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Migros magazin 22 2017 d os

Page 1

Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

MM22, 29.5.2017 | www.migrosmagazin.ch

Migros-Kunden bei regionalen Produzenten zu Besuch Seite 38 Schulstreber – die neuen Stars im Netz Seite 8

Lebensentwürfe

Warum Frauen wie Rosanna Grüter auf eigene Kinder verzichten Seite 10

Zu gewinnen Tickets für das Open Air «Rock the Ring» in Hinwil ZH

Bild: Anne Gabriel-Jürgens

Seite 117

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4 | MM22, 29.5.2017

98

D Editorial

Die bikende Botschafterin

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland waren auch schon herz­ licher als nach der knapp ausgestandenen Affäre um den etwas unbeholfenen Spion Daniel M. Aber das offizielle Deutschland und die diplomatische Schweiz geben sich in der Frage erstaunlich defensiv. Es ist überdeutlich, dass man sich die Laune und die guten Beziehungen durch diese geheimdienstliche Peinlichkeit nicht verder­ ben lassen will. Schliesslich feiert die Schweiz Ende Juni 150 Jahre diplomatische Vertretung in Berlin. Und zudem hat man sich gegenseitig ewige Freundschaft geschworen. In politi­ schen Termini heisst dies: Die Schweiz und Deutschland haben sich in einem No­Spy­ Abkommen verpflichtet, den Partnerstaat nicht mehr auszuspionieren. Sollten sie auf dem Terri­ torium des anderen Staates gegen einen Dritt­ staat ermitteln, wird der Partner informiert.

Redet man mit «unserer Frau in Berlin», ist die Affäre denn auch höchstwahrscheinlich ausgestanden. Christine Schraner Burgener freut sich auf das rauschende 150­Jahr­Fest und ist des Lobes voll für ihren Gastgeber. Auch im Streit um den Anflug auf den Flug­ hafen Kloten ist sie guter Hoffnung auf eine Lösung (Seite 28). Das heiklere zwischenstaatliche Thema waren offenbar die Diskussionen um die Umsetzung der Masseneinwan­ derungsinitiative. Das deutsche Politestablishment war ob unserer Abschottung «not amused». Aber die Schweiz hat sich ja mit dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner diskret aus der Affäre gezogen. Also: viel Sonnen­ schein zwischen den beiden Bärenstädten Bern und Berlin. Die passionierte Velofahrerin hat momentan in der deut­ schen Hauptstadt nur ein Problem: dass sie im Auswär­ tigen Amt, dem deutschen Aussenministerium, an der Eingangspforte nicht eingelassen wird. Klar: Velos haben halt kein CD­Schild … Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

28

«Wir wollen eine innovative Schweiz präsentieren» Christine Schraner Burgener, Schweizer Botschafterin in Berlin


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Menschen 8 Diese Woche

Büffeln als Lifestyle: Wie cool sind Streber wirklich? 10 Kinderlos glücklich

Drei Frauen erzählen, weshalb sie sich bewusst für ein Leben ohne Kinder entschieden haben 17 Bänz Friedli 18 Ein Chef nimmt den Hut

Spitzenkoch Peter Wyss verlässt nach 45 Jahren das «Gstaad Palace» 22 Flucht ins Glück

Cisse Sekou gelang die Flucht von der Elfenbeinküste in die Schweiz. Hier bildet er sich zum Modedesigner aus 26 Leserforum

28 Interview Christine Schraner Burgener, Schweizer Botschafterin in Ber­ lin, über Fluglärmstreit, Bank­ daten und darüber, ob Frauen die besseren Diplomaten sind

Migros-Welt Bilder: Paolo Dutto, Renate Wernli, Daniel Hofer, Veronika Studer

38 Das Gute liegt so nah

Migros­Kunden besuchen Lebensmittelproduzenten 43 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen, News

50 Walnüsse von Alnatura 53 Hilfe für junge Flüchtlinge 54 Migros goes Virtual Reality 57 Migusto

Gluschtige Grillspiesse 72 Vegiglace im Test 77 Exotische Erfrischer 79 Fruchtige Kompotte 80 Kräftige Knabbereien 83 Luftige Margarinen 88 Die Figur im Griff 89 I am schön natürlich 90 Märchenhafte Wäsche 92 Drunter? Alles Bio! 94 Ganz schön raffiniert

Leben 97 Kolumne «1, 2 oder 3?» 98 Reisen

Unterwegs in Costa Rica, dem Reich der Götterwesen 104 Familie

Was tun, wenn das Kind keinen Bock auf Schule hat? 105 Brave New Girl 106 Gesundheit

Barfusslaufen stärkt Füsse und Wohlbefinden 109 Migrosbank 111 Zootierärztin 126 Meine Welt

Ex­«Tagesschau»­Sprecher und Musiker Heinrich Müller

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch

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Menschen MM22

Darauf freuen wir uns Nichtrauchen Am 31.5. ist

der Welttag ohne Tabak. Dieses Jahr steht die Situation in den Entwicklungsländern im Fokus. Polit-Intrigen Die Underwoods

sind zurück – aber können sie Donald Trump in den Schatten stellen? Die 5. Staffel von «House of Cards» läuft ab 30.5. im TV.

Unnützes Wissen

Kuriose Nationen Litauen hat neben

«Beim Bild dieses Vorhangs sehe ich viele Bäume, seltsame Gestalten, eine schöne Tote am Strand, ein Sägewerk, unheimliche Ventilatoren, alte Frauen, die mit Holzscheiten reden, Zwerge und bedeutsame Träume. ‹Twin Peaks› heisst die Mutter aller TV-Serien, 1990 kreiert vom genialen David Lynch. Da sie so neu, so seltsam, unheimlich und grossartig war, wurde sie spätabends ausgestrahlt. Die Welt rieb sich die Augen und fragte: Wer hat Laura Palmer umgebracht? Nach einer Pause von gut 25 Jahren geht die Serie nun weiter. Was immer nun hinter dem Vorhang zum Vorschein kommt – es wird wohl noch viel verrückter und abgründiger sein, als man sich jemals ausmalen kann.» Mein Bild der Woche

Bilder: Tetra Images/Keystone, Marco Zanoni, iStockphoto

Derzeit arbeitet sie am TV-Zweiteiler «Private Banking» und am Kinofilm «Le Vent Tourne».

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Flavio Calzado (27), Plattenleger, Biel BE

a) «Unten» von Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi b) «Dem Gone» von Gentleman c) «Hippie-Bus» von Dodo

Auflösung: a) «Das müssen Sie hören, ist megagut im Fall!»

Bettina Oberli (44) ist Regisseurin.

Flagge und Hymne auch ein Nationalparfüm, das unter anderem Zeder, Sandelholz und Moschus enthält. In Deutschland sind noch 14,4 Milliarden D-Mark im Umlauf, je zur Hälfte in Münzen und Scheinen. Es gibt schleimpilzfressende Schwammkugelkäfer, die nach amerikanischen Regierungsmitgliedern benannt sind: Agathidium bushi, Agathidium cheneyi und Agathidium rumsfeldi. 50 Prozent des weltweiten Handels mit Kaviar wird über die Schweiz abgewickelt. Quelle: Stern/Neon


8 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Posten Sie Fotos aus dem Alltag in sozialen Medien? www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Social Media

Wenn das Büffeln zum Lifestyle wird Einst wurden fleissige Schüler als Streber verspottet. Heute inszenieren sie sich in den sozialen Medien als eifrige Lerner mit schönen Arbeitsplätzen. Der Medienpsychologe Daniel Süss erklärt das Verhalten der «leistungsorientierten Hedonisten». Text: Ralf Kaminski, Andrea Freiermuth

Würden Sie alternatives Geld wie den Farinet verwenden? 66% Nein. Zahlungsmittel ist der Franken. 8% Warum nicht? Vorausgesetzt, ich kann damit an den meisten Orten der Region zahlen. 20% Das Ganze ist vor allem ein Werbegag. 5% Klar: Geld, das nicht vom Staat kontrolliert wird, ist mir sympathisch.

Zahlen und Fakten

3,5

Millionen Schweizerinnen und Schweizer nutzten Anfang 2016 soziale Medien wie Facebook oder Instagram.

68

Prozent betrug dabei der Marktanteil von Facebook, die mit Abstand am stärksten genutzte Plattform, gefolgt von Tumblr (11%) und Pinterest (8%).

90

Prozent der 14- bis 34-Jährigen waren 2015 in den sozialen Medien aktiv, hingegen nur 63% der 35- bis 54-Jährigen. Quelle: Statista GmbH

Schöner Lernen: Dieser Social-Media-Post dokumentiert die ästhetische Gestaltung und Strukturierung des Arbeitsplatzes.

S

atte 5377 Reaktionen bekam Userin «studyfull­ time» auf ihren Tumblr­ Beitrag. Zu sehen sind ein hübsch inszenierter offener Lap­ top, dekorativ umrahmt von Pflan­ zen und Lernmaterial, darunter ein zweites Foto von einem sorg­ sam gemachten Bett, mit vielen Kissen und einem Buch: «rainy evenings... studying whilst wishing I was in bed» («regnerische Aben­ de … lernend, während ich mir wünschte, im Bett zu sein»). Solche Fotos über das fleissige Lernen verbreiten sich seit einiger

Zeit inflationär auf sozialen Medien­ plattformen wie Tumblr oder Instagram. Der Trend aus den USA und Grossbritannien ist inzwischen auch in der Schweiz angekommen. Unter Stichworten wie #Studyblr oder #Instastudy «zelebrieren Schülerinnen und Studenten das Büffeln als Lifestyle», konstatierte «20 Minuten» kürzlich unter dem Titel «Es ist cool gewor­ den, ein Streber zu sein». Das ist eine verblüffende Aus­ sage für ältere Semester, die sich erinnern, wie gnadenlos Streber in ihrer Schulzeit verspottet wurden.

Doch die Zeiten haben sich ge­ ändert: «Zusammen lernen wird als cool betrachtet», sagt Andreas Schwarzinger, Co­Geschäftsführer von Uniboard.ch, einer Austausch­ plattform für Studenten. Man verstecke sich nicht mehr, sondern stehe gemeinsam zu seinem Ehrgeiz. Hinzu kommt der An­ spruch, auf Social Media möglichst viel Beachtung und Zustimmung zu finden. Bei einer Minderheit könne dies zu sozialem Stress und emotionaler Abhängigkeit führen, sagt der Medienpsychologe Daniel Süss (siehe Interview).


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 9

Strassenumfrage

Daniel Süss

«Das Lernen wird positiv bewertet, weil man erfolgreich sein will» Vermehrt inszenieren sich auch in der Schweiz Schülerinnen und Studenten auf Social Media beim Lernen. Ist das vor allem Show, oder wird wirklich so viel gebüffelt? Viele junge Erwachsene heute sind leistungsorientierte Hedonisten. Das heisst: Sie sind bereit, viel zu leisten, um ihre Ziele zu erreichen, und sie sind sich bewusst, dass es auf dem Arbeitsmarkt eine harte Konkurrenz gibt. Gleichzeitig aber geniessen sie auch das Leben, gehen an Partys, haben Spass. Und wer Bilder vom Arbeitsplatz postet, macht das sicher auch mit solchen aus der Freizeit. Denken Sie, es wird tatsächlich mehr gelernt als früher? Die geposteten Bilder dokumentieren ja weniger das Lernen an sich als die ästhetische Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Utensilien, den Look.

Bilder: iStockphoto, zVg

«Schöner lernen» quasi? Genau. Das ist Ausdruck einer bestimmten, stilbewussten Alltagskultur. Ob deswegen mehr und besser gelernt wird, ist schwer zu sagen. Sicher ist, dass im Studium wegen der BolognaReform stärker auf Prüfungen hin gelernt wird als früher, wo man an der Hochschule auch aus persönlichem Interesse Themen vertieft hat. Früher wurden Streber verspottet, heute können sie sich mit ihrem Fleiss profilieren und gelten offenbar als cool. Was ist da passiert? Ich bin skeptisch, dass man aufgrund dieses Phänomens eine solche Trendwende ablesen kann. Dafür ist das ein zu kleiner Ausschnitt der SocialMedia-Welt. Auf der anderen Seite gibt es durchaus eine Tendenz, das Lernen positiv zu bewerten, weil man gesellschaftlich erfolgreich sein und sich eine gute Position erarbeiten will. Sich der Leistungsnorm zu widersetzen, gilt nicht mehr als besonders cool; man riskiert einen Loser-Status. Der Trend, sich mit seinem harten Lernen auf Social Media zu präsentieren, kommt anscheinend aus den

USA und Grossbritannien. Was steckt dahinter? Bei uns positioniert man sich in der Schule lieber im guten Mittelfeld als an der Spitze – herauszuragen ist ein Risiko und eher suspekt. Im angelsächsischen Raum hingegen hat die Auszeichnung von herausragenden Schülern Tradition. Das dürfte ein Grund sein, weshalb diese Inszenierungen gerade dort begonnen haben. Jeder will sich auf Facebook und Instagram als erfolgreich präsentieren und möglichst viele Likes dafür einheimsen – egal, in welchem Bereich. Was macht dieses dauernde Konkurrenzverhalten mit uns? Studien zeigen, dass es nicht mal Likes und Feedback braucht, wenn man etwas auf diesen Plattformen postet. Nur schon zu wissen, dass das persönliche Netzwerk das nun zu sehen bekommt, fördert das Wohlbefinden, weil man das Gefühl bekommt, sozial eingebettet zu sein. Likes und ermutigende Worte sind natürlich noch besser. Die Kehrseite ist das Risiko, sich sozial zu vergleichen: Wer bekommt mehr Likes? Wer kriegt am schnellsten Feedback? Erhält man weniger Beachtung als andere, kann das das Selbstwertgefühl schmälern. Sind Erwachsene und Jugendliche gleichermassen anfällig dafür? Wir machen gerade ein Forschungsprojekt über Smartphone-Nutzung. Ein Jugendlicher sagte uns, wenn er 60 Likes bekomme, sei er enttäuscht, denn normalerweise erhalte er 80. Ich bin schon zufrieden, wenn ich fünf kriege. ( lacht) Bei einigen Jugendlichen kann es sozialen Stress auslösen, wenn sie den Eindruck haben, weniger Zuspruch zu erhalten als andere. Stressig kann es auch sein, immer online sein zu müssen, um nichts zu verpassen. Bleibt da noch Zeit zum Lernen? (lacht) Laut Pisa-Studie schon. Social Media kann ablenken, aber der Austausch entspannt auch und lockert auf, was es leichter macht zu lernen. MM

Stellst du Fotos vom Lernen auf Social Media?

Daniel Süss (54)

ist Professor für Medienpsycho­ logie an der ZHAW und Professor für Publizistikwissen­ schaft an der Universität Zürich

Micol Mereu (19), Gymnasiastin, Oberengstringen ZH «Ja, auf Tumblr

gibt es die Gruppe Studyblr. Ich hole mir da Motivation und Tipps zum Lernen. Es tut gut, wenn man sieht, dass man nicht allein leidet.»

Andrin Hold (19), Jus-Student, Zürich «Ich habe von diesem Trend

gehört. Aber nein: Ich mache das nicht. Ich poste allgemein nicht mehr so viel. Social Media nutze ich eigentlich nur noch, um mich zu informieren.»

Hannah Knöss (18), Maturandin, Lengnau AG «Nein, ich halte generell

nichts von diesem ständigen Posten. Ich glaube auch nicht, dass es andere interessieren könnte, mich beim Lernen zu beobachten.»


10 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Familie

Kinderlos glücklich

Jede zehnte Frau in der Schweiz möchte kein eigenes Kind. Warum entscheiden sich viele gegen die Gründung einer Familie? Drei Frauen aus drei Generationen erzählen. Text: Andrea Freiermuth

D

ie Hollywoodschauspielerin Jennifer Aniston (48) war im vergangenen Sommer wieder mal schwanger. Auch die «Gala» nahm das Gerücht auf, obwohl die deutsche PeoplePostille ein halbes Jahr zuvor selbst nachgezählt hatte, wie oft man der Schauspielerin bereits einen Babybauch angedichtet hatte – 122-mal. «Das ständige Bemühen der Presse herauszufinden, ob ich schwanger bin oder nicht, zeigt, dass Frauen noch immer teilweise als unvollständig gelten, wenn sie keine Kinder haben», machte Aniston in der «Huffington Post» ihrem Ärger Luft. Sie habe das so satt. Jeder solle doch bitte sein eigenes «Glücklich-bis-ans-Endeseiner-Tage» bestimmen. Vielen gilt die Mutterschaft noch immer als Krönung des weiblichen Daseins. Kinderlose Frauen können ein Lied davon singen: Sind sie unter 30, wird der ausbleibende Kinderwunsch mit «Das wird schon noch» kommentiert. Sind sie über 30, werden sie gefragt: «Hast du keine Angst, das dereinst zu bereuen?» Und über 40 heisst es mitleidig: «Du wärst so eine gute Mutter» – selbst wenn frau

Bilder: Anne Gabriel-Jürgens

stets andere Ziele hatte und Mitleid eigentlich völlig fehl am Platz ist. Viele können sich nicht vorstellen, dass eine Frau ohne Kinder glücklich sein kann. Schliesslich sei es die natürliche Bestimmung jeder Frau, dereinst Mutter zu werden. Dabei zeigen Zahlen einer im «Journal of Marriage and Family» veröffentlichten Analyse von rund 60 Studien: 70 bis 80 Prozent der Paare mit einem Baby fühlen sich unglück­ licher als in der Zeit vor der Geburt. Je kleiner die Kinder sind, desto mehr leidet das Glück. Auch in der Schweiz wird zum Thema geforscht: Die Resultate einer vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Studie sind jedoch noch ausstehend. Kinder sind noch immer Frauensache

Sechs Prozent der Schweizerinnen zwischen 20 und 29 Jahren wollen laut einer Befragung des Bundesamts für Statistik (BfS) keine Kinder. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Frauen, die gewollt kinderlos sind. Derzeit hat jede fünfte Frau zwischen 50 und 59 keine Kinder. Bei geschätzt der Hälfte handelt es sich um eine gewollte Kinderlosigkeit.

Die Wissenschaft unterscheidet drei Gruppen von Frauen, die gewollt kinderlos bleiben: Die Frühentscheiderinnen, die schon in jungen Jahren wissen, dass sie dereinst keine Kinder wollen, sind am seltensten. Am häufigsten sind Aufschieberinnen: Frauen, die so lange keine Entscheidung fällen, bis sich das Thema von selbst erledigt. Manche wechseln vorher noch schnell in die Gruppe der Spätentscheiderinnen: Das sind die Frauen, die jahrelang Kinder wollten oder unentschlossen waren, dann aber irgendwann eine Entscheidung dagegen fällen – meist aufgrund der Umstände oder weil sie sich inzwischen zu alt für eine Familie fühlen. In den vergangenen Jahren sind mehrere Bücher zum Thema auf den Markt gekommen. Im deutschsprachigen Raum etwa «Kinderfrei: Oder warum Menschen ohne Nachwuchs keine Sozialschmarotzer sind», «Ich will kein Kind» oder «Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich». Der Fokus dabei liegt stets auf den Frauen, denn Männer ohne Kinder müssen sich selten für ihre Kinderlosigkeit rechtfertigen: Kinder sind Frauensache.


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 11

Die Moderatorin Rosanna Grüter könnte sich selbst allenfalls als Vater vorstellen – aber nicht als Mutter.

Die Frühentscheiderin

«Ich bin ein Schiff auf hoher See – kein Hafen» Rosanna Grüter (32) mag Kinder eigentlich sehr. Sie ist Gotte einer Sechsjährigen, während der letzten zwei Jahre war sie Moderatorin einer Kindersendung auf SRF 1, und im vergangenen Dezember liess sie sich für die Aktion «Kinder auf der Flucht» in die Glasbox von «Jeder Rappen zählt» sperren. Und dennoch hat sie sich bereits mit 23 für ein kinderloses Leben entschieden. «Was macht eine Mutterschaft mit mir? Mit meinem Körper? Mit meiner Beziehung? Und will ich das?», habe sie sich damals gefragt. Sicher sei ihre eigene Kindheit mit ein Grund für ihre Haltung: «Meine Mutter war alleinerziehend und zeitweise mit uns überfordert. Zudem hat sie ihre Pläne für meinen Bruder und mich über Bord geworfen.» Einen Knacks habe sie deswegen aber nicht, sie gehe das Thema Kinderhaben vielleicht einfach etwas rationaler an als andere. Von sich selbst sagt die Radio- und Fernsehfrau: «Ich bin ein Schiff auf hoher See – kein Hafen.» Sie liebe Abenteuer und hasse Routine. Sie sei einfach keine mütterliche Person, sie könnte sich selbst höchstens als


12 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Vater vorstellen: «Frauen opfern immer mehr.» Von Männern hingegen werde erst gar nicht so viel erwartet. Lieber keine «traditionelle Mutter» sein

Die Beispiele in ihrem Umfeld bestärken sie in ihrem Entscheid: «Sobald das Kind da ist, fallen die meisten in die traditionellen Rol­ len zurück, selbst wenn die Paare noch so emanzipiert sind.» Warum sollte das dann ausgerechnet bei ihr anders sein? Oder das Paar trenne sich – und dann werde es so­ wieso schwierig. Die Stadtzürcherin ist nach einer vier­ jährigen Beziehung wieder Single. Ihr Exfreund wusste, dass sie keine Kinder will:

«Das war aber nicht der Trennungsgrund.» Sie sei froh, dass sie sich nicht wie andere Gleichaltrige unter Druck setze: «Ich muss nicht noch schnell einen finden, der mit mir eine Familie gründen will.» Den Vorwurf, egoistisch zu sein, lässt Rosanna Grüter nicht gelten: «Auch wer Kinder auf die Welt bringt, macht das nicht unbedingt aus Selbstlosigkeit.» Manche würden ihre eigenen Träume durch ihre Kinder realisieren wollen. Oder aber sie würden etwas von sich auf der Welt zurück­ lassen wollen. Sie lebe ihre Träume lieber selbst und halte sich einfach für nicht so wichtig, als dass ihre Gene auf diesem Plane­ ten unbedingt Bestand haben müssten.

Rosanna Grüter (r.) hat Spass mit Freundinnen: «Ich werde im Alter sicher nicht vereinsamen, denn ich pflege meine Freundschaften.»

Die pensionierte Analytikerin Uschi Behrens mit ihren Tennispartnerin­ nen: «Ich habe Übung darin, selbst für mein Glück verant­ wortlich zu sein.»


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 13

Weshalb haben Sie keine Kinder?

www.migmag.ch/ kinderlos

Die Freiheitsliebende

«Ich wollte einfach nicht am Herd enden» Uschi Behrens (69) ist in einem Alter, in dem sich viele Frauen gern Zeit für ihre Enkel nehmen. Die pensionierte, bio­ medizinische Analytikerin hat jedoch keine Nachkommen, weil sie bereits als junge Frau wusste, dass sie keine Kinder will. Die Wahlaargauerin wuchs in der Nach­ kriegszeit in Krefeld bei Düsseldorf auf, als zweites von drei Kindern. Ihre Eltern hatten nicht viel Geld, konnten ihre clevere Tochter aber trotzdem an ein von Nonnen geführtes Gymnasium schicken. Die Schülerschaft stammte mehrheitlich aus besseren Ver­ hältnissen. Dies weitete den Horizont der jungen Frau: «Die Vorstellung, das Hausfrauenleben meiner Mutter zu leben, war mir ein Graus.» Sie sei gierig nach der Welt da draussen gewesen und habe einfach nicht am Herd enden wollen. Kaum hatte sie mit 21 eine Lehre als Textillaborantin abgeschlossen, bewarb sie sich für eine Stelle in der Schweiz: «Ich kam im magischen Jahr 1968 nach Basel. Es war die Zeit, in der die Frauen für die Verände­ rungen der Geschlechterrollen kämpften.

Die Liebe war frei und die Pille eine sichere Verhütungsmethode.» Das habe sich so viel richtiger angefühlt als die Moralpredigten der Nonnen, die zudem zuweilen richtig bösartig gewesen seien. Zwischen 30 und 55 hatte Uschi Behrens einen festen Partner: «Er wollte auch keine Kinder.» Darum habe das gut gepasst. Wäh­ rend andere sich um die Familiengründung kümmerten, reiste Uschi Behrens viel und bildete sich persönlich und beruflich weiter. Nicht alle Grosis wollen ständig Enkel hüten

Nach einer längeren Singlephase lebt sie heute seit rund acht Jahren wieder in einer Beziehung. Mit einem Mann, der ebenfalls keine Kinder hat. Aber Hand aufs Herz: Wäre es im Renten­ alter nicht schön, wenn da eine eigene Fami­ lie und ein paar Enkel wären? «Das habe ich mich früher zuweilen auch gefragt. Ob ich meinen Entscheid dereinst bereuen könnte. Aber nein: Ich bin sehr zufrieden mit mei­ nem Leben.» Im Gegensatz zu Frauen, die nie einen anderen Lebensinhalt als die

Familie hatten und im Alter sehnsüchtig auf den Besuch der Enkel warten, habe sie Übung darin, selbst für ihr Glück verant­ wortlich zu sein. Und überhaupt: «Ich höre auch immer wieder von Grosseltern, die richtiggehend eingespannt werden – und darüber nicht nur glücklich sind.» Uschi Behrens geniesst ihre Freiheit noch immer. Jeweils im Frühling und im Herbst verbringt sie mit ihrem Partner mehrere Wochen mit dem Camper in Südeuropa. Ist sie zu Hause, trifft sie sich regelmässig mit ihren Freundinnen zum Tennis, hilft auf einem Bauernhof mit oder trifft sich mit ehemaligen Arbeitskollegen. Ganz ohne Bezug zu Kindern lebt Uschi Behrens aber trotzdem nicht: Sie hat im Rahmen eines Caritas­Projekts die Paten­ schaft für ein zehnjähriges Mädchen aus dem Iran übernommen. Etwa jede zweite Woche verbringt sie einen Nachmittag mit dem Mädchen. «Nicht, dass ich eine Lücke zu füllen hätte. Das Engagement macht mir einfach Spass.» Es sei ja nicht so, dass sie nichts mit Kindern anfangen könne.


