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Migros-Magazin-21-2020-d-NE

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Ausgabe Neuenburg-Freiburg, AZA 1953 Sion Responce Zentral

migrosmagazin.ch | MM21, 18.5.2020

Interview

Warum mehr ­­­Wachs­ tum nicht mehr Wohlergehen bringt Seite 21

Ein zweiter Frühling

Das Ehepaar Marton macht aus Oldtimern Elektroautos

Beauty

Sommerliches Styling für unsere Nägel

Seite 12

Seite 66

Bild: Dan Cermak

Ab in die Küche: Wie Corona uns zu Köchen macht Seite 28

Nein, nein, nein: Lebenshilfe für Ja-Sager

S. 49

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4 | 18.5.2020 | MEINE MIGROS

Ferienhäuser

Abstand vom Alltag

Neuer Schwung für Start-ups Junge Unternehmen trifft die Coronakrise besonders hart. Damit ihre Geschäftsideen nicht auf der Strecke bleiben, finden im ganzen Land ­Be­ratungsgespräche für Vertreter von Start-ups statt. ­Möglich machen das der gemeinnützige Verein Startup ­Academy und der Förderfonds ­Engagement Migros.

Auch in der Schweiz lassen sich Ferienträume erfüllen: Die ­Migros-Tochter Interhome bietet rund 3600 Ferienhäuser und -wohnungen zur Miete an – vom Rustico im Tessin bis zur ­Villa am Genfersee. Für jeden ­Geschmack und jedes Budget ist etwas dabei. Jetzt buchen: interhome.ch

Die Termine der ­Expertenrunden auf:­ startup-academy.ch/events

IN KÜRZE Vereine – wie weiter? Für jedes Hobby und jeden Sport gibts in der Schweiz einen Verein – vom Jodeln bis zum Unterwasserrugby. Doch wie sollen all diese Gruppen die Coronakrise über­ stehen? Die Fachstelle Vitamin B des Migros-Kulturprozents gibt dazu Tipps und erklärt zum Beispiel, wie sich eine Vereins­ versammlung o ­ nline abhalten lässt: ­vitaminb.ch/aktuell

Kunst zum Tragen Diesen Migros-Sack gibts nur ein Mal: Leserin Karin Amacher-Brunner aus ­Affoltern am Albis ZH hat ihn kunstvoll ­verziert. Ihr Kommentar dazu: «Bleib zu Hause und sei kreativ.»

Viele Leute sitzen seit Wochen im Homeoffice fest und möchten mehr für ihre Fitness tun. Auf ­migros-impuls.ch/coach gibts 36 massgeschneiderte Trainingsund Ernährungsprogramme. Ob Muskelaufbau, mehr Ausdauer oder bessere Ernährung – jedes Gesundheitsziel lässt sich so ­besser anstreben.

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Bilder: Getty Images, zVg

Jetzt gesünder leben


MEINE MIGROS | 18.5.2020 | 5

3300

Die Plattform migipedia.ch ist immer einen Besuch wert: Hier bewerten Kundinnen und Kunden die Migros-Produkte und bringen ihre Ideen ein. Pro Woche schreiben die ­«Migipedianer» rund 3300 Beiträge.

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Warum sind ­manche Spargeln weiss und andere grün? Weisse Spargeln wachsen unter der Erde. Sobald sie zum Vorschein kommen, werden sie geerntet. Die grünen Spargeln gedeihen dagegen über der Erde, sind dem Sonnenlicht ausgesetzt und ­bilden deshalb den Pflanzenfarb­ stoff Chlorophyll (Blattgrün). Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst


6 | 18.5.2020 | AUGENBLICK

09:34 Uhr

700 000 Kubikmeter oder 600 Einfamilienhäuser mehr Raum: Der Erweiterungs­bau MVN West im Migros-Verteilbetrieb Neuendorf wird nach Fertigstellung 2021 neue Massstäbe für Warenlogistik setzen. Die Aufnahme ist am 12. Februar 2020 entstanden.

Bild: Roger Hofstetter

Migros-Moment in Neuendorf SO


AUGENBLICK | 18.5.2020 | 7


Miteinander gegen Corona:

Bitte planen Sie Ihre Einkäufe vorausschauend. Die Auffahrtstage stehen bevor, und wir bitten Sie darum: • Ihre Einkäufe im Voraus zu planen • Nicht in letzter Minute einzukaufen • Die Verhaltensregeln des Bundes einzuhalten • Beim Filialeintritt Ihre Hände zu desinfizieren • Die Weisungen unserer Mitarbeitenden zu befolgen en Sie, Wartezeiten zu Mit vorausschauender Einkaufsplanung helf ensregeln schützen verkürzen. Und mit dem Einhalten der Verhalt Mitarbeitenden. Sie sich selbst, Ihre Mitmenschen und unsere Herzlichen Dank, Ihre Migros.


INHALT | 18.5.2020 | 9

INHALT 10  Es geht wieder los Wie die Migros ihre Unter­ nehmen wieder hochfährt 12  Oldtimer unter Strom Silvia und Till Marton rüsten alte Autos zu E-Cars um 18  Ein Schlag für Tauben Giuseppe Graziano begeistert sich seit jeher für Tauben

66 18

Nagellacke in neuen Pastell­ tönen verpassen Händen und Füssen einen frischen, sommerlichen Look.

21  Interview mit Irmi Seidl Die Ökonomin über Corona-­ krise und Wirtschaftswachstum 28  Am heimischen Herd Durch den Lockdown änderten viele ihre Essgewohnheiten 34  Grillierte Goldbrasse

Giuseppe Graziano ­besitzt 250 Brief­t auben und kümmert sich um die «Geburtenkontrolle» der Stadttauben in ­Aarau und Olten.

47  1, 2 oder 3? 49  Neinsagen üben Einfache Tipps, wie man ein Anliegen auch abschlagen kann Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossen­ schafts-Bund

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/­ impressum

52  Ihre Region Geschäftsbericht 2019

61  Erneuerbare Energie Die Migros produziert auf ­Dächern eigenen Solarstrom 63  Stadt, Land, Stutz 75  Rätsel und Spiele 78 Migros-Lovestory Andrea und Marcel Boppart wurden von der Mutter des Bräutigams verkuppelt

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10 | 18.5.2020 | CORONA

Wiedersehen macht Freude Migros-Kundinnen und -Kunden schätzen nach der Corona-Pause ein Stück wiedergewonnene Normalität: Ein Augenschein in der Kosmetikabteilung, im Migros-Restaurant, in einer Micasa und in einem Activ Fitness zur Wiedereröffnung.

«Wir bekamen schon vor der Eröffnung Anrufe von Stammgästen, die fragten: ‹Wann können wir wieder bei Ihnen ­essen?› Entsprechend gross war die Freude über das Wiedersehen.» Berrin Acibal (50) Leiterin Restaurant Neumarkt, Altstetten

Text: Ralf Kaminski und Benita Vogel  Bilder: Niels Ackermann und Jorma Müller

Restaurants

Migros Neumarkt, Zürich-Altstetten

Supermärkte

Migros Métropole, Lausanne

«Es war fast ein wenig emotional, als wir unsere abgesperrten Regale wieder freigeben konnten. Das neue Make-up in den schönen Frühlingsfarben passt zur Stimmung.» Enzina Grannonio (47) Abteilungsleiterin Kosmetik, Migros-Supermarkt Métropole, Lausanne

Hans Wick (86), Zürich «Es freut mich, dass hier endlich wieder offen ist. Ich bin Stammkunde, kam schon früher mit den Arbeitskollegen zum Mittagessen. Heute hat es besonders gut geschmeckt – nach all den Wochen, in denen ich mich vor allem von aufgewärmten Konserven ernährt habe. Ich habe keine Angst vor dem Virus, in meinem Alter ist ohnehin jeder Tag ein Geschenk. Und ich halte mich an alle Massnahmen.»

Larissa Lino (23), Lausanne «Endlich kann ich wieder Kleider für meinen Sohn kaufen. Wir brauchen ein Sommerpyjama. Während des Lockdown habe ich auch online ­eingekauft, freue mich aber, wieder im Laden zu sein. Es ist fast wie früher – auch wenn das Ambiente mit den Masken speziell ist.»


CORONA | 18.5.2020 | 11

Patrick Stoecklin (51) mit Sohn Arno, Lausanne «Jetzt, da Micasa wieder geöffnet ist, können wir unsere Onlinebestellung vor Ort abholen. Gerade benötigen wir eine ­Kommode, um ­Sachen der Kinder darin zu ­verstauen.»

«Wir freuen uns sehr, dass wir endlich wieder öffnen dürfen. Zwar haben wir während der Pause stets zu tun gehabt: geputzt, renoviert, gestrichen, Geräte gewartet – aber so ganz ohne Kunden war es halt nicht dasselbe. Diesen hat das Training auch sehr gefehlt, das hat man ihnen heute echt angemerkt.» Denis Alibasic (41) Geschäftsleiter Activ Fitness, Dietikon

Fachmärkte

Micasa, Etoy VD

Fitnesscenter

Activ Fitness, Dietikon ZH

«Nachdem wir in den letzten Wochen Inventar gemacht und die Kolleginnen und Kollegen in den Supermärkten unterstützt haben, freuen wir uns, nun wieder unsere ­eigene Kundschaft zu bedienen.» François Regamey (31) Filialleiter Micasa, Etoy

Walti Lagler (54), Dietikon «Ich gehe normalerweise drei- bis viermal pro Woche ins Fitnesscenter und bin sehr froh, dass das endlich wieder geht. In den vergangenen Wochen habe ich zu Hause oder auf dem Vitaparcours trainiert, aber es ist halt nicht dasselbe. Vor allem die Geräte haben mir gefehlt. Angst vor Ansteckung habe ich nicht, es müssen sich einfach alle an die Massnahmen halten.»

Jessica Künzle (30), Dietikon «Ich habe es sehr vermisst hierherzu­ kommen. Zwar bin ich ab und zu joggen ­gegangen, war aber nicht gleich motiviert wie hier. Besonders fehlen mir die ­Gruppentrainings, auf die ich aber noch weiter warten muss. Die Massnahmen ­finde ich gut, gerade auch das Putzen. Das muss jetzt wirklich jeder tun.»


12 |

«Wir wollen zeigen, wie cool Elektromobilität sein kann.»

Sie bringen Oldtimern das Flüstern bei Silvia und Till Marton verwandeln alte Autos in Elektromobile.

Was das Tüftlerpaar in seiner Werkstatt macht, finden manche Leute toll, andere empören sich darüber. Text: Michael West  Bilder: Dan Cermak


ELEKTROMOBILITÄT | 18.5.2020 | 13

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ine Tiefgarage in Küssnacht am Rigi: Im harten Licht der Leucht­ stoffröhren steht ein ­flaches Auto, das mit einer Plane verhüllt ist. Nachdem Silvia Marton das Tuch weg­ gezogen hat, scheint sich die triste Garage auf einen Schlag in einen mondänen Ort zu verwandeln: Zum Vorschein kommt ein prunkvoller, unbezahlbarer Oldtimer – ein knallgelbes Corvette-Cabrio­let aus dem Jahr 1962, das vom breiten Kühlergrill über die muskulös wirkenden Flanken bis zu den vier kleinen Schlusslichtern liebevoll restauriert worden ist. Silvia Marton und ihr Mann Till neh­ men im eng geschnittenen Cockpit Platz. Gleich wird wohl ein Donnergrollen von den ­Betonwänden widerhallen. Schliess­ lich wurde in den Sportwagen einst ein ­ge­waltiger V8-Motor eingebaut. Doch als das Paar das Auto startet und damit durchs Parkhaus kurvt, bleibt es still. Nur das ­Geräusch der rollenden Reifen ist zu hören. Die Martons haben die Corvette nicht nur instand gesetzt, sondern auch zum Elektrofahrzeug umgebaut. Unter der end­ los langen Motorhaube verbirgt sich nun ein wuchtiger Akku; eine zweite Batterie befindet sich im Kofferraum. Der Elektro­ motor selber ist nicht grösser als eine Schuhschachtel – ein Winzling im Ver­ gleich zum alten V8. Und doch beschleu­ nigt er das Cabrio aus dem Stand schneller. Das Paar fährt am Seeplatz in Küss­ nacht am Rigi vorbei, wo sich etliche ­Passanten nach dem lautlosen Sportwagen umdrehen. Später wählen die beiden 37-jährigen Tüftler eine Überland­strasse ins Zugerland. Mit solchen Spassfahrten belohnen sie sich für die harte Arbeit. Aussen retro, innen elektro

Zweieinhalb Jahre lang hat das Paar das alte Cabrio restauriert. Die Karosserie – bei der Corvette seit jeher aus Kunststoff – war aus der Form geraten und mit zu­ gespachtelten Bruchstellen übersät. «Wir mussten die Hülle des Autos mit Kunst­ harz und einem Gewebe aus Glasfasern neu aufbauen», sagt Silvia Marton. Fieber­ haft suchten sie und ihr Mann nach origi­ nalen Ersatzteilen. 900 davon bauten sie in den Sportwagen ein – von der neu ver­

Oben: Sabrina Späti rüstet einen 60 Jahre alten Jaguar zum Elektroauto um. Unten: Akku statt V8-Motor: Ein Blick unter die Motorhaube des Elektro-Oldtimers, der eine R ­ eichweite von 350 Kilometern hat.


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ELEKTROMOBILITÄT | 18.5.2020 | 15

chromten Zierleiste bis zum eleganten Brillenfach zwischen den Frontsitzen. Bei der komplizierten Restaurierung liess sich das Paar von Corvette-Spezialisten helfen, die alles über diesen Sportwagen wissen. Noch schwieriger war es, den Oldtimer zu elektrifizieren. «Die beiden Akkus ­wiegen zusammen fast eine halbe Tonne», erklärt Till Marton. «Dieses grosse Mehrgewicht musste richtig verteilt werden, ­damit der Sportwagen weiterhin eine gute ­Strassenlage hat.» Keinesfalls sollte ein schnöder Bildschirm das prächtige ­Armaturenbrett verschandeln. Die ­alten Rundinstrumente blieben also erhalten, bekamen aber neue Funktionen. So zeigt die Benzinuhr nun den Ladestand der ­Batterie an. Die Corvette würden die Martons nie verkaufen. Doch sie wirbt als fahrendes Schaustück für ihre Manufaktur im ­Industriequartier von Küssnacht am Rigi. Die beiden gaben 2018 sichere Jobs als Agronomin und Informatiker auf, um ihr

«Wir machen die schönen Oldtimer zukunftsfähig.»

Strom statt Sprit. An den Ladestationen erregt die gelbe Corvette bei anderen E-Autofahrern immer wieder Aufsehen.

