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Migros magazin 20 2018 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Hausbesitzer: Zeit für eine Festhypothek? S. 73

MM20, 14.5.2018 www.migrosmagazin.ch

Zirkuskarriere trotz Krankheit: Jason Brügger Seite 18

Frühgeburt: Schweizer Erfindung hilft bei der Prävention Seite 14

Von «klassisch» bis «Regenbogen»

Die moderne Familie hat viele Gesichter

Bild: Désirée Good

Seite 62

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MM20, 14.5.2018  5

D Editorial

Ach, die lieben Nachbarn

Bilder: Jorma Müller, Kostas Maros

Die einen grillieren jetzt wieder zusammen. Die anderen revanchieren sich fürs Rasenmähen mit K ­ inderhüten. Es gibt Leute, die haben tat­ sächlich ein freundschaftliches Verhältnis zu ihren Nachbarn. Immer wieder aber sorgen die von ­neben-, oben- oder untenan für dermassen viel Wut, dass nicht nur böse Briefe, sondern sogar Schlichter oder Richter ins Spiel kommen. Die Müllers ­grillieren wieder bei jedem Wetter und rauchen das ganze Quartier zu? Herr Meier mäht jeden Samstagmittag in seiner knappsten Bade­ hose sein Vorgärtli? Wir g­ ehen diese Woche der Frage nach: Was nerven sich denn alle immer so? Aktuell stören mich weder Müllers noch Meiers, wenn ich auf der Terrasse die Sonne geniesse. Im letzten Haus jedoch bescherte mir die Nach­ barin, eine redselige ältere Dame mit langen grauen Haaren, einst eine gespenstische Begegnung. Sie ging am Stock, ihr Radius war nicht mehr weit, aber ihr weisses Nachthemd führte sie gern auch ausser­ halb der Wohnung aus, einmal im ­dunklen Keller. «Huuhuu», machte sie, als sie mich sah. Ich erschrak dermassen und schrie so laut, dass die Dame fortan immer «Jöh!» sagte, wenn ich ihr begegnete. Wie zu einem «chlüpfigen» Reh. Do-it-yourself-Tipp für alle, die sich nachbarschaftlich in die Quere kommen: das älteste weisse Nachtgewand zer­ schneiden und als Friedens­ fähnchen im Garten hissen. Der Sommer wird so be­ stimmt schöner, versprochen! Yvonne Zurbrügg, Redaktions­ leiterin Migros-Magazin yvonne.zurbruegg @migrosmedien.ch

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Was tun, wenn der Nachbar nervt?

10  Hilfe zur Selbsthilfe

18

Die Basler Parlamentarierin ­Sarah Wyss hat ihr Leben der Selbsthilfe verschrieben

13  Bänz Friedli 14  ETH-Serie: Medtech

Biomechanikerin Sabrina Badir hat eine Sonde entwickelt, die Frühgeburten erkennen soll

18 Akrobat – schööön!

Trotz schwerer Ohrenkrankheit turnt Jason Brügger erfolgreich in schwindelerregender Höhe

Migros-Welt 27  Amigos: Social Shopping 28  Veganer Mozzarella 31  Kultglace jetzt als Drink 33  Dufte, dieses Elan! 35  Alles für den Familientag 37 Migusto

Ab auf den Rost: So gelingen ­Spareribs an Barbecue-Sauce

52  Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

Leben 61  1,2 oder 3? 62  We are family

Patchwork, Regen­bogen, solo: Familienmodelle im Wandel

69  Stadt, Land, Stutz 70  Gesundheit: Rapsöl 73  Migros Bank 74 Kinder

Bringen Marienkäfer Glück?

77 Glücksgriff 79 Rätsel 83 Impressum 84 Cumulus 86  Meine Welt

Moderator und Model Rafael Beutl

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns Sonnental Vom 17. bis 20. Mai ­findet in Malvaglia TI das Sun Valley Festival statt. Ein Musik­ event mit dem Ziel, die Region ­bekannter zu machen.

MM20

Weltreise In Wil SG gibt es vom 18. bis 20. Mai Essen aus aller Welt. Die Streetfooddays trumpfen etwa mit Flammlachs auf.

Unnützes Wissen

Fast Food Isländer trinken mehr Coca-Cola pro Kopf als alle anderen Völker.

«Was für ein Mensch wohnt hier? Jemand, der viel kocht und gern zu Hause ist. Jemand, der nicht kleinlich, sondern grosszügig ist. Jemand, der facettenreich, experimentierfreudig und offen für Neues ist, aber dennoch seinen Geschmack gefunden hat. Jemand, der die Umwelt achtet, aber nicht dogmatisch ist. Ich wohne im Moment im Haus einer Fremden (Airbnb sei Dank) und habe das Gefühl, diese Dame irgendwie zu kennen, rein aufgrund der ­Geschmackspalette und -auswahl, die sich in ihrer Küche zeigt. Faszinierend, wie viel die vermeintlich kleinen Kaufentscheidungen in der Summe über uns aussagen. Und was für eine Geschichte erzählt Ihr Gewürzregal?» Mein Bild der Woche

Regula Bührer Fecker (40) ist Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommuni­ kation und zweifache Mutter.

Bilder: Regula Bührer Fecker, Marco Zanoni, zVg (2)

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Theo Ceccaldi (31) Musiker, Paris So informiere ich mich: «Via Facebook und Zeitungen wie ‹Le Monde›.» Dafür bin ich zu alt: «Für Snapchat und Periscope» Da bin ich analog: «Ich höre viele CDs und lese gedruckte Bücher.»

Liebste App: Violine Stimmgerät Pro

McDonald’s be­ treibt eine unter­ nehmenseigene Hamburger-­ Universität, an der man unter ­an­derem den Titel «­ Bachelor of ­Hamburgerology» erwerben kann. Nach dem Weihnachtsmann hat die Werbefigur Ronald McDonald den weltweit grössten ­Bekanntheitsgrad.

Im schwedischen Sälen gibt es den ersten Ski-through-­ McDonald’s der Welt. Subway hat ­weltweit mehr Filialen als McDonald’s. Quelle: Neon/Stern


8  MM20, 14.5.2018 | MENSCHEN

Erzählen Sie uns von Ihren Nachbarn: onlineredaktion@ migrosmedien.ch

Diese Woche

Hilfe, der Nachbar nervt! Wenn es die Menschen wieder auf den Balkon oder in den Garten zieht, kommt es auch vermehrt zu Begegnungen mit den Nachbarn. Aber was tun, wenn die gehörig nerven und die Ruhe stören? Drei Nothilfeszenarien – drei Expertenstimmen. Text: Lisa Stutz  Illustrationen: Christophe Badoux

Zahlen und Fakten

9

Stunden dauert in der Regel die Nachtruhe, meist von 22 Uhr bis 7 Uhr. Allerdings können diese Zeiten je nach Gemeinde variieren.

150

von 1000 Befragten gaben im Rahmen einer Studie an, dass sich aus ihrem Nachbarschaftsstreit ein handfester Rechtsstreit entwickelt habe.

6

Prozent der Befragten benützen Ohrenstöpsel oder Kopfhörer, statt sich beim lauten Nachbarn zu beschweren. Quellen: Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband, www.comparis.ch

S

tellen Sie sich einen lauen Frühlingsabend vor. Sie machen sich einen Kaffee und greifen zum Krimi. Damit setzen Sie sich gemütlich auf die Terrasse. Nachdem Sie zwei Seiten gelesen haben, hören Sie, dass Ihr Nachbar Besuch empfängt. Schon wieder!, denken Sie und blättern kopfschüttelnd weiter. Der Nachbar wirft den Grill an, dreht die Lautstärke seiner ­Musikboxen hoch. Es wird gebraten, geschwatzt und geraucht. Bald schon sitzen Sie inmitten einer Gartenparty. Sie beschliessen, ­endlich gegen die wiederkehrende Störung vorzugehen. Aber wie? A) Sie rufen bei der Hotline des Mieterinnen- und Mieterverbands an, um sich beraten zu lassen. B) Sie wenden sich an eine Psychologin, die Sie vor dem Verrückt­ werden bewahren soll.

C) Sie machen keine langen Tänze und rufen die Polizei an – Anzeige nicht ausgeschlossen. Variante A: Vielleicht nimmt Fabian Gloor ihren Anruf entgegen, der Leiter der Rechtshotline des Schweizerischen Mieterinnenund Mieterverbands. Er rät bei einem Nachbarschaftskonflikt, zuerst das Gespräch mit der anderen Partei zu suchen. «Vielleicht kann man sich ja darauf einigen, dass der Nachbar nur noch ein Mal pro Woche grilliert, dafür aber richtig.» Beim Gespräch sei es wichtig, sachlich zu argumentieren und die Emotionen im Griff zu haben. Trägt ein Gespräch unter vier Augen trotzdem keine Früchte, soll man sich beim Vermieter melden und Massnahmen verlangen. Variante B: Was sagt es eigentlich über Sie selbst aus, wenn Sie sich derart über Ihren Nachbarn auf­ regen? «Es gibt Dinge, die objektiv ärgerlich sind», sagt die Psycho­ login Anna Flury. Das habe nicht immer mit der eigenen Person oder mit Kleinkariertheit zu tun. Trotzdem gebe es Leute, die empfindlicher reagierten als an­ dere, zum Beispiel auf Geräusche. Krankhaft werde es dann, wenn sich Gedanken und Gespräche nur noch um das Ärgernis drehten und man sich ins «Rechthaben» ver­beisse: «Dann muss man loszu­ lassen versuchen. Oder erkennen, dass man anderswo wohl glück­ licher wäre – und umziehen.»

Variante C: Sie finden, dass der Rechtsstaat das regeln soll. Bei einer Zivilklage gegen Ihren Nachbarn landen Sie zuerst vor dem Friedensrichter. Etwa jeder zehnte Fall, den der oberste Schweizer Friedensrichter Stefan Brunner behandelt, dreht sich um die Nachbarschaft. «Im Sommer treten vermehrt Konflikte auf», bestätigt er. Zu Klagen führen dann meist Streitereien rund um übermässige Immissionen, zu hohe Pflanzen und verletzte Grenzabstände. Je früher es zu einer Aussprache komme, desto besser. Dabei würden die Argumente beider Parteien berücksichtigt. Immerhin: In Stefan Brunners Schlichtungsverfahren lassen sich rund 85 Prozent aller Nachbarschaftskonflikte lösen. «Unser Ziel ist immer eine Einigung – ein langes und teures Gerichts­ verfahren verhärtet die Fronten bloss.» MM


MENSCHEN | MM20, 14.5.2018  9

Strassenumfrage

Wie gut sind Sie auf Ihre Nachbarn zu sprechen?

Nachbarstreit

Die Top Ten der Gründe Geräusche und Lärmbe­ lästigung 28 Prozent der Schweizer Bevölkerung regen sich auf über laute Gespräche, Kinderlärm, Getram-

1

64% der Schweizer Bevölkerung regen sich über Nachbarn auf. Das zeigt eine Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis.ch.

Timothy Zingg (21), Informatiker, Zürich «Meine Nachbarn sind echt nett. Wenn ich Party mache, sagen sie nichts. Allerdings stört es sie, wenn wir das Gartentürchen laut zuschlagen.»

pel, zu laute Musik und Partylärm. Interessant: Nur 9 Prozent der Lärmgeplagten stören sich an Sexgeräuschen. 2.  Unfreundlichkeit (16 %) 3.  Zigarettenrauch (14 %) 4.  Probleme rund um die Waschküche (13 %)

Cindy Gloggner (20), Architektur­ studentin, Luzern «Wir haben immer wieder Probleme. Eine Nachbarin fühlt sich durch unseren Hund gestört. Ich wünsche mir, dass sie mich einfach darauf anspricht.»

5.  Neugierige Nachbarn (12 %) 6.  Auto/Parkplatz (11 %) 7.  Kinder (10 %)

Bild: John Rensten /Getty Images

8.  Gestank aus der Wohnung (8%) 9.  Haus­tiere (8%) 10.  Schmutzige Gemeinschafts­ räume (8%) Quelle: www.comparis.ch

Alex Friedl (47), Versicherungs­ mitarbeiter, Winterthur «Wir wohnen in einem Fünfparteienhaus und haben ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Nachbarn. Wir lassen einander leben und stören uns nicht an Kleinigkeiten.» MM


10  MM20, 14.5.2018 | MENSCHEN

Viel Energie, hohe Leistungsbereitschaft und ein Schlafbedürfnis von sechs Stunden: Das ist Sarah Wyss.

Selbsthilfegruppen

Starker Anstieg 43 000 Menschen, davon 70 Prozent Frauen, treffen sich regelmässig in einer der knapp 2600 Selbsthilfegruppen, die von 20 regio­na­len Selbsthilfezentren unter dem Dach von Selbst­ hilfe Schweiz k­ oordiniert werden. Über 300 The­ men stehen zur Auswahl. In den letzten zehn Jah­ ren ist die Zahl der Grup­ pen um knapp 60 Pro­ zent g­ estiegen. Allein zum Problemkreis Ein­ samkeit wurden rund 30 Gruppen neu gegründet. Am 21. Mai ist Tag der Selbsthilfe, an dem zahlreiche regio­nale Selbst­hilfezentren ihre Türen öffnen und sich Inte­ressierte informieren lassen können. Mehr Infos: www.selbsthilfeschweiz.ch


MENSCHEN | MM20, 14.5.2018  11

Sarah Wyss

Voller Einsatz für die Selbsthilfe Sarah Wyss ist eine vielbeschäftigte Frau mit einem 160-Prozent-Pensum. Die knapp 30-jährige Basler Parlamentarierin leitet unter anderem den Dachverband Selbsthilfe Schweiz – eine Herzensangelegenheit. Text: Barbara Lukesch  Bild: Matthias Willi

S

arah Wyss ist eine temperament­ volle Person. Sie redet schnell und gern und unterstreicht jeden Satz mit lebhaften Gesten. Auch ihr Gesicht mit den kirschrot geschminkten Lippen ist ständig in Bewegung, sie lacht viel, manchmal zeigen die Mundwinkel aber auch skeptisch nach unten. Sie verlange viel von sich, quantitativ und qualitativ, sagt sie: «Ich bin sehr leistungsorientiert und absol­ viere mindestens ein 160-Prozent-­Pensum, davon gut 50 Prozent für die Politik.» Früher hat Sarah Wyss jeden Abend mindestens eine Sitzung gehabt, häufig auch zwei, heute beschränkt sie derartige Agendaeinträge auf drei bis vier pro Woche. Damals hat sie drei, höchstens vier Stunden pro Nacht geschla­ fen, inzwischen braucht sie mindestens fünf, besser noch sechs. «Früher stand ich ständig unter Strom und habe bis tief in die Nacht Mails beantwortet, an Texten gefeilt oder politische Anträge formuliert, bis es mir zu viel wurde.» Noch heute sagen Freunde manchmal zu ihr: «Sarah, brems dich ein bisschen!» oder «schalt wieder mal einen Gang runter!» Dann nickt sie zerknirscht: «Ich weiss.» Aber es gebe so viel zu tun, was wichtig sei. Sarah Wyss hatte schon immer den Wunsch, auf dieser Welt etwas zu bewirken. Als Elf­ jährige erklärte sie ihrer Primarlehrerin, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sei ihr

Vorbild, das sei eine starke Frau, die ihren Weg gehe und ­Gutes tue. 2003, da war sie knapp 15, stand sie auf dem Barfüsserplatz in Basel und protestierte mit 10 000 anderen Schülerinnen und Schülern gegen den Irakkrieg. Mit 19 trat sie den Jusos bei, drei Monate später war sie ­deren Präsidentin. Mit 24 wurde sie, inzwischen Mitglied der SP, in den Grossen Rat von Basel-Stadt gewählt – sie war damals die jüngste Kantonsrätin. Gleichzeitig studierte sie Geschichte und Wirtschaft und legte ihren Master in einem interdisziplinären Studiengang in Ökonomie und Jurisprudenz ab. Selbsthilfe und Gesundheitspolitk

