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Migros-Magazin-19-2020-d-LU

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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migrosmagazin.ch | MM19, 4.5.2020

Hey Alexiri! So schneiden Siri und Alexa im Direktvergleich ab Seite 22

Hochzeit abgesagt: Wenn wegen Corona Träume platzen Seite 14

Frühling auf dem Teller: Was Wald und Wiese alles hergeben Seite 44

Ein echter Amigo

Brian Jost kauft für Menschen ein, die aktuell lieber nicht aus dem Haus gehen Bild: Marco Zanoni

Seite 18

Das müssen Sie über Zecken wissen

Seite 28


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6 | 4.5.2020

? Warum ist Kochsalz oftmals mit Jod angereichert?

Jod ist ein lebens­ wichtiges Spuren­ element. Es ist ­unter anderem ­entscheidend für die Funk­tion der Schilddrüse. Zur Vermeidung von ­Jodmangel emp­ fiehlt es sich, im All­ tag jodiertes Koch­ salz zu verwenden.

Frischer Sound Sie singt mit einer hellen Stimme, die von einem geheimnisvollen Echo begleitet wird: Mit ihrem Song «War Drums» gewinnt die 22-jährige Giulia Dabalà aus La Chaux-de-Fonds NE den Hauptpreis beim Nachwuchswettbewerb Demotape Clinic, der zum Festival m4music des Migros-Kulturprozents gehört. Online kann man sich alle 60 Stücke anhören, die im Rennen um eine Auszeichnung ­waren: m4music.ch/de/demotape-clinic

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst

Rund um die Uhr ist die helpline 147.ch der Pro Juventute für verzweifelte Kinder und ­Jugendliche erreichbar. Seit dem Beginn der Coronakrise ist sie nötiger denn je: Täglich ­be­ antworten die Beraterinnen und Berater Fra­ gen von jungen Menschen, die sich Sorgen ­wegen der Zukunft machen oder unter der Isolation leiden. Pro Juventute verzeichnet ­einen Zuwachs von 7,5 Prozent bei den ­An­fragen. Die Migros unterstützte die Helpline mit ihrer weihnachtlichen Spendenaktion.

Bilder: Lionel Nemeth, Getty Images, zVg

Junge in Not


55

MEINE MGROS | 4.5.2020 | 7

Mitmachen und Flagge zeigen Jetzt können die Kundinnen und Kunden der Migros ein Zeichen für Solidarität setzen: In den F ­ ilialen ist diese Fahne für Fr. 6.95 erhältlich. Das Wort «Wir» in allen Landessprachen bildet das Schweizerkreuz – und das ist Programm: Die Migros lässt den gesamten ­Erlös aus dem Fahnenverkauf der Glückskette zukommen. Sie hilft damit Menschen in unserem Land, die durch ­Corona in gesundheitliche und wirtschaftliche Not geraten sind.

In der Klubschule Migros wurden im vergangenen Jahr über 55 verschiedene Sprachen unterrichtet.

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Stosszeiten im Supermarkt vermeiden Wann kann ich in meiner Migros-Stammfiliale am ruhigsten einkaufen, im Idealfall ohne anzustehen? Wann gibt es Stosszeiten, die man besser vermeidet? Auf filialen.migros.ch findet man für jeden Supermarkt entsprechende Informationen.


8 | 4.5.2020 | AUGENBLICK

08:10 Uhr

Bild: Niels Ackermann/Lundi13

Migros-Moment in Carouge GE 40 Minuten nach Türöffnung decken sich zwei Kunden im Do it + Garden MParc La Praille in Genf mit Gemüsesetzlingen ein. Im grössten Gartencenter der Migros war der Andrang nach sechs Wochen Corona-Zwangspause gross. Die Aufnahme ist am 27. April entstanden.


AUGENBLICK | 4.5.2020 | 9


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In einer mittelgrossen Schüssel Limettensaft, Salz, Oregano, Kreuzkümmel und Knoblauch gründlich miteinander vermischen. Dann die Pouletstreifen dazugeben und in der Mischung wälzen. Das Ganze 15 Minuten ziehen lassen. Zwischenzeitlich das Öl in einer grossen Pfanne auf mittlerer bis grosser Flamme erhitzen. Die Zwiebel und die Peperonistreifen hinzugeben und unter Rühren so lange garen, bis das Gemüse knusprig-zart ist. Anschliessend das Gemüse an den Rand der Bratpfanne schieben. Die Pouletbrust-Streifen aus der Marinade nehmen und in die Bratpfanne geben. Die Marinade wird nicht mehr benötigt. Falls nötig, etwas mehr Öl in die Bratpfanne geben. Nun das Fleisch unter Rühren ca. 8 Minuten lang garen, bis es richtig durchgebraten ist.