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ELEKTROMOBILITÄT | 18.5.2020 | 17

«In den sozialen Medien wurde uns ein Besuch mit Fackeln und Heugabeln angedroht.»

eigenes Start-up zu gründen. Bis jetzt geht ihnen erst eine einzige Angestellte zur Hand: Es ist die ehemalige Grafikerin ­Sabrina Späti (32), die sich wie das Ehepaar in zahllosen kleinen Schritten zur Auto­ mechanikerin und Konstrukteurin fortgebildet hat. Das gemeinsame Ziel der drei: Sie wollen schöne Oldtimer zukunftstauglich machen und ­ihnen das Flüstern beibringen.

Die alten Armaturen blieben erhalten, doch die Benzinuhr zeigt jetzt den ­Ladestand d ­ er Batterie an.

Mehr als ein teures Spielzeug

Wie radikal der Umbau der alten Autos ist, zeigt ein Blick in die Werkstatt: Auf einer blauen Hebebühne steht gerade ein völlig ausgeweideter Citroën DS. Auch ein seltener Jaguar aus dem Jahr 1960 wartet auf seine Umrüstung zum Elektrofahrzeug. Vorläufig können sich nur sehr solvente Kunden die Produkte der Manufaktur ­Marton leisten. So wird etwa der Jaguar ­stolze 380 000 Franken kosten, wenn er dann fertig restauriert und umgebaut sein wird. Fertigt das kleine Team also bloss ­teure Spielsachen für Multimillionäre an, die sonst schon alles haben? Dem widersprechen alle drei mit Nachdruck. «Wir verstehen unsere wieder­ erweckten Oldtimer als Botschafter der ­Elektromobilität», sagt Silvia Marton. «Sie sollen allen vor Augen führen, wie cool E-Autos sein können.» Vorläufig verdienen sie mit dieser Idee noch kein Geld, doch sie kommen den schwarzen Zahlen immer näher. «Wir wollen unsere Werkstatt schon bald ­erweitern, das Team aufstocken und langfristig zehn Oldtimer pro Jahr um­ bauen», ­erläutert Till Marton. Fest steht, dass die Gefährte mit alter Schale und High-Tech-Kern niemanden kaltlassen. Andere E-Auto-Fahrer regen sich ­zuerst auf, wenn die gelbe Corvette neben einer Ladestation steht. Sie meinen dann, hier blockiere eine CO2-Schleuder die ­Zapfstelle. Sobald sie die Martons aber mit einem Ladekabel hantieren sehen, schlägt

der Ärger der Elektromobilisten erst in ­Staunen und dann in Begeisterung um. Wütende Oldtimer-Fans

Ganz anders die Reaktionen puristischer ­Oldtimer-Fans: Sie warfen dem Ehepaar schon «Blasphemie» vor und schleuderten ihnen entgegen, sie hätten der Corvette «die Seele herausgerissen». In den sozialen Medien wurde der Manufaktur gar ein ­Besuch «mit Heugabeln und Fackeln» ­an­gedroht. Erschrecken lassen sich das ­Ehepaar und seine Mitarbeiterin davon

nicht. Schliesslich erfüllen sie sich hier ­einen lange gehegten Traum, der auf die Kindheit der drei zurückgeht. Silvia Marton interessierte sich als kleines Mädchen viel mehr für den weis­sen Plastik-Ferrari ihrer Barbie als für die Puppe selbst. Die beiden Martons und auch Sabrina Späti waren schon als Kinder vom Twike fasziniert – ­einer eigenwilligen Kreuzung aus Velo und Elektro-Kabinenroller. Jetzt setzt das Trio seinen Weg fort – ­ruhig und spursicher wie die gelbe Corvette auf der Überland­strasse. MM


18 | 18.5.2020 | TIERE

Herrn Grazianos Gespür für Tauben Giuseppe Graziano hat 250 Brieftauben und kümmert sich in Olten und Aarau um die Stadttauben. Mit raffinierten Mitteln sorgt der gebürtige Neapolitaner dafür, dass sich die Vögel nicht unkontrolliert vermehren. Text: Fabienne Eichelberger Bilder: Christian Schnur

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in Schwarm Tauben kreist durch die Luft, 50 Tiere insgesamt. Sie fliegen dicht beisammen, keine schert aus. Giuseppe ­Graziano schaut ihnen hinterher. Soeben hat er das Türchen ihres Schlags in Winznau SO geöffnet und sie auf den täglichen Trainingsflug geschickt. Nach ­einer Stunde werden sie zurück sein. 200 weitere Tiere gurren in ihren Volieren. Sie alle gehören dem 68-Jährigen, der sich abseits vom Dorf sein eigenes Paradies aufgebaut hat. Es besteht aus drei Volieren und zwei Containern – einer ist für die Tauben, im anderen befinden sich eine kleine Küche und eine Toilette. Hier sei er fast öfter als zu Hause in Olten, wo er die Tauben bis vor zwölf ­Jahren im Estrich hielt, erzählt Graziano. Die Vögel begleiten ihn, seit er denken kann. «Schon als ich noch ein kleiner Junge war, ­faszinierten sie mich», sagt er. Mit zehn Jahren kaufte er die erste eigene Taube. Bald kamen vier weitere dazu. Graziano lebte damals in einem Dörfchen bei Neapel. Die Tauben habe er ­jeweils in Kisten gepackt und sei mit dem Fahrrad zwei Kilometer dorthin gefahren, wo er sie fliegen liess. «Ich staunte ­immer wieder, dass sie vor mir daheim waren», erzählt er und schmunzelt. Mit 18 Jahren verliess er ­Italien und kam nach Olten, ­arbeitete bis zur Pensionierung als SBB-Angestellter in der Werkstatt. Vier Jahre vergingen, bis er sich in der Schweiz wieder den Tauben zuwandte und bald auch an Brieftauben-Wettbewerben teilnahm. Wie er sich das Fachwissen aneignete? «Ich

habe einfach mit anderen ­Züchtern gesprochen und gut zugehört», sagt Giuseppe Graziano. Er reiste nach Holland, Belgien und Deutschland, wo die entsprechende Szene viel grösser ist als in der Schweiz. «Wenn dir das Gefühl für die Tiere fehlt, wirst du nie zum ‹Tübeler›», erklärt er. Rätsel Orientierungssinn

Graziano hat dieses Gefühl. Nimmt er eine Taube in die Hand, bleibt sie völlig ruhig. Er betrachtet sie liebevoll, streicht ihr über die Flügel und krault sie am Hals. Mittlerweile legen seine Tauben nicht mehr bloss zwei Kilometer zurück, sondern bis zu 600. Nach rund acht Stunden treffen sie wieder im Schlag in Winznau ein. Wie ­Tauben auch über weite Distanzen stets den Heimweg finden, darüber streiten sich Wissenschaftler noch immer. Sie nennen etwa Gehör, Geruchssinn und den Stand der Sonne als ihre Navi­ gationshilfe. Laut Graziano ­orientieren sich die Vögel ­hauptsächlich an geogra­fischen Anhaltspunkten – also über das Sehen. Seine Brieftauben zählen zu den schnellsten der Schweiz. Graziano nimmt regelmässig an Wettkämpfen teil und rangierte in den letzten Jahren stets unter den besten zehn.

«Ich staunte, dass sie vor mir daheim waren.» Giuseppe Graziano (68) Taubenspezialist


TIERE | 18.5.2020 | 19

Der Taubenmann kümmert sich auch um die Stadttauben von Olten und Aarau. Dort amtet er als Taubenbeauftragter. Seine Aufgaben: die städtischen Taubenschläge kontrollieren, die Vögel im Schlag ­füttern, damit sie keine Abfälle von der Strasse fressen, und sie auf Krankheiten untersuchen. Vor ­allem muss er dafür sorgen, dass sich der Bestand verringert, denn in zu grosser Zahl verschmutzen sie Städte und stören die Bewoh­ner. In Olten, wo der Taubenmann seit 2007 tätig ist, reduzierte er die ­Anzahl von rund 4000 auf 300 bis 400. Aarau setzt seit 2016 auf seine Hilfe, seither ging der Bestand von 5000 auf etwa 3000 zurück. Mit Gipseiern reingelegt

Im Taubenschlag (rechts oben) hat jede Brieftaube ihre eigene Zelle. ­Giuseppe Graziano mit einem sieben Tage alten Jungtier (kleines Bild) und ­einer ausgewachsenen Brieftaube (links)

Dies gelang ihm unter anderem mit einem Trick: Er tauschte die Eier in den Nestern mit solchen aus Gips – damit die Vögel glaubten, noch Eier zum Ausbrüten zu haben, und nicht gleich neue legten. Würde er nicht eingreifen, könnte eine Taube pro Jahr bis zu zwölf Junge aufziehen. Um den Bestand unter Kontrolle zu halten, gehört es auch zur Aufgabe des Taubenfreunds, Tiere zu töten. «Das tue ich ungern, aber manchmal ist es nötig, etwa wenn sie krank oder alt sind», sagt er. Unvorstellbar ist für Giuseppe Graziano jedoch, seine Brieftauben zu verkaufen – obwohl ein einzelnes Tier unter Händlern einen Wert von mehreren Tausend Franken ­erreichen kann. «Die Tauben ­gehören zu mir und sind für mich unbezahlbar», sagt er. MM


Nirgends günstiger

Zwischen dem 9. und dem 16. März 2020 haben wir zusammen mit einem un­ abhängigen Marktforschungsinstitut die Preise von M­Budget mit vergleichbaren Produkten bei Coop, Aldi, Lidl und Denner verglichen. Das Ergebnis: Die 500 M­Budget Produkte sind nirgends günstiger. Weitere Informationen zum Preisver­ gleich und mehr finden Sie auf m­budget.ch. Im Betrag inbegriffen: Spaghetti 1 kg Fr. 0.90, Tomatensauce 500 ml Fr. 1.15, Reibkäse 250 g Fr. 3.–, Mischsalat 500 g Fr. 3.55, Mineralwasser mit Kohlensäure 1.5 l Fr. 0.25.

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INTERVIEW | 18.5.2020 | 21

«Noch mehr Geld steigert unser Wohlergehen nicht»

Die Menschen können Klima und Umwelt nur retten, wenn sie sich vom Dogma ­ des Wirtschaftswachstums verabschieden, sagt die Ökonomin Irmi Seidl. Überhaupt zeige die Coronakrise, wie verletzlich unser System sei. Seidl erklärt, wie wir alle von Reformen profitieren würden. Text: Ralf Kaminski

Sie fordern eine Abkehr vom ­ständigen Wachstum, doch Wirtschaft und Politik fürchten, dies würde eine massive Krise auslösen. Genau dies hat das Coronavirus nun getan – ganz ohne Reformen. Ja, das Virus hat offenbart, wie an­ fällig und verletzlich unser heutiges System ist. Und tatsächlich sollten wir solche abrupten Wirtschafts­ einbrüche fürchten und möglichst verhindern. Gleichzeitig hat die ­Coronakrise aber auch gezeigt, dass ein enormes Potenzial an Kreativität, Solidarität und Hilfsbereitschaft in unseren Gesellschaften vorhanden ist. Und dass Warnungen aus der Wissenschaft ernst zu nehmen sind. Etwa die vor dem Klimawandel? Nicht nur. Forschende und die Welt­ gesundheitsorganisation (WHO) war­ nen seit Jahren vor einer globalen Pandemie. Zur Krise von Klima und Biodiversität haben wir noch deut­

lich bessere wissenschaftliche Er­ kenntnisse und Daten, die auf grosse Gefährdungen der Menschheit hin­ weisen. Doch die Warnungen werden vielerorts ignoriert. Noch immer ­hoffen viele Menschen, sie kämen schon irgendwie glimpflich davon. Denken Sie, der Corona-Aus­ nahmezustand könnte zu einem Umdenken führen? Aktuell operiert die Welt im Krisen­ modus. In der jetzigen Situation von Angst und Druck gilt es, zu stabili­ sieren und keine weitreichenden ­Entscheidungen zu treffen. Bei ­politischen Stützungsmassnahmen muss das Wissen zur Klimakrise aber unbedingt berücksichtigt werden. Zentral ist sicherlich, die Anfälligkeit des Systems künftig zu verringern. Mehr Menschen, mehr Konsum, wachsender Wohlstand, aber auch zunehmend Umweltzerstörung

und Klimaerwärmung: Das ist alles ­miteinander verknüpft, nicht? Teilweise. Immer mehr Konsum ver­ schärft die Umweltzerstörung und die Klimakrise. Beim Bevölkerungs­ wachstum ist die Lage komplexer: Die Bevölkerung wächst nur noch in afrikanischen und einigen vorder­ asiatischen Ländern. Gerade afri­ kanische Staaten sind so arm, dass ein Mehrkonsum ökologisch kaum ins Gewicht fällt. Anders als beim Wachstum der reichen Länder Euro­ pas, Nordamerikas und Ostasiens. Dabei nimmt das Wohlergehen in reichen Ländern trotz Wachstums nicht mehr zu – in ärmeren Ländern oft auch nicht, w ­ egen zunehmender ökologischer und sozialer Probleme. Tatsächlich? In reichen Ländern mag das Brutto­ inlandprodukt weiter steigen, fragt man die Menschen, wie es ihnen psy­ chisch und physisch geht, zeigt sich Lesen Sie weiter auf Seite 23


22 | 18.5.2020 | INTERVIEW

Schritte zur klimafreundlichen Postwachstumsgesellschaft

Das Bruttoinlandprodukt mit weiteren Indikatoren ­ergänzen, an denen wir uns ebenfalls ausrichten: etwa Erwerbstätigkeit, soziale Ge­ rechtigkeit, Staatsverschuldung, ökologischer Fussabdruck. Das Ziel ist, überall möglichst gut ­dazustehen – das würde die ­politischen und wirtschaftlichen Prioritäten verschieben.

Den Staatshaushalt anders ­finanzieren: Statt Einkommen besser den Verbrauch natür­ licher Ressourcen besteuern, die Unternehmensgewinne, hohe Erbschaften und Ver­ mögen, Werbung und Luxus­ konsum. Auch die Sozialwerke weniger stark über Abgaben auf ­Einkommen finanzieren.

Grössere soziale Gerechtigkeit herstellen, etwa durch Mindest- und Höchstlöhne. ­Treffen würde eine solche Be­ grenzung nach oben weniger als 0,5 Prozent der Beschäftigten. Weniger erwerbstätig sein: Insbesondere weniger Dinge produzieren und konsumieren, die schnell wieder weggeworfen oder kaum gebraucht werden.

Illustration: Daria Rychkova

Umweltkosten in die Preise einrechnen: Verursacht­der ­Einsatz ­fos­siler Energien oder von Pestiziden Umwelt- und ­Gesundheitsschäden, müssen die Produkte mehr kosten.

Weitere Details und Hintergründe: www.migmag.ch/postwachstum


INTERVIEW | 18.5.2020 | 23

Fortsetzung von Seite 21

aber eine Stagnation oder ein Rück­ gang beim Wohlergehen. Verständ­ lich: Viele sind im Alltag gestresst, über ein Drittel der Arbeitnehmer in England und Deutschland hält den eigenen Job für sinnlos. Oft fehlt es an Freizeit, sozialen Beziehungen und guter Gesundheit – das würde das Wohlergehen steigern, und nicht noch mehr Konsumgüter oder Geld. Weshalb sind die Widerstände ­gegenüber Reformen so gross? Weil die direkt Betroffenen ihre ­Interessen beharrlich verteidigen. Derweil jene schweigen, die von ­Reformen profitieren würden, weil ihnen gar nicht klar ist, wie viel sie gewinnen könnten.