Seit zweieinhalb Jahren steht Sarah Wyss der Selbsthilfe Schweiz vor, der Dachorga­ nisa­tion der 20 hiesigen Zentren, die rund 43 000 Menschen in gut 2600 Selbsthilfe­ gruppen organisieren. Die Mehrzahl ­befasst sich mit Themen aus den Bereichen Ge­ sundheit und Soziales: Depressionen, Krebs, Demenz, Alkohol- und Drogensucht, Mob­ bing, Scheidung oder Einsamkeit. Die meis­ ten der Teilnehmenden sind Betroffene, dazu kommen Angehörigengruppen, selte­ ner Kombinationen, an denen auch noch Fachleute beteiligt sind. Das Gesundheitswesen ist ihr eine Her­ zensangelegenheit, der sie sich als Parlamen­ tarierin und auch als Geschäftsleiterin von

Selbsthilfe Schweiz widmet. «Selbsthilfe», konstatiert sie, «wertet das Erfahrungswissen der Betroffenen auf und bestärkt sie darin, selbstbewusster gegenüber Ärzten und Therapeutinnen aufzutreten.» Familiäre Prägung

Wie wichtig das sei, zeige sich auch daran, dass der Bundesrat die Verbesserung der in­ dividuellen Gesundheitskompetenz zu einem der Ziele seiner Gesundheitspolitik erklärt habe: Die Leute sollen besser Bescheid wis­ sen über ihre Krankheiten, mögliche Thera­ pien, Präven­tion und Nachsorge, und das, so Wyss, «um auf Augenhöhe mit den Fachleu­ ten kommunizieren zu können, aber auch um die Kosten zu senken». Dazu trage Selbsthilfe in hohem Mass bei und sollte darum gesetz­ lich verankert und finanziell besser abgesi­ chert werden, beispielsweise wie in Deutsch­ land, wo pro Jahr ein Euro pro Versicherten in die Selbsthilfe fliesst. Sarah Wyss ist Tochter eines Hausarztes mit eigener Praxis. Der familiäre Hintergrund hat ihre Sensibilität für Gesundheitsfragen sicherlich geschärft. Darüber hinaus weiss sie aber auch aus eigener Er­ fahrung, was es heisst, krank zu sein. Mit elf Jahren wurde sie magersüchtig und wog in ihren schlimmsten Phasen nur noch 33 Kilo­ gramm. Rund sechs Monate verbrachte sie im Spital und musste immer wieder künst­ lich ernährt werden. Als sie nach vier Jahren über den Berg war, fragte die behandelnde Oberärztin die 15-Jährige, ob sie bereit wäre, vor Medizin­ studenten am Universitätsspital von ihren Erlebnissen zu berichten. Sarah Wyss ­willigte ein und teilte ihr Wissen als Be­ troffene mit den angehenden Ärztinnen und Ärzten. Ohne sich dessen bewusst zu sein, leistete sie bereits damals einen wich­tigen Beitrag zur Selbsthilfe. Heute leitet sie mit noch nicht 30 die ­Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rates und hat aktuell zwei grosse Staatsverträge auf dem Pult, mit denen u ­ nter anderem die Fusion des Universitätsspitals Basel-Stadt mit dem Kantonsspital Baselland besiegelt werden soll: «Ein R ­ iesengeschäft», sagt sie, «das wird mich das nächste halbe Jahr in Atem halten.»  MM


MAX

Exklusiv: Erleben Sie zum Jahreswechsel die schönste Seereise der Welt

Silvester mit Hurtigruten Eine unvergessliche Silvester-Reise der Superlative! Die Reise mit dem legendären Postdampferschiff entlang der norwegischen Traumküste wird als schönste Seereise der Welt bezeichnet. Während 12 Tagen gleiten wir von Höhepunkt zu Höhepunkt – erst 1000 Seemeilen nordwärts bis nach Kirkenes an der russischen Grenze und dann wieder 1000 Seemeilen südwärts bis nach Bergen. Wenn sich mit etwas Glück am Himmel das Polarlicht entfacht, sitzen Sie in der ersten Reihe!

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Hurtigruten: Sie gilt als die schönste Seereise der Welt, die Fahrt auf dem Postschiff der Hurtigruten (schnelle Route) entlang der norwegischen Traumküste. Bereits das erste Hurtigruten Schiff war Postdampfer, Frachter und Passagierschiff zugleich. Das hat sich bis heute nicht geändert. Eines dieser legendären Schiffe wird zum Jahreswechsel für 12 Tage Ihr Zuhause. Sie gleiten über 2000 Seemeilen der sich ständig verändernden Küstenlandschaft Norwegens entlang, halten zweimal in 33 Häfen, von denen 22 nördlich des Polarkreises liegen. Neben der Unterhaltung an Bord erwartet Sie in den meisten der angelaufenen Häfen tolle Ausflugsmöglichkeiten (Ausflüge sind alle fakultativ und an Bord buch- und bezahlbar).

Kerosinzuschlag (Im Wert von Euro 85.-/Stand: 4/2018) ✓ Transfers Flughafen-Hotel / Hotel-Hurtigruten Terminal/Hurtigruten Terminal-Flughafen ✓ 1 x Übernachtung im gehobenen Mittelklassehotel in Bergen inkl. Halbpension ✓ Interessante Stadtführung in Bergen ✓ 12-tägige Hurtigruten-Fahrt Bergen-Kirkenes-Bergen mit der MS Richard With inkl. 11 Übernachtungen und Vollpension (2 Bettkabine innen) ✓ Silvestergala-Dinner am 31.12.2018 ✓ Bei Buchung bis zum 30.5.2018 Bordguthaben pro Buchung: NOK 1600.- (entspricht ca. CHF 185.- / Stand 4/2018) ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

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Tag zur freien Verfügung. Besuchen Sie den zauberhaften Weihnachtsmarkt mit der weltberühmten Lebkuchenstadt. 2. Tag: Am Vormittag zeigen wir Ihnen die wohl schönste Stadt Norwegens bei einer interessanten Stadtführung. Abends checken wir auf unser Hurtigruten Schiff, die MS Richard With, ein.

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3. Tag: Heute halten wir unter anderem in Aalesund, der Stadt des Jugendstils und in Molde, der

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Stadt der Rosen. 4. Tag: In Trondheim können Sie heute den Nidarosdom, das grösste sakrale Bauwerk Skandinavi-

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ens, bewundern. Am Nachmittag fahren wir durch den schmalen Stokksund. 5. Tag: Früh am Morgen Überquerung des Polarkreises. Durch bildschöne Schärenlandschaften

Ihr Postdampferschiff – die MS Richard With: MS Richard With trägt stolz den Namen des Gründers von Hurtigruten. Das 1993 erbaute Schiff hat eine Länge von 122 Meter und verfügt über 227 Kabinen, die alle über Dusche/WC verfügen. Die weitere Ausstattung umfasst: Restaurant, à la carte Restaurant, Café, Bar, Shop, Bibliothek, Spielzimmer, Konferenzräume, Fitnessraum, Sauna, Panorama-Salon, grosses Aussichtsdeck und vieles mehr. Harstadt

Bergen

kommen wir nach Bodö. Abends Silvester Gala-Dinner an Bord. Weiterfahrt zu den grossartigen

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Insellandschaften der Lofoten.

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6. Tag: Heutiger Höhepunkt ist Tromsö, die Hauptstadt der Arktis. Wie wäre es mit einem Ausflug auf den Spuren arktischer Jäger und Entdecker?

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7. Tag: Von Honningsvag können Sie einen tollen Ausflug zum sagenumwobenen Nordkap, dem

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„Ende der Welt“ unternehmen.

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8. Tag: Heute erreichen wir mit Kirkenes den Wendepunkt der Hurtigruten – hier an der Grenze zu Russland sind wir östlicher als Istanbul oder St. Petersburg. 9. Tag: Mitten in der Nacht docken wir in Mehamn an, wo Sie zum Beispiel einen unvergesslichen Trip mit dem Schneemobil unternehmen können. In Hammerfest erinnert die Meridiansäule an die erste exakte Vermessung der Erdkugel.

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10. Tag: Von Harstadt aus können Sie heute die atemberaubenden Vesteralen erkunden. Die

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Weiterfahrt führt uns später durch den fantastischen Raftsund zum majestätischen Trollfjord.

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11. Tag: Wir überqueren heute den Polarkreis in südlicher Richtung und sehen fantastische Gebirgslandschaften – unter anderem die berühmte Gebirgskette„7 Schwestern“. 12. Tag: Mit Kristiansund halten wir heute in der Hauptstadt des getrockneten Kabeljaus. Buchen Sie später einen Ausflug zur atemberaubenden Atlantikstrasse.

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13. Tag: Bevor wir unsere Hurtigruten Schifffahrt heute beenden, erwarten uns noch faszinieren-

Nordkap

Lofoten

de Seemeilen mit dem malerischen Nordfjord oder die Mündung des Sognefjords. Schliesslich erreichen wir wieder Bergen, von wo aus wir die Heimreise antreten. Ankunft in Zürich am Abend.

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M

MENSCHEN | MM20, 14.5.2018  13

Bänz Friedli

Stell dir Brot vor!

Bild: Vera Hartmann

Manchmal ist man ja froh, wenn andere mit ähnlichen Peinlichkeiten ringen. Mir zum Beispiel ist es peinlich, dass ich ob grosser Sportmomente stets gerührt bin. Besonders wenn die Hymne erklingt. Dann kräuselt sich eine feierliche Ergriffenheit die Nase empor, in den Nacken hinunter und bis ins Mark – ob ich will oder nicht. (Und da steht uns heuer mit der Entscheidung in der Eishockey-WM, mit Leichtathletik-EM und Fussball-WM noch einiges bevor!) Nun hat Steffi Buchli mir erzählt – ja, die Steffi Buchli, die Quirlige vom Fernsehen, die so kompetent und so lustig ist –, ihr kämen ob jeder Hymne die Tränen. Egal welche Sportart, egal welche Nation: Sie sei eine «Hymnenheulerin». Umso pein­ licher, wenn das live auf Sendung geschehe.

Bänz Friedli (53) hat einen richtig guten Tipp erhalten.

Waren Sie je an einer amerikanischen Sportstätte? Dort wird vor jeder «Hunds­ verlochete» die Hymne gesungen, nicht nur bei Länderspielen und Finals. Nein, vor jeder noch so provinziellen Begegnung erklingt «The Star Spangled Banner», vor­ getragen wahlweise von der besten Gesangsschülerin der Highschool am Ort oder von einer lokalen Country-Grösse. Ich habe es einige Male erlebt: Da kann man ein noch so differenziertes Verhältnis zu Land und Leuten haben, es geht durch Mark und Bein. Ähnlich ist es, wenn die italienische Fussballnati aus voller Kehle «Fratelli d’Italia» intoniert. Am feurigsten tat dies

«Gigi» Buffon. Wenigstens diese Tränen bleiben mir diesen Sommer erspart … Die liebe Steffi nun wusste Rat. Man müsse sich in solch einer Situation einfach Brot vorstellen. «Wie bitte, Brot?!» – «Ja, Dinkel-, Vollkorn-, Weiss- oder Ruchbrot, es spielt keine Rolle, und die Tränen der Rührung bleiben aus.» Der Tipp kommt mir äusserst zupass, bin ich doch so eine Heulsuse, dass meine Familie schon gar nicht mehr mit mir ins Kino will. Es reicht, dass ich am Radio «Träne» höre. Dann arbeitet ein Teil meines Gehirns, der vernunftbegabte – und das ist bestimmt der kleinere Teil –, daran, zu analysieren, aus welchen Titeln der Song collagiert ist: «Hey Jude», «Stets i Truure» und … Nun gewinnt der andere Teil Oberhand, es kräuselt in meinem Nasenflügel, und das Augenwasser setzt ein. Ich muss mir ein Brot vorstellen! Es funktioniert, habs beim nächstbesten Film ausprobiert. Nur fiel mir beim Stichwort Brot unweigerlich «Bernd das Brot» ein, die genialische Trickfigur, einst erfunden, um die Sendepausen des Kindersenders KiKA zu überbrücken: ein depressives Brot, das sprechen kann. Und nun kamen mir während der schönsten Rührszene doch noch die Tränen: vor Lachen. MM Bänz Friedli live: 16. 5. Luzern (Lesung), 17. 5. Zofingen AG

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Das Richtige tun

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Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Yohannes: www.dasrichtigetun.caritas.ch

Yohannes Berhane (22), Flüchtling, ist dank seiner Ausbildung gut integriert.


14  MM20, 14.5.2018 | MENSCHEN

ETH-Serie 4/Sabrina Badir

Risiko für Frühgeburten bestimmen Medtech, also Medizintechnik, wird als Forschungsbereich für die ETH Zürich

zunehmend wichtiger. Die Biomechanikerin Sabrina Badir hat eine Sonde entwickelt, die helfen kann, potenzielle Frühgeburten zu erkennen. Text: Hans Schneeberger  Bilder: Désirée Good   Illustrationen: Jan Kruse

E

s gibt diese Momente, die das Leben völlig auf den Kopf stellen. Nach denen nichts mehr ist, wie zuvor. Was, wenn die ETH-­­Ab­ solventin Sabrina Badir an den «Falling Walls» 2015 in Berlin versagt hätte? Bei dieser Kon­ ferenz, stellen junge Topwissenschaftler aus der ganzen Welt ihre Projekte vor. Drei Minuten Zeit hat jeder für die Präsen­ta­tion. Was, wenn es der jungen Bio­mechanikerin nicht gelungen wäre, ihre geniale Erfindung in diesen drei Minuten einem internationalen Fachgremium verständlich zu machen? Eine rhetorische Frage, denn die Erfindung der 32-jährigen Wissenschaftlerin fand Beachtung. Sabrina Badir hat eine Sonde entwickelt, die das Frühgeburts-

risiko von Schwangeren bestimmen kann. Die Jury zeichnete ihr Forschungsprojekt als das beste des Jahres 2015 aus – vor 1300 anderen Wissenschaftlern von renommierten Universi­ täten wie Stanford, Harvard oder Cambrige. Dies notabene, nachdem Sabrina Badir sich schon in der Schweizer Vorausscheidung g­ egen mehr als 100 Konkurrentinnen und Konkurrenten durch­gesetzt hatte. Die Sonde nimmt sich e­ ines drängenden Problems an: Sieben bis zehn Prozent der Kinder weltweit werden zu früh geboren, also vor der 37. Schwangerschafts­woche. Auf jährlich rund 85 000 Schwangerschaften in der Schweiz kommen ungefähr 6000 Früh­ geburten. Tendenz steigend,

denn Frauen werden statistisch gesehen immer später Mutter. Künstliche Befruchtungen und Mehrlingsgeburten erhöhen das Risiko weiter. Die Mehrheit der Frühgeborenen hat Entwicklungsdefizite, die erst nach Jahren ausgeglichen sind, oder leidet dauerhaft unter Behin­ derungen. Problem Gebärmutterhals

Die Medizin hat schon vor längerer Zeit einen Zusammenhang zwischen der Beschaffenheit des Gebärmutterhalses und Früh­geburten festgestellt: je weicher der Gebärmutterhals, desto höher das Risiko für eine Frühgeburt. Bisher war es den Gynäkologen und Hebammen überlassen, durch Abtasten die Weichheit zu prüfen. Diese

Für präzisere Diagnosen: Sabrina Badir (32) und ihre Erfindung, die das Risiko für eine Frühgeburt erkennt.


