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Migros-Magazin-22-2022-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migros.ch/magazin | MM22, 30.5.2022

700Produkte nirgends günstiger

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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Zwischen dem 25. April 2022 und dem 29. April 2022 haben wir zusammen mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut die Preise von M-Budget mit vergleichbaren Produkten bei Coop, Aldi, Lidl und Denner verglichen. Das Ergebnis: Die 700 M-Budget-Produkte sind nirgends günstiger. Weitere Informationen zum Preisvergleich und mehr finden Sie auf m-budget.ch. Im ausgeschriebenen Betrag inbegriffen: Aufschnitt Trio per 100 g Fr. 1.25, Joghurt Nature 500 g Fr. 0.80, Orangensaft 1.5 l Fr. 1.20, Mandeldrink 1 l Fr. 1.90, Corn Flakes 600 g Fr. 1.50, Konfitüre Schwarze Kirschen 450 g Fr. 1.80, Toast helles Weizenbrot 500 g Fr. 1.05.


migros.ch/magazin | MM22, 30.5.2022

WO GUCKST DU? ALTERNATIVEN ZU NETFLIX Seite 34

So bleiben Blumen länger schön Seite 27

Wie früher Eveline Lehmann lebt die 50er-Jahre Seite 77

ALKOHOLABSTIMMUNG Bild: Oliver Lang

Seite 30

Plötzlich pensioniert – und jetzt? Seite 14


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6 | 30.5.2022 | MEINE MIGROS

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Inzwischen haben die Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Migros ihre persönliche Stimmkarte erhalten, mit der sie an der Urabstimmung 2022 teilnehmen können. Die Verantwortlichen der Migros erfahren auf diesem Weg, was die Haltung der Stimmberechtigten zu verschiedenen Fragestellungen ist. Dieses Jahr kommen drei Vorlagen zur Abstimmung: die Aufhebung des Alkoholverkaufsverbots in den Migros-Filialen, Migros-Restaurants und Migros-Take-Aways; die Möglichkeit der digitalen Ausübung der Mitgliedschaftsrechte (E-Voting); die Genehmigung der Jahresrechnung 2021. ­Erläuterungen zu den einzelnen ­Vorlagen sowie Stimmempfehlungen wurden am 16. Mai in der Ausgabe 20 des M ­ igros-Magazins publiziert. Alle ­Infos zur Alkoholabstimmung gibt es z­ udem auf migros.ch/abstimmung. Die Urnen in den Filialen sind noch bis und mit 4. Juni geöffnet – jetzt mitmachen und abstimmen!

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Nie war «unecht» so elegant.

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Wir wollen mehr: Die Farbauswahl könnte grösser sein.

ABSTIMMEN UND SCHOGGI ABHOLEN Schon gewusst? Wer in der Filiale seine Stimme abgibt, erhält eine feine Tafel FreySchokolade als Dankeschön.

Bilder: Getty Images, Migusto, Micasa/zVg, MGB PhotoStudio

LETZTE CHANCE


MEINE MIGROS | 30.5.2022 | 7

IN KÜRZE Frauen im Bild Die vom Migros-Kulturprozent unterstützte Ausstellung «50-50-50» zeigte fünfzig Frauen, die anlässlich von 50 Jahren Wahlrecht von ebenso vielen Fotografinnen verewigt wurden. Kürzlich erhielt das Kollektiv an der Swiss Press Photo 22 für all seine Arbeiten den 2. Preis in der Kategorie Porträt. Die Fotos sind noch bis 26. Juni im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich zu sehen.

Muckis für wenig Moneten

Umweltverträglich feiern Wie gestaltet man ein Fest oder einen Event möglichst nachhaltig? In der Ausgabe vom 23. Mai haben wir an dieser Stelle auf eine Plattform hingewiesen, die diese Frage beantwortet. Normalerweise verliert man beim Festen Handy oder Schlüssel – uns ist ein Bindestrich verloren gegangen. Hier der richtige Link zur Website: ne-wissen.ch

Noch nicht ganz bereit für den Sommer? Kein Problem: Die Migros-Fitnesskette «Activ Fitness» bietet dreimonatige Sommerabos für nur 175 Franken an. Das ganze Trainingsangebot steht zur Verfügung: Gruppenkurse, die Kraft- und die Ausdauerzonen und der Wellnessbereich. Kinderbetreuung inklusive. Das Sommerabo ist bis zum 30. September gültig.

SENF-DIP MIT GEMÜSE 1,2 kg Gemüse (z. B. Radieschen, Karotten, Fenchel, Kohlrabi) in mundgerechte Stücke schneiden. 200 g Crème fraîche und 2 EL grobkörnigen Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Gemüse mit Senf-Dip servieren.

Rezept: migusto.ch


Bild: Oscar Alessio/SRF

8 | 30.5.2022 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 30.5.2022 | 9

17:37 Uhr

Migros-Moment in Zürich Hauptprobe im Regieraum des Schweizer Fernsehens für eine Abstimmungs-«Arena» der besonderen Art: Soll das von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler festgelegte Alkoholverkaufsverbot nach fast hundert Jahren fallen? Das Bild entstand am Mittwoch, 25. Mai, zwei Tage vor Ausstrahlung.

Hier die «Arena» nachschauen: www.migmag.ch/arena


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INHALT | 30.5.2022 | 11

INHALT

27

12 So digital ist die Schweiz Welche Medien wir nutzen 14 Leben nach dem Job Drei Pensionierte zum ­Übergang in den Rentenalltag

Damits möglichst lange grünt und blüht: Tipps für mehr Nachhaltigkeit bei Schnittblumen

19 1, 2 oder 3? 20 O’zupft is! Rezepte mit Pulled Burger 25 Gesundheit: Sonnencreme 27 So halten Blumen länger 30 Leserbriefe 32 Revival des Vinyls Hier werden wieder die guten, alten Langspielplatten gepresst 34 Digital: Streamingdienste 36 Miniwälder ganz gross Können kleine Stadtwälder den Klimawandel aufhalten? 40 Rekorde im Tierreich 45 Erziehung Was tun, wenn sich Mami und Papi nicht einig sind?

Impressum

40

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 840 848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Art Direktion Barbara Pastore

Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

UNGLAUBLICH!

Bilder: Getty Images, Keystone

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 549 174 Ex. (WEMF 2021) Leserschaft: 2 211 000 (WEMF, MACH Basic 2022-1)

Dürfen wir vorstellen? Das ist der Wasserbär, das mit Abstand ­unverwüstlichste Tier auf Erden. Was er alles kann und mit welchen Rekorden uns andere Lebewesen zum Staunen bringen.

47 Migros-Ausbildung Venus Le macht Jugendliche für die Lehre fit 49 Stadt, Land, Stutz 50 Forensic Nurse Eine Pflegefachfrau sichert ­Spuren bei Opfern von Gewalt 57 Wie heilt man Wunden? 58 Das dritte Geschlecht Weiblich, männlich oder X? 62 Alles über Cellulite 64 Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 71 Wettbewerb: Camping 73 Rätsel und Spiele 77 Meine Welt Retroqueen Eveline Lehmann


12 | 30.5.2022 | MEDIENNUTZUNG

So digital ist die Schweiz Zwar nutzen immer mehr Menschen soziale Medien und Streamingdienste, TV und Radio bleiben aber an der Spitze. Weiter zeigt eine Studie zur digitalen Mediennutzung, dass schon fast die Hälfte ab und zu digital bezahlt. Text: Ralf Kaminski

800 000

2,6 Millionen

Menschen in der Schweiz schauen jeden Tag Netflix, gar 1,7 Millionen sind täglich auf Youtube. Weitaus mehr konsumieren jedoch noch immer jeden Tag klassisches TV: 4,4 Millionen – 65 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren. Bei 15- bis 24-Jährigen sind es noch immer 30 Prozent. Zwar wird auf diversen Geräten TV geschaut, Favorit bleibt jedoch das Fernsehgerät.

Menschen oder 39 Prozent nutzen das Videokonferenztool Zoom, 2,5 Millionen Microsoft Teams (37 Prozent). Beide haben 2021 um über eine Million User zugelegt, weil wegen der Coronapandemie viele gezwungen waren, im Home­ office zu arbeiten.

2,2 Millionen

hören regelmässig Spotify, aber mit 6,1 Millionen fast dreimal mehr Radio. Auch 82 Prozent der unter 25-Jährigen, 36 Prozent gar täglich.

2,5 Millionen zahlende Nutzerinnen und Nutzer weist Netflix in der Schweiz aus, gefolgt von Disney+ (830 000), Amazon Prime (440 000), Sky Show (250 000) und Apple TV+ (250 000).

99 Prozent der städtischen Schweizer Haushalte verfügen über einen Breitband-Internetanschluss. Auf dem Land sind es 98 Prozent. Zum Vergleich: Im EU-Durchschnitt ­haben nur 90 Prozent aller Haushalte einen, gar nur 89 Prozent sind es in Deutschland.

48 Prozent der Bevölkerung (3,2 Millionen) ab 15 Jahren nutzen mindestens gelegentlich mobile Bezahldienste. Insbesondere Twint ist stark gewachsen. Mit 2,8 Millionen (42 Prozent) Usern liegt es vor Apple Pay (390 000 oder 5,8 Prozent) und Google Pay (215 000 oder 3,2 Prozent).

99 Prozent aller 15- bis 24-Jährigen bewegt sich mindestens gelegentlich auf einer Social-Media-Plattform. In der Gesamtbevölkerung sind es 71 Prozent, also 4,8 Millionen. Am meisten Nutzerinnen und Nutzer hat Facebook (3 Millionen), verliert jedoch immer mehr Jüngere. Während 310 000 User zwischen 15 und 24 Jahren zumindest ab und zu auf Tiktok sind, erreicht Facebook nur noch 260 000. Tiktok, Instagram und die Jobplattform Linkedin sind 2021 alle um 200 000 bis 300 000 User gewachsen.


MEDIENNUTZUNG | 30.5.2022 | 13

Gut ausgerüstet: Die Schweizer Bevölkerung lässt bei der A ­ nzahl BreitbandInternetanschlüsse die europäischen Nachbarländer hinter sich.

127 Mobilfunkverträge, aber nur noch 37 Festnetzanschlüsse gab es 2019 pro 100 Einwohner in der Schweiz. Bereits 2002 gab es erstmals mehr Mobilfunkverträge als Festnetzanschlüsse. 97,2 Prozent aller ­Erwachsenen besassen 2020 ein Smartphone, 2017 waren es noch 93 Prozent. Am häufigsten aufs Handy verzichten ältere Menschen oder solche mit Haushaltseinkommen unter 4000 Franken.

84 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren (5,6 Millionen) nutzt mindestens gelegentlich Whatsapp – mit klarem Abstand weiter Marktführer der Messenger-Dienste in der Schweiz. Die Konkurrenz legt jedoch zu: Telegram kommt auf 940 000 oder 14 Prozent, Signal auf 860 000 (12,9 Prozent) und die Schweizer App Threema auf 710 000 (10,7 Prozent) User. Insgesamt verwendeten 2021 1,9 Millionen oder 28 Prozent mindestens einen dieser alternativen Messenger. Allerdings bleibt Whatsapp auch für diejenigen, die eine Alternative runtergeladen haben, der Hauptmessenger.

50 Prozent

Bild: Getty Images

der Bevölkerung ab 15 Jahren (3,3 Millionen) spielt mindestens ab und zu Computerspiele. 17 Prozent gamen gar täglich, insbesondere junge Männer, die dafür meist den PC oder stationäre Heimkonsolen nutzen. Das klar meistgenutzte Spielgerät ist aber das Smartphone: 1,9 Millionen oder 29 Prozent spielen zumindest gelegentlich auf dem Handy. Quellen: Studie Digimonitor der Interessen­gemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der WEMF AG für Werbemittelforschung; moneyland.ch, Bundesamt für Statistik, Comparis


14 | 30.5.2022 | PENSIONIERUNG

Hilfe, ich werde pensioniert!

Der Übergang vom Arbeits- ins Rentnerleben ist für viele ein harter Bruch. Drei Pensionierte erzählen, wie sie damit umgegangen sind.

Rudy Vit

Text: Benita Vogel, Ralf Kaminski Bilder: Nik Hunger

Eigentlich hat sich Rudy Vit auf seine Pensionierung gefreut: nicht mehr früh aufstehen müssen, Zeit haben zum Fischen, Golfen und Reisen, Freunde treffen. Aber als es 2019 so weit war, tat er sich schwer. «Ich hatte plötzlich keine Aufgabe mehr, keine Erfolgserlebnisse, keine automatischen täglichen sozialen Kontakte», erzählt der heute 67-Jährige. «Und während ich zuvor immer wieder wochenlang auf Ge-

schäftsreisen war und auch sonst täglich aus dem Haus, sass ich dort nun jeden Tag zusammen mit meiner Frau.» Die Reibereien, die dabei entstanden, zeigt der Dokumentarfilm «Für immer Sonntag», der aktuell in den Kinos läuft. Und zwar erfrischend schonungslos. Da bemüht sich Vit, am Herd eine Sauce mithilfe eines Youtube-Rezepts herzustellen – und alles, was er von seiner Frau zu hören bekommt, ist: Da gehör-

ten doch keine Zwiebeln rein, das sei schlicht ungeniessbar. Ausserdem freut sie sich über die neue intensivere Zweisamkeit, während er immer wieder mal lieber für sich sein und seine Ruhe haben will. Vier Jahrzehnte in der Firma Rudy Vit lebt in Goldiwil BE und hat 43 Jahre lang an verschiede-

nen Standorten für die Schleu­ niger AG gearbeitet – er begann dort 1976 als Lehrling und wurde

Von 100 auf Null. Sein Übergang mit 65 war abrupt, schwierig und brauchte Zeit zur Ein­ gewöhnung.


PENSIONIERUNG | 30.5.2022 | 15

Tipps zum Leben nach dem Job Bei vielen Menschen ­stehen die Finanzen im Fokus, wenn es um die Pensionierung geht. Spä­ testens mit Mitte 50 sollte man sich darüber Gedan­ ken machen. Fast ebenso wichtig sind aber Fragen, wie man die viele Freizeit füllt. Diverse Unterneh­ men oder Organisationen wie die Pro Senectute bie­ ten Seminare an, die auch die soziale und mensch­ liche Komponente der Pensionierung abdecken. Planung ist alles. Diese Fragen sollten Sie sich ­bereits vor der Pensio­ nierung stellen:

Wie gestalte ich den Alltag, damit er abwechs­ lungsreich bleibt? Was möchte ich vom bisherigen Alltag beibe­ halten, was neu angehen? Wie viel Herausfor­ derung benötige ich? Und wie viel Erholung? Was gewinne ich durch die Pensionierung? Was verliere ich? Was gibt meinem ­neuen Leben einen Sinn? Wie verändern sich meine Beziehungen? Wie verändern sich meine Finanzen? Wer macht künftig wel­ che Arbeiten im Haushalt? Wie bleibe ich gesund und fit? Steht über kurz oder lang eine Veränderung der Wohnsituation an? Aus dem Buch: Glücklich pen­ sioniert – so gelingts!, Urs Haldi­ mann, bei exlibris.ch für Fr. 36.80

2019 im Management als Verantwortlicher für zahlreiche Marktregionen pensioniert. 2018 fragte ihn sein Sohn Steven, ob er einen Film über seinen Übergang in die Pensionierung drehen dürfe, er würde ihn dabei auch gern etwas besser kennenlernen. Vit war einverstanden. Ein sehr persönlicher Film Der Dreh begann Ende 2018 mit

seiner letzten Geschäftsreise nach Asien und endete im Frühling 2021. «Hätte ich geahnt, was da auf mich zukommt …», sagt Vit und lacht. Aber dass nun alle Leute diese sehr persönlichen Dinge sehen, sei schon okay. «Es zeigt die Situation, wie sie war. Und ich habe bei ersten Kinovorführungen gesehen, dass es die Menschen berührt und bewegt – also ist es eine gute Sache.» Dabei ging er nicht mal ganz unvorbereitet in die Pensionierung. «Die Firma bot mir und meiner Frau einen Vorbereitungskurs an.» Das sei durchaus nützlich gewesen. «Aber ehrlich gesagt: Ich glaube nicht, dass man sich wirklich auf eine so enorme Veränderung vorbereiten kann. Wenn es dann so weit ist, ist es eben doch anders, als man dachte.» In gewisser Weise jedoch habe die Coronapandemie geholfen. «Sie hat alles heruntergefahren und zur Ruhe gezwungen, somit auch mich.» Fast ein Viertel arbeitet weiter

Zudem habe er sich immer wieder mit kleinen Projekten jene Erfolgserlebnisse verschafft, die ihm aus seiner Arbeitswelt fehlten: «Wenn ich im Haushalt nach ein paar Stunden etwas erfolgreich repariert hatte, fühlte sich das gut an.» Nach 65 noch weiterarbeiten hätte er im Übrigen nicht wollen. «Ich habe nach 60 mein Alter schon gespürt – etwa, dass ich schneller müde werde und weniger tolerant bin. Es war also Zeit aufzuhören.»

