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Migros-Magazin-20-2020-d-ZH

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Ausgabe Zürich, AZA 1953 Sion Response Zentral

migrosmagazin.ch | MM20, 11.5.2020

Es geht wieder los Das bedeutet die Schulöffnung für Kinder, Eltern und Lehrer Ab Seite 21

Sehnsucht

Was uns in der Coronakrise am meisten fehlt

Fit im Alter: Wie man Stürze vermeidet

Seite 10

Bild: Marco Zanoni

Seite 45

Lifehack: So kriegen Sie jedes Konfiglas auf Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch

Seite 28


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4 | 11.5.2020 | MEINE MIGROS

IN KÜRZE Klima nicht vergessen

Als wäre man im Laden Ein seit 23. März angebotener ­Service der Migros-Fachmärkte hat sich bewährt und wurde schon über 7000-mal genutzt: Wer in den Onlineshops von Micasa, SportXX, BikeWorld, Melectronics und Do it + Garden einkauft, kann sich live per Video von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter beraten lassen. Das beliebte Angebot wird nun dauerhaft beibehalten.

Was lässt sich tun, um die Klimabelastung durch Onlineshopping zu vermindern? Die Migros-Tochter Digitec Galaxus liess dazu eine repräsentative Umfrage durchführen. Das Ergebnis: 32 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wären bereit, einen freiwilligen Aufpreis zugunsten von Klimaschutzprojekten zu zahlen. Das Unternehmen will solche Spenden schon bald möglich machen.

Freiwillige helfen Profis Ob Spitex-Pflegefachfrau oder Sozialarbeiter – Berufsleute in Gesundheits- und Sozialberufen sind jetzt besonders unter Druck. Dank der Plattform susup.ch finden sie rasch Freiwillige, die ihnen bei ihrer Arbeit beistehen. Hinter dem Projekt stehen das Migros-Kulturprozent und die Age-Stiftung.

Viel weniger Plastik Basilikum gibts in der Migros neu in einem Töpfchen aus rezykliertem Plastik und mit einer Hülle, die vor allem aus Papier besteht. Im Vergleich zur alten Verpackung ­lassen sich so mindestens 70 Prozent an Plastik einsparen.

Ab 11. Mai sind die meisten Fitnessanlagen und Golfparks der Migros wieder offen. Die Zwangspause wurde genutzt, um die Anlagen zu pflegen und die Massnahmen zum Schutz der Gesundheit sorg­ fältig umzusetzen. Kundinnen und ­Kunden erhalten genauere Infor­ mationen auf m ­ igros-fitness.ch und golfparks.ch oder auf den Homepages ihrer bevorzugten ­Migros-Freizeitanlage.

Bilder: Getty Images, zVg

Endlich wieder «fitten» und Golf spielen

Kleine Heldinnen und Helden Sie schicken schöne Zeichnungen an Bewohner eines Altersheims oder gehen für die Grosseltern einkaufen: Auf der Website guets-tue-tuet-guet.ch erzählen Kinder und Jugend­ liche, wie sie im Corona-Alltag anderen Menschen helfen oder ihnen eine Freude machen. Alle bis 18 Jahre können Texte, Bilder, Videos oder Tondokumente hochladen. Das Migros-­ Kulturprozent unterstützt das Projekt.


1000 000 Am 30. und 31. Mai findet im ganzen Land der «one million run» statt: Möglichst viele Leute sollen dann einzeln oder in kleinen Gruppen laufen, walken oder wandern. Eine Gratis-App misst die zurückgelegte Strecke. Das Ziel ist es, insgesamt die magische Marke von einer Million Kilometer zu erreichen. Die Migros unterstützt den Event. Anmeldung jetzt auf onemillionrun.ch

Kleiner Balkongärtner Der einjährige Leander Leo verpasst dem Rosmarin auf dem Balkon seiner Eltern eine Dusche mit der Migros-Giesskanne. Der Schnappschuss kommt von Mutter Florence Zumstein aus Sirnach TG.

MEINE MIGROS | 11.5.2020 | 5

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Kann ich Hefewürfel einfrieren?

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Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild. W ­ ird das Foto ab­gedruckt,­­gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang


6 | 11.5.2020 | AUGENBLICK

10:08 Uhr Bild: Roger Hofstetter

Migros-Moment in Fenkrieden AG Gemüsebauer

Viktor Isenegger erntet in seinem Gewächshaus im Oberfreiamt Sweet-Cherrytomaten. Mit seinem Bruder Oswald beliefert er die Migros Luzern mit Tomatenspezialitäten aller Art und Freilandsalat. Die Aufnahme ist am 20. April entstanden.


AUGENBLICK | 11.5.2020 | 7


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INHALT | 11.5.2020 | 9

INHALT

Bilder: Roger Hofstetter

10  Endlich wieder … Worauf wir uns nach Corona am meisten freuen

24

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Zöpfe backen für die Zukunft: Vor fünf Jahren ist Fuad Asaad aus Syrien geflohen. Nun tut sich für ihn mit einer Lehre bei der Jowa eine Chance auf.

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

Klingeling! Schluss mit Ausschlafen – die Schule geht wieder los. Was Eltern dazu wissen müssen.

16  Backstube als Chance Flüchtling Fuad Asaad macht bei der Jowa eine Lehre als Bäcker 21  Freude herrscht Schülerinnen und Schüler aus Grindelwald erzählen, warum sie die Schule vermisst haben 24  Back to School Die zehn drängendsten Fragen von Eltern zum Schulstart 26  1, 2 oder 3? 28 Wissensbissen

48 Ein Herz für alte Bürostühle: Felix Meier, Leiter der Stiftung Pusch, will dazu animieren, ausgediente Möbel zu rezyklieren ­anstatt sie einfach wegzuwerfen.

30  Wurst mit Begleitung 45  Standhaft bleiben Stürze können für Senioren schlimme Folgen haben 48  Zweites Leben fürs Sofa Gegen die Wegwerfmentalität: alte Möbel rezyklieren 53  Migros Bank 54  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

60  Teenager im Magerwahn Was tun, wenn das eigene Kind i­ mmer dünner wird? 63  Stadt, Land, Stutz 65  Glücksgriff Fitbit 67  Rätsel und Spiele 70 Migros-Lovestory Mario und Jenny haben sich im Fitnesspark kennengelernt. So richtig verliebt haben sich die beiden erst im zweiten Anlauf


10 | 11.5.2020 | NACH DEM LOCKDOWN

Darauf freue ich mich! Freunde treffen, «reale» Meetings, Reisen oder Live-Konzerte: Vieles ist der Coronakrise zum Opfer gefallen. Wir wollten wissen, worauf sich die Menschen freuen, wenn sie endlich wieder tun dürfen, was sie möchten.

Die Zweisamkeit mit meiner Frau hat mir in ­diesen Tagen viel Kraft ­gegeben. Diese Zweisamkeit möchte ich bewusst weiter­ leben und mich mehr und mehr aus meinem Unter­ nehmen zurückziehen. ­Zudem freue ich mich auf ein gutes Kotelett im Zürcher Restaurant ­Sonnenberg!

Text: Ralf Kaminski, Lisa Stutz, Benita Vogel, Michael West, Rahel Schmucki

Ich freue mich auf einen gemütlichen Grillabend mit Familie und Freunden – und dass das Modeatelier Basman wieder öffnen darf. Joel Basman (30) Schauspieler aus Zürich

Ich freue mich darauf, dass Meetings nach dem L­ ockdown vermehrt real durchgeführt werden ­können. Virtuelle Sitzungsräume sind zwar praktisch, können echte Begegnungen aber nicht ersetzen. Und auf die Bewegungsfreiheit, um endlich wieder Freunde und Familienmitglieder treffen zu können. Ganz bewusst werde ich es auch geniessen, im Café zu sitzen, einen feinen Espresso zu trinken und das Treiben auf dem Berner Märit zu beobachten.

Ursula Nold (51) Präsidentin Verwaltung, Migros-Genossenschafts-Bund

Bilder: Keystone (2),Severin Nowacki, Ex-press, Christian Schnur, zVg (3)

Freddy Burger (75) Inhaber des Unterhaltungs­ veranstalters FBM Group


NACH DEM LOCKDOWN | 11.5.2020 | 11

Ich werde mit Freunden und ­Familie eine Grillparty feiern. Und natürlich möchte ich auch wieder auf eine Reise gehen. Andererseits habe ich während der Coronakrise auch Neues entdeckt und konnte mehr Zeit als sonst mit meinen Kindern verbringen. Das möchte ich ­unbedingt beibehalten. Edita Alija (31) Fachleiterin Brot und Backwaren, Migros-Filiale Schlieren Rietbach

Am meisten freue ich mich auf Tapeten­ wechsel, sprich: endlich wieder einen Abend mit Kollegen in die Beiz zu ­gehen. Ob drinnen oder draussen wäre mir egal; Hauptsache, wieder gute Gespräche ausserhalb der eigenen vier Wände.

Ich freue mich darauf, wieder mehr Zeit für mich, meine Familie und meine Hunde zu haben. Wenn alles gut geht, hoffentlich ab Sommer.

Christian Hubschmid Ich freue mich, wenn die Schwingfeste endlich beginnen und ich wieder ­kampfrichtern darf.

Angela Baumann Ich freue mich, wenn wir wieder mit dem Wohnwagen auf einen schönen Campingplatz fahren dürfen, eine schöne Bergwanderung machen ­können. Und das mit den besten Freunden.

Monika Kalt Rogantini Ich freue mich auf eine fette Grillparty nach dem Freibadbesuch mit den Liebsten – mit feinem Fleisch von der Migros.

Conny Künzle Ich freue mich, wenn ich wieder zur Arbeit gehen darf, aufs Pendeln, darauf, mich im SportXX fürs Sommerjogging einzukleiden, klettern zu gehen und mich einfach wieder unbeschwert mit ­meinen Freunden und Liebsten zu treffen und den ­Sommer gemeinsam geniessen zu können.

Doris Biedermann Mit der ganzen Familie inklusive ­Enkelkinder in einer Gartenwirtschaft gemütlich essen gehen.

Giuseppina Masiero Ich freue mich auf Ferien im Tirol, wenn man wieder dahin reisen kann. Und auf den Malkurs, der hoffentlich im August wieder beginnt.

Thomas Wusem (40) Logistik-Projektleiter LeShop

Natürlich freue ich mich auf das kulturelle Leben: Kino, Restaurant, im ­Plattenladen wühlen, ­selber wieder Lesungen geben. Am allermeisten aber freue ich mich auf Sport im Fernsehen: Fussball, Velorennen, Rugby – egal was, Hauptsache live!

Darauf freut sich unsere Facebook-Community

Daniel Koch (65) ­Corona-Delegierter beim ­Bundesamt für Gesundheit

Am meisten freue ich mich, wenn die Grenzen öffnen und ich ­meine Eltern im Kosovo wieder besuchen und umarmen darf.

Yannick Brunner Ich freue mich sehr, wenn ich e ­ ndlich wieder in den Europa-Park gehen kann.

Sandra Bacher-Lehnherr Meine Eltern und ­ chwestern mit Familien wiederzusehen und S unsere Freunde. Dass unsere Kids wieder mit ihren ­Gspändli ­spielen dürfen. Oh, wie sehr wir uns auf diesen Moment freuen.

Karin Huebscher Ich freu mich, die verschobenen Konzerte und Festivals nachfeiern zu können …

Yves Gamper Ich freue mich aufs Eishockeyschauen.

Max Küng (51) Journalist und Autor, Zürich

Adriana Shahini (41) Picking Assistant bei Digitec Galaxus

Andreas Landert Dass ich bei der Schweizer Tafel wieder als Freiwilliger mithelfen kann!!!


