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Migros magazin 21 2016 d aa

Page 1

Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM21, 23.5.2016 | www.migrosmagazin.ch Künstliche Befruchtung

Doppeltes Kinderglück: Angela und Markus Roos haben der Natur auf die Sprünge geholfen Seite 10

Verrückt nach Fussball: Moderator Sascha Ruefer im Interview

Bild: Sophie Stieger

Seite 32

Minihäuser: Der Reiz des Wohnens auf engstem Raum Seite 26 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch


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4 | MM21, 23.5.2016

118

D Editorial

Doppelt und dreifach

Die Ausgangslage ist eigentlich klar: Im vergangenen Sommer haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einer Verfassungsänderung über den Umgang mit Embryonen zugestimmt. Dieser Entscheid war die Voraussetzung für die Revision des Geset­ zes zur Fortpflanzungsmedizin, über das wir am 5. Juni abstimmen. Das Gesetz wurde ent­ sprechend den Vorstellungen einer Mehrheit umgesetzt und bestimmt, wie Embryonen untersucht werden dürfen, bevor sie einer Frau in die Gebärmutter eingepflanzt werden.

Der Gesetzesartikel wurde von fast allen politischen Parteien angenommen. Trotzdem haben EVP, kirchliche und Behinderten­ organisationen und der Hebammenverband das Referendum ergriffen. Sie wollen in erster Linie verhindern, dass mit Tests frühzeitig über wertes und unwertes Leben entschieden wird. Die Befürworter halten fest, dass die Schweiz bereits heute eines der strengsten Gesetze in Europa hat.

Das Migros-Magazin hat sich aber nicht diesem politischen, sondern einem anderen, interessanten Aspekt der Fortpflanzungs­ medizin gewidmet: Seit immer mehr Paare der Natur auf die Sprünge helfen, wächst die Zahl der Zwillings­ und Drillingsgeburten deutlich. 2014 waren 1,84 Prozent aller Geburten in der Schweiz Mehrlingsgeburten. Bei den Gebur­ ten nach einer künstlichen Befruchtung betrug der Anteil 16,7 Prozent oder gut acht Mal mehr. Astrid Fuchs und Marco Weiss aus Niederhasli ZH etwa haben drei Kinder dank künstlicher Befruchtung erhalten, zwei davon, Rouven und Lina, sind Zwillinge. Und Ali Coktasar und seine Frau Zeynep sind nach einer abenteuerlichen Zeugungs­ geschichte gar Eltern von Drillingen geworden. Weshalb In-vitro-Fertilisation mehr Doppelgeburten bringt und was Eltern heute auf sich nehmen, um Kinder zu erhalten, beschreibt meine Kol­ legin Monica Müller ab Seite 10. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

53


MM21, 23.5.2016 | 5

26

Menschen 8 Diese Woche

Die Schweizer Bevölkerung wächst immens – und wird immer älter. Wie Frauen anfangen, sich zu organisieren 10 Mehrlingsgeburten

Die Fortpflanzungsmedizin ist ein Segen für kinderlose Paare. Der Weg zu eigenen Kindern ist aber oft mit viel Mühe und Sorge gepflastert 16 Internetkriminalität Shira Kaplan hilft Schweizer Unternehmen, sich gegen Cyberangriffe zu wappnen

18 Laienrichter

«Der Vergleich mit Beni Thurnheer ist unfair.» Sascha Ruefer, Sportmoderator

Bilder: Beat Schweizer, Daniel Winkler, Christine Benz, Herbert Zimmermann

32

48 Schweizer Erdbeeren 51 Vielseitige Kompotte 53 Saisonküche: Gurke 68 Vegan picknicken 74 Leichter geniessen 77 Migros-Hochzeitstorte 79 So peppt man Cakes auf 81 Regionales Gebäck 82 Bereit für die Badesaison?

87 Neues aus der Region Aktionen und Reportagen

Leben 93 Knigge reloaded Darf man Intimes mailen? 95 Familie Götti sein mit Engagement

Drei Laienrichter sagen, warum Nichtjuristen am Gericht so wichtig sind

96 Gesundheit

25 Bänz Friedli

Sonnenteint aus der Tube

26 Wohnen im Mini-Haus

Leben auf wenigen Quadratmetern ist für immer mehr Schweizer eine Bereicherung

32 Bald ist Fussball-EM Sportreporter Sascha Ruefer über das Kribbeln vor dem Anpfiff, die EM-Favoriten und vorwitzige Hobbyfussballer

Falscher Herz-Alarm 99 Beauty

100 Digital

So surfen Sie im ganzen Haus 102 Kinder Wie man starke Pflanzen imitieren kann 105 Glücksgriff

Ferien in Scuol 106 Reisen

Migros-Welt

Mit dem Zug durch das wilde und romantische Usbekistan

42 Fotowettbewerb

111 Rätsel/Impressum 116 Cumulus

Gesucht wird das schönste Schweizer Bauernbild 44 Biopoulet

Die Hühner von Yves Quartenoud haben freien Auslauf und hören Radio

118 Meine Welt

Daniel Zbinden war Hip-HopWeltmeister, tanzte in Las Vegas, heute tourt er als Michael-Jackson-Imitator durch die Schweiz

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM21

Darauf freuen wir uns Kunstturn-EM Spannung ist

garantiert, wenn die europäische Kunstturnelite vom 25. Mai bis 5. Juni in Bern aufeinandertrifft. Akram Zaataris Fotografien und Videos beschäftigen sich mit den Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Bis zum 31. Juli ist sein Werk im Zürcher Kunsthaus zu sehen.

Unnützes Wissen

Tierischer Sex

Mein Bild der Woche Es gibt in diesen Tagen nichts Erfrischenderes, als durch einen

Bilder: Jasmin Schneebeli/EM Kunstturnen Ber, zVg, Salvatore Vinci

Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommuni­ kation und zwei­ fache Mutter.

Leseprobe

Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Erasmo Leccese (59), Italienischlehrer, Basel a) «La Divina Commedia» von Dante b) «Il nome della rosa» von Umberto Eco c) «La Letteratura» von Maria Angela Cernigliaro

Antwort c): Die italienische Literatur liegt mir am Herzen, das Buch hilft mir beim Unterrichten.

Regula Bührer Fecker (38) ist

Wald zu gehen. Klar, die Pfingstrosen in den Gärten, der Flieder an den Häusern, die Glyzinien an den Balkonen sind auch nicht ohne. Aber der Wald, oho! Zu sehen, wie er einem natürlichen Programm folgend von der kargen Jahreszeit nun zu tausend Schattierungen von Grün wechselt, ist sondergleichen. Zu hören, wie das Leben raschelt und summt. Und dann erst dieser Geruch! Ein multi­ sensorisches Spektakel, das Sie sich nicht entgehen lassen dürfen. Es ist eine schweizweite Tournee. Sie kostet nichts. Eintritt ist jederzeit. Und die Show läuft jetzt. Geben Sie sich einen Ruck, Sie werden erquickt und erlabt heimkehren.

Die Weibchen der Adeliepinguine tauschen Sex gegen Kieselsteine, mit denen sie ihr Nest bauen. Be­ schafft der Partner nicht genug Steine, suchen sie sich einen anderen. Weibliche Schwei­ ne finden Trüffel im Boden schnel­ ler, weil die Trüffel für sie wie paarungswillige Eber riechen. Die Weibchen der Igelwurmgattung Grüne Bonellia werden mehrere Zentimeter lang, Männchen nur zwei bis drei Milli­ meter. Für die Befruchtung verschlucken die Weibchen mehrere Männchen. Eine Schimpansin hat etwa 135 Mal mit verschiedenen Partnern Sex, bevor sie befruchtet ist. Quelle: Neon/Stern


8 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

Woran denken Sie beim Wort Pensionierung? www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Die Senioren-WG ist die Wohnform der Zukunft In vielen Kantonen wird sich die Zahl der Rentnerinnen und Rentner bis 2045 mehr als verdoppeln. Das prägt auch den Lebensstil: Insbesondere Frauen werden ihren Lebensabend vermehrt in Wohngemeinschaften oder Generationenhäusern verbringen. Text: Monica Müller

Zahlen und Fakten

10,2

Millionen Menschen werden bis 2045 in der Schweiz leben.

25

Prozent mehr Menschen wird es bis 2045 in den Kantonen Aargau, Thurgau, Freiburg, Waadt, Wallis und Zürich geben.

100 56

Prozent der heute 65- bis 79-Jährigen sind weiblich. In 30 Jahren werden es nur noch 52 Prozent Frauen sein.

63

Prozent der heute 80-Jährigen oder Älteren sind Frauen. In 30 Jahren wird ihr Anteil auf 55 Prozent gesunken sein. Quelle: Bundesamt für Statistik

Statt im Seniorenheim werden viele Rentner künftig in einer Wohngemeinschaft leben.

D

die Zahl der Einwohner in der Schweiz wird bis 2045 um 22 Prozent ansteigen, wobei die einzelnen Altersklassen sich sehr unterschiedlich entwickeln werden. Das geht aus Szenarien des Bundesamts für Statistik hervor, das die Bevölkerungsentwicklung bis 2045 durchspielt. Die Unter-20-Jährigen legen gesamtschweizerisch 13 Prozent zu, die 20- bis 64-Jährigen hingegen nur 8 Prozent. Viel stärker fällt dagegen der Zuwachs bei den Personen ab 65 Jahren aus: Sie ver-

zeichnen ein Plus von 79 Prozent. Denn die Babyboom-Jahrgänge erreichen bald das Rentenalter. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung, was den Anteil der Rentner ebenfalls ansteigen lässt. Am stärksten wächst die Zahl der Personen über 65 im Kanton Schwyz – um mehr als 115 Prozent. Aber auch in Freiburg, im Thurgau, in Obwalden und im Aargau dürfte sich ihre Zahl mehr als verdoppeln. Für die Generationenforscherin Pasqualina Perrig-Chiello (siehe Interview) verbinden Männer und Frauen unterschiedliche Vorstel-

lungen mit dem Alter: «Männer leben meist bis ans Lebensende in einer Partnerschaft und sind umsorgt. Betagte Frauen dagegen sind meist alleinstehend, verwitwet oder geschieden.» Sie seien gesundheitlich stärker eingeschränkt und finanziell schlechter gestellt und daher meist auf Hilfe angewiesen. Deshalb sorgen ältere Frauen laut Perrig-Chiello bereits heute vor: «Sie gründen Wohngemeinschaften, ziehen in Generationenhäuser oder entscheiden sich für betreutes Wohnen.» MM

Bilder: Martin Ruetschi/Keystone, zVg

Jahre alt oder älter sind heute weniger als 2000 Frauen und Männer. 2045 werden in der Schweiz fast 13 000 Menschen 100-jährig oder älter sein.


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 9

Strassenumfrage

Pasqualina Perrig-Chiello

«Alle wollen lange leben, aber niemand möchte als alt bezeichnet werden» Die neue Bevölkerungsstatistik zeigt, dass der Anteil der Über-65Jährigen stark ansteigen wird. Ist die Schweiz darauf vorbereitet? Diese Zunahme hat man erwartet, es besteht kein Grund zur Panik. Es wird an Lösungsansätzen gearbeitet – etwa an der Reform der AHV, an der beruflichen Vorsorge und an einer nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Aber es besteht noch Handlungsbedarf. In welchen Bereichen? Man vergisst gern, dass insbesondere die Familien herausgefordert sind. Betagte Menschen möchten vermehrt bis ans Lebensende in ihren vier Wänden leben. Ohne die Hilfe von Familienangehörigen – zumeist der Töchter – geht das nicht. Diese Hilfe, die für die Gesellschaft eine enorme Einsparung an Pflegekosten bedeutet, ist wiederum mit anderen Kosten verbunden. Inwiefern? Frauen, die betagte Verwandte pfle­ gen, verdienen weniger und haben eine schlechtere berufliche Vorsorge. Sie fehlen in der Arbeitswelt, und damit fehlen ihre Sozialleistungen der Gesellschaft. Somit ist Hilfe und Pflege von Angehörigen keine rein familiäre, sondern auch eine gesell­ schaftliche Angelegenheit, zumal viele dieser Frauen in einen Verein­ barkeitskonflikt zwischen Beruf und Familie geraten, weil sie zunehmend berufsorientiert, besser gebildet und häufiger alleinstehend sind. Was erwarten Sie von den Arbeitgebern, was von den Politikern? Es braucht flexible Arbeitsmodelle, Betreuungszulagen, Entlastungs­ möglichkeiten. Der politische Wille, das Engagement für die Familie zu unterstützen, ist zwingend. Denn was sind die Alternativen? Noch höhere Kosten für die Gesellschaft. Die Kosten strapazieren die Solidarität zwischen den Generationen. Wie lässt sich dieses Problem lösen?

Häufig ist die Rede von den Jungen die für die Alten zahlen. Das ist schlichtweg falsch. Die Jungen wer­ den immer älter, bevor sie zahlen. Ihre Ausbildung dauert länger, sie brauchen lange, bis sie sich beruflich und familial verankern. Es ist die mittlere Generation, die am meisten unter Druck steht. Wie könnte man sie entlasten? Wir müssen die bisher gültige Phasengestaltung des Lebens – Ausbildung, Arbeit, Ruhestand – überdenken. Die Jungen sollten etwa schon früher Verantwortung über­ nehmen und nicht erst Ende 20 in der Arbeitswelt Fuss fassen. Ältere sollten weiterarbeiten können, wenn sie das können und wollen. Genauso selbstverständlich wie lebenslange Weiterbildung sollten lebenslanges Arbeiten und lebenslange Musse wer­ den. Wir müssen diese Phasen über das ganze Leben besser verteilen. Wer über 50 ist, hat oft Mühe, eine neue Stelle zu finden. Das ist ein ungelöster Widerspruch – auch hier braucht es ein Umdenken. Kontinuität, Erfahrung und Kompe­ tenz sind ebenso wertvoll wie Dyna­ mik, Jugendlichkeit und Flexibilität. Warum ist Alter so negativ besetzt? Der Mensch hatte schon immer ein zwiespältiges Verhältnis zum Alter. Alle wollen lange leben, aber niemand möchte als alt bezeichnet werden. Das hat mit Angst vor altersspezifi­ schen Verlusten zu tun: Verlust von Gesundheit, Autonomie, Einfluss und Schönheit. Wie geht es den Leuten nach der Pensionierung? Im Gegensatz zur landläufigen Mei­ nung gut. Die Jahre zwischen 60 und 80 sind in der Regel gute Jahre. Das zeigen die Befindlichkeitskurven rund um den Globus. Nach der Pensionierung nimmt der Druck ab – viele empfinden die neue Lebens­ phase als Befreiung. Sie sagen sogar: «Das Alter ist meine beste Zeit.» MM

Freuen Sie sich auf das Älterwerden?

Pasqualina Perrig-Chiello (63)

ist Psychologie­ professorin und Generationen­ forscherin.

Andreas Widler (48), IT-Fachmann, Zürich: «Auch wenn das eine oder

andere Zimperlein zum Alter gehört, freue ich mich auf mehr Zeit für mich. Sorgen bereitet mir einzig der Unter­ halt unseres Rentensystems.»

Christina Lendi (32), Fachfrau Betreuung, Dielsdorf ZH: «Meine

Eltern sind pensioniert und tuckern mit dem Wohnmobil durch Europa. So alt zu werden, stelle ich mir schön vor. Ich habe keine Angst vor dem Alter. »

Thomas Gubler (53), Direktion Chocolat Frey, Beinwil am See AG:

«Nach der Pensionierung habe ich noch 20 spannende Jahre vor mir. Wie bei allen Lebensphasen werde ich auch aus dieser Zeit das Beste ziehen.»


10 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

Künstlich befruchtet

2

Prozent aller Kinder, die in der Schweiz auf die Welt kommen, wurden im Rea­ genzglas gezeugt.

6269

Frauen liessen sich 2014 künstlich befruchten.

36

Jahre alt waren durchschnittlich die Frauen und 40­jährig die Männer, die sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen.

37

Prozent der be­ handelten Frauen wurden 2014 schwanger.

41

Prozent: Bei so vielen Paaren liegt der Grund für eine künstliche Befruchtung in der Sterilität des Man­ nes. Bei 17 Prozent ist die Unfrucht­ barkeit der Frau die Ursache. Bei 30 Prozent der Paare sind beide Partner unfruchtbar. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS), 2014

Die In-vitro-Fertilisation belastete die Beziehung: Astrid Fuchs und Marco Weiss mit Ian (5) und den zweijährigen Zwillingen Rouven und Lina.


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 11

Der turbulente Alltag der Familie Fuchs-Weiss www.migmag.ch/ mehrlinge

Fortpflanzungsmedizin

Familienglück im Multipack Die Zahl der Mehrlingsgeburten steigt markant an – auch, weil immer mehr Paare auf künstliche Befruchtung setzen. Ein mühevoller Weg, wie drei Beispiele zeigen. Text: Monica Müller

S

ind das Zwillinge?» Das wird Astrid Fuchs (34) oft gefragt, wenn sie mit ihrem Doppelkinder­ wagen in Niederhasli ZH unterwegs ist. Auf die rhetorische Frage folgt manchmal eine indis­ krete: «Sind sie denn auf natürlichem Weg entstan­ den?» Nein, ihre drei Kinder seien alle dank künst­ licher Befruchtung zur Welt gekommen, antwortet sie dann jeweils. Die Passanten werden verlegen, viele ver­ stummen. «Ich weiss, die Frage ist nicht böse gemeint», sagt Fuchs. «Aber sie nervt trotzdem.» Astrid Fuchs hatte Mitte 20 zwei Eileiterschwan­ gerschaften, der Befund war eindeutig: Ihr Kinder­ wunsch würde sich nur dank einer In­vitro­Fertili­ sation (IVF) verwirklichen lassen. Sie sei eine dank­ bare Patientin gewesen, erzählt Fuchs. «Ich war erst Ende 20, und man wusste genau, was zu tun war.» Dennoch empfanden sie und ihr Mann Marco Weiss (39) die Prozedur als Belastung für die Beziehung. Emotionales Auf und Ab

Die Hormone, die Astrid Fuchs einnahm, machten sie dünnhäutig. Die Punktion, bei der ihr Eizellen ent­ nommen wurden, schmerzte. Die Unsicherheit, wie sich die Eizellen entwickeln würden, machten sie und ihren Mann nervös. Und die Ungewissheit nach dem Transfer zweier befruchteter Eizellen in die Gebär­ mutter war kaum auszuhalten. Astrid Fuchs und Marco Weiss hatten Glück: Gleich beim ersten Ver­ such kam es zu einer Schwangerschaft. Zwei Jahre nach Ians (5) Geburt wagten sie einen zweiten Anlauf. Astrid Fuchs wurde erneut gleich schwanger mit einer nach der ersten Punktion gefro­ renen Eizelle. In der neunten Woche verlor sie das Kind dann allerdings. Zurück auf Feld eins: Hormon­

Bilder: Sophie Stieger

behandlung, Punktion, Transfer. «Es war, wie wenn nur drei Stücke eines 10 000er­Puzzles fehlen, und dann fällt alles zu Boden.» Fuchs brauchte ein Jahr Pause, bis sie wieder Mumm aufbrachte. Diesmal wurde sie gleich mit Zwillingen schwanger: Rouven und Lina (2). 16 000 Franken fürs Kinderglück

Einen weiteren Versuch hätten Astrid Fuchs und Marco Weiss nicht gewagt. Nebst dem emotionalen Auf und Ab belasteten sie auch die Kosten. Er ist Lastwagenführer, sie putzt im Schulhaus und arbeitet am Samstag im Verkauf. Das Paar hat lange gespart für die 16 000 Franken, die die künstlichen Be­ fruchtungen in etwa gekostet haben. «Wir haderten nie damit, dass wir diesen Weg gehen mussten», sagt Marco. «Dass aber die Krankenkasse eine Abtreibung finanziert, bei einer künstlichen Befruchtung aber rein gar nichts übernimmt, das finde ich nicht richtig.» Fast jeder hat heutzutage Bekannte oder Verwand­ te, die Nachwuchs im Doppel­ oder gar Mehrfachpack bekommen haben. Ein Blick in die Statistik bestätigt den Eindruck, dass hierzulande noch nie so viele Zwillinge zur Welt gekommen sind. Gab es in der Schweiz 2002 bloss 1098 Zwillingsgeburten, waren es 2010 schon 1456 und 2014 bereits 1517. Reproduktionsmediziner Bruno Imthurn vom Universitätsspital Zürich sieht vier Gründe für den Zwillingsboom. Frauen bekommen heute später Kinder, und ältere Mütter haben häufiger einen dop­ pelten Eisprung. Die Einnahme von Hormonen zur Steigerung der Fruchtbarkeit begünstigt Zwillings­ schwangerschaften. Kinderwunschbehandlungen


12 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

im Ausland, wo weniger strenge Gesetze gelten, führen sehr häufig zu Mehrlingen. Und immer mehr Paare entscheiden sich heute für eine In-vitro-Fertilisation, eine Befruchtung im Reagenzglas: Rund jede fünfte Schwangerschaft nach IVF führt zu Zwillingen oder Drillingen. Der Grund dafür: Bei der Punktion werden einer Frau durchschnittlich zehn Eizellen entnommen. Davon lassen sich natürlicherweise sechs Eizellen befruchten. Noch bevor sich diese geteilt haben, muss die Frau nach heutiger Gesetzeslage entscheiden, ob sie eine, zwei oder drei Eizellen weiterentwickeln lassen will. Die übrigen, noch ungeteilten Eizellen, werden tiefgefroren. Ob Tage später eine, zwei oder drei Embryonen noch leben, lässt sich sehr schwer voraussagen. Alle entwicklungsfähigen Embryonen müssen in die Gebärmutter übertragen werden – das momentan gültige Fortpflanzungsmedizingesetz will es so. Um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, setzen viele Paare auf die Weiterentwicklung von zwei oder gar drei befruchteten Eizellen. Zwillinge im Bauch – und mit den Nerven am Ende

So auch Angela (41) und Markus Roos (40) aus Zofingen AG. Die Ärzte hatten ihm eine unzureichende Spermienqualität beschieden, und so entschied sich das Paar nach langem Hin und Her für eine In-vitro-Befruchtung. Nach einem ersten gescheiterten Versuch liessen sie drei Eizellen sich weiterentwickeln. «Immer dieser Gedanke, ob es klappt oder nicht», erzählt Markus Roos, «das macht dich fertig.» Die Hormone hätten sie «aufgedunsen wie einen Hefeteig», sagt Angela. Und mit 39 habe sie sich nur noch ein Jahr gegeben, um schwanger zu werden. Nach zwei langen Wochen kam dann die freudige Nachricht: Zwillinge! Das hatte sich die Mutter von drei bereits erwachsenen Kindern aus erster Ehe gewünscht: Die Nachzügler sollten nicht allein aufwachsen müssen. Doch bereits in der 16. Schwangerschaftswoche musste das Ehepaar Roos wieder zittern. Angela wurde wegen akuter Atemnot ins Spital Zofingen eingewiesen und dann mit Verdacht auf eine Lungenembolie mit der Rega ins Universitätsspital Basel geflogen. Drei Tage lang war nicht klar, ob Mutter und Kinder überleben würden. Nach unzähligen Untersuchungen konnte eine Lungenembolie schliesslich ausgeschlossen werden. Weil Angela Roos nun aber frühzeitige Wehen hatte, musste sie im Kantonsspital Basel liegen bleiben. Bis in die 24. Woche bangten Angela und Markus Roos um die Zwillinge. Sie diskutierten viel, welche lebenserhaltenden Massnahmen sie ergreifen würden, sollten das Mädchen und der Junge viel zu früh zur Welt kommen. Sie waren sich uneins: Sie wollte die Kleinen gehen lassen, er nicht. Markus Roos arbeitete tagsüber als Bohrmeister im Leitungsbau, abends fuhr er jeweils zu seiner Frau ins Spital. «In der Zeit vergass ich sogar zu essen, ich war nervlich am Ende», erzählt er. Am 27. April wurden Amelie und Mattia (1) schliesslich zehn Wochen zu