Ursula Popp

Ende 2020 waren 18,8 Prozent der Schweizer Bevölkerung über 65 Jahre alt. Und während die meisten wie Rudy Vit spätestens dann tatsächlich in Pension ­gehen, arbeiten andere noch weiter. Laut einer Statistik der OECD bleiben in der Schweiz rund 11 Prozent der über 65-Jährigen in einer Form erwerbs­ tätig. Zwischen 65 und 69 sind es sogar fast 23 Prozent. Zu jenen, die die Arbeit nicht missen wollen, gehört Ursula Popp. «Ich möchte im Engagement und in der Arbeit sterben», sagt die 71-Jährige. Ihr Alter ­bedeute nicht, dass sie nicht mehr kompetent sei. «Auch wenn viele Leute in der Schweiz genau das glauben – aber das ist diskriminierend.» Die Ostschweizerin hat sich in ihrem Leben stets neu erfunden. Sie lernte Buchhändlerin, bildete sich zur medizinischen Masseurin weiter, später zur ­diplomierten Berufs- und Laufbahnberaterin. Mit 45 wanderte sie in die USA aus, wo sie sich

Sie arbeitete mit 65 einfach weiter und plant auch nicht, je damit auf­­zuhören.

mit einer eigenen Praxis für Akupunktur und Craniosacral­ therapie selbständig machte und in Spitälern arbeitete. Der Sinn im Alter

«Damals habe ich mich intensiv mit der Sinnsuche beschäftigt.» Zen, Meditation und Erfahrungen in indianischer Spiritualität wurden in dieser Zeit sehr wichtig. Die Frage nach dem Sinn in der dritten Lebensphase liess Popp mit 65 Jahren noch mal


16 | 30.5.2022 | PENSIONIERUNG

Die Älteren vom Sofa holen Elisabeth Michel-Alder leitet eine Studie, in der die Bedingungen für «lange, engagierte Lebenswege» untersucht werden. Die 69-Jährige tut dies anhand der ­Biografien von 50 Männern und Frauen über 70, die alle weiterhin ­berufstätig oder gemeinnützig engagiert sind. «Wir dürfen die ­älteren Menschen nicht auf dem Sofa sitzen ­lassen», so die Wissenschaftlerin und U ­ nternehmensberaterin, ­deren Projekt in Zu­ sammenarbeit mit der Univer­sität und ETH ­Zürich entstand und vom ­Migros-Kulturprozent unterstützt wurde. «Viele, die übers Pen­ sionsalter hinaus ar­ beiten, sind selbständig ­erwerbend oder haben sich im Lauf der Karriere bewusst oder gezwungenermassen ganz neu orientiert», sagt MichelAlder. Sie erlebten sich in ihrer Tätigkeit als nützlich und wirksam. «Einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten und integriert zu bleiben, sind Grundelemente eines langen, gesunden Lebens.» Dies sei im ­Übrigen auch eine Erkenntnis der Weltgesundheitsorganisation. Mehr Infos: neuesalter.ch

neu beginnen. Nach einem Seminar im Lassalle-Haus in Zug erhielt sie das Angebot, im Bildungszentrum für interreli­giöse Begegnungen zu leben und zu wirken. Der Gedanke fesselte sie. «Ich spürte, dass mich meine damalige Aufgabe nicht mehr so begeisterte.» «Das Beste kommt noch»

Popp brach ihre Zelte in den USA ab und zog zurück in die Schweiz. Seither widmet sie sich ganz der Spiritualität und gibt Kurse wie «Das Beste kommt noch – im Alter neuen Sinn ­suchen und finden». «Der immense Wohlstand in der Schweiz inspirierte mich dazu sowie die Tatsache, dass sich die Sinnfrage gerade im Alter aufdrängt, weil man seinen Alltag nun selbst ­gestalten darf und muss.» Sie stellt fest, dass sich viele ältere Menschen hierzulande nur um sich selbst kümmern. «Sinn findet man aber nur, wenn man über sich hinausgeht.» Zudem sei es nicht nur langweilig, 30 Jahre mehr oder weniger ­he­rumzusitzen, sondern auch ein riesiger Verlust an Erfahrung und Wissen für die Gesellschaft. Im Kurs gehe es darum, das Erlebte zu reflektieren und ­neues Engagement zu finden. Eine pensionierte Psychologin beispielsweise habe nach dem Kurs ihre Tätigkeit in einem kleinen Pensum wieder aufgenommen. Eine andere liess sich in die Schulbehörde wählen, um die Sicht der Grosseltern einfliessen zu lassen, ein weiterer Teilnehmer habe ein Asylprojekt lanciert. Auch Ältere sind relevant

Ursula Popp engagiert sich auch karitativ. «Ich möchte mich an der Entwicklung der Gesellschaft beteiligen und etwas ­weitergeben.» Sie ist für die Grossmütterrevolution tätig, ein ­Frauennetzwerk, das Anliegen zum Alter, Frausein und zu Ge-­ ne­rationen thematisiert. «Wir ­wehren uns gegen das Bild, dass

Ruedi Baumann

ältere Menschen irrelevant sind. Sie sind vielleicht nicht mehr erwerbstätig, aber weisheitstätig.» In vollen Zügen geniessen

Ruedi Baumann findet seinen Lebenssinn im Alltäglichen. Für den Weltenlauf mache seine Existenz keinen Sinn – für sein Umfeld hingegen schon. «Ich suche jeden Tag kleine Herausforderungen oder Sinnesanreize für Körper und Geist und versuche, gegenüber meiner Partnerin und meinen Freunden und Freundinnen inspirierend, freundlich und hilfsbereit zu sein», sagt der 70-Jährge. Und: «Ich geniesse das Leben in vollen Zügen.» Dazu gehörte bis vor gut einem Jahr auch sein Job als Lokalredaktor beim «Tages-­Anzeiger» in Zürich. «Ich habe bis 60 zu 100 Prozent, bis 65 zu 80 Prozent und bis 69 zu 40 Prozent gear­ beitet.» Dieses Übergangsmodell sei perfekt. «Ich konnte mich schrittweise an die freie Zeit gewöhnen», so der Vollblutjournalist, der heute noch ein News­ freak ist und alle paar Minuten

Er reduzierte sein Pensum Stück für Stück, ging entspannt in Pension und geniesst das Leben.

sein Smartphone nach Neuigkeiten checkt. Schon mit Anfang 20 während des Medizinstudiums untersuchte er unter dem Mikroskop lieber die Körnigkeit von Schwarzweissfilmen als die Veränderung von Gewebe. «Ich wollte lieber Sportfotograf sein.» Er brach das Studium ab und folgte seiner Leidenschaft. Segeln und eine volle Agenda

Bevor er beim «Tagi» anheuerte, arbeitete Baumann für die Fotoagentur Keystone, später als ­Re­daktor und Chefredaktor ­ei­ner Lokalzeitung in Baden.


PENSIONIERUNG | 30.5.2022 | 17

Zwi­schen­durch segelte er auf ­ei­nem Boot, für das er lange ­gespart habe, vier Jahre lang um die Welt. Baumann segelt noch heute. «Kurz vor der Pension kaufte ich zusammen mit einem befreun­ deten Paar ein Occasionsboot, das an der Ostsee stationiert ist.» Dort verbringen die Freunde den Sommer gemeinsam und ­abwechselnd auf hoher See. «Ich mache nichts Verrücktes und muss auch nicht bei jedem Lüftchen raus», sagt er. Bau­ mann findet es genauso reizvoll, einfach mal ruhig der Küste ent­ lang zu schippern. Eben kam er aus Bergen in Norwegen zurück.

In einigen Wochen soll es je nach Wetter Richtung Däne­ mark gehen. Wichtig: Freunde, Gesundheit

Hierzulande ist Ruedi Baumann oft in den Bündner Bergen an­ zutreffen. Ausserdem füllt sich seine Agenda jeweils schnell mit Terminen zum Mittagessen und Treffen mit Freunden. Viel anderes finde daneben gar nicht mehr Platz. «Freiwilligenenga­ gement? Das kann ich mir vor­ stellen, aber vielleicht später.» Auch Rudy Vit hat sich in­zwischen mit seinem neuen ­Lebensabschnitt arrangiert. «Es brauchte einfach etwas Zeit und eine ge­

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wisse Gewöhnung.» Seine Frau und er haben einen ­guten Mix aus Zweisamkeit, Zeit mit Freunden und Zeit für sich ge­ funden. Seit zwei Jahren engagiert Vit sich zudem im freiwilligen Rotkreuz-Fahrdienst. «Es ist wirklich spannend, welche ­Leute und Lebensgeschichten man da kennenlernt.» Generell könnte er sich gut vorstellen, noch mehr Freiwilligenarbeit zu leisten, wenn das passende Projekt vorbeikomme. Vit sagt, er sei heute grund­ sätzlich zufrieden. «Inzwischen geniesse ich die Freiheit, mir meine Aktivitäten nach Lust und

Laune selbst einteilen zu kön­ nen.» Sei das nun fürs Golfen, Reisen oder Fliegenfischen. «Nur ich und die Natur, das ist wunderbar meditativ.» Das Wichtigste jedoch seien gute Freunde und eine gute ­Gesundheit – bei ihm ebenso ­gegeben wie bei seiner Frau. «Zum Glück.» Bei anderen in seinem Umfeld hat er gesehen, wie schnell sich das ändern kann. «Aber das ist okay. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Er soll sich einfach noch ein bisschen Zeit lassen.» MM «Für immer Sonntag» läuft derzeit in den Schweizer Kinos.


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KOLUMNE | 30.5.2022 | 19

Auf Putzpatrouille

1, 2 ODER 3 ? Der Kleine (6) liebt den Wald. Schon als Baby war er mit Blick in die Baumkronen glücklich. Seine KitaTage verbrachte er mehrheitlich unter Bäumen und hinter Büschen. Auf die Waldmorgen mit dem Kindergarten freut er sich immer. Seit sie das Thema Vögel durchnehmen, bleibt er ständig stehen, horcht und hält Ausschau nach Eichelhäher, Kolkrabe, Blaumeise, Kleiber oder Buntspecht. Als uns der Nonno besucht, schenkt er dem Kleinen einen Abfallgreifer. Denn das ist seine Passion und Mission: die Welt zu einer saubereren zu machen. Der Kleine ist fasziniert von diesem griffigen Objekt. Beim gemeinsamen Spaziergang im Wald hat er nur noch Augen für achtlos weggeworfene Bierdosen, Zigarettenstummel und Masken. Alles hebt er mit dem neuen Gadget auf und packt es in einen Plastiksack. Kein Hämmern eines Spechts, kein Krächzen eines Eichelhähers dringt mehr durch zu ihm. – Und jetzt? MM 1 Er macht einen wertvollen Job, die

Vögel werden es ihm danken.

2 Wir bauen auf der Euphorie auf und lasIllustration: Lisa Rock

sen ihn damit sein Zimmer aufräumen. 3 Wir lassen ihn nur in Begleitung des Nonno mit dem Abfallgreifer losziehen.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Auch wenn ich das Potenzial dieses Gadgets sehe, möchte ich es damit nicht übertreiben. Der Kleine soll auch noch Entdecker und nicht nur Putzpatrouille sein im Wald – und anderswo. Persönlichkeitsschutz: Namen und Bild geändert.

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20 | 30.5.2022 | GENUSS

TIPP

Grosse Hitze (220–280 °C) eignet sich zum Anbraten oder zum direkten Grillieren: Gargut über der Glut platzieren. Bei mittlerer Hitze (180–220 °C) grilliert oder brät man ­indirekt, das Gargut nicht direkt über der Glut und mit zugedecktem Grill.

Gezupft, nicht gehackt Unsere Pulled Burger triefen von Fleisch oder Fisch, Pilzen oder Jackfruit. Aber dank des zerzupften Inhalts bleiben sie stets geschmeidig.

Pulled-SpareribBurger Hauptgericht für 4 Personen 1 mariniertes Sparerib am Stück à ca. 600 g 1 kleinere rote Zwiebel 4 Sesambuns 40 g Blattspinat 6 EL Knoblauchsauce Zubereitung 1. Grill auf 160 °C vorheizen.

2. Das Fleisch von den Knochen

zupfen und warm halten. Dann Zwiebel in dünne Ringe hobeln. Buns kurz auf dem Grill rösten. 3. Mit Zwiebelringen, Blatt-

spinat, Knoblauchsauce und dem Pulled Sparerib servieren.

Text, Rezepte, Bilder und Styling: Migusto

Die Spareribs zugedeckt ca. 60 Minuten beidseitig grillieren.


GENUSS | 30.5.2022 | 21

Pulled-Pork-Burger mit Avocado und Koriander Hauptgericht für 6 Personen 2 Avocados 1 rote Zwiebel 6 Hamburger-Buns 500 g gekochtes Pulled Pork 1 Bund Koriander

Pulled Salmon Es muss nicht immer Fleisch sein: Mit im Ofen gebackenen und zerzupften Lachsfilets zaubert man im Nu einen herzhaften Fisch-Burger auf den Tisch.

Sauce 1 TL 0,5 dl

Rezept auf migusto.ch

Eierburger Mit in der Pfanne gebackener Eiermasse, Zwiebeln und Rucola gefüllte Weggli machen zum Brunch oder als kleine Mahlzeit jedem Fleischburger Konkurrenz. Rezept auf migusto.ch

100 g 1 EL 1 TL

2 EL

Kümmel Malzessig oder Aceto Balsamico Ketchup brauner Zucker granulierter Cayennepfeffer scharfer Senf Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung 1. Für die Sauce Kümmel im

Mörser etwas zerstossen. Mit restlichen Zutaten bis und mit Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Avocados halbieren und Kerne

TIPP

Damit sich Fleisch zerzupfen lässt, wird es bei niedriger Temperatur ­gegart. Speziell gut eignet sich dafür Schweinefleisch von der Schulter, doch auch Spareribs und Poulet ­funktionieren gut. Pulled Pork gehört zu jedem typisch amerikanischen Barbecue (BBQ): Zusammen mit Spareribs und Beef Brisket steht es für die «Holy Trinity» (heilige Dreifaltigkeit) des BBQ.

Alle Rezepte auf migusto.ch

entfernen. Fruchtfleisch aus der Schale lösen und in Scheiben schneiden. Zwiebel in feine Scheiben schneiden. Buns in der Bratpfanne ohne Fett leicht anrösten. Buns mit Avocado- und Zwiebelscheiben, Pulled Pork und Korianderzweigen füllen. Etwas Sauce darüberträufeln. Restliche Sauce dazuservieren.