12 | 11.5.2020 | NACH DEM LOCKDOWN

Hedy Graber (59) Leiterin Direktion Kultur und Soziales, ­Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich darauf, dass alle Gastronomiebetriebe wieder offen sind, und man wieder wählen darf, wo man zum Mittagessen hingeht oder ein Bier trinkt.

Urs Junghans (49) ­ Network Administrator, Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich, wenn wir uns ­endlich wieder ­umarmen dürfen. Und darauf, unsere DJ-Sets vor ­Menschen statt vor der Kamera im Livestream zu spielen. Tamy Glauser (35) Model und DJ

Fabian Lustenberger (31) Fussballspieler BSC Young Boys

Marco Solari (75) Präsident des L­ ocarno Film Festival

Ich freue mich, wenn ich mit meiner Frau und den Kindern ­wieder meine Eltern besuchen kann und wir an einem Sommertag abends ­zusammen im Garten grillieren können.

Ich freue mich riesig, meine Freunde ­wieder treffen zu können. Diese ­Onlinemeetings sind zwar besser als nichts, aber einfach nicht das Gleiche. Dominique ­Rinderknecht (30) Model, DJ und Ex-Miss-Schweiz

Bilder: zVg, Keystone, Locarno Festival

Ich freue mich, dass ich in den ­vergangenen Wochen so viele ­positive Erfahrungen gemacht habe und das Gelernte auch in ­Zukunft anwenden kann. Sehn­ süchtig hoffe ich, in diesem Jahr ­irgendwo in Europa im Meer zu schwimmen. Aber am meisten freue ich mich darauf, Menschen ­wieder im realen Raum zu begegnen. Und natürlich bin ich ­gespannt, wie sich das kulturelle und gesellschaftliche Leben ­verändern wird: Gemeinsame ­Erlebnisse sind der Kitt für die ­Gesellschaft, fördern das Wohlbefinden und inspirieren.

Ich bin seit jeher ein Familien­ mensch und kein Festbruder. Vielleicht bin ich auch – einige werfen es mir vor – ein wenig ­Patriarch. Ich freue mich darum besonders darauf, mit Ehefrau Michela, den Söhnen mit ihren Angetrauten und den Enkel­ kindern am Sonntagabend am grossen Tisch zusammenzu­ sitzen, zu essen und zu trinken, zu lachen und manchmal auch zu streiten. Das ist wahres Leben.


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NACH DEM LOCKDOWN | 11.5.2020 | 15

Ich freue mich am meisten darüber, wieder über etwas anderes als das Virus nachdenken zu können. Marcel Salathé (44) Epidemiologe, ETH Lausanne

Cindy Ebnöther Ändlich wieder is Altersheim dä Grössel go bsueche.

Susanna Siegrist Ich freue mich, meine Freundin aus Konstanz wiederzusehen und gemeinsam unser Hobby zu pflegen: mit den Strickmaschinen stricken.

Angela Vonlanthen Mir hoffe, dass üsi Rundreis ide Schottische Highlands wird stattfinde. Üser Ching fröie sich siteme Jahr druf u üebe scho ganz fest Änglisch, damit si säuber chöi ztrinke bsteue ide Resti dert.

Ivana Bogi Bogojevic Ich freue mich darauf, Freunde und Familie wieder treffen und «normal» begrüssen zu können, auf meine Wellness-Besuche im ­Fitnesspark, auf meine Ferien und Weekendtrips.

Eva Lithander Nach Schweden reisen und meine Familie wiedersehen

Bilder: Keystone, Oscar Alessio/SRF, zVg; Illustratiionen: iStock

Ich freue mich auf die vielen persön­ lichen Kontakte und Gespräche mit Familienmitgliedern und Freunden, mit Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Auch werde ich es geniessen, wieder klassische Konzerte besuchen zu können.

Ich freue mich darauf, dass die Hallenbäder wieder öffnen und der Kurs im Turmspringen weitergeht. Ich habe vermutlich alles verlernt und werde wieder beim «Ränzler» einsteigen.

André Wiederhold Freue mich, meine Freunde und Kollegen wieder zu treffen. Einmal richtig gut Thai und I­ ndisch zu essen. Und mit dem Sohn in die Kletterhalle zu gehen!

Philipp Dettling Auf die Hochzeit mit meiner baldigen Ehefrau

Edith Bammerlin Ich freue mich darauf, meinen ­ öchtern, Schwiegersöhnen und Enkelkindern wieder T nahe sein zu dürfen. Aufs Schwimmen zweimal die Woche. Dass Therapien wieder möglich sind. Dass die G ­ rosskinder über Nacht zu mir dürfen und ich den Eltern wieder mal die Möglichkeit geben kann, etwas alleine zu unternehmen. Weil: Hut ab vor allen Eltern in dieser Zeit.

Mona Vetsch (44) SRF-Moderatorin

Ich freue mich darauf, dass sich die Kinder wieder ohne Einschränkungen im Quartier mit Freunden treffen können. Und auch auf den einen oder anderen spontanen Apéro, der sich daraus ergibt.

Baltensberger Claudia Ich freue mich wieder auf den Yoga-Kurs.

Netty Linschoten Wieder selber einkaufen zu gehen und danach meine Ferien zu planen.

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16 | 11.5.2020 | AUSBILDUNG

Butterzopf statt Fladenbrot Der syrische Flüchtling Fuad Asaad arbeitet in der Migros-Bäckerei Jowa und macht dort eine Ausbildung zum Bäcker. Hier stellt er Gipfeli, Wähen und Linzertorten her – und hat dabei Vollkornbrot lieben gelernt. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Roger Hofstetter

In der Backstube in Bern flicht Fuad Asaad den Teig zu Zöpfen und bestreicht sie mit Ei. Links: Mit seiner Neu­kreation, dem «Rosenbrot», b ­ estand Asaad die Abschluss­prüfung mit der Note 5,9.

Bild: zVg

F

uad Asaad nimmt zwei ­Teigschlangen, wirbelt sie durch die Luft und flicht sie in­einander. Nach wenigen ­Minuten hat der Bäckerlehrling Zopf an Zopf auf der Arbeitsfläche ausgelegt. Es ist Donnerstag, der Tag der Zopfproduktion in der Hausbäckerei der Migros-­Filiale Marktgasse in Bern. Noch ist es nicht lange her, da hatte Fuad Asaad vom Zopfbacken keine Ahnung, auch Halbweissund Seeländerbrote oder Baguettes sagten dem zierlichen Mann mit den tiefblauen Augen nichts. Denn in seiner Heimat isst man nur ein Brot, Fladenbrot. 2015 flüchtete der 34-Jährige mit seiner Frau Aisha (30), seiner Tochter Nalin (12) und seinem Sohn Chazi (7) aus dem Norden Syriens. Nach einer beschwerlichen Reise über die ­Türkei und Griechenland kamen die vier im Sommer in Bern an. Hier wurde zwei Jahre später die zweite Tochter Lina (3) geboren. Zuerst konnte der gelernte Schneider in einem Berner Laden stundenweise aushelfen, eine richtige Anstellung fand er nicht. Die freie Zeit investierte er ins Sprachstudium. Im Asylzentrum büffelte er mit einer freiwilligen Flüchtlingsbegleiterin Deutsch. «Frau Heer hat sich ein Mal in der Woche mit mir getroffen, das hat mir sehr geholfen», hält Asaad rückblickend fest. Sie war es auch, die ihn auf eine Berufsmesse mitnahm. Dort kam er mit der Jowa in Kontakt. Am Stand der Migros-Bäckerei ­erklärte ihm ein Mitarbeiter, was man in einer Ausbildung zum ­Bäcker-Konditor-Confiseur alles lernt. «Ich wollte unbedingt wieder


AUSBILDUNG | 11.5.2020 | 17

«Seit ich bei der Jowa arbeite, esse ich kein Fladenbrot mehr.» Fuad Asaad (34) Lehrling bei der Jowa

arbeiten und der Beruf klang für mich toll», sagt Asaad. Ein paar Wochen später bekam er eine Zu­ sage für eine verkürzte Lehre (EBA) zum Bäcker-Konditor-Confiseur bei der Jowa. Vergangenen Sommer hat er die zweijährige Aus­bildung abgeschlossen. Ein eigenes Rosenbrot

In der Kaffeepause gesteht er: «Seit ich bei der Jowa bin, esse ich kein Fladenbrot mehr. Ich liebe das Brot in der Schweiz.» Auf seinem Handy zeigt er stolz Bilder von einem Brot, das er für die Abschlussprüfung ­erfunden hat, «ein Rosenbrot». ­Darauf ist ein liebevoll gestaltetes Kunstwerk zu sehen: Ein rundes Halbweissbrot, am Rand mit einem Zopfmuster verziert, oben deko­ riert mit drei kleinen Rosen aus Brotteig. Für so eine Kreation dürfe der Teig nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein, sagt Asaad. «Sonst klebt das Zopfmuster nicht schön.» Für die Rosen musste er sich etwas einfallen lassen. «Weil die kleinen Blätter schneller durch sind als das Brot, habe ich sie vor dem Backen eingefroren. So kommt am Schluss alles gleichmässig braun aus dem Ofen.» Für so viel Kreativität und die präzise Arbeit gabs die Note 5,9. Weil Asaad so gut abgeschlossen hat, unterstützt ihn die Jowa bei zwei zusätzlichen Lehrjahren, nach denen er voraus­ sichtlich das eidgenössische Fähig­ keitszeugnis erhalten wird. Der Umstieg vom Schneider zum Bäcker fiel Asaad anfangs nicht leicht. Er hat seinen alten Job sehr gemocht. «Aber je mehr ich in der Bäckerei lernte, desto besser gefiel mir der neue Beruf.» Heute könne er seine Kreativität in der Back­ stube ausleben. Zwei Wohnorte

Es ist hektischer geworden in der Berner Backstube. Zwei junge Männer mit grauen Schürzen und weissen Kopfbedeckungen schie­ ben Gestelle mit verschiedenen Broten durch den Raum. Ein drit­ ter schneidet mit einem grossen Messer Fruchtwähen in Stücke. Ein vierter nimmt mit einer Back­ schaufel die fertigen Brote aus dem Ofen. Währenddessen bestreicht Fuad Asaad mit gekonnten Bewe­ gungen die Zöpfe mit Ei. Inzwi­ schen ist es kurz vor 10 Uhr. Schon seit 4.15 Uhr steht Asaad in der


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AUSBILDUNG | 11.5.2020 | 19

Ab in den Ofen: Nun werden die Zöpfe gebacken.

