden, hätte mir das geholfen, mich zu akzeptieren», ist Sarah Chirilli überzeugt. Ihr Weg war beschwer­ licher. Es dauerte lange, bis sie sich nicht mehr falsch fühlte. Nun ist sie angekommen. Interview mit dem Sexual- und Sozialpädagogen Fedor Spirig, S. 102


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Fedor Spirig

«Die sexuelle Orientierung ist nicht wählbar»

Fedor Spirig (51)

ist Sozial- und Sexualpädagoge bei S&X, Sexuelle Gesundheit Zentralschweiz; www.sundx.ch

Fedor Spirig, weshalb sollten lesbische und schwule Jugendliche zu ihrer Neigung stehen? Wird eine gleichgeschlechtliche Orientierung über lange Zeit unter­ drückt, kann das zu schweren psychi­ schen Problemen führen. Junge Menschen sollten über ihre Verun­ sicherungen sprechen können. Wenn nicht im Familien­ oder Freundes­ kreis, dann mit jungen lesbischen Frauen und schwulen Männern, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Beratung und Unterstützung dieser Art finden sie zum Beispiel bei www.du­bist­du.ch und auf www.milchjugend.ch. Ist es für Eltern schwierig, die Homosexualität ihres Kind zu akzeptieren? Die Verunsicherung, die viele Eltern erfahren, wenn ihnen klar wird, dass die Tochter lesbisch oder der Sohn schwul ist, sollten sie sich zugestehen. Darüber aber nicht vergessen, dass das Kind dasselbe ist wie vor dem Coming­ out. Das Kind muss wissen, dass die Eltern zu ihm stehen.

entscheiden kann. Die sexuelle Ori­ entierung ist nicht wählbar, sondern angeboren. Homosexualität ist weder eine Krankheit noch eine Sünde und hat nichts mit Erziehungsfehlern oder Verführung zu tun. Homosexualität scheint aber nach wie vor erklärungsbedürftig zu sein. Weil wir immer noch davon entfernt sind, sie als eine normale Variante der sexuellen Ausrichtung anzuerkennen. So sucht etwa die Forschung nach Gründen der Homosexualität, es interessiert sie aber nicht, weshalb sich die Mehrheit der Menschen nach dem Gegengeschlecht ausrichtet. Unsere heterozentrierte Welt schaut es als gegeben an, dass sich alle Menschen heterosexuell verhalten. Liegt hier der Ursprung der Diskri­ minierungen, denen homosexuelle Menschen oft ausgesetzt sind? Homosexuelle Menschen stören sich

über das starre Rollenverständnis von Mann und Frau. Sie irritieren Men­ schen mit einem unflexiblen und en­ gen Weltbild. Daher fallen Diskrimi­ nierungen bei gewissen religiösen Gruppierungen oder stark patriarchal geprägten Kulturen oft sehr heftig aus. Die Schweiz ist aber doch ein auf­ geklärtes Land. Auch bei uns gibt es Gewalt, häufiger treten aber Diskriminierungen in subtileren Formen auf. So können gleichgeschlechtliche Paare Probleme bei der Wohnungssuche haben. Unter Umständen steht die Homo­ sexualität einer beruflichen Beförde­ rung im Weg. Im Sport wird sie oft totgeschwiegen, weil man sie einfach nicht wahrhaben will. Trotz all dieser Hürden können Eltern aber davon ausgehen, dass es ihren lesbischen, schwulen, bisexuellen oder Trans­ kindern möglich ist, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. MM

Glauben Eltern homosexueller Kin­ der, sie hätten erzieherisch versagt? Anstatt zu überlegen, was falsch gelaufen ist, sollten sie sich zu ihrer Erziehung gratulieren. Hat sich ihr Kind doch zu einer selbständigen Person entwickelt, die den Mut hat, zu sich zu stehen. Das ist etwas, worauf Eltern stolz sein dürfen. Was kann erschütterte Eltern beruhigen? Gespräche mit anderen Eltern homo­ sexueller Kinder helfen, der Unsicher­ heit zu begegnen, die Scham zu lindern und die Angst davor, wie Ver­ wandte oder Nachbarn reagieren werden. Eine Anlaufstelle dafür ist der Verein Fels. Ist die homosexuelle Orientierung angeboren, oder wird jemand durch die Lebensumstände homosexuell? Die sexuelle Orientierung stellt ein Teil der Geschlechtsidentität eines Menschen dar. Sie ist nichts Neutra­ les, für oder gegen das man sich

Mutter Irene Chirilli (Mitte) und Schwester Miriam (rechts) akzeptieren Sarahs Homosexualität.


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A Brave New Girl

Die Wahrheit übers Reisen Am Ende des Tages ist Backpacken ein bisschen weniger romantisch, als man es sich gemeinhin so vorstellt. In der Theorie ist das Bereisen der Welt ja der Traum eines jeden Twenty-Somethings. Man ist völlig losgelöst von irgendwelchen Autoritäten oder Strukturen. Die ganzen Alltagssorgen lässt man in der Heimat zurück. Das Leben ist wilder, simpler. Jeder Tag birgt die Möglichkeit eines neuen Abenteuers.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Man trifft in den Hostels Menschen aus der ganzen Welt und lernt fremde Kulturen kennen. Socializing ist nie einfacher als auf Reisen. Das eigene Hab und Gut trägt man auf dem Rücken, und die Outfitwahl fällt auf das Kleidungsstück, das am wenigsten muffig riecht. «Lonely Planet» ist unsere Bibel. Die Tage verbringt man mit Lesen, Plaudern, Schlafen.