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GENUSS | 30.5.2022 | 23

TIPP

Pulled Pork ist das Highlight jeder Grillparty – und eine Herausforderung für den Meister am Rost. Die Zubereitung ­erfordert etwas Know-how und Erfahrung. Rezept auf migusto.ch

Veganer PulledJackfruit-Burger Hauptgericht für 4 Personen 2 Dosen Jackfruit 2 Frühlingszwiebeln 400 g Rotkohl 3 EL Zitronensaft 6 EL Olivenöl Salz, Pfeffer 4 vegane Brötchen, z. B. glutenfreie aha! Haferbrötchen 2 Knoblauchzehen 1 dl Hoisin-Sauce 1 Bund Koriander Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C Unter-/

Oberhitze vorheizen. Jackfruit abgiessen. Abspülen und abtropfen lassen. Holzige Spitzen wegschneiden, Fruchtstücke mit den Fingern zerzupfen. Zwiebeln samt Grün fein schneiden. Kohl fein hobeln, mit Zwiebelgrün, Zitronensaft und der Hälfte des Öls mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Brötchen in der Ofenmitte 8–10 Minuten aufbacken.

PulledChicken-Burger mit Kabissalat Die Zubereitung benötigt etwas Zeit, dafür schmeckt das gut gewürzte und fein zerzupfte Grillfleisch der Pouletschenkel dann unvergleichlich. Rezept auf migusto.ch

Pulled-OysterMushroom-Burger Eine spannende vegetarische HamburgerAlternative: In die Buns packt man mit ­Paniermehl knusprig gebackene und ­danach zerzupfte Austernseitlinge. Rezept auf migusto.ch

2. Inzwischen restliche Zwiebeln

im Öl andünsten, Knoblauch dazupressen. Jackfruit mitbraten. Hoisin-Sauce und wenig Wasser dazurühren und eine Weile einköcheln lassen.

3. Brötchen aufschneiden. Unter-

seite mit Kohlsalat, Pulled ­Jackfruit und Koriander belegen. Brötchendeckel daraufsetzen und sofort servieren.


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GESUNDHEIT | 30.5.2022 | 25

Wie lange hält die Sonnencreme? Wie lange ist Sonnencreme haltbar?

Kann ich die Sonnencreme vom vergangenen Jahr noch brauchen? Und wie merke ich, dass ich sie besser wegwerfen sollte? Die Antworten zu den wichtigsten Fragen. Text: Rüdi Steiner

Die Antwort darauf liefert das Mindesthaltbarkeits­ datum, das auf jeder Tube oder Flasche zu finden ist. In der Regel wird es frü­ hestens nach 30 Monaten erreicht. Das gilt aber nur für ungeöffnete Cremes.

Wie bewahre ich die Tuben richtig auf? Auf zwei Dinge solltest du achten: Die ­Öffnung sollte nicht verschmutzt sein. Das hält Bakterien fern. Und du solltest die Creme an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren.

Was ist, wenn die Sonnencreme schon angebraucht ist? Dann solltest du auf das sogenannte Tiegelsymbol (eine geöffnete Dose) auf der Rückseite achten. Meist steht dort 12M, was heisst: Eine geöffnete Sonnen­ creme kannst du noch 12 Monate lang benutzen. Tipp: Damit du dich er­ innerst, wann du die Creme geöffnet hast, kannst du das Öffnungsdatum auf die Tube schreiben.

Wie entsorge ich sie?

Bei älteren Sonnencremes ist es möglich, dass sich die Emulsion in Öl und Wasser trennt – was wie­ derum dazu führen könnte, dass der versprochene Sonnenschutz nicht mehr gewährleistet ist. Wenn du also auf Nummer sicher ­gehen willst, solltest du ­solche Sonnencremes nicht mehr verwenden.

Bild: Getty Images

Was ist mit Sonnencremes, die länger als 12 Monate offen sind?

Leere Tuben kannst du bei Plastiksammel­ stellen, zum Beispiel in der Migros, einwerfen oder in einen Plastiksammelsack ­stecken, sofern es das an deinem Wohnort schon gibt.

Ist die Creme noch gut? Wir sagen dir, worauf du achten solltest.

Kann Sonnencreme bereits vorher ­unwirksam sein?

Woran erkenne ich, dass die Creme nicht mehr wirkt?

Nein, das ist unwahrscheinlich. Die Hersteller garan­ tieren für diese Frist.

Wenn sich einzelne ­Bestandteile der Sonnen­ creme voneinander ­lösen, sich Flocken bilden oder die Creme ­einen komischen Geruch hat, solltest du sie wegwerfen.

So schützt du dich vor der Sonne: impuls.migros.ch/sonnenschutz iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.


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NACHHALTIGKEIT | 30.5.2022 | 27

So bleiben Blumen länger schön Es ist Frühling, und wir lieben es, wenn farbige Sträusse unsere Wohnzimmer aufhübschen. Doch ist das umweltfreundlich? Ein Strauss voll Tipps. Text: Lisa Stutz

Auf die Saison achten Weisst du, wann in der Schweiz welche Blumen draussen blühen? Dieses Wissen ist der erste Schritt zum nachhaltigen Blumenstrauss. Denn mit dem saisonalen Blumeneinkauf fallen lange Transportwege weg, und es wird keine Energie für Gewächshäuser benötigt. Die beliebtesten Schnittblumen im Migros-Sortiment sind übers ganze Jahr gesehen übrigens Tulpen und Rosen. Quizfrage: Wann blühen sie bei uns im Garten? *

Bild: Getty Images

Blumen trocknen Du willst an ­deinem Strauss noch lange Freude haben? Dann kannst du ihn trocknen. Dafür trennst du die noch nicht welkenden Blumen voneinander und hängst sie kopfüber an einem trockenen, kühlen Ort auf. Dann ein paar Tage so hängen lassen und nach spätestens zwei Wochen als Trockenblumenstrauss wieder in eine Vase (ohne Wasser!) geben. Wem das zu ­aufwendig ist, kauft in der ­Migros fixfertige Trocken­ blumensträusse. * Auflösung: Tulpen: Ende März bis Anfang Mai; Gartenrosen: Juni bis Oktober

Selbst pflanzen Wer einen Garten hat, kann viele Schnittblumen wie Tulpen, Sonnenblumen oder Rosen selbst pflanzen und pflücken – und hat jedes Jahr gratis Nachschub. Wer keinen ei­ genen Garten hat, kann bei Nachbarn, Freunden und Bekannten mit ­Garten ein Blumenabo ­lösen. Oder etwas zum Tausch anbieten: einmal im Monat einen ­frischen Strauss gegen ­einen frisch gebackenen Butterzopf, zum Beispiel?

Auf Label und Herkunftsland achten Zum Valentinstag am 14. Februar gehören bekanntlich Rosen. Doch wer sich beim Saisontipp (links) schlaugemacht hat, weiss: Die haben dann bei uns überhaupt nicht Saison. Bei einem Kauf ausserhalb der Saison lohnt es sich, genau aufs Etikett zu schauen – und etwas Hintergrundwissen zu h ­ aben. Rosen aus Kenia etwa sind trotz Flugtransport klimafreundlicher als ­solche aus einem euro­päischen Gewächshaus, zum Beispiel in ­Holland. Das wurde in ­einer Studie belegt, die Max Havelaar Schweiz und die Migros im Jahr 2018 in Auftrag ­gegeben haben. Der Grund: Das Klima in Kenia ist das ganze Jahr gut für Rosen – so werden für die ­Aufzucht keine ­Beheizung und Beleuchtung benötigt. Zudem lohnt es sich, auf Labels zu achten, zum ­Beispiel auf «Fairtrade Max Havelaar».

Länger frisch halten Es gibt ein paar Tricks, mit denen alle Sträusse länger frisch und schön bleiben:

Die Richtigen wählen Schnittblumen machen nicht ewig Freude: Nach ein paar Tagen müssen die meisten entsorgt werden. Es gibt aber Blumen, die in der Vase besonders lange halten: zum Beispiel Nelken, Ranunkeln oder Astern. Das hat den Vorteil, dass man nicht gleich wieder einen neuen Strauss kaufen muss – und damit die Umwelt nicht unnötig belastet.

Zu Hause die Stiele mit einem scharfen Messer neu anschneiden. Achtung: dafür ja keine Schere verwenden! In lauwarmes Wasser stellen: Es wird von den Blumen besser auf­ genommen als kaltes. Die unteren Blätter entfernen, damit sich keine im Wasser befinden und Fäulnis ver­ursachen. Das Wasser regelmässig wechseln, ­idealerweise täglich. Schnittblumen­ nahrung verwenden. Sie enthält Nährstoffe und hält das Wasser länger frisch.

Rosen aus nachhaltiger Zucht: www.migmag.ch/rosen Generation M ist das Nachhaltigkeitsengagement der Migros.


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30 | 30.5.2022 | ALKOHOLVERKAUF

Statt C*** und D***

Ich trinke keinen Alkohol, brauche aber ab und zu Wein zum Kochen. Da wäre ich ehrlich gesagt schon froh, nicht immer noch extra zu C*** oder D*** rennen zu müssen, nur wegen einer kleinen Flasche Wein.

Fair für die Migros

Ich persönlich würde es begrüssen, wenn die Migros Alkohol ins Sortiment aufnehmen würde. Begründungen: * Es obliegt der Eigenverantwortung von allen, ob sie Alkohol kaufen oder nicht. * Es wäre nur fair der Migros gegenüber: Konkurrenz. * Umsatzsteigerung garantiert.

Anita Hofer, Schönbühl BE

Kriege Artikel nicht mehr

In den vergangenen Jahren ist es mir mehrmals passiert, dass ich jahrelang bezogene Artikel nicht mehr gekriegt habe, da diese offenbar aus Platzgründen von den Verantwortlichen aus dem Sortiment gestrichen wurden. Kommt noch der Alkoholverkauf dazu, wird der Platz für andere Artikel sicher noch rarer und die Verärgerung über deren Verschwinden noch grösser. Also, Alkoholsortiment: Nein! Sepp Bühlmann, Erstfeld UR

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Ja oder Nein zum Alkohol? Die Urabstimmung über die Aufhebung des Alkoholverkaufsverbots in den Migros-Filialen wirft hohe Wellen. Das meint die Community.

Ehre für Dutti

Es hat genug Läden/Verkaufsstellen, die Alkohol anbieten. Ich finde, man sollte den Gründer der Migros ehren und keinen Alkohol verkaufen. spyddy74, via Instagram

Schluss mit Hin und Her

Keine Zeit

Platz für Alkohol?

Mir kommt das wohl zentralste Gegenargument zu kurz: dass wohl noch mehr bisherige Produkte aus dem Sortiment fallen, weil man den Platz für Alkohol braucht. Ich will nicht zustimmen, ohne zu wissen, was rausfällt.

Ich finde, es ist an der Zeit! Das lästige Hin und Her zu den Läden, die Alkohol verkaufen, wäre damit erledigt. Wenn jemand Alkohol kaufen möchte, dann bekommt er ihn auch – auch wenn die Migros keinen verkauft. Also definitiv: Ja.

Sandra Cereghetti, via Facebook

Dominique Grimm, via Facebook

Dani Feri, via Facebook

Ein Ja von mir. Ich bin ein MigrosKind, und mir fehlen die zeitlichen Ressourcen, nach dem Wocheneinkauf noch für eine Flasche Kochwein oder mal den Weissen zum Fondue in einen weiteren Laden zu gehen.

Illustrationen: Getty Images

Da ich seit Kindesbeinen hier in Schönbühl lebe, konnte ich die Geschichte der Migros Aare mitverfolgen. Mich verbindet viel mit der Migros Aare/Shoppyland. Deshalb bin ich stolz, eine Migrosianerin zu sein.

Martin Roch, via Facebook


ALKOHOLVERKAUF | 30.5.2022 | 31

Alles in einem Geschäft

Endlich alles in einem Geschäft kaufen und nicht mehr pseudomoralisch zum Denner nebenan rennen müssen! Für alle Bruddler: Willkommen im 21. Jahrhundert.

We’ll see

Keinen harten Alkohol

Niki Klaus Billy Greco, via Facebook

Leonis Hulaj, via Facebook

«Das Leben ist Veränderung» (Falco). Bin gespannt, wie das «Oui» schmeckt. Sehen beide geil aus, übrigens. We'll see.

Da die Migros als familienfreundlich gilt, passt Alkohol absolut nicht ins Sortiment. Mit Weinen aus der Region könnte ich mich noch anfreunden, aber nicht mit hartem Alkohol.

Jochen Wenz, via Facebook

Bleibt standhaft!

Ich bin ein Migros-Kind. Bitte, bleibt standhaft und verkauft weiterhin keinen Alkohol in der Migros. Reto Peter Frei, via Facebook

Keine Versuchung

Ich bin für ein Nein! Jede/r Alkoholiker/-in wird der Migros dankbar sein. Sie ­werden in der Migros nicht in Versuchung gebracht. Und so soll es auch bleiben.

Eine geschützte Umgebung

Mein Nein zur Alkoholfrage der @Migros: Gefährdeten Menschen hilft beim Einkauf eine geschützte Umgebung. Ist weniger Alkohol ­ verfügbar, stärkt dies den #Jugendschutz. #MigrosBleibtAlkoholfrei #MigrosOhneAlkohol

Seele der Migros

Ich finde, die Migros sollte im Sinne von Gottlieb Duttweiler weitergeführt werden. Duttweilers Grundgedanken sind die Seele der Migros, sie machen sie aus! daniellecuster63, via Instagram

@ruediloeffel, via Twitter

Ganz in der Nähe

Fliegen Obst und Gemüse raus?

Ich würde es begrüssen, wenn es bei der Migros auch Bier geben würde.

Klar «Oui»! Dann brauche ich für den Wein nicht extra in den Denner zu gehen. Obwohl der ja meist ganz in der Nähe aller MigrosFilialen zu finden ist. Und Denner gehört zu 100 % dem Migros-GenossenschaftsBund. Also irgendwie doch schon Migros und Alkohol …

Die spannende Frage lautet, was alles aus dem Sortiment fliegen würde, um Platz für den #Alkohol zu schaffen. Obst und Gemüse vielleicht? Milchprodukte sowie die ­Käsetheke? Oder doch das Toilettenpapier und die Herrenunterwäsche? #migros #Alkoholabstimmung

Sany Sanderson, via Facebook

Denise Vettiger, via Facebook

@mwalterch, via Twitter

Henrietta Amstutz-Cerf, via Facebook

Bier her!

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Bekenntnis zum Ideengut

Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler wollte, dass die Migros in seinem Sinne weiterlebt. Deshalb ist in den Statuten der zehn Genossenschaften – in der Firmenverfassung – eine einschränkende Erschwernis eingebaut: In die Aufsichtsorgane Delegiertenversammlung, Genossenschaftsrat und Verwaltungen ist nur wählbar, wer sich zum Migros-Ideengut bekennt und – ganz wichtig – sich aktiv dafür einsetzt. Es ist wichtig und richtig, die Alkoholfrage der Urabstimmung zu unterbreiten. Aber dieses verpflichtende, aktive Bekenntnis der Mandatsträger sucht man vergebens. Praktisch alle Gremien, die die ­Geschehnisse in der Migros bestimmen, empfehlen ein Ja zum Alkohol. Die Alkoholfrage bewegt. Es geht nicht nur um eine Sachabstimmung, nicht nur um «Oui» oder «Non», wie eine aufwendige Kampagne mit der Bier(flaschen-)Idee suggeriert. Es geht um ein Kernmerkmal der Migros, um eine freiwillige Einzigartigkeit, um ein Grundprinzip seit 97 Jahren. Die Migros ist nicht besser als andere Unternehmen. Aber sie ist anders. Sie hat stark verankerte Werte wie den Dienst am Gemeinwohl. Sie hat das Kulturprozent, die starken Eigenmarken und das bewusste Alkoholverbot in Migros-Läden und -Restaurants. Und sie hat wie kaum ein anderes Unternehmen auch 60 Jahre nach dem Tod ihres Gründers eine verpflichtende und dankbare Beziehung zu ihm. Peter Birrer*, Buchrain LU

* Peter Birrer war langjähriger Migros-Manager, hat die Migros-Genossenschaften Luzern und Zürich geführt und war bis 2020 Präsident der Gottlieb-und-Adele-Duttweiler-Stiftung.


