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Migros magazin 20 2017 d vs

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM20, 15.5.2017 | www.migrosmagazin.ch

Was hilft, wenn der Rücken schmerzt? Seite 90

Onlinedating

Für Arethy und Patrick begann alles online – ein Dossier über das Verlieben Seite 7 So gelingt das perfekte Steak Bild: Sophie Stieger

Seite 49

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4 | MM20, 15.5.2017

N Editorial

Digital angebandelt

Not macht erfinderisch. Noch bis vor Kurzem dachten sich Frischverliebte oft eine Geschichte dazu aus, wie sie sich kennengelernt hatten. Die Wahrheit – «im Internet» – durfte schliesslich weder der Freundeskreis noch jemand aus dem Büro erfahren, also einigte sich das Paar wahlweise auf Kino, Turnverein, Ferien oder den Klassiker: «im Ausgang».

Obwohl es Onlinedating schon seit der Geburtsstunde des Internets und damit Jahre vor Parship oder Tinder gibt, haftete der digitalen Partnersuche lange etwas Anrüchiges an. Dabei sind die Vorteile gegenüber der analogen Herangehensweise frappant: Es braucht nicht besonders viel Mut, jemanden anzusprechen (höchstens viel Geld, die Branche setzt jährlich über 40 Millionen Franken um). Anbandeln lässt sich bequem in der Halbzeitpause eines Fussballspiels, und das bei mehreren potenziellen Partnerinnen oder Partnern gleichzeitig. Nicht nur ich habe davon profitiert – meine Tinder-Frau Claudia und ich sind stolze Eltern von Zwillingen –, über eine Million Schweizerinnen und Schweizer nutzen Onlinedatingplattformen. Das Vorurteil, Onlinedating sei oberflächlich, ist nicht haltbar – Gespräche in einer Bar morgens um zwei sind nicht tiefgründiger. Höchstens das Argument der fehlenden Romantik sticht: Ausgeklügelte Computeralgorithmen versuchen Menschen zusammenzubringen, die statistisch am besten zusammenpassen. Doch ein Geheimrezept für eine dauerhafte Beziehung ist auch das nicht: Die Scheidungsraten steigen stetig. Womöglich spielt es gar keine Rolle, wie und wo sich zwei Menschen kennenlernen. Wichtig ist, dass man sich liebt, respektiert und zueinandersteht – egal, ob nachher noch Tinder pusht oder einen fremde Augen anlachen. Den grossen Themen Liebe und Onlinedating widmet das MigrosMagazin im Wonnemonat Mai ein ganzes Dossier. Sie finden es ab Seite 7. Wir sind gespannt auf Ihre Reaktionen! Reto Vogt, Ressortleiter Online reto.vogt@migrosmedien.ch

Dossier Dating 8 Onlinedating mit Erfolg

Acht Paare berichten, wie sie ihr Liebesglück gefunden haben

31 Liebe nach Algorithmus Sind digitale Profile zuverlässiger als analoge Kontakte?

17 Liebe in Zahlen und Fakten

33 Top im Singlemarkt

19 Bänz Friedli

Desirée Osborne kann sich vor Anfragen kaum erwehren

20 Kontaktanzeigen

Partnersuche im Wandel der Zeit

34 Gegensätzliche Paare Das passiert nur in der analogen Welt: Wenn es zwischen unterschiedlichen Menschen funkt

23 Datingmarkt Das Geschäft mit der Liebe boomt

38 Spätzünder in der Liebe Wolfram Huke hatte erst mit 31

über eine Liebesgeschichte, wie sie nur das (digitale) Leben schreibt

24 Die «Matchmakerin»

Die Psychologin Lisa Fischbach über den Alltag der Partnersuche

8

zum ersten Mal eine Beziehung


MM20, 15.5.2017 | 5

«Viele sind im Flirten nicht mehr geübt» Lisa Fischbach Psychologin und Forschungsleiterin bei Elitepartner

Migros-Welt

76 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

41 Leserforum

Leben

47 Adieu, Heizöl Estavayer Lait SA nimmt

eine Holzheizung in Betrieb – die grösste in der Schweiz 49 Migusto

Von zartrosa bis richtig gut durchgebraten: So gelingt ein Steak ganz nach Gusto 65 Gold-Fruchtsäfte Das Label Fairtrade Max Havelaar garantiert für Früchte aus fairem Handel

24

66 Aha!-Brot

So oder so glutenfrei: Fertigbrot und Mehlmischung 69 Aha!-Soja

Grosse Vielfalt für die vegane und laktosefreie Küche 71 Yogos-Joghurt

Bilder: Sophie Stieger, Michael Sieber, Christine Benz, Ephraim Bieri; Illustration: Pia Bublies

Die neue Sommersorte sorgt für fruchtig-frische Momente 72 Von uns. Von hier.

Jost Zentner stellt die Qualität der Rahmglace-Lutscher sicher 75 Forum elle 60 Jahre Engagement für

die Anliegen der Frauen

85 Kolumne «1, 2 oder 3?»

Was tun, wenn der Grosse dem Kleinen die wilde Lockenpracht stutzen will? 86 Lust auf Schrebergarten

Esther Amberg zählt zu den Städtern, die ihre Freude am Schrebern entdeckt haben 90 Gesundheit

Bei akuten Rückenschmerzen gilt vor allem eins: möglichst in Bewegung bleiben 95 Kinder

Das hat die Natur ganz schön schlau eingerichtet: das Gift von Kreuzotter und Aspisviper 99 Migros-Bank Trendwende bei Geldanlagen: Libor oder Festhypothek? 101 Glücksgriff « Meet and Greet»: Tickets für

die Schlagernacht zu gewinnen 103 Rätsel/Impressum 110 Meine Welt

Eine der besten Schweizer Comedians: Lisa Catena

110 M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

49

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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DATING | MM20, 15.5.2017 | 7

Dossier Dating

Mitten ins Herz

Früher gab es nur die Kontaktanzeigen in den Zeitungen. Heute gestaltet sich die aktive Suche nach der grossen Liebe vielfältiger: Kuppelshows, Onlinedating, Partnervermittlung. In diesem Dossier berichten wir über glückliche Paare, Singles auf der Suche und einen Mann, der von Onlinedating nichts hält – eine Ausgabe mit viel Herz! Illustration: Pia Bublies


8 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Datingplattformen

Sprungbrett ins Glück

Sie haben sich über Plattformen wie eDarling, Tinder oder Purplemoon gefunden. Acht Paare erzählen von ihren Erwartungen, Erfahrungen und den Happy Ends. Texte: Monica Müller, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Anne-Sophie Keller Bilder: Sophie Stieger

E

Illustration: Pia Bublies

s war einmal in einer Bar. Sie stand am Tresen, er sass an einem Tisch. Sie sahen sich, lächelten – und mussten sich entscheiden. Wegschauen, weiterlächeln oder ansprechen? Heute machen über eine Million Schweizerinnen und Schweizer diesen Schritt vom Sofa zu Hause aus. Sie erstellen ein Profil bei einer Partnervermittlung und schauen sich Kandidaten an, die ausgeklügelten Algorithmen zufolge möglichst gut zu ihnen passen. Oder sie wischen Bild um Bild potenzieller Mister oder Misses Rights auf ihrem Handy weg, bis jemand sie optisch anspricht. Über Chats oder per Mail können sie mehr über den anderen erfahren und im geschützten virtuellen Raum entscheiden, ob es sich lohnen könnte, den Menschen hinter dem Profil oder Bild live zu treffen. Dann zeigt sich, ob die Realität mit den Erwartungen

mithalten kann. Die organisierte Partner­ suche wirft ein Netz ins Meer der Möglich­ keiten. «Einige können mit der grossen Auswahl online nicht umgehen», sagt Lisa Fischbach im Interview (Seite 24). Dennoch glaubt die Paartherapeutin nicht, dass die Menschen oberflächlicher geworden sind. «80 Prozent sehnen sich nach einer festen Partnerschaft.» Auf unterschiedlichem Weg ans Ziel

Das zeigen auch die Geschichten der folgenden Paare. Patrick Lampe und Arethy Pushparaj waren eigentlich nicht auf die grosse Liebe aus, und doch fanden sie sie über Tinder. Adrian Haggenmacher wollte bei «Bauer ledig, sucht...» Werbung für seinen Hof machen – warb dann aber um Nadja Jenny. Andrea Meier wurde auf Parship ein Dutzend Mal enttäuscht, bis sie ihren Ralf fand.


DATING | MM20, 15.5.2017 | 9

Im Video: Das liebe ich an ihr/ihm

www.migmag.ch/ paare

Tinder

Richtig erwischt

Sie skypen jeden Tag zwei, drei Stunden lang: Patrick Lampe (29) und Arethy Pushparaj (27) machen das Beste aus ihrer Fernbeziehung.

Sie hatten beide keine grossen Erwartungen ans erste Date. Patrick Lampe (29) war frisch getrennt, zurück in Zürich nach einer längeren Reise und auf Jobsuche. Arethy Pushparaj (27) wollte mit Tinder einfach neue Leute kennenlernen. Sie war sogar zu faul, zu ihrem Profilbild eine Beschreibung hinzuzufügen. «Eigentlich ein DatingNö» für den gebürtigen Kölner. Doch als Arethy auf ihrem Handy Foto um Foto nach links wegwischte (Tinder für «Leider nein»), blieb sie beim Bild von Patrick hängen. Er sah sympathisch aus und tanzte gern zu Dancehall. Sie wischte nach rechts. Er auch. Als sie sich am Bahnhof Kloten ZH suchten, dachte sie: «Hoffentlich ist er nicht hässlich.» Und er: «Hoffentlich taucht sie auf.» Sie fanden sich, waren einander auf Anhieb sympathisch und spazierten los. Auf der ersten freien Bank blieben sie fünf Stunden sitzen – so gut plauderte es sich. Schlechtes Timing

In den nächsten neun Tagen sahen sie sich vier Mal. Ihre SMS wurden flirtig. Beiden war klar: Sie mögen sich sehr. Genau dann bekam Patrick die Zusage für den Job in Berlin, den er sich so gewünscht hatte. Sie überlegten beide, was sie machen wollten. Der Kopf sah Probleme, dem Herz war das egal. Seit bald einem Jahr sind Patrick und Arethy nun ein Paar. Sie sehen sich alle zwei Wochen, mal in Berlin, mal in Zürich. Jeden Tag skypen sie zwei, drei Stunden lang. «Wären wir räumlich nicht getrennt, würden wir kaum so viel miteinander reden», sagt Arethy. «Wir sind uns so vertraut und verstehen uns so gut. Das schätzen und feiern wir», sagt Patrick. Dennoch wünschen sie sich einen gemeinsamen Alltag. Arethy hat ihr Psychologiestudium abgeschlossen und sucht einen Job in Berlin. Sollte sie ihre Traumstelle in der Schweiz finden, würde er seine aufgeben. «Hauptsache, wir sind zusammen.»


10 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Bauer, ledig, sucht...

Richtig gefunkt hat es Backstage

Andrea Meier (37) und Ralf Meier (39) erwarten ihr zweites Kind. Parship

Jahrelange Suche Für Andrea Meier (37) war schon immer klar: Sie wollte einmal Kinder. Als sie 30 wurde, war aber weit und breit kein geeigneter Partner in Sicht. Darum ging die Büroangestellte im Internet auf die Suche. Die Aargauerin verabredete sich während eineinhalb Jahren mit rund einem Dutzend Männer. Gefunkt hat es aber nie – bis ihr Parship vor vier Jahren den Unternehmer Ralf Meier (39) aus Marthalen ZH vorschlug. Die beiden hatten 108 Matchingpunkte auf einer Skala von 60 bis 140. «Zuerst wollte ich ihm gar nicht schreiben, weil ich aus Erfahrung wusste, dass sich die Zürcher mit Aargauerinnen schwertun», erzählt Andrea Meier. Sie tat es dann doch, musste sich aber gedulden. Denn Ralf war damals im Beruf und Vereinsleben stark engagiert. Zudem war er zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr so motiviert: «Ich war eher enttäuscht von den Frauen, die ich bisher kennengelernt hatte. Nicht alle hatten ihr Profil wahrheitsgetreu ausgefüllt.» Die beiden verabredeten sich zum Pizzaessen und verstanden sich prächtig. Beim dritten Date klärten sie die Kinderfrage, und drei Monate nach dem Kennenlernen zog Andrea, die damals noch Viazzoli hiess, zu Ralf: «Beim Zusammenleben lernt man sich am besten kennen.» Heute wohnt das Paar in Hallau SH, hat mit Quirin einen knapp zweijährigen Sohn, ein zweites Kind ist unterwegs.

Anfang 2016 wurde Adrian Haggenmacher (33) für die Kuppelshow «Bauer, ledig, sucht...» angemeldet. Bis heute weiss er nicht von wem. Aus dem Singlemann wurde innerhalb kurzer Zeit ein «Bauer, liiert, fand». Die Ausgangslage war zunächst wenig romantisch: «Ich wollte nicht unbedingt die Frau fürs Leben finden. Die Sendung war für mich eine Plattform, um mit meinem Hof das Image einer modernen Landwirtschaft vermitteln zu können. Viele denken ja, wir seien alle etwas hinterwäldlerisch», sagt der junge Mann aus Meilen ZH. Im Mai 2016 kam Christa Rigozzi, Ex-MissSchweiz und Moderatorin der Kuppelshow, mit Briefen von möglichen Partnerinnen vorbei. Darunter war auch das Profil von Nadja Jenny (33). Die alleinerziehende Pflegehelferin ist auf dem Land aufgewachsen und wusste schon immer, dass sie sich einmal einen Bauern angeln will. Mutter und Tante entdeckten Adrian im Fernsehen und fanden: «Der wäre doch ein guter Schwiegersohn.» Nadja lacht: «Ich fand ihn auch nicht übel – und bis jetzt gehorcht er!» Die Funken sprühten schon bald während der Dreharbeiten, doch wirkliche Zweisamkeit war durch die ständige Anwesenheit von Kameramann, Tontechniker, Regisseurin und Assistentin schwierig. «Wirklich kennen­ gelernt haben wir uns hinter der Kamera», sagt Adrian. Seine Entscheidung war bald getroffen, und bereits im Dezember zog Nadja zusammen mit ihrer Tochter auf Adrians Hof. Unten im Dorf wurde die Geschichte rege mitverfolgt, viele freuen sich mit dem jungen Paar.

Adrian Haggenmacher (33) und Nadja Jenny (33) möchten die Show einst mit den Enkeln schauen.

Aus 400 Kandidatinnen suchte sich Sven Fröhlich (50) schliesslich Claudia Fröhlich (51) aus.


DATING | MM20, 15.5.2017 | 11

Single der Woche

Illustration: Pia Bublies

Fast hätten sie sich verpasst «Es war eine geniale Zeit», sagt Sven Fröhlich (50), wenn er an den Herbst 2005 zurückdenkt. 400 Mails, Briefe und Sprachnachrichten trafen damals bei ihm ein, nachdem er im Migros-Magazin als «Single der Woche» erschienen war. Der Berliner, neu und etwas einsam in der Schweiz, verliebte sich gleich ins dritte Date. Doch im Dezember 2006 war die neue Flamme bereits wieder passé. Also zückte Fröhlich eine weitere Zuschrift, die ihn beeindruckt hatte, die einer gewissen Claudia Lämmli, Bündnerin in Zürich. «Sie hätte ich als Viertes treffen wollen», sagt Fröhlich. Er sandte Claudia eine Nachricht. Um ein Haar wäre er zu spät gekommen, denn Claudia wollte den Zeitungsartikel mit dem Singleporträt gerade entsorgen, als

sich Sven bei ihr meldete. Ein paar SMS, und drei Wochen später trafen sich die beiden. Sofort war alles klar. «Wir blieben gleich den ganzen Abend zusammen», sagt Claudia Fröhlich (51). Sven Fröhlich erinnert sich: «Ich wusste vom ersten Moment an, dass ich mit ihr zusammensein wollte.» Allerdings hatte er neben der Partnerin auch gerade den Job verloren und ging ausserdem an Krücken. «Ich war sehr deprimiert», sagt Sven Fröhlich. Er bat Claudia um Geduld. «Dann, fürchte ich, quatschte ich den ganzen Abend von meiner letzten Beziehung.» Frau gefunden, Rebberg gesucht

Claudia Lämmli konnte das nicht abschrecken. Sie hatte ein paar kürzere unverbindliche Beziehungen hinter sich und merkte:

Sven meint es ernst. Bereits im Februar sprach er von einer Reise nach Prag im Oktober. «Mit mir?», fragte sie. Und er antwortete: «Mit wem denn sonst?» Seit sechs Jahren sind Claudia und Sven Fröhlich verheiratet. Er hat inzwischen die Ausbildung zum Winzer abgeschlossen und ist auf der Suche nach einem eigenen Rebberg, um sich selbständig zu machen. Seine Frau ist Inhaberin einer Sprachschule in Zürich. Jeden Abend treffen sich die Eheleute zu Hause in Jenins GR. Wo auf Sven ein Weingut wartet, weiss der Himmel. Im Tessin, Wallis, in Neuseeland? Klar ist: Die Fröhlichs bleiben zusammen. «Zum Auskundschaften wären ein paar Monate Ausland okay», sagt er, «aber länger will ich nicht von Claudia getrennt sein.»


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 13

Singlemitkind

Ohne Kinder geht gar nicht

Peter Hiltebrand (73) und Ruth Gehriger (68) schätzen einander und die Zeit für sich.

eDarling

Durchklicken wider Willen

Illustration: Pia Bublies

Ruth Gehriger (68) wollte eigentlich nichts mit dieser Daterei online zu tun haben. Das Profil, das ihre Schwieger­ tochter und eine Freundin für sie auf eDarling angelegt hatten, fand sie eher ärgerlich. Widerwillig klickte sie sich durch das Angebot und blieb bei Peter Hiltebrand (73) hängen. Es imponierte ihr, wie direkt und ungeschminkt er sich vorstellte. «Ich hatte ja nichts zu verbergen», sagt er. Sie mailten und stellten einander je drei Fragen. An eine können sie sich noch erinnern: «Darf ich Sie zum Abendessen einladen?», fragte er. «Ich komme nicht zum Znacht, die Runzeln muss man sich am Tag ansehen», antwortete sie. «1:0 für Sie», schrieb er zurück und dachte: «Die ist frech und bodenständig, das gefällt mir.» Beim ersten Date landete sie im Pool

Sie trafen sich zum Mittagessen bei ihr im Garten. «Ich lasse doch keinen Fremden einfach so in mein Haus», sagt sie. Beim diesem ersten Treffen schmiss er sie plötzlich mit den Klei­

dern in den Pool – und beide lachten. «Ich bin eher einer ohne Hemmun­ gen», sagt er. Sie mags unkompliziert. Seit fünf Jahren sind Ruth Gehriger und Peter Hiltebrand ein Paar und le­ ben «nur halb zusammen». Sie wohnt in Hinwil ZH, er in Bachenbülach ZH. Sie will keinen, der ihr auf die Pelle rückt. In 15 Jahren als Single hat sie sich daran gewöhnt, Zeit für sich zu haben, und möchte nicht darauf ver­ zichten. Der Gründer der Plattform «Rent a Rentner» schätzt Freiraum ebenso. Noch immer macht er Ein­ sätze als Stromer und ist Bassist in einer Blaskapelle. «Wir hatten beide Familie und ein Geschäft», sagt die zweifache Gross­ mutter. Der dreifache Grossvater er­ gänzt: Das intensive Leben haben wir hinter uns. Jetzt mache er keine Saltos mehr, es müsse einfach nur noch passen. Wenn sie sich am Mittwoch oder am Wochenende sehen, grillieren sie eine Wurst, trinken ein Bier dazu und diskutieren. «Von Mann zu Mann», sagt Hiltebrand. Und meint das als Kompliment.

Der Immobilienmakler Tobias von Monkiewitsch (44) und die Zahnärztin Jacqueline Schmelzer (48) aus Winter­ thur haben «Altlasten»: Sie sind ge­ schieden und haben je zwei Kinder im Primarschulalter. Darum haben sie sich für die Plattform Singlemitkind.ch entschieden: «Für mich war klar, mein künftiger Partner muss auch Kinder haben, damit er nachvollziehen kann, dass meine Töchter immer an erster Stelle kommen», sagt Jacqueline. Tobias hatte sich vor dem Date mit Jacqueline bereits mit zwölf Frauen getroffen und wollte schon aufgeben. Dann entdeckte er im Januar 2015 Jacquelines Profil. «Sie hatte ein Foto im Taucheranzug und nassen Haaren gepostet und sah darauf sehr natürlich aus», erinnert sich Tobias. Gefal­ len habe ihm auch, dass sie musikalisch ist. Er spielt Cello, sie Klavier. Jacqueline war erst unschlüssig. Der Altersunterschied von vier Jahren schreckte sie ab. Dann traf sie sich doch kurz mit dem «Jüngling». Zum Kennenlernen gewährte sie ihm eine Stunde Zeit zwischen Zahnarztpraxis und Tanzkurs. Danach sei er sich ziem­ lich sicher gewesen: «Die ist es!» Heute sind die beiden ein glückliches Paar und leben im selben Haushalt mit zwei und manchmal vier Kindern.

Tobias von Monkiewitsch (44) und Jacqueline Schmelzer (48) sind glücklich.


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 15

Partnervermittlung mit Herz

Eine Sache mit Feingefühl

Illustration: Pia Bublies

Janka (42) und Matthias Reimmann (38) aus Winterthur haben beide ein Handicap: Die gelernte Büroangestellte ist praktisch blind, der Schreiner hat einen Gendefekt und darum bloss drei Finger an jeder Hand. Die beiden haben sich 2014 über die Agentur Partnervermittlung mit Herz kennengelernt, die – nicht nur, aber auch – Menschen mit körper­ licher Behinderung und anderen Handicaps vermittelt. Die Agentur nimmt Neukunden nach einem per­ sönlichen Gespräch in ihre Kartei auf und berät die Singles individuell. So ging die Vermittlerin im Fall von Matthias geschickt vor: Sie schlug ihm ein Treffen mit Janka erst vor, als diese bereits Infos über Matthias erhalten hatte und sich an ihm interessiert zeigte, was Matthias mit einem guten Gefühl an das erste Date gehen liess. Janka konnte ihm nach drei Treffen aber noch nichts versprechen und wollte ihn nicht von weiteren Dates abhalten. Aber Matthias hatte sich bereits verliebt und blieb Janka treu: «Entweder sagt man Ja oder Nein. Dazwischen gibt es nichts.» Dass es bei Janka dann doch noch gefunkt hat, ist ihrem Kater Mogli zu verdanken. Er wurde krank und musste ins Tierspital. Matthias stand bereit und eroberte mit seinem selbstlosen Einsatz das Herz von Janka.

Janka Reimmann (42) und Matthias Reimmann (38) mit Hund Django.

Sarah Musio (29, links) sagte gleich ja!, als Melanie Musio (27) ihr einen Antrag machte. Purplemoon

Dating am selben Ufer Melanie Musio (29) war am Anfang ihrer Coming­out­Phase, Sarah Musio (27) wagte ihre ersten Schritte auf Datingseiten. «Man lernt selten einfach so jemanden vom selben Ufer kennen», sagt Sarah. Und so begegneten sie sich vor fünf Jahren auf Purplemoon erst virtuell. Melanie schaute sich Sarahs Profil an, Sarah schickte Melanie die Notiz «Du wirkst sympathisch». Sie begannen, sich zu schreiben. Spontan lud Sarah Melanie fürs erste Date zur Fasnacht nach Merenschwand AG ein. Bald schon bereute sie ihren Mut. Kaum jemand wusste in ihrem Heimatdorf, dass sie lesbisch ist. Sie trafen sich beim Bahnhof Hardbrücke in Zürich. Melanie lief Sarah mit we­ henden Haaren entgegen. Als sie sich mit drei Küsschen begrüssten, dachte Sarah: «Sie riecht so gut.» Melanies Herz klopfte. Später feierten sie an der Fasnacht die Nacht durch und brunch­ ten schliesslich mit Sarahs Familie.