Backstube. Er bäckt Brote, Zöpfe und Wähen für die Migros-Filiale an der Berner Marktgasse und belegt Brötchen für das Migros-­ Restaurant im selben Gebäude. Sein Tagesrhythmus hat sich durch die frühen Arbeitszeiten verschoben. Um 7 Uhr hat er eine warme Mahlzeit gegessen. «Manchmal wärmen wir uns

­ paghetti auf.» Wenn er um S 14 Uhr nach Hause kommt, wird er für die Schule oder für den Deutschunterricht lernen. Um 18 Uhr geht er schlafen. Kurz ­darauf kommen seine Frau und die Kinder nach Hause. «Ich sehe meine Familie momentan leider sehr selten. Ich hoffe, dass sich diese Situation nach meiner

­ usbildung bessert», sagt Asaad A und wirkt dabei etwas bedrückt. Diesen Nachteil nimmt er aber in Kauf. Jeweils sechs Wochen arbeitet der junge Mann in der Jowa-­ Bäckerei in der Berner Innenstadt. Danach wechselt er in die Ausbildungsbäckerei in Gränichen AG. Hier wohnt er in einem kleinen Zimmer, das ihm die Jowa zur Verfügung stellt. Seine Frau bleibt mit den drei Kindern in ­ihrer Wohnung in Bern zurück. In Gränichen, wo Brote und Konditoreiprodukte fürs Mitarbeiter­ restaurant hergestellt werden, hat Assad etwas mehr Zeit als in der Jowa-Hausbäckerei. Der Lehrlingsbetreuer ist vor Ort und begleitet die Lernenden. «Ich mag die Abwechslung. In Bern bin ich ein wichtiger Teil im Team, in Gränichen lerne ich immer etwas

Neues dazu.» Mit seinen 34 Jahren ist Fuad Asaad einer der ­ältesten Lehrlinge. «Ich wurde auch schon für den Lehrmeister gehalten», sagt er und lacht ­dabei. Mit seinen jüngeren ­Mitschülern verstehe er sich aber gut. Auch in der Backstube ist Asaad gut integriert. Während die Mitarbeiter mit schnellen Handgriffen die Brote formen oder in den Ofen schieben, ­witzeln sie gemeinsam. Die ­Stimmung scheint ausgelassen. Mittlerweile sind die Zöpfe aufgegangen und bereit für den Ofen.«Der oberste ist noch frei», ruft die Leiterin der ­Hausbäckerei. Assad öffnet die Tür des Ofens mit einem Handschuh und schiebt ein Blech nach dem anderen hinein. Noch vier Stunden, dann ist seine Schicht zu Ende. MM

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SCHULÖFFNUNG | 11.5.2020 | 21

Endlich wieder in die Schule! Für die meisten Schüler ist ab dieser Woche Schluss mit Fernunterricht. Die Viert- bis Sechstklässler des Schulhauses Graber in Grindelwald freuen sich auf ihre Gspändli und die Lehrerin. Denn trotz vieler Freiheiten und Freizeit war es zu Hause nicht nur lustig. Text: Monica Müller  Bilder: Marco Zanoni

Umblättern: Fünf Schülerinnen und Schüler berichten


22 | 11.5.2020 | SCHULÖFFNUNG

Silvano (12) 6. Klasse

Nils (10) 4. Klasse «Ich habe oft mit meinem ­älteren Bruder gespielt. In den letzten Wochen haben wir viel weniger gestritten als sonst. Ich weiss auch nicht, warum. Wir zwei haben zusammen mit dem Vater ein Baumhaus und ein Hühner­ haus gebaut, das hat Spass ­gemacht! Am M ­ orgen habe ich mich immer um 8 Uhr ans Pult im Wohnzimmer gesetzt und bis 11 Uhr meine Schul­ aufgaben erledigt. Ich werde es vermissen, so ­wenig Pläne und so viel frei zu haben. Trotzdem freue ich mich auf die Schule. Auch wenn wir viel mit der F ­ amilie unter­ nommen haben, was schön war, habe ich es sehr vermisst, mit meinen Kol­legen abzu­ machen. Jetzt darf ich dann endlich mit m ­ einem Freund in der ­Werkstatt an unserer ­Gondelbahn weiterbauen.»

«Die Aufgaben ganz ohne ­Hilfe zu erledigen, war manchmal schwierig. Bis ­Mittag war ich aber jeweils fertig mit meinen Uffzgi, und dann war ich ganz viel draussen. Ich bin richtig viel Velo gefahren und stunden­ lang auf dem Trampolin ­gehüpft: Jetzt kann ich sog­ar den Backflip vom Bauch aus. Im bin im Ski-Kader und trai­ niere sehr viel während der Saison, im Frühling und im Sommer zweimal pro Woche. Für einmal nicht so getaktet zu sein, hat mir gefallen. Und mit meinen Eltern und dem Bruder längere Biketouren zu unternehmen, habe ich auch genossen. Aber leider konnte ich nur wenige Kollegen ­treffen. Das war echt hart. Ich freue mich so, endlich w ­ ieder alle zu sehen in der Schule. Und auf meine Lieblingsfä­ cher Werken und Sport freue ich mich auch. Hätte ich wäh­ len können, ob man die Schu­ len öffnen soll, wäre der Fall klar gewesen. Ab in die Schule!»


SCHULÖFFNUNG | 11.5.2020 | 23

Sisary (11) 5. Klasse «Ich freue mich natürlich auf die Schule, weil ich wieder mit meinen Kolleginnen auf dem Pausenplatz spielen kann. Ab und zu habe ich einige beim Reiten gesehen, aber das ist nicht dasselbe. Auch meine Lehrerin habe ich ein bisschen vermisst. Die Frau Minder ist eine coole. Manchmal habe ich sie angerufen, wenn ich am ­Computer b ­ eispielsweise die Englisch-­ Aufgaben nicht verstanden habe. Zu Hause zu lernen, fand ich schwierig. Wenn ich die Spielsachen immer sehe, macht mich das ‹gluschtig›, dann möchte ich lieber ­‹legölen› als Französisch üben. Trotzdem war ich zu Hause fleissiger als in der Schule, dort ‹lavern› wir viel. Ich habe es sehr genossen, mehr frei zu haben. Wir waren viel wandern und biken mit der Familie. Ich bin ­sogar schon in einen Bergsee ­gesprungen: Brrr, war das kalt!»

«Ich werde es vermissen, so wenig Pläne und so viel frei zu haben.» Eria (12) 6. Klasse «Diese Wochen im Homeschooling waren manchmal mühsam, aber eigentlich auch ganz cool. Mich morgens zum Lernen zu motivieren, war nicht einfach. Manchmal konnte mir auch niemand s­ ofort helfen, wenn ich beim Schulstoff nicht weiterkam. Am liebsten habe ich einen ­Gestaltungsauftrag erfüllt, zum Beispiel ein Grindel­wald-Bild malen oder aus ­verschiedenen Materialien ein Huhn basteln. ‹Math› war wie immer das Nervigste. M ­ eine Freundinnen habe ich nicht weniger gesehen als sonst: Wir haben uns zu ­Hause getroffen, Cupcakes gebacken und stundenlang g­ eredet. Ich fand es etwas frustrierend, so viel freie Zeit zu haben und nirgendwohin einen Ausflug ­machen zu k ­ önnen. Ich freue mich sehr, wenn die Geschäfte wieder öffnen, damit ich mit Freundinnen auf Shopping­tour g­ ehen kann. Vielleicht schon am nächsten Wochenende!»

Jael (12) 6. Klasse «Die letzten Wochen waren ‹soso lala›. Ich fand es angenehm, mir die Aufgaben selbst einteilen zu können. Mochte ich gerade nicht rechnen, musste ich auch nicht. Es war richtig schön, viel Zeit für mich und mit meiner Familie zu haben. Wir haben gemeinsam viel gespielt, auch Spiele wie Brändi Dog, die ­etwas l­ änger dauern. Mit meinem Bruder habe ich im Garten Hindernisparcours aufgebaut, wir sind stundenlang g­ esprungen und ­geklettert. Ich habe mehr gelesen,

gebastelt, gemalt und sogar mein Zimmer besser aufgeräumt als sonst. Das war alles schön. Aber ich bin jeden Tag mit ­diesem seltsamen Gefühl a­ ufgewacht, dass sich alles ­irgendwie falsch anfühlt. Ich habe es vermisst, meine Freundinnen zu treffen. Im Schwimmclub zu trainieren. Etwas zu unternehmen. Auch nur schon mit der Gondel zu fahren. Jetzt freue ich mich so fest auf die Schule wie noch nie nach den Ferien. Es wird zwar noch nicht normal, aber wenigstens normaler.»


24 | 11.5.2020 | SCHULÖFFNUNG

Schulstart – was nun? Lehrpersonen und Kinder machen sich daran, wieder zum Schulalltag überzugehen. Wie gelingt das nach der Zeit des Lockdowns? Expertinnen und Experten beantworten die brennendsten Fragen zum Neubeginn. Text: Monica Müller, Ralf Kaminski, Rahel Schmucki

Ist es okay, wenn Eltern es kaum erwarten können, ihre Kinder wieder loszuwerden? Ich nehme mal an, dass damit nicht gemeint ist, die Kinder zur Adoption frei­ zugeben … Aber wenn man seine Kinder zwei Monate lang Tag und Nacht um sich hat, ist es naheliegend, auch mal wieder ungestört er­ wachsen sein zu wollen, ohne ständig auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen zu müssen – die nun einmal ­andere sind. Und zwar umso mehr, je kleiner die Kinder sind. Denn die können sich schlecht allein beschäftigen, wollen kein Buch lesen, ­sondern Geschichten erzählt bekommen oder Rollenspiele machen. Für die Eltern wie­ derum ist die Beschäftigung mit den Kindern ja keine ­Erwerbsarbeit, sondern eine Aufgabe, die sie neben dem Beruf auch noch erfüllen müssen. Und da ist die Ge­ duld – bei aller Liebe – halt nicht unbegrenzt. Sind die Kinder Teenies, merkt man ausserdem, dass deren Ge­ duld irgendwann erschöpft ist, wenn sie den ganzen Tag lang mit den Eltern zusam­ menhocken müssen. Peter Schneider, Psychoanalytiker und Autor

In manchen Kantonen gibt es im Sommer Zeugnisse ohne Noten. Wie lassen sich die Kinder dennoch motivieren? Es wäre traurig, wenn Noten die einzige Motivationsquelle wären. Ich sehe ein Endjahreszeugnis ohne Noten als Chance, um sich auf das zu besinnen, was die Lernmotivation langfristig stärkt: eine gute Beziehung zum Lerninhalt, zur Klasse und zur Lehrperson. Anstelle von Notendruck und Konkurrenzkampf kann das Miteinander ins Zentrum rücken und als Motor genutzt werden. Vielleicht mittels der Fragen: Wo steht jeder von uns?­Was wollen wir bis Ende Schuljahr erreichen? Wie ­ können wir uns gegenseitig beim Lernen unterstützen und für eine gute Lernatmosphäre sorgen? Stefanie Rietzler, Psychologin und Lerncoach

Wie schaffen es Eltern, ihre Kinder auf Trab zu bringen und sie wieder für den Alltag mit Schule zu takten? Die Umstellung wird einen Moment dauern – wie nach langen Ferien. Eine ­Ansage wie: «Jetzt müsst ihr aber sofort ­umspuren!» ist da wenig hilfreich. Eltern ­sollten mit ihren Kindern zurück- und nach vorn blicken. Was würden die Kinder gern beibehalten aus der Zeit im Lockdown? ­ Was nicht? Was ­erwartet sie in der ­Schule? Solche ­Gespräche helfen den Kindern, sich auf die Rückkehr in die Schule einzustellen. Junge Menschen ­haben eine grosse Kraft, sich in neue Begebenheiten zu schicken, dieser ­ dürfen Eltern gern vertrauen. Stefan von Wartburg, Berater Pro Juventute

Welche Distanz- und Hygienevorgaben müssen Kinder und Jugendliche einhalten? Gehen sie ein Risiko ein, wenn sie ge­mein­ sam auf dem Pausen­ platz spielen? Kranke Kinder bleiben zu Hause, alle anderen gehen zur Schule und halten sich dabei an die Hygieneregeln des Bundesamts für Gesund­ heit (etwa keine Hände schütteln oder Hände wa­ schen), die sie ja schon kennen und zu d ­ enen sie immer wieder angeleitet wurden. Die Kinder der obli­ gatorischen Grund­ schule ­können sich auf dem Pausenplatz ganz normal ver­halten und mit­ einander spielen. Sie sollten allerdings kein Essen teilen, zudem sollte der Pau­sen­ platz überwacht werden, und die Kinder s­ ollten unter sich bleiben und sich nicht unter Erwachsene mischen. Wo ­möglich und sinnvoll, sollten sie sich vor Stunden­ beginn die Hände mit ­Was­ ser und Seife waschen. Kin­ der können auch zu­einander nach Hause gehen, dies jedoch immer ­ in den­selben Kleingruppen von höchstens fünf Per­ sonen. Und sie sollten dabei ohne Erwachsene unter sich ­bleiben. Christoph Berger, Leiter Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene, Universitäts-Kinderspital Zürich


SCHULÖFFNUNG | 11.5.2020 | 25

Was braucht es, damit Kinder und Jugendliche gestärkt aus dieser Krise hervorgehen?