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16  MM20, 14.5.2018 | MENSCHEN

Sabrina Badir und ihr Team erklären die Funktion des Gebärmutterhalses mithilfe eines Luftballons. Facts & Figures

380 Start-up-Gründungen an der ETH Zürich in den Jahren 1996–2017 25 20

21

15

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10 5 0

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Seit 2011 gründeten Pioneer Fellows insgesamt 45 Spin-offs

24 20

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1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

© ETH Zürich

Untersuchungsmethode ist jedoch subjektiv und erfordert insbesondere in den frühen Schwangerschaftswochen viel Erfahrung. Sabrina Badir hat nun auf der Basis früherer Prototypen ein Gerät entwickelt, das diese Un­ tersuchung objektiv und auch präziser durchführt: Mit einer schmalen Sonde wird auf dem Gebärmutterhals ein schwaches Vakuum erzeugt. Je nach Weich­ heit des Halses gibt die Haut mehr oder weniger nach. Bei einer Nichtschwangeren muss der Unterdruck etwa 300 Milli­ bar betragen, um die Haut um 4 Millimeter anzuheben, bei einer Schwangeren kurz vor der Geburt, also in der 40. Woche, liegt dieser Wert nur noch bei 50 Millibar. Wird ein solcher Wert schon zu einem früheren Zeitpunkt der Schwangerschaft gemessen, ist das ein Hinweis auf eine drohende Frühgeburt. Vom Prototyp zum Serienmodell

Die ersten Prototypen des Ge­ räts waren viel zu klobig: «Für

den Test musste eine metallene Sonde eingeführt werden, eine unangenehme Untersuchung», sagt Sabrina Badir. Diese frühen Modelle seien mit etwa 20 000 Franken viel zu teuer gewesen: «Die neuen Geräte werden etwa fünf Mal günstiger sein.» Drei Jahre sind seit der Aus­ zeichnung an den Berliner «Falling Walls» vergangen. Seit­ her hat sich für die Biomecha­ nikerin vieles verändert. Mit Unterstützung der ETH hat sie ein Start-up gegründet, ist heute Unternehmerin und beschäftigt sechs Mitarbeitende. Sie ist nach Schlieren ZH zurück­ gezogen, wo sie ursprünglich her­ kommt. Dort, in der Industrie­ peripherie an der lauten Bahnlinie, tüftelt sie mit ihrem Team an Pregnolia, so der Name ihres Produkts und auch der Firma. Bis im Herbst 2018 sollte es durch­ getestet und serienreif sein. Und wie steht es mit dem wirtschaftlichen Potenzial? «In der Schweiz arbeiten rund 1000 Gynäkologinnen und Gynäkolo­ gen. Unser Ziel ist es, jede Praxis

mit unserem Gerät auszurüsten.» Das ist noch nicht der grosse Umsatzheuler, doch Folgeauf­ träge dürften das Geschäft weiter tragen: Die Sonden müssen nach jeder Untersuchung ausgewech­ selt werden: «Das ist günstiger, als sie aufwändig zu reinigen und zu sterilisieren.» Schwierige Finanzierung

Natürlich muss das Gerät noch gründlich geprüft werden. An 1000 schwangeren Frauen wird derzeit getestet, wie zuverlässig die Untersuchungsresultate sind. Diese Tests dürften in einem Jahr abgeschlossen sein. Gleichzeitig wird schon die in­ dustrielle Fertigung vorbereitet. Zu Beginn stand etwa eine Million Franken für das Projekt Pregnolia zur Verfügung: Sabrina Badir wurde von der ETH im Rahmen des «Pioneer Fellow­ship Program» begleitet und zunächst mit 150 000 Franken unterstützt, verschiedene Start-up-Preise und private Stiftungs­gelder brachten weiteres Geld. In einer nächsten Finanzierungsrunde

kamen nochmals drei Millionen zusammen, von grös­seren und kleineren privaten I­ nvestoren, aber auch von Instituten wie der Zürcher Kantonalbank. Was einfach klingt, war harte Arbeit: «Etwa ein Jahr lang habe ich eine Präsentation nach der anderen gemacht, bis ich dieses Geld zusammenhatte», sagt ­Sabrina Badir. Vor allem einen aktiven Hauptinvestor zu finden, an dem sich in der Regel die kleineren Investoren orientieren, sei nicht einfach. Medtech bei Frauen beliebt

Von der Hochschule ins Unter­ nehmertum – ein ziemlich grosser Sprung für die damals 30-Jährige. Die Voraussetzungen dafür hat sie sich an der ETH erarbeitet: «Hier habe ich ge­ lernt, Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden. Das Studium bietet so viele Möglich­ keiten, es ist inspirierend, und man trifft viele andere kluge Köpfe.» Wenn man eine gute Idee habe, dann werde man an der ETH geschätzt und gefördert.


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Hier ist ETH drin:

BioVersys gegen Tuberkulose Facts & Figures

Die ETH als Ausbildungsstätte Die ETH hat über

20 000

Mit

60 000

Versuchen zum Mittel gegen Tuberkulose.

Studierende.

Ihre Zahl hat seit 2000 um

Medtech ist bei jungen Frauen sehr beliebt: Ihr Anteil im Departement für Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH liegt bei 65 Prozent. Sabrina Badir kann ihr Studium nur weiterempfehlen. Sie will auf jeden Fall auch als Unternehmerin weitermachen: «Unser Patent kann für weitere Untersuchungen während der Schwangerschaft angewendet werden – das möchten wir angehen.» Jetzt muss zuerst das Gerät serienreif werden. Und dann geht es richtig los. MM

80

Prozent zu­ genommen. Seit 2017 ­studieren erstmals

100

Studentinnen und Studenten Medizin.

87

Prozent der Bachelorstudierenden haben eine Schweizer ­Matura. Lesen Sie online

Die ganze ETH-Serie jetzt auf der Website Wo steckt überall ETH drin? In fünf Folgen stellen wir ausgewählte Projekte vor. www.migmag.ch/eth

30

Prozent der Studierenden sind weiblich, in den Gesundheitswissenschaften beträgt der Frauenanteil 65 Prozent, in den Lebensmittelwissenschaften über 70 Prozent.

Wie gigantisch der Forschungsaufwand ist, den man gerade zur Herstellung von Medikamenten betreiben muss, zeigt das Beispiel von BioVersys AG. Das ETH-Spin-off hat sich unter anderem dem Kampf gegen die Tuberkulose ­verschrieben. Bis die Firma ein neues Mittel auf der Basis der ­Forschungsarbeiten von ETH-Professor Martin Fussenegger produzieren konnte, musste sie nicht weniger als 60 000 ­Versuche durchführen.


18  MM20, 14.5.2018 | MENSCHEN

Porträt

Schwindlig unter der Zirkuskuppel Jason Brügger leidet unter einer Ohrenkrankheit, die mit Schwindelattacken einhergeht. Trotzdem ist er als Akrobat erfolgreich. Inzwischen setzt er sich für Hörgeschädigte ein. Im Libanon machte er kürzlich betroffenen Kindern Mut. Text: Lisa Stutz  Bild: Kostas Maros

E

r muss immer im Mittelpunkt stehen», sagt Jason Brügger, lacht und streichelt seinem Hund Bombo über den Kopf. Dann gibt er ihm ein Küsschen auf die Stirn, bevor der junge Mops wieder durchs Wohnzimmer tollt. Auf dem internationalen Parkett steht das Herrchen im Mittelpunkt. Spätestens seit 2016, als Jason Brügger bei «Die grössten Schweizer Talente» gewann. Im Jahr darauf schaffte er es ins Finale des deutschen Formats «Das Supertalent». Und immer wieder tritt er in Zirkusmanegen im In- und Ausland auf. Dabei schwebt, turnt und verbiegt sich der Akrobat in schwindel­erregender Höhe. Tatsächlich machte ihm der Schwindel lange zu schaffen, auch heute noch. Der 25-Jährige leidet an einer Erkrankung des Innenohrs, die seinen Gleich­gewichtssinn zum Teil massiv beeinträchtigt. «Ganz am Anfang, als ich als Künstler bekannt wurde, wollte ich meine Krankheit nicht thematisieren», sagt er. Man kennt sie zu gut, die emotio­nalen Geschichten von Castingshowteil­ nehmern, bei denen am Schluss die unausgesprochene Frage bleibt, ob sie nur aus diesem Grund so weit kamen. Spontaner Applaus

Das wollte Jason Brügger nicht. Also erwähnte er sein vermeintliches Handicap irgendwann nach seinem Sieg, ganz nebenbei. Inzwischen möchte er da­rüber sprechen. Vor allem weil er sich nun für andere Betroffene einsetzt. Ende April war er in Zusammenarbeit mit dem Hör­ gerätehersteller Sonova eine Woche

lang im ­Libanon, in einer Schule in der Nähe von Beirut. Dort werden hörgeschädigte Kinder aus armen Familien ­unterrichtet. Der Künstler erzählte den 85 Kindern seine Geschichte, um ihnen Mut zu machen. Eine Dolmetscherin übersetzte seine Worte in Gebärdensprache: «Lasst euch niemals sagen, dass ihr wegen eurer Krankheit etwas nicht erreichen könnt. Ihr seid stark, ihr könnt alles schaffen.» Spontan ­begannen die Menschen im Saal zu applaudieren, und Jason Brügger bekam Gänse­haut. «Ich werde diesen Moment niemals vergessen», sagt er. Er sitzt am Esstisch in Allschwil BL bei Wasser mit Zitronenschnitzen und mit Mops Bombo auf dem Schoss. Und erzählt, dass er sich oft gefragt habe, warum gerade sein Gehör und dadurch sein Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist. «Doch als ich die Kinder im Libanon sah, bekam ich fast ein schlechtes Gewissen. Ihnen geht es viel schlechter als mir.» Da waren drei Schwestern aus ­Syrien, die durch eine Bomben­explosion einen Teil ihres Gehörs verloren haben. «Eins der Mädchen hört sogar gar nichts mehr. Als wir ihr Hörvermögen testeten, begann sie heftig zu weinen.» Doch es gab auch schöne Momente, etwa, als er mit den Kindern einen Zirkusworkshop machte und sie dabei immer mutiger und ausgelassener wurden. Tinnitus aus dem Nichts

Jason Brügger war die ersten 18 Jahre seines Lebens kerngesund. Aus dem Nichts bekam er während der Matur einen Tin­nitus auf dem rechten Ohr, der auch nach einer Woche nicht ver­

schwand. Ein Arztbesuch war wenig hilfreich. Der Arzt war der Meinung, der Tinnitus sei stressbedingt und ginge vorüber. Damals wohnte Jason Brügger mit seinen drei Geschwistern bei den Eltern Nathalie und Lukas. Nach der erfolgreich bestandenen Matur­wurde der junge Mann an einer renommierten Zirkusschule in Kanada angenommen. Sein Leiden wurde dort nicht besser, im Gegenteil, der Tinnitus machte sich nun auch im anderen Ohr bemerkbar. Dazu kamen regelmässig Schwin­del­attacken. «Ich konnte nicht einmal mehr gehen und musste mich auf allen vieren fortbewegen.» Er hörte sehr schlecht und ­begann, sich von den Mitschülern zu isolieren. Im Abschlussjahr wurden die Beschwerden so schlimm, dass Jason Brügger in die Schweiz zurückkehrte, um sich verschiedenen Unter­ suchungen zu unterziehen. Nach tagelangen Tests hatte er endlich eine Diagnose: ­Morbus Menière, eine Erkrankung des Innenohrs. «Ich war so erleichtert, als ich endlich wusste, was ich habe», sagt er. Hörgeräte verbesserten seine Lebensqualität erheblich. Und Medikamente, die den Schwindel reduzierten. Trotzdem: Zu diesem Zeitpunkt konnte Jason Brügger, der Akrobat, nicht einmal mehr auf einem Bein stehen. «Ich musste lernen, das Gleichgewicht wiederzufinden. Es war hart, ich bin in Tische gelaufen, um­gefallen, ich hatte überhaupt kein Gefühl mehr für die Balance.» Der Druck war gross. Denn die Abschluss­prüfung stand an, eine Akrobatiknummer vor allen wichtigen Leuten aus dem Zirkusbusiness. Als Schüler arbeitet man drei Jahre


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lang auf diesen Moment hin. Und Jason Brügger beherrschte kurz davor gar nichts mehr. Dank eisernen Trai­ nings und mithilfe der Medizin schaff­ te er die Abschlussprüfung. «Sagen wir es so: Ich habe mich zwar miserabel gefühlt, aber ich habe es geschafft.» Angst, den Job zu verlieren

Ein spontaner Spagat ist für Jason Brügger überall drin.

Nach dem Abschluss erhielt er eine Stelle beim Circus Monti. Es kam vor, dass er während eines Auftritts eine Attacke hatte, in bis zu 15 Metern Höhe – ungesichert. «Alles hat sich gedreht. Und ich habe es im Nach­ hinein niemandem gesagt, aus Angst, meinen Job zu verlieren oder keine Aufträge mehr zu bekommen.» Heute ist Jason Brügger vernünf­ tiger. Die Attacken sind sel­tener geworden, er weiss, dass seine Kar­ riere nicht an einem seidenen Faden hängt. Er kann seinen Beruf ohne Weiteres ausüben. «Wenn es normal ist», er formt mit den Fingern Gänse­ füsschen in der Luft, «dann höre ich einfach weniger gut und habe einen Tinnitus». Die letzte Attacke hatte er im vergangenen Jahr, als er mit dem Circus Knie auf Tournee war. Da sagte er den Verantwort­lichen, dass ein Auftritt heute nicht möglich sei. Sie hatten Verständnis für ihn. Dank seiner Krankheit schätze er Dinge, die für andere selbstverständ­ lich sind: Gespräche führen, mit Bombo spielen und überhaupt: arbeiten. Momentan schreibt Jason Brügger an einem Buch, es erscheint im Septem­ ber. Ist es eine Autobiografie? «Irgend­ wie schon. Es geht darum, zu zeigen, dass es sich lohnt, für seine Träume und Ziele zu kämpfen.» MM


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Migros-Welt MM20

30 000 Zahl der Woche

Rund 30 000 Besucherinnen und Besucher erlebten das Tanzfestival Steps des Migros-Kulturprozents. 25 Tage lang fanden im ganzen Land 83 Vorstellungen statt. Das Festival endete am 5. Mai.

Migros-Besitzer

«Ich habe mich komplett verloren gefühlt» Seit wann sind Sie Migros-Genossenschafter? Seit August 2017. Und warum sind Sie MigrosBesitzer geworden? Ich wurde einer, als ich bei der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg angestellt wurde. Was gefällt Ihnen an der Migros? Die Frische des Gemüse­ angebots und die breite Produktpalette. Haben Sie eine besondere Migros-Erinnerung? Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mich einmal in den Hinterräumen des alten Migros-Einkaufszentrums Marin Centre verirrt. Keine Ahnung, wie ich da hingekommen bin, aber ich habe mich komplett ver­loren gefühlt. Zum Glück hat mich dann ein Mitarbeiter gefunden und zum Kundendienst begleitet.

Name: Kevin Dos Reis (22) Wohnhaft: Cressier NE Beruf: Systemtechniker Lieblingsprodukt: Kult Ice Tea Peach

Regiofenster

Bild: René Ruis

«Oh! Joghurt Greek Style»: das Joghurt mit Ferienfeeling Das griechische Joghurt zeichnet sich vor allem durch die besonders cremige Konsistenz aus. Sie entsteht durch die Herstellung, die nicht nur länger dauert, sondern auch viermal mehr Milch benötigt als üblich. Alles zusammen macht das griechische Joghurt zu einer richtigen Proteinbombe. Proteine werden für die Funk­ tionsfähigkeit des gesamten Körpers benötigt

und führen vielfältige wichtige Aufgaben aus. Alle unsere «Oh! Joghurt Greek Style»-Produkte ent­ halten wenig bis gar kein Fett, bieten aber vollen Genuss. Bifiduskulturen fördern die Verdauung und alle Oh!-Produkte werden mit wertvoller Schweizer Milch produziert – Genuss pur! Mehr von der Migros Aare ab Seite 52


24  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT Wikipedia

Mehr Migros im Online-Lexikon

Digitec Galaxus

Galaxus baut Online-Schuhhandel aus Das Online-Warenhaus Galaxus baut sein An­ gebot aus. Das Migros-­ Tochterunternehmen hat soeben sein Schuhsortiment um 11 000 Modelle erweitert. Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit der Schweizer Tradi­ tionsmarke Vögele Shoes und dem deutschen Online-Schuhhändler surf4shoes. Erhältlich sind Damen-, Herren- und Kinderschuhe bekannter Marken sowie Eigenmarken. Damit beinhaltet das Schuhsortiment von Galaxus nun 19 000 Artikel. Das Unternehmen wird im Kleidungsgeschäft in den nächsten Monaten weiter expandieren. Das gesamte Sortiment aller Produktgattungen umfasst derzeit 1,6 Millionen Produkte, bis Mitte des Jahres sollen es 2 Millionen sein.