Nach dem dritten Date wollte die Informatikerin von der Pflegefachfrau wissen: «Versuchen wir es zusammen?» – «Ja!», sagte Sarah. «Sie hätte mir ruhig noch etwas länger den Hof machen können», findet Sarah rück­ blickend. «Hey, ich bin auch eine Frau», kontert Melanie. «Ich konnte endlich Ich sein», erzählt Melanie von der ers­ ten Zeit zu zweit. Nach eineinhalb Jah­ ren zogen sie zusammen. Im November 2013 überraschte Melanie ihre Sarah mit einem Verlobungsring. Das Herz rutschte Melanie in die Hose, und sie vergass, was sie eigentlich sagen wollte. «Zum Glück hat sie sofort Ja gesagt.» Im Mai 2015 liessen sie ihre Partner­ schaft eintragen und feierten «richtig klassisch»: Sarah im weissen Kleid, Melanie im Anzug. Melanie sang ein selbst komponiertes Lied für Sarah. «Wir sind kitschig», sagen sie – und lachen. Es sei schön, «meine Frau» sagen zu können. MM


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 17

Die meisten Menschen küssen rechts herum, neigen also den Kopf auf die rechte Seite beim Küssen. Frauen haben dabei zu 92 Prozent die Augen geschlossen, während etwa die Hälfte der Männer gern sieht, was im Gesicht der Geküssten vorgeht.

Beim Küssen werden die Lippen mit einem Druck zwischen 0,5 und 15 Kilogramm aufeinandergepresst.

Lus

ä ge s : r h c S t i ge s u n d Je älter die Partner sind,

wenn sie heiraten, und je länger sie vor der Ehe zusammen waren, desto besser stehen ihre Chancen, dass die Sache hält.

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schlu

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Der US-Forscher John Gottmann hat gezeigt, dass eine Beziehung glücklich ist, wenn auf fünf positive Interaktionen zwischen den Partnern eine einzige negative kommt. Mit dieser Regel lässt sich in mehr als 90 Prozent aller Fälle korrekt vorhersagen, ob ein Paar sich trennen wird oder nicht.

Neun von zehn Menschen heiraten jemanden, der nur bis zu 30 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt geboren wurde.

75 Prozent der plötzlichen Todesfälle beim Sex geschehen bei amourösen ausserehelichen Abenteuern.

Illustration: Pia Bublies / Quelle: Neon/Stern, Focus, Spiegel und SRF

Im Durchschnitt geben Schweizer Paare für eine Hochzeit um die 25 000 Franken aus.

e e b b e e LLi i a r e edm h T e m d u a Pzf Menschen zwischen 56 und 65 Jahren sind in Deutschland sexuell aktiver als die unter 25.

Der italienische Ernährungsexperte Bruno Fabbri hat ausgerechnet, dass man bei 26 Minuten Sex mit Orgasmus eine halbe Pizza verbrennt – also rund 300 Kalorien.


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1. Tag, Sonntag - Bern, Lötschberger & der Wein des Lago Maggiore Fahrt im komfortablen Extrabus nach Bern. Hier starten wir unsere wunderbare Reise mit einem geführten Altstadtbummel rund um den Bundesplatz und erfahren dabei allerhand Interessantes. Danach steht am Berner Hauptbahnhof der Panoramazug des Lötschbergers für uns zum Einsteigen bereit. Über die legendäre Lötschberg Bergstrecke führt die Fahrt durch das wildromantische Kandertal ins Wallis, wo uns die atemberaubenden Südrampenviadukte und traumhafte Ausblicke ins Rhonetal erwarten – fantastisch! Durch den Simplontunnel und die unberührten Naturlandschaften auf der italienischen Seite erreichen wir schliesslich Domodossola. Hier wartet unser Bus und bringt uns zu einer bekannten Weinkellerei am Lago Maggiore, wo wir noch ein paar feine Tropfen der Region verkosten. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Montag – Como - Monte Brunate - Lido di Jesolo Nach dem ausgiebigen Frühstück fahren wir heute morgen nach Como. Der schöne Hafen voller luxuriöser Jachten sowie die gemütliche Altstadt mit den hübschen Cafés laden zu einem Bummel ein. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung geht es mit der nostalgischen Standseilbahn auf den Monte Brunate, den Hausberg von Como. Halten Sie Ihren Fotoapparat bereit, nach der Auffahrt werden wir mit einem fantastischem Ausblick auf die Stadt und den tiefgrünen Comersee belohnt. Danach Weiterfahrt

nach Lido di Jesolo. Vor dem Nachtessen bleibt noch etwas Zeit für einen Bummel entlang der Strandpromenade. 3. Tag, Dienstag – Venedig & der Markusplatz Am Morgen fahren wir zum Bootsanleger Punta Sabbioni, von wo uns eine herrliche Bootsfahrt direkt zum Markusplatz, dem wohl bekanntesten Platz der Welt, bringt. Bei einer tollen Stadtführung werden uns dann die Höhepunkte der auf 118 kleinen Inseln erbaute und von 100 Kanälen durchzogene Stadt der Superlative gezeigt. Der Nachmittag bleibt zur freien Verfügung für eigene Entdeckungstouren. Am frühen Abend Rückfahrt per Boot und Bus zu unserem Hotel. 4. Tag, Mittwoch – Murano & Burano Heute können Sie entweder einen schönen Tag am Strand verbringen oder Sie unternehmen mit uns einen tollen Bootsausflug durch die venezianischen Lagune (fakultativ & inbegriffen). Dabei schauen wir auf der Insel Murano, auf der ganzen Welt für die Glasherstellung bekannt, einem Glasbläser über die Schultern und bewundern die bunten Häuser sowie die weltberühmten Spitzenstickereien in Burano. Unser Ausflug endet wiederum am Markusplatz, wo Ihnen nochmals Zeit für eigene Entdeckungstouren bleibt. Am Abend erwartet uns das Hotel mit einem feinen Abschlussmenü. 5. Tag, Donnerstag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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Fr. 695.Leistungen - Alles schon dabei! ✓ Fahrt mit dem komfortablen Extrabus während der ganzen Reise ✓ 4 Übernachtungen in gehobenen Mittelklassehotels (1 x am Lago Maggiore und 3 x in Lido di Jesolo) ✓ 4 x Frühstücksbuffet & 4 x feines Nachtessen in den Hotels ✓ Geführter Altstadtbummel in Bern ✓ Fahrt im Panoramazug„Lötschberger“ von Bern nach Domodossola (über die Lötschberg Bergstrecke) ✓ Weinkellereibesichtigung inkl. Degustation im Raum Lago Maggiore ✓ Fahrt mit der Standseilbahn Como Monte Brunate – Como ✓ Interessante Stadtführung in Venedig ✓ Wunderschöne Schifffahrt durch die venezianische Lagune mit Besuch der Inseln Murano und Burano ✓ 3 x Bootstransfers (P.Sabbioni – Markusplatz/ Markusplatz-P.Sabbioni/Markusplatz – P. Sabbioni) ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

Wählen Sie Ihr Reisedatum: Reise a:

10.-14. September 2017

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in gehobenen Mittelklassehotels Fr. 695.Zuschläge / Abzüge: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 120.Abzug Halbtax Abonnement: Fr. 37.(für Schweizer Teil Lötschberger Strecke) Abzug General-Abonnement: Fr. 74.(für Schweizer Teil Lötschberger Strecke) Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Ein- und Aussteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, St. Gallen, Sargans, Thun, Winterthur oder Zürich


N

DATING | MM20, 15.5.2017 | 19

Bänz Friedli

Herzbube, chancenlos

Bild: Vera Hartmann

Nie im Leben hätte er – wir nennen ihn hier Res – sich im Web nach einer neuen Liebe umgeschaut. Der doch nicht! Kontaktfreudig und jovial, wie er ist. So oft, wie der unter die Leute kommt! Bei so vielen Frauen, wie er ihnen in seinem Berufsalltag begegnete …! Und überhaupt: Res sehnte sich in jener Zeit gar nicht nach einer Partnerin. Er hatte es gut unter einem Dach mit seinen bald erwachsenen Söhnen. Eine Männer-WG, sozusagen. Bis eines Tages einer der Söhne aus dem Haus eilte und ihm über die Schulter zurückrief: «Papa, kannst für mich weiter jassen?»

Bänz Friedli (52)

erzählt eine wahre Geschichte.

Weiter jassen? Im Internet, auf einer Site, wo Wildfremde mit Wildfremden in aller Welt das helvetische Kartenspiel pflegen: Schieber, Differenzler, Coiffeur, was auch immer. Res also setzte sich an den Computer seines Sohnes und spielte die angefangene Partie weiter. So etwas hatte er noch nie gemacht, und gegen die unbekannte Jasserin – Webname: Susann – hatte er keinen Stich. Auch im nächsten und übernächsten Spiel nicht. Der Nachmittag ging schon zur Neige, als Susann ihn in der Chatfunktion fragte, wie alt er eigentlich sei. «Meinst du jetzt mich oder ihn?», tippte Res ein. «Wie ‹ihn›?», kam es zurück. Und er musste sie aufklären, dass sie mit zwei verschiedenen Männern gejasst habe, mit einem Jüngling und mit ihm, dem mittelalterlichen Vater. Im Jassjargon: mit Bube und König.

Susann sass zu dieser Zeit in Ungarn, wo sie sich ein Haus gekauft hatte. Eine Weltenbummlerin. Zuvor hatte sie schon im Mittleren Westen der USA gelebt. Nur durchs Jassen blieb sie der Heimat verbunden. In den folgenden Wochen verabredeten sich die beiden immer öfter zum Jassen im Netz. Res erzählte seinem Sohn nichts davon. Auch nicht, dass in diesen Spielstunden immer weniger gejasst und immer mehr «geplaudert» wurde. Schriftlich, über viele tausend Kilometer hinweg. Bis die beiden sich in Prag trafen, und es war Liebe auf den … Nicht auf den ersten Blick, nein. Die Liebe war in diesem Fall schon vor dem ersten Blick entflammt. Dass Susann und Res an jenem Abend ein Doppelzimmer nehmen würden, lag auf der Hand. Seither sind viele Jahre vergangen. Susann und Res sind unzertrennlich. Sie zog zu ihm, fand einen Job, die Söhne sind längst ausgeflogen. Eben haben die beiden eine schöne neue Wohnung mit Sicht über die Stadt bezogen. Manchmal, abends, holt Susann die Jasskarten hervor. Res und sie setzen sich zu einem Spiel hin, trinken ein Glas Wein und lachen über sich selbst. Im Jassen hat er noch immer keinen Stich. MM Bänz Friedli live: 18. 5. Thun (ausverkauft), 19. 5. Burgdorf BE (ausverkauft), 20. 5. Bergdietikon AG

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Das Richtige tun

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Sayed Jamshidi (13) flüchtete ohne Eltern in die Schweiz


20 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Kontaktanzeigen

Geld oder Liebe? Das war keine Frage

Seit der ersten Kontaktanzeige 1695 in England haben sich Sinn und Stil dieser Form der Partnersuche stark gewandelt. Standen früher wirtschaftliche Motive im Vordergrund, geht es heute um Zuneigung, Glück und Spass. Text: Ralf Kaminski

D

Illustration: Pia Bublies

ie erste bekannte Kontaktanzeige der Welt wurde am 19. Juli 1695 in England im Landwirtschafts- und Handelsmagazin «Collection for the Improvement of Husbandry and Trade» veröffentlicht und war ausgesprochen unromantisch: «A Gentleman about 30 Years of Age, that says he has a Very Good Estate, would willingly Match Himself to some Young Gentlewoman, that has a Fortune of £ 3000 or thereabout.» Auf Deutsch: «Ein etwa 30-jähriger Herr, mit ansehnlichem Besitz, würde sich gerne mit einer jungen Dame vermählen, die über ein Vermögen von etwa 3000 Pfund verfügt.» So war das damals: Wirtschaftliche Interessen, Bildung und Status standen im Vordergrund. «Wünsche nach dem Einkom­ men des Partners wurden meist exakt an­ gegeben, von Frauen wie von Männern», hält Viola Riemann in ihrem Buch «Kontaktanzeigen im Wandel der Zeit» fest. Eine Verbindung musste «standesgemäss» sein. Wobei die männlichen Inserenten ihre eigenen äusserlichen Merkmale selten für erwähnenswert hielten, die der gewünschten Partnerin jedoch häufig ganz klar beschrieben. Zum Beispiel in einer Anzeige vom Mai 1750 im «Daily Advertiser»: «Wanted: Tall and graceful in her Person, more of the fine Woman than the pretty one … good Teeth, soft Lips, sweet Breath, with Eyes not matter what Colour so they are expressive... her bosom full, plump, firm and white …» Also: «Gesucht: Eine hochgewachsene und anmutige Person, eher vornehm als hübsch … gute Zähne, weiche Lippen, süsser Atem, ausdrucksvolle Augen egal welcher Farbe … ein voller, praller Busen, fest und weiss …»

Im deutschsprachigen Raum klang es ähnlich, aber dort wussten auch die Frauen, was sie wollten. Im wahrscheinlich ersten Heiratsinserat überhaupt am 8. Juli 1738 in den «Frankfurter Frag- und Anzeigen-Nachrichten» hiess es: «Ein honettes Frauenzimmer ledigen Standes, guter Gestalt, sucht … einen guten Doctor oder Advocaten ledigen Standes …, so groß und wohl aussieht.» Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die Kontakt- bzw. Heiratsanzeige richtig durch, es entstanden ganze Zeitungen, etwa der «Allgemeine Heirathstempel» oder das «Beamten-Heiratsblatt», in dem es nur Anzeigen von Beamten gab. Aber auch damals ging es noch immer ums Geld: «Ich suche einen Schwiegervater, der sich mit mir in Konfektion etabliert; bin 33 Jahre alt, bekannt als Reisender und Konfektionär …» Letzte Chance für Verzweifelte

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Idee der Liebesheirat auf. Und im 20. Jahrhundert begann sich der Fokus vollends zu verschieben: Im Nachgang der 1960er- und 1970erJahre gab es einen eigentlichen Wertewandel: Neue Partnerschaftsmodelle wurden entwickelt, Heiraten war kein Muss mehr, die Zahl der Scheidungen nahm zu, Frauen wurden wirtschaftlich unabhängiger. Charakter und persönliche Interessen standen im Fokus – und bald schon war Vergnügen wichtiger als Verantwortung. Dennoch galt die Kontaktanzeige noch bis in die 1980er-Jahre als quasi letzter Weg für Verzweifelte, die sonst niemanden finden. So richtig änderte sich das erst mit dem Aufkommen des Internets Mitte der

1990er-Jahre. Doch schon vorher fanden Kontaktanzeigen grosse Beachtung. In Deutschland gab 1993 fast die Hälfte der Bevölkerung an, Kontaktanzeigen zu lesen, wenn auch oft nur «aus Spass». Mit dem Internet und später den Smartphone-Apps explodierte das Angebot an Anzeigen und Portalen. Immer häufiger steht vor allem für Männer die Suche nach Sex und Spass im Vordergrund. Und es gibt immer mehr spezialisierte Angebote: Kontaktplattformen für Veganer, Bauern, Heavy-Metal-Fans, Hundeliebhaberinnen, Trump-Verehrer oder Christen. Das klingt dann zum Beispiel so: «Gesucht: Mann mit Potenzial. Wünschst Du Dir eine Frau an der Seite, um gemeinsam Christus nachzufolgen, ihm zu dienen, eine Ehe, die auf biblischen Prinzipien beruht, in der Respekt, sich gegenseitig unterstützen und fördern wichtig sind und in der auch Kind(er) einen Platz haben? … Bin 35-jährig, warmherzig, verständnisvoll, tiefgründig, habe Kinder gern. … Bist Du verantwortungsbewusst, gebildet, ausgeglichen, frei, konfliktfähig, kennst Deine Stärken und Schwächen, hast Tiefgang und Freude daran, im Leben geistlich und beruflich weiterzukommen? Dann würde ich mich über eine E-Mail von Dir sehr freuen.» Die Partnersuche im Internet ist inzwischen salonfähig geworden, hält Daniel Baltzer fest. Der Geschäftsführer der Plattform Singleboersen-vergleich.ch beobachtet die Schweizer OnlinedatingSzene seit 2005. Laut Baltzer nutzen heute jeden Monat über eine Million Schweizer Singles Onlineangebote bei der Partnersuche – und stehen auch dazu. MM


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2 Heiratsmarkt

Wie Ansprüche sich wandeln …

1

3

1

«Die Eltern einer jungen Frau, 21 Jahre alt, hübsch, gebildet und im Besitz von 4300 Franken pro Jahr, doch leider am Veitstanz leidend, bieten sie einem Arzt zwischen 40 und 45 Jahren, der sich auf­ opfernd um sie kümmert, als Ehefrau an.»

«Manchester Guardian», England, 1856

2

«Niederer Staatsbeamter, ledig, kath., 43 J., pensions­ berechtigt, wünscht sich mit gut kath. Mädchen, das kochen u. auch etwas nähen kann, mit Aussteuer u. etwas Vermögen, baldigst zu verehelichen.»

So hiess es am 7. März 1920 im Altöttinger «Liebfrauenboten». Die Annonce Karl Ratzingers beantwortete Maria Peintner. Die Eltern von Papst Benedikt XVI hatten zusammengefunden.

4

3

«Heim am Bodensee mit sorgsamer, verträglicher Hausfrau, Witwe eines Musiklehrers, 48/163. Wie man sagt: charmant, vielerlei Aufgaben gewach­ sen, sucht einen Herrn mit Geist und Gemüt. Bild­ zuschriften unter W …»

5

6

1957, keine Quelle

4

«Ich habe mich von Männern scheiden lassen, die besser waren als du. Und teurere Schuhe ge­ tragen als diese. Glaub also nicht, dass diese Anzeige mein tiefster Fall ist. Empfindsame Frau (34).» Keine Quelle

5

«Bauer sucht Frau zum ‹bauern›. Du solltest Freude (an mir!), Tieren und der Natur haben. Komme aus dem Emmen­ tal, bin 175 cm u schlank.»

6

«Tages­Anzeiger», 2014

«Superboy sucht Clark Kent. Komm, flieg mit mir.» Keine Quelle


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 23

Datingmarkt

Goldene Zeiten für Schatzsucher Ob Flirt, Sex oder Partner fürs Leben: Rund 400 Singlebörsen, Partneragenturen und Apps bieten ihre Dienste in der Schweiz an. Über eine Million Schweizerinnen und Schweizer nutzen sie rege. Mit Erfolg: Bereits jede achte Beziehung begann im Internet – und die Anbieter machen Kasse. Text: Monica Müller

Bild: Henrik Sorensen/Getty Images

D

atingplattformen gibt es seit rund 15 Jahren. Mittlerweile hat sich die Partnersuche on­ line etabliert. 675 000 Schweize­ rinnen und Schweizer tummeln sich jeden Monat auf Dating­ portalen. Weitere 490 000 sind online explizit auf der Suche nach Sex. Und rund 40 000 nut­ zen Gaydatingsites. Ihnen allen stehen hierzu­ lande etwa 400 Anbieter zur Verfügung, die einige Hundert bis mehrere Tausend Nutzer haben. Die meisten sind kleine Kontaktanzeigenseiten. Die grössten Anbieter sind Parship mit 500 000 und Elitepartner mit 225 000 registrierten Mit­ gliedern in der Schweiz. Das Geschäft mit der Liebe ist lukrativ: 2016 hat die Branche in der Schweiz 40,8 Millionen Schweizer Franken umgesetzt, Tendenz steigend. Am besten verdienen Partnervermittlungen wie Parship, Elitepartner oder

eDarling, die Singles auf der Suche nach einem Lebenspartner Kandidaten vorschlagen, die laut ausgeklügeltem Matchingverfah­ ren zueinander passen. Den zweitgrössten Anteil am Kuchen haben Datingportale wie C­Date, Joyclub, The Casual Lounge, die Sexkontakte vermitteln. Darauf folgen auf dem Smartphone genutzte Flirtservices wie Tin­ der, Lovoo und Badoo, die vor allem Jüngere ansprechen. Auch Anbieter, die sich auf bestimmte Zielgruppen spezia­ lisiert haben, florieren. Die Top 3 sind 50plus­Treff.ch, Celiba­ taire.ch und Gay­parship.ch. Plattformen wie Singlemit­ kind.ch (14 000 Mitglieder) oder Datearentner.ch (2000) sind ebenfalls beliebt. «Wer eine Nische seriös und gut bedient, kann Erfolg haben», sagt Daniel Baltzer (44) vom Singleboersen­Vergleich.ch. Seit sechs Jahren analysiert der Informatiker den Liebesmarkt

im Netz. Wo nicht anders er­ wähnt, stammen die Zahlen aus seiner aktuellen Studie. Plattformen für fast alle

So breit die Angebotspalette ist, so unterschiedlich sind auch die Nutzer: Die ursprüngliche Zielgruppe der 30­ bis 50­Jäh­ rigen hat sich in beide Rich­ tungen ausgedehnt. Da sind die Heavy­Metal­Fans oder Tierfreunde, die Gleichgesinnte suchen. Ältere Frauen, die ein Auge auf jüngere Männer ge­ worfen haben. Oder diejenigen, die ihre Partnersuche nach Ost­ europa oder Asien ausweiten. Bereits 13 Prozent aller Be­ ziehungen beginnen laut einer Sotomo­Studie online («Ver­ netzte Schweiz», 2016). Das Netz steht damit auf Platz 4 der Ken­ nenlernorte, nach Freizeit, Aus­ gang und Arbeit. Die Aargauer führen die Rangliste bei Bezie­ hungen, die online entstanden sind, mit 21 Prozent an. MM

Onlinedating

Diese Services werden am meisten genutzt

34,1 Prozent nutzen mobile Flirtservices. 32,5 Prozent suchen erotische Kontakte. 19,8 Prozent nutzen eine Partnervermittlung. 4,3% Nischenanbieter 32,5% Adultdating

19,8% Partnervermittlungen

34,1% Socialdating

9,3% Kontaktanzeigen

Quelle: www.singleboersen-vergleich.ch


24 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Beruflich dreht sich bei ihr alles um die Liebe: Lisa Fischbach ist Paartherapeutin und forscht für Elitepartner.

Lisa Fischbach

«Die Ressource gebildeter Mann wird knapp»

Lisa Fischbach kennt die meistversprechenden Strategien beim Dating – online und offline. Die Psychologin und Paartherapeutin über die gestiegenen Ansprüche der Frauen, «Alpha-Softies» und den lockereren Umgang mit Sex. Text: Yvette Hettinger, Ralf Kaminski Bilder: Michael Sieber


DATING | MM20, 15.5.2017 | 25

Lisa Fischbach, welche Menschen finden einen Partner und welche eher nicht? Ohne allzu sehr in Klischees zu verfallen: Die Offenen, Humorvollen, Gebildeten, Intelligenten, beruflich Erfolgreichen und Attraktiven haben einen Vorteil. Die anderen, bei denen es eher in die Gegenrichtung geht, aber auch die Schüchternen, haben es schwerer. Und: Viele Frauen stehen sich wegen ihrer hohen Ansprüche an eine Beziehung selbst im Weg. Wie das? Sie suchen die eierlegende Wollmilchsau und haben zahlreichere Ansprüche als früher. 60 Prozent der Frauen hätten gern einen Alpha-Softie, das Beste aus zwei Welten: also einen, der erfolgreich und finanziell unabhängig ist. Dazu wünschen sie sich die ganzen Softqualitäten, wollen also vom Partner inspiriert werden, mit ihm zusammen wachsen, eine gute Kommunikation und viele Gemeinsamkeiten haben, viel Zeit zusammen verbringen … Einen guten Vater? Unbedingt. Und dieses ganze Paket macht es schwierig. Hinzu kommt, dass Frauen bezüglich Bildung gern jemanden auf Augenhöhe und darüber hinaus hätten. Nur werden sie selbst immer gebildeter – und orientieren sich dennoch weiterhin nach oben. Es wird langsam eng, die Ressource gebildeter Mann wird knapp. Das wirkt sich auf das männliche Datingverhalten aus. Wie? Eine repräsentative Studie von Elitepartner zeigt: Überraschenderweise lehnen Männer sich zurück und warten, bis die Frauen auf sie zukommen.

