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Migros magazin 23 2016 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

MM23, 6.6.2016 | www.migrosmagazin.ch

Leserreise Verdi-Festival in Parma Profitieren Sie von attraktiven Rabatten! Seite 114

Gewalt gegen Männer: Opfer berichten Seite 10

Soziale Medien

Für einmal selber im Fokus: Instagram-Queen Martina Bisaz

Bild: René Ruis

Seite 28

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4 | MM23, 6.6.2016

22

N Editorial

Es kann losgehen!

Nein, der grosse Fussball-Fan ist sie nicht. Aber die EM wird sie verfolgen, «das dänn scho!». Sonja Leissing, unsere Food-Redaktorin, steht eher auf Kulinarisches. Und hier hat sie in den letzten Wochen heftig dazugelernt. Für das Migros-Magazin hat sie eine fünf Wochen lang laufende Serie über die Küche der Nationen vorbereitet, die an der Fussball-EM teilnehmen: 24 Rezepte aus 24 Ländern. Hat mit Chefs de cuisine aus Irland, Ungarn oder Belgien gefachsimpelt. Hat probiert und gepröbelt, notiert und geschluckt. Von einem Waliser gelernt, wie man eine Käsewurst zubereitet. Gestaunt, wie viele Rezepte die Portugiesen für ihren Leibfisch Bacalhau (Stockfisch) kennen. Geschmunzelt über die Isländer, die Fisch vergraben, Rentiere essen, Fohlen und Papageientaucher. Speziell beeindruckt hat sie übrigens die Trinkfestigkeit der Ukrainer («Wir trinken Wodka, immer!»).

Bevor nun also der grosse Fight in Frankreich anfängt: Tauchen Sie mit uns ein in die europäische Küche! Wir starten unsere Reise diese Woche in Russland, Wales, Österreich, Deutschland und Island (ab Seite 60). Ach ja: Sonja Leissing, die Vorarlbergerin, wird leider nicht den Schweizern die Daumen drücken. Ihr Herz gehört ganz Österreich-Trainer Marcel Koller und seinen Jungs. Immerhin: Der ist ja auch Schweizer … Ein anderes Thema. Anfang März publizierte das Migros-Magazin einen Artikel, der hohe Wellen geworfen hatte. Die Story über sexuelle Übergriffe motivierte viele Frauen mit ähnlichen Erfahrungen, sich bei uns zu melden. Auf den Einwand an der redaktionellen Blattkritik, es gäbe auch sexuelle Übergriffe auf Männer, haben wir uns entschlossen, uns auch dieses Aspekts anzunehmen. Migros-Magazin-Redaktor Ralf Kaminski porträtiert in dieser Ausgabe drei Männer, die jahrelang unter Druck, Schlägen, Erniedrigung gelitten haben. «Verspottet, geschlagen, missbraucht», die Reportage finden Sie ab Seite 10. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

60


MM23, 6.6.2016 | 5

Menschen 8 Diese Woche

Unstillbarer Trieb? Eine Wildtierbiologin erklärt, wie man räuberische Katzen vom Jagen abhalten kann 10 Gewalt gegen Männer

Sie werden geschlagen und missbraucht – und schämen sich dafür. Drei männliche Gewaltopfer erzählen 21 Bänz Friedli

22 Frau mit Kampfkuh Die 17-jährige Walliserin Natalija Bregy bereitet ihre Eringer Kuh Cascada auf ihre Königinnenrolle vor

Soumitra Dutta, Wirtschaftsprofessor

Wie passiert man eine Reihe sitzender Menschen? 108 Garten

111 Zootierarzt

Netzwerks schwören auf die Bündnerin Martina Bisaz

34 Interview

Der indische Wirtschaftswissenschaftler Soumitra Dutta über die Innovationskraft der Schweiz

Das Stinktier hat Zahnweh: Die Eiterzähne müssen raus 113 Gesundheit

Blasen verhindern und pflegen 114 Leseraktion

Kulturreise zum Verdi-Festival nach Parma 118 Beauty

Migros-Welt

Zwillingsstudien beweisen: Der Lebensstil hat Einfluss auf unser Aussehen

44 Bestellen und abholen

121 Familie

PickMup – das neue Abholkonzept der Migros

So wird der sozial- und umweltverträgliche Anbau für die Futterpflanze gefördert Bilder: Mathieu Rod, Daniel Auf der Mauer, Christine Benz, Julien Benhamou

107 Knigge reloaded

28 Star auf Instagram 200 000 Fans des Foto-

47 Soja-Netzwerk

48 Salz, Zucker und Fett

Ob in Milch- oder Fertigprodukten: Die Migros reduziert die Nährstoffe

34

Leben

Hochbeete sind der letzte Schrei. So beeten MigrosMagazin-Leser hoch

31 Leserforum

«Die knappste Ressource auf der Welt sind gut qualifizierte Fachleute»

101 Neues aus der Region Aktionen und Reportagen

26 Infografik

Was das Meer verbirgt

10

52 Fische für den Grill 56 Fast wie selbst gemacht 60 Fussball für Gourmets 80 Frisches Feldbrot 83 Feine Blévita-Snacks 89 Grüne Linsen aus Genf 91 Geschichten gesucht! 93 Saubere Sportwäsche 95 Schöne Haut ab 50 96 Alles für die Babypflege 98 Rund ums Schwangersein

Wenn Geschwister streiten 123 Kinder

Waghalsige Eichhörnchen 128 Rätsel/Impressum 132 Cumulus 134 Meine Welt Musical-Darsteller Eric Hättenschwiler über sein Alter Ego und seinen Quarzengel

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM23

Darauf freuen wir uns Euro 2016 Bälle und Bier für

die Buben: Am Freitag wird in Frankreich die Fussball-EM angepfiffen. Manifesta 11 Die europäische

Biennale für zeitgenössische Kunst beginnt am Samstag in Zürich. Ein Hingucker ist die Plattform «Pavillon of Reflections» am Bellevue.

Unnützes Wissen

Tierisches zum Staunen Katzen imitieren beim Miauen

Bettina Oberli (42)

ist Autorin und Regisseurin von erfolgreichen Filmen wie «Die Herbstzeitlosen», «Tannöd» und «Lovely Louise».

Gelände. Um sie herum nur Sand und Himmel. Vegetation ist keine in Sicht. Befinden sie sich auf dem Mars? Wonach forschen sie? Gold, Wasser, Zeichen von Existenz? Nein, sie suchen nicht nach Leben. Sie schützen Leben und setzen dadurch ihr eigenes aufs Spiel. Denn das Bild zeigt ein Minenräumungskommando an der Grenze zu Peru. Dort hat Chile während Pinochets Herrschaft 180 000 Tellerminen vergraben. Ein Sechstel davon steckt immer noch im Boden. Die Gefahr ist für die Bewohner der Region nicht entfernt auf einem anderen Planeten, sondern jeden Tag ganz nah.»

Katzen schnurren aus Wohlbefinden – und bei einer Schallfrequenz von rund 25 Hertz fördert ihr Schnurren das Knochenwachstum, wie Studien belegen. Eulen können ihren Kopf um 270 Grad drehen.

Leseprobe

Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Daniel Ammann (55), Theologe, aus Luzern

a) Agenda b) Einkaufszettel c) Parkbusse

Antwort a): Damit nehme ich Kontakt mit mir auf. Ich will wissen, was mich im Leben beschäftigt hat, was mich beschäftigen wird. Das Buch, gefüllt mit Notizen, ist wie ein Wegweiser.

Bilder:© 2016 Graphic News/Keystone, Andres Diaz/EPA/Handout Ministry of defense of Chile/Keystone, Salvatore Vinci

Mein Bild der Woche «Vier Menschen auf einer Mission im kargen, weitläufigen

die Frequenz, in der hungrige Babys schreien.

Wenn der Bartgeier, ein Aasfresser, keine Nahrung findet, hilft er nach und schubst seine Opfer über eine Klippe in die Tiefe. 90 Prozent aller Tierarten sind kleiner als ein Fingernagel. Quelle: Stern/Neon


8 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Ist eine Katzensteuer sinnvoll? www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Diese Woche

Katzenhalter sollen Verantwortung tragen Hauskatzen jagen bedrohte Tierarten wie Kröten und Eidechsen. Darum fordert der Aargauer FDP-Grossrat Johannes Jenny eine Katzensteuer. Biologin Sandra Gloor gibt Empfehlungen für Katzenhalter und Gartenbesitzer. Text: Andrea Freiermuth

Wie stark soll Tabak­ werbung eingeschränkt werden? 59% Sie soll endlich komplett verboten werden 19% Sie soll weiterhin in TV und Radio verboten sein, erlaubt bleiben Sponsoring und Plakate 22% Sie soll unein­ geschränkt zugelassen werden

Zahlen und Franken

1295

100

Franken kostet die Kastration bei einem Kater, 200 Franken bei einem weiblichen Tier.

400

Franken Steuer pro Jahr fordert Johannes Jenny für nicht kastrierte Kat­ zen. Für kastrierte Tiere solle die Steuer weniger als 30 Franken betragen. Quelle: «Beobachter»

Pfoten weg! Der Aargauer Grossrat Johannes Jenny findet es stossend, dass Katzen viele geschützte Tiere töten.

V

iele böse Mails und so­ gar Morddrohungen hat Johannes Jenny (56) schon erhalten: Der Aargauer Grossrat schlug ver­ gangenes Jahr vor, Jäger sollten verwilderte Hauskatzen gezielt abschiessen. Jenny wollte so die Katzenpopulation von 1,5 Millio­ nen Tieren verkleinern, um be­ drohte Wildtiere zu schützen. Jetzt erwägt der FDP­Politiker, der auch als Geschäftsführer von Pro Natu­ ra Aargau amtet, mit einer Katzen­ steuer eine moderatere Lösung: Wer seine Katze kastrieren lasse

und so dazu beitrage, dass weniger Jungtiere zur Welt kommen, soll «nur» 30 Franken Steuer bezahlen; wer eine nicht kastrierte Katze hält, würde mit 400 Franken zur Kasse gebeten. Darüber berichtete kürzlich auch die «Rundschau»: Die 1,5 Millionen Schweizer Haus­ katzen sollen in einem Frühlings­ monat bis zu 350 000 Vögel und 50 000 Kröten und Eidechsen töten. Als Quelle dieser Daten wird die Forschungsgemeinschaft Swild genannt (siehe Interview). Manuela Gutermann (52) vom Verein Katzenfreunde bezweifelt,

dass Katzen den Bestand anderer Tiere in solchem Ausmass gefähr­ den: «Es gibt noch andere Gründe wie natürliche Feinde, den Verlust von Lebensraum oder veränderte Lebensbedingungen.» Viel wichtiger sei es, die geschätz­ ten 300 000 herrenlosen Tiere zu kastrieren. «Ich bin kein Katzenfeind und will auch keinem Grosi das Büsi vermiesen», sagt Biologe Jenny. «Das Geld, das mit der Steuer zusammenkäme, würde zur Be­ treuung und Kastration von her­ renlosen Katzen eingesetzt.» MM

Bilder: Suzanne Marshall/Contributor/Getty Images, zVg

Franken kostet eine Hauskatze im Jahr. Darin nicht enthalten sind einmalige Ausgaben bei der Anschaffung.


MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 9

Strassenumfrage

Sandra Gloor

«Dass in unserem Land 1,5 Millionen Katzen leben, ist nicht natürlich» Sandra Gloor, gemäss Ihren Zahlen sind Katzen wahre Killer: Die 1,5 Millionen Schweizer Büsis sollen in einem Frühlingsmonat 350 000 Vögel und 50 000 Reptilien erbeuten. Wie kommen Sie zu diesen Daten? Wir haben 2011 in einem Dorf im Kanton Zug 32 Katzen während 48 Tagen beobachtet. Es handelt sich also um eine sehr kleine Stichprobe. Die «Rundschau» hat die Daten auf die ganze Schweiz hochgerechnet, ohne die beschränkte Aussagekraft zu thematisieren. Zudem haben die von uns beobachteten Katzen keine Reptilien erbeutet. Also alles nicht so schlimm. Was halten Sie von einer Katzensteuer? Katzen sind Raubtiere. Je nach Ge­ biet sind sie in einer enormen Dichte unterwegs. Dass sie einen Einfluss auf Wildtierbestände haben, ist sehr wahrscheinlich. Darum befürworte ich im Sinne des Vorsorgeprinzips Lenkungsmassnahmen, um die Population zu begrenzen. Eine Steuer könnte eine Möglichkeit sein. Warum wurden Sie 2011 nicht selber aktiv? Ein Ziel von uns ist, die bisher sehr emotionale Diskussion zum Thema zu versachlichen. Wir sind nun daran, eine grössere Studie vorzubereiten, um die Auswirkung der Katzen auf Beutetierpopulationen zu unter­ suchen und Massnahmen zu entwickeln, wie der mögliche Einfluss begrenzt werden kann. Katzen haben einen natürlichen Jagdtrieb. Warum kann man die Natur nicht einfach walten lassen? Dass in unserem Land 1,5 Millionen Katzen leben, ist nicht natürlich. Ohne uns Menschen gäbe es nicht so viele davon. Darum tragen wir Verantwortung für unsere Katzen und deren Aktivitäten. Vor allem der Bestand von seltenen Reptilien- und Amphibienarten soll durch Katzen bedroht sein. Was macht sie so verletzlich?

Kröten und Eidechsen sind wechsel­ warme Tiere. Das heisst, sie halten ihre Körpertemperatur nicht kons­ tant. In den Morgenstunden sind sie daher weniger beweglich – und damit eine leichte Beute. Dazu kommt: Die natürlichen Lebensräume dieser Arten sind auch durch den Menschen bedroht. Dafür können die Katzen natürlich nichts. Aber sie sind dann vielleicht das Zünglein an der Waage, das gebietsweise zum Aussterben ei­ ner Art führen kann. Sollte man seinem Stubentiger ein Glöckchen umhängen? Studien zeigen, dass Katzen damit tatsächlich weniger Vögel erbeuten. Reptilien und Amphibien hingegen hören schlecht. Sie reagieren eher auf Erschütterungen. Daher bringen Glöcklein diesen Tieren nichts. Eine Katzenhalskrause, wie sie seit Kurzem propagiert wird, könnte ebenfalls positiv wirken. Das möch­ ten wir nun in einem Projekt mit der Vogelwarte abklären. Stört Katzen ein Glockenhalsband nicht? Selbst der renommierte Katzen­ forscher Dennis Turner meint, solche Halsbänder seien durchaus vertretbar.

Braucht es eine Büsisteuer?

Biologin Sandra Gloor (51) ist

Mitglied der Geschäftsleitung von Swild, einer unabhängigen Forschungs­ gemeinschaft für Wildtier­ forschung und Stadtökologie.

Justine Schuler (18), Pharma­ assistentin, Fehraltorf ZH: «Wieso

sollte der Katzenhalter bestraft werden, wenn das Tier bloss seinen natürlichen Platz in der Nahrungs­ kette einnimmt?»

Laszlo Bujdosos (33), Koch, Adliswil ZH: «Ich finde es gut, wenn

die Leute Verantwortung für ihre Tiere übernehmen müssen, auch für Katzen. Darum würde ich eine solche Steuer eine gute Sache finden.»

Was kann ich als Gartenbesitzer tun, um Wildtiere vor der Nachbarskatze zu schützen? Hierfür sollte man den Garten in ers­ ter Linie wildtierfreundlich gestalten, das heisst möglichst vielfältig und natürlich. Zu empfehlen sind etwa Hecken aus einheimischen Pflanzen­ arten, auch solche mit Dornen und Stacheln, in denen Eidechsen und Vögel Zuflucht vor Katzen finden. Was halten Sie von Vergrämungsanlagen mit Ultraschall? Das empfehlen wir nicht. Damit ver­ scheucht man nicht nur Katzen, son­ dern auch Wildtiere – etwa Fleder­ mäuse. Was jedoch durchaus sinnvoll sein kann, sind Wassersprenger, die auf Bewegung reagieren. MM

Paulina Bisquolm, Hausfrau, Uster ZH: «Eine solche Steuer ist völlig un­

nötig: Katzen, die genügend Futter er­ halten, mausen nicht. Zudem gibt es nichts Saubreres als ein Büsi. Es deckt sein Häufchen immer schön zu.»


10 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Männer als Opfer

Verspottet, geschlagen, missbraucht

Auch Männer können Opfer von Gewalt werden: in der Partnerschaft oder bei sexuellen Übergriffen. Die Dunkelziffer ist hoch, weil viele sich schämen. Drei Männer erzählen über ihre Erlebnisse. Texte: Ralf Kaminski Bilder: Daniel Auf der Mauer

D

er eine bekam von seiner Frau ein Messer in den Rücken gerammt, der andere wurde systematisch gemobbt. Die meisten Männer, denen so etwas passiert, schweigen – oft aus Scham. Auch des­ halb gibt es über Männer als Opfer von Frauen­ gewalt nur wenige verbindliche Zahlen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik waren 2013 rund 25 Prozent der 9381 Opfer von häuslicher Gewalt männlich. Von den 8953 Beschuldigten waren 21 Prozent weiblich. Diese Zahlen verändern sich nach einer Einschätzung des Bundesamts für Statistik von Jahr zu Jahr jeweils nicht stark. «Verlässliche Aussagen zum tatsächlichen Ausmass von Gewalt in Paarbeziehungen sind nicht möglich», sagt die Psychologin Marianne Schär Moser, die sich schon länger mit dem Thema befasst. «Aufgrund von Studien ist zu vermuten, dass 10 bis 20 Prozent der Frauen im Laufe ihres Erwachsenenlebens körperliche oder sexuelle Gewalt und rund 20 bis 40 Prozent psychische Gewalt durch ihren (Ex­)Partner erleben. Über männli­ che Opfer lassen sich keine Aussagen machen, weil für sie entsprechende Studien fehlen.» Ausländische Untersuchungen kommen laut Moser zum Schluss, dass Frauen mit ihren Partnern – auch physisch – mindestens genauso aggressiv umgehen wie umgekehrt.

Studien aus den USA und aus Grossbritannien deuten darauf hin, dass von Frauen angewendete Gewalt oft in Beziehungen stattfindet, in denen beide Gewalt ausüben. Klar ist auch, dass von Gewalt betroffene Männer seltener Unter­ stützung suchen als Frauen. «Die Angst, auf Un­ verständnis zu stossen oder belächelt zu werden, hindert gewaltbetroffene Männer trotz enormem Leidensdruck daran, sich bei einer Beratungs­ stelle zu melden», heisst es in der Informations­ broschüre «Jungs und Männer als Opfer von Gewalt», die das Amt für Erwachsenen­ und Kindesschutz der Stadt Bern und der Kantons­ polizei Bern herausgegeben hat. 11 Prozent der Männer fühlten sich schon mal am Arbeitsplatz sexuell belästigt

Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Betroffene Männer haben oft die Haltung, dass ein Mann schlicht nicht Opfer körperlicher Gewalt sein könne. Hinzu kommt das Gefühl, sie seien die Einzigen, denen Gewalt in der Partnerschaft widerfahre. Mindestens so tabuisiert sind sexuelle Übergriffe an Männern. Zahlen gibt es auch hier nur wenige, selbst international. Eine Studie der Universität Lausanne ergab 2012, dass sich rund 11 Prozent der Deutschschweizer Männer schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt gefühlt haben. Etwa wegen sexistischer Witze, E­Mails oder Dieser Artikel ist scheinbar zufälliger Berührungen. die Fortsetzung Eine andere Studie aus dem Jahr 2011 unseres Beitrags über («Sexuelle Übergriffe an Kindern und sexuelle Übergriffe Jugendlichen in der Schweiz») hielt auf Frauen, der viele fest, dass bei 60 Prozent der befrag­ Reaktionen auslöste: ten männlichen Opfer von sexueller www.migmag.ch/ Gewalt eine Frau für die Tat verant­ uebergriff wortlich war. MM MM10, 7.3.2016 | www.migrosmagazin.ch

Weltfrauentag, 8. März

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Männer suchen selten Hilfe, weil sie Angst haben, belächelt zu werden

Die Gründe von häuslicher Gewalt sind vielfältig. «Es sind nie einzelne Faktoren, die zur Gewalt führen», sagt Schär Moser, «dahinter steht ein sich gegenseitig beeinflussendes Netz von Ursachen und Risikofaktoren.»

«Es kommt mir vor, als wäre ich in dieser Beziehung ähnlich gefangen gewesen, wie es Anhänger in einer Sekte sind. Sie hat mein ganzes Leben beherrscht.»


MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 11

Kurt Huber

«Ich hatte fast die Tür erreicht, als ich den Stich spürte» Kurt Hubers* Leidensge­ schichte dauerte 31 Jahre und endete im Juni 2015 mit

einem Messer in seinem Rücken. Die Tage zuvor wa­ ren bereits schwierig. «Sie hatte ihre Medikamente ab­ gesetzt und viel getrunken. Vermutlich spürte sie, dass ich mich wieder mit Tren­ nungsgedanken beschäftig­ te.» Huber hatte nach einem Streit das Haus verlassen, im Auto geschlafen, sich jedoch am nächsten Tag auf ein Treffen eingelassen zum Spazierengehen mit dem Hund. Es kam erneut zum Streit, sie trat nach ihm, er nahm den Hund und ging. Dann kamen SMS und Anrufe, die er zunächst

ignorierte. Als er dann doch abnahm, drohte sie, wenn er den Hund nicht bis in einer halben Stunde nach Hause bringe, wolle sie diesen nie mehr sehen. Er ging hin, sie war bereits angetrunken. Kurze Zeit später ging sie ins Bad und kam mit den Händen hinter ihrem Rücken heraus. «Ich fragte, was sie da habe, sie kam näher und zeigte es mir: eine Schere.» Er wehrte sie ab, sie tobte, ging, kam wieder. «Plötzlich hatte sie ein Messer und stach zu.» Sie erwischte ihn nur knapp. «Ich rang ihr das

Messer aus der Hand, es fiel zu Boden, ich kickte es weg. Sie hinterher.» Er ging zur Tür, um das Haus zu verlassen. «Ich hatte sie fast erreicht, als ich den Messerstich spürte, oben rechts zwischen Schul­ terblatt und Wirbelsäule.» Blut spritzte, Huber floh zu seinem Auto. «Ich spürte die Wunde, sie blutete heftig.» Er setzte sich ins Auto und fuhr los. «In der Notauf­ nahme konnte man es nicht fassen, dass ich selber ge­ fahren war.» Die Klinge


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 13

war acht Zentimeter tief eingedrungen, hatte eine Schlagader um nur einen Zentimeter verfehlt. Wäre sie getroffen worden, hätte er keine Chance gehabt. Die Beziehung war von Anfang an schwierig. Kennen-

gelernt hatte Huber seine spätere Frau Mitte der 80erJahre auf Mallorca. Sie kam aus Norwegen und besuchte ihn schon bald in der Schweiz. «Wir waren sehr verschieden, das war schnell klar.» Sie trank viel, es gab Konflikte, unschöne Szenen mit Freunden im Ausgang. Dennoch heiratete er die fünf Jahre ältere Frau. Sie hielt es in keinem Job lange aus. Zu Hause stritten

sie oft. Sie beschimpfte ihn, warf Dinge, trat ihn zwischen die Beine, zerschlug Geschirr, hatte Affären, randalierte in Restaurants, drohte mit einem Auftragskiller. Sobald er jedoch die Beziehung infrage stellte, wandelte sie sich für ein paar Tage. «Sie war wie ausgewechselt, zugänglich, zuvorkommend.» Doch das hielt nie lange an. Heute weiss er, dass sie an einer Borderline-Störung leidet. Nach dem Messerstich lag Huber eine Woche im Spital.

Dort erfuhr er vom Zwüschehalt, dem einzigen Männerhaus der Schweiz (siehe Seite 18). «Ich zog vom Spital direkt dorthin, für ein halbes Jahr.» Die Gespräche mit anderen Männern halfen ihm, wieder zu sich zu kommen. «Ich fühle mich heute, wie wenn ich eine zweite Chance aufs Leben bekommen hätte. Der Zwüschehalt hat massgeblich dazu beigetragen. Es ist unglaublich, dass es hierzulande nur ein einziges solches Haus gibt.» Hubers Frau lebt derweil unbehelligt in der ehelichen Wohnung. Oft fragt er sich, warum er den

Schlussstrich nicht schon vor Jahren gezogen hat. «Es kommt mir vor, als wäre ich in dieser Beziehung ähnlich gefangen gewesen, wie es Anhänger in einer Sekte sind. Sie hat mein ganzes Leben beherrscht.» *Name der Redaktion bekannt

«Wenn ich mich mal verliebte, dann meist in Frauen, bei denen ich von Anfang an wusste, dass jede Chance auf gegenseitige Liebe ausgeschlossen war.»

Mario Schuler

«Dann griff sie in meine Hose und begann, mich zu massieren» Schon Mario Schulers* Kindheit war nicht leicht. Seine Mutter war

alleinerziehend, psychisch angeschlagen und häufig nicht da, weil sie Geld verdienen musste. «Und ich war auch nicht gerade pflegeleicht», sagt der heute 32-Jährige. Seine Stimmung schwankte immer zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, ein Element seiner Borderline-Persönlichkeitsstörung. Deswegen war er 2002 mit 18 Jahren sechs Monate in einer psychiatrischen Klinik im Kanton St. Gallen. Dort passierte es. «An einem

Wochenende sass ich im Fernsehraum. Da kam eine Mitpatientin, mit der ich mich gut verstand, und setzte sich neben mich. Sie erzählte, dass sie gerade Stress mit ihrem Freund habe und Ablenkung brauche. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei. Nach einigen Minuten sagte

sie dann, ich solle sie küssen. Ich lehnte ab und wies darauf hin, dass ich mich erst gerade von meiner Freundin getrennt hätte. Dann griff sie in meine Hose und begann, mich zu massieren.