Es ist die pure Freiheit und die pure Selbstverwirklichung. In den Schlafsälen tauscht man Lebensweisheiten aus, und alle fühlen sich total Gandhi. So viel Zeit zum Reflektieren wird man später bestimmt nicht so schnell wieder haben. Zu erzählen haben wir Weltenbummler einander ja so einiges. Aber am Ende des Tages geht es in den Hostelschlafräumen nicht darum, welche Gebirgsketten und Bergdörfer man bereist hat, welchen Einheimischenstamm man gesehen hat, welches Denkmal man von der To-do-Liste streichen konnte. Die Hauptthemen der nächtlichen Kon­ versationen sind die Story über die unterhaltsamste Durchfallepisode und die Frage, wie viele andere Backpacker man schon aufgerissen hat. MM

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106 | MM23, 6.6.2017 | LEBEN

«Mindful Eating»

Erste Schritte zu bewusstem Essen Einkaufsliste überdenken und jedem

Produkt einen gesundheitlichen Wert zuordnen – strikt an die Liste halten und keine Impulskäufe tätigen

Essen, wenn Appetit vorhanden ist Mit kleinen Portionen beginnen, Grösse der Portionen limitieren, kleine Bissen nehmen und langsam kauen

Das Essen wertschätzen, Dankbarkeit für die Speisen zeigen Mit allen Sinnen geniessen – auch schon während der Vorbereitungen: beim Kochen, Auftischen etc. Versuchen, alle Aromen herauszuschmecken – zum Beispiel durch langsames Kauen

Tipp

Auf die innere Uhr hören Warum wir essen,

ist das eine. Wann wir essen, ist aber ebenfalls von grosser Bedeutung für unsere Gesundheit. Mehr zu diesem und vielen anderen Ernährungsthemen erfahren Sie auf Impuls. www.migros-impuls.ch

Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

Gesundheit

Gefühle, die hungrig machen

Es gibt viele Hürden auf dem Weg zu einer guten Figur. Essattacken zum Beispiel werfen Abnehmwillige immer wieder aus der Bahn. Gründe dafür sind oft unverarbeitete Emotionen, die sich aufs Verhalten auswirken. Text: Johanna Zielinski

E

motionen sichern unser Überleben. Doch sie sind ein komplexes Gebil­ de, das wir oftmals selbst nicht durchschauen, geschweige denn begreifen. Der Psychologe Michael Macht von der Universität Würzburg teilt diese Beobachtung auf wissenschaftlicher Seite und hat laut eigenen Angaben immer wieder den Eindruck, «... dass viele ihre Steuererklärung besser verstehen als ihre Emotionen». Gefühle sind eng mit unserem Essverhal­ ten verknüpft. «Emotionales Essen» findet zum Beispiel dann statt, wenn wir durch das Verspeisen von Nahrung vorwiegend emotionale Bedürfnisse befriedigen, anstatt nur den Magen zu füllen. Dieses Phänomen erklärt auch, warum das Durchhalten einer bestimmten Diät in der Praxis oftmals kläglich scheitert. Denn gefühlsgesteuerte Essattacken sind kein Zeichen von Hunger, sondern von einer Unterversorgung im seelischen Bereich. Dieser Mangel wird durch die Kalorienzufuhr (kurzfristig) kompensiert. Es gibt typische Anzeichen von emotio­ nalem Hunger: Es tritt plötzlich ein Verlan­ gen nach besonderem Wohlfühlessen auf, man stopft kopflos, unaufmerksam und übermässig Essen in sich hinein, trotz Völlegefühl will man mehr essen, man isst, ohne Hunger zu haben, oder hat Schuld­ gefühle «nach der Tat». Wenn Essen die vorherrschende Art ist, mit den eigenen Emotionen umzugehen, wenn bei Traurig­ keit, Einsamkeit, Erschöpfung, Wut, Stress oder Langeweile der erste Impuls in Rich­

tung Küche bzw. etwas Essbarem geht, dann hat uns dieser ungesunde Kreislauf bereits fest im Griff. Negative Stimmung mit Essen betäuben

Langzeitstudien zeigen, dass der Grossteil der Menschen beim Versuch der Ernäh­ rungsumstellung kurz­ oder langfristig wieder zu den alten Enährungsgewohnhei­ ten zurückkehrt. Ein Grund dafür: Hinter dem vermeintlichen «Hungergefühl» liegen tatsächlich andere Ursachen verborgen. Der emotionale Hunger versteckt sich in der eigenen Seele. Negative Stimmungen mit Essen zu betäuben, ist also nicht die Lösung, da die wahren Gründe für den Hunger verdeckt bleiben. Dabei hat emotionales Essen viele Ge­ sichter – zum Beispiel tendieren Betroffene dazu sich trotz vollem Bauch Nahrung ein­ zuverleiben, sich durch Essen zu beruhigen, zu belohnen oder ein Sicherheitsgefühl zu bekommen. Der entscheidende Aha­Effekt tritt dann auf, wenn der «Emotional Eater» begreift, in welchen Situationen er zu Süssigkeiten, Fastfood und Co. greift. Hier herrscht kein Manko punkto Selbst­ disziplin – das ungesunde Essverhalten entspringt anderen Quellen. Diese können Menschen im näheren Umfeld sein, Liebes­ kummer, berufliche Sorgen, Verlust­ und Versagensängste, unverarbeitete Gefühle aus der Kindheit, zu wenig Selbstliebe, Minderwertigkeitsgefühle etc. – die Liste der möglichen Auslöser, der sogenannten Trigger, ist lang und individuell verschie­ den. Ebenso wie die Kleidergrössen der

Test nicht bestanden – da muss jetzt einfach etwas Süsses her: Wer so handelt, ist in einem emotionalen Kreislauf gefangen.


LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 107

Hintergrund

Häufige Auslöser für emotionales Essen Situationen, Orte, Menschen: Meist

besteht ein Zusammen­ hang zu negativen Ge­ fühlen, doch die Trigger­ punkte können auch in positivem Zusammen­ hang auftreten, z. B. als Belohnungsverhalten. Stress macht hungrig: Ein hoher Stresslevel erhöht zugleich die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Körper. Dieses för­ dert das Verlangen nach salziger, süsser und fett­ reicher Nahrung. Betäuben der Emotionen: Kurzfristig kann Es­

sen dazu beitragen, dass unangenehme Gefühle wie Wut, Angst, Traurig­ keit, Einsamkeit oder Scham verschwinden. Langeweile oder das «Gefühl der Leere»:

Betroffenen – denn auch dünne Menschen mit Modelmassen können an den emotiona­ len Essattacken leiden – als radikale Gegen­ massnahme wird dann unter anderem zur Nulldiät gegriffen oder das Einverleibte wieder erbrochen.