Fortpflanzungsmedizin

Darum gehts bei der PIDAbstimmung Am 5. Juni stimmen wir erneut über die Fortpflanzungsmedizin ab. 61,9 Pro-

zent der Schweizer haben im vergangenen Sommer Ja gesagt zu einer Verfassungsänderung. Sie bildete die Voraussetzung für die Revision des Fortpflanzungsmedizingesetzes. Dieses sollte unter anderem dahingehend geändert werden, dass Embryonen untersucht werden dürfen, bevor sie einer Frau eingepflanzt werden (Präimplantationsdiagnostik; PID). Paare, die eine schwere Krankheit

in der Familie haben oder ungewollt kinderlos bleiben, würden von der neuen Regelung profitieren. Doch die EVP und 18 Organisationen wie Insieme oder der Schweizerische Hebammenverband haben das Referendum gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz ergriffen. Es hält fest, wann und wie genetische

Untersuchungen an Embryonen im Reagenzglas erfolgen dürfen. Wird das neue Gesetz angenommen, könnte die PID ab 2018 in der Schweiz praktiziert werden. Wird es abgelehnt, muss das Parlament es nochmals überarbeiten.

früh per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Das Mädchen wog 1150, der Bub 1540 Gramm. Als Angela Roos ihre Kinder zum ersten Mal sah, waren ihre Ärmchen und Beinchen blau und die Gesichter steckten hinter Atemmasken. Einen Monat lang blieben Amelie und Mattia auf der Neonatologie, einen weiteren auf der Station. Das Warten, bis man sie heimnehmen durfte, habe an den Kräften gezehrt, erzählen die Eltern. Mit ihren Ängsten fühlten sie sich allein gelassen. Oft hätten sie den Vorwurf gehört: «Ihr habt das so gewollt.» Künstliche Befruchtung sei leider noch immer ein Tabuthema. Heute sind die Zwillinge ein Jahr alt, krabbeln interessiert herum und klettern von Schoss zu Schoss. Es habe lange gedauert, bis der Alltag eingekehrt sei, erzählt das Paar. Noch wissen sie nicht, was die drei Hirnblutungen bedeuten, die Mattia auf der Neonatologie erlitten hat. Gesundheitliche Probleme sind bei Mehrlingen häufig, weil Zwillinge im Durchschnitt vier Wochen, Drillinge sieben Wochen zu früh zur Welt kommen, sagt Hans Ulrich Bucher, ehemaliger Leiter der Neonatologie am Universitätsspital Zürich. Zu den Komplikationen in den ersten Lebenswochen gehörten unreife Lungen, die Atemunterstützung notwendig machen, Unterkühlung, die eine Pflege im Brutkasten erfordert, und ein unreifer Darm, der die Anfälligkeit auf Infektionen erhöht und eine künstliche Ernährung nötig macht. Weniger Mehrlingsgeburten dank PID

Statistiken zeigen: Mehrlinge müssen zehnmal häufiger in einer Station für kranke Neugeborene behandelt werden als Einlinge. Sie machen zwar nur knapp zwei Prozent aller Neugeborenen aus, belegen aber rund 20 Prozent aller Intensivbetten für Neugeborene in der Schweiz. Experten glauben, dass es vierbis fünfmal weniger Zwillinge nach Fruchtbarkeitsbehandlungen geben würde, wenn eine Mehrheit der Abstimmenden am 5. Juni ein Ja zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes einlegen würde. In Schweden war dies der Fall. Laut Gesetzesänderung dürften maximal zwölf befruchtete Eizellen weiterentwickelt werden. Fünf Tage könnte man dann die Entwicklung der befruchteten Eizellen beobachten; in dieser Zeit enden zwei Drittel der Eizellen natürlicherweise in einer Fehlgeburt. Durchschnittlich wären zu diesem Zeitpunkt noch zwei übrig. Bloss eine von ihnen würde in die Gebärmutter übertragen. Der verbleibende Embryo könnte für spätere Transfers eingefroren werden. Die Schwangerschaftschance wäre gleich hoch, möglicherweise sogar höher als mit der heutigen Regelung, das Mehrlingsrisiko wäre aber massiv kleiner. Es ist Anfang Mai, Zeynep und Ali Coktasar (beide 42) stehen in der Abteilung 3 C/D der Neonatologie im Luzerner Kantonsspital, den Blick auf drei Wärmebettchen gerichtet. Darin liegen ihre Drillinge Arjen (1520 Gramm), Alena (1660) und Rojen (1775), alle sind verkabelt. Puls, Sauerstoffsättigung und


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 13

Die Entstehungsgeschichte der Kinder war ein wahrer Krimi: Ali Coktasar mit seiner Frau Zeynep und Arjen, Alena und Rojen.

2014 Entbindungen

Alle Geburten in der Schweiz

Geburten nach k端nstlicher Befruchtung

Total

Mehrlingsgeburten

Anteil Mehrlingsgeburten

Total

Mehrlingsgeburten

Anteil Mehrlingsgeburten

84 073

1549

1,84%

1675

280

16,72%

(Quelle: BfS)


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MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 15

Angela und Markus Roos mit Amelie und Mattia (1). Es war ihr Wunsch, Zwillinge zu bekommen. Zufälligerweise klappte es.

Pro und Kontra

Umstrittenes neues Gesetz Kontra: Gegen «Designerkinder»

Das überparteiliche Nein-Komitee lehnt eine Selektion von «lebenswerten» und «lebensunwerten» Menschen grundsätzlich ab. Die Gegner der PräimplantationsDiagnostik (PID) fürchten, diese sei ein erster Schritt Richtung «Designerkind». Und sie glauben, dass die Zulassung der PID werdende Eltern unter Druck setzen würde, behindertes Leben zu verhindern.

Atmung werden konstant überwacht und flimmern als farbige Linien über einen Monitor. «Fünf Jahre», sagt Ali Coktasar, «fünf Jahre hat es gedauert – und jetzt sind sie da.» Er lächelt, seufzt, seine Augen sind feucht. Die Zeugungsgeschichte liest sich wie ein Krimi. Coktasar ist Kurde und ein politischer Flüchtling. Als der Plattenleger in Zypern lebte, lernte er Zeynep kennen, die dort ihre Ferien verbrachte. Die Kurdin arbeitete auf Kursschiffen auf dem Luzerner See als Serviceangestellte. Bald heirateten sie und wünschten sich sehnlichst Kinder. Da die beiden schon 37 Jahre alt waren, tickte die Uhr – sie standen unter Zeitdruck. In der Schweiz klappte es nicht – dafür auf Zypern

Es wollte nicht klappen, und die medizinischen Ab­ klärungen kamen zu keinem klaren Befund. Deshalb entschieden sie sich, nachzuhelfen. Drei Insemina­ tionen und zwei In­vitro­Befruchtungen in der Schweiz scheiterten. Als sie von einer zypriotischen Fruchtbarkeitsklinik mit guter Erfolgsquote hörten, wollten sie einen weiteren Versuch wagen. Das Verfahren kostet dort etwa 2700 Franken, in der Schweiz bewegen sich die Kosten zwischen 4000 und

10 000 Franken, je nach Klinik und notwendigen Medikamenten. Weil Ali Coktasar als politischer Flüchtling nicht nach Nordzypern reisen konnte, wurden seine Sper­ mien in Deutschland eingefroren, verpackt und mit einer Transportfirma via Frankreich und Griechen­ land nach Zypern spediert. Dort schmuggelte sie ein Freund der Familie über die Grenze in den türkisch besetzten nördlichen Teil der Insel. Der erste Versuch misslang. Beim zweiten Versuch empfahl der zuständige Arzt, drei Eizellen weiterzuentwickeln. «Vielleicht verlieren wir eine oder zwei», meinte er. Und so kam es dazu, dass Zeynep und Ali auf Zypern, wo sie sich verliebt hatten, getrennt voneinander Eltern von Drillingen wurden. In der Schweiz verbrachte die schwangere Zeynep zwei Monate im Spital, wegen starker Übelkeit und frühzeitigen Wehen. In der 34. Woche kamen Arjen, Alena und Rojen per Notkaiserschnitt zur Welt. Rojen musste einen Tag beatmet werden. Ansonsten sind die Drillinge wohlauf. Sie werden die Neonatologie des Luzerner Kantonsspitals wohl bald verlassen können. Zu Hause ist alles vorbereitet, bald wird auch der Drillingswagen geliefert. MM

Pro: Zu strenge Gesetze in der Schweiz

Die Befürworter der PID argumentieren, dass die in Europa fast einzigartig strengen Schweizer Gesetze die Behandlungen für Betroffene unnötig verlängere und diese stark belaste. Es sei ein Widerspruch, dass heute ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche zulässig, es aber verboten sei, einen fünf Tage alten Embryo zu untersuchen und allenfalls nicht einzupflanzen. Mit dem neuen Fortpflanzungsgesetz gäbe es zudem weniger risikoreiche Mehrlingsschwangerschaften.


16 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

So schützen Sie sich vor Cyberattacken www.migmag.ch/ cyberangriff

Shira Kaplan

Cyberkriegerin auf Schweiz-Mission Shira Kaplan macht hiesige Unternehmen fit im Kampf gegen die Internetkriminalität. Ihr Können hat die in Zürich wohnhafte Datenschutzspezialistin beim israelischen Geheimdienst erworben. Text: Reto E. Wild

F

ür Shira Kaplan (32) ist klar: Die zukünftige Form des Terrorismus findet im Netz statt. So werde es Cyberterroristen etwa auch möglich sein, aus der Ferne Anschläge auf Atomkraft­ werke zu planen. Die Geheimdienste der meisten Länder würden der technologischen Entwicklung hinterherhinken, wie die Anschläge in Paris im vergangenen November gezeigt hätten. «Firmen und Regierungen in ganz Europa müssen darüber nachdenken, wie sie kritische Infrastrukturen und die Bevölkerung vor Cyberattacken schützen wollen», sagt Kaplan und führt ein Beispiel an: «Nehmen wir an, eine Terrororgani­ sation weiss, dass ein mächtiger Politiker mit einem Herzschrittmacher lebt: Die Terroristen könnten das Gerät hacken, es manipulieren.» Bevor Shira Kaplan in Harvard an der Ostküste der USA und in St. Gallen studierte, leistete sie wie fast alle israelischen Frauen Dienst bei den Streitkräften – als Analystin in einer Elitetechnologieeinheit des israe­ lischen Armeegeheimdienstes. In dieser Zeit erwarb sie ihr Wissen für ihr künftiges Geschäftsmodell: Mitte 2014 gründete sie mit Geschäftspartnern das Start­up­Unter­ nehmen Cyverse mit Sitz in Küsnacht ZH und Herzlia im Norden von Tel Aviv. Cyverse bietet Sicherheitslösungen im Netz an und will Schweizer Firmen, die in den Bereichen Energie, Versicherung, Pharma und Finanzwesen tätig sind, die israelische

Bild: Gian-Marco Castelberg

Technologie verkaufen. Diese kostet je nach Grösse des Unternehmens rasch einmal mehrere 100 000 Franken. «Der Trend in der Cybersicherheit geht von der reinen Abwehr hin zum vorzeitigen Aufspüren von Bedrohungen», sagt Kaplan. Sie ist mit ihrem Geschäftsmodell der Politik voraus. Auf Bundesebene gibt es zwar eine Cyber­ strategie mit entsprechenden Stellen im Departement für Verteidigung, Bevölke­ rungsschutz und Sport und beim Bundesamt für Polizei. Auf kantonaler Ebene verfügt aber nur Zürich über ein Cybercrime­Team, obwohl die Internetkriminalität immer bedrohlicher wird. Digitalisierung macht verwundbar

Erst vor ein paar Tagen wurde publik, dass die Computer des schweizerischen Technologie­ und Rüstungskonzerns Ruag mit einer russischen Spionagesoftware infiziert worden sind. Mitte März erfolgten Angriffe auf Onlineshops von SBB und der Migros­Tochter Digitec. Es sollen die heftigsten gewesen sein, die die Schweiz je erlebt hat. Experten schätzen die Umsatz­ einbussen durch den Zusammenbruch der Server auf fünf Millionen Franken. Gleichzeitig gingen anonyme Lösegeldfor­ derungen von mehreren 10 000 Franken ein. Genau davor will Cyverse Firmen schützen. «Israel lebt mit der ständigen Bedrohung und leidet unter Millionen von Cyberangrif­ fen und das jeden Tag.» Deshalb habe das

Land gute Lösungen zur Hand. «Israel hat schlicht keine andere Wahl», sagt die Unternehmerin, die immer wieder in ihr Heimatland reist, um sich über neue Technologien zu informieren. Die Schweiz: «ein utopisches Land»

Shira Kaplan lebt seit sechs Jahren in der Schweiz. Ihr israelischer Mann, der im Finanzsektor arbeitet, hatte ein Jobangebot erhalten. Sie folgte ihm. «Hier steht Qua­ lität über allem.» Von ihrem Heimatland vermisse sie die Sonne, den Strand und «manchmal die Unsicherheit, weil ich damit aufgewachsen bin. Ich bin sehr spontan. Das macht mich kreativ. In Israel weiss man nie, was morgen ist.» An der Schweiz dagegen schätze sie, wie gut organisiert und wie sauber das Land sei. «Die Schweiz erinnert mit ihren Naturschönheiten und ihren Volksrechten an ein utopisches Land, von dem andere Staaten nur träumen können.» Noch etwas schätzt die Unternehmerin an der Schweiz: Vom Bildungssystem werde ihre zweijährige Tochter profitieren. Shira Kaplan träumt trotz Karriere davon, meh­ rere Kinder, am liebsten gleich fünf, gross­ zuziehen. Sie bedauere es, dass es immer weniger grosse Familien gebe. Inzwischen ist die Geschäftsfrau erneut schwanger, im siebten Monat. Voller Energie eilt sie zum nächsten Termin, um gegen die Cyber­ kriminalität zu kämpfen. MM


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 17

Shira Kaplan: «Firmen und Behörden müssen darüber nachdenken, wie sie die Bevölkerung vor Cyberattacken schützen wollen.»


18 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

Laienrichter

Garanten für lebensnahe Urteile Für gerechte Urteile brauche es kein Studium, sondern viel Einfühlungsvermögen und Bodenhaftung, sagen Laienrichter wie Martin Blaser, Katharina Schafroth und Fabienne Angst. Trotzdem droht dem Laienrichteramt mancherorts das Aus.

Text: Karin Aeschlimann

D

Bilder: Gabi Vogt

ie klassische Frage zum Thema Laienrichter ja oder nein lautet: «Wenn Sie einen Beinbruch hätten, möchten Sie lieber von einem Chirurgen oder von einem Lehrer operiert werden?» Laien oder Profis – wer machts besser? Am 5. Juni wird im Kanton Zürich darüber abgestimmt, ob künftig nur noch an der Universität ausge­ bildete Juristinnen und Juristen an den Bezirksgerichten über andere richten dürfen. In manchen Schweizer Kantonen wie etwa in Zug und Luzern ist dies schon länger der Fall, in anderen (Schwyz, Aargau, Bern) richten die Laien zu dritt oder zu viert unter der Leitung eines Juristen. In Zürich ist die Situation insofern speziell, als die heute noch 17 Teilzeit­Laienrichter hauptsächlich als Einzelrichter arbeiten – also mit

alleiniger Verantwortung für einen Fall. Dennoch: «Der Beinbruchvergleich ist unsinnig», ärgert sich die Zürcher Laienrichterin Katharina Schafroth (siehe Seite 21). «Natürlich braucht es für eine Operation einen Chirurgen und für komplexe Rechtsfälle Menschen mit Jus­Studium.» Laien kämen dort zum Zug, wo es sinnvoll und die Gerichts­ praxis nicht zu kompliziert sei – etwa am Familiengericht. Das Volk wählt seinesgleichen

Wählerinnen und Wähler lieben die nicht juristisch gebildeten Richter «mit dem gesunden Menschenver­ stand» und entscheiden sich bei Kampf­ wahlen regelmässig für Lokführer, Steuerexperten, Primarlehrerinnen, Kulturmanager oder Rentnerinnen – und gegen die Vollblutjuristen, bei denen man das Gefühl zu haben

Will zwischen Volk und Profijuristen vermitteln: Martin Blaser, pensionierter Berufsoffizier


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 19

Martin Blaser

«Recht und Gerechtigkeit sind manchmal zwei verschiedene Dinge» Martin Blaser (66) steckt mitten in seiner dritten Amtsperiode als Laienrichter an der zivilrechtlichen Abteilung des Urner Obergerichts. Die Fälle, unter anderem aus dem Ehe- oder Erwachsenenschutzrecht, werden im Vierergremium beurteilt, wobei der Gerichtspräsident den Stichentscheid hat und der juristisch ausgebildete Sekretär das Urteil gemeinsam mit den Laien vorberät. «Der Sekretär ist für das Recht verantwortlich», sagt der pensionierte Berufsoffizier Blaser, sein Partner, der Laie, schaue primär auf die Gerechtigkeit. «Sie wissen ja – das sind manchmal zwei verschiedene Dinge.» Blaser liess sich von der CVP für die Wahl aufstellen, weil er zwischen Volk und Juristen vermitteln wollte und er sich mit 58 zu jung fühlte, um die Hände in den Schoss zu legen. Den Fall Ignaz Walker prüfte er auch

Uri ist ein kleiner Kanton mit rund 34 000 Einwohnern. Martin Blaser wohnt mit seiner Frau in Schattdorf. Offenheit und Lebenserfahrung seien ganz wichtig für einen Richter, sagt der ehemalige Berufsoffizier. Man kennt ihn und auch die Geschichte seiner Familie. Einer der beiden Adoptivsöhne, der zerebral behindert war, ist im vergangenen Herbst im Alter von 35 Jahren verstorben. Ein schwerer Schlag für die Blasers. «Das ganze Dorf nahm Anteil», sagt Martin Blaser. Es tat ihm gut. Und jetzt will das halbe Dorf wissen, was er zum Fall des Urner Barbetreibers Ignaz Walker zu sagen hat. Das Obergericht sprach Walker im April 2016 vom Vorwurf frei, einen Auftragskiller mit der Ermordung seiner Ex-Ehefrau beauftragt zu haben. Martin Blaser, der auch als Einzelrichter an der strafprozessualen Beschwerdeinstanz des Kantons tätig ist, hatte vor fünf Jahren mehrere Haftentlassungsgesuche Walkers zu prüfen, die er allesamt wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr ablehnte. Das Bundesgericht stützte damals Blasers Entscheide. Nach dem Freispruch wird nun diskutiert, ob Walker eine Entschädigung für eine zu lange Untersuchungshaft einfordern kann. «Das alles ist, wie der Jurist sagt, noch nicht rechtskräftig.»


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scheint, dass ihnen mit dem Studium die Bodenhaftung abhanden gekommen ist. Auch viele Juristen schätzen ihre berufsfremden Kollegen. Fürsprecher Rolf Dittli, Präsident des Obergerichts des Kantons Uri, sagt: «Nichtjuristen werden dort eingesetzt, wo das Gesetz dem Gericht einen Ermessens­ spielraum einräumt oder bei der Würdigung eines Sachverhalts; dort sind wir froh um ihre Lebensnähe und Erfahrung.» Jurist Lorenz Schreiber, der am Bezirksgericht Andelfingen (ZH) in einem Team mit vier Laien zusammenarbeitet, ergänzt: «Das Zusammenwirken mit ihnen schützt uns in vielen Fällen vor einem Abschweifen in allzu juris­ tische Gefilde.» Und natürlich hat das Ganze auch eine politische Komponente: Die SVP, die in erster Linie dafür gesorgt hat, dass die Laienfrage in Zürich an die Urne kommt, spricht von einer schleichenden Entmachtung und Bevormundung des Volks, sollten nur noch Juristen ans Gericht gewählt werden dürfen. Viel Einfluss, wenig Lebensnähe

Entstanden ist das Laienrichter­ tum vor bald 200 Jahren im Zug der politischen Aufklärung. Bevor Laien vom Volk auf den Richterstuhl berufen werden konnten – in Zürich ab 1831 –, waren die Mitglieder der Regie­ rung meistens gleichzeitig auch Richter: «hohe Herren» mit viel Einfluss und zu wenig Lebens­ nähe. Dank der heutigen Gewaltenteilung ist das allerdings kein Argument mehr pro Laienrichter, zumal jeder, der es möchte und dazu fähig ist, Jurist werden kann. Die Zürcher Regierung emp­ fiehlt, Laienrichter abzuschaf­ fen. Professionell und effizient könnten heute nur noch Richter arbeiten, die Jus studiert haben: Allen anderen fehle schlicht die erforderliche Berufsausbildung, sie müssten aufwendig ein­ gearbeitet werden, benötigen manchmal eine Fachperson, die ihnen zu Beginn beisteht. Ineffizient, überfordert, un­ zeitgemäss oder eine wertvolle Ergänzung des Gerichts­ betriebs? Das Zürcher Volk wird an der Urne richten. MM

«Es gibt keinen Grund, die Laienrichter abzuschaffen»: Katharina Schafroth


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 21

Katharina Schafroth

«Es braucht viel Sozialkompetenz und Lebenserfahrung» Sie ist ausgebildete PsychiatrieKrankenschwester, hat ein Päda­ gogikstudium abgeschlossen, als Leh­ rerin, in der Alterspflege und mit Drogensüchtigen gearbeitet, war in der Schulpflege und steuerte Segel­ flugzeuge: Katharina Schafroth (52), verheiratet mit einem Ingenieur und Mutter zweier erwachsener Kinder, tritt nicht gern an Ort. «Ich brauche regelmässig Neues», sagt sie. Laien­ richterin ist sie seit bereits zehn Jah­ ren: «Diese Arbeit bewegt sich im Dreieck Mensch–Gesellschaft–Recht, das gefällt mir.» 2006 wurde sie von der EVP für die 35­Prozent­Stelle am Bezirksgericht Dielsdorf ZH aufgestellt und setzte sich gegen einen Juristen durch, 2008 und 2014 gelang ihr die Wiederwahl. Kompetent in Familienfragen

Im Kanton Zürich sind Laien meist Einzelrichter und dem Bereich Fami­ lienrecht zugeteilt, beschäftigen sich also mit Scheidungen, Unterhalts­ fragen, Vaterschaftsprozessen. Dort können auch Nichtjuristen kompetent richten, ist Schafroth überzeugt: Genau bei solchen Themen brauche es viel Sozialkompetenz, Verhandlungs­ geschick und Lebenserfahrung. «Wer argumentiert, die neuen Strafund Zivilprozessordnungen von 2011 seien für uns Laien zu kompliziert, vergisst, dass alle Richter die neuen Regeln lernen mussten. Auch die Juristen.» Und als Einzelrichter, also mit alleiniger Verantwortung für den Fall, würden bereits seit 1996 Laien im Scheidungsrecht arbeiten: «Das ist für uns nichts Neues.» Die Konferenz der nicht vollamt­ lichen Bezirksrichter im Kanton Zürich, deren Präsidentin Schafroth ist, organisiert regelmässig Weiter­ bildungsseminare. Sie liebt ihren Job. Auch wenn es um Strafrechtsfälle geht, etwa um sexuellen Missbrauch von Kindern, wo sich Beratungen oft über Stunden hinziehen und belas­ tend sind. Hier urteilt die Laiin zu­ sammen mit zwei Juristen. Die Aussicht, möglicherweise abgeschafft zu werden, findet sie demotivierend. «Es gibt keinen Grund, die Laien abzuschaffen; auf Stufe Bezirksgericht benötigt man keine Spezialisten.»