Illustration: Pia Bublies

Die Männer wollen heute erobert werden? Sie geniessen es, das Korbrisiko abzugeben und können sich das auch leisten, besonders diejenigen zwischen 40 und 50. Hier bleiben 60 Prozent eher passiv. Das oft empfohlene Downdating, also Akademikerin datet Handwerker, findet nicht statt? Nein. Das liegt auch daran, dass diese Kombination gesellschaftlich noch nicht genug akzeptiert ist. Wenn es hier mehr Offenheit gäbe, würden die Mauern in den Köpfen bröckeln. Aber Frauen wissen, dass sie sich erklären müssen, wenn sie einen weniger gebildeten oder finanziell schlechter gestellten Partner haben. In einer unserer Umfragen sagen 42 Prozent der Frauen, es sei ihnen wichtig, dass der Mann mehr verdient als sie. Sie haben Angst, bei der Familiengründung nicht versorgt zu werden. Und dann kommen noch andere Assoziationen hinzu: Frauen fürchten, dass weniger erfolgreiche Männer ein gerin-

geres Selbstwertgefühl und nicht viel Durchsetzungskraft haben. Sind auch die Ansprüche der Männer gestiegen? Ein wenig, aber nicht im gleichen Mass wie bei den Frauen. Letztere haben überall höhere Ansprüche als die Männer, ausser bei der Attraktivität. Seit einiger Zeit ist ihnen wichtiger, dass ihr Partner Liebhaberqualitäten hat, damit haben sie sich den Männern angeglichen. Dieses neue weibliche Selbstbewusstsein sehe ich auch bei mir in der Paarberatung: Frauen bemängeln es, wenn im Bett nichts mehr läuft. Das war einst eine typische Männerklage. Stehen sich die Frauen damit noch mehr im Weg? Nein, sie werden etwas kompatibler mit den Männern. Vor fünf Jahren fanden 60 Prozent der Frauen Leidenschaft und Erotik wichtig, heute sind es 77 Prozent. Bei Männern sind es unverändert ebenfalls 77 Prozent. Dazu passt, dass inzwischen jede dritte Frau beim ersten Date gleich die Nacht mit dem Mann verbringt – und das sind nicht nur die Jüngeren. Bei den 30- bis 40-Jährigen sind es sogar 43 Prozent. Gibt es auch etwas, das gegen Onlinedating spricht? Es gibt negative Punkte, die mit der Digitalisierung insgesamt zu tun haben: Der persönliche Kontakt wird verlernt. Die Anonymität bei bestimmten Plattformen fördert die Verflachung von Werten, insbesondere von Respekt und Wertschätzung. Viele Neulinge berichten von einem Kulturschock, sagen, sie fühlten sich wie eine Ware. Einige können mit der grossen Auswahl online nicht umgehen. Besonders der konsumorientierte Typ ist rasch überfordert und flattert von einem Kandidaten zum nächsten. Und dann gibt es natürlich das Risiko der Konkurrenz, mit dem man leben muss: Wenn ich einen von 12 Vorschlägen treffe, kann ich davon ausgehen, dass das auch mein Gegenüber tut. Für wen eignet sich Onlinedating ? Für Alleinerziehende. Die kommen nicht mehr so oft raus. Keine Mutter von zwei kleinen Kindern schlägt sich abends noch durch Bars. Die trifft vor allem Freundinnen und geht vielleicht noch ins Yoga, wo es auch vor allem andere Frauen hat. Das Internet hingegen ist 24 Stunden geöffnet. Gut geeignet ist es auch für Singles über 50, sie bilden auf Onlinedating-Plattformen den am stärksten wachsenden Markt. In ländlichen Gegenden war es früher für eine Frau über 50 häufig Schicksal, nach einer Trennung allein zu bleiben, weil sie von einem völlig verpartnerten Umfeld umgeben war. Da hilft das Internet. Zudem ist das Recht auf Liebe

alterslos geworden: Frauen mit 55 oder 65 haben noch 10 oder 20 vitale Jahre vor sich. Diese möchten die meisten nicht als Single verbringen. Und auch die Schüchternen profitieren: Es fällt ihnen leichter, sich online zu treffen, als in einen Club zu gehen. Sie haben einen Onlinedating-Ratgeber für die Gruppe 50 plus geschrieben. Was läuft bei denen anders? Viele sind im Flirten nicht mehr geübt und haben Berührungsängste gegenüber technischen Geräten oder Onlinedating. Hinzu kommt eine gewisse Angst vor Heiratsschwindlern. Insbesondere Frauen haben eine hohe Single-Kompetenz, sind zufrieden mit ihrem Leben, sind gut vernetzt und wissen sehr genau, was sie wollen und was nicht mehr. In Beratungen bin ich manchmal überrascht, wie schmal der Spielraum für einen allfälligen Partner ist. Wenn dann einer da ist, siehts aber oft anders aus. Für welche Singles ist das Internet nicht so geeignet? Für instabile Persönlichkeiten, die können sich online total verlieren. Aber schlechte Erfahrungen kann man auch beim Dating im Club machen. Wie siehts mit der Haltbarkeit der Beziehungen aus? Eine unabhängige amerikanische Studie zeigt eine leichte Überlegenheit von Onlinegegenüber Offlinepaaren – erstere sind offenbar auch ein wenig glücklicher, was Aufmerksamkeit und Kommunikation betrifft. Das sind aber nur Tendenzen. Parship hat zusammen mit der Uni Zürich je etwa 3000 On- und Offline-Beziehungen

Zur Person

Die Matchmakerin Lisa Fischbach (49) ist Psychologin und Paartherapeutin mit eigener Praxis in Hamburg. Sie ist zudem die Leiterin

Forschung und Matchmaking bei der Online-Partnervermittlung Elitepartner.de. Fischbach lebt in einer langjährigen Beziehung und wohnt in Hamburg.


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 27

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untersucht und festgestellt, dass OnlinePaare sich schneller aufeinander einlassen und generell bei allem schneller sind: Paarwerden, Zusammenziehen, Heiraten und Kinderbekommen. Und dass sie leicht höhere Werte in partnerschaftlicher Zufriedenheit angeben. Wie kommt das? Es klingt unromantisch, aber online werden im Vorfeld schon viele Bedürfnisse geklärt, das ist Teil des Matchings. Beispiel Kinderwunsch: Für viele Frauen ein Thema, das sie nicht gern ansprechen – aus Angst, den Partner damit zu vertreiben. Online können sie einfach einen Haken beim Kinderwunsch setzen und bekommen dann nur die Männer vorgeschlagen, die das genauso sehen. Sind mit dem Matching alle wichtigen Fragen geklärt? Das hängt natürlich von der Plattform ab. Tindernutzer etwa suchen zu 40 Prozent Selbstbestätigung, nur vier Prozent eine ernsthafte Beziehung. Die Persönlichkeitstests der seriösen Anbieter sind zwar nicht einsehbar, aber sie liegen dem Profil zugrunde. Daraus können andere Singles einiges ablesen. Das wissenschaftliche Matching trägt viel dazu bei, dass die Übereinstimmung zwischen Paaren hoch ist. Gilt all das eigentlich auch für gleich­ geschlechtliche Paare? Bei Elitepartner werten wir sie nicht gesondert aus. Unser Service wird auch

von Lesben und Schwulen genutzt, aber wir können nicht beurteilen, ob sie sich anders verhalten als Heteros.

Aber es lockert sich, und ich hoffe künftig auf mehr Toleranz – bei Männern und unter Frauen.

Viele schwule Männer suchen auf Onlineplattformen den schnellen, unverbindlichen Sex. Gibt es das auch unter Heteros? Oder spielen die Frauen nicht mit? Es gibt Casual-Dating-Plattformen, aber tatsächlich herrscht dort Frauenmangel. Frau hat noch immer einen Ruf zu verlieren, wenn sie sexuell aktiv ist und zahlreiche Partner hat.

Es gibt viele Datingplattformen für Gleichgesinnte: Christen, Trump­Fans, Veganer – ist so was eine gute Grundlage für eine tragfähige Beziehung? Warum nicht? Dahinter verbirgt sich ja meist ein Weltbild, eine Werthaltung – und oft ist es diesen Leuten sehr wichtig, jemanden zu finden, der diese Haltung teilt. Einige dieser Weltbilder sind anderen gegenüber zudem ziemlich intolerant, da hilft es natürlich, dieses Thema gleich von Anfang an geklärt zu haben.

Aber bei Tinder sind doch auch viele Frauen aktiv. Ja, aber nur etwa vier Prozent suchen dort eine feste Partnerschaft. Daraus darf man aber nicht schliessen, dass der Rest auf One-Night-Stands aus ist. Man findet auf Tinder eher die Spielertypen und Leute, die mal ihren Marktwert testen wollen. Interessieren Frauen sich denn wirklich weniger für schnellen Sex? Tatsächlich holen Frauen sich heute viel selbstbewusster den Sex, den sie möchten. Auch beim Fremdgehen haben sie aufgeholt. Aber es sind weiterhin deutlich weniger Frauen als Männer auf diesen Plattformen. Und selbst wenn eine Frau schon mit 15 Männern im Bett war, schweigt sie darüber meist – nicht, weil es ihr peinlich ist, sondern weil sie weiss, was sie damit in den Köpfen der Männer anrichtet.

Einigkeit bei politischen Einstellungen scheint wichtig zu sein. Man konnte von Paaren in den USA lesen, die wegen Donald Trump in eine ernste Krise gerieten. Fragt man die Leute, was ihnen an einem Partner wichtig ist, liegt die politische Einstellung meist weit hinten. Nur etwa 40 Prozent geben das als wichtiges Thema an. 80 Prozent hingegen wünschen sich ähnliche Werte, und die reflektieren sich eben auch in der politischen Einstellung. Zum Vorschein kommt das aber oft erst bei grossen Ereignissen, wie etwa der Wahl Trumps zum amerikanischen Präsidenten. Da rücken plötzlich politische Einstellungen und mit ihnen divergierende Wertvorstellungen ins Zentrum. Und darin steckt ein riesiges Krisenpotenzial, das meist unterschätzt wird.

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DATING | MM20, 15.5.2017 | 29

Machen das Onlinedating und die vielen Optionen die Suchenden oberflächlicher? Die allgemeine gesellschaftliche Werteverflachung und der zunehmende Optimierungswahn beeinflussen zwar den zwischenmenschlichen Umgang negativ. Aber mein Eindruck ist nicht, dass wir als Gesellschaft deutlich beziehungsunfähiger oder in der Liebe oberflächlicher werden, wie oft postuliert wird. Die Menschen suchen immer noch eine dauerhafte Beziehung? 80 Prozent sehnen sich nach einer festen Partnerschaft und hoffen auf ein passendes Gegenüber – diese Zahl hat sich in den letzten Jahren nicht verändert, genauso wenig wie das romantische Liebesideal des einen Partners, mit dem man das ganze Leben zusammenbleibt. Und es soll ja auch glückliche Singles geben, die bewusst nicht daten. Bei unseren repräsentativen Umfragen finden wir seit zehn Jahren ziemlich stabil jeweils rund 28 Prozent Singles – 60 Prozent davon bezeichnen sich als sehr zufrieden und sind auch nicht auf Partnerschaftssuche. Viele zwischen 20 und 30 legen ihren Fokus bewusst auf den Beruf oder andere Formen von Selbstverwirklichung. Welcher Typ Mensch fühlt sich wohl als Single? Oft solche mit einer stabilen Persönlichkeit, die mit sich selbst und ihrem Leben zufrieden sind. Die darauf vertrauen, dass sie ihren Single-Status auch wieder ändern können, wenn sie wollen. Generell kommen Frauen besser ohne Partner klar als Männer. Letztere sind deshalb auch meist schneller wieder unter der Haube, weil sie sich eher drum bemühen und teilweise beim Suchen flexibler sind. Gibt es einen gewissen gesellschaftlichen Druck, nicht Single zu sein? In den letzten Jahren wurde das Bild des Singles stark entstigmatisiert, aber das akzeptiertere Lebensmodell ist weiterhin die Partnerschaft. Es gibt sogar Singles, die berichten, dass sie nach der Trennung von ihrem Partner gleich aus dem ganzen Freundeskreis gefallen sind, weil der so paarorientiert funktioniert. Andere empfinden Pärchenabende als Qual, wenn sie selbst Single sind. Wie haben Sie selbst Ihren Partner gefunden? Über meinen Freundeskreis. Und wir waren mal einige Jahre getrennt und sind wieder zusammengekommen. Dazwischen hatte ich eine andere Beziehung und habe hier und da auch geflirtet. Da hat mir mein Wissen aus der beruflichen Arbeit geholfen, Fettnäpfchen zu vermeiden. Haben Sie selbst Erfahrung im Onlinedating? Bevor ich mit meinem Partner vor zehn Jahren wieder zusammenkam, war ich online unterwegs. Das war aber nicht so leicht, weil ich ja bei Elitepartner arbeite. Wenn ich auf dieser Plattform selbst date und mich als Psychologin des Hauses oute, bekommen viele kalte Füsse. Also ging ich auf eine andere Plattform. Was mir wiederum als Bevorzugung der Konkurrenz ausgelegt wurde, so unter dem Motto: Ach, taugt Elitepartner nichts? Kurz und gut: Wenn ich selbst online date, ist es schwierig, dabei nicht geschäftsschädigend zu sein. ( lacht) MM

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PUNKTE


DATING | MM20, 15.5.2017 | 31

Onlinedating

Algorithmen der Liebe

Datingplattformen vernetzen Menschen, deren Persönlichkeitsprofile aufgrund von Computerberechnungen zusammenpassen. Funktioniert das wirklich besser als das Kennenlernen im Alltag? Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer gibt Auskunft. Text: Ralf Kaminski

Barbara Becken­ bauer (47),

Illustration: Pia Bublies

Psychologin

Ist Liebe wissenschaftlich messbar? Nein, warum genau sich zwei Menschen ineinander verlieben, weiss auch die Wissenschaft nicht. Denn Faktoren wie persönliche Ausstrahlung, Charme oder physische Anziehung lassen sich wissenschaftlich nur schwer messen. Man weiss aber, dass für eine glückliche Partnerschaft das Zusammenspiel bestimmter Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen von entscheidender Bedeutung ist. Darauf konzentrieren wir uns bei Parship, wenn wir mittels Matching zwei Menschen einander als Partner vorschlagen. Führen solche Paare erfolgreichere Partnerschaften als Paare, die sich spontan offline kennengelernt haben? Tendenziell ja. Wir haben mit der Uni Zürich eine repräsentative Vergleichsstudie zwischen Paaren durchgeführt, die sich entweder online oder offline kennengelernt haben. Dabei kam heraus, dass Parship-Paare im Durchschnitt zufriedener sind als Paare, die sich am Arbeitsplatz, im Ausgang, bei Freunden oder sonst offline kennengelernt haben. Aus der Paartherapie weiss man, dass die Merkmalskombinationen (Kommunikationsstil, Wunsch nach Partnernähe, Wunsch nach geregeltem Leben

usw.), die beim Matching berücksichtigt werden, eine hohe Relevanz für eine langfristige, zufriedene Partnerschaft haben. Spielt die «Chemie», die ja bekannt­ lich stimmen sollte, nur eine unter­ geordnete Rolle? Nein, ganz im Gegenteil. Die Attraktivität eines Menschen wird nicht unwesentlich vom Aussehen, der physischen Ausstrahlung und somit der «Chemie» bestimmt. Und diese individuellen Vorlieben lassen sich durch ein wissenschaftliches Verfahren nicht zuverlässig erfassen und vorhersagen. Ob es also tatsächlich «funkt», lässt sich trotz Matching und Bildergalerie nur beim persönlichen Treffen fest­ stellen. Doch damit diese Verbindung, wenn es «funkt», auch langfristig im Alltag eine Chance hat, muss das Paar in verschiedener Hinsicht miteinander harmonieren. An diesem Punkt setzt das Matching an. Was gilt eher: «Gleich und Gleich gesellt sich gern» oder «Gegensätze ziehen sich an»? Beides – für eine stabile Partnerschaft sollten Paare gewisse Eigenschaften, Wünsche und Vorstellungen teilen, in anderen Belangen hingegen besser unterschiedlich ticken. Bezüglich Ein-

fühlsamkeit und gewünschter Partnernähe sollten beide möglichst übereinstimmen. Auch eine grosse Ähnlichkeit bei Interessen und Gewohnheiten kann für eine harmonische Beziehung von Vorteil sein. Bei Charakterzügen wie Durchsetzungswille, Dominanzverhalten oder Kompromissbereitschaft ist es hingegen besser, wenn sich die Paare unterscheiden, damit es nicht zu unnötigen Konflikten und Streitereien kommt. Wie geht der Persönlichkeitstest für das Matching damit um, wenn man sein Ergebnis «optimieren» will, um sich besser zu präsentieren? Das Matching erstellt aus rund 80 Fragen ein Profil aus relevanten Persönlichkeitsmerkmalen, um eine möglichst reale Abbildung einer Person zu erhalten. Die meisten Menschen neigen dazu, sich bei Fragebögen in ein vorteilhaftes Licht zu rücken. Um diesen Effekt zu umgehen, wurde ein Teil des Tests mit Fragen in Form von Bildern oder grafischen Darstellungen ausgestattet, bei denen es nicht möglich ist, sich selbst zu «optimieren». MM Parship ist eine der grössten Onlinepartner­ vermittlungen im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg bringt seit 2001 Paare zusammen: www.parship.com


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 33

Top-Singles

230 Anfragen in 24 Stunden Désirée Osborne gehört zu den beliebtesten Singles auf Parship: Sie wird von Kontaktanfragen

regelrecht «bombardiert». Aus diesem Grund ist sie auf der Datingsite nicht mehr besonders aktiv. Text: Reto E. Wild

D

ésirée Osborne lacht viel, ist quirlig und voller Energie. Die Frau mit einer Zuger Mutter und einem Vater aus Trinidad und Tobago wird dieses Jahr 40 – und zählt mit ihrem Profil auf der Onlinepartnerbörse Parship zu den beliebtesten Singles. Die Kosmetikerin, die sich selbst als «Nageltante» bezeichnet, betreibt seit 2004 das Studio «Queen Nails» in Zürich. Weshalb ist die lebensfrohe Frau Single? «Ich weiss es nicht», sagt sie. Vielleicht sei man mit zunehmen­ dem Alter weniger kompromissbereit. Ausserdem sei sie selbstbewusst – das schrecke ab. «Bei den letzten drei Beziehungen dachte ich jedes Mal, ich sei angekommen. Aber irgendwie ist es den Herren zu verbindlich geworden.» Der letzte «Herr» wandte sich nach einem halben Jahr Beziehung ausgerechnet an Neujahr 2017 von Osborne ab. Danach fuhr sie aus Liebeskummer zur besten Freundin. Die beiden öffneten eine Flasche Sauvignon blanc, «und aus einer Weissweinlaune heraus habe ich mich entschie­ den, ein Profil bei Parship zu erstellen». Der Traummann ist grösser als 1,68 Meter und humorvoll

Lebensfroh und voller Energie: So präsentiert sich Desirée Osborne auf Parship.

Die Plattform sei allerdings «anstrengend»: «Wir Frauen werden regelrecht bombardiert.» Osborne erhielt innert 24 Stunden 230 Nachrichten. Weil es viel Zeit raube, die Profile anzuschauen, sei sie zurzeit nicht besonders aktiv. Etliche Männer seien zudem wenig originell: «Hallo, ich habe dein Profil gesehen, und du siehst sympathisch aus. Können wir uns kennenlernen?» Sie sei eher Oldschool und schreibe niemanden an, sagt Osborne. Seit Januar hat sie keinen Kandidaten mehr getroffen. Ihr Traummann müsste grösser sein als 168 Zentimeter (so gross ist sie selbst), «und er muss Humor haben». Sie steht eher auf reifere Männer, «weil mit ihnen gute Diskus­ sionen möglich sind». Das Leben sei einfacher, wenn man verliebt sei und jemanden an seiner Seite habe. «Das Glück zu teilen, ist viel schöner, als mit dem Laptop nach Hause zu gehen und nach einem Partner zu surfen.» MM

Online

Bilder: zVg

«Sie muss mich herausfordern» Daniel Louis (29) gehörte zu den beliebtesten Singles auf Blinq. Die Schweizer Dating-App gibt es nicht mehr, der durchtrainierte New Yorker Student ist immer noch zu haben. Er weiss genau, was er will – auch bei einer Frau: Sie muss begeisterungsfähig und sportlich sein. Lesen Sie mehr über Daniel Louis: www.migmag.ch/single-daniel

Weltenbummler: Daniel Louis ist beruflich wie privat oft unterwegs.


34 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Gegensätzliche Paare

Keiner hätte sie verkuppelt

Online wären sie nie zusammengekommen: Bei diesen drei Paaren hat es in der analogen Welt gefunkt – trotz aller Unterschiedlichkeit. Texte: Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Monica Müller

Bilder: Dan Cermak

Genussfrau und Bike-Freak

Ein Paar, das sich fordert

Maya Burkhard (41) und Thomas Alder (42) haben sich 2012 bei einem Apéro einer Kollegin kennengelernt. Nachdem sie sich verliebt hatten, merkten die beiden schnell, dass sie nicht ganz aus demselben Holz geschnitzt sind. Thomas verbringt pro Woche 10 bis 40 Stunden auf dem Velosattel. Mehrmals im Jahr nimmt er an Wettkämpfen teil, etwa beim 24-Stunden-Rennnen in Schötz LU, bei dem die Athleten während 24 Stunden im 5-Kilometer-Rund kreisfahren, bis sie nicht mehr können. 290 Kilometer hat Thomas beim letzten Mal geschafft. Seine Freundin rollt mit den Augen, wenn er davon erzählt: «Wie kann man nur?!» Maya ist ein Genussmensch und mag das Schöne und

mag das asiatische Essen nicht. Zudem muss immer eins seiner sieben Bikes mit in die Ferien. «Es ist unglaublich, aber manchmal bin ich richtig eifersüchtig auf seine ‹Göppel›», sagt Maya und seufzt.

Thomas Alder ist ein fanatischer Biker. Maya Burkhard mag gediegenen Lifestyle.

Angenehme. Die Personalfachfrau ist auch kulturell interessiert und würde gern wieder einmal nach Thailand reisen. Mit Thomas, der als BusinessProjektleiter in einer Bank arbeitet, ist das aber nicht so leicht möglich: Er

Wie kann das funktionieren? «Ich glaube, ich habe mir Thomas ausgesucht, weil ich mit ihm gezwungen bin, ein eigenständiges Leben zu führen.» Sie müsse für sich selbst planen und das machen, worauf sie Lust habe, weil es nicht selbstverständlich sei, dass sie das ganze Wochenende zusammen verbringen würden. Thomas nickt und sagt: «Wir fordern uns gegenseitig.» Dank Maya habe er sich persönlich weiterentwickelt. Er sei halt – typisch Mann – nicht der, der immer über seine Gefühle rede, sie jedoch frage ihn manchmal richtiggehend aus, «als ob sie gerade in einem Vorstellungsgespräch mit einem Bewerber» sei. Die beiden lachen schallend über den Vergleich. Die Geniesserin und der Bike-Freak haben zwar unterschiedliche Interessen, aber offensichtlich denselben Humor.

Illustration: Pia Bublies

Sie liebt nichts mehr, als sich nach einem entspannten Tag überraschen zu lassen mit einem Mehrgangmenü in einem feinen Restaurant. Er ist erst richtig glücklich, wenn er sich auf dem Bike «auskotzen» kann, und auf dem Teller mag er am liebsten Burger mit Pommes. Trotzdem sind sie seit rund fünf Jahren ein Paar.