Verkehrssystem umbauen: Die Fehlanreize des Privatverkehrs reduzieren und den Langsam- sowie den ­öffentlichen Verkehr stärken. Und: mehr Nachtzüge statt Flüge. Erneuerbare Energie zügig ausbauen: So kann die Schweiz 14 Milliarden Franken, die sie jährlich für fossile Energie ausgibt, sinnvoller verwenden. Kreislaufwirtschaft ent­ wickeln, damit möglichst wenig Abfälle anfallen. Die bisherigen, umweltbelastenden Produkte auslaufen lassen.

Verantwortlich konsumieren und leben: Dauerhaftere Produkte und wohlüberlegter ­Konsum entlasten die Umwelt und steigern das Wohlbefinden. Strukturen für ressourcen­ schonendes Leben ausbauen, etwa durch Sharing, Reparieren und hohe Produktqualität. Nur Subventionen gewähren, die die Umwelt nicht belasten.

Den Bank- und Finanzmarkt ­stärker regulieren: Stark ­risikoreiche Finanzprodukte ­verbieten; Eigenkapitalquoten deutlich erhöhen, damit Banken kein Systemrisiko mehr sind. Wachstumsunabhängigere Unternehmensformen ­fördern, etwa Stiftungen und Genossenschaften. Aktiengesellschaften kaufen ihre Aktien nach 20 Jahren zum Nennwert zurück. Ineffiziente Strukturen re­ duzieren, etwa den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen.

Wie könnte man das angehen? Man muss sich genau ansehen, wer bei welchen Veränderungen was ­befürchtet – und dies auffangen. Ein Beispiel: Erhöht man den Preis fürs Autofahren oder Fliegen, trifft dies zunächst die sozial Schwächeren. ­Dafür gibt es eine einfache Lösung: Die Einnahmen werden pro Kopf an die Bevölkerung zurückverteilt. Wer kein Auto hat, kaum fliegt und wenig Fläche heizen muss, profitiert. Helfen würde auch, die Interessen transparent zu machen, die hinter dem ­Widerstand stecken – etwa bei Erdölindustrie oder Autoimporteu­ ren. Zudem reduzieren sich Wider­ stände, wenn die Menschen selbst ­erleben, dass andere Praktiken funk­ tionieren, gar erfüllend sein können. Gibt es dafür konkrete Beispiele? Oh ja – viele Menschen leben, konsu­ mieren und produzieren heute schon anders: Es gibt solidarische Land­ wirtschaft, Repair-Cafés, Zeittausch­ börsen und andere Tauschplatt­ formen. Viele kleine Unternehmen ­setzen auf Produkte mit hohen ­Qualitätsstandards und soziale ­Verantwortung. Es gibt neue Wohn­ formen sowie Unternehmen, die gut mit reduzierter Arbeitszeit funktio­ nieren. Diverse nordische Länder ­haben höhere Umweltabgaben als die Schweiz. Deutschland hat die Preise erneuerbarer Energien mit der Ein­ speisevergütung global so purzeln las­ sen, dass heute mit Photovoltaik am günstigsten Strom produziert wird. Es gibt also durchaus Bereitschaft zum Wandel. Genau. Und die Veränderung müssen gar nicht alle vorantreiben. Wenn


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INTERVIEW | 18.5.2020 | 25

tum erst seit den 1950er-Jahren. Bis zur Industrialisierung im 18. Jahrhundert kam die Menschheit ganz ohne Wirtschaftswachstum aus. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg war es für Ökonomen schlicht kein Thema, es gab auch kein Mass dafür. Das Bruttoinlandprodukt wurde erst in den 1930er-Jahren entwickelt und nach dem Krieg international eingeführt. Dabei war es nie als Mass für Wohlstand und Wohlergehen gedacht, auch wenn sich beides gemeinsam mit dem Wachstum zunächst in die gleiche Richtung entwickelte.

Foto: Roger Hofstetter

Ökonomin und Autorin Irmi Seidl (57) ist Leiterin der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Die Ökonomin lehrt an der ETH und der Universität Zürich und lebt in Zürich. Buchtipp Irmi Seidl und Angelika Zahrnt (Hrsg.): «Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft», ­Metropolis 2019; Fr. 21.50 bei exlibris.ch

Fortsetzung von Seite 23

30 Prozent der Bevölkerung etwas anders machen, können sich dominante Praktiken ändern. Bei Wahlen reicht oft schon eine kleine Veränderung, um Mehrheiten zu kippen.

Aber Sie fordern nichts Geringeres als einen Abschied vom Wachstum. Funktioniert unser System nicht letztlich nur dank des Wachstums? Bisher schon, aber dies hat viele der heutigen Probleme hervorgebracht. Zudem wächst die Schweizer Wirtschaft heute vor allem dank Zuwanderung von Arbeitskräften. Dabei zieht die Politik alle Register, um ­irgendwie Wirtschaftswachstum zu schaffen. Dazu gehören der innerkantonale Steuerwettbewerb sowie niedrige Unternehmensbesteuerung, um Firmen anzulocken. Auch die Geldschwemme vieler Notenbanken soll das Wachstum ankurbeln. Weshalb muss denn die Wirtschaft überhaupt wachsen? Ein zentrales wirtschaftspolitisches und gesellschaftliches Ziel ist Wachs-

Aber die Unternehmen müssen doch wachsen? Sie müssen einen Gewinn erwirtschaften, weil sie für die Produktion Kapital benötigen, auf das sie Zinsen zahlen; und weil sie Risiken und Wettbewerb ausgesetzt sind. Dafür ist begrenzt Wachstum nötig. Es gibt aber kleine und mittelständische ­Betriebe, für die das nicht gilt. Gibt es noch weitere Abhängig­ keiten vom Wachstum? Ja. Unser Sozial- und Krankenver­ sicherungssystem baut auf der ­Vorstellung auf, es gäbe immer Wachstum. Auch börsenkotierte ­Aktiengesellschaften sind auf Wachstum angewiesen, um eine Dividende zu bezahlen – und damit der Börsenkurs steigt. Banken liefern das Geld für Wachstum und leben weitgehend davon. Und auch der Staat möchte Wachstum, denn wachsen die Einkommen, wachsen auch die Steuereinnahmen. Weil die Unternehmen steuerlich fortwährend entlastet werden, steigen die Abgabesätze auf Erwerbseinkommen und Konsum. Also fordern die Menschen höhere Löhne, was die Automatisierung vorantreibt, weshalb es mehr Wachstum braucht, damit die Leute dennoch Arbeit haben. Es ist ein Teufelskreis, den wir uns selbst gebaut haben. Aber dem System liegen gesellschaftliche Entscheidungen zugrunde, und die lassen sich ändern. Aber nur mit Verzicht, oder? Wir verzichten schon heute – etwa wegen des motorisierten Privatverkehrs auf gute Luft, Ruhe und Ge­ sund­heit; wegen der staatlich geförderten intensiven Landwirtschaft auf pestizidfreies Essen und Wasser und die verlässliche Wirkung von Anti­ biotika. Letztlich geht es um Preise,

die gesellschaftliche und ­ökologische Kosten abbilden. Durch einen Umbau entstünde automatisch ein anderes Konsumverhalten, das sich nicht wie Verzicht anfühlen würde. Unsere Gesellschaft unterliegt dem Trugschluss, es würde weitergehen wie bisher. Aber das wird es nicht. Die Krisen spitzen sich zu. Noch haben wir die Chance, zu gestalten und zu lenken. Was ist mit den vielen Jobs, die durch den Umbau verschwinden? Es gibt verschiedene Sektoren, in ­denen mehr Arbeitskräfte gebraucht ­werden: Bildung, Reparatur, Gesundheit, Landwirtschaft und im Ausbau der erneuerbaren Energien.

«Es ist ein Teufelskreis, den wir uns selbst gebaut haben. Aber das lässt sich ändern.» Jobs in Pflege und Landwirtschaft sind hart und schlecht bezahlt. Das hat die Coronakrise gezeigt – und dies, obwohl es systemrelevante Arbeiten sind. Die solidarische Landwirtschaft zeigt aber schon heute, dass die Mitarbeit für beide Seiten attraktiv sein kann. Ich erlebe dies selbst, weil ich einige Tage im Jahr in einem solchen Betrieb mitarbeite. Was machen Sie dort? Ich arbeite auf dem Feld und fahre Gemüsetaschen aus – ein bereichernder Ausgleich zu meiner Büroarbeit. Leben Sie selbst nach Prinzi­pien der Postwachstumsgesellschaft? Ich war immer nur zu 80 Prozent ­erwerbstätig, achte darauf, lang­lebige Produkte zu kaufen, und gehe ab und zu in Repair-Cafés, um etwas unter Anleitung zu reparieren. Ich bewege mich im ÖV fort, bin Mitglied mehrerer Genossenschaften und bemühe mich, einen kleinen ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen. Zum Beispiel fliege ich seit ein paar ­Jahren nicht mehr. MM


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28 | 18.5.2020 | GENUSS

Küche als Chance Derzeit verbringen alle viel Zeit zu Hause und essen meist auch dort. Manche entdecken das Kochen völlig neu – und backen etwa selbst Brot. Wir haben bei acht Kolleginnen und Freunden nachgefragt. Text: Dinah Leuenberger, Estelle Dorsaz, Véronique Kipfer

Keine Eier im Grundteig Wie hast du vor der Coronakrise gekocht? Mein Mann und ich arbei­ ten zu 100 Prozent, sind beide im Beruf stark in­­vol­viert und haben keine Kinder. An Arbeitstagen ernähren wir uns eher von Convenience-Food oder bestellen etwas. Aber ich koche eigentlich gern und habe oft Gäste, am Wochenende nehme ich mir mehr Zeit dafür.

«Endlich kommt die Kitchenaid zum Einsatz.»

Was hat sich jetzt ­verändert, seit du im Homeoffice arbeitest? Ich habe abends mehr Energie. Der Sport findet jetzt zu Hause statt, so bleibt mehr Zeit zum ­Kochen. Endlich kommt die Kitchenaid zum Ein­ satz, die ich vor zwei Jah­ ren geschenkt bekommen habe. Bisher war sie eher ein schönes Accessoire. Welche Rezepte hast du neu ausprobiert? Ich habe mit Brotbacken begonnen – vorher wusste ich nicht einmal, dass in ­einen Grundteig keine Eier gehören. Inzwischen habe ich mehr Übung und damit an Sicherheit gewonnen. Ich habe Burger-Brötchen gebacken, Bagels und Muf­ fins. Als Nächstes nehme ich die Sauce hollandaise in Angriff. Die habe ich ­bisher immer gekauft.

Barbara Novak Projektleiterin, Zürich

Was wirst du nach der Krise beibehalten? Unter der Woche werde ich womöglich in alte ­Muster zurückfallen, weil ich mir einfach nicht die Zeit nehme, aufwendig zu kochen. Aber Brote würde ich gern weiterhin selber backen. Auch kaufe ich momentan viel bewusster ein. Vielleicht bleibt das auch nach der Krise so.

Der neue Mitbewohner Daniel A. (33) und seine Freundin haben einen neuen Mitbewohner. Er hat weder Fell noch Federn, sondern viele Bakterien – und heisst Jon. «In sämtlichen Blogs und auf Social Media wird emp­fohlen: Hast du mal einen Sauerteigansatz, braucht der einen Namen.» Seit er von zu Hause aus arbeitet, hat sich Daniels Begeisterung für Sauerteig verstärkt, nun wollte er es selbst probieren. «Zuvor hatte ich in meinem Leben vielleicht zwei bis drei Kuchen gebacken, ansonsten fehlte mir oft die Zeit dazu.» Kaum war der erste Teig an­ gesetzt, begann das Warten. «Ich bin nicht besonders ge­ duldig, habe ständig geschaut und gerochen, was sich im Glas tut.» Zuerst bildeten sich viele Blasen, doch nach zwei Tagen passierte nichts mehr. Also probierte er es erneut. «Beim zweiten Mal habe ich sauberer gearbeitet und mich genau an die Vor­gaben ge­­­hal­ ten. Vor allem habe ich ge­ schaut, dass die Tempe­ratur immer gleich blieb.» Der zweite Ansatz gedieh prächtig und bekam den Namen Jon. «Mich über­rascht, dass er manch­mal ganz schön stinkt.» Das erste Sauerteigbrot gelang auf An­hieb – und roch angenehm.

Daniel A. Angestellter Pharma-Industrie, Zürich


GENUSS | 18.5.2020 | 29

Trendige Gerichte aus alltäglichen Zutaten

Estelle Dorsaz (31) Journalistin, Zürich

Bilder: zVg

Jetzt fällt die Saftkur leicht «Als alle wie verrückt in der Küche werkten und in ‹Skypéros› Flasche um ­Flasche öffneten, beschloss ich, eine Pause zu machen und meinem Körper eine kleine Entgiftung zu gönnen: eine Woche lang natürliche Säfte und Kräutertees. Mehr nicht. Keine Einkaufslisten, mehr, keine Essensplanung und keine Besuche im Super­ markt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich auf dieses Abenteuer einlasse, aber die Herausforderung erwies sich noch nie als so einfach. Da das gesellschaftliche Leben auf ein Minimum reduziert ist, besteht kaum die Gefahr, zu einer Geburtstagsfeier, ­einem Essen mit Freunden oder anderen Versuchungen eingeladen zu werden. Ich habe das Programm buch­ stabengetreu befolgt, und meine Energie hat mich nicht im Stich gelassen. Ganz im Gegenteil: Ich denke, dies ist der perfekte Zeitpunkt, um sich neu auszurichten und seinen Geschmacksnerven neues Leben einzuhauchen. Nach einem solchen Neustart bekommt jedes Essen einen ganz anderen Geschmack.»

