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Migros magazin 21 2017 d aa

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MM21, 22.5.2017 | www.migrosmagazin.ch

Familienfirmen: Tausende Nachfolger gesucht Seite 12

Kurt Eberhard von Hotelplan über das Reisen in unsicheren Zeiten Seite 46

Leseraktion Virtual Reality

Bilder: Ephraim Bieri

Benjamin (13) ist in virtuelle Welten eingetaucht: «Megacool!» Seite 94

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6 | MM21, 22.5.2017

24

S Editorial

Angst schlägt Verstand

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie legen ein zwei Meter langes, dreissig Zentimeter breites Brett vor sich auf den Boden. Dann laufen sie darüber. Kein Problem, oder? Nun versuchen Sie das Gleiche mit einer VirtualReality-Brille. Durch die Brille sieht die Umgebung so aus, wie wenn das Brett über einen hundert Meter tiefen Abgrund führte. Würden Sie drüberlaufen? In einem entsprechenden Experiment hat es keine einzige Person gewagt. Obwohl alle wussten, dass der Abgrund nicht real ist. Man hätte sogar mit den Füssen tasten können und hätte bemerkt, dass da Boden unter den Füssen ist. Aber die Bilder, die die virtuelle Realität uns vorgaukelt, sind stärker als unser vernunftbegabtes Denken. Virtual Reality ist «the next big thing», die nächste «grosse Kiste». Von «VR» verspricht sich die Wirtschaft ein unglaubliches Wachstum in den nächsten zwanzig Jahren. Und die Prognosen sind nicht übertrieben. Die virtuelle Realität könnte die Art, wie wir einkaufen, wie wir lernen, uns unterhalten, Menschen treffen oder wie wir reisen total verändern. Wieso in den Laden gehen, wenn man sich mit einer Brille in jedem Laden umsehen kann? Wieso ein Hotel auf gut Glück buchen, wenn man sich via VR in jedem Gästehaus umsehen, jedes Zimmer betreten kann? Vor einigen Wochen hat das Migros-Magazin zusammen mit Sony Playstation in Zürich ein Game-Center eingerichtet, auf dem zehn MM-Leserinnen und -Leser die neusten VR-Spiele testen konnten. Die Tester wie Joëlle Steiger (19), Jan Göbel (37) oder Deborah Bernegger (26) waren begeistert. Und dass man auch mit 75 Jahren noch neugierig auf neue Technologien sein kann, bewies Monica Solna. «Ich bin zum ersten Mal überhaupt Auto gefahren, und es hat grossen Spass gemacht, mal auf die Tube zu drücken», sagt sie. Erst als sie gegen einen Heustock gefahren sei, sei sie ein wenig erschrocken. Auch hier: Unterbewusstsein schlägt Verstand. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

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«Normalerweise imitiere ich Leute, die ich gut finde» Alec Baldwin, US-Schauspieler und Trump-Parodist


MM21, 22.5.2017 | 7

12

Menschen 10 Diese Woche

Neuerdings kann man im Wallis mit Farinet zahlen: Was Parallelwährungen bringen 12 Die Jungen sind gefordert Generationenwechsel bei den Schweizer KMUs – vier Unternehmer präsentieren ihre Nachfolgelösung 19 Kolumne: Bänz Friedli 20 Leben mit Kunsthand

Ohne rechte Hand geboren, lebt Michel Fornasier heute mit einem Hightechersatz 24 Mit Kind um die Welt

57 Migusto Spektakuläre Erdbeerterrine 74 So läuft die neue Mania 77 Freude am Geschmack 80 Die neuen You-Produkte 83 Aproz’ neue Aromen 85 Ice Tea neu mit Sprudel 87 Neue Glace-Varianten 89 Pflege zum Wohlfühlen 90 Neu in der Migros

41 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen, News

Leben

Janina Breitling ist mit ihrem kleinen Sohn auf Weltreise

93 Kolumne «1, 2 oder 3?»

30 Interview: Alec Baldwin Der US-Schauspieler über

94 Digital: Virtual Reality

Keine Zeit für Yoga

seine Rolle als Trump-Parodist, über Eitelkeit und Familiensinn

101 Familie Warum Kinder Dreck brauchen

Migros-Welt

103 Kolumne Brave New Girl 106 Gesundheit: Inkontinenz

46 Wohin in die Ferien?

109 Zootierärztin

Hotelplan-Suisse-Chef Kurt Eberhard über die antizyklische Wahl des Ferienziels 49 Kluger Rat

Was gehört heute dringend in den Notvorrat? Wasser! 50 Artenvielfalt auf dem Hof

Bilder: ZUMA/Dukas, Paolo Dutto, Christine Benz, zvg

54 Kulturprozent Classics Cellistin Chiara Enderle spielt mit dem Tonhalle-Orchester

Affe darf nicht Vater werden

111 Reisen: Madeira 112 Kinder 115 Glücksgriff 117 Rätsel/Impressum 124 Meine Welt: Olympia-Fechter Max Heinzer

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

57

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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PUNKTE


Menschen MM21

Darauf freuen wir uns MoMo Das Mobile Motion Film

Festival zeigt Kurzfilme, die mit Smartphone, Tablet oder GoPro gedreht wurden. Momo findet am Wochenende in Zürich statt. Swiss Classic World Das

Verkehrshaus Luzern zeigt am Wochenende schnelle Flitzer des Automobilherstellers Monteverdi.

Unnützes Wissen

Zu schräg, um wahr zu sein … Mein Bild der Woche «Fussball! Während bei uns über die Champions League,

Bilder: Martin Mejia/AP/Keystone, Marco Zanoni, PPR/Verkehrshaus

ist der bekannteste Sportreporter der Schweiz.

Auf dem Mount Everest gibt es 3G-Empfang. Das Edelweiss stammt aus Asien. Tiefkühlpro­ dukte tauen in

kaltem Wasser schneller auf als an warmer Luft. Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Flurina Ineichen (25), Informatikerin, Bern

a) «Time (Spag Heddy Remix)» von Helen Corry b) «It ain’t me» von Kygo feat. Selena Gomez c) «Call me maybe» von Carly Rae Jepsen

Auflösung a): Helen Corry stimmt mich happy.

Bernard «Beni» Thurnheer (67)

horrende Spielergehälter oder die Einführung des Videobeweises diskutiert wird, geht es in Südamerika bei diesem Turnier in einem Quartier der peruanischen Hauptstadt Lima noch weit ursprünglicher zu. Das Tor ist zweifellos 7,32 Meter breit wie überall auf der Welt, doch der ganze Rest ist für uns ziemlich gewöhnungsbedürftig: Was wird passieren, wenn ein Scharfschuss knapp am Pfosten vorbeifliegt? Im Moment ist Pause, und man fragt sich, wie die Eisverkäuferin ihre Ware durch die engen Maschen an den Mann bringt – und wie umgekehrt das viele Abfallpapier ins Tor gelangt ist. Was für ein Chaos!»

Don Quijotes Pferd Rosinante ist ein Hengst.

Ab 200 Dezibel kann Schall tödlich sein, weil Lungenbläschen platzen. Manche Amei­ senarten können tauchen und gehen auch unter Wasser auf Beutefang. Quelle: Neon/Stern


10 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

Würden Sie alternatives Geld verwenden?

www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Falschmünzer Farinet soll das Wallis beflügeln Das Wallis hat seine eigene Währung, den Farinet. Taufpate des neuen Geldes ist der Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet. Was wie ein Scherz klingt, ist für den Freiburger Ökonomen Sergio Rossi ein interessantes Experiment in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Umfrage

Text: Andrea Freiermuth

Letzte Woche fragten wir:

Wo haben Sie Ihre(n) Partner(in) kennengelernt? 33% Bei der Arbeit (oder Ausbildung) 21% Im Ausgang 16% Im Freundesoder Bekanntenkreis 15% Auf einer Plattform für Partnervermittlung 14% Bei Ausübung eines Hobbys 2% Auf einer Sexkontaktsite

Zahlen und Fakten

72

770

Millionen WIR-Geldscheine sind derzeit in der Schweiz im Umlauf. Rund 45 000 KMU benutzen diese Währung als Zahlungsmittel.

482

Millionen beträgt der Wert der Reka-Zahlungsmittel, die Ende 2016 im Umlauf waren. Quelle: SNB, WIR-Bank, Reka

Kommt im Wallis zu neuen Ehren: Der Schmuggler und Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet (1845 bis 1880).

I

n Frankreich existieren rund 30 Parallelwährungen zum Euro – und auch in der Schweiz werden längst nicht mehr alle Geschäfte in Franken abgewickelt: Neben WIR und Reka-Checks gibt es mit dem Léman in Genf oder dem Bonobo in Bern bereits regionale Währungen. Seit einer Woche hat nun auch das Unterwallis ein eigenes Zahlungsmittel. Taufpate der neuen Währung ist ausgerechnet der Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet (1845 bis 1880). Weil die Walliser Kantonal-

bank Ende des 19. Jahrhunderts wegen Fehlspekulationen in die Krise geraten war, genossen Farinets 20-Räppler damals ein grösseres Vertrauen in der Bevölkerung als das offizielle Papiergeld – und das, obwohl sie als Falschgeld erkennbar waren. Der neu gegründete Verein Le Farinet will an die Geschichte anknüpfen und hat Scheine im Wert von insgesamt 500 000 Schweizer Franken gedruckt. Ein Farinet wird zu einem Franken gehandelt. Erhältlich sind die Scheine in der Wechselstube des Vereins

in Sitten. Auch im Tourismusbüro in Sitten kann man Franken in Farinet wechseln. Die Initianten erhoffen sich, dass der Farinet die heimische Wirtschaft fördert und die Beziehung zwischen lokalen Produzenten, Händlern und Konsumenten stärkt. Für Sergio Rossi, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Freiburg, sind Regionalwährungen durchaus eine seriöse Sache. Im Gespräch erklärt er, wie Parallelwährungen funktionieren und welche Vorteile sie bringen.

Bilder: Jean-Christophe Bott/Keystone, Sofia Amrein, zVg

Milliarden Schweizer Franken waren in Form von Banknoten im vergangenen Jahr weltweit unterwegs.


MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 11

Strassenumfrage

Sergio Rossi

«Wäre ich Handwerker im Wallis, könnte Farinet durchaus eine Option sein» Seit vergangener Woche hat der Kanton Wallis eine eigene Währung: Was halten Sie davon? Das ist interessant, aber eigentlich nichts Neues. Auch bei unseren Nach­ barn sind in den vergangenen Jahren, zahlreiche Regionalwährungen entstanden. Der Grund dafür sind die Finanzkrise 2008, die darauf folgende Wirtschaftskrise und die Eurokrise. Diese Krisen haben die Wirtschaft geschwächt und verunsichert. Regionalwährungen sind ein Versuch, sich vom Finanzsystem abzukoppeln und das lokale Gewerbe zu fördern. Regionalwährungen sollen das Abwandern des Geldes verhindern. Funktioniert das wirklich? Die Regionalwährungen sind nicht so populär und ihre Beträge klein, deshalb haben sie auch nicht eine so grosse Wirkung. Die Hoffnung ist stets, dass sich eine dieser Wäh­ rungen weiterverbreitet. Das ist letztlich vom Vertrauen abhängig, das die Währung geniesst. Allerdings schneidet der Schweizer Franken diesbezüglich nach wie vor besser ab als die Regionalwährungen, die derzeit überall noch als Expe­ riment daherkommen. Alternative Währungen sollen auch vor Risiken schützen. Wenn man befürchten muss, dass die Banken bankrottgehen, kann der Besitz einer alternativen Währung eine Option sein. So verteilt man das Risiko. Man muss allerdings be­ denken: Auch alternative Währungen bergen Risiken. Vielleicht akzeptiert plötzlich niemand mehr den Farinet – und dann ist er nichts mehr wert. Kann eigentlich jeder eine neue Währung lancieren? Ja. Das Problem ist die Akzeptanz. Die Leute müssen darauf vertrauen, dass der Wert des Geldes erhalten bleibt. Das Vertrauen ist auch dann gefähr­ det, wenn die Schweizerische Natio­ nalbank um die Preisstabilität fürch­ tet und mitteilt, dass es sich dabei um kein echtes Geld, sondern um ein

Würden Sie alternatives Geld verwenden?

Kreditsystem handle. Oder aber, wenn die Finanzmarktaufsicht verlangt, dass die Währung mit mehr Kapital abgesichert wird. Beide Insti­ tute haben aber bisher nicht reagiert, weil die alternativen Währungen, die sich derzeit in der Schweiz im Umlauf befinden, praktisch unbedeutend sind. Könnte es sein, dass alternative Währungen in Zukunft eine grössere Rolle spielen? Wenn die Krise anhält, kann das durchaus möglich sein. Etwa, wenn ein Unternehmer Probleme hat, seine Arbeiter zu bezahlen. Bekommt er von keiner Bank einen Kredit in Schweizer Franken, kann er auf eine alternative Währung zurück­ greifen und zahlt seine Arbeiter dann vielleicht in Farinet aus. Regional­ währungen sind in der Regel so konzipiert, dass sie keine Zinsen ab­ werfen. Das heisst: Niemand hat ein Interesse daran, das Geld zu horten. Da mit Regionalgeld nicht spekuliert wird und es innerhalb eines mehr oder weniger überschaubaren Umfelds getauscht wird, betrachten es viele auch als ethischer und ökologischer. Wo stehen die Bitcoins im Vergleich? Das Kryptogeld Bitcoin gehört, wie die Regionalwährungen, zur Kategorie der Parallelwährungen. Das ist aber die einzige Gemeinsam­ keit. Bitcoins sind digital und werden durch Computerleistung generiert. Diese Währung ist hochspekulativ, vieles bleibt undurchsichtig. Dahinter steckt ein ganz anderer Gedanke als bei den Regionalwährungen, die den Handel zwischen Nachbarn fördern wollen – und nicht die Spekulation. Besitzen Sie selber auch Parallelwährungen? Nein. Von Kryptowährungen halte ich mich fern. Das ist viel zu un­ berechenbar. Auch Regionalwäh­ rungen besitze ich keine. Wäre ich allerdings als Handwerker im Wallis tätig, könnte Farinet für mich durchaus eine Option sein. MM

Sergio Rossi (49)

ist Professor für Makroökonomie und Geldwirtschaft an der Universität Freiburg.

Yvonne Heule (62), Marktfahrerin, Balgach SG «Ich würde sogar die

Rückkehr zum Tauschhandel begrüs­ sen. Im Bekanntenkreis machen wir das schon so. Man hilft sich gegen­ seitig. Das ist eine gute Sache.»

Stefan Hradetzky (42), Unter­ nehmer, Zürich «Ja, die Wertschöp­

fung bleibt so in der Region. Das stärkt das lokale Gewerbe und setzt den Herausforderungen der Globa­ lisierung etwas entgegen.»

Elisabeth Frei (62), Bankangestellte, Oberengstringen ZH «Ich traue sol­ chen Experimenten nicht. Vielleicht ist dieses Geld dann plötzlich nichts mehr wert. Beim Schweizer Franken weiss man, was man hat.»


12 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

Die drei wichtigsten Tipps zu Ihrer Nachfolge

www.migmag.ch/ nachfolge

Familienunternehmen

Die Jungen müssen ran

In rund 80 000 kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz steht ein Generationenwechsel bevor. Im Idealfall springen die Töchter und Söhne als Chefs ein. Doch in vielen Firmen ist die Nachfolge unklar. Texte: Reto E. Wild, Monica Müller

K

leinere und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Herzstück der Schwei­ zer Wirtschaft. Sie machen über 99 Pro­ zent der Firmen aus und sie stellen gegen drei Millionen Arbeitsplätze. Oder anders ausgedrückt: Wenn es den Unternehmen mit 1 bis 249 Beschäftigten – so definieren sich die KMU – gut geht, geht es auch der Volks­ wirtschaft gut. Und just diese KMU stehen vor einer grossen Herausforderung, weil «in den kommenden fünf Jahren bis zu 80 000 KMU mit 400 000 Arbeits­ plätzen an die nächste Generation weitergegeben werden dürften», wie eine Studie der Credit Suisse aufzeigt. «Die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung erfolgreicher Nachfolgeprozesse ist damit unbestritten», heisst es weiter. Nur: 30 Prozent aller Unternehmen stecken mitten im Prozess, den Generationenwechsel zu vollziehen. Die Mehrheit der KMU­ Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer ge­ hört der Babyboomergeneration an und ist heute zwischen 50 und 65 Jahre alt. Ihr Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben wird in den

Bilder: Paolo Dutto

kommenden Jahren mit grosser Wahrscheinlich­ keit zu deutlich mehr Nachfolgeregelungen bei Unternehmen führen. Nachfolge muss von langer Hand geplant sein

Eine Nachfolge wird nicht von heute auf morgen geregelt. Im Schnitt dauert der Übergabeprozess rund vier Jahre. Und nicht immer muss der Sohn ran: Die Frauen könnten laut der CS­Studie in die Lücken springen. Derzeit sind laut der Studie aber nur zehn Prozent aller KMU­Chefs weiblich. Wie lange ein Nachfolgeprozess dauern kann, zeigen die Beispiele des Sonden­Herstellers Contrinex oder der Haushaltgerätefirma Solis, wo inzwischen die junge Generation in die Chefetage eingezogen ist. Beim in Zürich domizilierten Uhrenunternehmen Maurice de Mauriac lässt sich Patron Daniel Dreifuss hingegen bewusst Zeit – seine Söhne stehen jedoch bereits in den Startlöchern. Und René Fleischli musste sein Lebenswerk, ein Filialnetz von Bäckereien, ausserhalb der Familie verkau­ fen, weil sich die vier Töchter für einen anderen Lebensweg entschieden haben.


MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 13

Die Tochter machts

Kein kleines Rädchen mehr Bereits als kleines Mädchen fragte Annette Heimlicher ihren Vater Peter Heimlicher (71) immer wieder Löcher in den Bauch. Und der Ingenieur erklärte, woran er gerade tüftelte. Später, als Studentin, durfte sie den Vater auf Geschäftsreisen nach Japan, Korea und in die USA begleiten. Seit vier Jahren ist Annette Heimlicher (39) CEO von Contrinex in Corminboeuf FR. Die Firma fabriziert Sensoren, die in eine digital vernetzte Produktion eingebunden und aus der Ferne gesteuert und überwacht werden können. Sie sind die Augen von Maschinen und kommen in einer Vielfalt von Anlagen zum Einsatz. Nach dem Studium der Ökonomie begann die Tochter, im Unternehmen zu arbeiten, das der Vater 1972 gegründet hatte, und war für die neue Produktegruppe Sicherheitslichtgitter verantwortlich. «Niemand sollte den Eindruck bekommen, sie könnte jemandem den Job wegnehmen», sagt Peter Heimlicher. So war sie willkommen. «Den Respekt musste ich mir aber erst verdienen», sagt sie. Einstieg über einen Umweg

Für Peter Heimlicher war Tochter Annette als Nachfolgerin «der sympathischste Weg».

Dank ihres unermüdlichen Einsatzes gelang ihr das zwar – dennoch verliess Annette Heimlicher nach zwei Jahren die Firma wieder. «Der Druck, als Nachfolgerin aufgebaut zu werden, war mir als 29-Jährige zu gross.» Sie ging zurück zum WEF, wo sie schon als Studentin tätig war. «Ich arbeitete rund um die Uhr, konnte aber vieles nicht selbst entscheiden.» Danach war sie bereit, voll und ganz in den Familienbetrieb einzusteigen. Ihr Bruder, ein Ingenieur, hatte sich für eine eigene Firma entschieden, und ihr Vater wollte eine langfristige Lösung für seine finden. «Die Vorstellung, eines Tages an einen Konkurrenten verkaufen zu müssen, der die Firma in die Durchschnittlichkeit herunterwirtschaftet, war inakzeptabel.» Für Peter Heimlicher war die Tochter als Nachfolgerin «der sympathischste Weg». Peter Heimlicher hat sich aus dem Tagesgeschäft verabschiedet, steht aber immer noch jeden Tag in der Firma und greift jungen Ingenieuren beim Tüfteln unter die Arme. Daneben hat er wieder Zeit, Klavier zu spielen und Bücher zu lesen. Jetzt ist Annette Heimlicher verantwortlich für die Versorgungskette, die Logistik, die Produktion, die 550 Mitarbeiter, 80 davon in der Schweiz. Die Arbeit erfüllt sie: «Hier bin ich kein kleines Rädchen in einer Maschinerie.»


14 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

Der Sohn machts

Reif für die Firma Der 20. Dezember 2016 markiert für Willy A. Nauer (76) einen neuen Lebensabschnitt: Nach 33 Jahren hat er das Schweizer Tradi­ tionsunternehmen Solis an seinen Sohn Thomas (38) übergeben. Er räumte sein Büro in der Solis of Switzerland AG, «seinem Lebenswerk». Er ist glücklich, weil er weiss, dass in der Firma nun auch ohne ihn alles rundläuft. Seine Frau Hildegard (75), die Mutter von Thomas, kümmerte sich 25 Jahre lang um die PR des Unternehmens. Arbeitserfahrung in Peking und Schanghai

Ganz ohne Weiteres hat Willy Nauer die Aktien der Firma seinem einzigen Kind aber nicht übergeben. Zwei Fragen wollte er ge­ klärt haben. Erstens: Will Thomas die Firma mit den rund 100 Angestellten, der Entwick­ lung und Produktion in Mendrisio TI sowie Niederlassungen in Deutschland, Holland, China, Singapur und Japan wirklich über­ nehmen? Und zweitens: Kann er es? Die beiden Punkte waren auch für Thomas Nauer, der schon als Bub an freien Nachmittagen im Lagerhaus arbeitete, ent­ scheidend. Bewusst wollte er ausserhalb des Familienunternehmens Erfahrungen sammeln. Nach der Matura und einem Abschluss in Wirtschaft sowie internationa­ lem Management arbeitete Thomas Nauer während dreier Jahre für Nestlé in Peking und Schanghai. Er war der erste Ausländer, der vor Ort im regionalen Verkaufsbüro mit Chinesen zusammenarbeitete.

Nach den drei Jahren in China fragte Willy Nauer seinen Sohn, ob er nun bei Solis einsteigen oder in Asien bleiben wolle. «Mein Vater setzte mich nie unter Druck. Ich kam selber zum Schluss, genügend Erfahrungen gesammelt zu haben und reif für die Führung einer Firma zu sein», sagt Thomas Nauer. 2008 startete er als Direktor Verkauf und Marketing bei Solis in Glattbrugg ZH. Nach und nach kamen weitere Verantwortungs­ bereiche dazu. Mit der Aufgabe des Euro­ mindestkurses stand Thomas Nauer vor der ersten grossen Herausforderung. «Das war ein Schock.» Sie mussten im Eurogebiet ihre Preise erhöhen, um die Marge zu halten. Zum Glück habe der Markt das akzeptiert. «Hätte ich mich in der Funktion überfordert gefühlt, hätte ich den Karriereschritt nicht durchgezogen», sagt er. Er ist nach Europa zurückgekehrt, weil er für das Unternehmen trotz starken Frankens ein riesiges Potenzial sieht. «Für mich ist es eine einmalige Chance, diese fantastische Firma weiterzuentwickeln.» Die Selbstbe­ stimmung reize ihn. Zudem reist und isst er sehr gerne und kann das perfekt mit seinem Job verbinden. Spricht Thomas Nauer von China, leuchten seine Augen. Willy Nauer, der bereits 1977 erstmals geschäftlich in China war, schiebt voller Stolz ein, dass sein Sohn akzentfrei Mandarin spreche. Bei die­ ser Sprache geniesst der Junior Heimvorteil: Seine Frau Man (40) stammt aus Peking.

Thomas Nauer hat mit der Firma Solis das Lebenswerk seines Vaters Willy A. Nauer übernommen.


MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 15

Die Söhne machens

Jeder steht für jeden ein Daniel Dreifuss (57), ein Wirbelwind in Blazer und blauen Turnschuhen, wirkt eher wie ein Galerist, nicht wie ein Banker. Doch der Eindruck täuscht: Der Ostschweizer ab­ solvierte eine Lehre beim damaligen Bankverein, tingelte dann durch die Finanz­ zentren von Zürich, Genf, London und New York, wo sein letzter Arbeitgeber nach dem Börsencrash von 1987 bankrottging. Zurück in der Schweiz, fragte ihn der Zürcher Gastronom Rudolf Bindella, ob er für ihn nicht 1000 Werbeuhren für das damalige Edel­Restaurant«Contrapunto» produzieren lassen könne. Der Banker ist ein Farbendenker

Sie haben beide ein Flair für Uhren und Streifen: Daniel Dreifuss und Sohn Leo.

«Als Ex­Banker konnte ich mir nicht vor­ stellen, damit ein Geschäft zu machen», sagt Dreifuss. Er sollte sich täuschen. Er erhielt immer mehr Anfragen von Firmen, die ihre eigene Werbeuhr wollten. 1997 gründete er das Uhrenunternehmen Maurice de Mau­ riac. Dreifuss sagt: «Ich merkte, dass ich ein Farbendenker bin und eine gute Nase für Uhrenkompositionen habe. Ich habe alles autodidaktisch aufgebaut.» Aus Maurice de Mauriac ist ein Familien­ unternehmen geworden: Neben drei Uhr­ machern arbeiten Daniel Dreifuss’ Söhne Leonard «Leo» (21) und Massimo (24) in der Firma mit. Massimo, der Wirtschaft studiert und derzeit ein Austauschsemester in Däne­ mark absolviert, kümmert sich um Einkauf, Abläufe, das Lager und die Weiterentwick­ lung der Firma. Leo, der visuelle Kommuni­ kation studiert, ist oft im Ladenlokal in der Zürcher Innenstadt anzutreffen. Mutter Claudia Ginocchio (56) entwickelt die ästhe­ tischen Konzepte und arbeitet als Künstlerin. Wie es mit der Uhrenfirma in den kommenden Jahren weitergehen wird, sollen einst die Söhne bestimmen. «Mein Vater», so Leonard, «hat Maurice de Mauriac als Haus aufgebaut. Wir dürfen entscheiden, ob wir daraus ein Einfamilien­ oder ein Hochhaus machen wollen.» Die Söhne müs­ sen sich allerdings ein wenig gedulden. «Bevor meine Kinder nicht mindestens 27 Jahre alt sind, frage ich sie nicht, ob sie den Betrieb übernehmen», sagt der Patron. Er möchte nicht über deren Zukunft ver­ fügen. Leonard betont: «Im Zentrum steht für uns die Freiheit, das zu machen, was wir wirklich wollen.» Laufe etwas im Unter­ nehmen nicht rund, fühle er sich allerdings schon heute mitverantwortlich. Gründerva­ ter Dreifuss: «Wir sind ein bisschen wie eine Bauernfamilie. Jeder steht für jeden ein.»


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MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 17

Vier Töchter sagten Nein

Die viele Arbeit schreckte sie ab René Fleischli (61) hat eine Teller­ wäscherkarriere hingelegt: Als siebtes von neun Kindern ging der Aargauer mit 15 Jahren ins Welsch­ land, um Französisch zu lernen. Am Morgen lieferte er für eine Bäckerei Brot aus, am Nachmittag drückte er die Schulbank. Die Arbeit inspirierte ihn zu einer Lehre als Bäcker: «Im Team etwas Handfestes und Sinn­ volles zu machen, gefiel mir.» 1986 übernahm er mit seiner Frau Elsbeth (62), gelernte Bäckerei­ verkäuferin, eine Dorfbäckerei in Niederglatt ZH mit fünf Angestellten. Heute umfasst das Familienunter­ nehmen zehn Filialen im Zürcher Unterland und beschäftigt 300 Mit­ arbeitende. «Ich bin Unternehmer, nicht Unterlasser», sagt René Fleischli. Sah er eine gute Chance, nutzte er sie. So war er einer der Ersten, der sonntags Brot verkaufte. Der Bäcker verstand sich immer auch als Patron, der eine Verantwortung trägt: Sein Unternehmen bildet zur­

zeit 20 Lernende aus und unterstützt kulturelle und sportliche Aktivitäten für Jugendliche in der Region. Die Eltern arbeiteten rund um die Uhr

Bei so viel Engagement blieb nur wenig Zeit für die vier Töchter Janine (35), Susanne (32), Denise (30) und Martina (30). «Die Eltern waren stets im Geschäft», erzählt Martina. Und doch empfand sie es als Privileg, in einer Backstube aufzuwachsen. «Wir durften immer naschen, und da wir im Haus oberhalb der Bäckerei wohnten, waren die Eltern immer nah, wenn wir sie brauchten.» Sie wurde Politologin. Auch ihre Schwestern haben andere Karrieren eingeschlagen: Janine ist Heilpäda­ gogin, Susanne Kosmetikerin, Denise Umweltingenieurin. René und Elsbeth Fleischli liessen ihre Töchter ihre eigenen Wege gehen. Schade finden sie es dennoch, dass keine ihr Lebenswerk überneh­ men wollte. «Wir haben wohl zu viel

gearbeitet», sagt René Fleischli. «Das war schon abschreckend», stimmt Martina Fleischli zu. Mit Konrad Pfister (47) hat René Fleischli einen Nachfolger gefunden, dem er vertraut. Er hat den Lebensmittelingenieur über eine Gruppe von Bäckern kennengelernt, die sich regelmässig austauschen. Denn Pfister hatte sich nach seinem Job bei einem Pharmaunternehmen auf seine Wurzeln besonnen und war als Geschäftsführer einer Basler Bäckerei tätig. Die folgenden fünf Jahre ist René Fleischli als VR­Präsident mit noch 49,6 Prozent am Unternehmen be­ teiligt und mit einem 50­Prozent­ Pensum im Tagesgeschäft involviert. «So kann ich mich langsam zurück­ ziehen.» Der erste Schritt ist schon getan: Er wohnt mit seiner Frau nicht mehr oberhalb der Bäckerei in Nie­ derglatt. «Wenigstens rieche ich jetzt nicht mehr, wenn etwas schiefläuft – das hilft beim Loslassen.» MM

Stabübergabe (von links): René Fleischli, seine Töchter Denise und Martina Fleischli und Konrad Pfister, der den Familienbetrieb übernommen hat.


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Reisehit 77: im Juni, Juli und August 2017

Lassen Sie sich dieses Jahr zu einem faszin faszinierenden Opernerlebnis in der Arena di Verona, der schönsten und grössten Freiluftbühne der Welt, entführen. Gänsehaut pur, wenn zu Beginn der Vorstellung Tausende traditionell eine Kerze anzünden und sich die Arena in ein einmaliges Lichtermeer verwandelt! Freuen Sie sich auf die Oper Ihrer Wahl und auf ein tolles Reiseprogramm rund um die drei italienischen Städtejuwelen Venedig, Verona & Mailand!

✓ Fahrt im komfortablen Extrabus nach Vicenza und retour ✓ 3 Übernachtungen in der gewählten Hotelkategorie ✓ 3 x ausgiebiges Frühstücksbuffet ✓ 2 x feines 3-Gang-Abendessen im Hotel ✓ Herrliche Bootsfahrt Tronchetto/ Markusplatz & retour ✓ Interessante Stadtführung in Venedig

Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag – Mailand & Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus nach Mailand, der ersten Etappe unserer 3-Städtereise. Nutzen Sie den kurzen, ca. 2 stündigen Aufenthalt, um die italienische Wirtschaftsmetropole auf eigene Faust zu erkunden. Besuchen Sie den berühmten Dom oder flanieren Sie durch das elegante Modeviertel mit seinen unzähligen Einkaufsmöglichkeiten. Am späten Nachmittag Weiterfahrt in die Gegend von Vicenza, wo uns der Hotelier bereits mit einem feinen Nachtessen erwartet. 2. Tag – Venedig Nach dem Frühstück fahren wir durch schöne Landschaften zum Bootsanlegerplatz Tronchetto, von wo uns eine herrliche Bootsfahrt direkt ins Herzen der Stadt

Venedig bringt. Kaum von Bord stehen wir schon auf der berühmtesten Piazza der Welt, dem Markusplatz. Bei einer tollen Stadtführung werden uns gleich anschliessend die Höhepunkte der auf 118 kleinen Inseln erbauten und von 100 Kanälen durchzogenen Stadt der Superlative gezeigt. Der Nachmittag steht Ihnen dann zur freien Verfügung. Zeit zum Staunen, Geniessen und Einkaufen. Am frühen Abend Rückfahrt per Boot und Bus ins Hotel, wo wir mit einem feinen Nachtessen erwartet werden. 3. Tag - Freizeit, Verona & Oper in der Arena di Verona Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an. Schlafen Sie etwas länger und nützen Sie die Infrastruktur Ihres Hotels. Am Mittag fahren wir nach Verona – die Stadt von Romeo und Julia erwartet uns mit seiner vollen Pracht. Die weiten Plätze der Altstadt, die prachtvol-

len Renaissance-Paläste, die romanischen und gotischen Kirchen sowie natürlich die Arena di Verona, das fantastische römische Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, werden Sie begeistern. Hier auf der schönsten Freiluftbühne der Welt erwartet Sie heute Abend die Oper Ihrer Wahl. Freuen Sie sich auf ein unvergessliches Erlebnis. 4. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken die Heimreise in Richtung Schweiz an.

✓ Ausflug nach Verona ✓ Ausflug nach Mailand ✓ Eintritt für die Oper der entsprechenden Reise in der Arena di Verona (Kat D/E – zentrale, nicht-nummerierte Plätze auf den Steinstufen) ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise der ganzen Reise

Wählen Sie Ihr Reisedatum: Reisehit 77b: 22.6.-25.6.2017 (Aida 2013) Reisehit 77c: 4.7.-7.7.2017 (Rigoletto) Reisehit 77d: 4.8.-7.8.2017 (Aida 1913)

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Reisehit 77e: 24.8.-27.8.2017 (Nabucco) Reisehit 77f: 25.8.-28.8.2017 (Aida 1913)

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MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 19

Bänz Friedli

Der heilige Francesco

Die 72 000 Karten waren im Nu weg, das Stadion binnen einer Stunde ausverkauft. Und wir reden hier nicht von einem Konzert von Beyoncé, sondern von einem Fussball­ spiel in Rom: dem letzten, das Francesco Totti bestreiten wird, am 28. Mai gegen Genoa CFC. Der «Capitano», bald 41­jährig, tritt zurück. Nie hat er den Verein gewechselt, 25 Jahre lang blieb er der AS Roma treu, mit ihr wurde er einmal Meister und zweimal Cupsieger. Totti ist der beste Kumpel einer ganzen Stadt. Ein Typ, wie es ihn im heutigen Fussball­ business, das immer mehr Business und immer weniger Fussball ist, nicht mehr gibt …

Bänz Friedli (52) Bild: Vera Hartmann

erzählt Witze.

Über keinen kursieren so viele Witze wie über ihn. Zum Beispiel: «Tottis Bibliothek ab­ gebrannt! Beide Bücher wurden zerstört. Totti todtraurig: ‹Das zweite hatte ich noch gar nicht fertig ausgemalt.›» Oder der: «Totti setzt ein Puzzle zusammen. Nach vier Monaten hat er es endlich geschafft. Er dreht die Schachtel um, und hintendrauf steht: ‹2 bis 3 Jahre›. – ‹Cazzo! Dann bin ich ja ein Genie …!›» Stets sind die Witze im Römer Dialekt gehalten, immer ist es Humor der gröberen Sorte, immer darauf an­ spielend, Totti sei nicht der Hellste. Drei Witz­ bücher sind bisher erschienen. Und der Clou: Totti hat sie selber herausgegeben. «Dölf Ogi sitzt verzweifelt vor einem Kreuzworträtsel: ‹Bundesrat mit drei Buchstaben›? Will ihm nicht einfallen … Da, plötzlich, die

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Erleuchtung! Ogi schreibt: ‹ICH›.» Über welche Bundesräte gibt es die meisten Witze? Über die beliebtesten, volksnahen: über Ogi, Willi Ritschard, «Rüedu» Minger. «1935 klopf­ te Bundespräsident Minger dem päpstlichen Nuntius zum Abschied auf die Schulter: ‹Et saluez­moi le pape, la papesse et toute la papeterie.›» Der wurde mir so oft erzählt, dass ich nicht mehr weiss, ob er wahr oder nur wahrscheinlich ist. Egal. Er zeigt, wie beliebt Minger war. So wie die Totti­Witze zeigen: In Rom ist der «Capitano» zu Lebzeiten ein Heiliger. Apropos heilig. Niklaus von Flüe ist heuer wegen seines 600. Geburtstags in aller Munde und wird vom strengen Churer Bischof genauso vereinnahmt wie von den Grünen, von Rechts­aussen­Politikern wie von linken Intellektuellen, von Europagegnern wie ­befürwortern. Über diesen Von Flüe, der scheints 20 Jahre keine Nahrung zu sich nahm und dem in seiner Klause ein Stein als Kopf­ kissen diente, habe ich in Obwalden einen Witz aufgeschnappt: «Wie ist Bruder Klaus ums Leben gekommen? Bei einer Kissen­ schlacht.» Ehe Sie mir nun, vielleicht in Ihren religiösen Gefühlen verletzt, einen zornigen Leserbrief schreiben: Ist es nicht wunderbar, wie gern die Leute ihren Bruder Klaus haben? MM Bänz Friedli live: 8. Juni Sarnen OW, «Seefeld»


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Michel Fornasier

Der Mann mit der Zauberhand

Der Freiburger Michel Fornasier wurde ohne rechte Hand geboren. Heute trägt er eine elektronisch gesteuerte Kunsthand, die ihm ein völlig neues Lebens- und Selbstwertgefühl vermittelt hat. Text: Barbara Lukesch

K

arierte Hose, gelber Pullover, Jackett und auffallend bunte Turn­ schuhe: Michel Fornasier (39) ist schick gekleidet: Zur Begrüssung streckt er seinem Gegenüber die linke Hand entgegen, nicht seine künstliche Hand, die an einem silberglänzenden, futuristisch anmutenden Chromschaft steckt – und der Anlass dieses Gesprächs ist. Er fälle diesen Entscheid bewusst: «Ich bevorzuge den menschlichen Kontakt und die Intensität eines richtigen Händedrucks.» Der Freiburger Finanzfachmann und heutige Senior Partnership Manager bei Amnesty International ist sehr präsent. Im Nu ist man mit ihm per Du, und er sprudelt los, noch ehe man ihm eine Frage gestellt hat. Mit Kindern ins Gespräch zu kommen falle ihm am leichtesten, sagt er. Kürzlich hätten ihm rund 50 Drittklässler in Frauen­ feld gebannt zugehört, als er ihnen seine hochmoderne Roboterhand demonstrierte, mit der er nicht nur den Velolenker um­ fassen, sondern auch Popcorn aus einer Tüte klauben und SMS schreiben könne. Als ihm die Zehnjährigen dann Fragen stellen durften, war viel die Rede von der «Zauberhand», die ihren Träger doch sicher mit «Spiderman­Kräften» ausstatte.

Bild: Lea Meienberg

In der Kindheit und Jugend hatte Fornasier ein kompliziertes Verhältnis zu seinem Armstumpf. Wann immer möglich versteck­ te er ihn in der Hosentasche, legte wie zufäl­ lig eine Jacke darüber oder achtete darauf, dass er auf Fotos nicht zu sehen war. Schwie­ riger wurde es im Sommer im Schwimmbad, wo er sofort realisierte, wie ihn die Leute anstarrten und zu tuscheln begannen. Zu einem eigenständigen Leben erzogen

Einen kreativen Einfall hatte er in der Puber­ tät: Als er mit 15 vor seinem ersten Rendezvous stand, bat er seinen Orthopäden, ihm einen Gipsverband über seine damalige Handprothese anzulegen. «Ich wollte den Eindruck erwecken, als hätte ich mir den Arm gebrochen, und dem Mädchen auf kei­ nen Fall verraten, dass ich keine rechte Hand besass.» Nach einiger Zeit musste er dann doch mit der Wahrheit herausrücken: «Zu meiner Überraschung nahm sie es völlig gelassen hin. Sie liebe doch mich, sagte meine Freundin, nicht meine Hand.» Die Reaktion der jungen Frau tat ihm gut, entscheidend sei aber das Verhalten seiner Familie gewesen. Dass er ohne rechte Hand zu Welt gekommen sei, habe zunächst sicher Fragen ausgelöst. Niemand wusste den ge­

Michel Fornasier mit Schnurrli, der Katze seiner Eltern. Sie gingen von Anfang an entspannt mit dem Handicap ihres Sohnes um.


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Wunderwerk moderner Technik: Den Umgang mit seiner künstlichen Hand musste Michel Fornasier eisern üben.

nauen Grund dafür, doch bald interessierte es auch keinen mehr. Seine Eltern seien sehr entspannt mit ihm umgegangen, erzählt er, und sie hätten ihn auch nie geschont, sondern immer absolut gleichwertig wie seinen Bruder behandelt, der beide Hände habe: «Sie haben mich von Anfang an zu einem eigenständigen Leben erzogen, und das hat mich entscheidend geprägt.» Fornasiers Grossmutter trug das Ihre dazu bei, dass das Verhältnis zu seinem

«Ärmeli», wie sie den Arm liebevoll nannte, sich nach und nach entkrampfte. Sie strickte ihrem Enkel kleine bunte Mützen mit Blümchen, Punkten oder einem Bommel, die er über das Ärmeli stülpen konnte. In der Schulpause malte er zur Freude seiner Klassenkameraden mit einem Kugelschreiber ein Gesicht auf seinen Stummel: Augen, Nase und Mund. Der spielerische Umgang erlaubte es ihm, sich nach und nach mit seiner körperlichen Beeinträchtigung zu versöhnen.

Es sollte aber noch Jahre dauern, bis Michel Fornasier das Hilfsmittel bekam, das er als «Universalschlüssel zu einem neuen Lebensgefühl und Selbstbewusstsein» bezeichnet. Per Zufall war er in einem Fernsehbericht auf die «bionische Hand» gestossen, eine elektronisch gesteuerte Prothese, deren Träger mittels einer Smartphone-App aus 25 verschiedenen Griffen drei auswählen kann, um seine künstliche Hand damit zu programmieren.


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MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 23

Das technische Wunderwerk habe ihn «beinahe vom Stuhl geworfen». Er habe alles darangesetzt, um zu dem 1,4 Kilo­ gramm schweren Hilfsmittel zu kommen, das von sechs Minimotoren angetrieben wird. Dass die Hand 55 000 Franken kostete, liess ihn zunächst leer schlucken. Doch die Invalidenversicherung übernahm die Kosten, weil sie die Prothese als «pro­ phylaktische Massnahme» zur Verhinde­ rung künftiger Rückenbeschwerden infolge von Fehlbelastungen einstufte. Michel Fornasier war einer der Ersten weltweit, die das von einer schottischen Start­up­Firma entwickelte Hightechpro­ dukt tragen konnten. Einige «Kinderkrank­ heiten», beispielsweise Wackelkontakte, brachten ihn in amüsante Situationen. Einmal sei er mitten in der Rushhour in einem überfüllten Zürcher Tram gestanden, die neue Hand satt um einen Haltebügel über seinem Kopf gelegt. Als er aussteigen wollte, spürte er, dass seine Prothese sich nicht mehr vom Griff lösen liess. Verzweifelt

riss und zerrte er daran – vergeblich. Die Fahrgäste warfen ihm verwunderte Blicke zu, als er den Schnappverschluss zwischen Hand und Schaft öffnete und den Arm herauszog, um die Kunsthand mit links aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Er musste seine neue Hand eisern und mit Engelsgeduld trainieren. Wollte er beispielsweise einen Ball werfen, musste er hundert Mal, ja, tausend Mal versuchen, die Finger im richtigen Moment zu öffnen, um ihn loslassen zu können. Grosses Engagement für die Sache

Weil Michel Fornasier so dankbar ist für alles, was ihm die Prothese ermöglicht, en­ gagiert er sich ehrenamtlich. Als Botschafter der Firma Balgrist Tec nimmt er an Podiums­ veranstaltungen teil und hält Vorträge, weil er seine Erfahrungen gern teilt und Aufklä­ rungsarbeit für die Medizinrobotik für wich­ tig hält. In der Selbsthilfegruppe Pinocchio unterstützt er Eltern betroffener Kinder; für die Firma Lego nimmt er an einem Projekt

teil, in dem für Kinder ohne Hand eine fantasievolle Lego­Hand in Form eines Schaufelbaggers oder Raumschiffs kreiert wird. Sein Engagement ermöglicht ihm Begegnungen mit interessanten Menschen: mit dem Herzchirurgen Thierry Carrel etwa, dem Unternehmer Jean­Claude Biver oder dem Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger. «Ich gehe gern auf meine Mitmenschen zu», sagt er. Auch in den sozialen Medien ist Michel Fornasier omnipräsent. Seine Work­Life­ Balance sei seit einiger Zeit nicht im Lot, sagt er. Unter der Woche arbeitet er in Bern, viele Abende und Wochenenden ver­ bringt er an Veranstaltungen in der ganzen Schweiz, sodass er seine Wohnung im Zürcher Oberland kaum noch sieht. Er zuckt mit den Achseln: «Das Glück, das mir widerfahren ist, muss ich mit möglichst vielen Menschen teilen.» MM TV-Tipp: Michel Fornasier in der Sendung «NZZ Format», SRF 1, 15. Juni, 23 Uhr

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24 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

Janina Breitling

Bloss nicht ohne seinen Teddy

Gemeinsam die Welt entdecken: Janina Breitling hat das Abenteuer mit Sohn Max gewagt.

Bilder: zVg

Einmal mit dem Kind um den Globus bummeln. In dieses Abenteuer hat sich Janina Breitling vor rund elf Monaten gestürzt – und ist noch bis August unterwegs. Zusammen mit ihrem knapp sechsjährigen Sohn Max bereist sie Australien, Bali, Neuseeland und den Rest der Welt. Auf ihrem Blog «Bärti muss mit» berichtet sie von unterwegs. Eine Leseprobe.


MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 25

Christine Villiger

«Tägliche Rituale sind wichtig»

«

Es ist früh am Morgen. Ich sitze im Regenwald. Vor mir das Paradies. Es riecht nach Abenteuer. Nach Freiheit. Kein Mensch weit und breit. Nur die Natur. Und ich. Hinter mir ein schnarchendes, kleines Wesen. Zwei nackte Füsse hängen aus dem Campingbus. Der Rest schläft noch tief und fest. Während ich den Tag begrüsse. Und unser Leben. Denn das hat sich komplett verändert. Uns bis an das andere Ende der Welt geführt. Vom Grossstadtdschungel in Deutschland in die Wildnis nach Australien. Einmal um die ganze Welt. Zu zweit. Bereits in meinem Leben vor Max bin ich viel mit meinen Eltern gereist. Dann mehr und mehr allein. Stoppen kann mich nichts. Auch nicht die zwei rosa Streifen auf dem kleinen Plastikstab an einem Morgen im Herbst 2010. Das Reisen geht weiter. Für uns zusam­ men. Ich möchte Max die Welt zeigen, bevor ich ihn auf sie loslasse. Und einen Teil seines Lebens gemeinsam mit ihm gehen. In einer sehr intensiven Form. In einer für uns richtigen Form. ‹Hast du Lust, dass wir uns gemeinsam die Welt angucken? Nur wir zwei? Bis du in die Schule kommst?› ‹Ja, Mami. Aber mein Bärti muss mit!› Im Juli 2016 ziehen wir los. Mit Rucksäcken auf dem Rücken, einem bärigen Teddy in der Hand und der grossen Welt vor den Augen. Erstes Ziel: Bali. Dann: Australien. Neusee­ land, Tahiti, Hawaii … Und danach? Noch mehr. Viel mehr. Als Journalistin kann ich über unsere Erlebnisse schreiben. Auf meinem Blog

erzählen. Nebenher als Freiberuferin von unter­ wegs Aufträge annehmen. Tausend Euro im Monat. Das ist das Budget. Welt­ weit. Es reicht. Es macht stolz. Freunde. Familie. Alle gehen ziemlich gelassen mit unserer Aktion um. Freuen sich über all das, was wir unterwegs erleben. Sind dank modernen Medien mit dabei. Und zählen im Geheimen doch die Tage, bis wir wieder zurück sind. Ein Jahr lang sein eigenes Kind nicht sehen. Ein Problem, das für meine Eltern manch­ mal schwer und dennoch machbar sein muss. Ein Problem, das für Max’ Vater nicht leicht und dennoch ertragbar sein muss. Durch den einen oder anderen Besuch auf unserer Weltreise sogar ablegbar ist. Auf Zeit. Seit Max ein Jahr alt ist, sind wir getrennt. Haben verschiedene Leben. Und versuchen, beide dennoch, so gut es geht, miteinander zu verbinden. Sogar am anderen Ende der Welt. Wenn es auch nur für ein paar gemein­ same Wochen ist. Verständnis. Unterstützung. Mut. All das kommt von den Menschen, die uns wichtig sind. All das fehlt manchmal den Menschen, die es uns nicht sind. In Deutschland habe ich oft das Wort Selbstverwirklichung gehört. Kritisierend. Ganz anders die Menschen, die wir unter­ wegs treffen. Sie haben Respekt. Bewun­ derung. Was für ein Geschenk ich meinem Sohn und mir mit dieser Reise mache. Wie frei er aufwachsen darf. Geprägt von der ganzen Welt. Wir sitzen in einem Tempel. Um uns herum so viele Räucherstäbchen wie Balinesen. Wir sind mitten drin. In unserer ersten balinesischen Zeremonie.

Über Monate mit einem Kind im Vorschulalter reisen: Kann das gutgehen? Die Pädagogin Christine Villiger sagt Ja und erklärt, worauf zu achten ist. Interview: Dinah Leuenberger

Kinder brauchen Routine. Eine lange Reise ist aber das genaue Gegenteil. Wie klappt es trotzdem? Eine längere Reise ist grundsätzlich auch mit Kindern möglich. Es ist aber wichtig, dass man auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht. Aus entwicklungs­ psychologischer Sicht empfiehlt es sich, auf einige Dinge zu achten. Welche sind das? Für die gesunde Entwicklung eines Kindes sind sichere Strukturen und eine verlässliche Beziehung zur Be­ zugsperson wichtig. Auch bei einer langen Reise mit häufigem Orts­ wechsel können gewisse Konstan­ ten in den Reisealltag eingebaut werden. Zum Beispiel kann der Schlafplatz des Kindes immer ähnlich gestaltet werden. Und es können tägliche Rituale gepfegt werden, zum Beispiel sich jeden Abend die Erleb­ nisse des Tages zu erzählen. Auch ein Stofftier, ein sogenanntes Übergangs­ objekt, das das Kind begleitet, kann zusätzlich unterstützen. Soll man das Kind in die Entschei­ dung und Planung der Reise mit­ einbeziehen? In die Planung würde ich es mitein­ beziehen, sobald die Eckpunkte konkret sind, wie: «Wir gehen zu­ Christine Villiger (40) ist Psychologin und Kindergartenlehr­ person und arbeitet als Dozentin der Eingangsstufe an der Pädagogischen Hochschule Zürich.


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sammen auf eine Reise und werden eine ganze Weile weg sein.» Zeit ist aber ein abstraktes Wort, das Kinder noch nicht genau fassen können. Darum sollte man die zeitlichen Begriffe altersgerecht anpassen. Beispiel: «Zwei Geburtstage feierst du, während wir unterwegs sind.» Auch Bilder machen die Reise für das Kind greifbarer. Man kann dem Kind zeigen, wo die Destinationen sind, wie es dort aussieht und was es dort gemeinsam auszukundschaften gibt. Was wäre denn das ideale Alter des Kindes für eine längere Reise? Das würde ich nicht pauschal fest­ legen. Wichtig ist, das Kind zu be­ obachten und die Bedürfnisse zu erkennen, die es im Umgang mit den neuen Informationen entwickelt. Der wiederkehrende Abschied von neuen Freunden unterwegs, der seltene Kontakt mit den Daheimgebliebenen: Wie kann man das Kind darauf vorbereiten? Kinder finden meist schnell Zugang zu Gleichaltrigen und knüpfen über gemeinsames Spielen neue Kontakte. Dem Alter entsprechend kann man dem Kind die Möglichkeit geben, an­ stehende Abschiede mitzugestalten. Das kann ein Gegenstand sein, den das Kind bei den neuen Freunden lässt, oder ein Abschiedsritual mit einem kleinen Fest. Um mit den neuen Freunden oder den Daheim­ gebliebenen zu kommunizieren, eignen sich die neuen Medien wie Skype. Man kann auch als Familie einen Reiseblog gestalten, zu dem das Kind einen Beitrag leisten kann. Ein analog geführtes Reisetagebuch mit Erlebnissen und Erinnerungen zu füllen, ist natürlich ebenso eine Möglichkeit. Wie gelingt nach der Reise die Wiedereingliederung in den Alltag? Indem man die Rückkehr mit dem Kind analog zur Reiseplanung konkret thematisiert. Aufzuzeigen, wo nach der Rückkehr gewohnt wird und wie es nach der Ankunft weitergeht, kann dem Kind Sicherheit geben. Den Übergang zurück in den Alltag und in die Schule zu bewältigen, braucht Zeit und die Begleitung der Bezugsperson. Kinder haben dabei ein anderes Tempo und andere Bedürfnisse als Erwachsene. Es emp­ fiehlt sich, dies zu berücksichtigen und auf die Reaktionen des Kindes einzugehen.

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1 Zmorge unter der

australischen Sonne: Während Mama Janina Feines brutzelt, dient das Auto als proviso­ rische Wäschespinne. 2 Unter all den einhei­ mischen Buben in Bali ist für einmal Max der Exot. 3 Nur mit Rucksack bepackt, marschieren Janina und Max ins nächste Abenteuer. Plüschteddy Bärti passt auf, dass ihnen dabei nichts entgeht.

Nicht nur auf Bali, sondern überall auf der Welt versuchen wir, abseits des normalen Tourismus unterwegs zu sein. Freunde zu finden. Ein Zuhause aufzubauen. Lieber langsamer zu reisen, als schnell unterwegs zu sein. Mit allem, was dazu gehört. Arbeit. Kindergarten. Alltag. Am Morgen fahre ich Max in den baline­ sischen Kindergarten. Nachmittags gehen wir surfen. Abends im Tempel beten. Wie selbstverständlich sich das alles anfühlt. So weit von zu Hause entfernt. Die nächsten drei Monate Down Under. Drei Monate im Campingbus, noch wilder, noch freier sein. Die Natur hat es uns angetan. Die Pflanzen. Die Tiere. Biologieunterricht zum Anfassen. Weihnachten verbringen wir bei einer aus­ tralischen Familie. Tannenbaum. Barbecue. Badehose. Zum Jahreswechsel ziehen wir für ein paar Tage in einen Geländewagen ein. Durchqueren Outback und Wildnis. Liegen um Mitternacht an einem einsamen See. Zählen die Sterne. Die Sternschnuppen. Zünden Wunderkerzen an. Happy New Year. Schon auf Bali ist es uns schwergefallen weiterzuziehen. In Australien nimmt das


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Es ist nicht mehr ganz so früh am Morgen. Ich sitze immer noch im Regenwald. Vor mir das Paradies. Es riecht nach Abenteuer. Es riecht nach Freiheit. Kein Mensch weit und breit. Nur die Natur. Und ich. Hinter mir bewegt sich etwas. Zwei nackte Füsse bewegen sich aus dem Campingbus. Die blonden Haare stehen in alle Richtungen ab. Das braungebrannte Gesicht dreht sich in alle Richtungen. Max schaut sich um. Voller Freude. Voller Entdeckerlust. Voller Energie. Bereit für das nächste Abenteuer. Einmal um die ganze Welt. Zu zweit.» MM

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Fotos: Alexandra Wey

Kinderflüchtlinge benötigen besonderen Schutz

Sayed (13) ist allein geflüchtet: Er vermisst seine Familie

In den letzten Jahren sind immer mehr unbegleitete Kinderflüchtlinge allein in die Schweiz eingereist und haben um Asyl ersucht. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Eritrea, Afghanistan, Somalia und Syrien. Die Jugendlichen sind auf sich gestellt – in einer Gesellschaft mit einer für sie fremden Kultur und einer Sprache, die sie nicht beherrschen. Viele sind traumatisiert. Die Kinderkonvention der Uno verlangt von ihren Unterzeichnerstaaten Betreuung und eine Rechtsvertretung im Asylverfahren sowie die Unterbringung in einer altersgerechten Unterkunft. In den Kantonen treffen die unbegleiteten Kinderflüchtlinge aber sehr unterschiedliche Verhältnisse an.

Der 13-jährige Sayed aus Afghanistan wurde auf der Flucht durch tragische Umstände von seiner Familie getrennt. Sayed ist kein Einzelfall. Immer mehr Kinder sind auf den gefährlichen Fluchtrouten auf sich selbst gestellt, weil sie ihre Angehörigen unterwegs verlieren oder ihre Eltern sie ins vermeintliche Paradies vorausschicken. Wie er sich gefühlt habe, als er endlich in der Schweiz angekommen war? Der 13-Jährige lächelt gequält. «Einfach nur müde», sagt er. Sayed flieht zusammen mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester aus Afghanistan. Als sie in der Türkei mit einem Boot nach Griechenland übersetzen wollen, wird die Familie im Gedränge auseinandergerissen. Der damals elfjährige Sayed verliert sie aus den Augen. Mit einem anderen Jungen aus Afghanistan geht er weiter über die Balkanroute bis in die Schweiz.

Mehr Informationen über Sayed finden Sie unter: dasrichtigetun.caritas.ch

Allein in einem fremden Land Heute lebt er im Haus der Jugend in Immensee, das von der Caritas im Auftrag des Kantons Schwyz geführt wird. Seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner stammen aus Eritrea, Afghanistan, Somalia, Mali, Guinea und Syrien und sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Sayed hat eine feste Tagesstruktur und wird sieben Tage in der Woche von einem Team der Caritas betreut. Neben der sozialpädagogischen Unterstützung, die er erhält, kümmern sich auch eine Beiständin und eine Bezugsperson um ihn. An sie kann er sich jederzeit wenden. «Aber niemand kann die Liebe eines Vaters oder einer Mutter ersetzen», sagt er. Mit Kraft, Energie und Ausdauer Die Sorge um seine Familie lässt sich nicht wegreden. Trotzdem blickt er vorwärts. Sayed lernt schnell. In kurzer Zeit hat er den Sprung von der Integrations- in die Regelklasse geschafft. Heute drückt er in Küssnacht zusammen mit Schweizerinnen und Schweizern die Schulbank. Er will Banker werden und sagt voller Zuversicht: «Ich bin jung, ich lerne viel und habe gute Noten. Ich muss es einfach schaffen.»

Die Caritas hilft Kinderflüchtlingen: Sie organisiert Familienplatzierungen und vermittelt Patenschaften. Sie engagiert sich in der Rechtsberatung und -vertretung sowie in der Freizeitgestaltung. Weiter fördert sie die soziale und berufliche Integration von Kinderflüchtlingen und setzt sich für eine kindergerechte Unterbringung ein. Spendenkonto: 60-7000-4 Für Online-Spenden: caritas.ch/kinder-spende


MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 29

Leserforum MM19: Diverse Artikel

Burgdorfer Schüler äussern sich in Leserbriefen Zu Namensänderung bei der Heirat: «Ich kenne niemanden, der den Namen der Frau angenommen hat.» Lorenzo (15) «Ich finde, dass die Frau den Namen des Mannes übernehmen sollte.» Sara (15) Zur Online-Kolumne «Mamma mia»: «Ich würde gerne nach London reisen, die Anschläge blende ich aus.» Sina (16) «Es erschreckt mich zu sehen, wie sich Menschen zurückziehen aus Angst vor einem Terroranschlag.» Till (16)

Die Burgdorfer Schüler schrieben ihre Leserbriefe von Hand.

MM20: Dossier Dating

«Den Männern wird nur das Geld aus der Tasche gezogen»

Bilder: Roger Hofstetter, zVg

Dieser Artikel wurde von vier Damen verfasst, deswegen wohl auch der positive Grundtenor. Wäre er von Männern verfasst worden, wäre er sicher etwas realistischer gewor­ den. Die Nachfrage seitens Männer ist zwar da, aber es wird ihnen nur das Geld aus der Tasche gezogen, und falsche Hoffnungen werden gemacht. Roman Bigler, via www.migrosmagazin.ch Nur ungefähr 5 Prozent aller Singles finden mittels Onlinedating in nützlicher Frist einen Partner. Das bedeutet, dass 95 Prozent frustriert alleine bleiben. Das wird gerne von diesen

Datingplattformen tot­ geschwiegen. Caroline Bertschi, via www.migrosmagazin.ch Frauen selektionieren bei der Partnerwahl knallhart und berechnend. Das hat nichts mit Romantik zu tun, sondern eher mit Evalua­ tion: der Mann als Acces­ soire für die urbane Frau. So weit ist es schon gekommen, da nützen all die modernen Plattformen nichts. Das Problem liegt beim gesell­ schaftlichen Wandel. Urs Stettler, via www.migrosmagazin.ch Moderne, unabhängige Frauen können es sich leisten, wählerisch zu sein. Als Durchschnitts­Schwei­ zer­Mann hat man da keine Chancen, denn die Frauen suchen keinen normalen Partner mehr, sondern ihren Traumprinzen. Und es gibt scheinbar keinen Grund für Kompromisse. Dennoch steigt die Zahl unglücklicher Singles an. Patrick Waser, via www.migrosmagazin.ch

Zum Onlinemagazin «Tize»: «Kommt bei den Jugendlichen besser an als eine Zeitung aus Papier.» Danice (15) «Eine gute Variante, um junge Leute für das Lesen zu begeistern.» Ana-Linn (15)

Online: Dossier Dating

Im Netz hats gefunkt Bei Charlotte-Sophie und Martin war es Liebe auf den ersten Click. Auf der Datingplattform Friendscout24.ch lernten sie sich 2010 kennen, verliebt waren sie schon beim ersten Treffen. Sieben Monate später zogen sie zusammen, seit 2016 sind sie verheiratet. 2007 lernte Klaus seine grosse Liebe Luisa auf Friendscout24.ch kennen. Nach einem Jahr zog sie zu ihm nach Worblaufen BE. Ihr Rezept für eine glückliche, gemeinsame Zukunft heisst: Sorge zueinander tragen. Lesen Sie die ganzen Geschichten

der beiden Paare auf www.migmag.ch/dating


30 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

Alec Baldwin

«Ich war mein schlimmster Feind» Nach einem Karrieretief ist Alec Baldwin zurück im Business. In der Sketchshow «Saturday Night Live» brilliert er mit seiner Donald-Trump-Parodie, und soeben sind seine Memoiren erschienen. Der Schauspieler und engagierte Demokrat über die Lage der Trump-Nation, Berufseitelkeiten und Familiensinn. Interview: Marlène von Arx


Bild: Steve Schofield/Contour by Getty Images

MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 31

Feiert ein Comeback als Entertainer und Autor: US-Schauspieler Alec Baldwin


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MENSCHEN | MM21, 22.5.2017 | 33

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Alec Baldwin, wie parodiert man Donald Trump erfolgreich? Normalerweise imitiere ich Leute, die ich gut finde, etwa Al Pacino oder Tony Bennett. Aber das ist hier sicher nicht der Fall ( lacht). Ich habe mir natürlich Videoclips an­ geschaut, aber ich wusste lange nicht, wie ich die Figur Trump angehen soll. Selbst vor der ersten Liveshow, als der Bühnenmit­ arbeiter mich an der Hand im Dunkeln auf die Bühne brachte, wusste ich es noch nicht genau. Ich will nicht dramatisieren, aber es war schon ein Sprung ins kalte Wasser. Was war schliesslich der Schlüssel zu Ihrer Trump-Interpretation? Was die physische Umsetzung betrifft, kippe ich einfach den Kiefer nach vorn – den Rest macht die Perücke. Und ich versuche, den Tonfall ungefähr zu treffen. Alles andere denken sich die Schreiber aus. Ansonsten spiele ich einen, der mies drauf ist, egal, was passiert. Das ist eins der grossen Trump­ Rätsel für mich: Er hat die Wahl gewonnen und ist immer noch nicht happy. Ich war überzeugt, dass er nach seinem Sieg den Ver­ lierern die Hand schütteln und mit ihnen ein Bier trinken würde. Aber nix dergleichen. Trump ist noch so bitter wie im Wahlkampf.

Bild: Will Heath/NBC/NBCU Photo Bank via Getty Images

Was erstaunt Sie sonst noch an ihm? Er setzt den Ton für die allgemeine Befind­ lichkeit. Wäre ich Präsident, würde ich dafür sorgen wollen, dass die Leute frei sind, sich auf ihr Leben zu konzentrieren. Trump macht das Gegenteil. Nicht mal seine Fans fühlen sich sicherer oder besser unter seiner Führung. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Lorne Michaels, der Produzent von «Saturday Night Live», konnte Sie anfänglich nicht dazu überreden, die Rolle zu übernehmen. Weshalb zögerten Sie? Ich war für einen Film unter Rob Reiners Regie in New Orleans gebucht. Lorne sagte, er würde mich für den Auftritt in der Show an den Wochenenden mit einem Privatjet nach New York fliegen. Aber so hätte ich meine Frau und meine Kinder ja gar nie gesehen, und das geht für mich heute nicht mehr. Deshalb beauftragte ich meinen Agenten, Lorne abzusagen. Aber dann ging etwas schief mit einem Filmvertrag; die Finanzen waren nicht mehr gesichert. Und da ich noch nicht unterschrieben hatte, liess ich den Film sausen – der dann allerdings doch noch gemacht wurde. Nun schüttelt mir Lorne vor jeder Show die Hand und erinnert mich daran. Es kam schon zu einem Twitter-Duell mit Trump. Haben Sie den Präsidenten auch persönlich getroffen?

Im parodistischen Element: Alec Baldwin als Donald Trump in der US-TV-Show «Saturday Night Live»

Oh Gott, nein! Ich wüsste nicht, unter wel­ chen Umständen das passieren sollte. Früher habe ich ihn ein­, zweimal getroffen, aber er war in der New Yorker Gesellschaft schon immer eher ein geduldeter als ein erwünsch­ ter Gast. Er lebte in seiner Familienblase und kam zu Events, um ein Foto zu machen, dann ging er wieder. Er ist ein erfolgreicher Ge­ schäftsmann, wobei nicht ganz klar ist, wie erfolgreich. Nur schon Geld anzuhäufen, egal auf welche Weise, bedeutet in New York etwas. Man hält ihn allerdings eher für einen, der vom Vater geerbt hat – nicht für den brillanten Geschäftsmann, als den ihn der Rest des Landes seit seiner Reality­Show «The Apprentice» wahrzunehmen scheint. Sehen Sie sich nun die nächsten vier Jahre in Trump-Sketchen, oder ist die Rolle auch eine Belastung? Sie sind ja ein leidenschaftlicher Demokrat … Natürlich finde ich es traurig, dass er Präsi­ dent ist. Im November werden wir auf jeden Fall noch ein Trump­Satirebuch herausbrin­ gen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich Trump noch viel länger spielen werde. Irgendwann werden wir jenseits von Parodie und Satire ankommen. Irgendwann ist Schluss mit lustig. Die Leute machen sich Sorgen. Beispiel Los Angeles: Die Luftqualität hat sich in den vergangenen 30 Jahren dank der Emissionsstandards ver­ bessert. Trump aber will alles kaputtmachen, was wir in Sachen Umwelt erreicht haben. Mit ihm als Präsidenten hat man immer das Gefühl, es werde alles noch schlimmer, als steuere ein Asteroid auf die Erde zu. Glauben Sie, dass Humor eine Form von Widerstand ist? Die Leute sagen mir das jedenfalls dauernd und danken mir dafür, dass ich bei diesem Widerstand mitmache und ihnen mit mei­

ner Parodie durch diese schlimmen Zeiten helfe. Ich kann das zwar verstehen, aber ich sehe es nicht so. Meine Motivation ist ausschliesslich die Unterhaltung. Mir wurde nach den Wahlen vorgeworfen, ich hätte Trump vermenschlicht und er hätte deshalb gewonnen. Auch das glaube ich nicht. Warum hat er in Ihren Augen gewonnen? Vielleicht haben die Russen die Wahlen ge­ hackt, ich weiss es nicht. Hillary Clinton war sicher nicht in Topform und ihre Kampagne nicht die beste. Ihr Mann wurde am Rand parkiert – warum haben sie Bill Clinton

Zur Person

Schauspieler und Entertainer Alec Baldwin (59) wurde in Long Island,

New York, als zweites von sechs Kindern eines Lehrers und einer Hausfrau geboren. Die drei jüngeren Brüder Daniel, William und Stephen folgten ihm ins Schauspielfach. Baldwin begann seine Karriere mit Seifen­ opern, der Film «The Hunt for Red October» und die Heirat mit Kim Basinger machten ihn Anfang der 90er zum Superstar. Unter seiner Impulsivität litten aber Karriere und Ehe. Erst mit der Sitcom «30 Rock» (2006) schaffte Baldwin das Hollywood­Comeback. Heute ist er begehrter Gastschauspieler in der legendären Sketchshow «Saturday Night Live». Hier parodiert er regelmässig den US­Präsidenten Donald Trump. Seit 2012 ist Baldwin mit der Yogalehrerin Hilaria Thomas verheiratet. Sie haben drei Kinder. Aus der Ehe mit Kim Basinger stammt die 21­jährige Tochter Ireland. Aktuell im Kino: Alec Baldwin leiht der Hauptfigur in «Boss Baby» seine Stimme.