DATING | MM20, 15.5.2017 | 35

Warum Victor und Carolina sich lieben: www.migmag.ch/ pfarrerin

Pfarrerin und Agnostiker

Eine filmreife Beziehung Eigentlich habe ich mich in eine begabte Sängerin verliebt», sagt Victor Costa (42). Das war vor elf Jahren in einer Musikschule in Paris. Heute ist der Komiker mit dieser Frau verheiratet – nur dass sie inzwischen Pfarrerin ist. Victor Costa ist seit seiner Jugend erklärter Agnostiker: Er zweifelt an der Existenz Gottes. Als er Carolina (37) kennenlernte, hatte die Genferin zwar ein Theologiestudium hinter sich, doch Victor mass dem nicht so viel Bedeutung bei. Im­ merhin führte seine Angebetete ein lustiges Studentenleben und feierte gern Partys. Dann eröffnete sie ihm, dass sie für ein Pfar­ rerpraktikum nach Genf gehen würde. Er sagte: «Tu, was dich glücklich macht.» Und dachte: Das ist eine Phase, die wieder vor­ beigeht. Victor lacht: «Sie hat mich voll auf dem linken Fuss erwischt.» Der Agnostiker und die Pfarrerin leben in Genf, haben zwei Töchter von sechs Jahren respektive drei Monaten und eine Filmproduktionsfirma. Natürlich führt die Glaubensfrage zu Diskussionen. «Sie bringen uns weiter», sagt Carolina Costa, «denn so müssen wir uns mit immer neuen Fragen befassen.» Das sei manchmal mühsam, aber meist lohnend und werde niemals ein Trennungsgrund sein – im Gegenteil: Durch die Auseinandersetzungen fühlten sie sich einander näher. «Carolinas Arbeitsalltag lässt mich über viele Dinge nachdenken», sagt Victor, «über Krankheiten, das Sterben, das Leben.» Sie wiederum beginnt den Agnostiker zu verstehen: «Ich habe auch keine Beweise für das, woran ich glaube.» Einmal im Jahr besucht Victor die Messe, «um meine Frau zu unterstützen».

«Die Liebe ist unsere Basis»: Carolina und Victor Costa sprechen oft über ihre unterschiedlichen Weltanschauungen.

Ihre Konstellation hat die Costas zu einer französischsprachigen Internetserie mit dem Namen «Ma femme est pasteure» in­ spiriert. Seit einigen Monaten sind die Clips auch in der deutschsprachigen Synchron­ fassung zu sehen. Darin verarbeiten die beiden die Herausforderungen ihres Alltags inklusive der Komik, die sie mit sich bringen. In einer der Folge hat Victor Costa kürzlich Gott eine weibliche Identität verpasst und Jesus in die Transgenderfrau Jesuette verwandelt. Manchmal wird Carolina Costa in der Kirche auf ihren Mann und seine un­ konventionellen Ideen angesprochen. Dann antwortet sie: «Das ist schon gut so, ohne ihn wäre ich nicht die Pfarrerin, die ich bin.» www.meinefrauistpfarrerin.com


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DATING | MM20, 15.5.2017 | 37

Hundenärrin und Hundegegner

Zweisamkeit mit drei Vierbeinern

Als Magdalena Kaltenegger (26) nach Rumänien reiste, um zwei Wochen lang bei einem Hilfsprojekt für Strassenhunde anzupacken, ahnte Randy Wicki (24), wie das ausgehen würde. «Sie hatte mir versprochen, nicht noch einen Hund nach Hause zu bringen.» Dennoch flog sie schliesslich mit Jane, einer Mischlingshündin, zurück nach Zürich. «Jane war sehr krank; ich konnte sie nicht zurücklassen», erklärt sie. Dass Magdalena ein grosses Herz hat, gefällt Randy. «Aber mit der Tierliebe übertreibt sie es.» Das Paar lernte sich über gemein­ same Freunde kennen, an der Silvesterfeier vor viereinhalb Jahren hat es schliesslich gefunkt. Er dachte: «Die will ich.» Sie war erst etwas zurückhaltend, weil ihm der Ruf eines Players vorauseilte. Doch sie liess sich gern vom Gegenteil überzeugen. Als Magdalena und Randy ein Paar wurden, besass sie bereits einen Hund, Nici. Der Prager Rattler kläffte Randy bei der ersten Begegnung an. «Viel inniger ist die Beziehung zu Nici bis heute nicht geworden», sagt Randy – und lacht. Nicht immer findet er die Hundeliebe seiner Freundin lustig. Als die gelernte Verkäuferin nach ihrer Ausbildung zur Modedesignerin in einem Tierheim schnupperte, wusste Randy, was auf ihn zukommen würde. Bonita heisst der winzige Chihuahua, den sie diesmal retten musste. Tier Nummer drei stört Randy am wenigsten, weil sie «fast kein Hund» sei. In seinen Augen sind die Hunde oft zu laut, haaren alles voll und stören die gemütliche Zweisamkeit. Wenn die beiden sich streiten, geht es meistens um die Hunde. Er findet, sie sei zu lasch, sie betrachtet sich als entspannt. Das Paar hat eine Vereinbarung getroffen: Er akzeptiert ihre Hunde, sie lässt ihn dafür gamen und rauchen. Zu Hause bei Randy sind die Hunde nicht willkommen, und wenn das Paar gemeinsam etwas unternimmt, bleiben Nici, Jane und Bonita bei Magdalenas Mutter. Die Kompromisse findet Randy «nicht ganz fair»: «Meinen Computer kann man abschalten, einen Hund nicht.»

Die Hunde sorgen schon mal für Zündstoff: Randy Wicki (24) und Magdalena Kaltenegger (26) mit Jane, Bonita und Nici (v. l.)

Beide sind meinungsstark, unternehmenslustig, sportlich aktiv und sehen sich gern Filme an. Zusammenziehen ist ein Thema – das Randy «auch etwas Angst macht». Er hätte gern eine Dachwohnung mit Terrasse, wo er grillieren kann, sie eine Parterrewohnung mit Garten, damit die Hunde sich austoben können. Etwas Zeit bleibt noch, um die Details auszuhandeln. Der Junior Product Manager möchte erst seine Weiterbildung zum Wirtschaftsinformatiker abschlies-

sen. Magdalena will ihr Geschäft für massgeschneiderte Hundebekleidung, Dikini-mk, zum Fliegen bringen. Eine weitere Beziehungsprobe zeichnet sich schon ab: Die Sommerferien werden Magdalena und Randy auf einem Campingplatz verbringen – mit einem Hund, da Magdalenas Schwester ebenfalls mit Hund dabei sein wird. Ob Nici, Jane oder Bonita mitreisen soll, darüber diskutieren die beiden noch. MM


38 | MM20, 15.5.2017 | DATING

Wolfram Huke

«Alleinsein ist ein Tabuthema»

All seine Freunde hatten schon lange eine Liebesbeziehung – nur bei Wolfram Huke klappte es erst, als er 31 war. Onlinedating funktionierte für ihn nicht. Er fühlte sich wie ein «Love Alien». So heisst auch sein Buch, das er über diese einsame Zeit geschrieben hat. Text: Anne-Sophie Keller

Haben Sie sich irgendwann damit arrangiert? Ja, aber das waren keine Gewinnerstrategien. Da gab es zum Beispiel ein paar Flaschen Bier oder Wein am Abend als Ersatzbefriedigung. Das schüttet ja auch irgendwelche Hormone aus, die sich nach Glück anfühlen. Sie versuchten es auch mit Onlinedating. «Beim Onlinedating suchen wir keinen Menschen, sondern ein Best-of.» Dieser Satz stammt von Ihnen. Eine Zeiterscheinung der Optimierungsgesellschaft? Onlinedating gibt einem viele Ausschluss­ kriterien. Ich finde es zum Beispiel nicht so toll, wenn eine Frau raucht. Und doch habe ich schon Raucherinnen gedated. Im Online­ dating habe ich die aussortiert. Ich denke, man weiss eher, was man nicht will, als was man will. Aber man verliebt sich nicht in Eigenschaften, sondern in Menschen. Da schaut man auch über Unzulänglichkeiten hinweg. Oft sind es die kleinen Dinge, die einem an einer Person gefallen. Warum schämen sich eigentlich viele für ihr Onlinedatingprofil? Es bedeutet, dass man auf der Suche ist und somit irgendein Defizit hat. Man will den Eindruck, dass man es nötig hat, vermeiden.

Das entwertet einen ja etwas. Inzwischen ist Onlinedating aber so verbreitet, dass es okay geworden ist. Da sagt keiner mehr, man hätte es im «echten Leben» nicht geschafft. Sie haben Ihre Geschichte in «Love Alien» nicht nur aufgeschrieben, sondern auch verfilmt. Danach erhielten Sie Briefe von Verzweifelten. Was haben Sie geantwortet? Ich bin kein Experte und kann nur sagen, dass sich die Leute Hilfe holen sollen, wenns ihnen schlecht geht. Oder ihnen erzählen, was mir persönlich geholfen hat. Und dass man herausfinden muss, was für einen funk­ tioniert. Für mich war das Tanzen. Bei ande­ ren funktioniert Onlinedating. Teilweise hat es denen einfach schon gutgetan, dass sie wussten, nicht allein zu sein. Alleinsein hat das Stigma des Losers und ist ein Tabuthema. Dass ich das veröffentlichen konnte, ohne ausgelacht zu werden, war für viele tröstlich. Vor lauter Einsamkeit hatten Sie Fressattacken, überlegten sich den Gang ins Kloster und dachten sogar an Selbstmord. Was löst Einsamkeit bei einem aus? Uff. Es gibt verschiedene Levels von Einsam­ keit. Doch sie ist für jeden Menschen unan­ genehm, wir sind soziale Wesen. Einsamkeit äussert sich bereits in banalen Dingen wie zum Beispiel einem gestörten Essverhalten. Ich denke, dass Suchtverhalten oft durch soziale Defizite entsteht. Diese Ersatz­ befriedigungen haben viele Formen, vom Workaholic bis zum Sportfanatiker. Hilft Masturbieren gegen Einsamkeit? Ja. Man masturbiert nicht nur aus Lust, sondern auch aus Frust, Langeweile oder Routine. Vielleicht ist es auch Stressbewäl­

tigung. Und das ist nicht nur bei Männern so. Doch Pornos haben viele Nachteile. Es gibt inzwischen sogar pornobedingte Erektions­ störungen. Sie treten dann auf, wenn Men­ schen durch Pornos so reizüberflutet sind, dass sie echte Körperlichkeit gar nicht mehr anmacht. Abgefahren! Hilft eine Beziehung gegen Einsamkeit? Prinzipiell auf jeden Fall. Per Definition ist sie das Gegenteil von Einsamkeit. Aber die Beziehung muss stimmen, ansonsten kann man sich auch zu zweit einsam fühlen. Wie rafft man sich wieder auf, wenn man zurückgewiesen wurde? Tja. Viel Alkohol und Schokolade? Keine Ahnung. Das dauert einfach – wie bei Liebes­ kummer. Irgendwann rappelt man sich auf. Sie sagen, die erwachsene männliche Jungfrau sei doppelt so tragisch wie die weibliche. Warum? Vielleicht haben Männer einen grösseren Hang dazu, sich in ihr Elend zu stürzen, wenns ihnen nicht gut geht. Wir neigen eher zu Selbstmitleid und Resignation. Ich habe das Gefühl, dass Frauen das nicht so schwer nehmen. Sie machen mit der Zeit sinnvolle Dinge, sind aktiver, beschäftigen sich mit Hobbys oder gehen auf Reisen. Viele Frauen stehen auf Bad Boys; die Netten landen in der berühmten «Friendzone». Dort waren auch Sie Stammgast. Ist «lieber Kumpel als gar kein Kontakt» nicht purer Masochismus? Vielleicht ein bisschen. Vor allem wenn die Frauen dann mal einen Typen haben, ist das fies. Aber es ist ein Versuch, der Einsamkeit

Illustration: Pia Bublies

Sie hatten bis 31 keinen Sex und keine Beziehung. Was hat das mit Ihnen gemacht? Der fehlende Sex war nicht das eigentliche Problem. Viel schwerer war es, dass ich keine Freundin gefunden habe und mich verlieben wollte. Alle anderen hatten schon irgendwie eine Liebesbeziehung. Wenn man realisiert, dass es bei einem nicht funktioniert, ist das sehr deprimierend.


DATING | MM20, 15.5.2017 | 39

Wolfram Huke – ein Mann mit einem Hang zur Selbstentblössung: Er schrieb ein Buch und drehte einen Film über sein Leben.

Lea

zu entkommen. Im Nachhinein denke ich, dass mich die Frauen nicht immer nur als Kumpel gesehen haben. Es gab viele Gelegenheiten, die ich einfach nicht wahrgenommen habe, weil ich zu schüchtern war.

überfordert. Wo muss ich denn jetzt eine Frau anfassen? Was mach ich mit der? Und dann funktionieren alle noch anders. Zum Glück war die Nacht sehr entspannt.

Als Single waren Sie oft neidisch auf die anderen. Darf man in der Öffentlichkeit rumknutschen, oder ist das daneben? Das ist halt so eine Sache. Für mich war es oft schmerzvoll, da zuzusehen. Es ist eine Frage von Taktgefühl, wie weit man geht.

Lea haben Sie beim Tanzen kennengelernt und in der Metro geküsst. Sie machten zum ersten Mal den ersten Schritt. Ich hatte aufgehört, über meinen inneren Knoten nachzudenken.

Mit Sofia, einer Bekanntschaft von einer Geburtstagsparty, hatten Sie schliesslich Ihr erstes Mal. Warum hats geklappt? Sie kam mehr oder weniger mit dem Vorsatz, mit mir was anzufangen. Sie mochte mich und hat die Initiative übernommen. Wars so, wie Sie es sich vorgestellt hatten? Es war tatsächlich sehr schön. Aber da alles neu war, war ich auch ein bisschen

Sind Sie noch mit Lea zusammen? Ja! Knutschen Sie in der Öffentlichkeit? Das ist wohl schon vorgekommen. Aber wir machen nicht mitten auf dem Marktplatz rum. Man will ja etwas Privatsphäre. Denken Sie dann nie an die anderen Love Aliens? Nein, ich bin mit Lea beschäftigt. MM

Zur Person

Wolfram Huke (35) Der Filmemacher und Journalist Wolfram Huke ist 1981 im thüringischen Mühl­

hausen geboren. Er studierte Philosophie und Regie in München und machte eine Ausbildung zum Journalisten. In seinem Buch «Love Alien» und dem gleichnamigen Dokumentarfilm beschreibt er sein einsames Leben und wie er schliesslich zum ersten Kuss, zum ersten Mal, zur ersten Beziehung gekommen ist. Heute lebt Huke in Leipzig – und in einer Fernbeziehung. Wolfram Huke: «Love Alien», Fischer Taschenbuch, 2016, erhältlich für Fr. 11.60 bei www.exlibris.ch


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1. Tag: Hinfahrt nach München. Aufenthalt und am Abend typisch bayerisches Essen im Augustiner Keller. 2. Tag: Stadtführung München unter dem Motto «Bier - Hopfen und Malz» und Aufenthalt. Am Abend erleben wir im Nationaltheater mit Verdis «Nabucco» ein Meisterwerk der Operngeschichte. 3. Tag: Heute entdecken wir das traditionsreiche Oberbayern. Am Abend erwartet uns im Passionstheater Oberammergau die Oper «Der Fliegende Holländer». 4. Tag: Führung in Garmisch-Partenkirchen und Besichtigung des Klosters Ettal. Am letzten Abend bayerisches Abendessen im Hotel. 5. Tag: Besichtigung von Schloss Linderhof und Heimreise in die Schweiz. Ihre Hotels Wir wohnen zwei Nächte im erstklassigen München Marriott Hotel T-• • • • (off. Kat.****) und weitere zwei Nächte im erstklassigen Klosterhotel Ludwig der Bayer T-• • • • (off. Kat.****) in Ettal (Bus 1) bzw. im erstklassigen Atlas Grand Hotel in Garmisch-Partenkirchen (Bus 2).

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Seefestspiele Mörbisch 20.30 Uhr «Der Vogelhändler» Operette von Carl Zeller

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Opernfestspiele St. Margarethen 20.30 Uhr «Rigoletto» Oper von Giuseppe Verdi

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Reisedatum 2017 (Fr – Di) 14.07.–18.07. Unsere Leistungen · Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus · Unterkunft in Erstklasshotels · Mahlzeiten: – 4 x Halbpension, davon 1 x Abendessen im Augustiner Keller München – Mittagessen am 4. Tag · Ausflüge, Eintritte und Besichtigungen gem. Programm · Karte Opernfestspiele Kategorie 3 · Karte Passionstheater Kategorie 1 · Audio-System auf Rundgängen · Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen · Kartenzuschlag (Münchner Opernfestspiele) – Kategorie 2 · Annullierungskosten- und Assistance-Versicherung · Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung)

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1. Tag: Hinfahrt nach Neusiedl am See. 2. Tag: Tagesausflug nach Wien mit geführter Stadtbesichtigung. Wir bestaunen das Schloss Schönbrunn (Aussenbesichtigung) und fahren über die Ringstrasse mit der Hofburg, der Staatsoper und dem Burgtheater zur Donau und zur UNO-City. 3. Tag: Neusiedler See-Rundfahrt mit Besuch eines Weinguts. Ausserdem unternehmen wir eine Kutschenfahrt und überqueren den See mit dem Schiff. Abendessen auf dem Festspielgelände in Mörbisch, bevor uns mit der Operette «Der Vogelhändler» der erste musikalische Höhepunkt erwartet. 4. Tag: Ausflug in den Wienerwald und nach Eisenstadt mit Besichtigung des Schlosses Esterházy. Abends Besuch der Oper «Rigoletto» in der atemberaubenden Kulisse des Römersteinbruchs St. Margarethen. 5. Tag: Heimreise in die Schweiz. Ihr Hotel Wir wohnen vier Nächte im erstklassigen Hotel Wende T-• • • • (off. Kat. ****) in Neusiedl am See. Die Anlage liegt mitten im Grünen und dennoch zentral. Gegen Aufpreis sind neu renovierte Comfort-/ Deluxe-Zimmer erhältlich.

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Reisedaten 2017 (Di – Sa) 1: 11.07.–15.07. 2: 25.07.–29.07. 3: 15.08.–19.08. Unsere Leistungen · Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus · Unterkunft im Erstklasshotel Wende · Mahlzeiten: – 4 x Frühstücksbuffet – 1 x Mittagessen im Hotel (3. Tag) – 3 x Abendessen im Hotel (1., 2. und 4. Tag) – 1 x Abendessen auf dem Festspielgelände Mörbisch (3. Tag) · Kartenpaket Kategorie 2 · Ausflüge, Eintritte, Besichtigungen gem. Programm · Audio-System auf Rundgängen · Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen · Zuschlag Doppelzimmer Comfort · Kartenzuschlag Kategorie 1 · Annullierungskosten- & Assistance-Versicherung · Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung) Internet-Buchungscode

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MENSCHEN | MM20, 15.5.2017 | 41

Leserforum MM19: Illettrismus Trotz Lese- und Schreibschwäche erfolgreich im Job

«Sie bekam nicht die Unterstützung und Förderung, die sie gebraucht hätte» Ich war mal einer Kollegin vorgesetzt, die mir sehr früh gestand, dass sie eine Lese- und Schreibschwäche habe. Zwar hatte sie hart daran gearbeitet, fühlte sich bei Textarbeit aber unsicher. Um herauszufinden, wie ich damit umgehen könnte, suchte ich nach Informationen zum Thema und entschied mich für das Buch «Talentsignal Legasthenie» von Ronald D. Davis. Nach seiner Theorie ist Legasthenie die Kehrseite der Medaille einiger hervorragender Talente. Tatsächlich konnte ich entsprechende Gaben bei meiner Kollegin erkennen. Wir haben also unsere Aufgaben gemäss unseren Stärken aufgeteilt, uns prima ergänzt und die Zusammenarbeit richtig genossen.

Bilder: Christian Schnur, Sophie Stieger

Noch heute leidet sie an ihrer Schreibschwäche: Anna Gerber will deshalb ihr Gesicht nicht zeigen.

Marianne Scheurer, via www.migrosmagazin.ch

Der Artikel zeigt eindrücklich auf, wie Menschen mit Leseund Rechtschreibschwierigkeiten das Leben erfolgreich meistern können. Bei Frau Gerber hatte man, wie bei vielen anderen auch, die Legasthenie bereits in der Schule entdeckt. Sie bekam aber nicht die Unterstützung und Förderung, die sie gebraucht hätte. Beim Verband Dyslexie Schweiz (VDS) können Betrofene und Fachpersonen bei Problemen rund um Schule und Bildung Unterstützung finden. Der VDS organisiert am 17. Juni eine Tagung an der Uni Irchel, wo praktische und theoretische Probleme rund um Dyslexie (Legasthenie) und Dyskalkulie behandelt werden. Monika Brunsting, Verband Dyslexie Schweiz

4K-Heimkino-Konkurrenz lieber zu Hause bleiben. In den USA und im europäischen Ausland gibt es schon seit über einem halben Jahrzehnt Imax3D- Kinos, die aufgrund ihrer Leinwandgrösse einen echten Mehrwert bieten. Hierzulande haben wir gerade mal das Imax in Luzern. Wir bräuchten aber mindestens jeweils eines in Zürich, Basel und Bern, wenn der Branchenverband ProCinema wieder steigende Besucherzahlen verzeichnen möchte. Mischa Bähler, 4106 Therwil

MM19: Landkinos Der Charme

Diese Unterstützung ist die einzig richtige und funktionierende Entwicklungshilfe. Sie ist das, was die Bauern wirklich wollen. Fairer Handel bringt Wertschätzung, Sicherheit und Selbstbestimmung. Viel Geld in westlich orientierte Projekte zu stecken, bringt langfristig zu wenig. Andrea Lieberherr, per E-Mail

des kleinen Filmtheaters

«Wir brauchen Imax-3D-Kinos» Hiesige Kinobetreiber müssen sich nicht wundern, wenn die potenziellen Kunden aufgrund der starken Streaming- und

MM19: H.-P. Fricker zu fairem Handel Bauern helfen sich selber

Verliebt wie Patrick und Arethy: Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

«Unterstützung, die Bauern wollen»

Online

Hatten Sie Dating-Glück? Melden Sie sich bei uns Das Migros-Magazin stellt in dieser Ausgabe Paare vor, die sich auf Datingplattformen getroffen haben. Haben Sie Ihre(n) Partner(in) wie Arethy Pushparaj und Patrick Lampe (Seite 9) auf Tinder oder Parship kennengelernt und sind noch heute glücklich darüber? Dann senden Sie ein Paarbild, Ihren Namen und Ihre Geschichte an: onlineredaktion@migrosmedien.ch Wir veröffentlichen Ihre Beiträge ab 16.5.: www.migmag.ch/paarglueck


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1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Busfahrt ab Zürich Sihlquai (09.15 Uhr) / St. Margrethen (10.45 Uhr). Einschiffung. 2. Tag Melk–Wien Ausflug* Benediktiner-Kloster (UNESCO-Weltkulturerbe) mit Weinprobe. 3. Tag Wien Stadtrundfahrt/-gang.* Ausflug+ zum Barockschloss Schönbrunn. 4. Tag Kalocsa Ausflug* ins Schwäbische Weindorf Hajós. 5. Tag Kalocsa–Osijek Ausflug* zum Nationalpark Kopacki Rit mit Stadtbesichtigung Osijek. 6. Tag Eisernes Tor/Kataraktenstrecke Fahrt durch das «Eiserne Tor»mit den spektakulärsten Taldurchbruch Europas. 7. Tag Orşova–Donji Milanovac Fahrt+ zum Aussichtspunkt. Ausflug* zur Ausgrabungsstätte Lepenski Vir. 8. Tag Belgrad– Novi Sad Rundfahrt/-gang* durch Belgrad. Ausflug nach Novi Sad+ mit Halt beim Kloster Krusedol. 9. Tag Mohacs Ausflug* nach Pécs. 10. Tag Budapest–Visegrad Rundfahrt/-gang* durch Ungarns Hauptstadt. Ausflug+ zum Dom von Esztergom mit Panoramablick auf das Donauknie. 11. Tag Bratislava Rundfahrt/-gang* durch die Altstadt. 12. Tag Linz Rundgang.* 13. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung. Busrückfahrt nach St. Margrethen (ca. 15.45 Uhr) oder Zürich (ca. 17.15 Uhr). Individuelle Heimreise.