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MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 15

Die Aufschieberin

«Mutter zu werden, lag immer in ferner Zukunft» Als Teenager war für Regula Simon (48) klar: Sie würde eines Tages zwei oder drei Kinder haben. «Es war das einzige Bild einer erwachsenen Frau, das ich hatte», sagt die ehemalige Primarlehrerin. Gleichzeitig habe sie mit der Mutterschaft das Ende des lebendigen Teils ihres Lebens verbunden: zu Hause angebunden und ohne Perspektive für die Zukunft zu sein. Trotzdem habe sie den Entscheid, sich mit einem Mann einzulassen, jeweils davon abhängig gemacht, ob sie sich mit ihm hätte vorstellen können, Kinder zu haben. «Mutter zu werden, lag jedoch immer in ferner Zukunft.» Zwischen 30 und 35 Jahren war Regula Simon als Weltenbummlerin unterwegs: Sie arbeitete während rund acht Monaten im Jahr als Matrosin im Segeltourismus in Holland und überquerte sogar zweimal den Atlantik. Mitte 30 erwachte bei ihr das Bedürfnis, wieder sesshaft zu werden. Sie stellte sich die Kinderfrage nun öfters. Die Ambivalenz war

jedoch noch immer da. Entscheiden musste sich die Ostschweizerin nicht, weil damals kein Mann, mit dem sie ein Kind hätte haben wollen, in ihrem Leben war. In diesen Jahren stellten sich sonderbare Gefühle ein: «Wenn eine Freundin mir freudestrahlend anvertraute, sie sei schwanger, erfüllte mich das mit Trauer.» In Zusammenarbeit mit einer Supervisorin versuchte sie, diesem Gefühl auf den Grund zu gehen – und kam zum Schluss: «Die Traurigkeit hatte nichts damit zu tun, dass ich mir selbst unbewusst ein Kind gewünscht hätte, sondern entstand durch den befürchteten Verlust der Freundin.» Aus Erfahrung habe sie gewusst, dass sich die Freundschaft verändern würde, sobald das Kind einmal da war. Zudem habe sie die Bereitschaft eines Mannes, mit einer Frau zusammen ein Kind zu bekommen und grosszuziehen, als Beweis seiner Liebe betrachtet: «Eine Liebe, die ich mir selbst auch wünschte.»

Mit 40 verliebte sich Regula Simon neu. Ihr Partner war sich sicher, dass er keine Kinder wollte. So wurde ihr die Entscheidung abgenommen. Suche nach kinderlosen Frauen über 60

Regula Simon hat sich inzwischen zur Prozessbegleiterin weitergebildet. In den Gesprächen mit ihren Kundinnen ist Kinderlosigkeit oft ein Thema: «Eine Frau sagte mir, dass sie keine kinderlosen alten Frauen kenne, die zufrieden seien. Das wollte ich mir näher ansehen und habe mich auf die Suche gemacht.» Aus der Recherche ist die Website kinderfreilos.ch sowie das Buch «Kinderlos bleiben? Auch OK» entstanden, das Regula Simon im vergangenen Herbst im Eigenverlag herausgegeben hat. Es kann über die Website bezogen werden. Sie hat zwölf Frauen über 60 interviewt, die gewollt oder ungewollt kinderlos geblieben sind – und alle sind im Reinen mit ihrem Schicksal oder glücklich mit ihrer Wahl. MM

Prozessbegleiterin Regula Simon mit ihrem Partner Moritz Witten­ söldner: «Ich sah die Bereitschaft eines Mannes, mit einer Frau ein Kind zu bekommen und grosszuziehen, lange als Beweis seiner Liebe.»


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2. Tag, Sonntag – Mit der Schmalspurbahn nach Trient Das Trentino ist landschaftlich einzigartig. Nirgendwo in Europa findet sich eine perfektere landschaftliche Symbiose aus fantastischer Bergwelt und mediterranem Flair. Gleich nach dem Frühstück fahren wir mit der bekannten Nonstalbahn von Male nach Trient. Lehnen Sie zurück und geniessen Sie die wunderschöne Fahrt durch die herrlichen Dörfer und Täler der Brenta Dolomiten. Später zeigen wir Ihnen bei einer tollen Stadtführung, warum Trient zu den schönsten Alpenstädten gehört. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung geht es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo uns ein feines Trentiner Nachtessen bei Kerzenschein und Musik erwartet. 3. Tag, Montag – kulinarische Perlen des Trentinos Unser erstes Etappenziel ist heute das zauberhafte Nontal, wo wir eine typische Trentiner Käserei besichtigen. Hier wird der bekannte und vielfach ausgezeichnete Trentin Grana produziert, den wir natürlich

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auch verkosten werden. Danach unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch einen wunderschönen Park zum Wallfahrtsort San Romedio, bekannt durch seine besonders sehenswerte Kirche. Am Nachmittag besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir wiederum viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der Erzeugnisse überzeugen werden. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Dienstag – Fahrt mit dem legendären Bernina Express & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir nach Tirano. Hier erwartet uns der abschliessende Höhepunkt unserer tollen Reise: die Fahrt mit dem legendären Bernina Express nach St. Moritz. Freuen Sie sich auf eine der höchsten und schönsten Bahnstrecken der Welt! Die Strecke beeindruckt jeden Reisenden mit unzähligen Brücken und Tunnels, diversen Kehrschleifen und schwindelerregend hohen Viadukten. Von Ihrem komfortablen Panoramawagen aus geniessen Sie einen fantastischen Ausblick auf ursprüngliche Gebirgsgipfel, mächtige Gletscher und malerische Landschaften! Von St. Moritz aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 17

P Bänz Friedli

Entfernte Freunde

Paul und David kennen sich nicht. Sie sind liebe Freunde von mir, ich mag beide sehr. Und, ach, man sieht sich viel zu selten. Vor einigen Jahren war das anders. Da sah ich sie nie – und doch täglich …

Bänz Friedli (52) denkt Bild: Vera Hartmann

über digitale Nähe nach.

Wir sahen uns nicht wirklich. Hatten aber jeden Tag Kontakt. Einer der beiden, Paul, lebte nämlich in New York. David, der andere, in Kathmandu. Sprich: Einer war immer wach, um sich Kummer anzuhören und Freuden zu teilen. Zu jeder Tagesund Nachtzeit gab es da einen, mit dem ich sozusagen einen Kaffee trinken konnte. Oder ein Bier, wenns bei uns schon später war. New York hinkt unserer Zeit jahrein, jahraus sechs Stunden hinterher; ich konnte also noch so spät dran sein – Paul war bestimmt noch wach, wenn ich ihn nachts um zwei etwas fragen wollte. Und während er dann schlief, war sicherlich David zur Stelle, denn Nepal, wo er lebte, ist unserer Zeit sommers dreidreiviertel Stunden voraus, winters vierdreiviertel Stunden. (Und ich hatte, ehe er dorthin zog, nicht gewusst, dass es Zeitzonen gibt, die von der unseren anders abweichen als um volle Stunden.) Es war, als begegnete ich Paul und David auf Schritt und Tritt. Hier eine Kurznachricht, da eine E-Mail, zwischendurch mal ein Anruf, zuweilen skypten wir. Mal

teilten wir einen albernen Gedanken: «Gigi hat wieder gegen sich selbst gewettet.» (Das schrieben wir eigentlich immer, wenn «Gigi» Buffon im Tor von Juventus Turin ein unglückliches Goal kassiert hatte – auf die Gerüchte anspielend, Buffon beteilige sich an illegalen Spielwetten.) Mal schickte David einen Link: «Hör dir diesen Song an!» Bald gings um Nichtigkeiten und Tratsch, bald um den Sinn des Lebens. Meistens schriftlich, weil Intimes einem leichter über die Finger geht als über die Lippen. Über solcherlei Verbundenheit hat der amerikanische Musiker Howe Gelb einen Song geschrieben: «Texting Feist». Der Liedtext ist nichts anderes als ein SMSWechsel mit der Musikerin Leslie Feist. «Sie und ich gehörten zu einer Gruppe von Leuten, verstreut über den Globus, die alle in einer Liebeskummerphase steckten und per Mobiltelefon einen Chat unterhielten», erklärte er mir mal. «Irgendwo auf der Welt war immer jemand wach, der einem ‹zuhören› konnte.» Er wähnte die Fernen näher als die, mit denen er seinen Alltag teilte. Paul und David sind in die Schweiz zurückgekehrt. Mit beiden habe ich, seit wir wieder näher beieinanderwohnen, viel weniger Kontakt. Eigenartig, nicht? Es ist höchste Zeit, sie auf einen Kaffee zu treffen. Oder auf ein Bier. Real und in Echtzeit. MM

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18 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Er war als Chefkoch jahrzentelang mit dem Luxushotel Gstaad Palace «verheiratet» – jetzt setzt er sich zur Ruhe: Peter Wyss.


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 19

Was der Meisterkoch gern isst:

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Peter Wyss

Champagner-Filet für den Schosshund

Spitzenkoch Peter Wyss prägte 45 Jahre lang die Küche des Luxushotels Gstaad Palace. Nun ist der Chef abgetreten – und blickt zurück auf kuriose Begegnungen mit dem internationalen Jetset. Text: Reto E. Wild

S

Bilder: Franziska Frutiger

eit über 100 Jahren thront das «Gstaad Palace» mit seinen Eck­ türmchen über dem Berner Ober­ länder Dorf. Und fast ein halbes Jahrhundert lang kochte der Luzerner Peter Wyss (66) im Luxushotel. «Koch ist der schönste Beruf. Ich kann kreativ sein, mit den Gästen reden, auf ihre Wünsche ein­ gehen. Und ich bekomme mit, wenn sie mit meiner Arbeit zufrieden sind.» Das Privatleben kam dabei jedoch zu kurz: «Bei der Erziehung unserer Kinder konnte ich nicht mithelfen. Während der Saison gab es lange Tage mit 14 Arbeitsstunden. Man muss eine Frau haben, die das alles akzeptiert.» Valerie (64), die in Schottland aufwuchs und als Stagiaire ins Saanenland kam, hat ihren Mann deshalb auch schon scherzhaft als Bigamisten bezeichnet, «weil er neben mir auch mit dem Hotel verheiratet war». Zwischen der jeweils sehr intensiven Winter­ und Sommersaison, die je rund 100 Tage dauert, bildete sich Wyss auf Reisen in ferne Länder weiter oder zeigte dort seine Kochkunst. So eröffnete er 1986 in der indischen Hauptstadt Neu­Delhi ein italienisches Restaurant, in Saudi­Arabien sorgte er für Schweizer Wochen mit Zürcher Geschnetzeltem, Rösti, Zopf, Millefeuille und einem Toblerone­Parfait, dessen Form an das Matterhorn erinnerte.

Im «Palace» zelebrierte Wyss die traditio­ nelle französische Küche, wofür er saisonale Produkte verwendete. Der Gastroführer «Guide Bleu» kürte ihn 2013 zum besten Küchenchef der Deutschschweiz: «eine Legende in der Schweizer Kochgeschichte, einen der letzten seiner Art». Seine erste Bekanntschaft mit dem «Gstaad Palace» mache Wyss schon früh: Ende der 60er­Jahre trat er im Hotel Hir­ schen in Sursee LU seine Kochlehre an, und bereits 1971 arbeitete Wyss für eine Winter­ saison im «Gstaad Palace». Nach einem Abstecher als Chefsaucier für die Savoy­ Gruppe in London kehrte er nach Gstaad zurück. Das war 1975. Ab 1982 leitete der Pa­ tron alter Schule alle fünf Hotelrestaurants und eine Brigade von 60 Mitarbeitenden. Berühmte Gäste und ausgefallene Wünsche

Der Erfolg im Luxushotel brachte es mit sich, dass Wyss Könige, Stars und Sternchen kennenlernte. Einmal wollte ihn ein Gast ins «Ritz» nach Paris abwerben – es war der ägyptische Unternehmer Mohamed Al­ Fayed, dessen Sohn Dodi gemeinsam mit Prinzessin Diana tragisch verunglückte. Für den Musiker Paul McCartney kochte Wyss in den 1980er Jahren vegetarisch, als noch kaum jemand von fleischlosen Gerichten sprach. «Johnny Hallyday war auch hier. Der hat alles gegessen und war eine flotte Per­

son.» Als Lady Thatcher, einst mächtigste Frau in Grossbritannien, im Hotel an ihren Memoiren schrieb, wollte sie etwas Speziel­ les essen. «Ich bereitete Zürcher Geschnet­ zeltes und Rösti zu. Das mochte sie sehr.» Liz Taylor, die oft zusammen mit Richard Burton im Saanenland war, habe immer Fisch oder geräucherte Forelle bestellt. Einmal flog Peter Wyss mit einem Jumbo auf eine Mittelmeerinsel – mit 800 Zucker­ rosen und einer riesigen Torte an Bord. Die Leckerei war bestimmt für die Hochzeit einer griechischen Reederfamilie; zum Fest wurde auch Elton John eingeflogen, der an der Party seine Songs vortrug. Von JamesBond-Darsteller Roger Moore erhielt Peter Wyss eine Urkunde der britischen «Sunday Times», die ihn als besten Koch der Welt auszeichnete. Regelmässig musste Peter Wyss ausgefal­ lene Wünsche erfüllen, denn das «Gstaad Palace» lebt seit je nach der Devise «Geht nicht gibt es nicht». So pflegte etwa eine französische Dame mit ihrer Katze anzurei­ sen, die auf Geheiss ihrer Besitzerin mindes­ tens 50 Gramm Kaviar am Tag verzehrte. Zur Abwechslung bereitete man dem Tier auch mal Filet de Sole oder Tournedos zu. Das Schosshündchen eines anderen Gasts verwöhnte Wyss mit einem Filet an Per­ rier­Jouët. Einmal wollten die Köche die Probe aufs Exempel machen und ersetzten


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MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 21 1

den Champagner durch einen preiswerten Fendant. Doch das Hündchen weigerte sich standhaft, nur einen einzigen Bissen vom «Filet haché au Fendant» zu konsumieren. Auch ein Helikopterfrühstück auf einem Gletscher musste das Hotel schon einmal organisieren. «Einem anderen Gast sende ich heute noch regelmässig ein Paket ZweifelChips, weil das für ihn die besten Chips der Welt sind.»

Bilder: zVg (2)

Der Meisterkoch räumt das Feld

In seiner privaten Küche indes war Wyss nie der Chef: «Unsere Küche ist zu klein. Ich habe das Feld deshalb von Anfang an meiner Frau überlassen: Sie kocht, und ich hoffe, dass es so bleibt. Nur Käsefondue bereite ich selbst zu.» Der Spitzenkoch mag Wurstsalat, Saibling aus der Region oder Lammkarree und ist fast ein bisschen enttäuscht, dass auch heute noch Hamburger zuoberst auf der Wunschliste der Gäste stehen. In der Wintersaison werden 4800 Klubsandwiches zubereitet, was nicht unbedingt hohe Kochkünste voraussetze. Auch Michael Jackson habe Hamburger bestellt und über das Hotel gesagt: «I like it, I want to buy it.» Im März ist Peter Wyss zurückgetreten: Inzwischen ist Franz W. Faeh (56) der neue Executive Chef im «Gstaad Palace». 1978 begann er mit der Kochlehre bei Wyss, der sich jahrelang in einer Fachkommission als Kochfachlehrer für den Nachwuchs engagiert und rund 100 Lehrlinge ausgebildet hat. «Er sagte aber nie, wie er genau kochte. Man musste ihm alles abschauen; abends notierte ich alles in meinem Computer», sagt Faeh. Peter Wyss will sich nun mehr Zeit für Velotouren nehmen, Eishockeyspiele des SC Bern und seine zwei «Giele» im Ausland besuchen oder Steinpilze und Pfifferlinge im Saanenland suchen. Einen Nachfolger gäbe es auch in der Familie: Sohn Ewan (27) hat eine Kochlehre und die Hotelfachschule in Lausanne VD absolviert, kümmert sich jetzt aber bei Unilever in Heilbronn um Rezepte. Sohn Craig (30) ist Rohstoffhändler und pendelt zwischen Moskau und London. Und was ist des Spitzenkochs liebstes Gericht? Forellenfilet an einer Schnittlauchsauce, begleitet von fantasievoll zubereitetem Gemüse. MM Buchtipp: «100 Jahre Gstaad Palace», Orell Füssli, 2013; bei Ex Libris für 80 Franken www.exlibris.ch (in den Filialen nur auf Bestellung)

2

1 Peter Wyss mag Lamm auch in der privaten Küche – dann allerdings zubereitet von seiner Frau. 2 Ein Bild aus alten

Tagen: Peter Wyss mit seiner 15-köpfigen Kochbrigade, die inzwischen auf 60 Leute angestiegen ist.


22 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Cisse Sekou

Mit Schere, Charme und Massband Um das Überleben seiner Familie zu sichern, flüchtete Cisse Sekou von der Elfenbeinküste in die Schweiz. Schnell wurde hier sein kreatives Händchen für Textilien entdeckt und gefördert. Nun arbeitet der 27-Jährige an einer Karriere als Modedesigner – denn er möchte der Schweiz als Dank etwas zurückgeben. Text: Ruth Stylianou-Oberli

Social Fabric

Mehr als nur eine Bekleidungsfirma Der Verein Social Fabric ist ein Textil- und Eventzentrum in Zürich. Es bietet verschiedene Workshops für Firmen und Einzelpersonen an und hat sich auf die Herstellung nachhaltiger und massgeschneiderter Kleidung sowie von Merchandising-Lösungen spezialisiert. Seit Juni 2015 arbeitet Social Fabric auch mit Flüchtlingen und bietet jeden Donnerstagmorgen offene Nähkurse an. Die Teilnehmenden lernen, wie sie aus gespendeten Stoffen Kleidung und Accessoires selbst herstellen können. Dabei helfen ihnen Ehrenamtliche und das SocialFabric-Team. Mehr Infos: www.socialfabric.ch

E

Bilder: Renate Wernli

ine fröhliche Stimmung herrscht bei Social Fabric in Zürich. In diesem Textilzentrum absolviert Cisse Sekou (27) ein Schneiderpraktikum, das ihm der Verein mit einer Crowdfunding-Aktion ermöglicht hat. Heute sind die Unterstützer hier, um den Gegenwert für ihre finanziellen Beiträge anfertigen zu lassen: massgeschneiderte Hemden und T-Shirts, allesamt von Cisse entworfen und hergestellt. Unter den wachsamen Augen seiner Betreuerinnen widmet sich Cisse konzentriert seiner Arbeit. Gekonnt nimmt er Mass an seinen Förderern und wählt mit ihnen die Stoffe aus. Dabei fällt speziell seine unbeschwerte und zuvorkommende Art auf. Das war nicht immer so. Im fünfjährigen Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste (2002 bis 2007) wurden sein Vater und Onkel getötet. Als ältestes von sechs Geschwistern war er mit elf Jahren für das Überleben der Familie verantwortlich. Lange arbeitete er bei seinem Onkel und erlernte dort die Grundkenntnisse der Schneiderkunst. «Die Geschäfte liefen nicht besonders gut, und mein Onkel konnte nicht regelmässig bezahlen. Das bisschen Geld, das ich erhielt, gab ich meiner Mutter. Sie kaufte damit Früchte und Gemüse und verkaufte diese auf dem Markt weiter. So brachten wir die Familie mehr schlecht als recht über die Runden.» In der Hoffnung, mehr Geld zu verdienen, ging Cisse mit 24 nach Guinea. «Dort schuftete ich täglich 14 Stunden in den Goldminen.» Seine vernarbten Hände zeugen

von der harten Arbeit, die er dort unter Tage verrichten musste. «Leider brachte mir diese Arbeit nicht das erhoffte Glück, und ich kehrte nach sechs Monaten in meine Heimat zurück, wo ich eine Arbeit auf dem Bau annahm. Der Patron geriet in finanzielle Schwierigkeiten, und ich erhielt auch da drei Monate keinen Lohn», sagt er. Diese Perspektivlosigkeit war es, die bei Cisse den Plan reifen liess, sein Land zu verlassen. In der Hoffnung, durch seine Flucht in eine bessere Welt zu gelangen und das Überleben seiner Familie zu sichern, machte er sich mit seinem letzten Geld auf den Weg. «Meine Mutter habe ich über mein Vorhaben nicht informiert. Sie hätte mich nie ziehen lassen.» Er rief sie und seine Schwestern erst von unterwegs an. Für die Mutter war es schwer. Sie habe einzig gehofft, dass ihr Sohn sicher und unversehrt in der Ferne ankommen würde. Seine Flucht finanzierte er allein. Unterwegs arbeitete er so lange, bis das Geld für die nächste Etappe zusammen war. Er reiste über Burkina Faso und Niger bis nach Algerien. «In der Wüste gab unser Auto den Geist auf, und wir mussten uns zu Fuss bis nach Algerien durchkämpfen. Immer begleitet von der Angst, entdeckt zu werden», erzählt er leise. Diese Geschichte geht ihm immer noch nahe. «In Tripolis warteten wir darauf, das Boot nach Italien zu besteigen. Ohne sanitäre Anlagen und Essen harrten wir da aus. Manchmal gab es ein Stück Brot, das


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 23

1 2

1 Cisse Sekou hat in der

Elfenbeinküste gelernt, ohne Schnittmuster zu arbeiten. 2 Unter den wach­

samen Augen von Damenschneiderin und Social­Fabric­ Betreuerin Helka Mäki setzt Cisse gekonnt zum Schnitt an. 3 Zuvorkommend,

unbeschwert, fröhlich: Nach traumatischen Jahren ist Cisse sehr glücklich, in der Schweiz eine Chance erhalten zu haben.

3


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Cisse schlug sich auf eigene Faust über Palermo nach Chiasso TI durch. Da wurde er von der Poliziei aufgegriffen und kam in ein Flüchtlingsheim nach Birmensdorf ZH. Er suchte nach einer Möglichkeit, seine Zeit sinnvoll zu verbringen, und erfuhr so vom Projekt «Refu­ gees Welcome», wo er umge­ hend an den offenen Nähkursen für Flüchtlinge teilnahm. Es blieb den Betreuerinnen nicht verborgen, dass Cisse ein ganz besonderes Nähkunst­ talent besass und speziell ge­ lungene Farbkombinationen zusammenstellte. So kam die Idee auf, ihm durch eine Crowd­

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funding­Kampagne eine Prak­ tikumsstelle zu ermöglichen. «Unser Ziel ist es, dass Cisse in Zukunft seine eigenen Kreationen herstellen kann, die dann auf unserer Internet­ plattform gekauft werden», sagt Heather Kirk (36), die Initiantin von Social Fabric. «Cisse hat zudem die seltene Begabung, Kleider ohne Schnittmuster auszumessen und herzustellen», sagt Carola Ruckdeschel, seine Ausbild­ nerin. «Wir können uns das hier gar nicht vorstellen, ohne Schnittmuster zu arbeiten. Es ist aber wichtig, dass er das auch erlernt. Mit diesem neuen Fachwissen kann er hoffentlich seinen eigenen Kundenstamm aufbauen und sich so seinen Lebensunterhalt verdienen.» Nach Ende des Praktikums möchte Cisse im September eine dreijährige Lehre zum Be­ kleidungsgestalter absolvieren. Auch eine Logistiklehre wäre denkbar. «Ich möchte der Schweiz durch meine Arbeit und Ideen etwas zurückgeben. Für die Chance, die ich hier bekommen habe, bin ich sehr dankbar und glücklich.» MM

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geteilt wurde. Die Menschen waren völlig traumatisiert, als es endlich losging.» Ein Gummiboot brachte sie aufs offene Meer zum alten Holz­ boot. Cisse sass ganz unten. Mehr als 600 Menschen trieben zwei Tage im Libyschen Meer, bevor sie internationales Ge­ wässer erreichten. «Rettungs­ boote brachten uns schliesslich in eins der Flüchtlingsauffang­ lager in Italien.»

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26 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Leserforum MM21: Digital «Fast wie richtig»

«Mir kommt das Ganze vor wie eine digitale Droge» Ich hoffe, dass die meisten User von Virtual Reality die Dinger zu Hause nutzen. Dann bleibt wieder ein wenig mehr «Original Reality» und Natur draussen für die Menschen, denen dieses mehr bedeutet. Jürg Frei, Teufen ZH

«Megacool», meint ein 13-jähriger Schüler zum Eintauchen in die virtuelle Welt. Doch auch bei Erwachsenen findet diese Welt – genauer: die dahintersteckende Technologie – grossen Anklang. Mir kommt das vor wie eine digitale Droge, die von der Realität entfremdet. Doch wie das halt so ist bei Drogen, handelt es sich auch hier um eine Flucht vor der Wirklichkeit sowie um eine eingebildete Loslösung von der Natur. Doch irgendwann schlägt die Natur zurück.

Onlinekolumne «Mamma mia» zum Thema Aufklärung

Unsere Tochter war gut fünf Jahre alt, als sie erstmals danach fragte, woher die Babys kommen. Wir erklärten ihr ganz einfach die Basics. Zwei Jahre später sprachen wir nochmals etwas genauer über alles, und es wurde nie ein blödes Tabuthema oder ein Gekicher – vielleicht gerade weil wir nie so ein «Gschiss» darum gemacht haben. Andrea Meier, via www.migrosmagazin.ch

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Der 13-jährige Benjamin Peterhans testete eine VirtualReality-Brille fürs Migros-Magazin.

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MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 27

Online: Dossier Dating

So fanden sie zu ihrer Online-Liebe

Nie hätte Andréa gedacht, dass aus ihrer Freundschaft zu Christian Liebe wird. Kennengelernt haben sie sich auf der Datingplattform Brazilian­ cupid, aber ein Ozean lag zwischen den beiden. Nach drei Monaten inten­ siven Schreibens besuch­ te er sie in Brasilien. Heute sind sie glücklich verheiratet und leben in der Schweiz …

Loredana begegnete ihrem Jürgen auf Par­ ship. Er passte zwar von den Matchingpunkten perfekt zu ihr. Ausser beim Sport, da gab es keine Übereinstimmung. Trotzdem schrieb sie ihm, und ein paar lustige E­Mails später, hatte sie ein positives Bild von ihm. Heute, 13 Jahre später, sind sie immer noch ver­ liebt wie am ersten Tag …

Eigentlich wollte es sich Eva an diesem Samstag im August 2014 zu Hause gemütlich ma­ chen. Kaum hatte sie sich auf Lovoo.ch eingeloggt, blinkte auch schon eine Nachricht auf. Ihre Neu­ gierde war geweckt. Kaum vier Stunden später traf sie sich mit Enrico in einem Restaurant, nach drei Monaten zogen sie zusammen …

Claudia hatte Ansprüche: Vegetarier sollte ihr Zukünftiger sein, nicht kleiner und nicht jünger als sie. Auf Friendscout24.ch fand sie ihr Glück: Zwar ist er kleiner und jünger als sie, aber ihr grösster Wunsch ist es, ihr ganzes Leben mit ihm zu verbringen … Lesen Sie die vollständigen

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28 | MM22, 29.5.2017 | MENSCHEN

Christine Schraner Burgener

«Ich möchte gestalten, nicht verwalten» Einer der wichtigsten Schweizer Botschaftsposten ist seit 2015 mit einer Frau besetzt: Christine Schraner Burgener wohnt und arbeitet in der Botschaft in Berlin, die gerade 150 Jahre alt geworden ist. Die Diplomatin will die Feiern nutzen, um das Verhältnis zu Deutschland weiter zu intensivieren – und hofft auf einen Durchbruch im ewigen Fluglärmstreit. Text: Reto E. Wild

Bilder: Daniel Hofer


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 29

Fluglärmstreit, Bankdaten: Christine Schraner Burgener vertritt die Schweizer Interessen in Berlin.