32 | 30.5.2022 | MUSIKINDUSTRIE

Frisch gepresst Schallplatten erleben ein Revival, nicht nur bei Nostalgikern. Die Nachfrage ist so gross, dass die Aargauer Tonträgerproduzentin Adon damit beginnt, Vinylscheiben zu pressen. Damit hat die Schweiz nach über 20 Jahren wieder eine eigene LP-Produktion. Text: Benita Vogel Bild: Nik Hunger

Andreas Krüsi präsentiert in Neuenhof das neue Album von ­Philipp Fankhauser – die erste Vinylscheibe, die in der aktuell ­einzigen Plattenpressmaschine der Schweiz hergestellt wurde.

Es knackte und knisterte jeweils in der kleinen Stube, wenn Grossmutter die Nadel auf die Schallplatte setzte. Ein Grundrauschen begleitete Elvis Presley, wenn er «Love Me Tender» in den Raum hauchte. Die Erinnerung an solche ­Musiknachmittage sind schon beinahe in Vergessenheit ge­ raten. Fast so wie die gute alte Langspielplatte. Nachdem in den

80er-Jahren CDs und digitale Tonträger aufkamen, waren es nur noch DJs, Freaks und Nostalgiker, die Musik von der schwarzen Scheibe abspielten. Der ­hiesige LP-Markt schrumpfte von mehr als 100 Millionen Franken Umsatz pro Jahr auf noch knapp eine halbe Million im Jahr 2005. Die letzte Schweizer Platten­presse hatte bereits in den 90er-Jahren dichtgemacht.

Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Heute ist Vinyl ­ wieder gefragt. So sehr, dass die ­Firma Adon Production AG in ­Neuenhof AG die Platten jetzt selbst presst. Unverwechselbarer Ton

«Ich bin immer ein Fan von Vinylplatten geblieben», sagt AdonChef Andreas Krüsi. «Der Ton, der Geruch, die Haptik – das ist

etwas ganz Besonderes.» Mit ­seiner Firma und 22 Angestellten bietet er für Musikerinnen und Musiker alles an, was mit Ton­ trägern, Qualität und Design zu tun hat. Er produziert und vertreibt Kassetten, Schallplatten mit den dazugehörigen Cover, CDs und Merchandise-Artikeln. Dass aus der Liebhaberei auch ein Geschäft werden kann, habe sich in den vergangenen


MUSIKINDUSTRIE | 30.5.2022 | 33

«Musikerinnen und Musiker müssen bis zu einem Jahr warten, bis sie ihre bestellten Platten erhalten.» Andreas Krüsi Chef Adon Production AG

­signierte LP kaufen können.» Auch die Labels haben Interesse daran. Vor einigen Jahren haben auch Major-Labels wieder mit der Plattenproduk­tion begonnen – ein ­willkommenes Mittel, um den Hitparadenplatz ihrer Acts zu verbessern. 70 Jahre alte Technik

fünf Jahren abgezeichnet. «Seither hat sich der Markt deutlich nach oben entwickelt», weiss Krüsi. Längst gibt es auch ­wieder Vinylcharts. Inzwischen werden hierzulande jährlich ­Vinylplatten im Wert von vier Millionen Franken verkauft. Die Nachfrage ist zwei- bis dreimal so hoch wie die weltweiten Produktionskapazitäten. «Musikerinnen und Musiker müssen

bis zu einem Jahr warten, bis sie ihre bestellten Platten erhalten, oft sind sie dann schon an ihrem nächsten Projekt.» Das Revival der LP führt Krüsi unter anderem auf den Wunsch nach Individualisierung zurück. «Die Künstlerinnen und Künstler wollen ihre Fans mit etwas Speziellem bedienen, und diese ­wiederum schätzen es, wenn sie ­beispielsweise eine limitierte,

In der Produktionshalle von Adon, wo Krüsi bis vor sieben Jahren Musik- und SoftwareCDs für Unternehmen sowie DVDs produzierte, steht die einzige Plattenpressmaschine der Schweiz. Der Anblick ist eher unspektakulär: ein Trichter für das Vinylgranulat, das durch ein Rohr zu einem Glaskasten transportiert, dort erhitzt und zu einem Puk geformt wird. Im Glaskasten befindet sich die Presse, in der aus der kleinen, dicken Kunststoffscheibe eine grössere, dünne mit Rillen wird, indem eine Matrize mit der Musik daraufgepresst wird. Für eine gute Qualität sind Raumtemperatur und -klima sehr wichtig. «Damit die Schei-

ben so flach und eben bleiben», erklärt Krüsi. Die Technologie hat sich in den vergangenen 70 Jahren kaum verändert. Die einzelnen Schritte sind automatisiert worden, der überflüssige Rand der Platte wird maschinell abgeschnitten und die überschüssigen Teile recycelt. Auch das PVC, das in den Trichter fliesst, ist heute zum Teil Recyclingware. «Die Nachhaltigkeit hat auch bei Schallplatten Einzug gehalten», so Krüsi. Obwohl er sich kein nachhaltigeres Produkt als die LP vorstellen kann. «Richtig ­gepflegt, ist sie jahrzehntelang im Einsatz.» Lieferengpässe bei Rohstoffen

Die erste Platte, die in Neuenhof von der Presse geht, ist das Album «Watching From the Safe Side» des Schweizer Bluesmu­si­ kers und Songwriters Philipp Fankhauser. «Das habe ich ihm seit Langem versprochen», sagt Krüsi, der nach Feierabend in der Produktion oft an Konzerten anzutreffen ist, um bestehende Geschäftsbeziehungen zu pflegen und neue aufzubauen. Auch jeder Albumrelease wird per­ sönlich gefeiert. Künftig will Krüsi mit vier Pressen rund 8000 Schallplatten am Tag produzieren. Bis dahin dürfte es zwar noch etwas dauern. Die Lieferfristen der Maschinen haben sich wegen Produktions- und Logistikengpässen stark verzögert. Und auch PVC und Verpackungsmaterialien für die Hüllen sind Mangelware. Dennoch: Geht es nach Krüsi, wird es in Schweizer Stuben schon bald wieder so klingen wie zu Grossmutters Zeiten. MM


34 | 30.5.2022 | DIGITAL

Das Streamingangebot ist nicht nur gross, sondern auch recht unterschiedlich.

Die Qual der Wahl beim Streaming

Netflix

(ab Fr. 11.90/Mt., 5124 Titel)

Die erste Wahl von Serienfans: riesige Auswahl von alten und neuen Produktionen, zunehmend aus aller Welt. Immer wieder hochklassige Eigenproduktionen («The Queen’s Gambit», «Ozark», «Squid Game», «Stranger Things», «House of Cards»). Neue Staffeln werden meist als Ganzes aufgeschaltet, perfekt für ein regnerisches Wochenende. ­Obwohl Netflix nur wenig aktuelle Filme bietet, ist es wohl insgesamt der Dienst mit dem ­breitesten Angebot.

Das Angebot ist riesig und nicht ganz billig. Man sollte sich gut überlegen, welchen Dienst man abonnieren will. Eine Übersicht. Disney+

Text: Ralf Kaminski

(Fr. 12.90/Mt., 1961 Titel)

Ideal für Fans von «Star Wars», Marvel-Superhelden und den DisneyAnimationsfilmen. Es finden sich dort nicht nur sämtliche Klassiker und Neuerscheinungen, Disney produziert auch gezielt Serien für die Fans dieser Genres, so «The Mandalorian» und «Obi-Wan Kenobi» oder «Loki» und «WandaVision». Einige der neuesten Kinofilme starten zeitgleich auf der Plattform, müssen aber zusätzlich bezahlt werden. Bei Disney+ laufen via Star auch viele Serien, die nicht von Disney stammen, darunter Hits wie «How I met your Mother», «Broadchurch» oder «The Walking Dead».

Amazon Prime

(Fr. 9.99/Mt., 6134 Titel)

Gut geeignet für Film-, aber auch Serienfans. Im Angebot sind wohl dreimal so viele Filme wie auf Netflix, darunter ­viele neuere. Auch Amazon investiert viel in eigene Serien – mit Spannung erwartet wird die «Lord of the Rings»Prequelserie «The Rings of Power» (ab 2. 9.), die bisher ­teuerste Serie aller Zeiten. Andere ­bekannte Titel sind «The Man in the High Castle», «The Handmaid’s Tale», und «The Marvelous Mrs. Maisel».

Sky Show

Apple TV+

Ideal für Liebhaber von aktuellen Qualitätsserien, denn Sky ­vertreibt in Europa unter anderem die Inhalte von HBO, darunter ­Megahits wie «Game of Thrones» oder ­«Succession». Sky Cinema (ein separates Abo) bietet ­neben den aktuellen auch viele ältere Filme an.

Bietet eine eher kleine Auswahl von oft eigenproduzierten Serien und Filmen, teils aber mit Starauf­gebot, wie «The M ­ orning Show» oder «Defending Jacob». Auch der diesjährige Oscargewinner «Coda» wurde von Apple produziert. Ergänzt werden Apple-Produktionen von einer grossen Auswahl aktueller Filmtitel, die für e­ inen Aufpreis gestreamt ­werden können.

(Fr. 14.90/Mt., 945 Titel)

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Jetzt profitieren Wie spare ich Abo-Gebühren? Bevor man ein Abo löst, sollte man klären, welches am besten zu einem passt. Für einige der Dienste kann man gratis Probeabos abschliessen und in deren Laufzeit schauen, was einen interessiert – und sich wieder abmelden. Einzelne Dienste wie Netflix bieten auch Abos an, die sich mehrere Leute teilen können; offiziell aber oft nur, wenn sie im gleichen Haushalt wohnen. Anders als in den USA oder in Skandinavien bezahlen die meisten Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz nur für einen Streamingdienst. Lediglich knapp zehn Prozent haben mehr als zwei Abos, weniger als ein Prozent hat vier.

Cinefile

Wo finde ich bestimmte Filme oder Serien?

(Fr. 9.90/Mt., 700 Titel)

Ideal für die Fans von Qualitätsfilmen, die hier auch ohne Abo gemietet werden können. Es gibt Schweizer und internationale Werke, darunter Klassiker wie «Uli der Knecht», «Pane e tulipani» oder «Happy Together».

Auf justwatch.com kann man via Suchfunktion herausfinden, welcher Streamingdienst in der Schweiz den Film im Angebot hat, den man gerade unbedingt sehen möchte. Und ob er überhaupt ­irgendwo verfügbar ist.

Wer dominiert den Markt? Play Suisse

Ideal für Fans von Schweizer Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Serien. Meist sind es Inhalte, die auf SRF schon gelaufen oder in ­Ko-Produktion mit SRF ­entstanden sind.

Illustration: Getty Images

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Am meisten zahlende Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz hat laut dem Vergleichsdienst moneyland.ch Netflix, mit rund 2,5 Millionen. Es folgen Disney+ (830 000), dann Amazon Prime (440 000), Sky Show (250 000) und Apple TV+ (250 000). Zum Vergleich: Laut Digimonitor, der Interessengemeinschaft Elektronische Medien Schweiz, schauen 6,3 Millionen noch immer klassisch Fernsehen und 4,6 Millionen nutzen Youtube.

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36 | 30.5.2022 | BIODIVERSITÄT

Von einem Wald kann noch keine Rede sein. Aber Joëlle Martinoya strahlt, als sie vorsichtig ein paar Schritte den steilen Hang hin­ untergeht. Denn die ersten Blät­ter ihrer Schützlinge spriessen. Die junge Frau streckt ihre Hand nach einer Traubeneiche aus. Sie zeigt dem Journalisten eine Eibe. Und sie kontrolliert, ob die Vogelbeere gesund ausschaut. Noch reichen ihr die Bäumchen bloss bis zum Oberschenkel. «Aber in einem Jahr sind sie so hoch», sagt Martinoya und hält ihre Hand weit über den Kopf. Das abschüssige Terrain un­ mittelbar über einer stark be­ fahrenen Kreuzung in der Genfer Innenstadt ist eine Besonderheit. Joëlle Martinoya ist die Projekt­ leiterin von zwei der ersten Tiny Forests, die in der Schweiz heran­ wachsen. Die ­Fläche dieses Mini­ wäldchens beträgt nur 220 Qua­ dratmeter, das ist ein Drittel ­eines Tennisplatzes. Und doch, so hofft Martinoya, wird er für das städtische Klima und die ­hiesige Tierwelt ein Segen sein. Eine Methode aus Japan

Denn Tiny Forests werden auf eine spezielle Art konzipiert und gepflanzt. Die Methode geht auf den japanischen Biologen Akira Miyawaki zurück. Er tüftelte in den 70er-Jahren an einer Mög­ lichkeit, um brachliegende Flä­ chen rasch wieder aufzu­forsten. Eine wichtige Voraussetzung, so fand er, ist der B ­ oden. Er muss ein gutes Baumwachstum er­

Kleiner Wald, grosse Wirkung?

Tiny Forest heisst der Trend, der von Japan aus nach Europa schwappt. Auch in Schweizer Städten werden die ersten dieser Miniwäldchen gepflanzt. Sind sie eine Geheimwaffe gegen den Klimawandel und für die Biodiversität? Text: Simon Koechlin

Bilder: Guillaume Megevand


BIODIVERSITÄT | 30.5.2022 | 37

Joëlle Martinoya ist ­Projektleiterin von zwei der ersten Tiny Forests in der Schweiz. Dieser hier befindet sich oberhalb einer stark befahrenen Kreuzung in Genf.

«Das Interesse an der Methode ist gross.» Joëlle Martinoya


38 | 30.5.2022 | BIODIVERSITÄT

lauben. Typischerweise wird er des­ halb mit Nährstoffen und zersetz­ barem Material angereichert und durchlässiger gemacht. Gepflanzt wird eine Vielfalt an ein­ heimischen Bäumen und Sträuchern. Und zwar viel dichter, als es Förster bei Aufforstungen im Wald tun. In Genf sind es drei Bäumchen pro ­­ Quadratmeter. Ein Grund dafür: Konkurrenz belebt. «Um viel Licht zu ­bekommen, wachsen die Bäumchen besonders schnell», erklärt Martinoya. ­Ausserdem werden die Flächen zwei bis drei Jahre lang bei Bedarf bewäs­ sert und Gräser und Kräuter gejätet. Rasches Wachstum und Artenvielfalt

Anhänger versprechen sich von ­Miyawakis Methode Grosses: Die ­Miniwäldchen, so wird zum Teil für sie geworben, wachsen zehnmal ­rascher als herkömmliche Wälder. Sie sind 30-mal dichter. Und sie be­ herbergen 20-mal mehr Tierarten. Kein Wunder, dass das Interesse an diesen kleinen Naturoasen steigt, die für die engen Verhältnisse in einer Stadt wie geschaffen scheinen. Im vergangenen Jahr wurde auch in Richterswil im Kanton Zürich in ­einer privaten Überbauung ein ­Miniwäldchen nach der Miyawaki-­ Me­thode gepflanzt. Und in der Stadt ­Zürich besteht ein Projekt, das vom Kompetenzzentrum Engageability

und der GIB-Foundation durchge­ führt wird. Anders als in Genf soll das Miniwäldchen nicht auf öffentlichem Grund entstehen. «Wir suchen der­ zeit ­Unternehmen, die uns eine unge­ fähr tennisplatzgrosse Fläche zur Ver­fügung stellen», sagt Projektleite­ rin Eva Tabernig. Wichtig sei, dass die Aufforstung nicht auf einer Fläche geschehe, die ökologisch bereits ­wertvoll ist. In dicht besiedelten Städten Orte zu finden, die derart umgenutzt wer­ den können, ist allerdings schwierig. Das zeigen Joëlle Martinoyas Erfah­ rungen in Genf. Neben einem Schul­

hof, erzählt sie, hätte die Stadt einige Parkplätze zugunsten eines Mini­ wäldchenprojekts aufheben wollen. «Aber gleich nebenan befinden sich Lieferanteneingänge zu Geschäften. Dadurch schrumpfte die Fläche für das Wäldchen so sehr, dass es sich nicht mehr lohnte.» Auch Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei Basel, sieht die Platz­ verhältnisse als Knackpunkt für die Ausbreitung des Miniwäldchentrends. «Die Konkurrenz um Flächen in unserer Stadt ist enorm», sagt er. Trueb hat im vergangenen Jahr in ­Basel ein vier Aren grosses Miniwäld­

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BIODIVERSITÄT | 30.5.2022 | 39

Gemeinsam pflanzen und jäten Die Bewohner der umliegenden Quartiere helfen bei der Anpflanzung des Miniwäldchens mit.