22 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

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Richteramt

Wer macht was bei Gericht? Laienrichter: Richter ohne

juristische Ausbildung, gewählt vom Volk. Urteilt allein (als Einzel­ richter) oder im Gremium, also gemeinsam mit anderen Richtern. Tatsächlich wird der Laie oft vom Gerichtsschreiber eng gecoacht. In der Schweiz ist das Laienrich­ tertum teils abgeschafft worden oder wichtiger Bestandteil des Gerichtsbetriebs. Gerichtsschreiber, juristischer Sekretär: Ausgebildeter Jurist,

der die Urteilsberatung der (Laien­)Richter vorbereitet. Laien urteilen über Schuld und Unschuld: In der Schweiz wurden die Geschworenengerichte 2011 abgeschafft.

Geschworenengericht: Nicht­

juristen entscheiden bei Straf­

prozessen durch Abstimmung über Schuld oder Unschuld des Angeklagten. Über das Strafmass entscheidet meist der Richter. In den USA bei Strafverfahren von der Verfassung vorgeschrieben. In der Schweiz 2011 abgeschafft. Jury: Die Geschworenen in

Strafprozessen, zum Beispiel in den USA und Kanada. Friedensrichter: Führt das –

teils obligatorische – Schlichtungs­ verfahren durch und versucht, zwischen den Parteien eine Eini­ gung zu erzielen, sodass es gar nicht zum Gerichtsprozess kommt. Meist ohne juristische Ausbildung.

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Wo Laien noch immer gefragt sind


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 23

Fabienne Angst

«Wir sind motiviert und immer seriös vorbereitet Das Nesthäkchen unter Bezirksrichtern in Zurzach AG hat schon früh Verantwortung übernommen. «Wer wie ich auf einem Weingut aufwächst, erkennt, was zu tun ist, und lernt anzupacken», sagt Fabienne Angst (35). Sie erinnert sich, wie sie als junge Kantischülerin zur Weinprinzessin der Region gewählt wurde und den Kanton Zürich an einer internationalen Messe in Berlin vertrat, samt Repräsentationspflicht beim Bürgermeister. Sie schmunzelt. Heute ist sie Mutter einer sechsjährigen Tochter, leidenschaftliche Jazztänzerin und beurteilt als Regress-Spezialistin komplexe Schadensfälle. 2011 wurde die Parteilose zur Bezirksrichterin gewählt, wo sie im sogenannten Gesamtgericht zusammen mit drei weiteren Laienrichtern unter dem Vorsitz des Gerichtspräsidenten Strafrechtsund Zivilrechtsfälle beurteilt. Wildschweine – und der Saal ist voll

«Die menschlichen Schicksale gehen mir nahe»: Fabienne Angst

Da das Gesamtgericht nur die «grossen» Fälle mit höherem Streitwert oder drohender längerer Gefängnisstrafe verhandelt, setzt sich Fabienne Angst unter anderem mit Kampfscheidungen, sexuellem Missbrauch, Raub und Diebstahl auseinander. Oder mit einem Täter, der Wildschweine auf seinem Feld totfuhr: «Da war der halbe Gerichtssaal von den Medien belegt.» Das Team am Bezirksgericht sei toll, sagt sie, menschlich und professionell funktioniere die Zusammenarbeit hervorragend: «Wir sind sehr motiviert und immer seriös vorbereitet.» Der erfahrene Gerichtspräsident führt durch den Fall und befragt die Parteien oder die Beschuldigten, in der anschliessenden Urteilsberatung diskutieren alle Laienrichter mit. Den Fall kennen sie aus den Akten, die der juristische Sekretär vorbereitet und zum Selbststudium verschickt hat. «Meine Kollegen fragen mich manchmal: ‹Ui, all das Schlimme, kannst du immer gut schlafen?› Dann sage ich: ‹Ja, absolut.› Die menschlichen Schicksale gehen mir nahe, gewiss. Aber wir arbeiten so gut zusammen, dass ich sicher bin, dass unsere Entscheide dem Fall gerecht werden.»


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MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 25

M Bänz Friedli

Wenn Eselinnen torkeln

Mich fröstelt, ich bin müde, und eigentlich will ich nur noch nach Hause, nachts um ein Uhr halte ich mich ungern am Haupt­ bahnhof auf. Doch dann umringen mich – als wärs ein Film, kein besonders guter – unversehens mehrere Gestalten in Hasen­ kostümen. Eine Art Tanz führen sie auf, torkelnd und taumelnd. Die Kostümierten, werde ich gewahr, sind allesamt Frauen. «Wir sind Esel!», lallt eine von ihnen rot­ wangig aus der ovalen Öffnung hervor, die ihr Fellkostüm fürs Gesicht freihält. Ach so, Eselinnen – keine Häschen, ich muss die Ohren falsch gedeutet haben. Als ich der Auf­ forderung, mit ihnen zu trinken, nicht nach­ komme, gehen sie lärmend ihres Wegs, hin­ ter sich einen Leiterwagen mit einem Fass Wodka herziehend, hinaus in die Nacht …

Bänz Friedli (51)

ist keine Spassbremse, aber …

Darf ich, bitte, Polterabende doof finden? Offensichtlich handelte es sich hier um einen. Der Brauch wird ja nun öfter auch von Bräuten und ihren besten Freundinnen ge­ pflegt, und ich weiss nicht recht, ob ich dies als Akt der Emanzipation werten muss. Denn da wird doch ein altbackenes Männer­ ding nachgeahmt: noch mal so richtig die Sau rauslassen! Ein Freund von mir war letzthin an einen Polterabend geladen, und der ging so: «Wir flogen am Freitag nach Mallorca und kehrten am Sonntag heim. Hotel hatten wir keines …» Sprich: Sie soffen die Nächte am Ballermann durch.

Wenige Tage nach den Eselinnen kreuzt in der Altstadt eine Horde Kerle meinen Weg, einer davon, bestimmt der Bräutigam, steckt in einem rosafarbenen Tütü, und seine Auf­ gabe ist es offenbar, junge Frauen anzuquat­ schen – sehr junge –, ob er sie auf den Bauch küssen dürfe. Zu meinem Misslieben lupfen mehrere der Angequatschten ihr Shirt und lassen ihn gewähren, unter dem Gejohle seiner Kumpanen, und man mag sich nicht ausmalen, wie die Nacht noch enden wird. Welches Verständnis der Ehe steckt hinter der Idee, man müsse es noch mal, und zwar ein letztes Mal, so richtig krachen lassen? Die Vorstellung, dass verheiratete Männer, wie unlängst in einer tumben Plakatkampagne des Bauernverbands kolportiert, «keinen Auslauf» hätten? Der Vorwurf, jede Ehefrau sei ein lustfeind­ liches Biest, die Ehe gleichsam ein Käfig? Der Polterabend als Abschluss der Jugend, als Ende jeden Spasses?

Echt jetzt, ich hab nichts gegen Lustigkeit. Und zu behaupten, meine FC­Kameraden und ich hätten uns während des Trainings­ lagers neulich in Frankfurt nur im Fussball­ spiel geübt, wäre gelogen. Aber wenn ich wie­ der mal Lust habe, so richtig über den Durst zu trinken und dummes Zeugs zu schwatzen, dann tue ich das, ehrlich gesagt, am liebsten zusammen mit meiner Frau. MM

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Minihäuser

Der Reiz der Reduktion Wohnen auf kleiner Fläche ist salonfähig geworden: Die Anhänger der Downsize-Bewegung verbinden damit mehr Ökologie, mehr Mobilität, mehr Lebensqualität. Text: Andrea Freiermuth

B

ei Tanja Schindler war es der Wunsch nach mehr Ökologie und weniger Ballast. Bei Andrea Kradolfer die Liebe und das Bedürfnis nach Mobilität. Und für Nadya Michel war es einfach die beste Option. Was die drei Frauen eint: Sie leben in einem kleinen Haus – wobei das Haus im einen Fall eine Box, im anderen ein Wohnwagen und im dritten ein Fertighaus ist. In der Schweiz gibt es erst wenige Menschen, die sich ex­ plizit für ein Leben im Minihaus entscheiden. In den USA hin­ gegen ist die Vorliebe fürs Kleine in Sachen Wohnen bereits zu einer regelrechten Bewegung geworden: The Small House Movement geht zurück auf die Architektin Sarah Susanka, sie machte das Thema 1997 mit ihrem Buch «The Not So Big House» salonfähig. Heute informieren sich Liebhaber von Minihäusern auf Websites wie Smallhousesociety.net oder Thetinylife.com. Im deutsch­ sprachigen Raum gibt es seit fünf Jahren das Pendant Tiny­houses.de.

Bilder: Daniel Winkler

Die Bewegung propagiert das Downsizing: Durch Gesundschrumpfen soll das Eigenheim finanzierbar und auch umweltverträglich werden. Wie gross ein kleines Haus maximal sein darf, damit es noch als klein gilt, ist nicht genau definiert. «Die meisten Objekte auf unserem Portal sind 40 bis 90 Quadratmeter gross, wobei viele davon für zwei Personen designt wurden», sagt Isabella Bosler von Tiny­houses.de. In den USA würden Objekte dieser Grösse als «small homes» ange­ boten; «tiny» seien in der Regel Behausungen mit weniger als 35 Quadratmetern Wohnfläche. Weniger Raum, mehr Autonomie

Die Meinungen darüber, was bei dieser Wohnform genau öko­ logisch ist, gehen auseinander. In der Schweiz, im Land des Dichtestresses, gelten bereits Einfamilienhäuser als Öko­ sünde, weil sie im Vergleich zu mehrstöckigen Siedlungen mehr Quadratmeter Bauland pro Person verbrauchen. Zersiedeln kleine Häuser das Land nicht noch mehr? Nein,

sagen die Fans von Minihäusern. Ihre Argumente: Kleine Häuser können dort gebaut werden, wo für grosse kein Platz ist und die Parzelle folglich ungenutzt bliebe. Sogar auf Flachdächern wären sie denkbar. Zudem sind kleine Häuser oft mobil, daher lassen sich auch Brachen temporär nutzen. Und: Kleine Häuser müssen nicht zwingend an die Kanalisation angeschlos­ sen werden. Allerdings sind die temporäre Nutzung und autarke Abwasser­ lösungen in der Schweiz ein Problem – es gibt Vorschriften. Ob Wohnwagen, Container oder eine ähnliche Behausung: Wer in einem Downsize­Objekt wohnen will, muss eine Bewilligung ein­ holen; das Baurecht ist nicht auf Sonderfälle wie mobile oder autarke Minihäuser vorbereitet. Zudem können Bund, Kanton und Gemeinde mitreden. Bewil­ ligungen sind also mit einem Gang von Behörde zu Behörde verbunden. Doch zuweilen lohnt sich der Aufwand – wie die Beispiele von Tanja Schindler, Andrea Kradolfer und Nadya Michel zeigen. MM


MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 27

Klein und doch geräumig: Tanja Schindlers «Ökowohnbox» Die Ökobox

Praktisches Heim im Quader

Tanja Schindler (48) wohnt in einer Box in Uster ZH. Die Bau­ biologin hat ihr kleines Reich selbst entworfen. Sie lebt auf 35 Quadratmetern, produziert dank 18 Quadratmetern Foto­ voltaik ihren eigenen Strom und hat gemäss einer Schätzung der Fachstelle 2000­Watt­Gesell­ schaft einen Stromverbrauch von bloss 470 Kilowattstunden pro Jahr – fünf Mal weniger als der Durchschnittsschweizer. Zudem ist ihre «Ökowohnbox» haupt­ sächlich aus Naturmaterialien gefertigt. Der ökologische Fokus hat sich nicht etwa negativ auf die Ästhetik ausgewirkt – ganz im Gegenteil: Der Raum strahlt Wärme und Behaglichkeit aus. Dafür sorgen die mit Lehm verputzten Wände, der Schwe­ denofen und das Parkett aus geöltem Eichenholz. Dank mannshoher Fenster an der Süd­ seite und cleverer Möblierung wirkt die in Wohn­, Schlaf­ und Badezimmer aufgeteilte Box erstaunlich weiträumig. Kreatives Platzsparen

Die Trennwände dienen gleich­ zeitig als Schrank und Bücher­ regal – in das ein ausziehbarer Bürotisch integriert ist. Auch der Esstisch lässt sich ausziehen; bei Nichtgebrauch verdeckt er den

Gasherd. Die Schubladen in der Küche sind extratief, damit sich besonders viel verstauen lässt. Auch für die Toilette hat Tanja Schindler eine spezielle Lösung gefunden: ein Trocken­ WC, das Fest­ und Flüssigstoffe trennt. Die Fäkalien fallen in einen mit einem Plastiksack ausgekleideten Behälter, den sie alle fünf Wochen mit dem nor­ malen Hauskehricht entsorgt. Noch lieber würde sie die Ex­ kremente kompostieren, aber das ist verboten. Dank einer Lüftung, die ständig etwas Luft durch das WC absaugt, riecht das moderne Plumpsklo kein bisschen. Wie auch das Grau­ wasser aus Dusche und Küche fliesst der Urin in die Kanalisa­ tion, wobei es laut Tanja Schind­ ler theoretisch möglich wäre, das Wasser auf dem Dach mittels Minikläranlage zu reinigen. Mit Fundament, Anschluss an die Kanalisation und Transport kostet die «Ökowohnbox» um die 250 000 Franken. Trotz des stolzen Quadratmeterpreises von 7000 Franken hat Tanja Schind­ ler inzwischen zehn Interessen­ ten, die bei ihr eine Box in Auf­ trag geben wollen. Sie alle suchen aber noch einen Bauplatz bezie­ hungsweise ein Grundstück zum Pachten. www.oekowohnbox.ch


Öko- und Minihäuser auf Video und in Bildern

28 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

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Andrea Kradolfer und ihr Wohnmobil aus Holz. Im Gegensatz zu vielen anderen Wagenbewohnern bewegt sie sich zwar im legalen Rahmen, dennoch möchte sie unerkannt bleiben.

Der Wohnwagen

Viel Freiraum auf vier Rädern

Andrea Kradolfer (27) hat in den vergangenen acht Jahren an vier verschiedenen Orten gelebt, aber immer in denselben Wänden: in einem Wohnwagen. Aber nicht etwa in einer kom­ munen Plastikschüssel, sondern in einer hübschen Holzkon­ struktion. Sie hat ihr Zuhause gemeinsam mit ihrem Freund René Sarge (39) gebaut, der als gelernter Zimmermann auf mo­ bile Holzhäuser spezialisiert ist. Andrea Kradolfer, die als Korbflechterin ebenfalls hand­ werkliche Fähigkeiten mit­ bringt, ist am Geschäft ihres Freundes beteiligt. Das Paar hat gemeinsam mit anderen Handwerkern seit 2008 rund ein Dutzend Wohnwagen hergestellt, manche mit aus­ ziehbaren Erkern für Küche, Dusche und WC, andere in relativ einfacher Ausführung. Das teuerste Modell war 32 Qua­

dratmeter gross und verkaufte sich für 150 000 Franken. Unter ihren Kunden sollen sich ein Webdesigner, eine Mathema­ tikerin und eine Treuhänderin befinden. Diese Klienten wollen ihren Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen. Wagen­ bewohner sind tendenziell medienscheu, weil sie nicht in ihrem Wohntraum gestört wer­ den wollen – oder weil sie mit einem Fuss in der Illegalität leben, da es offiziell nicht aner­ kannt ist, im Wagen zu wohnen. Leben auf elf Quadratmetern

Bei Andrea Kradolfer ist alles im legalen Rahmen: Sie hat sich mit ihrem rund elf Quadrat­ meter grossen Wagen der Kulturfabrik Wetzikon ZH angeschlossen, die eine Bewilli­ gung für neun Wagenplätze hat. Ihr Zimmer auf Rädern bietet einen Holzofen, einen Sessel,

einen Stuhl, ein Tischchen, einen alten Küchenschrank und ein Hochbett, unter dem sich viel für Stauraum für all ihren Krimskrams befindet. An ihren Standplätzen hatte die Wagen­ bauerin bisher immer Zugang zu sanitären Anlagen. In Wetzi­ kon kann sie auch die Küche mitbenutzen. Wo dies bisher nicht möglich war, kochte sie auf zwei Herdplatten, die sich schnell auf­ und abbauen liessen. Teilen und sich auf kleinem Raum organisieren war für Andrea Kradolfer noch nie ein Problem: «Ich besitze nicht viel und hatte schon in den WGs immer das kleinste Zimmer.» Zudem könne sie sich schon lange nicht mehr vorstellen, in einer 08/15­Wohnung zu leben – zumal man sie bei einem Umzug nicht einfach an einen Traktor hängen könne. www.wagenschmiede.ch

Fast wie eine ganz normale Einzimmerwohnung: das Fertighaus in Arboldswil BL, das Nadya Michel bewohnt


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MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 29

Strahlend schön in den Sommer

Das Fertighaus

Minidomizil ab Stange Nadya Michel (28) ist über ein normales Inserat zu ihrem Häuschen in Arboldswil BL gekommen. Sie suchte für sich und ihre Katzen und Meerschweinchen eine hübsche, bezahlbare Mietwohnung im Grossraum Basel und war schon fast am Verzweifeln, als sie ein 45-Quadratmeter-Haus im Internet entdeckte: «1400 Franken pro Monat für ein Haus mit Garten! Erst dachte ich, das Ganze sei ein Witz», sagt die Verkaufsassistentin. Das Häuschen gehört Hanspeter Rudin (71), der im Dorf aufgewachsen ist und hier ein Stück Land geerbt hat. Für die Strasse, die an seinem Grundstück vorbeiführt, musste er der Gemeinde 40 000 Franken zahlen, obwohl er sie gar nicht nutzte. Das nervte den Rentner. Statt nur Ausgaben wollte er auch Einnahmen. Also beschloss er, das Land zu bebauen. Da er kein zu grosses finanzielles Risiko eingehen wollte, entschied sich Bauherr Rudin für ein kleines Objekt des Fabrikats Schwörer Haus. Der Deutsche Hersteller ist auf Fertighäuser spezialisiert und lieferte Rudin das Häuschen für 180 000 Franken inklusive Wärmepumpe. Eine Baubewil-

ligung zu erhalten, war kein Problem, da das Modulhaus wie ein normales Einfamilienhaus funktioniert. Allerdings verdoppelte sich der Betrag dann fast auf insgesamt 340 000 Franken – wegen des Fundaments, des von der Gemeinde geforderten Giebeldachs und der Wasser-, Stromund Kanalisationsanschlüsse.

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In kurzer Zeit viele Interessierte

Von seiner Idee liess sich Rudin aber trotz der Gesamtrechnung nicht abbringen: «Ich war mir ziemlich sicher, dass ich das Haus würde vermieten können.» Schliesslich gebe es in der Schweiz mehr als eine Million Singlehaushalte. Und tatsächlich: Als Rentner Rudin das Häuschen im vergangenen Sommer auf den Mietmarkt stellte, meldeten sich innerhalb weniger Tage mehrere ernsthaft Interessierte. Nadya Michel bewohnt das Häuschen nun seit bald einem Jahr und ist immer noch überglücklich. Zwar mutet das Fertighaus im Innern eher wie eine normale Singlewohnung an – nur ohne direkte Nachbarn, aber mit viel Umschwung und eigener Hausnummer. www.schwoererhaus.de

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30 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

Leserforum MM20: Asperger-Syndrom Plötzlich wird die Welt zu viel

«Eltern und Lehrer, bitte genau hinschauen!» Danke für diesen aufschlussreichen Artikel! Bei meinem Sohn wurde das Asperger-Syndrom im Alter von 18 Jahren diagnostiziert – nach einer langen Odyssee während der Schulzeit. Als Mutter spürte ich, dass etwas mit ihm passsierte, das anders war als bei den anderen. Mein Beitrag in seinem Leben: alles abfedern, was nicht mit seiner Struktur einherging. Mit der Abklärung konnte er eine Lehre abschliessen und den Weg gehen, der gangbar ist. Eltern und Lehrer, bitte genau hinschauen! Danke für diesen Artikel, der anderen Betroffenen sicher die Augen öffnet! Brigitte Wolff, via www.migrosmagazin.ch

Im Artikel über Kinder mit Asperger-Autismus zeigt der Kinder- und Jugendpsychologe Thomas Girsberger auf, dass betroffene Kinder viel früher auffällig werden, da die Schule zunehmend mehr Selbst- und Sozialkompetenz verlangt. Gerade mit der Einführung des Lehrplans 21 wird diese Eigenverantwortung noch mehr und bestimmender in den Vordergrund gestellt. Die Schulen sind

nicht auf diese Kinder mit besonderen Bedürfnissen ausgerichtet. So bleibt zu hoffen, dass die Schulreform nicht dazu führt, dass mehr von AspergerAutismus betroffene Kinder als bisher vom normalen Unterricht ausgegrenzt werden und dass unsere Krankenkassen und die Invalidenversicherung die Mehrkosten infolge einer umstrittenen Schulreform nicht tragen müssen. Anja Baroke, Gränichen AG Mit grossem Interesse habe ich den Artikel von Thomas Girsberger zum Thema Asperger-Syndrom gelesen. Der Titel, «Lehrer wissen oft nicht, was zu tun ist», ist eigentlich gerade Grundlage meiner Masterarbeit. Darum möchte ich den Hinweis geben, dass im Kirja-Verlag die Broschüre «AspergerSyndrom – Aufklärung und Sensibilisierung der Mitschüler und Mitschülerinnen», verfasst von Kathrin Kaufmann, erhältlich ist. Diese hilft ausgezeichnet und lässt Lehrern die nötigen Informationen zum Thema zukommen. Kathrin Kaufmann, via www.migrosmagazin.ch

MM 19: Diese Woche Schwimmbäder sparen beim Badmeister

«Ein Freibad sollte keinesfalls auf den Badmeister verzichten» Badmeister mit Rettungsschwimmerbrevet sind ein wichtiger Bestandteil einer Badi, weil sie für Sicherheit sorgen. In Freibädern und vor allem in Badis an Seen und Flüssen kommt es schnell zu Gefahren, bei denen er sofort helfen kann.