34 | MM21, 22.5.2017 | MENSCHEN

nicht mehr einbezogen? Weil Hillary auf eigenen Beinen stehen sollte? Die Demo­ kraten mussten schwierige Entscheide fällen, etwa die, wie mit der Debatte um Hillary Clintons E­Mails umzugehen sei. Für mich ist klar, dass man gewisse Dinge in Washington richtig verbogen hat, damit Trump und nicht ein würdiger Kandidat gewählt wurde. Ich hoffe, wir erfahren noch zu meinen Lebzeiten, weshalb das so war. Sie glauben an eine Verschwörung? Das politische Establishment in der Haupt­ stadt ist kein Faktenfinder, sondern ein Fak­ tenverstecker. Zudem könnte anstelle von Trump auch ein vernünftiger Mensch wie Mitt Romney Präsident sein, aber das haben die republikanischen Strategen verhindert. Mir unverständlich. Sie haben mit «Nevertheless» gerade Ihre Memoiren auf den Markt gebracht. Was war das Schwierigste beim Schreiben? Das Schwierigste war, meine Karrierefehler

nochmals anzuschauen. Ich stamme aus einer Familie, in der das Geld immer knapp war. Also wollte ich Kohle machen. Mit dieser Einstellung hätte ich aber besser an der Wall Street gearbeitet. Kreativ sein und Geld verdienen, das passt oft nicht zusam­ men. Ich war mein schlimmster Feind, weil ich meine Karriere nicht richtig gepflegt habe. Daniel Day­Lewis ist ein Sturm von Kreativität. Er macht nur alle drei Jahre einen Film und wird verehrt wie ein Gott. Sie sind erfolgreich und doch nicht richtig glücklich? In meinem Buch steht, dass ich als Kind tat­ sächlich glücklicher war: Wir hatten nichts. Hier in Amerika konzentrieren wir uns zu stark auf Geld und Macht und weniger aufs Glücklichsein. Als Schauspieler fragt man sich immer, wo man im Vergleich zu den Kollegen steht. Es ist ein ewiger Konkurrenzkampf. Ich habe meine Karriereeitelkeit komplett aufgegeben, seit ich wieder verheiratet bin und kleine Kinder habe. Heute arbeite ich

sogar als Game­Show­Moderator, früher hät­ te ich mich darüber lustig gemacht. Aber die zahlen viel Geld. Und noch wichtiger: Ich kann zu Hause bleiben. Ich gehe nicht mehr für einen Filmdreh fünf Monate lang nach Vancouver, denn ich will bei den Kindern sein. Ihr Bruder Stephen wurde nach 9/11 evangelikaler Christ und passionierter Supporter der Rechts-aussen-Kandidaten. Wie muss man sich die politischen Gespräche am Familientisch vorstellen? Seit den letzten Wahlen waren wir nie mehr alle an einem Tisch. Stephen isst wohl jetzt im Trump­Tower (lacht). Tatsächlich passt er gut ins Trump­Wählerschema: Er hat die Schule nie beendet, sucht stets einfache Antworten auf schwierige Fragen. Ameri­ kaner sind fleissig und arbeiten viel. Aber wir bräuchten jemanden, der uns erklärt, wo wir stehen und womit wir künftig konfron­ tiert sein werden, was wir opfern müssen, um zu überleben. Nur ein paar dumme Ent­ scheide – und wir sind weg vom Fenster. MM

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1. Tag Zürich/St.Margrethen–Prag Individuelle Anreise

MS Thurgau Florentinabbbb Gemütliches Mittelklasseschiff für 86 Gäste. Sämtliche Kabinen (Doppelkabine ca. 10 m², Einzelkabine ca. 8 m²) liegen aussen, wurden im burmesischen Teakholzstil renoviert und sind mit Dusche/WC, Föhn, TV und Klimaanlage ausgestattet. Die Kabinen auf dem Oberdeck haben französische Balkone. Bordausstattung: Restaurant mit Bar, Lounge, Panoramasalon, Sonnendeck mit Liegen. Gratis WLAN nach Verfügbarkeit. Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck erlaubt).

nach Zürich oder St.Margrethen. Busfahrt ab Zürich Sihlquai um 08.15 Uhr / St.Margrethen Bahnhofplatz um 09.45 Uhr nach Hetzenhausen. Nach dem Mittagessen (auf eigene Kosten) Weiterfahrt nach Prag. Ankunft um ca. 19.00 Uhr und Einschiffung. 2. Tag Prag–Nelahozeves–Litoměřice Fahrt auf der schönen Moldau. Nach dem Mittagessen Ausflug* nach Nelahozeves mit Besuch des Geburtshauses von Antonin Dvorák und dem Schloss Nelahozeves. Ab Meˇlnik Weiterfahrt auf der Grossen Elbe bis Litomeˇrˇice. Abendlicher Rundgang* durch den historischen Stadtkern. 3. Tag Sächsische Schweiz/Dresden Ganztagesausflug* per Bus in die Sächsische Schweiz und in die Kulturstadt Dresden. Atemberaubende Fernsicht von der Bastei aus. Weiterfahrt nach Dresden. Mittagessen in einem lokalen Restaurant. Abends Rückkehr zum Schiff. Gäste, welche an Bord bleiben, können Litomeˇrˇice auf eigene Faust erkunden. 4. Tag Litoměřice– Mělnik Morgendliche Fahrt durch die «Böhmische Pforte». Das Schiff wendet und fährt elbaufwärts bis Roudnice. Ausflug* nach Meˇlnik mit Besichtigung des Schlosses, inklusive einer Weinverkostung. Ausklang des Tages mit musikalischer Unterhaltung an Bord. 5. Tag Mělnik (–Kutna Hora)–Podebrady Fahrt auf der Kleinen Elbe von Meˇlnik nach Nymburk und Ausflug* nach Kutná Hora mit Besichtigung des Schloss Melnik

Barbara Doms. 6. Tag Podebrady–Nymburk–Hořin Busausflug* zum Pferdegestüt Kinsky. Besichtigung einer lokalen Bierbrauerei in Nymburk. Kapitänsdinner mit musikalischer Begleitung. 7. Tag Hořin–Prag Die «Goldene Stadt» beeindruckt mit der Karlsbrücke und anderen Sehenswürdigkeiten. Rundgang* durch die Altstadt. Abendessen und Besuch+ eines klassischen Konzerts. 8. Tag Prag Besichtigung* der Prager Burg und des weltberühmten «Goldenen Gässchens». Erkunden Sie nachmittags Prag auf eigene Faust. Abschiedscocktail und Abendessen mit musikalischer Begleitung. 9. Tag Prag–St.Margrethen/Zürich Ausschiffung und Bustransfer via Hetzenhausen (Mittagessen auf eigene Kosten) in die Schweiz. Ankunft in St.Margrethen um ca. 17.30 Uhr und in Zürich Sihlquai um ca. 19.00 Uhr. Individuelle Heimreise. Reisedaten 2017 Es het solangs het Rabatt 13.08.–21.08. 300 14.09.–22.09. 300 21.08.–29.08. 300 22.09.–30.09.* 300 29.08.–06.09. 300 30.09.–08.10.•° 300 06.09.–14.09.° 300 ° nur noch Hauptdeck verfügbar * Trachtenkreuzfahrt mit Ländlermusik • mit Kapelle Gebrüder Hess

Preise pro Person in Fr. (vor Rabattabzug) 2-Bettkabine Hauptdeck hinten/vorne 1690 2-Bettkabine Hauptdeck 1790 1-Bettkabine Hauptdeck 1990 2-Bettkabine Oberdeck, franz. Balkon 2190 1-Bettkabine Oberdeck, franz. Balkon 2290 Zuschlag Alleinbenutzung Hauptdeck 590 Zuschlag Alleinbenutzung Oberdeck 840 Zuschlag Flug auf Anfrage Ausflugspaket (8 Ausflüge) 270 Annullations- und Extrarückreiseversicherung 54 Kreuzfahrt inkl. Vollpension an Bord, Bustransfer ab/bis Zürich oder St.Margrethen, 3 × Abendunterhaltung (Böhmische Folklore, Dixieland), Thurgau Travel Bordreiseleitung.

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Migros-Welt MM21

Zahl der Woche

30 265

30 265 Läuferinnen und Läufer überquerten am Grand Prix von Bern am 13. Mai die Ziellinie. Der Vorjahresrekord ist damit um 1343 Personen übertroffen worden. Die Migros ist Hauptsponsorin des Volkslaufs.

Migros-Lehrberufe

Kreative Beraterin Roxane Delprete (23) absolviert das erste Lehrjahr zur Drucktechnologin im Printshop des M-Parc La Praille GE.

«Wir drucken viele Flyer und Visitenkarten, die wir teilweise von A bis Z entwickeln. Das verlangt natürlich Kreativität.»

Blumen

Pfingsten blüht vor der Tür

Bild: François Schaer

In der Zeit um die Pfingstfeiertage stehen

die Pfingstrosen in voller Blüte. Sie entfalten sich in Weiss, Lila, Rosa und zarten Pastelltönen in vielen Gärten und symbolisieren Schönheit und Schüchternheit. Die zarten Pfingstrosen passen zum nostalgischen Shabby-Chic-Wohnstil und dank ihres romantisch verzaubernden Charmes werden sie auch immer öfter in Braut-

sträusse eingebunden. Pfingstrosen sind jetzt in den Blumenabteilungen der Migros Aare erhältlich – als Bund, in Sträussen und Gestecken oder als individuelles Arrangement nach Kundenwunsch. Mehr von der Migros Aare ab Seite 41


38 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Terrasuisse

Buurezmorge im Solothurnischen Urabstimmung 2017

Liebe Genossenschafterinnen, liebe Genossenschafter, dieser Tage erhalten Sie ihre persönliche Stimmkarte für die Urabstimmung 2017. Mit dieser können Sie direkt Ihre Stimme abgeben, und gleichzeitig erfahren die Verantwortlichen der Migros, was Sie über Ihr Unternehmen denken. Die Frage, die wir Ihnen stellen, betrifft die Genehmigung der Jahresrechnung 2016 Ihrer Genossenschaft, die in der Nummer 20 des Migros-Magazins publiziert worden ist. Bericht und Jahresrechnung 2016 werden Ihnen jeweils von der regionalen Verwaltung und dem regionalen Genossenschaftsrat zur Annahme empfohlen. Nehmen Sie Ihr Recht auf Teilnahme an der Urabstimmung wahr. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung. Ihre Migros

Anfang Mai besuchte Herbert Bolliger gemeinsam mit Vertretern der Bauernorganisation IP-Suisse zwei Bauernbetriebe im Kanton Solothurn. Dort machte sich der Migros-Chef ein Bild von der Innovationskraft der IP-Suisse-Bauern. Ein Betrieb produziert Speisehafer, Raps und Quinoa, der andere stellt Käse aus Schafs- und Ziegenmilch auf dem Hof her. Beide Betriebe beliefern auch die Migros, die die Produkte unter dem Label Terrasuisse vermarktet. Mit ihrem Label Terrasuisse engagiert sich die Migros seit 2008 in Zusammenarbeit mit IP-Suisse und der Vogelwarte Sempach für eine naturnahe Landwirtschaft und die Artenvielfalt. Mehr Infos dazu im Beitrag auf Seite 50

Angeregter Austausch am Frühstückstisch: Migros-Chef Herbert Bolliger (rechts) und IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Wegen gestiegener Rohstoffkosten muss die Migros die Preise für frischen Blutorangensaft erhöhen. Grund dafür sind massive Ernteausfälle in Sizilien, verursacht durch Frostund Kälteschäden. Auch der frische Grapefruitsaft wird teurer: Ein Wirbelsturm in Florida führte zu Ernteausfällen. Die Produzenten weichen auf andere Länder aus, die Nachfrage lässt sich aber nur schwer decken. Die Folge sind höhere Rohstoffpreise.

Ausgewählte Produkte

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Evian, 50 cl

0.80

0.85

6,3

Evian, 6 × 50 cl

4.80

4.95

3,1

Anna’s Best Blutorangensaft, 75 cl

2.90

3.10

6,9

Bio Blutorangensaft, 75 cl

3.50

3.70

5,7

Anna’s Best Ananas-Blutorangensaft, 75 cl

3.50

3.70

5,7

Bio Blutorangensaft, 33 cl

2.30

2.40

4,3

Anna’s Best Pink Grapefruitsaft, 33 cl

2.10

2.20

4,8

Anna’s Best Pink Grapefruitsaft, 75 cl

3.40

3.50

2,9

* in Franken


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 39

Klipp und klar

«Alles unter einem Dach»

Rageth Clavadetscher ist Geschäfts-

führer des Glattzentrums.

Blickfang

Einkaufen vor 50 Jahren

Schicken Sie uns Ihr Migros-

«Diese Aufnahme entstand vor 50 Jahren, im Jahr 1967, während unserer Familienferien in Caslano im Tessin. Sie zeigt meine Frau mit unserer damals zweijährigen Tochter vor dem Migros-Einkaufswagen. Trotz der inzwischen vergangenen Zeit sind Mutter und mittlerweile längstens auch die Tochter immer noch treue Migros-Kunden.»

Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf dem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei.

Heinz Locher, Köniz BE

Hochladen auf www.migmag.ch/blickfang

Globus

Swiss Packaging Awards 2017

Aus Schild wird Globus

Gut verpackt

Ab Frühjahr 2018 werden Schild und Herren-Globus zu Globus. Mit der Neuaus-

Bilder: Paolo Dutto, Keystone, zVg

1 2

Das Glattzentrum ist das umsatzstärkste Einkaufscenter des Landes. Was machen Sie besser als andere? Das Glatt macht nichts besser. Wir versuchen einfach, unsere Mög­ lichkeiten optimal zu nutzen.

richtung stärkt die Migros die Position von Globus im Schweizer Textilmarkt. Die Zusammenfassung unter der Premiumdachmarke bietet den Kundinnen und Kunden verschiedene Vorteile. Sie profitieren beispielsweise von einer einzigen Kundenkarte und einem breiteren Onlinesortiment.

Berühmt: die Globus-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse

Die Umgestaltung hat aber auch eine Kehrseite: In der Zentrale Spreitenbach gehen in den nächsten anderthalb Jahren etwa 80 von 400 Arbeitsplätzen verloren.

Der Stellenabbau wird – wenn immer möglich – über natürliche Fluktuation, Frühpensionierungen und neue Stellenangebote innerhalb der Migros-Gruppe aufgefangen.

Die Migros schaffte es bei den Swiss Packaging Awards mit vier Produkten unter die besten drei: Midor war mit «Squice – Soft Ice im Quetschbeutel» in der Kategorie Convenience nominiert, ebenso ihre «Clevere Push & Lift Dispenserbox» für einen neuen SuperfoodSnack in der Kategorie Design. Der Fleischverarbeiter Micarna glänzte in der Kategorie Nachhaltigkeit mit «Double Fresh» mit zwei Kammern für längere Haltbarkeit sowie «Hybric Flat für Frischfleisch», die 70 Prozent Kunststoff einspart. Mehr Infos: www. swisspackagingaward.ch

Welche Faktoren sind wichtig, um sich beispielsweise gegen den Onlinehandel behaupten zu können? Die aktuelle Entwick­ lung im Detailhandel ist vor allem techno­ logisch geprägt. Das Soziale und Mensch­ liche steht bei diesen Prozessen nicht im Vordergrund. Dadurch werden neue Bedürf­ nisse geweckt, die wir im stationären Handel neu definieren müssen.

3

Welche Bedürfnisse? Die Kundinnen und Kunden wollen alles unter einem Dach haben: Nach einem Arztbesuch im Glatt trinken sie den Ingwer­ tee auf der Terrasse, während die Kinder mit einem Roboter eine Programmier­ sprache lernen und Papi den neuen Fami­ lienwagen im Seat Store konfiguriert. Mit solchen Szenarien beschäftigen wir uns kontinuierlich, damit wir die Nummer eins im Markt bleiben. MM


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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 41

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Ran an die Malstifte und Kochlöffel! Wir suchen die schönsten Zeichnungen und die besten Rezepte.

Regionale Talente gesucht Die Migros Aare belohnt kleine Zeichenkünstler und grosse Kochkünstler aus den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn mit Aufmerksamkeit und wertvollen Preisen. Text: Sarah Baur

D

und Landfrauen, abgedruckt. Die Teilnahmeformulare für den Wettbewerb sind jetzt in den Migros­Supermärkten oder auf www.migrosaare.ch/rezepte erhältlich und müssen bis 5. Juni eingereicht werden. Malwettbewerb für Kinder

«Aus der Region. Für die Region.» und der Familienclub Famigros suchen die schönsten Kinderzeichnungen, um die Migros-Supermärkte damit zu schmücken. Die Bilder sollen die Natur in der Region

so zeigen, wie sie Kinder sehen. Blu­ mengärten, Honigbienen, Wälder oder friedlich grasende Kühe, kleine Künstlerinnen und Künstler bis zwölf Jahre dürfen ihre Eindrücke mit Buntstiften oder Malfarben fest­ halten und bis 15. Juli in ihrer Migros abgeben. Die drei schönsten Zeich­ nungen pro Kanton werden mit ei­ nem Familienerlebnispreis belohnt und in den Supermärkten ausgestellt. Alle Details zum Wettbewerb und Teilnahmebogen zum Ausdrucken gibt es auf www.migrosaare.ch/ zeichnungen.

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ie Migros Aare sucht neue Menüs, Snacks, Backwa­ ren und Getränke, die mit Zutaten «Aus der Region. Für die Region.» zubereitet werden. Alle dürfen ein Rezept einreichen und auf den Hauptgewinn – Küchen­ geräte und eine Migros­Geschenk­ karte im Gesamtwert von 1000 Franken – hoffen. Die besten fünf Rezepte pro Kanton werden von einer kompetenten Jury gekürt, mit einem Preis honoriert und im Kochmagazin, neben den Lieblings­ rezepten von Schwingerkönigen

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42 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Migros-Kulturprozent-Classics

Grosses Finale

S

pätestens seit ihren Triumphen beim Lutoslawski-Wettbewerb in Warschau und beim Londoner Pierre Fournier Award 2013 zählt die Cellistin Chiara Enderle zu den grössten Klassikhoffnungen der Schweiz. Als Solistin der Migros-Kulturprozent-Classics debütierte sie kurz darauf in der Londoner Wigmore Hall, spielte an der Seite von Stars wie Gautier Capuçon und Christian Tetzlaff. Mit den Zürchern wird sie sich Dvořáks schöner «Waldesruh»Elegie widmen. Den Schritt vom Wunderkind zum gereiften Künstler hat der 1971 im amerikanischen Bundesstaat Illinois geborene Geiger Gil Shaham längst vollzogen. In den USA gewann er mehrere Grammys und wurde 2012 zum Instrumentalisten des Jahres gekürt. Besonders eindrucksvoll ist die Liste von Shahams CD-Einspielungen, die praktisch alle bedeutenden Violinkonzerte enthält – darunter natürlich auch Prokofjews Konzert Nr. 2, eines der vollkommensten, ausgewogensten Werke des 20. Jahrhunderts. Werke von Dvořák und Prokofjew

Dritter im Bunde dieser Ausnahmekünstler ist der Franzose Lionel Bringuier, dessen Talent die internationale Fachpresse schon früh erkannte. Nach seiner Ausbildung bei Esa-Pekka Salonen und Gustavo Dudamel und nach bejubelten Gastdirigaten von New York bis Leipzig übernahm Bringuier 2014 den Chefposten des Tonhalle-Orchesters, da war er noch nicht einmal 28 Jahre alt. Bringuier und sein Orchester beschliessen die Saison der Kultur­ prozent­Classics mit Dvořáks Sinfonie «Aus der Neuen Welt». Das Dvořák-Prokofjew-Programm mit dem Tonhalle-Orchester Zürich wird in Bern am Donnerstag, 1. Juni, im Kultur-Casino Bern zu hören sein. Vorverkauf: kulturticket.ch, Tel. 0900 585 887 oder 0900kultur (Mo–Fr, 10.30–12.30 Uhr, Fr. 1.20/Min.), info@kulturticket.ch; Vorverkaufsstellen: Tonträger music & more, SchweizerhofPassage, Bern, und Zentrum Paul Klee, Bern

Das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Lionel Bringuier spielt zum Saisonabschluss der beliebten Klassikreihe des Migros-Kulturprozents im Kultur-Casino Bern. Text: Angela Kreis-Muzzulini

Bild: Priska Ketterer


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 43

Lionel Bringuier, Chefdirigent des Zürcher Tonhalle Orchesters

Populärer Volkssport: Die Migros engagiert sich seit Jahren fürs Schwingen. Schwingen

Classics in Luzern

Berner Abonnenten gehen ins KKL Der Umbau des Kultur­ Casinos in Bern lässt die Veranstalter zu neuen Ufern aufbrechen. Die Mehrheit des Berner Abo­Publikums wünschte sich, die Konzerte 2017 bis 2019 im KKL Luzern geniessen zu können. Saisonvorschau 2017/18

Tschechische Philharmonie: Sonntag, 22. Oktober 2017, 18.30 Uhr Russisches Nationalorches­ ter: Donnerstag, 30. Novem­ ber 2017, 19.30 Uhr Mahler Chamber Orchestra: Dienstag, 23. Januar 2018, 19.30 Uhr Mariinsky Orchestra: Sonn­ tag, 6. Mai 2018, 18.30 Uhr Sächsische Staatskapelle Dresden: Donnerstag, 31. Mai 2018, 19.30 Uhr Abo-Bestellung siehe www. migros­kulturprozent­classics.ch

Höhepunkte im Sägemehl

Am Ende der Schwingsaison steht der Höhepunkt auf dem Programm: Am 27. August findet der Unspunnen-Schwinget statt, den es nur alle sieben Jahre gibt.

W

er holt sich den Festsieg? Wird es einer der bekannten Schwinger sein? Der amtie­ rende König Matthias Glarner vielleicht? Oder schwingt sich ein Aussenseiter zu den höchsten Ehren? Wer wird zum Aufsteiger der Saison? Wer bodigt den König?

Engagement der Migros

Diese Fragen werden im Lauf der nächsten Wochen geklärt, wenn sich im Schwingsport wieder Fest an Fest und Kranz an Kranz reiht. Die Migros Aare engagiert sich seit vielen Jahren fürs Schwingen, unterstützt den Nachwuchs, zahlreiche regio­ nale Feste und auch die gros­ sen überregionalen Anlässe. Die wichtigsten Termine im Gebiet der Migros Aare finden sich in der Box rechts. MM

Weitere Schwingfeste Solothurner Kantonalschwingfest in Deitingen (28. Mai): www.schwingfest­deitingen.ch Mittelländisches Schwingfest auf dem Gurten (11. Juni):

www.schwingfest­gurten.ch

Kantonal-Bernisches Schwingfest in Affoltern i.E. (9. Juli): www.schwingfestaffoltern.ch Weissenstein Schwinget (22. Juli):

www.weissenstein­schwinget.ch Unspunnen-Schwinget (27. August):

www.unspunnen­schwinget.ch Sponsoring by

Event

SlowUp SolothurnBuechibärg Zu Fuss, auf Inlineskates oder mit dem Velo: Die SlowUps

sind ein grosses Fest für die ganze Familie. Viele Festplätze locken mit kulinarischen, kul­ turellen und sportlichen Angeboten, und die Migros ist mit vielen Attraktionen ebenfalls wieder mit dabei – unter anderem mit einer Riesenrutschbahn, Spiel und Spass und den beliebten Famigros­Mini­ Körbli in der Famros­ Zone. Die SportXX-Servicestationen sorgen dafür,

dass auch bei einem Defekt an Velos oder Inlineskates niemand auf der Strecke bleibt. Am 28. Mai findet der SlowUp Solothurn­ Buechibärg statt. Alle Infos auf www.slowup.ch


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46 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

www.migmag.ch/ eberhard

Ferienreisen

«Manche glauben, je weiter weg, desto sicherer» Asien und Amerika sind gefragt, Spanien wird überrannt. Und an den Stränden der Türkei herrscht gähnende Leere. Was dies für das Migros-Unternehmen Hotelplan Suisse bedeutet, erklärt dessen Chef Kurt Eberhard. Interview: Kian Ramezani

Die Terrorangst führt zu drastischen Verschiebungen bei Ferienbuchungen. Haben Sie so etwas in Ihrer Karriere schon einmal erlebt? Hotelplan Suisse schickt seine Kunden in die ganze Welt, da kann es immer mal Zwischenfälle geben: Politische Unruhen, Streiks oder ein Vulkanausbruch in Island. Aber eine solche Welle von Anschlägen und politischen Umwälzungen ist einmalig in den vergangenen Jahrzehnten. Hat sich die Haltung der Touristen gegenüber dem Terrorismus verändert? Nehmen wir den Anschlag in Luxor 1997, bei dem viele Schweizer getötet wurden. Die Touristen hatten das nach ein paar Jahren vergessen und kehrten nach Ägypten zurück. Heute haben wir eine unglaubliche Häufung von Zwischenfällen vor allem in islamischen Ländern, was eine grundsätzliche, negative Haltung gegenüber diesen Destinationen zur Folge hat. Eine Rückkehr nach einer gewis­ sen Zeit ist nicht mehr gegeben. Was empfinden Sie beim Anblick leerer Strände in Antalya und Sharm el-Sheikh? Es stimmt mich traurig. Unsere Geschäfts­ partner in diesen Ländern haben viele Angestellte und diese wiederum Familien, da hängen viele Schicksale daran. Wir ver­ suchen dagegenzuhalten, indem wir diese

Ferienziele nach wie vor anbieten. Leute zwingen, ihre Ferien dort zu verbringen, können wir natürlich nicht. Einige gehen ja immer noch. Warum? Es gibt durchaus Punkte, die sehr für diese Orte sprechen. Beispiel Ägypten: Im Winter ist das Rote Meer noch warm, die Sonne scheint, der Flug ist kurz, und das Preis­Leistungs­Verhältnis ist konkurrenz­ los. Die Kombination dieser Faktoren ist nicht leicht zu ersetzen. Sie sprechen die Preise an. Eine Woche Vollpension im Fünf-Sterne-Hotel für 500 Franken inklusive Flug – wie geht das auf? Werden solche Preise dauerhaft angeboten, dann kann das nicht gut gehen. Jedes Hotel und jede Infrastruktur muss finanziert und ab und zu erneuert werden. Mit den aktuel­ len Preisen kann ein Hotel diese Reinvestiti­ onen nicht tätigen. Irgendwann müssen wieder höhere Preise möglich sein. Wohin weichen die Touristen derzeit aus? Wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner: Im Mittelmeer sind das Spanien und Grie­ chenland, wobei Griechenland zeitweise wegen der Flüchtlingskrise unter Einbussen gelitten hat. Ein weiterer grosser Gewinner ist Zypern, und auch Portugal konnte zulegen.