Bild: Tara Moore/Getty Images

Achtsamkeit lernen

«Emotionalen Essern» fällte es meist schwer ihren Gefühlen gegenüber aufmerksam zu sein bzw. diese zu erkennen – auch was Hun­ ger und Sättigung anbelangt. Die langfris­ tigen Folgen können ernährungsbedingte Erkrankungen oder gar Essstörungen sein. Das Tückische dabei ist, dass ungesundes Essen eine beruhigende Wirkung hat. Dies untermauern die Studien des Psychologen Michael Macht: «Vor allem Speisen mit ho­ hem Fett­ und Zuckergehalt weisen einen trostspendenden Effekt auf.» Innerhalb der Studie wurde bei den Ver­ suchspersonen zudem beobachtet, dass alle negativen Gefühle nahezu gleichermassen das Potenzial bergen, emotionales Essver­ halten hervorzurufen. Auf dieser Erkenntnis basiert ein von dem Wissenschaftlerteam entworfenes Trainingsprogramm zur Verän­

derung des emotionalen Essverhaltens. «In dem Studienprojekt zum Thema Emotional Eating lernen die Teilnehmer vor allem Achtsamkeit – dazu zählen Selbstbeobach­ tung, die bewusste Verarbeitung von Sinnes­ eindrücken und das Entdecken der auslö­ senden Faktoren wie Ärger», erklärt Michael Macht. Mit Erfolg: Das Essverhalten der Teilnehmer hat sich in der Testphase durch­ wegs verbessert. Fakt ist: Äussere Stressfaktoren, die zu Heisshungerattacken führen können, lassen sich nicht einfach ausschalten, und eine ausgeglichene Stimmung in jeder Lebens­ lage ist nicht immer möglich. Im Alltag empfiehlt es sich daher, das sogenannte Mindful Eating zu praktizieren, um die Aufmerksamkeit gegenüber den eigenen Essgewohnheiten zu schärfen und Trigger­ punkte ausfindig zu machen. Der emotionale Essdruck verschwindet langfristig, wenn die dahinterliegenden Pro­ bleme aufgearbeitet werden – denn dann er­ öffnen sich andere Wege zur Stressbewäl­ tigung. Altbewährter Tipp: Ein Tagebuch kann zur Vorbeugung und Bewältigung psy­ chischer Belastungen hilfreich sein. MM

Essen als Beschäftigung, um Langeweile zu ver­ treiben oder die Leere und Unzufriedenheit im eigenen Leben zu füllen. Gewohnheit von Kindesbeinen an: Erin­

nerungen an die Kind­ heit bringen erstaun­ liche Einsichten hervor – z.B. wenn Eltern das er­ wünschte Verhalten ih­ res Kindes mit Glace oder Pizza belohnt ha­ ben oder Süssigkeiten als Trostspender ein­ gesetzt wurden. Meist übertragen sich diese Essgewohnheiten ins Erwachsenenalter. Soziales Umfeld: Mit

anderen Menschen zu essen, bedeutet meist Entspannung – verführt aber auch dazu, sich zu überessen. Gründe können Nervosität sein oder der Ansporn durch das Umfeld.


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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 109

Dem Frettchen wird ein Hormonimplantat eingesetzt. Das ist unkompliziert und geht schnell. Tipps

So hält man Frettchen daheim

Die Haltung von Frettchen ist in

Zootierärztin

Gefährliche Hormone Es ist lebensgefährlich, wenn die weiblichen Frettchen sich nicht paaren dürfen. Doch die moderne Tiermedizin kann gegen den Östrogenüberschuss helfen. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

F Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

rettchen sind die domestizierte Form des Europäischen Iltis. Sie werden primär als Haustier gehal­ ten, es gibt sie aber auch wild – etwa auf Sardinien, Sizilien oder in Neuseeland. Das sind entlaufene Frettchen, die wieder zu Wildtieren wurden. Durch den intensiven Kontakt zu Men­ schen können sie sehr zahm werden. Unsere drei Exem­ plare, alle verspielt und neugierig, nehmen wir sogar an Vorträge mit. Sie machen in unserer Show «Märchen­ welt im Zirkuszelt» mit. Für Weibchen Lissi wird es heute allerdings ernst: Ein Besuch auf der Veterinär­ station steht auf dem Pro­ gramm. Das bald zweijäh­ rige Tier lebt mit Schwester und Bruder bei uns. Um

Inzucht zu verhindern, haben wir ihn, den Rüden, kastriert. Nun ist Zeit für einen kleinen Eingiff bei den beiden Fähen – den Weibchen. Mit neun bis zwölf Monaten werden die Weib­ chen geschlechtsreif. Wenn sie paarungsbereit sind, schwellen die äusseren Geschlechtsorgane an. Bei Lissi ist das deutlich sicht­ bar. Wird sie nicht gedeckt, kann die Paarungsbereit­ schaft dauerhaft anhalten. Hormonschub ohne Ende

Diese sogenannte Dauerranz bringt den Hormonhaushalt derart durcheinander, dass sie sogar zum Tod führen kann: Der Östrogenüber­ schuss schädigt das Kno­ chenmark, es bilden sich kei­ ne neuen Blutzellen, das Tier

wird schwach und krank­ heitsanfällig. An der Folge der Dauerranz sterben fast 50 Prozent der Fähen. Man kann sie aber schützen. Neues Leben dank Implantat