Bilder: Forêt B, IVN Natuureducatie

chen gepflanzt. Allerdings nicht nach der Miyawaki-Methode. «Wir möchten beobachten, welche Baumarten sich an diesem Standort besonders gut entwickeln.» An den grossen Versprechungen der Miyawaki-Methode zweifelt er. Kein Wundermittel für Klimaschutz

Die Dichte dieser Wäldchen und die hohe Biodiversität in ihnen seien wohl eine Momentaufnahme. Denn mit der Zeit dominieren in jedem Wald einzelne, alte Bäume. Diese ­stehen weit auseinander und lassen nur wenig Licht für Unterwuchs.

«Ein Baumriese beansprucht viel Platz für sich», so Trueb. Ein Wundermittel gegen die Klimaerwärmung und gegen den Artenschwund, da sind sich die Experten einig, sind die Miyawaki-Miniwäldchen nicht. Aber sie sind eine von mehreren Möglichkeiten, um das Stadtklima zu ver­ bessern. Und sie scheinen den Nerv der Zeit zu treffen. «Das Interesse an dieser Methode ist gross», weiss Joëlle Martinoya. Momentan sei sie daran, mehrere neue Projekte in der Westschweiz und im angrenzenden Frankreich aufzugleisen. MM

Die Miniwäldchen bieten nicht nur einen ökologi­ schen Mehrwert. Sie sind auch etwas fürs Auge – und haben einen gesellschaft­ lichen Aspekt. In Holland hat eine Orga­nisation ge­ meinsam mit Schulklassen etwa 200 Tiny Forests angelegt. Die Schüler lernen dabei viel über Bäume, Boden und die Natur allgemein. Joëlle Martinoya versucht bei ihren Projekten in Genf, die Bewohner der jeweiligen Quartiere ein-

zubinden. ­Insgesamt 170 Anwohner haben die Bäumchen gepflanzt. Sie helfen auch beim Jäten und Bewässern – und im Herbst sind kulturelle Veranstaltungen geplant. «Die Anwohner sollen das Gefühl bekommen, dass das ihre Wäldchen sind», sagt Martinoya. Beim Projekt in Richterswil ZH wiederum sollten sich die Unter­neh­ mens­mitarbeitenden be­tei­ ligen können, meint Eva ­Tabernig von Engageability.

In diesem Miniwäldchen in Utrecht (NL) lernen Schulkinder viel über Bäume und Natur.

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40 | 30.5.2022 | TIERE Wie Jesus übers Wasser laufen … … kann der Basilisk, eine Echse, die in den Wäldern Mittel- und ­Südamerikas lebt und auch Jesus-Christus-Echse genannt wird. Sie kann bis zu zehn Meter über die Wasseroberfläche rennen, weil sie sehr schnell ist und sich unter ihren Füssen Mulden bilden, die mit Luft gefüllt sind.

Rekorde im Tierreich Lauter als ein Düsenjet, schneller als ein Sportwagen, älter als das Christentum: Einige Lebewesen auf unserem Planeten erstaunen mit ihren aussergewöhnlichen Fähigkeiten.

Das längste Tier der Welt … … ist der Blauwal, der bis zu 33 Meter lang werden kann. Allenfalls könnten ein paar wenige Dinosaurier noch länger gewesen sein. Der Gigant, der in allen Weltmeeren zu Hause ist, kann bis zu 200 Tonnen schwer werden – allein sein Herz wiegt bis zu einer Tonne. Und der Nachwuchs kommt bereits mit sieben Metern und 2,5 Tonnen auf die Welt.

Bilder: Getty Images, Keystone

Text: Ralf Kaminski


TIERE | 30.5.2022 | 41

Die schnellsten Tiere der Welt …

Den weitesten Nonstop-Flug … … hat eine Pfuhlschnepfe ­zurückgelegt. Der mit einem ­Sender ausgerüstete, nur wenige Hundert Gramm schwere Vogel flog im ­September 2020 innert neun Tagen eine Strecke von 12 200 Kilometern – ohne Rast von Alaska nach Neusee­ land. Dabei übertraf er den Welt­ rekord einer ­anderen Pfuhlschnepfe von 2007 um 700 Kilometer. Andere Vögel legen manchmal noch längere Strecken zurück, landen dabei ­jedoch zwischendurch.

Einen unglaublichen ­Weitblick … … hat der Turmfalke. Dank seiner 1,5 Millionen Sehzellen (der Mensch hat gerade mal 200 000) erkennt er eine Maus sogar aus einem Abstand von 1,5 Kilometern und könnte aus 30 Meter Entfernung ein Buch ­lesen – wenn er denn lesen könnte.

… sind Wanderfalken. Beim Sturzflug können sie eine ­Geschwindigkeit von 320 Kilo­ metern pro Stunde (km/h) ­er­reichen. Auf dem zweiten Rang folgen an Land Geparden und im Wasser Schwertfische. Beide schaffen es auf bis zu 100 km/h, jedoch jeweils nur auf kurze Distanz.

Eine Woche ohne Wasser und Nahrung … … halten Kamele problemlos aus. Das schaffen sie, weil sie im Höcker einen Fettvorrat ­anlegen und in ihren drei Vormägen ­Wasser speichern.

Zu den stärksten Tieren der Welt … … gehört der Nashornkäfer. Er kann Lasten tragen, die 850-mal so schwer sind wie er selbst. In der Schweiz ist er auf der Liste der ­geschützten Tierarten.

Die besten Taucher …

Einfach unverwüstlich … … ist das Bärtierchen, auch Wasserbär genannt. Die kaum einen Millimeter grossen, achtbeinigen Lebewesen ­finden sich im Meer, aber auch im Süss­ wasser und in feuchten Lebens­räumen an Land. Sie halten nicht nur grosse ­Hitze aus, sondern auch bis zu minus 272 Grad Kälte. Und weder chemische Stoffe noch Röntgenstrahlen können ­ihnen etwas anhaben. Selbst das Vakuum im Weltall überleben sie.

… sind Weddellrobben. Sie leben in der Antarktis und können bis zu 70 Minuten unter Wasser bleiben und bis zu 700 Meter tief tauchen. Ihre Tauchkünste verdanken sie e ­ iner hohen Zahl roter Blut­körperchen: Diese erlauben es ihnen, sehr viel Sauerstoff in ihren grossen Körpern zu speichern.


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TIERE | 30.5.2022 | 43

Das grösste Lebewesen der Welt … … ist ein Hallimasch im Malheur National Forest in Oregon (USA). Dieser Pilzgigant verbirgt sich grösstenteils unter der Erde und b ­ esteht aus einem feinen fadenförmigen Zellgeflecht. Er erstreckt sich über neun Quadratkilometer und würde schätzungsweise 600 Tonnen auf die Waage bringen. Einen solchen Hallimasch gibt es auch hierzulande, und zwar im Schweizerischen Nationalpark im Engadin. Er ist fast 50 Fussball­felder gross und über 1000 Jahre alt – der älteste ­Europas. Der Pilz gilt bei Förstern als Schädling, da er die Wurzeln von Bäumen befällt und zersetzt.

Der Methusalem im Tierreich … … ist wohl ein Riesenschwamm auf dem Meeresgrund der Antarktis. Meeresbiologen schätzen, dass er 10 000 Jahre alt ist. Ebenfalls sehr alt werden können ­Grönlandhaie. Die Weibchen werden erst mit 150 geschlechtsreif, und 2017 entdeckten Forscher ein Exemplar, dessen Geburtsdatum sie auf das Jahr 1500 schätzten.

Ohrenbetäubend laut … … ist der Pistolenkrebs. Mit seiner Greifzange kann er es bis zu 200 Dezibel laut ­knallen lassen. Die dadurch ausgelöste Schockwelle betäubt Beutetiere. Zum Vergleich: Der Lärm eines Düsenjets liegt im Bereich von 120 Dezibel. ­Untereinander sind die Krebse jedoch recht gesellig.


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FAMILIE | 30.5.2022 | 45

Was hilft, wenn Eltern in Erziehungsfragen uneinig sind?

Mami sagt dies, Papi sagt das Sollten Eltern vor ihren Kindern immer als Einheit auftreten? Oder kann der Nachwuchs gut mit verschiedenen Standpunkten umgehen? Tipps einer Erziehungsberaterin. Text: Kristina Reiss

Illustration: Lisa Rock

«Nein, kein Hörspiel mehr, du gehst jetzt ins Bett», sagt die Mutter mit Nachdruck. Darauf das Töchterchen: «Dann frag ich halt den Papi.» Beiden ist klar: Dieser wird weitere 15 Minuten «Petterson und Findus» erlauben. Das Kind freut sich, die Mutter fühlt sich in ihren Erziehungsansätzen untergraben. Doch müssen sich Eltern ­eigentlich immer einig sein? Fakt ist: Unterschiedliche Vorstellungen über Erziehung sind mit am häufigsten schuld, wenn es zwischen ­Eltern kracht. Was nur natürlich ist, findet Erziehungsberaterin Bernadette Amacker, die in ihrer Aarauer Praxis Familien berät. Schliesslich ist jeder Mensch individuell und bringt seinen eigenen

Rucksack an Erfahrungen mit. Dass Mami und Papi «gleich streng sind», sei deshalb eher die Ausnahme – und nicht weiter schlimm. «Nur wenn die Eltern nie an einem Strang ziehen, leidet das Kind.» Unterschiede akzeptieren

Wichtig findet die Expertin jedoch, dass sich die Erziehungsberechtigten in den zentralen Fragen einig sind, etwa bei Themen wie: Wann ist Bettzeit? Welche Regeln ­gelten am Tisch? Oder auch: Wie viel Medienkonsum ist erlaubt? Bei den Nebenschauplätzen hingegen könnten ­Eltern ruhig unterschied­ licher Meinung sein und das auch so kommunizieren («Ich sehe das anders als Mami»).

Akzeptieren, dass es Unterschiede gibt. Am Anfang einer Beziehung sind Gegensätze oft anziehend, später können sie ­anstrengend wirken. Wichtig ist dann, die Meinung des anderen zu respektieren.

Schliesslich gehe es nicht ­darum, Konflikte vor den Kindern zu vermeiden, sondern diese respektvoll auszutragen. Dann sind Mutter und Vater das beste Vorbild. Und was ist mit dem Töchterchen, das den Papi so geschickt um den Finger w ­ ickelt? «Einmal ist das okay, aber es darf nicht zur Regel werden», findet Amacker. Gegeneinander ausspielen lassen sollten sich Eltern nicht. Muss es im hektischen Alltag schnell gehen, ist es allerdings auch in Ordnung, eine zunächst ­getroffene Entscheidung ausnahmsweise zu revidieren («Ich habe vorhin zwar gesagt, du darfst noch draussen spielen. Aber wenn ich es mir richtig überlege, ist es dafür zu spät, weil wir einen Zahnarzttermin haben»). «Eltern müssen nicht perfekt sein – auch das lernen Kinder.» Überhaupt kann elterliche Uneinigkeit eine Bereicherung für den Nachwuchs sein, weil er so Vielseitigkeit er-­ lebe, so Bernadette Amacker. «Ich war zum Beispiel bei ­unseren Kindern in sportlichen Sachen immer eher die Ängstliche, während mein Mann hier grosszügiger war. Für Kinder ist das eine gute Chance, verschiedene Ansätze zu erleben.» MM

Zuständigkeiten klären. Wer ist für welches Thema verantwortlich? Lösung: Wem eine Sache am Herzen liegt beziehungsweise wer in e ­ inem Thema fit ist, hat das Sagen. Der andere fällt ihm dann nicht in den Rücken. Es gibt Ausnahmen von Regeln. Diese dürfen jedoch nicht so aufgeweicht werden, dass sie nicht mehr erkennbar sind; wird eine Regel zehnmal befolgt, ist eine Ausnahme okay. Sich als Eltern für Entscheidungen Zeit nehmen. Es ist in Ordnung zu sagen: «Wir wollen uns erst besprechen.» Ein ­wöchentlich einberufener Familienrat kann zudem Mutter und Vater ebenfalls Zeit verschaffen, ­einen gemeinsamen Standpunkt zu finden.


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AUSBILDUNG | 30.5.2022 | 47

Venus Le betreut junge Männer und Frauen, die das Berufsvorbereitungsjahr der Migros absolvieren. Sie erzählt, warum sich ihr Engagement für alle lohnt.

Aufgezeichnet von Monica Müller; Bild: Nik Hunger

Meine Jugendlichen muss man live erleben Ich dachte ja, ich sei mit meinen 28 Jahren noch jung. Aber im Austausch mit den Jugendlichen, die ich betreue, fühle ich mich manchmal ziemlich alt. Ich bin nicht auf Tiktok, drücke mich anders aus als sie, kenne die Trends nicht, die sie verfolgen – für sie bin ich jemand von einem anderen Planeten. Aber ich bin die Venus vom MGB. Ich bin ihre Coachin und für sie da, wenn sie etwas persönlich beschäftigt, sie bei der Praktikumsstelle ein Problem haben oder ihre Motivation für die Schule klein ist. Seit vergangenem Sommer kümmere ich mich um Jugendliche, die das Lehrvorbereitungsjahr der Migros absolvieren. Die 14 jungen Männer und Frauen sind alle hier, weil sie im Anschluss an die 3. Sek keine Lehrstelle gefunden haben. Ihre Dossiers waren nicht top, mit mittelmässigen bis schlechten Noten, und sie konnten von ihren Eltern oder Lehrpersonen bei der Lehrstellensuche nicht optimal unterstützt werden. Als sie bei uns ein­ gestiegen sind, waren sie schulmüde und hatten den Glauben an sich ein wenig verloren. Ich treffe jeden von ihnen mindestens einmal im Monat, nach Bedarf auch häufiger. Mal dauert der Austausch kürzer, mal länger. Ich versuche, alle bei dem zu unterstützen, was sie gerade brauchen. Ein Jugendlicher zum Beispiel war unglücklich in seiner Praktikumsstelle, weil ihm der Job zu technisch war. Zusammen mit dem Laufbahnzentrum haben wir abgeklärt,

Venus Le (28) ist gelernte ­Sozialarbeiterin und arbeitet als Coachin beim MGB.

Anschubhilfe für eine Lehre Die Migros und die Fachschule Viventa haben im August 2021 ein Pilotprojekt im Grossraum Zürich lanciert. Es richtet sich an Jugendliche, die es bisher nicht geschafft haben, die Anforderungen einer Lehrstelle zu erfüllen – sei es aus familiären, sozialen oder anderweitigen Gründen. Ein Jahr lang besuchen die Jugendlichen die Fachschule ­Viventa und sammeln in einem Unternehmen der ­Migros-Gruppe erste praktische Erfahrungen. Ziel ist es, den Jugendlichen danach bei gegenseitigem Interesse eine ­Lehrstelle in der Migros-Gruppe anbieten zu können.

was ihm mehr entsprechen könnte, und ich habe mich durch die Betriebe telefoniert, bis er anderswo schnuppern konnte. Mit seiner neuen Aufgabe im kaufmännischen Bereich ist er nun happy. Alle Jugendlichen beschäftigt die Frage, was sie tun sollen, wenn sie in der Schule abdriften. Deshalb haben wir mit einem Kinder- und Jugendpsychologen einen Tag lang erarbeitet, wer welcher Lerntyp ist und wie sie sich besser konzentrieren können. Und so versuchen die einen nun, mehr Fragen zu stellen, andere machen sich mehr Notizen. Einer der Jugendlichen führt seit dem Workshop auf dem Handy eine To-do-Liste und vergisst nichts mehr. In einem anderen Workshop mit einer Rapperin konnten meine Jugendlichen für einmal lyrisch arbeiten und sich auf den Rhythmus der Sprache ­fokussieren, statt immer gleich an mögliche Rechtschreibefehler zu denken. Zu Beginn waren alle verhalten – auch weil sie in der deutschen Sprache häufig unsicher sind. Doch zum Schluss hat jede Gruppe ihren eigenen Rap präsentiert. Das war ein wunderbarer Moment für mich. Und ich glaube, das war es auch für die Jugendlichen. Man muss die jungen Männer und Frauen live erleben. Die Dossiers werden ihnen nicht gerecht. Einige meiner Jugendlichen konnten mittlerweile einen Lehr­vertrag bei der Migros unterschreiben, bei den anderen sieht es gut aus.