Klassik

Rekordorchester zu Besuch Am 31. Mai gastiert die Sächsische Staatskapelle Dresden im KKL ­Luzern. Sie blickt auf eine stolze und aussergewöhnlich lange ­Geschichte z­ urück, die andere Traditions­orchester beinahe wie Neugrün­dungen erscheinen lässt: Seit viereinhalb Jahrhunderten existiert das Ensemble ohne Unterbruch. Ein Rekord im deutschen Sprachraum! Und stets zählte es zu den besten Orchestern seiner Zeit, wie historische Zeugnisse belegen.

wird die Staatskapelle in Luzern Werke von Weber, Liszt und Brahms erklingen lassen. Das Konzert ­findet im Rahmen der Reihe ­Migros-Kulturprozent-Classics statt. Weil das Orchester nur an ­einem einzigen Tag in der Schweiz auftritt, sollten sich Klassik­fans den Termin vormerken. Infos und Tickets auf: www.migros-kulturprozent-classics.ch

Unter der Leitung ihres berühmten Dirigenten Christian Thielemann

Frage der Woche

Was bedeutet die Bezeichnung «Parboiled-Reis»? Zur Herstellung von Parboiled-Reis wird Rohreis in mehreren Schritten zuerst eingeweicht, dann mit heissem Dampf behandelt, anschlies­ send getrocknet und erst danach geschält und poliert. Durch diese Behandlung werden etwa 80 Prozent der im Silberhäutchen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe ins Innere des Reiskorns gepresst. Darum ist Parboiled-Reis ernährungsphysiologisch wert­voller als geschälter weisser Reis. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Bilder: Matthias Creutziger, zVg

Ab sofort liefert das Online-Nachschlagewerk Wikipedia deutlich mehr Informationen über die Migros: Dreizehn neue Artikel sind entstanden – unter anderem zum Popmusik-­ Festival «m4music». Vierzehn weitere Bei­ träge wurden ausgebaut, etwa die Texte über das Migros-Kulturprozent oder über den früheren Migros-Chef Pierre A ­ rnold. Ein Team aus Wikipedia-Auto­ rinnen und-Autoren hatte im April die Zen­ trale des Migros-Genossenschafts-Bundes besucht und vor Ort recherchiert.


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  25

Förderfonds Engagement Migros

Neue Carvelo-Standorte «Nutzen statt besitzen» – diesem Credo hat sich die Sharing-Onlineplattform ­«carvelo2go» verschrieben. In zahl­reichen Städten und Gemeinden können dort elektrische Cargo-Bikes – also Fahrräder, die viel Platz für Einkäufe, Pakete oder auch die Kinder bieten – zu günstigen Stunden- oder ­Tagestarifen ausgeliehen werden. Dieses vom Förderfonds ­Engagement Migros und dem TCS 2015 lancierte ­Mobilitätsprojekt wird jetzt durch weitere Standorte noch attraktiver: Nicht nur in Basel, Bern oder St. Gallen kann man das Angebot ­nutzen, sondern neu auch in Thun, Zug, Olten, Freiburg, Bellinzona und Aarau. Infos zum Sharing-Angebot und den Standorten: www.carvelo2go.ch

Blickfang

Erosion des Monte Generoso «Ich habe beim Durchsehen unserer Familienbilder dieses Foto gefunden. Es war der grösste Wunsch von Romy und Fabio, einen Generoso-Cake zu essen, ohne ihn vorher in Stücke zu schneiden. So verputzten sie den ganzen Kuchen bis auf den letzten Krümel.» Gaby Riedener, Bazenheid SG

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07.05.18 16:18


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  27

«Bringer» Peter Kurth (r.) übergibt «Besteller» Marc Osswald die ­Einkäufe, die er in der M ­ igros getätigt hat.

Social Shopping

Peter kauft für Marc ein Mit dem Service Amigos der Migros können sich Nachbarn gegenseitig beim Einkauf helfen. Der Zürcher Peter Kurth etwa shoppt für Start-up-Unternehmer Marc Osswald. Text: Andreas Dürrenberger  Bilder: Paolo Dutto

D

er Job bei einem Startup-­Unternehmen ist ­intensiv. Davon kann Marc Osswald ein Lied singen. Er arbeitet in einem kleinen Team in Zürich an neuartigen ­Ka­merasensoren. «Meine Tage sind sehr lang. Als Ausgleich treibe ich viel Sport. Deshalb fehlt mir oft die Zeit, um noch rechtzeitig einzukaufen», sagt der 31-Jährige, der an der ETH einen Doktortitel in Neuro­ informatik abgeschlossen hat. Amigos kommt Osswald daher gerade recht. Der neue Dienst der Migros macht es möglich, dass Menschen für andere Menschen einkaufen können (siehe Box). ­Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, und die Lieferung erfolgt noch am selben Tag im gewünschten Zeitfenster. «Die Möglichkeit, spontan zu bestellen, ist ein riesiger Vorteil», so Osswald. Für ihn erledigt an diesem Tag Peter Kurth (56) aus Zürich-Wipkingen den Einkauf.

Kaum ist Osswalds Bestellung auf der App eingegangen, klickt Kurth auf den ­Auftrag und erhält den ­Zuschlag. Er macht sich gleich auf in die­­Migros-Filiale in Zürich-­ Altstetten, die nur wenige Gehminuten vom Lieferort entfernt liegt. «Ich bin immer mit den ÖV ­unterwegs. Ein Auto habe ich nicht und brauche ich auch nicht», erzählt Kurth. «Und in der Stadt ­kenne ich mich bestens aus.» Kein Wunder – Kurth war 25 Jahre im Taxigewerbe tätig, hauptsächlich in der Disposition. Vor zwei Jahren nahm er eine berufliche Auszeit und bereiste die Welt. Nun ist er dabei, sich b ­ eruflich neu zu orientieren. Seine Aufgabe als sogenannter Bringer für Amigos ist eine willkommene Abwechslung. «Amigos bringt mich in Schwung und hält mich fit. Wenn ich unterwegs bin, kommen schnell mal ein paar Kilometer z­ usammen», sagt er. Den Einkauf in Altstetten e­ r­ledigt

er zügig. Mit dem Smart­phone in der Hand geht er durch die Migros, prüft eine Avocado auf ihre Reife, packt den bestellten Salat, Rüebli, Milch und Kaffee in den Einkaufswagen. An der Kasse zahlt er mit seiner ­eigenen Bankkarte. «Das Geld schiesse ich quasi vor. Nach zwei Tagen habe ich es wieder auf dem Konto, plus meine Belohnung für die Lieferung.» Eine Win-win-Situation für beide

Diese Entschädigung ist aber nicht das, was ihn m ­ otiviert habe, bei ­Amigos mitzumachen, so Kurth. «Ich mag den Kontakt mit Menschen. Und wenn ich den Einkauf vorbeibringe, ­freuen sich die Empfänger immer sehr.» Auch Marc Osswald freut sich, als ihm Kurth die Einkäufe übergibt. Denn im Büro ist der Kaffee ausgegangen. Und ein Start-up ohne Kaffee, das würde bei den langen Arbeitszeiten auf Dauer nicht gut gehen. MM

Amigos

So funktionert die Bestellung Der Besteller kann auf amigos.ch aus über 6000 Migros-Produkten bequem den Einkauf zusammenstellen. Alle Bringer in der Umgebung sehen auf der Amigos-­ App, welche Aufträge vorhanden sind und entscheiden, ob sie den Auftrag ausführen möchten. Für die erste Tragtasche erhält der Bringer 7.90 Franken, für jede weitere zwei Franken ­zusätzlich. Der Zustupf kommt vollumfänglich dem Bringer zugute und wird vom Besteller per Kreditkarte bezahlt. Diese wird erst belastet, wenn der Besteller die Einkäufe in Empfang nimmt. Die Lieferkosten der ersten B ­ estellung spendiert die Migros (maximal zwei Taschen). Derzeit ist der Dienst in den Pilotregionen Zürich und Bern verfügbar. Mehr Infos: www.amigos.ch


28  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT aha!

Veganer Mozzarella

Laktoseintolerante, Veganer und Flexitarier dürfen sich freuen, denn auch sie können von nun an Insalata Caprese oder Pizza geniessen: Mit Cashewella bietet die Migros neu eine laktosefreie, rein pflanzliche Alternative zu Mozzarella an – auf Cashewbasis in der Schweiz hergestellt.

Pizzateig ausrollen. Teig mit Tomatensauce ­bestreichen. Cima di rapa in Stücke à 1 cm schneiden. Tomaten je nach Grösse vierteln oder in Schnitze schneiden. Cashewella längs halbieren und in Scheiben schneiden. ­Alles auf der Tomatensauce verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pizza bei 220 °C ca. 20 Minuten backen und servieren.

Bilder & Styling: Claudia Linsi

Cima-di-rapa-Pizza mit Cashewella


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  29

Tomaten-Cashewella-Salat

Tomaten und Cashewella in ­Scheiben schneiden. Mit Oliven­öl und Aceto balsa­mico beträufeln. Mit Fleur de sel und Pfeffer würzen. Basilikum darüberzupfen und servieren.

aha! Cashewella, laktosefrei, ohne Milch, 200 g Fr. 4.95 In grösseren Filialen

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Das Label aha! kennzeichnet Produkte, die bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.

Gebackene Spargeln und Cashewella mit Radieschen

Spargeln mit Olivenöl beträufeln. Salzen. Bei 200 °C ca. 20 Minuten im Ofen backen. Nach der Hälfte der Backzeit Cashewella da­rüberraffeln, fertig backen. ­Radieschen in Stäbchen schneiden, mit Olivenöl und Kräuteressig mischen. Dressing mit Salz und Pfeffer ­abschmecken. Mit den Spargeln servieren.

Das V-Label der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) kennzeichnet Produkte für Vege­ta­rier und Veganer. Sämtliche Zutaten, Zusatz- und Hilfs­ stoffe sind vege­ta­r­isch oder vegan.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehört auch Cashewella.


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  31

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MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  33

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Volle Waschkraft voraus Elan-Produkte erhalten ab diesem Sommer ein neues, frisches Design. Bereits ab 15 Grad reinigt Elan zuverlässig und zählt deswegen zur modernen ­Generation der U ­ niversalwaschmittel. ­ In dem hand­lichen, mit einem Griff aus­ gestatteten Nach­füllbeutel liefert Elan nicht nur Waschkraft, sondern dank seiner ­Frischeperlen auch ein lang anhaltendes Dufterlebnis. Von Frühlingsfrische bis ­Lavendel – Elan bietet eine grosse ­Auswahl an verschiedenen Duftnoten.

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34  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT Tag der Familie

Oh Happy Day

Am 15. Mai ist Internationaler Tag der Familie. Eine perfekte Gelegenheit, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Mit diesen Produkten gelingt der Tag noch besser.

Für die ganze ­Familie

Das milde Shampoo mit Apfel- und ­Kamillenextrakten reinigt sanft und schützt die empfindliche Kopfhaut. I am Natural Cosmetics Familien­ shampoo, 500 ml Fr. 8.90 In grösseren Filialen

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Damit die ganze ­Familie für den ­Ausflug in die Badi gerüstet ist: eine Creme, die speziell für empfindliche ­Babyhaut ­entwickelt wurde. Milette Baby ­Sonnencreme, 100 ml Fr. 9.40

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MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  35

Brettspielklassiker

Ein spannendes Spiel aus hochwertig ­ver­arbeiteten ­Holzelementen, das im Team und mit Bridge-Karten gespielt wird. Brändi Dog 6er-Set Fr. 109.– Im Ex Libris

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MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  37

Feuer und Flamme für Rippchen Migusto

Spareribs auf dem Grill perfekt zuzubereiten, gilt für viele als hohe Schule des Barbecue. Wir zeigen ein Rezept, das BBQ-Fans begeistern wird: So gelingen Rippchen mit Rub und Marinade garantiert. Herausnehmen und sammeln!

Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Styling: Mira Gisler Rezept: Andrea Pistorius

STEP-BY-STEP ZUM GRILL-PROFI WERDEN! Tolle Rezepte auf migusto.ch/grillrezepte

Das neue Kochmagazin der Migros Das Geheimnis lautet: Spareribs gut abgedeckt im Bräter garen und erst zum Schluss grillieren.

Erhältlich in den Filialen für Fr. 3.–, für Clubmitglieder gratis. Jetzt anmelden: www.migusto.ch


38  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Spareribs mit Rub und BBQ-Sauce Gewürze bis und mit Thymian in einem Mörser fein zerreiben. Zwiebel-, Knoblauchund Paprikapulver dazugeben und gut mischen. Für die BBQSauce Zucker in einer Pfanne hellbraun karamellisieren. Mit Apfelsaft und Essig ablöschen und 5 Minuten lang köcheln lassen. Ketchup, Worcestershire-Sauce und die Hälfte der Würzmischung dazugeben, aufkochen. Abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten

Rippchen rundum mit der restlichen Würz­ mischung einreiben. Eine Grillschale umgedreht in den Bräter legen. Ca. 1 cm hoch Wasser hineingiessen. Spareribs mit der Knochenseite nach unten auf die Grillschale legen (sie dürfen nicht mit dem Wasser in Berührung kommen!). Rippchen mit Zucker bestreuen. Bräter mit Alufolie verschliessen. Bei ca. 160 °C etwa 2½ Stunden lang im geschlossenen Grill garen.

BBQ-Sauce: 80 g Zucker 1,5 dl naturtrüber Apfelsaft 30 ml Apfelessig 250 ml Ketchup 1½ EL Worcestershire Sauce ½ Menge der Würzmischung

Hitze auf ca. 250 °C erhöhen. Die Rippchen rundum mit der BBQSauce bestreichen und mit der Knochenseite nach unten auf den Rost legen. Zusätzliche Sauce grosszügig auf die Fleischseite ver­ teilen. Im geschlossenen Grill während 10–15 Minuten fertig grillieren. Rippchen in Stücke schneiden und mit der restlichen BBQ-Sauce servieren.

für 4 Personen Würzmischung (Rub): ½ EL Koriandersamen ½ EL schwarze Pfeffer- körner ½ EL Senfsamen 1 TL granulierter Cayennepfeffer 1 EL grobes Salz 1 TL getrockneter Thymian ½ EL Zwiebelpulver ½ EL Knoblauchpulver 1 TL Paprika ca. 2 St. Spareribs à ca. 600 g ca. 80 g Zucker zum Bestreuen

Küchenutensilien: 1 grosser Bräter 1 Alugrillschale 1 grosses Stück Alufolie


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MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  51

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Tipp für Profis

Spareribs grilliert man über einen längeren Zeitraum im Kugelgrill mit Holzkohle. Die Briketts in den Körben platziert man links und rechts – die Mitte, über der die Spareribs liegen, bleibt frei. So grilliert man indirekt. Wer keine Holzkohlenkörbe zur Verfügung hat, stellt in die Mitte eine Aluschale und häuft die Briketts beidseits der Schale an.

Tipp für Freestylers

Um ein feines Raucharoma zu erzielen, legt man beim Garen der Rippchen in Wasser eingelegte Räucherchips auf die Glut. Damit das Raucharoma ins Fleisch ein­ dringen kann, sollte man die Folie während der ersten 60 Minuten an den Seiten leicht geöffnet lassen.

Tipp für Familien

Spareribs lassen sich auch im Backofen zubereiten – wenn das Wetter nicht mitspielt oder der Grill zu klein ist. Im letzteren Fall kann man die Fleischstücke im Ofen vorbereiten und sie erst zum Schluss auf dem heissen Grill fertig grillieren. MM

Viele weitere grilliertipps für den Sommer jetzt auf migusto.ch Dry-aged-T-Bone-Steak mit Zimt-Rub: www.migusto.ch/steak-mit-rub Schweinsfilet mit Rub: www.migusto.ch/schweinsfilet Ausgelöste Pouletschenkel: www.migusto.ch/pouletschenkel


52  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT Geschäftsbericht 2017

Migros Aare bietet Perspektiven Für ein Unternehmen wie die Genossenschaft Migros Aare zu arbeiten, bringt ein ganz besonderes Privileg mit sich: Es gibt über 500 000 Chefinnen und Chefs. Text: Reto Wüthrich

Genossenschaft Migros Aare

Aufruf zur Wahl Liebe Mitglieder

In diesen Tagen erhalten Sie per Post die Stimmkarte für die

Regionale Urabstimmung 2018 mit der Bitte zugestellt, zu folgender Frage Stellung zu nehmen: Genehmigen Sie – unter Entlastung der Verwaltung – die Jahresrechnung 2017 und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns? Erläuterungen zur Abstimmungsfrage: Genehmigung der Jahresrechnung Die Jahresrechnung mit dem Bericht der Revisionsstelle, der Antrag der Verwaltung auf Verwendung des Bilanzgewinns sowie ein Auszug aus dem Jahresbericht unserer ­Genossenschaft sind in dieser Ausgabe publiziert. Diese ­Dokumente ­liegen ausserdem zusammen mit dem vollständigen Jahres­bericht am Sitz unserer Genossenschaft, 3321 Schönbühl, zur Einsichtnahme durch die Mitglieder auf.