Lissi erhält ein Hormon­ implantat, das aussieht wie ein Reiskorn, aber etwa dop­ pelt so lang und doppelt so dick ist. Das Frettchen wird mit einer Inhalationsnar­ kose ruhiggestellt. Mit einer Nadel setze ich das Implan­ tat zwischen den Schulter­ blättern unter der Haut ein. Es wird ein bis zwei Jahre halten. Will man Frettchen züchten, kann man es ent­ fernen. Ein einziger Stich genügt, und schon ist die kleine Wunde zugenäht. Geschafft! Schon nach kur­ zer Zeit wird Lissi wieder für den Zooalltag fit sein. MM

der Schweiz für Privatpersonen möglich.Dafür ist eine Haltebewilli­ gung vom kanto­ nalen Veterinär­ amt erforderlich. Voraussetzungen sind eine entspre­ chend tiergerechte Haltung und die richtige Fütterung. Dabei ist zu beachten, dass

Frettchen keine Einzelgänger sind, wie deren Vorfah­ re, der Europäische Iltis. Die sehr so­ zialen Tiere sollten deshalb nie allein gehalten werden. Der zukünftige Halter muss

einen Sachkunde­ nachweis vorlegen können. Diesen erhält man nach einem bestande­ nen Halterkurs bei vom Veterinäramt anerkannten Organisationen. Zukünftigen Hal­ tern wird empfoh­ len, vor dem Kauf der Tiere einen Schnuppertag bei einem erfahrenen Frettchenhalter zu machen.


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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 111

Apps

Pollen-News

Wirds draussen wärmer, fliegen die Pollen wieder. Damit

Digital

Sicher eingeloggt Gute Passwörter sind kompliziert, aber schwer zu merken, simple Codes wiederum lassen sich leicht knacken. Einige Kniffe helfen aber, sicher im Netz zu surfen. Text: Philipp Rüegg

H

allo», «passwort» und «123456»: Das sind die weltweit am häufigsten verwendeten Kenn­ wörter: einfach zu merken – aber leider überhaupt nicht sicher. Kein Wunder, werden viele Accounts gehackt. Manche Nutzer greifen zudem zu den immer gleichen Kennwörtern – für Daten­ diebe ein gefundenes Fressen. Mit einigen Tricks kann man seine Identität schützen, ohne sich ein 20-stelliges Passwort mit Zahlen und Sonderzeichen merken zu müssen. Eine sichere Eselsbrücke

Man muss sich nur eins merken: ein mindestens sechsstelliges zu­ fälliges Passwort wie «qthlvm», das um einen Grossbuchstaben und eine Zahl ergänzt wird. Es kann sich etwa von der Website ableiten, auf der man das Kennwort ein­ geben muss; am einfachsten ist es, wenn man den ersten und letzten

man weiss, wo welche Pollen durch die Luft wirbeln, gibt es die App «Pollen-News»: Sie informiert, ob Birken- oder Gräserallergiker sich gerade in Acht nehmen müssen und wie sie sich schützen können. Gratis erhältlich für Android und iOS.

migmag.ch/pollen-ios migmag.ch/pollen-android

Peak Finder

Illustration: Supertotto/2agenten

Buchstaben der jeweiligen Inter­ netsite verwendet – bei Facebook demnach F und K. Den zweiten Buchstaben verwandelt man dann in eine Ziffer, das K etwa in eine 8 – sie ist optisch ähnlich. Das F und die 8 setzt man nun beim zufäl­ ligen Passwort an zweiter oder zweitletzter Stelle ein: Die Sicher­ heit ist deutlich höher, wenn die zusätzlichen Elemente nicht am Anfang oder Ende stehen. Unser Beispiel lautet also: «qFthlv8m». Der Passwortmanager

Wem dies zu kompliziert ist, der greift zu einem Passwortmanager. Er kann nicht nur alle Passwörter speichern, sondern auch besonders sichere generieren. Dabei muss man sich nur das Masterpasswort merken. Es sollte natürlich mög­ lichst sicher sein – also schön kom­ pliziert. Passwortmanager füllen den Benutzernamen und den zuge­ hörigen Code automatisch aus. Zu den gängigen Programmen zählen

Lastpass, 1Password oder Google Smart Lock. Der Nachteil ist, dass man seine Passwörter einem fremden Server anvertraut. Zwar sind die Daten verschlüsselt, ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen. Biometrische Passwörter

In Smartphones und Laptops sind häufig Fingerabdruck­, Iris­ oder Gesichtsscanner integriert – sie ersetzen die Eingabe eines Codes. Fingerabdrücke und Augen sind zwar einzigartig, wird das bio­ metrische Profil jedoch geklaut, kann man es nicht ändern und den Zugriff auf private Konten nicht sichern. Zudem sind die Sensoren auf Smartphones und Computern oft nicht besonders sicher. Noch ist also Vorsicht angebracht. Ganz allgemein gilt: Geht es um die Onlinesicherheit, sollte man zum eigenen Schutz alle nötigen Vorkehrungen treffen. Denn Aufwand und Ertrag sind hier unbezahlbar. MM

Fleissig pilgert Jung und Alt ins Hochland,

geniesst Natur und Aussicht auf die unzähligen Berge. Aber wie heissen sie denn nun alle? Die App «Peak Finder» zeigt auf einen Blick, welchen Berg man gerade im Visier hat. Sie kostet fünf Franken und ist für Android und iOS erhältlich. peakfinder.org/de/mobile

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


112 | MM23, 6.6.2017 | LEBEN

«Ich heisse Severine, bin 16 Jahre alt und die

älteste von drei Geschwistern. Meine Hobbys sind Geräteturnen und Bücherlesen. Am liebsten mag ich Bücher von Blanca Imboden, zum Beispiel «Wandern ist doof». Ich treffe mich auch gerne mit Freundinnen. Dann reden wir einfach miteinander, im Sommer gehen wir auch mal in die Badi. Im Herbst beginne ich das zehnte Schuljahr, danach mache ich eine Lehre als Schreinerin.»