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Bahnfahrt Corte-Vizzavona Anziehende Küsten, beeindruckende Hochgebirge, eine spann e n d e Ve r g a n g e n h e i t u n d faszinierende Naturschönheiten prägen das Bild von Korsika. Lernen Sie auf dieser Reise den speziellen Charme der nördlichen Region und deren Bewohner näher kennen. 1. Tag: Zürich – Calvi Flug von Zürich nach Calvi und Transfer zum Hotel. Nachdem Sie die Stadt zu Fuss erkundet haben, steht Ihnen der Nachmittag zur freien Verfügung. 2. Tag: Calvi – Balagne – Calvi Heute unternehmen Sie eine Rundfahrt durch die Balagne. Sie fahren an kleinen Weilern mit romantischen Ecken, windschiefen Häusern mit Natursteinfassaden und verwinkelten Höfen vorbei. Beim «Adlerhorst der Balagne» machen Sie einen Halt und können den traumhaften Ausblick geniessen. 3. Tag: Calvi – Corte – Vizzavona – Calvi Mit dem Bus fahren Sie bis nach Corte, der heimlichen Hauptstadt im Landesinneren. Nach Besichtigung der

Besuch eines Kastanienbauerns

Altstadt beginnt die abwechslungsreiche Bahnfahrt über Brücken und durch imposante Schluchten nach Vizzavona. Von dem kleinen Bergdorf geht es während einer kurzen Wanderung (ca, 1,5h) weiter nach Cascades des Anglais. 4. Tag: Tag zur freien Verfügung oder fakultativer Halbtagesausflug Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Sie haben auch die Möglichkeit an einer fakultativen Wanderung teilzunehmen (ca. 2.5h). Von Calvi aus wandern Sie entlang der Küste und können die Aussicht auf abgelegene Buchten und Strände mit bizarren Steingebilden geniessen. 5. Tag: Calvi – Tour de Maquis – Calvi Bei der heutigen Tour werden Sie einige der wichtigsten Natur-Sehenswürdigkeiten des nördlichen Teils von Korsika sehen. Sie passieren imposante Schluchten, den höchstgelegenen Pass der Insel, das beeindruckende Felsenmeer der Calanche und der zum Weltnaturerbe der UNESCO gehörende Golfe de Porto. 6. Tag: Calvi – L`Île-Rousse – Col de Battaglia – Calvi Morgens fahren Sie in das Hafenstädtchen L`Île-Rousse, wo

Hotel Mariana*** Lage: Das Hotel befindet sich im Stadtzentrum von Calvi, unweit der Altstadt. In wenigen Minuten erreichen Sie die Hafenpromenade mit zahlreichen Restaurants und Bars. Hotel: Die Anlage hat eine Dachterrasse mit beheiztem Swimmingpool und Sonnenliegen, einen Jacuzzi, ein Hammam sowie eine Sauna, eine Bar und einen Fitnessraum.

Sie durch den täglichen Markt schlendern können. Weiterfahrt auf den Col de Battaglia. Hier werden Sie von einem Kastanienbauern erwartet und erhalten interessante Informationen über den Anbau der beliebten roten Nuss. 7. Tag: Tag zur freien Verfügung Geniessen Sie Ihren letzten Tag auf der Insel. Schlendern Sie durch die Stadt oder lassen Sie die Seele baumeln. 8. Tag: Calvi – Zürich Transfer zum Flughafen und Rückflug von Calvi nach Zürich.

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MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 31

Christine Schraner Burgener, sind Sie heute wieder mit dem Velo zu Ihren Terminen in Berlin unterwegs? Nein, heute habe ich nur Verabredungen innerhalb der Schweizer Botschaft. Wie sind die Reaktionen, wenn eine Botschafterin mit dem Fahrrad anreist? Komisch. ( lacht) Als ich dem Personal sagte, dass ich mit dem Velo zum Auswärtigen Amt fahren möchte, fragten sie, ob ich nicht das Auto vorziehe. Inzwischen weiss das Team, dass ich das Velo bevorzuge, weil ich damit viel schneller vorwärtskomme, etwas für den Umweltschutz tue und gleichzeitig fit bleibe. Allerdings geht beim Auswärtigen Amt das Tor nicht auf, weil es am Velo kein Diplomaten-Nummernschild gibt. Sie wohnen mit Ihrer Familie im Bot­ schaftsgebäude. Wie stark haben Sie die Einrichtung beeinflusst? Im Parterre, wo sich die öffentlichen Räume befinden, lässt man alles so, wie es Innenarchitekt Peter Suter 2001 eingerichtet hat. Ich habe dort einzig mit persönlichen Gegenständen wie Büchern, Fotos und Pflanzen dekoriert, weil es bewohnt aussehen soll. Darüber befinden sich die Privaträume mit unseren eigenen Möbeln, darunter viel Asiatisches aus unserer Diplomatenzeit in Thailand und meiner Jugend in Japan. Wie wohl fühlen Sie sich so mitten im deutschen Regierungsviertel? Angela Merkel arbeitet ja in Sichtweite und könn­ te kontrollieren, wann Sie ins Bett gehen. Viele wissen gar nicht, dass ich hier auch wohne. Ich fühle mich sehr wohl – klar, das Regierungsviertel ist kein Kiez mit Cafés und Lädeli, es ist eher ruhig. Aber ich habe sowieso keine Zeit für ein Abendbier, und mittags trinke ich meist nur einen Rüeblisaft oder esse eine Frucht. Ihre Botschaft feierte am 15. Mai 150 Jah­ re diplomatische Vertretung in Berlin. Was bedeutet Ihnen das Jubiläum? Es ist toll, dass dieser Geburtstag gerade jetzt stattfindet, wo ich in Berlin lebe. Deutschland ist der wichtigste Partner der Schweiz. Wir haben eine enge Verflechtung in verschiedenen Bereichen wie Energie, Umwelt, Verkehr, Tourismus, Handel und Forschung. Es macht natürlich besonders Spass, so ein Jubiläum mit einem Partner zu feiern, mit dem wir freundschaftlich verbunden sind. Es werden diverse Anlässe stattfinden, bei denen sich Leute aus der Schweiz und aus Deutschland begegnen. Höhepunkt wird der 30. Juni sein, zu dem wir in der Botschaft gegen 1000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur erwarten. Die Vorbereitungen für dieses Fest laufen auf Hochtouren.

«Wir wollen eine moderne, innovative Schweiz präsentieren.»

Welches Bild der Schweiz wollen Sie vermitteln? Wir wollen eine moderne, innovative Schweiz präsentieren und aufzeigen, wie gut wir mit Deutschland vernetzt sind. Die Anlässe sind auch eine Chance, dieses Netzwerk zu stärken und unsere Berührungspunkte und Ähnlichkeiten zu betonen, ohne die Unterschiede zu negieren. Welche Unterschiede? Die Deutschen sind zum Beispiel viel direkter als die Schweizer. Aber ich schätze es, wenn man weiss, woran man ist. Dann war es in Asien, wo Sie vorher waren, schwieriger für Sie? Ich kann mich schnell anpassen. Wichtig ist, dass man sich mit der Kultur befasst, bevor man in ein Land wechselt. Tatsächlich scheint die Art der Asiaten den Schweizern näher zu sein, als sie es für die Deutschen ist. Wenn ich nun aber hier die Höflichkeitsformen von Thailand oder Japan anwenden würde, käme ich zu nichts. Hier spricht man Klartext, ohne unhöflich zu werden. Wie nehmen die Deutschen die Schweiz wahr? Sehr positiv. Die meisten mögen uns, schwärmen von unserem politischen System, der Landschaft, der Freundlichkeit, und sie mögen unseren Akzent. Ich war überwältigt von so vielen Komplimenten und wünschte mir, dass die Schweizer auch so positiv über Deutschland urteilten. Wie gut ist denn nun die Beziehung der beiden Länder wirklich?

Sie ist sehr gut. Es vergeht keine Woche, ohne dass eine hochrangige Fachdelegation aus der Schweiz in Deutschland ist. Weniger harmonisch sieht es aus, wenn man den Streit um den Fluglärm in Zürich anschaut oder die «Spionageaffäre Daniel M.» um die gestohlenen Bankdaten. In finanzpolitischen Fragen gibt es keine grossen Probleme mehr. Die Schweiz hat ihre Hausaufgaben gemacht, die OECDRichtlinien übernommen und den automatischen Informationsaustausch eingeführt. Wir treffen Finanzminister Schäuble regelmässig, der die Schweiz auch zum finanziellen Teil des G-20-Gipfels eingeladen hat. Die «Spionageaffäre» betrifft eine Zeit vor den rechtlichen Anpassungen in der Schweiz und wird meines Erachtens die ausgezeichneten Beziehungen nicht trü­ ben. Aber es gab 2016 mit der Debatte zur Umsetzung der Einwanderungsinitiative tatsächlich eine schwierigere Zeit. Wir mussten viel Aufklärungsarbeit leisten und erklären, wie es zu diesem Abstimmungsergebnis kam und was es bedeutet. Aber der Flughafen ist ein echtes Problem. Ja, ich beschäftige mich mit diesem Dossier nahezu täglich und bin oft in Baden-Württemberg. Informationen dazu leite ich nach Bern weiter, denn letztlich ist Bundesrätin Doris Leuthard die Chefin des Dossiers. Wann ist eine Lösung in Sicht? Ich bin ambitiös und möchte möglichst rasch einen Durchbruch. ( lacht) Klar ist: Es kann nur eine Lösung geben, wenn es für alle stimmt. Deshalb ist es wichtig, die Leute


MENSCHEN | MM22, 29.5.2017 | 33

anzuhören und im Dialog eine Lösung zu finden. Genau das mag ich: die Anliegen der Leute aufzunehmen und nachher einen Kompromiss auszuarbeiten. Wie sehr hat Sie bei Verhandlungen Ihre Zeit in Asien geprägt? Ich habe viel von der asiatischen Art mit­ genommen. Aber auch von meiner Mutter, die uns Anstand und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen beigebracht hat. Sie bleibt immer ruhig und höflich. Ich bin ebenfalls sehr ruhig, auch innerlich. Meine Leitidee ist, mich nicht zu wichtig zu neh­ men. Und ich will gestalten, nicht verwalten. Beschäftigt Sie die Flüchtlingskrise? Stark. Letztes Jahr mussten wir Deutsch­ land mehrfach erklären, dass die Schweiz bereits 2012 grosse Migrationsherausforde­ rungen zu bewältigen hatte. In diesem Jahr gab es in der Schweiz, gemessen an der Einwohnerzahl, prozentual etwa gleich viel hängige Asylverfahren wie in Deutschland 2016. Ich informierte über das 48­Stunden­ Verfahren, die Einführung von Fast­Track­ Ländern und unsere Auffangzentren. Wir haben auch Reisen von deutschen Referen­ ten in die Schweiz organisiert, um ihnen unsere Verfahren zu erklären. Die Migration war auch ein Thema bei Ihrem letzten Posten in Thailand. Ja, ich habe mich für die Anpassung des Gesetzes zur Bekämpfung des Menschen­ handels eingesetzt sowie für Kinder, die sich in Ausschaffungshaft befanden. Vor einem halben Jahr habe ich gehört, dass diese Kinder nun in einem separaten Gebäude untergebracht sind – so etwas zu erreichen, erfüllt mich. Solche Erfahrungen, wie auch diejenige, die ich durch meine Vermittlungs­ tätigkeit zwischen «Rot­ und Gelbhemden» im internen Konflikt in Thailand gewonnen habe, sind wichtig, um auch in anderen Bereichen erfolgreich vermitteln zu können. In Europa gibt es ja auch genug Arbeit. Die EU befindet sich in der grössten Krise ihrer Geschichte. Hand aufs Herz: Waren Sie als SP-Mitglied nie froh, dass die Schweiz nicht Teil der EU ist? Nachdem das Stimmvolk 1992 den EWR nicht angenommen hatte, war der Bundes­ rat überzeugt, dass die Schweiz den bilatera­ len Weg gehen muss. Dieser Linie folge ich, da spielt meine Parteizugehörigkeit keine Rolle. Ich trat der SP vor allem deshalb bei, weil ich sozial eingestellt bin und durch eine Parteizugehörigkeit unser Schulsystem verbessern wollte. Als wir in Bern wohnten, war ich im Elternrat und wollte mich weiter politisch engagieren; gleichzeitig wurde ich aber auf eine Stelle befördert, die mir keine Zeit mehr für ein offizielles Amt liess.

Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook haben in Ägypten oder Tunesien mehr bewegt als die Diplomatie. Wie oft sind Sie in diesen Netzwerken unterwegs? Wir führen auf der Botschaft Twitter, Facebook und Instagram und verschicken beinahe täglich eine Nachricht. Ich weiss allerdings, dass diese Medien mit der nö­ tigen Vorsicht zu nutzen sind. Ich erinnere mich an Bangkok, wo die US­Botschafterin in Thailand twitterte – und dabei auch schon mal Demonstrationen vor der Botschaft auslöste. Ich sagte früher gegenüber den Medien stets, dass ich keine Zeit für Twitter und Facebook habe, weil ich arbeiten muss. Doch ich versuche, mich jeden Tag davon zu überzeugen, dass es diese sozialen Medien im Berufsalltag wirklich braucht und sie halt auch zur Arbeit gehören. Sind Frauen die besseren Diplomaten? Ich würde mich nicht getrauen, so etwas zu behaupten. Aber sicher sind Frauen für die Diplomatie geeignet, weil sie es nur schon aus biologischen Gründen gewohnt sind, eine Familie zusammenzuhalten. Dieser Instinkt ist in der Diplomatie sehr nützlich. Frauen versuchen, das Gesamtbild zu sehen, und nehmen sich oft eher etwas zurück. Auch das ist in der Diplomatie nützlich. In meinem Team hier in Berlin sind übrigens alle Abteilungsleitenden Frau­ en, das hat sich aber eher aus Zufall so er­ geben. Wir wählten ganz einfach die besten Kandidaten aus. Ich war allerdings immer feministisch, veranlasste beispielsweise auch die Einführung der Teilzeitarbeit im EDA und versuchte, unsere Kinder von Stereotypen zu befreien. Ich stellte aber rasch fest, dass der Sohn lieber mit Autos spielte, obwohl ich ihm bewusst auch Pup­

Zur Person

Von Tokio nach Berlin Christine Schraner Burgener (53) ist seit August 2015 Schweizer Botschafterin

in Deutschland. Zuvor arbeitete die ausgebildete Juristin sechs Jahre lang in gleicher Funktion in Thailand. In den diplomatischen Dienst des EDA trat sie 1991 ein, ihre diplomatische Karriere führte sie auch nach Marokko, Dublin und immer wieder zurück nach Bern. Die ersten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte die Tochter eines Swissair-Technikers in Tokio und spricht deshalb fliessend Japanisch. Schraner Burgener ist mit dem Diplomaten Christoph Burgener (54) verheiratet und lebt mit Tochter Justine (20) und Sohn Vincent (18) im Gebäude der Schweizer Botschaft, zwischen Reichstag, Kanzleramt und Berliner Hauptbahnhof.

pen gab. Und beide lernten schon früh Schach, aber nur der Bub wollte unbedingt an Turnieren teilnehmen und sich mit an­ deren messen. Unterschiedliche Verhaltens­ muster gibt es also, aber die Chancen müs­ sen die gleichen sein. Wie haben Sie es geschafft, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? Dank meinem Mann. Ich rate allen Diploma­ tinnen: Überlegen Sie sich genau, welchen Partner Sie wählen. Wenn er im Ausland frustriert ist, weil er dort nicht arbeiten kann, belastet das sehr. Ich habe das Glück, dass wir beide in der Diplomatie arbeiten. Ich habe das Jobsharing im EDA eingeführt und war froh, dass mein Mann bereit war, mit mir über Jahre die Stelle zu teilen. Das war im Rückblick sehr anstrengend, da jeder von uns trotz halbem Lohn den Anspruch hatte, volle und gute Arbeit zu leisten; schliesslich wollten wir das Pilotprojekt zum Erfolg führen. Besonders anstrengend war, das Mittagessen für die Kinder immer zeit­ gerecht zwischen der Arbeit bereitzuhalten. Oft gingen wir abwechselnd am Abend noch einmal ins Büro. Damals hatte ich praktisch keine Zeit für Hobbys. Für unsere Kinder war es allerdings ein grosser Gewinn, auch wenn sie den Nachteil von Diplomaten­ kindern spürten, alle vier Jahre an einen anderen Ort zu ziehen und die Schule jedes Mal zu wechseln. Ihr Mann ist heute Inspektor beim EDA und besorgt die interne Revision von Botschaften weltweit. Hat er auch schon Berlin geprüft, oder würde er in diesem Fall in den Ausstand treten? Klar, das würde nicht gehen. Aber die Bot­ schaften werden alle vier Jahre inspiziert, Berlin letztmals kurz bevor ich hierherzog, und Bangkok, als ich selbst noch da war. Wie oft kommen Sie noch zum Geigenspielen, Schwimmen oder Kochen? Zum Kochen unweigerlich, weil ich am Wochenende für die Familie Menüs zube­ reite. Für Musik reicht es nur einmal pro Woche; seit fünf Monaten nehme ich zusätz­ lich Saxofonunterricht. Der Lehrer passt sich jeweils meinem Wochenplan an und unterrichtet mich in der Residenz. Was kochen Sie am liebsten? Japanisch ist meine Lieblingsküche. Ich be­ reite Tempura, Gyoza oder Soba zu. Aber ich mache auch gern Trüffelravioli. Kochen ist etwas Kreatives, und Kochbücher sind wie Krimis für mich. Leider ist mein Mann kein Gourmet. Als Walliser sagt er, es reiche doch, «dä Ranze z’fille». Aber der Sohn isst sehr gerne. Kürzlich habe ich zehn Freunde eingeladen und für sie einen Siebengänger zubereitet. MM


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Migros-Welt MM22

Zahl der Woche

1 000 000

Seit der Eröffnung vor sechs Monaten wurden die acht neuen Wasserutschbahnen im Säntispark in Abtwil SG bereits eine Million Mal benutzt. Der Säntispark gehört der Genossenschaft Migros Ostschweiz.

Migros-Lehrberufe

Blumen zum Glück Fabienne Dauscher (18) ist im zweiten Lehrjahr zur Detailhandelsfachfrau Flower bei der Migros Aare.

«Ich binde gerne Sträusse. Es ist schön zu sehen, wie wir mit unserem Hand­ werk Menschen glücklich machen können.»

Kulturbüro St. Gallen

Sofia Tsypkina präsentiert ihre Collagen

Bild: Daniel Kellenberger

Das Kulturbüro St. Gallen bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihr Schaf­

fen in den Räumlichkeiten des Kulturbüros zu zeigen. Die Künstlerin Sofia Tsypkina nutzt diese Plattform noch bis Mitte Juni. Sie hat aus Schulbüchern, Fotos von ihren Kindern und Bildern aus ihrer eigenen Kindheit Collagen geschaffen, die an Kinderträume und das Erwa­

chen im Frühling erinnern. «In dieser kleinen Serie strebe ich nach einem Traum, einer kind­ lichen, schwer fassbaren Vorahnung der Welt», so Sofia Tsypkina. Das Kulturbüro ist unter der Woche von 13.30 bis 18.30 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr frei zugänglich. Mehr von der Migros Ostschweiz ab Seite 42


36 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Urabstimmung 2017

Liebe Genossenschafterinnen, liebe Genossenschafter, dieser Tage erhalten Sie Ihre persönliche Stimmkarte für die Urabstimmung 2017. Mit dieser können Sie direkt Ihre Stimme abgeben, und gleichzeitig erfahren die Verantwortlichen der Migros, was Sie über Ihr Unternehmen denken. Die Frage, die wir Ihnen stellen, betrifft die Genehmigung der Jahresrechnung 2016 Ihrer Genossenschaft, die in der Nummer 20 des Migros-Magazins publiziert worden ist. Bericht und Jahresrechnung 2016 werden Ihnen jeweils von der regionalen Verwaltung und dem regionalen Genossenschaftsrat zur Annahme empfohlen. Nehmen Sie Ihr Recht auf die Teilnahme an der Urabstimmung wahr. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung. Ihre Migros

Web-Serie Der pausbäckige Perry hat ein besonderes, nun ja, Talent: Drückt man mit dem

Finger auf seine Backe, lässt sich die perfekte Garstufe von Grillfleisch ermitteln. Diese Eigenschaft will sein Freund und selbst ernannter Manager Sean nutzen, um Perry zum Star zu machen. Ob das gelingt, zeigen die neuen witzigen Online-Videos der Migros. Ab jetzt gibt es wöchentlich eine neue Folge. Insgesamt sind es sechs. Perry «die Backe» wird vom englischen Schauspieler Perry Warner gespielt. Sean Collard gibt den Manager und ist im richtigen Leben Managementtrainer und Laienschauspieler in Südafrika. Die Serie ab sofort auf www.so-geht-sommer.ch

Umweltpreis

Verpackungen

Die Migros fördert Studierende

Müesli im neuen Beutel

Mit dem «Migros Umweltpreis» zeichnet die Migros die drei besten Abschlussarbeiten im Bereich Umwelt- und Klimaschutz aus. Der Erstplatzierte erhält 10 000 Franken. Für den Umweltpreis bewerben kann sich, wer eine Masteroder Bachelorarbeit zu diesen Themen mit Mindestnote 4 an einer Schweizer Universität oder Fachhoch-

schule abgeschlossen hat. Mögliche Themenfelder sind betriebsinterne Abläufe, Massnahmen und Verbesserungen in der gesamten Wertschöpfungskette oder im Lebenszyklus von Produkten, von der Materialgewinnung über den Konsum bis hin zur Entsorgung. Bewerbung bis 4. August: www.generation-m.ch/ umweltpreis

Die Migros hat die beiden beliebten Frühstücksprodukte Reddy Birchermüesli Original und Fit neu verpackt: Sie werden nun in einem grün-beigen Beutel mit dem Farmer-Logo angeboten (siehe Bild). Die Qualität, Rezeptur und Menge der Müesli wurde jedoch beibehalten, und auch am Preis ändert sich nichts.


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 37

K-Tipp

Klipp und klar

Testsieger MigrosMargarine

M-Budget an der Street Parade

Die Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» hat Margarinen getestet. Bei den fettarmen Margarinen wurde das Produkt Balance der Migros mit der Note 5,4 (gut) zur Testsiegerin gekürt. Sie weist einen hohen Anteil an Omega3-Fettsäuren und den geringsten Anteil an Transfettsäuren auf. Diese stehen im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen. Die Balance-Margarine ist in der Migros für Fr. 1.95 erhältlich.

Blickfang

Sommer mit Freunden «Es ist immer schön, bei gutem Sommerwetter einen feinen Eistee mit einem guten Freund zu geniessen.»

Bilder: Marion Nitsch, ZVG (5)

Esther Streit, Zollbrück BE

Schicken Sie uns Ihr MigrosBild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein MigrosZusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

Jugendprojekte

Kochen und Sport Mit den Kebab-Plus-Awards zeichnet das Migros-Kulturprozent Projekte aus, die Jugendliche am Kochherd und auf dem Sportplatz zusammenbringen. Der mit 4000 Franken dotierte Hauptpreis ging diesmal an ein Projekt des Jugendzentrums «industrie45» aus Zug: Die beteiligten Teenager und Twens suchten die Begegnung mit gleichaltrigen Flüchtlingen. Die Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft trafen sich, um gemeinsam zu kochen, Sport zu treiben und Graffiti zu gestalten. So sollten Ängste und Vorurteile bekämpft werden. Weitere Awards gingen an Jugendzentren aus Bernex GE, Kerzers FR, Hünenberg ZG, dem Bezirk March SZ und aus Ebikon LU. Weitere Infos auf www.kebabplus.ch

Michèle Notz,

Projektleiterin Sponsoring bei der Migros.

1

Wieso wird die Migros mit M-Budget Hauptsponsorin der Street Parade? Die Migros ist seit Jahren Partnerin des grössten Open-AirFestivals der Schweiz. Da in Zürich bis jetzt kein grösseres Festival unterstützt wurde, passt die Street Parade sehr gut ins Sponsoring-Portfolio von Migros respektive M-Budget.

2

Was beinhaltet das Sponsoring? Die Migros wird sich mit M-Budget als Presentingpartnerin engagieren. Der Auftritt wird etwa unschlagbare M-Budget-Tiefpreisangebote enthalten. Mehr möchten wir aber noch nicht verraten.

3

Die Street Parade hinterlässt grosse Abfallberge. Die Migros setzt sich für umweltfreundliche Veranstaltungen ein, passt das zusammen? Dessen sind sich die Veranstalter der Street Parade bewusst, und sie haben Massnahmen getroffen, den Abfall zu reduzieren. Mit unserem Engagement tragen aber auch wir dazu bei, die Street Parade Stück für Stück nachhaltiger zu gestalten.


38 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Aus der Region. Für die Region.

Vorteil Regionalität

Beliebt und vertrauenswürdig: Produkte, die in der Region hergestellt werden, in der man lebt. 45 Migros-Kundinnen und -Kunden durften sich vor Ort bei Produzenten mit der Herstellung und dem Anbau von Lebensmitteln vertraut machen. Alles über die Produzentenbesuche in Ihrer Migros-Region lesen Sie auf den jeweiligen Regionalseiten. Text: Claudia Schmidt Bilder: Nik Hunger

Käsermeister Nicolas Schmoutz, Mézières FR, gewährte Myriam Thierrin einen Blick hinter die Kulissen der beliebten MolkegetränkeProduktion der Molkerei Fromagerie de Mézières. Die Molke kann die Migros-Kundin trotz ihrer Laktoseintoleranz geniessen. Gemüsegärtner Etienne Gruber, Pailly VD, freute sich über den Besuch der Studentin und Migros-Kundin Louve Bachmann aus Le Mont-sur-Lausanne. Er zeigte ihr, welche Schritte notwendig sind, damit der Nüsslisalat genussbereit zu ihr in die Küche gelangt.