Die Stimmkarten werden den Stimmberechtigten (gemäss ­Mitgliedschaftsregister) spätestens zehn Tage vor dem Wahltag (2. Juni 2018) per Post zugestellt. Allfällige Beschwerden über nicht erhaltene oder unrichtige Stimmkarten sind frühestens sechs, spätestens drei Werktage vor dem Urabstimmungstag beim Mitgliederregister unserer Genossenschaft zuhanden des Wahlbüros geltend zu machen.

Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Migros Aare (links), und Thomas Aebersold, Präsident der Verwaltung der Migros Aare

H

eisst es andernorts, dass zu viele Köche den Brei verderben, so hat die ­Migros Aare auch im vergangenen Jahr wieder festge­ stellt, wie wertvoll es ist, aus vielen unterschiedlichen Richtungen wertvolle Hinweise, ab und zu Kritik und glücklicherweise oft auch Lob zu erhalten. Die Chefin­ nen und Chefs der Migros Aare – das sind die Genossenschafterin­ nen und Genossenschafter. Ihnen gehört die Migros. Der Verwaltung, Geschäfts­ leitung und den Mitarbeitenden ist es ein grosser Ansporn, die ­Migros Aare täglich eine Spur besser zu ­machen – für Besitzerinnen und ­Besitzer dieser Unternehmung, aber auch für die Kundschaft. ­Anders als bei Firmen, die von ­renditeorientierten Aktionären ­getrieben sind, erlauben es diese

­ esitzverhältnisse – trotz vielfälti­ B ger Herausforderungen in schnell­ lebigen Zeiten und oft kurzfristig zu fällender Entscheide –, bei ­zentralen Themen langfristig ­planen zu können. Das ist ein ent­ scheidender Vorteil, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Diese Haltung ist auch des-­ halb wichtig, weil die Migros Aare damit jungen Menschen eine ­fundierte Zukunftsperspektive bieten kann. Vorab beispielsweise den über 600 Lernenden, die derzeit aus­gebildet werden. Einige von ihnen kommen im vorliegenden Geschäftsbericht zu Wort. Dieser liegt jetzt in den ­Supermarktfilialen auf, ist auf der Homepage (www.migrosaare.ch/ unternehmen) aufgeschaltet oder kann per Mail bei media@ migrosaare.ch mit Angabe der ­Adresse bestellt werden. MM

Wahlbüro: Genossenschaft Migros Aare Dienstleistungen Industriestrasse 20 3321 Schönbühl

Die Urabstimmung wird nach den Bestimmungen der Statuten und des Wahlreglements durchgeführt. Die Statuten sind auf der Homepage der Migros Aare einsehbar. Bitte füllen Sie die Stimmkarte so rasch wie möglich aus. Wenn Sie diese in die Abstimmungsurne in Ihrer nächsten ­Migros-Filiale legen, helfen Sie mit, Porto einzusparen. Die Urnen sind während der üblichen Verkaufszeiten geöffnet. Sie können die Stimmkarte aber auch in den nächst gelegenen Briefkasten werfen. Das Porto wird von der Migros bezahlt. Spätester Termin für die Rücksendung (oder Rückgabe) der Stimmkarte:

Samstag, 2. Juni 2018 Herzlichen Dank für Ihre Mitwirkung. Genossenschaft Migros Aare Die Verwaltung


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  53

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Überblick

Lagebericht und Ausblick Allgemeiner Geschäftsverlauf

Die Migros Aare hat ihre führende Position im Detailhandelsmarkt der Wirtschafts­gebiete Bern, Aargau und Solothurn erfolgreich ver­ teidigt. In einem wiederum s­ chwierigen Markt­umfeld, mit deutlichen Wachstumsraten der Onlineanbieter, erzielte die Migros Aare 2017 einen Nettoumsatz von 3319,5 Millionen ­Franken (–0,6 Prozent gegenüber Vorjahr). Teuerungsbereinigt konnte ein leichtes Um­ satzwachstum von +0,1 Prozent zum Vorjahr erreicht werden. Der nominelle Umsatz­ rückgang ist hauptsächlich auf Umbauten ­verschiedener Supermarktfilialen und die gewährten Preisnachlässe zurückzuführen. Die Konsumentinnen und Konsumenten der Mi­ gros Aare profitierten von Preisreduktionen von mehr als 23 Millionen Franken über das gesamte Sortiment des Detailhandels.Die Betriebskosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent. Die Kostenzunahme ist hauptsächlich auf die Erneuerung und Er­ weiterung des Verkaufsstellennetzes zurück­ zuführen. Die Investitionen in die E ­ xpansion und Erneuerung des Verkaufs­stellennetzes be­ laufen sich dabei auf 277,5 Millionen Franken. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) ­beträgt 31,4 Millionen Franken. Durch tiefere ­Refinanzierungskosten konnte der Finanz­ aufwand im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Die Auflösung nicht mehr benötigter Steuerrückstellungen aus den Vorjahren ­führte im Berichtsjahr 2017 zu einem Steuer­ ertrag von 2,0 Millionen Franken. Der Gewinn 2017 beläuft sich auf 30, 5 Millionen Franken. Finanzielle Lage

Der erarbeitete Cash Flow betrug 205,5 ­Millionen Franken. Zur Finanzierung der ­In­vestitionen 2017 wurden zusätzliche konzern­interne Mittel beansprucht. Das Eigenkapital konnte weiter gestärkt ­werden und beträgt 441,1 Millionen Franken. Bestell- und Auftragslage

Im Detailhandel bestehen nur in sehr gerin­ gem Ausmass Bestellungen und Aufträge. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit

Die Genossenschaft Migros Aare betreibt als Detailhandelsunternehmen selbst keine Forschung.

Aussergewöhnliche Ereignisse

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es in der Migros Aare keine aussergewöhnlichen Ereignisse. Risikobeurteilung

Die Genossenschaft Migros Aare verfügt über ein Risikomanagement. Die Verwaltung stellt sicher, dass die Risikobeurteilung ­zeitgerecht und angemessen erfolgt. Sie wird regelmässig durch die Geschäftsleitung über die Risiko­situation der Unternehmung informiert. Anhand einer systematischen Risiko­ analyse haben Verwaltung und Geschäfts­ leitung die für die Genossenschaft M ­ igros Aare wesentlichen Risiken identifiziert und hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und finanzieller Auswirkungen bewertet. Mit gezielten, von der Verwaltung beschlos­ senen Massnahmen werden diese R ­ isiken vermieden, vermindert oder überwälzt. Die selbst zu tragenden Risiken werden kon­sequent überwacht. Die Resultate der Risikobeurteilung berücksichtigt die Ver­ waltung angemessen in ihrer jährlichen Überprüfung der Geschäftsstrategie. Die Verwaltung hat die letzte Risiko­beurteilung am 26. Oktober 2017 vor­genommen und festgestellt, dass die Risiken durch Strate­ gien, Prozesse und Systeme grund­sätzlich gut abgedeckt sind. Ausblick

Die Migros Aare ist ein solides, innovatives und profitables Unternehmen. Sie wird ­weiterhin sowohl in den Ausbau als auch in die Modernisierung des Filialnetzes ­investieren. Das Unternehmen wird ­Effizienzgewinne und tiefere Beschaffungs­ kosten konsequent in Form von günstigeren Preisen an die Kundschaft weitergeben. Die Migros Aare wird auch künftig alles ­unternehmen, um das beste Preis-Leistungs-­ Verhältnis zu bieten. Gleichzeitig tritt sie dafür ein, die wirtschaftliche Leistung sowie ihr soziales und ökologisches Engagement beizubehalten. Dies ganz im Sinne ihrer ­Leitidee, sich mit Leidenschaft für die ­Lebensqualität ihrer Genossenschafterinnen und Genossenschafter, Kundinnen und ­Kunden einzusetzen.


54  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT

Erfolgsrechnung (in 1000 Franken) Anmerkung Nettoerlöse Detailhandel Grosshandel Gastronomie/Hotel Freizeit/Fitness Bildung/Kultur Dienstleistungen Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Erträge Andere betriebliche Erträge 1 Total betrieblicher Ertrag Betrieblicher Aufwand Waren- und Dienstleistungsaufwand Personalaufwand 2 Mietaufwand Anlagenunterhalt Energie und Verbrauchsmaterial Werbeaufwand Verwaltungsaufwand Übriger betrieblicher Aufwand 3 Abschreibungen und Wert­ 4 berichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Total betrieblicher Aufwand Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Finanzergebnis 5 Ausserordentliches, einmaliges 6 oder periodenfremdes Ergebnis Gewinn vor Steuern Direkte Steuern Gewinn

2017

2016

2'952'990 68'020 146'007 29'717 33'631 89'127 3'319'491

2'972'846 65'972 149'076 29'791 34'224 87'606 3'339'516

79'550 3'399'041

78'409 3'417'925

–2'259'626 –2'268'489 –571'099 –562'505 –93'730 –82'915 –36'864 –40'160 –63'277 –59'412 –38'902 –37'076 –27'162 –27'525 –100'169 –85'262 –176'826 –163'344 –3'367'656 –3’326’689 31’385 91’236

–3'680 796

–7'723 334

28’501 2'020 30'521

83'846 –20'943 62'903

– Technische Anlagen und Maschinen – Übrige Sachanlagen – Anlagen in Bau Immaterielle Werte Total Anlagevermögen Total Aktiven Passiven Kurzfristiges Fremdkapital Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – gegenüber Unternehmen des Konzerns – gegenüber Dritten Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten – gegenüber Unternehmen des Konzerns – M-Partizipationskonten Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten – gegenüber Dritten Passive Rechnungsabgrenzungen 8 Total Kurzfristiges Fremdkapital Langfristiges Fremdkapital Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten – gegenüber Unternehmen des Konzerns – gegenüber Dritten Rückstellungen 9 Total Langfristiges Fremdkapital Total Fremdkapital Eigenkapital Genossenschaftskapital Gesetzliche Gewinnreserve Freiwillige Gewinnreserve Bilanzgewinn Total Eigenkapital Total Passiven

Bilanz vor Gewinnverwendung (in 1000 Franken) Umlaufvermögen Flüssige Mittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – gegenüber Unternehmen des Konzerns – gegenüber Dritten Übrige kurzfristige Forderungen – gegenüber Unternehmen des Konzerns – gegenüber Dritten Vorräte Aktive Rechnungsabgrenzungen 7 Total Umlaufvermögen Anlagevermögen Finanzanlagen – gegenüber Unternehmen des Konzerns – gegenüber Dritten Beteiligungen – an Unternehmen des Konzerns – an Dritten Sachanlagen – Grundstücke und Bauten

31.12.2017

31.12.2016

60’601

36’919

1'385 10'917

1'188 17'783

34'681 26'936 118'000 426 252'946

24'938 18'016 100'000 1'039 199'883

13'329 12'532

20'042 5'495

34'472 566

26'315 345

943’213

895'374

40'000 0 106'878 59 1'094'507 1'294'390

31.12.17

31.12.16

3'187 136'593

4'798 101'196

618'239 40'714

485'618 41'306

62'733 67'059 928'525

88'919 56'941 778'777

55'200 16'657 12'806 84'664 1’013’189

80'200 10'939 13'889 105'027 883’805

5'063 3'196 402'079 30'780 441'117 1’454’306

5'052 3'196 339'079 63'259 410'585 1'294'390

Katharina Zahnd verwaltet die Register der Migros Aare.

Aktiven

Anmerkung

49'599 4'495 143'153 – 1'201'360 1'454'306

Interview

«Aktiv mitbestimmen» Interview mit Katharina Zahnd, verantwortlich für die Register der Genossenschaft Migros Aare. Sie zählte Ende 2017 insgesamt 506  302 Besitzerinnen und Besitzer. Wie wird man Genossenschafter der Migros Aare? Menschen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in den Kantonen Bern, Aargau und Solothurn oder dem grenznahen Ausland können sich ganz einfach unter www.migros.ch/besitzer anmelden oder ein Anmeldeformular am Kundendienst der Filiale ausfüllen.


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  55

7

Welche Vorteile hat man als Genossenschafter? Genossenschafter erhalten einen Anteilschein im Wert von zehn Franken und beeinflussen mit ihrem Stimmrecht die Migros Aare. Zudem wird das Migros-Magazin gratis zugestellt, und sie können von Vergünstigungen profitieren. Engagierte Genossenschafter können sich auch in den Genossenschaftsrat wählen lassen und ­dadurch zusammen mit 59 anderen Abgeordneten eine aktivere Rolle einnehmen. Weitere Mitwirkungsmöglichkeiten sind in den Statuten festgehalten. Was genau passiert an einer Urabstimmung? Die Migros gehört zu hundert Prozent den Genossenschaftern. An der Urabstimmung üben diese ihre Funktion durch schriftliche Stimmabgabe aus. Jährlich wird so beispielsweise über die ­Jahresrechnung entschieden. Die Urabstimmung wählt auch den Genossenschaftsrat, die Verwaltung sowie die Revisionsstelle. Die Urabstimmung bildet das oberste Organ der Migros. MM

Anmerkungen (in 1000 Franken) 1

2

3

4

5

6

Andere betriebliche Erträge Aktivierte Eigenleistungen Übrige betriebliche Erträge Personalaufwand Löhne und Gehälter Sozialversicherungen Personalvorsorgeeinrichtungen Übriger Personalaufwand Übriger betrieblicher Aufwand Sonstiger Betriebsaufwand Gebühren und Abgaben Abschreibungen und ­Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Übrige Sachanlagen Immaterielle Werte Finanzanlagen Beteiligungen

Finanzergebnis Kapitalzinsertrag Wertschriftenertrag Beteiligungsertrag Kapitalzinsaufwand Übriger Finanzaufwand Ausserordentliches, einmaliges oder periodenfremdes Ergebnis Gewinn aus Verkauf von Anlagevermögen Verlust aus Verkauf von Anlagevermögen

2017

2016

1'593 77'957 79'550

1'422 76'987 78'409

–454'958 –47'691 –48'944 –19'506 –571'099

–448'611 –45'516 –47'908 –20'470 –562'505

–90'409 –9'760 –100'169

–75'348 –9'914 –85'262

–32'488 –120'607 –12'127 –329 –11'276 – –176’826

–60'351 –88'440 –10'268 – –4'283 –3 –163'344

919 1 214 –4'813 – –3'680

737 4 214 –8'674 –3 –7'723

796

337

– 796

–4 334

8

9

Aktive Rechnungsabgrenzungen Vorausbezahlte Aufwendungen Übrige Abgrenzungen Passive Rechnungsabgrenzungen Klubschulerträge Freizeitanlagen Zinsabgrenzung Mieten Übrige Abgrenzungen Rückstellungen AHV-Ersatzrente Kulturelles/Personelles Ersatzinvestitionen/Sanierungen

326 99 426

941 98 1'039

8'789 7'583 – 1'927 48'760 67'059

9'652 7'376 75 614 39'223 56'941

11'855 662 290 12'806

13'064 534 290 13'889

2017 30'521 176'826

2016 62'903 163'344

–796

–337

–

4

–1'082 205'469 –2'251 –18'000 614

–1'718 224'196 –1'892 – 86

7'600 10'118

–11'337 1'525

203'550

212'579

–11'600 –8'378 –277'549 –270 14'913 –282'883 –9'744 132'030

–13'442 500 –419'642 – 407 –432'177 12'898 322'820

–19'282 11 103'015 23’682

–114'270 32 221'481 1’883

36'919 60'601 23'682

35'036 36'919 1'883

Geldflussrechnung (in 1000 Franken)