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KOLUMNE | 30.5.2022 | 49

Illustration: Rinah Lang

Schoggi für Erwachsene

Lisa Stutz (28) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Während ich diese Wörter tippe, habe ich ein Stück Schokolade zwischen den Backenzähnen. Es ist eine cremige, feine Milchschokolade, und was von ihr noch nicht auf der Zunge zergangen ist, das kaue ich mit grösstem Genuss. Ich liebe Schoggi immer und überall, aber heute schmeckt sie noch besser. Ich war nämlich abstimmen. Und zwar in der Migros. Zum ersten Mal. Und als Belohnung habe ich von der netten Frau beim Kundendienst eine Schokolade geschenkt bekommen. Darauf steht «Danke!» in allen möglichen Sprachen, und ich finde, das ist total berechtigt. Ich gehöre zur Generation der Millennials: Wir erwarten Applaus, wenn wir ganz normale Dinge tun wie ein Buch lesen, zu Fuss gehen oder eben – einen selbstausgefüllten Zettel irgendwo hinbringen. Bei der Ausübung all dieser Tätigkeiten haben wir nämlich das Gefühl, unser Leben im Griff zu ha-

ben, was wir natürlich eher nicht haben. Nach 30 Seiten Martin Suter sind wir derart stolz auf uns, dass wir uns erst mal mit einer Runde Netflix beruhigen müssen. Wenn wir statt aufs Tram zu warten, zu Fuss bis zur nächsten Station gehen, fühlen wir uns wie eine Mischung aus Bear Grylls und buddhistischem Mönch. Und wenn wir erfolgreich an Abstimmungen und Wahlen teilnehmen, ­sehen wir uns als nächste Angela Merkel der Schweiz. Und jetzt beteilige ich mich neben eidgenössischen auch noch an genossenschaftlichen Abstimmungen! Mir kullert vor Rührung über mich selbst fast eine Träne über den schokoladenverschmierten Mund. Ich kann das also jedem empfehlen, in der Migros abstimmen zu gehen. Auch allen Millennials, die bei «Dutti» erst mal an ein Kleinanzeigenportal denken. Man hat ein richtig gutes Gefühl danach. Und endlich sagt mal jemand Danke. MM

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50 | 30.5.2022 | FORENSIK

Pflegefachfrau wird Detektivin Valeria Kägi ist Pflegefachfrau und Forensic Nurse. Sie sichert am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Zürich Spuren bei Opfern häuslicher Gewalt und anderer Delikte. Die Ablehnung war zunächst gross – vor allem aus den eigenen Reihen. Text: Manuela Enggist

Spuren sichern – ein Begriff, den Pflegefachfrau Valeria Kägi lange Zeit nur aus Krimiserien kannte. Bis eines Tages die Polizei bei ihr auf der Chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Zürich stand und fragte, ob sie von einer ­bestimmen Patientin Blut und Urin aufbewahrt habe. Ob sie ­Fotos gemacht habe. Und ob die Kleidung der Frau noch da sei. Kägi musste alles verneinen. ­Später habe sie erfahren, dass ­besagte Patientin Opfer häus­ licher G ­ ewalt geworden ist. «Ich bin mir in meinem Leben noch nie so blöd vorgekommen.» Fünf Jahre später sitzt Valeria Kägi in einem Sitzungszimmer am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich. Draussen spazieren Studentinnen und ­Studenten durch den Irchelpark, geniessen die Frühlingssonne. Die 37-jährige Pflegefachfrau ist heute nicht mehr «nur» Pflege­ fachfrau, sondern auch Forensic Nurse. Und als Erste in der Schweiz an einem Rechtsmedizinischen Institut angestellt. Der Weg dahin war lang und beschwerlich. Es flos­sen auch mal Tränen. Kägi setzt sich auf dem Stuhl zurecht, spricht nun lauter und schneller. «Ich wusste, dass ich in diesem Moment nicht alles für meine ­Patientin getan hatte. Das nagte an mir», sagt sie über das Zusam­ mentreffen mit der Polizei, das ihr damals den Anstoss gab, sich

Bilder: Mali Lazell

um eine Weiterbildung zu bemü­ hen. Kägi begann, zu recherchie­ ren. An einer Tagung hörte sie dann die Worte Forensic, Nurse. Es habe sofort klick gemacht. 2017 war sie eine von 17 Pflege­ fachpersonen, die die einjährige Weiterbildung an der Universität Zürich in Forensic Nursing be­ suchten und sich unter anderem in Themenbereichen wie foren­ sischer Spurensuche, Haar­ analytik, Notfallpsychologie und Sexual­delikte weiterbilden lies­ sen. Bei vielen Absolventinnen und Absolventen sei kurz vor dem Abschluss die Frage aufge­ kommen, wie es nun weitergehe. «Wir wussten, dass wir zu einer ganz neuen Berufsgattung ge­ hören, und hatten keine Ahnung, wie und wo wir zum Einsatz kommen können», sagt Kägi. Ihr Weg führte ans Rechts­ medizinische Institut der Uni­

«Am Anfang kamen Fragen wie ‹Was willst du denn hier?›» Valeria Kägi

versität Zürich. Dort hatte Pro­ fessor Michael Thali, der die Weiterbildung initiiert hatte, 2013 einen Pilotkurs zum Thema «Forensic Nursing» angeboten. «Die Krankenpflegerinnen ­haben uns die Tür eingerannt», sagt Thali, während er durch die Gänge des Instituts eilt. «Der Rechtsmediziner war der einzige Arzt, der nie eine Pflegefach­ person zur Seite hatte.» Was ein Fehler sei. «Wir haben viele Fälle, bei denen die betroffenen Perso­ nen noch am Leben sind. Da habe ich immer wieder gemerkt, dass es gut wäre, wenn da noch jemand zusätzlich dabei ist, die mitdenkt, mithilft und sich um die geschä­ digte Person kümmert.» Ärzte dominierten Forensik

Also stellte Institutsdirektor Thali Ende 2017 Valeria Kägi als Forensic Nurse ein. Er habe ­gedacht, er müsse mit gutem ­Beispiel vorangehen. Und ge­ wusst, dass seine Kollegen von der Idee nicht begeistert sein würden. «Die Rechtsmedizin war lange Zeit ein ärztlich domi­ nierter Fachbereich, in dem es kaum Berührungspunkte mit Pflegefachpersonen gab.» Valeria Kägi spürte zu Beginn viel Ablehnung. «Es kamen ­Fragen wie ‹Was willst du denn hier?›, obwohl wir meinen Auf­ gabenbereich definiert hatten», ­erinnert sie sich. Die Forensic

Valeria Kägi ist die erste Forensic Nurse am ­ Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich.


FORENSIK | 30.5.2022 | 51

Mit dem Rape-Kit – einer Art Erste-Hilfe-Koffer für Vergewaltigungs­­opfer – untersucht Kägi die Geschädigten auf ­Spuren und Verletzungen.

Nurse ist Teil des Teams des Rechtsmedizinischen Instituts. Sie muss mit ausrücken, wenn ein Arzt oder eine Ärztin von der Polizei oder Staatsanwaltschaft aufgeboten wird. Es kann sich um Sexualdelikte handeln, um Gewaltverbrechen oder um Kin­ desmissbrauch. Gerade sonntags und montags würden sich die Fälle von Sexual­ delikten häufen. Diese Unter­ suchungen finden ausschliesslich in einem Spital statt. Wenn es um Fälle von interpersoneller Gewalt geht und es der Zustand der geschädigten Person erlaubt, können die Untersuchungen auch in einem speziell dafür vor­ gesehenen Raum im Polizeige­ bäude stattfinden. Dabei werden die Geschädigten, in den meisten Fällen Frauen, auf Spuren und Verletzungen untersucht. Kägi assistiert den jeweiligen Ärzten und Ärztinnen mit dem so­ genannten Rape-Kit – einer Art Erste-Hilfe-Koffer für Opfer von Vergewaltigungen, mit dem bei­ spielsweise ein Vaginalabstrich vorgenommen wird, um mög­ liche Spermaspuren zu sichern. Wenige Monate nach ihrem Start am Institut habe ein Rechts-

Die Geschichte des Forensic Nursing Der Ursprung liegt in den USA. Virginia Lynch gilt als Pio­ nierin des Forensic Nursing. Dank ihr ist diese Berufs­ gattung dort struk­ turell etabliert. Die ­Gewalt gegen Frauen und Kinder hatten Lynch im Texas der 1970er-Jahre als Krankenschwester schwer zugesetzt. Sie absolvierte eine Ausbildung zum Medical Investor. Seit Anfang der 1990er-Jahre bildet sie Pflegefachan­ gestellte im Forensic Nursing aus. Auch in Grossbritannien und Neuseeland hat sich die Forensic Nurse etabliert. Dort ist es ebenfalls ein eigenstän­diger Beruf.


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FORENSIK | 30.5.2022 | 53

mediziner zu ihr gesagt: «Wenn du in diesem Haifischbecken überleben willst, musst du dich unentbehrlich machen.» Für ihn sei es zum Beispiel wichtig, dass er jemanden vor Ort habe, der ­gestochen scharfe Fotos von Ver­ letzungen machen kann. «Also habe ich mir vorgenommen, die beste Fotografin am Institut zu werden. Ich habe mir Bücher zum Thema ausgeliehen und ­gelernt – heute zähle ich mich zum oberen Drittel.» Sie laufe nicht mehr ohne ihre Pocket­ kamera herum, sagt Kägi, und klopft auf ihre Brusttasche. «Die habe ich immer hier drin. Ich will nicht miterleben, dass ein Bild, das ich gemacht habe, vor Gericht als nicht aussage­ kräftig genug angesehen wird, nur weil ich es nicht mit meiner eigenen Kamera gemacht habe.» Mehr Fingerspitzengefühl

Mit der Zeit hat Kägi auch reali­ siert, dass sie mit ihrem Knowhow und Können aus ihrer Zeit im Krankenhaus helfen kann. «Als Pflegefachfrau war ich den Patienten immer am nächsten. Wenn ich einer Geschädigten ein Glas Wasser anbiete, dann gibt

Valeria Kägi ist im Vorstand der Swiss Association Forensic Nursing, um ihr Berufsbild bekannter zu machen.

ihr das einen sicheren Rahmen. So ist sie vielleicht imstande, der Polizei mehr Details über den Tathergang zu erzählen.» Oft hätten Forensic Nurses mehr Finger­ spitzengefühl. Das kann gerade bei schwierigen Fragen helfen. Die Fälle, die Kägi betreut, sind alles vermutete Taten. Sie sind bei der Polizei zwar ange­ zeigt worden, was die Situation jedoch nicht einfacher mache. Es verunsichere die Opfer, wenn sie nach einer Anzeige noch be­ weisen müssen, dass tatsächlich

etwas passiert ist. «Man muss ­einer Frau, die vergewaltigt ­worden ist, erklären, warum wir ­fragen, ob sie sich gewehrt hat.» Damit wolle man ihr nicht un­ terstellen, dass sie schwach sei, sondern in Erfahrung bringen, wo man nach möglichen Ab­ wehrspuren suchen muss. Heute ist Kägi eine gestandene Berufsfrau. Sie ist im Vorstand der Swiss Association Forensic Nursing, um das Berufsbild be­ kannter zu machen. Sie ist ver­ netzt, kennt alle anderen Foren­

sic Nurses im In- und auch viele im Ausland. In der Schweiz sind es schätzungsweise rund 15 Men­ schen, die effektiv in diesem ­Beruf arbeiten – mehrheitlich in Krankenhäusern. Doch viele der mittlerweile knapp 100 Pfle­ gefachpersonen, die die Weiter­ bildung an der Universität Zürich absolviert haben, können sich nicht durchsetzen. «In einem ­­ sowieso schon hektischen Pflege­ alltag fehlt es oft an Zeit und Geld, um einen neuen Beruf zu etablieren.» Wenn jemand als ­Forensic Nurse in einem Kran­ kenhaus arbeitet, müsste eine ­zusätzliche Pflegefachperson eingestellt werden. «Und das passiert sehr selten.» Den Fachbereich würde ­Valeria Kägi nicht mehr wech­ seln wollen. Zu sehr sei ihr das Rechtswesen ans Herz gewach­ sen, sagt sie, die konsequent nicht mehr von Patienten, son­ dern von Geschädigten spricht, wenn es um ihre Arbeit am In­ stitut geht. Sie fühlt sich mittler­ weile «akzeptierter». Es sei ein­ getroffen, was ihr Chef, Professor Thali, d ­ amals prophezeit habe: dass die Akzeptanz mit der Zeit schon kommen würde. MM

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GESUNDHEIT | 30.5.2022 | 57

Wunden versorgen: So gehts Ein Schnitt am Finger, eine Schürfung am Knie: Mit ein paar Handgriffen sinkt das Infektionsrisiko, das Pflaster hält besser und der Verband lässt sich viel angenehmer wechseln. Text: Edyta Wlodarczyk

Was tun, wenn die Wunde stark blutet?

Wie versorgt man Wunden?

Bei Verletzungen an den Extremitäten die Hand oder den Fuss nach oben halten und kühlen. Ein Kompressionsverband oder zur Not die Druckausübung mit behandschuhten Händen stoppt die Blutung.

Das Wichtigste ist: die Wunde so rasch wie möglich mit einem geeigneten Desinfektionsmittel gut ausspülen und reinigen. Das reduziert die Anzahl der Bakterien in der Wunde. Hat man keines dabei, tut es auch schlicht sauberes Wasser.

Was gehört in die Notfallapotheke? Hinein gehören Desinfektionsmittel, Gazekompressen, saubere Pinzetten und Schere, diverse Pflaster und Blasenpflaster sowie selbstklebende Bandagen. Wichtig: die Notfallapotheke im Auto, Haushalt und Wanderrucksack regelmässig checken.

Wie deckt man die verletzte Stelle ab? Mit einem Pflaster oder mit sterilem Verbandsmaterial. Beides sollte nicht zu eng anliegen, um die Blutzufuhr nicht zu beeinträchtigen. Bei tiefen oder ausgedehnten Verletzungen machen spezielle Wundauflagen Sinn: Die verhindern, dass ein Verband mit der Wunde verklebt. So kann man sie später schmerzfrei wechseln. Mit der Wunde verklebte Auflagen lassen sich leichter ablösen, wenn man sie mit steriler Kochsalzlösung aus der Apotheke oder sauberem Wasser tränkt und kurz einwirken lässt.

Blutvergiftung: Wie beugt man vor?

Woran erkannt man eine Wundinfektion?

Bilder: Getty Images, zVg

Wann braucht es fachkundige Hilfe? Edyta Wlodarczyk Apothekerin und Geschäftsführerin Medbase Apotheke, Panorama-Center Thun

Wenn die Wunde stark blutet oder stark auseinanderklafft und möglicherweise genäht oder geklebt werden muss, sollte man rasch zum Arzt. Das gilt ebenfalls für Bisswunden. Auch bei Anzeichen für eine Infektion, wenn sich der Allgemeinzustand verschlechtert oder Fieber auftritt, ist sofort ärztliche Behandlung nötig.