Kräuterproduzent Christian Dunand, Gaillard (F, Genfer Freizone), bekam

Besuch von der Genferin Dany Dvorak. Sie staunte, wie viel Handarbeit bei so etwas Selbstverständlichem wie ein paar Zweigen Kräutern notwendig ist. Dunands Kräuter sind in der Migros Genf erhältlich.


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 39

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Fleischveredler und Schinkenspezialist Ernst H. Maurer, Flüh SO, erklärte dem

Migros-Kunden Mikula Thalmann, was einen guten Landrauchschinken ausmacht. Bei Letzterem wird es den prämierten Schinken aus der Migros Basel jetzt sicher noch öfter geben.

Blumenproduzent Nicolas Schwab, Saillon VS, zeigte der Migros-Kundin Rachel Fernandez die Formen- und Farbenvielfalt seiner Geranien. Jetzt weiss die Wahlwalliserin, womit sie dieses Jahr ihren Gartenhag gestaltet.


40 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Gemüseproduzent Kilian Boog, Udligenswil LU, nahm sich Zeit, um der Migros-Kundin Sandra Helfenstein aus Hergiswil viel Interessantes über Radieschen zu erzählen. Die begeisterte Schrebergärtnerin interessierte sich zudem besonders für die Pflanzensetzlinge, die Kilian Boog ebenfalls anbietet.


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 41

Aus der Region. Für die Region.

Wussten Sie, dass … … landwirtschaftliche Produkte wie Gemüse, Früchte und Fleisch zu 100 Prozent

aus der Region stammen müs­ sen, in der sie verkauft werden? Sonst bekommen die Produkte das Label «Aus der Region. Für die Region.» nicht. Bei zu­ sammengesetzten Produkten müssen mindestens 80 Prozent der Zutaten aus regionaler Produktion stammen.

Gemüsegärtner Michael Aeschlimann, Dänikon ZH, empfing die Migros­Kundin Rosaria Desideriò aus Schlieren ZH auf

seinem Hof. Sie staunte, wie professionell, aber auch aufwendig die Produktion von Gemüse ist – selbst wenn es sich dabei um einen einfachen Eisbergsalat handelt.

… 66 bis 100 Prozent der Wertschöpfung in der Region bleibt? Die regionalen Produ­

zenten beziehen Zutaten aus der Region, geben den Menschen in der Region Arbeit und sorgen so dafür, dass die Regionen attraktiv für die Menschen bleiben. … es strenge Richtlinien für die Vergabe des Labels «Aus der Region. Für die Region.» gibt? Die Interkantonale Zerti­ fizierungsstelle (OIC) sowie

Gemüseproduzent Thomas Hurni, Gurbrü BE,

bekam gleich Besuch von einer ganzen Familie: Die Winzenrieds aus Zuzwil lernten viel über die Produktion der kleinen, süssen Datteltomaten, die in der Migros Aare angeboten werden.

ProCert überwachen als externe Zertifizierungsstellen die Ein­ haltung der Richtlinien. Die Produzenten müssen bis aufs letzte Salzkorn dokumentieren, woher ihre Produkte und ihre Zutaten stammen. … die Migros seit 1999 Produkte mit dem beliebten Label anbietet? Entstanden

ist die Idee dazu in der Migros­ Region Luzern. Schnell schlossen sich weitere Regionen an. Mehr Informationen: www.ausderregion.ch

Käser Ruedi Tritten, Warth TG, weihte

den Migros­Kunden und Käseliebhaber Rolf Werner aus Altstätten SG in die Kunst der Käseherstellung ein. Der Ittinger Hof­ käse aus der Kartause Ittingen wird Werner von jetzt an sicher noch besser schmecken.

«Aus der Region. Für die Region.» steht für rund 9000 Produkte, die von regionalen Produzenten hergestellt werden.


42 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

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Aus der Region. Für die Region

Käse aus der Kartause In der Käserei der Kartause Ittingen in Warth TG stellt Ruedi Tritten den Ittinger Hofkäse aus Rohmilch her. Zum Glück, denn ohne ein Stück Ittinger Käse kann für Migros-Kunde Rolf Werner der Tag nicht beginnen. Text: Marc Bodmer

I

n der idyllischen Kartause Ittingen, einem ehemaligen Kloster, ist die Welt noch in Ordnung. Über 170 Menschen arbeiten hier. Zu ihnen zählt auch Ruedi Tritten (58). Er stellt in der hauseigenen Käserei eine ganze Palette von Weich- und Hartkäsen her: «Ich mag die Abwechslung», sagt der gelernte Käser in seinem urigen Dialekt, geprägt von der Lenk im Berner Oberland. Der Ittinger Hofkäse ist unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» erhältlich. Der Arbeitstag für Ruedi Tritten beginnt früh. Um 6 Uhr wird die Milch geliefert. Sie stammt ausschliesslich von den Kühen, die zum Stall der Kartause gehören. «Eine Stunde später beginnen wir mit dem Einlaben», erklärt der Käser. Die Milch wird in einem Chromstahlkessel vorgewärmt. Warum kein Kupferkessel? «Weil Kupfer die Bildung von Schimmel hemmt», sagt Ruedi Tritten. «Wir machen ja auch Brie, und der ist von einer feinen Edelschimmelschicht umhüllt.» Ob weicher Brie oder harter Ittinger Hofkäse oder: Für Rolf Werner (62) aus Altstätten SG, psychiatrischer Krankenpfleger von Beruf, zählen die Kreationen

Bilder: Nik Hunger

von Ruedi Tritten zu den Highlights seines Frühstücks. «Ein Stück Ittinger, ein St. Galler Bürli, eine Tasse Kaffee und die Zeitung – so beginnt der Tag für mich optimal», sagt Werner, für den der Zmorge die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Jeder Laib wird aufwendig gepflegt

Die Pflege des Ittinger Hofkäses, der in seine typische Karreeform gepresst wird, übernimmt Ruedi Tritten zusammen mit einem Mitarbeiter und einem Lehrling. «Anfänglich werden die Laibe einmal täglich mit einem milden Salzwasser abgebürstet, später noch einmal pro Woche», sagt der Käser, während die Bürste ihre Kreise zieht. «Dieser Schritt gibt dem Käse sein typisches Aroma und bildet die Käserinde.» Rolf Werner bewundert das Handwerk, das hinter seinem Lieblingskäse steckt. «Ich mag Produkte, die aus kleinen Betrieben stammen», sagt er und beobachtet, wie Ruedi Tritten einen 18-Kilo-Laib nach dem anderen aus dem Regal holt und sorgfältig abbürstet. 260 Stück reifen zurzeit im Lager. Die Arbeit geht auch in der Idylle der Kartause Ittingen nicht aus. MM


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 43

1

2

Ihre Region

Neues aus der Genossenschaft Migros Ostschweiz

Migros Ostschweiz

Degustationen in der Migros

1 Hier werden runde

3

Käselaibe geformt.

2 Die Kühe, die die Milch

für den Ittinger Hofkäse geben, sind im Stall der Kartause zu Hause. 3 Käser Ruedi Tritten

mit Migros-Kunde Rolf Werner, der über die Käseherstellung staunt.

Bis zum Herbst finden in grösseren Filialen Degustationen statt.

Jeweils von Donnerstag bis Samstag können sich Kunden vor Ort vom umfangreichen Angebot an Produkten mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» überzeugen. Mehr Informationen: www.ausderregion.ch

4 Teil der Idylle in

der Kartause Ittingen: der Eingang zur Käserei 5 Die rechteckigen Käse

erfordern bei der Pflege mit Bürste und Salzwasser ein hohes Mass an Sorgfalt, damit der Käse in den Ecken kein Wasser nachzieht. 4

5

Ittinger Hofkäse, rezent und hart, per 100 g Fr. 2.95

«Aus der Region. Für die Region.» steht für rund 9000 Produkte, die von regionalen Produzenten hergestellt werden.


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MIGROS­WELT | MM22, 29.5.2017 | 45

Wissen aus der Region

Zurzeit erfreuen die Leinfelder mit ihrer blauen Blütenpracht die Region. In Flawil werden Leinsamen, die im August geerntet werden, das ganze Jahr hindurch zu hochwertigem AdR­Leinöl gepresst. Der Anteil an lebenswichtigen Omega­3­Fettsäuren in diesem Öl beträgt 44 Prozent.

44

Festival

Das Sittertobel tobt Keine Ruhe nach dem Jubiläum: Das 41. OpenAir St. Gallen wartet mit einer spannenden Mischung aktueller Musikperlen auf. Text: Nico Canori

Bild: Nick Lobeck

Klubschule

Mit Wasser und Farbe

Abwechslungs­ reiche Musik und friedliche Open­ Air­Stimmung in St. Gallen – das lassen sich selbst Einhörner nicht entgehen.

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om 29. Juni bis 2. Juli herrscht in St. Gallen der Ausnahmezustand. Das 41. OpenAir St. Gallen bietet vier Tage Feiern, Freundschaft und Konzerte. Das Programm hat es einmal mehr in sich und holt in seiner Vielseitigkeit alle Besucherinnen und Besucher ab. Neben dem Headliner, den Toten Hosen, darf sich das Publikum beispielsweise auf den Art-Rock von Alt-J freuen. Der Auftritt der Briten dürfte im einen oder anderen Moment an das hervorragende Konzert von Radiohead aus dem Vorjahr erinnern. Fans von SingerSongwritern irgendwo zwischen Folk und Pop werden mit Passenger, George Ezra und Jack Savoretti ebenfalls bestens abgeholt. Mit Bilderbuch und Lorde nehmen auch Vertreter zeitgenössischer Popmusik prominente Plätze im Programm ein. Wer es derber mag, dem sei der Auftritt der Lokalmatadoren Knöppel ans Herz gelegt.

Im Kurs Aquarel­ lieren an der Klub­ schule Migros Lichten­ steig experimentieren die Teilnehmenden unter anderem mit der Nass­in­Nass­Tech­ nik. Dabei malt man auf mit Wasser be­ feuchtetes Papier und lässt die Farben inein­ anderlaufen. «Es ent­ stehen Effekte, die mit Freude zu fantasie­ vollen Bildern weiter­ entwickelt werden», sagt Kursleiter Carlo Maggiorini.

Wie immer kommen auch Freunde elektronischer Klänge nicht zu kurz – allen voran dürfen sie sich auf Justice freuen. Die Franzosen geben nach ihrem umjubelten Auftritt 2008 ihr Comeback auf der Sitterbühne. Ein Sprungbrett für Newcomer

Zum dritten Mal bieten das «Musig uf de Gass» und die «Startrampe» am Donnerstagabend lokalen Perlen die Möglichkeit, sich dem grossen Festivalpublikum auf einer eigens für sie errichteten Bühne zu präsentieren. Das ist ein Sprungbrett, denn die eine oder andere Band hat es bereits von der «Startrampe» auf die Hauptbühne geschafft. So auch die Hip-Hopper JAS CRW: Deren Auftritt auf der «Startrampe» im letzten Jahr vermochte die Veranstalter so sehr zu überzeugen, dass sie heuer auf der Hauptbühne spielen dürfen. Weitere Infos und letzte Tickets: www.openairsg.ch

Aquarellieren wird an den Klubschulen in Chur, Lichtensteig, St. Gallen, Wetzikon und Winterthur an­ geboten. Im Kurs lernt man die Grundlagen und Grundtechniken der Wasserfarben­ malerei und ent­ wickelt eigene Bild­ projekte. Weitere Infos: www.klubschule.ch


46 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Grillieren

Alles für das perfekte Steak Weber-Grill-Profi Djuro Savanovic hat ausgewählte Kunden von Do it + Garden Migros in die Kunst des Grillierens eingeführt und gezeigt, wie ein guter Grill eine komplette Küche ersetzen kann. Text und Bilder: Natalie Brägger

P

izza Margherita zum Apéro, Fisch-ChorizoSpiesse mit Gemüserisotto zur Vorspeise, Rindssteak und Schweinsfilet mit Kräutern als Zwischengang, Cheeseburger mit Kartoffeln zum Hauptgang und Tarte Tatin zum Dessert – und das alles vom Grill! Keine Hexerei, wie Grillmeister Djuro Savanovic den Teilnehmenden beim Grillkurs im Do it + Garden Amriswil zeigte. Seit vier Jahren ist der Fachmann für den Grillhersteller Weber in der Schweiz unterwegs, um Interessierten die Unterschiede zwischen Holzkohle-, Elektro- und Gasgrill aufzuzeigen und verschiedene Tipps und Tricks fürs Grillieren mit auf den Weg zu geben. Das Geniessen der zubereiteten Köstlichkeiten kommt dabei natürlich nicht zu kurz – das durften nicht nur die Teilnehmenden in Amriswil, sondern auch diejenigen in den Kursen im Do it + Garden Migros Rheinpark und Herblinger Markt erleben. Wie gelingt das perfekte Steak?

Ein grosses Thema im Kurs: Wie bereitet man ein perfektes Steak zu? Anhand dreier grosser

Rindssteaks zeigt Djuro Savanovic auf dem Holzkohlegrill, worauf man bei der Zubereitung achten muss. «Das Wichtigste für das perfekte Steak ist der Rost. Er muss die Hitze gut speichern können», betont er. Für ein richtig gutes Steak brauche es darum einen Gussrost. Die Grillmethode: das Fleisch kurz direkt auf dem heissen Rost anbraten, anschliessend indirekt grillieren, bis die Kerntemperatur von 54 Grad erreicht ist. Beim Anbraten soll das Fleisch nur einmal gewendet werden, nämlich dann, wenn es nicht mehr am Rost klebt. «Nach dem Wenden sollte man das Fleisch nicht mehr auf die gleiche Stelle legen. Schliesslich hat der Rost dort bereits Hitze abgegeben, auf unbenutzten Stellen ist er heisser», sagt Djuro Savanovic. Überwachung per Smartphone

Nach dem Anbraten legt Djuro Savanovic die Steaks auf den äusseren Teil des Grills. Die heisse Holzkohle liegt nun nicht mehr direkt unter dem Fleisch, so kann das Fleisch mit indirekter Hitze garen. Wie lange soll man es im geschlossenen Grill liegen lassen? Und

wie kann man die guten Stücke kontrollieren, ohne den Grill zu öffnen und Hitze zu verlieren? Djuro Savanovic hat eine praktische Lösung: Er steckt ein Fleischthermometer in die Mitte eines Steaks. Dank der Kopplung mit der App «Weber iGrill» kann er nun auf seinem Handy mitverfolgen, wie sich die Kerntemperatur im Steak entwickelt. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, schlägt das Smartphone Alarm. So bleibt genügend Zeit, sich um die Beilagen oder, noch besser, um die Gäste zu kümmern. Steaks ruhen lassen

Vom Grill kommen die Steaks nicht direkt auf den Teller: Djuro Savanovic wickelt sie in Alufolie ein und lässt sie zwei bis drei Minuten ruhen. «So kann sich der Fleischsaft gleichmässig ausbreiten, und das Steak ist überall schön rosa», erklärt der Fachmann. Beim Aufschneiden des Rindssteaks zeigt sich, dass der Grillprofi recht hatte. Und die anschliessende Degustation beweist, dass seine wertvollen Tipps dazu beigetragen haben, dass nun ein perfektes Steak auf dem Teller liegt.


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 47

Franz Breitenmoser: Leiter Fleischverarbeitung Migros Ostschweiz

Empfehlung

Fleisch aus der Region Welches Fleisch wählen Sie, wenn Sie Gäste haben? Das Bio-Weide-Beef aus der Region, das am Knochen gereift ist. Wenn man die Entrecôtes richtig zubereitet, sind sie so gut, dass man keine Sauce benötigt. Ein bisschen Salz und Pfeffer reichen.

1

Verdirbt Fleisch nicht, wenn es lange lagert? Nein, natürlich nicht. Für Rindfleisch sind vier bis sechs Wochen Lagerzeit sehr wichtig, damit es zart wird.

1 Zaubert locker fünf

Gänge inklusive Dessert aus dem Grill: Weber-Grill-Experte Djuro Savanovic.

2 Ein Gussrost speichert die Wärme und ist damit gut geeignet fürs Anbraten von Steaks. 3 Mit einem Thermo-

2

meter wird die Temperatur der ChorizoFisch-Spiesse gemessen. Wer sie indirekt grilliert, muss keine Angst vor dem Festkleben am Rost haben.

Was heisst «am Knochen gereift»? Knochenreifung ist eine alte Metzgerhandwerkskunst. Dabei lagert Rindfleisch mindestens drei Wochen lang bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dadurch wird es zart und kann sein Aroma entfalten.

3

Und woher kommt das Fleisch für diese Spezialität? Aus der Region von Graubünden bis Schaffhausen. Das Label BioWeide-Beef garantiert, dass die Rinder in Gruppen gehalten werden und ganzjährig Auslauf haben. Im Sommer sind sie täglich auf der Weide. MM


48 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Swissalpine

Das Laufevent der Alpen

Die vielen SwissalpineStrecken rund um Davos bieten jedem Läufer ein Erlebnis.

Das Bündnerland wird vom 23. bis 30. Juli zum Läufer-Mekka: Beim Swissalpine kommen Hobbyläufer genauso auf ihre Kosten wie Trail-Runner.

D

avos ist im Sommer schon seit Jahren ein beliebtes Ziel für Läuferinnen und Läufer. Mit dem Swiss­ alpine Marathon und dem Swiss Irontrail boten sich jeweils gleich zwei Gelegenheiten, um die Bünd­ ner Bergwelt laufend zu erkunden. Nun haben die Veranstalter die beiden Events zusammengelegt. Sie finden dieses Jahr zum ersten Mal unter der neuen Dachmarke Swiss­ alpine statt. Für die Läuferinnen und Läufer entsteht somit ein neues Lauffest mit den Highlights aus beiden Anlässen. Was gleich bleibt: Die Migros unterstützt den Lauf­ sportanlass immer noch als Haupt­ sponsorin. Laufend durchs Engadin

Den Auftakt in die Woche mit ver­ schiedenen Laufevents macht am Sonntag, 23. Juli, ein Prolog im

Engadin. Eine 35 Kilometer lange Strecke führt die Teilnehmenden von Samedan nach Pontresina und über St. Moritz zurück nach Same­ dan. Dabei überqueren sie unter anderem den Muottas Muragl und kommen beim höchsten Punkt des Laufs auf gut 2700 Metern über Meer an der Segantinihütte vorbei. Wer nicht die ganzen 35 Kilometer laufen möchte, kann auch eine der verkürzten Strecken über 14 oder 25 Kilometer in Angriff nehmen. Von 9 bis 214 Kilometer

Am Wochenende vom 28. bis 30. Juli ist dann wirklich für jeden etwas dabei. Abenteurer starten am frühen Freitagmorgen des 28. Juli zum T214. Sie haben bis am Sonntag­ abend Zeit, 214 Kilometer und über 11 000 Höhenmeter zu überwinden. Was Aussenstehenden als Qual erscheint, ist in der Trailszene ein

Genuss: Nicht umsonst gilt der T214 als schönste Trailstrecke der Welt. Auch Hobbyläuferinnen und ­läufern bietet der Swissalpine eine vielfältige Auswahl an Strecken. Die Distanzen betragen zwischen 9 und 78 Kilometern, Startorte sind Davos, Bergün, Klosters, St. Moritz, Arosa und Lenzerheide. Besonders der A21 von Arosa nach Davos und der D22 von Davos hinauf auf die Stafelalp und über den Strelapass zurück nach Davos eignen sich sowohl für Ambitionierte als auch für Erlebnis­ und Genuss­ wanderer. Das Ziel fast alle Strecken befindet sich in Davos, wo sich alle Teilnehmenden am Samstag­ und Sonntagabend wieder treffen und gemeinsam auf das Erreichte anstossen können. MM Detaillierte Streckenangaben und Anmeldung: www.swissalpine.ch

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Bild: swiss-image.ch

Text: Natalie Brägger


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50 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Alnatura

Natürlich nur Bio

Der Migros-Lieferant Alnatura ist voll und ganz auf Bioprodukte spezialisiert und handelt im Einklang mit der Natur. Was das bedeutet, zeigt der Besuch bei einem Walnussbauern in Hessen. Text: Daniel Schriber

A

us der Ferne deutet nichts darauf hin, dass der Frost Schaden angerichtet hat. Je mehr Frank Flasche sich aber seinen Walnuss­ bäumen nähert, desto besser sind sie sicht­ bar: die schwarz verfärbten, welken Blätter. «Hier wachsen vorerst bestimmt keine Nüsse mehr», sagt der Landwirt, während er seine Hand über die zerstörten Blätter gleiten lässt. Ein Drama sei das aber nicht. «Gesunde Bäume überstehen den Schaden und treiben in Kürze neu aus.» Als über­ zeugter Biolandwirt empfindet der 53­Jährige die Natur selbst in diesem schwierigen Moment als Partnerin und nicht als Gegnerin. Wir befinden uns auf dem Bauernhof Riednuss in der Region von Darmstadt im deutschen Bundesland Hessen. Bei seinem Gang über den 16 Hektar grossen Betrieb wird der Landwirt heute begleitet von Robert Poschacher (46), Leiter Produkt­ entwicklung beim deutschen Unternehmen Alnatura, das ganz auf Bioprodukte spezia­ lisiert ist. Poschacher und Flasche kennen sich gut, weil der Landwirt im Rahmen des grossen Alnatura­Projekts «Bio­Bauern­ Initiative» (ABBI) von konventioneller auf biologische Produktion umgestellt hat. «Frank Flasche ist einer von wenigen Wal­ nussbauern in Deutschland und sogar der

Bilder: Robert Eikelpoth

Einzige, der ganz auf Bio setzt», betont der Alnatura­Mitarbeiter sichtlich stolz. Gemeinsames Engagement für guten Boden

Das ABBI­Motto «Gemeinsam Boden gut machen» ist wörtlich zu verstehen: Durch die biologische Wirtschaftsweise soll die Bodenqualität auf Betrieben verbessert werden. Die Initiative soll aber nicht nur den Ackerbau fördern, sondern alle Bereiche der Landwirtschaft – von der Schweinemast über den Obstanbau bis zur Schäferei. Damit ein Bauer einen Alnatura­Förderbeitrag von 40 000 bis 60 000 Euro erhält, muss er seinen gesamten Betrieb auf Bio umstellen und sich einem Bio­Anbauverband wie etwa Demeter anschliessen. «Statt Geld gemäss dem Giesskannensystem zu verteilen, konzentrieren wir uns auf ausgewählte Projekte», erklärt Poschacher. Frank Flasches Hof ist ein Paradebeispiel. Bemerkenswert ist, dass seine Walnüsse vorab noch gar nicht zu Alnatura­Produkten verarbeitet werden. Das Unternehmen hat den Bauern aus Prinzip unterstützt und nicht, weil es einen unmittelbaren Nutzen daraus zieht. ABBI ist nur eins von verschiedenen Projekten, mit denen der Migros­Lieferant Alnatura den Biolandbau voranbringt. So hat das Unternehmen eine Tierwohl­

initiative für Biolegehennen auf den Weg gebracht, in deren Mittelpunkt das sogenannte Hühner­Audit steht: Experten nehmen bei ihren Besuchen auf Mast­ betrieben bis zu 25 Legehennen pro Herde in die Hände und untersuchen akribisch ihren Zustand. Sie ziehen daraus Rück­ schlüsse auf das Wohlbefinden der ganzen Herde. Im Herbst des vergangenen Jahres hat Alnatura zudem die sogenannte Bruderküken­Initiative lanciert: Unter der Marke Alnatura sollen nur noch Eier von Legehennen angeboten werden, deren männliche Nachkommen als Masthähnchen


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 51

Migros-Sortiment

Über 400 AlnaturaProdukte Von Hirsebällchen über Brotaufstriche bis zu Beerentee – zum nationalen Migros-Sortiment gehören mittlerweile über 400 AlnaturaProdukte. Solche meist lang haltbaren Bioartikel ergänzen das grosse Angebot an frischen Produkten unter dem Label Migros-Bio, die zum grössten Teil aus der Schweiz stammen.

aufgezogen werden. Der Hintergrund: Bei Hühnerrassen, die für die Eierproduktion bestimmt sind, haben die männlichen Küken keine wirtschaftliche Bedeutung und werden oft direkt nach dem Schlüpfen getötet. Eine Zentrale mit Lehmfassade

Auch die Alnatura-Gebäude werden strikt nach ökologischen Prinzipien errichtet: Im südhessischen Lorsch betreibt das Unternehmen in seinem Verteilzentrum das weltweit grösste Hochregallager aus Holz, wobei deutsches Lärchenholz verbaut

wurde. In Darmstadt baut Alnatura zurzeit eine neue Unternehmszentrale für 500 Mitarbeiter. Das Gebäude wird klimaneutral sein und aus einer Fassade aus Lehm bestehen. Der Rohstoff dafür stammt aus der Region. Weil Alnatura sich an so vielen Fronten für die Umwelt einsetzt, passt das Unternehmen als Partnerin auch gut zur Migros. Schliesslich engagiert sich die Schweizer Detailhändlerin ihrerseits tatkräftig für Natur und Gesellschaft – vom Nachhaltigkeitsprogramm Generation M bis zum Migros-Kulturprozent. MM

Frank Flasche (r.), der einzige Biowalnussbauer Deutschlands, im Gespräch mit Alnatura-Vertreter Robert Poschacher

Das deutsche Unternehmen Alnatura entwickelt Bioprodukte. 1984 wurde die Marke gegründet, mittlerweile beschäftigt Alnatura im deutschen Sprachraum 2800 Mitarbeiter. Seit 2012 arbeiten die Migros und Alnatura zusammen.

Alnatura steht für zeitgemässen Biogenuss mit Sinn. Hochwertige Zutaten und nur die nötigsten Inhaltsstoffe stecken drin.


52 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns!