Es hatte keine Konsequenzen, ich musste weiter mit dieser Frau auf der gleichen Station bleiben.» Er empfand die Reaktion des Pflegepersonals als Ohrfeige.

Ich erstarrte, brachte keinen Ton mehr heraus und war völlig hand-

Schuler hatte seither nur ein einziges Mal intimen Kontakt mit einer Frau. Berührungen von Frauen, die über eine Umarmung oder Händchenhalten hinausgehen, sind ihm zu viel. «Wenn ich mich mal verliebt habe, dann meist in Frauen, bei denen ich von Anfang an wusste, dass jede Chance auf gegenseitige Liebe ausgeschlossen war. Wohl auch aus Angst, was wäre, wenn eine Frau meine Liebe erwidern und es dann intimer werden würde.»

lungsunfähig. Sie sagte, wenn ich wolle, dass sie aufhöre, solle ich sie küssen. Ich brachte ein Nein raus, und so machte sie weiter. Sie hörte erst auf, nachdem sich bei mir nichts geregt hatte. Sie war sauer und lief, ohne ein Wort zu sagen, aus dem Raum. Ich sass noch eine Weile wie betäubt da, unfähig, irgendetwas zu machen.» Am nächsten Tag vertraute er sich seiner Betreuerin an, die ein Gespräch mit dem Klinikleiter sowie der Patientin und ihrer Betreuerin arrangierte. «Alles, was dabei herauskam, war: ‹Du böses Mädchen, das macht man nicht!›

Der Übergriff hatte Folgen:

*Name der Redaktion bekannt

Lesen Sie Mark Tanners Geschichte auf Seite 15


MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 15

Mark Tanner

«Sie nannte mich Nichtsnutz und Versager, was durchaus auch sexuell gemeint war.»

«Ein Mann ist erst stark, wenn er auch Schwäche zeigen kann» «Ohne das Männerhaus Zwüschehalt wäre ich

verloren gewesen», sagt Mark Tanner* (37). Damals, im Juni 2010, stand Tanner unter schwerem Druck: Er hatte keinen Job, und seine Frau wollte ihn los­ werden. «Fast jeden Morgen, wenn ich aufstand und mich um unseren zweijährigen Sohn kümmerte, fand ich einen Zettel vor. Ich solle endlich gehen, sie wolle die Wohnung für sich und ihren neuen Freund.» Die junge Familie war erst kurz zuvor in eine neue

gemeinsame Wohnung gezogen. «Aber unsere Be­ ziehung war schon lange zerrüttet, eigentlich schon, als unser Sohn 2008 gebo­ ren wurde.» Vor allem er war es, der Tanner noch in der Beziehung hielt. «Ich wusste, wenn ich gehe, würde ich ihn ziemlich sicher verlieren.» Hinzu kam, dass primär er es war, der für den kleinen Leo* sorgte. Kennengelernt hatte sich das Paar 2004. Aber schon bald nach dem Start der Beziehung hörte Tanner aus seinem Umfeld Warnungen: «Die nutzt dich doch nur aus, trenn dich von ihr.» Sie hatten verabredet, dass er für die Lebenshaltungskosten aufkommt und sie Geld zur Seite legt für gemeinsame grössere Anschaffungen und Ferien. Aber sie behielt das Geld stets für sich. Die Spannungen und Beleidigungen häuften sich.

«Sie nannte mich Nichtsnutz und Versager, was durchaus auch sexuell gemeint war.» Wegen der Konflikte lief nicht mehr viel im Bett, und schon bald hatte sie Affären, teils diskrete, teils ziemlich offensichtliche. «Eigentlich hätte diese Beziehung


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schon nach einem Jahr zu Ende sein sollen», sagt Tanner heute. «Aber Liebe macht blind. Ich habe lange geglaubt, dass sich das noch irgendwie retten lässt, habe ihr immer wieder eine Chance gegeben.» Als sie ihm eines Tages per SMS mitteilte «Du wirst Papi», fiel er aus allen Wolken. Am Vorabend hatten sie sich heftig gestritten: Ein Kind war das Letzte, was er sich unter diesen Umständen vorstellen konnte. Bald waren sie Eltern und stets am Rand der Überforderung. Die Kon­

flikte begannen, seine Arbeitsleistung in einer Schokoladenfabrik zu beein­ trächtigen – bis er im Mai 2010 ent­ lassen wurde. In der neuen Wohnung hatte das Paar getrennte Zimmer. Miteinander gesprochen wurde nur noch, wenn es um Leo ging, ansonsten herrschte Schweigen. Im Juni 2010 war Tanner so verzweifelt, dass er nicht mehr wusste, was er tun

sollte. Als Arbeitsloser eine neue Woh­ nung zu finden, war schwierig. Zudem wollte er seinen Sohn nicht zurücklas­ sen. Es war dann Tanners Mutter, die ihm vom Männerhaus Zwüschehalt er­ zählte. Kurz darauf meldete er sich dort und plante die Flucht. «Eines Morgens gingen wir los, in einem bis zum Dach vollgepackten Auto.» Tanner hinterliess einen Zettel mit der Nachricht: «Wir sind in einer geschützten Einrichtung. Ich melde mich wieder.» Er war sicher, dass seine Frau nach ihm suchen las­ sen würde, aber der Zwüschehalt hatte die Polizei über die Situation informiert. Einen Monat lang blieben sie dort, Tanner fühlte sich gestützt und

gestärkt. Er kümmerte sich um seinen Sohn, leitete das Scheidungs­ und Ehe­ schutzverfahren ein, suchte nach einem neuen Job und einer neuen Wohnung. Letztere fand er dank eines verständ­ nisvollen Vermieters. Beim Zwüschehalt

geht er noch heute regelmässig vorbei. «Es dauerte einige Zeit, bis ich akzeptie­ ren konnte, dass ich das Opfer in unse­ rer Beziehung war. Aber andere hatten ja noch viel Schlimmeres erlebt.» Seit Mitte 2014 hat sich Tanners Leben wieder normalisiert. Er hat

einen neuen Job, eine neue Beziehung, und auch mit seiner ehemaligen Frau kommt er relativ gut aus. «Wir teilen uns das Sorgerecht für Leo (8).» So schwierig diese Zeiten gewesen seien, er habe sich durch sie auch weiter­ entwickelt, sagt Tanner. «Ich bin reifer geworden, habe gelernt, was es heisst, Vater zu sein, Verantwortung zu über­ nehmen. Und ich weiss heute auch: Ein Mann ist erst dann richtig stark, wenn er auch Schwäche zeigen kann.» *Name der Redaktion bekannt

Interview mit ZwüschehaltLeiter Oliver Hunziker, Seite 18

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Sexuelle Übergriffe Männer werden nicht nur von Frauen sexuell missbraucht, sondern manchmal auch von anderen Männern. Wir haben mit Män­ nern gesprochen, denen das passiert ist. Sie erzählen, wie es dazu gekommen ist, was es in ihnen aus­ gelöst hat und wie sie mit den Übergriffen fertig geworden sind. Diese Geschichten finden Sie online auf: www.migrosmagazin.ch

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18 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Oliver Hunziker

«Wenn Männer gehen, verlieren sie ihr Kind» Viele männliche Opfer von Gewalt bleiben in einer «negativen Spirale» hängen, sagt Oliver Hunziker vom Männerhaus Zwüschehalt. Sind Kinder im Spiel, haben die Männer besonders schlechte Karten. Oliver Hunziker, Gründer des Männerhauses Zwüschehalt

Oliver Hunziker, aus welchen Gründen kommen Männer in das Haus Zwüschehalt? Meist wegen latenter Gewalt­ situationen. Wobei das gele­ gentlich herumgebotene Bild von grün und blau geschlagenen Männern nicht sehr realistisch ist. Es kommt vor, aber häufiger handelt es sich um psychische Gewalt: Nötigung, Erpressung, Manipulation, Kontrolle. Auch das ist häusliche Gewalt, und meist haben diese Männer kei­ ne Möglichkeit, dem auszuwei­ chen. Dann kommen sie zu uns.

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Tätlichkeiten sind seltener? Schwere Gewalt ist selten, weil die Männer sich halt irgend­ wann wehren – und dann natür­ lich sofort als Täter gelten. Ver­ breiteter sind Stossen, Treten, Kratzen, Beissen. Die Reaktion der Männer darauf ist zunächst oft: Na ja, hat ja nicht wehgetan. Aber natürlich sind das Über­ griffe, und die sind das Problem, nicht die physischen Wunden. Ähneln sich die Geschichten? In der Regel schon. Es sind auch meist Geschichten, die sich hin­ ziehen. Viele Männer halten es erstaunlich lange in solchen Situationen aus, bei den Frauen

ist es ja nicht anders. Nur ganz selten kommt ein Gewaltexzess aus heiterem Himmel, oft schwelen die Konflikte jahre­ lang. Wenn Menschen über­ fordert sind, reagieren sie mit Gewalt, Männer wie Frauen. Was waren ihre krassesten Fälle? Leute mit Messerstichen oder so tiefen Kratzern am Hals, dass fast die Schlagader betrof­ fen war. So was passiert selten, aber es kommt vor. Männer tun sich schwer mit der Opferrolle, richtig? Keine Frage. Es fängt damit an, dass sich der Mann selbst eingestehen muss, Opfer zu sein. Oft ist das der schwie­ rigste Teil. Es gehört nicht zum männlichen Rollen­ verständnis. Aber angenom­ men, er schafft das und wendet sich nach aussen, stösst er oft auf diese Reaktion: «Ach, jetzt tu doch nicht so!» Der Mann wird so zum zweiten Mal zum Opfer, es spielt ein ähnlicher Mechanismus wie derjenige, den vergewaltigte Frauen oft im Umgang mit Behörden erleben. Meist rückt die Polizei gar nicht erst aus, und wenn, dann nimmt sie den Mann mit, obwohl er klar das Opfer ist. Wer es bis zu uns schafft, ist meistens völlig am Boden. Komplette Zusammenbrüche sind nicht selten. Wie sieht der emotionale Verarbeitungsprozess bei den Männern aus?


Sie kommen nach und nach wieder auf die Beine und stellen fest, dass sie zum ersten Mal seit Langem wieder an einem Ort sind, wo sie zur Ruhe kom­ men und klar denken können. Normalisiert sich das Leben wieder? Oder bleiben viele nachhaltig angeschlagen? Es gibt beides. Einige können das verarbeiten und sich wieder lösen, andere sind verbittert und bleiben in einer negativen Spirale hängen. Ich glaube, dass es vor allem bei Gewaltvorfällen darauf ankommt, ob es einem Mann gelingt, wieder Selbst­ vertrauen aufzubauen. Wer sich selber als Schwächling sieht, für den wirds schwierig. Alles in allem ist dieser Prozess nicht sehr anders als jener, von dem Frauen aus den Frauenhäusern erzählen. Der zentrale Unter­ schied ist: Begeben sich Frauen in die Opferrolle, ist das gesell­ schaftlich akzeptiert. Bei Män­ nern ist das nicht vorgesehen. Erleben Sie viele Fälle, in denen die Gewaltgeschichte in einen Kampf ums elterliche Sorgerecht mündet? Das passiert tatsächlich regel­ mässig. Die Sorge um die Kinder treibt ganz viele Männer um, die in eine solche Situation geraten. Die sagen sich: «Ich kann doch mein Kind nicht bei dieser Frau lassen, das geht doch nicht!» Wenn ein Mann sein Heim auf diese Weise verlässt, dann ist eine Trennung fast schon garan­ tiert. Die Gesellschaft sieht das so: Wenn eine Frau ins Frauen­

haus geht, nimmt sie ihre Kinder mit. Wenn ein Mann ins Männerhaus zügelt und die Kinder mitnimmt, nimmt er sie seiner Frau weg. Die Auseinandersetzung ums Kind ist in solchen Situationen also fast unvermeidlich? Nahezu, ja. Es heisst ja immer: Frauen bleiben in Gewaltsitua­ tionen wegen ihrem Kind. Aber das gilt auch für Männer. Denn vielen ist klar, wenn sie gehen, verlieren sie ihr Kind. Wenn sie Vorwürfe gegen die Mutter erheben, werden die gegen sie verwendet. Das hält sie in der Beziehung. Und das Bewusst­ sein, dass sie ihre Kinder nicht mehr schützen können, wenn sie gehen. Deshalb gilt im Männerhaus Zwüschehalt auch, dass man die Kinder mitbringen kann, das ist ganz zentral.

Was muss getan werden, damit sich die Situation ändert? Das alte Männerrollenbild müsste sich ändern. Solange weiterhin gilt, dass Männer stark sind, keinen Schmerz ken­ nen und nicht weinen, bleibt alles beim Alten. In den letzten Jahren hat sich zwar einiges bewegt, aber wenn es hart auf hart geht, fällt man wieder in die alten Rollenbilder zurück. Und die sitzen tief: Es wird noch einige Zeit dauern, bis sie verschwinden. MM

Initiant des Männerhauses Zwüschehalt

das Männerhaus Zwüschehalt gegründet. Es gibt dort 10 Plätze für Männer und ihre Kinder. Einige bleiben nur zwei, drei Tage, andere Wochen oder gar Monate. Das Haus war von Anfang an gut besucht, seit gut einem Jahr ist es nahezu ausgebucht. Laut Hunziker war es bisher jedoch nur selten nötig, Männer abzuweisen.

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Väter sind im Konflikt um die Kinder also strukturell benachteiligt? Das ist nach wie vor so.

Zur Person

Oliver Hunziker (50) hat 2009 in der Nähe von Aarau

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Zwüschehalt ist das einzige Männerhaus der Schweiz, auch in Europa lassen sie sich an einer Hand abzählen. Hunziker ist Informatiker, lebt in Lenzburg AG, ist geschieden und hat zwei erwachsene Söhne. Seit 10 Jahren ist er Präsident des Vereins für elterliche Verantwortung (VeV), unter dessen Dach das Haus Zwüschehalt gegründet wurde. Weitere Infos: www.zwueschehalt.ch; http://vev.ch

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3. Tag, Donnerstag 13.10.2016 Oslo Sognefjord Halten Sie heute Ihren Fotoapparat bereit – es erwartet uns eine fantastische Fahrt durch farbige Herbstlandschaften von Oslo an den Sognefjord, einer der längsten und schönsten Fjorde der Welt. Freuen Sie sich auf herrliche Hochebenen, einsame Bergseen und eindrucksvolle Passtrassen.

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4. Tag, Freitag 14.10.2016 - Sognefjord – Flambahn Heute folgt ein grosser Höhepunkt dieser Reise: die Fahrt mit der berühmten Flambahn. Die legendäre Zugstrecke windet sich hinauf in eine grossartige Berglandschaft mit Schneefeldern, Seen und dem rauschenden Wasserfall Kjosfossen. Auf unserer Weiterfahrt beeindruckt die karge Gebirgslandschaft durch ihre Weite und einsame Bergseen. 5. Tag, Samstag 15.10.2016 - Sognefjord - Florö Wir fahren entlang des idyllischen Sees Jölstravatn und vorbei am Wasserfall Huldrefoss Richtung Westküste. Unser Ziel ist die lebhafte Kleinstadt Florö, der unzählige kleine Schäreninseln vorgelagert sind. In Florö findet man einige typisch nordische Holzhäuser sowie ein kleines Freilichtmuseum.

6. Tag, Sonntag 16.10.2016 – Florö - Hurtigruten – Bergen Heute steht eine Schifffahrt auf einer der schönsten Teilstrecken der berühmten Hurtigruten von Florö nach Bergen auf dem Programm. Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie das einmalige Erlebnis und die vorbeizie-

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henden Naturschönheiten. Am Nachmittag erreichen wir Bergen. In der wohl schönsten Stadt Norwegens erleben wir nach unserer Ankunft eine tolle Stadtführung. 7. Tag, Montag 17.10.2016 - Bergen – Fähre Heute heisst es Abschied nehmen von Bergen. Es erwartet Sie die Fährpassage nach Norddänemark mit der Fjord Line. Geniessen Sie die schönen Ausblicke auf die zerklüftete Küste vom Sonnendeck und nutzen das Unterhaltungsangebot an Bord.

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Bänz Friedli

Die Schwingen ausbreiten

Er war ein Held meiner Jugend, der fran­ zösische Rocker Renaud Séchan. Als er «Morgane de toi» sang, war ich noch weit davon entfernt, Kinder zu haben. Doch ich merkte, dass der Sänger, der sonst immer den «blouson de cuir» gab, den harten Kerl, sich in dem Lied für einmal weich zeigte, besorgt und, ja, ein bisschen eifersüchtig. Auf wen? Auf «diese kleinen Sandkasten­ machos». Das Lied war an Renauds dreijäh­ rige Tochter Lolita gerichtet, und mit dem Refrain «Je suis morgane de toi» meinte er nichts anderes, als dass er vernarrt in die Kleine war. Rührend und auch ein bisschen ironisch war das, weil es ja auf ziemlich alberne Weise selbst machohaft ist, wenn ein Vater auf die dreikäsehohen Spielkame­ raden seiner Tochter eifersüchtig ist.

Bänz Friedli (51)

lernt loszulassen.

Aber es war ein wunderbarer Song. «T’envole pas!», beschwörte er die Tochter darin: Sie möge nie davonfliegen. Fragen Sie mich nicht, weshalb «Morgane de toi» mir gerade jetzt wieder in die Hände gefallen ist. Jüngere Musiker haben zu Renauds Ehren dessen Chansons interpretiert, ich höre «Morgane de toi» nach Jahrzehnten wieder, und das Lied geht noch immer ans Herz. «J’suis q’un fantôme quand tu vas où j’suis pas», summe ich leise mit: Ich bin ein Schatten meiner selbst, wenn du ohne mich weggehst. «T’envole pas!» – «Flieg nicht davon!», 33 Jahre später.

Doch, Moment mal – genau das tun sie, die Kinder. Renaud wird es inzwischen selber gemerkt haben: Lolita Séchan schreibt Bücher und verfasst Szenarien für Comics, sie lebt längst ein eigenes Leben. Und im Grunde tun sie das vom ersten Tag an. Wir begleiten sie nur. «Die Schwingen ausbreiten und durchstarten», dies war am Sonntag das Thema der Konfirmation unseres Sohnes. Und die Tochter, die eben ihren letzten Schultag erlebt hat, will bald auf Reisen gehen. «Flieg!», möchte ich ihnen und allen anderen Jugendlichen zurufen, die ihre Schulzeit beenden. Und dann vielleicht kleinlaut anfügen: «Aber bitte flieg nicht zu weit.» Weil ich mir sonst, wie Renaud, wie ein «fantôme» vorkäme. Falsch. Das Glück soll überwiegen und der leise Stolz auf diese selbständigen jun­ gen Menschen. Ich muss mich wohl eines anderen Songs behelfen. «From Here to Forever» von Kris Kristofferson etwa. Eins solle seine Tochter wissen, wenn sie fern voneinander seien, singt er darin: «I’ll love you from here to forever and be there wherever you go.» Dass er sie bis ans Ende der Welt liebe und immer bei ihr sein werde. Und wenn ich es mir recht über­ lege, lautet die richtige Übersetzung eben gerade nicht «bei dir sein», sondern: Ich werde da sein, wenn du mal zurückkehren möchtest, wenn du mich brauchst. MM

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Natalija Bregy

Eine Kampfkuh als beste Freundin Natalija Bregy träumt davon, ihre Kampfkuh Cascada in den Ring zu schicken und siegen zu sehen. Mit ihrem Hobby bewegt sie sich in einer klassischen Männerszene. Kein Problem für die 17-jährige Walliserin: «Man kennt mich.» Text: Monica Müller

N

atalija Bregy (17) fährt mit ihrem roten Jeep mit grüner Autonummer beim Hof ih­ rer Familie in Turtmann VS vor, steigt aus, pfeift und ruft mit sanf­ ter Stimme «Cascada!», «Cosby!». Zwei imposante Eringer Kampfkühe traben ihr entgegen und muhen sonor. «He, Schatzi», grüsst Natalija die muskelbe­ packten Tiere mit den geschwungenen Hörnern, streichelt und herzt sie, als wären es Hunde. Mit Kampfkühen aufgewachsen

Natalija ist mit den Kampfkühen im Stall gross geworden, sie gehören zur Familie. «Möchten Sie die Namen aller 30 Kühe wissen?», fragt sie und legt gleich mal los: Corbo, Buffon, Dallas, Bacelone, Rambo, Princesse, Bayonne, Raija … Natalija erklärt, wie die Kühe miteinander verwandt sind, und zeigt den Stammbaum von einigen auf ih­ rem Handy. Während sie die 580 Kilo schwere Cascada, «mein Kühli», an der Brust krault, erzählt sie von den Erin­ ger Kampfkühen. Waren Vater und Mutter, Gross­ vater und Grossmutter einer Kuh kampfeslustig, sei die Chance höher, dass auch diese «gut sticht», also «be­ schi» (böse) ist. Das heisst, eine Kuh geht den Kampf draufgängerisch an. Prallt ihr Schädel auf den ihrer Geg­

Bilder: Mathieu Rod

nerin, verkeilen sich ihre Hörner, stemmt sie ihre geballte Kraft dagegen und – gewinnt. Für die Samenprobe eines rauffreudigen Topstiers zahle man bis zu 1000 Franken, sagt Bregy. Und: «Eringer Kampfkühe trainiert man nicht, man züchtet sie.» Die Eringer Kühe sind Herdentiere. Sie bekämpfen sich Horn an Horn, um die Rangordnung zu klären. Aus diesem Verhalten ist die Tradition der Ringkuhkämpfe entstanden. An einem sogenannten Stechfest treten jeweils zwei Kühe gegeneinander an. Die Siegerin stellt den Kampf ein, sobald sich die besiegte Kuh abwendet. Am Ende des Tages wird die Kuh, die nie besiegt wurde, zur «Königin der Königinnen» gekürt. Das grosse Finale dieser regionalen Stechfeste findet jedes Jahr in Aproz VS statt. Aus Sicht des Tierschutzes gelten die Kämpfe als unproblematisch, da sie art­ gerecht seien. Natalija Bregy hätte Anfang April auch ihre Kuh Cascada in den Ring­ kampf schicken wollen. Doch Cascada verletzte sich im vergangenen Sommer am Bein und verpasste die Voraus­ scheidung. Für Natalija war das eine grosse Enttäuschung. Ihr Vater Marco Bregy (50) hatte ihr Cascada vor zwei Jahren geschenkt, nachdem sie zu rau­ chen aufgehört hatte. Seither träumt

Natalija davon, Cascada im Ringkampf siegen zu sehen. Preisgeld gibt es kei­ nes zu gewinnen. «Es geht um Stolz.» Den Stolz, ein Tier gezüchtet zu haben, das alle anderen im Ring aussticht. Es geht um Tradition und Ehre

Natalija besucht Stechfeste, seit sie sich erinnern kann. Sie liebt die Atmosphäre, die Spannung, freut sich, dort Kollegen zu treffen und Kühe wiederzusehen, die ihr Vater verkauft hat. Für eine «Königin der Königin­ nen» sollen Liebhaber bis zu 30 000, manchmal sogar 40 000 Franken bieten. Doch eine Siegerin werde selten verkauft. Dass sie sich an Stechfesten als junge Frau in einer traditionellen Männerdomäne bewegt, ist ihr «eigentlich egal», sagt Natalija Bregy. «Man kennt mich in diesen Kreisen, ich bin so aufgewachsen.» Eringer hält man nicht nur als Milch­ oder Fleischkühe. «Wer Erin­ ger züchtet, tut dies aus Leidenschaft. Es geht um Ehre und Tradition», sagt Natalija. Ihr Vater ist eine Grösse in der Szene. Schon neun Mal sind seine Kühe am Nationalen Eringer Kuhkampffinale in Aproz in ver­ schiedenen Kategorien Königinnen geworden. «Natalija hat ein Gefühl für Tiere, wie es manch ein Züchter


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Natalija mit Kampfkuh Cascada (2): «Manche Freunde haben vier Beine, damit sie ihr grosses Herz tragen können.»


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ein Leben lang nicht entwickelt», sagt der Vater. So sehr sich Natalija Bregys Alltag um die Kühe dreht, sie sind eigentlich nur ein Hobby. Vater Marco Bregy arbeitet als Sanitär, Natalija macht eine Lehre als Logistikerin in einer Landmaschinenwerkstatt im nahen Susten VS. Sie lebt bei ihrem Vater, ihre Eltern sind getrennt. Am aller­ liebsten hätte Natalija eine Lehre als Tierpflegerin gemacht. Doch dafür hätte sie das Tal verlassen müssen. Und das kam nicht infrage: «Ich bin ein Heimkalb.» Kaum Zeit für die Freunde

Bild: Keystone

Jeden Morgen vor der Arbeit führt Na­ talija ihren Hund Xenia aus, fährt beim Stall vorbei und schaut, ob bei ihrem Pferd Ilcando und bei Cosby und Cas­ cada alles in Ordnung ist. Die beiden Kühe sind nicht mit der Herde auf die Alp gegangen. Cosby, weil sie bald kal­

bert, Cascada wegen ihrer Verletzung. In der Mittagspause fährt Natalija nochmals mit dem Jeep vor und abends nach der Arbeit ebenso. Dann trainiert sie Ilcando. Zeit für Freunde bleibt da kaum. Man trifft sich höchstens an einem Samstagabend oder für einen Ausritt mit dem Pferd. Für Natalija Bregy sind die Vierbeiner die wahren Freunde. «Wir können ihnen nie so viel zurückgeben, wie sie uns geben», sagt sie. In ihrem Whatsapp­Profil steht: «Manche Freunde haben vier Beine, damit sie ihr grosses Herz tra­ gen können.» Ob Cascada eines Tages alle ande­ ren Kühe im Ring in die Flucht schla­ gen wird, kann auch der Vater nicht voraussagen. «Beschi isch, dr Räscht isch Schicksal.» MM Die Migros Wallis und das M­Industrieunter­ nehmen Aproz unterstützen als Silber­Partner das Nationale Finale der Eringer Ringkampfkühe.