1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Busfahrt. Einschiffung. 17.30 Uhr «Leinen los!». 2. Tag Wien Fahrt durch die Wachau. Nachmittagsrundfahrt/-gang.* 3. Tag Kalocsa Ausflug* ins Weindorf Hajós. 4. Tag Belgrad Rundfahrt/-gang* inkl. Festung Kalemegdan. 5. Tag Eisernes Tor/Kataraktenstrecke Fahrt durch den spektakulären Taldurchbruch. 6. Tag Bukarest Rundfahrt/-gang* 7. Tag Donaudelta Rundfahrt* mit Ausflugsbooten oder Rundfahrt° Delta intensiv. Fahrt auf Donau-Seitenarm Sfântu Gheorghe. 8. Tag Donaudelta Rundfahrt+ ins obere Donaudelta. 9. Tag Rousse Stadtrundfahrt/-gang* mit Ausflug zur Felsenkirche Ivanovo. 10. Tag Nikopol–Oriachovo–Lom Ausflug nach Pleven* oder Sofia.° 11. Tag Donji Milanovac Fahrt durch das «Eiserne Tor». Ausflug* zur Ausgrabungsstätte Lepenski Vir. 12. Tag Novi Sad Besuch der Wehranlage Petrovaradin+ und Stadtrundfahrt/-gang.* 13. Tag Mohacs Ausflug* nach Pécs. 14. Tag Budapest Stadtrundfahrt/-gang.* Freier Nachmittag. 15. Tag Bratislava Ausflug* zur Burg und Altstadtrundgang. 16. Tag Krems Busfahrt* zum Stift Melk. 17. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung. Busrückfahrt. Individuelle Heimreise.

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Migros-Welt MM20

Zahl der Woche

96 330

96 330 Bälle wurden in der ersten Maiwoche auf dem meistbesuchten Golfpark der Migros in Otelfingen ZH abgeschlagen. Die Migros ist mit ihren acht Anlagen die grösste Golfanbieterin der Schweiz.

Migros-Lehrberufe

Mechaniker mit Erfindergeist

Bild: Daniel Kellenberger

Sami Alicajic (18) absolviert das zweite Lehrjahr zum Produktionsmechaniker bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG.

«Wir fertigen Werkzeug und Maschinenteile. Dieses Gerät zum Messen von Widerständen habe ich selbst konstruiert.»


44 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Migusto

Zopf-Schau auf Facebook Vor Kurzem liess Migusto die Migros­Gemeinde «zöpfle». Über Facebook rief der Migros­Koch­ club dazu auf, Bilder der eigenen Zopf­ Kreationen einzuschicken. 140 Hobbybäcker folgten dem Aufruf und teilten die Bilder ihrer geflochtenen Teige auf der Social­ Media­Plattform – vom klassi­ schen zweistrangzopf bis zum bunten Fünfstranggebäck. Für die unerfahrenen Zopffans gab es von Migusto eine Videoanleitung zum Zopfflechten. Rückruf

Zopfbildergalerie und Anleitung auf www.facebook.com/Migros und www.migusto.ch

Nouvel Grillund Fonduegerät «Hot Pot» Der Hersteller Nouvel ruft das Grill­ und Fon­ duegerät «Nouvel Hot Pot, 16-teilig, 1950W» zurück. Aufgrund eines Fertigungsfehlers im Thermostat kann es bei einzelnen dieser Geräte zu einer Überhitzung des Heizkreises kom­ men. Dies kann zur Folge haben, dass das geschmolzene Metall aus dem Gerät ausläuft. Es besteht daher Verbren­ nungs­ und Brandgefahr. Von diesem Rückruf ist der Migros­Fachmarkt Melectronics mit folgen­ dem Artikel betroffen: Nouvel Grill­ und Fon­ duegerät «Hot Pot» (Artikelnummer 7174.558, Preis Fr. 99.–). Die Migros bittet ihre Kundinnen und Kunden, das Grill­ und Fondue­ gerät ab sofort nicht mehr zu benutzen und zum Kundendienst der nächsten Melectronics­ Filiale zurückzubringen. Bei der Rückgabe wird der bezahlte Kaufpreis erstattet.

Artenvielfalt

Festival der Natur

Erstarrt auf der Bühne zur Skulptur: die «Unmute Dance Company» Festival

Bühne ohne Schranken Vom 1. bis 11. Juni findet das Festival «IntegrART 2017» statt: Auf Bühnen in Basel, Bern, Genf und Lugano zeigt sich, dass die Kunst Grenzen überwinden kann. Darstellende Künstler mit und ohne Behinderung treten gemeinsam auf; ihre Darbietungen vereinen Theater und Tanz. Ein Beispiel ist die südafrikanische Formation «Unmute Dance Com­ pany»: Die Mitglieder zeigen sich

dem Publikum verhüllt; sie scheinen zu Skulpturen zu versteinern. Ob die Künstlerinnen und Künstler eine körperliche Einschränkung haben, spielt dabei keine Rolle mehr – sie alle bilden eine Einheit. Infos zum Festivalprogramm: www.integrart.ch

Vom 18. bis 21. Mai findet das Festi­ val der Natur statt. Anlass dazu ist der internationale Tag der Arten­ vielfalt. Mehr als 750 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz zu Themen rund um Natur, Arten­ vielfalt und Ökologie stehen auf dem Programm. Dazu gehören bei­ spielsweise Exkursionen und Wan­ derungen, Ausstellungen und Tage der offenen Tür auf Bauernhöfen. Die Landwirtschaft hat für die Artenvielfalt eine hohe Bedeutung. Agrarlandschaften bieten zahl­ reichen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Die Bauernvereini­ gung IP­Suisse und die Migros mit ihrem Label Terrasuisse fördern die Biodiversität in der Landwirtschaft und sind Partner des Festivals. Alle Infos und Veranstaltungen: www.festivaldernatur.ch


MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 45

Die Region um den Aare-Hagneck-Kanal am Bielersee ist Landschaft des Jahres 2017. Vier in den vergangenen Jahren sanierte Wasserkraftwerke stehen dort inmitten von Naturschutzgebieten, Biotopen und extra angelegten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen (im Bild das Kraftwerk Hagneck mit Fischtreppen im Vordergrund). Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz lobte die naturfreundliche Sanierung der Kraftwerke und die Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen. «Die Bestrebungen zeigen, dass eine Kombination von intensiver Nutzung unter Berücksichtigung von Landschaftsschutzanliegen möglich ist», stellt die Stiftung in der Begründung für ihre Entscheidung fest. Die Preissumme in Höhe von 10 000 Franken für die BKW Energie AG, den Energie Service Biel (ESB) und den Kanton Bern wird von der Migros mitfinanziert. Landschaft des Jahres

Blickfang

Bilder: Michel Jaussi, Betalife Productions, zVg

Jumboparade

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

«Diese Bild stammt aus dem Jahr 1991 und zeigt die Elefanten des Circus Knie während ihrer Parade durch die Innenstadt von Genf. Auf dem Weg zum Zirkuszelt auf dem «Plaine de Plainpalais» passierten sie diese Migros-Filiale. Für mich zeigt dieses Foto das Aufeinandertreffen von zwei Riesen.» André Würgler, Gland

Klipp und klar

Umweltauflagen für Open Airs

Martin Koch, Leiter Sponsoring bei der Migros

1

Ist die Umweltbelastung von Open Airs für die Migros ein Thema bei ihrem Sponsoring? Sie ist ein grosses Thema. Mit dem Pro­ gramm Generation M verpflichten wir uns der Nachhaltigkeit und möchten auch bei von uns unterstützten Veranstaltungen eine nachhaltige Wirkung erzeugen.

2

Gibt es von der Migros Auflagen für die Veranstalter? Ja. Wir vereinbaren zu­ sammen verschiedene Mindestanforderun­ gen, zum Beispiel bei der Abfallmenge pro Besucher oder für die Anreise mit öffentli­ chen Verkehrsmitteln. Wir unterstützen die Veranstalter darin, die­ se Ziele zu erreichen.

3

Welche Hilfe bietet die Migros an? Zum Beispiel speziell entwickelte Abfall­ trennsysteme oder stark vergünstigte Extrazüge für die Be­ sucher. Zudem haben wir das Programm «Nachhaltige Events» lanciert. Damit können Veranstalter ihr Engagement für die Umwelt messen, mit anderen verglei­ chen und Unterstüt­ zungsmassnahmen anfordern.


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MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 47

Matthew Robin, Chef der Estavayer Lait SA Matthew Robin

«Ich bin stolz auf die Teams»

Riesige Anlage: Die neue Holzheizung vermindert die CO2-Emissionen des Betriebs um 60 Prozent.

Innovationen

Abschied vom Heizöl Der M-Industriebetrieb Estavayer Lait SA nimmt die grösste Holzheizung der Schweiz in Betrieb. Der Brennstoff stammt aus den Wäldern der Region. Die Anlage reduziert den CO2-Ausstoss des Unternehmens jährlich um 12 000 Tonnen. Text: Anne-Isabelle Aebli

Bilder: Vincent Murith/La Liberté, DR

D

ie neue Holzheizung der Estavayer Lait SA im Kanton Freiburg ist gigantisch: Sie füllt ein neu errichtetes Gebäude, das sich direkt neben der Milchverarbei­ tungsfabrik befindet. Die Anlage reduziert den CO₂­Ausstoss des M­Industriebetriebs pro Jahr um 12 000 Tonnen, was den Emissio­ nen von 2264 durchschnittlichen Vier­Personen­Haushalten entspricht. Die Holzheizung hat eine Be­ deutung für die ganze Migros: Sie vermindert den CO₂­Ausstoss der Estavayer Lait SA um 60 Prozent und die Emissionen der gesamten M­Industrie um 18 Prozent. In der Molkerei werden Tag für Tag 700 Tonnen Milch verarbeitet; die Estavayer Lait SA ist das führende milchverarbeitende Unternehmen der Schweiz. Bisher wurde die

Milch in Estavayer­le­Lac mit­ hilfe von Gas und Heizöl erhitzt. Die neue Holzheizung erzeugt die nötige Temperatur nun auf klima­ freundliche Art. «Holz ist praktisch der einzige CO₂-neutrale Brennstoff, mit dem sich die nötige Menge an Dampf und die erforderliche Hitze erzeugen lassen», erklärt der verantwort­ liche Techniker Alexandre Clerc. Zur Sicherheit verfügt das Unter­ nehmen noch über vier Gashei­ zungen. Diese sind aber nicht in Betrieb, sondern haben nur eine Reservefunktion. Holz aus 50 Kilometern Umkreis

Der Brennstoff für die neue Hei­ zung stammt ausschliesslich aus den Wäldern der Region: Es handelt sich um zertifiziertes Schweizer Holz, das in einem Umkreis von 50 Kilometern geschlagen wurde.

«Der Rohstoff der betreffenden Wälder wurde bisher nur zur Hälfte genutzt», sagt Clerc. «Das von uns verbrannte Holz wird nicht von Sägereien benötigt und hatte bisher keinen echten Markt.» Die Holzheizung trägt zudem zur Weiterentwicklung des Unter­ nehmens bei und schafft neue Arbeitsplätze. In den betrieblichen Abläufen spielt die Holzheizung eine Schlüs­ selrolle: Sie erzeugt Wasserdampf, der für die Milchverarbeitung uner­ lässlich ist. Für die Pasteurisierung muss die Flüssigkeit für einige Sekunden auf 85 Grad erhitzt wer­ den, für eine längerfristige Konser­ vierung sogar auf 150 Grad. Der Bau der Holzheizung kostete elf Millio­ nen Franken – deutlich mehr als eine herkömmliche Heizung. Doch der Nutzen für die Umwelt recht­ fertigt die Investition.

Warum haben Sie sich für die Holzheizung entschieden? Die Migros und die M­Industrie haben versprochen, ihre CO₂­Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu vermindern. Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir zu Investitionen bereit. Wir spielen als grosse Energie­ verbraucherin eine wichtige Rolle. Mit unserer Initia­ tive nützen wir der Umwelt und senken langfristig die Kosten. War der Bau der Holzheizung eine Herausforderung? Sicher. Die grösste Holzheizung der Schweiz in acht Monaten zu bauen, war eine grosse Herausforderung. Ich bin stolz auf unsere Teams. Ihr Unternehmen will sich bis 2040 einzig mit erneuerbaren Energien versorgen. Wir prüfen zur­ zeit das mögliche Vorgehen. Vieles kann sich noch entwickeln. Wir müssen die techni­ schen und technolo­ gischen Fortschritte im Auge behalten und die richtige Wahl treffen. MM


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50 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Schulküche

Auf den Punkt gegart Profiköchen, die häufig viele Steaks grillieren oder braten, genügt ein Drucktest mit dem Finger. Alle anderen sind mit einem Bratenthermometer (Kerntemperaturmesser) gut beraten. Es wird in die Mitte des Bratens oder des Steaks gesteckt. So verpasst man den richtigen Garpunkt nicht.

Durchgebraten («well done», «bien cuit»)

Auch wenn viele Fleischfans es als Sakrileg betrachten: Durchgebratenes Fleisch hat ebenfalls seine Liebhaber. Das Fleisch ist dann nicht mehr rosa. Bei einer Kerntemperatur von 60 bis 65 Grad kann man davon ausgehen, dass das Fleisch durchgebraten ist.

Medium oder auch rosa («à point») Das Fleisch hat eine knusprige braune Kruste und ist innen entweder durchgängig rosa («medium rare») oder nur im Kern rosa («medium well»). 55 Grad ist die richtige Temperatur für diese Garstufe.

Blutig («rare», «saignant») Das Fleisch hat eine dunkle Kruste, ist im Kern aber noch blutig. Bei einer Kerntemperatur von 45 bis 50 Grad in der Mitte des Fleischstücks sieht es dann genauso aus. Innerhalb dieser Garstufe gibt es ebenfalls Abstufungen von durchgehend blutig bis zu einem nur blutigen Kern. Im Zweifelsfall lieber etwas kürzer garen, denn notfalls kann man das Fleisch noch nachgaren.


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Créa d’Or-Mandelplätzli, -Nobilé und -Buttersnack im 3er-Pack z.B. Mandelplätzli, 3 x 103 g, 7.60 statt 11.40

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M-Classic Cornets assortiert im 16er-Pack 16 x 130 ml

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Alle Crème d’or Glaces 750 ml und 1000 ml z.B. Vanille Bourbon, 1000 ml, 7.80 statt 9.80


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Brot und Milchprodukte

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MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 63

Profi-Tipp

Das perfekte Steak

Claudia Schmidt

Foodjournalistin

Vom Grill

T-Bone-Steak mit pikanter Peperoni-Salsa Zutaten für 4 Personen 2 T-Bone-Steaks à ca. 500 g 2 EL Olivenöl 2 Zweige Rosmarin Fleur de sel, Pfeffer aus der Mühle Salsa: 2 Peperoni, z. B. orange, gelb 1 Peperoncino 1 rote Zwiebel 1 Zweig Rosmarin 2 EL Olivenöl 1 grosse Knoblauchzehe 2 EL Aceto balsamico bianco 1½ EL flüssiger Honig Salz, Pfeffer aus der Mühle ½ Bund Petersilie ½ Bund Schnittlauch Zubereitung

1. Fleisch 30 Minuten vor dem Grillieren aus dem Kühlschrank nehmen. Rosmarinnadeln abzupfen. Fleisch mit Olivenöl und Rosmarinnadeln marinieren. 2. Für die Salsa Peperoni und Peperoncino halbieren, entkernen und fein würfeln. Zwiebel fein hacken. Rosmarinnadeln abzupfen und fein hacken. 3. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, geschnittenes Gemüse und Rosmarin andünsten. Knoblauch dazupressen, ca. 2 Minuten mitdünsten. Pfanne vom Herd nehmen. Aceto und Honig dazugeben und mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie und Schnittlauch fein hacken und dazugeben. 4. Grill auf mittlere Hitze vorheizen, Fleisch grillieren (blutig ca. 6 Minuten, rosa ca. 10 Minuten, durchgebraten ca. 15 Minuten). Fleisch vom Grill nehmen, in Alufolie einwickeln und ca. 5 Minuten ruhen lassen. Fleisch auspacken und mit Peperoni-Salsa servieren. 4. Fleisch mit Fleur de sel und Pfeffer bestreuen und mit der Salsa servieren.

Steaks für mehrere Personen? Das will gut organisiert sein. Je nach Grösse der Fleischstücke nehme ich dafür gern zwei Bratpfannen – wenn gerade kein Grillwetter ist. Gleichzeitig heize ich den Backofen auf 50 Grad vor, sodass das Fleisch später ruhen kann, ohne auszukühlen. Fleischstücke, die etwas dicker sind als die anderen, gebe ich als Erstes in die Pfanne. Wenn ich nur wenige Steaks zubereite, verzichte ich auch schon mal auf das mir sonst sehr ans Herz gewachsene Fleischthermometer. Ein leichter Druck mit der Grillzange auf das Fleisch verrät die Garstufe. Solange es noch roh ist, gibt das weiche Fleisch nach, die Zange versinkt fast darin. Je mehr es gart, desto fester wird es. Ist es ganz durchgebraten, gibt das Fleisch nicht mehr nach. Ebenso wichtig wie das Garen ist das Ruhenlassen. Dazu deponiert man das Fleisch für fünf bis zehn Minuten in Alufolie oder mit einem Teller abgedeckt im Backofen. Nur so verteilen sich die Fleischsäfte optimal. MM

Viele weitere kochtipps ZU STEAKS

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MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 65

Gold Fairtrade Max Havelaar Multivitamin, 25 cl Fr. –.70

Gold

Flüssige Früchte Die Fruchtsäfte von Gold tragen das Label Fairtrade Max Havelaar. Das bedeutet, dass die Früchte aus fairem Handel stammen – was die Lebensbedingungen der Bauern und ihrer Familien in den Anbaugebieten markant verbessert.

Gold Fairtrade Max Havelaar Orangensaft, 1 l Fr. 1.95

Max Havelaar unterstützt Bauern und ihre Familien.

Die Bauern erhalten nebst einem höheren Früchtepreis auch eine Geldprämie, die sie in den Anbau investieren.

Gold Fairtrade Max Havelaar Ananassaft, 1 l Fr. 1.95

Die Orangen stammen von 100 bäuerlichen Betrieben, die Grapefruits von 35. Die Bischofszell Nahrungsmittel AG verarbeitet

Bild: Véronique Högger; Illustrationen: Vectorstock

für die Migros das in Brasilien und Mexiko hergestellte Fruchtkonzentrat zu Gold-Saft.

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15 Liter Fruchtsaft werden jährlich in der Schweiz pro Kopf konsumiert. Die Favoriten unter den Gold-Fruchtsäften sind der Orangen- und der Multivitaminsaft. Fairtrade Max Havelaar zeichnet Produkte aus, die nachhaltig produziert und fair gehandelt werden. Ein Teil von

Die Migros verkauft rund 150 Fairtrade-zertifizierte Produkte. Dazu gehören auch rund 20 verschiedene Fruchtsäfte.

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


66 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Aha!

Garantiert glutenfrei Die tiefgekühlten Fertigbrote sind einzeln verpackt und dank der backfesten Folie parat für in den Ofen. Wer lieber selber sein glutenfreies Brot backt, verwendet Mehlmischungen ohne Weizen und Gluten. Text: Sonja Leissing

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MIGROS­WELT | MM20, 15.5.2017 | 67

Wissenswertes

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Brotklassiker für Betroffene Wer an einer Unverträg­ lichkeit leidet, kann in der

Migros mit gutem Gewissen auch bei Backwaren und Mehlmischungen zugreifen. Klassiker unter den Brotsorten wie die tiefgekühlten Laugen­ brötchen, Weggli oder die Brotblume sind ohne Weizen und Gluten erhältlich. Praktisch ist, dass man die Brötchen in der ofenfesten Folie direkt aus dem Tiefkühlfach zum Auf­ backen in den Ofen legen kann. So ist immer frischgebackenes Brot verfügbar. Wer unterwegs ist, kann die Brote in der Folie auftauen und geniessen. Die Migros engagiert sich für Menschen, die an einer

Aha! Mehlmischung für Brot, Kuchen & andere Backwaren, glutenfrei, ohne Weizen, 1 kg* Fr. 5.80

Allergie oder einer Nahrungs­ mittelunverträglichkeit leiden. Aus diesem Grund wird das Allergikersortiment laufend ausgebaut. Es sind bereits über 160 Aha!­zertifizierte Artikel erhältlich. Diese werden vom Aha! Allergiezentrum Schweiz empfohlen. Sie werden von der unabhängigen Zertifizierungs­ stelle Service Allergie Suisse (SAS) geprüft und kontrolliert.

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Gluten vertragen, obwohl medizinische Tests dies nicht bestätigen. Auf der Impuls­ Plattform erfahren Sie mehr: www.migros­impuls.ch

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MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 69

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Grenzenlose Möglichkeiten Wer sich laktosefrei oder vegan ernähren möchte oder soll, muss nicht mehr auf genussvolles Essen und Trinken verzichten. Aha!-Sojaprodukte machen es leicht: Der Sojadrink ersetzt die Kuhmilch, Produkte wie Soja Cuisine geben altbekannten Gerichten die gewünschte Cremigkeit und Reichhaltigkeit, wie man sie sonst nur vom Rahm her kennt. Tofu hat schon lange seinen festen Platz in der vegetarischen und asiatischen Küche – nicht zuletzt deshalb findet er auch unter bekennenden Fleischessern immer mehr Fans.

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MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 71

Yogos

Spritzige Abkühlung Wenn die Temperaturen steigen, ist eine fruchtige Erfrischung willkommen. Die neue Yogos-Joghurt-Sorte Zitrusfrucht mit Mandarinen- und Orangenschnitzen, Pink Grapefruit und Zitrone sorgt an warmen Tagen für kühle Genussmomente.

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Bild & Styling: Claudia Linsi

Tipp Mit den Yogos-Joghurts ist die Zubereitung von Frozen-Yogurts ein Kinderspiel. Dazu gibt man Yogos in handelsübliche Stängel-Formen oder andere beliebige Gefrierbehälter und stellt sie über Nacht in den Gefrierschrank. Vor dem Servieren ein paar Minuten antauen lassen – und schon kann der Schleckspass beginnen.

Yogos erfrischt pur und auch als selbstgemachter Frozen-Yogurt.

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72 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Glacesorte gesucht

Die Kunden entscheiden Auf der Onlineplattform Migipedia können MigrosKunden ab sofort aus den drei Glacesorten Banane (mit dem Papagei), Haselnuss (mit dem Eichhörnchen) und Zitrone (mit dem Schmetterling) ihren Favoriten wählen. Alle drei Sorten waren in den vergangenen Jahren bereits vorübergehend in der Migros erhältlich. Der Publikumsliebling wird im Sommer 2018 ein Comeback erleben. Jetzt abstimmen:

www.vonuns-vonhier.ch/ rahmglacevanille

Banane/Papagei: eingeführt 2001, für eine Saison im Migros-Tiefkühlfach

Von uns. Von hier.