Unterdessen den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Tortillas in Aluminiumfolie einwickeln und bei 180 °C etwa 10 bis 12 Minuten lang im Ofen erhitzen. Zum Servieren die warmen Tortillas mit Fleisch, Zwiebel, Peperoni, Kopfsalat, Cherrytomate und Salsa füllen und aufrollen. Tipp: Anstelle von gezupftem Kopfsalat können Sie auch ein ganzes Blatt Salat auf die warmen Tortillas legen und dann die Pouletbruststreifen und das übrige Gemüse dazugeben.

Pancho Villa wünscht einen schönen Muttertag.

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INHALT | 4.5.2020 | 13

Bilder: Carmen Siegrist, Ruth Küng/Migusto, Marco Zanoni

61

Hochstapeln erlaubt: Selbst auf dem ­kleinsten Balkon lässt sich ein Kräutergarten anlegen. Der ultimative ­Stapel-Guide

INHALT 14  Spielverderber Corona Wenn das Hochzeitsfest und die Reise ins Wasser fallen 18  Ein Amigo in der Not Brian Jost kauft für Menschen ein, die das Haus hüten müssen

24

22  Alexa vs. Siri Welche Sprachassistentin ist smarter? 24  Jetzt ist Spargelzeit

Endlich ist sie da, die Spargelsaison! ­Vergessen Sie Sauce hollandaise – unser Blütensalat mit ­Burrata und grünem Spargel schmeckt himmlisch.

28  Oh Schreck, ein Zeck! Wie man die fiesen Blutsauger am besten sicher entfernt und sich vor Stichen schützt 30  1, 2 oder 3? 43 Wissensbissen 44  Delikate Wildpflanzen Wiesenschaumkraut zum Zabig 47  Der andere Blick

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

48  Schaffhausen zerbombt Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Schweizer Z ­ eitzeugen berichten von ihren Erlebnissen

14

Zwangspause: Die Olympischen Spiele in Tokio diesen Sommer waren das grosse Ziel von Mujinga Kambun­dji. Nun, da die Spiele ­abgesagt sind, lässt sie das Training etwas ruhiger angehen.

54  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

59  Stadt, Land, Stutz 61  Turmbau zu Balkonien So pflanzt man auf kleinstem Raum verschiedene Kräuter an 67  Rätsel und Spiele 70  Meine Welt Sunil Mann

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14 | 4.5.2020 | CORONA

Eigentlich wollten wir ...

... Hochzeit feiern, an den Olympischen Spielen teilnehmen, eine grosse Reise unternehmen. Vier Menschen erzählen, warum Corona ihre Pläne durchkreuzt hat – und wie sie damit umgehen. Text: Lisa Stutz Bilder: Marco Zannoni Illustrationen: Illumueller

önste Tag h c s r e d te ll o s Es erden, ihres Lebens w er und ie Sing doch Stephan g mussten n li il h c S l e a h p Ra absagen. ihre Hochzeit

Eigentlich wären Raphael Schil­ ling (32) und Stephanie Singer (31) jetzt ein verheiratetes Paar. Am 2. Mai hätte die Hochzeit stattfinden sollen. In einem ­Hotel am See hätte man mit knapp 70 Gästen gefeiert, einander um­ armt und geküsst. Es hätte feines Essen und guten Wein gegeben,

Stephanie hätte ihr weisses Kleid getragen, und die Frühlings­ hochzeit wäre perfekt gewesen. Hätte, wäre ... Das Paar musste die Hochzeit absagen. Seit 2012 sind die beiden zu­ sammen; sie haben sich während des Studiums an der Universität St. Gallen kennengelernt. Sechs