Unsere Aufgabe als Eltern oder Bezugsperson besteht darin, Kinder dabei zu unterstützen, eigene hilfreiche Strategien ­ im Umgang mit veränderten Lebenssituationen zu ent­ wickeln: mit Langeweile, eigen­ stän­digem Lernen, Kontakt­ beschränkungen, Angst, Wut und Traurigkeit. Diese Zeit kann Kindern Vertrauen geben, auch in Zukunft mit Krisen umgehen zu können, Schwierig­ keiten überwinden zu lernen und sich neue Wege zu suchen.

In den Kantonen, in ­denen es im Sommer ­ein Zeugnis mit Noten gibt, müssen die Lehrpersonen punkto Prüfungen Gas geben. Was hilft den Schülern, sich gegen den Prüfungsstress zu wappnen? Es liegt in der Verantwortung der Erwachsenen, jetzt nicht in einen blinden Aktionismus zu verfallen und der Notensetzung alles ­unterzuordnen. Noten für das ­Endjahreszeugnis können auch ­gesetzt werden, ohne die Schüler und Schülerinnen durch einen Prüfungsmarathon unnötig unter Druck zu setzen. Stefanie Rietzler, Psychologin und Lerncoach

Basis für dieses gemeinsame Lernen ist eine kontinuierliche sichere Bindung. Sie kann ­entstehen, wenn einfühlsam Anteil genommen wird am ­Leben der Kinder und man sich mit ihnen auseinandersetzt. Kinder lernen vor allem durch unser Beispiel. Es kann nicht ­­ oft genug betont werden: Wir sollten unseren Kindern vor­ leben, welche Werte uns wich­ tig sind. So zeigen wir ihnen, wie wir diese Werte umsetzen. Susanne Walitza, Kinder- und Jugendpsychiaterin

Wie können sich Lehrerinnen und Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, in der Schule schützen? Schätzungen zufolge sind etwa zehn ­Prozent der Lehrerinnen und Lehrer ­besonders gefährdet. Sie sollen ebenso wie Schüler mit Vorerkrankungen oder Familienmitglieder aus Risikogruppen weiterhin von zu Hause aus mitarbeiten können. Von den anderen 90 Prozent erhalte ich viele positive Signale: Sie ­freuen sich auf die Kinder und bereiten sich auf den Schulstart vor, mit dem Ziel, das Beste aus der Situation zu machen. Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz

Welche Herausforderungen ­erwarten die Lehrpersonen, wenn sie den Präsenzunterricht wieder aufnehmen? In den ersten Tagen wird nicht der Schulstoff im Fokus stehen, sondern es wird um die Kinder gehen. Die Lehre­ rinnen und Lehrer werden sich ihnen widmen, nach­ fragen, wie es ihnen geht ­ und wie sie die Zeit zu Hause ­erlebt haben. Es wird etwas dauern, die Klasse wieder ­zusammenzubringen. Die Hygienemassnahmen wer­ den ein weiteres wichtiges Thema sein; je nach Alter ­ der Kinder wird es viel Zeit in Anspruch nehmen, sie zu ­erklären und im Schulalltag zu verankern. Sind alle im Alltag angekommen, können die Lehrpersonen sich ­wieder daranmachen, neue Themen einzuführen und Schulstoff zu vermitteln. Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachver­ bands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz


26 | 11.5.2020 | SCHULÖFFNUNG

Peter Schneider, Psychoanalytiker und Autor

Wie hat sich die Schule durch Corona und digitalen Unterricht verändert? Gibt es vielleicht auch künftig mehr Arbeiten online wie in der Arbeitswelt? Das hängt stark vom Alter der ­ Kinder ab. Im Kindergarten und ­ in der 1. und 2. Klasse funktionieren herkömmliche Unterrichtsmethoden in der Regel gut und sind auch sehr wichtig, ab der 3. oder 4. Klasse lassen sich ausgesuchte Lerninhalte auch gut online vermitteln oder üben. Aufgrund des Coronavirus wurden viele Erfahrungen mit ­digitalen Plattformen und Apps ­gesammelt. Darauf sollten wir nach Möglichkeit aufbauen. Manche Schulen sind gut dafür gerüstet, anderen fehlt es an der nötigen Infrastruktur. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, darin zu investieren. Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands Lehrerin­ nen und Lehrer Schweiz

Es lebe die Schule! 1, 2 ODER 3 ? Während des Lockdowns haben wir gebacken wie wild: Marmormuffins. Rhabarberwähe, Bananencake … Und wir sind richtig gut geworden im Feuermachen. Sogar der Kleine (4) geht nun routiniert zur Sache, bis die Flammen züngeln und die Cervelats brutzeln. Trotzdem sind wir nicht fetter, sondern fitter geworden. Strampeln ­ wir ­den Hang hoch, können wir, ohne zu­ japsen, über die besten Monstertrucks fach­simpeln oder die Hinterlist von Severus Snape in «Harry Potter» beklagen. Immer wieder bin ich aber an die Grenzen des Multitasking gestossen. Etwa wenn mir der Grosse (9) während einer Sitzung ins Ohr raunte: «Warum muss ich diese Scheiss­adjektive immer gelb anmalen?» Oder wenn mir der Kleine mitten im Schreibfluss den Schraubenzieher in die Hand drückte, damit ich sofort ein Auto flicke. Nun geht die Schule wieder auf, und ich werde endlich einen Gedankengang zu Ende denken können. – Und jetzt? MM 1 Ich werde 100 ungelöste Pendenzen

in Rekordzeit abarbeiten.

2 Ich backe Marmormuffins und Rhabarber­

wähe, fläze mich mit meinem Mann vor den TV, haue rein und hänge ab. Ich räume die Osterdekoration weg. 3

Monica Müller (45) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Vielleicht schaffe ich auch noch den Bananencake! An diesem ersten Schultag nehmen wir frei und machen so viel Ferien, wie wir in einen Tag packen können.

Das dürfte individuell ziemlich unter­ schiedlich sein. Man braucht nicht ­zwingend deklarierte Ferien – einfach ­ mal kinderlose Zeit, auf die man sich auch einstellen kann. Homeschooling und Homeoffice kombiniert sind ein doppel­ ter Vollzeitjob. Zudem verstärkt es die ­ohnehin vorhandene unselige Tendenz, Familie und Schule miteinander zu ver­ schmelzen – beide sollen eine organische Einheit von gemeinsamen Zielen und ­Lerninhalten bilden. Und jetzt haben wir also den Salat: Der schon ziemlich aus­ gelutschte Spruch, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind grosszuziehen, ­erhält plötzlich eine ganz andere Bedeu­ tung. Gedacht war er mal als Argument ­ für die familienexterne Betreuung von Kindern; jetzt ist damit eher eine Drohung verbunden: Wir schaffen es locker, mit den schulischen Anforderungen notfalls auch ein ganzes Dorf zu beschäftigen.

Illustration: Lisa Rock

Wie erholen sich Eltern am besten von der intensiven Zeit des Homeschooling?

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28 | 11.5.2020 | GENUSS

Wissensbissen Der richtige Dreh grossen Kraftaufwand aufdrehen kann. Etliche Leserinnen und Leser waren mit dieser Antwort nicht zufrieden, denn im Detailhandel gibt es viele Gläser mit herkömm­lichem ­Deckel. Hinzu kommen all die ­Flaschen mit Schraubverschluss. Als kleine Wieder­gutmachung geben wir hier Tipps, wie ­Bewegung in die Deckel kommt.

1

Rabiate Methoden Wenn alles nichts hilft, biegt man den Deckelrand mit einem Schraubenzieher hoch oder schlägt mit Hammer und Nagel ein Loch in den Deckel. So dringt Luft ins Glas ein, und das Vakuum wird gelöst.

6 5 2 4 3 Gummi gibt Grip Glatte Metalldeckel von Gläsern bekommt man mit Gummihandschuhen besser in den Griff. Auch ein Lappen, den man über den Deckel legt, sorgt ­ für etwas mehr Halt.

Hitze hilft Lassen Sie heisses ­Wasser über das Glas laufen. Die Luft unter dem Deckel wird er­ wärmt und dehnt sich aus – der Unterdruck im Glas lässt nach. Die ­Hitze schmilzt ausser­ dem den Zucker, der zum Beispiel bei ­Honiggläsern das Schraubgewinde ­verkleben kann.

Knack die Flasche Schraubdeckel an ­Flaschen lassen sich leichter aufdrehen, in­ dem man sie mit einem Nussknacker einklemmt.

Schlag auf Schlag Halten Sie das Glas ­um­gedreht und schlagen Sie mit der flachen Hand mehrmals auf den Glas­ boden. Das löst in vielen Fällen das Vakuum, das den Deckel von innen festsaugt. Den gleichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie ­mit dem Deckelrand ­vorsichtig auf eine harte Unter­lage klopfen.

Öffner für alle Fälle Die Wunderwaffe ­gegen widerspenstige Deckel sind Multi­funktions­ öffner, die dank ­Hebelwirkung das ­Auf­drehen erleichtern. Erhältlich etwa bei ­galaxus.ch oder micasa.ch

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«Wie lange braucht eine Schnecke zurück in meinen Garten, und liegt die Antwort w ­ irklich immer im Boden?» Unter diesem Titel gibt Guy Barter, seit vielen Jahren Leiter der britischen G ­ artengesellschaft RHS, Ant­worten auf Fragen, die sich neugierigen ­Gärtnern stellen. Seine wissenschaftlichen Ausführungen sind nicht nur verständlich, sondern auch amüsant zu lesen. Fr. 21.50 bei exlibris.ch

BESSERWISSEN

Was wächst denn da?

Überall spriesst und blüht es. Die App «Flora Incognita» hilft beim Erkennen der Pflanzen. Dabei greift sie auf umfangreiche Datenbanken zu und gleicht sie mit Geodaten ab. Eigene Beobachtungen werden so Teil einer wertvollen Sammlung zum Vorkommen von Pflanzen. Das Ganze ist ein Projekt der Technischen ­Universität Ilmenau (D).

Bilder: iStock; PD; Illustration: Felice Bruno

Kürzlich hat eine Antwort im MigrosMagazin für Ärger gesorgt: Eine Kundin hatte ­gefragt, wie sich fest sitzende Schraub­deckel von Gläsern am besten öffnen lassen. Wir empfahlen die Essig­ gemüse- und Konfitürengläser der Migros: Sie sind meist mit einen EasyOpen-Deckel ausgestattet, den man ohne


GENUSS | 11.5.2020 | 29

Pfirsich GARTEN

Süss, saftig und etwas weich – so muss ein Pfirsich sein. Denkt man. Aber nicht jeder Pfirsich gibt im ­reifen Zustand auf Druck nach. ­Einige Sorten bleiben trotz Vollreife relativ hart. Für die Zubereitung auf dem Grill kann das sogar von Vorteil sein: So tropft kein Saft in die Glut.