Ich fühle mich auf jeden Fall sicherer, wenn ich neben dem Schwimmbecken einen Badmeister stehen sehe. Zudem sorgt er für die Hygiene und die Wasseraufbereitung in der Badi. Ein Freibad sollte deshalb wenn irgendwie möglich keinesfalls auf den Badmeister verzichten. Svenja Mischler, Unterkulm AG MM20: Sonderausgabe Tessin Kolumne Bänz Friedli

«Mein Herz schlägt für das Tessin und die Tessiner» Na ja ... Ob Lara Gut wirklich das richtige Aushängeschild für das Tessin ist? Braucht es überhaupt ein Aushängeschild? In den 80ern habe ich in Lugano gearbeitet, davor war ich etwa zehn Jahre lang im Tessin in den Ferien. Ich habe meine Meinung über die Tessiner gründlich revidiert. Dort Ferien zu machen und dort zu arbeiten, waren/sind komplett unterschiedliche Dinge: Die Tessiner haben oft härter und präziser gearbeitet als wir Deutschschweizer. Mein Herz

Bilder: Annette Boutellier, Lukas Lehmann/Keystone, Almut Berger

Wir haben zwei betroffene Kinder. Im Kanton Bern bekommen wir gerade mal vier IFLektionen pro Woche zugesprochen. Grosse Klassen und viele unterrichtende Lehrpersonen – mit verschiedenen Ansprüchen an die Kinder – sind eine grosse Herausforderung. Oft bleibt kaum noch genug Kraft, um sich mit dem Schulstoff auseinanderzusetzen. Auf meine Frage nach einer für Autisten geeignete Schulform wurde mir mitgeteilt, dass eine solche nicht existiere. Fazit: das eine Kind im Homeschooling, das andere Kind an der öffentlichen Schule – total überfordert! Franziska Imhof, via www.migrosmagazin.ch


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MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 31

schlägt für das Tessin und die Tessiner, aber nicht für die Aushängeschilder (früher Nella Martinetti, Vico Torriani, heute eben Christa Rigozzi etc.). Wir tun dem Tessin unrecht, wenn wir es auf Klischees reduzieren. Barbara Eichenberger, via www.migrosmagazin.ch Super Ticino-Beitrag! Leider eine schlechte PR-Werbung für den Tessin-Tourismus. Hoffentlich kann Sie «niemand» deswegen belangen ... Wie oft habe ich mich geärgert und werde ich mich wohl noch ärgern müssen über die Tessiner Werbe-Ikone Christa Rigozzi. Das unnatürliche Dauergrinsen, das uns überall verfolgt und bei den Werbeund TV-Gewaltigen wohl Eindruck macht, finde ich geradezu lästig. Ich bin nicht «eifersüchtig» (da 75-jährig!), aber neue «Tessiner Gesichter» wie Lara Gut – und hoffentlich noch kommende frische Gesichter – täten unserem südlichen Nachbarn als Werbeträger gut. Christa

Rigozzi wird sicher noch als Z-Prominenz-«Ehrengast» bei der Neat-Eröffnung agieren. Oma Gisler, via www.migrosmagazin.ch MM20: Sonderausgabe Tessin allgemein

«Es hat mir Spass gemacht, das Magazin zu lesen» Ich danke und gratuliere zu dieser Ausgabe des MM mit den sehr guten Beiträgen über den Gotthard, das Tessin, Mario Botta und Adolf Ogi. Sehr gelungen. Es hat mir Spass gemacht, das Magazin zu lesen. Franziska Peterhans, via E-Mail Ein gut gemachtes Heft. Ein Wermutstropfen: Die SBBMitarbeiter in Erstfeld sind nicht zu den Feierlichkeiten zur Neat-Eröffnung eingeladen. Beatrice Gross, via www.migrosmagazin.ch

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32 | MM21, 23.5.2016 | MENSCHEN

Sascha Ruefer

«Ich muss nicht das sagen, was Zuschauer gern hören»

Bei Sportreporter Sascha Ruefer beginnt das Kribbeln: Bereits zum vierten Mal wird er die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft an der Fussball-EM kommentieren. Der TV-Mann über potenzielle Champions, sein Selbstverständnis als Moderator und die zwiespältigen Gefühle, wenn er selber kickt. Text: Reto E. Wild, Reto Meisser Bilder: Herbert Zimmermann


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«Ich bin relativ emotional und bringe auch mal meinen Ärger zum Ausdruck»: Moderator Sascha Ruefer


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Sascha Ruefer, am 10. Juni fällt der Startschuss zur Fussball-EM in Frankreich. Freuen Sie sich darauf? Ja, klar, das ist eine Riesenfreude, denn eine Europameisterschaft ist eine emotionale Geschichte mit Tausenden von Fans im Stadion und in den Strassencafés. Niemand weiss recht, wie das Fest ausgehen wird. Darum beginnt bei mir so langsam das Kribbeln. Haben Sie als Sportreporter vor Ort überhaupt Zeit, Cafés zu besuchen? Wenn Sie ein Spiel kommentieren, müssen Sie nach dem Schlusspfiff vom Stadion ins Hotel gehen. Da kehren Sie unterwegs auch mal in einem Café ein, um den Kopf ein wenig zu lüften. Sie können nicht vier Wochen lang ständig im stillen Kämmerchen hocken. Aber für Sightseeing fehlt die Zeit. Wir sehen vor allem das Hotel, das Stadion und das Pressezentrum. Sie sind auch privat Fussballfan. Würden Sie manchmal nicht lieber ein Spiel mit Freunden in einer Beiz verfolgen? Tatsächlich: Das ist etwas vom Schönsten! Doch das letzte Spiel, das ich mit Freunden sah und über das wir philosophierten, war der Champions-League-Final 2001. Lernen Sie an einer EM die Schweizer Spieler besser kennen? Mir stellt sich die Frage, wie viel Nähe ich überhaupt will, wenn ich objektiv berichte. Der Kontakt zur Nati besteht, aber ich wohne bewusst nicht in ihrem Quartier. Es sind jedoch zusätzliche Journalisten im Einsatz, die die Natispieler treffen und ihre Erfahrungen mit mir austauschen. Zu viel Nähe birgt die Gefahr, nicht mehr aus einer gesunden Perspektive kommentieren zu können. Und das wäre unglaubwürdig. Was erwarten Sie von der Schweizer Auswahl an der EM? Es ist unglaublich schwierig, das einzuschätzen. Der Eindruck, den die Nationalmannschaft im Vorfeld der EM abgibt, fällt nicht unbedingt positiv aus. Andererseits sind Vorbereitungsspiele immer mit Vorsicht zu geniessen. Grundsätzlich haben die Schweizer mehr Potenzial als Gruppengegner wie Rumänien oder Albanien. Für mich zählen die Schweizer Fussballer zu den besten in Europa. Das erste Spiel gegen Albanien wird wegweisend sein und zeigen, wie weit sie im Turnier kommen. Welches sind die Schwächen des Teams? (Überlegt) Die Mannschaft ist auf der Suche nach einer Leaderfigur. Diese Rolle haben vorher Goalie Diego Benaglio und Captain Gökhan Inler übernommen. Jetzt verteilt sich die Verantwortung auf die Schultern von jungen Spielern wie Shaqiri oder Xhaka.

Ansichten eines Sportreporters: «Die Nationalmannschaft zu kommentieren, ist ein Traumjob.»

Dieser Prozess erfordert etwas Zeit. Und dass die Schweizer Mühe haben, das Spiel zu machen, ist bekannt. Was erwarten Sie in fussballerischer Hinsicht von dieser EM? Ich glaube, die Spanier werden mit ihrem Tiki-Taka (Kurzpassstil, Anm. d. Red.) nicht mehr bestimmend sein. Vermeintlich Kleine haben aufgeholt – die Rumänen zum Beispiel: Sie spielen physisch sehr stark, taktisch diszipliniert und schalten aus einer gesicherten Defensive sehr schnell in den Angriff um. Ich glaube, wir werden schönen Fussball sehen. Die Mannschaften, die am

Zur Person

Fussballfan und Reporter Sascha Ruefer (44) kommentiert die

Spiele der Schweizer Fussballnationalmannschaft seit 2008. Er wuchs in Biel auf, wo er bereits während der Schulzeit für das Lokalradio Canal 3 und für Regionalzeitungen tätig war. 1995 wechselte er zum Schweizer Radio DRS 1, zwei Jahre später zum Fernsehen. Von einer einzigen Ausnahme abgesehen, kommentiert Sascha Ruefer seit 1998 jede Fussball-EM und Fussball-WM live. Sascha Ruefer lebt in Schenkon LU, gemeinsam mit Freundin Vera Schumacher (35) und Sohn Matti Petter (2).

diszipliniertesten auftreten, werden am weitesten kommen. Wer wird Europameister? Wir werden wohl eine EM der Überraschungen erleben. Erinnern Sie sich, wie die Spanier 90 Minuten lang fast ohne eine einzige Torchance gegen die Rumänen anrannten! Auch die physisch starken Isländer werden immer unterschätzt, obwohl sie genau den Fussball spielen, an dem spielerisch starke Mannschaften zu beissen haben. Letztlich wird aber eine grosse Mannschaft wie Deutschland um den Titel spielen. Sie kommentieren live an der neunten Endrunde und begleiten seit 2008 die Schweizer Nati als Beni Thurnheers Nachfolger. Was für ein Gefühl ist das, in seine Fussstapfen getreten zu sein? Der Vergleich mit Beni Thurnheer ist unfair, weil dieser Mann eine ganze Generation geprägt hat. Er ist auch heute noch mein Vorbild. Seine Fussstapfen sind für mich viel zu gross. Ich versuche, mich selbst zu sein. Ich bin relativ emotional und bringe auch mal meinen Ärger zum Ausdruck. Am Anfang machte ich mir keine Gedanken darüber, was für eine Wirkung das haben kann. Seither sind Ihre lautmalerischen Ausbrüche seltener geworden. Ja, das stimmt. Mit 25 Jahren war ich auch ein anderer Mensch als heute, mit 44; das


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hat ja auch mit Reife, Erfahrung und dem Alter zu tun. Emotionen sind keine Frage der Lautstärke. Wollen Sie auch wie «Beni National» 30 Jahre lang Fussballspiele kommen­ tieren? Ja, das wäre mein Wunsch. Ich möchte die Nationalmannschaft so lange wie möglich kommentieren – das ist ein Traumjob, auch wenn er nicht einfach ist. Weshalb? Alle Zuschauerinnen und Zuschauer sind Schweiz-Fans und hoffen, dass die Nati so weit wie möglich vorstösst. Es ist deshalb extrem wichtig, eine gute Balance zu finden zwischen einer kritischen Beobachtung und dem Versprühen von helvetischer Hoffnung. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Kommentar gut ankommt, wenn die Schweizer Mannschaft gewinnt – verliert sie hingegen, ist der Kommentator der Grund für die Niederlage.

In welcher Phase des Spiels ist es für Sie angebracht, einmal nichts zu sagen? Wenn nicht viel läuft, halte ich mich zurück. Insgesamt kommentiere ich weniger als 50 Prozent eines Spiels. Wenn ich auf unter 40 Prozent komme, erhalte ich Zuschriften, in denen Leute sich beschweren, sie würden Billag-Gebühren zahlen und möchten mehr von mir hören. Kommentiere ich mehr, heisst es, ich solle doch nicht das Spiel zu Tode reden. Weil der Informationsstand der Zuschauer besser ist als früher, sprechen wir tendenziell weniger ins Mikrofon. Es ist nicht meine Aufgabe, den Zuschauern zu beweisen, was ich auswendig gelernt habe. Ich sehe mich als Beobachter eines Spiels. Wie stellen Sie sicher, dass Sie letztlich nicht doch zu viel reden? Am Tag nach dem Spiel schaue ich mir mehrere Szenen an und analysiere meine Arbeit. Und ich habe einen 22-jährigen Assistenten in St. Gallen, der zu Hause meine Spiele verfolgt und mich über iMessage sofort in-

formiert, wenn ich zu viel rede. Er füttert mich während der Spiele auch mit Zusatzinformationen. Wenn Shakiri innerhalb von zehn Minuten drei Tore schiesst, fragt sich der Zuschauer, ob ihm das schon mal gelungen ist. Das klärt mein Assistent sofort für mich ab. Am Tag nach dem Spiel lese ich fast jeden Matchbericht, um abzuschätzen, ob ich mit meiner Analyse richtig lag. Ich muss nicht das sagen, was die Zuschauer gern hören. Der Schweizer Fan möchte lobende Worte über seine Mannschaft hören. Ich bin aber nicht bei einem PR­ Fernsehen angestellt. Laut einer Umfrage des Newsportals Watson sagen 35 Prozent der Leser, dass Sie top sind, 24 Prozent geben Ihnen die Note gut, 11 Prozent mittelmässig, und 30 Prozent sagen, das ständige Geschrei nerve. Wie stark trifft Sie das? Als ich von der WM 1998 zurückkam, hatte ich das Gefühl, dass alle schlecht über mich redeten. Mittlerweile lassen mich solche

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Was erwarten Promis von der Schweizer Nati?

MENSCHEN | MM21, 23.5.2016 | 37

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Zahlen kalt. Ich kommentiere seit fast 20 Jahren fürs Fern­ sehen und habe gelernt, mit Kritik umzugehen und sie rich­ tig einzuordnen. Welchen Kommentar haben Sie im Nachhinein bereut? An meiner ersten WM bezeich­ nete ich die ältere Generation als «Corega­Tabs­Fraktion» und die Italiener als «Spaghetti­ Hochburg». Solche Ausdrücke würde ich heute nicht mehr Wenn die Nati jedoch 60 Minuten lang schlecht kickt, platzt mir der Kragen. Ist es schwieriger, die Spiele seiner Lieblingsmannschaft zu kommentieren? Für wen ich Sympathien habe, darf letztlich keine Rolle spie­ len. Wenn ich merken würde, dass mich ein Spiel von Bayern München elektrisiert, müsste ich in den Ausstand treten. Ich war ein grosser Bayern­Fan, weil ein Onkel von mir in einer Münchner Bierbrauerei gear­ beitet hat. Als Kommentator muss ich, ähnlich wie ein Schiedsrichter, neutral sein. In der Schweiz bin ich schlicht ein Fussballfan, der nicht über­ mässig viele Sympathien für

den Meister Basel hegt. Als gebürtiger Berner habe ich aber auch keine Abneigungen gegen den Zürcher Fussball. Sie sind seit Ende 2013 Vater. Wie hat sich das auf Ihre Arbeit als Moderator und Kommentator ausgewirkt? Mein Sohn hat mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt. Das eigene Kind hat oberste Priorität. Selbstverständlich versuche ich nun, so viel Frei­ zeit wie möglich zu geniessen. Dennoch ist mir der Job sehr wichtig. Allerdings habe ich den Blick auf das Smartphone reduziert, und im Sommer 2015 habe ich mich ganz bewusst aus den sozialen Medien verab­ schiedet. Weshalb? Für mich bringt Facebook weder einen Vorteil noch eine Berei­ cherung. Ich störe ich mich vor allem an der oftmals respektlosen Art, wie die Leute in den sozialen Medien mit­ einander umgehen. Twitter nutze ich allerdings weiterhin als Infokanal. Wie viel Sport treibt der Sportkommentator selbst?

Ich spiele bei den Veteranen des FC Gunzwil, wo ich die Position des Libero wiederein­ geführt habe (schmunzelt). Aber in diesem Jahr, mit EM und Olympischen Spielen, habe ich aus Angst vor Verletzungen letztmals im Januar gespielt. Ein­ bis zweimal pro Woche gehe ich joggen und spiele Badminton. Ich muss zugeben, dass es nicht immer angenehm ist, selber Fussball zu spielen. Warum? Wenn die Veteranen spielen, haben sie Luft für viereinhalb Minuten. Danach wird nur noch geredet. Ich muss mir dann Sätze anhören wie: «Du spielst etwa so, wie du kommentierst.» Oder: «Aha, du kannst den Ball nicht stoppen, aber Shaqiri ankreiden, wenn er einen Fehlpass gemacht hat. Was für einer bist du?» Oder der Schiedsrichter sagt vor dem Anspiel: «Herr Ruefer, hier rede ich, nicht Sie.» Das ist im ersten Moment zwar lustig, mit der Zeit aber ermüdend. Die Fussball-EM dauert vom 10. Juni bis 10. Juli. Die Schweizer Vorrundenspiele finden am 11.6. (15 Uhr), am 15.6. (18 Uhr) und am 19.6. (21 Uhr) statt. Das Schweizer Fernsehen SRF zeigt alle 51 EM-Spiele live.

Sascha Ruefers Favoriten Lieblingstrainer: «Ottmar Hitzfeld hat mich als Stratege und wegen seiner enormen Ausstrahlung am meisten beeindruckt. Die Person, die ich persönlich mag, weil sie sich nicht verbiegen lässt und weil sie wie ich gerne aneckt, ist José Mourinho.» Lieblingsklub:

«Ich bin neutral, hatte aber mal viel Sympathie für Bayern München.» Lieblingsstadion:

«Die neuen Arenen sind allesamt top. Aber Charme und ein richtiger Kessel ist das Vicente Calderón in Madrid, wo Atlético spielt. Was dort abgeht, ist unfassbar.» Lieblingsnationalmannschaft:

«Definitiv die Nati. Ich habe aber auch eine Sympathie für Kamerun entwickelt. Und ich mag Jamaika: Die tragen ein schönes T-Shirt und sind lustig.»

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Umweltpreis

Wildbienen-Experte Claudio Sedivy im Biotop beim Einkaufs­ zentrum Zugerland, einem von 24 Naturarealen der Migros.

Der Biologe Claudio Sedivy begutachtet die Blütenpracht in einem Wildbienen-Biotop, das er gestaltet hat. Das kleine Paradies befindet sich direkt beim Einkaufszentrum Zugerland. Das Biotop gehört zu den 24 Naturarealen der Migros. Diese wurden im Rahmen von Generation M geschaffen. Insgesamt sind so auf einer Gesamtfläche von 2,7 Millionen Quadratmetern Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen entstanden. Dafür erhielt die Migros nun von der Schweizerischen Umweltstiftung den Anerkennungspreis 2016.

Grillkäse

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Urabstimmung 2016

Urban Farming

Bilder: Bettina Matthiessen, Keystone

Ihre Stimme zählt Dieser Tage erhalten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter ihre persönliche Stimmkarte für die Urabstimmung 2016. Mit dieser Karte können Sie direkt Ihre Stimme abgeben, und gleichzeitig erfahren die Verantwortlichen der Migros, was Sie über unser Unternehmen denken. Die Frage, die wir Ihnen stellen, betrifft die Genehmigung der Jahresrechnung Ihrer Genossenschaft, die in der Nummer 20 des Migros-Magazins publiziert worden ist. Bericht und Jahresrechnung werden Ihnen von der regionalen Verwaltung und dem regionalen Genossenschaftsrat zur Annahme empfohlen. Nehmen Sie Ihr Recht zur Urabstimmung wahr. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung! Ihre Migros.

Wenn Flachdächer zu fruchtbaren Flächen werden, spricht man von «Urban Farming». Stadtbauern züchten in luftiger Höhe zum Beispiel Gemüse und Fische. Die neue «Farm Scout»App beantwortet Fragen zu solchen Projekten: Ist ein bestimmtes Dach für Urban Farming geeignet? Wäre der Betrieb profitabel? Der digitale Leitfaden ist im App Store ab sofort kostenlos erhältlich. Seine Entwicklung wurde vom Förderfonds Engagement Migros unterstützt.

Studie zur Reputation

Migros hat den besten Ruf Welche Schweizer Unternehmen sind bei der einheimischen Bevölkerung besonders angesehen? Dieser Frage ging das weltweit tätige Beratungsunternehmen «Reputation Institute» nach. An der Studie war auch die Agentur Farner Consulting beteiligt. Über 12 500 Schweizerinnen und Schweizer gaben in Interviews Auskunft. Es zeigte sich, dass die Befrag-

ten besonderen Wert auf Produktequalität, Ethik und Transparenz sowie soziale Verantwortung legten. Die Migros geniesst den besten Ruf und landete auf dem ersten Platz der Rangfolge, die insgesamt 50 Unternehmen umfasst. Den zweiten Platz belegte die Uhrenfirma Jaeger-LeCoultre; auf dem dritten Platz folgte Lindt & Sprüngli.


42 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Wettbewerb

Das beste Bauernbild

Der Schweizerische Bauernverband lanciert in Zusammenarbeit mit dem Migros-Magazin den grossen Fotowettbewerb Agrimage. Gesucht werden die schönsten Fotos der einheimischen Landwirtschaft. Text: Andreas Dürrenberger

V

om herzigen Hofhund über den traditionellen Alpaufzug bis zum male­ risch in grüne Hügel ein­ gebetteten Bauernhof – die Schweizer Landwirtschaft bietet zahlreiche attraktive Fotosujets. Aber welches ist das schönste? Der Fotowettbewerb Agrimage, den der Schweizerische Bauern­ verband mit dem Migros­Magazin lanciert, möchte genau diese Frage beantworten. Neuer Blick auf den Alltag der Bäuerinnen und Bauern

«Unsere Landwirtschaft ist vielfältig, lebendig und weckt Emotionen», sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands und Nationalrat. «Mit unserem Foto­ wettbewerb wollen wir die Leute einladen, sich aktiv damit auseinan­ derzusetzen.» Der Wettbewerb sei auch für die Bäuerinnen und Bauern interessant, erklärt Ritter. Ihm geht es um einen neuen Blick auf ein traditionsreiches Gewerbe: «Wenn die Bevölkerung die Land­ wirtschaft selbst in Szene setzt, erhal­ ten wir eine andere Perspektive und

sehen unseren Beruf durch ihre Augen.» Auch Ritter selbst greift ab und zu zur Kamera und fotografiert besondere Momente mit der Familie oder aussergewöhnliche Ereignisse, die sich auf seinem eigenen Bauern­ hof ereignen. «Als eines unserer Schafe Vierlinge geboren hat, habe ich das natürlich sofort fotografisch festgehalten.» Publikum und Experten küren die Gewinner

Am Wettbewerb beteiligen können sich sowohl Profis als auch Amateure. Auf der Plattform www.agrimage.ch können sie ihre Bilder in insgesamt neun verschiedenen Kategorien hochladen, kommentieren und über Social Media mit der Welt teilen. Eine mit Profis besetzte Jury und ein Publikumsvoting kürt die Sieger. Zu gewinnen gibt es attraktive Bar­ und Sachpreise. Auch für die Abstim­ menden gibt es Preise zu gewinnen. Die Bilder könnten später in Publikationen des Bauernverbands und des Landwirtschaftlichen Infor­ mationsdienstes eingesetzt werden. Eine kommerzielle Nutzung findet aber nicht statt. MM


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 43

Wettbewerb

So machen Sie mit Von April 2016 bis März 2017 können alle begeis­ terten Fotografinnen und Fotografen ihre digitalen Bilder in neun verschiedenen Katego­ rien direkt auf die Platt­ form www.agrimage.ch hochladen, kommentie­ ren und über verschie­ dene soziale Medien direkt mit Freunden und Bekannten teilen. In allen Kategorien werden die Siegerbilder durch eine Jury und durch Publikumsvoting gekürt. Die Jagd nach den besten Landwirt­ schaftsbildern ist eröffnet! Ob mit Profi­ equipment, Kompakt­ kamera oder mit dem Handy spielt keine Rolle, Hauptsache digital. Preise

Hauptpreise in bar für die besten 3 Bilder über alle Kategorien 1. Preis: Fr. 4000.– 2. Preis: Fr. 2000.– 3. Preis: Fr. 1000.– Preise für die besten Bilder in jeder Kategorie 1. Preis: Fr. 1000.– 2. Preis: Fr. 750.– 3. Preis: Fr. 500.– 4.–10. Preis: je ein Ein­ kaufsgutschein aus dem Shirt­Shop auf www.landwirtschaft.ch im Wert von Fr. 100.– Weitere attraktive Bar­ und Naturalpreise für die besten Bilder im Publikumsvoting und für die Voter.