Er ist gleich in zwei ­Restaurants Küchenchef: Paride Giuri (31) aus Muri AG hat normaler­ weise ganz schön viel zu tun, wenn er im Restau­ rant Gartenhof in Zürich und im Winter zusätzlich im Stall Valär in Davos am Herd steht. Doch als die Restaurants geschlossen hatten, blieb ihm viel Zeit für anderes. Trotzdem ­beschäftigt er sich weiter­ hin mit dem Kochen: «Statt für Gäste koche ich nun für meine Follower auf Social Media.» In ­seinen Rezeptvideos zeigt er, wie man mit einfachen und alltäglichen Produk­ ten trendige Gerichte ­zubereiten kann. Er kocht mit saisonalen Zutaten und inszeniert modern. «Nicht nur Püree und Schüümli, nicht nur Schnitzel und Cordon bleu, sondern ein Mittel­

«Statt für Gäste koche ich nun für meine Follower auf Social Media.»

weg.» Ziel ist es auch, dass es alle nachkochen können. Dabei ist ihm wichtig, stets die Basis des ­Rezepts vorzugeben, aber Alternativen vor­ zuschlagen. Ein Gericht mit Blumenkohl liesse sich zum Beispiel auch gut mit Broccoli oder Rüebli zubereiten. «Nicht alle mögen Blumenkohl oder haben den gerade zu Hause.» Die Reaktion der Zuschauenden freut ihn sehr: «Sie schreiben mir, dass sie Spass haben, weil ich einfach koche und ehrlich bin. Manche

unter ihnen kenne ich gar nicht. Das ist dann schon über­raschend.» Auch nach der Corona­ krise will Giuri mit den Rezeptvideos ­weiter­fahren. Er werde zwar ­neben seinem 100-Prozent-Pensum ­weniger Zeit dafür haben. Aber die Videos hätten Potenzial: «Gerade jetzt machen viele Köche ­ähnliche Videos. Nach der Krise wird die Kon­ kurrenz sicher wieder ­geringer sein.» Sein ­Instagram-Account: @paridepalace

Paride Giuri (31) Küchenchef, Muri AG


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GENUSS | 18.5.2020 | 31

Es begann mit dem Bananenbrot Kochen und Backen: ein Thema für dich? Vor der Coronakrise nicht wirklich. Als Visual Merchandiser für verschiedene Länder bin ich ständig unterwegs, übernachte in Hotels oder bin erst spät zu Hause. Deshalb esse ich selten dort. Reisen ist momentan aber nicht möglich … Genau. Meine Tätigkeit kam von heute auf morgen zum Stillstand. Und irgendwann hat man alle Bücher gelesen und alle Netflix-Serien geguckt. Seit Langem war mir ­wieder mal langweilig.

Schoggi- und Zitronenkuchen gemacht. Vor Kurzem habe ich mich sogar an Börek gewagt – meine Mutter hat das Blätter­teiggericht aus dem ­Balkan früher oft ­gebacken. Das klingt ziemlich schwierig. Sie wurden noch nicht perfekt – aber ich habe ja noch Zeit zum Üben. Sobald ich wieder arbeiten kann, wird mir diese fehlen. Ich hoffe, dass ich dann wenigstens am Wochenende Kuchen ­ backen werde.

Bruno Stebler (36) Fotograf, Zürich

Wocheneinkauf sorgt für mehr Abwechslung

Wie hast du die ­Langeweile bekämpft? Meine Schwester backt leidenschaftlich gern. Sie hat mich dann animiert, es auch zu versuchen. Ich begann mit dem Corona-­Rezept Nummer eins, dem Bananenbrot. Seither habe ich Apfel-,

Bilder: zVg

Natyra Maloku (31) Visual Merchandiser, Zürich

«Meine Schwester backt leidenschaftlich gern. Sie hat mich dann animiert, es auch zu versuchen.»

«Schon lange versuchen meine Freundin und ich, statt vieler kleiner Einkäufe bloss einen Wochen­einkauf zu machen. Bisher hat das nie wirklich ­geklappt. Zu Beginn des Lockdowns sagten wir uns, dass nun ein Mal einkaufen pro Woche reichen muss. Wir überlegten, was wir in den nächsten Tagen alles essen wollten, und er­ stellten eine Einkaufsliste. Da liegt der Knackpunkt: Damit der ­Wocheneinkauf klappt, braucht es Planung – dafür haben wir uns vorher zu w ­ enig Zeit genommen. Mit dem digitalen Einkaufszettel und einem alten Einkaufs­wägeli machten wir uns auf den Weg. Seither kaufen wir wöchentlich strikt nur noch einmal ein. Als wir einmal zu viel nach Hause gebracht hatten, planten wir die nächste Shoppingtour einfach erst zwei Wochen später. Dass der Wocheneinkauf so gut klappt, hat mich überrascht. Und er hat einen weiteren positiven Nebeneffekt: Beim Spontaneinkauf nach der Arbeit fehlte früher manchmal die nötige Inspiration für den Znacht – so landeten wir oft bei einem Teller Pasta. Weil wir jetzt besser vorausplanen, essen wir abwechslungsreicher und probieren häufiger neue Rezepte aus.»


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GENUSS | 18.5.2020 | 33

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Tania Araman (41) Leiterin Kommunikation der Gemeinde Epalinges VD

Fluffiges Knoblibrot Ergibt ca. 28 Stück 500 g Mehl 1 EL Salz 30 g Hefe ca. 3,5 dl Milchwasser (halb-halb), lauwarm 2 Knoblauchzehen 60 g Butter, weich ¼ Bund Petersilie 10 g Hartweizengriess oder Paniermehl

Selbst gemacht statt eingekauft Kochst du seit dem ­Lockdown anders? Ja, abwechslungsreicher. Ich habe schon früher ab und zu ­gekocht, eher Pasta- oder Schnellgerichte. Nun bekam ich Lust auf ausgewogenere und abwechslungsreichere Menüs. Also änderte ich meine Gewohnheiten und begann, für alle Mahlzeiten der Woche eine Liste zu erstellen. Und dementsprechend habe ich dann meine wöchentlichen Einkäufe erledigt.

Bilder: zVg

Woher nimmst du die Inspiration für Rezepte? Ich schaue mir Rezeptseiten an, meine Freundinnen ­senden mir ihre, und damit versuche ich, originelle Gerichte zusammenzustellen. Und ich habe einen Korb mit Gemüse bestellt. Sein Inhalt forderte mich heraus, neue Gerichte zu kochen. So habe ich etwa ein ausgezeichnetes Rezept für Sellerie-­Frühlings­ rollen mit Frisch­käse und ­Nüssen ausprobiert. Was bereitest du jetzt anders zu als zuvor? Poulet habe ich früher bereits gebraten gekauft, nun bereite ich es selbst im Ofen zu, mit Kartoffeln. Herrlich!

Zubereitung

Lina Projer (32) Rezeptautorin, Zürich

Die ganze Schweiz backt fluffiges Knoblibrot Mit der Coronakrise entdeckten viele das Backen. Plötzlich tauchten auf Social Media stets neue Posts auf, in denen das fluffige Knoblauchbrot von Migusto zu sehen war. Das Rezept wurde tausendfach angeklickt und ging viral. «Ich war bereits bei der ­Rezeptentwicklung überzeugt, dass dieses Knoblauchbrot viel Potenzial hat, und habe mich ­darum umso mehr über dessen Beliebtheit gefreut», sagt Rezeptautorin Lina Projer (32). In den sozialen Netzwerken ist sie seit Beginn der Knoblibrot-Welle ­aktiv und gibt Tipps. So lässt sich das Brot zum Beispiel mit weniger Hefe backen. «Man muss es dann einfach länger

a­ ufgehen lassen. Aber da wir jetzt alle zu Hause sind, geht das ja gut – sogar über Nacht im Kühlschrank auf­gehen lassen und erst am Morgen backen ist möglich.» Auch Projer selbst hat das Brot wieder gebacken und gleich für einen anderen Zweck verwendet: «Ich habe kleinere Brotkugeln geformt und sie ­einzeln auf einem Blech ge­ backen. Wir haben sie dann ins Fondue getunkt – yummy!» Egal in ­welcher Form: Haupt­ sache, man esse das Knoblibrot lauwarm, so entfalte es seinen ­vollen Geschmack. Und zum Glück stört sich mit Social ­Distancing niemand am ­Mundgeruch.

1. Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Hefe im Milchwasser auflösen. Alles ca. 5 Minuten zu ­einem elastischen Teig kneten. Schüssel mit Klarsichtfolie ­abdecken. Teig an einem warmen Ort ca. 2 Stunden aufgehen lassen. Inzwischen Knoblauch zur Butter pressen. Petersilie fein hacken, dazugeben und ­mischen. 2. Springform (ca. 26 cm Durchmesser) mit wenig weicher ­Knoblauchbutter ­auspinseln. Mit Griess aus­streuen. Hefeteig in Portionen à ca. 30 Gramm ­teilen, diese zu Kugeln formen. Mit etwas ­Abstand in die Form verteilen. Zugedeckt nochmals etwa 1 Stunde aufgehen lassen. 3. Den Backofen auf 180 °C ­Umluft vorheizen. Den Teig vorsichtig mit 2/3 der Knoblauchbutter bepinseln. Brot im Ofen 20–25 Minuten backen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen. Restliche Knoblauchbutter über dem Brot verteilen. Noch lauwarm servieren.


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Frucht und Meer

Wir holen den mediterran-exotischen Sommer auf den heimischen Grillrost. Die Goldbrasse, besser bekannt als Dorade, ­servieren wir mit einer fruchtig-pikanten Salsa. Rezept: Andrea Pistorius

Dorade Die Goldbrasse lebt vorwiegend im Mittelmeer. Ihr Fleisch ist fast frei von Gräten.

Thymian Das Kraut wurde schon in der Antike als Heilpflanze geschätzt. Es ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken.

Rezepte für die Grillparty: migusto.ch/ grillitarier

Dorade mit Nektarinen-Salsa Zutaten für 4 Personen 4 küchenfertige Doraden, à ca. 400 g ½ Bund Thymian 2 Zitronen 2 EL Olivenöl Salz Pfeffer 2 TL Garam Masala 4 festfleischige Nektarinen 3 Frühlingszwiebeln

Zubereitung

1. Fische mit kaltem Wasser abspülen und mit Haushaltspapier trocken tupfen. Doraden auf ­jeder Seite ca. 4-mal schräg einschneiden. Von einem Drittel des Thymians die Blättchen abzupfen. Die Hälfte der Zitronen in Scheiben schneiden. Fische mit wenig Zitronensaft be­träu­ feln und mit Öl bepinseln. ­Doraden rundum sowie in der Bauchhöhle mit Salz, Pfeffer, Thymianblättchen und der ­Hälfte des Garam Masala würzen.

Bauchhöhlen mit Zitronenscheiben und etwas vom r­ est­lichen Thymian füllen. 2. Nektarinen halbieren, ent­ steinen, in Würfelchen schneiden. Zwiebeln in Ringe schneiden, mit Salz, Pfeffer, restlichem Garam Masala und einigen ­Tropfen Zitronensaft würzen. 3. Grill auf 250 °C vorheizen. ­Fische auf jeder Seite ca. 6 Minuten grillieren, bis sie glasig sind und sich die Rückenflosse

leicht löst. Doraden mit der ­Nektarinen-Salsa servieren. TIPP Garam Masala durch Curry ersetzen.

Zubereitung ca. 20 Minuten  Geübte + ca. 12 Minuten grillieren Preis: mittel

Pro Person ca. 44 g Eiweiss, 20 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 1800 kJ/440 kcal

Bild und Styling: Veronika Studer

Garam Masala Die indische ­Gewürzmischung wird oft in Curries verwendet. Hier sorgt sie für eine würzige Note.


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KOLUMNE | 18.5.2020 | 47

Blattläuse

1, 2 ODER 3 ? Im Lockdown habe ich mit dem Kleinen (4) ganz viele Sämchen ­gesät. Die Vorstellung, dass aus den Krü­ melchen Pflänzchen entstehen sollen, hat ihn fasziniert. Jeden Tag hat er mehr­mals kontrolliert, ob die Erde feucht ­genug ist, und hat liebevoll ge­ wässert. Als sich die ersten Spitzen der Keim­linge aus der Erde recken, ist er überglücklich. Stündlich überprüft er, ob sie schon weitergewachsen sind, und hält die Familie per Liveticker eupho­ risch auf dem Laufenden. Am meisten Freude bereiten ihm die winzigen weis­ sen Blüten des Duftsteinrichs. Doch die Idylle währt nur kurz. Schon bald machen sich Blattläuse über unsere Balkonpflanzen her. Ich besprühe sie mit einer Schmierseifenmischung – in der Hoffnung, sie so loszuwerden. Der Kleine ist untröstlich und zielt stunden­ lang mit der Wasserpistole auf sie. Abends kann er nicht einschlafen, weil er seine Pflänzchen nicht den bösen Läusen ausliefern will. – Und jetzt? MM 1 Ich verspreche ihm, dass ich die

­Nachtschicht übernehme.

2 Wir säen sicherheitshalber noch Illustration: Lisa Rock

mehr Blumensämchen. Wir besorgen uns Marienkäfer, damit 3 diese den Job für uns erledigen.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Ich bin sicher, der Kleine wird wieder entspannen können, wenn wir Hilfe von den Glückskäfern bekommen. Mehr als 50 Blattläuse kann ein einziger an einem Tag fressen: Dieser Gedanke sollte ihn wieder tief und fest schlafen lassen.

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PSYCHOLOGIE | 18.5.2020 | 49

! n i e N n n a k s a D n e n r e l n ma Wie Sie das Nein trainieren können • Der Weg zum Neinsagen ist ein Lernprozess, der Zeit braucht. Geben Sie sich die Erlaubnis, Nein ­sagen zu dürfen, und üben Sie es zuerst in Situationen, bei denen es nicht um wichtige Dinge geht.

Viele Menschen können anderen fast nichts abschlagen. Doch ein paar einfache Tipps helfen weiter. Und egoistisch handelt man mit einem Nein noch lange nicht. Text: Beatrix Ott

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Bild: zVg

önntest du noch kurz …?», fragt der Chef, der Partner oder die Kollegin. ­Eigentlich würde man gern Nein sagen. Aber dann lässt man sich doch wieder breitschlagen – und ärgert sich ­danach über sich selbst. Ein paar Tipps können helfen, damit es beim nächsten Mal besser klappt: • Bedingen Sie sich Bedenkzeit aus. Sätze wie «Ich rufe dich nachher zurück» oder «Ich melde mich morgen» verschaffen etwas Zeit, um in Ruhe zu überlegen, ob Sie ­die Aufgabe wirklich übernehmen möchten. • Spüren Sie in sich hinein: ­Haben Sie Zeit und Kapazität, die Aufgabe zu bewältigen? Fühlen Sie sich ausgenützt? • Bei Kollegen, die immer wieder um Hilfe bitten, können Sie sich etwa mit e­ inem freundlich-ermunternden

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Satz wie «Ich glaube, das ­bekommst du gut alleine hin» abgrenzen. Oder Sie verweisen sie an eine andere Person. • Will der Chef mehr, als machbar ist, hilft die Frage: «Wo soll ich die Prioritäten setzen?» • Wenn in der Gruppe Aufgaben verteilt werden, melden Sie sich nicht sofort, sondern ­zählen Sie für sich erst e­ inmal bis zehn. Warum fällt es so schwer?