Wärter der Seehunde

Rund 30 Millionen Rahmglace-Lutscher stellt der Migros-Betrieb Midor jedes Jahr her. Entsprechend hochwertig müssen die Produktionsanlagen für solche Mengen sein. Jost Zentner ist dafür zuständig, dass die Seehundglace ohne Makel und mit ihrem typischen Geschmack produziert wird. Text: Thomas Tobler

Bilder: Paolo Dutto

W

ahrscheinlich beneiden wir alle Jost Zentner ein bisschen. Zumindest an heissen Sommertagen. Erstens ist sein Arbeitsplatz dauergekühlt, und zweitens wird dort jede Stunde Glace gegessen. Aus beruflichen Gründen. Jost Zentner ist Bereichsleiter beim Migros-Betrieb Midor in Meilen ZH, dem Geburtsort der Seehundglace mit Vanillegeschmack und der anderen drei aktuellen Migros-Glaces in der Tierverpackung – Affe, Bär und Koala. Die regelmässigen Qualitätstests, offiziell «Glace-Essen» genannt, sind wichtig, um sowohl die Geschmacksnote als auch die Konsistenz zu kontrollieren. «Ich muss wissen, wie unsere Glaces schmecken. Solche Tests lassen sich nicht im Labor durchführen», sagt Jost Zentner. Updates wie bei einem Smartphone

Zitrone/Falter: eingeführt 2008, während dreier Jahre im Sortiment

Haselnuss/Eichhörnchen: eingeführt 2003, bis 2006 in der Migros erhältlich

Seit zwölf Jahren ist er bei der Midor, und natürlich beschränken sich seine Tätigkeiten nicht auf den Verzehr der hergestellten Produkte. Hauptsächlich kümmert er sich um die Weiterentwicklung und Wartung der Produktionsanlage, auf der die Seehundglace hergestellt wird. Hinzu kommen Schulungen der Mitarbeiter, die an seiner Linie arbeiten. «Die Anlage wird laufend angepasst und optimiert. Wie ein Smartphone, auf das regelmässig Updates geladen werden.» Die «Updates» für eine Maschine, die während 20 Minuten 9600 Glaces herstellt, sind eigentlich feinste Justierungen. Etwa, wenn die Holzstängel der Lutscher mit zu viel Druck durch die Anlage geschoben werden oder die Dauer im Schokoladenbad um Millisekunden angepasst werden muss. Zudem ist die Midor der einzige Glacehersteller weltweit, der seine Produkte in Papier verpackt. Auch diesem besonderen

Attribut muss bei der maschinellen Herstellung Rechnung getragen werden. Neue Produktionsanlage zum Jubiläum

Seit dem 40-Jahre-Jubiläum der Seehundglace vor zwei Jahren werden die Lutscher auf einer neuen Anlage produziert. Sie wurde in Teilen angeliefert und bei der Midor innerhalb eines Monats zusammengebaut. «Diesen Aufbau mitzuerleben, hat sicherlich zum technischen Verständnis der Abläufe und Prozesse beigetragen. Wir konnten viel Erfahrung sammeln», sagt Jost Zentner. Pro Stunde stellt die neue Anlage rund 6000 Seehundglaces mehr her als das Vorgängermodell. «Dieser technologische Fortschritt, die stetige Weiterentwicklung und der Austausch mit meinen Mitarbeitenden darüber machen meine Arbeit sehr spannend.» Und bald wird Jost Zentner seine Anlagen wieder neu abstimmen müssen, denn jedes neue Rezept erfordert leichte Anpassungen an der Maschine: Im Sommer 2018 soll eine alte Midor-Glacesorte wiedergeboren werden und das bestehende Quartett ergänzen. Welche Geschmackssorte dann in einem Jahr bei der Midor hergestellt wird, entscheiden die Migros-Kunden per Onlinevoting auf der Konsumentenplattform Migipedia (siehe Randspalte links). Zur Auswahl stehen Zitrone, Haselnuss und Banane. «An die Zitrone-Produktion kann ich mich noch erinnern, das war zu meinen Anfangszeiten bei der Midor. Aber ich persönlich würde wohl für den Haselnussgeschmack stimmen.» So oder so: Ab Sommer 2018 wird Jost Zentner einen zusätzlichen Glacegeschmack haben, den er während seiner Arbeit an der Glaceanlage der Midor stündlich kontrollieren darf. MM


MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 73

Der Moment der Wahrheit: Bereichsleiter Jost Zentner prüft stündlich Form, Geschmack und Konsistenz der Glace.

Star der Woche

Kultiges Glacevergnügen Seit 1950 stellt der MigrosBetrieb Midor in Meilen ZH Glace her. 25 Jahre später wurden die kultigen Rahmglaces mit den charakteristischen Tiermotiven auf der Verpackung aus der Taufe gehoben. Die Entwürfe dafür stammen vom Zürcher Grafiker Hans Uster, der 1975 bei der Midor gerade Chef der neuen Abteilung «Verpackung Kreativ» geworden war. Welches Tier für welchen Geschmack steht, wurde bei der Einführung rein zufällig bestimmt.

Der aktuelle Star der Woche,

die Vanille-Seehundglace,

zählt somit zu den Ursorten der Rahmglaces, genauso wie Chocolat und Erdbeer. 1987 kam Mokka dazu. In allen vier Sorten werden insgesamt rund 30 Millionen Stück in Meilen produziert.

Mehr Informationen zum Star der Woche auf www.vonuns-vonhier.ch/ rahmglacevanille

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Glaces von der Midor.


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05.08 12.08 19.08 26.08 09.09 16.09 23.09 14.10 27.08 03.09 10.09 17.09 24.09 01.10 08.10 21.10 28.10

15.10 22.10 29.10

08.10 15.10 22.10 29.10

MSC Orchestra ★★★★

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MIGROS­WELT | MM20, 15.5.2017 | 75

Stimmen

Was Mitglieder am Forum elle schätzen

Cécile Schwing­ hammer, Winterthur

«Wissensvorsprung bei Migros-Produkten»: Beatrice Richard ist Zentralpräsidentin des Forum elle.

Jubiläum

60 Jahre Frauensache Das Ziel der Migros-Frauenorganisation war einst die staatsrechtliche Gleichstellung der Frau. Heute ist Forum elle ein Netzwerk für alle Frauen. Text: Andreas Dürrenberger

Bilder: zVg

A

«Ich bin ein Migros-Kind und empfinde es als Privileg, über Forum elle einen direkten Draht zu einem so interessanten Unternehmen zu haben. Mindestens einmal pro Monat finden Anlässe statt. Die Themenvielfalt ist gross. Es geht um Umweltschutz, Nahrungsmittel, Gesundheit; wir wandern und besichtigen Migros- und andere Betriebe. Die Mitgliedschaft ist unkompliziert, man kann so viele oder wenige Anlässe besuchen, wie man möchte.»

Bilder: Caroline Minjolle

ls 1957 der MigrosFrauenbund, das heutige Forum elle, gegründet wurde, sollte es noch 14 Jahre dauern, bis auch Schweizer Frauen wählen und abstimmen durften. Anders bei der Migros. Dort waren in den Genossenschaftsräten, dem Migros-Parlament, bereits zahlreiche Frauen vertreten. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler wusste, dass er den Erfolg seines Unternehmens den Frauen verdankte. Dutti unterstützte die Schaffung des Schweizerischen Bundes der Migros-Genossenschafterinnen tatkräftig. Dessen Gründerinnen waren Genossenschaftsrätinnen, die für die Anliegen von Familien eintreten und am öffentlichen Leben teilnehmen wollten. Bereits 1962 war die staatsrechtliche Gleichstellung der Frauen ihr erklärtes Ziel. Diese ist inzwischen erreicht.

Warum also braucht es das Forum elle heute noch? «Weil beim Forum elle die Leistungen der Frauen im Beruf und in der Familie gewürdigt werden», sagt Beatrice Richard, Zentralpräsidentin der MigrosFrauenorganisation. «Zudem ist Forum elle ein tolles Netzwerk für Frauen. In der heutigen Zeit ist es wichtig, persönliche Beziehungen zu erleben – gerade für ältere Frauen.» So sind es denn auch vor allem ältere Semester, die die Angebote von Forum elle nutzen. «Jüngeren Frauen fehlt neben Beruf, Familie und Freizeitaktivitäten oftmals die Zeit, sich noch anderweitig zu engagieren», meint Richard. Exklusive Einblicke in die Welt der Migros

Aber auch für jüngere Frauen sei eine Mitgliedschaft im Forum elle eine gute Sache. «Viele möchten heute wissen, wo unsere

Lebensmittel herkommen. Wenn es um Migros-Produkte geht, haben unsere Mitglieder einen Wissensvorsprung. Wir erhalten regelmässig exklusive Einblicke in Industriebetriebe der Migros oder besuchen regionale Produzenten», erzählt Richard. «Zudem organisieren wir zahlreiche Veranstaltungen zu sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen.» MM

Forum elle

Jede ist willkommen Forum elle ist parteipolitisch unabhängig und konfessionsübergreifend. Die Organisation zählt rund 10 000 Mitglieder, die schweizweit 16 Sektionen angehören. Ein Beitritt zum Forum elle ist allen Frauen möglich. Mehr Infos und Anmeldung auf www.forum-elle.ch

Bianca Brunner, St-Aubin-Sauges NE «Als ich 2008 pensioniert wurde, habe ich eine Aktivität gesucht, bei der ich mit Menschen in Kontakt bleibe. Beim Forum elle organisieren wir jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm. Von medizinischen Vorträgen über Besuche von MigrosUnternehmen bis zu Exkursionen. Die Atmosphäre ist sehr freundlich, und viele Damen treffen sich auch regelmässig zwischen den Anlässen.»


76 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Jahresrückblick

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Rückblick auf 2016 Liebe Leserin, lieber Leser

Migros-Filiale im Einkaufszentrum Manoir in Martigny neu gestaltet. Einige Monate später haben wir die Migros in Haute-Nendaz komplett renoviert. Auch hinter den Kulissen beziehungsweise in der Verwaltungsund Logistikzentrale in Martigny wurde mit Bauarbeiten begonnen. Sie werden noch mehrere Monate andauern. Eine Stärke macht aber auch die Vielfalt unserer Kompetenzen aus, die sich nicht nur auf die Supermärkte beschränkt. Unsere Fachmärkte haben sich sehr gut entwickelt, und wir freuen uns über ihre wachsende Bekanntheit. Ausserdem hat unser Catering-

Max Alter, Geschäftsleiter der Migros Wallis (links), und Bernard Monnet, Präsident der Verwaltung.

Service in den letzten Monaten Dynamik bewiesen: Viele Veranstaltungen wie die Patrouille des Glaciers, das internationale Folklorefestival FIFO oder das Open Air Gampel haben von seinem Know-how profitiert. Schliesslich sprechen unsere Überzeugungen und Werte für uns, denen wir unter allen Umständen treu bleiben. Ungeachtet der schwierigen Wirtschaftslage haben wir uns 2016 weiterhin für unsere Ideale im Bereich der Nachhaltigkeit eingesetzt. Ein Beweis dafür sind die Erneuerung unserer Lastwagenflotte und eine Vielzahl an weiteren, diskreteren Massnahmen. Die Sorge um die Nachhaltigkeit kommt ebenfalls im festen Willen zum Ausdruck, die Arbeitsplätze in unserem Unternehmen zu erhalten. Trotz der Schwierigkeiten der letzten Monate haben wir unseren Mitarbeiterbestand beibehalten. Wir setzen unsere Bemühungen fort, dass das auch in den nächsten Jahren so bleibt, denn der Kundendienst steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeiten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser grösster Reichtum, und wir legen Wert darauf, ein vorbildlicher Arbeitgeber zu sein. Als Bestätigung dafür zeichnete uns das Magazin «Bilan» zum zweiten Mal in Folge als zweitbesten Arbeitgeber der Westschweiz aus. Auch unseren Lernenden schenken wir grosse Aufmerksamkeit und bieten ihnen Chancen, die sie sehr schätzen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die in unserem Unternehmen tätig sind. Ihre Arbeit und ihr Engagement, unseren Kundinnen und Kunden qualitativ hochstehende Dienstleistungen zu erbringen, machen uns sehr stolz. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre dieses Berichts und danken Ihnen für Ihr Vertrauen. MM Bernard Monnet Präsident der Verwaltung Max Alter Geschäftsleiter

Bild: Raphaël Fiorina

D

er Schweizer Detailhandel erlebt schwierige Zeiten. Die Turbulenzen sind für die Migros Wallis eine Chance, ihre Kräfte zu bündeln und ihre Stärken hervorzuheben. Die Folgen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sind immer noch jeden Tag spürbar. Sie hat zu erheblichen Preissenkungen geführt und den Aufschwung des Einkaufstourismus begünstigt. Den Feriengästen aus dem Ausland hat sie zudem den Aufenthalt in unseren Bergsportorten verteuert. Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten macht dem traditionellen Detailhandel eine immer stärkere Konkurrenz zu schaffen: das Internet. Eine kontinuierlich wachsende Zahl an Konsumentinnen und Konsumenten entscheidet sich, die Einkäufe mit ein paar wenigen Mausklicks zu erledigen, anstatt einen Laden zu besuchen. Diese Tatsachen widerspiegeln sich in unserem Jahresergebnis: Im Vergleich zu 2015 ist der Umsatz um 9,8 Millionen Franken (–1,9%) zurückgegangen. Die Konjunktur zwingt uns dazu, unsere Prozesse zu beleuchten, um sie zu optimieren, und weiterhin unser Bestes zu geben, um das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden zu verdienen. Zum Glück kann sich die Migros Wallis auf unstrittige und starke Vorteile stützen, auf die wir uns im vergangenen Geschäftsjahr fokussiert haben. Eine grosse Stärke ist unser Sortiment, das den Schwerpunkt auf regionale Produkte legt. Vergangenes Jahr haben wir das 15-Jahr-Jubiläum unseres Labels «Aus der Region.» gefeiert – wie, können Sie auf den nächsten Seiten nachlesen. Unsere regionale Identität macht uns stark. Durch sie sind wir so nah wie möglich an den lokalen Produzenten und kennen die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden genau. Eine weitere Stärke sind unsere Standorte, die wir vor Kurzem renoviert haben und die unseren Kundinnen und Kunden einen hohen Komfort bieten. Ein so grosser Immobilienbestand erfordert natürlich immer wieder Anpassungen. 2016 haben wir beispielsweise die


MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 77

Überblick

Lagebericht und Ausblick Allgemeiner Geschäftsverlauf

Mit einem Nettoumsatz von CHF 503,3 Mio. verzeichnete die Genossenschaft Migros Wallis im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzrückgang von CHF –9,8 Mio. oder –1,92% im Vergleich zum Vorjahr. Verschiedene Faktoren wie der Einkaufstourismus, Negativzinsen, die Negativteuerung, die internationale politische Instabilität und die Migrationsbewegungen haben sich auf die Kaufmoral der Konsumenten ausgewirkt. Die Schliessung der Filiale HauteNendaz während den Renovationsarbeiten und die Preissenkungen von –0,71% hatten einen negativen Einfluss auf die Umsätze des Geschäftsjahrs 2016. Der Catering Service hatte im Jahr 2015 einen Grossauftrag für das Eidgenössische Schützenfest. Dieses einmalige Ereignis hat einen Einfluss auf die Differenz der Umsätze 2015 und 2016. Finanzielle Lage

Mit dem operativen Cashflow von CHF 32,9 Mio. (Vorjahr CHF 20,6 Mio.) konnten die Nettoinvestitionen von CHF 30,7 Mio. (Vorjahr CHF 9,6 Mio.) vollumfänglich finanziert und die Nettofinanzschuld um CHF –2,0 Mio. gesenkt werden (Vorjahr

Senkung von CHF –13,0 Mio.). Das Eigenkapital konnte weiter gestärkt werden und beträgt am 31. Dezember 2016 CHF 215,3 Mio. bzw. 72,5% der Bilanzsumme (Vorjahr CHF 211,2 Mio.). Die Betriebskosten belaufen sich auf CHF 153,0 Mio. und sind um CHF –1,0 Mio. tiefer gegenüber dem Vorjahr, was u.a. auf die Expansion (Abschreibungen) zurückführen ist. Der Personalaufwand ist CHF +0,5 Mio. höher als im Vorjahr. Die Lohnsumme wurde durchschnittlich um 0,50% erhöht. Mit einem operativen Betriebsergebnis (EBIT) von CHF 6,9 Mio. wurde das Ergebnis vom Vorjahr erreicht. Das Unternehmensergebnis beträgt CHF 4,1 Mio. (CHF –1,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr). Die Ursachen für die Abweichung sind unter anderem die höheren direkten Steuern. Bestell- und Auftragslage

Im Detailhandel bestehen nur in sehr geringem Ausmass Bestellungen und Aufträge. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit

Die Genossenschaft Migros Wallis betreibt als Detailhandelsunternehmung selbst keine Forschung und Entwicklung.

Aussergewöhnliche Ereignisse

Es haben keine aussergewöhnlichen Ereignisse das Geschäftsjahr der Genossenschaft Migros Wallis wesentlich beeinflusst. Risikobeurteilung

Die Genossenschaft Migros Wallis verfügt über ein Risikomanagement. Die Verwaltung stellt sicher, dass die Risikobeurteilung zeitgerecht und angemessen erfolgt. Sie wird regelmässig durch die Geschäftsleitung über die Risikosituation des Unternehmens informiert. Anhand einer systematischen Risikoanalyse haben die Verwaltung und die Geschäftsleitung die für die Genossenschaft Migros Wallis wesentlichen Risiken identifiziert und hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und finanzieller Auswirkungen bewertet. Mit geeigneten, von der Verwaltung beschlossenen Massnahmen werden diese Risiken vermieden, vermindert oder abgewälzt. Die selbst zu tragenden Risiken werden konsequent überwacht. Die Resultate der Risikobeurteilung berücksichtigt die Verwaltung angemessen in ihrer jährlichen Überprüfung der Geschäftsstrategie. Die Verwaltung hat die letzte Risikobeurteilung am 13. April 2016 vorgenommen und fest-

gestellt, dass die Risiken durch Strategien, Prozesse und Systeme grundsätzlich gut abgedeckt sind. Ausblick

Die Genossenschaft Migros Wallis ist ein gesundes und modernes Unternehmen, das in der Bevölkerung und bei seiner Kundschaft grösstes Vertrauen geniesst. Die Hausaufgaben wurden in guten Zeiten gemacht, das lässt sie auch in einem anspruchsvollen Umfeld verantwortungsvoll agieren. Das Unternehmen wird weiterhin Effizienzgewinne und tiefere Beschaffungskosten konsequent in Form von günstigeren Preisen weitergeben. Die Migros Wallis wird sich weiterentwickeln, besonders im Bereich Filialnetz und Kundennähe, und sie wird auch künftig alles unternehmen, um das beste Preis-LeistungsVerhältnis anzubieten. Gleichzeitig verspricht sie, neben der Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ihr soziales und ökologisches Engagement auszuweiten. Dies ganz im Sinne ihrer Leitidee, sich mit Leidenschaft für die Lebensqualität ihrer Genossenschafterinnen und Genossenschafter, Kundinnen und Kunden einzusetzen. MM


78 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Erfolgsrechnung

(in 1000 Franken) Anmerkung

2016

2015

439'206 22'175 21'640 4'404 15'883 503'308

446'557 24'071 23'402 4'539 14'570 513'140

3'764 507'072

3'916 517'056

–347'166 –89'141 –9'549 –2'460 –4'974 –3'827 –3'105 –11'489 –28'461

–356'178 –88'647 –9'740 –1'478 –5'278 –3'671 –3'125 –11'901 –30'126

–500'172 6'900

–510'143 6'913

–25 174

–59 75

7'050 –2'974 4'076

6'929 –1'888 5'041

Bilanz vor Gewinnverwendung (in 1000 Franken)

Aktiven

Anmerkung 31.12.2016

Nettoerlöse

Detailhandel Grosshandel Gastronomie Bildung/Kultur Dienstleistungen Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Erträge Andere betriebliche Erträge Total betrieblicher Ertrag Betrieblicher Aufwand Waren- und Dienstleistungsaufwand Personalaufwand Mietaufwand Anlagenunterhalt Energie und Verbrauchsmaterial Werbeaufwand Verwaltungsaufwand Übriger betrieblicher Aufwand Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Total betrieblicher Aufwand Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Finanzergebnis Ausserordentliches, einmaliges oder periodenfremdes Ergebnis Gewinn vor Steuern Direkte Steuern Gewinn

1

2

3 4

5 6

2016 wurde der Supermarkt in Haute-Nendaz vollständig renoviert.

31.12.2015

Umlaufvermögen

Flüssige Mittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - gegenüber Unternehmen des Konzerns - gegenüber Dritten Übrige kurzfristige Forderungen - gegenüber Dritten Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen Aktive Rechnungsabgrenzungen 7 Total Umlaufvermögen Anlagevermögen Finanzanlagen - gegenüber Dritten Beteiligungen - an Unternehmen des Konzerns Sachanlagen - Grundstücke und Bauten - Technische Anlagen und Maschinen - Übrige Sachanlagen - Anlagen in Bau Immaterielle Werte Total Anlagevermögen Bilanzsumme Passiven Kurzfristiges Fremdkapital

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - gegenüber Unternehmen des Konzerns - gegenüber Dritten Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten - gegenüber Dritten - gegenüber Unternehmen des Konzerns - Finanzschulden gegenüber Unternehmen des Konzerns - M-Partizipationskonten Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten - gegenüber Dritten Passive Rechnungsabgrenzungen 8 Total Kurzfristiges Fremdkapital Langfristiges Fremdkapital Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten - gegenüber Dritten 9 10 Rückstellungen Total Langfristiges Fremdkapital Total Fremdkapital EIGENKAPITAL Genossenschaftskapital Gesetzliche Gewinnreserve 11 Freiwillige Gewinnreserve Bilanzgewinn Total Eigenkapital Bilanzsumme

6'034

5'744

51 5'093

38 4'076

1'988 22'243

2'050 22'970

213 35'622

406 35'284

320

370

257

257

188'557 61'718 10'362 201 84 261'500 297'122

169'169 76'287 13'101 407 269 259'859 295'143

31.12.2016

31.12.2015

1'565 8'752

350 8'694

13 5'627 14'000

2 8'859 16'000

7'338

7'322

11'561 8'709 57'564

9'978 6'869 58'074

1'634 22'591 24'225 81'789

1'634 24'186 25'820 83'894

795 1'000 209'400 4'138 215'332 297'122

788 1'000 204'400 5'062 211'249 295'143


MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 79

Anmerkungen (in 1000 Franken) 1

Aktivierte Eigenleistungen Übrige betriebliche Erträge 2

–8'547 –2'942 –11'489

–8'649 –3'252 –11'901

–8'385 –16'769 –3'203 –104 -28'461

–14'572 –12'578 –2'857 –119 -30'126

31 10 36 –102 -25

41 10 47 –157 -59

204

88

–4

0

0 –26 174

12 –26 75

213 213

406 406

1'370 1 200 7'138 8'709

1'453 2 163 5'252 6'869

Passive Rechnungsabgrenzungen

Klubschulerträge Zinsabgrenzung Mieten Übrige Abgrenzungen 9

–69'919 –9'018 –7'424 –2'286 –88'647

Aktive Rechnungsabgrenzungen

Vorausbezahlte Aufwendungen 8

–69'773 –9'122 –7'451 –2'795 –89'141

Ausserordentliches, einmaliges oder periodenfremdes Ergebnis

Gewinn aus Veräusserung von Anlagevermögen Verlust aus Veräusserung von Anlagevermögen Andere ausserordentliche Erträge Andere ausserordentliche Aufwände 7

113 3'802 3'916

Finanzergebnis

Kapitalzinsertrag Beteiligungsertrag Übriger Finanzertrag Kapitalzinsaufwand

6

37 3'727 3'764

(in 1000 Franken) Freiwillige Gewinnreserven Freiwillige Reserven Unterstützungsfonds

2016

2015

209'350 50 209'400

204'350 50 204'400

2016 4'076 28'461

2015 5'041 30'126

–188

–88

4

-

–1'595 30'758 –968 727

–4'142 30'937 171 –357

193

674

377

–9'657

1'840

–1'147

32'927

20'622

–4 –32'030 80 1'229 54 –30'671

–25 –9'749 -30 98 87 –9'618

–1'973 0 7 –1'966 290

–13'036 17 1 –13'018 -2'015

5'744

7'759

6'034

5'744

290

-2'015

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Übrige Sachanlagen Immaterielle Werte 5

11

Übriger betrieblicher Aufwand

Sonstiger Betriebsaufwand Gebühren und Abgaben 4

2015

Personalaufwand

Löhne und Gehälter Sozialversicherungen Personalvorsorgeeinrichtungen Übriger Personalaufwand 3

2016

Andere betriebliche Erträge

Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber Dritten

Übrige langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten 10 Rückstellungen AHV-Ersatzrente

Gewährleistung aus Verträgen Ersatzinvestitionen/Sanierungen

1'634

1'634

1'634

1'634

5'251 16'111 1'229 22'591

5'727 17'210 1'249 24'186

Geldflussrechnung (in 1000 Franken) Gewinn

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Gewinn aus dem Verkauf von Anlagevermögen Verlust aus dem Verkauf von Anlagevermögen Veränderung Rückstellungen Cashflow Veränderung kurzfristige Forderungen Veränderung Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen Veränderung aktive Rechnungsabgrenzungen Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten Veränderung passive Rechnungsabgrenzungen Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Geldfluss aus Investitionstätigkeit Investitionen - Finanzanlagen - Sachanlagen - Immaterielle Werte Desinvestitionen Sachanlagen Desinvestitionen Finanzanlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten Veränderung langfristige Verbindlichkeiten Veränderung Genossenschaftskapital Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung der Flüssigen Mittel Liquiditätsnachweis: Flüssige Mittel und kfr. gehaltene Aktiven mit Börsenkurs am 1.1.2016 Flüssige Mittel und kfr. gehaltene Aktiven mit Börsenkurs am 31.12.2016 Veränderung der Flüssigen Mittel


80 | MM20, 15.5.2017 | MIGROS-WELT

Anhang (in 1000 Franken)

Verwendung des Bilanzgewinnes (in 1000 Franken)

Angaben zu den in der Jahresrechnung angewandten Grundsätzen Die vorliegende Jahresrechnung wurde gemäss den Vorschriften des Schweizer Gesetzes, insbesondere der Artikel über die kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962) erstellt. Die Rechnungslegung erfordert von der Verwaltung Schätzungen und Beurteilungen, welche die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten im Zeitpunkt der Bilanzierung, aber auch Aufwendungen und Erträge der Berichtsperiode beeinflussen könnten. Die Verwaltung entscheidet dabei jeweils im eigenen Ermessen über die Ausnutzung der bestehenden gesetzlichen Bewertungs- und Bilanzierungsspielräume. Zum Wohle des Unternehmens können dabei im Rahmen des Vorsichtsprinzips Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen über das betriebswirtschaftlich benötigte Ausmass hinaus gebildet werden. Angaben, Aufschlüsselungen und Erläuterungen zu Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz Entsprechende Ausführungen zu einzelnen Positionen der Erfolgsrechnung und Bilanz siehe «Anmerkungen zur Jahresrechnung»

Bedeutende Beteiligungen

31.12.2016

31.12.2015

1,70% 7,21%

1,70% 7,21%

Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, Grundkapital 15 000 000 Franken Kapitalanteil Stimmrechtsanteil

Gewinnvortrag Gewinn laufendes Jahr Freier Bilanzgewinn zur Verfügung der Urabstimmung Zuweisung an Freiwillige Gewinnreserve Vortrag auf neue Rechnung

2016 62 4'076 4'138

2015 21 5'041 5'062

-4'100 38

-5'000 62

Aufwendungen des Kulturprozents (in 1000 Franken)

Kulturelles Bildung Soziales Freizeit und Sport Wirtschaftspolitik Anteilmässige Verwaltungskosten/ Rückstellungen Total 0,5 % des massgebenden Umsatzes

123 2'159 39 44 15 131

150 2'159 54 129 15 192

2'511 2'304

2'698 2'350

Indirekte Beteiligungen werden in der Jahresrechnung des Migros-Genossenschafts-Bundes ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten Die Genossenschaft Migros Wallis ist im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten involviert. Obwohl der Ausgang der Rechtsfälle im heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend vorausgesagt werden kann, geht die Genossenschaft Migros Wallis davon aus, dass keine dieser Rechtsstreitigkeiten wesentliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Finanzlage hat. Erwartete Zahlungsausgänge werden entsprechend zurückgestellt.