Bohnen säen – Woche für Woche Am Samstag sind die ­Eisheiligen für dieses Jahr vorbei, und es ist Zeit, Bohnen zu säen. Buschbohnen wie die Sorte Fleuret oder Beaufort ­benötigen keine Rank­hilfe – ganz im Gegensatz zu ertrag­reicheren Stangenbohnen wie der Neckarkönigin oder den Berner Landfrauen, die ­ gut über zwei Meter hoch wachsen können. Damit nicht alle Bohnen zur ­selben Zeit reifen, im Wochenrhythmus säen.

48 794

Bohnensorten lagern in der internationalen Genbank auf Spitzbergen (Norwegen). Kommerziell wird ­allerdings nur ein Bruchteil der Sorten angebaut. Anzeige

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30 | 11.5.2020 | GENUSS Die besten Grillrezepte:

Es geht um die Wurst

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Wir legen die Bratwurst auf den Grill und servieren sie ganz bodenständig mit einem frischen Kartoffel-Gurken-Salat. Der macht auch zu anderen Gerichten eine gute Figur. Rezept: Andrea Pistorius

Rote Zwiebeln Sie verleihen dem ­ Salat Farbe und ein ­wenig Süsse.

Bild und Styling: Veronika Studer

Snackgurken Die kleinen Gurken sind in Scheiben ­geschnitten perfekt für Salate.

Kartoffeln In Kombination mit ­Gurke ist der Kartoffelsalat auch eine feine Beilage zum Wiener Schnitzel.

Grillwurst mit Kartoffelsalat Zutaten für 4 Personen 1 kg kleine, festkochende Kartoffeln, z. B. Amandine 5 dl heisse Gemüsebouillon 200 g Gurken, z. B. Snackgurken Salz 2 Zwiebeln, z. B. rote und gelbe 4 EL Olivenöl 3 EL Apfelessig 1 Bund gemischte Kräuter, z. B. Petersilie und Schnittlauch Pfeffer 4 Kalbsbratwürste

Zubereitung

1. Kartoffeln ungeschält ca. 20 Minuten knapp weich kochen. Messerprobe machen: Messer in eine Kartoffel stecken – wenn es sich einfach wieder herausziehen lässt, sind die Kartoffeln ­fertig. Kartoffeln abgiessen und kurz kalt abspülen. Schälen, in Schei­ ben à ca 4 mm schneiden. In die Bouillon geben. 15 Minuten ziehen lassen. 2. Inzwischen Gurke fein hobeln, mit wenig Salz bestreuen, mi­ schen, ziehen lassen. Die Hälfte der Zwiebeln fein hacken, Rest in

feine Schnitze schneiden, bei­ seitestellen. In einer Bratpfanne die Hälfte des Öls erhitzen, ge­ hackte Zwiebel glasig dünsten. In eine Schüssel geben. Essig, rest­ liches Öl und Gurken dazugeben. Schnittlauch fein schneiden, ­Petersilie zupfen.

lassen. Mit Zwiebelschnitzen und restlichen Kräutern anrichten.

3. Bouillon abgiessen und auf­ fangen. Kartoffeln zu den Gurken geben. Ca. 2 dl Bouillon nach und nach daruntermischen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschme­ cken. Die Hälfte der Kräuter ­unterheben. 20 Minuten ziehen

Zubereitung

4. Kalbsbratwürste rundum bei mittlerer Hitze ca. 12 Minuten grillieren, Salat dazuservieren.

ca. 25 Minuten  Einsteiger + ca. 20 Minuten ziehen lassen + ca. 20 Minuten kochen Preis: mittel

Pro Portion ca. 23 g Eiweiss, 37 g Fett, 47 g Kohlenhydrate, 2600 kJ/640 kcal


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GESUNDHEIT | 11.5.2020 | 45

Bild: Getty Images, zVg

Wer die Muskeln und die Beweglichkeit ­trainiert, reduziert das Risiko von S ­ türzen.

Mit Pilates zu mehr Gleichgewicht

Mobil bleiben Speziell für ältere Menschen können Stürze verheerende Folgen haben. Mit unseren Tipps bleiben Sie fit und eliminieren Stolperfallen. Text: Martina Frei

S

türze sind in der Schweiz an der Tages­ ordnung. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung fallen im Durchschnitt täglich mehr als 750 Menschen hin. Min­ destens ein Drittel davon sind über 65 Jahre alt. Für Senioren kann ein unsanfte Landung auf dem Boden das Ende der Selbständigkeit be­

deuten. Hüftbruch, Spital, Übersiedlung ins Alters­ heim – nicht wenige müssen nach einem Sturz die ver­ traute Wohnung aufgeben. Die Hauptrisikofaktoren

Die grössten Risikofaktoren fürs Hinfallen sind Muskel­ schwäche sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen, zum Beispiel wegen Schwin­

del. Auch schlechteres Se­ hen, Mangelernährung und viele Medikamente erhöhen die Gefahr zu stürzen. Hinzu kommt, dass etwa ab dem 65. Lebensjahr ­Sehnen und Bänder «steifer» werden, die Muskelmasse abnimmt, die Knochendich­ te sinkt. Zudem verlangsa­ men sich auch die Nerven­ impulse, die Bewegungen

Eine bewährte Trainingsme­ thode zur Sturzvorbeugung ist Pilates. Es aktiviert und kräftigt die Muskeln. Durch eine verbesserte Körper­ wahrnehmung und Koor­di­ nation wird der Gleichge­ wichtssinn trainiert. Zudem verbessert sich die Beweg­ lichkeit durch gezielte ­Mobilisationen und Ganz­ körperübungen. Die Angst vor einem Sturz kann so reduziert werden. Bei körperlichen ­Einschränkungen empfiehlt sich «Medical Pilates». Vor Beginn des Trainings ist ein Check-up bei einem Personal Trainer oder einer Physiotherapeutin ratsam.

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46 | 11.5.2020 | GESUNDHEIT

steuern. Aber: Es gibt durchaus wirksame Massnahmen, die beim Vorbeugen helfen. Fünf Massnahmen

1. Kräftige Muskeln, gute Körperwahr­ nehmung und ein trainierter Gleichge­ wichtssinn verhindern Stürze und helfen, sich noch ab­zufangen, falls man ins ­Straucheln gerät. Training lohnt sich – selbst wenn man «bei null» anfängt! Sportarten mit vielen abrupten Stopps sind in höherem Alter für Anfänger we­ niger gut geeignet, weil die Reaktions­ geschwindigkeit sinkt und Sehnen sowie Bänder weniger elastisch sind. 2. Ein übersehener Treppenabsatz, schlechte Beleuchtung, ein rutschiger ­Bodenbelag oder das Büsi, das e­ inem ­zwischen die Füsse rennt – und schon ist es passiert. Damit es nicht so weit kommt, ist es sinnvoll, Unfallquellen so weit als mög­ lich zu beseitigen. Das kann man zum

­ eispiel wie folgt tun: Teppiche am Rand B festkleben oder ganz entfernen, Hand­ läufe oder Haltegriffe anbringen, eine Leiter anstelle des Stuhls zum Aufhängen der Gardinen benützen und feste Schuhe ­tragen, die gut sitzen. 3. Ältere Menschen benötigen zwar weni­ ger Kalorien als jüngere, aber der Bedarf an Eiweiss ist höher als bei Jüngeren. Pro Kilo Körpergewicht rechnet man 1 bis 1,2 Gramm Eiweiss. Gute Quellen sind Milchprodukte, Fisch, ­Hülsenfrüchte, Fleisch oder Soja – am besten isst man ­abwechslungsreich. Eiweiss ist ein ­wesentlicher Baustein für die Muskeln.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

4. Für ein gutes Körpergewicht sorgen. Untergewicht geht oft mit spröderen Knochen einher, die leichter brechen. Übergewicht hingegen b ­ elastet den ­Be­wegungsapparat unnötig. Aber: Eine ­starke Gewichts­abnahme führt gerade bei Senioren oft zum raschen Muskelabbau, deshalb sollte man sich vor einer Diät fachkundige Hilfe holen. 5. Stimmt die Brille noch? Könnte ein Hörgerät helfen? Ist die Gehhilfe richtig angepasst? Wenn es bei den Hilfsmitteln hapert, steigt das Risiko. Ein Check lohnt sich. Orthopädische Hilfsmittel können das Training erleichtern. MM

Fit im Alter – kein Problem Eine Seniorin zeigt, wie sie mit einer positiven Lebenseinstellung und Training fit bleibt.  Mehr auf migros-impuls.ch/aktiv-altern

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KNOBLAUCH – DIE VIELSEITIGE UND GESUNDE «WUNDERKNOLLE» In nahezu allen Küchen und Kulturen findet Knoblauch seit jeher seine Anwendung. Dies aus gutem Grund. Bereits unsere Grosseltern und deren Eltern wussten um den p­ ositiven Effekt von knoblauchreicher Nahrung auf das Herz-Kreislauf-System, den Blutfluss und das Immunsystem. Der Verzehr von Knob­ lauch wird zudem als förderlich für einen tiefen Cholesterinspiegel wie auch gut für

die Nerven eingestuft. Die Verwendung von reichlich Knoblauch in der Zubereitung von Speisen gilt daher nach wie vor als sehr gesund. Neben der Anwendung als Lebens­ mittel kommt der Knoblauch auch in der ­traditionellen Naturheilkunde zum Einsatz. Leider birgt der Verzehr dieser beliebten Knolle neben allen positiven Eigenschaften

von Knoblauch auch störende Nebeneffekte, die insbesondere in unserer modernen Ge­ sellschaft oft zu Problemen führen. Die nach Knoblauchkonsum teils mehrere Stunden anhaltenden strengen Körperausdünstungen, das Aufstossen und der klassische Knob­lauch­ mundgeruch werden nicht nur von einem selbst, sondern insbesondere auch vom ­Umfeld als sehr unangenehm empfunden.

Schwarzer Knoblauch – die optimale Knoblauchvariante In Japan hat man bereits vor Jahrhunderten entdeckt, dass mit einem speziellen Fermentierungsverfahren aus herkömmlichem weissem Knoblauch der schwarze Knoblauch entsteht. Dabei wird frischer Knoblauch über einen längeren Zeitraum unter ­kontrollierten Bedingungen einer hohen Luftfeuch­ tigkeit und Temperaturen von 60 bis 80 Grad aus­gesetzt. Mit dieser Methode werden die ­negativen Eigenschaften von Knoblauch sozu­ sagen wegfermentiert. Der dadurch entstandene schwarze Knoblauch behält seine ursprüng­ lichen vielseitigen positiven Eigenschaften mit dem Unterschied, dass dieser Knob­lauch nach dessen Verzehr keine unangenehmen Körperaus­ dünstungen, kein Aufstossen, keine Blähungen und auch keinen Knoblauchmundgeruch verursacht.

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der Blutgefässe (Vitamin B1 und C); einer nor­ malen Herzfunktion (Vitamin B1), Funktion des Nervensystems (Vitamin B2, B6, B12 und C), psychischen Funktion (Vitamin B6, B12 und C), Funktion des Immunsystems (Vitamin B6, B12 und C); einem normalen Energiestoffwechsel (Vitamin B1, B2, B6, B12 und C); ­Erhaltung nor­ maler roter Blutkörperchen (Vitamin B2, B6 und B12); Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung (Vitamin B2, B6, B12 und C). Für eine positive Wirkung genügt die Einnahme von 1–2 Kapseln pro Tag.