Idyllisch, überraschend oder sogar exotisch – wie sehen Sie die Schweizer Landwirtschaft? Amateur- und Profifotografen können beim Wettbewerb mitmachen.

Bilder: landwirtschaft.ch

Rechtliche Bestimmungen

Über den Wettbewerb wird keine Korres­ pondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausge­ schlossen. Die allgemei­ nen Geschäftsbedin­ gungen sind auf www. agrimage.ch ersichtlich.


44 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Biopoulet

Frische Luft und Radiosound

Im Kanton Freiburg züchtet Yves Quartenoud pro Jahr 10 000 Hühner für die Migros. Dafür setzt er strenge Biorichtlinien um und schaltet jeden Tag das Radio ein. Text: Anne-Isabelle Aebli

Bilder: Mathieu Rod

Vor zwei Jahren haben Yves (47) und Isabelle (44) Quartenoud ihren Hof auf Bio umgestellt. Dass die Tiere frei herumlaufen dürfen, versteht sich von selbst.

I

n der Hügellandschaft von Treyvaux FR, einem Freiburger Dorf am Rande des Greyerzerlands, grasen friedlich Rinder. Beim Blick aus der Ferne auf die steil abfallenden Hänge stechen mitten im Grün der Wiesen und dem Gelb der Löwenzahnblüten kleine braune Farbtupfer ins Auge: Es sind Hühner, die sich hier tummeln und

eifrig picken, ein wenig flattern und sich in der Frühlingssonne das Gefieder wärmen, begleitet von leiser Musik aus dem Radio. Aus dem Radio? «Jawohl, als akustische Abschreckung der Raubvögel», erklärt Yves Quartenoud. Die Klänge aus dem Radio sollen tatsächlich die Hühner vor Angriffen aus der Luft schützen.

Seit zwei Jahren ist Quartenoud Biobauer und einer von 27 Bio-Suisse-zertifizierten Produzenten, die die Micarna mit Pouletfleisch beliefern. Dafür erhält er aktive Unterstützung durch das M-Industrieunternehmen. Fachkräfte der Micarna geben Tipps zur Tierhaltung und zur Umsetzung der Biovorschriften. Vier Hühnerställe hat


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 45

Bernhard Kammer

Quartenoud gebaut, umgeben von vier Pferchen mit versetzbaren Gattern. «Jeder einzelne Pferch muss mindestens 1000 Quadratmeter messen. Und man braucht drei davon, damit die Flächenrotationen gemäss Biopflichtenheft gewährleistet sind. Das heisst, es müssen um jeden Stall herum mindestens 3000 Quadratmeter zur Verfügung stehen», rechnet Quartenoud vor. In jedes Häuschen passen 500 Hähne und Hennen. In der konventionellen Geflügelzucht dürfen deutlich mehr Tiere in einer Halle gehalten werden. «Die Bioproduktion macht zwar etwas mehr Arbeit, aber es ist alles eine Frage der Organisation», erklärt der Biobauer. Unter dem Dachvorsprung des Häuschens befindet sich ein Wintergarten, in dem die Tiere ausreichend Auslauf haben, wenn die Wiese mit Schnee bedeckt ist. Quartenoud: «Jeden Morgen verfüttern wir Vollweizenkörner. Danach können sich die Tiere frei bewegen, bis sie bei Einbruch der Dunkelheit noch einmal Futter bekommen. Das kaufe ich bei der Biomühle, an die ich auch mein Getreide liefere.» Entscheidung pro Bio aus Überzeugung

Bei Yves Quartenoud schauen immer wieder Neugierige vorbei, die von den frei laufenden Hühnern und seiner Produktionsweise angelockt werden. «Überzeugte Bioanhänger sind bereit, für biologische Nahrungsmittel etwas mehr zu bezahlen», stellt er fest. In Abstimmung mit seiner Frau Isabelle und den drei Kindern hat Yves Quartenoud nach über 20 Jahren mit herkömmlicher Tierhaltung 2014 beschlossen, den Betrieb auf Bio umzustellen. «Aus persönlicher Überzeugung und um alles zu vermeiden, was mit Pestiziden zu tun hat.» Seitdem liefert der Hof der Quartenouds neben Bio-Weide-Beef pro Jahr 10 000 Hühner an die Micarna. Das ist die Maximalanzahl, die hier mit den vier Ställen erreicht werden kann, wenn die Vorgaben für das Label Migros-Bio erfüllt werden sollen. Das Zielgewicht liegt bei zwei Kilogramm. «Da unsere Hühner pro Tag nicht mehr als 27,5 Gramm zulegen, dauert die Aufzucht im Vergleich zur konventionellen Haltung doppelt so lang. Sie bleiben also bis zu 80 Tage auf dem Hof», sagt Quartenoud. In der herkömmlichen Pouletproduktion sind es nur 37 Tage, und dabei wird sogar noch ein höheres Gewicht erzielt. «Das Fleisch der Biohühner ist nicht nur faserreicher und fester, sondern auch schmackhafter», findet Yves Quartenoud. «Aber es trocknet auch schneller aus. Daher muss man beim Garen aufpassen.» Seine Empfehlung: «Am besten sehr langsam und bei niedriger Temperatur braten.» MM

«All diese Bauern setzen sich für mehr Tierwohl ein» Bernhard Kammer, was haben die Labels Migros Bio und TerraSuisse gemeinsam? Migros Bio- und TerraSuisseFleisch kommt aus der Schweiz. Bei Migros Bio von Bauern, die den kompletten Betrieb nach den Richtlinien der Bio Suisse bewirtschaften; bei TerraSuisse von Bauern, die nach den Richtlinien der IP-Suisse produzieren. All diese Bauern setzen sich für mehr Tierwohl ein. 2008 hat die Migros Terra­ Suisse ins Leben gerufen. Wie hat sich das Label bis heute verändert? TerraSuisse entwickelt sich ständig weiter. Wichtige Veränderungen waren zum Beispiel die Umstellung in der Kälberhaltung auf einen Auslauf oder auch das Verbot des Einsatzes bestimmter Antibiotika. Neben der artgerechten Fütterung mit Heu und Vollmilch von der Kuh waren diese Massnahmen wichtig, um die Gesundheit der Kälber markant zu stärken. Wie stellt man sicher, dass die Tierschutzrichtlinien eingehalten werden? Bei Labelprogrammen wie Migros Bio und TerraSuisse wird die Einhaltung der Richtlinien regelmässig durch unabhängige Kontrollorganisationen sichergestellt. Im Nicht-Labelbereich liegt die Vollzugskontrolle in der Verantwortung des Gesetzgebers. Eine Tierrechtsorganisation fordert, Bilder der Haltungs­ bedingungen auf Fleisch­ verpackungen zu drucken. Was halten Sie davon? Wir halten dies auch aus Platzgründen nicht für praktikabel. Die Kunden können sich jederzeit auf unserer Homepage darüber informieren, welche Vorgaben zum Beispiel für die Labelproduktion gelten. Dort wird transparent aufgezeigt, was gilt. Dazu informieren wir

Als Bereichsleiter Umwelt & Tierwohl beim Migros-Genossenschafts-Bund ist Bernhard Kammer mit den Richtlinien der Labelproduktion bestens vertraut.

regelmässig mit entsprechenden Publikationen, auch im Migros-Magazin. Wie engagiert sich die Migros zukünftig für den Ausbau des Schweizer Tierwohls? Generell setzen wir weiterhin auf einen hohen Anteil an Rohstoffen, die aus Betrieben stammen, bei denen mehr Tierwohl garantiert wird. Zudem unterstützen wir Forschungsarbeiten der Vetsuisse Fakultät Universität Bern und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL. Beide Organisationen suchen für Jungtiere wie Ferkel und Kälber geeignete Massnahmen zur Stärkung der Tiergesundheit. Die Migros führt auch im Ausland den Standard nach Schweizerischem Tierschutz­ gesetz ein. Wie ist hier der aktuelle Stand? Wir haben erste Meilensteine in diesem ambitiösen Projekt erreicht. Für frisches Poulet­ und Trutenfleisch wurde die Produktion im Ausland bereits auf Schweizer Vor­ gaben umgestellt. Dank des Engagements vieler Beteiligter werden wir weitere Meilensteine erreichen. Zum Beispiel in der Milchproduktion bei Wasserbüffeln.

Interview: Thomas Tobler


46 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

TerraSuisse und Migros-Bio

Nachhaltiger Grillgenuss

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Migros-Bio Poulet-Oberschenkel, per 100 g* Fr. 2.20 Migros-Bio Rindsentrecôte, per 100 g Aktueller Tagespreis

Migros-Bio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Bio-Sortiment umfasst über 1300 Produkte.

TerraSuisse Kalbskoteletts, per 100 g* Aktueller Tagespreis * in grösseren Filialen TerraSuisse steht für eine naturnahe, tierfreundliche Landwirtschaft und stützt sich auf die Richtlinien von IP-Suisse.

Ein Teil von

Die Labels TerraSuisse und Migros-Bio bieten viele hochwertige Fleischprodukte. Viele davon eignen sich besonders gut für den Grill.


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48 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Erdbeertörtchen Ergibt 8 Stück

Martin Steiger ist Beeren­ einkäufer bei der Migros Ostschweiz.

Zutaten 2 EL Gelee, z. B. Quitten

oder Johannisbeeren 8 Törtchenböden à ca. 14 g 500 g Erdbeeren 350 g Rahmquark 1 Beutel Vanillezucker 1 ½ EL Zucker 3 Zweige Pfefferminze Zubereitung

Martin Steiger

«Von Hand gepflückt»

Gelee erwärmen. Törtchenböden damit bestreichen, Gelee fest werden lassen. Erdbeeren in Scheiben schneiden. Rahmquark mit Vanillezucker und Zucker cremig rühren. Creme auf die Törtchenböden verteilen. Erdbeeren dekorativ darauf verteilen. Minze darüberzupfen und servieren. Zubereitungszeit

ca. 30 Minuten

Pro Stück ca. 5 g Eiweiss, 8 g Fett, 21 g Kohlenhydrate, 750 kJ/180 kcal

Während der Hochsaison bietet die Migros ausschliesslich Schweizer Erdbeeren an. Text: Heidi Bacchilega

Martin Steiger, endlich sind die ersten Schweizer Erdbeeren da. Wie lange dauert die Saison? Die Hauptsaison dauert von Mitte Mai bis Ende Juni. Danach gibt es noch Schweizer Erdbeeren aus Spätkulturen bis in den Oktober. Was ist anders an den Schweizer Erdbeeren? Da die Transportwege kurz sind, gelangen die Erdbeeren frisch und ausgereift zu den Konsumenten. Und dies bietet auch die Möglichkeit, Sorten anzubauen, die nicht so fest, dafür aromatischer sind. Welche Sorten Erdbeeren sind in der Migros erhältlich? Neben den Standardsorten gibt es grössere Extra-Erdbeeren oder auch Sorten in Sélection- und Bio-Qualität. Die Ernte der Erdbeeren ist arbeitsintensiv. Wie wird gepflückt?

Bilder: Oliver Bartenschlager

Auch heute noch werden alle Erdbeeren von Hand gepflückt. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, da die Erdbeeren druckempfindlich sind. Wie läuft ein Pflücktag ab? Wie ist der Weg der Beere vom Strauch bis in die Schale? Bei Sonnenaufgang beginnt die Ernte auf dem Feld. Die reifen Früchte werden dabei direkt in die Schale gelegt und in Kisten vom Feld getragen. Im Packhaus werden die Schalen sofort gekühlt und einer Gewichts- und Qualitätskontrolle unterzogen. Was muss beim Transport der Erdbeeren berücksichtigt werden? Die Früchte müssen möglichst schonend transportiert werden. Um die Frische zu erhalten, gelangen die Beeren gekühlt in der geschlossenen Kühlkette bis in die Migros-Filialen.

Tipp Erdbeeren erst kurz vor dem Verarbeiten waschen und putzen. Dabei den Stiel nicht entfernen, da die Beere sonst Wasser aufsaugt und so Aroma verliert.


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 49

Jetzt aktuell

Auf die feinen Schweizer Erdbeeren haben wir lange gewartet! Die Königin der Beeren wird auf einer Fläche von rund 500 Hektaren angebaut.

Fast die Hälfte der gesamten jährlichen Ernte­ menge von 7000 Tonnen kommt aus der Ost­ schweiz, ein weiterer Teil stammt aus dem Mittelland und Wallis. Dieses Jahr erwarten die Produzenten eine gute Ernte, die uns viele süsse und aromatische Früchte beschert.

Erdbeeren eröffnen im Frühsommer die Saison für heimisches Beerenobst.

Mit frischen Pfefferminzblättern harmonieren Erdbeeren besonders gut.

Der leicht saure Rhabarber passt perfekt zu der fruchtig-süssen Erdbeere.

Illustrationen: Olivia Aloisi

Was steckt drin?

Rezept www.saison.ch

Erdbeeren sind eine gute Quelle für Folsäure und liefern wertvolle Mineralstoffe. Mit 60 Miligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch haben sie einen höheren Vitamin C­Gehalt als Orangen und Zitronen. Die Früchte enthalten nur wenig Fett und Kalorien und sind so eine fruchtig­gesunde Nascherei auch für Linienbewusste. www.migros.ch/fruechte­gemuese


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MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 51

Bischofszell

Fruchtige Zugabe Mit den Kompotten von Bischofszell lassen sich im Handumdrehen schmackhafte, erfrischende Desserts zubereiten. Auch als fruchtiger Pausensnack, als Beilage zu Süssspeisen oder zum Frühstück im Joghurt, zum Beispiel mit Granola oder Porridge, sind sie stets eine gute Empfehlung. Für die Herstellung der Bischofszell-Kompotte werden ausschliesslich Früchte aus Schweizer Anbau verwendet.

Aprikosenkompott, Joghurt und Granola sind die Hauptzutaten für ein fruchtiges, knuspriges Dessert.

Granola auf Aprikosenkompott und Joghurt Ergibt ca. 10 Portionen Granola, Rezept für 2 Müesli

Für das Granola 100 g Mandeln grob hacken, mit 50 g Sesam, 300 g Fünfkornflocken und ½ dl Ahornsirup in einer beschichteten Pfanne mischen. Granola bei mittlerer Hitze ca. 8–10 Minuten rösten, bis es eine goldgelbe Farbe annimmt. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen, auskühlen lassen.

75 g Cranberries grob hacken, daruntermischen. Granola ist in einem luftdicht verschliessbaren Glas rund 2 Wochen haltbar. Für das Müesli 200 g Aprikosenkompott und 360 g griechisches Joghurt Nature in 2 Gläser à ca. 3,5 dl schichten. Je ca. 50 g Granola darüberstreuen. * in grösseren Filialen

Rezept

Bild und Styling: Claudia Linsi

www.saison.ch

Bischofszell Apfelmus Braeburn, 300 g* Fr. 2.50

Bischofszell Rhabarberkompott, 310 g* Fr. 2.90

Bischofszell Aprikosenkompott, 310 g* Fr. 3.–

Bischofszell Zwetschgenkompott, 310 g* Fr. 2.90

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Kompotte der Marke Bischofszell.


Danke, liebes Gesicht, dass ich mit dir strahlen kann. Dein Gesicht tut viel f端r dich. Gib ihm etwas zur端ck.


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 53

Saisonküche

Sommerliebling

Mit ihrem erfrischenden Aroma peppt die Gurke Salate auf und macht die Gazpacho und das griechische Tzatziki zu dem, was sie sind. Auch wenn sie das ganze Jahr über erhältlich ist, so schmeckt sie doch in der warmen Jahreszeit am allerbesten.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Sonja Leissing Bilder & Styling: Christine Benz Rezepte: Annina Ciocco

Menü Vorspeise Für 4 Personen

Das Tatar aus Gurke und Feta liefert eine ebenso schlichte wie erfrischende Vorspeise, die beinahe zu jedem Menü passt.

Jetzt neu am Kiosk Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch/abo


54 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Gurken-Bowle mit Minze

Gurkentatar mit Feta

Gurken mit Lachstranchen

Menü Vorspeise Für 4 Personen

Menü

Menü

Aperitiv

Hauptgericht

Für 4 Personen

Zutaten Ergibt ca. 1,8 l 20 g Ingwer 2 dl Wasser 120 g Zucker 2 Limetten 1 Gurke à ca. 400 g 1 Bund Pfefferminze ca.12 Eiswürfel 1l Mineralwasser mit Kohlensäure Zubereitung

Ingwer schälen, in dünne Scheiben schneiden. Mit Wasser und Zucker ca. 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Abkühlen lassen. Die Hälfte der Limetten in dünne Scheiben schneiden, beiseitestellen. Restliche Limette auspressen. Gurke schälen, in dünne Schei­ ben schneiden. Die Hälfte der Gurken mit den beiseitegestellten Limetten in einen grossen Krug geben. Ingwersirup absieben und mit restlicher Gurke fein pürieren. Mit dem Limettensaft in den Krug geben. Minze fein dazuzupfen. Eiswürfel dazu­ geben. Mit Mineralwasser aufgiessen. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

Pro dl ca. 0 g Eiweiss, 0 g Fett, 7 g Kohlenhydrate, 150 kJ/30 kcal

Für 4 Personen Zutaten

4 2 1 TL 1 TL 2 TL 4 EL

300 g 100 g 4

Scheiben Toastbrot à 45 g Gurken flüssiger Honig milder Senf Aceto balsamico bianco Olivenöl Salz, Pfeffer Feta Schnittsalat Dillzweige

Zubereitung

Brot toasten. Gurken schälen, längs halbieren, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Honig, Senf, Balsamico und Olivenöl dazu­ mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Feta in kleine Stücke zerbrechen und fast alles unter die Gurkenwürfel mischen. Auf Blattsalat zu einem Tatar anrichten, mit restlichem Feta bestreuen. Mit Dillzweigen und Toastbrot sofort servieren. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten

Pro Person ca. 15 g Eiweiss, 25 g Fett, 10 g Kohlenhydrate, 1350 kJ/320 kcal

Zutaten

2 4 EL 2 EL 1 EL 6g ½ 8 2 EL

Gurken Joghurt, nature Sonnenblumenöl Weissweinessig frischer Meerrettich Salz, Pfeffer Zitrone Lachstranchen à 180 g HOLL-Rapsöl

Zubereitung

1. Gurken längs halbieren, entkernen und längs in dünne Streifen schneiden. Joghurt, Sonnenblumenöl und Essig mischen. Fast allen Meerrettich fein dazureiben. Dressing mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas Zitronenschale dazureiben.

2. Zitrone auspressen. Lachs mit dem Saft beträufeln. Rundum mit Salz und Pfeffer würzen. Im Rapsöl bei mittlerer Hitze ca. 8 Minuten rundum braten. Auf den Gurkenstreifen anrichten. Mit Meerrettich­ dressing beträufeln, restlichen Meerrettich darüberreiben. Dazu passt Brot oder Reis. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 68 g Eiweiss, 33 g Fett, 5 g Kohlenhydrate, 2450 kJ/590 kcal


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Während die würzigen Quorn Pfeffer-Steaks auf dem Grill brutzeln, einen knackigen aromatischen Sommersalat zubereiten. Avocadoscheiben mit Frühlingszwiebeln, Radieschen und Spinatblättern mischen und mit Zitronendressing beträufeln. Möglichst an der Sonne geniessen. Alle Zutaten gibt’s in Ihrer Migros. Das Rezept für den Spinat-Radieschen-Salat unter www.saison.ch/ m-tipp.

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Cristal- oder Migros-Bio-Feinkristallzucker 1 kg z.B. Cristal, –.80 statt 1.–

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Petit Beurre Chocolat au Lait im 4er-Pack 4 x 150 g

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Hornussersteak, Schweizer Fleisch, per 100 g, 1.95 statt 2.45 20%

Brot und Milchprodukte Gesamtes Oh! Greek Style Sortiment, z.B. Müesli Erdbeere, 150 g, 1.45 statt 1.85 20%

Near-/Non-Food Caruso Oro Kaffee Bohnen oder gemahlen im 3er-Pack, UTZ, z.B. Bohnen, 3 x 500 g, 17.80 statt 26.70 33% MSC Pelican Kabeljau Rückenfilets, tiefgekühlt, 1 kg, 15.60 statt 26.– 40%

Champignons braun, Schweiz, Schale, 500 g, 4.50 statt 6.50 30%

Heidi Gstaader Bergkäse, per 100 g, 1.95 statt 2.45 20%

Migros-Bio Kräuter im Topf, Schweiz, pro Topf, z.B. Basilikum, 2.70 statt 3.90 30%

Alle Xetabel im Duo-Pack, 2 x 200 g, z.B. Nature, 6.40 statt 8.– 20%

Bon Chef Suppen im 3er-Pack, erhältlich in diversen Sorten, z.B. Fleischkügeli mit Fideli, 3 x 74 g, 3.– statt 4.50 33%

TerraSuisse Wiesenmilchkäse, per 100 g, 1.80 statt 2.25 20%

Alle Oasis Getränke, z.B. Tropical, 6 x 25 cl, 5.– statt 7.20 30%

Käse in Bedienung: Appenzeller extra, per 100 g, 2.– statt 2.40 15%

Alle alkoholfreien Biere, z.B. Feldschlösschen, 10 x 33 cl, 7.60 statt 10.90 30%

Radieschen, «Aus der Region.», Beutel, 150 g, 1.80 Eichblattsalat rot, «Aus der Region.», pro Stück, 1.90 Eichblattsalat grün, «Aus der Region.», pro Stück, 1.90

Fisch, Fleisch und Geflügel

Käse in Bedienung: Bündner Klosterkäse, per 100 g, 2.20 statt 2.60 15%

Zweifel Chips und Snacketti in Sonderpackung, Paprika Chips 90 g, Nature Chips 100 g, Snacketti Paprika Shells 75 g und Snacketti Bacon Strips 75 g, 6.50 statt 8.50 20%

Blumen und Pflanzen

TerraSuisse Bramata, 500 g, 1.40 statt 1.80 20% TerraSuisse Rösti, Appenzeller- oder Butterrösti, z.B. Butterrösti, 400 g, 2.20 statt 2.80 20% TerraSuisse Schweinsvoressen, per 100 g, 1.05 statt 1.80 40%

Pfingstrosenstrauss Gloria, z.B. rosa, pro Strauss, 17.90 Hit

ASC Lachs zum Spargel, Norwegen/ Zucht, 280 g, 12.– statt 20.15 40%

Hängepetunien gross- und kleinblumig, «Aus der Region.», im 10-cmTopf, pro Pflanze, 3.90 statt 4.90 20%

Crevettenspiess mariniert Lemon Pepper, 4 Stück, Zucht aus Vietnam, per 100 g, 2.95 statt 4.95 40% gültig vom 26.5. bis 28.5.2016

Fairtrade Stückrose 60 cm, pro Stück, 3.90 statt 4.90 20%

Schweinshalsbraten gewürzt, Schweizer Fleisch, per 100 g, 1.75 statt 2.50 30%

Brotaufstriche im Duo-Pack, Crème Sandwich, Thonpains oder Leberpains, z.B. Crème Sandwich, 2 x 200 g, 4.90 statt 6.20 20% Alle M-Classic Rapsöle, z.B. Schweizer Rapsöl, 1 Liter, 3.40 statt 4.30 20%

Alle TerraSuisse Teigwaren, z.B. Tradition Tagliatelle, 500 g, 3.15 statt 3.95 20%

Salami Triangoli geschnitten im Duo-Pack, «Aus der Region.», per 100 g, 3.70 statt 4.65 20%

Gesamtes Gillette Venus RasiererSortiment (ohne Ersatzklingen, Einwegrasierer und Mehrfachpackungen), z.B. Venus, pro Stück, 7.25 statt 12.10 40% ** Pommes-Halter, aus Keramik, 9.80 Hit Tangan Alu-Grillschalen N° 54, 28 x 22 cm, 16 Stück, 6.90 Hit Rohner Damensocken im 3er-Pack, z.B. schwarz, Gr. 35–38, 9.90 Hit ** Total Waschmittel Color oder Classic in Sonderpackungen, Limited Edition, z.B. Color, 7.5 kg, 24.10 statt 48.20 50% Gesamtes Gillette Herren-Systemrasierer-Sortiment (ohne Ersatzklingen, Einwegrasierer und Mehrfachpackungen), z.B. Pro Shield Rasierer, pro Stück, 10.05 statt 18.80 40% ** Pampers Baby-Feuchttücher im 5er-Pack, sensitive oder fresh clean, z.B. sensitive, 5 x 56 Stück, 14.65 statt 22.– 33% **

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Hinterbeinschinken geschnitten, «Aus der Region.», per 100 g, 3.30 statt 4.15 20%

Noisette oder Marie Croccant im 3er-Pack, z.B. Noisette, 3 x 245 g, 7.30 statt 9.15 20%

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MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 67

Wissenswertes

Hintergrund

Rund um die Gurke Herkunft Von Indien aus gelangte die Gurke zunächst nach Ägypten und breitete sich von dort im Mittelmeerraum aus. In der Nähe von Korinth gibt es eine Stadt mit dem Namen Sikyon, was übersetzt «Gurkenstadt» heisst.