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«Natalija und ihre Kampfkuh» Das Schweizer Fernsehen SRF hat Natalija Bregy auf dem Weg

vom Mädchen hin zur jungen Frau begleitet. «Natalija und ihre Kampf­ kuh» ist ein Film über das Erwachsen­ werden. In einer Welt, die wenig Raum für Träume lässt, wo es keine Traumberufe gibt und keine intakten Familien mehr. Aber eine Welt, in der Natalija hartnäckig an ihrem Traum festhält, einmal mit ihrer Kampfkuh im Ring zu stehen und zu siegen. Donnerstag, 9. Juni, 20.05 Uhr, SRF 1

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Text: Anne-Sophie Keller

Auf seiner Jungfernfahrt am 14. April 1912 kollidierte das damals grösste Schiff der Welt mit einem Eisberg und sank auf eine Tiefe von 3800 Meter. Mehr als 1500 der über 2200 Passagiere verloren ihr Leben.

RMS Titanic

Der ägyptische Gerätetaucher Ahmed Gabr (43) hält den Guinness-Weltrekord für den tiefsten Gerätetauchgang in Meerwasser: Am 18. September 2014 erreichte er eine Tiefe von 332,35 Metern.

Gerätetaucher

Herbert Nitsch (46) stellte 33 Weltrekorde in allen acht Apnoedisziplinen auf. Der Österreicher war der erste Mensch, der die 200-MeterTiefenmarke mit nur einem Atemzug und Eigengewicht durchbrach.

Apnoetaucher

Ab zwei Metern heisst es: Nase zu und sanft ausatmen. Dadurch wird Luft ins Mittelohr geleitet und ermöglicht so den Druckausgleich. Auch Schlucken hilft.

Schnorchler

Infografik: Michael Stünzi

373 bar

3800 m

34 bar

332 m

26 bar

253 m

1,5 bar

5m

In den Weltmeeren verbergen sich viele Geheimnisse. Weniger als zehn Prozent des Lebens unter Wasser sind erforscht. Ein Blick in die Tiefe.

Wunder der Tiefe

Infografik

4000 m

3000 m

2000 m

1000 m

0m

295 bar

3000 m

197 bar

2000 m

Bevor die Wale zur Nahrungssuche abtauchen, bleiben sie etwa zehn Minuten an der Wasseroberfläche und tanken Sauerstoff. In der Tiefe machen sie Jagd auf ihre Hauptbeute: Riesenkalamare. Bis zu zehn Meter grosse Exemplare wurden im Magen verendeter Pottwale gefunden. Wale orientieren sich durch eine Art Echolot, indem sie Klicklaute von sich geben.

Pottwal

Grauhaie, also Kammzähnerhaie und Requiemhaie, leben in bis zu 2000 Meter Tiefe. Beide Haiarten ernähren sich unter anderem von anderen Haien.

Grauhai

26 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Sonnenlicht


Weiter unten war niemand: Am 23. Januar 1960 erreichte der Schweizer Forscher und Autor Jacques Piccard mit dem stählernen U­Boot namens «Trieste» in fast 11 000 Meter Tiefe den Boden des Marianen­ grabens im Westpazifik. Piccard und der US­Marineleutnant Don Walsh gewannen neue Erkenntnisse über den Meeresgrund und entdeckten neue Lebewesen. Nach rund 30 Minuten kehrten die beiden zähneklappernd an die Wasseroberfläche zurück. Bis heute gibt es kein U­Boot, das tiefer tauchen kann. Piccard starb am 1. November 2008 in seinem Haus am Gen­ fersee. Der Abenteurer wurde 86 Jahre alt.

Jacques Piccards «Trieste» 1079 bar

10 994 m

Mehr Infos: oceancare.org

11000 m

Titanic Marianengraben

Wasser ist mehr als tausendmal schwerer als Luft. Der Druck, den ein Taucher in 200 Meter Tiefe aushalten muss, beträgt 21 bar. Das entspricht etwa dem Gewicht von 35 Elefanten auf einem Quadratmeter.

Je tiefer, desto höher der Druck

Amerikanische Forscher haben 2014 einen Scheibenbauch (Pseudoliparis ambly­ stomopsis) in fast acht Kilometer Tiefe gefilmt. So tief unten wurde noch nie ein Fisch gesehen. Überleben kann das Tier dank Trimethylaminoxid, einem Molekül, das Körpereiweiss vor dem enormen Wasserdruck in der Tiefe schützt.

Scheibenbauch

Die meisten weiblichen Tiefsee­Angler­ fische besitzen am Kopf eine angelartig verlängerte Rückenflosse (Illicium), an deren verdicktem Köderende (Esca) sich ein Leuchtorgan befindet. Die innere Struktur dieses «Lämpchens» enthält eine Vielzahl von Bläschen: Diese sind mit lumineszierenden Bakterien gefüllt und von lichtabsorbierenden Schichten um­ geben. Einige Anglerfische paaren sich ganz ungewöhnlich: Das Männchen dockt am Bauch des Weibchens an und verwächst permanent mit ihm.

Tiefsee-Anglerfische

Lage

756 bar

7700 m

393 bar

4000 m

10000 m

9000 m

8000 m

7000 m

6000 m

5000 m

MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 27


28 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Martina Bisaz

Bündnerin mischt Instagram auf

Neu auf Instagram? Tipps und Tricks

www.migmag.ch/ instagram

Martina Bisaz hat über 200 000 Follower auf dem Fotografie-Netzwerk Instagram. Mit ihren eindrücklichen Landschaftsbildern ist die 34-Jährige selber zum Medienstar geworden – obwohl sie das gar nicht sein will. Text: Anna Miller

M

Bild: René Ruis

artina Bisaz weiss gar nicht, was sie antworten soll auf die Frage, warum sie über 200 000 Follower auf Instagram hat. Warum sie seit Monaten Topplätze der Schweizer Instagram-Rangliste belegt, hinter Stars wie Roger Federer. Was sie richtig gemacht hat, die letzten fünf Jahre. Sie weiss nur: Irgendwie scheinen die Menschen zu mögen, was sie da täglich fotografiert: die vernebelten Passstrassen, die lieblichen Häuschen im Nirgendwo. Die Bergspitzen ihrer Heimat Graubünden, den kleinen Fiat 500, Baujahr 1967, der die 34-Jährige überall hinfährt, quer durchs Land. Vor fünf Jahren ist diese Leidenschaft, die Bisaz heute täglich mehrere Stunden Arbeit abverlangt, entstanden. Die wissenschaftliche Illustratorin hatte von einer neuen App aus Amerika gehört, Instagram. Sie hat an der Kunsthochschule studiert, fotografiert gern. Also probiert sie aus. Ihr erstes Foto auf Instagram ist ein Selfie, in ihrem Bett liegend. Heute lacht sie darüber. «Keiner würde heute mehr so ein Bild hochladen, es war damals alles so amateurhaft», sagt sie. Heute ist erfolgreich, wer sein Hobby auf Instagram professionalisiert. Bisaz ist eine Perfektionistin. «Ich bin für ein Bild oft einen ganzen Tag lang unterwegs», sagt sie, man müsse auf das Wetter achten, die Farben, das Licht. «Danach wird sortiert, bearbeitet, eingeordnet.» Das Bild muss zur Stimmung und ins Ensemble passen. Alles ist liebevoll kuratiert. Bisaz sagt, ihr Account sei wie ein Fotoalbum der letzten fünf Jahre, eine Erinnerung an ihr Leben. Inzwischen sind auch Firmen auf Bisaz aufmerksam geworden, allen voran Tourismusagenturen. Für viele Menschen ist es eine Traumvorstellung: gratis um die Welt reisen. Aber dafür ihre 60-Prozent-Stelle bei der

Kantonsarchäologie Zürich aufgeben? Um ein Instagram-Star zu sein? Bisaz zögert. Ihr würde die Sicherheit fehlen, sagt sie. «Wer weiss schon, ob diese Blase nicht bald platzt?» Ein Medium für stille Leute

Bisaz ist ein introvertierter Mensch, sie ist ästhetisch begabt, sie mag es lieber ruhig als hektisch, lieber sicher als wild. Viele Künstler auf Instagram seien das. Man könne Gemeinsamkeiten teilen, Themen wie Fotografie oder Reisen, ohne sich schüchtern gegenüberzusitzen. Bisaz antwortet, kommentiert, pflegt den Kontakt zu ihren Fans. Das macht sie oft abends noch, nach der Arbeit, in Grüt bei Wetzikon ZH. Sie hat sich eine Häuschenhälfte mit Garten gemietet, weil sie eine Katze wollte und diese ein bisschen Natur. Sie sagt von sich, sie bleibe an Wochenenden lieber zu Hause, als an grosse Sausen zu gehen. Sie lebt schon seit 14 Jahren in Zürich, aber ihre Heimat wird die Stadt nie. Die Berge fehlen. «Vielen ist diese Art von Leben fremd, aber mir ist wohl dabei.» Martina Bisaz ist eine Frau der feinen Töne. Wenn sie reist, dann auf neuen Pfaden, jenseits des Massentourismus. Ihre Bilder, die meist mit dem Stativ aufgenommen werden, zeigen grosse Weiten, karge Steinwände – und mittendrin Bisaz selbst, allein und klein vor grosser Naturkulisse. In der Schweiz reist sie oft allein. «Niemand hat Geduld, mit mir eine halbe Stunde auf das perfekte Motiv zu warten, um dann 200 Meter weiter erneut anzuhalten», sagt sie und lacht. Ihre Freunde und ihre Familie sind stolz auf sie. Ihr Vater hat seit über einem Jahr selbst einen Instagram-Account. Ihren eigenen Account beschreibt sie als «verspielt», mit einem persönlichen Touch, aber niemals privat. «Ich würde nie wieder Bilder von meiner Beziehung hochladen»,

sagt Bisaz, sie habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Bisaz ist ein privater Mensch und will es auch bleiben. Umso schlimmer für sie, wenn diese Grenzen überschritten werden: Einmal fotografierte sie in Ascona, als ihr auf Snapchat ein wildfremder Mann ein Foto von ihrem Rücken schickte und schrieb: Bist das wirklich du? «Es war so unheimlich. Ich wusste, ich wurde gerade von einem Wildfremden beobachtet», sagt sie. Es stellte sich heraus, dass es nur ein schüchterner Teenager war. «Wie sonderbar. Für ihn war ich ein Superstar!» Werbedeals mit Musikern und Telefonfirmen

Bisaz begreift manchmal selber nicht, warum sie so beliebt ist. Neben Mobiltelefonfirmen klopfen mittlerweile auch schon mal international bekannte Musiker bei ihr an, um sie für Werbeaufträge zu gewinnen. Sie sage Ja, wenn es für sie stimme, meint sie. Bisaz will sich nicht verbiegen. Sie würde nie nach Indien reisen, weil sie indisches Curry nicht mag. Sie macht nur ungern Fotos von Hosen, nur, weil einer sie dafür bezahlt. Und sie lädt keine Food-Fotos hoch. «Dafür habe ich einfach keine Geduld. Ich will das Essen essen, nicht fotografieren.» Martina Bisaz weiss nicht, was sein wird, in fünf Jahren. Ob es Instagram überhaupt noch gibt, geschweige denn ihren Account, mit ihren Fotografien von unberührter Natur und authentischer Schönheit. Sie weiss aber, was sie machen würde, wenn es ihn nicht mehr gäbe: «Wieder mal TV schauen, zum Beispiel.» Oder malen. Sich ein Haus kaufen, in den Bündner Bergen, mit einem Stall. «Vielleicht fotografiere ich dann die Esel und Schafe vor meinem Haus.» Die, sagt Bisaz, erhielten dann aber einen eigenen Account. MM Martina Bisaz auf Instagram: kitkat_ch


MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 29

Frau der feinen Tรถne: Mit ihren stimmungsvollen Bildern ist Martina Bisaz zum stillen Star in der quirligen Welt der sozialen Medien avanciert.


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MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 31

Leserforum MM22: Helena Bellwald Eine Frau für alle Geburts-Fälle

«Als ich von der Schule kam, lag mein Schwesterchen in der Wiege» Familie Ritler und Hebamme Helena Bellwald mit der neugeborenenTimea

Was für ein schönes, hoffnungsfrohes Titelbild! Ebenso der Bericht zu den Hausgeburten im Berner Oberland. Ein Dankeschön an Hebamme, Eltern und Kinder. Ich (72) und meine zwei jüngeren Geschwister wurden zu Hause geboren. Nie werde ich vergessen, wie es war, als ich am Mittag von der Schule nach Hause kam und mein Schwesterchen in der Wiege lag. L. Maddalena, via E-Mail

Ich bin meiner Hebamme so dankbar, dass sie Hausgeburten anbietet. Dadurch durfte ich eine wunderschöne Geburt erleben, bei der mich alle in Ruhe liessen und unser dritter Sohn ganz friedlich auf die Welt kam. Die ersten beiden Geburten waren im Geburtshaus, jedoch redete man mir auch dort zu viel drein. Im Spital hätte ich mich nie und nimmer fallen lassen können (mein Mann fand es bei der Be­ sichtigung auch grauenvoll). Barbara Benz, via www.migrosmagazin.ch Schön, dass es noch Hebam­ men gibt, die den Zauber einer erfüllenden, natürlichen Geburt zu Hause unterstützen. Glück­ licherweise geht jedoch der Trend der Hausgeburt auch endlich in die breitere Masse über. Ich habe selber fünf Kin­ der, davon vier allein zu Hause geboren. Einfach traumhafte Erfahrungen! Die Hausgeburt ist tatsächlich die sicherste Variante, da dort die Gefahr von Interventionen viel weniger vorhanden ist. Wo nicht ein­ gegriffen werden kann oder nur sehr bedingt, da passiert auch kaum etwas. Denn die Natur hat

uns Frauen bestens ausgestat­ tet, ein Baby zur Welt zu brin­ gen. Wann stehen wir Frauen endlich wieder zu unserer angeborenen Fähigkeit, unse­ rem Körper und unserem Recht, ein Kind in Liebe und Würde, selbstbestimmt zu gebären. Nadine Wenger, via www.migrosmagazin.ch MM22: Interview mit Herbert

Grönemeyer

«Super Typ!» Gröni erstaunt mich immer wieder, sei es auf der Bühne, bei

Herbert Grönemeyer

Interviews oder einfach als Mensch. Super Typ! Ruedi Bitter, via www.migrosmagazin.ch Was für ein schönes, ehrliches, offenes Interview! Genauso, wie er ist: offen, ehrlich, direkt oder anders – ein toller Mann und eine unglaublich mitreissende Musik. Kerstin Nitsch, via www.migrosmagazin.ch MM21: Mehrlinge Familienglück

im Multipack

«Embryos zum Wegwerfen?» Heute dürfen mit der künst­ lichen Befruchtung drei Em­ bryos erzeugt werden. Wenn tat­ sächlich zwei Drittel und mehr verloren gingen, wie in Ihrem Artikel behauptet, käme es ja gar nicht zu Zwillingen und Drillin­ gen, über die berichtet wird. Mit dem neuen Fortpflanzungsge­ setz dürften gleichzeitig 12 Em­ bryos hergestellt werden pro Paar und Behandlungszyklus, also viermal mehr als heute. Also ergäbe das viermal mehr über­ lebensfähige Embryos als heute. Was, wenn alle gesund sind?

Natürlich würden nie alle der Mutter eingepflanzt werden. Was geschieht mit den «über­ zähligen»? Gemäss neuem Fort­ pflanzungsgesetz müssten diese am Schluss getötet oder gratis der Forschung übergeben wer­ den (Strafbarkeit des Entgelts). Während unfruchtbare Paare sich in ihrer Not einer sehr teuren Behandlung unterziehen, werden sie mit den überzähligen Embryos also zu Gratislieferan­ ten für die Forschung. Bei rund 6000 unfruchtbaren Paaren, die sich behandeln lassen, ergibt das jährlich Tausende von über­ zähligen Embryos. Es geht also keineswegs nur darum, Embryos vorher zu testen. Dürfen Em­ bryos in einem solch grossen Ausmass zu Wegwerf­ bzw. Ver­ brauchsartikeln werden? Renate Fink-Wagner, Oberdorf SO Im Bewusstsein, dass der medizinische Fortschritt nicht rückgängig gemacht werden kann (und dies nicht nur bei der Fortpflanzungsmedizin), möch­ te ich doch einige Anmerkungen zu diesem Artikel nicht unter­ lassen. All den glücklichen Eltern ihr Kinderglück gönnend,


staune ich aber schon sehr, dass die Kinder selbst und ihr Wohl­ ergehen nach diversen und im Vorfeld zu erwartenden Kompli­ kationen, kaum ein Thema sind. Es geht primär um die Erfüllung eigener Wünsche und Träume.

Man nimmt zwar vieles auf sich , angefangen von den belastenden Behandlungsmethoden bis hin zum finanziellen Kraftakt. Aber was die kleinen Geschöpfe da­ nach oft durchzustehen haben, nimmt man zwangsläufig eher in Kauf, als ganz auf das Kind zu verzichten und sich anderweitig befriedigend im Leben zu enga­ gieren. Stichworte: wochenlang auf der Intensivstation, beatmet, künstlich ernährt, danach ex­ trem viel aufzuholen, Therapien, bleibende Schäden, finanzielle Engpässe mit Mehrlingen zu Hause, und das Gesundheits­ wesen (d. h. wir) zahlt auch kräftig mit. Aber Hauptsache, man hat seine Wünsche erfüllt bekommen. Im schlimmsten Fall war die ganze Angelegenheit so belastend, dass nach kurzer Nach In-vitro-Befruchtung: Zeynep und Ali Coktasar mit ihren Drillingen. Zeit die schwer zu erhaltenden

Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen dürfen. B. Schönbächler, Hausen am Albis ZH MM21: Gesundheit Falscher Alarm in der Brust

«Bin erleichtert» Danke für den Bericht. So hat mir noch niemand meine diffu­ sen Schmerzen in der Brust er­ klärt. Bin sehr erleichtert. Rosmarie Liechti, via www.migrosmagazin.ch MM20: Sonderausgabe Tessin zum HC Ambrì-Piotta und der Neat

«Ambrì ist Sucht» Als temperamentvolle Bernerin mit 50 Prozent Tessiner Blut

und langjährige, «angefressene» Tifosa des HC Ambrì­Piotta habe ich mich sehr über die Tessin­Sonderausgabe und vor allem über den Bericht «mei­ nes» Eishockeyclubs gefreut. Ambrì ist mehr als bloss ein Dorf, mehr als bloss ein Eisho­ ckeyclub. Ambrì, das ist Religi­ on, Sucht, Leidenschaft, Leiden, Emotionen und unsere Hymne «La Montanara» in einem. Andrea Mordasini, Bern Wie Adolf Ogi in den 90er-Jahren dem belgischen Verkehrs­ minister Jean­Luc Dehaene an der Eigernordwand hautnah erlebbar machte, wo man in den Alpen keine Autobahnen bauen kann, das war zwar nicht akademisch und diplomatisch korrekt, aber genial. Ruth Obrist, Zürich

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Soumitra Dutta

«Die Schweiz sollte sich besser vermarkten» Der indische Wirtschaftswissenschaftler Soumitra Dutta erstellt jährlich eine Rangliste der innovativsten Länder der Welt. Seit fünf Jahren auf dem ersten Platz: die Schweiz! Dutta über die Gründe für diesen Erfolg, seinen Optimismus für Europa und die Gründe für Donald Trumps Popularität. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Julien Benhamou


MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 35

Bewertet jedes Jahr die Innovationskraft der Länder rund um die Welt: Wirtschafts­ professor Soumitra Dutta.


36 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

Soumitra Dutta, als Mitglied des WEF Davos Circle kennen Sie die Schweiz ganz gut. Wie würden Sie sie beschreiben? Die Schweiz ist eine Maschine, die funktioniert. So wird sie auch generell von aussen wahrgenommen. Steht sie deshalb seit fünf Jahren an der Spitze Ihres Innovationsreports? Um das zu beantworten, muss ich erst mal erklären, wie wir Innovation definieren. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten. Man könnte schauen, aus welchen Regionen der Welt die meisten Innovationen kommen. Da fällt zum Beispiel das Silicon Valley in den USA auf. Wir aber betrachten die Innovationsfähigkeit jedes einzelnen Landes. Und da erstaunt es nicht, dass die Schweiz obenaus schwingt. Sie gehört zu den Ländern mit den höchsten Leistungslevels bei den relevanten Faktoren: Sie hat eine hervorragende Infrastruktur, ausgezeichnete Institutionen, enorme politische Stabilität und sehr viele talentierte Fachkräfte, die sie sich aus der ganzen Welt holt. Länder mit weniger guter Basis haben es schwerer bei der Innovation? Genau. Ich werde oft gefragt: Warum stehen die USA nicht auf Platz 1? In der Schweiz haben sie kein Google, kein Facebook, kein Uber erfunden. Aber was gerne vergessen wird: Die USA bestehen aus mehr als dem Technologiesektor. Dort wird exzellente Arbeit geleistet, aber in anderen Bereichen deutlich weniger: Flughäfen, Strassen und Brücken bröckeln überall vor sich hin, die Politik ist blockiert, bei der Landwirtschaft oder in der Pharmaindustrie sind viele Länder deutlich fortgeschrittener als die USA. Trotzdem stehen sie auf Platz 5, was ja auch ziemlich gut ist, gerade für ein so grosses Land. Für viele sind die USA die Traumdesti­ nation, nicht die Schweiz. Was die USA vielen anderen Ländern voraushaben: Leute aus aller Welt fühlen sich dort zu Hause, sofort. So ging es auch mir, als ich als junger Student aus Indien in die Bay Area von San Francisco kam. Nach weniger als einem Monat fühlte ich mich daheim – in Frankreich, das ich liebe, dauerte es zwei Jahre! In den USA wird man auf der Basis der eigenen Leistung gemessen und belohnt, egal, wer man ist oder woher man kommt. Wer gute Arbeit leistet, wird sofort akzeptiert. Viele in der Schweiz halten ihr Land für ziemlich selbstzufrieden und seine Bewoh­ ner für nicht eben sonderlich hungrig auf Veränderungen. Erschwert das Innovation nicht eher? Oder ist das ein falsches Bild? Das scheint mir eine unvollständige Wahrnehmung der Schweiz. Sie verfügt über mehrere exzellente Universitäten, wo dieser Hunger durchaus vorhanden ist. Gäbe es den nicht,

wäre das Land nicht auf dem Niveau, wo es heute in so vielen Bereichen steht. Auch die Tatsache, dass die Schweiz so viele hervorragende Fachkräfte anzieht, spricht für sich. Generell scheint mir, dass Schweizerinnen und Schweizer eher zurückhaltend sind, wenn es darum geht, ihre Erfolge anzupreisen, gerade im Vergleich zu den Amerikanern. Nun hat die Schweiz aber vor zwei Jahren bei einer Abstimmung entschieden, die Migration einzuschränken, und das trifft insbesondere die gut Ausgebildeten aus der EU. Ein Fehler? Migration ist in allen Ländern politisch umstritten. Dennoch ist man sich in der Regel bewusst, dass die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte für ein Land von Vorteil ist. Es würde mich deshalb sehr überraschen, wenn die Schweiz am Ende entscheiden würde, diese Art von Einwanderung einzuschränken. Die knappste Ressource auf der Welt sind gut qualifizierte Fachleute. Wer es schafft, sie zu sich zu locken, kann sich glücklich schätzen, denn diese Menschen sind mobil und können jederzeit auch woandershin. Würde die Schweiz bewusst auf sie verzichten, würde dies das Land schwächen und auch seinen ersten Platz auf der Innovationsrangliste gefährden. Nicht sofort, aber nach zehn Jahren würde man es spüren. Wenn man die Einwanderung einschränken will, dann nur für schlecht Ausgebildete. Was braucht es in einem Land, damit Innovation gefördert wird? Gute Infrastruktur, stabile und verlässliche Regulierungen und Gesetze, ein gutes Bildungssystem, das Anziehen und Fördern von Fachkräften, funktionierende Verbindungen zwischen Universitäten und der Wirtschaftswelt, Zugang zu Investitionskapital. Für den Einzelnen sind gute, inspirierende Vorbilder ganz wichtig. Junge Menschen lassen sich gerne inspirieren. Innovation entsteht grundsätzlich aus zwei Gründen: Verzweiflung oder

Zur Person

Ökonom und Innovationsexperte Soumitra Dutta (52) leitet die Wirt­

schaftsfakultät der amerikanischen Cornell University in Ithaca, New York. Zudem gibt er jährlich den Global Inno­ vation Index und den Global Information Technology Report heraus. Der Inder hat schon in vielen Ländern gelebt und gearbeitet, ist mit einer Spanierin verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt in Ithaca, ist jedoch häufig auf Reisen. www.globalinnovationindex.org