48 | 11.5.2020 | MEINE MIGROS

Dieser Mann will aus alten Möbeln neue machen Wiederverwenden statt wegwerfen: Der Biochemiker Felix Meier und der Förderfonds Engagement Migros spannen zusammen, um die Kreislaufwirtschaft für Bürostuhl, Matratze und Co. salonfähig zu machen. Text: Benita Vogel  Bild: Roger Hofstetter

S

ofas, Bürostühle, ganze Bett­ gestelle – und vor allem haufen­ weise Matratzen: Felix Meier traute seinen Augen nicht, als er eine Entsorgungstour zur Deponie Werdhölzli in Zürich unternahm. Abfall ist für den Biochemiker nichts Neues – als Geschäftsleiter der Stiftung Pusch beschäftigt er sich beruflich damit: Die ­Organisation ist im Bereich Umwelt­ schutz für Gemeinden, Schulen und ­Firmen tätig und zeigt, wie man sauber entsorgen kann. Das Bild im Recyclinghof ging Felix Meier nicht mehr aus dem Kopf. «Es kann nicht sein, dass wir so viele Gegen­ stände einfach wegschmeissen», sagt er. Kurzerhand änderte er den Fokus der Stiftung und setzte stärker auf Abfall­ vermeidung statt -entsorgung. Kreislauf­ wirtschaft heisst das im Fachjargon. Das Ziel: Rohstoffe so lange wie möglich nutzen, um Ressourcen zu sparen. ­Denn sie sind nicht unendlich verfügbar. Pro­ dukte sollen nach Gebrauch ­repariert, erneuert und wiederverwendet werden, anstatt im Müll zu landen. Wenn nichts mehr möglich ist, werden sie recycelt und die einzelnen Teile weiterverarbeitet. Felix Meier und sein Team werden von Engagement Migros unterstützt, dem Förderfonds der Migros (siehe Box). Die Partner wollen das nach­ haltige Wirtschaftsmodell primär in der Möbelbranche etablieren und haben dazu das Projekt «Make Furniture ­Circular» lanciert. «Stühle, Tische und auch Matratzen werden wie Kleider immer schneller ausgetauscht», erklärt Meier. Und wie seine Beobachtung in der Mülldeponie gezeigt hat: Sie bergen

ein enormes Potenzial an Materialien, die vor dem Feuertod gerettet werden können. In der Schweiz landen jedes Jahr rund eine Million Matratzen im Müll und verursachen 30 000 Tonnen Abfall: Stoff, Schaumstoff, Wolle, Metall, Rosshaar, Holz und andere Materialien, die weiter verwendbar sind. Das Recyclingunternehmen TFR Group in Grossbritannien macht es vor: Es zerteilt die Unterbetten im grossen Stil und verwendet 60 Prozent der ­Materialien, indem es beispielsweise Gymnastikmatten herstellt. Auch in den Niederlanden ist die Wiederverwendung längst bekannt. Länger liegen dank Bettenleasing

In der Schweiz ist man noch nicht so weit. Immerhin gibt es Ansätze, die Lebensdauer von Matratzen zu ver­ längern. So hat der Hersteller Elite aus Aubonne VD ein Bettenleasing für ­Hoteliers lanciert: «‹Smart Lease› ­erlaubt es den Hoteliers, die Matratzen und Betten der Belegung entsprechend zu bezahlen», sagt Chef François ­Pugliese. Jede Übernachtung wird regis­ triert und dadurch auch der Produkt­ verschleiss gemessen. Je nach Belegung werden die Matratzen ausgetauscht – das verzögere den Verschleiss. «Unsere Matratzen halten je nach Auslastung ­­ 15 bis 25 Jahre lang», sagt Pugliese. ­Andere Hotelmatratzen müssten alle drei bis fünf Jahre ausgewechselt werden. Elite setzt zudem auf natürliche ­Einzelkomponenten wie Rosshaar und Seide: So können Matratzen aufgefrischt oder zumindest einfacher rezykliert werden. Die Firma gilt als Vorreiter in


MEINE MIGROS | 11.5.2020 | 49

der Branche – allerdings mit wenigen Nachahmern. Um das zu ändern, hat das Projektteam um Felix Meier zu einem Workshop eingeladen: Anfang Jahr trafen sich Matratzenhersteller wie Elite, Möbelhändler wie Micasa und Recyclingfirmen wie Innorecycling, um sich über die Lebensverlängerung und das Recycling der Schlafunterlagen auszutauschen. Die gute Nachricht: Die Logistik besteht ­bereits; alte Matratzen werden von den Möbelhändlern meist zurückgenommen. Und: Die Beteiligten halten die Kreislaufwirtschaft bei Matratzen für eine gute Sache. «Das Volumen ist gross, das Potenzial also vorhanden – auch wenn der Teufel im Detail liegt», sagt Markus Tonner, Chef von Innorecycling. Auch Migros-Tochter Micasa ist an einer Zusammenarbeit «sehr interessiert», wie Micasa-Vertreter Flückiger sagt.

In der Schweiz landen jedes Jahr rund eine Million Matratzen im Müll und verursachen 30 000 Tonnen Abfall.

«Es kann nicht sein, dass wir so viele Gegenstände einfach wegschmeissen.» Felix Meier Geschäftsleiter Stiftung Pusch

«Wir haben beschlossen, eine Allianz ­ zu bilden, um die Matratzenkreisläufe zu konkretisieren», sagt Projektleiter Felix Meier. Jetzt beginne die Detail­ arbeit. Viele Fragen sind noch offen, etwa die, woraus eine Matratze bestehen muss, damit sie länger hält oder am Ende leichter recycelt werden kann. Denn auch beim Recycling kommt es auf die Beschaffenheit an: Kann man die Materialien, etwa Stoff und Schaumstoff, voneinander trennen? Wie kann man das tun? Nur von Hand? Das wäre sehr aufwendig. Letztlich ist alles eine Frage des Preises. «Es gibt noch vieles zu klären», sagt Felix Meier. Sein Team arbeite daran. Ein nächstes Branchentreffen soll nach einer Abflachung der Corona-Pandemie stattfinden. Der Pusch-Gründer möchte spätestens in zwei Jahren konkrete ­Erfolge erzielt haben. Bis dahin will er das Motto «wiederverwenden statt wegwerfen» bei weiteren Branchen-Playern beliebt machen: Als Nächstes sind die Büro­möbelhersteller an der Reihe. MM

Geschäftsmodelle im Dienst der Umwelt Die Kreislaufwirtschaft ist ein Schwerpunktthema von Engagement Migros, dem Förderfonds der Migros. «Das lineareWirtschaftsmodell Produktion–Verwendung–Abfall stösst an die Grenzen, deshalb wollen wir die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz etablieren», sagt Projektleiterin Corinne Grässle. Sie führe zu einem sparsamen und effizienten Umgang mit Ressourcen und zu weniger Abfall. «Das hilft der Umwelt und birgt die Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.» Engagement Migros hat deshalb fünf Projekte zum Thema lanciert, darunter «Make Furniture Circular». Der Förderfonds, hinter dem MigrosUnter­nehmen wie Denner, Migros Bank, Migrol und Migrolino stehen, ist Teil des gesellschaft­lichen Engagements der Migros-Gruppe. Sie ­investiert dafür jährlich zehn Prozent der ­Dividende, also 10 bis 15 Millionen Franken. Infos: make-furniture-circular.ch engagement-migros.ch/de/ pioniere


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MEINE MIGROS | 11.5.2020 | 51

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Schokolade ist keine Frage des Alters. Wer schon mit Tafeln von Chocolat Frey ­aufgewachsen ist, bleibt ihnen oft ein Leben lang treu. Die beliebten Klassiker gibt es jetzt in der neuen, modernisierten Verpackung ­unter dem Namen Tradition. Inhaltlich hat sich aber nichts geändert, und auch ­farblich sind die Schoggi-Klassiker der Migros sofort wiederzuerkennen. Der Griff ins Regal mit der Lieblingssorte fällt daher auch künftig leicht. Dort gibt es übrigens für alle das Passende: Milchschokolade mit Mandeln für die Mutter, diejenige mit Nüssen für ­Kinder und dunkle Schokolade für den Vater.

Für den Enkel TIPPS Tafelschokolade lässt sich gut schmelzen. Sie ist dann perfekt, um darin Früchte, etwa Erdbeeren, einzutauchen. Danach lässt man die Schokoladenbeeren auf Backpapier aushärten.

Eine stilvolle Dekoration für ­Desserts, Torten und heisse ­Schokolade mit Rahmhäubchen erhält man, indem man mit einem Sparschäler kleine Späne von der Tafel schneidet.

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FINANZEN | 11.5.2020 | 53 Contentpartnerschaft

Warum Zentralbanken auf Gold setzen

Christoph Sax Chefökonom bei der Migros Bank

Goldbestände der Notenbanken (in Tonnen) 35 000 34 000

weltweit

33 000 32 000 31 000 30 000

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200 0 200 2 Q1 200 4 Q1 200 6 Q1 200 8 Q1 201 Q1 0 201 2 Q1 201 4 Q1 201 6 Q1 201 8 Q1 202 0

29 000

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Viele Notenbanken haben ihre Gold­ bestände aufgestockt. Seit 2010 sind die Notenbanken jedes Jahr am Goldmarkt als Nettokäufer aufge­ treten und haben deutlich mehr Gold erworben als verkauft. Vor allem in den Schwellenländern ist die Nach­ frage der Notenbanken nach Gold seit der Finanz- und Wirtschafts­ krise 2008/09 kräftig gestiegen. Hinter dem neuen Interesse an Gold stehen unter anderem geo­ politische Überlegungen: Grössere Schwellenländer sind bestrebt, sich von der Dominanz des Dollars als Weltwährung zu lösen und die ­Abhängigkeit von den USA zu ver­ ringern. Ein weiterer Grund dürfte darin liegen, dass sich die Notenban­ ken in den USA, Japan und der Euro­ zone seit 2008/09 nie gänzlich vom

Quelle: World Gold Council

Krisenmodus verabschiedet haben – mit entsprechenden Konsequenzen für die traditionellen Reservewäh­ rungen Dollar, Euro und Yen. Ein steigender Goldpreis widerspiegelt

den Wertverlust dieser un­gedeckten Währungen als Folge der äusserst ­expansiven Geldpolitik. ­Hinzu kommt ein stetiger Rückgang der Verzinsung von Staatsanleihen ­in ­diesen Währungen, obwohl die Staatsverschuldung weiter steigt. Gold wirft zwar keinen Zins ab, das gelbe Metall kann im Gegenzug aber nicht beliebig vermehrt werden. Gold bringt auch kein Schuldner­ risiko mit sich. Es geniesst deshalb einen jahrtausendealten Vertrauens­ bonus. Finanzkrisen können starke Werteinbussen bei Devisenreserven zur Folge haben – sowohl auf den Währungen als auch auf den Finanz­ anlagen in diesen Währungen (Obli­ gationen, Aktien) –, Gold verleiht der Bilanz einer Notenbank hingegen einen gewissen Krisenschutz. MM

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Triosalat – das Wasserwunder Die Salate der Forster Salatgarten in Oftringen AG wachsen auf geringstem Raum und besonders ressourcenschonend. Die Migros hat die innovative Anbaumethode von Anfang an begleitet. Text: Fabian Weidmann

LOCATION

101 Event-Träume Ob Seminar, Teamworkshop oder Feiern aller Art: Die renovierte und neu gestaltete Event-­ location eins0eins bietet an zentraler Lage in ­Zürich-West alles für den perfekten Anlass. 13 helle und moderne Räume warten darauf, Veranstaltungsort der Wahl zu sein. Der grösste Saal ­bietet Platz für bis zu 360 Per­sonen – mit unterschiedlichen Bestuhlungsmöglichkeiten.

Geschäftsleiter Patrick Forster ist stolz auf seine nachhaltig produzierten Salate aus Hydrokultur.