CORONA | 4.5.2020 | 15

Sitzen stat t sprinten: Die Leichtathletin Mujinga Kambundji wollte an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Jahre nach dem ersten Kuss macht Raphael ihr den Antrag. Stephanie sagt Ja. Bald beginnen sie mit der Planung. Es ist Oktober 2018, das Paar legt den Hochzeitstermin auf den 2. Mai 2020. Wer hätte ahnen können, dass die Welt dann im Ausnahme­zustand sein würde. Nichts dem Zufall überlassen

Sie reservieren die Location am See, organisieren die Zeremo­ nienmeisterin, den DJ, die Band, die Fotografin, die Make-up-­ Artistin, die Floristin. «Wir sind eher ein Pärchen, das nichts dem Zufall überlässt», sagt Raphael. Mit jedem Schritt und jeder ­Entscheidung wird die Hochzeit realer. Die Vorfreude ist gross. Doch dann kommt das Virus und mit ihm die limitierte Per­ sonenanzahl an Veranstaltungen. Raphael Schilling und Stephanie Singer suchen schon früh eine Rechtsberatung auf. Sie haben Verträge mit den ­Blumen-, Make-up- und Unterhaltungsanbietern. «Wir hatten Angst, auf den Kosten sitzen zu bleiben, ohne eine Hochzeit ­gefeiert zu haben», sagt Raphael Schilling. Die Vertragspartner zeigen sich verständnisvoll. Ende März entscheidet das Paar, die Hochzeit auf nächstes Jahr zu verschieben. Es fühle sich richtig an, halten die beiden fest. Trotzdem sei nun eine Leere da. «Wir waren kurz vor dem Ziel, und jetzt muss alles für ­ ein Jahr in die Schublade», sagt ­Raphael Schilling. Die beiden wünschen sich, dass man sich bis zum neuen Hochzeitstermin wieder umarmen darf. Und ­ das Gute: Raphael hat nun ein Jahr länger Zeit, den Hochzeits­ tanz zu üben.

Die schnellste Schweizerin muss es langsam angehen. ­Mujinga Kambundji sitzt in ­ihrem Wohnzimmer in Liebefeld BE, während sie am Telefon beschreibt, wie ihre nächsten Monate ausgesehen hätten. Klar ist: In der Nähe eines Sofas wäre sie selten gewesen. Stattdessen Trainingslager in Texas und in der Türkei, Wettkampf um Wettkampf, Mitte Juli der Flug nach Tokio an die Olympischen Spiele. Das alles findet wegen Corona nicht statt – für viele Sportlerinnen und Sportler der Strich durch ihre Rechnung. Wie lange hat Mujinga auf Tokio hintrainiert? «Nach Rio im Jahr 2016 war Tokio das langfristige Ziel», so die 27-Jährige. Seit der WM im vergangenen September wurden die Olympischen Spiele zum

unmittelbar bevorstehenden Ereignis. «Ich war fit und auf einem guten Weg. Trotzdem weiss man nie, wie es gelaufen wäre», sagt die Sprinterin bescheiden. Es kam nicht ganz überraschend

Als erste Ausgangssperren in ­anderen Ländern verhängt wurden, begann sie an der Durchführung der Olympischen Spiele zu zweifeln. Und als die Spiele im März schliesslich abgesagt wurden, war es für sie keine grosse Überraschung mehr. «Natürlich bin ich enttäuscht», sagt sie. «Aber der Sport hat zurzeit nicht die höchste Priorität.» Sie hofft, dass es dieses Jahr trotzdem noch eine Saison geben wird. «Im Spätsommer ein paar Wettkämpfe, das wäre schön. Aber es ist schwierig zu planen.»

Sie trainiert ganz normal weiter. Das heisst: fünf bis sechs Trainings pro Woche. Lachend sagt sie: «Ich gebe zu: Ich schlafe ein wenig länger als vorher.» Zudem hat Mujinga Kambundji sich ans Ausmisten ihrer Wohnung gemacht. Langweilig ist ihr noch nicht. Das Ganze sei für sie auch eine Chance, die vergangenen Jahre zu verarbeiten. Sie sei gerne unterwegs, aber zum ersten Mal seit sieben Jahren könne sie ein bisschen herunterfahren. Im Herbst will sie mit dem Aufbau für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr starten. Dass der Wettkampf verschoben wurde, tut ihrer Motivation keinen Abbruch: «Ich habe mich auf dieses Jahr gefreut, und jetzt freue ich mich halt auf nächstes Jahr.»