Und ausserhalb des Mittelmeerraums? Manche Kunden weichen auf die Langstrecke aus und buchen auf den Malediven oder Kuba. Andere verzichten auf Badeferien und machen etwas Aktiveres. Hier verlagern sich die Ströme von Osten nach Westen und von Süden nach Norden. Davon profitieren Län­ der wie Skandinavien, die USA und vor allem Kanada. Aber auch Asien ist sehr gefragt. Manche glauben offenbar: je weiter weg und je nördlicher, desto sicherer. Der ägyptische Tourismusminister sagt, Sharm el-Sheikh sei sicherer als Nizza. Und wahrscheinlich hat er damit gar nicht so unrecht. Ich glaube, dass sich bei den Leuten langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass sich so ein Zwischenfall überall ereig­ nen kann. Statistisch könnte man sagen, es ist dort am «sichersten», wo sich gerade ein Zwischenfall ereignet hat, weil die Wahr­


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 47

Zahlen & Fakten

Elend und Boom

Kurt Eberhard (57) ist seit 2014 CEO von Hotelplan Suisse. Der Reiseveranstalter ist Teil der Migros-Gruppe.

Wie empfindlich Touristen auf Terror und Instabilität reagieren, lässt sich an der Entwicklung der Passagierzahlen von Hotelplan Suisse seit 2011 ablesen. Länder wie Ägypten, Tunesien und zuletzt auch die Türkei verzeichnen massive Einbussen, im Gegenzug pro­ fitieren Spanien, Griechenland und Zypern. Die Verlierer

Ägypten 100% 80% 60% 40% 20% 0%

11 12 13 14 15 16 17* Einbruch nach Arabischem Frühling und dem Anschlag auf den russischen Charterflieger Kogalymavia­Flug 9268

Türkei 120% 100% 80% 60% 40% 20% 0%

11 12 13 14 15 16 17* Einbruch nach dem Putschversuch und anschliessenden Repressionen

Die Gewinner

Spanien 120%

Bild: Valeriano Di Domenico

scheinlichkeit eines weiteren Anschlags sehr gering ist. Das ist zynisch, zeigt aber auch, zu welch subjektiven Resultaten diese Sicherheitsüberlegungen führen. Wie reagiert Hotelplan Suisse, wenn plötzlich Hunderttausende ihre Ferien an einem anderen Ort verbringen wollen? Grundsätzlich ist es ein Problem, wenn wir in einer wichtigen Destination Betten und Flugtickets eingekauft haben und dann nie­ mand mehr dorthin will. Wir versuchen, die fehlende Nachfrage an einem anderen Ort zu kompensieren, aber das ist nicht immer einfach, vor allem nicht kurzfristig. Flug­ zeuge kann man re­routen, Hotels nicht. Was für Tipps haben Sie für alle, die noch eine Idee für die Sommerferien brauchen? Wer sich für Badeferien entscheidet, der ist mit einem antizyklischen Verhalten nicht

110%

schlecht bedient. Wenn niemand mehr in die Türkei oder nach Tunesien will – warum dann nicht genau dorthin? Die Hotels sind nicht überfüllt, der Service ist gut, die Preise sind sehr attraktiv. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, gerade nicht dorthin zu gehen, wo alle anderen sind – doch letztlich muss jeder selbst entscheiden, wo er sich wohlfühlt. Wer Aktivferien bevorzugt, ist mit Skandinavien gut beraten. Dort hat es Platz, ist allerdings auch etwas teurer.

100%

Wird 2017 ein gutes Geschäftsjahr für Hotelplan Suisse? Ich glaube ja, in unseren Reisebüros sind bereits drei Viertel des budgetierten Umsatzes verbucht. Das vergangene Jahr war schwierig, wir stellten bei den Kunden eine grosse Un­ sicherheit fest. Jetzt sieht es danach aus, als wollten einige kompensieren und aufolen, was sie letztes Jahr verpasst haben. MM

120%

90% 80% 70%

11 12 13 14 15 16 17* Von der Krise in der arabischen Welt profitiert vor allem Spanien.

Griechenland 140% 130% 110% 100% 90%

11

12

13

14

15

16

17*

Auch Griechenland legt zu, trotz leichter Einbussen wegen der Flüchtlingskrise. * gemäss Hochrechnung Hotelplan Suisse Quelle: Hotelplan Suisse


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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 49

Werner Meier ist Delegierter für wirtschaftliche Landes­ versorgung beim Bund. Werner Meier

«Wasservorrat ist besonders wichtig»

Insbesondere Wasser und lang haltbare Lebensmittel, aber auch Medikamente und ein batteriebetriebenes Radio sollten für den Notfall in Privathaushalten immer vorrätig sein. Notvorrat

Für alle Fälle Einen Notvorrat im Haushalt anzulegen, ist auch heute noch sinnvoll: Eine grosse Strom- oder IT-Panne könnte die Versorgung der Bevölkerung lahmlegen. Text: Michael West

Bild: zVg

D

Illustration: Corina Vögele

ie Züge fahren meist pünktlich, die Verkaufsregale der Supermärkte sind stets gut bestückt. Dass der Alltag in der Schweiz einmal nicht funktionieren könnte, ist kaum vorstellbar. Grosse Strom- und Informatikstörungen könnten die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln aber auch bei uns tagelang unterbrechen.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) rät darum allen Privathaushalten, weiterhin einen Notvorrat anzulegen. Der Bund stellt kostenlos eine Broschüre bereit, die eine praktische Checkliste enthält. Das BWL empfiehlt, pro Person neun Liter Wasser einzulagern. Zum Notvorrat gehören zudem lang haltbare

Lebensmittel, regelmässig einzunehmende Medikamente, eine Taschenlampe, ein Gaskocher und ein batteriebetriebenes Radio. Wer Haustiere hat, sollte für sie ebenfalls Futter einlagern. Der Slogan «Kluger Rat – Notvorrat» ist zwar 50 Jahre alt, doch er behält seine Gültigkeit. Gratisbroschüre und Infos: www.bwl.admin.ch

In der Schweiz gibt es Trinkwasser im Überfluss. Warum also sollen Privathaushalte pro Kopf neun Liter Wasser einlagern? Weil eine grosse Informatikoder Strompanne auch bei uns die Versorgung mit Trinkwasser unterbrechen könnte. Denn sie würde möglicherweise Pumpstationen und Aufbereitungsanlagen lahmlegen. Die Notwasserversorgung käme erst nach vier Tagen flächendeckend in Gang. Darum ist es besonders wichtig, genug Trinkwasser im Notvorrat zu haben. Ist die Gefahr nicht gross, dass das Haltbarkeitsdatum der eingelagerten Lebensmittel verfällt und die Vorräte schliesslich im Müll landen? Um das zu verhindern, sollte jeder solche Lebensmittel aufbewahren, die er auch sonst gern isst. Die Vorräte sollten in den Küchenalltag integriert und laufend verbraucht werden. Welches ist der beste Ort zur Aufbewahrung des Notvorrats? Ein kühler, lichtgeschützter und trockener Platz, also zum Beispiel ein Vorratsschrank in der Küche. Der Luftschutzkeller ist nicht der beste Ort, denn dort sind die Lebensmittel nicht so leicht zugänglich, werden vergessen und sind irgendwann nicht mehr konsumierbar. MM


50 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Biodiversität

Hof der Vielfalt

Terrasuisse-Produkte stammen von Höfen der Bauernorganisation IP Suisse, die sich für den Schutz der Umwelt und die Förderung der Artenvielfalt einsetzt. Was das heisst, zeigt ein Besuch bei Bauer Christian Schürch. Text: Janine Wagner

E

Bilder: Tobias Sutter

s ist ein empfindlich kühler Morgen auf dem Neuhof in Reinach, einem Vorort von Basel. Der Kälte der ersten Maitage trotzen etliche Kinder, die unter den riesigen Linden umherrennen, sich mit den herumstehenden «Velöli» und Bobby-Cars vergnügen und auf dem Trampolin springen. Es sind nicht etwa die Enkel des Pächters Christian Schürch und seiner Frau, sondern fremde Kinder mit ihren Müttern und Vätern. Christian Schürch freuts: «Es ist Teil unseres Konzepts, dass

jeder uns beim Melken zuschauen, die Ziegen streicheln oder die Mini-Pigs beobachten kann. Wir fördern bewusst Lebensräume. Nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für Menschen.» Terrasuisse-Produkte für die Migros

Seit 1994 bewirtschaftet Christian Schürch mit seiner Familie den Neuhof. Von Anfang an setzte er sich in seinem Betrieb für die Nachhaltigkeit ein, nahm die Herausforderung des Spagats zwischen Naturschutz

und Produktion in Kauf. So wurde er Mitglied bei IP-Suisse, einer Vereinigung, die Ende der 80er-Jahre gegründet wurde, um die Belastung der Landwirtschaft für Böden und Gewässer zu reduzieren. IP ist das Kürzel für integrierte Produktion, bei der Migros seit zehn Jahren erhältlich unter dem Label Terrasuisse. IP-Suisse-zertifizierte Landwirte achten bei ihrer Arbeit darauf, dass die Umwelt geschont wird und natürliche Lebensräume erhalten bleiben. «Konkret heisst das zum Beispiel, dass bei


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 51

Markus Jenny ist Landwirtschaftsexperte bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Markus Jenny

Bauer Christian Schürch in seinem Reich, umgeben von Wiesen, Hecken, Bienen und seinen Geissen.

uns die Tiere ausschliesslich in Laufställen leben, in denen sie sich frei bewegen können – auch an der frischen Luft», so Christian Schürch. Wenn der Mohn blüht

Neben 600 Hühnern, 50 Kühen, Ponys, Eseln, Ziegen und Zwergschweinen gehören zum Neuhof 70 Hektar Land. Über 10 Prozent davon hat Christian Schürch zu Ökoflächen umgestaltet: zu Hecken, Wildblumenflächen oder Buntbrachen. «Das sind Naturräume, die man teilweise viele Jahre lang nicht bewirtschaftet, damit darin Pflanzen und Tiere Unterschlupf und Lebensraum finden und somit die Biodiversität gefördert wird», erklärt der Landwirt. «Auf unserem Land leben Hasen und Füchse, Rehkitze und auch seltene Vogelarten wie die Feldlerche oder das Schwarzkehlchen. Wenn der Mohn blüht, spazieren jeweils grosse Menschenmassen auf unseren Feldwegen und erfreuen sich ob der roten Pracht.» Um den Nutzen der naturnahen Produktion zu belegen, arbeitet IP-

Suisse mit einem ausgeklügelten Punktesystem: Die Vogelwarte Sempach und die Migros als Hauptabnehmerin der IP-Suisse-Produkte haben einen umfassenden Massnahmenkatalog mit insgesamt 40 verschiedenen Möglichkeiten zur Förderung der Artenvielfalt ausgearbeitet. Mit jeder umgesetzten Massnahme verdient sich ein Landwirt eine gewisse Anzahl Punkte. Wer mindestens 17 Punkte erreicht, darf unter dem Label IP-Suisse produzieren. «Der Durchschnitt der unter dem Label produzierenden Bauern liegt bei 23 Punkten», erläutert Bauer Christian Schürch, der seit über 20 Jahren im Vorstand von IP-Suisse mitwirkt. «Unsere Landwirte haben in Klima-, Ressourcenschutz und Fairness nachweislich viel erreicht. Ich würde mir wünschen, dass auch uns Landwirten vermehrt Fairness entgegengebracht wird und unsere Produkte die verdiente Wertschätzung finden. Auch wenn sie – und dies ist in der Schweiz leider nicht vermeidbar – etwas teurer sind als die Importware aus dem Ausland.»

«Ökologie und Wirtschaftlichkeit sind kein Gegensatz» Seit bald zehn Jahren unterstützt die Vogelwarte Sempach die Migros und IP-Suisse bei der Förderung der Biodiversität. Welche Fortschritte sind erzielt worden? In den vergangenen fünf Jahren haben IP-Suisse-Produzenten ihr Kulturland mit rund 1400 Hektar artenreicher Blumenwiesen, 120 Hektar Hecken und 90 Hektar Buntbrachen für Vögel oder Schmetterlinge aufgewertet. Von dieser Leistung der Bauern profitieren viele Arten. Sind wirtschaftliche Interessen vereinbar mit der Förderung der Biodiversität? Ökologie und Wirtschaftlichkeit sind kein Gegensatz, im Gegenteil: Eine grosse Artenvielfalt und intakte Lebensräume sind ökologische Mehrwerte. Mit mehr Biodiversität und Ökologie lässt sich auch eine höhere Wertschöpfung erzielen. Umgekehrt müssen die Konsumenten auch bereit sein, mehr nachhaltig produzierte Produkte zu kaufen.

TerrasuisseProdukte stammen aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft. Die Rohstoffe werden von Bauern erzeugt, die dem Wohl der Tiere und dem naturnahen Anbau verpflichtet sind.

Erkennen die Konsumenten den Mehrwert der Biodiversität überhaupt? Vielen Konsumenten ist leider kaum bewusst, dass hinter Terrasuisse ein Mehrwert für die Biodiversität steht. Deshalb braucht es in der Kommunikation noch deutliche Anstrengungen, um den Erhalt der Arten- und Lebensraumvielfalt durch die Produktion von gesunden, einheimisch hergestellten Lebensmitteln bewusst zu machen. MM


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54 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Chiara Enderle

Musik als Berufung

Bereits als 24-Jährige spielt Chiara Enderle mit weltbekannten Orchestern. Die Zürcher Cellistin tritt nun im Rahmen der Migros-KulturprozentClassics mit dem Tonhalle-Orchester Zürich auf.

W

arum sie sich mit vier Jahren fürs Cello entschieden hat, weiss Chiara Enderle gar nicht mehr so genau. Als Tochter eines Musikerehepaars sei es klar gewesen, dass auch sie ein Instrument spielen würde. Sie probierte verschiedene aus, Geige und Klavier reizten sie nicht. «Mein Vater spielt Geige, meine Mutter Bratsche, deshalb kannte ich die Streichinstrumente schon gut», erzählt die 24-Jährige. «Ebenfalls ein Streichinstrument zu spielen, gefiel mir. Und jetzt finde ich es schön, als Frau mit einer Frauenstimme in die tiefen Basslagen des Cellos hinabgehen zu können.» «Mit dem Instrument verschmelzen» mag ein Klischee sein, aber bei Chiara Enderle wirkt es echt, weil sie mit dem ganzen Körper spielt. Während ihre linke Hand auf dem Griffbrett auf und ab wandert oder saust, streicht ihre rechte den Bogen, mitunter wippt ihr Oberkörper, und sogar ihr Gesicht spielt mit. Bei einem sanften Largo blicken ihre Augen anders als bei einem lebhaften Allegro. Starke Präsenz, sprühende Energie

Chiara Enderle lebt in Zürich und hört auch in ihrer Freizeit meistens klassische Musik, nicht unbedingt Cello, aber Symphonien und Klavierwerke. Ihre Favoriten sind Brahms, Beethoven, Bach und Schubert. Aber

dank ihres Freundes, der aus Simbabwe kommt, entdeckt sie nun auch afrikanische Musik, Soul und Reggae. Nächtelang an Partys durchtanzen ist zwar weniger ihr Ding, aber zu Hause schwingt sie schon mal das Tanzbein. Und hobbymässig macht sie Ballett und Modern Dance. «Einen normalen Tag gibt es bei mir nicht», sagt Chiara Enderle. «Jeder Tag sieht etwas anders aus. Ich übe im Schnitt vier bis fünf Stunden, manchmal mehr, manchmal weniger. Dann erledige ich Administratives, verbringe Zeit mit Familie oder Freunden und widme mich meinem Psychologie-Fernstudium.» Wer sich jetzt fragt, wie man das alles unter einen Hut bringt, kennt die junge Musikerin noch nicht. Wer sie auf der Konzertbühne erlebt, weiss um ihre starke Präsenz und sprühende Energie. Dahinter steckt mehr als «nur» musikalisches Können. Und genau dieses Mehr prädestiniert sie auch zur Solistin. Aber warum neben der Musikerinnenlaufbahn noch Psychologie studieren? «Weil es mich halt interessiert», antwortet die gebürtige Zürcherin. «Ich mache das für mich. Mich interessiert zum Beispiel der psychologische Hintergrund, wenn man auf Abruf Höchstleistungen erbringen muss. Im Sport ist das noch mehr ein Thema, in der Musik sehe ich das aber auch.» Sie selber habe vor

Bilder: Jannette Kneisel, Priska Ketterer, zVg

Text: Reto Baer


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 55

Chiara Enderle mit dem Orchestre de Chambre Romand de Berne unter der Leitung der Dirigentin Chantal Wuhrmann

Mischa Damev, Intendant Migros-Kulturprozent-Classics Mischa Damev

«Schweizer Talenten eine Bühne geben»

Auftritten kein bestimmtes Ritual, sondern nehme sich einfach Zeit fürs Umziehen und Schminken. «Dann spüre ich, wie die Nervosität kommt. Aber das ist nicht negativ, ich begrüs­ se das, denn es zeigt, dass meine Energie hochfährt. Zudem stelle ich mir vor, wie es sich anfühlt, auf die Bühne zu gehen, und wie ich die Stü­ cke spielen will.» Schliesslich spiele sie auch noch eine Weile zum Aufwär­ men. Und manchmal sage sie sich, sie werde die schwierigsten Stellen, die sie in den Proben schon mehrmals geschafft habe, auch auf der Bühne meistern. «Dann kann es losgehen.» «Dem Kulturprozent dankbar»

Losgegangen ist Chiara Enderles Karriere schon lange. Sie hat in Zü­ rich und Berlin Cello studiert, diverse renommierte Musikpreise gewonnen, darunter zweimal den Studienpreis des Migros­Kulturprozents, und schon mit berühmten Orchestern musiziert. Alles nicht selbstverständ­ lich. «Deshalb bin ich dem Migros­ Kulturprozent auch so dankbar», sagt Chiara Enderle. «Wenn ich mit aus­ ländischen Musikern darüber rede, merke ich, dass dies wirklich etwas Spezielles ist: Man erhält eine Start­ hilfe, Konzertvermittlung und wird persönlich betreut. Jetzt im Rahmen der Migros­Kulturprozent­Classics aufzutreten, ist daher ein besonders schöner Höhepunkt.»

Auf Tournee

Mit dem TonhalleOrchester Zürich Konzertdaten: 31. Mai 2017, 20 Uhr

Victoria Hall Genf 1. Juni 2017, 19.30 Uhr Kultur Casino Bern 2. Juni 2017, 19.30 Uhr Tonhalle Zürich Interpreten:

Lionel Bringuier (Leitung) Gil Shaham (Violine) Chiara Enderle (Violoncello) Konzertprogramm

Antonín Dvořák, «Waldesruhe» op. 68 für Violoncello und Orchester; Sergei Prokofjew, Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63; Antonín Dvořák, Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 «Aus der neuen Welt»

Migros Kulturprozent Classics bietet Konzerte von renommierten Or­ chestern und Schweizer Künstlern zu moderaten Preisen. Welche Absicht steckt dahinter? Mir ist wichtig, Schweizer Talenten eine Bühne zu geben. Es geht darum, die hiesige Klassikszene zu stärken und ihr ein Podium in ausserge­ wöhnlichem Rahmen zu bieten. Möchten Sie die klas­ sische Musik auch einem jüngeren Publikum schmackhaft machen? Wir buhlen nicht um ein junges Publikum, es ist uns allerdings ein An­ liegen, dass junge Men­ schen Zugang zu unseren Konzerten haben. Wenn man für 30 bis 35 Fran­ ken ein grosses Orchester hören kann, dann ist das doch ziemlich einmalig. Wir wollen jungen Leu­ ten zeigen, wie wichtig unser Kulturerbe der klassischen Musik ist. Wie schätzen Sie die junge Cellistin Chiara Enderle ein? Sie ist ein ganz grosses Talent mit einer unglaub­ lichen Musikalität. Jetzt ist sie an einem Punkt, wo es wichtig ist, viele Er­ fahrungen mit möglichst verschiedenen Musikern zu sammeln. Sie hat das Potenzial zu einer sehr schönen Karriere. MM


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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 57

Migusto

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Terrinen sind spektakuläre Desserts – optisch wie geschmacklich. Wir zeigen, wie ein Sommerdessert mit Frischkäse und Erdbeeren gelingt.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Rezept: Andrea Pistorius

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58 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Schulküche

So gelingt die Erdbeer-Frischkäse-Terrine 1

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Vanilleschote längs aufschneiden, Mark

herauskratzen. Vanilleschote und -mark mit Rahm und Zucker ca. 3 Minuten köcheln, vom Herd nehmen.

5

Förmchen mit kaltem Wasser ausspülen. Creme mithilfe einer kleinen Kanne eingiessen. Die Hälfte der beiseitegelegten Erdbeeren klein würfeln.

2

Vanilleschote entfernen. Gelatine ausdrücken

und im Rahm auflösen. Etwas abkühlen lassen.

6

Erdbeerstücke in die gefüllten Förmchen verteilen. Im Kühlschrank mindestens 3 Stunden

fest werden lassen. Terrine auf Teller stürzen, mit Erdbeersauce und restlichen Erdbeerstücken servieren.

3

Ein Drittel der Erdbeeren beiseitelegen,

restliche Erdbeeren mit dem Puderzucker pürieren und durch ein feines Sieb streichen.


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Früchte und Gemüse

Weitere Lebensmittel

Neuheiten

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Fisch, Fleisch und Geflügel

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Fanjo Rainwow Peeling, Limited Edition, 200 ml, 2.80 Neu **

Pfingstrosenstrauss Gloria, pro Strauss, 17.90 Hit

Alle Gillette- und Gillette VenusRasierer (ohne Ersatzklingen, Ein­ wegrasierer und Mehrfachpackungen), z.B. Mach 3 Turbo, pro Stück, 7.05 statt 11.80 40% **

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Drinnen oder draussen?

RestaurantMenü nur

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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 71

Profi-Tipp

Lust auf Experimente 4

Zutaten für 6 Puddingförmchen à ca. 1 dl

3 Blätter 1 2 dl 40 g 300 g 10 g 200 g

Gelatine Vanilleschote Halbrahm Zucker Erdbeeren Puderzucker Frischkäse

Andrea Pistorius,

Rezeptautorin

Ursprünglich stand der Begriff Terrine für Pasteten­ varianten, die ohne Teighülle auskamen. Im Lauf der Zeit wurden Terrinen nicht mehr nur aus Fisch und Fleisch hergestellt, sondern auch aus Gemüse, oder – wie in diesem Rezept – als süsse Variante mit Beeren, Rahm und Frischkäse für eine feine Nachspeise. Je nach Saison und Geschmack können die Erdbeeren durch andere Beeren und Früchte ersetzt werden. Nur bedingt eignen sich aller­ dings Früchte wie Ananas, Kiwi, Mango und Papaya: Sie enthalten ein Enzym, das das Gelieren verhindert. Bei diesen Exoten muss das pürierte Fruchtfleisch einige Minuten gekocht werden, damit die Terrine geliert. Für eine etwas leichtere Variante eignet sich fettreduzierter Frischkäse. Wer es richtig rahmig mag, nimmt Mascarpone – ganz nach Lust und Laune! MM

Die Hälfte des Erdbeerpürees mit Frischkäse und Gelatinerahm verrühren. Restliches

Erdbeerpüree kühlstellen.