Es lohnt sich zu ergründen, ­weshalb Neinsagen so schwer fällt. Steckt zum Beispiel das ­Bedürfnis nach Lob dahinter? Oder der Wunsch, als nette und hilfsbe­reite Person zu gelten? Möchte man beweisen, wie ­belastbar man ist? Stellen sich Schuldgefühle ein? Spielt das Gefühl, gebraucht zu werden, eine Rolle? Oder die Angst, von anderen abgelehnt zu werden? Die Befürchtungen, welche negativen Folgen drohen, wenn man auch einmal Nein sagt,

müssen sich nicht zwangsläufig bewahrheiten. Sie sind oft einfach übertrieben. Ein Nein zur rechten Zeit macht Sie noch nicht zum rücksichtslosen ­Egoisten. Im Gegenteil, Sie kön­nen viel gewinnen: Das ­klare Nein kann nicht nur mehr Respekt verschaffen, sondern auch vor Überforderung schützen, Entspannung bringen und der Gesundheit guttun. Oder dazu führen, dass man sich ­weniger über sich ärgert – weil man sich schon wieder eine Aufgabe aufgehalst hat, die man eigentlich gar nicht wollte. MM

Beatrix Ott, Psychotherapeutin FSP, Medbase St. Gallen Am Vadianplatz

Tipps, wie Sie in der Mittagspause abschalten Bei Stress fällt das Abschalten in der Mittagspause oft schwer, dabei gibt es gerade dann nichts Wichtigeres.  Mehr auf migros-impuls.ch/abschalten

• Das Bild vom inneren ­Garten kann helfen, uns unserer Grenzen bewusst zu werden: Gibt es um ­Ihren inneren Garten einen Zaun, eine Mauer oder ­Hecke? Gibt es eine Tür oder ­Klingel, und Sie entscheiden, wer eintreten darf und wer nicht? Oder ist alles offen, sodass jeder hineinlaufen und womöglich seinen Müll abladen kann? Der Zaun, die eigene Grenze bedeutet, die Verantwortung für sein Leben in die eigene Hand zu ­nehmen und selbst zu ­bestimmen. Gestehen Sie sich zu, dass Ihr Garten ­einen Zaun haben darf, und schützen Sie ihn. • Erstellen Sie regelmässig eine Prioritätenliste. ­Achten Sie darauf, dass ­eingehalten wird, was ­Ihnen am Wichtigsten ist. • Nehmen Sie sich zwischendurch eine Auszeit: Schalten Sie Ihr Handy aus und checken Sie keine Mails. • Der freie Tag, den Sie sich vorgenommen haben, ist verbindlich wie andere fi ­ xe Termine – er bleibt frei!


PUBLIREPORTAGE

PFLEGE FÜR SCHÖNE HAUT Die Haut ist unser grösstes Organ: ein Wunderwerk mit über vier Millionen Rezeptoren. Sie hat bestmögliche Pflege verdient. Das richtige Produkt für ihre individuellen Bedürfnisse zu finden, stellt oft eine Heraus-forderung dar – besonders, wenn man zu trockener Haut neigt. Wir verraten, wie Produkte von Neutrogena diese geschmeidig machen und was man noch für schöne Sommerhaut tun kann.

e­ 20-fachus-­ Cumul te Punk

ns odylotio für die B trogena u von Ne bis 1. Juni Mai

Egal ob in der Badi oder beim ­Vor­stellungs­gespräch: Der erste ­Eindruck zählt. Dabei spielt auch die Haut eine wichtige Rolle. Sie ist wie ein indi­viduelles Kleid, das wir ­jeden Tag tragen. Ihre über vier Millionen Rezeptoren f­ ungieren als Sinnesorgan und lassen uns Kälte, Hitze, Schmerz und Lust verspüren. Unser grösstes Organ schützt zudem vor äusseren Ein­flüssen und sorgt ­dafür, dass der ­Körper keine Wärme oder Feuchtigkeit verliert. Grund ­genug, ihr Sorge zu tragen und sie mit Produkten mit hochwertigen ­Inhaltsstoffen zu p­ flegen. Wenn die Haut trocken ist und spannt, beeinträchtigt dies unser Wohlbefinden. Deshalb ist es besonders wichtig, je nach Hauttyp und Bedürfnis auf eine geeignete Pflege zu achten, um unsere Haut gesund und die Hautschutz­barriere intakt zu halten.

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Wirksame Pflege für gesunde, schöne Haut: Dafür steht Neutrogena. Die ­Traditionsmarke setzt vor allem auf ihre jahrzehntelange dermatologische Expertise. Die Erfolgsgeschichte von Neutrogena begann 1930 mit einer ­Seife. Heute gilt die Marke als Experte für Hautpflege in mehr als 40 Ländern. Dermatologen beraten Neutrogena Im Herkunftsland USA ist Neutrogena die Num­mer 1 für die Gesichtspflege. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit Dermatologen und der Einsatz

­innovativer, patentierter Technologien machen die Produkte bei Verbrauchern so beliebt. Auch Hautärzte sind überzeugt und empfehlen die Marke. Die richtige Pflege für trockene Haut Die Deep-Moisture-Bodylotion mit der besonderen norwegischen Formel ist mit feuchtigkeitsspendendem Glycerin angereichert. Sie verdreifacht das Feuchtigkeitsniveau der Haut (Feuchtigkeitsniveau-Index, drei Stunden nach der Anwendung) und spendet 48 Stunden intensive Feuchtigkeit. Sie dringt tief in die Haut ein und spendet Feuchtigkeit, wo sie am ­dringendsten benötigt wird. So schützt sie auch vor hautaustrocknenden Umwelteinflüssen. Tag für Tag wird die Haut optimal mit Feuchtigkeit versorgt, fühlt sich geschmeidig an und sieht gesund aus. Ein weiteres Plus der Bodylotion: Sie zieht sofort ein und

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sorgt für ein sichtbar und fühlbar ­angenehmes Hautgefühl. Erste Körperpflege mit Hyaluron Das Neutrogena Hydro Boost Body Lotion Gel nutzt das besondere Feuchtigkeitskonzept der Hydro-Boost­Gesichtspflege – für geschmeidige und strahlende Haut, wissenschaftlich bestätigt. Die erfrischende und ultra-­ leichte F ­ ormel enthält Hyaluronsäure, die wie ein Schwamm wirkt und bis zum 1000-Fachen des eigenen ­Gewichts an Wasser aufnehmen kann. Die Formel hilft, einen Feuchtigkeitsspeicher aufzubauen, der die Feuch­ tigkeit i­mmer dann abgibt, wenn die Haut sie braucht. Neutrogenas Tipp: Für den Extra-Frische-Kick die Hydro

Die Haut ist die Schutzhülle ­unseres Körpers – Grund genug, ihr Sorge zu ­tragen.

Boost Body Lotion vor Anwendung einfach einige Stunden bei ca. 4 °C in den Kühlschrank stellen. Die leichte Textur kühlt und erfrischt die Haut ­angenehm. So bleibt die Haut gesund Neben Feuchtigkeitsversorgung wird eine gesunde Haut auch von F ­ aktoren wie der Ernährung beeinflusst: 1. Viel Wasser trinken: rund eineinhalb Liter pro Tag. Wasser fördert die Vita­ lität. Schon zehn Minuten nach dem Trinken wird die Haut besser durchblutet und mit mehr Sauerstoff versorgt. Das kurbelt den Stoffwechsel an. 2. Gesunde Ernährung: Vitamin A, B-Vitamine und Biotin wirken sich ­positiv auf die Haut aus. Daher sollten Fettfische wie Makrele oder Lachs auf dem Speiseplan stehen, genauso wie Obst, Gemüse, Körner und Nüsse. 3. Bewegung und Entspannung: Sport regt die Hautdurchblutung an und lässt uns schwitzen. Schweiss hat eine hautreinigen­de Wirkung. Aber Stress, Müdigkeit oder ein hektischer Alltag können der Haut schaden. Daher öfter eine Entspannungsphase einlegen.

Für geschmeidige Hände Gerade in aktuellen Zeiten benötigen unsere Hände ­besonders viel Feuchtigkeit und Pflege. Denn häufiges Desin­fizieren und Waschen mit Wasser und Seife trock­ net sie aus. Zudem sind sie Einflüssen wie Hitze und ­Kälte ausgesetzt. Der Klassi­ ker von ­Neutrogena mit der ­norwegischen Formel, die sofort einziehende Hand­ creme, pflegt und befeuch­ tet die Hände. Die leichte Formel zieht sofort ein, ohne ­einen fettigen Film zu hinterlassen. Sie spendet intensive Feuchtigkeit und schützt vor dem Austrock­ nen. Eine ideale Handcreme für die tägliche ­Anwendung: ­einfach auf die Hände ­auftragen und sanft ein­ massieren. So ­fühlen sich die Hände sofort wieder zart und geschmeidig an.

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52 | 18.5.2020 | MIGROS NEUENBURG-FREIBURG

JAHRESSBERICHT 2019 die Eigenheiten der heutigen Jugend und Gesellschaft angepasst. Migros Neuenburg-Freiburg hat erfolgreich das Label « Friendly Work Space » erhalten. Unser Unternehmen hat sich durch Massnahmen ausgezeichnet, die seit mehreren Jahren zugunsten der Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ergriffen werden. Wir gehören damit zu den 83 Unternehmen der Schweiz, die das Label führen dürfen. Dieses Jahr wurde der Meilenstein von 125’000 Genossenschaftern überschritten ; es sind nun 125’603 Mitglieder. Kulturelle und soziale Ausstrahlung, nachhaltige Entwicklung

Direktionsmitglieder

Am 21. September hat die Genossenschaft ihre völlig neue Klubschule im Einkaufscenter Métropole Centre in La Chaux-deFonds eröffnet. Sie ersetzt die alte Schule, welche sich in der Rue Jaquet-Droz befunden hatte. Mit ihrer Fläche von 800 m2 befindet sie sich im 3. Stock des Centers und verfügt über 12 Klassenräume.

Editorial Geschätzte Damen und Herren Liebe Genossenschafterinnen und Genossenschafter Migros Neuenburg-Freiburg hat 2019 eine Verringerung des Gesamtumsatzes um 3,7 % auf 717’503 Millionen Franken erfahren. Dies ist zu einem grossen Teil die Folge einer erheblichen Preisreduktion, die während des Jahres erfolgte. Trotzdem ist die finanzielle Basis des Unternehmens gewährleistet. Sie erlaubt es uns, in unseren Tätigkeitsgebieten weiterhin eine wirtschaftlich führende Rolle zu spielen. Verkaufsnetz Die 45. Filiale der Genossenschaft hat ihre Tore am 16. April im Neuenburger Quartier Cadolles eröffnet. In einer alten Fabrik erstellt, vereint diese Verkaufsplattform die Läden von Migros und Denner unter einem Dach. In Romont wurde anfangs Juni eine neue Verkaufsfläche von 1’677 m2 geschaffen ; sie ist gegenüber dem Bahnhof ideal gelegen. Ein gedecktes Parking mit 123 Plätzen erlaubt einen einfachen Zugang zu allen Geschäften. Anfangs September hat die Genossenschaft ihre Kundennähe weiter verstärkt, indem in Neyruz eine neue Filiale von 520 m2 eingeweiht wurde. Sie befindet sich im Erdgeschoss eines Gebäudes, in dem es auch eine Apotheke, einen Coiffeur und einen Kiosk/Café gibt. Am 10. Dezember hat im Bahnhof Freiburg eine Filiale mit 400 m2 und erweiterten Öffnungszeiten ihre Tore geöffnet. Unser Programm der Expansion und Modernisierung des Verkaufsnetzes soll in den nächsten Jahren weiterverfolgt werden ; dabei wird der Akzent auf die Renovation der vorhandenen Filialen sowie auf

die Weiterentwicklung der Kundennähe gelegt werden. Geschäftsgang Mehr als 18 Millionen Kunden haben 2019 die Kassen unserer Filialen passiert. Diese Frequenz bedeutet eine Verminderung um 0,86 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieselbe Feststellung lässt sich in Bezug auf den Einkaufskorb treffen, welcher bei -3 % landete. Die Produkte der Linien « Sélection » und « Alnatura » sahen ihre Verkaufszahlen um 8,7 % beziehungsweise 5,7 % ansteigen. Die Produkte « Aus der Region. » gewinnen weiterhin zunehmend das Vertrauen der Kundschaft. Der Sektor Restauration verzeichnet insgesamt eine Senkung um 3,6 % seiner Verkaufszahlen. Das Angebot, welches dieses Jahr am meisten Erfolg verbuchte und das weiterhin schöne Fortschritte macht, ist das Salatbuffet. Unsere vier Klubschulen erzielten einen Umsatz von 6,865 Millionen. Die Kurse in den Bereichen « Management und Wirtschaft », « Sprachen » und « Bewegung und Gesundheit » waren besonders gefragt. Etwas mehr als 12’400 Teilnehmende haben im vergangenen Jahr die 2’614 Kurse des Programms besucht. Genossenschaftliches Leben Im November hat eine ausserordentliche Urabstimmung stattgefunden, es war die erste in der Geschichte der Genossenschaft. Die Berufsausbildung unserer Lernenden ist ein Garant für die Zukunft des Berufes. Denn damit werden unsere Lehrgänge und unsere Begleitung konstant an die Entwicklung der Verkaufsberufe aber auch an

Der 14. Grand Prix Culturel wurde dem « Collectif-fact » von Annelore Schneider und Claude Piguet für ein Projekt zugesprochen, welches sich mit dem Thema bildende Kunst befasst. Die Spendenabteilung, welche durch das Kulturprozent finanziert wird, hat eine Summe von CHF 242’000 investiert für die Vergabe von Beiträgen an über 500 Vereinigungen, die in unterschiedlichen Gebieten tätig sind ; Kultur und Sport sind besonders gut vertreten. 2019 wurden in nicht weniger als zehn Filialen die althergebrachten Leuchtmittel durch LED-Technologie ersetzt. Der Austausch der Beleuchtung ist auch in den Hallen des Betriebsgebäudes in Marin-Epagnier erfolgt. Danksagung Verehrte Damen und Herren, liebe Genossenschafterinnen und Genossenschafter wir danken Ihnen für Ihre Treue und für das Vertrauen, das Sie unserem Unternehmen entgegenbringen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich darauf, Sie in nächster Zeit in unseren Filialen, Restaurants und Klubschulen zu begrüssen. Sie werden Sie mit persönlichem Empfang und einwandfreien Dienstleistungen verwöhnen. Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg

Damien Piller Präsident der Verwaltung

Jean-Marc Bovay Geschäftsleiter


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s ro rg ig u M nb urg e eu ib N Fre