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CORONA | 4.5.2020 | 17

llte Fäbu o w g n la te a n Drei Mo ndern. a w A S U ie d h urc Leuenberger d lt und Schlafsack Nun liegen Ze zimmer. n h o W im t z t u unben

Der Rettungssanitäter Fäbu Leuenberger hat viel zu tun. Wegen Corona gehen zahlreiche Notrufe ein, bei Einsätzen mit Verdacht auf das Virus muss er besondere Schutzmassnahmen treffen. Eigentlich hatte der 27-Jährige schon gekündigt. Nicht weil er ­seinen Beruf ohne Leidenschaft ausüben würde, sondern weil er ab Mai eine dreimonatige Reise durch die USA antreten wollte. «Ich freute mich auf etwas Zeit für mich», sagt er. Für ihn stand fest, dass er nach der Ausbildung in Winterthur wieder in den Kanton Bern zurückkehren würde. «Den Jobwechsel wollte ich mit ­einer Auszeit verbinden», sagt er. Der Plan war, einen Teil des «Pacific Crest Trail» an der Westküste zu bestreiten. 1500 Kilo­ meter zu Fuss, ganz alleine von San Francisco durch die Bundesstaaten Oregon und Washington

bis nach Kanada. Beim Wandern wollte ­er entschleunigen. Die Vorbereitungen liefen gut: Um den Trail gehen zu dürfen, braucht es eine Bewilligung, und davon wird nur eine begrenzte Anzahl ausgestellt. «Man muss im rich­ tigen Moment auf den richtigen Link klicken – ich hatte Glück.» Pushmeldung bringt Gewissheit

Fäbu Leuenberger legte sich Mätteli, Schlafsack, Rucksack, Zelt, Schuhe, Gaskocher, Regenschutz, Wanderstöcke zu. Das alles liegt jetzt unbenutzt auf dem Boden seines Wohnzimmers. Dass aus seiner Reise wohl nichts wird, hat er an ­einem Morgen aufgrund einer Push­meldung realisiert: Er wachte auf und las, dass Donald Trump die Grenzen geschlossen hatte. Zunächst zog er in Erwägung, den ­Abflug um einen Monat zu verschieben, doch die Situation war

zu unsicher. Vor etwa drei Wochen musste er sich eingestehen: Die Reise ist gestrichen. «Das war ein blödes Gefühl. Dieses Jahr hätte für mich alles perfekt gepasst.» Er stornierte die Flüge und ging zu seinem Chef, der ihn gerne noch einen Monat länger behält. Und danach? Fäbu Leuenberger sucht nach einer Alternative für die geplante Auszeit. Wenn die Situation es zulässt, würde er ab Juni gerne drei Monate lang durch Europa wandern, bevor er sich einen neuen Job sucht. Dann ­kämen Gaskocher und Co. doch noch zum Einsatz – wenn auch nicht an der Wunschdestination. Für ihn ist das kein Weltuntergang. «Natürlich, am Anfang war der Egoismus. Ich dachte: Ich bin der Ärmste, ich kann nicht in die USA. Aber das Problem ist grösser als ich.» Jetzt sei es wichtig, es ­gemeinsam zu beheben. MM


18 | 4.5.2020 | CORONA-SERVICE

Dein Amigo und Helfer

Brian Jost geht täglich einkaufen – für andere. Über 50 Bestellungen hat er im Rahmen der ­Nachbarschaftshilfe von ­Migros und Pro ­Senectute be­­reits ausgeliefert. Damit ist er einer der fleissigsten ­Helfer. Warum macht er weiter? Text: Lisa Stutz Bild: Marco Zanoni