Tipp Kurzes Eintauchen der

Metall- oder Silikonförmchen in warmes Wasser erleichtert das Herauslösen der Terrine.

Viele weitere kochtipps ZU ERDBEEREN

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72 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

1969 Serie: Migros-Pioniere

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Kennt sich genau aus mit den Zutaten von Lebensmitteln: Christina Daeniker.

Christina Daeniker (55) weiss enorm viel über Lebensmittel. Die Fachspezialistin Ernährung und Gesundheit beim MigrosGenossenschafts-Bund beantwortet eine Vielzahl von Kundenfragen zu Produkten. Ihre Auskünfte betreffen oft Nährwertangaben oder Allergene, die in Lebensmitteln enthalten sind. «Wenn es um Informationen zu Produkten geht, bemüht sich die Migros stets um möglichst grosse


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 73

Frage der Woche

Kann ich UHT-Rahm so wie UHT-Milch bei Zimmertemperatur aufbewahren? Nein, UHT-Rahm sollten Sie im Kühlschrank lagern. Bei Zimmertemperatur verdickt der Rahm noch vor Ablauf des aufgedruckten Haltbarkeitsdatums und wird unansehnlich. Beeinflusst wird dadurch allerdings nur das Aussehen, nicht die Sterilität des Produkts. Mit anderen Worten: Den verdickten Rahm können Sie trotzdem noch verwerten – zum Beispiel für eine Sauce. MM

Haben Sie eine Frage?

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74 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

1. Joker-Highlight

Sammelmappe Migros Mania

Stein für Stein Die Migros-ManiaSammelmappe ist am Mittwoch, 24. Mai, kostenlos erhältlich.

Die Sammelaktion Migros Mania machts möglich: Baue jetzt deine eigene Migros! Lena und Malik zeigen, wie es geht. Text: Ralph Hofbauer

Die Migros Mania umfasst 46 Sammelelemente: 21 Migros-Produkte im Kleinformat, 20 Filialelemente, vier «Pixtoys»Figuren sowie einzelne Bausteine. Die Sammelelemente sind ab dem 23. Mai erhältlich.* Die Sachets mit den MigrosProdukten und den Figuren enthalten Sammelkarten, die sich in der Sammelmappe (am 24. 5. gratis bei jedem Einkauf, maximal 1 Exemplar) aufbewahren lassen. Virtueller Rundgang Die Sammelkarten der Migros Mania öffnen das Tor zur Virtual Reality (VR): Wer die Karten mit der Migros-Play-App (Gratisdownload im Apple-AppStore und im GooglePlay-Store) scannt, erhält Zugang zu einer virtuellen Migros- Filiale. Diese lässt sich mit der Migros-VRBrille auf eindrückliche Weise erkunden (siehe Spalte rechts aussen). www.migrosmania.ch * vom 23. 5. bis 10. 7. 2017 gibt es pro Fr. 20.− Einkauf ein Sachet mit Sammelelementen. Maximal 15 Sachets pro Einkauf (entspricht einem Einkauf von Fr. 300.−). Erhältlich in allen Migros-Filialen, Do it + Garden Migros, Melectronics, Micasa, SportXX inklusive Outdoor, Migros-Restaurants und -Take Aways sowie im LeShop, solange Vorrat

Lena (6): «Ich

freue mich schon darauf, Verkäuferlis zu spielen.»

L

ena und Malik können es kaum erwarten, ihre eigene Migros zu bauen. Ungeduldig packt Malik das Starterpaket aus, das eine Frontfassade und eine Basisplatte beinhaltet. Lena findet in einem Bausteinset 50 Bausteine für die Wände der Mini-Migros. In bunten Sachets entdecken die Kinder die Sammelelemente der Migros Mania: Produkte im Kleinformat, winzige Verkaufsregale und witzige Spielfiguren. Das Starterpaket (Fr. 9.80) und das Bausteinset (Fr. 4.90) liefern die Basis für das Bauprojekt der eigenen Migros. Mit einer zusätzlichen Basisplatte (Fr. 4.90) lässt sich die Filiale erweitern. Dem Bauspass sind keine Grenzen gesetzt, da alle Elemente Lego-kompatibel sind.

Malik (7): «Ich

baue eine riesengrosse Migros im Rekordtempo.»

Daraus entsteht die eigene Migros: Verkaufsund Sammelelemente der Migros Mania

Famigros-Mitglieder profitieren

Vom 23. Mai bis 5. Juni erhalten FamigrosMitglieder gegen Vorweisen ihrer Famigrosoder Cumulus-Karte das Starterpaket 30% günstiger sowie ein zusätzliches Sachet mit Sammelelementen.

Alles Infos zur Migros Mania online Die Website www.migrosmania.ch

bietet alle wichtigen Informationen: von einer Übersicht der Verkaufs- und Sammelelemente über Inspirationen zum Bau der eigenen Filiale bis hin zum Download der Migros-Play-App.


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 75

Konstruktionsspiele

Fürs Leben lernen

Patrick Warnking ist Geschäftsführer von Google Schweiz.

Kooperation von Migros und Google Die Migros Mania lässt sich durch Virtual Reality (VR) in einer neuen Dimension erleben. Der Einsatz von VR wurde in Zusammenarbeit mit Google entwickelt.

Bilder: Roger Hofstetter

Styling: Mirjam Käser Illustration: Mira Gisler

Konstruktionsspiele wie Lego fördern die motorischen und kognitiven Fähigkeiten.

Das Spiel bereitet Kinder auf den Ernst des Lebens vor. Hier wird die Welt der Grossen im Kleinen ausprobiert. «Spielen ist eine erste Form des Lernens», sagt Moritz Daum, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich.

Moritz Daum ist Professor für Entwicklungs­ psychologie an der Universität Zürich.

Kleinkinder lernen durch Beobachten, vor allem aber auch durch Spielen. Sie schlagen Gegenstände gegeneinander und entdecken ihren Körper, ihre Sinne und ihre Stimme im sensomotorischen Spiel. Im Verlauf des zweiten Lebensjahrs beginnen Kinder mit dem Als-ob-Spiel und deuten

Gegenstände um – ein Holzklotz wird zum Handy, ein Duplostein zum Auto. Mit den sich verbessernden Sprachfähigkeiten gewinnt das Rollenspiel an Bedeutung: Kinder versetzen sich in Superhelden oder in die Eltern hinein. Später werden Spiele mit festen Regeln wie Brettspiele oder Videogames interessant.

Spielspass auf vielen Ebenen

Das Konstruktionsspiel Lego vereint Elemente sämtlicher Spielarten, die das Kind im Lauf seiner Entwicklung entdeckt: «Lego spricht das Spielverhalten auf verschiedensten Ebenen an. Das erklärt wohl auch den grossen Erfolg dieses Spiels», bemerkt Daum. Der Entwicklungspsychologe ist selbst ein passionierter Legospieler – mit

Kreative Köpfe gesucht

Im Migros-Mania-Wettbewerb ist Kreativität gefragt: Wer baut die originellste Migros-Filiale? Es gibt Preise im Gesamtwert von über Fr. 5000.– zu gewinnen. Jetzt mitmachen auf www.migrosmania.ch!

seinen Kindern, aber auch für sich allein. Sein aktuelles Projekt ist ein VW-Bus mit 1 322 Teilen. Wer mit Lego oder mit den Legokompatiblen Bausteinen der Migros Mania spielt, lernt fürs Leben, wie Moritz Daum betont: «Lego fördert Fähigkeiten, die für den Erfolg in der Schule und im Beruf entscheidend sind.» Neben der Feinmotorik fördert das Spiel verschiedenste kognitive Kompetenzen: Kinder schulen das Fokussieren der Aufmerksamkeit, lernen die Gesetze der Statik kennen und entwickeln kreative Problemlösungen. Zudem fördert Lego das abstrakte Denken, indem ein Plan in die Wirklichkeit umgesetzt wird. So unterstützt das Spiel die exekutiven Funktionen, die gemäss den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie darüber entscheiden, wie gut sich Kinder in ihrer Umwelt zurechtfinden. MM

Doppelte Sachets am 31. Mai Am Mittwoch, 31. Mai, erhalten alle MigrosKunden die doppelte Anzahl Sachets.

An diesem Tag werden bei einem Einkauf statt einem zwei Sammelelemente pro Fr. 20.– abgegeben. Die maximale Anzahl Sachets beträgt 30 Stück.

M

«Mit Migros Mania kann jetzt jeder VR erleben», sagt Patrick Warnking, Geschäftsführer von Google Schweiz. «Migros Mania in der Schweiz und Google Expeditions weltweit vermitteln Inhalte in 360° auf eine ganz neue Art, die es erlaubt, die Welt auf faszinierende Weise neu zu entdecken.» Die Migros-VR-Brille ist als 2. Joker-Highlight am 3. Juni erhältlich (pro Fr. 60.- Einkauf, maximal 3 Stück). Die orange Kartonbrille basiert auf dem Modell «Google Cardboard». Das Prinzip ist denkbar einfach: zusammenfalten, Smartphone reinlegen und fertig ist die Migros-VR-Brille.


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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 77

Freude am Geschmack

Experiment gelungen

Mehr zu Geschmack:

500 Migros-Kunden haben sich auf der Website «Freude am Geschmack» für einen kostenlosen, aussergewöhnlichen Kochkurs* angemeldet, der in 18 Städten angeboten wird. Dort lernen sie, wie sich frische Produkte auf unkonventionelle Art kombinieren lassen. In Olten waren die Teilnehmenden begeistert. Text: Jacqueline Vinzelberg

www.freude-amgeschmack.ch

Bilder: René Ruis

N

eun Hobbyköche trafen sich in der Klubschule Migros in Olten, um in einem ganz speziellen Kochkurs ihren Geschmackssinn auf die Probe zu stellen. Dabei wurden Crevetten mit Zimt, Vanille und Chili mariniert oder Blumenkohl mit Kakaopulver verfeinert. Die neugierigen Kursteilnehmer lernten, wie man Rindshuft richtig schneidet, und bereiteten daraus Steaks mit Caramelsauce. Und Mozzarella wurde nicht etwa mit Tomate, sondern mit frischer Mango, Sprossen und Koriander angerichtet. Während fleissig geschnip­ pelt, gekocht, probiert und ab­ geschmeckt wurde, motivierte Kursleiter Michael Erler seine Schützlinge immer wieder, ruhig etwas kreativer zu experimen­ tieren. Denn der Profikoch weiss, wie sich die Aromen frischer Zutaten ergänzen. Am Ende des Kursabends waren sich alle einig: Mit mehr Mut in der Küche lässt sich Geschmack völlig neu entdecken. MM *Die Kurse können neu auch regulär in der Klubschule Migros gebucht werden.

Nicole Hüsler (34)

«Ich bin mit Neugier zum Kochkurs gekommen und freute mich darauf, etwas Neues auszuprobieren. Es hat sich gelohnt. Mein Favorit des Abends ist das Rindssteak mit Caramelsauce und Kräuterquark. Ich hätte nie gedacht, wie fein das schmeckt, und bin begeistert. Auch Blumenkohl mit Kakao fand ich eine aussergewöhnliche Kombination. Sie ist uns gut gelungen. Beide Gerichte werde ich bestimmt zu Hause nachkochen.»

Kursteilnehmerin Gabriela Megert (50) probiert den frisch gemixten Apfel-GurkenDrink. «Experiment gelungen!», findet sie.

Sigi Hendel (72)

«Ich wollte neue Geschmackserfahrungen sammeln und ungewöhnliche Kombinationen kennenlernen. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Mousse au Chocolat mit Zwiebeln war die grösste Überraschung. Ebenfalls fasziniert haben mich die Crevetten mit Vanille und Zimt. Wie scheinbare Gegensätze sich geschmacklich ergänzen, war für mich der Aha-Effekt des Abends und inspiriert mich, beim Kochen künftig mutiger zu sein.»


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80 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

You

Einfach und natürlich im Trend Mit der neuen Eigenmarke You spricht die Migros ernährungs- und trendbewusste Kunden an. Ob ein zuckerreduziertes Joghurt oder ein «Superfood»-Snack für zwischendurch: You-Produkte zeichnen sich durch eine möglichst einfache und natürliche Zusammensetzung aus.

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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 81

You-Produkte

Für Genuss und Wohlgefühl Immer mehr Konsumenten wünschen sich Lebensmittel, die Mehrwert, Genuss

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und Wohlgefühl vereinen. Solche, die beispielsweise besonders reich an Proteinoder Ballaststoffen sind, «Superfood» beinhalten oder einen tiefen Zucker- bzw. Fettgehalt aufweisen, dabei möglichst einfach und natürlich zusammengesetzt sind und natürlich gut schmecken. Mit You hat die Migros eine neue Marke entwickelt, die diesen Wünschen entgegenkommt. Damit das Besondere am jeweiligen Produkt leicht zu erkennen ist, sind seine

YOU 100 CAL Pfirsich-Granatapfel, 150 g* Fr. –.85

YOU 100 CAL Himbeer-Acerola, 150 g* Fr. –.85

YOU Chia-Cookie Dinkel, 40 g* Fr. 1.95

markanten Eigenschaften prominent auf der Vorderseite der Verpackung angegeben. Zu den ersten You-Produkten zählen sechs Joghurtsorten. Drei davon haben nur 100 Kalorien pro Becher. Sie enthalten 30 Prozent weniger Zucker als ein herkömmliches Joghurt, sind fettarm und proteinreich. You-Produkte gibt es auch im Snackbereich: die Chia-Cookies mit Omega-3-Fettsäuren und Chia-Samen und die Coco-Cookies mit AmaranthSamen. Weitere YouProdukte aus dem gesamten Lebensmittelbereich werden nach und nach ins Sortiment aufgenommen.

Impuls-Tipp

Entsüssen Sie Ihr Leben Es gibt viele Möglichkeiten,

um die Zuckeraufnahme zu reduzieren. Erfahren Sie auf Impuls, was sie taugen.

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YOU Coco-Cookie Dinkel, 40 g* Fr. 1.95 Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.


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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 83

Aproz

Neue Durstlöscher mit Geschmack Die Mineralwasserlinien Aproz O2 und Plus überraschen mit originellen neuen Geschmackskombinationen: Hier treffen Ananas auf die japanische Yuzu-Zitrusfrucht, dort Gurken und Minze auf Apfel. Wer Durstlöscher mit einer leichten Geschmacksnote bevorzugt, wird bei den ungesüssten aromatisierten Getränken mit Aproz-Mineralwasser fündig: Neu in dieser Linie ist die herb-frische Sorte Mint-Lime. Schorlefans kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn mit der Variante Apfel-Himbeer-Rhabarber ist auch dieses Sortiment ab sofort um eine Sorte reicher.

Aproz Schorle Apfel-HimbeerRhabarber, 50 cl Fr. 1.40

Aproz Mint-Lime, 1 l Fr. 1.20 In grösseren Filialen

Aproz O2 Ananas-Yuzu, 50 cl* Fr. 1.40 In grösseren Filialen

Aproz Plus Apfel-Minze-Gurke, 1 l* Fr. 1.30 In grösseren Filialen

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Bild: Yves Roth

Styling: Miriam Vieli-Goll

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Das kalzium- und magnesiumreiche Wasser für die aromatisierten Aproz-Getränke stammt aus den Walliser Alpen.

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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 85

Kult Ice Tea

Sprudelnde Erfrischung Den Kult-Ice-Tea Zitrone gibt es jetzt auch mit Kohlensäure. Die feinperligen Bubbles verleihen dem Tee eine ganz spezielle, erfrischende Note. Am besten geniesst man ihn gut gekühlt. Der Sparkling-Tea wird nach der gleichen Rezeptur wie der herkömmliche Kult Ice Tea in der Schweiz hergestellt. Dafür wird der UTZ-zertifizierte Schwarztee frisch aufgebrüht und sorgfältig weiterverarbeitet.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch der Kult-Ice-Tea.

Kult Ice Tea, Sparkling Zitrone, 330 ml Fr. –.75 Bild: Roger Hofstetter Spraycan Art: Alex Hohl

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UTZ steht sowohl für nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Haselnüssen als auch für bessere Zukunftsaussichten der Bauern und deren Familien sowie für unsere Umwelt.

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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 87

Glace

Eisgekühlte Vielfalt Die Lust auf eine feine Glace bleibt, auch wenn sich der Lebensstil ändert. Die Migros entwickelt deshalb kontinuierlich neue Sorten. Der neuste Coup ist das Frozen Yo High Protein, ein gefrorenes Joghurt-Eis mit einem Proteingehalt von 20 Prozent und weniger als drei Prozent Fett. Es ist eine besondere Empfehlung für alle, die sich eiweissreich ernähren möchten. Die veganen und laktosefreien Varianten Coco Ice-Land, Fruit Ice Sorbet und Fruit Ice Fruit & Vegetable komplettieren das Sortiment trendiger Sorten.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle Glaces bis 29. Mai

Frozen Yo High Protein Chocolate, 120 ml Fr. 2.50

Fruit Ice Erdbeere oder Zitrone, 100 ml* Fr. 2.40

Coco Ice-Land Coco & Chocolate, 6 × 76 ml Fr. 5.80

Bild & Styling: Ruth Küng

Frozen Yo High Protein Banana, 120 ml* Fr. 2.50

Neben herkömmlichen Sorten gibt es in der Migros Glaces wahlweise aus 100 Prozent Frucht, laktosefrei und vegan oder mit viel Eiweiss.

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Fruit Ice Fruit & Vegetable, 6 × 48 ml Fr. 5.50

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Glaces.


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Elegantes Schiff mit Platz für 150 Passagiere. Stilvoll eingerichtete Kabinen mit DU/WC, SAT-TV, Telefon, Föhn, Safe und individuell regulierbarer Klimaanlage. Kabinen auf Mittel- und Oberdeck (15 m2) mit nebeneinander stehenden Betten, auf Wunsch getrennt gestellt, und Panoramafenstern (in Deluxe Kabinen zu öffnen). Kabinen auf dem Hauptdeck (ca. 12 m2) mit Klapp- und Sofabett sowie grossen, nicht zu öffnenden Aussichtsfenstern. Bordausstattung: Panorama-Restaurant, Panorama-Salon/Bar, Souvenir-Shop und Bibliothek. Sonnendeck mit Sonnensegel, Liegestühlen, Stühlen, Tischen und Schachspiel. WLAN gegen Gebühr. Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck erlaubt).

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MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 89

Kneipp

Körperpflege mit Wohlfühlgarantie Seit 20 Jahren sind Kneipp-Produkte in der Migros erhältlich. Drei Kundinnen erzählen, was sie an ihrem Lieblingsprodukt schätzen.

Kneipp hat zum Jubiläum ein Duschset zum Ausprobieren zusammengestellt.

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Kneipp Jubiläums-Dusch-Set inkl. Dusch-Schwamm, 6 × 30 ml Fr. 5.50

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Silvia Mettler (51) aus Interlaken war Mitglied

Bilder: Paulo Dutto; Yves Roth

des Kneipp-Vereins vom Berner Oberland. Darum kennt sie die KneippPhilosophie und die Produkte schon seit Jahren. «Mein Lieblingsprodukt ist das Traubenkernöl: Es strafft und glättet die Haut, und ich fühl mich danach einfach wohl in meiner Haut.»

Angelina Chieffo (35) aus Zürich hat vier

kleine Kinder und somit viel um die Ohren. Da bleibt nur wenig Zeit für Beauty-Rituale. «Ich bin froh, dass ich die Sekunden-Bodylotion von Kneipp entdeckt habe. Die zieht superschnell ein, spendet Feuchtigkeit und duftet herrlich.»

Brigitte Köppel (71) aus St. Margrethen kennt

die Kneipp-Produkte seit vielen Jahren. Vor allem Badekristalle und -öle haben es ihr angetan. «Ich liebe es zu baden. Da kann ich abschalten und mich so richtig entspannen. Mein Lieblingsprodukt ist das Pflegeölbad Mandelblüten. Das macht meine Haut so schön weich.»


90 | MM21, 22.5.2017 | MIGROS-WELT

Dies & das

Neu im Regal

Wo man auch hinschaut: In der Migros gibt es Woche für Woche etwas zu entdecken. Diese Neuheiten dürften vor allem Sportler, Naschkatzen und Romantikerinnen erfreuen.

Auf Streife gehen die harten Cops, auf Streifen hingegen junge Damen ... in diesen blau-weissen Pantoffeln. Damen Hausschuh, Gr. 36–41 Fr. 19.80

Bitte streicheln

Wer seine trockene Haut regelmässig eincremt, kriegt seine Portion Streicheleinheiten sicher gratis dazu. I am Triple Oil Body Lotion, 250 ml* Fr. 4.30

Durchstarten Dieser Drink verhilft sportlich Ambitionierten zu einer Extraportion Eiweiss. Energy Milk High Protein Erdbeere, 330 ml Fr. 2.75

Ich bin blond. Na und? Mit diesen beiden Produkten strahlt güldenes Haar noch güldener. I am Professional Blonde Perfection Conditioner und Shampoo, je 250 ml je Fr. 3.–


MIGROS-WELT | MM21, 22.5.2017 | 91

Muntermacher Schlafmützen trinken ihn, um wach zu werden, Sportskanonen, damit ihre Muskeln prächtig gedeihen. Sponser Proteindrink Caffe Latte, 330 ml* Fr. 3.20

Auch gut für Fingerfood Den berühmten Haselnussaufstrich hat man als Kind mit dem Zeigefinger direkt aus dem Glas genascht. Bei dieser edlen Erwachsenenversion funktioniert es genauso gut. Bio Nocciolata Sensa Latte, 270 g Fr. 5.50

Je einen Oscar gabs für die beste Regie, die beste

Hauptdarstellerin, die beste Kamera, die beste Filmmusik, den besten Filmsong und das beste Szenenbild. «La La Land», DVD* Fr. 19.90 Blu-ray* Fr. 21.90 Erhältlich ab 17. Mai

Für Minimalistinnen

Man muss ja nicht voll bepackt wie ein Maultier in der Badi aufkreuzen. Strandmatte, blau* Fr. 17.80

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In fast Nullkommanichts

So schnell gehts, bis ein verführerischer Kuchenduft das Genusszentrum aktiviert. Cup Lovers Himbeer & Chia, Limited Edition, 80 g* Fr. 1.90


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Leben

39%

MM21

Familienumfrage

Welche Mahlzeit zelebrieren Sie am meisten? 1 Das Mittagessen 39% 2 Ganz klar, das Nachtessen 28% 3 Mal so, mal so 21%

In Zusammenarbeit mit

4 Für uns geht nichts über ein ausgiebiges Frühstück, nach Möglichkeit mit allem Drum und Dran. 12%

1, 2 oder 3?

Der gestresste Yogi

Wie würden Sie entscheiden? www.migmag.ch/ 12oder3

Richtig oder falsch?

Frischgemüse gehört zu den Food-WasteSpitzenreitern. Richtig! Rund 63 Pro-

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Darum gilt: Wer

daheim die Haltbarkeit von Frischgemüse verlängern will, findet Tipps dazu auf Foodwaste.ch.

Ich gebe ihm recht – die Work-Life-Balance ist für alle eine Challenge. Der Grosse ist schon heute gestresst – ich melde ihn gleich an fürs Kinder-Yoga. Es ist alles eine Frage der Inspiration: Wir gehen am nächsten Tag in den Zoo und widmen uns dort ganz den Flamingos, die den ganzen Tag auf einem Bein stehen.