Mehr Rezepte auf www.saison.ch

Einmalig vielseitig Die Gurke enthält viel Wasser, wenig Kalorien und ist das einzige Gemüse, das sowohl in der Küche als auch im Schönheitssalon Verwendung findet.

Sorten

Lagerung Gurken halten sich im Kühlschrank einige Tage. Angeschnitten, werden sie rasch gelb und verlieren Wasser. Sie lassen sich nicht einfrieren. Auch sollten sie separat von Früchten und anderem Gemüse aufbewahrt werden. Kombinationen

Bild: Getty Images

Gurken harmonieren mit Melonen, Joghurt, Ananas, Knoblauch und Meerrettich. Auch Fetaund Blauschimmelkäse passen gut. Gewürze wie Minze, Dill, Estragon und Koriander unterstützen das feine Eigenaroma. Sie sind fester Bestandteil der Mittelmeer-, vietnamesischen und indischen Küche. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Die Gurke lässt sich auf viele verschiedene Arten geniessen. Ob geraffelt in einem Kartoffelsalat, in einer Gazpacho oder zu Lassi verarbeitet schmecken sie köstlich erfrischend.

Gurken dienen auch der Schönheit. Man verwendet sie in Gesichtsmasken oder legt sie in Scheiben rund zehn Minuten lang auf die Augen, um Schwellungen zu lindern.

Aufgrund ihres hohen Wasseranteils sind Gurken kalorienarm. Dafür enthalten sie Vitamin E, Kalium und Kalzium. Sie sollten gut gekaut werden, da sie sonst Blähungen verursachen können.

# Abonnieren oder verschenken Sie jetzt ein Saisonküche-Abonnement!

Code 80061246

Man unterscheidet zwischen Treibhaus- und Freilandgurken. Während die Freilandexemplare (Salat-, Nostrano-, Einlege- und Schälgurke) kriechend wachsen, gedeihen Treibhausgurken (Haus- und Schlangengurke) aufrecht. Beliebt sind auch die kleinen Minigurken als Snack für zwischendurch. Sie alle gehören zur Familie der Kürbisse.

Rechnungsadresse

Vorname / Name Strasse / Nr. PLZ / Ort www.saison.ch

Ja, ich abonniere die Saisonküche ein Jahr lang (12 Ausgaben) für nur Fr. 39.– und spare gegenüber dem Einzelverkauf Fr. 19.80 Möchten Sie ein Abo verschenken? Dann bestellen Sie online unter: www.saison.ch/mm

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68 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Vegetarisch und vegan

Trendiges Picknick Alnatura Kessel Chips, Rosmarin & Meersalz, 125 g* Fr. 2.90

Generation M, dieses Angebot bis 2017 um 30 Prozent zu erweitern. So steht einem trendigen, fleischlosen Picknick nichts mehr im Weg. Es sei denn, das Wetter spielt nicht mit ... Lesen Sie zum Thema «vegetarische und vegane Ernährung» auch das Interview auf Seite 70.

Text: Heidi Bacchilega

Vegetarische und vegane Ernährung finden immer mehr Anhänger, und der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Milch­ produkte, Eier und Honig ist ein zunehmender Trend. Die Migros führt aktuell rund 400 vegetarisch und vegan zertifizierte Produkte und verspricht im Rahmen ihres umfas­ senden Nachhaltigkeitsprogramms

Bild: Lucas Peters

Styling: Mirjam Käser

Gomz Nudel-Mix, 200 g* Fr. 4.90


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 69

Wissenswertes

Wie ersetze ich Tierisches? Vegan oder vegetarisch Kochen ist ohne grossen Mehraufwand möglich. Für viele Produkte mit Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs bieten sich alternative Produkte an, die fast alle in der Migros erhältlich sind.

Alles zertifiziert Freunde der vegetarischen/veganen Ernährung können aus rund 400 Produkten auswählen.

Statt Fleisch lassen sich

Sojaprodukte verwen­ den, die zum Teil auch schon mariniert sind. Wer sie selber marinie­ ren möchte, greift zu klassischen Gewürzen. Auch Seitan, ein Produkt aus Weizeneiweiss mit fleischähnlicher Konsis­ tenz, empfiehlt sich als Fleischersatz.

Bio aha! Soja Line Soyog Waldbeeren, 150 g* Fr. –.80 Anna’s Best Vegi Eblysalat, 300 g* Fr. 5.90

Statt Milch stehen Soja­, Reis­ und Mandeldrinks zur Verfügung. Rahm

Bio aha! Veganaise, 170 g* Fr. 1.95

wird durch Soja­, Reis­ oder Haferschlagcreme ersetzt.

Statt Rührei kann Seidentofu verwendet werden. Wer die gelbe Farbe vermisst, fügt einfach etwas Kurkuma hinzu. Zum Binden eignet sich zum Beispiel Soja­ mehl oder, wenn man süsse Teige zubereitet, auch eine Banane. Statt Honig bieten sich

Crème Sandwich Vegiline, 200 g* Fr. 3.30

Anna’s Best Vegi Guacamole Mexican Style, 200 g* Fr. 3.70

Alnatura Veggie «Salami», 50 g Fr. 1.30

* in grösseren Filialen

pflanzliche Produkte wie Agaven­ oder Birnen­ dicksaft, Ahornsirup, Melasse oder ein selbst­ gemachter Löwenzahn­ honig an.

Das europä­ ische Vegeta­ rismus­Label (V­Label) kennzeichnet Produkte, die sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung eignen.


70 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Frau mit Weitblick: Bettina Höchli ist Trendforscherin am GottliebDuttweiler-Institut in Rüschlikon ZH.

Man ist bekanntlich, was man isst. Essen ist sehr emotional, weil wir es in uns aufnehmen. Und die Auswahl ist heute grösser denn je. Was ich esse oder nicht esse, unterliegt meiner Selbstkontrolle. Die Verweigerung von bestimmtem Essen stiftet darum auch Identität. Ernährungsformen wie Veganismus, die Verzicht und Selbstdisziplin fordern, sind dafür besonders geeignet. Dies umso mehr, als man sie mit übergeordneten Zielen wie Tier- und Klimaschutz moralisch begründen kann.

Bettina Höchli

«Essen stiftet Identität»

Vegetarische und vegane Ernährung erfreuen sich steigender Beliebtheit. Trendforscherin Bettina Höchli vom Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) nennt die Gründe dafür. Interview: Andreas Dürrenberger Bild: Basil Stücheli

Bettina Höchli, weshalb ernähren sich immer mehr Menschen vegetarisch oder gar vegan? Heutzutage sind wir sehr viel unterwegs. Wir sind mobiler und flexibler geworden. Das hat auch unsere Essgewohnheiten verändert, ConvenienceProdukte für den Verzehr unterwegs sind weitverbreitet. Dabei bleibt aber die Sehnsucht nach möglichst natürlicher Ernährung auf der Strecke.

Wir möchten die Kontrolle über unser Essen zurückgewinnen und wissen, woher es kommt, wie es verarbeitet und zubereitet wird. Vegetarische und vegane Ernährung vermitteln dieses Gefühl besser als Fleisch, dessen Ansehen leidet. Wer fühlt sich von dieser Ernährungsweise angesprochen? Vor allem die urbane, junge Bevölkerung. Aber

auch ältere Menschen, die sich vermehrt mit Gesundheit und Sinnsuche beschäftigen. Nebst den echten Vegetariern und Veganern gibt es die Gruppe der Flexitarier, die auch mal Fleisch essen. Was ist deren Motivation? Vegetarische und vegane Ernährung hat den Ruf, gesünder und moralisch besser zu sein. Das macht sie auch zu einem Instru-

ment der Selbstvermarktung. Man will signalisieren, dass man auf Gesundheit und Nachhaltigkeit achtet. Dass nun auch Grossverteiler wie die Migros ihr Sortiment entsprechend ausweiten, zeigt, wie präsent das Thema in der Öffentlichkeit ist. Warum ist die Ernährung heute ein so zentraler Bestandteil unseres Lifestyles?

Kann man bei Veganismus noch von einem Trend sprechen, oder ist das Thema bereits mehr als ein Trend? Veganismus ist nach wie vor ein Trend. Am GDI beschäftigen wir uns mit Megatrends, also fundamentalen Veränderungen. Das Thema Ernährung, das gute Essen, ist ein solcher Megatrend. Nebst Veganismus sind zum Beispiel auch Paläodiät, die sogenannte Steinzeitdiät, sowie die glutenfreie oder auch die regionale Ernährung Trends, die sich teilweise vermischen, aber auch gegenseitig ausschliessen. Die starke Individualisierung sorgt dafür, dass gewisse Trends immer eine Nische bleiben. MM

Ein Teil von

Generation M ist das umfassende Nachhaltigkeitsprogramm der Migros


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74 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Léger

Leichter Genuss den ganzen Tag Kalorienbewusst und genussreich essen ist dank Léger kein Widerspruch. Im Vergleich zu herkömmlichen Nahrungsmitteln enthalten Léger-Produkte mindestens 30 Prozent weniger Fett, Kalorien oder Kohlenhydrate. Exakte Angaben dazu finden sich auf jeder Verpackung. Das Sortiment umfasst über 90 Artikel, darunter zahlreiche Molkereiprodukte für ein leichtes Frühstück, einen ausgewogenen Lunch und ein feines Dessert, das ernährungsbewusste Liebhaber von Süssspeisen wie Glace oder Schoggiflan ohne schlechtes Gewissen geniessen dürfen.

Mit Léger-Produkten lässt sich ein abwechslungsreiches Frühstück gestalten.

Léger Joghurt Erdbeere, 180 g Fr. –.60

Léger French Dressing mit Kräutern, 700 ml Fr. 2.80

Léger Himbeersirup, 75 cl Fr. 2.80

Léger Chips Nature, 75 g Fr. 1.80

Die Rustique-Käsestäbchen im Salat sind ebenso kalorienreduziert wie das Dressing und die Chips.


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 75

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle Léger-Produkte bis 30.5.

Léger Halbrahm UHT, 500 ml Fr. 3.80

Bilder und Styling: Ruth Küng

Auch ernährungsbewusste Liebhaber von Süssspeisen werden im Léger-Sortiment fündig.

Léger Rustique per 100 g Fr. 2.05 In grösseren Filialen

Léger Vanille 1000 ml Fr. 6. 30

Léger Flan Choco, UTZ, 4 × 125 g Fr. 1.95


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Erhältlich in grösseren Migros-Filialen.


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 77

Hier ging und geht Liebe durch den Magen: Die Torte, die sie 2009 an ihrer Waldhochzeit (kleines Bild) verspeisten, lassen sich Marina und Stefan Ziltener auch heute noch immer wieder gern schmecken.

Geschichten teilen und gewinnen Haben auch Sie durch ein Produkt aus der Migros die Liebe Ihres Lebens gefunden? Oder sonst

Von uns. Von hier.

Eine Migros-Torte zur Waldhochzeit Bilder: Paolo Dutto, zVg

L

etzte Woche feierten Marina (29) und Stefan Ziltener (44) ihren siebten Hochzeitstag. Am 16. Mai 2009 hatten sie sich das Ja-Wort gegeben – mitten im Wald. Nicht die gewöhnliche Art, den Bund der Ehe zu schliessen, so unter Ästen und Blättern statt unter dem Kirchengewölbe. «Ich war zuvor schon einmal verheiratet und wollte es beim zweiten Mal anders machen, halt

nicht auf die klassische Weise», sagt Stefan Ziltener. Und seine Verlobte war von der Idee einer Waldhochzeit begeistert. «Unser Budget war sehr bescheiden, wir konnten uns keine Ausschweifungen leisten», erzählt Marina Ziltener. Ein Kollege organisierte die Würste, ihr Grosi brachte Gerstensuppe und ein befreundeter Pfarrer nahm die Trauung vor. Es fehlte nur noch die Hochzeitstorte. Die Wahl fiel leicht:

«Wir gingen in die Migros und kauften unsere Lieblingstorte, eine Monte Generoso.» Angeschnitten wurde der Kuchen auf einem Holztisch, als es bereits dunkel geworden war. Sieben Jahre später nascht das Paar seine Hochzeitstorte immer noch gern. Wobei die Monte Generoso inzwischen einen Fan hinzugewonnen hat: Virginia, die zweijährige Tochter von Marina und Stefan. MM

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The UEFA and EURO 2016 words, the UEFA EURO 2016 Logo and Mascot and the UEFA European Football Championship Trophy are protected by trademarks and/or copyright of UEFA. All rights reserved. © 2016 The Coca-Cola Company. Coca-Cola, Coca-Cola zero and the Dynamic Ribbon are registered trademarks of The Coca-Cola Company.

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MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 79

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Kindergeburtstag und keine Zeit zum Backen? Dafür gibt es die fertigen Kuchen von M-Classic. Zur Auswahl stehen ein Zitronen-, ein Schokoladenund ein Marmor-Cake, wobei sich jeder einzelne mit wenig Aufwand zu einem attraktiven Geburtstagskuchen aufpeppen lässt. Dem Zitronen-Cake zum Beispiel verpasst man erst ein Mäntelchen aus Zitronenglasur, dann kommen Streudekor, Marzipanzitronen und Kerzen drauf – fertig! Wichtig ist, dass man den Kuchen schmückt, so lange die Glasur noch nicht getrocknet ist, damit sie keine Risse bekommt und die Dekoration auch fest sitzt.

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Tipp Zitronenglasur 50 g Puderzucker mit 1–2 EL Zitronensaft zu einer Glasur verrühren. Cake damit bestreichen, dekorieren und trocknen lassen.

Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Fein mit Füllung: Den Kuchen waagrecht halbieren und vor dem Glasieren mit Lemon Curd oder Zitronencreme bestreichen.

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MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 81

Aus der Region. Für die Region.

Knusperstangen aus der Waadt MigrosGenossenschaft Waadt

1

Herkunft Die Butter, die die knusprigen Butterstengel so zart macht, stammt aus der Molkerei Peney-le-Jorat – und damit aus dem Waadtland. Eine echte regionale Zutat also.

2

Zutaten in geringer Menge

Hefeproduzenten gibt es nicht in der Migros-Region Waadt. Da Hefe jedoch keine Hauptzutat ist und nur einen geringen Anteil an den Knusperstangen ausmacht, ist es erlaubt, auf einen Schweizer Lieferanten zurückzugreifen. Die Zertifizierung gefährdet das nicht.

Das Label «Aus der Region. Für die Region.» kennzeichnet regional erzeugte Produkte in der Migros-Region, in der sie dann auch angeboten und verkauft werden. Zum Beispiel die Bâtonnets Croustillants Vaudois. Die butterzarten Knusperstangen produziert das Unternehmen Afiro in Écublens bei Lausanne. Eine externe Firma wacht darüber, dass die Zutaten dafür tatsächlich aus der Region stammen. Erfahren Sie hier, welche Ausnahmen es dabei geben darf.

Zutaten und Kontrollen

Die Butterstengel bestehen aus mehreren Zutaten. Um das Label «Aus der Region. Für die Region.» zu erhalten, muss die unabhängige Interkantonale Zertifizierungsstelle OIC die Herkunft aller Zutaten und alle Verarbeitungsschritte kontrollieren. Das Salz kommt aus der regionalen Saline von Bex. Malz und Milchpulver werden nur in geringen Mengen verwendet und sind Schweizer Herkunft. Für die Zertifzierung spielt dies keine Rolle.

4

Bâtonnets Croustillants Vaudois, 120 g Fr. 4.20 Regional erhältlich

Wettbewerb

Hätten Sie gewusst, … dass es in der Migros Waadt bereits seit 2006 Produkte mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» gibt? Mittlerweile werden in der Waadt über 750 regionale Produkte angeboten. Machen Sie mit beim grossen Wissens-Quiz durch die Regionen und gewinnen Sie attraktive Preise im Gesamtwert von 10 000 Franken.

3

Illustrationen: Flavia Travaglini

Anbaugebiet und Weiterverarbeitung

Das Getreide für die Butterstengel muss natürlich aus der Region stammen. Aber nicht nur das: Auch die Körner müssen in der Waadt gemahlen werden, denn die Vorschrift für die Zertifizierung besagt, dass zwei Drittel der Wertschöpfung in der Region erfolgen müssen.

Teilnahme auf www.ausderregion.ch

Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.


82 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Modischer Zweiteiler im Tropenlook: Damen Bikini Slip Fr. 14.80 Triangle Top Fr. 19.80 Poolparty

Pack die Badehose ein! Mit der Eröffnung der Badis beginnt der Sommer. Zeit für Klein und Gross, sich im und am Wasser zu vergnügen und eine heisse Poolparty zu feiern. Neben zahlreichen Seen und Flüssen laden schweizweit knapp 500 Frei- und Naturbäder zum Schwimmen, Tauchen und Planschen ein. Damit auch das Drumherum für den vergnüglichen Tag keine Wünsche offenlässt, braucht es nicht viele, aber klassische Accessoires wie Grill, Schwimminsel, Sonnenliege, Kühlbox, Sonnenschutz und Schattenspender sowie erfrischende Glace und coole Getränke.

Relaxen auf dem Wasser: Bestway Schwimminsel Island, Vinyl, Ø 1,78 m Fr. 39.90 Im SportXX sowie auf www.sportxx.ch

Frische-Kick mit originellen Botschaften: Individuell personalisierbare Kaugummis Fr. 19.80 www.myskai.ch


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 83

Viel Platz für Glaces, Früchte, Grillgut und Getränke: Star Kühltasche, 18 l Fr. 24.90 Im Do it + Garden

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Schattenspender im asiatischen Design: Holzschirm Asia, Ø 2,80 m Fr. 119.– Im Do it + Garden

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Bild: Istockphoto

Für die spontane Party sofort einsatzbereit: Sunset BBQ Sunny 2B Fr. 199.– Im Do it + Garden

Kein Badeplausch ohne Eis am Stil: Frozen Yo Greek Style Glace, 6er-Pack Fr. 5.70 In grösseren Filialen

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MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 85

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Ich habe gehört, dass die Migros-Waschmittel Weichspüler enthalten. Kann dies nicht zu Hautproblemen führen?

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Die Migros-Waschmittel enthalten keinen Weichspüler. Es ist also den Kundinnen und Kunden überlassen, ob sie solche Wirkstoffe hinzufügen wollen. Weichspüler schützen Textilien vor Knitterfalten und erleichtert das Bügeln. Sie verleihen der Wäsche einen angenehmen Duft und steigern den Tragekomfort, den Kleider bieten.

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr.

Die Waschmittel und auch die Weichspüler der Migros sind durchgehend auf ihre Hautverträglichkeit getestet. Zudem bietet die Detailhändlerin für Menschen mit besonders empfindlicher Haut sogenannte Sensitivprodukte an – zum Beispiel den Weichspüler Exelia Sensitive. Bei diesen Produkten wird auf allergene Duftstoffe verzichtet, um das Risiko einer allergischen Reaktion zu minimieren. MM

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Migros steigt «i d’ Hose». Wer wird zum Favoriten fürs «Eidgenössische»? Wer holt sich den Muni? Wer wird zum Aufsteiger der Saison? Wer bodigt den aktuellen König? Diese Fragen werden im Lauf der nächsten Wochen geklärt, wenn sich im Schwingsport wieder Höhepunkt an Höhepunkt reiht. Die Migros Aare engagiert sich seit vielen Jahren fürs Schwingen, unterstützt den Nachwuchs, zahlreiche regionale Feste und auch die grossen überregionalen Anlässe.

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Solothurner Kantonalschwingfest in Walterswil (29. Mai): www.kantonalschwingfest-so.ch Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg (5. Juni): www.ag16.ch Kantonal-Bernisches Schwingfest in Meiringen (17. Juli): www.bksf2016.ch Weissenstein Schwinget (16. Juli): www.weissenstein-schwinget.ch Nordwestschweizerisches Schwingfest in Fulenbach (7. August): www.nws2016.ch

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Enge Zusammenarbeit mit Saviva Die Migros Aare arbeitet bei ihren Sponsoring-Engagements

vermehrt und erfolgreich mit der Migros-Industrie zusammen. Die Migros Aare ist als Sponsorin zahlreicher Sportklubs und Veranstaltungen aktiv. Bei grösseren An-

lässen wie etwa Open-Air-Festivals ist die Migros Aare oft mit eigenen Verpflegungsständen vor Ort präsent. Aber auch die Lieferung von Waren direkt an den Veranstalter oder den jeweiligen Sponsoring-Partner stellt für die Migros

Aare bei vielen SponsoringEngagements ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft dar. Ein Beispiel: Mit dem Shoppingund Erlebniscenter Westside ist die Migros Aare langjähriger Goldsponsor des Schlittschuh-Clubs

Bern (SCB). Dieser wiederum bezieht via Sportgastro AG, der Gastronomie-Tochtergesellschaft des SCB, mittlerweile einen Grossteil der Waren bei Betrieben von Saviva, der Dachgesellschaft der Migros-Industriebetriebe.