Allgemeiner Geschäftsgang Mit einem Nettoumsatz von CHF 717,5 Millionen verzeichnet die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg im Geschäftsjahr 2019 einen Rückgang von 3,7 % (CHF -27,8 Millionen im Vergleich zum Vorjahr). Dieser Umsatzeinbruch ist hauptsächlich auf die Supermärkte und die Fachmärkte zurückzuführen. Ein Drittel des Rückgangs ist mit dem Umbau der Verkaufsflächen in Avry, Morat und im Métropole Centre zu erklären. Im übrigen haben sich der Einkaufstourismus, die Internetkäufe und der wachsende Konkurrenzdruck im stationären Handel auch in diesem Jahr auf den Geschäftsgang ausgewirkt. Mit der Eröffnung der neuen Filialen in Cadolles, in Neyruz und am Freiburger Bahnhof sowie mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten in Romont konnte die Genossenschaft eine moderate Expansion verzeichnen. Andere betriebliche Erträge Die übrigen betrieblichen Erträge sind 2019 um CHF 1,1 Millionen auf CHF 11,0 Millionen angestiegen. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf einmalige Zahlungen des Bundes aufgrund der Installation von Photovoltaikanlagen in Marin und in la Tour-de-Trême zurückzuführen. Die übrigen Erträge resultieren aus der Verrechnung von Leistungen an die Tochtergesellschaften (Marin Centre SA, Avry Centre SA und Agy Est SA) sowie an andere Unternehmen der Migros-Gruppe, insbesondere für logistische Aktivitäten. Übriger Betriebsaufwand In Zusammenhang mit dem Umsatzrückgang nahm der Warenaufwand um 3,5 % ab. Der übrige Betriebsaufwand ist insgesamt um CHF 4,0 Millionen gesunken. Der Personalaufwand konnte teilweise an das rückläufige Geschäftsvolumen angepasst werden und sank somit um CHF 1,3 Millionen. Die spürbare Senkung der Unterhaltskosten ist zum einen auf eine im Jahr 2018 gebildete Rückstellung für die Sanierung der Gebäude in Romont und Saint-Imier (CHF 2,0 Millionen) und zum anderen auf einen Rückgang der Kosten für die regelmässige Instandhaltung der Anlagen im Jahr 2019 (CHF 0,4 Millionen) zurückzuführen. Der Rückgang von CHF 1,8 Millionen der Abschreibungen und Berichtigungen der Vermögenswerte ist eine Folge des Kredits 2019 in Zusammenhang mit der Auflösung des Gebäuderenovationsfonds

in Höhe von CHF 3,2 Millionen (CHF 0,3 Millionen Flamatt, CHF 1,2 Millionen Métropole Centre und 1,7 Millionen Romont). Von diesem Betrag in Höhe von CHF 3,3 Millionen sind CHF 0,7 Millionen für die Auflösung der Rückstellung Renovationsfonds Gebäude Métropole Centre im Jahr 2018 sowie CHF 0,7 Millionen für die Erhöhung der ordentlichen Abschreibungen in Zusammenhang mit den neuen Filialen (Romont, Neyruz, Les Cadolles, Bahnhof Freiburg) in Abzug zu bringen. Die Mieten steigen um CHF 0,7 Millionen, ebenfalls bedingt durch die neuen Filialen (Romont, Neyruz, Les Cadolles, Gare de Fribourg). Der Anstieg der Verwaltungskosten um CHF 0,8 Millionen ist den juristischen Schritten in Zusammenhang mit der im Anhang aufgeführten Strafanzeige sowie den Kosten für die ausserordentliche Urabstimmung geschuldet. Der Rückgang des übrigen Betriebsaufwandes um CHF 0,5 Millionen stammt aus den Einsparungen bei den Gemeinkosten der Einkaufszentren (Sicherheit, Abwartkosten). Diese werden teilweise ausgeglichen durch zusätzliche Kapitalsteuern in Höhe von CHF 0,4 Millionen. Ergebnis vor Zinsen und Steuern Erwartungsgemäss wurde ein Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) um CHF 4,2 Millionen (8 %) auf CHF 15,1 Millionen verzeichnet. Diese deutliche Verschlechterung der Geschäftslage wird auch weiterhin begleitet von einem straffen Management auf allen Unternehmensebenen. In der gesamten Migros-Gruppe werden Programme durchgeführt zur Neubelebung des Umsatzes und zur Steigerung der Kosteneffizienz. Der Zinsaufwand ist um CHF 0,3 Millionen zurückgegangen mit einer stabilen Schuldenquote, wodurch der leicht rückläufige Finanzertrag ausgeglichen werden kann. Der Finanzertrag aus den Darlehen an die Tochtergesellschaften (Marin Centre SA, Avry Centre SA und Agy Est SA) übersteigt erstmalig die Kreditkosten der Migros Neuenburg-Freiburg. Das ausserordentliche Ergebnis verzeichnet für 2019 einen Verlust von CHF 1,4 Millionen, bedingt durch den Kauf des Altbaus in Romont. Finanzlage Trotz des Cashflow-Rückgangs um CHF 8,9 Millionen auf CHF 31,8 Millionen im Jahr 2019, konnte die Genossenschaft ihre Eigenfinanzierung im Laufe des Geschäftsjahres sicherstellen. Die Genossenschaft befindet sich weiterhin in einer gesunden Finanzlage. Das Eigenkapital beläuft sich per 31. Dezember 2019 auf CHF 286,3 Millionen und somit auf sehr gute 54,1 % der Bilanzsumme

(vorheriges Geschäftsjahr : CHF 274,8 Millionen bzw. 52,6 %). Aussergewöhnliche Ereignisse Keine Anmerkungen. Risikobeurteilung Die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg verfügt über ein Risikomanagementverfahren. Die Verwaltung stellt sicher, dass die Risikobeurteilung zeitgerecht und angemessen erfolgt. Sie wird regelmässig durch die Geschäftsleitung über die Risikolage des Unternehmens informiert. Anhand einer systematischen Risikoanalyse haben die Verwaltung und die Geschäftsleitung die für die Genossenschaft wesentlichen Risiken identifiziert und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und finanziellen Auswirkungen bewertet. Mit geeigneten, von der Verwaltung beschlossenen Massnahmen werden diese Risiken abgewehrt, gemindert oder an Dritte übertragen. Die selbst zu tragenden Risiken werden konsequent überwacht. Die Resultate der Risikobeurteilung werden von der Verwaltung bei ihrer jährlichen Überprüfung der Geschäftsstrategie angemessen berücksichtigt. Die Verwaltung hat die letzte Risikobeurteilung am 13.11.2019 vorgenommen und festgestellt, dass die Risiken durch Strategien, Prozesse und Systeme grundsätzlich gut abgedeckt sind. Ausblick Die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg ist ein gesundes Unternehmen, das sich allgemeiner Beliebtheit erfreut und das Vertrauen der Bevölkerung geniesst. Sie löst ihre Versprechen ein und in schwierigen Zeiten verhält sie sich verantwortungsbewusst. Auch in Zukunft werden sich Produktivitätssteigerungen und Beschaffungskostensenkungen direkt auf die Verkaufspreise auswirken. Die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg wird ihr Verkaufsnetz weiterhin mit Nahversorgungsläden ausbauen und verpflichtet sich, alles zu tun, um das beste Preis-/ Leistungsverhältnis anzubieten. Neben der Stärkung ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit setzt sie sich für die Fortführung ihres sozialen und ökologischen Engagements ein, getreu ihren Werten Nachhaltigkeit, Nähe, Einfachheit und Attraktivität.

Jean-Marc Bovay Geschäftsleiter

Jean-Yves Frutiger CFO stellv. Geschäftsleiter


54 | 18.5.2020 | MIGROS NEUENBURG-FREIBURG

JAHRESSBERICHT 2019 STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

ERFOLGSRECHNUNG

ANMERKUNGEN ZUR JAHRESRECHNUNG

(in TCHF)

Anmerkung

Nettoerlöse Detailhandel

2019

2018

677'481

704'306

Grosshandel

2'223

2'322

Gastronomie

19'618

20'361

Bildung/Kultur

6'993

7'312

Dienstleistungen Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen

11'188

11'014

717'503

745'315

Sonstige Erträge Andere betriebliche Erträge Total betrieblicher Ertrag

10'969

9'886

728'472

755'201

(in TCHF)

1

2019

2018

Personalaufwand Löhne und Gehälter

-95'774

-97'202

Sozialversicherungen

-11'318

-11'803

Personalvorsorgeeinrichtungen

-11'362

-10'867

Übriger Personalaufwand

2

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen

Betrieblicher Aufwand Waren- und Dienstleistungsaufwand 1

Personalaufwand Mietaufwand

-506'059

-524'601

-122'043

-123'382

-21'690

-20'972

Übrige Sachanlagen

Anlagenunterhalt

-5'651

-8'030

Energie und Verbrauchsmaterial

-8'822

-8'485

Finanzergebnis Kapitalzinsertrag

Werbeaufwand

-5'680

-5'593

Beteiligungsertrag

Verwaltungsaufwand

-5'223

-4'374

Kapitalzinsaufwand

Übriger betrieblicher Aufwand Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Total betrieblicher Aufwand

2

Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT)

-16'386

-16'855

-21'780

-23'606

-713'334

-735'898

15'138

19'303

3

120

-97

4

-1'362

1'120

Gewinn vor Steuern

13'896

20'326

Direkte Steuern

-2'470

-3'554

Gewinn

11'426

16'772

Finanzergebnis Ausserordentliches, einmaliges oder periodenfremdes Ergebnis

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

Anmerkung 31.12.2019 31.12.2018 11'605

11'541

320

654

1'601

2'181

2'610

3'450

Vorräte

27'614

27'466

Aktive Rechnungsabgrenzungen TOTAL UMLAUFVERMÖGEN

-

7

43'750

45'299

ANLAGEVERMÖGEN Finanzanlagen - gegenüber Unternehmen des Konzerns - gegenüber Dritten

79'000

80'000

90

100

167'083

167'083

164'515

178'601

37'026

30'517

Beteiligungen - an Unternehmen des Konzerns Sachanlagen - Grundstücke und Bauten - Technische Anlagen und Maschinen - Übrige Sachanlagen

7'234

6'924

30'349

13'900

TOTAL ANLAGEVERMÖGEN

485'297

477'125

TOTAL BILANZSUMME

529'047

522'424

- Anlagen in Bau

PASSIVEN

-11'040

-2'862

-2'996

-21'780

-23'606

1'186

1'233

34

33

-1'100

-1'363

120

-97

19

1'121

-1'381

-1

-1'362

1'120

Anmerkung 31.12.2019 31.12.2018

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - gegenüber Unternehmen des Konzerns

Übrige kurzfristige Forderungen - gegenüber Dritten

-9'570

-8'885

KURZFRISTIGES FREMDKAPITAL

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - gegenüber Dritten

Verlust aus Veräusserung von Anlagevermögen

-10'033

(in TCHF)

UMLAUFVERMÖGEN

- gegenüber Unternehmen des Konzerns

Ausserordentliches, einmaliges oder periodenfremdes Ergebnis Gewinn aus Veräusserung von Anlagevermögen

-123'382

BILANZ VOR GEWINNVERWENDUNG

BILANZ VOR GEWINNVERWENDUNG

Flüssige Mittel

4

-3'510

-122'043

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

(in TCHF)

AKTIVEN

3

-3'589

- gegenüber Dritten Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten - gegenüber Unternehmen des Konzerns - M-Partizipationskonten

1'909

2'498

23'390

13'238

29'045

20'411

8'142

8'650 13'471

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 5

14'658

Kurzfristige Rückstellugen

- gegenüber Dritten

6

-

300

Passive Rechnungsabgrenzungen TOTAL KURZFRISTIGES FREMDKAPITAL

7

5'655

6'014

82'799

64'582

130'000 1'650 28'321

150'000 1'700 31'305

159'971

183'005

242'770

247'587

1'256

1'243

LANGFRISTIGES FREMDKAPITAL Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten - gegenüber Unternehmen des Konzerns - gegenüber Dritten Langfristige Rückstellungen TOTAL LANGFRISTIGES FREMDKAPITAL TOTAL FREMDKAPITAL

8

EIGENKAPITAL Genossenschaftskapital Gesetzliche Gewinnreserve

900

900

Freiwillige Gewinnreserve

272'640

255'840

Bilanzgewinn TOTAL EIGENKAPITAL

11'481

16'854

286'277

274'837

TOTAL BILANZSUMME

529'047

522'424


18.5.2020 | 55

ANMERKUNGEN ZUR JAHRESRECHNUNG

GELDFLUSSRECHNUNG

(in TCHF)

(in TCHF)

2019 5

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten Gegenüber Pensionskassen Gegenüber Dritten

6

7

Kurzfristige Rückstellungen Immobilienunterhalt *

Passive Rechnungsabgrenzungen Klubschulerträge Übrige Abgrenzungen

8

2018

-

2'294

14'658

11'177

14'658

13'471

0

300

-

300

1'472

1'171

4'183

4'843

5'655

6'014

2'821

2'855

1'000

1'000

Sonstige langfristige Rückstellungen

* Rückstellung per 1.1. für den Unterhalt von Immobilien Zuweisung der Rückstellung für den Unterhalt von Immobilien Verwendung von Rückstellungen zur Anpassung des Werts von Immobilien Auflösung von Rückstellugen zur Anpassung des Werts von Immobilien Rückstellung per 31.12. für den Unterhalt von Immobilien

750

750

21'850

24'800

1'900

1'900

28'321

31'305

2018

11'426

16'772

21'780

23'606

-19

-1'121 1

Veränderung Rückstellungen

-2'738

1'445

Cash-flow

31'830

40'703

Veränderung kurzfristige Forderungen Veränderung aktive Rechnungsabgrenzungen Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten Veränderung passive Rechnungsabgrenzungen

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

Renovationsfonds Immobilien

2019

1'381

Veränderung Vorräte

AHV-Ersatzrente Gewährleistung

Gewinn Abschreibungen und Wertberichtigungen auf der Position des Anlagevermögens Gewinn aus dem Verkauf von Anlagevermögen Verlust aus dem Verkauf von Anlagevermögen

Langfristige Rückstellungen

Immobilienunterhalt *

s ro rg ig u M nb urg e eu ib N Fre

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

1'754

7'544

-148

2'120

7

-5

5'116

819

-359

-390

38'200

50'791

Geldfluss aus Investitionstätigkeit Investitionen -5'000

-10'000

- Beteiligungen

- Finanzanlagen

0

-52'000

- Sachanlagen

-31'279

-26'210

Desinvestitionen - Finanzanlagen

6'010

5'510

- Sachanlagen

4'043

1'561

-26'226

-81'139

25'100

23'800

0

2'000

-2'704

-700

-546

0

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten

-11'873

-317

21'850

25'100

Veränderung langfristige Verbindlichkeiten

-50

29'950

13

12

-11'910

29'645

64

-703

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

Veränderung Genossenschaftskapital

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung der Flüssigen Mittel Liquiditätsnachweis : Flüssige Mittel am 1. Januar

11'541

12'244

Flüssige Mittel am 31. Dezember

11'605

11'541

64

-703

Veränderung der Flüssigen Mittel

Genossenschaftskomitee


56 | 18.5.2020 | MIGROS NEUENBURG-FREIBURG

JAHRESSBERICHT 2019 STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

ANHANG

(in TCHF)

Angaben zu den in der Jahresrechnung angewandten Grundsätzen Die vorliegende Jahresrechnung wurde gemäss den Vorschriften des Schweizer Gesetzes, insbesondere der Artikel über die kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962) erstellt. Die Rechnungslegung erfordert von der Verwaltung Schätzungen und Beurteilungen, welche die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten im Zeitpunkt der Bilanzierung, aber auch Aufwendungen und Erträge der Berichtsperiode beeinflussen könnten. Die Verwaltung entscheidet dabei jeweils im eigenen Ermessen über die Ausnutzung der bestehenden gesetzlichen Bewertungs- und Bilanzierungsspielräume. Zum Wohle des Unternehmens können dabei im Rahmen des Vorsichtsprinzips Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen über das betriebswirtschaftlich benötigte Ausmass hinaus gebildet werden.