Antwort 3: Vielleicht motivieren ihn die Flamingos, Yoga noch eine zweite Chance zu geben. Würden wir beide regelmässig Yoga machen, wären wir bestimmt wunderbar gelassen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Monica Müller (42)

Die Yoga-Lehrerin auf dem Bildschirm steht stramm im Baum – ihre Beine und ihr Bauch sind angespannt, ihr Gesicht ist entspannt. Ich stehe wacklig auf einem Bein. «Mami, was machst du da?», fragt der Grosse (6). «Yoga», sage ich. «Warum?», will er wissen. «Da wird man stark und glücklich dabei», sage ich. Das motiviert ihn mitzumachen. Doch ihm fallen die Gleichgewichtsübungen auch schwer, und er beginnt sich zu ärgern. «Das macht nicht glücklich, das macht mich hässig», sagt er. Die Yoga-Lehrerin könne das so gut, weil sie jeden Tag übe, beschwichtige ich ihn. «Ich habe keine Zeit, jeden Tag Yoga zu machen!», schimpft der Grosse. «Ich muss schon jeden Tag in den Chindsgi gehen.» Und jetzt, 1, 2 oder 3?

zent des Frischgemüses landet im Abfall statt auf dem Teller. Durch geschickte Planung und Lagerung liesse sich dies verhindern: nur so viel kaufen, wie man benötigt, und zu Hause alles optimal lagern. Gemüsesorten wie Tomaten und Zucchetti sind eher kälteempfindlich, während Blattsalate, Blumenkohl oder Spargel zur Lagerung unbedingt in den Kühlschrank gehören.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


94 | MM21, 22.5.2017 | LEBEN

Digital

«Fast wie richtig»

Das Eintauchen in die virtuelle Welt fasziniert – es prägt aber auch unsere Wahrnehmung. Das Migros-Magazin und Sony PlayStation haben zehn Leserinnen und Leser dazu eingeladen, Virtual Reality zu testen. Neuroethiker Michael Madary spricht im Interview über die Chancen und Risiken der VR-Technologie. Text: Reto Vogt

Bilder: Ephraim Bieri

«Mir ist zwar relativ schnell ‹sturm› geworden. Aber es ‹fägt›, in fremde Welten einzutauchen und auch mal etwas frecher Auto zu fahren als sonst.» Hilde:

Hilde Bucher (55), Physiotherapeutin aus Bern

«Eine Chance für die Wirtschaft» Urs Scheidegger (53), Immobilienmakler aus Kaisten AG

«Virtual Reality ist für die ganze Immobilienbranche sehr interessant, weil man auf diese Weise beispielsweise Wohnungsbesichtigungen anbieten kann. Deshalb wollte ich das unbedingt mal ausprobieren. Es hat sich gelohnt: Die Erfahrung war mega. Trotzdem werde ich kaum zum regelmässigen Gamer, dafür bin ich zu ungeschickt. Virtual Reality ist eine Chance für die Wirtschaft und wird eine wichtige Rolle in der Geschäftswelt spielen.»


LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 95

«Megacool!» «Ich game oft. Ich habe eine Playstation zu Hause, aber leider noch keine Virtual-Reality-Brille. Die wünsche ich mir jetzt von meinem Papi zum Geburtstag! So zu spielen, war megacool – viel besser als zu Hause. Ich hätte nie gedacht, dass die Grafik so realistisch sein kann. Fast wie richtig, wie wenn ich aus dem Fenster schaue.» Benjamin Peterhans (13), Schüler aus Baden AG

«Auf der Rennstrecke ist mir zwar ein bisschen übel geworden, aber ich würde sofort wieder ins Cockpit steigen.» Rolf:

Rolf Länzlinger (55), kaufmännischer Angestellter aus Zürich

«Sehr beeindruckend! Ich bin eine passionierte Gamerin, aber Virtual Reality schlägt alles, was ich bisher erlebt habe.» Joelle:

Joelle Steiger (19), Studentin aus Schaffhausen

VR-Anbieter Fünf Produkte im Überblick: Seite 97


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 97

VR-Anbieter

«Vielleicht sogar zu realistisch»

Fünf Produkte auf einen Blick

Jan Göbel (37), kaufmännischer Angestellter aus Adliswil ZH

Sony PlayStation VR

«Ich bin beeindruckt, wie realistisch das Erlebnis in der virtuellen Welt ist – vielleicht sogar zu realistisch, denn bei schnellen Bewegungen wurde es mir schwindlig und auch etwas schlecht. Ich finde, dass das Spielen mit VR-Brille unpersönlicher ist, weil jeder für sich spielt. Das Gemeinschaftliche wird darunter leiden.»

Wer eine PlayStation 4 besitzt, braucht eine VR-Brille und die passende Kamera, um die rund 15 Games spielen zu können. Kostenpunkt: 500 Franken. Samsung Gear VR Hier muss man ein Gerät des Herstellers Samsung in die Brille montieren, um sie nutzen zu können. Preis: etwa 100 Franken.

«Eine super Erfahrung!» Monica Solna (75), Rentnerin aus Zürich

«Ich hatte keine Erfahrung mit Games. Mir fehlte die Vorstellungskraft, um mir ausmalen zu können, was mich in der virtuellen Welt erwartet. Aber ich bin ein sehr interessierter und offener Mensch, darum wollte ich Virtual Reality unbedingt ausprobieren. Ich bin enorm überrascht, wie realistisch die Welten dargestellt werden und wie echt das Erlebnis ist. Ich bin zum ersten Mal überhaupt Auto gefahren, und es hat grossen Spass gemacht, mal auf die Tube zu drücken. Als ich gegen einen Heustock prallte, erschrak ich ein bisschen. Das hat mir aber nichts ausgemacht. Das Ganze war eine super Erfahrung!»

Google Cardboard & Daydream View

Das Bastelset enthält eine VR-Brille für Smartphone-Inhalte. Cardboard bietet das günstigste VR-Erlebnis – für rund 15 Franken. Die hochwertigere Daydream View – nur mit Google-eigenen Smartphones kompatibel – kostet um die 100 Franken.

«Der Wahnsinn!» Deborah Bernegger (26), Zierpflanzengärtnerin aus Buttwil AG

«Obwohl ich eine erfahrene Gamerin bin, habe ich Virtual Reality heute zum ersten Mal ausprobiert. Es war der Wahnsinn! Ich kann mir vorstellen, dass VR bei bestimmten Spielen brutal einfährt.»

Im Interview

Neuroethiker Michael Madary: Seite 99

Occulus Rift Der VR-Pionier soll

dieses Jahr ein neues Modell auf den Markt bringen, das kabellos mit einem Smartphone verbunden wird. Kostenpunkt: etwa 700 Franken. HTC Vive

Dank der Partnerschaft mit dem Spiele-Entwickler Valve stehen stets die neuesten VR-Spiele bereit. Preis: ca. 1000 Franken.


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 99

Michael Madary

«VR beeinflusst das Gehirn»

«Mittendrin, nicht nur dabei» «Puh! Beim Rallye­ fahren kam ich richtig ins Schwitzen. Als Spieler ist man mitten­ drin, nicht nur dabei. Mir hat das Eintauchen in die virtuelle Realität grossen Spass ge­ macht. Ich bin sicher, dass dies in Zukunft sowohl die Gesell­ schaft als auch die Wirtschaft massiv beeinflussen wird.» Marc Stampfli (43), Verkaufsleiter aus Baar ZG

Carina: «Die 360­Grad­Perspektive ist beeindruckend.

Wenn etwas Unerwartetes passierte, ging mir das körperlich nah. Es war ein super Erlebnis!» Carina Aschwanden (49), IT­Projektleiterin aus Bergdietikon AG

Was ist aus psychologischer Sicht der Unterschied zwischen Virtual Reality (VR) und klassischen Medien? VR ahmt die Art nach, wie wir unseren Alltag erleben. Die Technik nimmt Bewegung, Gestik und Mimik der Men­ schen wahr und verändert ihre visuellen Wahrnehmungen entsprechend. So entsteht der Eindruck, an einem anderen Ort zu sein – die virtuelle Welt wird als real wahrgenommen. In dieser Hinsicht unterschei­ det sich dieses Medium von allen anderen Medien. Was macht Virtual Reality mit uns Menschen – und speziell mit unserem Gehirn? In psychologischer Hinsicht überlistet uns VR dahingehend, dass wir uns an einem anderen Ort wähnen, obwohl wir es in Wahrheit gar nicht sind. Zudem kann es beim Men­ schen die Illusion erzeugen, einen anderen Körper zu besitzen und zu kontrollieren. Es ist wissenschaftlich nach­ gewiesen, dass VR einen Einfluss auf das Gehirn haben und auf das menschliche Verhalten über das Verlassen der VR­Umgebung hinaus einwirken kann. Ist das gut oder schlecht? Experimente haben gezeigt, dass VR Menschen weniger rassistisch machen kann, in­ dem es sie in fremde Körper mit anderer Hautfarbe versetzt. Die unterschwellige Beeinflussung des Wertesystems durch VR ist grundsätzlich denkbar – positiv wie negativ: etwa durch die Steuerung von politischen, religiösen oder sozialen Einstellungen. Auch Kaufentscheidungen lassen sich durch VR beeinflussen: Wenn gezielte Werbemassnah­ men in einer VR­Umgebung ausgespielt werden, ist das möglicherweise effektiver als herkömmliches Marketing.

Der Neuroethiker Michael Madary forscht zum Thema Virtual Reality.

Wie gross sind die Unterschiede zwischen Realität und Fiktion noch, und wie gut kann das Gehirn zwischen den Welten differenzieren? Die meisten Menschen wissen durchaus, dass die VR­Erleb­ nisse nicht real sind. Trotzdem erscheinen die körperlichen und emotionalen Reaktionen als real. Das Phänomen lässt sich so veranschaulichen: Pro­ banden werden gebeten, über ein auf dem Boden liegendes Holzbrett zu gehen. Sie müssen dazu allerdings eine VR­Brille tragen, die das Brett über einer tiefen Grube zeigt. Kaum je­ mand traut sich, über das Brett zu gehen, obwohl jeder weiss, dass eigentlich keine Gefahr besteht. Gewisse Teile des Gehirns werden durch die VR­Illusion überlistet. Befürchten Sie, dass Firmen oder Regierungen die Menschen durch VR beeinflussen könnten? Eigentlich möchte ich keine Vorhersagen treffen – aber das befürchte ich tatsächlich: Virtual Reality ist eine so mächtige Technik, dass sie ganz automatisch Interessen in diese Richtung wecken wird. Politische oder auch religiöse Manipulationen sind durchaus denkbar. MM Das ganze Interview mit Michael Madary findet sich auf: www.migmag.ch/madary


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 101

Spielen im Dreck: Wann schreiten Sie ein?

www.migmag.ch/ immun

Kein Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben: «Dräckle» ist gut für die Gesundheit. Familie

Dreck stärkt das Immunsystem Kinder von klein auf mit Erde spielen zu lassen, ist sinnvoll. Denn intensiver Kontakt mit Mikroorganismen hilft, Allergien zu vermeiden. Text: Claudia Langenegger

Bild: iStockphoto

E

mma krabbelt über den Gartenboden, greift ins Beet, erwischt etwas Erde – und rein in den Mund damit. «Kind! Nein! Nicht Dreck essen, das ist schlecht, ruft ihre Mutter, als sie das sieht. Zu spät. Aber egal: Für einmal liegt Mami falsch. «Meh Dräck» ist nämlich gut fürs Kind – Dreck hilft bei Allergien. Präventiv wirken deshalb Dau­ menlutschen und Nägelkauen, wie eine neuseeländische Studie von 2016 zeigt. «Unter den Nägeln und auf der Haut befinden sich ver­ schiedene Mikroorganismen und Dreck», weiss Sereina de Zordo (30), Projektleiterin im «aha! Allergie­ zentrum Schweiz». «Und häufiger Kontakt mit unterschiedlichen Bakterien, Krankheitserregern und Mikroben stärkt das Immunsystem.» Dass Schmutz gut ist, belegte schon eine Schweizer Studie in den 90er­Jahren: Kinder, die auf einem

Bauernhof aufwachsen, erkranken weniger oft an Atemwegsallergien als Stadtkinder, so das Ergebnis. Erklären lässt sich das durch den Kontakt mit Stalltieren und die grosse Variabilität von Mikro­ organismen auf Höfen. Sauberkeit begünstigt Allergien

«In der Stadt ist man anderen Be­ lastungen ausgesetzt», sagt Sereina de Zordo. Dazu zählen etwa Auto­ abgase oder Industriemissionen. «Sie können die Symptome von Atemwegsallergien verstärken.» Vor allem aber ist unser Alltag zu sauber. Was als Fortschritt in Sachen Zivilisation gilt – moderne sanitäre Anlagen, fliessendes Was­ ser, Hightech­Kühlschränke – ist in Sachen Allergieprävention kein Plus. Kleinkinder werden viel weni­ ger mit Krankheitserregern und Mikroben konfrontiert, die körper­ eigene Abwehr neigt schneller zu

Überreaktionen auf harmlose Stoffe – zu Allergien. Vor 100 Jahren litt nur etwa ein Prozent der Bevölkerung an einer Pollenallergie, heute sind es 15 bis 20 Prozent. Leider hilft es nicht, Stadtkinder einfach mal auf den Bauernhof in die Ferien zu schicken – der Kontakt mit Dreck muss über einen längeren Zeitraum stattfinden. «Prävention beginnt im Mutterleib», sagt Sereina de Zordo. Verbringt eine werdende Mutter viel Zeit im Stall, sei das ein grosser Vorteil. Daumenlutschen und Nägel­ kauen sind indes keine ultimativen Wundermittel. Allergien bleiben eine äusserst komplexe Angelegen­ heit. Denn es gibt Faktoren, die ebenso stark oder noch stärker auf das Immunsystem wirken: Gene­ tische Faktoren, das Klima und psychosoziales Befinden sind genau­ so entscheidend wie das Training des Immunsystems. MM

Tipps

Allergien vorbeugen Neugeborene

mindestens vier Monate lang stillen Kinder regelmässig und häufig draussen spielen lassen

Bei Kindern auf Desinfektionsspray verzichten Ruhig Blut bewahren, wenn das Kind einmal Dreck in den Mund bekommen hat Gratisbroschüre zur Allergieprävention: www.aha.ch (Rubrik «Shop»)


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 103

I

Brave New Girl

Good Morning, Vietnam

Ich wachte auf und wollte sterben. In der Schweiz war es zu diesem Zeitpunkt drei Uhr nachts, und draussen fiel Schnee. Hier in Hanoi war es Morgen, und an Schlaf war nicht mehr zu denken: Meine Hostel­ nachbarn lärmten, die Mückensticke juckten, und es war bereits 35 Grad warm. Ich trank einen Schluck lauwarmes Wasser aus der knisternden PET­Flasche und öffnete meinen Laptop. Auch er hatte Jetlag und noch nicht gecheckt, dass wir uns am anderen Ende der Welt befinden. Er zeigte mitteleuro­ päische Zeit an.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Taumelnd lief ich durch die Strassen und sah Schlangen in Schnapsgläsern, die ab­ gehackten Köpfe von Hühnern in blutigen Pfützen, alte Frauen im Schneidersitz, brutzelndes Fleisch an Spiessen, Strassen voller Motorräder, die Weiten des Roten

Flusses, Berge aus Gemüse und Gewürzen, an jeder Ecke Seen aus dampfender Pho, der traditionellen vietnamesischen Suppe. Ich kramte 55 000 Dong aus meiner Tasche – zwei Franken für einen Zmittag. Reisen ist mühsam, weil es uns damit konfrontiert, wie sehr wir uns in unserer Komfortzone bewegen. Dann, wenn der Uni­ versalstecker nicht passt, die Fremdwährung noch ungewohnt und fremd erscheint, das Wifi­Login nicht klappen will, der Magen sich nur langsam ans neue Essen gewöhnt. Doch Reisen wird magisch, wenn es uns damit konfrontiert, dass wir unsere Komfort­ zone verlassen können. Dann, wenn der Kulturschock überwunden ist, die bunten Lampions glitzern, die Drachenfrucht beson­ ders süss schmeckt, das fremde Lächeln uns Geborgenheit schenkt. MM

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106 | MM21, 22.5.2017 | LEBEN

Inkontinent?

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Gesundheit

Ich kanns nicht halten

Inkontinenz zählt zu den häufigsten Krankheiten, häufiger noch als Diabetes. Trotzdem ist sie ein Tabuthema. Man sollte aber über Blasenschwäche reden – je früher, desto besser. Denn fast allen Betroffenen kann geholfen werden. Text: Inge Hess


LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 107

Die TVT-Operation

TVT-Band Schambeinfuge

Bei dem Eingriff wird ein

Kunststoffbändchen aus Polypropylen (rot) unter der mittleren Harnröhre eingesetzt. Es stützt bei plötzlicher Belastung des Beckenbodens die Harnröhre, sodass kein Urin mehr abgeht. Blase mit Harnröhre Beckenboden Gebärmutter Blasenausgang

© 2017 Daniel Passweg/Marco Somaini www.ps-medical.ch

Ungewollter Urinverlust ist ein Problem für viele Frauen und wird mit zunehmendem Alter häufiger. In Pflegeabteilungen betrifft es fast alle.

Bild: Stocksy

R

und 600 000 Menschen leiden in der Schweiz an ungewolltem Harnabgang. «Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer», sagt Daniele Perucchini, Urogynäkologe und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Blasenschwäche. Ab und zu ein «Gütschli» zu verlieren, sei normal, etwa wenn man lacht oder aufgeregt ist. «Eine Therapie ist erst bei einer Einschränkung der Lebensqualität notwendig», so Perucchini. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Formen des Harn-

verlusts: die Belastungsinkontinenz und die Reizblase oder überaktive Blase. Vor allem bei Frauen ab 55 Jahren tritt auch eine Mischform auf. Bei der Reizblase setzt Harndrang plötzlich ein, oft schafft man es dann nicht mehr zur Toilette. Grund ist der überaktive Blasenmuskel. Die Reizblase wird mit Blasentraining und Medikamenten behandelt, die die Blase beruhigen. Werden Medikamente nicht vertragen, kann Botox eingesetzt werden. Der Faltenglätter wird direkt in den Blasenmuskel gespritzt, stellt ihn ruhig und wirkt ein bis zwei Jahre. «Das letzte Mittel wäre ein Blasenschrittmacher, das ist aber aufwendig und teuer», so Perucchini. Unbemerkter Harnverlust

Ganz anders erlebt man die Belastungsinkontinenz. Ohne einen Drang zu verspüren, verliert man Urin bei körperlichen Aktivitäten, zum Beispiel beim Husten, Lachen, Niesen, Sport, ja sogar beim Sex. Häufig werden Männer nach einer ProstataOperation inkontinent. Gründe bei Frauen sind unter anderem Geburten, welche die bindegewebige Aufhängung der Harnröhre und der Blase sowie die Beckenbodenmuskulatur

geschädigt haben. Eine Belastungsinkontinenz kann mit Physiotherapie (Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation, Biofeedback) angegangen werden, was in bis zu 80 Prozent der Fälle zum Erfolg führt. Nützt dies nichts, kann eine Operation helfen. Kleiner Eingriff – grosse Wirkung

Auch Sonja L. litt an einer Belastungsinkontinenz: «Nach dem zweiten Kind hat es angefangen», erzählt die Zürcherin. Gemerkt hat sie es zuerst beim Tennisspielen. «Es war total peinlich, und ich hatte keine Lust, mein Problem mit anderen zu besprechen.» Dann passierte es ihr immer öfter: «Beim Niesen oder in einer lustigen Runde, wenn ich über einen Witz lachen musste.» Die Frauenärztin gab ihr einen Ring zum Einführen, der die Blase hebt. «Aber das hat nicht geholfen.» Die Betriebswirtschafterin ist verzweifelt. «Ich war erst 40 und inkontinent.» Zwei Jahre leidet sie. Dann ein Glücksfall – eine Kollegin erzählt ihr von einer Blasenoperation. Der Eingriff heisst wie das Bändchen, das eingesetzt wird: TVT (Tensionfree Vaginal Tape, auf Deutsch: spannungsfreies Vaginalband).

Die TVT-Operation ist sehr erfolgreich und hat in kurzer Zeit fast alle anderen Inkontinenzoperationen verdrängt. Der Erfolg ist sofort da

Sonja macht einen Termin. Der Eingriff dauert eine knappe halbe Stunde und kann in Lokalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt werden. Gynäkologe Daniel Passweg vom Zürcher Stadtspital Triemli, der die Operation durchführte, erklärt das Vorgehen: «Durch einen ein Zentimeter langen Schnitt in der Vagina wird ein grobporiges Kunststoffbändchen aus Polypropylen spannungsfrei um die Harnröhre gelegt und über der Schambeinfuge durch die Haut herausgeführt, abgeschnitten und versenkt. Das Bändchen hält von selbst im Gewebe und heilt in zwei Wochen ein.» Am nächsten Tag konnte Sonja L. nach Hause. Der Erfolg war sofort spürbar. «Ich konnte wieder ohne Angst husten und lachen.» Daniel Passweg: «Ein Wiederauftreten der Inkontinenz ist selten.» Bei Sonja L. sind es jetzt sieben Jahre her und sie ist überzeugt: «Mich für die Operation zu entscheiden war richtig, sie hat mir meine Lebensqualität zurückgegeben.» MM


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 109

Tipps

Nachwuchs unerwünscht Auch bei Haustieren kann Nachwuchs un­ erwünscht sein. Es gibt verschiedene Metho­ den der Verhütung. Vorübergehende Lösun­ gen sind hormonelle Mittel oder die Trennung von Männchen und Weibchen während der paarungsbereiten Zeit. Wer dauerhaft Nach­ wuchs vermeiden will, kann das Tier chirurgisch kastrieren oder sterili­ sieren lassen.

Schimpanse Mojo muss auf den Operationstisch: Er wird sterilisiert und gleich noch einem Generalcheck unterzogen.