Kinder

«Ich lasse die Pärchen zusammen» Severine und ihre Brüder züchten in der dritten Generation Schweizer Taubenarten und messen sich als Jungzüchter bereits mit erfahrenen Taubenhaltern. Text: Andrea Fischer Bild: Gabi Vogt

Mein Klub

Tauben ausfliegen lassen

«Meine Brüder Manuel (14), Silas (10) und ich züchten Tauben. Wir sind sogenannte Jungzüchter. Jeder von uns hat eine andere Rasse, je etwa 30 Tauben. Sie leben in Volieren, in einem speziellen Anbau beim Haus unseres Grossvaters. Er hatte sein Leben lang Tauben, wir sind damit aufgewachsen. Irgendwann habe ich mich dann mehr für sie interessiert.»

Möchtest du auch Tauben züchten? Dann

solltest du wissen, dass Tauben keine Kuscheltiere sind. Sie können zwar zutraulich werden, mögen es aber nicht, wenn man sie anfasst. Zudem brauchst du viel Platz, Zeit und Geduld. Das Mindestalter für Jungzüchter ist sieben Jahre. Wir sind beim Taubenzüchterverein Wiggertal und Umgebung. Er hat keine Website, aber du kannst dich bei Fragen per E-Mail oder Telefon melden: baumgartner.rudolf@ bluewin.ch; 062 749 00 70 oder 062 758 17 37 Mehr Infos:

Schweizertauben.ch; es gibt jedes Jahr ein Jugendlager für alle Jungzüchter. Mehr dazu auf: Kleintiere-schweiz.ch

«Wir pflegen die Tauben, füttern sie und misten einmal pro Woche die Käfige. Wir nehmen oft an Taubenausstellungen teil. Dazu müssen die Tiere vorher geputzt werden, damit ihr Gefieder ganz weiss ist. Die Jury beurteilt dann, wie der Kopf, das Gefieder, der Schnabel und die Füsse aussehen.»

«Inzwischen habe ich mit meinen Tauben schon mehrere Siegerbänder und Pokale gewonnen. Ich kreuze bewusst nicht die schönsten Tiere, sondern lasse meine Pärchen so zusammen, wie sie sich gefunden haben. Tauben bleiben einander in der Regel ein Leben lang treu. Mein erstes Pärchen hat mir mein Grossvater vor fünf Jahren zugewiesen. Von da an war ich für sie verantwortlich. Es sind Tiere einer lokalen Rasse: Wiggertaler Farbenschwanz, rot.»


LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 113

Flurina (6), Rheinfelden AG

Beeren sind farbig, damit sie auffallen. Wären sie bloss grün, mitten in grünen Büschen, würde man sie kaum sehen. Die wild lebenden Tiere, etwa die Vögel, sol­ len sie aber ohne Mühe entdecken können. Und die Beeren sollen auch schmecken, darum sind sie oft süss. Die Beeren sind für die Tiere eine Belohnung, die süssen Frücht­ chen sind ein «Zückerli» der Natur: Sie will ihre Beeren an alle Welt verschenken, weil in ihnen die Sa­ men der Beerenpflanze stecken. Wenn ein Tier eine Beere frisst, rei­

sen deren Samen durch Tiermagen und Tierdarm, kommen am Ende wieder hinten raus und fallen auf die Erde. Wenn sie dann noch fit sind, spriessen sie und schlagen Wurzeln. So kann die Pflanze sich ausbreiten und vermehren. Beeren sind zudem voller gesunder Stoffe. Es steckt so viel Gutes in ihnen, dass sie eine Art Natur­ medizin für Tiere und Menschen sind. Damit wir viel davon essen, bietet die Natur sie in verschie­ denen Farben an. Man isst nämlich

Rät selsp ass Welches Wort ergibt sich, wenn du jedes Quadrat und somit jeden Buchstaben nur einmal durchlaufen darfst? Kleiner Tipp: Das braucht man zum Wandern!

S A

O

E

N D

K

L

K

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X

Lösung hier eintragen: Lösung: Wanderstock.

Hier erwarten dich: • lustige Spiele • tolle Basteltipps & Malvorlagen • spannende Geschichten und vieles mehr ...

M

J

N O P Q R S T U V

Z

W

Nina benötigt:

C

Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs

Die Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

Die Lilibiggs wollen einkaufen gehen. Nina hat Tobi und Hugo gebeten, ihr etwas mitzubringen. Allerdings hat sie es in einer Geheimschrift geschrieben. Lieb, wie sie ist, hat sie Tobi und Hugo eine Entschlüsselungshilfe mitgegeben. Kannst du mithilfe der Code-Tafeln Ninas Einkaufszettel entschlüsseln?

A B C D E F G H I

T

W

*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

www.lilibiggs.ch Lösung: ERDBEERGLACE.

R

mehr, wenn man eine farbliche Auswahl hat. Das ist wie mit den Gummibärchen: Wenn du sie in mehreren Farben bekommst, magst du mehr davon verdrücken. Weisst du, wo du die süssesten, gesündesten, saftigsten Beeren bekommst? Direkt auf dem Feld. Pflücke sie selbst, bei einem Biobauern. Mmh, das ist so fein! Da würden die Gummibärchen blass vor Neid! MM


114 | MM23, 6.6.2017 | LEBEN

Leseraktion

Reise zu klassischen Klängen

Als Leserin oder Leser des Migros-Magazins können Sie zum Sonderpreis eine Musikreise nach Deutschland unternehmen. Geniessen Sie klassische Musik in den berühmten Konzerthäusern in Hamburg, Leipzig und Dresden.

Woge aus Glas und Stein: die Elbphilharmonie in Hamburg.