Frage der Woche

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Kann ich Cornatur-Produkte einfrieren? Ja, diese vegetarischen Produkte lassen sich einfrieren und im Tiefkühler zwei bis drei Monate aufbewahren. Sie können in der Originalverpackung oder in einer anderen geeigneten Verpackung eingefroren werden – zum Beispiel in einem Gefrierbeutel oder einer tiefkühlfesten Kunststoffschale. Aufgetaut werden die CornaturProdukte am besten im Kühlschrank. MM

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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 53

Integration

Bild: Matthieu Spohn

Junge Flüchtlinge am Familientisch

Samson aus Eritrea geniesst die Zeit mit der Familie von Caroline und David Meyer.

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Samson ist 16 Jahre alt und stammt aus Eritrea. Er ist ohne seine Eltern in die Schweiz geflüchtet. Minderjährigen Flüchtlingen wie Samson fehlen oft kulturelle Orientierungshilfen und Informationen zu ihrem Aufenthalt in der Schweiz. Ihre grosse Isolation schadet ihrem Wohlbefinden. Das Projekt «+1 am Tisch» möchte dagegen etwas tun. Es vermittelt jungen Flüchtlingen Mentoren. Sie verbringen regelmässig Zeit mit ihnen, essen mit ihnen oder hören ihnen einfach nur zu.

So wie Familie Meyer aus Bussigny VD, die Samson begleitet und so mithilft, seine Einsamkeit zu lindern und seine Integration zu fördern. Initiiert wurde «+1 am Tisch» von der Schweizerischen Stiftung des Internationalen Sozialdienstes. Das MigrosKulturprozent unterstützt das Projekt. Weitere Informationen: www.solidarity-young-migrants.ch


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3. Joker-Highlight

Migros-VR-Brille

Die Migros-VirtualReality-Brille ist am 3.6. erhältlich.

Migros Mania

Eine neue Dimension Mit der Migros-Virtual-Reality-Brille stösst die Sammelaktion Migros Mania in eine neue Dimension vor. Die virtuelle Ebene bietet einen Blick hinter die Kulissen der Migros, ein rasantes Game und virtuelle Events. Text: Ralph Hofbauer

Bilder: Roger Hofstetter

Styling: Mirjam Käser

Die Migros Mania steht ganz im Zeichen der Virtual Reality (VR). Wer in die virtuelle Welt eintauchen möchte, benötigt zwei Dinge: Die Migros-Play-App (kostenloser Download im Apple App Store oder im Google Play Store) und idealerweise die Migros-VR-Brille. Diese wird am Samstag, 3. Juni, abgegeben (pro Fr. 60.– Einkauf, max. 3 Stück).

Die Sammelkarten der Migros Mania können mit der Migros Play App gescannt werden. Mit den Sammelkarten, die den «Von uns. Von hier.»-Produkten der Migros Mania beiliegen, lassen sich in einer virtuellen MigrosFiliale 360-Grad-Bildergeschichten zum entsprechenden Produkt abrufen. Mit den Sammelkarten der PixtoysFiguren können im Migros-Mania-Game Bonuselemente freigeschaltet werden, um eine höhere Punktzahl zu erreichen. Mehr zum Thema VR im nächsten Migros-Magazin und auf der Website:

1. Die virtuelle Migros-Filiale Lena setzt die orange Brille auf und taucht ein in die Virtual Reality (VR). Die 6-Jährige ist zu Hause, doch im Geiste bewegt sie sich durch eine virtuelle Migros-Filiale. Sie schaut sich im Geschäft um, nimmt den Kult-Ice-Tea ins Visier und aktiviert das Produkt mit dem VR-Cursor. Eine 360-Grad-Bildergeschichte gibt ihr einen spannenden Einblick in die Herstellung des Ice Tea in der Bischofszell Nahrungsmittel AG.

2. Das Migros-Mania-Game Malik ist ins Migros-Mania-Game vertieft. Der 7-Jährige eilt mit einem Einkaufswagen durch die virtuelle Filiale und sucht nach den Produkten auf seinem Einkaufszettel. Mit zielsicherem Blick durch die VR-Brille befördert er die Lebensmittel in sein Wägeli. Geschafft! Malik hat alle Produkte zusammen. An der Kasse erhält er eine Quittung mit der erreichten Punktzahl. Es reicht, um ins nächste Level zu kommen.

3. Die Virtual-Reality-Events Nachdem sich Lena und Malik mit dem Game und der VR-Filiale vergnügt haben, machen sie einen virtuellen Ausflug ins Glattzentrum. Durch ihre VR-Brillen können die beiden in den nächsten Wochen mitverfolgen, wie im Einkaufszentrum aus den kleinen Bausteinen der Migros Mania ein grosses Migros-M entsteht. Zudem können sie die Liveacts der VR-Events im Glatt von zu Hause aus in 360 Grad erleben.

www.migrosmania.ch

Der grosse Bau-Event im Glattzentrum Vom 31. Mai bis 8. Juli entsteht im Glattzentrum ein 4,5 Meter hohes Migros-M aus den Lego-kompatiblen Bausteinen der Migros Mania. Mit der Migros-PlayApp lassen sich der Baufortschritt und diverse Liveacts miterleben.

Exklusive Liveacts

Der Bau-Event im Glattzentrum wird von kinderfreundlichen Liveacts begleitet. Unter anderem treten die Zauberer Zauberduolino (Mi, 31.5.) und die Band Schtärneföifi (Mi, 7.6.) auf. Programm auf www.migrosmania.ch.

Bilder: Getty Images (3), Mauritius Images, NASA, zVg (3)

Sammelkarten scannen und los gehts


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 55

1880: Kaiserpanorama Virtual Reality (VR)

Die lange Geschichte von VR 1932: Polarisationsfilter Der US-Physiker Edwin Land erfand 1932 den Polari-

Das Kaiserpanorama begeisterte Ende des 19. Jahrhunderts die Massen mit exotischen Sehenswürdigkeiten. Der Clou: ein durch Stereoskopie erzeugter 3-D-Effekt.

1952: Cinerama

sationsfilter. Dieser ermöglicht eine räumliche Darstellung und liefert bis heute die Grundlage für 3-D-Filme.

Das Cinerama fesselte in den 50er-Jahren das Publikum mit einer um 146 Grad gebogenen Leinwand im Seitenformat 2,685:1. Um das extreme Format zu nutzen, kamen drei Projektoren zum Einsatz.

1962: Sensorama Morton L. Hellig entwickelte den ersten VR-Automaten. Im Sensorama liess sich unter anderem eine virtuelle Motorradfahrt durch New York erleben. Das Gerät war ein Erlebnis für alle Sinne: 3-D-Bilder, Stereosound, Vibrationen und Gerüche inklusive.

1968: Sword Of Damocles Die erste VR-Brille war so schwer,

dass sie an der Decke aufgehängt werden musste – daher der Name Damoklesschwert. Ein schwebender Drahtgitterwürfel war das erste Objekt, das in VR zu sehen war.

1985: NASA VIEW Die NASA experimentierte früh mit der VR-Technologie und entwickelte 1985 die Virtual Interface Environment Workstation (VIEW). Die Funktionsweise gleicht heutigen VR-Brillen: Das Display reagiert auf Kopfbewegungen.

1995: Nintendo Virtual Boy Mitte der 90er-Jahre lancierten GameHersteller die ersten VR-Geräte. Nintendo

brachte den Virtual Boy auf den Markt und Sega das Headset VR. Der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus, da die Technologie noch nicht ausgereift war.

2016: Oculus Rift Die 2012 angekündigte VR-Brille Oculus Rift war ein grosses Versprechen, das 2016 endlich eingelöst wurde. Im selben Jahr kamen verschiedene weitere VR-Brillen auf den Markt, etwa für die Sony Playstation.

2017: Migros-VR-Brille Die Migros-VR-Brille basiert auf dem Modell Google Cardboard. Das Prinzip der Kartonbrille ist denkbar einfach: Zusammenfalten, Smartphone reinlegen, und fertig ist die VR-Brille.

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migros-Mitglieder (www.famigros.ch) gegen Vorweisen ihrer Famigros- oder Cumulus-Karte das Starterpaket 30% günstiger sowie ein zusätzliches Sachet mit Sammelelementen.

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gros-Filialen Roadshows zur Migros Mania statt. An einer Tauschbörse könnnen die begehrten Sammelelemente getauscht werden. Details auf www.migrosmania.ch


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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 57

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Schulküche

Kreative Spiesswerkstatt Veggiespiesse mit Champignons und/oder anderen Pilzen

Für Veggiespiesse eignen sich neben Champignons auch Kräuterseitlinge. Gut kombinieren lassen sich die Spiesse mit Cherrytomaten. Käse wie Halloumi kann direkt grilliert werden. Für die Verwendung von Feta empfiehlt sich das Umwickeln mit Zuchettioder Auberginenscheiben. Vor dem Grillieren werden die Spiesse leicht mit Öl eingepinselt. Indische Pouletspiesse Pouletbruststücke werden in einer einfachen Marinade aus Tandoori-Currypaste (2 Esslöffel), Joghurt (6 Esslöffel) und Zitronensaft (1 Esslöffel) mariniert. Zu dem Fleisch passen Peperoni, Okraschoten oder rote Zwiebeln, aber auch Minimaiskolben.

Fruchtspiesse

Asia-Style-Rindfleischspiesse

Orientalische Lammspiesse

Das Lammfleisch wird mit Aprikose oder Dörrpflaume kombiniert, dazu kommen Zwiebeln und Auberginen auf den Spiess. Für orientalische Aromen sorgt eine TagineSauce, in der man auch das Fleisch marinieren kann. Sie eignet sich auch als Dip zu den fertigen Spiessen.

Für asiatisch inspirierte Spiesse ist eine Marinade aus Hoisin- und Sojasauce zu gleichen Teilen schnell zubereitet. Auch klein geschnittener Knoblauch oder Ingwer eignet sich für die Marinade. Auf den Spiess passen Frühlingszwiebeln oder auch Zucchetti. Vor dem Servieren werden die Spiesse mit Sesam bestreut.

Spiesse mit Früchten sind ein attraktives Dessert vom Grill und bei Kindern sehr beliebt. Dabei ist zu beachten, dass zum Beispiel Erdbeeren oder Kiwi nur kurze Zeit auf dem Grill benötigen. Bananenstücke werden am besten mit Schale aufgespiesst, damit sie nicht «weglaufen». Als i-Tüpfelchen eignen sich Marshmallows, die mit ihrem cremigen Inneren fast zu einer Dessertsauce werden.


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TerraSuisse Kalbsplätzli «Aus der Region.» per 100 g

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Schweins-Bauernsteak Schweiz, per 100 g

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Bio-Weide-Beef Rinds-Hohrücken «Aus der Region.» mariniert, per 100 g

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Alle Grill- und Bratkäse z.B. Grill Mi Cheese Steak, 2 Stück, 2 x 110 g, 4.60 statt 5.80


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Heidelbeeren Herkunft siehe Verpackung, Schale, 500 g

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Nektarinen gelbfleischig Spanien, per kg

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Kiwis Gold * Herkunft siehe Verpackung, Schale, 3 Stück

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Nelken gefüllt «Aus der Region.» in diversen Farben, im 12-cm-Topf, pro Pflanze

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Hobelfleisch Deutschland, per 100 g

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Rheintaler Bauernwurst «Aus der Region.» per 100 g

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Dessert Tradition Cremen im 4er-Pack 4 x 175 g, z.B. Vanille

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Weitere Lebensmittel ASC Crevetten roh, Zucht aus Vietnam, per 100 g, 3.95 statt 5.70 30%

Gorgonzola-Mascarpone, nur in Bedienung, per 100 g, 1.95 statt 2.30 15%

Atlantic Rauchlachs im 3er-Pack, Zucht aus Schottland, 3 x 100 g, 13.– statt 19.50 3 für 2

Blumen und Pflanzen

Schweinshalsbraten mariniert, Schweiz, per 100 g, 1.65 statt 2.40 30%

Bio-Butter Portionen, 6 Stück, 6 x 20 g, 3.95 Neu ** Galactina Plasmon Biscuit, 180 g, 4.30 Neu ** Nutella im Glas, 1 kg, 6.20 statt 7.10 Hit

Alle Pedic Protection Produkte, z.B. Blasenpflaster gross, 6 Stück, 7.90 Neu **

Near-/Non-Food

MSC Goldbuttfilets, Wildfang Nordostatlantik, Grosspackung, per 100 g, 2.10 statt 3.– 30%

Fairtrade Rosen im Bund, 10 Stück, Stiellänge 40 cm, erhältlich in diversen Farben, z.B. gelb, pro Bund, 5.85 statt 6.90 15%

Rapelli Apéro-Pastetenteller, Schweiz, 290 g, 9.90 statt 12.90 20% Poulet-Sticks-Spiessli «Aus der Region.», per 100 g, 1.45 statt 1.85 20%

Calla, in diversen Farben, im 12-cmTopf, pro Pflanze, 9.65 statt 12.90 25%

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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 71

Profi-Tipp

Timing ist alles

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Vom Grill

Karibische Fischspiesse Zutaten für 4 Personen

600 g 3 3

feste Fischfilets wie Seeteufel, Lachs etc. kleine Zucchetti Frühlingszwiebeln Salz

Jerk-Gewürzpaste: 3 Frühlingszwiebeln 4 Zweige Thymian ½ Chilischote 1 TL gemahlener Zimt 1 Msp. Muskatnuss ½ EL Rohrzucker 1 TL Salz ½ TL Pfeffer aus der Mühle 3 EL Limettensaft 2 EL Olivenöl Zubereitung

1. Für die Gewürzpaste Frühlingszwiebeln mitsamt Grün in Stücke schneiden, vom Thymian die Blättchen abzupfen, Chili ent­ kernen. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Mixer fein pürieren. 2. Fischfilets mit kaltem Wasser abspülen, mit Haushaltspapier trocken tupfen und in Würfel à ca. 2 cm schneiden. Fisch mit wenig der Gewürzpaste bestreichen. Zugedeckt im Kühlschrank 20 Minuten marinieren. 3. Inzwischen Zucchetti in Ringe, unteren Teil der Frühlingszwiebeln in Stücke schneiden, das Grün in feine Ringe schneiden. Das Früh­ lingszwiebelgrün beiseitelegen. 4. Fischstücke abwechselnd mit Zucchetti und Frühlingszwiebeln auf Spiesse stecken. Mit Salz würzen. Fischspiesse auf dem Grill bei mittlerer Hitze rundum ca. 5 Minuten braten. 5. Fischspiesse mit Frühlingszwiebelringen bestreuen und mit der restlichen Jerk­ Gewürzpaste servieren.

Spiesse sind beim Grillplausch ein echter Trumpf. Der eine isst kein Fleisch, der andere mag nur Poulet, und für den nächsten Gast darf es gern etwas Ausge­ fallenes sein. Mit Spiessen kann man jedem etwas Besonderes servieren, denn Spiesse lassen sich gut vorbereiten und eignen sich ausgezeichnet dafür, in­ dividuelle Wünsche zu erfüllen. Damit die unterschiedlichen Vorlieben auch bedient werden, stelle ich für Veggie­ und Obst­ spiesse immer eine Extraschale auf den Grill. So bleiben Fleisch­ esser und Vegetarier unter sich. Im Grund weiss es jeder, aber gern wird es vergessen: Grill­ spiesse aus Holz müssen vor dem Gebrauch in Wasser ein­ geweicht werden. Sonst kann es passieren, dass Sie später keinen Spiess, sondern nur die Einzel­ teile davon auf dem Teller haben. Bei den Kompositionen achte ich darauf, dass die Fleisch­ und Gemüsestücke auf einem Spiess gleich gross sind und somit auch gleichzeitig garen. MM

Viele weitere GRILLtipps FÜR SPIESSE

jetzt auf

migusto.ch Zucchetti-Auberginenspiess: www.migusto.ch/zucchettispiess Hackbällchen-Gemüse-Spiesschen: www.migusto.ch/hackbaellchenspiesse Krakententakel mit Speck: www.migusto.ch/krakententakel


72 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Interview Midor

Von uns. Von hier.

«Ein Bedürfnis von Millionen von Menschen»

Vegi-Glace im Test

Lea Amato, weshalb hat man sich entschieden, eine vegane und laktosefreie Glace herzustellen? Fast 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind gemäss aha! Allergiezentrum Schweiz laktoseintolerant. Also ungefähr 1,5 Millionen Menschen, die ebenfalls das Bedürfnis nach einer Glace haben. Dieses Kundenbedürfnis sowie die wachsende Nachfrage nach veganen Genussprodukten können wir mit «Coco Ice-Land» erfüllen.

Sie ist vegan, laktosefrei und mit einem kräftigen Kokosgeschmack versehen. Die Coco-Ice-Land-Glace «Pure Coco» von Midor gehört seit einem Jahr zu den Lieblingen im Tiefkühlregal. Weshalb, zeigt der Geschmackstest mit dem Star der Woche.

Welche Besonderheiten gibt es bei einer Glace, die mit Kokosnussmilch hergestellt worden ist? Die grosse Herausforderung bei veganen Glaces ist, die gleiche Cremigkeit wie bei Rahmglaces zu erreichen, ohne eine Einbusse beim Geschmack hinzunehmen. Im Vergleich zu Kuhmilch enthält Kokosmilch nämlich keine Milchproteine. Diese übernehmen bei Rahmglaces aber wichtige Funktionen für die Cremigkeit. Wie kompensiert man diesen Verlust von Milchproteinen? Bei der veganen Kokosmilchglace muss die Funktion der Milchproteine durch alternative Quellen ersetzt werden, durch Hülsenfrüchte wie Soja oder andere Pflanzen. Lesen Sie das ganze Interview: www.vonuns-vonhier.ch

Lea Amato, Stv. Leiterin Entwicklung Eiswaren bei Midor

Text: Andreas Bättig, Estelle Dorsaz

Bilder: Roger Hofstetter, Estelle Dorsaz

Vanessa Errante (20), Schwyz SZ

«Die Glace passt mit den Palmen auf der Packung perfekt zum Sommer. Sie ist richtig erfrischend und schmeckt nicht zu süsslich. Dass sie vegan ist, habe ich nicht bemerkt. Ich finde es aber super, dass es vegane Glace gibt. So können auch Veganer ein feines Dessert genies­ sen. Wenn es heiss ist, esse ich fast jeden Tag eine Glace. Am liebsten mag ich ein Erdbeersorbet oder eine Wasserglace von der Migros.»

Otilia Nica (42), St-Légier VD

«Das Eis ist wirklich erfri­ schend. Ausserdem finde ich den Namen gut. Er erinnert mich an Inseln und Meer und bringt einen Hauch Exotik. Weil ich laktoseintolerant bin, ist die Glace grossartig für mich. In meiner Familie sind wir wahre Eislieb­ haber und essen auch im Winter Glace. Ich habe kei­ ne Zweifel, dass die ‹Coco Ice­Land› perfekt in unse­ ren Gefrierschrank passt.»


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 73

Anna Esch (79), Hitzkirch LU

«Die Konsistenz ist perfekt. Sie ist schön cremig. Der Kokosgeschmack dürfte allerdings etwas intensiver sein. Ich finde es gut, dass die Migros die Glaces selber herstellt. Sie haben in der Regel eine sehr gute Quali­ tät. Im Sommer kaufe ich oft die Glaceroulade. Was ich jedoch vermisse, ist eine gute Kafi­Glace. So eine habe ich noch nirgends gefunden. Deshalb mache ich sie daheim oft selbst.»

Star der Woche

Die Exotin Arnaud Dorsaz (20), Fully VS

«Das Erste, was mir an dieser Glace auffällt, ist der intensive Kokos­ geschmack. Dennoch wirkt er nicht künstlich. Ich mag es, wenn eine Glace erfrischt und den Durst löscht, und die ‹Coco Ice­Land› tut bei­ des. Das liegt vielleicht an der Kokosnussmilch. Auf jeden Fall könnte ich die­ sen Glacebecher in einem Zug, ohne Pause, essen.»

Dariusz Leniart (31), Rzeszów, Tourist aus Polen

«Der Kokosgeschmack kommt sehr gut zur Geltung. Die Glace schmeckt natürlich. Die Portion ist etwas gross. Davon könnte eine ganze Familie satt werden. Ich geniesse nur ab und zu eine Glace, weil ich auf Süsses in der Regel oft verzichte. Aber die hier ist zum Glück nicht allzu süss. Dass sie laktosefrei ist, spielt für mich nicht so eine Rolle, aber vegane Freunde von mir würden sich sicher über so was freuen.»

Vor einem Jahr zog die CocoIce-Land-Glace «Pure Coco» in die Migros-Filialen ein. Seither ist die vegane und laktosefreie Süssigkeit mit ihren vier Geschmacksgeschwistern ein Dauergast in den Tiefkühlregalen des Landes. Und das längst nicht nur an heissen Frühlingstagen. Der Kokosgeschmack ist ihr Hauptmerkmal und die Herstellung aus Kokosnussmilch der Grund, weshalb es sich um ein veganes und laktosefreies Produkt handelt. Zu geniessen im Becher und als Glace-Stengeli in den Geschmacksrichtungen Pure Coco, Coco und Passion Fruit, Coco und Caramelized Almonds und Chocolate Chips. Starrätsel Welche Milch wird für die Herstellung der Coco-IceLand-Glaces verwendet?

Beantworten Sie diese Frage auf www.vonuns-vonhier. ch/star-der-woche und gewinnen Sie eine MigrosGeschenkkarte. Es werden Geschenkkarten im Gesamtwert von Fr. 150.– verlost.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Glaces von Midor.


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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 75

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DER WEG ZUR TRAUMKÜCHE Die Küche ist und bleibt das Herzstück. Was aber, wenn Ihre Küche in die Jahre gekommen ist, Ihre Küchengeräte nicht mehr leisten, was sie sollten, und Ihnen die Farbe der Küchenschränke verleidet ist? Höchste Zeit, sich über eine neue Küche Gedanken zu machen. Kein einfaches Unterfangen in einem nahezu unüberschaubaren Markt mit sich rasant entwickelnden Technologien – und schliesslich muss die neue Traumküche auch in Ihr Budget passen. DONNERSTAG, 22. JUNI 2017 IN ST. GALLEN

Piatti Küchen, Breitfeldstrasse 13, 9015 St. Gallen

DONNERSTAG, 26. OKTOBER 2017 IN MUTTENZ BL

18:00 Uhr

Türöffnung

18:30 Uhr

Begrüssung / Einleitung

18:40 Uhr

Küchenplanung bei Renovationen

19:00 Uhr

Neue Trends im Küchenbau

19:25 Uhr

Neue Technologien und Geräte

anschl.

Apéro riche

Piatti Küchen, Hagnaustrasse 27, 4132 Muttenz

Moderationen: Beatrice Müller, Ex-Moderatorin Tagesschau SRF

GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE? Eine Gebäudemodernisierung will geplant sein. Nur so können Fehler und Folgekosten vermieden werden. Wir klären Sie auf, wie erneuert werden kann und sich die Investition langfristig lohnt. Unsere Fachspezialisten zeigen wie richtig saniert und umgebaut wird – und wie viel Energie resp. Kosten durch eine optimale Dämmung und moderne Fenster eingespart werden können sowie welche Heiztechnologien mit erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. MITTWOCH, 31. MAI 2017 IN EGERKINGEN

Mövenpick Hotel & Resort, Höhentrasse 12, 4622 Egerkingen

18:00 Uhr

Türöffnung

18:30 Uhr

Begrüssung / Einleitung

18:45 Uhr

Analyse Energieverbrauch / Angebote Energieberatung

19:10 Uhr

Richtige Sanierung der Gebäudehülle

19:30 Uhr

Renovation der Fenster

19:50 Uhr

Erfolgreicher Heizungsersatz / Förderprogramme Bund/Kanton

anschl.

Apéro riche

MEHR INFORMATIONEN: hausmagazin.ch/infoabend

ANMELDUNG Ja, ich möchte am Informationsabend zum Thema teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und an keinerlei Bedingungen geknüpft. Die Anmeldungen werden nach ihrem Eingang erfasst und schriftlich bestätigt.

DER WEG ZUR TRAUMKÜCHE 22. Juni in St. Gallen

GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE? 31. Mai in Egerkingen

26. Oktober in Muttenz BL Coupon einsenden an: Haus Magazin, Rötelstr. 84, 8057 Zürich Anmeldung per E-Mail: info@hausmagazin.ch (Absender nicht vergessen) Oder wählen Sie einfach: Telefon 043 500 40 40 oder auf hausmagazin.ch/infoabend

Name Vorname Strasse/Nr. PLZ/Ort Tel./Mobile Anzahl Personen


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 79

Bischofszell

Das volle Fruchtaroma Die Kompotte und das Apfelmus von Bischofszell überraschen mit dem natürlichen Aroma sonnengereifter Schweizer Früchte. Da sie im Vakuum schonend eingekocht werden, bewahren sie ihren intensiven Geschmack. Deshalb eignen sich die Kompotte vorzüglich als Beilage zu Fotzelschnitten, Griesschöpfli, Milchreis, Porridge und Kaiserschmarrn. In Kombination mit Quark, Schlagrahm, Joghurt oder Mascarpone lassen sich im Handumdrehen schmackhafte Desserts zubereiten. Auch für den puren Genuss als erfrischende Zwischenmahlzeit sind die Kompotte eine gute Empfehlung.

Bischofszell Apfelmus Braeburn, 300 g* Fr. 2.50

Bischofszell Zwetschgenkompott, 300 g* Fr. 2.80

Bild und Styling: Veronika Studer; Kulinarik: Katrin Klaus

Bischofszell Aprikosenkompott, 300 g* Fr. 2.90

Bischofszell Rhabarberkompott, 300 g* Fr. 2.80 * in grösseren Filialen

Das dezent säuerliche Aroma des Rhabarberkompotts passt optimal zu Fotzelschnitten.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Kompotte der Marke Bischofszell.


80 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Sun Queen

Energie zum Knabbern Nüsse, getrocknete Früchte und Fruchtriegel sind ideal vor oder nach dem Sport, bei der Arbeit wie auch als Snack für unterwegs. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und tragen so zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Text: Sonja Leissing

Bild: Pia Grimmbühler

Blanchierte Mandeln, Cashew- und Pinienkerne sowie Hasel-, Pekan- und Walnüsse sind ein köstlicher Snack für zwischendurch und stillen den kleinen Hunger.

Die Früchteriegel mit getrockneten Aprikosen und Äpfeln enthalten keinen Zuckerzusatz und sind vegan. Sun Queen Fruit-Bars Aprikose-Apfel, 5 Riegel à 32 g Fr. 3.40 In grösseren Filialen

* Aktion 20 Prozent

auf alle Trockenfrüchte, Nüsse und Mischungen (ohne Produkte von Alnatura und Sélection) vom 30. 5. bis 5. 6.