Gewinn Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Gewinn aus dem Verkauf von Anlagevermögen Verlust aus dem Verkauf von Anlagevermögen Veränderung Rückstellungen Cashflow Veränderung kurzfristige Forderungen Veränderung Vorräte Veränderung aktive Rechnungsabgrenzungen Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten Veränderung passive Rechnungsabgrenzungen Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Investitionen – Finanzanlagen – Beteiligungen – Sachanlagen – Immaterielle Werte Desinvestitionen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Veränderung kurzfristige Forderungen Veränderung verzinsliche kurzfristige Verbindlichkeiten Veränderung langfristige Verbindlichkeiten Veränderung Genossenschaftskapital Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung der Flüssigen Mittel Liquiditätsnachweis: Flüssige Mittel 1. 1.  Flüssige Mittel 31. 12.  Veränderung der Flüssigen Mittel


56  MM20, 14.5.2018 | MIGROS-WELT Anhang Angaben zu den in der Jahresrechnung angewandten Grundsätzen Die vorliegende Jahresrechnung wurde gemäss Vorschriften des Schweizer Gesetzes, insbesondere der Artikel über die kaufmännische Buchführung und ­Rechnungslegung des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962), erstellt. Die Rechnungslegung erfordert von der Verwaltung Schätzungen und Beurteilungen, die die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten im Zeitpunkt der Bilanzierung, aber auch Auf­wendungen und Erträge der Berichtsperiode beeinflussen könnten. Die Verwaltung entscheidet dabei jeweils im eigenen Ermessen über die Ausnutzung der bestehenden gesetzlichen Bewertungs- und Bilanzierungsspielräume. Zum Wohl des U ­ nter­nehmens können dabei im Rahmen des Vorsichtsprinzips Abschreibungen, Wert­berichtigungen und Rückstellungen über das betriebswirtschaftlich benötigte Ausmass hinaus gebildet werden. Die Genossenschaft Migros Aare erstellt keine konsolidierte Jahresrechnung, weil der Migros-Genossenschafts-Bund eine konsolidierte Jahresrechnung ­publiziert, die auch die Jahresrechnung der Genossenschaft Migros Aare beinhaltet. Angaben, Aufschlüsselungen und Erläuterungen zu Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz Entsprechende Ausführungen zu einzelnen Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz siehe «Anmerkungen zur Jahresrechnung»

Bedeutende Beteiligungen Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich Kapitalanteil Stimmrechtsanteil FlowerPower Fitness und Wellness AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil cha chã AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Shopping-Center Brünnen AG, Bern Kapitalanteil Stimmrechtsanteil LFS AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Voi AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Time-Out AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Shoppyland, Shoppy AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Golf Limpachtal Betriebs- und ­Verwaltungs-AG, Buchegg Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Public Golf Bucheggberg AG, Buchegg Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Culinart Gastro AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil Beef2go AG, Bern Kapitalanteil Stimmrechtsanteil BOOTCAMPER.ch AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil

31.12.2017

31.12.2016

19,70% 16,22%

19,70% 16,22%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

34,00% 34,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

54,40% 91,72%

54,40% 91,72%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

50,00% 50,00%

50,00% 50,00%

100,00% 100,00%

100,00% 100,00%

Casa Interio AG, Moosseedorf Kapitalanteil Stimmrechtsanteil

100,00% 100,00%

– –

Indirekte Beteiligungen werden in der Jahresrechnung des Migros-Genossenschafts-­ Bunds ausgewiesen.

(in 1000 Franken) Weitere Angaben Nicht bilanzierte Miet- und Leasingverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr Nicht bilanzierte Mietzinsgarantie, Moosstrasse 11, Urtenen-Schönbühl Gesamtbetrag der für Verbindlichkeiten Dritter bestellten Sicherheiten Gesamtbetrag der zur Sicherung eigener Verbindlichkeiten verwendeten Aktiven Fristigkeiten der langfristigen ­verzinslichen Verbindlichkeiten fällig innerhalb 1 bis 5 Jahre fällig nach 5 Jahren Personalbestand Festangestellte Lernende Teilzeitangestellte im Stundenlohn Total Vollzeitstellen im ­Jahresdurchschnitt Honorar der Revisionsstelle Revisionsdienstleistungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

31.12.2017

31.12.2016

585'935

435'309

244

–

36'365

33'131

10'729

14'940

55'000 200

80'000 200

8'179 618 3'521 7'637

8'117 622 3'533 7'591

32

30

Nach dem Bilanzstichtag und bis zur Freigabe der Veröffentlichung der ­statutarischen Jahresrechnung durch die Verwaltung der Genossenschaft Migros Aare fanden keine weiteren wesentlichen Ereignisse statt. Es bestehen keine weiteren nach Art. 959c OR ausweispflichtigen Sachverhalte.

Verwendung des Bilanzgewinns (in 1000 Franken) Gewinnvortrag Gewinn laufendes Jahr Bilanzgewinn Auflösung/(Zuweisung) Kulturprozent Freier Bilanzgewinn zur Verfügung der Urabstimmung Zuweisung an Freiwillige Gewinnreserve Vortrag auf neue Rechnung

2017 259 30'521 30'780 30'780

2016 355 62'903 63'259 – 63'259

–30'000 780

–63'000 259

Aufwendungen des Kulturprozents (in 1000 Franken) Kulturelles Bildung Soziales Freizeit und Sport Wirtschaftspolitik Anteilmässige Verwaltungskosten/ Rückstellungen Total 0,5 % des massgebenden Umsatzes Auflösung/(Zuweisung) Reserve Kulturprozent Vortrag aus Vorperioden Reserve Kulturprozent nach Gewinnverwendung

2'134 10'077 979 2'757 250 810

2'269 10'001 880 2'028 462 1'309

17'007 15'496 –

16'948 15'608 –

– –

– –


MIGROS-WELT | MM20, 14.5.2018  57

Jahresrechnung 2017

Bericht der Revisionsstelle Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Genossenschaft ­Migros Aare, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung und Anhang für das am 31. Dezember 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Verantwortung der Verwaltung Die Verwaltung ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung ­beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesent­ lichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist die Verwaltung für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungs­ legungsmethoden sowie für die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Urteil über die ­Jahres­rechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem ­schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von w ­ esentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der ­Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen ­entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamt­ darstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungs­ urteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten. Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss ­Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbarten ­Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss Vorgaben der Verwaltung ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahres­ rechnung existiert. Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinns dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht, und wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

Bern, 23. Februar 2018 PricewaterhouseCoopers AG Rodolfo Gerber Revisionsexperte Leitender Revisor

Marc Zurflüh Revisionsexperte


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Leben MM20

Umfrage

Ekeln Sie sich vor Würmern und Schnecken? Nein, die Tiere sind ebenfalls Teil der Natur.

43 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Seit der Grosse (7) in der 1. Klasse ist, erhält er einen Franken ­Sackgeld pro Woche. Lange war ihm der Inhalt seines Spar­ schweinchens absolut wurst. Dann aber zählt er eines Tages sein Geld, ­zusammen mit dem Nonno. Und seit es Panini-Bildchen zu kaufen gibt, wird das Sparschwein dünner und dünner. Mit 1 bis 5 Franken spaziert er zum Quartierladen und kommt strahlend mit Fussballbildchen zurück. Manchmal geht er auch mit Freunden, und sie kaufen Bildli oder eine Flasche Coca-Cola, die sie teilen. Nun will der Grosse einem Freund 5 Franken für einen schwedi­ schen Spieler zahlen. Ich rechne ihm vor, dass er mit 5 Franken ­ 25 Bildli kaufen könnte. Er kontert: «Mir ists egal, ob ich in meinem Sparschweinchen nur noch Fr. 42.50 habe.» – Und jetzt? 1   Ab sofort gilt die Regel: Pro Tag darf er höchstens 2 Franken ausgeben. 2   Bei Investitionen ab 5 Franken haben wir Eltern ein Vetorecht. 3   Das Sackgeld gehört dem Grossen, entsprechend frei soll er es

33 %

Im Gegtenteil: Ich liebe diese Tierchen!

14 % Und wie! Gärtnern kostet mich Überwindung.

10 % 293 Abstimmende

ausgeben können.

Eine Umfrage von

Antwort 3: Sollte sein Erspartes bis zu Beginn der WM aufgebraucht sein, wäre das nicht weiter schlimm. So lernt er, wie schnell man Geld ausgeben kann. Dennoch werde ich ihm bei unbedachten Ausgaben meine Meinung mitteilen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Sparschwein

Ein bisschen schon. Man gewöhnt sich aber daran.


62â&#x20AC;&#x201A; MM20, 14.5.2018 | LEBEN

Familienmodelle

Ungeschlagen: das klassische Modell Im Jahr 2016 waren in der Schweiz folgende Familienmodelle vertreten*:

73,6%

Sogenannte Erstfamilien. Also verheiratete heterosexuelle Paare mit gemeinsamen Kindern

15%

Einelternhaushalte

5,8%

Sogenannte Konsensualpaare und Erstfamilien. Also Konkubinatspaare mit Kindern

3,1%

Patchworkfamilien (Fortsetzungsfamilien genannt) mit Trauschein

2,4% Patchworkfamilien ohne Trauschein

0,1%

Regenbogenfamilien, also gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern *Haushalte mit Kindern unter 25 Jahren Quelle: Bundesamt fĂźr Statistik


LEBEN | MM20, 14.5.2018  63

Schicken Sie uns Ihr Familienporträt Wie Sie mitmachen können, lesen Sie auf Seite 67 Internationaler Tag der Familie

So geht Familie Mutter, Vater, Kinder – so wurde Familie einstmals definiert. Heute gibt es zahlreiche weitere Modelle, in denen Erwachsene und Kinder zusammenleben. Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai stellen wir einige von ihnen vor – getreu dem diesjährigen Motto «Familien und integrierende Gesellschaften».

Texte: Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Kian Ramezani, Reto Vogt, Michael West  Bilder: Désirée Good

Patricia (links) und Ivonne Max mit ihren Söhnen Adrian und Julian (rechts) sowie Familienhund Moritz.

Regenbogenfamilie

Überall nur Wohlwollen Der grösste Unterschied zwischen einer Regenbogenfamilie und dem klassischen Modell mit Mutter und Vater? Ganz klar die Bürokratie, fin­ den Patricia (50) und Ivonne Max (43). «Viele Computersysteme sind auf zwei Mütter oder Väter schlicht nicht aus­ gerichtet», erklärt die Sozialarbeiterin Patricia Max, «es braucht dann immer aufwendige Sonderlösungen.» Am Willen der Behörden mangle es jedoch nie. «Sie sind immer bemüht, uns zu helfen.» Auch sonst stossen die beiden Frauen mit ihren Söhnen Julian (8) und Adrian (5) rundherum nur auf Wohlwollen und sind bestens inte­griert, in ihrem Wohnquartier in Luzern ebenso wie in ihren Jobs. «Natürlich stellt sich bei Neubegeg­ nungen immer wieder die Frage:

Sage ich es? Wie sage ich es?», erklärt die Hebamme Ivonne Max. «Wenn ich bei den Geburtsvorbereitungskursen vor mehreren Heteropaaren sitze und mich vorstelle, erwähne ich, dass ich zwei Kinder habe, mehr nicht.» Werde dann später nach ihrem Mann gefragt, sage sie aber schon, dass sie eine Frau habe. «Einige geben sich damit zu­ frieden, andere stellen Fragen, die mir fast zu intim sind», sagt sie. «Ich frage ja bei Heteros auch nicht nach, wie der Zeugungsmoment ganz genau ablief.» Massgeblich daran beteiligt war ein guter Heterofreund von Ivonne Max, der sein Sperma zur Verfügung stellte. Da die Frauen damals ihren ­Lebensmittelpunkt offiziell noch in Deutschland hatten, wurden sie als gleichberechtigte Elternteile aner­ kannt. Dies taten nach einigem Hin

und Her auch die Schweizer Behörden, obwohl die Stiefkindadoption hier erst seit Anfang des Jahres möglich ist. «Ein grosser Schritt vorwärts», findet Patricia Max, «aber gleichgestellt sind wir erst mit der Ehe für alle. Ich hoffe, dass es da endlich vorwärtsgeht.» Und wie erleben die Kinder ihre ­ungewöhnliche Familienkonstel­la­ tion? Auf die Frage, ob sie ab und zu bei seinen Freunden ein Thema ist, überlegt Julian kurz: «Nein, eigentlich nicht.» Er sei deswegen auch noch nie gehänselt worden. Und Adrian hat nach einem gemeinsamen Nachtessen mit der Nachbarsfamilie seine Mütter irritiert gefragt, warum denn seine Gspänli «nur eine Mutter» haben. «Wir erklärten ihm dann, dass ja dafür ein Vater da sei», erzählt Ivonne Max, «das hat ihn dann beruhigt.»


64  MM20, 14.5.2018 | LEBEN Family first

Klassisches Rollenmodell Für Jacqueline und Corsin Riatsch (beide 29) kommt die Familie zuerst. Sie pflegen einen regen Austausch mit ihren Geschwistern, Eltern, Grosseltern, Onkel und Tanten. Zum engen Kreis gehören mehr als 20 Menschen. Noch bevor die beiden überhaupt über eine eigene Familie nachgedacht hatten, heirateten sie im Sommer 2014. «Wir sind halt noch ein bisschen ‹alte Schule›», sagt Jac­queline Riatsch. Ihr und ­ihrem Mann ist wichtig, dass alle Familienmitglieder den gleichen Nachnamen tragen.

Alte Schule: Vor der Familiengründung heirateten Corsin und Jacqueline Riatsch.

Auch die Rollenverteilung ist klassisch. Obwohl

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Jacqueline Riatsch mit einem 20-Prozent-Pensum im ­Geschäft ihrer Eltern und ­zudem als selbständige Babyfoto­grafin im Spital ­Einsiedeln SZ viel arbeitet, obliegt ihr auch die Haushaltsführung. Ihr Mann ­unterstützt sie zwar, wo er kann, aber «ich muss ihn ab und zu schon um Hilfe ­bitten», so Jacqueline. Sein V ­ ollzeitpensum reduzieren kann Corsin Riatsch derzeit nicht, das lassen der Beruf und die Führungs­ver­ ant­wortung nicht zu. Seinen «Daddy-Tag» mit Selina (zehn Monate) und Laurina (2) hat der R ­ evierförster jetzt samstags, wenn J­ acqueline arbeitet.


LEBEN | MM20, 14.5.2018  65

Zwei Menschen, drei Generationen

Grosi und Mami Herminia Entringer (57) hat viele Schicksalsschläge erlitten: Ihr erster Ehemann war eine Katastrophe, ihre Tochter verstarb jung, und durch die Wirtschaftskrise in ihrer venezolanischen Heimat verlor sie Hab und Gut. Heute lebt sie in Ehrendingen bei ­Baden AG zusammen mit ihrem Enkel ­Kenneth (12). Oder soll man sagen mit ihrem Sohn? Denn für den Kleinen ist sie einfach Mami. Herminia ist seine Grossmutter und seit dem Tod der Tochter auch seine Mutter. «Papa» sei sie auch ein bisschen, da Ken­ neths Vater keine Alimente bezahle und sie Geld verdienen ­müsse. «Aber ich erfülle meine Aufgabe mit viel Liebe und Geduld», sagt Herminia. Kenneths leibliche Mutter ist sehr präsent, auf Fotos und in Gedanken. Er sagt zwar, er erinnere sich nicht. Als sie starb, war er nicht einmal zwei. Herminia glaubt dennoch, dass der Kleine ein Andenken an sie mitgenommen hat: «Meine Tochter hörte während der Schwangerschaft oft Musik, und einmal an einem Festival begann Kenneth plötzlich zu weinen. Ich bin sicher, er erkannte die Musik wieder.» Herminia hadert nicht mit ihrem Schicksal, dazu fehlt ihr schlicht die Zeit: «Dass es Kenneth gut geht, ist das Wichtigste in meinem Leben.» Die beiden unterhalten sich abwechselnd auf Spanisch und auf Deutsch. Wenn er nach Hause kommt und Hausaufgaben machen sollte, eher in der Muttersprache. Manchmal spürt sie, dass er auf die Pubertät zugeht und ihr mehr ab­ verlangt. Dafür hilft er schon im Haushalt. «Am Samstag stehe ich vor Mami auf und mache das Frühstück», sagt Kenneth. Auf sein Mami ist er stolz: «Meine Klassen­ kameraden hätten auch gerne ein so cooles Mami wie ich, sie ist immer da und für alles bereit.»

Herminia Entringer lebt mit ihrem ­Enkel Kenneth in Ehrendingen bei Baden AG. Für ihn ist sie ganz selbst­verständlich das Mami.