W

ohl jeder hat schon einmal auf einem Bild die Ham­ burger Elbphilharmonie bestaunt. Der Monumental­ bau, von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfen, sieht aus wie eine in Stein und Glas erstarrte Meereswoge. Die Reise bietet Gelegenheit, in diesem weltberühmten Haus ein Konzert zu er­ leben. Doch das ist nur einer von vielen Höhepunkten. 1. Tag, Samstag, 3. Februar: Schweiz–Hamburg

Fahrt via Frankfurt und Hannover nach Hamburg oder Hinflug mit Swiss nach Hamburg (gegen Aufpreis). 2. Tag, Sonntag, 4. Februar: Hamburg

Am Vormittag steht die Besichtigung der Hansestadt Hamburg – nach Berlin die grösste Stadt Deutschlands – auf dem Programm. Auf einer ausführlichen Stadtrundfahrt erleben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Speicherstadt,

den Fischmarkt, den Michel, die Elbchaus­ see, die Landungsbrücken und die Reeper­ bahn, und wir geniessen den wunder­ schönen Blick über die Binnenalster. Am Abend folgt der musikalische Auftakt unserer Reise mit der Oper «Fidelio» von Ludwig van Beethoven in der Staatsoper Hamburg. 3. Tag, Montag, 5. Februar: Hamburg

Kaum eine andere Stadt der Welt kann einen derart abwechslungsreichen Hafen präsentieren. Auf einer grossen Rundfahrt durch die unzähligen Hafenbecken der Nord­ und Südelbe können wir Seeluft schnuppern und die Ozeanriesen bestau­ nen. Je nach Wasserstand sehen wir die historische Speicherstadt, die neue Hafencity, die Hamburger Elbbrücken, Schleusen und Containerterminals, die grossen Docks, die Köhlbrandbrücke und vieles mehr. Während der Fahrt erhalten wir vom Schiffsführer sachkundige Er­ klärungen. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung.

4. Tag, Dienstag, 6. Februar: Hamburg

Wir besuchen das «Miniatur Wunderland Hamburg», die grösste digital gesteuerte Modellbahnanlage der Welt und mittler­ weile einer der Touristenmagnete Ham­ burgs. Der Bau der Anlage im Massstab von 1:87 entstand ursprünglich nach einer Idee privater Modellbahnliebhaber und ist längst noch nicht abgeschlossen; viele neue Teile sind bereits in Planung. Eine besondere Attraktion ist eine Nachbildung der Schweiz: auf 250 Quadratmetern ist ein naturgetreues Abbild der Eidgenossenschaft entstanden. Am Abend steht einer der ab­ soluten Höhepunkte unserer Reise auf dem Programm: das Konzert der Symphoniker Hamburg in der Elbphilharmonie. 5. Tag, Mittwoch, 7. Februar: Hamburg–Dresden

Fahrt via Berlin nach Dresden. 6. Tag, Donnerstag, 8. Februar: Dresden

Dresden wurde aufgrund der stilvollen Neugestaltung während des 18. Jahrhun­


LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 115

Reiseinformationen

Buchen und profitieren

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Katalogpreis: 9 Tage im Komfortklasse-Bus und Unterkunft in guten MittelklassHotels Fr. 1885.– 9 Tage im KönigsklasseLuxusbus und Unterkunft in Erstklasshotels Fr. 2385.– Leser-Rabatt Fr. 300.– Reisedatum 2018 (Sa–So): 3.2.–11.2.

300 Franken Rabatt auf 9-tägige Musikreise

Musikprogramm:

2

Staatsoper Hamburg, «Fidelio» – Elbphilharmonie Hamburg, Konzert der Symphoniker Hamburg, «In the South», Op. 20 von Edward Elgar, «Klavierkonzert Nr. 2» von Johannes Brahms – Gewandhaus zu Leipzig, «Grosses Concert» des Gewandhausorchesters – Semperoper Dresden, «Der Freischütz» Inbegriffen:

3

1 Die Semperoper in Dresden, 2 das Gewandhaus in Leipzig und 3 die Frauenkirche in Dresden sind weitere Stationen,

die Musik- und Architekturfans begeistern.

derts auch das «Florenz des Nordens» genannt. Ein Luftangriff der Alliierten im Februar 1945 vernichtete weite Teile der Stadt. Aber es ist gelungen, einige der histo­ rischen Baudenkmäler sorgfältig wieder­ aufzubauen. Das Stadtbild wird heute geprägt von der Semperoper, der Frauen­ kirche, der Hofirche und dem Zwinger, einer kunstvollen Barockanlage, in der sich heute mehrere Museen befinden. Auf einer geführten Stadtbesichtigung lernen wir die bewegte Geschichte und die Sehens­ würdigkeiten der Residenzstadt kennen. Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung. 7. Tag, Freitag, 9. Februar: Dresden, fakultativer Ausflug Leipzig

Freier Vormittag in Dresden. Am frühen Nachmittag Fahrt nach Leipzig. Auf einer geführten Stadtrundfahrt lernen wir die zweitgrösste Stadt der ehemaligen DDR näher kennen. Abendessen im bekannten «Auerbachs Keller», einem historischen Restaurant im Herzen der Altstadt. Im

Anschluss geniessen wir das «Grosse Concert» des Gewandhausorchesters im Gewandhaus zu Leipzig. Nach dem Konzert Rückfahrt nach Dresden. 8. Tag, Samstag, 10. Februar: Dresden, Ausflug in die Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge der Sächsischen Schweiz ist eine einmalige Landschaft. Wir besichtigen die Basteibrücke, ein Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, den Basteifelsen mit der Felsenkanzel, einen der schönsten natürlichen Aussichtspunkte Europas, und die Festung Königstein mit einzigartiger Rundsicht über die Region. Nach einem geführten Rundgang Rückfahrt nach Dresden. Den musikalischen Abschluss unserer Reise bildet «Der Freischütz» von Carl Maria von Weber in der Semperoper Dresden. 9. Tag, Sonntag, 11. Februar: Dresden–Schweiz