Sun Queen Aprikosen, 200 g Fr. 3.10* statt 3.90

Sun Queen Soft Fruit Pflaumen, 200 g Fr. 2.80* statt 3.50


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 81

Wanderer schwören auf die Trockenfrüchte von Sun Queen. Zum einen wegen des wiederverschliessbaren Beutels, der einfach praktisch für unterwegs ist. Zum andern, weil die Früchte mit ihrer konzentrierten Süsse willkommene Energie nachschieben.

Täglich eine Handvoll Studentenfutter liefert Energie, Ballast- und Mineralstoffe sowie hochwertiges Fett. Der perfekte Snack – nicht nur für Studierende. Sun Queen Studentenfutter, 200 g Fr. 2.15* statt 2.70

Die Cashewnuss schmeckt süsslich und hat ein dezentes Mandelaroma. Da sie Ballaststoffe und Eiweiss enthält, steht sie bei Sportlern hoch im Kurs.

Die neuen fruchtig-kernigen Super-Mix-Portionen sind reich an Ballaststoffen. Handlich verpackt, passen sie in jede Tasche. Neu Sun Queen Super Mix Aronia/Kokosnuss Sun Queen Super Mix Banane/Cranberries, je 50 g Fr. 1.30* statt 1.65

Sun Queen Cashewkerne, 200 g Fr. 3.15* statt 3.95

Sun Queen Nussmischung, 200 g Fr. 3.15* statt 3.95

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören alle Sun-Queen-Produkte.


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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 83

Délice

Aha! Délice extra light, laktosefrei, ohne Milch, 250 g Fr. 2.50 In grösseren Filialen

Leicht und bekömmlich Leichte Brotaufstriche wie die Halbfettmargarine von Délice tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei – und das bei vollem Geschmack. Auch wer unter einer Milchzuckerunverträg­ lichkeit leidet, muss nicht darauf verzichten. Denn die laktosefreie, Aha!­zertifizierte Délice extra light enthält keine Milchbestandteile und punktet mit nur 25 Prozent Fett. Alle Délice­Produkte werden in der Schweiz mit nachhaltig produzier­ tem, RSPO­zertifiziertem Palmöl hergestellt.

Délice Portionen, 6 × 20 g Fr. 2.50 In ausgewählten Filialen

Bild und Styling: Martina Meier

Délice Halbfettmargarine, 400 g Fr. 2.50

Délice – eine gute Wahl für den leichten Genuss

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehört auch Délice.


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der Private Selection Hotels Tel. 041-368 10 05 info@privateselection.ch www.privateselection.ch

19 Reisewelten Frühling 2017

20 Wandern ohne Gepäck

21 Aktionen Fluss & Kreuzfahrten 22 Kreuzfahrten weltweit

Das Schweizer Reisemagazin

Tourismusverband Radstadt

Reisebüro Mittelthurgau

Reisebüro Mittelthurgau

Spannende Geschichten und Reportagen rund ums Reisen, auch als App für iPad.

Stadplatz 17 5550 Radstadt Tel. +43 6452 7472 info@radstadt.com www.radstadt.com

Fluss- und Kreuzfahrten AG Oberfeldstr. 19, 8570 Weinfelden Tel. 071 626 85 85 www.mittelthurgau.ch

Fluss- und Kreuzfahrten AG Oberfeldstr. 19, 8570 Weinfelden Tel. 071 626 85 85 www.mittelthurgau.ch

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Thurgau Travel

Thurgau Travel Schweizweit grösstes Flusskreuzfahrten-Angebot Gratis-Telefon 0800 626 550 info@thurgautravel.ch www.thurgautravel.ch

26 Flusskreuzfahrten

23 Flusskreuzfahrten

24 Flusskreuzfahrten

25 Flusskreuzfahrten

Rhein-Kreuzfahrt nach Holland

Bäder- und Adventsfahrten

Auf der schönen blauen Donau

Erlebnisreiche Fahrten auf dem Rhein entlang wechselnder Uferlandschaften ab Basel nach Amsterdam und zurück mit unseren vier Luxusschiffen. www.thurgautravel.ch

Erleben Sie die schönsten Kurbäder entlang dem idyllischen Rhein und bezaubernde Weihnachtsmärkte mit beliebter MS Edelweiss. www.thurgautravel.ch

Den gewaltigen Strom, der Länder und Völker verbindet, erleben Sie mit unserem Suitenschiff MS Thurgau Ultra und komfortabler MS Thurgau Silence. www.thurgautravel.ch

27 Flusskreuzfahrten

28 Flusskreuzfahrten

29 Flusskreuzfahrten

Einzigartige Naturparadiese

Malerische Moldau und Elbe

Auf Deutschlands Wasserstrassen

Faszination Dourotal

Ins Vogelparadies Donaudelta und ans Schwarze Meer oder auf dem Dnepr bis nach Kiew mit MS Dnieper Princess. www.thurgautravel.ch

Erleben Sie die Naturschönheiten der Oberen Moldau, Grossen und Kleinen Elbe abseits des Touristenstroms mit MS Thurgau Florentina. www.thurgautravel.ch

Entdecken Sie unberührte Natur, historische Hansestädte und technische Wunderwerke mit beliebter MS Johannes Brahms. www.thurgautravel.ch

Eindrucksvolle Reise auf der «Mosel Portugals» entlang spektakulärer Weinanbaugebiete mit der modernen MS Douro Spirit. www.thurgautravel.ch

30 Flusskreuzfahrten

31 Flusskreuzfahrten

32 Flusskreuzfahrten

33 Flusskreuzfahrten

Flusskreuzfahrt durch Thailand

Atemberaubendes Burma

Faszinierendes Indien vom Fluss

Auf dem Mekong nach Kambodscha

Eine Reise mit vielen Facetten: quirliges Bangkok, unberührte Natur, «Brücke am Kwai» und Traumstrände mit der komfortablen RV River Kwai. www.thurgautravel.ch

Entdecken Sie abseits der Touristenpfade die Traumlandschaften und die Goldenen Pagoden Burmas mit der neu gebauten RV Thurgau Exotic 3. www.thurgautravel.ch

Heilige Stätten und Tempel, farbenfrohe Strassenbilder und Märkte, faszinierende Kultur und Religion erleben Sie mit dem Suitenschiff RV Ganges Voyager. www.thurgautravel.ch

Beeindruckendes Indochina. Es erwarten Sie unbeschreibliche Landschaften und Kulturschätze mit RV Mekong Prestige II und Mekong Pandaw. www.thurgautravel.ch


34 Natur & Kultur weltweit

35 Costa Kreuzfahrten

36 Kontrastreicher Bergsommer

Imbach Wanderreisen

Jahreskatalog Costa 2018

Bergsommer in Engadin St. Moritz

In kleinen Gruppen und individuell Zürichstrasse 5, 6000 Luzern Tel. 041 418 00 00 info@imbach.ch www.imbach.ch

Kreuzfahrten – Reiseziele weltweit Erscheinung Ende Juni 2017 Tel. 0800 55 60 20 verkauf@ch.costa.it www.costakreuzfahrten.ch

Via San Gian 30 7500 St. Moritz Tel. +41 81 830 00 01 pm@estm.ch www.engadin.stmoritz.ch

38 Erlebnis-Reisen weltweit

39 Wolfegg im Allgäu

40 Musikreisen - Kulturreisen

Rundreisen mit top Reiseleitung

Kulturgenuss und Naturerlebnis

Carreisen im 1.-Klasse-Luxusbus

Vögele Reisen AG 8048 Zürich Tel. 0800 835 800 info@voegele-reisen.ch www.voegele-reisen.ch

Wolfegg Information D-88364 Wolfegg Tel. +49 7527 9601-51 wolfegg.info@wolfegg.de www.wolfegg.de

felix-Reisen AG 5070 Frick Tel. 062 871 97 79 info@felix-reisen.ch www.felix-reisen.ch

37 Kur- und Wellnessferien

Stöcklin Reisen AG Dorfstrasse 49 5430 Wettingen Tel. 056 437 29 29 info@stoecklin.ch www.stoecklin.ch

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Burgund-FrancheComté nimmt Sie mit auf Reisen Tel. +33 3 80 280 280 info@bfctourisme.com www.bourgognefranchecomte.com

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Katalogbestellungen und Wettbewerbsteilnahme bis spätestens 18.06.2017 aufgeben. Ich nehme nur an der Verlosung teil. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich möchte an der Verlosung nicht teilnehmen.


88 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Figure Control

Die Kalorien im Griff Die Shakes und Riegel von Figure Control ersetzen eine komplette Mahlzeit und tragen zu einer Gewichts­ abnahme bei. Eine Portion enthält zwischen 200 und 400 Kalorien. Dennoch sind alle wichtigen Nährstoffe in den benötigten Mengen enthalten: Eiweiss, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Die Shakes werden mit Milch zubereitet und sind in den Geschmacksrichtungen Vanille und Schokolade erhältlich. Für unterwegs eignen sich die Riegel besonders gut.

Figure Control Shake Vanille, 450 g Fr. 18.50

Figure Control Riegel Banane/Schokolade, 6 × 60 g Fr. 16.50 In grösseren Filialen

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*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. AUF ALLE TAFT UND SYOSS PRODUKTE IM DUO-PACK, ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 30.5. bis 12.6.2017, SOLANGE VORRAT

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MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 89

I am

Natürliche Pflege Pflegeprodukte mit natürlichen Extrakten liegen im Trend, die Nachfrage steigt. Bei der Herstellung der Produkte der Linie «I am Natural Cosmetics» wird auf Inhaltsstoffe, die auf Mineralöl basieren, verzichtet. Die verwendeten Pflanzenöle und -extrakte stammen überwiegend aus biologischem Anbau und werden ohne synthetische Farb- und Duftstoffe verarbeitet.

Für trockene Lippen Der

Lippenbalsam mit natürlichen Ölen, Aloe Vera und Baumwollextrakt pflegt sensible Lippen und macht sie geschmeidig. I am Natural Cosmetics, Lippenbalsam, 4,8 g Fr. 3.20

Für frischen Atem Die Zahnpasta mit Salbeiextrakt und Fluorid reinigt und pflegt die Zähne und das Zahnfleisch. Zudem bietet sie Schutz vor Karies und wirkt sanft gegen Zahnstein. I am Natural Cosmetics Zahnpasta, 75 ml Fr. 3.20

Alle vier Neuheiten sind ab sofort in grösseren Filialen erhältlich.

Für 24-Stunden-Frische

Der milde, hautschützende Roll-on-Deo ist frei von Alkohol und Aluminiumsalzen und wirkt daher besonders schonend. I am Natural Cosmetics Deo Roll-on, Pure Sensitive, 50 ml Fr. 3.90

Für trockene Haut

Die Gesichtsmaske versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und Vitamin E. Chia-Öl, Goji-Beeren und Granatapfelkernöl pflegen und beleben die Haut. I am Natural Cosmetics Super Fruit Booster Mask, 2 × 7,5 ml Fr. 2.80

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die Pflegelinie Natural Cosmetics von I am.


90 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Migros-Bio-Cotton

Bunte Märchenwelt Pinocchio, der Froschkönig, die sieben Zwerge und der gestiefelte Kater: Sie alle repräsentieren die neue Biobaumwoll-Sonderkollektion «Märchen».

Migros-Bio-Cotton, Baby-Overall in 4 Motiven, Gr. 50/56–98* Fr. 9.90

Migros-Bio-Cotton, Baby-Body mit 4 Motiven, Gr. 50/56–98* Fr. 6.90

Migros-Bio-Cotton, Kindershorty in 4 Motiven, Gr. 98/104–122/128* Fr. 16.90

Migros-Bio-Cotton, Kindershorty in 4 Motiven, Gr. 98/104–122/128* Fr. 16.90 * in grösseren Filialen


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 91

Transparent von A bis Z

Vom Anbau der Baumwolle bis zur Konfektion der schadstofffreien Textilien, die damit für die Migros hergestellt werden, ist jeder Produktionsschritt dokumentiert. Zum Wohl von Mensch und Natur.

Die Biobaumwolle wird in vielen kleinen Schritten zu einem feinen Garn versponnen, auf Spulen gewickelt und so für die Strickerei aufbereitet.

Bei 40°C auf links gewendet und mit reduzierter Schleuderdrehzahl waschen. Zum Trocknen: den Wäschetrockner auf niedrige Temperatur stellen.

Bilder: Christian Dietrich, Thomas Eugster

Bedruckte Textilien richtig waschen

Styling: Mirjam Käser

Illustration: Daniel Müller

N

ur Baumwolle, deren Anbau nach den strengen Vorgaben des biologischen Landbaus erfolgt, wird für die Herstellung dieser MigrosBio-Cotton-Textilien verwendet. Beim Biobaumwollanbau kommen weder chemische Pestizide noch künstliche Düngemittel zum Einsatz. Um die Einhaltung der Richtlinien zu gewährleisten, werden die Produzenten regelmässig durch unabhängige Instanzen kontrolliert. Sämtliche Textilien, die das Logo MigrosBio-Cotton tragen, werden gemäss Eco-Standard hergestellt. Dieser garantiert eine umweltfreundliche Produktion und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Vom Spinnen, Weben, Stricken, Färben und Drucken bis zur Konfektion werden alle eingesetzten Chemikalien erfasst und bezüglich ihrer Unbedenklichkeit geprüft. Diese lückenlose Dokumentation stellt sicher, dass der komplette Herstellungsprozess von A bis Z zurückverfolgt werden kann. MM

Das Eco-Programm der Migros sorgt dafür, dass Textilien ökologisch einwandfrei, sozialverträglich und rückverfolgbar hergestellt werden.

Migros-Bio-Cotton-Textilien bestehen aus Bamwolle aus kontrolliert biologischem Anbau und werden gemäss den Eco-Richtlinien verarbeitet.

Der Mitarbeiter kontrolliert den gleichmässigen Einzug der Fäden auf die Stricknadeln.

Ein Teil von


92 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

John Adams und Ellen Amber

Yes, We Care Unterwäsche und Strumpfhosen der Linie «We Care» enthalten Biobaumwolle sowie Kunstfasern aus rezyklierten Materialien. Sie werden nicht nur nachhaltig hergestellt, sondern bieten auch hohen Tragekomfort. Text: Jacqueline Vinzelberg Illustration: Mira Gisler

Verschiedene Rohstoffe fliessen in den nachhaltigen Produktionsprozess ein. Darunter sind Biobaumwolle, rezyklierte PET­ Flaschen, Mineralöl und Biopolymer, das aus den Samen der Rizinuspflanze gewonnen wird.

Biobaumwolle und Granulat von rezyklierten PET-Flaschen

M

it der Linie «We Care» von John Adams und Ellen Amber hat die Migros auch nach­ haltig produzierte Herren­ unterwäsche und Feinstrumpfhosen für Damen im Angebot. Die Teile sehen gut aus und bieten einen hohen Trage­ komfort. Die Unterwäsche wird aus rezy­ klierten PET­Flaschen hergestellt. Die Polyester­ und Polyamidfasern zeichnen sich durch besondere Materialeigen­ schaften aus. Die Textilien behalten ihre Passform, Elastizität und Stabilität. Darüber hinaus sind sie weich, dehnbar und atmungsaktiv. Deshalb werden Polyester­ und Polyamidfasern oft auch Baumwollprodukten beigemischt.

Altkleider und Kleider­ abfälle aus Haushalten wandern zurück in den Produktionskreislauf.

Altkleider und Kleiderabfälle

Aktion 40% auf Herrenwäsche vom 30. 5. bis 5. 6.


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 93

Stoff- und Materialreste, die bei der Herstellung anfallen, werden wieder dem Produktionsprozess zugeführt. Darunter sind auch rezyklierte Rohmaterialien wie Fasern und Garne.

Stoff- und Materialreste

Rohstoffe und rezyklierte Materialien werden in Hightech-Produktionsverfahren zu Unterwäsche und Strumpfwaren verarbeitet, die höchsten Tragekomfort bieten. Die Produktion ist mit dem Global-RecycledStandard (GRS) zertifiziert.

Ellen Amber We Care Strumpfhose Organic, Gr. S–XL* Fr. 8.90

John Adams We Care Short, Recycled, Gr. S–XL* Fr. 17.80

Webmaschine im Produktionsbetrieb

John Adams We Care Slip, Recycled, Gr. S–XL* Fr. 14.80

Im Unterschied zu herkömmlichen Produkten des Migros-Sortiments enthalten die «We Care»-Artikel «Recycled» und «Organic» die Kunstfasern Polyester und Polyamid aus rezyklierten Materialien oder aus pflanzlichen Rohstoffen. Dies ist eine Innovation: Mit der «We Care»Linie setzt die Migros nebst ihrem Engagement für Biobaumwolle auch bei Chemiefasern auf eine nachhaltige Produktion.

John Adams We Care V-Neck Shirt, Recycled, Gr. S–XL* Fr. 19.80

Migros-Sortiment der Linie «We Care»

John Adams We Care Achsel-Shirt Bio Cotton, Gr. S–XL* Fr. 17.80 * in grösseren Filialen


94 | MM22, 29.5.2017 | MIGROS-WELT

Dies & das

Abwechslung auf dem Tisch

Wer sich kulinarisch auf Neuland wagt, wird oft auf köstliche Weise dafür belohnt. Ein Prinzip, das auch für alltägliche Lebensmittel gilt. Hier eine kleine Auswahl von Produkten mit raffiniertem Twist.

Vereint Schmackhaftes mit Vorteilhaftem

Herrlich cremig, erfrischend fruchtig und gleichzeitig kalorienreduziert und proteinreich: Oh! Yogurt Greek Style Rote Johannisbeeren, 170 g* Fr. 1.85

Es muss nicht immer Apfelstrudel sein

Die knusprigen Rollen bieten herzhaften vegetarischen Genuss, weil sich zu Broccoli und Erbsen auch noch Quark und Frischkäse gesellen. Migros-Bio Mini Strudel Mix, tiefgekühlt, 400 g* Fr. 5.90

Fruchtiger Start in den Tag gefällig?

Birne, Pfirsich und Aprikose vereinigen sich zu einem geschmacksintensiven Morgentrunk. Sarasay Cocktail, 75 cl Fr. 2.25


MIGROS-WELT | MM22, 29.5.2017 | 95

Würziges Multitalent für fleischlosen Genuss

Knabberspass für treue und neue Randenfans ...

... liefern die Biodinkel­ cracker mit einer feinen Note der roten Knolle und aromatischen Gewürzen. Alnatura Rote Bete Cracker, 75 g* Fr. 2.20

Süsse Schätze aus heimischen Gärten

Der fixfertig marinierte Tofu aus Biosoja macht überall eine gute Figur: im Salat, in der Pfanne, auf dem Grill ... Alnatura Tofu Mediterran, 200 g* Fr. 3.20

Der hohe Anteil Schweizer Beeren im Aufstrich befördert das Konfibrot zur Delikatesse. Sélection Fruchtaufstrich Gartenbeeren, 240 g Fr. 3.50

«En Guete» für ein kleines Menü im Grünen

Bilder: Roger Hofstetter, ZvG

Mit dem Gaumen freut sich das Auge

Ob goldbraun geröstet oder direkt aus der Packung: Mit seinen roten Quinoa­ körnern sorgt dieser Toast aus Terrasuisse­Mehl sowohl geschmacklich als auch optisch für Abwechslung auf dem Frühstückstisch. Terrasuisse Quinoa Toast, 250 g Fr. 2.40

Einzeldöschen inklusive: So können einzelne Menükompo­ nenten unterschiedlich lange in der Mikrowelle erhitzt werden, dennoch bleibt für den Transport alles platz­ sparend im gleichen Gefäss. Topline Micro Menüteller, 1,2 l* Fr. 14.80

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Teilnahmeberechtigt: alle natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Keine Barauszahlung der Preise. Keine Korrespondenz über den Wettbewerb, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per Post benachrichtigt. Mitarbeitende von Emmentaler Switzerland, der Partnerfirmen sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Kein Kaufzwang. Einmaliger Gratis-Gewinncode kann über info@emmentaler.ch angefordert werden. Mehr Infos: emmentaler.ch/chaeskampf. Teilnahmeschluss: 30.06.2017

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Leben MM22

Familienumfrage Kennen Sie das Gefühl, als Elternteil nicht zu genügen?

41%

1 Es gibt regelmässig Momente, da wächst mir alles über den Kopf … 41% 2 Grundsätzlich habe ich alles bestens im Griff. Nur selten mal wirds mir zu viel. 31% 3 Nein. Nobody is perfect. Überfordert fühle ich mich zum Glück nie. 17% 4 Oh ja. Ehrlich gesagt überfordert mich der Spagat zwischen Kindern, Job und Haushalt. 11%

In Zusammenarbeit mit

1, 2 oder 3?

Der Nichtschläfer

Wie würden Sie entscheiden?

Richtig! Auch für Tou­

www.migmag.ch/ 12oder3

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (1) wehrt sich jeweils mit aller Kraft gegen den Mittags­ schlaf. Nur wenn er im Kinderwagen in den Schlaf gerüttelt wird, lässt er es geschehen. Doch an diesem graunassen Frühlingstag ist mir nach einem Morgen in Regenjacke und Gummistiefeln auf dem Spiel­ platz nicht nach einem weiteren Spaziergang zumute. Also gebe ich vor, es wäre Abend, spule das Einschlafritual ab und stecke ihn in sein Bett. Er versucht herauszuklettern. Ich lege mich mit ihm ins grosse Bett und singe eintönige Schlaflieder. Er giggelt. Nun habe ich die zündende Idee: Ich schnalle ihn in den Buggy und stosse ihn durch die Tiefgarage. Er wird gerüttelt, ich bleibe trocken. Statt einzuschla­ fen, ruft er euphorisch: «Auto! Auto! Auto!» Und jetzt, 1, 2 oder 3? 1 2 3

rismusangebote gibt es mittlerweile ver­ schiedene Nachhaltig­ keitslabels wie Green Key, Viabono, Travelife oder Green Globe. Sie kennzeichnen Orte, Hotels, Campingplät­ ze, Reiseveranstalter, Aktivitäten und Attrak­ tionen und geben Aus­ kunft darüber, ob ein Veranstalter beispiels­ weise faire Geschäfts­ beziehungen pflegt oder ob ein Hotel den Abfall umweltgerecht entsorgt. In trockenen Regionen ist ein wich­ tiges Kriterium, ob auf üppige Grünanlagen verzichtet wird, damit für die einheimische Bevölkerung genug Wasser übrig bleibt. Darum gilt: Wer in

den Ferien ökolo­ gische und soziale Aspekte berücksich­ tigen will, achtet schon beim Planen auf Labels. Ferien zu Hause sind nach wie vor oft am umwelt­ verträglichsten. Infos: www.fairunterwegs. org; www.labelinfo.ch

Auch wenn es noch 100 Autos braucht, hier bleiben wir, bis er schläft. Ich steige wieder in die Regenkluft und fahre ihn im Schneeregen spazieren. Heute gibts für den Kleinen keine Siesta – und für uns alle einen Nachmittag voller schlechter Laune.