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

VERWENDUNG DES BILANZGEWINNES

(in TCHF)

2019

Angaben, Aufschlüsselungen und Erläuterungen zu Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz Entsprechende Ausführungen zu einzelnen Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz siehe "Anmerkungen zur Jahresrechnung"

54

83

Gewinn laufendes Jahr

11'426

16'772

Bilanzgewinn

11'481

16'854

Bedeutende Beteiligungen

Auflösung/(Zuweisung) Kulturprozent

Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, Grundkapital CHF 15'000'000

31.12.2019 31.12.2018

Gewinnvortrag

2018

0

0

Freier Bilanzgewinn zur Verfügung der Urabstimmung

11'481

16'854

Zuweisung an freiwillige Gewinnreserve

-11'400

-16'800

81

54

Kapitalanteil

4.30%

4.30%

Stimmrechtsanteil

8.11%

8.11%

100.00%

50.00%

100.00%

50.00%

50.00%

50.00%

50.00%

50.00%

100.00%

100.00%

Freizeit und Sport

100.00%

100.00%

Wirtschaftspolitik

22

25

178

174

100.00%

100.00%

Anteilmässige Verwaltungskosten/Rückstellungen Total

3'364

3'899

100.00%

100.00%

0,5 % des massgebenden Umsatzes

3'485

3'623

AVRY CENTRE SA, AVRY, Grundkapital CHF 2'000'000 Kapitalanteil Stimmrechtsanteil MARIN CENTRE SA, MARIN-EPAGNIER, Grundkapital CHF 17'300'000 Kapitalanteil Stimmrechtsanteil STREGA SA, MARIN-EPAGNIER, Grundkapital CHF 100'000 Kapitalanteil Stimmrechtsanteil AGY EST SA, GRANGES-PACCOT, Grundkapital CHF 100'000 Kapitalanteil Stimmrechtsanteil

Vortrag auf neue Rechnung

AUFWENDUNGEN DES KULTURPROZENTES

(in TCHF)

Kulturelles Bildung Soziales

Indirekte Beteiligungen werden in der Jahresrechnung des Migros-Genossenschafts-Bundes ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten Die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg ist im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten involviert. Obwohl der Ausgang der Rechtsfälle im heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend vorausgesagt werden kann, geht die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg davon aus, dass keine dieser Rechtsstreitigkeiten wesentliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Finanzlage hat. Erwartete Zahlungsausgänge werden entsprechend zurückgestellt. Ergänzende Information Die Geschäftsleitung der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg hat mit Unterstützung des Büros des Genossenschaftsrates am 16. Juli 2019 bei der Staatsanwaltschaft Freiburg eine Strafanzeige eingereicht. Die Anzeige richtet sich gegen den Präsidenten der Verwaltung sowie gegen andere möglicherweise beteiligte Personen, denen eine ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese Schritte haben jedoch keinerlei Auswirkung auf diesen Jahresabschluss.

STATUTARISCHE JAHRESRECHNUNG DER GENOSSENSCHAFT MIGROS NEUENBURG-FREIBURG, La Tène

ANHANG

(in TCHF)

Weitere Angaben Nicht bilanzierte Leasingverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr

31.12.2019 31.12.2018 226'490

197'177

2'880

2'917

-

423

67

73

Gesamtbetrag der für Verbindlichkeiten des Unternehmens gestellten Sicherheiten Gesamtbetrag der netto aufgelösten stillen Reserven, inkl. latente Steuern Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Parteien Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten Fristigkeiten der langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten fällig innerhalb 1 bis 5 Jahren fällig nach 5 Jahren

51'650

51'700

100'000

100'000

Personalbestand Festangestellte Auszubildende

1'678

1'734

85

79

733

768

Total Personalbestand

2'496

2'581

Total Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt

1'630

1'696

22*

22*

226

0

Teilzeitangestellte im Stundenlohn

Honorar der Revisionsstelle Revisionsdienstleistungen Andere Dienstleistungen

Verwaltung

* Die interne Revision leistet einen wesentlichen Beitrag zur Prüfung der Jahresrechnung. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag und bis zur Freigabe der Veröffentlichung der statutarischen Jahresrechnung durch die Verwaltung der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg fanden keine wesentlichen Ereignisse statt. Es bestehen keine weiteren nach Art. 959c OR ausweispflichtigen Sachverhalte.

337

705

2'559

2'672

71

131

197

192


Rapport de l’organe de révision à l’ensemble des membres de Société Coopérative Migros Neuchâtel-Fribourg (Votation générale) sur les comptes annuels 2019

18.5.2020 | 57

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Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg

Liebe Mitglieder, In diesen Tagen erhalten Sie per Post die Stimmkarte für die

Regionale Urabstimmung 2020 zugestellt mit der Bitte, zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen : 1. Genehmigen Sie die Jahresrechnung 2019 ? 2. Sind Sie mit der vorgeschlagenen Verwendung des Reinertrages einverstanden ? 3. Geben Sie die Entlastung der Verwaltung ? Erläuterungen zu den Abstimmungsfragen : Genehmigung Jahresrechnung / Vewendung Bilanzgewinn / Entlastung Verwaltung Die Jahresrechnung mit dem Bericht der Revisionsstelle, dem Antrag der Verwaltung auf Verwendung des Bilanzgewinnes sowie ein Auszug aus dem Jahresbericht unserer Genossenschaft sind in dieser Ausgabe publiziert. Diese Dokumente liegen ausserdem zusammen mit dem vollständigen Jahresbericht am Sitz unserer Genossenschaft, Marin-Epagnier, zur Einsichtnahme durch die Mitglieder auf. Die Stimmkarten werden den Stimmberechtigten (gemäss Mitgliedschaftsregister) spätestens zehn Tage vor dem Wahltag (6. Juni 2020) per Post zugestellt. Allfällige Beschwerden über nicht erhaltene oder unrichtige Stimmkarten sind frühestens sechs, spätestens drei Werktage vor dem Urabstimmungstag beim Mitgliederregister unserer Genossenschaft zuhanden des Wahlbüros geltend zu machen.

Bericht der Revisionsstelle

an die Gesamtheit der Mitglieder der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg (Urabstimmung) La Tène Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg bestehend aus Erfolgsrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung und Anhang (Seiten 54 bis 56) für das am 31. Dezember 2019 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Verantwortung der Verwaltung Die Verwaltung ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist die Verwaltung für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2019 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften

Wahlbüro : route des Perveuils 2, 2074 Marin-Epagnier. Die Urabstimmung wird nach den Bestimmungen der Statuten und des Wahlreglements durchgeführt. Diese Dokumente können von den Mitgliedern gegen Vorweisung des Anteilscheines / Mitgliederausweises in unseren Verkaufsstellen sowie am Sitz der Genossenschaft in Marin-Epagnier eingesehen werden. Bitte füllen Sie die Stimmkarte so rasch als möglich aus. Diese muss ausnahmsweise nur per Post zurückgesendet. Spätester Termin für die Rücksendung der Stimmkarte

Samstag 6. Juni 2020 * * * Herzlichen Dank für Ihre Mitwirkung. Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg Die Verwaltung 18. Mai 2020

Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben der Verwaltung ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht, und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers SA, Rue des Epancheurs 6, case postale, 2001 Neuchâtel Téléphone: +41 58 792 67 00, Téléfax: +41 58 792 67 10, www.pwc.ch

PricewaterhouseCoopers SA

PricewaterhouseCoopers SA ist Mitglied eines globalen Netzwerks von rechtlich selbständigen und voneinander unabhängigen Gesellschaften.

Pierre-Alain Dévaud

Yves Tritten

Revisionsexperte Leitender Revisor

Revisionsexperte

Neuenburg, 26. März 2020


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Unsere Ozeane drohen zu gigantischen Mülldeponien zu werden – mit tödlichen Folgen für die Meeresbewohner. Engagieren Sie sich mit uns für saubere Meere: oceancare.org

Idiotisch


ENERGIESTRATEGIE | 18.5.2020 | 61

Die Migros spart Strom Das Kühlregal in der Filiale, der Lastwagen in der Logistik, das Fliessband in der Fabrik: Die Migros verbraucht viel Energie. Aber weniger als früher. Was dagegen zunimmt, ist der Solarstrom von den Dächern ihrer Gebäude. Text: Kian Ramezani  Illustration: Belicta Castelbarco

24 000

Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr spart die Migros-Industrie gegenüber 2010 durch effizientere Wärmeerzeugung ein.

10

1,8 Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz geht auf das Konto der Migros.

Energie- und Wasserzähler sind in Migros-Gebäuden installiert und werden für die Optimierung des Verbrauchs ­genutzt.

4

1 450 000 Tonnen Güter bewegt die Migros in der Schweiz jährlich mit der Bahn. Die Detailhändlerin ist die grösste Kundin von SBB Cargo.

Prozent ihres Stroms wird die Migros ab 2021 aus erneuerbaren Quellen beziehen.

29 744 Solarpanels befinden sich auf dem Dach des Migros-Verteilzen­trums in Neuendorf SO. Das ist die zweitgrösste ­Solaranlage der Schweiz..

Laufkilometer ergeben die Pluskühlmöbel der Migros mit Glastüren aneinandergereiht.

25 000

100

Supermärkte der Migros (Heiden, Amriswil, Schlieren, Zuzwil) produzieren dank eigener Solaranlagen mehr Strom, als sie verbrauchen.

6

Millionen Brote bäckt die Jowa in Gränichen AG mit Holzwärme.

1981 Schon seit diesem Jahr betreibt die Migros systematisches ­ Energiemanagement.


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STADT, LAND, STUTZ | 18.5.2020 | 63

Illustration: Rinah Lang

Die Puffschublade

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Neulich knallte es nachts plötzlich in unserem Wohnzimmer. Ich schreckte aus dem Schlaf hoch und ging nachschauen: Ein Bild war hinuntergefallen. Einfach so, samt Nagel. Am nächsten Tag stellte ich bei Tageslicht fest, dass es ohne Schaden davongekommen war. Ich wollte es wieder aufhängen. Doch dazu brauchte ich ­einen neuen Nagel. Ich denke normalerweise nicht in Schubladen, aber so was wie ein Nagel findet sich bei uns nur an einem Ort: in der Puff­schublade. (Stellen Sie sich an dieser Stelle ein dramatisches «Dö-dö-döm»-Geräusch vor, wie in schlechten Telenovelas). Die Puffschublade ist mein «Wenn-dannda-Ort», den Sie bestimmt auch haben. Ein Japanmesser? Ein Ersatzknopf? Die Be­ dienungsanleitung für den Milchschäumer? Wenn dann da. «Ha!», schreie ich jedes Mal laut, wenn ich in der Puffschublade mal ­wieder etwas finde, das ich für nicht (mehr)

vorhanden gehalten habe. Das Problem mit der Puffschublade ist, dass sich das Puff schneller ausbreitet als das Coronavirus (ist es zu früh für solche Vergleiche?). Jedenfalls hat sie langsam keinen Platz mehr. Aber ständig liegt bei mir neuer Kram herum, der logikmässig in keine andere Schublade passt. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder gebe ich mich geschlagen und lasse sie zu ­einem Puffschrank werden, und später dann zu einem Puffzimmer, zu einer Puffwohnung, einer Puffstrasse, einer Puffstadt. Oder aber ich räume sie auf, was sich allerdings sehr stark mit ihrem Namen beisst. Ich könnte die Dinge, die ich wohl tatsächlich niemals brauchen werde, einfach wegschmeissen. Doch wie das so ist mit dieser Art von Vorhaben: Man schiebt sie vor sich her, bis man vor einer Puffstadt steht. Übrigens: Einen Nagel habe ich in der Puffschublade gefunden, «ha!», zum Einschlagen war ich bislang noch zu faul. MM

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MEINE MIGROS | 18.5.2020 | 65

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Mit gepflegten Füssen in den Sommer Sobald es wärmer wird, zeigen wir wieder gerne nackte Haut – auch an den Füssen. Sandalen und Barfussgehen sind angesagt. Höchste Zeit also, den Füssen jetzt eine Sonder­behandlung zu g­ önnen. Besonders verwöhnen lassen sie sich etwa mit einer reichhaltigen Fussbutter oder einer pflegenden Fussmaske in Socken. Vier ­Produkte, mit denen man seine Füsse optimal auf die ­warme Jahreszeit vorbereiten kann.

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66 | 18.5.2020 | NAGELPFLEGE

Frisch lackiert

Auch unsere Nägel wünschen sich ein sommerliches Styling. Was ist in dieser Saison angesagt und was lässt Hände und Füsse brillieren? Trends und Tipps auf einen Blick. Text: Petra Koci  Illustration: Veronica Dall’Antonia

2 1

Schön hell in Pastell

Flieder, Primel, Glocken­blume: Pastelltöne erinnern an einen Frühlingsgarten und an unsere Lieblingsgelati. Mit ihrem hohen Weissanteil kontrastieren die cremigen Farben auf sanfte Weise mit der Haut und lassen auch einen hellen Hautton etwas sommerlicher und dunkler wirken.

Clean Manicure Für den im wahrsten Sinne des Wortes cleanen Look sind gepflegte und saubere Nägel Voraussetzung. Ins Spiel kommen dezente Natur­ töne von Nude bis Rosé; die weisse Nagelspitze darf durch­ schimmern – so wirken die Nägel sehr natürlich und elegant. Besonders wenn die Haut noch blass ist, sind die sanften Töne vorteilhaft, weil sie keinen allzu grossen Kontrast bilden. Mit einem hellen Hautton harmoniert ein eher kühleres Rosa, bei einer leicht gebräunten oder oliv­farbenen Haut sehen beige­farbene Nude-Töne und wärmere Nuancen schön aus.

3

Farbe und Pflege in einem

Schillernder Auftritt An der Sonne sehen sie am schönsten aus: sanft schimmernde und metallisch glänzende Lacke, die Sonnen­ strahlen r­ eflektieren. Und wenn die Haut schon etwas gebräunt ist, bringen Töne wie Champagnergold oder Platin­ silber die Haut zum Strahlen.

5

4

Hoch im Kurs stehen Farblacke, die dank spezieller Pflegeformel mit Arganöl oder Kollagen und ­Kamelienextrakt schon während des Tragens nähren und stärken. Denn auch Nägel brauchen Feuchtigkeit, damit sie nicht spröde und brüchig werden. In lackfreien Zeiten hilft regelmässiges Eincremen mit Nagelöl oder Balsam.