Weitere Angaben

Nicht bilanzierte Leasingverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr Verbindlichkeiten gegenüber Personalvorsorgeeinrichtungen Gesamtbetrag der zur Sicherung eigener Verbindlichkeiten verwendeten Aktiven Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Parteien Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten Fondation Broccard-Migros Valais Stiftung Adele-Duttweiler-Preis Total langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten Fristigkeiten der langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten fällig innerhalb 1 bis 5 Jahre fällig nach 5 Jahren Personalbestand Festangestellte Lernende Teilzeitangestellte im Stundenlohn Total Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt Honorar der Revisionsstelle Revisionsdienstleistungen * andere Dienstleistungen

102'174

139'942

1'480

1'459

19'725

14'465

Bericht der Revisionsstelle an die Gesamtheit der Mitglieder der Genossenschaft Migros Wallis (Urabstimmung) zur Jahresrechnung 2016 Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

503 1'131 1'634

502 1'132 1'634

0 1'634

0 1'634

1'149 134 23 1'306

1'173 129 36 1'338

21 -

120 -

* Seit 2016 leistet die Interne Revision einen wesentlichen Beitrag zur Prüfung der Jahresrechnung Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag und bis zur Freigabe der Veröffentlichung der statutarischen Jahresrechnung durch die Verwaltung der Genossenschaft Migros Wallis fanden keine wesentlichen Ereignisse statt. Es bestehen keine weiteren nach Art. 959c OR ausweispflichtigen Sachverhalte.

Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Genossenschaft Migros Wallis bestehend aus Erfolgsrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung und Anhang (Seiten 78 bis 80) für das am 31. Dezember 2016 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Verantwortung des Verwaltungsrates Die Verwaltung ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist die Verwaltung für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2016 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten. Sonstiger Sachverhalt Die Jahresrechnung der Genossenschaft Migros Wallis für das am 31.Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr wurde von einer anderen Revisionsstelle geprüft, die am 29. Februar 2016 ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil abgeben hat.

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften

Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728 OR und Art. 11 RAG) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 906 OR in Verbindung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben der Verwaltung ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen. PricewaterhouseCoopers AG

Pierre-Alain Dévaud Revisionsexperte Leitender Revisor Sitten, 12. April 2017

Yan Pannatier Revisionsexperte


MIGROS-WELT | MM20, 15.5.2017 | 81

Genossenschaft Migros Wallis

Liebe Mitglieder In diesen Tagen erhalten Sie per Post die Stimmkarte für die Regio­ nale Urabstimmung 2017 zugestellt mit der Bitte, zur folgenden Frage Stellung zu nehmen: «Genehmigen Sie die Jahresrechnung 2016 sowie die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinnes und erteilen Sie der Verwaltung Entlastung» ?

Bild: Roman Tsubin | 123rf.com

Erläuterungen zur Abstimmungsfrage:

Im 2016 hat die Migros Wallis das 15-JahrJubiläum des Labels «Aus der Region. Für die Region.» gefeiert. Mehr Informationen über dieses Jubiläum und andere grosse Veranstaltungen finden Sie auf www.migroswallis.ch

Die Jahresrechnung mit dem Be­ richt der Revisionsstelle, der Antrag der Verwaltung auf Verwendung des Bilanzgewinnes sowie ein Aus­ zug aus dem Jahresbericht unserer Genossenschaft sind in dieser Aus­ gabe publiziert. Diese Dokumente liegen ausserdem zusammen mit dem vollständigen Jahresbericht am Sitz unserer Genossenschaft in Martigny oder auf www.migros­ wallis.ch zur Einsichtnahme durch die Mitglieder auf. Die Stimmkarten werden den Stimmberechtigten (gemäss Mitgliedschaftsregister) spätestens zehn Tage vor dem Wahltag (3. Juni) per Post zugestellt. Allfällige Be­ schwerden über nicht erhaltene oder unrichtige Stimmkarten sind frühestens sechs, spätestens drei Werktage vor dem Urabstim­ mungstag beim Mitgliederregister unserer Genossenschaft zuhanden des Wahlbüros geltend zu machen.

Wahlbüro: François Sarrasin, Präsident des Wahlbüros der Migros Wallis, chemin de la Dagne 1, 1921 Martigny-Croix

Die Urabstimmung wird nach den Bestimmungen der Statuten und des Wahlreglements durchgeführt. Diese Dokumente können von den Mitgliedern gegen Vorweisung des Anteilscheines / Mitgliederaus­ weises in unseren Verkaufsstellen sowie am Sitz der Genossenschaft in Martigny eingesehen werden. Bitte füllen Sie die Stimmkarte so rasch als möglich aus. Wenn Sie sie in die Abstimmungsurne in Ihrer nächsten Migros­Filiale legen, helfen Sie mit, Porto einzusparen. Die Urnen sind während der übli­ chen Verkaufszeiten geöffnet. Sie können die Stimmkarte aber auch in den nächst gelegenen Briefkasten werfen. Das Porto wird von der Migros bezahlt. Spätester Termin für die Rück­ sendung (oder Rückgabe) der Stimmkarte:

Samstag, 3. Juni 2017 Herzlichen Dank für Ihre Mitwirkung. Genossenschaft Migros Wallis Die Verwaltung 15. Mai 2017


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Familienumfrage Welche Art Ferien bevorzugen Sie? 1 Im Zelt, Camper oder Iglu fühlen wir uns am wohlsten. Natur pur! 45% 2 In einem schönen, familienfreundlichen Hotel entspannen wir am besten. 34% 3 In der Ferienwohnung oder bei Freunden: Es muss heimelig sein. 19% 4 Am liebsten bleiben wir zu Hause. 2%

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hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Falsch!

Der Kleine (1) hat eine eigenwillige Frisur. Sein feines blondes Haar wächst schnell und kräuselt sich, sobald er ins Schwitzen gerät. Bei dem Pensum an Bewegung, das er täglich absolviert, passiert das ziemlich schnell. Sein wilder Lockenlook lässt die Leute immer wieder über sein Geschlecht spekulieren. «Ein Mädchen? Süss!» Der Grosse (6) empört sich sehr über solche Zuschreibungen und reagiert ungehalten. «Mein Bruder ist kein Mädchen!», ruft er aus. Und irgendwann wird es dem Grossen zu bunt. Er holt die grosse Schere aus der Küchenschublade und legt an zum Haarschnitt, der keine Fragen offenlassen soll. Und jetzt? 1, 2 oder 3? 1 2 3

Ich halte den Grossen auf und nehme ihm die Schere weg. «Ist doch egal, was die anderen denken. Die Frisur des Kleinen ist doch toll!», beschwichtige ich. Ich lasse den Grossen machen. Das gibt bestimmt eine schnittige Frisur. Ich nehme die Schere und schneide dem Kleinen die Haare. Zumindest etwas.

Antwort 3: Was die anderen denken, kümmert mich nicht. Aber bei den höheren Temperaturen dürfen die Haare durchaus etwas kürzer sein. Mein Bruder hat mir einst die Haare radikal geschnitten – das möchte ich dem Kleinen ersparen.

Illustrationen: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis

Richtig oder falsch?

Reinigungsmittel, Kosmetika, Medi­ kamente, Farben und leere Farb­ dosen, Dünger und Unkrautvertilger – all diese Sonderabfälle haben eins gemein­ sam: Bei unsach­ gemässer Entsorgung können sie in der Umwelt erheblichen Schaden anrichten und für den Menschen gefährlich werden. Es ist deshalb wichtig, Sonderabfälle fach­ gerecht zu entsorgen. Schwierig ist das nicht, denn Hersteller und Handel sind verpflich­ tet, Sonderabfall kos­ tenlos zurückzuneh­ men und sachgemäss zu entsorgen. Oft gibt es dafür auch Gemein­ desammelstellen. Darum gilt:

Sonderabfälle wie alte Farben, Unkrautvertil­ ger, Medikamente oder Putzmittel nicht in den Hauskehricht oder ins WC werfen, sondern an entsprechenden Sammelstellen oder im Laden abgeben.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


86 | MM20, 15.5.2017 | LEBEN

Das Häuschen hat der Vorpächter gezimmert. Die Ablöse belief sich auf 200 Franken.

Garten

Friede? Freude! Schrebergarten!

Die Lust am Buddeln treibt immer mehr junge Städter in die Schrebergärten. Auch Esther Amberg aus Bern hat vor einem Jahr erstmals eine Parzelle gepachtet. Ganz so glatt wie erwartet verlief der Start aber nicht. Text: Almut Berger

V

on den Ferien zurück, standen wir kniehoch im Jät!», erzählt Esther Amberg (43) und schmunzelt, wenn sie an den ver­ gangenen Sommer denkt. 2016 hatte sie mit zwei Kolleginnen in der Äusseren Enge in Bern eine 200 Quadratmeter grosse Schreber­ gartenparzelle übernommen. «Nachdem es im Mai und Juni fast nur geregnet hatte, ist das Grün im Juli richtiggehend explodiert.» Prompt stand denn auch der Arealchef auf dem Platz: «Nett, aber bestimmt erklärte er uns, dass das so nicht gehe. Ob wir das Vereinsreglement nicht gelesen hätten.» Hatten die Schreber­ gartenneulinge natürlich nicht. Und auch keinen der vier obligato­ rischen Gartenkurse absolviert.

Bilder: Tina Steinauer

«Das Jät hatte uns bereits ausge­ knockt, bevor wir überhaupt richtig losgelegt hatten», erzählt die Mut­ ter von zwei Buben, die bei der Stadt Bern als wissenschaftliche Mitar­ beiterin 60 Prozent Teilzeit arbeitet. Dabei sei sie richtig euphorisch gewesen, als sie nach zwei Jahren Wartezeit den Pachtvertrag unter­ schrieb. Endlich würde sie ihre Lust am Buddeln nicht nur an den paar wenigen Tomatenstauden auf ihrem Balkon ausleben können: «An Unkraut habe ich da natürlich nicht gedacht.» Alles neu macht der Mai

Als sich im Herbst dann auch noch die zwei Kolleginnen entschieden, aus dem Gartenprojekt auszu­ steigen, sei auch sie knapp davor gestanden, Rechen und Hacke an

den Nagel zu hängen. Zumal es immer schwieriger wurde, die damals vier­ und sechsjährigen Buben in den Garten zu locken: «Die beiden Giele fandens einfach nur noch l­a­n­g­w­e­i­l­i­g!». Ihr Mann hatte bereits im Vorfeld erklärt, weiterhin lieber biken statt gärtnern zu wollen. Heuer ist nun aber alles anders: Zum einen erhielt Esther Amberg tatkräftige Unterstüzung durch einen Freund: «Wir haben zwei Wochenenden lang alle Beete durchgejätet – jetzt simmer nache.» Gemeinsam haben sie auch den ersten der Gartenkurse besucht. Zum anderen haben die Kinder unterdessen entdeckt, dass man in einem Schrebergarten nicht nur jäten muss, sondern auch pflanzen (vor allem Gurken, Fenchel und


LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 87

2

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Gartenblog

3

Bohne, Bluescht & Berger Machen Sie mit!

Die Migros-MagazinJournalistin Almut Berger tauscht sich auf ihrem Gartenblog auf Migrosmagazin.ch/ garten mit anderen Hobbygärtnern aus. Erzählen auch Sie von Ihren Erfolgen und Niederlagen. Und posten Sie Ihre eigenen Geschichten.

4

1 Esther Amberg reist jeweils mit Velo und Komposteimer im Schrebergarten an. 2 Der Fenchel hat die kalten Nächte Ende April bestens überstanden. 3 Ein Wasserbecken gehört zu jedem Garten. 4 Im Frühbeet gedeiht – neben ersten Tomaten 1 und Rucola – Reis aus Kambodscha!

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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 89

Tipps

Starthilfe für Schrebergärtner Bevor du wie auch immer loslegst:

Studiere das Reglement deines

Schrebergartenvereins!

Geh nicht automatisch davon aus, dass deine Lieben bei deinem neuen Hobby mitziehen: Es soll Leute geben, die lieber grillieren oder sünnelen, statt zu jäten. Schau zu deinen neuen Nachbarn wie zu deinen Pflänzli: Sie

kennen deinen Blätz Erde besser als du und können dir gute Tipps geben. Abgesehen davon sind sie verdammt nah – ganz wörtlich. Schrebergärtner teilen gern. Umso mehr ist es Ehrensache, ausge­ liehene Gartengeräte sauber und intakt zurückzugeben.

1

Englischer Rasen oder Naturwiese? Mono­ oder Mischkultur? Jedem das Seine. Bekehrungsversuche sind immer heikel, drum lass es. Löwenzahn und Springkraut sehen zwar hübsch aus, deren

Sämlinge haben aber schon wahre Nachbarschaftskriege ausgelöst. Greife deswegen aber bloss nicht zur Giftspritze: Unterdessen sind

«Roundup» und Co. glücklicher­ weise in den meisten Schreber­ gärten verpönt bis verboten.

2

1 Freier Blick aufs Rapsfeld: Esther Ambergs

Schrebergarten ist eine Randparzelle . 2 Das Hüttli ist so gross, dass man darin übernachten könnte – was man aber nicht darf. 3 Das Tomatenhaus wird erst nach den Eisheiligen in Betrieb genommen.

Kohlrabi), sägen (den kranken Zwetschgenbaum) und «göötschen» (zu jeder Parzelle gehört ein Wasserbecken) kann. Und dass auch andere Schrebergärtner Kinder haben, also eigentlich immer jemand zum Spielen zur Verfügung steht. Und nicht zuletzt steigt Esthers Mann zwar noch immer lieber aufs Bike als in die Gummistiefel, sorgt aber nach seinen Biketouren jeweils für den Znacht vom Gartengrill oder übernimmt das Kinderins-Bett-Bringen, wenn sie mal noch länger buddeln will. Die Schrebergärtnerin hat diese Saison nämlich noch einiges vor: So wartet bereits ein kleines Aprikosenbäumchen im Topf darauf, eingepflanzt zu werden. Auf dem Streifen zum benachbarten Rapsfeld soll neben Erdbeeren künftig auch Topinambur

3

gedeihen, und im Minzenbeet hats auch noch ein paar Lücken. Die Kinder hätten gern Schnittmangold (so schön bunt!). «Hühner sind ja leider verboten, sonst hätten wir unser Gartenhüsli entsprechend umgebaut.» Stattdessen will sie nun die Hütte, die sie für 200 Franken von ihrem Vorpächter übernommen hat, familientauglich einrichten. «Vielleicht streichen wir gemeinsam die Innenwände, das wäre doch ein schönes Regenwetterprojekt.» Übrigens hat unterdessen auch der Arealchef Freude an den Schrebergartenneulingen, erzählt Esther Amberg: «Als ich ihn fragte, ob er mir ein paar Tipps zu unserem ebenfalls geerbten Kompost geben könne, hat er sogar seine Stechgabel geholt und mir geholfen, ihn neu aufzusetzen.» MM

Beim Nachbar links lampen die Tomaten? Giess sie mit deinen Pflänzli mit – vielleicht schaffst du es ja auch mal nicht rechtzeitig in den Garten. Alle Salatköpfe gleichzeitig bereit zur Ernte? Der Nachbar

links freut sich über ein, zwei Exemplare, während der Nachbar rechts froh ist, dir ein paar Zucchetti in die Hand zu drücken. Überzählige Setzlinge werden übrigens auch gern genommen.

Übernachten im Schrebergarten­ hüsli ist leider fast überall verboten, das ist nun mal so. Doch pst: Ein Mal ist kein Mal, oder? Planst du eine Gartenparty? Lade deine Nachbarschaft gleich mit ein. Ein Blick ins Schrebergarten­

reglement (siehe oben) lässt dich wissen, bis wann und wie heftig ihr feiern dürft.


90 | MM20, 15.5.2017 | LEBEN

Tipps

Bewegung hilft • Kräftigen Sie Ihren Rücken mit gezielten Übungen. • Bewegen Sie sich regelmässig. Gesundheit

Nichts tun wäre kreuzfalsch

• Vermeiden Sie Übergewicht. • Verändern Sie Ihre Sitzposition und stehen Sie zwischendurch auf – man sollte nicht den ganzen Tag mit geradem Rücken sitzen, genauso wenig wie im Bürostuhl hängen.

Akute Rückenschmerzen sind schmerzhaft und unangenehm.

Was kann man dagegen tun? Abwarten, zum Arzt oder in die Therapie gehen? Eines sollte man auf jeden Fall vermeiden: sich schonen.

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R

ückenschmerzen kommen sehr häufig vor. Eigentlich so häufig wie Erkältungen: wenn nicht jedes Jahr, dann bestimmt jedes zweite Jahr. In den meisten Fällen sind akute Rückenschmerzen harmlos und ver­ schwinden innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder von allein, wie ein Schnupfen auch. Rückenschmerzen gehören zum Leben – Probleme mit dieser Kör­ perregion hat es wahrscheinlich schon immer gegeben. Der einzige Unterschied gegenüber früheren Zeiten ist der, dass man heute schneller zum Arzt geht. Die Ursa­ chen sind meist zu wenig Bewegung und mangelnde sportliche Tätigkeit: Wenn die Muskulatur nicht trainiert

wird, ist der Rücken weniger wider­ standsfähig. Langes Sitzen und einseitiges Arbeiten können zu feh­ lerhafter Körperhaltung und damit zu Belastungen führen. Eine relativ häufig vorkommende Ursache von Rückenschmerzen sind kleine Risse. Sie haben aber ein sehr gutes Heilungspotenzial – wie auch bei den Bändern; Bänderver­ letzungen werden heute oft nicht mehr operativ behandelt, da sie in vielen Fällen spontan verheilen. Meistens nichts Ernsthaftes

Bei Rückenschmerzen kann man mit dem Gang zum Arzt bis zu zwei Wo­ chen lang warten. Es sei denn, man hat Lähmungserscheinungen in den Beinen, Probleme mit dem Stuhl­

gang oder dem Wasserlösen. Oft tritt ein «Hexenschuss» auf, also eine absolute Starre im Rücken. Sie kann Angst auslösen, die Schmerzen ver­ gehen jedoch meist innert einiger Tage. Nur sehr selten steckt etwas Ernsthaftes dahinter. Am besten ist es, sich trotzdem zu bewegen und sich normal zu verhalten. Wenn die Rückenschmerzen länger als zwei Wochen anhalten und nicht nachlassen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt, wenn die Rückenschmerzen immer wieder, das heisst mehrmals pro Jahr, auftreten. Dann sollte man die Beweglichkeit, den Zustand des Rückens und der Muskulatur unter­ suchen lassen und sie mit gezielten Übungen, zum Beispiel im Rahmen

Bilder: Getty Images, iStockphoto

Text: Hannu Luomajoki

Impuls-Tipp


LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 91

Schmerzt das Kreuz, braucht es kein Medikament, Bewegung wäre besser.

Bei einem Stimmungstief nach der Geburt helfen Blaubeeren.

Medizinnews

Blaubeeren gegen Baby-Blues Schuld am «Baby Blues» nach der Geburt sind Hormonveränderungen, die sich auch aufs Hirn auswirken. Um dem zu begegnen, nahmen 21 frisch gebackene Mütter drei Tage nach der Geburt einen Blaubeerdrink und bestimmte Aminosäuren – keine bekam den Blues. In der Gruppe der Mütter ohne den Drink sank die Stimmung dagegen deut­ lich. Anleitung unter www.migmag.ch/blaubeeren Quelle: «Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America» 2017 Link zur Zusammenfassung: www.migmag.ch/babyblues

einer physiotherapeutischen Behandlung, wieder ins Gleich­ gewicht bringen. Bildgebende Verfahren wie MRI oder Röntgen sind sehr selten nötig. Es sei denn, man hat bei akuten Rückenschmerzen die genannten Lähmungserscheinungen. Es ist eher umgekehrt: Bei einem MRI ist immer etwas zu erkennen – es muss jedoch keinerlei Zusammenhang mit den Schmerzen haben. Auch die Einnahme von Medi­ kamenten wird in den neuesten Richtlinien nicht mehr empfohlen. Studien belegen, dass beispielsweise Paracetamol nicht besser wirkt als Placebo – Schmerzmittel haben keinen Einfluss auf die Dauer der Beschwerden. MM

Ab aufs Velo! Sowohl Krebs­ erkrankungen als auch Herz­ infarkte treten bei Velofahrern seltener auf. Wer zur Arbeit pedalt, hat ein 40 Prozent tiefe­ res Sterberisiko als diejenigen, die das Auto oder den ÖV neh­ men. Der positive Effekt ist bei längerem Arbeitsweg grösser. Prof. Dr. PD Hannu Luomajoki,

Dipl. Physio­ therapeut, Medbase Arch­ höfe Winterthur und ZHAW (Gesundheit)

Quelle: «British Medical Journal» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/ velopendler

Hören Ärzte gut zu, sind die Patienten weniger krank. Vier Fragen entscheiden mit, wie sich bei verengten Herzarterien die Erkrankung entwickelt: «Erklärt Ihr Arzt die Dinge leicht verständ­ lich? Zeigt er Respekt gegenüber dem, was Sie sagen? Nimmt er sich Zeit? Hört er gut zu?» Patien­

ten, die alles mit Ja beantworten, müssen seltener auf den Notfall oder ins Spital. Das spart pro Jahr rund 1200 Franken. Quelle: «Circulation­Cardiovascular Quality and Outcomes» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/ herzarterien

Wann lernen Studenten am besten? Würde die Uni erst um 11 Uhr beginnen, nähme die Mehrzahl der jungen Studenten den Stoff besser auf. Denn von 11 bis 22 Uhr lernen die meisten jungen Erwachsenen am besten. Nur etwa ein Viertel von ihnen ist morgens fit. Quelle: «Frontiers in Human Neuroscience» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/ lernzeit


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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 95

Kinder

Schlauer Schlangensaft Kreuzotter und Aspisviper zählen zur Familie der Vipern und sind die einzigen giftigen Schlangenarten in der

Schweiz. Ihr Gift ist so beschaffen, dass es die Beute erst lähmt, dann tötet und schliesslich auch verdauen hilft. Text: Laurent Nicolet

Illustrationen: Bunterhund.ch

Feinde

Die Aspisviper ist für den Menschen ungefährlich – es sei denn, er tritt ihr zu nahe.