Bilder: zVg

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er Gemüseproduzent Forster verdankt die Produktion seiner ­jährlich mehr als zwei Millionen Salatköpfe der soge­ nannten Hydrokultur. Die Salate wachsen nicht in der Erde, son­ dern in Rinnen, die kontinu­ ierlich von Wasser durchflutet ­werden, das mit Nährstoffen an­ gereichert ist. Die Vorteile: Ver­ glichen mit dem traditionellen Anbau, benötigt die Produktion nur rund ein Achtel der Fläche. Weil das Rinnensystem als ­geschlossener Kreislauf funktio­

niert, reduziert sich auch der Wasserbedarf um 70 Prozent. Zu­ dem entfällt die Bodenbelastung durch Dünger oder Pflanzen­ schutzmittel. Der Gewinn für die Kunden: Auch im Winter ist eine grosse Salatvielfalt aus ein­ heimischer Produktion erhältlich. Aus drei mach eins

«Salate aus Hydrokultur werden nicht nur besonders nachhaltig produziert, sie halten auch ge­ schmacklich problemlos mit Frei­ landsalaten mit», sagt Geschäfts­ leiter Patrick Forster. Ein echter

Star in Forsters Sortiment ist der Triosalat. Er besteht aus den ­Sorten Lollo rot, Lollo grün und Eichblatt rot. Seit seiner Lancie­ rung 2016 hat er sich auch bei ­Migros-Kunden zu einem wahren Topseller gemausert. Der Trio­ salat gelangt samt Wurzelballen in den Handel. «Dieser versorgt den Salat auch nach der Ernte mit Nährstoffen, wodurch er ­wesentlich länger frisch bleibt», so F ­ orster. Die Migros ist Haupt­ abnehmerin des Triosalats und ­bietet ihn demnächst in einer plastikfreien Verpackung an. MM

Inspiriert vom kreativen Umfeld rund um Zürichs grösster Tanzschule, dem Tanzwerk101, kann man sich zurücklehnen: Dank des integrierten Angebots kommt von der Technik über das Catering bis zum passenden Rahmenprogramm alles aus einer Hand. Den ­individuellen Wünschen sind kaum Grenzen ­gesetzt, sei es, dass man den Blick auf die Stadt von der P ­ anoramaterrasse aus geniesst oder bis ins Morgen­grauen feiert. Im ­eins0eins wird jede ­Veranstaltung sicher ein voller Erfolg. Info: eins0eins.ch


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Neuer Look: Der Neumarkt Oerlikon präsentiert sich seinen Gästen im m ­ odernen Erscheinungsbild.

Tore auf in der Migros Oerlikon Am 14. Mai eröffnet die Migros ihren frisch renovierten Supermarkt

im Neumarkt Oerlikon. Dieser überzeugt mit grosszügigen Räumlichkeiten und einem vielseitigen Frische-Angebot. Text und Bild: Fabian Weidmann

Bild: zVg

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ehr als ein Jahr lang wurde gehämmert, gebohrt und geschraubt. Am 14. Mai öffnet die Migros im ­Neumarkt Oerlikon die Tore zum ­neuen Supermarkt. Auf über 2000 Quadrat­metern ­bietet eine grosszügige, offene und ­helle Verkaufsfläche alles, was das Herz begehrt. Die bedienten Fleischund Fisch­theken und die Hausbäckerei werden neu durch eine Käsetheke mit über 120 verschiedenen Sorten ­ergänzt. Deutlich erweitert ist auch das Convenience-Angebot mit

­ armen­und kalten Snacks. Markt­ w leiterin Viviane Krummenacher freut sich d ­ arauf, ihre Kundinnen und ­Kunden im modernen Supermarkt zu begrüssen: «Die offene Verkaufsfläche und die frischen Farben laden richtig­ gehend zum Verweilen ein.» Feierliche Eröffnung vertagt

Die Renovierung des Supermarkts ist Teil der umfassenden Modernisierung des Shopping­centers Neumarkt. Das gesamte Angebot der Migros im ­Center ist auf drei Etagen verteilt: ­Neben dem Supermarkt bieten nun

Marktleiterin Viviane Krummenacher freut sich auf den neuen Supermarkt.

die beiden Take-away-Angebote, ­Kaimug mit authentisch thailän­­­di­ scher Küche und Hitzberger mit FastFood-­Kreationen, im Erdgeschoss ­alles für den schnellen Hunger. Zurzeit wird auch das Migros-­Restaurant im ­zweiten Obergeschoss aufgefrischt. Die aktuellen Umstände verun­ möglichen eine offizielle E ­ röffnung. «Wir werden sie mit dem gesamten Center in der zweiten ­Jahreshälfte dann umso feierlicher nachholen», sagt ­Viviane Krummenacher. MM Öffnungszeiten neu ab 14. Mai: Montag bis Samstag 8–20 Uhr


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60 | 11.5.2020 | ESSSTÖRUNGEN

Der Kampf um jedes Gramm

Ein paar Kilos weniger – das wünschen sich viele Teenager. Manche führt der Wunsch in die Magersucht, u ­ nd Bilder von ­Gleichgesinnten im Internet erhöhen den Druck. Zwei junge Frauen erzählen, wie sie in eine Essstörung geschlittert sind und wie ihr Weg aus der Krankheit aussieht. Text: Kristina Reiss

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ynn Winzenried war schon immer sehr schlank. Doch in der Pubertät, als die Welt plötzlich so viele Erwartungen stellte, denen sie sich nicht gewachsen fühlte, begann sie weniger zu essen. «Ich genoss die vollständige Kontrolle über einen Bereich meines Lebens», sagt die heute 26-Jährige. Zwölf Jahre alt war

sie damals – und schlitterte ­geradewegs in die Magersucht. Laut Studien hat sich der Beginn von Essstörungen nach vorne verschoben. 13 oder 14 Jahre alt sind viele der Betroffenen – meistens Mädchen –, wenn sie Dagmar Pauli (56) das erste Mal aufsuchen. Pauli ist Chefärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiat-

rischen Universitätsklinik Zürich. «Immer häufiger behandeln wir aber auch neun- oder zehnjährige Mädchen», so die Spezialistin für Essstörungen. Lynn verzichtete damals zunächst auf Zwischenmahlzeiten. Dann liess sie Kohlenhydrate beim Zmittag in der Schule weg, irgendwann die ganze Mahlzeit. Abends verkleinerte sie nur

langsam die Portionen – so fiel das den Eltern anfangs nicht auf. Fragen der Mutter, ob sie abgenommen habe, lächelte das Mädchen weg. Tatsächlich ist der Übergang von «es ist nur eine Phase» zu «unser Kind ist krank» für ­Eltern schwer zu erkennen. Ist es schon bedenklich, wenn eine Elfjährige jammert: «Ich bin


ESSSTÖRUNGEN | 11.5.2020 | 61

viel zu dick!»? «Nein, das sind normale pubertäre Selbstzwei­ fel», sagt Pauli. Auch wenn das Kind verkünde, ab sofort nur noch S ­ alat essen zu wollen, sei dies keine Essstörung – aber es könne ein Einstieg sein. «Viele Mädchen ­haben d ­ iese Gedanken, doch nur wenige sind konsequent in ihrem Tun. Hält das über­ regulierte ­Essen aber länger als zwei ­Wochen an, würde ich hell­ hörig werden – unabhängig vom Ausgangsgewicht», erklärt Pauli, «denn extrem schnell entsteht daraus eine Abwärtsspirale.» Gefährlich wird es auch, wenn Essen das ganze Denken und Fühlen des Kindes bestimmt, es nicht mehr ansprechbar ist und rasch mehrere Kilo abnimmt. «Haben Eltern einen Verdacht, sollten sie beherzt eingreifen», rät Pauli: das Gespräch suchen und klare Richtlinien vorgeben. Etwa: «Wir machen uns Sorgen, du hast sehr schnell abgenom­ men, das kann eine Essstörung werden. Wir essen jetzt gemein­ sam.» Fruchte dies nicht sofort, müsse eine Fachperson hinzu­ gezogen werden.

Bilder: Getty Images, PD

«Eltern sind eine wichtige Kraft im Kampf gegen die Krankheit.»

Dagmar Pauli Spezialistin für Essstörungen

Ich magersüchtig? Niemals!

Als Lynns Eltern klar wurde, wie es um ihre Tochter stand, wand­ ten sie sich an eine Fachstelle, Lynn begann eine ambulante Therapie. «Ich fands abwegig», sagt die junge Frau heute. «Ich magersüchtig? Nie im Leben!» Tatsächlich ist Magersucht – oder Anorexie, wie der Fach­ begriff heisst – die unter jungen Frauen verbreitetste Essstörung (siehe Box rechts). Gleichzeitig ist sie auch die gefährlichste, weil sie schnell lebensbedrohlich wird. Das Fatale: Betroffene neh­ men sich trotz extremem Unter­ gewicht als zu dick wahr. Lynn wog trotz Therapie bald nur noch 36 Kilo und kam kurz vor ihrem 13. Geburtstag für sechs Monate in eine Klinik. Dort musste sie unter Aufsicht essen und 500 Gramm pro Wo­ che zunehmen. Zeitweise wurde sie per Sonde ernährt. Am Ende des Klinikaufenthalts ging es ihr

Tipps für Eltern Dagmar Pauli (56) Chef­ ärztin an der Klinik für ­Kinder- und Jugendpsychi­ atrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, empfiehlt: • Vorbeugen: Kinder brauchen beim Essen gute Vorbilder. Also nicht ständig Kalorien zählen oder thematisieren, was dick macht. Ausserdem das Selbstwertgefühl des Kindes stärken: ­betonen, dass es liebens­ wert ist und viele Stär­ ken hat. Dass nicht nur das Äussere zählt oder bestimmte Leistungen, sondern das Kind an sich. • Haben Eltern einen Verdacht, ist der Kinder­ arzt erste Anlaufstelle, um abzuklären, ob es sich um eine Essstörung handelt. Ist dies bereits klar: sich gezielt an Fach­ stellen wenden, Adres­ sen gibt es über die Schweizer Gesellschaft für Essstörungen SGES: https://sges-ssta-ssda.ch • Therapie: Bei unter 16-Jährigen sollten Eltern Teil der Behandlung sein – nicht, weil diese schuld wären, sondern weil sie die wichtigsten Bezugspersonen und beim Essen dabei sind. • Buchtipp Dagmar Pauli: «Size Zero: Essstörungen verstehen, erkennen und behandeln». Beck Paperback, 2018, Fr. 19.90 bei exlibris.ch Kontakt Lynn Winzenried, Coach für Essvertrauen und Körperbewusstsein: www.essvertrauen.ch


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Bilder: zVg

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Lynn Winzenried als magersüchtiger Teenager (links) und heute mit Normalgewicht. Ihre Erfahrungen mit Essstörungen sind die Grundlage für ihre Tätigkeit als Coach.

noch schlechter. Als sie wieder zu Hause war, wechselten sich die Eltern ab: Einer von ihnen sass jeweils mit Lynn am Tisch, der andere mit der jüngeren Schwester; über Mittag kam der Vater zu Lynn in die Schule. Eine neue, ambulante Therapie half dem Mädchen schliesslich, auf ihre Zukunft zu fokussieren statt auf die Krankheit. Neue Freunde dank Anorexie Auch Mara wollte mit 13 «ein

bisschen abnehmen». Als sie nach zwei Wochen Diät Fotos von sich im Internet postete, ­reagierten Freunde entzückt: «Wow, hast du abgenommen? Du siehst mega hübsch aus!». «Das tat so gut», erzählt die Schülerin, die anonym bleiben möchte und in Wirklichkeit ­anders heisst. Sie machte weiter und stiess auf sogenannte ProAna-Gruppen im Netz: Blogs,

auf denen sich von Anorexie ­Betroffene gegenseitig anspornen, noch dünner zu werden. Mara musste ein Foto von sich schicken und ihr Zielgewicht nennen, auf das sie hinhungerte – dann durfte sie einer Gruppe beitreten. «Plötzlich hatte ich lauter neue Freundinnen», erzählt die heute 15-Jährige, «das war toll.» Doch Anforderungen und Druck sind hoch. Jeden Abend müssen die Mädchen sich wiegen und auflisten, was sie gegessen haben. Die «Anas», wie sie sich nennen, stehen in ständigem Austausch. Alles dreht sich um Gewichtsverlust. «Leichter geworden zu sein, ist ein tolles Gefühl», sagt Mara. «Die Ziffern auf der Waage sind eine klare Bestätigung, wie gute Schulnoten.» Doch die Nebenwirkungen liessen sich nicht lange verheimlichen: Mara fror ständig, hatte blaue Hände, Haare fielen ihr aus.