66  MM20, 14.5.2018 | LEBEN

Patchworkfamilie

Zwei plus zwei gleich acht «Zurbuchen Zanini Ferreira Mazzini» steht auf dem Klingelschild der Genossenschaftswohnung in Zürich. Hier lebt nicht eine WG, sondern eine Patchwork­ familie: Claudia Zurbuchen (40) und ihr Part­ ner Sandro Zanini (46) mit Lua (13), Leon (12), Luiz (8), Miro (7), Mattia (4) und Elia (1). Vor zehn Jahren lernten Claudia und Sandro sich auf e ­ inem Kinderspielplatz kennen. Sie war mit ihrer Tochter Lua da, er mit seinem Sohn Leon. Rasch war klar: Sie wollten zusammen sein und gemeinsame Kinder. Entstanden ist eine bunte, lebendige Grossfamilie. Ihr Alltag hats in sich: Ausgeklügelte Wochenpläne sind nötig, denn beide Eltern sind berufstätig, die kleineren Kinder ­besuchen Krippe und Hort. Leon geht in Wettingen AG, dem Wohnort seiner Mutter, zur Schule, verbringt einen Teil der Woche und jedes zweite Wochen­ende dort. «Wir arrangieren unser Fami­lienleben um die beiden Ältesten herum», sagt Sandro Zanini. Das geht nur, weil b ­ eide selbständig erwerbend sind: er als Landschaftsgärtner, sie als Shiat­su- und Körpertherapeutin. Dass an den grösseren beiden Kindern noch Expartner und weitere Kinder hängen, macht die Organisation nicht leichter, beson­ ders bei der Ferienplanung. Oft schwappen schwie­rige Lebensphasen, Todesfälle, Ausland­reisen der erweiterten Familie in die Patchworkfamilie hinein. Hie und da muss über Alimentenzahlungen diskutiert werden. Die Bereicherungen überwiegen klar: Hat der temperamentvolle Sandro keine Geduld für die Hausaufgaben mit Leon, übernimmt die ­gelassene Claudia. Manch­mal versteht Sandro die Launen seiner Stieftoch­ ter Lua besser als die Mutter. Mattia und Miro vermissen Leon oft: «Wir möchten ihn lieber immer hier haben.» Leon geniesst allerdings in Wettingen sein eigenes Zimmer und s­ eine Freunde. Das Patchwork­dasein ist kein Thema für Sandro und Claudia. Eher diskutieren sie mit anderen Eltern über die Herausforde­ rungen einer Grossfamilie als über deren Konstella­tion. Sandro Zanini räumt ein: «Wenn ich mit allen Kindern allein unterwegs bin, machen die Leute manchmal schon Stielaugen». In ihren Gesichtern liest er dann die Frage «Kann der das?». Und manchmal hört er sie fragen: «Sind das ­alles Ihre?» Seine einfache Antwort ist ja.


LEBEN | MM20, 14.5.2018  67

Alle unter einen Hut zu bringen ist anspruchsvoll: Mutter Claudia mit Lua, Part­ ner Sandro mit Elia und (v. l.) Miro, Mattia (grünes Shirt) Luiz (vorn) mit Leon (sitzend)

Familie

Weitere Modelle Neben den hier vorgestellten Familienformen gibt es auch: Adoptivfamilien ­Eltern mit nicht leib­ lichen, adoptierten ­Kindern oder mit ad­ optierten Stiefkindern. 2015 wurden in der Schweiz 329 Kinder ­adoptiert. Im Jahr 2000 waren es noch 800.

Innig verbunden: Mit ­ihren beiden ­Kindern meistert ­Natalia Perego das Leben als allein­ erziehende Mutter. Alleinerziehende Mutter

Alltag als Hürdenlauf Die Kinder von Natalia Perego wirken fröhlich, offen und zutraulich: Der sechsjährige Enrique zeigt jedem Besucher seine Panini-Sammlung und seine Spielzeug­autos. Im Kindergarten gilt der Bub als echter Sonnenschein; er ist nie schlechter Laune und begrüsst am Morgen alle ­Kinder. Die dreijährige Gloria zeichnet viel und freut sich, wenn man sich für ihre Bilder interessiert. Es ist kaum zu glauben, dass die Mutter und ihre beiden Kinder eine Katastrophe hinter sich haben: Vor eineinhalb Jahren trennte sich Natalia Perego von ihrem Mann. «Ich hatte zuvor lange um die Beziehung gerungen», erzählt die 34-jährige Luzernerin. «Schliesslich wurde mir klar, dass es uns allen nach einer Trennung besser gehen würde.» Ihr Mann ging in sein Herkunftsland Deutschland zurück und verschwand damit praktisch aus dem Leben der Familie. «Organisatorisch gleicht mein Alltag nun ­einem Hürdenlauf», sagt Perego. Ihr Mann leistet keine Unterhaltszahlungen; das Geld wird ihr von der Stadt ­Luzern als Vorschuss ausgezahlt. Noch grösser ist eine ­andere Herausforderung: Perego ist zu 60 Prozent als ­Stationsmitarbeiterin bei der Pilatusbahn beschäftigt. Ihre ­Eltern verbringen einen Teil des Jahres in Ecuador. Zum Glück hat die alleinerziehende Mutter aber viele Freunde, die fürs Kinderhüten einspringen können. Vielleicht hat die ­offene Art von Enrique und Gloria gerade damit zu tun, dass sie sich an vielen Orten w ­ illkommen fühlen.   MM

Pflegefamilien­ Gemäss Schätzungen von Familienleben.ch ­leben in der Schweiz 150 000 Pflegekinder bei Verwandten, die nicht die Eltern sind, oder in nichtverwandten Fami­lien. Wahlfamilien Menschen, die zusammenfinden, um verwandtschaftsähnliche Verhältnisse zu leben: nicht verwandte Erwachsene und Kinder, WG-Bewohner, die ­familiäre Strukturen ­leben, sogenannte ­Leihgrossmütter und -väter, die sich tageoder stundenweise um Kinder kümmern, ohne deren leibliche Gross­ eltern zu sein – viele ­finden im Gegenzug ­Familienanschluss.

Machen Sie mit!

Gesucht: Familienfotos Das Migros-Magazin will die ganze Familienvielfalt der Schweiz zeigen. Machen Sie mit und laden Sie Ihr ­Fami­lienbild auf ­Migmag.ch/familyday hoch. Mit etwas Glück erscheint Ihre Familie in ein paar Wochen im ­Migros-Magazin. www.migmag.ch/familyday


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flug* mit Booten zum Donaudurchbruch und dem Kloster Weltenburg. 3. Tag Nürnberg Rundfahrt/-gang* durch Frankens Metropole. Nachmittags freie Zeit. 4. Tag Bamberg Besichtigung* der alten fränkischen Kaiser- und Bischofsstadt. 5. Tag Würzburg Besichtigung* der kulturell bedeutsamen Barockstadt. 6. Tag Wertheim–Miltenberg Morgens Rundgang* durch die reizvolle Altstadt und Besuch des Glasmuseums. In Miltenberg Rundgang* durch die «Perle des Mains». 7. Tag Flusstag Gemütliche Schifffahrt und Erholung an Bord. 8. Tag Strasbourg Nachmittags Rundfahrt/-gang* durch die pulsierende Hauptstadt des Elsass. 9. Tag Basel Ausschiffung nach dem Frühstück und individuelle Heimreise.

zur Burg Eltz. Weiterfahrt. Rundgang* durch die mittelalterliche Stadt und Weindegustation an Bord. 4. Tag Luxemburg Ausflug* nach Luxemburg. Nach dem Mittagessen fährt das Schiff weiter und erreicht gegen Abend Trier. 5. Tag Trier–Bernkastel Rundfahrt/-gang* durch Trier. Schifffahrt durch die herrliche Mosellandschaft. 6. Tag Bernkastel– Cochem Rundgang* durch die Altstadt von Bernkastel. Weiterfahrt nach Cochem. Vortrag der ehemaligen Winzerkönigin des Moseltals über die Weinregion mit Weinprobe (inkl.). Ankunft in Cochem. Rundgang* durch das historische Zentrum. 7. Tag Koblenz Rundgang* durch Koblenz mit anschliessender Weinprobe. Schifffahrt entlang dem schönen «Romantischen Rhein». 8. Tag Schwarzwald Vormittags gemütliche Schifffahrt. Ab Gambsheim Ausflug* in den Schwarzwald. In Kehl kommen die Ausflugsteilnehmer wieder an Bord. 9. Tag Basel Ausschiffung nach dem Frühstück und individuelle Heimreise.

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LEBEN | MM20, 14.5.2018  69

Stadt, Land, Stutz

Schlaf, Landei, schlaf ...

Illustration: Rinah Lang

Neulich abends ging ich ins Bett. Das ist an sich nicht speziell, ich gehe jeden Abend irgendwann ins Bett. Doch an diesem beging ich einen blöden Fehler. Ich dachte beim Zähneputzen: Hoffentlich kann ich heute gut einschlafen. Ich hatte einen vollen Tag vor mir mit Sitzungen, Textabgaben und Abendplänen. Eigentlich logisch: früh einschlafen = mehr Schlaf = fit am nächsten Tag. Doch mir fiel fast die Zahnbürste aus der Hand wegen meiner Dummheit, so etwas zu denken.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Jedes Kind weiss: Einmal gedacht, bringst du den Gedanken nicht mehr los. Und er verunmöglicht genau das, was er aussagt. Du liegst unter der Bettdecke und denkst: Hoffentlich kann ich heute gut einschlafen. Das wäre jetzt schono blöd, wenn das nicht ginge. Wegen der Sitzungen, der Textabgaben und der Abendpläne. Ja, das alles wäre wirklich nicht zu schaffen, wenn ich nicht genau jetzt

einschliefe. Während du das denkst, drehst du dich fünfmal von links nach rechts und wieder zurück. Bis du irgendwann ernüchtert feststellst: Ich kann heute nicht gut einschlafen. So war es auch an diesem Abend. Ich wartete auf den Schlaf, während ich mich darüber aufregte, dass er nicht kam. Und so liess er natürlich noch länger auf sich warten. Die Kirchturmuhr schlug Mitternacht. Dann 0.15. Dann 0.30. Dann 0.45. Und bei jeder verdammten vergangenen Viertelstunde dachte ich: schon wieder nicht eingeschlafen. Irgendwann zwischen 1.15 und 1.30 kam ich auf die Theorie, dass Städter sehr viel ausgeschlafener sein müssen als Landbewohner. Denn im Dorf ist die Chance, dass du in der Nähe einer Kirche wohnst, um einiges grösser als in der Stadt. Wie schön muss es sein, nicht im Viertelstundentakt an dein Elend vom nächsten Tag erinnert zu werden. MM

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70  MM20, 14.5.2018 | LEBEN

Ein blühendes Rapsfeld ist ein Augenschmaus – und ein Festmahl für Bienen.

Gesundheit

Rapsöl Ein spezielles Korn Das HOLL-Raps­öl ist sehr hitze­ beständig und ­eignet sich zum Braten und Frittieren. Es wird aus ­einer speziell gezüch­teten Rapssorte hergestellt, die das Öl sehr ­hitzestabil macht. Regional und ­naturnah Herkömmliches Schweizer Rapsöl hat eine goldgelbe Farbe und ein mildes Aroma. Es stammt meist aus natur­naher Landwirtschaft. Für das gute Gewissen Das Biorapsöl aus ökologisch ­angebauten ­Rohstoffen wird durch kalte Pressung gewonnen und schmeckt ­besonders kräftig.

Die Zeiten, als Rapsöl ungeniessbar war, sind längst vorbei. Heute ist es eine gute Alternative zu Olivenöl. Das Öl aus einheimischem Gewächs ist wertvoll für die Gesundheit – und geschätzt wegen des nussigen Geschmacks. Text: Robert Bossart

G

eht es um Speiseöl, sind die Vorzüge des Olivenöls längst bekannt – besonders in der mediterranen Küche. Das verdankt es vor allem seinen gesundheitsfördernden und geschmacklichen Eigenschaften. Immer häufiger greift man hierzulande aber auch auf ein einheimisches Produkt mit ­ähnlichen Eigenschaften ­zurück: Rapsöl. Die Ölpflanze ist im Schweizer Mittelland immer häufiger anzutreffen. Während der Blütezeit im April und Mai sind die leuchtend gelben ­Blütenteppiche unübersehbar. «Rapsöl liegt im Trend», sagt Stephan Scheuner vom Verein Schweizer Rapsöl. Und PierreYves Perrin vom Schweizerischen Getreideproduzenten­ verband bestätigt: «Seit den 1980er-Jahren haben sich die

Anbauflächen in der Schweiz verdoppelt.» Zurzeit wird auf 25 000 Hektaren Raps angebaut, das entspricht etwa 35 000 Fussball­feldern. Der Marktanteil des Rapsöls beträgt rund 25 Prozent ­(Olivenöl: rund 10 Prozent). Die Fettsäuren machen es aus

Entscheidend für diesen Trend dürften die gesundheitlichen Aspekte sein. «Rapsöl enthält ­viele ungesättigte Fettsäuren aus beiden Gruppen: einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte», sagt Stephanie Baumgartner, Leiterin des Studiengangs Ernährung und Diätetik an der Fernfachhochschule Schweiz. Ungesättigte Fettsäuren h ­ aben generell einen positiven Einfluss auf die Balance der Blutfette. Da der Körper die mehrfach un­gesättigten Fettsäuren der

Omega-6- und Omega-3­- Gruppe nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die N ­ ahrung aufgenommen werden. Dabei ist es wichtig, dass man sie in ­einem optimalen Verhältnis konsumiert. Rapsöl enthält diese gute Mischung an mehrfach un­ge­sättigten Fettsäuren: «Das Ver­hält­nis von Omega-6zu Omega-­3-Fettsäuren ist sehr günstig und kann im Zusammenhang mit anderen Nahrungsmitteln ausgleichend wirken», so Baumgartner. Aber auch in Sachen Geschmack kann das Rapsöl punkten. Das raf­ finierte, herkömm­liche Öl hat eine zarte Note, während das kaltgepresste kräftig schmeckt. Für die mediterrane Küche sei Olivenöl hervorragend geeignet, sagt Stephanie Baumgartner, und zur Schweizer Esskultur

Bilder: Stephan Torre/Keystone, iStockphoto

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LEBEN | MM20, 14.5.2018  71

Prag passe Raps­öl perfekt. Es sei etwa eine gute Basis für Salatsaucen und eigne sich bestens zum Andünsten von Karotten oder ­Kefen. «Für mich ist es eine hervorragende ­Alternative zum ­Olivenöl.» Einst als Lampenöl verwendet

Ein weiterer Vorzug ist die Herkunft: Rapsöl wächst quasi vor der Haustür. Wird es richtig angebaut, hält sich auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Grenzen. «Raps ist in der Fruchtfolge integriert», sagt Pierre-Yves Perrin. Das heisst: Auf einem Landstück wird es höchstens alle vier Jahre angebaut. Damit ver­ ringert sich die Gefahr, dass sich Erreger von Pilzkrank­ heiten einnisten können. Für Insekten hingegen – allen voran für die Bienen – ist ein Rapsfeld ein Festmahl. Interessant ist der Blick in die Geschichte der Ölpflanze. Raps gab es nie in der freien Natur – er ist eine Kreuzung aus Kohl und Rüben. Ursprünglich stammt er aus dem östlichen Mittelmeerraum; von da gelangte er durch die Römer zu uns in den Norden. Allerdings gab es zunächst ein gravierendes Problem: Weil Rapsöl die gesundheitsschädliche bittere Erucasäure und die für Tiere giftigen Glu­ cosinolate enthielt, war es bis in die 1970er-Jahre als Lebensmittel unbrauchbar. Stattdes-

sen wurde es unter anderem als Lampenöl verwendet. Grund: Durch Züchtungen liessen sich die Mängel innerhalb eines Jahrzehnts beheben. Inzwischen gibt es rund 6500 Rapsproduzenten in der Schweiz. Sie bauen hauptsächlich Winterraps an, der im August ausgesät wird. Mitte Juli ist Erntezeit. Rund 85 000 Tonnen Rapskörner gelangen in die Ölwerke. Der Ölanteil beträgt rund 40 Prozent; der Rest, der sogenannte Rapsschrot, findet Verwendung als Tierfutter. Rapsöl wird auf zwei Arten gewonnen: Entweder wird das Öl durch Kaltpressung me­chanisch gepresst – dieses Verfahren wird auf dem Etikett ausgewiesen. Oder das Öl wird gepresst und raffiniert und dabei jeweils erhitzt. Bei der Herstellung von Schweizer Rapsöl werden keine chemischen Verfahren eingesetzt. Rapsöl ist auch bei Veganern beliebt. Als Butter­ersatz eignet es sich etwa gut zum ­Backen. Beliebte Speiseöle

Neben Rapsöl liegen auch Lein- und Schwarzkümmelöl im Trend. Leinöl hat einen sehr hohen Anteil an Omega3-­Fettsäuren und gilt darum als besonders gesund. Es ist intensiv im ­Geschmack und e­ rinnert an frisch geschnittenes Gras. Beliebt ist zum ­Beispiel Sprossensalat mit Leinöl. MM

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Haltbarkeit: Kaltgepresstes Rapsöl sollte, sobald es geöffnet wurde, im Kühlschrank auf­ bewahrt werden. Raffiniertes Raps­öl ist nach dem Öffnen drei bis sechs Monate lang haltbar.