Der Mensch

Wir Menschen haben Angst vor Vipern, und die Vipern fürchten sich vor Menschen. Mit gutem Grund: Die Schlangen werden oft nur aufgrund ihres schlechten Rufs getötet. Durch intensive Landwirtschaft sowie Städte- und Strassenbau beschneiden wir Menschen zudem den Lebensraum der Schlangen – und den Bestand ihrer Beutetiere.

Raubvögel Für Bussarde und Steinadler sind Vipern eine besondere Delikatesse.

Bei Vipern geht es bunt zu: Sie kön-

nen grau, beige, gelb, rot oder sogar rabenschwarz sein. Vor allem die Arten, die in den Bergen leben, sind vielfältig gefärbt. Der schuppige Kopf und die vertikalen Pupillen hingegen kommen bei allen Vertretern vor. Im Winter ziehen sich die Schlangen zurück in natürliche Tunnel – in eine Erdspalte oder einen Nagetierbau –,

die 20 bis 30 Zentimeter unter der Erde liegen. Hier fallen sie in Winterruhe. Im Frühling weckt sie der Hunger – sie jagen Wühl-, Feld- und Spitzmäuse, Eidechsen und Vögel. Mit den beiden Giftzähnen im Oberkiefer setzen sie die Beute ausser Gefecht. Das ist schlau eingerichtet: Die Substanz enthält Toxine, also Giftstoffe, die das Opfer lähmen und

töten, und zudem Enzyme, die helfen, die Beute zu verdauen. Vipern greifen uns Menschen nicht an, da wir nicht zu ihren Beutetieren zählen. Sie beissen nur, wenn man auf sie drauftritt oder ihnen den Fluchtweg versperrt. Das ist ein Fall für die Sanität: Das Gift aus der Wunde zu saugen oder einen Druckverband anzulegen, ist nämlich wirkungslos. MM

Säugetiere wie Fuchs, Igel oder Dachs

Gelegentlich kommt es vor, dass diese Tiere eine Viper verspeisen.


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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 97

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Wenn mit dem Meniskus etwas nicht stimmt, hat man Knieschmerzen und muss allenfalls für einige Zeit an Krücken gehen. Man braucht einen guten Arzt, Geduld und positives Denken. Vielleicht hast du ja deshalb die rosafarbenen Ballons hingemalt? Ja, die Leichtigkeit wünscht man sich, wenn man so herumhumpeln muss.

besteht. Er befindet sich im Kniegelenk und dient dort als Pufferzone: Wie ein Kissen kann er Drehungen und Biegungen zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein abfedern.

im Meniskus lässt sich so «nähen», dass dieser wieder funktioniert.

Die meisten Meniskusprobleme entstehen, weil dieser Knorpel sich mit dem Alter abnützt, nur bei einem von zwölf Patienten ist ein Unfall schuld. Die Behandlung hängt stark vom Schaden ab und davon, wie fit der Patient ist. Notfalls hilft Physiotherapie. Ein Riss

Der Meniskus sieht aus wie ein Halbmond und fühlt sich an wie ein hartes Gummibärchen, weil er aus elastischem Knorpelgewebe

Der Arzt kann den Meniskus oder Teile davon entfernen, aber man riskiert dann andere Knieprobleme, etwa Arthrose. Auch künstliche Menisken werden eingesetzt oder solche von Spendern. Gut, dass du ein Lächeln gezeichnet hast. Eine zuversichtliche Haltung fördert die Heilung. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

Die Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

DA FEHLT DOCH WAS!

Rä tsels pass

Was hat Tobi vom Tisch genommen?

WAS IST HIER FAUL? Das sind acht Piktogramme. Welche Sportarten stellen sie dar? Aber Moment mal: Hier stimmt doch etwas nicht. Drei Piktogramme haben wir verändert. Findest du heraus, welche?

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Dieses Spiel könnt ihr natürlich auch selber spielen! Einer ist dran, etwas vom Tisch zu nehmen. Währenddessen müssen alle anderen die Augen schliessen und dann raten, welcher Gegenstand fehlt.

Lösung: Salzstreuer

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Lösung: 1. Tanzen, 2. Tennis, 3. Geräteturnen (Pferd), 5. Laufen (Sprint), 6. Handball. Die Piktogramme 4, 7 und 8 sind falsch.

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«Unkompliziert, unsichtbar und günstig: Mein GOhear-in-Hörgerät passt perfekt.»

Raus in die Natur? Hört sich gut an – erst recht mit GOhear-in!

Rosmarie Lüdi strahlt. Tags zuvor war sie auf dem Säntis: Aussicht, Abfahrt, Sonnenschein – Natur pur. Letzteres geniesst sie mit all ihren Sinnen, auch mit den Ohren. Das Knirschen des Schnees unter den Ski-Schuhen, das Rascheln der Blätter, Vogelgezwitscher. «Ich bin froh, dass ich den Bergen und Wäldern gut zuhören kann.» Selbstverständlich ist das nicht. Laut Schätzung leidet in der Schweiz jeder Dritte ab 65 an Hörverlust. Rosmarie war bereits anfangs 50 nicht mehr ganz Ohr: «Das habe ich aber erst realisiert, als es bei der Arbeit mal brenzlig wurde.» Die gebürtige Bernerin arbeitete jahrelang bei der Flughafenpolizei und leis-

tet da auch heute noch tageweise Einsatz, in der Sicherheitskontrolle. «Wenn man nicht gut hört, kann das gefährlich sein – nicht nur bei der Arbeit, auch im Alltag.» Ihre erste Erfahrung hat Rosmarie mit einem teuren Gerät vom Spezialisten gemacht: «Das war eines für hinter das Ohr und hat 5’000 Franken gekostet», erzählt sie. Als Rosmarie dann in einem Gesundheitsheft auf einen Artikel über die qualitativ-hochwertigen und günstigen Geräte des Schweizer Herstellers Sonetik stiess, wurde sie neugierig: «Da stand, man könne in einer Apotheke oder Drogerie einen Hörtest machen, gratis, und das Wunschgerät eine Woche lang probetragen.» Gelesen, getan: Rosmarie ist zur Apotheke in ihrer Nachbarschaft marschiert und hat’s ausprobiert. Ganz einfach. Rosmarie Lüdi, Sie haben den GratisHörtest gemacht und das GOhear-in von Sonetik unverbindlich getestet. Wie war das für Sie? Es war sehr angenehm, den Hörtest einfach in «meiner» Apotheke machen zu können. Das ging unkompliziert – und sehr schnell: Nach dreissig Minuten konnte ich bereits entscheiden, ob ich das GOhear oder das GOhear-in testen möchte. Ersteres ist ein Gerät für hinter das Ohr. Ich habe mich für das Zweite entschieden: GOhear-in wird im Ohr getragen und ist so praktisch unsichtbar und deshalb ideal für mich. Während der Testwoche habe ich es bei der Arbeit getragen, bei einer Wanderung im Appenzell, sogar im Fitness. Das ging wunderbar. Also habe ich es behalten.

Merken Sie einen Unterschied zwischen den Hörgeräten, die Sie vom Akustiker hatten, und Ihrem neuen von Sonetik? Das Portemonnaie merkt sicher einen Unterschied*. Der Preis war so günstig, dass ich am Anfang an der Qualität zweifelte. Aber was die Qualität angeht, so kann mein GOhear-in mit anderen modernen Modellen problemlos mithalten. Mehr noch: Freundinnen mit viel teureren Geräten haben bei Stimmengewirr Probleme. Bei meiner Arbeit am Flughafen ist es oft auch sehr geräuschvoll – aber das GOhear-in «verhebt». Ich bin wirklich begeistert und kann das Hörgerät wärmstens weiterempfehlen. Wem raten Sie denn zum GOhear, dem Gerät für hinter das Ohr? Und wem zum GOhear-in, das Sie auch selber tragen? Die Hörgeräte von Sonetik eignen sich vorwiegend für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust – das sagte man mir in der Apotheke. Grundsätzlich empfehle ich, einfach mal auszuprobieren. Man kann ja nichts verlieren dabei. Das GOhear ist noch günstiger und ein gutes Einstiegsmodell. Wenn man aber wie ich ein unsichtbares Hörgerät möchte, dann ist GOhear-in sicherlich die richtige Wahl. Ausserdem sind In-Ohr-Geräte toll für Menschen, die ein aktives Leben leben. Rosmarie Lüdi lebt ein solches Leben: Zusammen mit ihrem Partner hat sie die halbe Welt bereist. Sie kümmert sich um ihre 91-jährige Mutter, die gleich neben ihr wohnt, und auch die Enkelkinder halten sie auf Trab:

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«Jetzt ist das fünfte unterwegs», sagt sie – und strahlt. Die Frau ist immer in Bewegung und holt sich ihre Energie in der Natur, wo sie auftankt, mit wachen Sinnen. Und das klingt... jetzt sehr gut. *GOhear kostet Fr. 495.–, das neue GOhear-in ist für Fr. 995.– erhältlich. www.sonetik.ch

GUTSCHEIN FÜR 3 BLISTER A10 BATTERIEN IM WERT VON Fr. 26.85 Beim Kauf von einem oder zwei GOhear-in Hörgeräten lösen Sie bitte diesen Coupon in Ihrer Verkaufsstelle ein.

Stempel der Verkaufsstelle

Wichtig für Verkaufsstelle: Bitte senden Sie diesen Coupon zusammen mit dem Willkommenspaket an Sonetik.

Gutscheincode «MM 05/17»

Einen Hörverlust müssen Sie nicht still hinnehmen. Werden Sie aktiv – wie Rosmarie Lüdi. Die 67-Jährige hat das GOhear-in von Sonetik getestet und ist begeistert: «Es funktioniert toll und ich habe viel Geld gespart. Und das Beste: Keiner sieht, dass ich ein Hörgerät trage.»


LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 99

Migros-Bank-Ratgeber

Trendwende in der Geldpolitik: Sind nun Libor- oder Festhypotheken angesagt?

Christoph Sax (40) ist Chefökonom der Migros Bank.

In unserem Szenario werden die langfristigen Zinsen diese Trendwende der Geldpolitik ab der zweiten Jahreshälfte 2017 vorwegnehmen und etwas anziehen. Bei Schweizer Staatsanleihen mit zehn Jahren

So haben sich die Hypothekarzinsen entwickelt (schweizweite Durchschnittswerte) 5%

4% Zins Festhypothek 5 Jahre Zins Libor-Hypothek (Zinsfixierung 3 Monate, Laufzeit 5 Jahre)

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Der seit Jahren andauernde Rückgang der Zinsen scheint allmählich seinen Boden erreicht zu haben. Die US-Notenbank hat ihren Leitzins Mitte März um weitere 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Leitzins notiert in den USA bereits 0,75 Prozentpunkte über dem Tiefstand nach der Finanzkrise. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre äusserst lockere Geldpolitik ab dem kommenden Jahr leicht straffen, indem sie ihre Anleihenkäufe schrittweise reduziert. Leitzinserhöhungen werden für die EZB hingegen frühestens Ende 2018 zum Thema. Gleiches gilt für die Schweizerische Nationalbank (SNB), die die Zinspolitik der EZB aus Währungsüberlegungen nachvollziehen muss. Bis dahin verharren die Leitzinsen der EZB und der SNB in negativem Terrain. Negativzinsen haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen. Sie belasten unter anderem die Vorsorgewerke und begünstigen die Blasenbildung an den Finanzmärkten. Aus diesen Gründen sind beide Zentralbanken bestrebt, ihren Leitzins wieder in den positiven Bereich zurückzuführen.

Quellen: BNS, Reuters

Laufzeit rechnen wir bis in einem Jahr mit einem Renditeanstieg von 0,25 Prozentpunkten. Dies bedeutet, dass sich auch die Zinssätze für Festhypotheken allmählich von ihren Tiefständen lösen werden. Für risikoscheue Kreditnehmer erscheint der Zeitpunkt für den Abschluss einer Festhypothek deshalb besonders günstig. Der Zinsaufschlag von Festhypotheken gegenüber LiborHypotheken ist zurzeit noch äusserst gering. In einem Umfeld steigender langfristiger Zinsen wird er sich jedoch langsam ausweiten.

Für risikofreudigere Kreditnehmer ist indessen nicht zwingend eine Festhypothek angezeigt. Bis in zwei bis drei Jahren ist zwar auch für Libor-Hypotheken mit höheren Zinskosten zu rechnen, der Zinsaufschlag gegenüber heute dürfte jedoch überschaubar bleiben. Einerseits ist mit ersten Leitzinserhöhungen der SNB nicht vor Ende 2018 zu rechnen, andererseits werden die Zinsen von Libor-Hypotheken erst dann spürbar nach oben tendieren, wenn der Leitzins dereinst wieder im positiven Bereich notiert. MM

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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 101

Glücksgriff

Treffen Sie die Stars Willkommen zur Schlagernacht des Jahres 2017! Begegnen Sie den Superstars der Schlagerszene – und geniessen Sie ein Konzert auf den besten Plätzen.

Zu gewinnen 2 × 2 «Meet and Greet» und Konzerttickets für die Schlagernacht 2017

Verlosung

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und abc Production verlosen 2 × 2 «Meet and Greet» mit den grössten Stars der Schlagerszene. Die Gewinner geniessen zudem das Konzert aus nächster Nähe (Premium Seats im Sektor T1). Beantworten Sie folgende Frage:

Aus welcher Ortschaft stammt Beatrice Egli? Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS:

Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte:

Starauflauf an der Schlagernacht: Beatrice Egli (oben) sowie (v. l.) Ross Antony, Semino Rossi, Melissa und Nik P. treten auf.

S

ie singen über grosse Gefühle und tiefe Emo­ tionen – und manchmal über die Unbeschwertheit und Leichtigkeit eines Abends unter Freunden. Sie thematisieren die wahre, alles überdauernde Liebe, aber auch flüchtige Bekannt­ schaften. Die wunderbare Heimat besingen sie ebenso wie die leise Sehnsucht nach der Ferne. Ein Widerspruch? Nicht für die Grossen des deutschen Schlagers. Am 28. Mai finden sie sich zur Schlagernacht des Jahres 2017 im Hallenstadion Zürich ein, um ihre Fans mit zündenden Partykrachern und herzergreifenden Balladen zu beglücken. Gewinnen Sie 2 × 2 «Meet and Greet» mit den grössten Stars und geniessen Sie anschliessend das Konzert aus nächster Nähe.

Beatrice Egli

Mit ihrem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) ging für Beatrice Egli aus Lachen SZ 2013 ein Traum in Erfüllung. Ihr Platin­Debütalbum «Glücks­ gefühle» hat die Schlagerwelt aus den Angeln gehoben.

Ross Antony

Die letzten Jahre waren für Ross Antony sehr erfolgreich. Bei seinen vielen Auftritten wurde er von den Fans frenetisch gefeiert und war in den wichtigsten Schlagershows zu Gast. Inzwischen moderiert er im MDR seine eigene Schlagersendung.

Semino Rossi

Alben an der Spitze der Charts, aus­ verkaufte Tourneen, begeisterte Fans: Wenn ein Name für die Liebe zur Schlagermusik steht, dann

Semino Rossi. Er gilt als einer der erfolgreichsten und charisma­ tischsten Vertreter seines Genres. Melissa

Sie ist jung und attraktiv, trägt gern lila Kleidung, hat jede Menge Talent und liebt die Musik, seit sie denken kann: Melissa Naschenweng. Mit ihrem Markenzeichen, der pinken steirischen Harmonika, ist die sym­ pathische Künstlerin aus Kärnten dabei, ganz gross durchzubrechen. Nik P.

Für einen Abend zum Mitsingen ist die Frohnatur aus Österreich ein absoluter Garant. Denn wenn der 55­jährige mit seiner Band loslegt und den «Mann im Mond» anstimmt, steht jede Halle kopf. MM Weitere Infos und Tickets: www.abc-production.ch

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www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 21. Mai 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach der Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 103

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Gewinner Nr. 18: Gisela Heeb, Altstätten SG; Ruedi Muffler, Dietlikon ZH; Paul Hess, Suhr AG; Roman Bischof, Jonschwil SG; Irene Egloff, Zürich Gewinner «Zusatz» Nr. 18: Artur Müller, Sargans SG; Silvia Eugster, Niederuzwil SG; Arthur Zemp, Hellbühl LU; Brigitte Houda, Hasle b. Burgdorf BE; Roland Beck, Lupsingen BL


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Teilnahmeberechtigt: alle natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Keine Barauszahlung der Preise. Keine Korrespondenz über den Wettbewerb, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per Post benachrichtigt. Mitarbeitende von Emmentaler Switzerland, der Partnerfirmen sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Kein Kaufzwang. Einmaliger Gratis-Gewinncode kann über info@emmentaler.ch angefordert werden. Mehr Infos: emmentaler.ch/chaeskampf. Teilnahmeschluss: 30.06.2017

Matthias Sempach, Schwingerkönig

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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 105

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was kann man sprichwörtlich an einer Scheibe? S

Auge zudrücken

B Mund halten

K Nase plattdrücken

2. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was …? A bezahlen

O erzählen

P schälen

3. Welcher dieser Bundesräte hat den längsten Vornamen? I

Parmelin

T

Maurer

S

Burkhalter

So nehmen Sie teil

4. Womit beschäftigen sich Paläontologen? M Fossilien

A Gentechnik

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.5.2017, 24 Uhr

R Chemie

5. Welcher See liegt am nächsten bei Sursee? L

Baldeggersee

E

Sempachersee

O Rotsee

6. Ein männlicher Agent, der eine Liebesbeziehung «zum Feind» sucht, heisst …? U Adam

T

Romeo

R Eros

7. Wo kommt die «Rocksaumtheorie» vor? I

Wirtschaft

S

Modebranche

A Pisa-Studie

8. Wie nennt man eine Person, von der die Ausbreitung einer Krankheit ausging? R Person X

K Patient null

N Pathogen zero

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 19: LESEBUCH

Gewinner Nr. 18: Elsbeth Parpan, Chur; Heinz Guggisberg, Wädenswil ZH; Liselotte Knopf, Uetendorf BE

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 4 1 2 3

Auflösung Nr. 19: SEHNE Gewinner Nr. 18: Marianne Dolder, Netstal GL; Marianne Perrig, Glis VS; Therese Grunder, Jegenstorf BE

A

5

ALDEHYDE BERATUNG D AME N H U T ENKLAVEN LAENGST E LASTESEL OBFELDEN SKYGU I DE TEETASSE TUGENDEN

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.5.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


Die Frauenversteher

Nur Frauen wissen, wie es ist, schwanger zu sein. Ausser bei den Seepferdchen: Die Weibchen legen ihre Eier in die männlichen Bauchtaschen. Dort werden sie befruchtet, genährt und ausgebrütet. Etwa zwölf Tage später gebären die Männchen die geschlüpften Seepferdchen unter wehenartigen Krämpfen. Weitere Wunder finden Sie auf: meere.wwf.ch

Schützen wir die Wunder der Natur.

SPINAS CIVIL VOICES

Schwangere Männchen, ein Wunder der Meere.


LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 107

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 19: 694

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.5.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 18: Jack Strebel, Muri AG; Ruth Meier, Holderbank AG; Erika Baumann, Wetzikon ZH; Ursula Götti, Wildhaus SG; Laura Di Lorenzo, Saxon VS

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 1 1 3 2 3 Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden 3 2 3 sein. Verboten: Kreuzun2 2 2 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 19:

3 4

3 4

2

4 2

3

1

4

3

Auflösung Nr. 19: 3

3

2

3

2

3

3

2

2

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3 1

1

6 2

3

4

2 3

2

2

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3 4 2

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1 2

2

3 4

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2 1 1 2

4 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Sonja Leissing, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

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Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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110 | MM20, 15.5.2017 | LEBEN

1 2

Meine Welt

«Ich wusste lange nicht, was ich will»

Erst seit fünf Jahren auf der Kabarettbühne, zählt Lisa Catena heute zu den besten Comedians der Schweiz. Ihre Mutter hat ihre Karriere entscheidend geprägt: «Sie hat mich darin bestärkt, Abgefahrenes zu wagen.». Derzeit ist die 37-Jährige mit dem Programm «Nume nid gsprängt» unterwegs. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Ephraim Bieri

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LEBEN | MM20, 15.5.2017 | 111

1 Meine Beiz «Der ‹Blaue Engel› befindet

sich gleich bei mir um die Ecke. Das Essen ist so fantastisch, dass die Lamm­ filets jeden Veganer bekehren könnten.» 2 Mein Stolz «Der ‹Stuttgarter Besen›,

der mir erst kürzlich verliehen wurde. In Deutschland aufzutreten bedeutet viel Arbeit an der Sprache: Die Deutschen bringen alles schneller auf den Punkt.» 3 Mein Ding «Ein Fan hat mir diese hand­

4

5

gestrickte Figur geschenkt. Die Frau kommt häufig an meine Auftritte und hat das Röcklein nachgestrickt, das ich im ersten Programm getragen habe.» Name Lisa Catena (37) Sternzeichen Waage Lebenslauf «Ich bin in Thun auf­

gewachsen und später nach Bern gezogen. Lange wusste ich nicht so recht, was ich will. Ich habe die Schule abgebrochen, meine Tanzausbildung kurz vor Ende geschmissen und die Jazzschule besucht. Als Teenager spielte ich Gitarre in einer Punkband, später ging ich mit Chansons auf Tour, und vor fünf Jahren hat mich das Humorvirus befallen. 2013 wurde ich als erste Frau mit dem ‹Swiss Comedy Award› ausgezeichnet. 2015 wagte ich den Sprung nach Deutschland. Ich schreibe regelmässig Kolumnen in verschiedenen Medien und bin im ‹Spasspartout› auf Radio SRF 1 zu hören. Seit Kurzem stehe ich mit meinem neuen Programm ‹Nume nid gsprängt› auf der Bühne.»

6 7

4 Meine Sucht «Bücher. Ich habe so viele,

dass mir meine Freunde bei der nächsten Züglete nicht mehr helfen werden.» 5 Meine Single «Diese Originalsingle

von ‹Je t’aime... moi non plus› hat mir Markus Traber von den Berner Troubadours geschenkt. Ich bin ein grosser Gainsbourg­Fan.»

6 Meine Lieblingsbühne «Im La Cappella in Bern bin ich zu Hause. Hier hatte ich meine ersten Auftritte mit Chansons, hier wurde ich immer sehr gefördert, und es wird mit viel Herzblut angerichtet.» Mein Lieblingsprodukt

«Diese Wunderkerzen sind ein wichtiges Requisit in meinem neuen Bühnen­ programm ‹Nume nid gsprängt›. Ich ‹bubele› immer wieder gern.»

7 Meine Wegbereiterin «Meine Mutter Elsbeth Gyger (65) ist Künstlerin. Ich ver­

stehe sie gut, wenn sie sich zwei Wochen im Atelier verkriecht und nicht ansprech­ bar ist. Ich habe das auch. Sie hat mich immer darin bestärkt, Abgefahrenes wie Musik oder Comedy zu machen.»


Donnerstag, 18.5., bis Samstag, 20.5.2017.

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