Inspiration. Erfolgreiche Rollenmodelle im eigenen Land zu haben, ist deshalb gerade in den Industrieländern entscheidend. Und Kreativität, ist die nicht zentral? Kreativität gibts im Überfluss, mangelnde Ideen sind eigentlich nie das Problem. Daraus dann aber etwas Erfolgreiches zu machen, ist schon schwieriger. Die vorhin genannten Bedingungen helfen dabei. Denn auf dem Weg zur Umsetzung stösst jede Innovation auf Hürden, und einige scheitern daran auch. Was könnte die Schweiz besser machen? Sich besser vermarkten. Heute assoziiert man mit der Schweiz ein paar Produkte wie Uhren, Banken, Schokolade, schöne Natur; im Übrigen gilt sie als eher konservativ und risikoscheu. Die Realität ist deutlich vielseitiger, und eine bessere Marke würde ihr guttun. Wie macht man das? Man muss sich ganz bewusst dafür entscheiden und eine konkrete Strategie ausarbeiten. Was wollen wir rüberbringen? Unsere tollen Universitäten, unsere erfolgreichen Start-ups, unsere guten Lebensbedingungen, die viele qualifizierte Fachkräfte anlocken, unsere Offenheit und Risikobereitschaft. Eine Marke neu auszurichten, braucht Zeit und Aufwand. Meine Heimat Indien hat viele Jahre daran gearbeitet. Und die Marke als Technologie-, IT- und Filmproduktions-Center ist heute stärker als die Realität, finde ich. Sie entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft; innerhalb der Regierung gibt es sogar eine eigene Organisation dafür, die India Brand Equity Foundation. Woran fehlt es sonst noch? Die Verfügbarkeit von Investitionskapital könnte besser sein. Und man könnte versuchen, wie die USA, etwas offener zu sein gegenüber Fachkräften aus anderen Kulturen, damit die sich leichter zu Hause fühlen. Man muss ja nicht so weit gehen wie Singapur. Dort schickt die Regierung Leute an Schulen in Indien und China, wo sie aktiv die besten Talente für Singapur rekrutieren. Sie schicken sie mit Stipendien an gute US-Universitäten, bevor sie dann in Singapur leben, arbeiten und natürlich auch die Staatsbürgerschaft erhalten. Wer profitiert stärker von Innovation: die Menschen oder die Unternehmen? Letztlich hoffentlich beide, und meistens ist das auch so. Es ist eine Frage, wie der daraus entstehende Wohlstand verteilt wird. Einige Länder machen das besser als andere, Europa zum Beispiel macht es besser als die USA. Leider gibt es auch Regierungen, die nicht effizient sind und einen übermässigen Teil der Einnahmen an bestimmte Interessengruppen verteilen. Ungleiche Verteilung von Wohlstand wird dann ein Problem, wenn ein Teil


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38 | MM23, 6.6.2016 | MENSCHEN

der Bevölkerung keine Chance mehr auf grundlegende Dinge hat – etwa eine anstän­ dige Schulbildung oder Krankenversicherung. Innovationen sind nicht immer auf Anhieb ein Erfolg: Das erste Smartphone gab es schon in den 90er-Jahren, aber es hat kaum jemanden interessiert. Timing ist alles. Wenn man zu früh ist, hat man keine Chance, wenn man zu spät ist, auch nicht. Man muss sozusagen spüren, was die Kunden möchten. Oder, noch schwieriger: Man erfindet etwas, von dem die Leute gar nicht wissen, dass sie es möchten, dann aber nicht widerstehen können. Apple war dies­ bezüglich einige Zeit lang sehr erfolgreich. Manchmal gibts auch starkenWiderstand gegenüber Innovationen: genetisch modifizierte Pflanzen, Impfungen, Atomkraft. Sehen Sie ein gemeinsames Element, das zu diesem Widerstand führt? Der technologische Fortschritt war in den letzten 20 Jahren so enorm, dass wir überfor­ dert sind, diese neuen Technologien angemes­ sen einzuordnen und zu regulieren. Der Druck auf die Gesellschaft wird sich weiter erhöhen, um herauszufinden, auf welche Weise neue Technologien am besten den Interessen der Menschheit dienen. Es gibt reale Risiken, dass wir uns von Innovationen gesellschaftlich in falsche Richtungen drängen lassen. Und je näher solche Technologien an Kernfragen des menschlichen Lebens kommen, desto heikler wird es. Während Forscher die Grenzen des Möglichen immer stärker erweitern, sind Gesellschaften und Regierungen überfordert, wie sie damit umgehen sollen. Aber wenn es grosse ethische Vorbehalte gibt, kann etwas auch gestoppt werden. Für ein bestimmtes Gebiet kann man etwas wohl tatsächlich stoppen. Aber da es keine globale Regierung gibt, die das international durchsetzen könnte, wird es immer irgendwo Forscher geben, die auch an problematischen Entwicklungen arbeiten. Ich bin relativ pessimistisch, dass sich das unterbinden lässt. Die Länder der westlichen Welt sind auf Ihrer Innovations-Rangliste alle relativ weit oben. Dennoch geht es ihnen wirtschaftlich seit der Finanzkrise von 2007 nicht besonders gut, gerade in Europa. Europa ist in der Tat in einer schwierigen Position. Das liegt auch daran, dass die Europäische Union politisch und wirtschaft­ lich sehr viel zersplitterter ist als die USA. Das macht es fast unmöglich, eine Strategie zu fin­ den, die für alle funktioniert; das verlangsamt Europas Reaktionsfähigkeit und reduziert die Wirksamkeit der Massnahmen. Hinzu kom­ men all die politischen Risiken durch die Nähe zu diversen Krisenherden in Nordafrika, dem Nahen Osten und Russland. Dies sorgt für

Die Gesellschaft ist mit neuen Technologien zunehmend überfordert, sagt Soumitra Dutta.

konstante Instabilität. Dabei befindet sich Europa mitten in einem gewaltigen Expe­ riment. Die Europäische Union ist eine grosse Innovation, vermutlich die grösste im Bereich der Geopolitik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Und berücksichtigt man all das, schlägt sich Europa alles in allem eigentlich sehr gut. Dennoch könnte es einiges besser machen. Was tatsächlich ein ernsthaftes Problem ist: Europa scheint nicht mehr in der Lage, seine jungen Menschen zu inspirieren. Viele haben nicht mehr das Gefühl, Europa sei ein Ort, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihr volles Potenzial zu entfalten. Die hohe Jugendar­ beitslosigkeit in einigen Ländern ist einer der Gründe dafür. Die Regierungen können es sich nicht leisten, neue Jobs zu kreieren. Die Un­ ternehmen stehen im globalen Wettbewerb und kreieren neue Jobs lieber in andere Regi­ onen der Welt, wo sie billiger sind. Dieses Problem lässt sich nur lösen, wenn die Leute selbst neue Jobs kreieren, etwa durch erfolg­ reiche Start­ups – die Basis dafür: Innovation. Dafür ist Europa eigentlich gut positioniert. Dann sind Sie nicht allzu pessimistisch?

Ich bin sogar ziemlich optimistisch. Europa hat viele Stärken, aber es verkauft sich nicht gut. Alle kennen Mark Zuckerberg – aber auch in Europa werden viele bedeutende Dinge ent­ wickelt, nur bekommt das kaum jemand mit. Macht Ihnen das politische Klima keine Sorgen? Auf beiden Seiten des Atlantiks sind isolationistische Rechtspopulisten derzeit sehr erfolgreich. Doch, das ist schon Grund zur Besorgnis. Ihr Erfolg ist auch ein Zeichen für die mangelnde Qualität des aktuellen politischen Führungs­ personals. Wo Populisten an die Macht kom­ men, besteht ein hohes Risiko, dass sie das Land zurückwerfen. Letztlich ist Donald Trump auch deshalb so erfolgreich, weil viele Menschen sich um die Folgen der Globalisie­ rung Sorgen machen, weil sie fürchten, dass es ihren Kindern einst weniger gut gehen wird als ihnen. Und das sind durchaus berechtigte Ängste, sie sind Teil der Herausforderung, in einer globalisierten Welt zu leben. Die Men­ schen stehen nicht mehr nur in der eigenen Stadt oder dem eigenen Land im Wettbewerb, sondern mit Konkurrenten von anderen Kon­ tinenten. Die politische Führung muss dies anerkennen und Strategien entwickeln, nur so


Innovativste Länder: Fakten und Grafiken

MENSCHEN | MM23, 6.6.2016 | 39

www.migmag.ch/ innovation

wird sich die Anziehungskraft der Rechts­ populisten managen lassen. Der Vorteil von demokratischen Systemen ist, dass sie solche Ansichten zulassen und sich damit auseinan­ dersetzen – dies verhindert in der Regel, dass eine Mehrheit der Gesellschaft infiziert wird. Wenn das allerdings passiert, wird es gefähr­ lich. Es liegt am politischen Führungs­ personal, dies zu verhindern. Angenommen, es kämen doch ein paar Rechtspopulisten an die Macht und würden versuchen, die Globalisierung zu bremsen. Ginge das überhaupt? Schwierig, würde ich sagen. Die Welt ist heute derart stark miteinander verbunden. Viel­ leicht liesse sie sich ein wenig zurückbinden, aber sicher nicht eliminieren. Und wir dürfen nicht vergessen: der Nutzen des Teilens ist so viel höher als der Nutzen der Isolation. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Globalisie­ rung je wieder verschwinden wird. Mir wäre auch kein Land der Welt bekannt, das sich gezielt zu isolieren versucht – vielleicht abge­

sehen von Nordkorea. Wenn, dann versuchen Länder eher, offener zu werden: Myanmar, Iran oder Kuba zum Beispiel. Aber was tun wir mit den Verlierern der Globalisierung? Die gibt es nun mal auch. Wir können ihnen mit Bildung und Ausbil­ dung helfen. In den allermeisten Fällen ist das durchaus möglich, ich sehe das in Indien. Die meisten Menschen möchten und können lernen, man muss ihnen nur die Chance geben. Und manche starten sogar ihr eigenes Unternehmen, weil sie eine innovative Idee haben. Hilfreich wären auch intelligentere Unternehmensstrategien in Krisenzeiten. Statt Leute zu entlassen, könnte man Arbeits­ zeiten für alle reduzieren und allenfalls mit staatlicher Hilfe Überbrückungsgelder aus­ zahlen, bis die Lage sich wieder bessert. In Deutschland hat man das während der letzten Krise in der Autobranche erfolgreich getan. Sie haben mit Ihrem Innovationsreport 2007 begonnen. Gab es vorher schon so was?

Nein, ich war tatsächlich der Erste, der Inno­ vation auf diese Weise und mit globalem Fo­ kus betrachtete. Und ich kam darauf, weil ich mich vorher recht stark mit Entwicklungs­ ländern beschäftigt und dabei realisiert habe, dass es dort eine Menge Innovation gibt, die aber überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Sind Sie häufig in Ihrer alten Heimat? Oh ja, drei­ oder viermal pro Jahr. Ich arbeite dort mit diversen Unternehmen zusammen, und als Leiter der Cornell­Wirtschaftsfakultät bin ich verantwortlich fürs Fundraising. Und natürlich besuche ich auch meine Familie. Was tun Sie sonst so in Ihrer Freizeit? Ich bewege mich gerne, gehe Ski fahren, wandern und ins Fitness­Center. Ithaca ist für Ausflüge in die Natur perfekt gelegen, sehr idyllisch an einem See im nördlichen Teil des Bundesstaats New York. Aber trotzdem würde ich ganz gerne wieder nach Europa zurück­ kommen. Verglichen mit den USA, sehe ich viele Vorteile – ich liebe Europa! MM

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Feierstimmung bei den kleinen Gastgebern des Kinderkafis im Kindertreff Zen­ trum St. Gallen: Sie haben den mit 1000 Franken dotierten Kebab+ Award des Mi­ gros­Kulturpro­ zents gewonnen. Die Kinder helfen beim Planen, Kochen und Ser­ vieren. Kebab+ steht für Kochen, Essen, Begegnen, Ausspannen, Bewegen. Jugend­ einrichtungen erhalten seit 2008 finanzielle Unter­ stützung für Pro­ jekte, die Jugend­ liche für eine ge­ sunde Ernährung sensibilisieren.

Stolze Gewinner des Kebab+ Award 2016: Das Team des Kinderkafis in St. Gallen bewirtet grosse und kleine Gäste.

In Bewegung

Bild: Marion Nitsch

SlowUp Schwyz Auf den Strassen zwischen Goldau, Steinen, Schwyz, Brunnen und Lauerz heisst es am 12. Juni: Start zum SlowUp im Swiss Knife Valley. Gross und Klein sind für einen Tag auf Rädern und Rollen auf den autofreien Strassen zwischen Rigi, Mythen und Fronalpstock unterwegs, der Start ist überall auf der Strecke möglich. Die Migros als Hauptpartnerin bietet

vielseitige Aktivitäten und Dienste an: Falls etwas nicht rundlaufen sollte, reparieren Mechaniker in den SportXX-Garagen kostenlos. Und für Spiel, Spass und Erholung sorgen die Zonen von Famigros und Generation M, die entlang der Strecke postiert sind. Weitere Infos: www.slowup.ch

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 43

Mobile Payment

Eine Bezahl-App für alle

Sicherheit

Sicherungsband für Fahrradanhänger nötig Der FahrradanhängerHersteller Croozer hat bei Produkteprüfungen festgestellt, dass sich bei Anhängern der 2016er Modelle der Schiebebügel beim Gehen am abschüssigen Hang vom Anhänger lösen kann. Bisher liegen zwar keinerlei Hinweise von tatsächlichen Schadensfällen vor. Aus Gründen der zusätzlichen Sicherheit ist es trotzdem erforderlich, jeden 2016er Fahrradanhänger Croozer mit einem zusätzlichen Sicherungsband am Schiebebügel auszustatten. Folgende Croozer-Fahrradanhänger sind von diesem Sicherheitsupgrade betroffen und waren bei SportXX im Angebot: • Kid Plus for 2, Preis Fr. 899.–, ArtikelNummer 4629.033 • Kid for 1, Preis Fr. 629.–, ArtikelNummer 4629.034 • Kid for 2, Preis Fr. 679.–, ArtikelNummer 4629.035 Betroffene Kunden melden sich bitte mit der Kaufquittung in der nächsten SportXXFiliale. Ihnen wird dann ein Sicherungsband und die entsprechende Montageanleitung organisiert.

Der Schweiz fehlte bisher eine einheitliche Lösung fürs bargeldlose Bezahlen – Paymit und Twint heissen die beiden führenden Systeme. Nun haben sich die fünf grössten Schweizer Banken, der Finanzdienstleister SIX, Detailhändler wie die Migros sowie die Swisscom auf eine gemeinsame Bezahl-App geeinigt. Paymit und Twint werden zusammengelegt und ab Herbst 2016 unter dem Namen Twint neu

lanciert. Für Migros-Kunden wird Twint zusammen mit der Postfinance-Card zu einem späteren Zeitpunkt als zusätzliches Zahlungsmittel in die Migros App integriert – die aktuelle Mobile-Payment Funktion bleibt bestehen. «Wir freuen uns über die nun erreichte gemeinsame Lösung, die dem Handel erlaubt, auf spezifische Schweizer Bedürfnisse einzugehen», sagt Migros-Chef Herbert Bolliger.

Bald gibts Twint an der Migros-Kasse.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros senkt die Preise bei zahlreichen Mundpflegeprodukten im Schnitt dauerhaft um

13 Prozent. Günstiger werden so die Meridol Mundspülung und verschiedene Artikel der Marke Elmex. Teurer wird hingegen Schweinefleisch. Dies aufgrund einer starken Nachfrage bei einem gleichbleibenden Angebot. Die knappe Verfügbarkeit von Vanilleschoten führt zu steigenden Rohstoffpreisen, wodurch sich die Vanillestängel verteuern. Ausgewählte Beispiele

Preis alt*

Preis neu*

in %

Elmex Zahnbürste Inter x weich, 1 St.

5.50

4.40

-20,0

Elmex Zahnpasta Kariesschutz, 75 ml

3.85

3.65

-5,1

Elmex Zahnpasta Sensitive Plus, 75 ml

3.85

3.65

-5,1

Elmex Zahnpasta Sensitive Professional, 75 ml

6.90

5.90

-14,5

Elmex Zahnspülung Kariesschutz, 400 ml

6.75

5.90

-12,5

Elmex Zahnhölzer, 114 St.

4.40

3.90

-11,3

Meridol Zahnbürste Sanft, 1 St.

4.45

4.20

-5,6

Meridol Zahnpasta , 75 ml

4.40

3.90

-11,3

7.80

6.20

-20,5

Oral-B Aufsteckbürste Precision Clean, 2 St.

Meridol Mundspülung , 400 ml

15.50

12.40

-20,0

Oral-B Aufsteckbürste TriZone, 3 St.

23.20

18.60

-19,8

5.80

5.20

-10,3

Listerine Mundspülung Advanced White, 500 ml

6.50

5.90

-9,2

Kukident Super-Haft-Creme extra stark, 47 g

5.30

4.20

-20,7

24.80

21.80

-12,0

I am face regenerierende Nachtcreme normale Haut 50 ml

7.30

6.10

-16,4

M-Budget teilentrahmte Milch 2 l

1.90

1.85

-2,6

Die Butter Schale 250 g

3.50

3.45

-1,4

Kochbutter 250 g**

2.90

2.85

-1,7

Vanillestängel 8 g

2.30

3.20

39,1

M-Classic Hinterschinken, per 100 g

2.80

2.95

5,4

Bündner Rohschinken hauchdünn, 97 g

4.90

5.10

4,1

Listerine Mundspülung Zahn- und Zahnfleischschutz, 500 ml

Philips Aufsteckbürsten Sonicare Normal, 2 St.

* in Franken ** Reduzierte Butterpreise gelten ab Dienstag 7. Juni 2016.


44 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

1

Das Telefon klingelt. Ein Freund möchte sich zu einer Joggingrunde verabreden. Doch die passende Ausrüstung fehlt genauso wie die Zeit zum Einkaufen. Was tun? Die Lösung heisst Online-Shopping. Auf der Website von SportXX findet der Kunde die passende Laufausrüstung.

PickMup

Flexibel shoppen

Dank PickMup kann man in Migros-Onlineshops bestellte Waren an 300 Standorten in der ganzen Schweiz abholen. Möglich ist dies zum Beispiel in Migros- und Ex-Libris-Filialen, bei Migrolino oder in Fitnesscentern. So einfach funktionierts. Text: Andreas Dürrenberger

Illustration: Corina Vögele

5

Auf dem Weg nach Hause macht der Kunde bei Migrolino halt. Dank der langen Öffnungszeiten ist dies auch spätabends noch möglich. Nach dem Vorzeigen des zugestellten Abholcodes kann er sein Paket mitnehmen. Der gemeinsamen Joggingrunde mit seinem Freund steht nun nichts mehr im Weg.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 45

Häufige Fragen

Da der Kunde immer erst spätabends Feierabend macht, kommt eine Heimlieferung per Post nicht infrage. Stattdessen wählt er als Abholort eine Migrolino-Filiale in seinem Wohnquartier, einen von rund 300 PickMup-Standorten in der ganzen Schweiz. Die Öffnungszeiten bis abends um 22 Uhr kommen ihm gelegen.

Das Retournieren ist kostenlos Welche Migros-Onlineshops sind an PickMup beteiligt? Momentan sind die Onlineshops von SportXX, Micasa und Ex Libris sowie Digitec, Galaxus und LeShop dem schweizweiten Netz von PickMup angeschlossen. Melectronics und Do it + Garden folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

2

3

Bei SportXX wird die bestellte Ware für den Postversand vorbereitet. Der Name des Kunden wird nicht auf das Paket aufgedruckt, stattdessen dient ein Abholcode der eindeutigen Identifizierung.

Kann ich alle Produkte von allen beteiligten Onlineshops an jedem PickMupStandort abholen? Grundsätzlich ja. Ausgenommen sind im Moment teilweise noch sperrige Produkte wie zum Beispiel grosse Möbel und teilweise LeShop-Bestellungen. Wenn Sie also im Onlineshop ein sehr grosses oder schweres Produkt auswählen, werden Ihnen automatisch keine PickMup-Standorte zur Abholung angezeigt. Warum gibt es keine PickMup-Standorte in meiner Region? Nicht jede Filiale hat die notwendigen Lagermöglichkeiten, um ein PickMupStandort zu sein. Aktuell steht eine grosse Auswahl von rund 300 Standorten zur Verfügung. Damit erreicht über 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung einen PickMup-Abholort innert 15 Autominuten. Die genaue Liste der Standorte finden Sie auf www.pickMup.ch. Ist eine Bezahlung der bestellten Artikel am PickMup-Standort möglich? Nein, die Bezahlung erfolgt immer im Onlineshop.

4

Bei der ausgewählten Migrolino-Filiale angekommen, nimmt ein Mitarbeiter das Paket in Empfang. Er scannt mit einem Tablet den aufgedruckten Code und bewahrt die Lieferung bis zur Abholung sicher im Lager auf. Während der Kunde gemütlich beim Abendessen sitzt, erhält er per E-Mail oder SMS automatisch eine Benachrichtigung, dass sein Paket eingetroffen und zur Abholung bereit ist.

Ich möchte eine Bestellung zurücksenden. Was muss ich beachten? Das Retournieren von bestellten Waren via PickMupStandort ist möglich und kostenlos. Die Artikel müssen nur versandfähig verpackt und mit einer korrekten Adresse beschriftet sein. Alle Infos und Standorte gibts unter www.pickMup.ch


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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 47

Soja-Anbau

«Das Ziel ist übertroffen» Der Verein Soja-Netzwerk Schweiz steht für einen umwelt- und sozialverträglichen Anbau von Soja. Präsident Bernhard Kammer erklärt, was dazu nötig ist. Text: Andreas Dürrenberger Bilder: Martino Lombezzi/Contrasto, René Ruis

Bernhard Kammer, das Soja-Netzwerk Schweiz gibt es bereits seit 2011, nun gibt man ihm als Verein eine neue Struktur. Weshalb? Das Soja-Netzwerk Schweiz war bislang eine Interessengemeinschaft, ein loser Zusammenschluss von wichtigen Akteuren im Schweizer Markt für Soja. Unser Ziel war es, bis 2015 sicherzustellen, dass Schweizer Nutztiere zu 90 Prozent mit Soja aus umweltund sozialverträglicher Produktion gefüttert werden. Dieses Ziel haben wir mit 94 Prozent sogar übertroffen. Wir lehnen uns jetzt aber nicht zurück, sondern möchten diesen Anteil halten oder sogar noch Soja aus Europa, wie hier aus Oberitalien, kann die Nachfrage in der Schweiz nicht decken. weiter steigern. Mit der Vereinsgründung festigen wir die gute ZusammenarRechte der Arbeiter im beit und können dank der Vorgaben erfüllt sein Vordergrund. neuen Organisationsform müssen, damit Soja als Entscheide zügiger fällen. verantwortungsbewusst 90 Prozent des in der produziert gilt. Wir Schweiz verfütterten hinterfragen diese VorWer sind die Mitglieder gaben ständig und lassen Sojas stammt aus Brasides Soja-Netzwerks? lien. Gibt es keine euroneue technologische Dazu gehören Detailpäische Alternative? Erkenntnisse zum händler wie die Migros, Europäischer Soja ist nur Beispiel beim Pflanzendie das Netzwerk mitgein geringen Mengen vorgründet hat, aber auch der schutz einfliessen. handen und kann die Bauernverband und der enorme Nachfrage nicht Welche Vorgaben WWF Schweiz. Mit der Bernhard Kammer ist decken. Soja benötigt Vereinsgründung konnten müssen erfüllt werden? spezielle klimatische Wir haben keinen eigenen Leiter Umwelt & Tierwohl wir weitere Partner wie beim Migros-Genossenund topografische VorProduktionsstandard geden Verband der Schweischafts-Bund und Präsiaussetzungen, die man in schaffen, sondern setzen zer Futtermittelfabrikandent des Soja-Netzwerks Europa in Italien, Frankauf etablierte Leitstanten an Bord holen. Alle Schweiz. reich und Osteuropa dards, die von unabhänwichtigen Akteure der findet. Wo möglich, vergigen Stellen kontrolliert Schweizer Land- und Lewendet die Migros aber werden. Alle haben aber bensmittelwirtschaft zieeuropäischen Soja, bei eine gemeinsame Basis. bauflächen keine Primärhen nun an einem Strang. der Optigal-GeflügelIm ökologischen Bereich wälder – also Savannen produktion etwa ist es heisst das zum Beispiel, und Urwälder – gerodet Welche Verbesserungen Soja aus Oberitalien. MM dass die Mitglieder des wurden. Im sozialen Bemöchten Sie erreichen? Netzwerks nur Soja verreich stehen die LandDas Soja-Netzwerk Weitere Infos: wenden, für dessen Anrechte der Bauern und die www.sojanetzwerk.ch Schweiz legt fest, welche

Wissenswertes

Wichtiges Futtermittel Die eiweissreiche Sojabohne ist

ein begehrter Rohstoff für Tier­ futter. Ihr Anbau ist aber besonders in Südamerika problematisch für Mensch und Natur. Meist wird Soja­ schrot verfüttert, das bei der Soja­ ölherstellung als Nebenprodukt anfällt. Das Öl findet in der Le­ bensmittel­, Kos­ metik­ und chemi­ schen Industrie Verwendung. Als landwirtschaftliche Kulturpflanze ist

Soja äusserst effi­ zient. Pro Hektar Ackerland liefert sie 400 kg Protein, Mais bringt es nur auf knapp 250 kg. Ein weiterer Vor­ teil: Die Sojapflan­ ze kann ihren Be­ darf an Stickstoff zu rund zwei Drit­ teln selbst decken. Deshalb benötigt sie wenig Dünger. Zudem trägt Soja zur Humusan­ reicherung bei.

Ein Teil von

Generation M steht für das nachhaltige En­ gagement der Migros.


48 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Annina Erb plädiert für weniger Salz, Zucker und Fett in den Produkten.