Verdächtig sind zunehmende, oft pulsierende Schmerzen im Bereich der Wunde. Beginnt sich die Umgebung der Wunde zu röten oder anzuschwellen, sollte man ebenfalls schnell einen Arzt konsultieren. Das gilt auch, wenn Eiter austritt.

Das Wichtigste ist, die Wunde richtig zu versorgen. Das bedeutet, immer steriles Verbandsmaterial zu benutzen. Wer eine Wunde versorgt, sollte mit Handschuhen arbeiten. Einmal pro Jahr muss geprüft werden, ob die Notfallapotheke vollständig, Desinfektions- und andere Mittel nicht abgelaufen sind. Verdacht auf Blufvergiftung besteht speziell, wenn bei Insektenstich oder Biss in der Nähe der betroffenen Stelle eine grosse Schwellung oder Blasenbildung ersichtlich ist.

Mehr zu Wundversorgung auf impuls.migros.ch/blutvergiftung iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.


58 | 30.5.2022 | INKLUSION

Gibt es Menschen, die weder männlich noch weiblich sind? Ja, die Natur ist vielfältig. Im Schnitt werden in der Schweiz pro Jahr rund 40 Kinder geboren, deren Geschlecht nicht eindeutig bestimmt werden kann – sie sind intergeschlechtlich. Oft wurde ihnen dennoch ein Geschlecht zugewiesen, teils gar mit operativen Eingriffen. Dies führte bei einigen später zu viel Leid. Laut US-Studien stellt ein bis zwei Prozent der Bevölkerung das Geschlecht infrage, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde – dies betrifft zum einen intergeschlechtliche, zum anderen auch Transmenschen. Hinzu kommen all jene, die sich auch als Erwachsene keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen. Sie sehen ihre Geschlechtsidentität als fluid und bezeichnen sich als non-binär.

Weiblich, männlich oder X?

Der Bundesrat arbeitet an einem Bericht über die Einführung eines amtlichen dritten Geschlechts. In einigen Ländern gibt es dies bereits. Worum gehts – und was würde es bringen?

Wieso denkt der Bundesrat über ein drittes Geschlecht nach? Wegen eines Postulats der grünen Basler Nationalrätin Sibel Arslan. Laut Justizdepartement sollte der Bericht noch in der ersten Jahreshälfte erscheinen. Hintergrund des Postulats ist, dass einige andere Staaten ein solches unbestimmtes Geschlecht bereits kennen. «Die Schweiz steht diesbezüglich unter Druck», sagt Thomas Geiser (69), emeritierter Rechtsprofessor der Universität St. Gallen, der sich mit juristischen Aspekten eines dritten Geschlechts beschäftigt hat. «Das Bundesgericht hat entschieden, dass ausländische Zivilstandsurkunden mit einem dritten Geschlecht anerkannt werden müssen. Wir müssen also was machen.»

Text: Ralf Kaminski

Wie wirkt sich das Fehlen eines dritten amtlichen Geschlechts bisher auf Betroffene aus? Studien zeigen, dass non-binäre Personen im Schnitt eine schlechtere psychische Gesundheit haben. Ihre Geschlechtsidentität als wichtiger Teil der Persönlichkeit wird nicht anerkannt und bleibt ungeschützt. «Ein entsprechender Geschlechtseintrag täte gut und würde Diskriminierung vermindern», sagt Lovis, selbst non-binär, im Gespräch mit dem MigrosMagazin. Und Chri Hübscher schreibt auf nonbinary.ch, der Schweizer Staat sage derzeit zu non-binären Menschen: «Ihr existiert für uns nicht.» Es sei höchste Zeit, dass sich dies ändere.


INKLUSION | 30.5.2022 | 59

Welche Länder haben bereits eine dritte Option eingeführt? Rund 20 Nationen anerkennen heute rechtlich ein unbestimmtes Geschlecht und ermöglichen einen entsprechenden Eintrag im Pass, etwa als «X», «divers» oder durch eine Leerlassung. Dazu gehören die USA, Deutschland, Österreich, Spanien, Kanada, Australien, aber auch Indien, Kolumbien, Kenia oder Pakistan – es gelten allerdings überall ein wenig andere Regeln.

Ein drittes amtliches Geschlecht würde den Betroffenen das Leben erleichtern.

Illustrationen: Shutterstock

Was spricht für ein neues offizielles Geschlecht? Die heutige Regelung sei unbefriedigend, sagt Andrea Büchler (53), Präsidentin der Nationalen Ethikkommission. Sie hat im Auftrag des Bundesamts für Justiz eine Stellungnahme dazu verfasst (nek-cne.admin.ch): «Die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten wird heute ungenügend berücksichtigt. Dies führt zu Einschränkungen bei der Selbstbestimmung und beim Schutz vor Diskriminierung.» Die Ethikkommission empfiehlt zuerst die Einführung einer oder mehrerer neuer Geschlechtskategorien, dann die Prüfung der allgemeinen Abschaffung des Geschlechtseintrags – wofür sich auch andere aussprechen. Es helfe den Betroffenen, sagt Roland Peterhans (58),

Präsident des Schweizerischen Verbands der Zivilstandsämter. Er hat erlebt, wie glücklich die Menschen aus dem Amt rauslaufen, die seit Anfang des Jahres die Möglichkeit nutzen, ihr Geschlecht im Personenstandsregister unkompliziert zu ändern: «Man sollte das auf ein drittes Geschlecht ausweiten. Klar, es betrifft nur wenige. Doch dem Rest der Bevölkerung tut es nicht weh, während es den Betroffenen das Leben erleichtert.» In vielen Bereichen ist die Geschlechtsangabe ohnehin unnötig. Das sagen Jurist Thomas Geiser und die Berner Geschlechterforscherin Kathrin Zehnder (45): «Da, wo es heute noch eine Bedeutung hat – beim Militär oder bei der AHV –, gäbe es Lösungen.» Letztlich gehe es um die Anpassung an eine kulturelle Entwicklung.

Was spricht gegen Veränderungen beim amtlichen Geschlecht? Wir haben es schon immer so gemacht, wie es jetzt ist. Zumindest scheine dies das zentrale Argument, schreibt Chri Hübscher auf nonbinary.ch. «Es ist für viele etwas ganz Neues und Ungewohntes, das überhaupt infrage zu stellen», sagt Jurist Thomas Geiser. Es gibt Leute, die grundsätzlich der Meinung sind, es gebe nur Mann und Frau – und eine bestimmte Rollenverteilung. Dazu gehören laut Geschlechterforscherin Kathrin Zehnder neben Menschen mit einem patriarchal-traditionellem Rollenverständnis auch gewisse feministische Strömungen: «Sie fürchten, man nehme der Emanzipationsbewegung die Existenzberechtigung.» «Die Frage ist doch immer: Was ist der Nutzen?», so Da­niel Frischknecht (58), Präsident der EDU Schweiz. «Entscheidend ist für mich das Kindeswohl – und dafür sehe ich keine Vorteile. Ein weiteres Geschlecht führt nur zu mehr Kategorisierung und Stigmatisierung.» Man schaue damit nicht mehr für die grosse Menge des Volks, sondern für die Abweichung, was eine weitere Individualisierung brächte und «nur zu noch mehr Beliebigkeit und Verwirrung» führe. Seine Lösung für Nonbinäre und Ausländer mit einem dritten Geschlecht im Pass: «Sie kreuzen auf dem Formular einfach beides an, Mann und Frau.»


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62 | 30.5.2022 | BEAUTY

6 Mythen über Cellulite im Check Viele haben sie, keine will sie: Cellulite. Zahlreiche Aussagen kursieren rund um die Orangenhaut. Was ist wahr, und was falsch? Wir klären auf. Text: Petra Koci

1

Nur Übergewichtige ­leiden unter Cellulite

Falsch, auch schlanke Frauen können Cellulite haben. Grund für Cellulite ist ein schwaches Binde­ gewebe. Die Bindegewebskammern unserer Unterhaut sind teilweise mit Fettzellen gefüllt. Diese können an die Hautoberfläche drücken und werden als Dellen sichtbar – voilà, die typische Orangenhaut! Ein schwaches Bindegewebe kann gene­ tisch bedingt sein. Auch nimmt die Produktion von Kollagenfasern, einem wichtigen Bindegewebe-Baustoff, im Lauf der Zeit ab. Fakt ist aber auch: Bei zusätzli­ chem Körpergewicht ist auch die Unterhautfettschicht dicker, was die Ausprägung von Cellulite noch verstärken kann.

2

Männer kennen keine Orangenhaut

Ungerecht, und doch stimmt es. Praktisch keine Männer, aber rund 90 Prozent aller Frauen be­

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kommen Cellulite. Das hat mit der unterschiedlichen Anatomie und Hautstruktur zu tun. Frauen haben eine dünnere Haut und einen geringeren Muskel-, aber ­höheren Fettanteil. Zudem unter­ scheidet sich das Bindegewebe-­ gerüst: Bei Männern ist es ein dichtes Netz von Kollagenfasern, das alles straffer zusammenhält. Bei Frauen mit ihren parallel ver­ laufenden ­Fasern hingegen können sich Fettdepots besser Richtung Hautoberfläche ausdehnen.

3

Regelmässiger Sport ist ein gutes AntiCellulite-Programm

Ja, sportliche Betätigung hat einen günstigen Effekt auf die Cellulite, verändert die Binde­gewebestruktur aber nicht. Gelingt es, mit FatburnerAusdauertraining ­Körperfett zu reduzieren, so zeigt sich Cellulite weniger auffällig. Krafttraining

wiederum baut Muskeln auf. Und wo Muskeln sind, sind weniger Fettzellen im Gewebe. Zudem strafft eine trainierte Muskulatur die Haut optisch. Regel­mässige Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an, fördert die Durchblutung, und gestaute Flüssigkeit kann eher abtransportiert werden, was das Hautbild verbessert.

4

Orangenhaut lässt sich wegcremen und wegmassieren

Nicht ganz, denn sie komplett zum Verschwinden zu bringen geht nicht. Für temporäre Effekte ist aber dies eine gute Strategie: Massagen, etwa mit einer Trockenbürste oder Massagerolle, oder auch Wechsel­ duschen regen die Durchblutung an. Eine spezielle Creme und Pflege wiederum kann helfen, die oberste Hautschicht besser zu durchbluten, zu festigen und zu straffen, was Orangenhaut optisch reduziert.


BEAUTY | 30.5.2022 | 63

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5

Anti-Cellulite-Leggins und -Strumpfhosen beugen Dellen vor

Vorbeugen ist nicht möglich, aber ein kurzfristiger Effekt ist denkbar: Strümpfe oder Hosen aus einer speziellen Faser mit Mikro-MassageEffekt sollen die Blutzirkulation ­anregen und verhindern, dass sich Flüssigkeit im Gewebe einlagert. Sie haben eine Art Shaping-Effekt und sollen für glattere Haut sorgen. So mögen sie temporär das Erscheinungsbild an Oberschenkeln und Po verbessern. Cellulite ganz wegzaubern oder ihr entgegenwirken funktioniert damit aber nicht.

6

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Cellulite ist nicht dasselbe wie Cellulitis

Richtig, die Verwechslungsgefahr ist aufgrund der ähnlichen Begriffe jedoch hoch. Cellulite ist harmlos, bei Cellulitis hingegen handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Sie wird durch Bakterien ausgelöst und zeigt sich in Form von roten, schmerzhaften Hautschwellungen. Cellulitis wird mit Antibiotika behandelt.

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30.5.2022 | 65

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«Mir gefällt der Kontakt zur Kundschaft sehr» Bei der Migros Wallis machen rund 100 Jugendliche eine Lehre. Zu den Ausbildungsberufen gehören auch Fleischfachmann respektive -fachfrau. Ein Gespräch über Würstchen und Tatar mit Joé Salamolard. Text und Bild: Fabien Lafarge

Joé, wie kamen Sie zu ­Ihrem Job? Auf ziemlich ungewöhnliche Art und Weise. Ich habe eine Ausbildung als kauf­ männischer Angestellter ­gemacht, mit dem Ziel, bei der Polizeiakademie Karriere zu machen oder zur Armee zu gehen. Nach einer Er­ fahrung in der Küche habe ich mich dann aber doch für die Metzgerei entschie­ den. Inzwischen bin ich 20 Jahre alt und im zweiten Jahr meiner Ausbildung. Und: Ich liebe meinen Job! Ich würdige damit auch meinen Grossvater, der seine ­eigenen Fleisch- und Wurst­ waren herstellt. Kurz vor diesem Interview haben Sie einen Kunden zu den Regalen begleitet, um ihn zu beraten. Macht Ihnen das Spass? Ja, mir gefällt der Kontakt zur Kundschaft sehr. Man muss zuhören können, ver­ stehen, was sich die Kunden wünschen, und alles daran setzen, sie zufriedenzustel­ len – und zwar unabhängig davon, mit welcher Laune sie einem begegnen. Wenn man einen Kunden also zu den Regalen begleiten muss, um ihm zu zeigen, was er sucht, zögere ich nicht lange. Aber Sie sind auch genau in dem Moment angekommen, als hier gerade sehr viel los war. Ich laufe normalerweise nicht ständig hin und her. Der Kontakt zur Kundschaft gefällt Ihnen also besonders gut?

Genau. Mir gefällt aber auch, dass der Beruf so ab­ wechslungsreich ist. Man muss das Fleisch zubereiten und für eine ansprechende Präsentation sorgen. Wir bereiten Würstchen, Mari­ naden, Tatar und viele andere Dinge zu. Da bleibt keine Zeit für Langeweile. Sie haben auch schon in ­einem Restaurant gearbeitet. Wie unterscheidet sich das von einem grossen Unternehmen wie der Migros? Hier in der Migros gibt es eine eindeutige Hierarchie, das finde ich beruhigend. Zudem ist die Atmosphäre wohlwollend und respekt­ voll. Mit einem Vorurteil kann ich also aufräumen: In Metzgereien geht es gar nicht so wild zu (lacht). Die Lernenden werden von der Migros generell sehr gut begleitet. Die Verantwort­ lichen für die Ausbildung ­beantworten unsere Fragen immer gern und stehen uns mit Zusatzkursen zur Seite, wenn es Schwierigkeiten gibt. Es wird alles dafür ge­ tan, dass wir unsere Lehre erfolgreich abschliessen. Auch Mobilität ist möglich. So werde ich bald ein Prak­ tikum bei Mérat machen, ­einer Metzgerei der MigrosGruppe, um weitere Aspekte des Berufs kennenzulernen. Das ist sehr bereichernd. MM Interessiert an einer Ausbildung zur Fleischfachfrau respektive zum Fleischfachmann oder im Verkaufs­ bereich? Die Migros Wallis rekrutiert für den Lehrbeginn im August 2022. Infos: migros.ch/jobs

Joé Salamolard liegt das Metzgern im Blut: Auch sein Grossvater stellt Fleisch- und Wurstwaren her.

Steckbrief Name: Joé Salamolard Alter: 20 Jahre, im zweiten Lehrjahr Wohnort: Sitten Arbeitsort: Forum des Alpes, Conthey Hobbys: Fussball, Sport allgemein, meine Freunde Migros-Lieblingsprodukt: Auf jeden Fall Fleisch. Es ist nicht einfach, sich dabei festzulegen. Da die Grillsaison vor der Tür steht, würde ich sagen: marinierte Poulet­ spiesse.


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30.5.2022 | 67

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Bilder: zVg

Sitzung in Martigny

Der Fussballnachwuchs trainiert eine Woche lang wie die Grossen.