Antwort 2: Die neuen Wege haben sich nicht bewährt, also überwinde ich meinen inneren Schweine­ hund. Nichts ist mühsamer, als ein übermüdetes, heulendes Bündel Mensch durch den Tag zu schleppen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Monica Müller (42)

Richtig oder falsch? Nachhaltigkeitslabels können helfen, Ferien umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


98 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Costa Rica

Im Reich der Götterwesen

Costa Rica, auch «Schweiz Zentralamerikas» genannt, ist ein Eldorado für Naturliebhaber. Im mystischen Nebelwald entdeckt man den selten gewordenen Quetzal, den die Ureinwohner einst als Gott verehrten. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Paolo Dutto


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 99

Der AnanasClan sowie Reisetipps:

www.migmag.ch/ ananasclan

W

er den Quetzal sehen möchte, muss früh aufstehen. Um 4.30 Uhr wollen wir aufbrechen, das Problem ist nur: Es regnet. In Strömen. Und der anspruchsvolle Vogel mag weder Sonne noch Regen. Den Maya, den Ureinwohnern Zentralamerikas, galt der Quetzal als Gott: Wenn er zu nisten begann, wussten sie, dass es an der Zeit war, den für sie lebenswichtigen Mais auszusäen, weil die Regenzeit nahte. Bei Vogelfreunden geniesst das Tier mit dem farbenfroh schillernden Federkleid noch heute einen gottähnlichen Status, weil es so selten geworden ist. «Ich habe schon Leute begleitet, denen die Tränen kamen, als sie, nach jahrelanger Suche an anderen Orten, den Quetzal hier endlich zu sehen bekamen», erzählt Raúl Fernández Chacón (27), unser Birdwatching-Führer. Er arbeitet in San Gerardo de Dota, einem abgelegenen Gebirgstal südöstlich der Hauptstadt San José, mitten im Nebelwald. Hier leben relativ viele Quetzals – rund 200, so schätzt er, «weil sie perfekte Lebensbedingungen finden und seit Jahrzehnten streng geschützt sind». Andernorts in Zentralamerika wird der Vogel wegen der ungewöhnlich langen Schwanzfedern immer noch gejagt, ist ausgerottet oder auf der Liste der gefährdeten Arten. Aber wird es uns trotz des schlechten Wetters gelingen, den raren Vogel zu finden? Um 5.30 Uhr brechen wir schliesslich auf, mit Wanderschuhen, Regenschutz und dicken Pullovern, denn es ist nicht nur nass, sondern auf etwa 2200 Metern über Meer auch empfindlich kühl. Raúls Vater hält an einer anderen Stelle des Nebelwalds Ausschau, wird nach etwa einer Stunde fündig und gibt uns via Funk Bescheid, wo wir hinmüssen. Als wir dort sind, ist der Quetzal wieder weg – vertrieben von einem Tukan. Immerhin: Der Regen lässt nach. Es ist eigentlich auch gar nicht üblich, dass es hier derart schüttet. Die dick bemoosten Bäume holen sich die notwendige Feuchtig-

keit direkt aus den tief hängenden Wolken, daher der Name «Nebelwald». Nach einer weiteren halben Stunde wird unsere Geduld belohnt: Ein Quetzal sitzt entspannt und gut sichtbar auf dem Ast eines Baums und verdaut eine Zwergavocado, die er gerade vom Nachbarbaum gepflückt und sich als Ganzes einverleibt hat. Etwa eine Viertelstunde lang sitzt er da und lässt sich bewundern. Sogar zwei weitere Exemplare flattern herbei – ein seltenes Ereignis, schwärmt Raúl. Fast noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass unser Grüppchen vollkommen allein ist. «Das Tal ist noch immer ein Geheimtipp», sagt der Vogelexperte. Entdeckt hat es sein Grossvater Efraín ChacÓn (92), der sich 1954 mit seinem Bruder auf der Jagd verirrt hatte, in der Dunkelheit campierte und am nächsten Tag mitten in dieser mystisch wolkenverhangenen, dicht bewaldeten

Begehrte, aber nicht leicht zu findende Vogelart: ein Quetzal, der Göttervogel der alten Maya

Berglandschaft stand, die vom Flüsschen Savegre durchschnitten wird. Damals gehörte ein grosser Teil des Bodens niemandem, und der Staat überliess den Leuten Parzellen, die sie während einiger Jahre bewirtschafteten. Der bitterarme Landarbeiter, der auf einer Kaffeeplantage schuftete, machte sich ans Werk – erst entstand Landwirtschaft, später, als ein US-Biologe in den 80er-Jahren die Quetzals dort entdeckte, ein sorgsam entwickelter Ökotourismus. Sicher, sozial und umweltbewusst

Dieser Ökotourismus ist das Markenzeichen von Costa Rica, dem sichersten und wohlhabendsten zentralamerikanischen Land, wo sich auf 0,03 Prozent der globalen Landfläche 5 Prozent der Biodiversität des Planeten finden. Pflanzen- und Tierwelt sind streng geschützt – wer beim Jagen erwischt wird, riskiert eine Gefängnisstrafe. Sämtliche Energie wird mittels Wasser, Wind und Sonne erzeugt, die Menschen erhalten Gratisbehandlung bei Ärzten und in Spitälern, die Kinder kostenlose Verpflegung in der Schule. Die politische Lage ist seit Jahrzehnten stabil, weshalb Costa Rica auch als «Schweiz Zentralamerikas» bezeichnet wird: Das Land legt grossen Wert auf seine Neutralität und vermittelt immer wieder bei Konflikten in der Region. Der Drogenhandel, der in Mittelamerika zu Bandenkriegen und Morden führte, ist weitgehend unter Kontrolle, weil die Sicherheitsbehörden funktionieren und die Korruption gering ist. Bereits 1948 wurde die Armee abgeschafft – das frei gewordene Geld landet im Bildungs- und Sozialwesen. Aus diesen Gründen hat es Johann Dähler (64) und seine Familie hierhergezogen. «Ich hasse Waffen und Gewalt, deshalb war mir Costa Rica immer sympathisch», sagt Dähler, der in den 70er- und 80er-Jahren in der Elfenbeinküste in Afrika ein Ananasimperium aufbaute – und es infolge der Bürgerkriege, des Klimawandels und eines verunglückten Finanzdeals mit der Schweizer


100 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza) wieder verloren hat. Im Jahr 2000 kehrte das Ehepaar mit seinen vier halb­ wüchsigen Kindern fast mittellos in die Schweiz zurück, 2004 ergab sich die Chance, mit Unterstützung durch Investoren in Costa Rica ein Stück Land zu erwerben, das sich bestens für den Ananasanbau eignete. Heute produzieren die Dählers pro Jahr knapp 20 000 Tonnen Früchte, die sie in die ganze Welt exportieren – ein Teil davon geht auch in die Schweiz, unter anderem zur Migros. Das Familienunternehmen beschäftigt auf seiner Farm nordöstlich von San José etwa 130 Leute und bietet Betriebsbesichtigungen an. Natürlich gibt es köstliche Kostproben direkt vom Feld, und die Gäste erfahren, dass es nicht vom gelben Äusseren abhängt, ob eine Ananas reif und süss ist. Denn die grünen schme­ cken genauso gut, vorausgesetzt, sie hatten ein Jahr lang Zeit, unter den richtigen Be­ dingungen zu reifen. Es frustriert die Ananasfarmer denn auch, dass die Grosshändler ihnen die grünen Früchte nicht abnehmen, mit der Begründung, die Konsumenten würden sie nicht akzeptieren. Die Früchte werden deshalb künstlich durch einen chemischen Prozess gelb gemacht, obwohl das gar nicht nötig wäre. Auch andere ästhetische Krite­ rien führen zur Ablehnung, etwa eine Krone, die grösser als die Frucht ist oder etas schief gewachsen. «So entsteht viel unnötiger Ausschuss, dabei hat all dies keinen Einfluss auf den Geschmack», sagt Dähler. Die un­ verkäuflichen Früchte werden entweder zu Saft verarbeitet, den Wasserbüffeln auf dem Gelände verfüttert oder nachts von den Af­ fenfamilien geholt, die in den Wäldern rund um die Farm leben. Dem Land etwas zurückgeben

Den Laden schmeissen heute die drei Söhne; Johann Dähler ist mit seiner Frau und der Tochter seit ein paar Jahren wieder in der Elfenbeinküste aktiv, nachdem er seine Ländereien zurückgekauft hat. Er baut dort Kautschuk und Kakao an, hat auch eine mobile Klinik, eine Schule und ein Gottes­ haus finanziert, in dem Christen und Mus­ lime gemeinsam beten, wie er erzählt. Doch so gut die Geschäfte in Costa Rica zurzeit laufen, nach den Erfahrungen in Afrika haben die Brüder Dähler entschieden, neben der Ananasfarm ein zweites Stand­ bein aufzubauen: Seit einigen Jahren bieten sie auch Reisen an. «Zu Beginn wussten wir kaum etwas über dieses Geschäft», sagt Stéphane Dähler (31), der sich inzwischen fast nur noch um den Tourismus kümmert. «Aber wir haben durch unsere Arbeit hier ein Netzwerk aufgebaut, Partner und Freunde gefunden, die uns unterstützen. Mit ihrer Hilfe können wir eine andere,

1 2

4

1 Die Dählers auf ihrer Ananasplantage: Vater Johann (3. v.l.) mit seinen Kindern Stéphane, Andrea und Johann. Letzterer leitet die Farm in Costa Rica. 2 Blick von der Küste der malerischen, streng geschützten Isla del Caño. 3 Die Riffe rund um die Insel

sind voller Fische – darunter Schwärme von GrossaugenStachelmakrelen. 4 RaÚl Fernández ChacÓn kennt den Nebelwald von San Gerardo de Dota wie kein anderer – auch die Lieblingsplätze der seltenen Vogelart Quetzal.


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 101

Nicaragua Atlantik Tipps

Costa Rica

Unterwegs in Costa Rica

Ananas­Plantage San José San Gerardo de Dota

Beste Reisezeit:

Panama Isla del Caño

Je nach Region unterschied­ lich. Es gibt verschiedene Klimazonen; die karibische Seite im Osten hat Hoch­ saison von Oktober bis April, danach beginnt offi­ ziell die Regenzeit. Das Wetter ist generell unbe­ rechenbar und ändert sich rasch, unabhängig von der Jahreszeit.

Drake Bay

Pazifik

3

Anreise:

Edelweiss bietet neu zwei­ mal pro Woche Direktflüge von Zürich nach San José. Ab 850 Franken pro Person. www.flyedelweiss.com

Rainforest Lodge Einfache Ökounterkunft im Regenwald in der Nähe von San José. Die Hütten befin­ den sich mitten im Dschun­ gel, nach 21 Uhr wird der Stromgenerator abgeschal­ tet. Ideal für Touren durch den Regenwald. Ab 100 Franken pro Nacht im DZ (inklusive Transport, sämtli­ che Mahlzeiten und Touren). www.rainforestadventure.com

Unterkunft: Savegre Lodge

Komfortables, schön ge­ legenes Mittelklassehotel mit Spa. Die perfekte Aus­ gangslage für Touren in den mystischen Nebelwald von San Gerardo de Dota und für Quetzal­Beobach­ tungen. Ab 80 Franken pro Nacht im DZ. www.savegre.com

Aguila de Osa

Kleine luxuriöse Öko­ Lodge direkt am Meer, nur per Boot erreichbar, einge­ bettet in die Natur. Ideal für Unterwasserabenteuer. Ab 450 Franken für zwei Nächte im DZ (inklusive Transport und sämtliche Mahlzeiten). www.aguiladeosa.com

Barcelo San José Komfortables Mittelklasse­ hotel in der Hauptstadt. Gute Ausgangslage für eine Stadtbesichtigung und Ausflüge. Ab 70 Franken pro Nacht im DZ. www.barcelo.com

Kulinarisches:

Bohnen und Reis gibt es in Costa Rica zu fast allen Mahlzeiten. Verbreitet sind auch Gemüseeintöpfe, Fisch und Steaks. Die Landesküche ist von kari­ bischen und asiatischen Einflüssen geprägt. Zudem ist Costa Rica mit einer Fülle köstlicher Früchte gesegnet, die auch gern in Smoothies oder Cocktails eingesetzt werden. Wer mit Hinweis auf diesen Migros­Magazin­Artikel eine Mail an info@swisstropical.ch, zuhanden Stephane Dähler, schreibt, erhält bei den hier und online erwähnten Hotels und Touren sowie beim Autovermie­ ter Hertz 10 Prozent Rabatt.


RUNDREISEN

Rundreise durch Costa Rica

erleben Sie «PuraVida» mit der Familie Dähler

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1. Tag Zürich–San José Individuelle Anreise zum Flughafen Zürich. Abflug am Mittag mit Edelweiss Air nach San José. Ankunft am Abend undTransfer ins Hotel. Abendessen und Übernachtung. (A) 2. Tag San José–Vulkan Poás–San José Ausflug in den Poás Nationalpark mit traumhaftem Ausblick vom 2708 m hohen Vulkan Poás. Besichtigung einer Kaffeeplantage. (F, M, A) 3. Tag San José–Vulkan Irazú–Guápiles Fahrt zur ehemaligen Hauptstadt Cartago. Weiterfahrt zu Costa Ricas höchstem Vulkan Irazú. Bei schönem Wetter bietet sich eine fantastische Aussicht auf den Atlantik und den Pazifik. Fahrt durch den Regenwald nach Guápiles. (F, M, A) 4. Tag Guápiles Ausflug in den Regenwald und Fahrt mit Schwebebahn durch den Nationalpark Braulio Carrillo. Besichtigung und Mittagessen in einer Palmherzplantage. (F, M, A) 5. Tag Guápiles–Tortuguero Ausflug nach Tortuguero, einem Dorf an der Karibikküste mit gleichnamigen Nationalpark. Rundgang und Übernachtung in Tortuguero. (F, M, A) 6. Tag Tortuguero Bootsfahrt durch den Nationalpark Tortuguero, auch bekannt als kleiner Amazonas, der Heimat von Brüll-, Kapuzineraffen und Faultieren. (F, M, A) 7. Tag Tortuguero–Puerto Viejo de Sarapiquí Ausflug zu einer Bananenplantage. Lernen Sie den gesamten Arbeitsablauf vom Anbau, der Pflege bis hin zur Ernte kennen. (F, M, A) 8. Tag Puerto Viejo de Sarapiquí Fahrt zum Ananas-König Johann Dähler. Besichtigung der Plantage mit Informationen zu Anbau, Aufzucht, Pflege und Ernte. (F, M, A) 9. Tag Puerto Viejo de Sarapiquí–La Fortuna ImTirimbina Regenwald Besuch einer Kakaoplantage. Fahrt nach La Fortuna am Arenal, dem jüngsten und aktivsten Vulkan des

Landes. Geniessen Sie im Hotel ein erholsames Bad mit Sicht (bei gutem Wetter) auf den Arenal. (F, M, A) 10. Tag La Fortuna–Pequeña Helvecia–La Fortuna Besuch von «Pequeña Helvecia», der kleinen Schweiz von Costa Rica, dem Reich der Familie Ulrich. Mittagessen im dazugehörigen Drehrestaurant, mit Ausblick über alle sieben Provinzen. Rückfahrt zum Hotel. (F, M, A) 11.Tag La Fortuna Tag zur freien Verfügung. Möglichkeit zu vielen Aktivitäten oder entspannen Sie in den heissen Quellen. (F, A) 12. Tag La Fortuna–San José Am Morgen Zeit zur freien Verfügung. Nach dem Mittagessen Transfer zum Flughafen. Unterwegs Besuch einer Holzfabrik. Rückflug mit Edelweiss Air am Abend. (F, M) 13. Tag Zürich Ankunft in Zürich am Mittag. Individuelle Heimreise.

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Eisenbahn in Pequeña Helvecia

Gruppengrösse max. 18 Personen

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12.–15. Tag Samara Transfer zu Ihrem Badeferienhotel in Samara an der Pazifikküste. In den nächstenTagen können Sie hier die «Seele baumeln» lassen. Mitten im Grünen bietet dieser Ort zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. (Al) 15. Tag Samara–San José Fahrt zurück nach San José. Unterwegs Besuch einer traditionellen Holzfabrik. Abends Rückflug. (F, M) 16. Tag Zürich Ankunft am Morgen. Individuelle Heimreise.

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Reisedaten 2017/18 17.11.–29.11.17 05.01.–17.01.18 19.01.–31.01.18

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Aussergewöhnliche Reisen zu moderaten Preisen


Auf dem Weg zur Isla del Caño hat man gute Chancen, Delfine zu beobachten.

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LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 103

BEZAUBERNDES COSTA RICA. RUNDREISE VOM SPEZIALISTEN.

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MIETWAGENRUNDREISE AB/BIS SAN JOSÉ ursprünglichere Seite von Costa Rica präsentieren als die meisten grösseren Reiseanbieter.» Das ist ihm sogar ein besonderes Anlie­ gen: «Die Menschen hier sind ungemein herzlich, offen und gastfreundlich, sie haben uns zum Beispiel nie spüren lassen, dass wir Ausländer sind. Wer hier gute Arbeit leistet und sich integriert, gehört sofort dazu, wird zum Tico oder zur Tica.» So nennen sich die Einheimischen in Costa Rica. «Mit unseren Reisen möchten wir auch solchen Regionen des Landes finan­ zielle Unterstützung zukommen lassen, die von den Touristen oft übersehen werden.» Pionierarbeit für den Ökotourismus

Zu diesen Gebieten gehört die Drake Bay ganz im Süden bei der Osa­Halbinsel mit der vorgelagerten Isla del Caño und ihrer reichen Unterwasserwelt. Auf dem Weg dorthin entdecken wir vom Boot aus, wie sich Möwen an einer Stelle immer wieder steil ins Meer stürzen. «Dort muss sich ein Fischschwarm befinden, vermutlich sehen wir jetzt gleich auch Delfine», sagt unser Schnorchelführer. «Die Möwen holen die Fische von oben, die Delfine von unten.» Und tatsächlich tauchen nun auch die unverkennbaren Rückenflossen auf, wenig später hüpft ein ganzer Trupp Delfine in den Heckwellen unseres Bootes. In den Riffen um die Isla del Caño entdecken wir

anschliessend beim Schnorcheln Wasser­ schildkröten, Weissspitzen­Riffhaie, Lan­ gusten, Mantas und ungeheure Mengen von Fischen, darunter einen riesigen Schwarm von Grossaugen­Stachelmakrelen, der sich stetig um sich selbst im Kreis dreht. «2,5 Prozent der globalen Biodiversität befinden sich hier auf der Osa­Halbinsel», erklärt später Bradd Johnson (66), der seit 1992 seine Lodge Aguila de Osa in der Drake Bay betreibt, die nur per Boot erreich­ bar und ganz auf Nachhaltigkeit getrimmt ist. Johnson gehört zu den Pionieren der Ökohotelindustrie in Costa Rica. Er ist Mit­ begründer der Greentique Hotels und der Corcovado Foundation, die diverse Umwelt­ initiativen in der Region lanciert hat. Ihr ist es zu verdanken, dass heute weite Teile der Halbinsel unter Naturschutz stehen. Der weitgereiste Amerikaner aus Boston kam zum Tauchen und Fischen in diese Gegend und verliebte sich in die noch weit­ gehend unberührte Natur. «Die Einsicht, dass wir hier eine ökologische und nachhal­ tige Entwicklung brauchen, kam erst ein paar Jahre später», sagt er. Umso intensiver engagiert er sich heute. «Das ist einer der schönsten Flecken der Erde – wir müssen alles dafür tun, damit das so bleibt.» MM Diese Reise wurde unterstützt von Edelweiss und Swiss Tropical Tourism in Costa Rica. www.dahlercostarica.com, www.flyedelweiss.com

inkl. 14 Übernachtungen in Mittelklassehotels und Lodges, 21 Mahlzeiten, 3 Tage Tortuguero-Package, 12 Tage Mietwagen 15 Tage/14 Nächte, z.B. am 28.7.17, ab CHF 2136 p. P. Highlights: Faszinierende Tier- und Pflanzenwelt in den Nationalparks Tortuguero, Piedras Blancas und Manuel Antonio www.travelhouse.ch/z-1900545

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104 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Wie motivieren Sie Ihr Kind?

www.migmag.ch/ schulverleider

Tipps

Schulverleider – was tun?

• Nicht die negative Stimmung des Kin­ des unterstützen oder es bemitleiden • Das Kind auffordern, den Fokus zu wech­ seln und aufs Positi­ ve zu achten • Dem Kind vorschla­ gen, ein Motiva­ tionsbuch zu füh­ ren und am Abend aufzuschreiben, was gut gelungen ist und was Spass und Freude bereitet hat • Sich als Eltern hinter­ fragen, ob man das Kind überfordert , zu viel verlangt, mit Freizeitaktivitäten zudeckt oder Leis­ tungsdruck ausübt • Ein wohlwollendes Gespräch mit dem Lehrer suchen, in dem das Wohl des Kindes im Fokus steht und nicht vom Lehrer Verbesserung gefordert wird Weitere Infos: www.fam­coaching.ch

Oft sind es scheinbar banale Dinge, die die Kinder quälen: Eltern müssen diese Probleme ernst nehmen und thematisieren. Familie

Kein Bock auf Schule Was tun, wenn das Kind plötzlich nicht mehr gern zur Schule geht? Ein «Schulverleider» kann viele Gründe haben, sagt die Elternberaterin Daniela Schlegel. Wichtig ist, dass das Kind von den Lehrerinnen und Lehrern Wertschätzung erfährt. Text: Claudia Langenegger

A

nias (10) ist in der vier­ ten Klasse, die Schule hat ihm immer Spass gemacht. Doch jetzt ist plötzlich alles anders. «Ufzgi mache ich keine. Schule ist sowieso doof», brummelt er, als sein Mami Andrea (38) nachfragt, ob die Aufgaben gemacht seien. Auf ihre überraschte Frage, was denn los sei, bekommt sie nur ein abweisen­ des «Es bringt sowieso nichts!» zur Antwort. Sie denkt, das wird sich hoffentlich bald wieder legen. «Der ‹Schulverleider› kann unterschiedlichse Gründe haben», erklärt Daniela Schlegel (47), Erwachsenenbildnerin und Ge­ schäftsführerin des Family Coa­ ching Centers in Wädenswil ZH. «Oft gibt es einen Auslöser von aussen.» Es kann sein, dass ein

Kind das Gefühl hat, zu wenig Frei­ zeit zu haben, weil die Tage vollge­ packt sind. Es kann auch sein, dass es von Eltern oder Lehrern den Eindruck erhalten hat, es sei nicht gut genug in der Schule, oder dass es seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt. Unstimmigkeiten mit den Gspänli können ebenso ein Grund sein wie das Gefühl, von der Lehrperson nicht wahrgenommen zu werden. Überfordertes Kind

«Ein einziges kleines Erlebnis ge­ nügt, und der ‹Verleider› entsteht», sagt Schlegel, die schon viele Eltern, Kinder und Jugendliche gecoacht hat. Eine einzige schlech­ te Prüfung, eine Bemerkung des Lehrers, eine Zurückweisung der Gspänli – all dies kann als Auslöser

genügen, dass sich das Kind schlecht fühlt. Denn: Kinder messen sich, wollen gut sein und dazugehören. «Es kann etwas Banales sein, das wir Erwachsene un­ problematisch finden, das Kind aber persönlich genommen hat», sagt die Elternberaterin. Manchmal ist auch Überforde­ rung der Grund für den Verleider. «Denn Kinder haben heute oft ein Riesenprogramm neben der Schu­ le.» Und es kommt auch vor, dass sich das Kind der Meinung von Schulkameraden anschliesst und die Schule plötzlich uncool findet. Diese Stimmung kann rasch wieder keh­ ren. Zentral für die Schulmotiva­ tion ist eine gute Beziehung zu den Lehrern, sagt Schlegel: «Ein Kind braucht das Gefühl, wertgeschätzt und gemocht zu werden.» MM

Bild: John Slater/Getty Images

• Genau nachfragen, was der Grund ist


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 105

I

Brave New Girl

Auch Mozart war Trash

Ich suche Worte, um dieses Mädchen zu beschreiben, ohne dabei respektlos zu sein. Verdammt, Mädchen! Wer ist hier eine sexy Bitch?» Das sind die völlig ironiefreien Zeilen in einem Song des französischen DJs David Guetta und des US-amerikanischen Sängers Akon.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Das Lied mit nervtötendem Dance-Beat lief kürzlich in einem Fünf-Dollar-Hostel, in dem ich lärmbedingt eine schlaflose Nacht verbrachte. Erschienen ist es 2009, totzukriegen offensichtlich nicht. In der Zwischenzeit wurde es rund fünfeinhalb Millionen Mal gekauft und 21-mal mit Platin ausgezeichnet. Man kann nicht sagen, dass meine Generation einen guten Musikgeschmack hat. Zumindest nicht die grosse Masse. Besonders die David-Guetta-Ära war ein tiefschwarzes Kapitel in unserer musikalischen Vergangen-

heit: billige Elektroklänge, lahmer Text und wenig Anspruch auf Originalität. Noch heute geht es in den chartstürmenden Songs in erster Linie ums Aufreissen und Feiern. In den Musikvideos räkeln sich halbnackte Menschen. Sex sells. Alles zu profan? Früher war alles besser? Von wegen. Mozart beipielsweise war genauso vulgär wie Akon und David Guetta. Er hatte eine Vorliebe für Fäkalhumor und schrieb etwa die Zeilen: «Leckt mir den Arsch recht sauber.» Und in den alten griechischen Theateraufführungen trugen die Männer übergrosse Penisprothesen und fanden das irre komisch. Zügeln wir also unseren Kulturpessimismus. Denn: Von damals sind halt einfach die anspruchsvolleren Werke in Erinnerung geblieben. MM


106 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Gesundheit

BarfussSommer

Barfusslaufen stärkt die Füsse und lindert so Beschwerden des Bewegungsapparats. Neben den medizinischen Aspekten sind aber auch der Wohlfühlfaktor und das sinnliche Erleben nicht zu unterschätzen. Text: Michel Züger

Impuls-Tipp

Wenn Schuhe, dann die richtigen So schön es ist,

barfuss durch die Welt zu spazieren – manchmal sind Schuhe nötig, etwa beim Joggen. Worauf es bei der Wahl des Laufschuhs ankommt, lesen Sie auf Impuls. www.migros-impuls.ch

Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

K

inder tollen am liebsten ohne Schuhe durch die Wiese und denken erst an sie, wenn es kalt wird. Knick-, Senk- oder Spreizfüsse sind für sie kaum ein Thema und Rückenbeschwerden schon gar nicht. Diese kindliche Unbeschwertheit sollten wir unbedingt ein Stück weit bewahren, unsere Füsse würden sich freuen. Der Alltag vieler sieht jedoch anders aus. Da herrscht viel Monotonie – bis zu den Füssen. Das Tragen der immer gleichen Schuhe schränkt unsere Füsse und deren Muskeln, Bänder und Sehnen stark ein. Viele kleine und grosse Fussmuskeln werden darin kaum noch trainiert. Die Folge können Fehlstellungen der Füsse, Knie- und Rückenprobleme sein. Gratis Fussreflexzonenmassage

Die Lösung für gesunde Füsse heisst Abwechslung. Wer die Schuhe regelmässig wechselt und von Zeit zu Zeit barfuss läuft, der fordert seine Füsse ideal. Beim Barfusslaufen auf einer Wiese, im Sand oder auf einem Waldweg werden automatisch auch die Fusssohlen stimuliert, was sich wiederum positiv auf die inneren Organe auswirkt. Was aber noch viel

wichtiger ist: Beim Barfusslaufen kann die gesamte Fussmuskulatur trainiert werden. Und diese verhilft uns wiederum zu einem stabilen und sicheren Gang im Alltag. Ein Erlebnis für alle Sinne

Durch das Tragen von Schuhen stumpft der Tastsinn mit der Zeit ab, und es ist jedes Mal ein Erlebnis, wenn die Natur unter den Füssen plötzlich wieder richtig gespürt wird. Barfusswege eignen sich dazu ideal. Hier kann man nach Lust und Laune über Moos, Tannenzapfen oder Wiesen gehen, die Füsse in Bäche tauchen und über Steine klettern. Wer lange nicht mehr barfuss gelaufen ist, sollte damit jedoch langsam beginnen und die Dauer sukzessive steigern. Einerseits müssen sich die Muskeln, Sehnen und Bänder an die neue Belastung gewöhnen, andererseits wird auch die Haut an den Füssen mit der Zeit dicker. Dasselbe gilt beim Tragen von Fünf-Finger-Schuhen. Wer das Barfusslaufen nicht gewohnt ist, sollte nicht gleich eine lange Distanz darin laufen, sondern die Belastung langsam steigern. MM Schweizer Barfusswege Gonten AI – Wuppenau TG – Nendaz VS – Celerina GR


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 107

Faktencheck

Sportwahl: Tennis oder Golf? Tipps

Das ist wichtig für gesunde Füsse Abwechslung: Regel-

mässig die Schuhe wechseln und von Zeit zu Zeit barfuss auf verschiedenen Untergründen laufen (wenn möglich nicht auf Teer) Kneippen: Zur Förde-

rung der Durchblutung und Stärkung des Körpers gegen Erkältungen Pflege: Füsse regelmässig eincremen und dabei richtig durchkneten (dadurch können alle kleinen Gelenke mobilisiert werden) Fussgymnastik: Regel-

Auf vielen verschiedenen Untergründen barfuss gehen, trainiert die Fussmuskeln und fördert die Stabilität des Ganges.

mässig ein paar Kräftigungsübungen in den Alltag einbauen (zum Beispiel auf einem Bein stehen, ein Tuch mit dem Fuss einrollen etc.), mit einem Golfball oder Black Ball können zudem die Reflexzonenpunkte massiert und leichte Verkrampfungen gelöst werden (Fuss mit Belastung richtig darüberrollen)

Tennis Vorteile

• Die Ausrüstung ist in der Regel leicht. • Man kann drinnen und draussen spielen. • Fördert die Koordination, die Konzentration und die Selbstberrschung • Fördert den allgemeinen Muskelaufbau: Beine, Rumpf, Arme • Trainiert das Herz Nachteile

• Nur mit einem Partner möglich, daher keine totale Unabhängigkeit • Es braucht viel, um alle Schlagarten zu beherrschen (Rückhand, Vorhand, Aufschlag usw.), sowie viel Ausdauer, um Fortschritte zu machen. Vorsichtsmassnahmen

Golf Vorteile

• Beim Golfen sind neben den langen Strecken zu Fuss (7 bis 10 km bei einem 18-Loch-Parcours) auch die Bewegungen körperlich anstrengend. • Aktivität an frischer Luft • Für jedes Alter geeignet • Kann allein ausgeübt werden, hilft aber beim Knüpfen sozialer Kontakte. Golf konfrontiert keine Gegner, sondern vereint diskussionsfreudige Partner. Nachteile

• Wetterabhängig • Teuer • Braucht viel Zeit Vorsichtsmassnahmen

Nicht empfohlen bei Schulter-, Knie- oder Rückenproblemen

Nicht empfohlen bei Rücken-, Ellbogenoder Handgelenkproblemen

Kalorienverbrauch 400 bis 600 kcal/Stunde

Kalorienverbrauch 300 bis 500 kcal/Stunde

Bilder: Getty Images, iStockphoto (2)

Fazit «Überlastungsbeschwerden kommen in beiden Sportarten häu-

Michel Züger, Dipl. Physiotherapeut FH,

fig vor», erklärt Maximilian Schindler, FMH-Klinikchef und Sportmediziner am Genfer Universitätsspital. Beim Golf resultieren die Verletzungen hauptsächlich aus einer Überlastung, das heisst, dass zu viel gespielt, der Körper aber nicht ausreichend darauf vorbereitet wurde. Das Verletzungsrisiko pro 1000 Stunden ist jedoch sehr gering.