Minus 25 % Salz: TerraSuisse Bündnerfleisch, pro 100 g* Fr. 10.10

Minus 40 % Salz: Migros-Bio Schweizer Rahmspinat, tiefgekühlt, 500 g* Fr. 3.60

Nur 8 % zugesetzter Zucker: Migros-Bio Joghurt Cassis, 150 g* Fr. –.85


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 49

Annina Erb

«Jede Rezeptur wird intensiv getestet» Ob in Milchprodukten oder Fertiggerichten: Die Migros will den Zucker-, Salzund Fettgehalt ihrer Lebensmittel reduzieren. Wie das ohne Qualitätsverlust geht, erklärt Annina Erb, Leiterin Ernährung und Gesundheit beim MGB. Text: Thomas Tobler

Bild: Christian Schnur

Annina Erb, die Migros verkauft neu ein Bündnerfleisch mit 25 Prozent weniger Salz. Wieso ist das gut für die Gesundheit? Die Migros ist seit einigen Jahren daran, den Salzgehalt in ihren Produkten schrittweise zu senken. Ein zu hoher Salzkonsum steht im Verdacht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verursachen. Wer auf seinen Salzkonsum achtet, aber trotzdem nicht auf Bünderfleisch verzichten möchte, findet nun eine interessante Alternative im Migros-Sortiment. Wie viel Salz benötigt der Mensch pro Tag? Man geht davon aus, dass der Mensch rund ein bis zwei Gramm Salz pro Tag benötigt, um den Wasserhaushalt seines Körpers zu regulieren, damit die Verdauung funktioniert und die Nerven richtig arbeiten. Schweizer nehmen im Schnitt pro Tag neun Gramm Salz zu sich – das ist fast doppelt so viel, wie die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Oft ist man sich dessen als Konsument nicht bewusst. Orientierungshilfe bietet zum Beispiel die Nährwertdeklaration auf den Lebensmittelverpackungen. Diese gibt unter anderem Auskunft über den Gehalt an Zucker, Salz und Fett pro 100 Gramm, pro Portion und in Prozent, bezogen auf den täglichen Bedarf des jeweiligen Nährstoffs. Finden diese Angaben keinen Platz auf der Verpackung, kann man sie online auf der Migros-Homepage abrufen.

Weniger Salz führt zu einer geschmacklichen Veränderung des Produkts. Was ist wichtig, damit der Geschmack nicht unter der Reduktion leidet? Einerseits achtet man darauf, dass der Salzgehalt in mehreren Schritten über einen längeren Zeitraum angepasst wird. Dies ermöglicht eine Gewöhnung an die neue Rezeptur. Andererseits reicht es oft nicht, einfach nur Salz oder Zucker zu reduzieren. Was braucht es noch? Die gesamte Rezeptur muss neu abgestimmt werden. Zum Beispiel mit einer veränderten Gewürzdosierung bei einer Salzreduktion. Oder mit einer Anpassung des Säuregehalts, wenn der Zuckergehalt reduziert werden soll. Deshalb wird jede Rezeptur intensiv getestet, bevor sie zur Anwendung kommt. Wie ersetzt man Zucker? Grundsätzlich streben wir eine echte Zuckerreduktion an. Das heisst, die betreffenden Produkte schmecken langfristig etwas weniger süss, und der Zucker wird nicht durch Süssungsmittel ersetzt. Gibt es Lebensmittel, bei denen diese Nährwerteigenschaften nicht oder nur schwer verändert werden können? Ja, die gibt es. Eine grosse Herausforderung stellen Produkte mit Schokoladengeschmack dar. Bei diesen Produkten stellten wir fest, dass ein Teil der Konsumenten eine Zuckerreduktion nicht akzeptiert. Zum Beispiel im

Fall der neuen Rezeptur für das SchoggiMüesli: Hier schmeckt man die Schokolade stärker heraus, und das Produkt schmeckt insgesamt etwas weniger süss. In den Medien war zu lesen, dass die Migros wieder Joghurts einführt, die viel Zucker enthalten. Was sagen Sie dazu? Nicht bei allen Sorten ist es gleich einfach, einen tiefen Zuckergehalt zu erreichen. Eine grosse Herausforderung sind zum Beispiel die Joghurts der Linie Excellence oder Passion, bei denen der Genuss für unsere Kundinnen und Kunden im Vordergrund steht. Hier haben wir auch für neue Joghurtsorten noch keine optimale Lösung gefunden, um den gleichen Genuss bei einem tieferen Zuckergehalt bieten zu können. Zu beachten ist, dass beim jeweils deklarierten Zuckergehalt in der Nährwerttabelle auch der natürlicherweise in der Milch enthaltene, kaum süss schmeckende Milchzucker eingerechnet ist. Der Anteil des tatsächlich zugesetzten Zuckers liegt jeweils wesentlich tiefer. Die Migros hat versprochen, bis 2019 150 Produkte mit weniger Zucker, Salz und Fett anzubieten. Wie ist der aktuelle Stand? Per Ende 2015 konnten bereits bei über 180 Produkten die Nährwerte verbessert werden. So wurde bei einigen Joghurtsorten der Zuckergehalt reduziert, und verschiedene Fertiggerichte enthalten nun weniger Salz oder Fett. MM

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Nur 7 % zugesetzter Zucker: Migros-Bio Joghurt Johannisbeere, 150 g* Fr. –.85

Minus 8 % Zucker:

Migros-Bio aha! Soyog Mango, 150 g* Fr. –.80

Minus 30 % Fett:

Migros-Bio Max Havelaar Chop Stick Coconut Milk, 270 ml* Fr. 2.20

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Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros. Die salz-, zucker- und fettreduzierten Produkte leisten dazu einen wertvollen Beitrag.


Foundation – die perfekte Grundlage für jeden Look

Tipps und Tricks zur richtigen Anwendung einer Foundation

Ob schlichter Tages-Look oder ein aufsehenerregendes Abend-Make-up - eine Foundation ist die Basis für einen tollen Look. Richtig aufgetragen, bringt sie jedes Gesicht zum Strahlen. Wir verraten Ihnen Tipps und Tricks, wie Sie die passende Foundation für sich finden und damit einen ebenmässig aussehenden Teint zaubern. 1961 nahm die Erfolgsgeschichte von COVERGIRL im amerikanischen Bundesstaat Maryland USA ihren Anfang, als das Unternehmen mit einem einfachen Make-up namens «Cover Girl» ein Kosmetikprodukt lancierte, das sich jede Frau leisten konnte. Seither hat COVERGIRL seine Foundations laufend weiterentwickelt. Heute gibt es verschiedenste COVERGIRL Produkte, sodass jede Frau die für ihren Hauttyp und -ton passende Foundation findet. Damit steht einem natürlichen und makellos aussehenden Teint nichts mehr im Wege. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Haut mit der richtigen Foundation zum Strahlen bringen.

Farbwahl

Testen Sie die Foundation wenn möglich immer bei Tageslicht oder zumindest bei guter Beleuchtung, um die richtige Farbe zu finden. Tragen Sie die Foundation unter den Augen, um die Nase und an der unteren Wangenhälfte einer Gesichtshälfte auf, damit Sie den direkten Vergleich haben. Farbränder am Hals sollten ja vermieden werden. Ein Make-up, welches sich besonders einfach Ihrem Hautton anpasst ist z.B. das COVERGIRL truBLEND Liquid Make-up. Dieses verschmilzt mit der Haut und sorgt für einen makellosen Teint sowie für eine natürlich strahlende und ebenmässige Gesichtshaut.

Hauttyp

Ob cremig, flüssig oder leicht – die Textur der passenden Foundation hängt vom Hauttyp ab. Haben Sie eher trockene Haut, so passt eine feuchtigkeitsspendende Foundation wie z.B. das CG Smoothers All-Day Hydrating Makeup.

Dank der Gel-Textur gleitet die Formulierung auf Wasserbasis federleicht über die Haut. Alle Frauen, die sich mehrere Benefits in einem Produkt wünschen, bietet sich die Tone Rehab Foundation an. Sie vereint Make-up mit der Intensivpflege eines Serums, reduziert das Erscheinungsbild von Falten und verbessert den Hautton. Die Outlast 3 in 1 Foundation bietet derweil Primer, Concealer und Foundation in einem Produkt, welches ein mattes und makelloses Finish gibt, das den ganzen Tag hält.

Diese Foundation sorgt nicht nur für extra hohe Feuchtigkeit, sondern verleiht Ihnen sofort eine natürlich schöne, geschmeidige Haut. Wer eher fettige Haut hat, sollte ölfreie Produkte verwenden wie z.B. die COVERGIRL Ready, Set Gorgeous Foundation. Dank ölfreier Formulierung vermeidet dieses Make-up Glanz, mattiert und verstopft die Poren nicht.

Funktion

Wer sich eine zarte Abdeckung mit Feuchtigkeitspflege wünscht, findet in der COVERGIRL Smoothers BB Cream das richtige Produkt. Für Frauen, die sich einen perfekten Nude Look und ein federleichtes Gefühl im Gesicht wünschen, passt zum Beispiel das truBLEND Liquid Make-up.

Richtig auftragen

Tragen Sie zuerst Ihre Tagescreme gleichmässig auf das Gesicht auf. Wenn Sie ein besonders langanhaltendes Ergebnis wünschen, so empfehlen wir Ihnen, vor der Foundation noch eine haselnussgrosse Menge Primer auf das

Produkt

cg smoothers BB cream

cg smoothers hydrating make-up

Ready Set Gorgeous foundation

Hauttyp

Für alle Hauttypen geeignet, insbesondere bei trockener und empfindlicher Haut

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Für ölige- oder Mischund empfindliche Haut

Deckkraft

+

+

++

• Getönte Feuchtigkeitspflege für natürliche Ausstrahlung • Leichte Textur • Geschmeidiges Hautgefühl

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COVERGIRL-Produktes, welches Sie auf die Reise mitnehmen würden. Mit etwas Glück haben Sie dieses und weitere Goodies bereits bald in Ihrem Beauty-Necessaire auf Ihrer Reise in die USA mit dabei. Viel Glück! P!NKS‘s und Sofia Vergara‘s Beautygeheimnis ist das truBLEND Make-up

Gesicht aufzutragen, beispielsweise den COVERGIRL Outlast All-Day Primer. Dieser bereitet die Haut nicht nur auf die Foundation vor, damit sie einfach und geschmeidig aufgetragen werden kann, sondern verlängert auch noch ihren Halt. Tragen Sie als nächstes wenig Make-up auf die Mitte Ihrer Wangen und Ihrer Stirn auf. Streichen Sie die Foundation gegen aussen hin aus, und reduzieren Sie die Intensität gegen den Haaransatz hin. Um allfällige Augenringe abzudecken, tupfen Sie etwas Concealer vom inneren Augenwinkel nach aussen her auf. Arbeiten Sie den Concealer dabei tupfend in die Haut ein. Der Ready Set Gorgeous Concealer beispielsweise lässt sich dank der leichten Formulierung einfach auftragen und gleicht sich

Haut

haftend stem ktiv und nicht iten und

dation

optimal der Haut an. So steht einem ebenmässigen und glanzfreien Teint nichts mehr im Wege. Mit etwas Puder als Abschluss verhindern Sie unschönen Glanz und fixieren das Make-up, damit es lange hält. Weitere Informationen zu den COVERGIRL-Produkten finden Sie auf

www.covergirl.ch sowie auf

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52 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Grillieren

Nur ran an den Fisch! Viele glauben, man müsse schon ein versierter Hobbykoch sein, damit Fisch vom Grill gelingt. Dabei ist die Zubereitung alles andere als Hexerei. Die wichtigsten Tipps finden Sie auf diesen und den folgenden Seiten, und die passenden Produkte gibt es frisch an der MigrosFischtheke. Zum Beispiel zarte Thunfischfilets, die selbst überzeugte Fleischtiger in Versuchung führen. Oder Crevetten, die man einzeln oder als Spiessli grillieren kann. Soll es schnell und

einfach gehen, gibt es Crevettenspiesse, Lachs und Thunfisch auch fixfertig mariniert. Wer auf Regionalität der Produkte Wert legt, bevorzugt ganze Forellen aus der Schweiz. Und wer Lust verspürt, zum Grillplausch etwas Spezielles zu servieren, bereitet sie mit Speck und frischem Thymian zu (Rezept siehe unten). Mehr Infos rund ums Grillieren auf

www.so-geht-sommer.ch

Kräuterforelle mit Speck Hauptgericht für 4 Personen

1 Bund ½ Bund 4 1 dl 1 EL 1 4 12

glattblättrige Petersilie Thymian Knoblauchzehen Olivenöl Zitronensaft Salz, Pfeffer Zitrone küchenfertige Forellen à ca. 300 g Tranchen Bratspeck (ca. 120 g)

Zubereitung

1. Einige Kräuterzweige und die Hälfte des Knoblauchs beiseitestellen. Restliche Kräuter und restlichen Knoblauch hacken. Mit Olivenöl und Zitronensaft mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 2. Die Hälfte der Zitrone in feine Scheiben schneiden. Beiseitegestellten Knoblauch in Scheiben schneiden. Forellen rundum mit Marinade bepinseln. Restliche Marinade, Zitronen- und Knoblauchscheiben sowie beiseitegestellte Kräuter in die Bauchhöhle der Fische geben. Mit jeweils 3 Specktranchen umwickeln, mit Küchengarn zubinden. Fische bei mittlerer Hitze beidseitig je 8–10 Minuten grillieren. Restliche Zitrone in Schnitze schneiden und dazuservieren. Zu Crevetten, Forelle und Thunfischfilet passt ein rassiger Tomatensalat oder ein Sommersalat mit fruchtiger Sauce und grillierten Pilzen.

Zubereitungszeit

ca. 15 Minuten + 16–20 Minuten grillieren Pro Person ca. 65 g Eiweiss, 44 g Fett, 4 g Kohlenhydrate, 2800 kJ/670 kcal

Crevetten, roh, Zucht aus Vietnam, per 100 g Aktueller Tagespreis


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 53

Forelle weiss, ganz, aus Schweizer Zucht, per 100 g Aktueller Tagespreis

Als Fachleiter Fisch hat Manuel Machado jede Menge Tipps für die Fischzubereitung auf dem Grill parat. Der 41-Jährige arbeitet in der Migros Metalli in Zug.

Aktion 40 %

auf Thunfischfilet, Wildfang von den Malediven, 2 Stück, per 100 g Fr. 3.50 statt 5.90

Manuel Machado

vom 9. bis 11. 6.

«Ganze Fische zerfallen nicht»

Text: Sonja Leissing Rezept: Andrea Pistorius

Bilder: Tina Sturzenegger (Food)

Styling: Sandro Corra

Manuel Machado, welcher Fisch eignet sich besonders gut zum Grillieren? Ich empfehle, ganze Fische zu grillieren, beispielsweise Dorade, Forelle oder Zackenbarsch. Die Haut verhindert, dass sie auf dem Rost zerfallen. Wer Fischfilets ohne Haut grillieren möchte, wählt am besten eine Sorte mit festem Fleisch wie Thunfisch oder Seeteufel. Auch Meeresfrüchte wie Crevetten mit oder ohne Schale eignen sich gut.

Rezept www.saison.ch

Gibt es einen Trick, damit der Fisch nicht am Grill festklebt? Der Rost muss heiss sein, bevor man das Grillgut darauf legt. Man kann ihn im Vorfeld auch mit Olivenöl bestreichen. Muss man ein Grillprofi sein, damit ein ganzer Fisch auf dem Grill gelingt? Überhaupt nicht. Auf Wunsch können wir den Fisch auch soweit vorbereiten, dass man ihn nur noch auf den Grill legen muss. Auch das Entfernen der Gräten ist kein Kunststück. Wir zeigen gern, wie es geht. Soll man Fisch waschen, bevor man ihn zubereitet? Ja. Der Saft, den der Fisch bei der Lagerung verliert, kann etwas riechen. Durch das Abspülen verschwindet der Geruch. Was grillieren Sie persönlich am liebsten? Es geht nichts über eine ganze Dorade vom Grill!


54 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Aktion 30 % auf Bio Crevetten Tail-on gekocht, Zucht aus Ecuador, per 100 g Fr. 3.85 statt 5.50 vom 7. bis 13. 6.

Das duftet und schmeckt nach Sommer, SĂźden und Meer: Crevettenspiess, Lachsschwanzfilet und Dorade royal. Eine Marinade mit frischem Chili setzt pikante Akzente.

Dorade royal, Zucht aus Griechenland, per 100 g Aktueller Tagespreis

ASC Pangasius-Spiess mariniert, per 100 g Fr. 2.70

MSC Jakobsmuschel-Spiess mit Speck, per 100 g Fr. 5.40

Lachs BBQ in Grillhaut, per 100 g Fr. 4.35


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 55

Wissenswertes

Mit diesen vier Tipps gelingt der Fisch 1. Welcher darf es sein?

Zum Grillieren eignen sich speziell Sorten mit festem Fleisch, fester Haut und einem höheren Fettgehalt wie Lachs, Saibling, Dorade, Forelle und Makrele. 2. So bleibt nichts haften Wer sicher gehen will, dass die Fische nicht am Grill festkleben oder beim Wenden auseinanderfallen, kann sie in Alufolie verpacken oder in einem Fischgitter grillieren. Alternativ kann man Fisch oder auch Muscheln im Bananenblatt garen. Dazu werden die Bananenblätter mit einem feuchten Tuch abgerieben und mit einer Schere zugeschnitten. Das Grillgut darauf platzieren, würzen, nach Belieben mit etwas Weisswein beträufeln und dann die Bananenblätter mit Zahnstochern zu einem Päckchen verschliessen. 3. Räucherbretter

Eine raffinierte Zubereitungsart ist das Garen auf speziellen Räucherbrettern. Sie werden vor dem Gebrauch eine Stunde lang gewässert. Der Fisch bleibt darauf garantiert nicht kleben und übernimmt vom unbehandelten Holz eine milde, süssliche Rauchnote. 4. Garzeit

Fisch muss unbedingt bei kleiner Hitze grilliert werden, denn er ist viel schneller gar als Fleisch. Beim Holzkohlegrill allenfalls die Glut etwas zur Seite schieben, beim Gasgrill die Temperatur verringern. Lässt man den Fisch zu lange auf dem Rost, kann er zäh und trocken werden.

Lachsschwanzfilet mit Haut, mariniert, per 100 g Fr. 3.–

Bio Crevetten Spiess mariniert, per 100 g Fr. 5.–

Thunfisch Pfeffersteak, per 100 g Fr. 5.20

Grill-Calamares mariniert, per 200 g Fr. 6.90


56 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Anna’s Best

Wie selbst gemacht Frische Zutaten und ein hoher Gemüseanteil zeichnen fünf neue Menüs von Anna’s Best aus. Beim Poulet-Piccata sind die Teigwaren an einer schmackhaften Gemüse-Tomatensauce angerichtet, und zu den Kartoffelgnocchi gibt es Cherrytomaten, Mozzarella und Basilikum. Die Singapore Noodles mit Poulet sind

mit Erbsen, Maiskölbchen, Rüebli und Weisskohl kombiniert. Zwei weitere Pastagerichte mit Fleischbällchen und Lachs runden das Sortiment ab. Die Herstellung der Gerichte erfolgt auf schonende Art. Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Farbstoffe, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker sind tabu. Alle Menüs werden von Hand abgefüllt und in einer mikrowellentauglichen Holzschale angeboten, die man gleich als Teller verwenden kann.

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Piccata beze

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Text: Dora Horvath Bild und Styling: Claudia Linsi

... … Schnitzel, das aus Fleisch oder Gemüse besteht und in einer Panade aus Mehl, Ei und Parmesan gewendet und gebraten wird. Bei der traditionellen Piccata milanese handelt es sich um dünne Schnitzel aus Kalbfleisch, die man mit Safranrisotto oder Tomatenspaghetti serviert.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 57

Anna’s Best Piccata di pollo con penne alla mediterranea, 420 g* Fr. 9.80

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte auf alle Anna’s-Best-Menüs in der Holzschale bis 13. Juni

Anna’s Best Singapore noodles with chicken, 420 g* Fr. 8.80

Anna’s Best Gnocchi al basilico con pomodorini e mozzarella, 400 g* Fr. 7.80 * in grösseren Filialen

Jedes Menü von Anna’s Best wird schonend zubereitet und von Hand abgefüllt.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch diese Menüs von Anna’s Best.


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60 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Fussball-EM 2016 für Feinschmecker

Kick and eat Text: Sonja Leissing

Die Randensuppe Borschtsch zählt in Russland und in der Ukraine zu den beliebtesten Gerichten.

Rezepte: Katrin Klaus

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Bilder: Christine Benz (Food); Paolo Dutto (Portraits) Styling: Vera Guala Illustrationen: Rahel Eisenring

Los gehts! Ab Freitag regiert der Fussball in Europa. Für uns der Anpfiff für einen Streifzug durch die Küchen des Kontinents: In den kommenden fünf Wochen präsentieren Kochprofis typische Nationalgerichte der EM-Teilnehmerländer.


Mehr zur Landesküche der EMTeilnehmer:

Borschtsch aus Russland Zutaten für 4 Personen 400 g mageres Rindssied­

1 TL 2l 200 g 400 g 350 g 150 g

fleisch Salz Wasser festkochende Kartoffeln Weisskabis Randen Rüebli (violett oder orange)

MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 61

www.migmag.ch/ em-kochen

3 1 3 EL 1 EL 2 TL ½

Knoblauchzehen Zwiebel Rapsöl Weissweinessig Zucker Zitrone Salz, Pfeffer ¼ Bund gemischte Kräuter (z. B. Dill und Peterli) 100 g Saurer Halbrahm

Zu Tisch mit Kamaljon Togaev

Zubereitung

1. Fleisch unter kaltem Wasser abspülen, mit Salz und Wasser in eine Pfanne geben. Zugedeckt ca. 1 ½ Stunden köcheln lassen. Regelmässig Schaum abschöpfen. Fleisch herausnehmen, Bouillon durch ein feines Sieb oder Tuch in eine Pfanne giessen. Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden und zurück in die Bouillon geben.

«Borschtsch ist immer fein» Als Chefkoch im Restaurant Silk Road Le Marignac in Grand-Lancy GE bereitet Kamaljon Togaev (37) aus Usbekistan auch Spezialitäten der russischen Küche wie Borschtsch zu.

2. Kartoffeln in Würfel à ca. 1 cm, Kabis in feine Streifen schneiden. Bouillon aufkochen. Kartoffeln und Kabis beigeben. Bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Inzwischen Randen und Rüebli an der Röstiraffel reiben. Knoblauch fein hacken. Zwiebel fein schneiden. Alles im Öl in einer beschichteten Bratpfanne ca. 5 Minuten dünsten. Essig und Zucker beigeben. Alles zur Bouillon geben und ca. 10 Minuten mitköcheln. Zitrone auspressen, Saft beigeben. Borschtsch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pfanne vom Herd nehmen und Borschtsch ca. 15 Minuten ziehen lassen. Peterli und Dill fein hacken. Suppe mit Sauerrahm und den Kräutern servieren.

Kamaljon Togaev, seit wann leben Sie in der Schweiz? Ich kam im Juni 2015 in die Schweiz und

arbeite seit sieben Monaten im Silk Road.

Was ist typisch für die russische Küche?

Ausgeprägte Aromen und sehr spezielle Kombinationen aus gewöhn­ lichen und erlesenen Produkten wie zum Beispiel Kaviar. Auch werden in der russischen Küche grundsätzlich alle Produkte optimal genutzt, denn man möchte so wenig wie möglich wegwerfen.

Zubereitungszeit ca. 45 Minuten + ca. 90 Minuten köcheln lassen + ca. 15 Minuten ziehen lassen

Pro Person ca. 26 g Eiweiss, 16 g Fett, 27 g Kohlenhydrate, 1500 kJ/360 kcal

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Borschtsch ist immer fein. Am liebsten esse ich aber russische Pelmeni. Das sind in Bouillon gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die man entweder als Suppeneinlage oder als Hauptgericht geniesst. Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?

Ich liebe die Schweiz wegen ihrer Land­ schaft und ihrer kulturellen Vielfalt, ihrer Lebensart und ihrer Gastronomie. Es gibt hier so viele Aktivitäten, das finde ich toll. Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Ganz bestimmte Produkte wie zum Beispiel unseren Frischkäse. Der ist einfach ganz anders als der Frischkäse, den man in der Schweiz bekommt.

5

2

9 6

3

Russlands kulinarische Dauerbrenner 11

7

1 10 8 4

1 Rindfleisch – vom Filet bis zum Haxen 2 Kartoffeln – für Eintöpfe und Wodka 3 Rüebli – für Suppen und Eintöpfe 4 Dill – aromatischer Begleiter von Fischgerichten 5 Wodka – weil es Kartoffeln im Überfluss gibt 6 Erbsli – als Beilage äusserst begehrt 7 Hering – der beliebteste Fisch zu Wodka 8 Sauerrahm (Crème fraîche) – für Saucen 9 Randen – ohne die es keinen Borschtsch gibt 10 Mayonnaise – für russischen Salat 11 Kohl – weil er gut sättigt und von innen wärmt


62 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Glamorgan Sausages aus Wales Zutaten für eine kleine Mahlzeit für 4 Personen Ergibt 8 Stück

100 g 50 g

Lauch Butter Muskatnuss Salz, Pfeffer 2 Zweige Thymian 200 g cremig-bröseliger Halbhartkäse*, z. B. Ueli’s Tröimli 170 g frische Brotbrösel oder Paniermehl 2 Eier 1 TL milder Senf 2 TL Milch 50 g Mehl

Das Zwiebel-Chili-Relish verleiht den Glamorgan Sausages eine pikante Note.

Zwiebel-Chili-Relish: 2 rote Zwiebeln 1 EL Sonnenblumenöl ½ rote Chilischote 2 Knoblauchzehen 20 g feiner brauner Zucker 2 EL Weissweinessig * Im Originalrezept wird der halbfette Schnittkäse Caerphilly verwendet.


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M-Tipp EIN FEINER BEGLEITER Landjäger schmeckt aufgeschnitten mit Zwiebelringen und Bürli zum Znüni, Zvieri, Znacht oder zum Jass. Prima macht sich die Rohwurst übrigens auch im Wirzwickel. Alle Zutaten für dieses Gericht finden Sie in Ihrer Migros, das Rezept dazu unter www.saison.ch/m-tipp.