Kids kicken mit dem FC Sion Die Migros Wallis ist bei der Organisation von Trainingslagern für den Fussballnachwuchs stolze Partnerin des Clubs mit 13 Cuptiteln. Text: Fabien Lafarge

Seit mehreren Jahren fördert der FC Sion die nächste Fussballgeneration. 2022 finden nun auch die Trainingslager wieder statt. 5- bis 11-jährige fussball­begeistere Nachwuchskicker ­haben die Wahl zwischen sechs Daten und Orten: Vétroz (4. bis 8. Juli), Bouveret (11. bis 15. Juli), Brig (18. bis 22. Juli), Saas Fee (25. bis 29. Juli), Fully (1. bis 5. August) sowie Sierre (8. bis 12. August). Die Kids Camps werden ­jedoch nicht nur im Sommer, ­sondern auch im Herbst und im Winter organisiert, und zwar vom 17. bis 21. Oktober in Sion und vom 2. bis 6. Januar 2023 in Fully. Die Kinder, die an den FC Sion Kids Camps

teilnehmen, trainieren während fünf Tagen nach der Methode des Clubs und kommen in den ­Genuss einer hochwertigen ­Betreuung, geprägt von professionellem Fussball. Dabei wird ihnen sowohl Selbstbewusstsein als auch Disziplin vermittelt. In speziell dafür ausgerichteten Anlagen können die jungen ­Kicker ihre Fussballkenntnisse ausbauen und gemeinsam mit ihren neuen Freunden den Fussballtraum leben. Werte werden grossgeschrieben Dem FC Sion liegt auch am Her-

zen, jungen Fussballern wichtige Werte mit auf den Weg zu geben: Respekt (ohne Gegner gibt es kein Fussballspiel), Dis­ziplin

(nie aufgeben), Ehrgeiz (sich nie auf den eigenen Lorbeeren ausruhen) und Spass (Freude am Spiel haben). Anmelden kann man sich auf fcsionkidscamps.ch. Die Anmeldegebühr beträgt 370 Franken und beinhaltet Sportkurse, Betreuung und Trainings, Mittagessen, Zvieri am späten Nachmittag ­sowie und ein Trainingspaket (T-Shirt, Shorts, Hose, Socken, Jacke, Mütze, zwei Pullis und zwei Fussballtaschen). Die Lager beginnen jeweils um 9 Uhr morgens und enden um 16 Uhr. MM Sponsoring by

Am 6. April fand in der Verwaltungszentrale der Migros Wallis in Martigny die 281. Sitzung des Genossenschaftsrats statt. Die 30 Vertreterinnen und Vertreter der Inhaberinnen und Inhaber eines Anteilscheins der Genossenschaft hatten sich zusammengefunden, um sich zu bestimmten Themen der Urabstimmung zu äussern – genauer gesagt zur Genehmigung der Jahresrechnung, der Verwendung des Bilanzgewinns und der Entlastung der Verwaltung. Die Stellungnahme zu den anderen beiden Themen – elektronische Stimmabgabe und ­Alkoholverkauf – waren bereits Gegenstand von Beschlüssen in früheren Sitzungen. Vor diesem formalen Teil stellte Bernard Monnet zum letzten Mal in seiner 14-jährigen Tätigkeit als Präsident der Verwaltung den Jahresbericht vor. Daraufhin folgte noch eine weitere wichtige Ankündigung: Max Alter teilte mit, dass er nach 45 Jahren im Dienst der Migros Wallis und 17 Jahren als Geschäftsleiter in den vorzeitigen Ruhestand treten wird. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, auf ein komplexes, aber auch von zahlreichen Projekten ­geprägtes Jahr zurückzublicken und über die zukünftigen Entwicklungen zu sprechen, die die Migros Wallis bis zu seinem Ausscheiden am 31. Januar 2023 und danach noch prägen werden. Der Rest des Abends war geprägt von einer erfrischenden Präsentation der Vertretenden der Ladenkommission. Dabei ging es um die Verkostung des V-Love-Sortiments und die ­sieben Projekte, die finanzielle Unterstützung von der Kommission für Soziales und Kulturelles erhielten.


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2. Tag – Nach dem Frühstück fahren wir durch das Kandertal hoch bis zum Blausee, einem der schönsten Bergseen der Schweiz. Wir geniessen die Idylle ehe wir weiter nach Kandersteg fahren, von wo es mit der Gondelbahn in die Höhe geht. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir den traumhaften Oeschinensee inmitten der Berner Oberländer Bergidylle.

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3. Tag –Seit 1893 fährt die nostalgische Zahnradbahn von Wilderswil auf die Schynige Platte. Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie bei der nostalgischen Fahrt grandiosen Aussichten auf den Thuner- und den Brienzersee. Oben angekommen erwartet uns das herrliche Panoramarestaurant, die atemberaubende Sicht auf Eiger, Mönch & Jungfrau sowie der botanischen Alpengarten. 4. Tag – Heute Morgen erwartet uns eine spannende Führung durch die zauberhafte Altstadt von Thun. Am Nachmittag geniessen wir zum Abschluss eine herrliche Schifffahrt auf dem tiefblauen Thunersee.

im Hotel Kreuz***, Leissigen Fr. 769.Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 90.Abzug Halbtax Abonnement: Fr. 15.Abzug General-Abonnement: Fr. 30.Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person (entfällt bei Online-Buchung)

Ihre Reisedaten

1. Tag - Fahrt im komfortablen Extrabus nach Saas-Almagell. Geniessen Sie den Wellness-Bereich und am Abend ein mehrgängiges Walliser Menü.

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2. Tag - Nach dem Frühstück erleben wir mit Hotelier Fabian Zurbriggen eine Genusstour durch Saas Almagell. Dabei werden wir an verschiedenen Stationen mit einheimischen Leckerbissen und guten Weinen verwöhnt. Am Abend erwartet uns die Spezialität des Hauses: Fleischfondue mit vielen feinen Beilagen. 3. Tag – Am Vormittag unternehmen wir eine leichte Panoramawanderung nach Saas Fee. Im Anschluss können Sie nochmals in vollen Zügen in der hoteleigenen Wellnessoase die Seele baumeln lassen! Am Abend erwartet uns ein 6-Gang-Galadinner.

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Passau–Wien–Budapest–Passau 1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Individuelle An­ reise zum Einsteigeort. Busfahrt ab Zürich Flughafen um 09.00 Uhr und ab St. Margrethen Bahnhofplatz um 10.30 Uhr. Ankunft in Passau und Einschiffung. Um 18.00 Uhr heisst es «Leinen los!». 2. Tag Melk–Wien Ausflug(1) zum Stift Melk. Weiter­ fahrt. Bei einem Abendrundgang(2) lernen Sie die schaurigen Geschichten von Wien kennen. 3. Tag Wien Rundfahrt/­gang(1) zu den wichtigsten Se­ henswürdigkeiten der Kaiserstadt. Ausflug(2) zum Ba­ rockschloss Schönbrunn mit Schönem Park. 4. Tag Budapest Rundfahrt/­gang(1) durch die Haupt­ stadt Ungarns. Spaziergang(2) durch Budapest und Fahrt mit der U­Bahn und Panoramastrassenbahn so­ wie Besuch der Markthalle und der St. Stephan Basi­ lika. Lichterrundfahrt(2). 5. Tag Budapest–Esztergom Ausflug(1) in die ungari­ sche Puszta mit Vorführung traditioneller ungari­ scher Reitkunst. Gemütliche Fahrt durch das Donau­ knie. Am Abend Freizeit in Esztergom. 6. Tag Bratislava Rundfahrt/­gang(1) durch Bratislava und Fahrt zur Burg. Altstadtrundgang mit bekanntem St. Martinsdom und Bierprobe(2). 7. Tag Dürnstein Rundgang(1) durch Dürnstein mit Weinprobe. Fahrt durch die Wachau. 8. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung und Busrückfahrt in die Schweiz. Ankunft St. Margret­ hen Bahnhofplatz ca. 16.15 Uhr und Zürich Flughafen ca. 17.45 Uhr. Individuelle Heimreise.

Alte Hofburg, Wien

Reisedaten 2022 Es het solangs het Rabatt 05.06.–12.06. 500 17.07.–24.07. 26.06.–03.07. 500

Abreisedaten 2022 09.07./23.07./30.07./27.08./03.09./17.09./01.10./ 08.10./22.10./10.11./17.11./20.12.(8)/27.12. (8) Kein Zuschlag zur Alleinbenutzung 700

8 Tage ab CHF 1390 p.P.

Unsere Leistungen • Kreuzfahrt in gebuchter Kategorie • Vollpension an Bord • Bustransfer Zürich/St. Margrethen–Passau v. v. • Thurgau Travel Kreuzfahrtleitung • Audio-Set bei allen Ausflügen Nicht inbegriffen: An-/Rückreise nach/von Zürich/ St. Margrethen, Verpflegung während der Busfahrt, Versicherungen, Ausflüge, Getränke, Trinkgelder (Empfehlung € 5–7 p. P./Tag), Auftragspauschale (entfällt bei Buchung über www.thurgautravel.ch) Preise pro Person in CHF (vor Rabattabzug) 2-Bettkabine Standard Hauptdeck 2-Bettkabine Standard MD, franz. Balkon 2-Bettkabine Standard OD, franz. Balkon 2-Bettkabine Superieur MD, franz. Balkon 2-Bettkabine Superieur OD, franz. Balkon Zuschlag Alleinbenutzung Standard Zuschlag Alleinbenutzung Superieur MD Zuschlag Alleinbenutzung Superieur OD Ausflugspaket (6 Ausflüge)

1690 1890 1990 2090 2190 190 590 0 205

Burg Aggstein, Wachau

(1) Im Ausflugspaket enthalten, vorab buchbar

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Südfrankreich auf Saône und Rhône

NEU Lyon–Arles–Avignon–Lyon MS Lord Byroniiiii i i i i i

Papstpalast Avignon und Pont d’Avignon Naturparadies Camargue Malerische Altstädte Train de l`Ardèche Benediktinerkloster Cluny

Abreisedaten 2022 06.06./25.07./01.08./08.08./15.08./ 19.09./26.09./03.10./10.10./17.10.

2-Bettkabine MD/OD Superieur (ca. 13 m²), franz. Balkon

(2) Fak. Ausflug nur an Bord buchbar

| Kurzfristig Treibstoffzuschlag möglich | Reederei/Partnerfirma: River Advice

au Tra ur

Romantischer Rhein Vulkanmuseum Lava­Dome Europastadt Strasbourg Koblenz am «Deutschen Eck» Kurze Anreise

| Programmänderungen vorbehalten | * Günstigste Kategorie, Rabatt bereits abgezogen

Informationen oder buchen thurgautravel.ch Gratis-Nr. 0800 626 550 Amriswilerstrasse 12, 8570 Weinfelden Tel. 071 552 40 00, info@thurgautravel.ch

Pionier für weltweite Flusskreuzfahrten


RÄTSEL | 30.5.2022 | 75

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn man sich überwinden muss, beisst man in den … Apfel. M faulen

K süssen

B sauren

In welcher Zeit wurde die Urform des Zytgloggenturms in Bern erstellt? O Antike

A Mittelalter

E Barock

333 v. Chr. bei Issos gab es eine … D Meuterei

N Meierei

U Keilerei

I

10 001

1 1

U 1234

1021

A verzweifelt

L Pilzart

D Hut

1

2

R Spinnenpapier 3

4

5

6

1 1 4 5 2

N Schwanpergament 7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

2 2

3 3

4 4

5 5

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 5.6.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 21

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 21

Sudoku Lösung Nr. 21

Was

koche ich heute? migusto.ch

E

Bimaru

Was wurde als Zwischenlage in alten Fotoalben verwendet? T Mausseiten

E

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 5.6.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

M mutwillig

Was ist ein Solothurner Funggi? H Kartoffelstock

3

2 5

So nehmen Sie teil:

Was versteht man unter dem Begriff desperat? P bereit

4 3

Lösung: Lösung:

Welche Zahl stellt ein Palindrom dar? J

ALLERLE I ABSCH I ED ANF L EHEN ASTHEN I E BORUSS I A CHR I ST I E BOTSUANA E I GELEGE D E Z I MA L E DE ERA H E SI KL A N L E I N NEG LEA H E EL M L N RU KOPT I SCH SENFGLAS L ANDT E I L T E ENAGER S TEGRE I F URKANTON TADE L LOS

P L E I O S T T I L E B E R Paroli

B I N D E Lösung Nr. 21 R I N LED ER

L I B E R T A S

H A M R E R I N O L E N S I V M E R V E N E Quiz R Lösung Nr. 21 I N HAMSTER

Sudoku Gewinner Nr. 20

Paroli Gewinner Nr. 20

Quiz Gewinner Nr. 20

Rosette Jungi-Maeschi, Wittenbach SG; Eric Silvetti, Monthey VS

Markus Etter, Biel BE; Eunika Rossi, Yens VD

Jeannine Dumelin, Zürich; Nathalie Rodriguez, Delsberg


Aktion Zum Kaffee gehört Lotus Biscoff.

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Lotus Dinosaurus Milchschokolade 2 x 225g


MEINE WELT | 30.5.2022 | 77

«Ältere Frauen werden nostalgisch, wenn sie mich sehen»

Eveline Lehmann hat ein Faible für vergangene Zeiten. Sie kleidet sich im Stil der 40er- und 50er-Jahre und ist auch so eingerichtet. Alles begann mit der Restaurierung eines Oldtimers. Text: Manuela Enggist Bilder: Oliver Lang


78 | 30.5.2022 | MEINE WELT

Name: Eveline Lehmann (33) Wohnort: Dürrenäsch AG Das läuft bei mir «Ich habe schon als Teenager meine Kleider am liebs­ ten in Brockenhäusern gekauft. Aber so richtig begann alles, als ich vor zwölf Jahren mit meinem Mann einen Lincoln Continental Mark IV von 1972 restaurierte. Mit dem Auto nahmen wir an Oldtimer-Treffen teil und z­ ogen uns dazu passend an. Mittlerweile ist die Begeisterung für Vin­tage bei mir auf alle Lebensbereiche übergeschwappt. Ich kleide mich ausschliesslich im Stil der 40erund 50er-Jahre und besitze gar keine andere Kleidung. Morgens brauche ich eine halbe bis eine Stunde, um mich bereit zu machen. Natürlich be­ komme ich für meinen Look ab und zu Komplimente. Vor allem ältere Frauen werden nostalgisch, wenn sie mich sehen, und sagen, dass sie sich früher auch so gekleidet haben.»

1 Mein Geschäft «Das ‹Lucky­ monkey› war zu Beginn nur ein Onlineshop. Vor fünf Jahren entschied ich mich, in Aarau ein Geschäft mit Café zu ­er­öffnen, um meine Leiden­ schaft zum Beruf zu machen.» 2 Mein Ehemann «Frédéric und ich teilen die Passion für Rockabilly und vergangene Zeiten. Die Leidenschaft war zu Beginn noch nicht so gross, ist aber bei uns beiden sehr gewachsen.» 3 Mein Hobby «Ich habe schon als Kind meine Nach­ barin frisiert. Heute gebe ich Kurse und erkläre Interes­ sierten, wie man die perfekte ‹40s Brush Out›-Frisur ­hinbekommt.» 4 Mein Zuhause «Wer zu uns nach Hause kommt, erlebt eine Zeitreise. Wir sind ganz im Stil der 40er- und 50er-Jahre ein­gerichtet.»

1 5 Mein Erbstück «Die Vase ­gehörte meiner Urgross­ mutter und musste schon mehrmals zusammengeleimt ­werden. Sie stammt aus den 40ern und passt perfekt in ­unser Zuhause.» 6 Mein Auto «Neben dem ­Lincoln Continental haben wir noch weitere Oldtimer, die mein Mann und ich selber restaurieren. Wir fahren damit sogar in die Ferien nach Italien.» MM

Mein MigrosLieblingsprodukt «Meine zweijährige Tochter und ich sind süchtig nach den Max Havelaar Mango­ schnitzen: die perfekte ­Zwischenverpflegung.»


MEINE WELT | 30.5.2022 | 79

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Preise im Gesamtwert von 2 Millionen gewinnen

Ab 31. Mai 2022 Nur vom 31.5.2022 bis 20.6.2022. Preise werden als Wertgutscheine ausgegeben. Teilnahmebedingungen unter migros.ch/win


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