88 | MM21, 23.5.2016 | MIGROS-WELT

Loufmeter

Schön sein mit Berner Design

Am 28. Mai wird die Berner Altstadt zum Laufsteg. Ab 11 Uhr verkaufen die lokalen Labels ihre Mode im Lorenzini. Text: Thomas Erb

B

Bild: Michèle Büschi

ereits zum vierten Mal bringt Loufmeter ein­ heimisches Modeschaf­ fen auf die Gasse und raus aus den Ateliers. 40 Models und eine Band sind am Samstag, 28. Mai, unterwegs durch die Berner Altstadt. In diesem Jahr präsentieren sieben Berner Labels und ein Gastlabel aus Zürich ihre neusten Kollek­ tionen. Das sind: 2ème Étage, Adrian Reber, Debora Rentsch, Maria Pia Amabile, PAMB, Sa­ bine Portenier, die Newcomerin

Lui Luis und Flaka Jahaj mit ihrem Label IAHAI. Für die Musik sorgt bereits zum zweiten Mal der Berner Simon Bau­ mann: Seine eigens für Louf­ meter 2016 zusammengestellte Formation Fats Tiger’s Swing Monkey präsentiert eine Revue der Swing­Klassiker von Django Reinhardt bis Louis Prima. Route und Programm

Pünktlich um 14 Uhr startet die Modeschau auf der Graben­ promenade, wo 60 Meter roter

Teppich ausgelegt sind. Danach geht es auf einem 75­minütigen Rundgang durch die Gassen der unteren Berner Altstadt: Grabenpromenade, Rathausgas­ se, Rathausplatz, Kreuzgasse, Kramgasse, Hotelgasse, Müns­ tergasse, Münsterplatz, Kreuz­ gasse, Kramgasse bis zum Zytglogge. Das Publikum ist eingeladen, sich dem Umzug anzuschliessen oder sich entlang der Route in eines der Strassencafés zu setzen. Spätestens nach dem

Umzug geht es in die Hotelgasse und ins Ristorante Lorenzini, wo der Loufmeter­Modeverkauf stattfindet. Hier kann man das auf der Strasse gesehene Lieb­ lingskleid sofort kaufen. Bei Loufmeter weiss man, wer die Stücke entwirft und wo sie produziert werden. Hier trifft man die Modedesigner persönlich. Der Modeverkauf findet von 11 bis 18 Uhr statt. Die Ein­ nahmen beim Verkauf gehen zu 100 Prozent an die Labels. «Support your local designer!»


MIGROS-WELT | MM21, 23.5.2016 | 89

Grosse Stars begeistern die Fans im kleinen Städtchen. Openair Aarberg

Grosse Stars im kleinen Städtchen Stars of Sounds: Der lauschige Stadtplatz im

seeländischen Aarberg wird am 8. und 9. Juli zum Zentrum eines kleinen, aber feinen Musikfestivals. Text: Jacqueline Mendl

An der Modeschau Loufmeter tragen die Models die Kreationen lokaler Modedesigner durch die Berner Altstadt.

Loufmeter ist im Frühling 2013 auf Initiative des Kulturbüros Bern entstanden und wird seit 2014 als eigenständiges Projekt des Kulturprozents der Migros Aare durchgeführt. Mit finan­ zieller Unterstützung der Berner Design Stiftung und in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Bern und neu mit Globus Bern City. MM Mehr Informationen: www.loufmeter.ch Loufmeter ist ein Projekt des Kulturprozents der Migros Aare.

M

itten in der schönen Altstadt steht die Bühne, auf der sich in Aarberg auch dieses Jahr grossartige Künstler die Ehre geben. Eines der Highlights am Freitag, 8. Juli, ist der Graf und seine Mannen von Unheilig. Die deutsche Kultband macht auf ihrer Abschieds­ tournee im Berner Seeland halt. Und die fünf Schweizer Musik­ grössen Polo Hofer, Adrian Stern, William White, Caroline Chevin und Lina Button mit Take this feat. Swiss Allstars nehmen die Bühne in Beschlag. Am Samstag stehen dann der Kalifornier Matt Simons, Lo & Leduc und Klischée im Rampen­ licht, bevor es zum Schluss eine geballte Portion Energie und Euphorie von den elf Berlinern von Seeed gibt. Die Migros als Presenting­Partnerin und Westside als Hauptsponsor sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Cha chà verwöhnt die Musikfans mit asiatischen Köst­ lichkeiten aus dem Wok. MM

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flugsboot durch den Zrmanja-Canyon. Nachmittags Stadtrundgang in Zadar. Abschieds Aperitif mit Abendessen. 8. Tag Plitvicer Seen–Schweiz Ausschiffung, Bustransfer nach Zagreb mit Ausflug zu den Plitvicer Seen (fak. Verpflegung im Nationalpark). Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Zürich. Individuelle Heimreise. Alle Ausflüge im Preis inbegriffen | Programmänderungen vorbehalten | Partnerfirma: Obrt za Usluge (Ivan)

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Verschmutztes Aluminium gehört in den Hauskehricht. Falsch!

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

In modernen Aluminium-Recyclinganlagen ist verschmutztes Sammelgut problemlos verarbeitbar. Wenn man Tiernahrungsschalen mit kaltem Wasser leicht ausspült, schränkt dies die Bildung unangenehmer Gerüche ein. Durch das Recycling von Cola-Dosen, Joghurtdeckeln und Senfuben lassen sich gegenüber der Herstellung von neuem Aluminium bis zu 95 Prozent Energie einsparen.

Philipp Tingler (44) ist

Autor und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«E-Mails lassen sich kopieren und weiterschicken. Sie sind aufgrund ihrer Stofflosigkeit eine weniger persönliche Form der Kommunikation als der klassische Brief. Grundsätzlich gilt daher für diese Art der elektronischen Korrespondenz die Regel: Allzu Privates sollte auf anderem Weg mitgeteilt werden – also ungefähr alles, was Sie Ihre Mutter nicht lesen lassen würden. Denken Sie zudem daran, dass besonders E-Mails an Geschäfsadressen unter Umständen lange gespeichert werden und dass hier of zusätzlich zum eigentlichen Adressaten auch noch andere Leute Einsicht in den Posteingang haben. Falls Sie privater, aber trotzdem nicht handschriflich werden wollen, weil Ihnen das zu lange dauert: Schicken Sie eine Textnachricht respektive SMS via Mobiltelefon. Textnachrichten sind sowohl informeller wie auch persönlicher als E-Mails.»

Darum gilt:

Verschmutztes Aluminium kurz mit kaltem Wasser abspülen und gemeinsam mit anderem Aluminium zur Sammelstelle bringen und so den Rohstoffkreislauf schliessen.

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Wie wählen Sie Gotte oder Götti aus?

LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 95

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Mamma mia

Familie

Ehrenamt mit Pflichten

Z

Eine schöne Aufgabe: Gotte oder Götti sein. Sie verlangt aber auch ein gewisses Engagement. Darum beginnt sie mit einem offenen Gespräch – und klaren Vorstellungen. Text: Priska Plump

D

ie kleine Selina ist aufgeregt: Gleich wird Götti Urs sie abholen. Sie wollen in den Zoo gehen. Die beiden unternehmen oft etwas zusammen. Vorbei sind die Zeiten, als Gotte und Götti ihre Pflicht erfüllt sahen, wenn

sie ein Konto fürs Patenkind einrichteten und an Weihnachten und Geburtstag Geschenke brachten. «Heute steht die Beziehung im Vor­ dergrund: Paten sind häufig Anlaufstelle für ein Kind», sagt Barbara Wüthrich (41), Elternberaterin bei Pro Juventute.

Paten nehmen einen wichtigen Platz im Leben eines Kindes ein. Die Wahl will also gut überlegt sein: lieber ein enger Verwandter oder ein guter Freund? Soll eine Freundschaft zementiert werden? Sollte es ein junger Götti sein oder jemand mit einem ande-

ren Lebensstil? «Es ist wichtig, dass die Eltern ihre Erwartungen offen mitteilen und dass potenzielle Paten sich der Verantwortlichkeiten bewusst sind.» Insbesondere gilt es zu überlegen, ob man die langfristige Verpflichtung eingehen will. «Lieber ein ehrliches Nein als ein halbherziges Ja», sagt die Expertin. Realistische Ziele setzen

Viele Gotten und Göttis plagt ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht so viel Zeit mit dem Kind verbringen können, wie sie möchten. Deshalb sollten Paten wie Eltern realistisch bleiben und nicht zu hohe Erwartungen stellen. Sind die Grundsätze einer Patenschaft einmal geklärt, steht einer erfreulichen Paten-Kind-Beziehung nichts mehr im Weg. Barbara Wüthrich: «Es ist eine Ehre, Gotte oder Götti sein zu dürfen. Man darf sich darüber freuen und das Patenkind auch verwöhnen.» MM Tipps

Offen reden Geben Halt: Paten nehmen einen wichtigen Platz im Leben eines Kindes ein.

Entlarvendes Zahlenspiel

Zeit für eine Enthül­ lung: Ich lebe mit nur einer Gehirnhälfte. Links, wo die mathematischen Fähigkeiten sitzen sollten, ist ein Hohlraum. Rechts ackert die Kreativität wie blöd, um die gähnende Leere links zu überspielen. Ich kann die Grundrechenarten, Prozente gehen auch noch. Aber dann … Grande Casino. Herr Leinenbach mag es aber nicht, wenn er Sätze wie «Ich kann nicht rechnen, weil ich eine Frau bin» hört. – «Dir fehlts nicht an Hirn, sondern an Neugier und Biss.» Autsch! Als die Mädchen ge­ boren wurden, liess er mich schwören, dass ich ihnen nie den «Chabis» von den Hirnhälften erzähle. Das klappte, bis Ida mit einem Sudoku von der Schule kam. Sie versuchte, die Zahlen auf die Kästchen zu verteilen. «Wie gehts hier weiter?», wollte sie wissen, als es schwierig wurde. Ähm … ja. Nach langen Minuten hatte ich die Ziffern irgendwie untergebracht. Ida stellte trocken fest: «Du bist nicht so gut in Mathi.» «Doch, weil ich eine Frau bin, kann ich das super. Ich schaffe es nur nicht immer, es zu zeigen.»

1 Kommt die langfristige

Verantwortung für die betreffende Person überhaupt infrage? 2 Ehrlichkeit zwischen

Bild: Getty Images

Eltern und Paten ist zentral 3 Vorstellungen unmiss-

verständlich formulieren

4 Nicht zu hohe Erwartungen stellen

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


96 | MM21, 23.5.2016 | LEBEN

Gesundheit

Falscher Alarm in der Brust Schmerzen am Herzen machen Angst. Rasch wähnt man sein Leben in Gefahr. Doch manchmal lässt man sich täuschen – wenn der Schmerz nicht aus dem Herzen kommt, sondern aus seiner Umgebung. Text: Bruno Gröbli

M

an sitzt am Schreibtisch, liest etwas Ärgerliches, regt sich auf, atmet tief ein – ein schmerzhaftes Stechen bohrt sich ins Herz. Man er­ schrickt gehörig, verbindet man doch Herzschmerzen mit allerlei Lebens­

bedrohendem, verharrt bewegungslos, um sich zu schonen – und macht damit alles schlimmer. Der Fall ist typisch für Herzbe­ schwerden, die keine sind: Nicht selten stammen punktförmige Schmerzen im Brustkorb, die auch gegen das Brust­

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 97

Tipps

Rasch handeln bein ausstrahlen, von Rippen- und Wirbelgelenkblockaden in der Brustwirbelsäule. Diese wiederum können von Störungen der Halswirbel- oder der Lendenwirbelsäule herrühren.

Bilder: Lev Dolgachov/Fotolia

Was macht den Unterschied?

Vermeintliche Herzbeschwerden verursachen kein Engegefühl und werden bei Bewegung geringer – im Gegensatz zu den «echten» Herzschmerzen, etwa einer Angina Pectoris im Verlaufe einer Durchblutungsstörung des Herzens. Wie aber kann ein blockiertes Wirbelgelenk einen Schmerz auslösen, der als Schmerz in einem gesunden inneren Organ empfunden wird? Zwischen dem Nervensystem und den inneren Organen bestehen komplizierte Reflexmechanismen: Die Informationen aus Gelenken und Muskeln der Wirbelsäule sowie aus inneren Organen fliessen bei ihrem Eintritt ins Rückenmark zusammen.

Dies erschwert es, ihre Herkunft zu erkennen, besonders bei Störungen der Wirbelsäule.

Schmerzen in der Brust, die

den Eindruck von Herzschmerzen machen, darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen oder gar ignorieren.

Erst die Ursache abklären

Langes Verharren im Sitzen und allgemein zu wenig Bewegung, aber auch abrupte und ungewohnte Bewegungen, unüblich tiefes Ein- und Ausatmen können das irritierende Stechen auslösen. Es tritt häufig nach Unfällen auf, und oft leiden Kinder und Jugendliche mit einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) und Personen mit Überbeweglichkeit oder geringer Muskelspannung daran. Erste Massnahme ist, die Schmerzursache sorgfältig abzuklären. Handelt es sich um eine Funktionsstörung der Wirbelsäule, kann der Chiropraktor die betroffenen beziehungsweise schmerzauslösenden Gelenke in den meisten Fällen mit einer gezielten Behandlung lösen. MM

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Lassen Sie die Ursache der Schmerzen von einer medizinischen Fachperson abklären. Liegt die Ursache in der Wirbelsäule oder den Rippen, kann ein Chiropraktor die oft lästigen und einschränkenden Beschwerden beheben, indem er Blockierungen in den Schmerz auslösenden Gelenken behebt. Weitere Infos: www.chirosuisse.info In Zusammenarbeit mit

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 99

Beauty

Sonnenbräune aus der Tube

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Die richtige Dosierung ist entscheidend. Das gilt auch bei Selbstbräunern. So vermeidet man, dass die Haut sich verfärbt und fleckig wird. Text: Martina Bortolani

D

enkt man an Selbstbräuner, sieht man automatisch orangefarbene, fleckige oder gesprenkelte Haut vor sich. In den Köpfen vieler hat sich die Vorstellung eingebrannt, dass man nach Gebrauch von Self-Tanning-Produkten,

1

Fürs Gesicht Verwenden Sie eine Creme. Ein bewährter Trick: Den Selbstbräuner in geringer Dosis unter die Tagescreme mischen, das sorgt für ein diskretes Ergebnis. Wichtig ist, dass man die Hände nach der Anwendung immer gründlich reinigt.

2

Für die Beine Ideal sind Spray­ lotionen oder Fluid. Am besten trägt man sie direkt nach dem Duschen auf. Sprühen Sie jede Hautpartie ein und verreiben Sie die Lotion gründlich. Vergessen Sie nicht, auch die Füsse (ausser die Fussballen) und die Fesseln einzuschmieren, Knie und Kniekehlen hingegen auszusparen.

Illustration: Joanna Gniady/2Agenten

die lediglich die oberste Hautschicht einfärben, immer so aussieht, als hätte man sie unsachgemäss angewendet. Die in den Produkten enthaltenen Wirkstoffe Dihydroxyaceton und Erythrulose haben die Eigenschaft, sich auf dickeren Hornhautschichten – etwa an

den Ellenbogen, den Handinnenflächen und den Knien – stärker zu entfalten. Berücksichtigt man dies bei der Anwendung, spricht nichts dagegen, die noch ungebräunte Haut auf die Badesaison hin mit etwas Sonne aus der Tube zu versorgen. Dabei stehen unterschiedliche

Methoden respektive Produkte zur Verfügung. Wir zeigen, wie man die Selbstbräunerlotionen, -cremes und -sprays richtig anwendet und welches Produkt sich für welche Hautpartie eignet. Wichtig: Die Bräunung durch Self-Tanning-Produkte bietet keinen Sonnenschutz. MM

3

Für den ganzen Körper Im Trend liegen sogenannte Selbst­ bräunungsduschen. Dabei stellt man sich in speziell eingerichteten Kosmetikstudios für einige Minuten nackt unter Sprühköpfe, die ein ebenmässiges Resultat bewirken. Der letzte Schrei sind In­Shower­Duschmittel mit Bronzeeffekt: Man schäumt damit den Körper ein und duscht sich anschliessend mit Wasser ab. Dank der feinen Dosierung setzt nach einigen Stun­ den ein leichter und natürlicher Bräunungs­ effekt ein.

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100 | MM21, 23.5.2016 | LEBEN

Digital

Ist WLANStrahlung gefährlich? www.migmag.ch/ wlan

Überall drahtlos surfen In grossen Wohnungen oder Häusern reicht ein einziger WLAN-Router nicht aus. Dank einer einfachen Installation ist es trotzdem möglich, in jedem Raum besten Empfang zu haben. Text: Reto Vogt

Illustration: supertotto / 2 agenten

D

icke Mauern, stark verzweigte Wohnungen oder mehrstöckige Häuser: Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht möglich, mit nur einem Router jedes Zimmer mit schnellem Internet zu versorgen. Der Grund: Dafür funken die Geräte zu schwach. Die einfachste Möglichkeit, dennoch in jedem Winkel stabile Internetzugänge einzurichten, ist die Powerline-Technik. Sie nutzt die hausinterne Stromleitung und funktioniert jede beliebige Steckdose im Haushalt zum Webzugang um. Voraussetzung sind mindestens zwei Powerline-Adapter von

Herstellern wie Devolo oder TP-Link. Diese werden wahlweise mit WLAN oder nur für kabelgebundenes Internet angeboten und sind ab 80 Franken erhältlich. Die Konfiguration ist denkbar einfach: Ein Adapter wird in eine Steckdose in der Nähe des Routers gesteckt und mit diesem gekoppelt; der zweite Adapter wird in einem anderen Raum ans Stromnetz angeschlossen und baut auf Knopfdruck eine Verbindung mit dem ersten auf – fertig. Wer weitere Räume mit schnellem Internet versorgen will, braucht entsprechend viele Adapter und muss sie separat dazukaufen. Je nach Wohnung ist das aber

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 101

Dank Powerline und Repeater gibts WLAN-Empfang im ganzen Haus.

nicht unbedingt nötig: Es empfiehlt sich, zunächst mit zwei Adaptern zu starten und damit einen möglichst grossen Bereich der Wohnung abzudecken. Als Alternative zu Powerline eignet sich ein WLAN-Repeater. Dieser wird ebenfalls in eine Steckdose gesteckt, empfängt die Signale des Routers und sendet sie verstärkt weiter. Das ist eine günstigere Variante als Powerline, schwächelt jedoch beim Surftempo. MM Powerline: Devolo dLAN 550 WiFi-Starter-Kit, Fr. 149.–; TP-Link, TL-WPA4226KIT WiFi, Fr. 89.90; Repeater: AVM Fritz! WLAN Repeater 310, Fr. 39.90. Alle Produkte sind erhältlich bei www.digitec.ch

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102 | MM21, 23.5.2016 | LEBEN

Kinder

Starke Pflanzen Dünne Stängel, die den Asphalt durchbrechen – das sieht man oft. Und doch ist es ein kleines Wunder der Natur. Du kannst den «Asphalttrick» der Pflanzen mit ein paar Gegenständen aus dem Haushalt selber ausprobieren. Text: Véronique Kipfer

Illustration: Jan Kruse

Mit dem Kopf durch den Asphalt So ein zartes Pflänzchen und so ein harter Belag:

Besonders im Frühling sieht man am Strassenoder Wegrand plötzlich eine Blume – zum Beispiel ein Löwenzahn –, die praktisch direkt aus dem Belag herauswächst. Jetzt sind die Pflanzen nämlich im Wachstum und üben von unten einen grossen Druck auf den Asphalt aus, wodurch sie ihn zuerst anheben und dann sprengen. Der Druck entsteht zunächst in den Zellen der Pflanze: Sie füllen sich mit

Wasser, sodass Stängel und Wurzel stark aufquellen. Grösseren Pflanzen und Bäumen gelingt der Asphalttrick allein aus eigener Kraft, wobei sie ein paar Jahre brauchen, bis sie gross und stark genug dafür sind. Kleinere Pflanzen schaffen das nur, wenn der Asphalt schon einen Riss hat, auch wenn er nur klein ist. Dann streckt sich die Pflanze ganz einfach nach dem Licht und wächst so durch das Loch im Strassenbelag hindurch.

Probiers mal aus! Der «Asphalttrick» der

Pflanzen ist vergleichbar mit einem Ballon, den man in eine zusammengedrückte PET-Flasche steckt und dann mit Wasser füllt: Der Ballon dehnt sich aus und drückt von innen so stark gegen die Flaschenwand, dass diese wieder ihre ursprüngliche Form einnimmt. Wenn du einen Ballon, einen Trichter und eine PET-Flasche hast, kannst du es ausprobieren.

Wenn kleine Pflanzen und Blumen ihren Kopf durch den Asphalt strecken, war da vorher ein Riss oder ein kleines Loch. Grosse Gewächse und Bäume dagegen können die Asphaltdecke aus eigener Kraft durchbrechen.


LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 103

Paul (8), Heiden AR

Wenn eine Wespe durch ein verschlossenes Fenster fliegen will, knallt sie so lange gegen das Glas, bis sie erschöpft zu Boden fällt. Sie kann ihre Befreiung nicht planen, weil sie dafür nicht genug intelli­ gent ist. Du wärst gescheiter und könntest dich befreien, weil wir Menschen eine höher entwickelte Intelligenz haben. Wir haben die Fähigkeit, ein Problem zu erfor­ schen und uns Lösungen zu über­ legen. Das ist ein Zeichen von Intelligenz. Nun gibt es aber auch

intelligente Computer. Spezialisten haben sie so programmiert, dass sie «denken» können. Man kann sie in Roboter einbauen. Da sie aber keine lebenden Wesen sind, nen­ nen wir ihre Intelligenz «künst­ lich». Noch ist diese viel schwächer als die menschliche Intelligenz, aber sie verbessert sich rasant.

alleine lernen – ohne unsere Unterstützung. Daher könnten sie eines Tages intelligenter werden als wir Menschen. Werden sie uns dann dienen oder schaden? Man sollte ihnen gleich zu Beginn Freundlichkeit einpro­ grammieren und vorsorglich einen Ausschaltknopf einbauen. Ausser­ dem könnte jeder von uns die Kräfte in sich stärken, die über einer blanken Intelligenz stehen: Die Liebe und den Humor. MM

Bald schon können Computer für uns ein Auto steuern oder gewisse Arbeiten von Ärzten übernehmen. Diese Systeme können sogar von

Gabriela Bonin (48) beantwortet

Kinderfragen zu aktuellen Themen.

Übe schöne Blumen zeichnen mit Nina! Jede Stufe ist ein bisschen schwieriger. Achte auf die Vorgaben!