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M-Tipp ITALIENISCHER APÉRO Der Trick: Verwenden Sie Quark für den Focacciateig. Den Teig aufgehen lassen, vierteln und zu Rondellen auswallen. Mit Salz, Rosmarin und Datteltomaten belegen, mit Knoblauchöl beträufeln und backen. Zu den lauwarmen Focaccia Anna’s Best Oliven mit Weichkäse servieren. Alle Zutaten für dieses Gericht finden Sie in Ihrer Migros, das Rezept dazu unter www.saison.ch/ m-tipp.

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 75

Zubereitung

1. Lauch längs halbieren, in feine Streifen schneiden. In der Hälfte der Butter ca. 5 Minuten dünsten. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Thymian­ blättchen fein hacken, Käse fein zerbröckeln und mit der Hälfte der Brotbrösel mischen. Lauch beigeben. Eier trennen. Eigelb und Senf verrühren, zu der Brot­ Käse­Mischung geben. Gut vermischen, mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Milch dazugeben und unterrühren. Mischung achteln und zwischen feuchten Händen zu Würstchen formen. Auf einen mit Frisch­ haltefolie belegten Teller legen und zugedeckt ca. 30 Minuten kühl stellen. 2. Inzwischen für das Relish Zwiebeln halbieren und in feinste Streifen schneiden. Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Zwiebeln bei kleiner Hitze ca. 20 Minuten weich und leicht braun dünsten. Chili und Knoblauch fein hacken. Zu den Zwiebeln geben und ca. 5 Minuten unter Rühren weiterdünsten. Zucker darüberstreuen, kurz weiterrühren. Essig dazugeben. Ca. 5 Minuten weiterköcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Relish vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen, in Schälchen anrichten. 3. Backofen auf 180 °C vorheizen. Eiweiss leicht schlagen. Mehl und restliche Brotbrösel auf separate Teller vertei­ len. Würstchen erst im Mehl, dann im Eiweiss und in den Brotbröseln wenden. Restliche Butter in einer Bratpfanne erhitzen, Würstchen bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten rundum anbraten. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Würstchen in der Ofenmitte ca. 20 Minuten backen, bis sie golden sind. Zubereitungszeit ca. 55 Minuten + ca. 20 Minuten backen

Pro Person ca. 24 g Eiweiss, 31 g Fett, 40 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/530 kcal

Zu Tisch mit Kris Watkins

«Ich liebe diese Würstchen» Glamorgan Sausages sind vegetarische Käsewürstchen und eine Spezialität aus Wales, der Heimat von Kris Watkins. Der 39-Jährige aus Cardiff kocht im Kennedy’s Irish Pub in Zürich.

sind beliebt. Wales hat eine wunder­ schöne, 2740 Kilometer lange Küste. Darum haben wir auch viele Köstlich­ keiten mit Fisch und Meeresfrüchten.

Kris Watkins, seit wann leben Sie in der Schweiz? In die Schweiz kam ich vor 15 Jahren. Seit November 2012 arbeite ich im

Ich liebe die Glamorgan Sausages, mein Favorit ist aber Laverbread. Das sind Meeresalgen, die zusammen mit Hafer­ mehl vermischt und zu einem Küchlein geformt und gebacken werden. Ich geniesse Leaverbread zum Frühstück mit Speck und Eiern oder geräuchertem Lachs und pochierten Eiern. Diesen besonderen Zmorge gibt es meines Wissens nur bei uns.

Kennedy’s Irish Pub in Zürich. Meine Arbeit gefällt mir sehr gut. Vorher war ich sechs Jahre lang in einem anderen Restaurant in der Schweiz tätig.

Was ist typisch für die walisische Küche?

Kulinarisch hat Wales einiges zu bieten. In unseren Gerichten spielt Fleisch eine wichtige Rolle. Speziell Lamm ist sehr populär, aber auch Rindfleisch und Wild

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Natürlich meine Familie und alle meine Freunde. Aber auch das Meer, den Strand und die raue Küste.

2 5

10 8

Walisische Genuss-Garanten

3 1

6 9 4

7

11

1 Lauch – weil es das Nationalgemüse ist 2 Lammfleisch – für Eintöpfe wie Cawl 3 Seegras – weil man es für Laverbread braucht 4 Herzmuscheln – der Snack direkt aus dem Meer 5 Glamorgan Sausages – für die kleine Mahlzeit 6 Frischer Lachs – genauso beliebt wie Kabeljau 7 Speck (Bacon) – zum Frühstück ein Must 8 Cheddar Käse – als Nationalkäse die Nummer 1 9 Weinbeeren – für süsse Brötchen 10 Walisisches Bier – hat nur 3 % Alkoholgehalt 11 Eier – für Welsh Cakes unverzichtbar


76 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Wiener Schnitzel aus Österreich Zutaten für 4 Personen 4 Kalbsschnitzel vom Eckoder Huftstück à ca. 150 g 2 Eier 2 EL Rahm Salz 4 EL Mehl 200 g Paniermehl 200 g Bratbutter oder 2 dl Erdnussöl 1 Zitrone Zubereitung

1. Schnitzel einzeln zwischen Metzgerpapier oder Tiefkühlbeuteln mit einem Fleischklopfer sehr dünn klopfen. Eier mit Rahm in einem Suppenteller verquirlen. Mit Salz würzen. Mehl und Paniermehl separat in Suppentellern bereitstellen. Schnitzel im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen. Schnitzel durchs Ei ziehen, abtropfen lassen. Schnitzel im Paniermehl wenden, Panade leicht andrücken.

2. Bratbutter in einer weiten Bratpfanne erhitzen. Sie soll ca. 1 cm hoch in der Pfanne stehen, damit man die Schnitzel halb schwimmend backen kann. Die Bratbutter ist heiss, wenn es leicht blubbert, wenn man eine Prise Paniermehl hineingibt. Schnitzel darin bei mittlerer Hitze beidseitig jeweils ca. 3 Minuten goldbraun backen. Die Pfanne immer wieder leicht schwenken, damit das Fett auf die Oberseite der Schnitzel schwappt. Schnitzel auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Zitronenschnitze zu den Schnitzeln servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 41 g Eiweiss, 38 g Fett, 44 g Kohlenhydrate, 2900 kJ/690 kcal

Krabben-Brot aus Island Zutaten für 4 Personen ¼ Bund Kräuter, z. B. Dill oder Schnittlauch 1 TL Zitronensaft 3 EL Mayonnaise 2 EL Rahmquark Salz, Pfeffer 40 g Gurke 6 Radieschen 4 Scheiben Brot à ca. 40 g, z. B. Roggenvollkornbrot 200 g gekochte Krebsschwänze oder Crevetten Zubereitung

Von den Kräutern etwas für die Garnitur beiseitestellen. Restliche Kräuter fein hacken. Mit Zitronensaft, Mayonnaise und Rahmquark mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gurke und ⅔ der Radieschen in feine Scheiben schneiden. Restliche Radieschen halbieren. Brote mit etwas Mayonnaisemischung bestreichen. Gurken und Radies-

chenscheiben darauf verteilen. Restliche Mayonnaise und Krebsschwänze darauf verteilen. Mit beiseitegestellten Kräutern und halbierten Radieschen servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 30 g Eiweiss, 9 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 1150 kJ/280 kcal


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 77

Schweinshaxe aus Deutschland Zutaten für 4 Personen 1 Zwiebel 1 Lorbeerblatt 4 Gewürznelken 1 TL grobes Meersalz 1 TL schwarze Pfefferkörner 1 TL Kümmel 2 EL HOLL-Rapsöl 4 Schweinshaxen à ca. 600 g (beim Metzger vorbestellen) 1,5 dl Wasser

Form geben. Haxen in der Ofenmitte ca. 1 ½ Stunden braten. Dabei immer wieder mit der Flüssigkeit übergiessen.

Zubereitung

+ ca. 1 ½ Stunden braten

Backofen auf 220 °C vorheizen. Zwiebel mit Lorbeer und Nelken spicken. Salz, Pfeffer und Kümmel im Mörser grob zerstossen. Schweins­ haxen damit einreiben. Öl in einer weiten Brat­ pfanne erhitzen, Haxen rundum ca. 10 Minuten anbraten. Zwiebel bei­ geben, kurz mitdünsten. Mit etwas Wasser ab­ löschen. Mit restlichem Wasser in eine ofenfeste

Tipp Kartoffel­ oder Weiss­ kabissalat (Krautsalat) dazuservieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 124 g Eiweiss, 31 g Fett, 1 g Kohlenhydrate, 3300 kJ/790 kcal

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Teilnahmebedingungen: www.migrosmagazin.ch/em Teilnahmeschluss: für den Wochenpreis: Sonntag, 12. Juni für den Hauptpreis: Sonntag, 10. Juli

Hauptpreis: Pelletgrill Grillson Leif von Galaxus.ch im Wert von Fr. 2229.–

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80 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Kräftig im Geschmack Nur auf den ersten Blick ist das Feldbrot ein gewöhnliches Brot. Denn was das Brot des Monats geschmacklich zu bieten hat, macht es zu einem Leckerbissen. In den Hausbäckereien der Migros wird es täglich frisch gebacken. Text: Jacqueline Vinzelberg

Bei der Brotsorte hat jeder persönliche Präferenzen. In einem Punkt aber herrscht Einigkeit: Frisch und direkt vom Bäcker soll es sein, möglichst noch warm. Denn traditionell hergestelltes Brot schmeckt einfach am besten. In den 126 Hausbäckereien der Migros duftet es den ganzen Tag nach frisch gebackenem Brot. Mit viel Handarbeit – vom Mischen des Teigs bis zum Herausnehmen aus dem Ofen – wird hier von morgens bis abends gebacken. Das Standardsortiment, regionale Spezialitäten und natürlich auch das Brot des Monats sind deshalb täglich bis Ladenschluss ofenwarm erhältlich. www.migros.ch/brot

Kalte Melonensuppe mit Jakobsmuscheln Vorspeise für 4 Personen

1 150 g ½ 2 dl 10 g 8 8

Galia Melone à ca. 900g Nostrano-Gurke Zitrone Buttermilch nature Ingwer Salz, Pfeffer Jakobsmuscheln Spiesschen Zitronenmelisse oder Pfefferminze nach Belieben

Zubereitung

Melone und Gurke schälen, halbieren, entkernen und in Stücke schneiden. Zitrone auspressen. 1 EL Zitronensaft mit Buttermilch, Melone und Gurke mixen. Ingwer fein dazuraffeln, mit Salz und Pfeffer würzen. Suppe kühl stellen. Jakobsmuscheln auf Spiesschen stecken und beidseitig je ca. 2 Minuten

grillieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Suppe aufmixen und mit den Spiesschen anrichten. Nach Belieben mit Zitronenmelisse oder Pfefferminze garnieren. Dazu passt Feldbrot. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten

Pro Person ca. 7 g Eiweiss, 3 g Fett, 18 g Kohlenhydrate, 550 kJ/130 kcal

Bild: Veronika Studer (Food), Gaëtan Bally; Rezept: Regula Brodbeck

Das Feldbrot passt vorzüglich zu einer erfrischenden Melonensuppe.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 81

Serie Warm und knusprig aus der Hausbäckerei Aktuell im Juni: Feldbrot

Die Hausbäckerin empfiehlt

«Ich mag das Feldbrot besonders gern zu einer selbst gemachten Suppe.» Jeanine Riedi (27), Bäckerin in der Hausbäckerei der Migros-Filiale Mythen-Center in Ibach SZ

Ausgeprägtes Brotaroma Das Feldbrot ist ein einfaches, halbdunkles Brot aus Ruchmehl, Weissmehl und Kochsalz. Dem Teig wird eine besonders lange Ruhezeit gegönnt, damit sich ein ausgeprägtes Brotaroma entwickeln kann. Sein kräftiger Geschmack macht das Feldbrot zum idealen Begleiter verschiedenster Gerichte. Es eignet sich ebenfalls hervorragend für Sandwiches.

Vorzugsweise geniesst man das Feldbrot frisch. Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein Baumwoll- oder Papiersack.

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Brot. Rezept www.saison.ch

Feldbrot, 360 g Fr. 3.20 Erhältlich in allen grösseren Migros-Filialen mit Hausbäckerei, ausser im Tessin


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Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Montecatini Terme, im Herz der Toskana. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Pisa, Wein & Olivenöl Heute zeigen wir Ihnen die Höhepunkte von Pisa, die Stadt mit dem schiefen Turm. Nach der Führung laden wir Sie zu einen feinen Cappuccino oder Espresso ein. Danach bleibt Ihnen etwas Zeit zur freien Verfügung. Später besuchen wir in eine typische Fattoria auf dem Land und verkosten feine toskanische Weine und Olivenöl. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Florenz Nach dem Frühstück Fahrt durch schöne Landschaften nach Florenz – die toskanische Hauptstadt gehört zu den schönsten Städten Italiens und wird Sie begeistern. Nach der Stadtführung bleibt Ihnen Zeit zur freien Verfügung. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

Ihr Reiseprogramm: Ihre Reisedaten: Reisehit 203 c) 5.9.-8.9.2016 Reisehit 203 d) 19.9.-22.9.2016

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Einzelzimmerzuschlag: Fr. 80.- Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bellinzon, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Sargans, St. Gallen, Thun, Winterthur oder Zürich

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1. Tag, Montag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus an die Versiliaküste, wo wir im Hotel mit dem Nachtessen erwartet werden. 2. Tag, Dienstag – Cinque Terre Die kleinen Ortschaften des Unesco-Weltkulturerbe Cinque Terre kleben wie Schwalbennester an den Felsen. Eine Panoramafahrt bringt uns nach Manarola. Entlang der Via dell’Amore spazieren wir nach Riomaggiore. Mit der Bahn geht es nach Monterosso – Postkartenidylle pur! Eine Schifffahrt mit atemberaubender Aussicht bringt uns von Portovenere nach La Spezia. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Mittwoch – Rapallo & Portofino Heute fahren wir nach Rapallo mit seiner gepflegten Palmenpromenade. Von hier aus unternehmen wir eine fantastische Schifffahrt nach Portofino, dem Badeort der Schönen und Reichen. Zeit zum Flanieren, Staunen & Geniessen. Rückfahrt und Nachtessen im Hotel

Ihre Reisedaten: Reisehit 191 b) 19. - 22.9.2016 Reisehit 191 e) du 26. - 29.9.2016 Reisehit 191 f) du 3. - 6.10.2016 Reisehit 191 g) du 10. - 13.10.2016

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Zuschlag auf September-Abreisen Fr. 30.- Einzelzimmerzuschlag: Fr. 75.- Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Sargans, St. Gallen, Thun, Winterthur oder Zürich

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 83

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 89

Aus der Region. Für die Region.

Linsen für Genf MigrosGenossenschaft Genf

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Kontrollen Für das Label «Aus der Region. Für die Region.» muss die unabhängige interkantonale Zertifizierungsstelle OIC die Herkunft und alle Verarbeitungsschritte kontrollieren.

Milch, Fleisch, Eier, Früchte, Gemüse: Die meisten Produkte, die für gewöhnlich in keinem Haushalt fehlen, gibt es mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» in der Migros. Dieses steht für Produkte, die in der Region hergestellt werden, in der sie auch verkauft werden. Hansruedi Roder beliefert die Migros mit einem in der Schweiz seltenen Produkt: grüne Linsen. Meist werden sie importiert, doch die Hülsenfrüchte gedeihen auch in Versoix bei Genf. Lesen Sie, welche Vorgaben erfüllt werden müssen, damit die Linsen das regionale Label bekommen. Regionale Wertschöpfung Die Linsen legen keine weiten Wege zurück. Nach der Ernte werden sie in der Region gereinigt und anschliessend wieder auf den Hof von Hansruedi Roder gebracht und dort verpackt. Für die Kontrolleure der OIC ist klar: Die Wertschöpfung der grünen Linsen bleibt zu 100 Prozent in der Region. Somit dürfen sie zweifelsfrei unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» verkauft werden.

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Herkunft Linsen sind ein rein landwirtschaftliches Produkt. Sie müssen deshalb zu 100 Prozent in der MigrosRegion angebaut werden, in der sie auch verkauft werden. Die grünen Linsen von Hansruedi Roder wachsen nur zirka zwei Kilometer entfernt von seinem Hof in Versoix.

Wettbewerb

Hätten Sie gewusst, … dass in der MigrosGenossenschaft Genf über 700 Produkte mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» angeboten werden? Machen Sie mit beim

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Illustrationen: Flavia Travaglini

Teilnahme auf www.ausderregion.ch

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Anbau Linsen sind im Anbau nicht ganz unkompliziert. Zum einen wachsen die Pflanzen nur langsam, sodass Wildkräuter schnell zur Konkurrenz werden. Zum anderen müssen die geernteten Linsen mehrfach gereinigt werden. Dazu werden sie gesiebt und in einer Art Zentrifuge von kleinsten Fremdkörpern wie Steinchen getrennt.

Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.


90 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

Ich habe gelesen, dass Windeln kleine Kunststoff-Kügelchen enthalten. Sind die nicht schädlich für mein Baby? Bei den Kügelchen handelt es sich um ein grobkörniges Kunststoffgranulat, auch Superabsorber genannt, das grosse Volumen an Flüssigkeiten binden kann. Beim Kontakt mit Urin quellen die Kügelchen auf und bilden eine gelartige Masse, die verhindert, dass die Flüssigkeit wieder aus der Windel sickert. Die Windel bleibt trocken, was der empfindlichen Babyhaut zugutekommt. Bei seiner Entwicklung wurde der Superabsorber auf allergische Reaktionen und Toxizität geprüft – und im Hautkontakt als harmlos befunden. Das Granulat hat sich in den letzten Jahrzehnten als Auslaufschutz für Windeln bewährt und ist für Babys und Erwachsene vollkommen unbedenklich.

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 91

Von uns. Von hier.

Mit Glace zum Migros-Kind

Text: Thomas Tobler

Bild: zVg

Für Daniela Rüegg aus St. Gallen ist der Glace-Kauf im Migros-Verkaufswagen eine lebendige Kindheitserinnerung. Erzählen auch Sie ihre Eis-Geschichte. An heissen Mittwochnachmittagen wartete Daniela Rüegg als Mädchen auf den Verkaufswagen der Migros, um ihre Lieblingsglace zu kaufen. 40 Rappen kostete das Eis damals. Eine Erinnerung, die sie bis heute prägt, selbst wenn sie die Glace aus der Migros inzwischen im eigenen Gefrierfach lagert. Wir suchen die erfrischendsten und lustigsten Migros-Glace-Storys. Wer seine persönliche Geschichte auf www.migros-momente.ch teilt, hat jetzt die Chance, eine Migros-Geschenkkarte im Wert von 50 Franken zu gewinnen.

Via Website:

«Beim Genuss dieser Erfrischung denke ich oft an meine Kindheit.» Daniela Rüegg (43)

Daniela Rüegg ist seit ihrer Kindheit ein treuer MigrosGlace-Fan.

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So teilen Sie Ihren Migros-Glace-Moment

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 93

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Varanasi

Kalkutta–Varanasi–Delhi 15 Tage ab 5890.– (Rabatt Fr. 500.– abgezogen, Hauptdeck, Vollpension, Flug, Ausflüge) «Aarti-Zeremonie». Hotelübernachtung. 13. Tag Varanasi–Delhi Bootsfahrt (fak. ca. $ 20 pro Person). Ruinen und Museum Sarnath. Flug nach Delhi. Hotelübernachtung. 14. Tag Delhi Stadtrundfahrt, Zeit zur freien Verfügung, Hotelübernachtung. 15. Tag Delhi–Dubai–Zürich Rückflug via Dubai nach Zürich. Individuelle Heimreise. Programmänderungen vorbehalten.

1. Tag Zürich–Dubai–Kalkutta Individuelle Anreise zum Flughafen. Am Nachmittag Flug mit Emirates (A380) via Dubai nach Kalkutta. 2. Tag Kalkutta– Kalna Ankunft am Morgen. Transfer zum Schiff, Einschiffung, Mittagessen. Stadtrundfahrt. Abendessen und Start zur ersten Etappe. 3. Tag Kalna–Matiari Rikschafahrt zum Rajbari Tempelkomplex, bestehend aus 108 Shiva-Tempeln. 4. Tag Matiari–Murshidabad Besuch des Dorfes Matiari. Schifffahrt vorbei an Plassey. 5. Tag Murshidabad–Jangipur Besichtigung Hazarduari Palace. Besuch der Katra Moschee. 6. Tag Jangipur–Rajmahal Passage der Schleuse Farraka. In Rajmahal Besichtigungen. 7. Tag Rajmahal–Manihari Gemütliche Schifffahrt durch die Heimat vieler Vogelarten. 8. Tag Manihari– Bateshwarsthan–Bhagalpur Besuch Ruinen der Vikramshila Universität. Fahrt durch das speziell zum Schutz des Ganges Delphins erschaffene Vikramshila Reservat. 9. Tag Bhagalpur–Sultanganj Schifffahrt vorbei an zwei markanten Granitfelsen. Tempelbesichtigung. 10. Tag Sultanganj–Munger Letzte Schifffahrtsetappe nach Munger. Besuch Bihar Yogaschule. 11. Tag Munger–Bodhgaya Ausschiffung, Transfer zur Ruinenstadt Nalanda. In Bodhgaya Besuch Mahabodhi Tempel. Hotelübernachtung. 12. Tag Bodhgaya–Varanasi Am Abend in Varanasi

Das frisch renovierte Schiff bietet Platz für 56 Passagiere. Mit Hartholz ausgestattet, edlen Möbeln und landestypischen Bildern bestückt, erwartet Sie eine einzigartige Atmosphäre. Die grosszügigen Kabinen sind mit Dusche/ WC, Föhn, Safe und Klimaanlage ausgestattet. In der Lounge mit Bar finden Vorträge und Zusammenkünfte statt. Vorzügliche Mahlzeiten werden im eleganten Restaurant serviert. Im Spa werden verschiedene Massagen angeboten. Zur Bordausstattung gehören komfortable Deckstühle vor den Kabinen und dem überdachten Sonnendeck sowie eine kleine Boutique. Nichtraucherschiff (im Aussenbereich darf geraucht werden).

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 95

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Die tiefenwirksame Aufbaupflege regt die Zellerneuerung der Haut ab 50 an und vitalisiert das Hautbild. Sie enthält zusätzlich einen Lichtschutzfaktor von 15. Das schützt die Haut vor schädlicher Sonnenstrahlung und beugt Altersflecken vor. Age Perfect Renaissance Cellulaire Tag, 50 ml Fr. 25.90 In grösseren Filialen

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96 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Babysortiment

Für innige Momente Am Anfang verbraucht ein Baby bis zu zehn Windeln am Tag. Bis es ganz ohne Windeln auskommt, wird es bis zu 6000 Mal gewickelt. Alles, was es für dieses Ritual und die Pflege des zarten Babypopos braucht, findet man in der Migros. Text: Dora Horvath

Bilder: Sonja Ruckstuhl

Styling: Mirjam Vieli-Goll

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Die Phasen des Trockenwerdens

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Das Baby kann weder seinen Darm noch seine Blase kontrollieren.

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Sobald sich das Kleinkind für die Toilette interessiert, beginnt das Töpfchentraining.

Das Kind bleibt nachts trocken. Es braucht auch im Schlaf keine Windeln mehr.

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MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 97

Wissenswertes

Alles im Griff?

Ein bisschen Übung braucht es schon, um das Baby fachgerecht zu wickeln. Wichtig sind aber nicht nur die Handgriffe, sondern auch das Drumherum. Hier ein paar Tipps und Tricks:

Windeln häufig wechseln

Sobald das Baby sein Geschäft verrichtet hat, sollte es frisch gewickelt werden.

Für Wohlbefinden sorgen Die Wickelkommode sollte an einem ruhigen und geschlos­ senen Ort stehen. Das Zimmer sollte frei von Zugluft und warm genug sein, damit das Baby nicht friert. Für wohlige Temperaturen kann eine Wärmelampe oder ein Heizstrahler sorgen.

Das Wickeln hat den Charakter eines Rituals, das das Baby als besonders angenehm empfinden soll.

Wickelmatte Winnie the Pooh Fr. 29.80

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Waschschüssel perlweiss Fr. 12.80

Speziell bei Buben Die Penisvorhaut zum Reinigen erst zurück­ schieben, wenn sie sich von der Eichel gelöst hat. In den ersten Lebens­ jahren ist sie noch ver­ wachsen, und es können kleine Risse entstehen.

Das Baby nie alleine lassen

Alle Utensilien wie Windeln, Wasser, Reinigungstücher, Salben, Puder und Kleidchen sollten sich in Griffnähe befinden.

Sprachentwicklung und Intelligenz fördern

Das Wickeln bietet eine gute Gelegenheit, mit dem Baby zu sprechen oder ihm etwas vorzusingen.

Speziell bei Mädchen

Mädchen sollten von vorne nach hinten gesäu­ bert werden, damit keine Darmbakterien in die Scheide gelangen.

Der Po braucht frische Luft

Babys sollte man öfters unten ohne sein lassen, denn Sauerstoff beugt Windeldermatitis vor.


98 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Wichtige Prophylaxe vor und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft: Actilife Pro Natal, 30 Tabletten Fr. 5.70 Wirkt manchmal Wunder, wenn Mami und Papi sich mal eine Verschnaufpause gönnen möchten. Milette Nuggi mit Ring, 6 – 16 Monate, 2 Stück Fr. 5.20

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Wir sind schwanger

Aus Zwei werden Drei Die erste Schwangerschaft ist ein einschneidendes Erlebnis. Aus trauter Zweisamkeit wird bald eine kleine Familie. Für die werdenden Eltern stehen wichtige Entscheidungen an. Wie gut, dass der Sprössling erst in neun Monaten das Licht der Welt erblickt. So bleibt genügend Zeit, um Pläne zu schmieden und alle Vorbereitungen für den Tag der Geburt und das künftige Leben zu dritt zu treffen. Es braucht einen passenden Namen, ein Kinderzimmer, eine Hebamme, eine Klinik und und und ...