Ton in Ton von Hand bis Fuss Dieselbe Farbe auf Finger- und Zehennägeln? Puristen meinen: Ja, denn Ton in Ton rundet den Komplettlook ab. Wer mehr Abwechslung sucht, kann natürlich zwei Lacktöne auswählen, zum Beispiel aus einer Farbfamilie. Schliesslich fällt die Farbwahl bei den vielen schönen Nuancen aus der Sommerpalette nicht immer ganz leicht.


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NAGELPFLEGE | 18.5.2020 | 67

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Von Feinschliff bis Finish: Schritt für Schritt gepflegte Nägel Für den nötigen Feinschliff bringen wir unsere Nägel mit der Feile in Form. Dabei am besten nur in eine Richtung feilen, damit keine Risse entstehen. Eine Behandlung mit Nagelöl weicht die Nagelhaut auf – danach können wir sie mit einem Holzstäbchen sanft zurückschieben und entfernen. Mit Nagellackentferner oder einer Polierfeile lässt sich die Nagelplatte entfetten, dann hält der Lack länger. Ein Unterlack schützt vor brüchigen Nägeln und Verfärbungen, der Überlack respektive Top Coat versiegelt die Farbe, sorgt für einen längeren Halt und verhindert das Absplittern der Farbe.

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68 | 18.5.2020 | MEINE MIGROS

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Transparenter Sonnenschutz mit leichter, schnell einziehender Textur. Das effektive UVA/UVB-Filtersystem schützt sofort und zuverlässig vor Sonnenbrand und vorzeitiger Hautalterung. Der Spray hinterlässt keine weissen Spuren auf der Haut. Ideal auch für Glatzen­ träger und Sportler. ­Extrawasserfest.

Die ultraleichte «Dry touch»-Formel von Sun-Look-Sport-Protect bewirkt, dass der Spray sich leicht verteilen lässt und sofort einzieht. Gleichzeitig bietet er einen zuverlässigen Schutz vor UVA/UVB-Strahlen. Die Haut wird beim Sport gepflegt und 24 Stunden lang mit Feuchtigkeit versorgt. Extrawasserfest. Sun Look Sport Protect, LSF 30, 200 ml Fr. 12.50

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Sun-Look-Kids schützt empfindliche Kinderhaut sofort und zuverlässig. Die Formel mit Vitamin E unterstützt die haut­ eigene Schutzfunktion. Die grüne Einfärbung hilft zu sehen, wo das Produkt verteilt wurde – für rundum geschützte Kinderhaut. Sonnengestresste Haut wird intensiv gepflegt und 24 Stunden lang mit Feuchtigkeit versorgt. Extrawasserfest. Sun Look Kids Milk, LSF 50+, 200 ml Fr. 12.95

Sun-Look-Ultra-Sensitive schützt besonders empfindliche, zu Hautreizung neigende Haut. Die Produkte enthalten zusätzlich zum UVA/UVB-Filtersystem einen antioxidativen Wirkstoff. Die Formel mit Panthenol, Vitamin E und Bisabolol unterstützt die hauteigene Schutzfunktion und versorgt die Haut während 24 Stunden mit Feuchtigkeit. Ohne Parfüm und Farbstoffe. Wasserfest. Sun Look Ultra Sensitive Face, LSF 50, 50 ml Fr. 9.20

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

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Knoblauch-

Ein „Wundermittel der Natur”?

Warum soll man seinem Körper möglichst viel Knoblauch zuführen dert das Wachstum von Tumoren und beugt Brustkrebs vor. Sie ist dem Penizillin und anderen Medikamenten gegen antibiotikaresistente Bakterienarten in der Wirkung überlegen. Sie beugt Herz-Gefäss-Erkrankungen vor und schützt Herzinfarktpatienten vor einem zweiten Anfall! Knoblauch enthält mehr als 200 Vitamine und Mineralien - darunter Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink, Eisen und Selen, das eine krebsbekämpfende Wirkung hat. In dem «Buch vom Knoblauch» hat die bekannte Autorin Emily Thacker Hunderte von Rezepten und Heilmitteln auf der Grundlage von Knoblauch aufgeführt. Sie erfahren darin, wie Sie Knoblauch in Verbindung mit Honig, Essig und anderen natürlichen Zutaten verwenden können, um Rheuma und Arthritis zu bekämpfen, den Appetit zu zügeln, Stress-Symptome zu mindern, den Cholesterinspiegel zu senken, den Blutkreislauf anzuregen und Muskelschmerzen zu lindern. Mit diesen bewährten Heilmitteln können Sie auch Bluthochdruck senken, Warzen entfernen, Zahn- und Ohrenschmerzen lindern, Magengeschwüren vorbeugen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen bekämpfen, der Müdigkeit ein Schnippchen schlagen, Hämorrhoiden heilen, Schnupfen und Grippe behandeln und vieles andere mehr. Sie erfahren auch, wie Sie den typischen Knoblauchgeruch neutralisieren können und welche Auswirkungen das Kochen, Rösten oder Braten auf die therapeutischen Eigenschaften der

Forscher auf der ganzen Welt kommen immer mehr zu einer Erkenntnis, die bereits Heilkundige in ältesten Zeiten kannten: Essig ist ein wahres Wunderelixier für ein längeres und gesünderes Leben. Seit dem Altertum wurde immer wieder empfohlen, zur Förderung des Wohlergehens täglich Apfelessig zu trinken. Selbst die furchterregenden Samurai (japanische Krieger) vertrauten zur Erhaltung ihrer Stärke und ihrer Kraft den hervorragenden Eigenschaften von Essig und nahmen daher ein ganz besonderes Getränk zu sich. Und genau diesen Stärkungstrank können Sie nun bald selber zubereiten. Die heilenden und vorbeugenden Wirkungen von Essig werden heute in vielen wissenschaftlichen Berichten gepriesen. Daher hat Emily Thacker in ihrem Werk «Das Buch vom Essig» 308 Hausrezepte und Naturheilmittel zusammengestellt, die Ihnen grössten Nutzen bringen werden und die Sie ganz leicht zubereiten können. Sie erfahren darin, wie Sie Ihren Appetit zügeln und mit einem speziellen Essigcocktail, den Sie zu den Mahlzeiten trinken, abnehmen können. Sie lernen hochwirksame Heilmittel zur Bekämpfung von Schnupfen sowie zur Schmerzlinderung bei Arthritis oder anderen Gelenkerkrankungen kennen. Essig ist nämlich ein vollkommen natürliches Mittel zur Entzündungshemmung. Das Buch stellt die Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen vor, aus denen hervorgeht, dass Essig eine natürliche Quelle von zahlreichen Vitaminen und Spurenelementen ist – er entIhnen eine erfolgreiche Bekämpfung jeder Beeinträchtigung Ihrer Gesundheit ermöglichen.

Stellen Sie sich vor: Schon ein Vitamine, Spurenelemente, Enzytin und Betacarotin. Betacarotin vermindert das Krebsrisiko und stärkt das Immunsystem. Pektin trägt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei und verringert das Risiko von Herzkreislauferkrankungen. In dem Werk «Das Buch vom EsHeilmittel von grösster Wirksamkeit, die Sie unter anderem für folgende Zwecke einsetzen können:  Unterstützung der Verdauung  Senkung des Cholesterinspiegels

Essig –

nicht nur für den Salat  Bekämpfung von Mittelohrentzündungen  Haut   Linderung von nächtlichen Muskelkrämpfen  Bekämpfung von Osteoporose (dank dem Kalziumgehalt)  Linderung von Kopfschmerzen  Behandlung von Hühneraugen und Schwielen  Besserung von Hautausschlägen  Heilung bei Blasenstörungen  Hustenlinderung und Behandlung von Schnupfen

 Vernichtung von Keimen  Verbesserung der Herz- und nen, den berühmten Kuchenteig nach Grossmutterart zuzubereiten, und erfahren, wie Apfelessig hinzuzufügen. Das Buch beschreibt, wie Sie Arthritis und andere rheumatische Erkrankungen mit einer Mischung aus Apfelessig und Fruchtsaft lindern können. Sie erfahren, wie Sie Essig verwenden können, um neue Würzmischungen zu kreieren, schmackhafte Salatsaucen zuzubereiten, sanfte Abführmittel, Gurgellösungen zur Hustenlinderung und Desherzustellen. Darüber hinaus besitzt Essig eine starke Reinigungskraft, die Sie überall dort einsetzen können, wo strahlende Sauberkeit erwünscht ist. Emily Thacker zeigt Ihnen auch, wie Sie Essig selber herstellen können. Es ist ganz einfach, und Sie werden sehen, dass eine Flasche selbstgemachten Essigs auch als Geschenk auf grosse Begeisterung stösst. Nutzen Sie daher diese Gelegenheit für eine Entdeckungsreise zu den Vorzügen des Essigs. Nach Ihrer Entdeckungsreise durch «Das Buch vom Essig» stellen Sie sich bestimmt die Frage: «Gibt es überhaupt etwas, wo Essig nicht von Nutzen ist?» Um Ihr Exemplar des Buches vom Essig» zu erhalten, brauchen Sie nur den untenstehenden Coupon auszufüllen und einzusenden.

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MEINE MIGROS | 18.5.2020 | 73

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Gegen Gras und Co.

Bei Schweiss Schweissflecken verfärben sich oft gelb. Das muss nicht sein. Vanish Oxi Action Gold macht Weisses wieder schön weiss und entfernt Flecken schon ab 30 Sekunden. Vermeiden Sie, weisse Wäsche direkt in der Sonne zu trocknen, denn die UV-Strahlen können ­Weisses auch gelb verfärben.

Viele Flecken, etwa von Gras, sind so hart­näckig, weil sie sich tief in den Fasern festsetzen. Spülen Sie die Stellen ab, lösen Sie ­Vanish Oxi Action Gold Pulver Pink in warmem Wasser auf, massieren Sie es in den Fleck ein und weichen Sie die Kleidungsstücke für 15 bis 20 Minuten ein, bevor Sie sie wie üblich waschen.

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RÄTSEL | 18.5.2020 | 77

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Quiz

Paroli

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Was kann man sich vor Lachen halten? M Fuss

S Hals

Z Bauch

Wie wird eine neue Generation von Erziehenden etwas salopp genannt? E Hubstapler-Eltern A Rasenmäher-Eltern I

Vespa-Eltern

Wo können Wassernasen vorkommen? H Fensterbank

S Kinderzimmer

R Ozean

N Gewebeart

A Papst Innozenz III. W Karl der Grosse

Wie nennt man das Jahr 1905 in der Physik? I

annus physilis

E annus mirabilis

S annus vox

1

2

G Belgien 3

2 3

5

E

3 1 1 5 4

E

4

6

3 3

4 4

5 5

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.5.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

T Spanien

5

2 2

Bimaru

Der sogenannte «Champagnerkrieg» fand zwischen Frankreich und … statt. H Deutschland

1 1

L Fluggesellschaft

Wer führte gemäss Legende den Begriff des Wonnemonats Mai ein? R Melanchthon

4 2

Lösung: Lösung:

Was ist «Popeline»? U Rapperin

ALLERLE I ABNAEHEN ANF L EHEN AEOL I SCH BORUSS I A BLUTER I N BOTSUANA F U E N FMA L D E Z I MA L E EN NGA G E SL KI A N L E I ST O R AI N H UM G RU EML KAP I TALE SENFGLAS ERREN PLA T E ENAGER UNFAEH I G URKANTON ZWO E L F E R

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.5.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 20

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 20

Sudoku Lösung Nr. 20

Was

koche ich heute? migusto.ch

R E P O S P O R T V E R E R Paroli

S T R I E Lösung Nr. 20 M E N REISE

S E I T L I N G

G E N S E I T E E R P O D E N T E S T E R IQuiz MLösung Nr. 20 E RTURNIER

Sudoku Gewinner Nr. 19

Paroli Gewinner Nr. 19

Quiz Gewinner Nr. 19

Ernst Schmid-Kusar, Zürich; Thony Perey, Belmont-sur-Yverdon VD

Wilfried Wehrli, Muttenz BL; Adolf Stamm-Inderbitzin, Schwyz

Annemarie Gaumann, Genolier VD; Sibylle Wallimann, Alpnach Dorf OW


78 | 18.5.2020 | MILOVE

«Plötzlich stand er vor mir»

Ein radikaler Haarschnitt brachte die Migros-­ Mitarbeiterin Andrea Boppart in der Molkereiabteilung mit ihrer künftigen Schwiegermutter ins Gespräch. Bis zum ersten Date mussten aber einige Hürden überwunden werden.

ie hatte Lust auf eine Veränderung, deshalb schnitt sich die 23-jährige Andrea Boppart 1993 ihre Haare raspelkurz ab. Damit fiel sie nicht nur den Kunden in der Molkereiabteilung der Migros-Filiale in Uzwil SG auf, sondern auch einer Arbeits­ kollegin. «Sie sagte mir, so würde sie mich sofort zur Schwiegertochter ­nehmen», erinnert sie sich. Die Kollegin zeigte Andrea ein Bild ihres noch ledigen ­Sohns Marcel. «Was ich sah, gefiel mir sehr.» Dank der Mutter wusste Andrea, in welchem Pub sich Marcel regelmässig aufhielt. «Ich ging ein paar Tage später mit meiner Schwester dorthin. Aber als er sich nicht einmal die

Mühe machte, mich zu begrüssen, verliess ich enttäuscht das Lokal.» Marcel war seinerseits von ­seiner Mutter vorgewarnt ­worden, dass sich jemand nach ihm u ­ msehen würde: «Ich war ­gemütlich mit Kollegen am Jassen und wusste nicht, wie Andrea aussah.» Deshalb habe er sich nichts anmerken lassen. «Mir sind schon zwei Frauen aufgefallen. Die mit kurzen Haaren gefiel mir besonders gut.» Eine Nachfrage bei seiner Mutter schaffte Klarheit. Tags darauf ­arbeitete Andrea wieder in der Molkerei, und Marcel kam vorbei. «Ich hatte keine Zeit, nervös zu werden. Plötzlich stand er vor mir und fragte, ob er mich zum Abend­ essen einladen dürfe.» MM

Sie über ihn «Als er an der Olma, wenige Wochen nach unserem ­ersten Date, unter dem Tisch seine Hand auf mein Bein legte, war klar, dass wir ein Paar waren. Ich war froh, dass ich nach zwei schlechten Beziehungen ­einen Mann gefunden hatte, der beständig war und mir ­Sicherheit gab. Das ist heute noch so.»

Bilder: zVg

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Text: Manuela Enggist


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MILOVE | 18.5.2020 | 79

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Er über sie «Wir haben sehr unterschiedliche Charaktere. Ich habe aber gleich zu Beginn gemerkt, dass wir trotzdem oder gerade deswegen gut harmonieren. Einzig über die Kindererziehung hatten wir ab und zu Diskussionen. Aber da unsere Söhne ­langsam flügge werden, fällt auch das bald weg.»

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