In Zusammenarbeit mit

Die typischen Verletzungen beim Tennis sind das Tennisbein, eine Verletzung des Musculus gastrocnemius, sowie der Tennisarm. Bei diesem Rückschlagsport wird eine sehr komplexe Schulterbewegung durchgeführt, die häufig zu Verletzungen führt. Die Beläge des Tennisplatzes (roter Sand, Kunststoffgranulat, Kunstrasen usw.) beeinflussen die Zahl der Verletzungen nicht. Die Verletzungen scheinen jedoch zuzunehmen, je häufiger der Belag gewechselt wird.

Sportphysiotherapeut SPT, Leiter Therapien und Komplementärmedizin, Medbase St. Gallen Zentrum


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LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 109

Migros-Bank-Ratgeber

Untervermietungen an Touristen sind beliebt. Nicht nur bei Vermietern, auch beim Fiskus und der Bank gelten klare Regeln.

Letzteres ist der Fall, wenn der Airbnb-Gast für die Unterkunft wesentlich mehr bezahlt als der Mieter selber. Rechtsexperten erachten einen Aufschlag von bis zu drei Prozent als zulässig – bezogen auf die Benützung der Räumlichkeiten. Er kann höher ausfallen für Zusatzdienstleistungen wie beispielsweise Möblierung, Frühstück oder nachJeannette trägliche Reinigung. Darüber hinSchaller (53) ausgehende Gewinne kann der ist Leiterin Finanz- Vermieter abschöpfen. Wie die planung bei der Mieter müssen auch StockwerkeigenMigros Bank. tümer bei der Beherbergung von

Airbnb-Dichte in den 20 grössten Schweizer Städten Die Höhe des Balkens zeigt die Anzahl Airbnb-Inserate pro 1000 Einwohner. Angebote/1000 Einwohner 9 8 7 6 5 4 3 2

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Für Privatunterkünfte in Schweizer Städten und Tourismusorten sind Onlinebuchungs-Plattformen nicht mehr wegzudenken. Besonders gross ist das Angebot in Genf und Basel. Die beiden Städte übertreffen mit fast acht beziehungsweise zehn AirbnbInseraten pro 1000 Einwohner gar europäische Metropolen wie Berlin. Mieter dürfen jederzeit ihre Wohnung via Airbnb und Co. untervermieten – unter vier Voraussetzungen. Erstens ist die Zustimmung des Vermieters einzuholen, und zweitens sind ihm die Bedingungen der Untermiete bekanntzugeben, idealerweise in Form eines Untermietvertrags. Drittens dürfen dem Vermieter keine Nachteile entstehen – etwa keine Lärmbelästigung für die Nachbarn. Viertens darf der Untervermietungszins nicht missbräuchlich hoch sein.

*Quelle: Airbnb, Datahouse, Wüest & Partner

Airbnb-Gästen auf die Nachbarn Rücksicht nehmen. Ist dies nicht der Fall, können benachbarte Stockwerkeigentümer eine Einschränkung für die Kurzzeitvermietungen verlangen. Diskussionsbedarf mag es auch mit der Bank geben: Airbnb-Erträge können erheblich schwanken, sodass die Hypothekarbank das AirbnbEinkommen für die finanzielle Tragbarkeit des Wohnobjekts in der Regel nicht anrechnet. Ebenfalls zurückhaltend ist der Fiskus, den Eigenmietwert proportional um die

via Onlineplattformen vermieteten Zimmer zu kürzen. Obwohl die Airbnb-Erträge stark schwanken, muss sie der Gastgeber stets als Einkommen versteuern – sei er selber Wohneigentümer oder nur Vermieter. Zudem ist die je nach Kanton vorgeschriebene Kurtaxe zu entrichten. Umgekehrt sind Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermietung abzugsfähig. Diverse Kantone erlauben, dass für Möbel pauschal 20 Prozent der Bruttomiete abgezogen werden dürfen, für Wäsche weitere 13 Prozent. MM

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LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 111

Tipps

Von Tier zu Mensch und umgekehrt Krankheiten, die sich zwischen Tier und Menschen übertragen

Wellensittiche hautnah: Für einmal dürfen die Besucher die Zootiere füttern.

Zootierärztin

Grünes Licht für Sittiche In die Fütterungsvoliere ziehen Wellensittiche ein. Da die herzigen Vögel für den Menschen gefährlich sein können, werden sie einem Gesundheitscheck unterzogen. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

U Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

nsere neue Fütte­ rungsvoliere ist bereit für Bewoh­ ner – australische Vögel. Das Besondere: Be­ sucherinnen und Besucher dürfen die Vögel zu gewissen Zeiten in der Voliere von Hand mit Futtersticks füt­ tern. Für die Gäste ein Er­ lebnis, für mich ein Grund, besonders vorsichtig zu sein. Bei diesem unmittelbaren Kontakt werden nämlich Zoonosen ein Thema, Krankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragbar sind. Der erste Vogel­ schwarm, der bei uns ein­ trifft, besteht aus jungen Australischen Wellensit­ tichen. Wellensittiche sind als Haustiere beliebt und in verschiedenen Far­ ben bekannt – in Blau­ und Grüntönen, Grau, Gelb

oder Weiss. Was viele nicht wissen und wir im Zoo zei­ gen möchten: Das sind alles Zuchtformen. In der Natur gibt es die Vögel nur in Grün. In freier Wildbahn kann man teilweise Hunderte von Wellensittichen beobachten; ihre Fluggeräusche und trillernden Kontaktrufe sind nicht zu überhören. 40 Tiere für die Voliere

Wellensittiche leben in ihrer Heimat Australien in grossen Schwärmen, nicht nur zu zweit, wie wir dies in Schweizer Vogelkäfigen oft sehen – das hiesige Gesetz schreibt dies als Mindestanzahl vor. In unserer Voliere ziehen fürs Erste rund 40 Tiere ein. Nun nehmen wir die Jungvögel eines Schweizer Züchters genau unter die

Lupe. Bei uns werden alle Papageienarten, zu denen auch der Wellensittich zählt, routinemässig auf die häufigsten viralen, bakteriellen und parasitä­ ren Erkrankungen unter­ sucht. Psittakose etwa kann beim Menschen zu grippe­ ähnlichen Symptomen führen, Salmonellen kön­ nen Durchfall verursachen. Wir nehmen eine Blut­ und Federprobe, machen Abstriche, sammeln Kot­ proben. Das Ergebnis ist erfreulich: Alle Vögel sind gesund und bereit für den direkten Publikumskontakt. Es spricht nichts dagegen, später weitere australische Vögel in die Fütterungs­ voliere einziehen zu lassen, wir denken zum Beispiel an den Rosakakadu mit seiner speziellen Haube. MM

können, nennt man Zoonosen. Der Mensch kann sich beim direkten oder indirekten Kontakt mit erkrankten Tieren anstecken – oder um­ gekehrt. Für die Über­ wachung und Bekämp­ fung von Zoonosen ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gemeinsam mit weite­ ren Bundesämtern und kantonalen Stellen zuständig. Zoonosen sind auch durch Haus- und Nutztiere übertragbar.

Man kann sich und seine Mitmenschen ganz einfach davor schützen: • Regelmässige Gesund­ heitschecks im Tier­ bestand. Bei gesunden Tieren besteht ein geringes Risiko. • Wenn Tiere erkrankt sind, den Tierarzt nach den möglichen Zoonoserisiken fragen. • Eine angemessene eigene Hygiene im Kontakt mit Haus­ und Nutztieren ist immer angezeigt. • Kinder unter fünf Jah­ ren, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten nach dem direkten Kontakt mit Tieren die Hände reinigen und desinfizieren.


112 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Auto

Mit XL auf Achse Für die zehnköpfige Leserfamilie Steiner kann ein Auto kaum gross genug sein. Sie war mit dem Renault Grand Scenic unterwegs und testete einen der letzten «echten» Vans auf seine Alltagstauglichkeit. Text: Timothy Pfannkuchen

Der Fond «Mit kleineren Kindern ist die zweite Sitz­ reihe genial. Für grössere Jugendliche wie mich ist der Platz zu knapp, sobald auch die dritte Reihe besetzt ist.» Marcel Steiner (17)

Bilder: Holger Salach

F

ür Gabriela (46) und Roland Steiner (49) aus dem aargauischen Rudolf­ stetten ist Platz im Auto keine Ne­ bensache: Die Grossfamilie hat acht Kids im Alter von 3 bis 21 Jahren. «Die ers­ ten sind flügge», sagt Roland Steiner. «Nun wollen wir uns nach einem kompakteren Fahrzeug als unserem neunplätzigen Opel Vivaro umsehen.» Der siebenplätzige Van Renault Grand Scenic ist so eines – auch als 5­Plätzer für 900 Franken weniger erhält­ lich. Der Grand Scenic ist mit 4,63 Metern fast 23 Zentimeter länger als der Renault Scenic. Vor 20 Jahren als Kompaktvan ein geschätzter Pionier, muss dieser sich heute gegen die populären SUVs behaupten. Trotz Grösse hat auch dieser Van seine Grenzen. «Nutzt man sieben Sitze, bleibt kein Platz für Gepäck», stellt Familienfrau Gabriela Steiner fest. «Nutzt man ihn als Fünfplätzer, bietet er aber viel Laderaum.» Die dritte Reihe ist eher eng bemessen und ideal für Kinder. Das ist typisch Kompaktvan. Untypisch hingegen ist der Platzmangel in Reihe zwei. «Sitzt hinter mir noch jemand, wirds auf der verschiebbaren Bank zu eng», findet Madeleine Steiner (15). Flott, gross und doch zu klein

«Der Renault ist sehr flott und leise, schön komfortabel und im Sportmodus dyna­ misch», beurteilt Sicherheitsfachmann Ro­ land Steiner Antrieb und Fahrwerk. «Unser Testschnitt von 6,7 Litern ist gut. Wir hätten aber mehr Fortschritt – respektive weniger Verbrauch – erwartet.» Einhelliges Lob er­ halten Design und Raumgefühl, geteilt sind die Meinungen über die vielfältigen Assis­ tenzsysteme. Die Kinder sind vom moder­ nen Cockpit stärker angetan als ihre Eltern. Kommt der Grand Scenic nach 300 Test­ kilometern für die Grossfamilie in Frage? «Nein, noch haben wir mehr Platzbedarf», findet Gabriela Steiner: «Für eine Familie mit zwei bis drei eher kleineren Kindern passt der Grand Scenic aber bestens.» MM

122 g/km CO2

Grenzwert 2017: 118 g/km

Das Design «Der Scenic ist für einen Van sehr cool gestylt. Genial finden wir das riesige Panoramaglas­ dach: Gerade bei tiefen Aussentemperaturen geniesse ich es, wie die Sonne schön wärmt.» Gabriela Steiner


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 113

Das Infotainment «Die Armaturen sind auf dem neusten Stand der Technik und für meine Eltern noch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber ich finde es cool: Man kann alles über den Touchscreen bedienen und muss keine Knöpfe drehen und drücken.» Madeleine Steiner (15)

Familie Steiner aus Rudolfstetten AG (von links nach rechts): Marcel (17), Gabriela (46), Mirjam (6), Dominik (3), Roland (49), Pascal (19), David (10), Christina (21), Simon (12), Madeleine (15).

Die Auto-Testfamilie

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Nissan Micra 1.5 dCi Antrieb: 1.5-R4-Turbodiesel, 66 kW/90 PS,

Das Cockpit «Als Fahrer steigt man leicht ein, sitzt luftig und hat eine gute Sicht – für den Blick nach hinten braucht es aber die Rückfahrkamera. Das Headup-Display ist gewöhnungsbedürftig: Ich fand es eher irritierend als nützlich.» Roland Steiner

5-Gang-Schaltung, Frontantrieb. Umwelt: Normverbrauch 3,2 l/100 km = 85 g/km CO2, Energie A. Preis: ab 18 390 Franken (Basis: 1.0, 71 PS, ab 13 890 Fr.).


114 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

Kinder

Leuchtende Fische Viele Meerestiere haben die Fähigkeit, von selbst zu leuchten. Das ist sehr nützlich: Damit können sie sich tarnen, Beute anlocken oder miteinander kommunizieren. Text: Véronique Kipfer

Anglerfisch

Illustration: Jan Kruse

Qualle

Tintenfisch

Luciferase

Luciferin

O

Licht

2

Da geht ein Licht an

Phänomen heisst Biolumineszenz. Sie findet in den Leuchtorganen der Tiere statt. Das Licht entsteht durch eine chemische Reaktion verschiedener Naturstoffe (Luciferin und Luciferase), wenn sie auf Sauerstoff treffen. Viele Fische, Quallen und Meeresorganismen sind Meister darin. Manche produzieren das Licht selbst, andere brauchen dafür Bakterien, die leuchten können und sich auf oder in ihnen angesiedelt haben. Die leuchtenden Tiere können sogar die Intensität ihres Lichts kontrollieren. Wie sie ihre Fähigkeit einsetzen, ist unterschiedlich.

Es gibt zum Beispiel Tintenfische, die meistens nahe

an der Wasseroberfläche schwimmen und fast durchsichtig sind. Raubtiere sehen ihre Umrisse nicht, sie können aber Augen, Herz und Magen erkennen, weil diese nicht transparent sind. Mit dem selbst erzeugten Licht können die Tintenfische ihre Organe tarnen: Sie erscheinen nun ganz durchsichtig. Manche Kalmare – eine Art von Tintenfischen – kommunizieren miteinander, indem sie Licht aussenden. Andere Fische wie der Seeteufel oder Anglerfisch, den wohl viele aus dem Film «Nemo» kennen, locken mit ihrem Licht Beutetiere oder Partner an. MM

Es gibt Quallen, die Leuchtblitze aussenden, um Feinde zu

erschrecken oder grössere Raubtiere anzulocken, die sie dann angreifen. In der Finsternis der Ozeantiefen senden Meeresbewohner oft blaues Licht aus, das weiter reicht als andersfarbiges.

Bild: iStock

Wusstet ihr, dass es viele Tiere gibt, die selbst Licht erzeugen können? Dieses


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 115

Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede

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Die Natur bringt ständig neue Lebensformen hervor. Das tat sie schon, bevor es uns gab. Forscher erklären, wir seien ein Zufall der Natur. Gläubige Menschen sagen, Gott habe uns geschaffen, als Krönung der Schöpfung. Sind wir also die Hauptsache auf Erden? Oder nur eine Laune der Natur? Deine Zeichnung wirkt bunt und fröhlich. Die Menschen fehlen. Deiner Schnecke und dem Marienkäfer ginge es besser, gäbe es keine Menschen, weil dann niemand Schnecken- und Insektengift

streuen würde; dein Fisch würde in Meeren schwimmen, die viel sauberer wären; die Schlange würde nicht mehr verteufelt. Milliarden von Hühnern wären erlöst – weil sie nicht mehr eingesperrt und gegessen würden. Die Natur könnte gut ohne uns funktionieren. Sind wir Menschen zum Schaden der Erde da? Oder zu deren Nutzen? Steckt hinter unserem Dasein ein tieferer Sinn? Ich kann dir nicht sagen, warum es uns Menschen gibt. Aber du kannst herausfinden,

warum du selbst da bist und was deinem Leben Sinn gibt. Dies kommt mir wie eine Schatzsuche vor: Wir finden immer wieder neue Schnipsel mit Hinweisen. Darauf heisst es zum Beispiel: «Das Leben gleicht einem Spiel. Welches ist deine Rolle? Spiele sie mit Freude.» Oder: «Spürst du den Zauber in der Natur? Verliere ihn nie!» Oder: «Wem könntest du einen Gefallen tun? Okay, dann mach es!» MM

Eine Mutter erklärt die Welt:

Die Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Nina hat ein paar Würfel gebastelt und sie wieder auseinandergefaltet. Kannst du erkennen, welcher fertige Würfel zu welchem offenen Würfel gehört?

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LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 117

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An welchem Datum treten Gotthard am «Rock the Ring» auf? Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039

(1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, den Wunschtag, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS:

Ob deutscher Rap oder Schweizer Hardrock – Hinwil wird im Juni zum Magneten für Musikfans. Glücksgriff

Das Oberland rockt Vom 23. bis 25. Juni geht in Hinwil ZH das Festival «Rock the Ring» mit Rocklegenden wie Deep Purple oder Gotthard über die Bühne. Das Migros-Magazin verlost VIP-Tickets.

D

ie Urväter des deutschen Rap geben sich im Zürcher Oberland die Ehre: Die Fantastischen Vier werden am Festival «Rock the Ring» Stücke aus ihrem neunten Studioalbum «Rekord» vorstellen. Das Quartett hat in seiner Laufbahn sieben Millionen Tonträger verkauft und Musikgeschichte geschrieben. «Fanta Vier» haben von ihrer Coolness nichts verloren, und sie werden in Hinwil die Fans zum Abtanzen und Mitsingen bringen. Das 25-Jährige feiert aber auch Gotthard, die erfolgreichste Hardrockband der Schweiz. Auf

ihrer Jubiläumswelttournee macht die Gruppe am 24. Juni halt in Hinwil. Mit dabei ist auch Hardrockkonkurrent Krokus. Und gleich nach den beiden helvetischen Bands werden Deep Purple aus England die Open-Air-Arena erbeben lassen. Junge Hitparadenstürmer sorgen für frischen Wind

Das Festival ist aber nicht nur ein Treffpunkt lebender Legenden, sondern auch eine Bühne für erfolgreiche Newcomer. Zu ihnen zählt der erst 18-jährige Bieler Mundart-Rapper Nemo.

In seinem Hit «Himalaya» besingt er jugendlichen Übermut und ein schwereloses Lebensgefühl. Auch das Zürcher Duo Dabu Fantastic ist dabei. Mit dem Song «Angelina» haben die beiden einen Hit geschrieben. Das Festivalprogramm wird den Ansprüchen verschiedener Generationen gerecht und hat für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten. Machen Sie deshalb bei der Verlosung mit und erleben Sie, wie das Zürcher Oberland gerockt wird. MM Alle Infos zum Festival: rockthering.ch

Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen, dem Wunschtag und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Wunschtag, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte:

Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort, dem Wunschtag und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Rock the Ring», Postfach, 8099 Zürich Online:

www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 4. Juni 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Unsere Ozeane drohen zu gewaltigen Mülldeponien zu werden – mit tödlichen Folgen für ihre Bewohner. oceancare.org

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LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 121

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wer beschränkt, engstirnig und borniert ist, gilt als …? A grossmäulig

M kleinkariert

G engmaschig

2. Welches Insekt steht für eine Taillenform? U Grille

I

Laus

O Wespe

3. Der höchste Dienstgrad bei der Schweizer Feuerwehr ist der …? S

Hauptmann

N Oberst

L

Leutnant

I

Bodensee

So nehmen Sie teil

4. In welchem Schweizer See steckt eine riesige Gabel? T

Genfersee

G Murtensee

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.6.2017, 24 Uhr

5. Welche Farbe steht für den Anarchismus? E

Rot

R Schwarz

A Weiss

6. Wer ist weltweit der führende Produzent von Kiwifrüchten? E

China

H Neuseeland

N Chile

7. Wer ist unter dem «Schweizerischen Waffenring» zusammengeschlossen? S

Pistolenschützen

U Studentenverbindungen

I

Waffenhändler

8. Wofür brauchte man im Mittelalter eine sogenannte «Druidenschnur»? E

Steuereintreibung

X Rechenhilfsmittel

N Habitgurt

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 21: NECKEREI

Gewinner Nr. 20: Sophie Zurfluh-Mück, Schwyz; Helmut Weber, Zürich; Edith Harlacher, Zürich

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 4 1 2 3

Auflösung Nr. 21: OESEN Gewinner Nr. 20: Roland Gruber, Obernau LU; Raimund Riedi, Thusis GR; Rolf Zingg, Wilderswil BE

N

5

BRASSENS CAROL I NE E I L T EMP O ELEG I KER JOCHBE I N OPUNT I EN R E G E N A RM SEHROHRE SENNER I N SENS I BEL

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.6.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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So fühlt sich das Leben mit einer Lungenkrankheit an. Keine Luft zu kriegen ist ein beängstigendes Gefühl. Über eine Million Menschen in der Schweiz kennen das. Ihre Spende hilft Betroffenen. wwww.lungenliga.ch I Spendenkonto 30-882-0


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 123

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 21: 843

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.6.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 20: Ruth Barmettler-Frey, Brunnen SZ; Max Temperli, Volketswil ZH; Cécile Pasquier, Riaz FR; Ursula Hirsbrunner, Fraubrunnen BE; Lilo Ehmann, Hinwil ZH

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 1 3 2 3 2 miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzun2 2 3 4 2 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 21:

3

3 3

2

2

1

1 2

5 3

1 2

3 1

2

4

3

3

Auflösung Nr. 21: 2 3

3

1

3

3

1

3

2

3 3

2

2 2

2

3 2 1

1 5 4 3 5

4 3

3 4 6 2

3 2

1 3

2 1 3 2

2 4 3 3 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Sonja Leissing, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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126 | MM22, 29.5.2017 | LEBEN

1

Meine Welt

«Nah an der Natur, nah an der Kreatur»

2

Berühmt geworden ist er als «Tagesschau»-Sprecher, bekannt ist er mittlerweile auch als Musiker: Heinrich Müller. Derzeit tourt er mit seinem neuen Album «As Long As I Can Sing». Musik ist für ihn Abenteuer, für sie schlägt sein Herz. Und manchmal auch für Kühe. Text: Laila Schläfli Bilder: René Ruis

3


LEBEN | MM22, 29.5.2017 | 127

1 Meine Wildnis «Die Natur, das Wilde interessieren mich. Schon als Kind fühlte ich mich wie ein kleiner Tarzan. ‹Nah an der Natur, nah an der Kreatur› – so lautet meine Devise.» 2 Mein Ding «Ich war einer der Ersten, die einen Rucksack als tägliches Accessoire hatten, ich war ein Exot. Beim Fernsehen wurde ich darum oft gehänselt.»

4

5

3 Mein Bär «Freddie stammt von einem Holzschnitzer aus Bözberg AG. Der Bär passt zu meinem Garten und zu mir. Für fremde Kinder und Eltern ist Freddie ein Highlight und ein beliebtes Fotosujet.» Name Heinrich Müller (71) Sternzeichen Stier Lebenslauf «Ich wurde in Reiden LU

als Sohn eines Pfarrers geboren. Nach dem Jurastudium, mit 26, zog ich nach Nigeria, wo ich an der Universität Staatsrecht lehrte. Nach knapp zehn Jahren, Anfang 80erJahre, bewarb ich mich als Redaktor beim Schweizer Fernsehen. Eigentlich träumte ich davon, Auslandkorrespondent zu werden. Nach vier Jahren als Redaktor wurde ich Moderator. 23 Jahre lang blieb ich das, bis zu meiner Frühpensionierung vor zehn Jahren. Zu dieser Zeit fing ich wieder an, Gitarre zu spielen. Dass ich in meinem Alter noch Musik machen kann, bedeutet mir sehr viel. Deshalb heisst mein neues Album ‹As Long As I Can Sing› – solange ich noch singen kann, gehts mir gut.» 4 Mein Zuhause «In erdiger Umgebung

fühle ich mich wohl. Deshalb ist mir mein Gärtchen mit dem Miniapfelbäumchen mehr als wichtig. Besonders im Frühling lieben meine Frau Ruth (63) und ich das Gärtchen sehr.» 5 Meine zweite Heimat «Nigeria, wo ich Ruth vor über 40 Jahren kennengelernt

habe. In Afrika ist alles so anders, das kann man sich als braver Schweizer kaum vorstellen. Man muss loslassen und sich auf Neues einlassen können.»

Bild: Keystone

Mein Lieblingsprodukt

6

«Fasnachtschüechli. Ich bin froh, dass es die nicht das ganze Jahr über gibt.»

6 Meine besten Freunde «Werner Gattiker (66) kenne ich aus der ‹Tagesschau›Zeit. Dank ihm kenne ich Alois Fuchs (59), Landwirt aus Niederwil ZG. Wir treffen uns regelmässig auf seinem Hof und diskutieren miteinander, essen oder unternehmen von hier aus Wanderungen. Ich mag Bauernhöfe und finde Kühe sehr interessant, sympathische Tiere.»


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