Damit kann auch der Papi das Stillen übernehmen: Milette Schoppenflasche, 125 ml Fr. 5.30

Hier fühlt sich das Neugeborene geborgen und kann ruhig träumen: Emilie Babybett , Liegefläche 80 × 43 cm Fr. 279.– In der Micasa


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 99

Gestaltet die Autofahrt zu den Grosseltern bequem und sicher: Maxi-Cosi Cabriofix Black Raven Fr. 239.– Im Do it + Garden

Trägt dazu bei, den erhöhten Eisenbedarf während der Schwangerschaft zu decken: Kneipp Eisen Lutschtabletten, 60 Stück Fr. 11.80 Schwangerschaftsstreifen? Dank Spezialpflege bleibt die Haut elastisch: Kneipp Hautöl Mandelblüten Hautzart, 100 ml Fr. 9.80

Schattenspender für den Sprössling im Auto: Disney Winnie The Pooh Sonnenschutz Fr. 8.75 Im Do it + Garden

Herziges Sommer-Outfit für kleine Strampler: Baby-Body, ärmellos, aus 100 % Baumwolle, Gr. 62/68 – 98 Fr. 8.90

Weil Babys lieber Schlafliedern lauschen statt Schäfchen zu zählen: Milette Mini-Spieluhr Fr. 15.80


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Alle Rezepte und alle Sendungen: www.jeannettekocht.ch

Ein M regionaler.


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 101

Produkt der Woche

Wichtiger Eiweisslieferant Bohnen enthalten viel Eiweiss. Roh essen sollte man sie jedoch nicht, denn erst durchs Kochen werden sie geniessbar. Bohnen «Aus der Region. Für die Region.» werden unter anderem vom Gemüsebauer Dave Bigler in Emmen produziert und sind im 500-GrammBeutel in allen Filialen der Migros Luzern erhältlich.

Artgerechte Tierhaltung mit viel Auslauf ist ein wichtiges Kriterium für das Weide-Beef-Label.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

Klubschultipp

Endlich Feierabend … … aber was kochen?

Weide-Beef

Ein Label fürs Tierwohl Mit dem Weide-Beef aus der Region bietet die Migros Luzern Premium-Fleischqualität mit der Garantie für artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft. Text: Eva D'Andrea

D

as Tierwohl wird beim Label Weide-Beef gross geschrieben. So geniessen die Tiere viel Auslauf. Bei gutem Wetter auf der Weide und bei schlechtem Wetter oder viel Schnee im Aussenlaufhof. Auch die Konsumenten profitieren; einerseits vom Vertrauen in eine verantwortungsvolle Haltung und andererseits von der Qualität des Fleisches. Denn durch die Fütterung mit Weidegras im Sommer und mehrheitlich Raufutter wie Heu und betriebseigenem Futter im Winter wird ein

besonders schmackhaftes und sehr zartes Fleisch produziert. Strenge Tierschutzregeln

Wer für das Label Weide-Beef produzieren will, muss neben den Auflagen zur Haltung und Fütterung auch Richtlinien im Bereich Biodiversität und Ressourcenschutz einhalten. Diese sind strenger als das sdchweizerische Tierschutzgesetz und werden durch angemeldete und unangemeldete Kontrollen garantiert. Die Tiere und ihre Gesundheit, die Grösse der Stallungen sowie die

Haltungsbedingungen werden geprüft. Ebenfalls wird kontrolliert, ob sie regelmässig Auslauf im Freien haben und ob das Futter den Richtlinien entspricht. Der Schweizer Tierschutz überprüft zudem den Transport der Tiere. In der Genossenschaft Migros Luzern beteiligen sich über 70 Landwirte am Programm. Das Fleisch ist unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.»Weide-Beef an sämtlichen Frischfleischtheken der Migros Luzern erhältlich. MM

Im Kühlschrank herrscht Ebbe. Im Portemonnaie ebenso, und auch der Magen ist knurrend leer. Jetzt ein feines Menü auf dem Tisch, das wärs! Ideen dazu gibts in der Klubschule Migros Luzern. Im Kurs «Kochen und Geniessen nach Feierabend» erhält man Tipps, wie aus wenigen Produkten ruckzuck ein schmackhaftes und gesundes Essen entsteht. Falls von den Brötchen, die man verdient, gegen Ende des Monats nicht mehr viel übrig ist, empfiehlt sich der M-Budget-Kochkurs. Sie werden staunen, welch kreative Köstlichkeiten mit der Kultmarke zubereitet werden können. Kochen und geniessen nach Feierabend:

8. Juni in Luzern, 21. Juni in Sursee. M-Budget-Kochen: 2. Juni in Luzern. Die Kurse finden jeweils von 19 bis 22 Uhr statt. Anmeldung: www.klubschule.ch


102 | MM23, 6.6.2016 | MIGROS-WELT

Outdoor

Gut zu Fuss

SportXX bietet eine grosse Auswahl an Wanderschuhen und Outdoor-Kleidern sowie kompetente Beratung. Die Filialen in den Einkaufcentern Surseepark und Zugerland Steinhausen haben sogar einen speziellen Outdoor-by-SportXXShop. Für eine unbeschwerte Wanderung muss der richtige Schuh zum Gelände gewählt werden: Hier gleich passend dazu ein paar Wandertipps in der Zentralschweiz.

Text: Antonia Reinhard

1

Der Multifunktionsschuh Er ist tief geschnitten und zeichnet sich durch seine Leichtigkeit und hohe Luftdurchlässigkeit aus. Die Schuhe sind mit einer Membran für Schutz vor Wasser ausgerüstet. Wie gemacht für einfache Forst- und Waldwege, ideal auch für Reisen. Zwischen Hügel und Wasser: Idyllischer Spaziergang um den Baldeggersee. Mehr auf www.seetaltourismus.ch

Der Trekkingschuh Er unterscheidet sich durch die steifere Sohle und den festen Schaft vom Wanderschuh und bietet mehr Halt und bessere Trittsicherheit. Der feste Schuh stabilisiert den Fuss und schützt ihn vor Ermüdung. Ideal für anspruchsvolle Wanderungen im Gebirge oder mehrtägige Trekkings, abseits befestigter Wege. Auch auf schlechten Wegen, Geröll und Klettersteigen geeignet. Die Rigi alpin: Die Hochflue ist der alpinste der drei grossen Gipfel im Rigimassiv. Routen auf www.rigi-wanderungen.ch

3


MIGROS-WELT | MM23, 6.6.2016 | 103

4

Der Bergschuh Eine sehr feste Sohle, die dennoch gut abrollt, und die hohe Trittpräzi­ sion sind die Markenzeichen eines guten Bergschuhs. Meist sind sie auch für die Befestigung von Steigeisen ausgelegt. Der Bergschuh bringt den richtigen Halt für Touren im Hochge­ birge, auf Gletschern und anspruchs­ vollen Trekkingtouren. Nepal-Feeling im Göschenertal: Bergweg in einer wilden Gebirgsland­ schaft mit Ausblick auf Gletscher und spektakuläre Hängebrücke. Mehr auf www.salbitbruecke.ch

2

Der Wanderschuh Durch den höheren Schaft bietet der Wanderschuh mehr Halt und besseren Schutz gegen Nässe als der Multifunk­ tionsschuh. Er eignet sich für leichte Wanderungen im Flachland, Mittelgebirge oder in den Voralpen. Beste Aussichten: Abwechslungsreiche Höhenwanderung von Brunni nach Bann­ alp, auch bestens geeignet für Familien. Mehr auf www.walenpfad.ch

Romy Diethelm freut sich über die Fort­ schritte ihrer Tanzpaare Klubschule

Eins, zwei, Cha-Cha-Cha! Raus aus dem Büro, rein in den Tanzkurs der Klubschule Luzern. Seit über 20 Jahren gibt Romy Diethelm hier den Takt an. Text und Bild: Jacqueline Achermann

E

s war mitten in der Blütezeit der Discomusik, als ABBA mit den Strophen «You can dance, you can jive, having the time of your life» den Tanz­ lokalen einheizte. Die Plattenspieler sind mitt­ lerweile digitalen Mischpulten gewichen. Die Freude, sich zu guter Musik zu bewegen, ist geblieben. Auch bei Romy Diethelm, die seit über zwei Jahrzehnten an der Klubschule Migros Luzern unterrichtet. «Eigent­ lich wollte ich Schauspielerin werden», erzählt sie, liess dann aber die Aufnahmeprüfung zugunsten einer Tanzausbildung sausen. Bereut hat sie es nicht. Denn Tanzen ist ihre Leidenschaft, ja, ihr Leben.

Seit zehn Jahren im Tanzkurs

Diesen Enthusiasmus spüren auch Josy und Piet van der Pluijm. 46 Jahre sind sie verheiratet, zehn Jahre davon verbrachten sie in den Tanzräumen der Klub­ schule Luzern. «Tanzen wirkt sich positiv aus auf Körper und Geist», sagen sie. Auch habe sich ihr Gleichgewicht merklich verbessert. Klar, müsse man sich manchmal einen «Schupf» geben, aber Tanzen bei Romy, das halte einfach fit. Überhaupt geraten Josy und Piet ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Tanzlehrerin erzählen. Geduldig sei sie und angenehm. «Man muss kein Profitänzer sein, um hierherzukommen, alle sind willkommen.» Das ist auch für Romy Diethelm wichtig. «Die Freude am Tanzen steht im Vordergrund.» Aber kann denn wirklich jeder Tanzen lernen? «Es gibt keine schlechten Tanzschüler, nur schlechte Tanzlehrer», schmunzelt sie. MM

Wissenswert

Tanzen hält fit Forscher der Universität Bochum testeten

ein speziell für Senioren entwickeltes Tanzpro­ gramm. Die Ü60­Jäh­ rigen tanzten sechs Monate lang, einmal pro Woche für eine Stunde. Nach dem halben Jahr waren sie nicht nur körperlich erheblich fitter – ebenso ver­ besserten sich ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Tanzpartner finden:

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Knigge reloaded

Wie passiert man am besten eine Reihe sitzender Menschen?

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Gestresste Männer

Erschöpft? Gestresst? Müde? Mehr über sich und sein Verhalten in Stresssituationen erfahren: Für eine

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

Studie sucht das Psy­ chologische Institut der Universität Zürich Männer zwischen 40 und 75 Jahren, die sich häufig erschöpft, gestresst oder müde fühlen. Bei der Studie werden der Umgang mit Stress sowie biologische, psycho­ logische und soziale Faktoren erhoben.

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Es kann in der Oper oder im Flugzeug passieren: Dass man seinen Platz verlassen oder denselben ansteuern muss, vorbei an einer Reihe bereits sitzender Menschen. Soll man diesen Menschen nun seine Vorder- oder Rückseite zuwenden? Kommt drauf an. Grundsätzlich ist es höflicher, mit den bereits Sitzenden Augen­ kontakt herzustellen – zumal wenn sie sich von ihren Plätzen erheben, um Durchlass zu gewähren. So kann man sich entschul­ digen und bedanken. Und besser kontrollieren, dass man keinem auf die Füsse tritt. Im Flugzeug jedoch empfiehlt es sich, wenn man während der Reise mal raus muss, nach einer kurzen Entschuldi­ gung die Reihe mit dem Blick zum Cockpit und dem Rücken zum Nachbarn zu verlassen. So können Sie, sollte es zu Turbulenzen kommen, sich zum Beispiel an der Sitzlehne vor Ihnen festhalten – und nicht am Dekolleté der Dame hinter Ihnen.»

Teilnehmer erhalten im Anschluss ein individuelles Stressund Gesundheitsprofil. Dieses gibt un­ ter anderem Auskunft über persönliche Stressbewältigungs­ mechanismen sowie über körperliche Fit­ ness und Hormon­ ausprägungen (Stress­ und Sexualhormone). Informationen und Teilnahme:

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108 | MM23, 6.6.2016 | LEBEN

Garten

Die Schweiz beetet hoch

Hochbeete sind der letzte Schrei, und das nicht nur bei den

Urban Gardenern. Auch Migros-Magazin-Leser haben entdeckt, wie angenehm es sich in der Höhe pflanzen und ernten lässt. Text: Almut Berger

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1 Grüne Daumen bei Roli Marti aus Schönenwerd SO 2 Bienenhaus inklusive: das Hoch­ beet von Joe Schmid aus Illnau ZH 3 Bei Verena Arloff aus Baar ZG beetet Partner Turi hoch. 4 Michèle Mascetti–Hufschmid aus Mühlau AG liebt Kräuter.

5 Bei Françoise Bassand aus Zürich gedeihts auf dem Dach. 6 Regula Hiltebrand–Boos aus Au ZH gärtnert in Gelb. 7 Moni Osterwalder Grieder aus Pratteln BL hat ihre Kräuter­ schnecke selbst gebaut. 8 Hely Betschart­Planzer aus

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Brunnen SZ geht mit ihren Hoch­ beeten in die dritte Saison. 9 Marco Bugmann aus Berikon AG pflanzt auf dem Balkon. 10 Yvonne Niederer aus Uster ZH ist ein Basilikum­Fan. 11 Gaby Fischer aus Gunzgen SO fürchtet noch kalte Nächte.

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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 109

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Das Hochbeet von Jessica Kuster aus Embrach ZH ist auch eine Lounge!

Gartenblog

Bohne, Bluescht & Berger 9

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Alles paletti!

Migros-MagazinJournalistin Almut Berger gärtnert schon seit Jahren in Palettenrahmen. Ihre Tipps und Tricks gibts unter www.migrosmagazin.ch/garten

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Do it + Garden ist Sponsor der Gartenverlosung auf Migros magazin.ch/garten


Diabetes – was nun ?

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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 111

Nur im betäubten Zustand möglich: Zahnkontrolle beim Stinktier.

Zootierärztin

Stinktier hat Zahnweh Auch wenn sie noch so wild sind, ein regelmässiger Gesundheitscheck muss auch bei Wildtieren sein. Beim Stinktier ist dies eine besondere Herausforderung. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

W Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

ie geht es dir?» – was wir andere Menschen so oft fragen, müssen wir bei Tieren selbst herausfinden. Deshalb beobachten unsere Tierpfleger die Tiere im All­ tag ganz genau und melden mir Auffälligkeiten unver­ züglich. Bei einigen Tieren ist das allerdings schwierig – weil sie entweder sehr scheu sind oder nur in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind. So wie unsere Stinktiere. Um herauszufinden, wie es ihnen geht, führe ich heute die jährliche Kontrol­ le durch. Dazu narkotisiere ich die beiden Tiere und das aus mehreren Gründen: Wie viele Wildtiere sind sie sehr gestresst, wenn man sie untersuchen will.

Dazu kommt, dass man sie aufgrund ihres Körperbaus schlecht festhalten kann. Es stinkt auch noch nach dem Waschen

Und schliesslich ist da noch die Eigenschaft, die dem Stinktier den Namen gibt: Ihr stinkendes und bren­ nendes Sekret können sie mehrere Meter weit auf Angreifer spritzen. Trifft es die Kleider, bringt alles Waschen nichts, man muss sie entsorgen. Die Stinktiere werden in einer Kiste mit Narkosegas in einen künstlichen Schlaf versetzt. Nun kann ich mit der Untersuchung be­ ginnen. Ich nehme Blut, höre Herz und Lungen ab, kontrolliere das Fell und das Gewicht und zum Schluss noch die Zähne.

Und hier zeigt es sich, wieso die Gesundheitschecks wichtig sind: Zwei Zähne sind faul, es hat sich Eiter gebildet. Ich sehe, dass das sehr schmerzhaft sein muss. Von aussen und ohne Nar­ kose hätte ich das nicht erkennen können. Sogleich entferne ich die beiden faulen Zähne, die Heilung wird nicht lange dauern. Und ein paar Tage nach dem Untersuch zeigt sich, dass ich nebenbei noch ein weiteres Problem gelöst habe: Ich hatte die Stinktiere nämlich zum Schluss der Untersuchung noch entwurmt. Nun ent­ decken wir tatsächlich viele tote Würmer im Kot der Stinktiere. Würmer weg, faule Zähne weg – die Stink­ tiere sind wieder fit für den Zooalltag. MM

Tipps

Tiere gut beobachten Haustiere sollten regelmässig einem Generalcheck unter­ zogen werden. Viele Krankheiten können so früh erkannt werden. Eine jährliche Kon­ trolle empfiehlt sich für jedes Haustier. Mit zutraulichen Tier­ arten kann spielerisch ein Wiegetraining, eine Untersuchung der Maul­ höhle, Ohren und Augen durchgeführt werden. Beobachtungen wie Fressverhalten, Kot­ und Harnabsatz können in einem Tagebuch erfasst und Veränderungen schnell erkannt werden. Verhaltensänderun­ gen können eine medi­ zinische Ursache haben.


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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 113

Wenn sich trotzdem kleine Blasen gebildet haben, sollen sie nicht eröffnet werden. Grosse, pralle, mit viel Flüssigkeit gefüllte werden mit einer desinfizierten Nadel am Rande aufgestochen und mit sanftem Druck entleert. Sie werden, wie die schon geplatzten, mit einem Desinfektionsmittel besprüht. Danach klebt man ein Blasenpflaster (zum Beispiel Comfeel) auf und presst es gut an. Diese Pflaster haben eine Beschichtung aus Hydrokolloid, das mit der Feuchtigkeit der Blase aufquillt und eine hervorragende schmerzstillende und polsternde Wirkung hat. Die Pflaster kann man solange belassen, bis die Druckschmerzen weg sind. Das kann mehrere Tage dauern. Keinesfalls darf die abgelöste Haut weggerissen werden, da sie die Wunde mechanisch und gegen eine Infektion schützt. Erst wenn sich darunter wieder eine trockene, neue Haut gebildet hat, kann man die trockenen Reste vorsichtig wegschneiden. Blasenpflaster kann man auch vorsorglich auf die gefährdeten Partien kleben. Auch hier gilt: Die Haut muss trocken und fettfrei sein. MM

Gesundheit

Blasen richtig behandeln Blasen an den Füssen sind eine Qual. Aber nicht nur das: Wenn sie sich entzünden, kann dies zu schweren Infektionen führen, die einen Arztbesuch erfordern.

Tipps Überprüfen Sie Ihr «Socken-Schuh-

Text: Armin Bürgler

B Dr. med. Armin Bürgler, Facharzt

Bild: Artem Furman/Fotolia

Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM, Medbase Winterthur

lasen entstehen, wenn Strümpfe oder Socken schlecht sitzen, nass sind oder durch Schuhe, die nicht passen. Durch vermehrte Reibung zwischen Socken und Schuh kommt es nämlich zu einer Ablösung zwischen den obersten Hautschichten. In den entstandenen Hohlräumen sammelt sich Flüssigkeit, und wenn die Schädigung tief liegt, auch Blut. Bei weiter anhaltendem Druck platzt die Blase auf. Es entsteht eine offene Wunde, die sehr schmerzhaft ist und eine Infektion auslösen kann. Blasen müssen nicht sein

Mit der Wahl von gut sitzenden Socken und Schuhen können Blasen fast immer vermieden werden. Die Schuhe dürfen weder zu knapp noch zu gross sein. Die Ferse muss vor allem gut in die Kappe passen. Kei-

konzept»: Wie war die Erfahrung mit Blasen im letzten Jahr? Was sich bewährt hat, soll man nicht ändern!

nesfalls darf sie drücken oder gar reiben. Bei Wander-und Bergschuhen ist es wichtig, dass die Schuhe beim Gehen gut abrollen. Nicht gut eignen sich für lange Wanderungen sogenannte technische Bergschuhe, die zum Klettern und zum Montieren von Steigeisen eine starre und flache Sohle haben. Da darin das Abrollen nur schwer möglich ist, kommt es zu vermehrter Reibung an der Ferse. Socken aus Hightech-Materialien mit verschiedenen Gewebezonen eignen sich besser als Wollsocken, die mehr Feuchtigkeit aufnehmen und eher rutschen. Vorsorglich kann die gefährdete Zone mit Heftplaster oder Tape grosszügig und faltenfrei abgeklebt werden. Eine Massnahme, die auch Bergprofis anwenden. Wichtig für den guten Halt ist eine trockene, mit Seife entfettete Haut.

Testen Sie bei Neuanschaffung Ihre Socken-Schuh-Kombination auf einer kurzen Wanderung in dem Gelände, in dem Sie planen zu wandern.

Wählen Sie das der Wanderung entsprechende Schuhwerk. Auf Wanderwegen , die nicht rot-weiss-rot markiert sind, reichen bei Leuten ohne Fussprobleme stabile Joggingschuhe oder leichte, gut abrollende Trekkingschuhe. Machen Sie bei ersten Anzeichen von Blasen sofort einen Halt, und kleben Sie die Stelle ab. Blasenpflaster und Desinfektionsspray gehören in jede Wanderapotheke. In Zusammenarbeit mit


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Auf Verdis Spuren

Erstklassige Opern und kulinarische Köstlichkeiten: Die Musikreise von Twerenbold Reisen zum Verdi-Festival im italienischen Parma hat viele Highlights. Leserinnen und Leser des MigrosMagazins profitieren zudem von tollen Rabatten.

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eserinnen und Leser des MigrosMagazins haben gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen haben sie die Möglichkeit, an einer faszinierenden Musikreise ans Verdi-Festival im italienischen Parma teilzunehmen, und zum anderen erhalten sie einen exklusiven Rabatt von 345 Franken im KönigsklasseLuxusbus und 245 Franken im Komfortklasse-Bus. Und das Reiseprogramm kann sich sehen lassen:

1. Tag, 18. Oktober: Schweiz–Parma

Fahrt via Gotthardtunnel, Mailand und Piacenza nach Parma. Zimmerbezug und Abendessen im gebuchten Hotel. 2. Tag, 19. Oktober: Ausflug Modena

Fahrt nach Modena und Stadtführung durch die ehemalige Residenzstadt der Este, der ältesten Herrscherfamilie Italiens. Alle Wege in Modena führen zur Piazza Grande, dem Herzen der Stadt mit den prachtvollen

Renaissance-Palästen und dem mächtigen romanischen Dom. Individuelle Mittagspause. Am Nachmittag Besuch in der Casa Museo Luciano Pavarotti. Das Gebäude wurde nach den Plänen des Startenors gebaut, mit einem Interieur, das eigens für die Villa hergestellt wurde. Gemeinsames Abendessen in den Hügeln um Parma. 3. Tag, 20. Oktober: Wo Verdi lebte

Ausflug nach Busseto und Besichtigung der


LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 115

Leseraktion

Buchen und profitieren Ihr Hotel

Die Teilnehmer logieren 6 Nächte in Parma in ausgewählten Hotels: mit dem KomfortklasseBus im guten Mittelklasshotel; mit dem Königsklasse-Luxusbus im Erstklasshotel. Alle Hotels verfügen über Bad oder Dusche/WC, Sat-TV und Direktwahltelefon. Buchung

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•Fahrt mit KönigsklasseLuxusbus bzw. mit Komfortklasse-Bus •Unterkunft in der entsprechenden Hotelkategorie •Mahlzeiten:

6 x Frühstücksbuffet 3 x Mittagessen in lokalen Restaurants 3 x Abendessen im Hotel, davon 2 x leichtes Operndinner 2 x Abendessen in lokalen Restaurants •Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm •Eintritte: Casa Museo Pavarotti, Casa Barezzi und Villa Sant’Agata, Museo del Violino, Rocca Sanvitale und Labyrinth von Franco Maria Ricci •Opern-Kartenpaket Kat. 3 •Audio-System auf Rundgängen •Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen •Einzelzimmerzuschläge: in Komfortklasse: 180 Franken in Königsklasse: 390 Franken •Kartenzuschläge: Kategorie 2: 195 Franken Kategorie 1: 250 Franken •Annullierungskosten- und Assistance-Versicherung: 79 Fr. •Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung): 20 Franken

Oben Der Besuch

der Verdi-Oper «I Masnadieri» ist ein erstes kulturelles Highlight. Dem Libretto

für die Oper in vier Akten liegt das Drama «Die Räuber» von Friedrich Schiller zugrunde.

Unten Herzstück des Verdi-Festivals ist das Teatro Regio di Parma: Hier wird die Verdi-Oper «Il Trovatore» gezeigt.

Abfahrtsorte Wil SG – Burgdorf BE – Winterthur – Basel – Zürich-Flughafen – Aarau – Baden-Rütihof AG – Arth-Goldau SZ

Programmänderungen bleiben vorbehalten.