Rä tselsp ass

1. Zeichne die blauen Linien nach.

2. Zeichne die blauen Linien nach und ergänze die fehlenden Linien.

3. Zeichne die blauen Linien nach und ergänze die fehlenden Linien.

4. Versuche, die Tulpe im Topf ganz ohne Vorlage zu zeichnen.

WÖRTERJAGD

“Stopp!” Jetzt Einer sagt im Kopf das Alphabet durch, ein anderer sagt: mit diesem sucht jeder einen Vornamen, ein Tier und etwas zum Essen d mehr Anfangsbuchstaben. Wenn der Erste fertig ist, darf nieman schreiben. Dann werden Punkte verteilt.

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Hm ... A ... A ...? Andrea!

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 105

Wettbewerb

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und Hotel Belvédère verlosen drei Gut­ scheine im Wert von je 1000 Franken. Die Gutscheine sind zwei Jahre lang gültig und während der Sommersaison einlösbar. Beantworten Sie folgende Frage:

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Das Belvédère**** Superior vereint die Grosszügigkeit der Jahrhundertwende mit modernem Design. Gelegen ist es im malerischen Scuol im Unterengadin.

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So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS:

Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte:

Glücksgriff

Epochale Ferien Das Migros-Magazin und das Belle-Époque-Hotel Belvédère**** Superior verlosen drei Mal Ferien in Scuol mit Badeeintritten ins Engadin Bad Scuol im Wert von je 1000 Franken.

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ussten Sie, dass das Unterengadin mit durchschnittlich 305 Sonnentagen im Jahr Schweizer Schönwettermeister ist? Scuol ist also nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer einen Besuch wert. Machen Sie Gebrauch vom breiten Angebot an sportlichen Aktivitäten, geben Sie sich entspannenden Baderitualen hin oder schnuppern Sie frische Bergluft auf Spaziergängen. Auch für charmante Gastfreundschaft ist Scuol bekannt. Im elegan-

ten Hotel Belvédère zum Beispiel. Hier vereint sich die verspielte Grosszügigkeit der Belle Epoque perfekt mit modernem Design. Spezialpreis im Sommer

Die Besitzerfamilie Baumgartner sorgt seit über einem Jahrzehnt für eine sehr persönliche Atmosphäre. Das Hotel hat seinen guten Namen aber auch dem berühmten Engadin Bad Scuol zu verdanken, mit dem es über eine gläserne Passarelle direkt verbunden ist. Hotelgäste geniessen

zeitlich unbeschränkten Eintritt. Profitieren Sie von einem einmaligen Angebot im Sommer (Postauto, RhB, Bergbahnen inklusive): vier Nächte in einem Doppelzimmer mit täglichem Frühstücksbuffet (und Nachtessen im Rahmen der Halbpension) sowie 45 Verwöhnminuten im Spa Vita Nova ab 540 statt 710 Franken, Einzelzimmer und Hochsaison auf Anfrage mit Aufpreis. MM Reservieren: reservation@belvedere-scuol.ch oder Tel. 081 861 06 20, Stichwort «Glücksgriff»

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106 | MM21, 23.5.2016 | LEBEN

Reisen

Im Sonderzug durch 1001 Nacht

Wo einst die Handelskarawanen entlang der Grossen Seidenstrasse nach Buchara oder Samarkand zogen, können Reisende heute bequem mit dem Zug die Geschichte erkunden. Die Route durch Usbekistan führt zu interessanten Orten mit freundlichen Menschen. Text und Bilder: Jacqueline Vinzelberg

E

s klopft. Vor meiner Abteiltür steht Sherali, er strahlt und fragt: «Chai?» Ich nicke und wenig später steht er mit ei­ nem Glas Tee wieder vor mir. Sherali ist einer der beiden Zugbegleiter, die für unseren Waggon zuständig sind. Ruckelnd setzt sich der Orient Silk Road Express in Bewegung, ein luxuriöser Sonderzug, der zwischen den Hauptstädten Turkmenistans und Kasachstans fährt. Ich lasse den Tag in Gedanken Revue passieren. Wir haben ihn staunend in Buchara ver­ bummelt, unserer ersten Station in Usbekistan, wo wir auch zugestiegen sind. Die über zweitausend Jahre alte Oasenstadt ist geprägt vom frühen

Handel mit Persien, China und Indi­ en. Zu ihrer Blütezeit war sie ein be­ deutendes Wirtschaftszentrum an der Grossen Seidenstrasse. Heute ziehen die historischen orientalischen Bau­ ten die Besucher in ihren Bann. Zu ihnen gehört auch Lionel Rochat aus Montreux, der mit seiner Familie das Land erkundet, wenn es seine Zeit als Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Usbekistans Hauptstadt Taschkent zulässt. Wir werden uns am Ende der Reise dort mit ihm treffen. Aber vor­ her reisen wir mit dem Zug quer durch den Binnenstaat, der etwa so gross ist wie Schweden. Usbekistans Grenzen sind nicht aus historischen oder geografischen Be­

sonderheiten oder der Verteilung von Nationalitäten gewachsen. Einst war es Teil von Turkestan, einer zentral­ asiatischen Region zwischen dem Kaspischen Meer und der Wüste Gobi. Hier lebten heterogene Völker in multikulturellen Gemeinschaften zu­ sammen. Die nomadischen Stämme, zu denen auch die Usbeken gehören, waren ständig auf Wanderschaft. Erst die sowjetische Nationalitätenpolitik setzte dem ein Ende, zog künstliche Grenzen und integrierte die so ent­ standenen Länder Turkmenistan, Kir­ gisistan, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan als Sowjetrepubliken in ihren Herrschaftsbereich. Seit dem Zerfall des Regimes müssen sie sich


LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 107

2

1 Der Orient Silk

1

als eigenständige Staaten beweisen. Der Zug hält an der kleinen Bahn­ station Kara Katta. Es bleibt Zeit für einen Spaziergang durchs Dorf, eine Ansammlung von einem Dutzend Häusern. Einheimische laden spontan zum Tee

Neugierig beäugen uns die Bewohner, die so offen und freundlich sind, wie alle Einheimischen, die uns auf der Reise begegnen. Sie posieren für Fotos und laden uns zum Tee ein. Fast entbrennt ein Streit, als die Nach­ barin am Zaun gegenüber uns zu sich winkt. Wir Reisenden teilen uns auf. Rasch werden kleine Teller mit Süs­ sigkeiten auf den niedrigen Tisch im

Wohnzimmer gestellt. Wir sitzen mit der Familie auf dem Boden. Grü­ ner Tee wird serviert, das National­ getränk, das zu jeder Gelegenheit und Tageszeit getrunken wird. Aber nicht ohne Ritual: Etwas Tee wird in eine Schale und wieder zurück in die Kanne gegossen und das drei Mal. Erst dann darf der Tee zum Trin­ ken ausgeschenkt werden. Man darf die Schalen höchstens halbvoll gies­ sen. Sie bis zum Rand zu füllen hiesse, man wolle die Gäste schnell loswer­ den. Die pralinenähnlichen weissen Kugeln, die dazu gereicht werden, ent­ puppen sich als salzige Angelegenheit. Sie heissen Kurt, sind knusprig und schmecken nach Schafskäse. Dann

Road Express auf einem Zwischenhalt in Shahrisabz. 2 Der Tee kommt sofort: Zugbegleiter Sherali kümmert sich aufmerksam um die Reisenden. 3 Ob auf Fassaden, Porzellan oder Kacheln: Kunstvolle Ornamente sieht man im Land fast überall. 4 Die Usbeken sind lebensfroh und pflegen ihre Traditionen. Es wird gerne gefeiert und getanzt.

3

4

pfeift der Zug, und wir müssen wei­ ter. Das Zugabteil mit zwei Betten, Wandbespannung und Spiegeln ist pompös eingerichtet und sehr gemütlich. In der grossen, tadellos sauberen Dusche am Gangende läuft es nach Plan. Erfrischt trifft man sich in einem der zwei Restaurantwagen, in denen 80 Reisende aus aller Herren Länder verköstigt werden. Sergej, unser russischer Kellner, empfiehlt Wodka zum Apéro. «Einen vor dem Essen und einen danach, zur Desin­ fektion», sagt er und grinst. Nach Sup­ pe und Salat serviert er uns «Plow», eine Reisspezialität mit Hammel­ fleisch, für die jede Familie ihr eigenes Rezept hat. Dazu gibt es usbeki­


108 | MM21, 23.5.2016 | LEBEN USBEKISTAN

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Das Viersterne­Hotel Registan Plaza liegt nur 10 Gehminuten vom Registan­Platz in Samarkand entfernt und hat wunderschöne grosse Zimmer. www.registan­plaza.com Restaurant

Das Restaurant Samar­ kand in Samarkand bietet authentische Kü­ che auf hohem Niveau. Mahmuda Koshgari 54, Samarkand, Tel.: +998 95 500 55 59 Sonderzugreise Der Orient Silk Road Express fährt im April und Oktober von Asch­ gabat (Turkmenistan) nach Almaty (Kasach­ stan) und umgekehrt und durchkreuzt dabei Usbekistan. www.kiratravel.ch Mehr Tipps auf www.migrosmagazin.ch

1

2

1 Der RegistanPlatz in Samarkand – prachtvolle Architektur wie aus 1001 Nacht. 2 Kunsthandwerk hat in Usbekistan Tradition: Farbenfrohe gestrickte Finken mit fantasievollen Mustern. 3 Tilla und Ilchom, die Cheföche des Zugrestaurants, grillieren Schaschlikspiesse, eine Landesspezialität.

3

schen Wein. Der wird hierzulande gern getrunken, was etwas verwundert, angesichts der Tatsache, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung Muslime sind. Die Baumwolle setzt dem Aralsee zu

Gemächlich zuckelt der Zug in die Nacht hinein. Der Vollmond legt einen silbernen Teppich über die Steppenlandschaft. Es ist ein angenehmes Reisen, bei dem unterwegs Zeit bleibt, die Eindrücke zu sortieren. Noch lange nach dem Essen wird angeregt über Architektur und Geschichte diskutiert. Bald sind wir in Chiwa. Die alte Stadt, deren Innenstadt einst als Festung errichtet wurde, beeindruckt. Sie ist ein lebendiges Freilichtmuseum. Es regnet. Eine Seltenheit. Die Einheimischen freuen sich. Verständlich vor dem Hintergrund, dass die Lösung der Wasserfrage ein zentrales Problem in einem Landes ist, das zu 80 Prozent aus Wüste und Steppe besteht. Die Sowjetunion verwandelte die Region in den 60er- und 70er-Jahren in eine riesige Baumwollplantage mit grossen Bewässerungsanlagen. Usbekistan ist der fünftgrösste Baumwollproduzent der Welt. Das Wasser dafür kommt aus den beiden grossen Zuflüssen des Aralsees. Noch 1960 der

viertgrösste Binnensee der Erde, schrumpfte er bis 1990 auf weniger als die Hälfte, weil seinen Zuflüssen über 80 Prozent Wasser entnommen wurde. Geologische Besonderheiten und der Klimawandel verschärfen die Situation. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind wegen der zunehmenden Versalzung aufgrund der Austrocknung dramatisch. Baudenkmäler werden gerettet

In Samarkand liegt der ausladende Registan-Platz mit den prächtigen Fassaden der Medressen vor uns. Bei ihrem Anblick kann man nicht anders, als andächtig innezuhalten. Die Bauten am Platz sind sorgfältig restauriert. In den schattigen Innenhöfen der Medressen, in denen kleine Händler Kunsthandwerk anbieten, weht noch der Atem der Geschichte, auch hier wird fleissig saniert. Wie die übrige historische Architektur des Landes waren sie zur Sowjetzeit dem Verfall preisgegeben. Seit der Unabhängigkeit 1991 wird vieles wieder hergerichtet. Nahe der Bibi-Xanom-Moschee lassen wir uns vom bunten Treiben im Basar mitreissen, schnuppern an Gewürzen und probieren Süssigkeiten. Unser nächster Halt ist Schahrisabz. Hier wurde 1336 der tyrannische


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Highlights

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6

4 Lionel Rochat

Mongolenfürst Amir Timur Tamerlan geboren. Er eroberte weite Teile des Mittleren Ostens. Trotz seiner Grausamkeit war Tamerlan ein grosszügiger Kulturförderer und wird in Usbekistan als Nationalheld verehrt. Im ganzen Land hinterliess er prachtvolle Bauten. In Schahrisabz zeugen das Dorus-Siadat-Mausoleum und die eindrucksvollen Ruinen des Sommerpalastes von dieser Ära. Inzwischen haben Ilchom und Tilla, die beiden Chefköche des Zugs, einen Grill auf dem Bahnsteig angeheizt. Es gibt Schaschlik. Die üppigen Spiesse sind eine Landesspezialität. Lautsprecher, Laptop und eine flimmernde Diskokugel werden angeschleppt. Sergej schenkt Wodka aus. Dann wird zu einer bunten Musikmischung getanzt, bis am späten Abend der Zug Richtung Taschkent abfährt, wo wir schliesslich den Schweizer Lionel Rochat (40) und seine Familie im Café Bon treffen. Der frühere Bankfachmann lebt seit drei Jahren in der usbekischen Hauptstadt. Nach 12 Jahren im Finanzwesen liess er sich konsularisch ausbilden. Auf seinem ersten Auslandsposten in Bangkok traf er seine Frau Wanida (33), mit der er die Söhne Evan (6) und Noam (5) hat. Auf die Stelle der hiesigen Botschaft be-

warb Rochat sich bewusst. «Es ist perfekt für die Familie, wir wohnen in einem typisch usbekischen Haus mit grossem Garten», sagt er. «Das Land ist sicher, das warme Klima gefällt uns, und die Leute sind freundlich.» Über die Hälfte ist unter 30 Jahren

Die Ausmasse der Stadt überraschen, besonders die monumentalen Sowjetbauten, die vierspurigen Strassen und weitläufigen Parks. «Alles ist riesig», sagt Rochat. «Taschkent ist jung, und es wird kulturell sehr viel geboten. Bald gibt es auch ein Jazzfestival.» 65 Prozent der Bevölkerung Usbekistans ist jünger als 30 Jahre. Nur eine Handvoll Schweizer leben hier, alles Mitarbeiter Schweizer Firmen. Viele Faktoren, unter anderem eine fehlende Marktwirtschaft, machen es Ausländern schwer, im Land Fuss zu fassen. Die Buben quengeln, sie wollen in den Mustaquillik-Park und Schaschlik essen. Wir verabschieden uns von der Familie und von Usbekistan, obwohl wir gerne länger geblieben wären. Während wir ins Flugzeug nach Hause steigen, fährt der Silk Road Express noch weiter bis Almaty in Kasachstan, seiner eigentlichen Endstation. MM Die Reise wurde unterstützt von Kira Reisen in Windisch AG, www.kiratravel.ch

mit Frau Wanida, Noam und Evan (links) vor dem Amir-Timur-Denkmal in Taschkent 5 Pause in einem der Innenhöfe der Medressen auf dem RegistanPlatz in Samarkand. Die Männer tragen die landestypische Kopfbedeckung. 6 Im Basar von Samarkand warten Gemüsehändler auf Kundschaft.

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Auflösung Nr. 20: LIEGESOFA Gewinner Nr. 19: Jean-Louis Karlen, Treppenlifte

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Diemtigen BE; Fränzi Keller, Zürich; Rudolf Külling, Hettlingen ZH; Susanna Blöchlinger, Wangen ZH; Carla Hess, Jona SG; Helena Schulthess, Goldau SZ; Käthi Geisser-Wyss, Seewen SZ; Iris Habegger, Biembach BE; Irma Forster, Meilen ZH; Bruno Hollenstein, Hittnau ZH

Gewinner «Zusatz» Nr. 19:

Daniela Blaser, Trimbach SO; Ruth Pfirter, Wynau BE; Lena Hoffmann, Basel; Paula Huber, Tuggen SZ; Toni Schönbächler, Einsiedeln SZ


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stimmungsvollen Unterhaltungsabende mit Musik, Tanz, Jassen, Diavorträgen und vielem mehr. Unsere beiden sympathischen Ferienbegleiter Adi und Barbara freuen sich auf Sie und kümmern sich um die Koordination aller Details. Nach einer Woche Urlaub werden Sie sich nicht nur von Davos und dem Sunstar Hotel verabschieden, sondern garantiert auch von vielen Ferienbekanntschaften und neuen Freunden!

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 113

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn jemand Dinge hört, die gar nicht da sind, dann hört er Flöhe …? W husten

T

spucken

Z

singen

2. Was nimmt man als Autofahrer gerne in Kauf? O rotes Tuch

I

blaue Augen

A grüne Welle

3. Welche Organisation hat auf ihrer Fahne das Motto «Blut und Feuer»? L

Heilsarmee

R Freimaurer

N Pfadfinder

So nehmen Sie teil

4. Wo befindet sich das Schweizer Sportmuseum? T

Lausanne

Philadelphia

R Seattle

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.5.2016, 24 Uhr

Granit

E

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

O Bern

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Basel

5. An welchem Meer liegt die «Kurische Nehrung»? P Nordsee

N Ostsee

H Barentssee

6. Wie viele Nobelpreiskategorien gibt es? S

sechs

A neun

T

zwölf

7. Welche Stadt war vor Washington, D.C. die Hauptstadt der USA? I

Los Angeles

E

8. Woraus bestehen «Silser Kugeln»? N Metall

T

Lärchennadeln

Lösungswort: 1

2

3

Gewinner Nr. 18:

4

5

6

7

8

Margrit Meyer, Wohlen AG; Doris Hurst, Binningen BL; Santino Grossi, Chur

Auflösung Nr. 20: ZARTHEIT

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 2 3 4 1

Auflösung Nr. 20: REIHE Gewinner Nr. 19:

Renate Gähwiler, Marbach SG; Emmi Galli, Trimmis GR; Margrit Aeschlimann, Steffisburg BE

5

S

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Lösungswort: 1

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 115

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

8 9 6

6 3 1

4 5

2 9

2 4 3 5

5

1 4

7

4 3

4 9 1

8

Auflösung Nr. 20: 843 4 3 2 9 6 8 5 7 1

9 2

8 6 5 3 1 7 4 2 9

1 9 7 2 5 4 8 3 6

2 4 6 1 8 9 3 5 7

7 1 3 5 4 6 2 9 8

5 8 9 7 3 2 6 1 4

6 2 1 8 7 5 9 4 3

9 7 8 4 2 3 1 6 5

3 5 4 6 9 1 7 8 2

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Gewinner Nr. 19:

8

7 6

Marlyse Wyss, Morges VD; Linda Pleisch, Pfäffikon ZH; Chris Zurbrügg, Herisau; Jeannette Furrer, Ipsach BE; Esther Jud-Haag, Wettingen AG

4

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 4 2 2 miteinander verbunden 3 3 3 3 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 2 2 und mehr als zwei Linien.

7 0 3 0 1 2

Auflösung Nr. 20:

3

2 2

1

1 1

1

3

0

3

1

1

4

3

2 4

5 4

2

6 2

1 3

3 1

3 3

Auflösung Nr. 20: 2

1

1

3

2

2

4

3

2 3

3

4 4

2 5

1

3

2 2

1 2

4

2 1 3 3 4

2 2 4

2 4 3 3

2 2

1 3 2 2

2 1 3 2

2 3 3 3

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja, Leissing, Anna Meister, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Verlag: Layout: Doris Oberneder (Creative Director), Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Werner Gämperli, Nicole Gut, Tel.: 058 577 13 70, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Meine Welt

«Tanzen ist eine Art Medizin» Daniel Zbinden hatte in seiner Kindheit traumatische Erlebnisse. Das Tanzen hat ihn gerettet. Jetzt geht der 29-jährige Steffisburger als Michael-Jackson-Double mit einer eigenen Show auf Tournee. Text: Clauda Langenegger

Bilder: Beat Schweizer

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LEBEN | MM21, 23.5.2016 | 119

1 Meine Show «Ich bin gerne mein eigener Chef und habe mit Tänzern und Musikern die Show ‹Billie Jean The Tribute Show› auf die Beine gestellt: Wir singen und spielen alles live. Vor einer Woche hatten wir Premiere in Thun, jetzt gehen wir auf Tournee.» Mein Lieblings­ produkt: «Yoghurt

Excellence Walderdbeere. Es ist cremig und extrem frisch.»

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2 Meine Liebe «Angela (31) arbeitete im Body Shop, als ich mich in sie verliebte, also ging ich dort immer wieder Geschenke für meine Mutter kaufen. Als wir das erste Mal abmachten, waren wir beide super nervös – ich brachte kein Wort raus, Angela redete wie ein Wasserfall. Wir dachten beide: Der andere will mich wohl nicht mehr wiedersehen. Das Gegenteil war der Fall. Seit zwei Jahren sind wir mit Liam zu dritt.» 3 Mein Vorbild «Seit ich mit zwölf Jahren

das Video ‹Thriller› gesehen habe, bin ich Jackson-Fan. Ich liebe seine Musik aus den Achtziger-Jahren. Jedes Detail stimmt haargenau mit dem Original überein; die Jacke ist massgeschneidert, Jackson trug sie 1984 an der Verleihung der Grammy Awards.» 4 Mein Vater «Ich kam als Fünfjähriger

aus Brasilien zu meiner Adoptivfamilie nach Thun. Letzten Herbst habe ich dank der SRF-Sendung «Happy Day» meinen leiblichen Vater Raimundo Atanasio wieder getroffen. Er hatte mich damals nicht weggegeben, sondern meinem Götti anvertraut, als er in den Irak arbeiten ging. Dieser steckte mich in ein Waisenheim und haute ab. Als mein Vater zurückkam, war ich weg, und er hat mich nicht mehr gefunden.»

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5 Meine Leidenschaft «Ich zertanze

Name: Daniel Zbinden (29) Sternzeichen: Waage Beruf und Lebenslauf: Mit 16 habe ich das Tanzen entdeckt, mit 20 wurde ich

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Bild: SRF/Merly Knörle

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Schweizer-, Europa- und Weltmeister im Hip-Hop. 2009 hatte ich an einer Gedenkshow am Thunfest meinen ersten Auftritt als Michael-Jackson–Imitator. Da arbeitete ich noch als Pfleger. Danach versuchte ich mein Glück in Holly-

wood, als Strassentänzer bei Jacksons Stern auf dem Walk of Fame. Eine Agentin nahm mich unter Vertrag, und ich stand danach in Vegas zwei Jahre lang täglich in der Show «Michael Jackson Tribute Live» auf der Bühne. 2012 kam ich in die Schweiz zurück und lebe heute mit meiner Frau Angela und unserem Sohn in Steffisburg BE.

pro Monat etwa ein paar Schuhe. Als 16-Jähriger habe ich wegen Videos von Missy Elliott mit Hip-Hop-Tanz angefangen. Hip-Hop ist so frei, es sind keine Moves vorgeschrieben, und du kannst all deine Gefühle in die Choreos reinpacken. Tanzen ist für mich auch eine Art Medizin: Dank meinem Hobby behielt ich meinen Fokus und wusste, was ich wollte. Das bewahrte mich davor abzustürzen.» 6 Meine Tanzschule «Sie heisst

Bahia-Dance, verkörpert Lebensfreude, sommerliche Leichtigkeit und ist meinem Vater gewidmet. Angela gibt Poledance, Stretching und Fitness, ich unterrichte Hip-Hop und Ragga. Die Schule befindet sich in Thun.»


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