Rückfahrt zu den Einstiegsorten. Programmänderungen vorbehalten

Fahrt mit Komfortklasse-Bus bzw. Königsklasse-Luxusbus, Unterkunft in entsprechender Hotelkategorie. Mahlzeiten: 6 x Halbpension, 2 x Frühstücksbuffet, Ausflüge, Eintritte, Besichtigungen gemäss Programm, Kartenpaket Kat. 4, Audiosystem auf Rundgängen, erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen:

Einzelzimmerzuschläge: Komfortklasse: Fr. 280.– Königsklasse: Fr. 330.– Kartenzuschläge Kartenpaket für drei Vorstellungen: auf Anfrage Fak. Ausflug Leipzig inkl. Abendessen, Konzertkarte Kat. 5 (Vorausbuchung nötig): Fr. 100.– Kartenzuschläge: auf Anfrage Annullierungskosten- und Assistanceversicherung: Fr. 79.– Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung): Fr. 20.– Fluganreise Fr. 200.– Abfahrtsorte: 05.10 Wil P, 05.30 h Burgdorf P, 05.35 h Winterthur, 06.00 h ZürichFlughafen P, 06.00 h Aarau, 07.00 h Baden-Rütihof P, 07.35 h Basel, 07.50 h Pratteln P Buchung:

Twerenbold Reisen AG, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof, Tel. 056 484 84 84, www.twerenbold.ch Internet-Buchungscode: imm21m


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Es dauert 500 Jahre, bis sich Plastikabfall zersetzt. Unsere Ozeane drohen zu gigantischen Mülldeponien zu werden – mit tödlichen Folgen für die Meeresbewohner. Unterstützen Sie unsere Kampagne für saubere Meere: oceancare.org

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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 117

Bitte melde dich

Kameraden, ihr werdet gesucht! Gesucht: Karin Lüscher (Ledigname) Wir haben uns in den 70er-Jahren beim Wasserski

im Tessin kennengelernt. Danach war ich bei dir und bei deinem Bruder, Peter Lüscher, in Brissago zu Besuch. Wir haben dann viel gemeinsam unternommen, unter anderem besuchten wir meine Tanten in Pau, Südfrankreich. Leider haben wir uns aus den Augen verloren. Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören. Kontakt: Nicole Giavarini-Schildknecht; nicole.giavarini@bluewin.ch

Klassenkameraden, Schulhaus Buchwiesen, Zürich, 1979–1982 Für ein Klassentreffen der vierten bis sechsten Klasse bei Frau Vonesch im Schulhaus Buchwiesen suchen wir noch einige Klassenkameradinnen und -kameraden. Bitte melde dich, wenn du dich auf dem Foto erkennst. Kontakt: Nicole Harlacher; n.harlacher@bluewin.ch

Gesucht: P. Wyss, aus Matten BE Wir waren zusammen auf einer Reise durch Peru und Bolivien und haben auch sonst recht viel gemeinsam erlebt. Kennengelernt haben wir uns im damals noch existierenden Aebi-Hus, Brüttelen-Bad (Reha-Zentrum für Drogenabhängige). Vor etwa acht Jahren haben wir den Kontakt verloren. P. Wyss gehört(e) zu meinen besten Freunden, und da ich davon ausgehe, dass er noch lebt, bin ich auf der Suche nach ihm. Unter der mir bekannten Mobilnummer ist er nicht mehr erreichbar.

Kontakt: Silvio Roncoroni; silviophilippe@hotmail.com

Jahrgänger 1956/57, Primarschule Dulliken SO, 1963–1969 Wir suchen unsere Schulgspänli für das diesjährige Klassentreffen im September. Bitte meldet euch, wenn ihr mit uns in der Schule wart – wir freuen uns darauf, euch alle wiederzusehen. Hoffnungsvoll: Sonja, Diana, Brigitte und Franco

Geben Sie Ihre Annonce ein. Innerhalb weniger Tage wird jeder Eintrag im Internet veröffentlicht. Ein attraktives Bild und die Angabe der E-Mail-Adresse steigern die Erfolgschancen. Und mit etwas Glück erscheint Ihre Annonce zusätzlich in der gedruckten Ausgabe.

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Vier Städte,

Events 2017

viermal Qigong Anmeldung nur per Mail an: events.vivai@migrosmedien.ch (Name, Vorname, Wohnort, Telefonnummer und gewünschter Ort und Uhrzeit ) . Dienstag, 13. Juni, 7 Uhr und 9 Uhr Art Deco Hotel Montana, Luzern

Meister Jumin Chen führt Sie ins Qigong ein.

Mittwoch, 14. Juni, 7 Uhr und 9 Uhr Tanzwerk 101, Zürich

Gratis-Qigong mit Vivai — jetzt anmelden! Sind Sie neugierig geworden? Melden Sie sich für eine der kostenlosen Qigong-Lektionen mit dem international renommierten Qigong-Meister Jumin Chen und Vivai an. Gemeinsam praktizieren Sie eine Stunde Qigong an der frischen Luft– für einen guten Start in den Tag.

t Montag, 19. Juni, uch geb 7 Uhr und 9 Uhr Aus Hotel Schweizerhof, Bern Dienstag, 20. Juni, 7 Uhr und 9 Uhr Werk 8, Basel

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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 119

Kreuzworträtsel

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… oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.6.2017, 24 Uhr

BLEIBEN SIE MOBIL! MIT UNS.