Zootierärztin

Kein Nachwuchs für Mojo Die Schimpansenweibchen sollen Nachwuchs bekommen – aber nur von ausgewählten Männchen. Mojo gehört nicht dazu und wird deshalb sterilisiert. Text: Karin Federer

D

ie 17 Schimpansen in unserem Zoo sehen alle ähnlich aus. Sie gehören aber drei verschiedenen Unterarten an: Es handelt sich um Westafrikanische, Zentralafrikanische und Ostafrikanische Schim­ Karin Federer (30) pansen, die sich genetisch unterscheiden. Sollte es ist Tierärztin und nötig werden, Tiere aus­ berichtet regel­ zuwildern, müssten es reine mässig aus Unterarten sein. dem Walter Zoo Von der Unterart der in Gossau SG. Westafrikanischen Schim­ pansen leben ein Männchen und drei Weibchen bei uns. Letztere bekommen die Antibabypille, die wir ab­ setzen werden, damit es bald Nachwuchs gibt – von dem einen Männchen, Cess. Auch Mojo lebt in dieser Gruppe, er ist aber kein Westafrikaner und soll des­

Bilder: Walter Zoo

halb sterilisiert werden. Eine nicht alltägliche Ope­ ration. Wir ziehen einen Chirurgen bei, der Steri­ lisationen routinemässig in seiner Praxis durch­ führt – bei Menschen, wohlgemerkt. Doch das ist nicht die ein­ zige Besonderheit bei diesem Eingriff. Speziell ist auch, dass wir Mojo, der als Schim­ panse zu den gefährlichsten Tieren in unserem Zoo ge­ hört, nicht per Blasrohr be­ täuben müssen. Wir können ihm eine Spritze in den Arm geben, denn unsere Tier­ pflegerin hat monatelang mit ihm trainiert. So ist Mojo völlig entspannt; es reicht die halbe Dosis Narkosemittel, um ihn zu betäuben. Wir nutzen die Gelegen­ heit, um Mojo einem Gene­ ralcheck zu unterziehen:

Nebst Blut und Haaren wird auch das Herz per EKG und Ultraschall untersucht. Alles sieht gut aus. Durch und durch Männchen

Auch der Eingriff verläuft problemlos. Als der Chirurg die beiden Schnitte zunäht, frage ich mich, wie lange Mojo die Nähte wohl in Ruhe lassen wird. Schimpansen sind ausgesprochene «Grüb­ ler» – alles, was weggekratzt werden kann, wird entfernt. Das tut auch Mojo: Zwei Stunden nach der Operation sind die Fäden bereits her­ ausgezogen. Kein Problem, die Wunden sind ja klein. Mojo erholt sich gut und rasch von der Sterilisation. Er kann zwar keinen Nach­ wuchs mehr zeugen, aber er bleibt durch und durch ein Männchen. MM

Bei der Kastration wer­ den die hormonpro­ duzierenden Organe, also Hoden und Eier­ stöcke, entfernt. Bei der Sterilisation werden nur Samen­ oder Eileiter durchtrennt oder ein Teil davon entfernt. Spermien und Eizellen können danach nicht mehr transportiert wer­ den, eine Befruchtung kann nicht mehr statt­ finden. Das Tier ist aber hormonell noch aktiv, das Sexualverhalten bleibt unverändert. Bei den meisten Tieren wird eine Kastration durchgeführt, da nebst der Fortpflanzung auch das Fortpflanzungsver­ halten unerwünscht ist. Eine Kastration hat in gewissen Fällen auch gesundheitliche Vorteile: Gerade das Risiko von Prostata­ erkrankungen und Hodentumoren bei Männchen oder Gesäugetumoren bei Weibchen kann durch eine Kastration im richtigen Lebensalter minimiert werden. Über die Methoden und deren Vor­ und Nachteile für die verschiedenen Tier­ arten kann Ihnen Ihr Tierarzt Auskunft geben.


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 111

Bilderstrecke zu den Tipps auf www.migmag.ch/ madeira

Der Pico do Arieiro ist mit seinen gut 1800 Metern der dritthöchste Berg Madeiras und ideal zum Wandern. Wilds Welt

Ausflüge auf Madeira

Steile Küsten und hohe Berge prägen die portugiesische Atlantikinsel. Hier kann man überraschend viel unternehmen und nebenbei sehr gut essen und trinken. Text und Bild: Reto Wild

Flüge zur Inselhauptstadt Funchal gibt es ab Basel mit Easyjet. Air Berlin

und Edelweiss Air fliegen ab Zürich. Der Flughafen wurde vor Kurzem nach dem berühmtesten Sohn der Insel benannt: Weltfussballer Cristiano Ronaldo.

1

Wandern: Die Atlantikinsel Madeira durchzieht ein rund 2000 Kilometer

langes Netz von Pfaden entlang von Bewässerungskanälen, sogenannten Levadas: Vom Spaziergang bis zur Bergwanderung gibt es alle Schwierigkeitsgrade. Das zentrale Hochplateau Paul da Serra beeindruckt landschaftlich, im Hafenort Porto Moniz laden natürlich entstandene vulkanische Pools zum Baden ein.

2

Unterkunft: Wer es ruhig mag,

wählt das in die Jahre gekommene Pestana Grand Hotel, oberhalb von Klippen gelegen und rund vier Kilometer von Funchal entfernt (ab 121 €/Nacht, kostenloser Shuttleservice). Am Hafen befindet sich das trendige und nach Ronaldo

benannte Hotel CR7 (ab 130 €), gleich daneben das CR7-Museum (Eintritt 5 €).

3

Ausflug 1: Im abgelegenen und von fast senkrechten Berghängen umgebenen Ort Curral das Freiras im Inselinnern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Tipp: Anreise im Mietwagen, Kunsthandwerk einkaufen und danach zum 1095 Meter hohen Eira do Serrado hochfahren. Die Aussicht dort oben ist überwältigend.

4

Funchal: Die Altstadt der Hauptstadt ist besonders schön und hat mit dem Mercado dos Lavradores einen malerischen Bauernmarkt. Vorsicht: Die exotischen und lokalen Früchte sind teilweise sehr teuer. Bei Blandy’s Wine Lodge an der Avenida Arriaga 28 wird alles zur Herstellung des Madeira-Weins erklärt, gleich daneben befindet sich die neue Weinbar 1811. Ebenfalls empfehlenswert: der botanische Garten auf der Insel des ewigen Frühlings sowie der in der Höhe gelegene Stadtteil Monte mit

seiner Wallfahrtskirche. Noch immer stehen Touristen Schlange, um von dort oben im traditionellen Korbschlitten nach unten zu fahren.

5

Ausflug 2: Der Pico do Arieiro ist mit gut 1800 Metern der dritt-

höchste Berg Madeiras. Die Fahrt führt durch verschiedene Klimazonen. Im Winter kann es dort oben auch mal schneien und stark winden. Vom Gipfel führt ein Wanderweg um den Pico das Torres zum höchsten Gipfel Pico Ruivo (Dauer drei Stunden).

6

Restaurants Viermal Gaumenfreude auf Madeira: im mediterranen «Tipografia» des Castanheiro-BoutiqueHotels in der Altstadt von Funchal (das Hotel selbst ist schon ein Bijou, mittwochs Folkloreabende), das «Cris’s Place» ausserhalb Funchals (drei Gänge inklusive Wein 37,50 €), das romantisch über dem Meer gelegene «Doca do Cavacas» für Fisch sowie das «O Barqueiro» für allerdings teure Meeresfrüchte. MM

Reto E. Wild (48) ist Tourismusexperte und Redaktor beim Migros-Magazin.


112 | MM21, 22.5.2017 | LEBEN

Ausgewandert

Von Genf an die Sandstrände von Koh Samui Vor fünf Jahren haben Thalyas Eltern ihre Koffer gepackt, um ein

neues Leben unter der Sonne von Koh Samui zu beginnen. Das südost­ asiatische Klima, die zau­ berhaften Strände und das überaus herzliche, gastfreundliche Wesen der Thailänder waren und sind für sie gute Gründe, ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer – vielleicht sogar für immer – dorthin zu verlegen. Auch wenn die sprachlichen Hürden noch nicht vollständig überwunden sind, fühlt sich die Familie in der örtlichen Gemeinschaft doch bestens integriert. Das gilt auch für die zwölf­ jährige Thalya. Selbst­ bewusst stellt sie fest: «Ich bin eine waschechte Thailänderin.»

Thalya spielt am liebsten

draussen. Warm ist es in ihrer neuen Heimat das ganze Jahr über.

Kinder

«Ich habe fast zehn Tiere»

Thalya wohnt mit ihren Eltern auf der Insel Koh Samui. Sie ist in Genf geboren und kam vor fünf Jahren an diesen traumhaften Ort im Süden Thailands. Heute ist Thalya zwölf Jahre alt und hat sich bestens eingelebt. Text: Naja Barth Illustration: Olaf Hajek

«Ich liebe Tiere und habe fast zehn: vier Hunde, eine Katze, eine Schild­ kröte, einen Hamster und ein Eich­ hörnchen. In der Schweiz hatte ich bloss einen Hund. Ich vermisse überhaupt nichts von meinem Leben in Genf. Hier gehe ich nicht in die normale Schule, dafür nehme ich daheim Fernunterricht. Meine Mutter begleitet mich und hilft mir. Mein Lieblingsfach ist Bildhauer­ kunst. Ich zeichne gern und liebe Malbücher und Comics.»

«Meine Freizeit verbringe ich am liebsten draussen. Was mir an Kho Samui am besten gefällt, sind der Strand, die hohe Temperatur und überhaupt das schöne Wetter. Ich liebe es, im Wasser zu spielen und zu schwimmen und im Sand Spass zu haben.»

«Ich habe viele Freundinnen und Freunde auf Koh Samui. Viel mehr als früher in Genf. Meine beiden besten Freunde sind zwei Jungen in meinem Alter. Der eine ist Schweizer, der andere kommt von La Réunion. Das ist eine Insel im Indischen Ozean, die zu Frank­ reich gehört. Ich habe zwei grosse Brüder, aber die leben nicht bei uns. Sie studieren in Spanien.» MM


LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 113

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Weil sie ihr bestes Glücksmittel vergessen haben. Ihnen ist das Lachen vergangen, weil sie mit Alltagssorgen belastet sind, unter Stress stehen oder vielleicht auch Schmerzen haben. Dabei würde ihnen gerade in solchen Lebens­ lagen das Lachen Erleichterung bringen. Denn Lachen hilft nach­ weislich gegen Schmerzen, Frust und Depressionen. Es löst kör­ perliche und seelische Spannungen und entzieht sich jeder Kontrolle. Lachen ist eine Sprache ohne Worte, die jeder versteht. Und

das Tolle daran: Keine Macht der Welt kommt dagegen an. Ihr Kinder lacht mehr, weil ihr un­ belastet seid und mehr im Moment lebt. Ihr dürft etwas, das Erwach­ senen abgewöhnt wurde: über dum­ mes Zeugs lachen. Über jedes ver­ irrte Fürzli könnt ihr euch kugeln, über totalen Unsinn, Peinlichkeiten, Grimassen und dumme Sprüche. Was wir nicht tun, wenn wir uns «korrekt» verhalten wollen. Darum ist es für uns auch so lustig, mit euch Kindern herumzublödeln.

Es gibt ein Lachen, das durch Witze und Unterhaltung ausgelöst wird. Das ist jeweils von kurzer Dauer. Es gibt aber auch ein Lachen oder Lächeln, das aus einer inneren Heiterkeit kommt. Es hat mit einer positiven Lebenshaltung zu tun. Wer über den Dingen steht, kann lächeln. Das lässt sich ein Leben lang bewahren, selbst wenn man Stress oder Sorgen hat. Oder wenn man erwachsen ist. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

REINE FORMSACHE

R ätse lspass ROSA LIEBT SAUGUTES FUTTER Schweinchen Rosa ist ein Allesfresser. Das heisst, sie frisst pflanzliche und tierische Nahrung. «Aber so ganz alles sollte Rosa schon nicht fressen», weiss Nina. Kennst du die sechs schweinischen Leckereien, die Rosa in der freien Natur findet?

Erkennst du die Schweizer Seen an ihrer Form? Wenn du nicht mehr weiter weisst, hilft dir eine Schweizer Landkarte. Bodensee, Langensee (Lago Maggiore), Bielersee, Genfersee (Lac Léman), Vierwaldstättersee, Zürichsee.

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6 Lösung: 1. Vierwaldstättersee, 2. Bielersee, 3. Langensee, 4. Genfersee, 5. Bodensee, 6. Zürichsee

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Lösung: Gras, Pilze, Eicheln, saftige Wurzeln, Schnecken, Insekten.

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Der fettarme Testsieger. TEST SIEGER Ktipp

Ktipp Nr. 9/2017: gut 5.4

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Die «Balance Margarine» von der Migros wurde mit der Note 5.4 (gut) und somit zum Testsieger bei den fettarmen Margarinen ausgezeichnet. Sie weist den geringsten Anteil an Transfettsäuren und einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf. Und ganz nebenbei ist sie auch noch richtig gut.


LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 115

Gewinnen Sie eine Übernachtung im «Tree Tent» auf der Fräkmüntegg

Verlosung

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und die Pilatus-Bahnen verlosen 12 × 2 Gutscheine für eine Nacht im «Tree Tent» im Gesamtwert von 3000 Franken. Im Baumzelt übernachten Erwachsene sowie Jugendliche und Kinder ab 4 Jahren. Beantworten Sie folgende Frage: Wo schweben die «Tree Tents»? Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS:

Alles andere als alltäglich: eine Übernachtung im Baumzelt am Pilatus Glücksgriff

Eine Nacht im schwebenden Zelt Das Migros-Magazin und die Pilatus-Bahnen AG verlosen insgesamt 24 Übernachtungen in den «Tree Tents» auf der Fräkmüntegg am Pilatus.

D

iesen Sommer ist der Drachenberg Pilatus um ein Naturabenteuer reicher. Neben dem historischen Hotel Pilatus-Kulm und dem neu renovierten Hotel Bellevue erwartet die Gäste eine aussergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit: schwebende Baumzelte. Die in Amerika ent­ wickelten «Tree Tents» sind über dem Boden zwischen drei Bäumen aufgespannt und bieten Platz für zwei bis drei Personen. Vor dem Zubettgehen lässt sich aus dem Zelt heraus der Sonnen-

untergang bestaunen – und dann heisst es auf der Fräkmüntegg: süsse Träume im Drachennest, mit viel frischer Bergluft. Klettern und Grillbüffet inbegriffen

Zum Nachtlager der besonderen Art gelangen Abenteurer ab Kriens zu Fuss oder mit der PanoramaGondelbahn. Die Zelte sind gleich unterhalb des grössten Seilparks der Zentralschweiz aufgespannt. Eine Kletterpartie mit unvergleichlicher Weitsicht ist im Preis inbegriffen. Abends wartet ein feines Grill- und Salatbüffet auf

die Gäste. Nach der erholsamen Nacht im «Tree Tent» gibt es im Restaurant Fräkmüntegg ein reichhaltiges Frühstück. So lässt es sich gestärkt ins nächste Abenteuer starten. Zu Fuss kann man etwa die Natur auf einer der zahlreichen Wanderrouten am Pilatus erkunden – von gemütlich bis alpin, stets mit Sicht auf den Vierwaldstättersee. Und mit etwas Glück begegnet man vielleicht sogar den hier heimischen Steinböcken. MM Weitere Infos: www.pilatus.ch

Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Tree Tents», Postfach, 8099 Zürich Online:

www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 28. Mai 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 117

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Auflösung Nr. 20: TRADITION

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Gewinner Nr. 19: Silvia Trachsel, Lyss BE; Alfred Rosenkranz, Cham ZG; Peter Kläusli, Glattfelden ZH; Ruth Suter, Baar ZG; Ursi Walz, Zürich Gewinner «Zusatz» Nr. 19: Charles Rohrer, Zürich; Rosmarie Möri, Aarberg BE; Peggy Lüthi, Utzigen BE; Rita Pally, Wilen b. Wollerau SZ; Robert Zimmermann, Mels SG


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LG OLED TV W7 dünn wie eine Rasierklinge Die neuen LG OLED TV-Modelle 2017 bieten unübertroffene Heimkino-Erlebnisse mit revolutionärem Bild-an-Wand Design, mit Dolby Vision und als erste Fernsehgeräte weltweit mit Dolby Atmos – alles auf der Höhe des technisch Machbaren. Eines der Herzstücke der neuen OLED TV-Modelle ist der 65 Zoll LG SIGNATURE OLED TV W7, der sich durch sein neuartiges Bild-an-Wand Design auszeichnet, das keine Lücke zwischen Bildschirm und Wand lässt. Das innovative Design der W7 Serie setzt LGs Philosophie „Weniger ist mehr“ um. Das glänzende, rasiermesserdünne Profil des Geräts erzeugt den Eindruck, als schwebe der Fernseher. Darüber hinaus sorgen nach oben strahlende Lautsprecher und der kraftvolle Dolby Atmos Klang dafür, dass die Zuschauer komplett im Fernseherlebnis aufgehen.

Heimkino mit kraftvollem Klang Die neuen LG OLED TV-Modelle sind echte Unterhaltungs-Kraftprotze. Gemeinsam formen Dolby Vision und Dolby Atmos eine umfassende Lösung, die von professionellen Filmschaffenden und Distributoren auf der ganzen Welt unterstützt wird. Konsumenten können die dynamischsten und lebensechtesten Fernseherlebnisse geniessen, genauso wie sie von den Filmschaffenden intendiert sind. Active HDR bringt noch mehr Dynamik ins Wohnzimmer Mit Active HDR können LGs OLED TVs HDR-Inhalte Einzelbild für Einzelbild verarbeiten und dynamische Daten einfügen. Durch diesen Prozess wird den Zuschauern das bestmögliche Bild geboten – selbst wenn der ursprüngliche HDR-Inhalt lediglich statische oder keine Metadaten enthält. Alle neuen OLED TVs unterstützen die

Dank den Partnerschaften mit wichtigen Anbietern von Inhalten wie Amazon, Netflix und Vudu wird so jeder Fernsehabend zum komfortablen Heimkinoerlebnis.

„Wir haben Dolby Vision und Dolby Atmos in unsere neusten OLED-Produkte integriert, um unseren Kunden die wahre Magie des Kinos zu bieten. So können sie ihre Lieblingsfilme in ihrer originalen Klarheit, Tiefe und Vorstellungskraft erleben. Die umwerfenden neuen Fernseher, die wir auf der CES 2017 erstmals präsentiert haben, zeigen einmal mehr, dass wir uns ganz und gar der Innovation und unserer Führungsrolle auf dem Markt für OLED TVs im Speziellen und für Premium TV im Allgemeinen verschrieben haben.“ BRIAN KWON, Präsident LG Electronics Home Entertainment

Der neue LG SIGNATURE OLED TV W7 mit Bild-an-Wand Design

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Technische Spezifikationen 65-Zoll LG SIGNATURE OLED TV W7 Bilddiagonale 165cm / 65 Zoll

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Bildqualität Active HDR mit Dolby Vision Soundqualität Dolby Atmos mit Surround Mode Smart TV-Plattform webOS 3.5 Weitere Features Bild-an-Wand Design, ULTRA Luminance, Pixel Level Dimming, Perfect Black, Cinematic Color


LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 119

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was steht abwertend für den Föderalismus in der Schweiz? D Stadtmonster

N Kantönligeist

T

Landzauber

2. Wenn man die Kontrolle verliert, dann läuft die Sache aus dem …? E

Ruder

A Boot

O Schiff

3. Nach welchem Tier ist der Tornister der Schweizer Armee benannt? C Affe

S

Echse

B Büffel

So nehmen Sie teil

4. Welche Glaubensgemeinschaft brachte auch einen Möbelstil hervor? U Mennoniten

T

Waldenser

N Moonchild

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.5.2017, 24 Uhr

G Kirche

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 20: KOSMETIK

Gewinner Nr. 19: Beatrice Schweizer, Wiedlisbach BE; Dora Zweifel, Stans; Adeline Heierle, Teufen AR

K Shaker

5. Wo sind das «Schlössli» und der «Obere Turm» Sehenswürdigkeiten? M Wettingen

E

Aarau

S

Baden

6. Welcher Schweizer leiht einem der Frösche im Film «Sing» seine Stimme? A Mike Müller

I

Marco Rima

R Luca Hänni

7. Was sangen die Astronauten der Apollo 17 während ihres Mondaufenthaltes? S

Moon Shadow

E

I was strolling on the moon

8. Welches Motiv war auf dem ersten Puzzle (1767) zu sehen? I

Grossbritannien

R Pferde

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

R

4 2

3 5

Auflösung Nr. 20: EULEN Gewinner Nr. 19: Beatrice Egli, Winterthur ZH; Veronika Arnold, Wolfenschiessen NW; Brigitt Angelini-Müller, Wildegg AG

1

ERFURTER ERL ERNT E ERTROTZT ME E R E B E R RE I SSAUS REPETENT ROTSEHEN S C HMU S E R ST E I NACH TODERNST

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.5.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


Am Ende der Welt fehlt es an allem.

Studie gegen Katzenallergie: Sind Sie allergisch auf Ihre Katze? <wm>10CAsNsjY0MDQx0TUxNAYyADpy-voPAAAA</wm>

<wm>10CFXKrQ6AMAxF4Sfq0tvdwUolmSMIgp8haN5f8eMQJ_nEWZYoSb_mtu5tCyhIIfKDsOoJmZHd01BLKAFTjBOG4upO_H4hxxf9fUQpmjsgamLWYTVdx3kDPaDeOXIAAAA=</wm>

Wir suchen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren, die mit einer Katze im selben Haushalt leben und allergisch auf diese sind. In dieser Studie erhält Ihre Katze eine experimentelle Impfung. Für weitere Informationen können Sie sich an das Studienteam wenden: Dermatologische Klinik Tel . 0800 800 960 klinische-studien@usz.ch Verantwortlicher Studienarzt: Prof. Dr. med. Thomas Kündig

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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 121

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 20: 572

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.5.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 19: Werner Haldimann, Thun BE; Anton Portmann, Rain LU; Anita Ackermann, Büttikon AG; Anita Martinoni, Brunnen SZ; Jean-Claude Maurin, Peseux NE

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 2 3 4 3 2 Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden 2 2 3 1 3 sein. Verboten: Kreuzun2 3 2 4 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 20:

3

3

2

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1

2

2

5 4 3

5

1

4 6 2

1 3

3 2

3 3 2

Auflösung Nr. 20: 1

1

2

2

3

3

4

4

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2

2

2

4 2

3 2 3 3

3

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1

4 3 3

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Sonja Leissing, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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124 | MM21, 22.5.2017 | LEBEN

Meine Welt

«Fischen auf dem Zugersee ist mein Mentaltraining»

Max Heinzer gehört zu den Top Ten der Degenfechter. Für die EM in der georgischen Hauptstadt Tiflis im Juni gilt er als einer der Favoriten. Der Innerschweizer erholt sich am liebsten beim Fischen. Text: Reto E. Wild

Bilder: Jorma Müller

Mein Lieblings­ produkt

«Red Bull beschreibt meinen Fechtstil. Ich bin extrem offensiv und brauche viel Power für meine Angriffe. Ich trinke es immer vor Wettkämpfen.»

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LEBEN | MM21, 22.5.2017 | 125

1 Mein Fluchtort «Ein halber Tag auf

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dem Zugersee in meinem Boot ist für mich fast wie eine Woche Ferien. Fischen wirkt auf mich entspannend, es ist mein Mentaltraining.» 2 Meine Passion «Feuerring-Grillieren. Chris Züger (32) war unser Koch an den Olympischen Spielen in Rio. Er hat mich für den Feuerring begeistert und mir Rezepte beigebracht.» 3 Meine Waffen «Nach den Olympi-

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schen Spielen in Rio habe ich meine eigene Waffe entwickeln lassen. In Immensee befindet sich meine MaterialName Max Heinzer (29) Sternzeichen Löwe Lebenslauf «Meine sportliche Lauf-

Bilder: Keystone, Günter Standl

bahn begann ich als Florettfechter. 2008 wechselte ich zum Degen. 2010 schloss ich mein Sportstudium mit dem Bachelor an der Uni Basel ab. Seither bin ich Fechtprofi und als Sportsoldat bei der Schweizer Armee angestellt. Im Teilzeitpensum kümmere ich mich in der Fritz-GerberStiftung um begabte junge Menschen. Seit sieben Jahren gehöre ich zu den Top Ten der Weltrangliste Degen, 2013 war ich elf Wochen lang die Nummer eins. Im Weltcup gelangen mir neun Einzel- und sechs Team-Siege, zuletzt vor zwei Monaten in Vancouver. Zusätzlich habe ich bis heute 14 WMund EM-Medaillen gewonnen. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio mache ich sicher weiter.» werkstatt, mein Vater unterstützt mich dort stark.» 4 Meine Sammlung «Ich habe bestimmt 500 verschiedene Köder zum Fischen. Nun lüfte ich ein Geheimnis. Für die Seeforelle verwende ich mit Erfolg einen Stucki-Perlmuttlöffel.» 5 Mein Zuhause «Ich bin kürzlich von Immensee SZ als Wochenaufenthalter in

die Stadt Zürich gezogen und habe die perfekte Wohnung gefunden. Sie liegt mit dem Velo fünf Minuten entfernt von der Saalsporthalle, meinem Trainingsort.» 6 Mein Arbeitgeber «Ich gehöre seit 2010 zu den 18 Zeitmilitär-Spitzensport-

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lern, die von der Schweizer Armee zu 50 Prozent angestellt sind. Das gibt mir finanzielle Sicherheit für meine Randsportart Fechten. So kann ich mich ganz darauf konzentrieren.» MM


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