Casa Barezzi. Hier hatte der erst 16-jährige Giuseppe Verdi seinen ersten Auftritt und komponierte später die Oper «I due Foscari». Gemeinsames Mittagessen in der Region Busseto. In einem romantischen Park im englischen Stil liegt das ehemalige Landgut Verdis, die Villa Sant’ Agata. Die Räume der Villa, in denen Verdi fast 50 Jahre gewohnt und komponiert hatte, sind nahezu im Originalzustand belassen worden. Leichtes Abendessen im Hotel und erster musikalischer Höhepunkt mit der Oper «Giovanna d’ Arco» im Teatro Farnese. 4. Tag, 21. Oktober: Parma

Geführte Besichtigung der Provinzhauptstadt Parma. Sie war stets ein wichtiges kulturelles und musikalisches Zentrum Italiens. Das Stadtbild ist eine Mischung aus eindrucksvollen mittelalterlichen Bauten, eleganten Palästen und schönen Parks. Die unzähligen Delikatessenläden, Cafés und Restaurants zeigen, dass die Kulinarik hier eine Hauptrolle spielt. Für seine Vielfalt im gastronomischen Angebot wurde Parma in

die Unesco-Liste der kreativen Städte aufgenommen. Typisches Mittagessen und Zeit für eigene Entdeckungen. Leichtes Abendessen im Hotel und Besuch der Oper «I Masnadieri» im Teatro Verdi in Busseto. Morgens Fahrt nach Cremona mit geführtem Stadtrundgang unter anderem zum Dom mit seiner faszinierenden Fassade aus mehrfarbigem Marmor – einem eindrucksvollen Beispiel römisch-lombardischer Baukunst. Danach individuelle Mittagspause. Der Nachmittag ist dem Museo del Violino und der über 500-jährigen Geschichte des Geigenbaus gewidmet. Bekanntheit erlangte Cremona vor allem durch die Geigenbauerfamilien Stradivari, Amati und Guarneri. Ein kleines Konzert mit dem wundervollen Klang einer Stradivari im Auditorium Giovanni Arvedi schliesst den Nachmittag ab. Individuelles Abendessen.

gleich zwei kulturelle Sehenswürdigkeiten. Mitten im Städtchen liegt die vollständig erhaltene Wasserburg Rocca Sanvitale. Sie beherbergt in ihrem Inneren die meisterlichen Fresken von Parmigianino, einem italienischen Maler des 16. Jahrhunderts. Etwas ausserhalb von Fontanellato liegt das grösste Labyrinth der Welt. 2015 erfüllte sich der Designer und Verleger Franco Maria Ricci damit einen Kindheitstraum. Komplett mit Bambuspflanzen gesäumt, lädt das Labyrinth auf seinem drei Kilometer langen Pfad zum Wandern und Reflektieren ein. In der dazugehörenden Kunstausstellung mit Skulpturen, Gemälden und Möbeln aus dem 16. bis 20. Jahrhundert hat es auch eine Bibliothek mit über 15 000 Büchern. Gemeinsames Mittagessen und Rückfahrt nach Parma. Krönender Abschluss am Nachmittag: die Oper «Il Trovatore» im Teatro Regio di Parma. Anschliessend Abendessen in Polesine Parmense mit lokalen Spezialitäten.

6. Tag, 23. Oktober: Ausflug Fontanellato

7. Tag, 24. Oktober: Parma–Schweiz

5. Tag, 22. Oktober: Ausflug nach Cremona

Im Städtchen Fontanellato finden sich

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118 | MM23, 6.6.2016 | LEBEN

Eineiige Zwillinge: Verschiedene Lebensstile lassen Ähnlichkeiten mehr und mehr schwinden.

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Ungleich altern Der Lebensstil hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie wir altern und wie sich unser Aussehen entwickelt. Zeigen lässt sich dies anhand sogenannter Zwillingsstudien. Text: Martina Bortolani

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ür die Forschung sind eineiige Paare aufschlussreiche Studienobjekte. Denn nirgends sonst lässt sich so deutlich aufzeigen, wie sich Lebensweise, Ernährung, Körperpflege, Sport oder Bildung bei identischem genetischen Erbgut auf den Alterungsprozess und das Aussehen niederschlagen können. Eine der populärsten Studien bis heute ist jene des

Teams um den Psychologen Thomas Bouchard an der Universität in Minnesota USA. Während 20 Jahren begleitete das Team 81 eineiige und 56 zweieiige Zwillingspärchen. Die Erkenntnis: Der Alterungsprozess hängt nur zu rund 20 Prozent von der Genetik ab, entscheidender sind die Lebensumstände. Andere aktuelle Zwillingsstudien konnten zeigen:

Wer mehr als eine Stunde pro Woche trainiert, ist geistig fitter.

1

Die britischen Genetiker Claire J. Steves und Tim D. Spector untersuchten, inwiefern körperliche Bewegung einen Einfluss auf die kognitive Alterung, also die geistige Fitness hat. Von 324 untersuchten Zwillingen, alles Frauen im Alter zwischen 43 und 73 Jahren, waren die Trainierten im

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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 119

Vorteil. Jene, die regelmässig Sport trieben, waren geistig deutlich fitter als ihre unsportlichen Schwestern.

Bild: Norbert Schaefer/Getty Images

Rauchen macht Hängebacken und Falten.

2

Nicht ganz neu, aber in der Deutlichkeit doch erstaunlich sind die Resultate einer Studie der Case Western Reserve University in Cleveland USA. Von den 79 untersuchten Zwillingspaaren schnitten die Raucher in Sachen Hautbild dramatisch schlechter ab: Ihre Oberlider hingen herunter, sie hatten deutliche Lid- und Tränensäcke, eine fahlere Haut und ausdruckslosere Augen. Dazu eine markantere Nasolabialfalte und eine auffällige Tendenz zu Hängebäckchen.

Das Appetitverhalten entscheidet über späteres Übergewicht.

3

Daniel Belsky vom Duke University Medical Center in North Carolina USA fand 2014 heraus, dass gierige und mit einem guten Appetit gesegnete Babys später öfters übergewichtig sind. Mütter von 228 Zwillingspaaren füllten einen Fragebogen über das Ess- und Trinkverhalten ihrer Kids aus. Mehr als zwei Drittel der Vielfrasse lagen – anders als das rasch gesättigte Geschwister – schon mit drei Jahren deutlich über dem durchschnittlichen Normalgewicht. Vegetarier leben nicht unbedingt länger.

Die Universität Oxford (GB) hat Daten aus zwei Langzeit-

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untersuchungen mit rund 60 000 Teilnehmenden ausgewertet. Etwa ein Drittel ass regelmässig Fleisch, ein Drittel ernährte sich vegetarisch, rund 13 000 nahmen wenig Fleisch zu sich, gut 8000 bevorzugten Fisch. Im Untersuchungszeitraum starben knapp 5000 Probanden. Dabei war die Sterblichkeit unter den verschiedenen Gruppen ungefähr gleich hoch. Vegetarismus ist zwar ehrenvoll, aber dass man damit auch länger lebt, ist bis heute nicht bewiesen. MM

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Schwänli und Bärli

Ich fürchte mich vor Treibsand, Kugelblit­ zen – und Eltern, die nie streiten. Zum Bei­ spiel Susi und Roger: verheiratet, zwei Kinder, Häuschen im Grünen. Alles war stets nur «Schwänli» hier und «Bärli» da. Bussi, Bussi, I love you. Herr Leinenbach und ich, die wir gerne zanken, fühlten uns im Vergleich dazu wie Mängelexemplare. Doch dann trennten sich Schwänli und Bärli. «Kein Wunder, dass es auch mal ein Pärchen aus unserem Umfeld trifft», analy­ sierte mein Mann. Ich konnte es kaum glau­ ben. Susi und Roger? Nie im Leben!

Lautstark bis handgreiflich: Wenn Geschwister sich zanken, geht es oft hoch zu und her. Familie

Ständig im Clinch Wenn die Kinder sich immer in die Haare geraten, stossen Eltern irgendwann an ihre Grenzen – und suchen deshalb auch mal Hilfe bei Beratungsstellen wie Pro Juventute. Text: Claudia Langenegger

Bild: Charles Schmidt/Getty Images

M

iriam (42) ist mit den Ner­ ven am Ende. Schon wieder haben sich ihre Kinder nach der Schule sofort in die Haare gekriegt. Vielleicht findet Yann (11) seine Schwester Helga (10) einfach von Grund auf doof und fängt deshalb seit Jahren ständig Streit an. Das könnte es sein, oder? «Streiten Kinder oft miteinander, ist Antipathie kaum der Grund», sagt Eveline Männel Fretz (42), Sozialarbeiterin bei der Elternberatungsstelle von Pro Juventu­ te. «Streit ist etwas Emotionales und Aktives. Wer eine Person nicht mag, geht ihr eher aus dem Weg.» Können Geschwister nicht viel miteinander anfangen, zeigt sich dies eher, indem sie weniger miteinander unternehmen. «Geschwisterstreit ist einer der häu­ figen Gründe, warum Eltern sich bei uns melden», sagt die Elternberaterin. «Diese Streitereien sind oft nur schwer auszuhalten.» So schwierig es ist: Eltern müssen lernen, die Situation so anzu­

nehmen, wie sie ist. Oft stehen ihnen dabei ihre Erwartungen nach Harmo­ nie im Weg. Es hilft aber, dem Streit gegenüber offen zu sein und ihn zu the­ matisieren – mit möglichst wenigen Worten. «Man tendiert schnell dazu, zu viel zu sagen, eine Richterrolle einzunehmen und alles in Ordnung bringen zu wollen», weiss Eveline Männel Fretz. Dabei sollten Eltern vor allem eins: die Emotionen ernst neh­ men. «Dies stärkt das Kind.» Manchmal reicht es schon, in Worte zu fassen, was man gesehen hat, oder nachzufragen, wie es dazu gekommen ist. Auseinandersetzungen unter Ge­ schwistern seien ganz normal, «die Fa­ milie bietet einen geschützten Rahmen dafür». Chronischer Streit hingegen kann ein Hilferuf sein – wenn das Kind sich vernachlässigt fühlt, eifersüchtig ist, wenn Ehezwist oder eine schwierige finanzielle Situation das Klima zu Hause belastet. Dann ist es sinnvoll, professio­ nellen Rat einzuholen. MM

Tipps

Kein Druck, bitte Fragen statt sagen: Fragend agieren, sich zurückhalten mit Reden Nach dem Wie und dem Was fragen: Die

Frage «warum?» drängt das Kind in die Recht­ fertigung.

Als ich Schwänli traf, wirkte es nicht mehr wie ein Zicklein, son­ dern wie eine wütende Ziege. Bärli? Ein Faul­ tier. Nie habe er den Rasen gemäht, dafür im Computerspiel das 145. Level erreicht ... Für Susis und Rogers Kinder änderte sich alles. Und seit die vermeintliche Muster­ familie zerbrochen ist, zucken unsere Kinder eher zusammen, wenn wir wegen Quatsch zanken. Dabei bin ich überzeugt, dass Müt­ ter und Väter, die offen und fair streiten, ihre Beziehung stärken.

Das Kind nicht blossstellen, wenn es auf das andere eifersüchtig ist. Mehr Aussenkontakte mit Gleichaltrigen schaffen. So entstehen Verschnaufpausen, und das Kind macht neue Erfahrungen.

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 123

Kinder

Waghalsige Kletterer Sie wohnen hoch oben in den Baumwipfeln und hüpfen gern von Ast zu Ast: Eichhörnchen leben gefährlich. Nur etwa jedes fünfte wird älter als ein Jahr. Text: Yvette Hettinger

Illustration: : bunterhund.ch

Feinde der Eichhörnchen:

Der Baummarder, der ebenfalls gut auf Bäume klettern kann, überfällt Eichhörnchen oft nachts.

Der Habicht jagt gerne Eichhörnchen. Ihm können sie aber ent­ kommen, wenn sie kreisförmig den Baum­ stamm hinaufklettern.

Zweimal pro Jahr bekommen Eichhörnchen Junge, zwei bis sechs pro Wurf.

Bestimmt hast du auch schon eines dieser putzigen Tiere über die Wie­ se huschen und einen Baumstamm hinaufflitzen sehen. Eichhörnchen sind wahre Kletterkünstler, weil sie sehr leicht sind und scharfe Krallen sowie raue Sohlen an den Hinter­ pfoten haben. Ihr buschiger Schwanz ist fast so lang wie der Körper und hilft, das Gleichgewicht zu behalten.

Dem Mäusebussard fal­ len die Nager zum Opfer, wenn sie am Waldrand nicht aufpassen.

Ausserdem dient er als Luftruder bei weiten Sprüngen und als Fallschirm beim Landen. Eichhörnchen hüpfen nicht nur gern von Baum zu Baum, sie bauen auch ihre Nester in deren Kronen. Die kugelförmigen Häuschen nennt man Kobel. Leider fallen immer wieder Eichhornbabys aus dem Nest: Weil sie krank sind und von der Mutter verstossen werden

oder weil sie hungrig herumkrabbeln und aus Versehen den Ausgang er­ wischen. Manchmal wird der Kobel auch vom Wind durchgeschüttelt oder von einem Greifvogel angegrif­ fen. Wenn du ein hilfloses kleines Eichhörnchen findest, meldest du dich am besten bei einer Eichhörn­ chenstation (siehe Box). Die Fachleu­ te sagen dir dann, was zu tun ist. MM

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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 125

Luan (6), Arbon TG

Zecken ernähren sich vom Blut anderer Lebewesen. Sie benutzen also andere Lebewesen, um selbst leben zu können. Darum nennt man sie Schmarotzer oder auch Parasiten. Wenn sie uns erwischen, saugen sie sich mit unserem Blut voll. Wie gru­ selig! Beim Saugen können sie auch Krankheiten übertragen – so viele wie kein anderer Schma­ rotzer im ganzen Tierreich. Da kann man sich echt fragen, warum es sie gibt.

Nun, sie dienen einigen Tieren als Futter. Es gibt sie, weil sie sich als Lebewesen gegenüber Feinden behaupten konnten: Sie haben eine hervorragende Überlebens­ strategie. Das Leben als Parasit funktioniert im Tierreich sehr gut. Und was hat sich Gott dazu überlegt? Wir können ihn nicht fragen. Ich habe kürzlich eine Rede von einem Schweizer Mönch gelesen: Er schrieb, wir sollen «die Lästigen geduldig ertragen». Das fällt uns bei

menschlichen Nervensägen oft schwer, nicht wahr? Vielleicht schickt uns der liebe Gott Zecken, damit wir an diesen Winzlingen kleine Übungen in Gelassenheit machen? Aber Achtung! Man sollte mit den Blutsaugern nicht zu viel Geduld haben: Wenn man von einer Zecke befallen ist, muss man sie nämlich raschmöglichst entfernen. Wie das geht, erklärt die App Zecke. Die liess der liebe Gott freund­ licherweise auch entwickeln: gratis zum Download aufs Handy. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

Kinderfragen zu aktuellen Themen.

HUGOS REISEQUIZ Die Lilibiggs reisen leidenschaftlich gerne: Hugo fotografiert, Tobi erfährt viel Lustiges von den Tieren und Blumen und Nina saugt alles Wissenswerte auf. Zur Erinnerung bringen sie von jeder Reise das Landeswappen mit. Weisst du, welches Land zu welchem Wappen gehört?

Räts elspa ss MÄRCHEN IM KOPF

Nina hat zu viele Märchen gelesen und jetzt ein riesiges Durcheinander. Hilf ihr, die Gedanken wieder zu ordnen. Verbinde die zusammengehörenden Symbole. Immer zwei Symbole gehören zu einem der untenstehenden Märchen.

1. Frau Holle

A

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C

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E

C E

3. Froschkönig 4. Der gestiefelte Kater

H

D

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Lösung: 1. (C+D), 2. (A+F), 3. (E+H), 4. (B+G)

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2. Rotkäppchen

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1. Schweiz 2. Grossbritannien 3. Deutschland 4. Frankreich B 5. Kanada 6. Italien 7. Australien 8. Südafrika 9. USA 10. Brasilien


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LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 129

So nehmen Sie am Kreuzworträtsel links teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.6.2016, 24 Uhr

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

oder gewinnen Sie eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.6.2016, 24 Uhr

Auflösung Nr. 22:

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CH-9620 Lichtensteig Tel. 071 987 66 80

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Gewinner Nr. 21: Ursula Hofmann, Ueberstorf FR; Urs Bättig, Horw LU; Fritz Frei, Horw LU; Dora Stöckli, Höfen BE; Klaus Segebarth, Zürich Gewinner «Zusatz» Nr. 21: Marta Tanner, Chur; Anna Ghenzi, Uznach SG; Martin Roder, Zollikofen BE; Beatrix Schärer, Oberwil BL; Silvia Degen, Basel

ANWEISUNG


a-Poulet g e M l-Plausch Gri

l

Samstag, 18. Juni 2016 von 10 bis 16 Uhr im Surseepark Der grösste PouletGrill der Welt macht am

Samstag, 18. Juni Halt im Surseepark. 400 Poulets finden Platz am Mega-Grill, der im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen ist.

Poulet-Grill-Plausch

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½ Poulet (auch zum Mitnehmen) Fr. 7.–

Festwirtschaft Musikalische Unterhaltung mit MundArt Rockband

½ Poulet mit Country-Frites Fr. 12.–

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19.– 25. Juni: Erlebnisferien Davos für aktive Senioren Unterwegs mit Barbara und Adi Aebi inkl. Halbpension im ****Sunstar Alpine Hotel mit Hallenbad, 5-Gang-Wahlmenü, Teilnahme am Aktivitätenprogramm, freie Benutzung der Ortsbusse, der Rhätischen Bahn zwischen Klosters und Davos und der Davoser Bergbahnen, Minibargetränke, MwSt. Fr. 940.–

CHF 10.–

20.– 21. Juni: Glacier-Express zum Sonderpreis PREISKRACHER 2016! inkl. Zimmer/Frühstücksbuffet im ***Hotel Bristol in Zermatt, Glacier-Express inkl. Mittagessen Reduktionen: mit Halbtax-Abo Fr. 60.–, mit GA Fr. 120.– NUR Fr. 399.–

Ermässigung auf das Zugersee-Zmorge oder Mittags-Schiff Ägerisee.

2.– 9. Juli: Ferien in Saas-Fee im ***SHotel Etoile inkl. Verwöhn-Halbpension im ***SHotel Etoile mit Sauna, freie Benützung aller Bergbahnen und Postautos im Saastal, Mehrwertsteuer, usw. Fr. 875.– 3.– 8. Juli: Leuchtende Farben der Provence Unterwegs mit Philipp Schwitter inkl. Halbpension im ****Hotel C Suites mit Pool, Ganztagesführungen im Lavendelgebiet, Avignon und Pont du Gard, Camargue und Luberon, Eintritt Musee de la Lavande Fr. 980.– 3.– 9. Juli: 5-Flüsse-Radwege von Nürnberg nach Regensburg VELOFERIEN Unterwegs mit Bruno Gassmann und Hans Studer inkl. Halbpension in guten ****Hotels, Fahrradtransport im professionellen Fahrrad-Anhänger, 5 geführte Radtouren durch das Gössi-Veloteam, Stadtführung Nürnberg, Schifffahrt Fr. 1490.– 6.– 10. Juli: Flachau im Salzburger Land mit Panoramaausflug Grossglockner Unterwegs mit Kobi Feierabend inkl. Halbpension im ****Superior Hotel Lacknerhof mit Hallen- und Freibad, Begrüssungscocktail, 1x Millirahmstrudel mit Kaffee oder Tee, Pferdekutschenfahrt mit Brettljause, Ausflüge Fr. 690.– 10.– 16. Juli: Mit der Queen Mary 2 von London nach Hamburg inkl. 1x Übernachtung in Paris mit Halbpension, 2x Übernachtungen in London mit «English Breakfast», 1x Übernachtung in Hamburg mit Frühstück, jeweils in guten ****Hotels, Seereise Southampton – Hamburg mit der Queen Mary 2 mit 2x Übernachtung inkl. Vollpension, Fährpassage Calais – Dover, Stadtbesichtigungen in Paris, ab Fr. 1990.– London, Winchester und Hamburg (inkl. Hafenrundfahrt)

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�

20.– 22. Juni: Gössis Überraschungsfahrt Unterwegs mit Kobi Feierabend inkl. Mittagessen bei der Hin-/Rückfahrt mit Wein, Bier und Mineral, Halbpension im guten ****Hotel inkl. Wein, Bier und Mineral beim Nachtessen NUR Fr. 399.–

… und feinsten Leckerbissen zum Zmorge, Zmittag oder Znacht. Zugersee-Zmorge

Mittags-Schiff Ägerisee

Montag bis Samstag, 18.4. bis 22.10.

Samstag, 7.5. bis 24.9. Montag bis Freitag, 11.7. bis 19.8.

Zug Bahnhofsteg ab 09.45 Uhr Preis pro Person für Schifffahrt und Zugersee-Zmorge CHF 49.20 | CHF 32.10 mit Halbtax-Abo

Unterägeri ab

11.30 Uhr

Preis pro Person für Schifffahrt und Fitness-Teller CHF 38.80 | CHF 30.40 mit Halbtax-Abo

Buchen Sie per Telefon 041 728 58 58 oder online unter www.zugersee-schifffahrt.ch | www.aegerisee-schifffahrt.ch Schifffahrtsgesellschaft für den Zugersee AG | Ägerisee Schifffahrt AG In Zusammenarbeit mit Zürcher Kulinaria AG und Gastronomia Ägerisee


LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 131

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

6 8 1 2 5 4 3 1

3

5

8 1 5

3 2 7 4 8

6

2

2 9

9

1

Auflösung Nr. 22: 461

9

4 1 6 3 8 9 5 2 7

4 3 8 6 9 5

2 3 5 1 4 7 9 6 8

8 9 2 7 5 4 3 1 6

9 7 8 5 2 6 1 3 4

5 6 7 9 3 1 4 8 2

3 4 1 2 6 8 7 5 9

7 2 9 8 1 3 6 4 5

1 8 4 6 9 5 2 7 3

6 5 3 4 7 2 8 9 1

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.6.2016, 24 Uhr

Gewinner Nr. 21: Remo Bürgi, Mümliswil SO; Michel Crépin, Troistorrents VS; Stéphane Longhi, Genf; Franciska Priore, Sins AG; Edith Marty, Killwangen AG

7

Teilnahmebedingungen: Auf der zweiten Rätselseite

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 1 4

N

3 5

Auflösung Nr. 22: SZENE

2

Gewinner Nr. 21: Nadja Wernli Adam, Biberstein AG; Liliane Maurer, Winterthur ZH; Werner Burri, Meggen LU

DRUS I SCH E I GNER I N E I NOEDEN E I SD I ELE LOSUNGEN PEK I NESE RE I N I GER SENSOREN WE L L N E S S ZUD I ENEN

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.6.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der zweiten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja, Leissing, Anna Meister, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Verlag: Layout: Doris Oberneder (Creative Director), Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Werner Gämperli, Nicole Gut, Tel.: 058 577 13 70, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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134 | MM23, 6.6.2016 | LEBEN

1

Meine Welt

«Das Theaterleben ist wie Reisen»

Eric Hättenschwiler wohnt mit seinem Kater Felix in Zürich – wenn er nicht gerade als Musical-Darsteller auf Reisen ist. Nach Hauptrollen in «Ewigi Liäbi», «Swisspäck» und «Spamalot» steht der 42-Jährige wieder als Pilot in der «Bye Bye Bar» auf der Bühne. Text: Laila Schläfli Bilder: Jorma Müller

Mein Lieblingsprodukt «Wenn ich einkaufen gehe, nehme ich immer noch ein Pack ReisgebäckGuetsli mit, das sind die besten. Zum Glück sind die zwei Reihen einzeln verpackt, sonst würde ich alle aufs Mal essen.»


LEBEN | MM23, 6.6.2016 | 135

1 Mein Alter Ego «Mein Kater Felix ist ein Freigänger und damit drinnen und draussen zu Hause. Er ist mir sehr ähnlich: Manchmal verspielt, manchmal suchen wir Nähe, und manchmal möchte man einfach in Ruhe gelassen werden. Wir sind da ein eingespieltes Team und merken, was gerade passt.» 2

2 Meine Freunde «Nach zehn Jahren nehmen wir die Kultrevue ‹Bye Bye Bar› in einer Reloaded-Version wieder auf. Seit Juni gastieren wir im Zürcher Theater am Hechtplatz. Ich spiele erneut den Piloten. Die Rolle hat mir damals zum Durchbruch verholfen. Die Besetzung ist fast dieselbe wie 2006: für mich ein Gefühl von Daheim-Sein, von Familie. Wir alle sind eng befreundet und fahren auch gerne mal zusammen in die Ferien.» 3 Mein Fortbewegungsmittel «In der Stadt Zürich bin ich meist mit der Vespa unterwegs, das geht am schnellsten und ist praktisch: Du kannst überall parkieren, spontan jemanden hintendrauf nehmen, und ich mag den Wind im Gesicht.» 4 Mein Glücksbringer «Der Quarzengel hat schon einiges mitgemacht. Er war ein Geschenk meines Bruders, wir stehen uns sehr nahe. Rituale sind mir wichtig, so kommt es, dass der Quarzengel bei allen wichtigen Ereignissen und den meisten Auftritten in meiner Nähe sein muss.»

3 4

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Name: Eric Hättenschwiler Sternzeichen: Krebs Lebenslauf: Schon als Schüler sang ich in Bands und spielte auf Laienbühnen. Nach der Lehre als Radio- und TV-Elektroniker machte ich das Wirtepatent. Nach vier Jahren als Wirt im «Zur Toggeburg» in Gossau SG wollte ich neue Wege gehen und reiste durch Mittel- und Südamerika.

Danach bot mir mein Freund Roman Riklin eine Rolle in seinem Musical «Alfonsa di Monsa» an. Es folgten Engagements in «Space Dream», «Hair» und «Bye Bye Bar». Später wurden mir Hauptrollen in «Ewigi Liäbi», «Swisspäck», und «Spamalot» angeboten. Mein Theaterleben ist für mich wie Reisen: Man geht immer wieder los und weiss nicht, was kommt.

5 Meine Familie «Den Siegelring mit unserem Familienwappen ziehe ich praktisch nie aus. Das führt bei Kostümproben oft zu Diskussionen. Der Ring ist ein Geschenk meines Vaters und steht für meine Herkunft, meine Wurzeln und das, was ich aus mir gemacht habe, das, was ich mir erarbeitet habe. Zugehörigkeit, Zusammenhalt, Familie und meine Beziehung sind mir extrem wichtig.» 6 Mein Lieblingsort «In zehn Minuten Fussmarsch erreiche ich von daheim im Zürcher Kreis 6 die Station ‹Seilbahn Rigiblick›. Hierher komme ich frühmorgens, um den Tag zu beginnen, oder spätabends, wenn ich noch rasch rausmuss, um den Kopf zu lüften. Dann nehme ich Musik mit, mache mir Notizen oder geniesse einfach die Ruhe. Abends die Stadt leuchten sehen ist inspirierend. Und, sehr wichtig: Von hier sehe ich den Zürichsee.»


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