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.6.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 22: NAEHNADEL

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9620 Lichtensteig teL. 071 987 66 80

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Gewinner Nr. 21: Sandra Bernhardsgrütter, Frick AG; Ria Hermann, Schaan FL; Sieglinde Engelbrecht, Reinach BL; Gertrud Hornisberger, Zweisimmen BE; Verena Rieder, Aarau Gewinner «Zusatz» Nr. 21: Marianne Hugentobler, Oberengstringen ZH; Ernst Eggimann, Münsingen BE; Markus Groner, Zürich; Ulrich Münger, Wohlen b. Bern BE; Christina Suter, Fehraltorf ZH


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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 121

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was wirft man gelegentlich vor die Säue? H Perlen

D Diamanten

G Geld

2. Er zahlte eine … Summe für das Pferd. R überhebliche

A stolze

N eitle

3. Wie heisst ein Parlamentsabgeordneter, der nicht in Erscheinung tritt? U Hinterbänkler

E

Vordermann

T

Nebenbuhler

So nehmen Sie teil

4. Was kann bei einem Auto «gegenläufig» oder «gleichlaufend» vorkommen? I

Motorblock

S

Scheibenwischer

R Klarinette

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.6.2017, 24 Uhr

N Kaninchen

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 22: MONTREUX

Gewinner Nr. 21: Ruedi Müller, Münchenstein BL; Doris Tschumi, Luzern; Eugen Keller, Oberburg BE

N Steuerrad

5. Welche dieser Pflanzen wird nicht zum Getreide gezählt? L

Dinkel

R Hafer

B Buchweizen

6. Von welchem dieser Orte existiert eine direkte Postautolinie nach Davos? N Arosa

O Lenzerheide

A Vals

7. Mit welchem Instrument wurde Yo-Yo Ma berühmt? O Cello

E

Kontrabass

8. Wo kommt die «Welscher Haube» vor? Z

Modebranche

T

Kirchtürme

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

B

1

3 5 2

Auflösung Nr. 22: BETON Gewinner Nr. 21: Hans Pfister, Grosshöchstetten BE; Hanni Gächter, Nürensdorf ZH; Urs Suter, Erlinsbach AG

4

A BMA G E R N ABRAS I ON ABTRETER A RMR E I F E BEORDERN B I NDERE I CROST I N I E N TM I N E N F I NG I ERT NERE I DEN

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.6.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

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LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 123

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 22: 594

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.6.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 21: Armin Bruderer, Pratteln BL; Erika Soldan, Pratteln BL; Daniel Schläpfer, Thal SG; Elisabeth Briker, Schattdorf UR; Matthias Dürr, Rapperswil SG

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 3 3 miteinander verbunden 3 2 2 sein. Verboten: Kreuzun2 gen, diagonale Brücken 1 4 3 2 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 22:

3

3

1

3

1

2

4

Auflösung Nr. 22: 1

3 2

3 1

1 3

6 2

3 4

2

2

2 4

2

2 2

3

2

3 3 3

2

3 2 1

2

1

4 5 3 3

3 1 2 1

2 3 1 3

2 2

2

4

3 3

3 1

3

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Sonja Leissing, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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126 | MM23, 6.6.2017 | LEBEN

1 2

Meine Welt

«Mit Yoga höre ich auf meinen Körper» Bahn-Europameister Stefan Küng sitzt nach Verletzungspausen wieder fest im Sattel: Am kommenden Sonntag startet er zum ersten Mal an der Tour de Suisse. Mit Yoga und Lesen sorgt der 23-Jährige für einen spirituellen Ausgleich zum Sportlerleben. Text: Laila Schläfli Bilder: Stefan Boesch

3


LEBEN | MM23, 6.6.2017 | 127

1 Meine Umgebung «Ich bin gern in der Natur. Als ich 2015 am Rücken verletzt

war, konnte ich bloss zehn Minuten lang am Stück gehen, dann musste ich mich hinlegen. Ich lag auf der Wiese und las, bis ich keine Schmerzen mehr hatte.» 2 Mein Zuhause «An etwa 200 Tagen

pro Jahr bin ich unterwegs. Wenn ich dann mal zu Hause bin, sitze ich gern auf dem Balkon und lese.»

4

3 Mein Brot «Nirgendwo anders gibt es so gutes Brot wie in der Schweiz. Wenn ich daheim bin, kaufe ich immer Brot vom Bäcker.»

5

Name Stefan Küng (23) Sternzeichen Skorpion Lebenslauf «Ich stamme aus Wilen TG, wo ich noch heute wohne. Als

Zehnjähriger trat ich dem Veloklub bei und fuhr mein erstes nationales Rennen. Mit 17 wurde ich Europa­ meister auf der Bahn. Mit 19 machte ich die Matura. Schon im Gymnasium entschied ich, aufs Velofahren zu setzen. Einen Plan B haben heisst: mit dem Scheitern rechnen – das ist die falsche Einstellung. 2014 wurde ich vier Mal Europameister in zwei Wochen und Dritter an der WM. Ich unterschrieb beim Profiteam BMC. 2015 ging es zunächst im gleichen Stil weiter, dann war ich oft verletzt: diverse Stürze, Brüche, Pfeiffersches Drüsenfieber. Das Jahr 2017 hat gut be­ gonnen, und ich freue mich auf die ers­ te Teilnahme an der Tour de Suisse.» 6

4 Mein Ausgleich «Für mich bedeutet Yoga, auf den eigenen Körper zu hören. Als 16­Jähriger fing ich mit der Atem­ technik an. Heute mache ich vier­ bis fünfmal pro Woche Yoga. Sich bewusst mit sich selbst auseinanderzusetzen, ist nah an der Meditation. Das ist der spirituelle Teil von mir.» 5 Meine Bücher «Beim Lesen kann ich

abschalten, vor allem bei Fantasyge­ schichten: Man ist in einer anderen Welt, einer Traumwelt. ‹Harry Potter› habe ich sicher schon zwei­, dreimal gelesen.»

Bild: Keystone

Mein Lieblingsprodukt

«Hüttenkäse gibt es im Ausland nicht. Ich geniesse ihn gern mit Gemüse zum Dippen. Viel Protein, wenig Fett – das ist die perfekte Sportlernahrung.»

6 Mein Ersatzgrosspapi «Mein erstes

Velotrikot bekam ich von meinem Nachbarn und Ersatzgrossvater Bruno Wehrli (74). Seine und meine Familie campierten früher in den Ferien oft zu­ sammen. In seiner Jugend fuhr Bruno auch Rennen. Er hat die Faszination für den Radsport an mich weitergegeben.»


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