Kombinierbarkeit: Klassisches ­Rapsöl ist ein guter Geschmacks­ träger und deshalb ideal für ­gemischte Saucen mit Senf oder Zwiebeln. Auch mit Olivenöl lässt es sich gut kom­binieren.

Empfohlene Tagesdosis: Zwei knappe Esslöffel Rapsöl ­decken den Bedarf an wert-­ vollen Omega-3-Fettsäuren und zudem zwei Drittel des Vitamin-E-Bedarfs.

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LEBEN | MM20, 14.5.2018  73

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Soll man jetzt eine Festhypothek abschliessen?

Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht noch keinen Grund für

(Schweizweite Durchschnittswerte) 5%

Zins Festhypothek 5 Jahre Zins Libor-Hypothek (Zinsfixierung 3 Monate, Laufzeit 5 Jahre)

4%

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8 201

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3 201

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200

9

0% 8

Unter dem neuen Chef Jerome Powell hat die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins im März um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent angehoben. Zudem kündigte das Fed weitere Zinserhöhungen an. Wir rechnen 2018 mit noch drei Leitzinsanhebungen. In Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) zwar noch keine Zinsschritte vorgenommen, sondern nur leichte Veränderungen bei ihren Anleihekäufen. Aber das nahende Ende des Programms zur Quantitativen Lockerung der Geldpolitik (QE-Programm) wird langfristigen EuroZinsen einen leichten Aufwärtsschub verleihen. Leitzinserhöhungen vor Ende des QE-Programms erachten wir indes als unwahrscheinlich.

Entwicklung der Hypothekarzinsen

200

Der Zinsanstieg hat begonnen. In den USA und in Europa haben die langfristigen Zinsen 2018 angezogen. Selbst Schweizer Bundesanleihen (Eidgenossen) mit zehnjähriger Laufzeit werden nach Jahren im Negativbereich wieder über der Nullprozentschwelle gehandelt. Treibende Kraft hinter dem Renditeanstieg sind vorab gute Konjunkturperspektiven.

Quellen: Reuters, SNB

eine rasche Abkehr von ihrer Geldpolitik. Sie hält den Leitzins tief und dürfte ihn erst nach der EZB anheben – frühestens Anfang 2019. Für lange Laufzeiten sind die Zinsen bereits gestiegen; dieses Jahr dürften sie noch 25 Basispunkte zulegen. Analog ziehen die Zinsen für Festhypotheken an. So erscheint risikoscheuen Kreditnehmern die Zeit für

den Abschluss einer Festhypothek günstig. Der Zinsaufschlag gegenüber Libor-Hypotheken ist zurzeit noch gering, nimmt im Umfeld steigender Langfristzinsen jedoch zu. Risikofreudigere Hauskäufer haben noch keinen Handlungsbedarf: Die Kosten für Libor-Hypotheken bleiben vorerst unverändert und werden erst 2019 allmählich ansteigen. MM

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74  MM20, 14.5.2018 | LEBEN

Kinder

Zeit der Glücksbringer Marienkäfer gelten als Vorboten schöner Ereignisse. Ob es stimmt oder nicht:

Es ist spannend, wie sie sich vom Ei über die Larve und Puppe zum Insekt entwickeln. Text: Andrea Fischer-Schulthess  Bilder: Bunterhund.ch

Feinde

Der grösste Feind ist der Asiatische Marien­ käfer. Man hat ihn unter anderem in die Schweiz gebracht, damit er ­an­dere Insekten frisst. ­Leider verdrängt er jetzt den Siebenpunkt-­ Marienkäfer immer mehr.

Die Vögel fressen die Larven. Ausgewachsene Käfer lassen sie wegen des Gifts meist in Ruhe.

Die MarienkäferBrackwespe legt ihre Eier in den Käfer, wo sie schlüpfen und ihn von innen her auffressen.

Der Mensch sprüht Insektenvertilgungsmittel, die Marienkäfer töten. Weitere Infos: Eidgenös-

sische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft: www.wsl.ch

Im Frühling legt ein ­Marienkäferweibchen rund 400 Eier auf Blätter mit Blattläusen.

Es gibt mehr als 6000 Arten von Marienkäfern. Der bekannteste ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Im Frühling legen die Weibchen etwa 400 Eier auf Blätter mit Blattläusen. Denn davon ernähren sich Marienkäferlarven. Die Larven sehen ganz anders aus als erwachsene Käfer. Viele Menschen finden sie hässlich und wissen nicht, dass sie keine

I­ nsektenart sind, sondern Kinder der Marienkäfer. Ihr grosser Hunger auf Blattläuse ist auch einer der Gründe dafür, dass Larven bei Gärtnern­ beliebt sind. Wenn sie genug gefressen haben, werden sie zu Puppen. In der Hülle bildet sich ein fertiger Marienkäfer, der nach ein, zwei Monaten schlüpft. Marienkäfer gelten übrigens als Glücksbringer. Der Name kommt

von der Erzählung, dass die heilige Maria sie geschickt habe, um den Menschen gegen die Schädlinge zu helfen. Wenn du die Entwicklung von den Eiern bis zu den Käfern miterleben willst, kannst du dir im Internet eine Marienkäferzucht bestellen. Nach ein paar Wochen hast du eigene Käferchen, die du auf deinen Pflanzen aussetzen kannst.  MM


LEBEN | MM20, 14.5.2018  75

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Entwicklung des Fussballs: ein Interview und Videos

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Ihr Kids seht etwas Rundes am Boden herumliegen, kickt es an und beginnt zu spielen. Man kann gar nicht anders, oder? Den Drang verspürten Menschen schon immer, über alle Kulturen hinweg: Ein Schweizer Junge in Afrika hat mir erzählt, dass er und Freunde mit Fussbällen aus Bananenblättern spielen. Aber du fragst sicher nach dem modernen Fussball: Er wurde von Engländern erfunden.

4700 Jahren ( je nach Quelle) im «Cuju»-Spiel mit dem Fuss nach Bällen getreten haben. Auch an adeligen japanischen Höfen gab es einst eine Art Fussballspiel. Ebenso jagten Spieler in Mittelamerika vor rund 3000 Jahren schon Bällen nach. Und bei den Olmeken in Mexiko hat man die Verlierer am Ende des Spiels manchmal geopfert. Wie brutal ist das denn!? Auch im «Calcio storico», der vor 1000 Jahren in Florenz gespielt wurde, ging es übrigens sehr grob zu und her.

Es ist aber belegt, dass bereits die Chinesen vor ungefähr 4000 bis

Die Kicker im mittelalterlichen Europa haben gefoult ohne Ende. Darum erstellten die Engländer 1863 die ersten offiziellen Fussballregeln. Bereits einige Jahre zuvor hatten sie den ersten Fussball­ verein gegründet, den FC Sheffield. Auch die Schweiz spielte eine Vorreiterrolle: Erste Fussballklubs entstanden bereits 1860, der Trend wurde von hier aus in die umliegenden Länder exportiert.  MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

* Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

HUGOS REISEQUIZ

Rä tselsp ass

Die Lilibiggs reisen leidenschaftlich gerne: Hugo fotografiert, Tobi erfährt viel Lustiges von den Tieren und Blumen und Nina saugt alles Wissenswerte auf. Zur Erinnerung bringen sie von jeder Reise das Landeswappen mit. Weisst du, welches Land zu welchem Wappen gehört?

MÄRCHEN IM KOPF

Nina hat zu viele Märchen gelesen und jetzt ein riesiges Durcheinander. Hilf ihr, die Gedanken wieder zu ordnen. Verbinde die zusammengehörenden Symbole. Immer zwei Symbole gehören zu einem der untenstehenden Märchen.

1. Frau Holle 2. Rotkäppchen

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B

G

H

J

C

G

A

1. Schweiz 2. Grossbritannien 3. Deutschland 4. Frankreich B 5. Kanada 6. Italien 7. Australien 8. Südafrika 9. USA 10. Brasilien

E

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.5.2018, 24 Uhr

Auflösung Nr. 19

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Gewinner Nr. 18 Hauptpreis: Erika Merker, Lenzburg AG; Nina Bur, Itingen BL; Margrit Marti, Frauenfeld; David Wyss-Währer, Hilterfingen BE; Wolfgang Powils, Grüningen ZH Zusatzpreis: Carmen Schafroth, Balsthal SO; Yvonne Schütz, Bremgarten AG; Ines Schäublin, Binningen BL; Hilda Lehmann, Niederösch BE; Reto Reber, Siebnen SZ

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM20, 14.5.2018  81

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Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wonach kann man in der Not hoffentlich greifen? B Schachtelhalm

N Trinkhalm

D Strohhalm

2. Eine Arbeitsgruppe mit vielen erstklassigen Wissenschaftlern ist … besetzt. I

O hochkarätig

hochstämmig

R hochtrabend

3. Bei welchem Berg treffen sich die Grenzen der Kantone SG, AI und AR? L

A Pizol

Wildstrubel

K Säntis

4. Nach welchem Fussballer ist der Flughafen von Madeira benannt? U Cristiano Ronaldo

P Lionel Messi

I

Francesco Totti

Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.5.2018, 24 Uhr

5. Wie viele Medaillen holte sich die Schweizer Delegation an der Olympiade 2018? D 7

F

M 15

10

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Womit werden die Instrumente einer Musikgruppe gleich hoch gestimmt? U Zielton

E

A Generalton

Kammerton

7. Wenn die grosse Zehe die längste aller Zehen ist, spricht man von einer … N ägyptischen Fussform

S

lateinischen Fussform

R russischen Fussform

Auflösung Nr. 19: ZUGERSEE

D Jammer

Gewinner Nr. 18: Klaus Jenni, Safnern BE; Brigitta Zellweger, Bremgarten AG; Barbara Siegentaler, Matten b. Interlaken BE

8. Wie heisst eine der handelsüblichen Avocado-Sorten? G Sensibel

T

Hass

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

ANTRE T EN ASCHGRAU ES R S die I V E Sie DFüllen I S O Nin A R RWörter Hzehn ORARE O NRätselgitter Hdas ESTEN E UDas Nein. AHSEGEL RLösungswort aus E E I S E E R sich Sergibt den Buchstaben SPR I NGER SS I G R E Feldern SinT den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

2 5 3

R 4

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 19: ZEBRA

5 5

1

ANTRE T EN ASCHGRAU D I VERSES HARR I SON HONORARE NEUESTEN RAHSEGE L SEERE I SE SPR I NGER STRESS I G

Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer 2 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post):3 Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich R Internet www.migrosmagazin.ch/1 wettbewerbe 4

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.5.2018, 24 Uhr

2 1 Gewinner Nr. 18: Daniel Henseler, Bubikon ZH; Karin Keller, Basel; Gabriela Lanz, Dübendorf ZH

3

4

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

5


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LEBEN | MM20, 14.5.2018  83

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 19: 425

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 18: Juliane Martin, Prilly VD; Verena Strässle, Stachen TG; Marianne Jäggi, Abtwil SG; Jon Schuringa, Thalwil ZH; Sibylle Imlig, Horgen ZH

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.5.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 2 1 Schluss sollen alle Inseln 2 4 miteinander verbunden 2 2 sein. Verboten: Kreuzungen, 1 3 3 diagonale Brücken und 3 mehr als zwei Linien.

4

Auflösung Nr. 19:

5 1

2 3 3

1

3

4

3 2

3

4

2 2

4 1

3

2

2

2 3

Auflösung Nr. 19: 3

3

3

3 3

2

2

4 2

3

2 3

4 2

1

2

2

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2 4

2 1

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2018-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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86  MM20, 14.5.2018 | LEBEN

Meine Welt

«Als Influencer bin ich viel unterwegs»

Einst war er «Bachelor» – jetzt tourt Rafael Beutl als Model und Moderator durch die Welt. Für die Komödie «Ladys Night» macht der gebürtige Emmentaler bis Mitte Juni Station auf der Theaterbühne in Zürich. Text: Lisa Stutz Bilder: Paolo Dutto 1

Mein Schrank «Ich besitze ihn seit 2002 – damals war ich ein Rockertyp und bemalte ihn schwarz. Seither habe ich ihn mehrmals umgestylt. Ich bin 14 Mal mit ihm umge­zogen, deshalb hat er für mich einen grossen Wert.»


LEBEN | MM20, 14.5.2018  87

1 Mein Lieblingsplatz «Es gibt für mich nichts Schöneres in Zürich als den Sechse­läutenplatz am Bellevue. Hier treffe ich mich mit Freunden. Meine anderen Wohlfühlorte befinden sich in meiner Heimat, im Emmental.» 2 Mein Schmuck «Den Ring an meinem Finger habe ich selber designt. Er steht für die Liebe. Schmuckdesign ist e ­ ins meiner grössten Hobbys. Es ist schwierig, coolen Männerschmuck zu finden. Deshalb fertige ich eigenen.»­ 2

3 Mein «Bachelor»-Anzug «Diesen Anzug trug ich im ‹Bachelor›-Finale in

3

Name Rafael Beutl (32) Sternzeichen Waage Lebenslauf «Aufgewachsen bin ich in Affoltern im Emmental. Ich habe Zimmermann gelernt und mich danach zum Fitnesscoach ausbilden lassen. 2010 meldete mein Onkel mich für die Mister-Schweiz-Wahl an – damit kam alles ins Rollen. Ich wurde Dritter und hatte von da an einen Model­vertrag. Ich konnte gut davon leben. 2014 war ich ‹Der Bachelor› auf 3+. Damit bin ich so richtig bekannt geworden. Seither bin ich Influencer und arbeite als Moderator. Mit meiner Auserwählten beim ‹Bachelor› hat es nicht geklappt, dafür bin ich mit Mimi Jäger zusammengekommen. Sie ist eine ehemalige Freestyle-Skifahrerin. Im vergangenen Jahr ist unser Sohn Louie auf die Welt gekommen. Wir wohnen in Dübendorf ZH.»

4

Sansibar. Mit ihm schloss ich eine sehr intensive Zeit ab, die mein Leben prägte. Deshalb bedeutet er mir bis heute viel.»

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6

Bilder: Christian Knecht, Migros-Genossenschafts-Bund

4 Mein Projekt «Zurzeit stehe ich mit der Komödie ‹Ladys Night› auf der ­Theaterbühne am Hechtplatz. Die Proben waren intensiv. Als Influencer bin ich oft unterwegs; es ist mal was anderes, längere Zeit in der Schweiz zu bleiben.»

Mein Lieblingsprodukt «Die Wiener Waffeln mag ich sehr. Ansonsten kaufe ich vor ­allem Gemüse und Früchte ein. Auch den Kult-Eistee mag ich. Ach, ich kann mich nicht entscheiden.»

5 Meine Familie «Mimi (35) ist das beste Mami, das ich mir für meinen Sohn Louie (1) wünschen kann. Der Kleine steckt mich jeden Tag mit seiner Freude an – auch wenn mir die grosse Verantwortung als Vater auch Angst einjagt. Hund Benji macht die Familie komplett.» 6 Mein Sport «Ich liebe das Joggen. Es verschafft mir einen Ausgleich. Ich kann dabei vieles verarbeiten und meine Gedanken ordnen.» MM


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