Formen von Essstörungen Magersucht (Anorexie): Untergewicht, verzerrte Körperwahr­nehmung, die gefährlichste Essstörung; bei unter 18-Jährigen am verbreitetsten. Bulimie: Essattacken, gefolgt von Erbrechen; eher bei jungen Erwachsenen. Binge Eating: Masslose Essattacken. Es gibt auch viele Mischformen ohne klare Abgrenzung.

«Heute weiss ich: Essen ist bei mir Emotionsregulierung. Aber ich kann damit umgehen.» Lynn Winzenried Trainerin für Körperbewusstein

«Mädchen mit einer Anorexie lassen sich von Pro-Ana-Gruppen im Netz stark beeinflussen», weiss Dagmar Pauli. «Manche ­Patientinnen sehen die Infos von Pro-Ana-Seiten als Bestätigung für ihre Essstörung und versperren sich der Therapie.» Aber auch anderen Jugendlichen machen übertriebene Schlankheitsideale zu schaffen: «Lebten wir nicht in einer Gesellschaft mit völlig verzerrtem Körperbild, wären Kinder nicht so anfällig», so Pauli. Junge Menschen brauchen heute viel Selbstbewusstsein, um sich von Influencerinnen auf Insta­ gram oder Modelshows am Fernsehen nicht verunsichern zu ­lassen. «Dieser Einfluss allein

reicht nicht, um Essstörungen zu entwickeln», so die Expertin, «aber er ist der Nährboden.» Ergänzend wirken individuelle Anlagen wie Perfektionismus, hohe Ansprüche an sich selbst oder ein niedriges Selbstwertgefühl. Bei Gewichtsverlust rasch handeln

Mara ist gerade zurück von einem stationären Aufenthalt in einer Klinik, ihrem zweiten. Die 15-Jährige hat das erforderliche Gewicht erreicht, ihr Pro-AnaBlog ist gelöscht, doch Mahlzeiten sind noch immer ein Kampf. «Ohne eigene Motivation ist keine Veränderung möglich», sagt Lynn Winzenried, die heute Trainerin für Essvertrauen und Körperbewusstsein ist. Erst seit vier Jahren empfindet sie Essen nicht mehr als Stress. Nach überwundener Magersucht kämpfte sie mit Binge Eating, Bulimie und sämtlichen Mischformen von Essstörungen (siehe Box links). «Heute weiss ich: Essen ist bei mir Emotionsregulierung. Aber ich kann damit umgehen.» Eltern sind an Essstörungen nicht schuld, sondern eine wichtige Kraft im Kampf gegen die Krankheit», betont Dagmar Pauli. An ihnen liege es, möglichst früh zu handeln. «Es ist besser, bei ­minus vier Kilo zum Arzt zu ­gehen als bei minus zwölf.» MM


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STADT, LAND, STUTZ | 11.5.2020 | 65

Illustration: Rinah Lang

Keine Drachen, kein Bonsai STADT, LAND, STUTZ Ich bewundere Leute, die Hobbys haben. Früher hatte ich auch ­welche: Ich ging ins Ballett und ins Hip-Hop, nahm Reitstunden, spielte Flöte und Klavier. Dazwischen gab es einen kurzen, aber heftigen Geige-Exkurs. Ich ging in die Pfadi und war in der Schauspielgruppe meiner Schule. Mit der Zeit verschwanden all diese Freizeitbeschäftigungen aus meinem Leben. Ich ­würde gerne von mir behaupten, dass ich Bonsais züchte. Oder an windigen Nachmittagen Drachen steigen lasse. Oder an Mittelaltermärkten selber geschmiedeten Schmuck feilbiete. Die Wahrheit ist: Ich bin hobbylos. In meinem Lebenslauf beginnt unter dem Titel «Freizeit» mit Abstand der langweiligste Teil. Lesen. Kochen und backen. Sport. Natur. Gähn. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe jede freie Sekunde meines Lebens. Aber zum Vorstellungsgespräch lädt man mich nicht deswegen ein. Neulich plauderte ich mit

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

jemandem, der mich fragte, was ich denn am Wochenende so unternehme, wo doch alles geschlossen sei. Und ich antwortete: «Ja, so blöd, mein Lieblingshobby fällt weg!» Ich meinte damit, ins Restaurant zu gehen. Der hält mich jetzt bestimmt für verschwenderisch, dachte ich. Aber es ist wahr: In der Stadt sowie auf dem Land habe ich ­einige Lieblingslokale, die ich immer wieder besuche. Und ich brenne dafür, neue Restaurants zu testen. Ich vermisse es, bei einem Drink ein gutes Gespräch zu führen. Die ­Karte zu studieren, mit dem Kellner zu witzeln. Die Waschräume zu begutachten und die Hauptspeise zu kosten. Ich vermisse die anderen Gäste, die guten Desserts, das Trinkgeldgeben, den letzten Schluck Wein. Es lässt mein Herz höherschlagen, dass die Restaurants heute wieder öffnen. Und ich rufe auf: Lassen Sie den Bonsai einfach mal Bonsai sein, ab ins Lieblingsrestaurant! MM

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RÄTSEL | 11.5.2020 | 69

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Quiz

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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn man sich zurücknimmt, hält man den Ball … L eben

T flach

G hoch

Wie nennt sich umgangssprachlich ein Ausdruck für Unsinn oder Blödsinn? O Fisimagänse

U Fisimatenten

E Fisimahennen

Drei bis vier Flugzeugschwärme bilden in der Regel eine ... A Sprosse

L Stuppe

R Staffel

E Mai Mai

1 1

K Puk Mai

I

A Adega

Depot

Welches Kloster gilt als das älteste des Abendlandes, das ohne Unterbrechung besteht? S Saint Martin GE

E Saint Maurice VS G Saint Beatus VD

Die Inselregel steht für eine Hypothese über … von Tierarten. T die Paarungszeit 1

2

3

R die Körpergrösse N das Fressverhalten 4

5

6

4

3

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

3 2

R

2 2

3 3

4 4

5 5

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 19

P E R S S P R I P R U M A N Paroli Lösung Nr. 19

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Bimaru Lösung Nr. 19

koche ich heute?

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 19

2 1

So nehmen Sie teil:

Wie nennt sich der Bodensatz in einer Flasche Wein? T Menelage

4

Lösung: Lösung:

Wie heisst eine Grossstadt im Norden Thailands? N Chiang Mai

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A N H E U E R N

R E P E T E N T

P E P G E R E I E R R O M O N I N I S E N EQuiz RLösung Nr. 19 E NNARKOSE

Sudoku Gewinner Nr. 18

Paroli Gewinner Nr. 18

Quiz Gewinner Nr. 18

Maria Schläfli-Fellmann, Steinhof SO; Tanja Barbosa Lima, Vallon FR

Yvonne Widmer, Uster ZH; Hans-Rudolf Marti-Moser, Ostermundigen BE

Elisabeth Helbling, Siebnen SZ; Heidi Furrer-Wiederkehr, Bülach ZH


70 | 11.5.2020 | MILOVE

«Ich wollte sie ein wenig zappeln lassen»

Es brauchte mehrere Fügungen, bis er ihr Herz erobern konnte. Eine wichtige Rolle in der Liebes­geschichte von Mario und Jenny spielten der Fitnesspark Schwyz und eine Dorfmetzgerei.

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ario Müller arbeitet 2006 als Leiter des Migros-Fitnessparks Schwyz – und hat ein Auge geworfen auf Jenny, die dort Mitglied ist. Als sie wegen einer Erkrankung nicht mehr trainieren kann und ihr Fitnessabo kündigt, weiss Mario, dass er reagieren muss. «Ich habe ihr kurzerhand meine Handy­nummer mit einer kleinen Notiz auf die Rechnung geschrieben. ‹Wir vermissen dich›, stand auf dem Papier.» Jenny reagierte jedoch nicht.

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Text: Manuela Enggist

«Ich war zu diesem Zeitpunkt zu sehr mit mir selbst b ­ eschäftigt», erklärt sie heute ihr Schweigen. Wochen später zieht Mario nach Ibach SZ und holt am Mittag in d ­ er Dorfmetzgerei Sandwiches für seine Zügel­ helfer. Als er eintreten will, kommt ihm Jenny entgegen. «Ich konnte es kaum glauben. Mir ­war sofort klar: jetzt oder nie.» Mario Müller lacht, als er daran zurückdenkt. Er fragt Jenny nach ihrer Nummer, die sie ihm auch gibt. «Er liess sich aber ganz schön

Er über sie «Jenny fiel mir im Fitnesspark mit ihrer quirligen, frechen Art auf. ­Sie war immer sehr modebewusst ge­kleidet und zudem gut trainiert. Das hat mich angezogen. ­ Ich habe lange als Bodybuilder an Wettkämpfen teilgenommen, und für eine Weile waren wir ein klassisches Fitnesspaar. Heute verbindet uns neben dem Sport auch unsere Liebe zu Tieren.»


uch Haben a be im ie L re Ih Sie niversum ­Migros-Ud würden Ihre n un ­gefunde ry gerne mit den s to s e v Lo esern de en und L ? ­Leserinn -Magazins teilen ­Migros Ihre Geschichte ie ­Mailen S fruf@mgb.ch. an au euen uns Wir fr darauf!

MILOVE | 11.5.2020 | 71

Sie über ihn «Mario warnte mich vor unserem ersten Date: Er müsse alle drei Stunden etwas essen, weil er Bodybuilding mache. Dann kam er also­ mit seiner Tupperware an, und ich dachte mir: Wow, das ist schon eine Wucht von Mann! Als ich nach einigen Treffen auch seinen weichen Kern spürte, wusste ich, dass ich mein Leben mit ihm verbringen will.»

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Mieten Sie jetzt Ihr KYBURZ-Fahrzeug! lange Zeit mit seinem ersten ­Anruf.» Er habe gedacht, er könne so ­seine Chancen erhöhen, erklärt er. «Ich wollte sie ein wenig z­ appeln lassen.» Als er sie dann anruft, reden sie drei Stunden lang ohne Punkt und Komma. «Es war sehr ungezwungen», sagt Jenny. «Ich konnte so sein, wie ich bin. Er hat mich damit schnell in den Bann gezogen.» Heute ist das Paar ver­heiratet und lebt mit den Hunden Jema und Lucky in Wauwil LU. MM

Mario Müller (42) und seine Frau Jenny (43) leben mit ihren Hunden Jema und Lucky in Wauwil LU. Mario Müller ist mittler­weile opera­ tiver Leiter von One Training Center AG. Das Paar hat den Tierschutzverein «JETA Tier und Mensch» gegründet.

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