CORONA-SERVICE | 4.5.2020 | 19

A

cht volle Einkaufstaschen ­stapeln sich im Auto von Brian Jost (35). Sie sind das Resultat von fünf Bestellungen auf der Amigos-App, für die er an diesem Tag un­ terwegs ist. Seit seine Firma Kurzarbeit angemeldet hat – Jost ist Portfolio-­ Manager in der Werbebranche – und er nur halbtags arbeitet, besucht er die ­Migros Bläuacker in Köniz BE täglich. Seit Ende März hat er bereits mehr als 50 Bestellungen an ältere Menschen und Angehörige der Risikogruppen ­ausgeliefert. Brian Jost war schon immer ein ­engagierter Mensch. Er hat sich in der Jugendarbeit eingesetzt, war Nachwuchs­ betreuer im Hornussen und zehn J ­ ahre in der freiwilligen Feuerwehr. «Das ­Gemeinwohl ist mir wichtig», sagt er. So denkt er bei der Berichterstattung zur Corona-Pandemie auch sofort an die Menschen, die nicht mehr aus dem Haus können. «Mir hat das leidgetan: Die Risikopersonen sollen drinbleiben, während wir einfach weitermachen.» Online stösst er auf die App Amigos und lädt sie auf sein Smartphone. Schon ­einen Tag später, am 25. März, nimmt er die erste Bestellung an. Er tätigt die «Kommissionen», wie er Einkäufe auf Berndeutsch nennt, und ist bei der allerersten Übergabe etwas un­sicher. «Ich bin zum Haus gefahren und wusste nicht recht, ob ich die ­Taschen nun raufbringen soll oder nicht. Da hat sich ein Fenster geöffnet, und eine Dame hat heruntergerufen, dass ich die Einkäufe einfach hinstellen könne. Bevor ich weggefahren bin, hat sie sich bei mir sehr bedankt. Es war spannend für mich, eine ganz neue ­Situation», beschreibt er. Mittlerweile ist Jost Amigos-­Profi. Wieso er immer weitermacht? «Ich habe viel Zeit und möchte etwas Sinnvolles damit machen», erklärt der Allein­ste­ hende ohne Kinder. Zudem gäben ihm die Einkäufe eine Struktur im Alltag. Die Halbierung seines Arbeitspensums habe ihm schon ein bisschen den Boden unter den Füssen weggezogen – nun hat er eine neue Routine. Dass er dabei mit «kleinem Aufwand», wie er sagt, etwas Grosses bewirken kann, gefällt ihm. Pro Bestellung eine «Runde» im Laden

Meistens erledigt er gleich mehrere Be­ stellungen aufs Mal. Das läuft dann so ab: Er fährt zur Migros, arbeitet die erste Einkaufsliste ab, bezahlt und stellt den vollen Sack ins Auto. Dann geht er erneut in den Laden und nimmt sich der zwei­ ten Bestellung an. So geht er mehrmals

hin und her, bis er schliesslich auf einer Tour alle Einkäufe nacheinander bei den Bestellern abladen kann. Beliebt seien in den letzten Wochen vor allem Spargeln. Auch Bananen und Äpfel seien Dauerbrenner, genauso wie Gurken und Zucchetti. Joghurt und Brot, klar. Auch Magerquark und Hüttenkäse stehen oft auf der Einkaufsliste, «und der beliebteste Käse ist der Greyerzer», sagt er mit einem Schmunzeln. Ab und zu ­stehen auf der Liste Produkte, von denen er noch nie gehört hat, geschweige denn weiss, wo im Laden sie zu finden sind. «Dann suche ich etwas länger. Doch da­ nach weiss ich genau, wo was ist.» Die Begegnung mit dem Pfarrer

Die Menschen, die er beliefert, seien ganz unterschiedlich. Von jüngeren ­Leuten mit einer Vorerkrankung bis zu älteren Personen. Manche erzählen sie von sich aus, dass sie Krebs haben oder an einer Lungenkrankheit leiden.

«Wir sind fünf Kinder, alle unter­ stützen die Mutter. Aber nicht alle haben dieses Glück.» Eine Dame vertraute ihm an, dass sie sich Sorgen um ihre Tochter mache, die selbständig ist. «Den meisten Menschen tut es gut, einen kurzen Schwatz mit mir zu halten», sagt Brian Jost. «Sie sind ja immer zu Hause.» Einmal belieferte er ein älteres Ehe­ paar, und es stellte sich heraus, dass es 30 Jahre lang an seinem Wohnort ­Liebefeld gelebt hat – der Mann war dort sogar der Pfarrer. «Das war eine ­tolle Begegnung, die ich nicht mehr ­vergessen werde.» Das Helfen macht ihm Freude. Er denkt dabei auch an seine eigene Mutter. «Wir sind fünf ­Kinder und alle unterstützen sie. Aber nicht alle haben dieses Glück.» Also macht Brian Jost weiter. MM


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22 | 4.5.2020 | DIGITAL

Ziemlich beste Freundinnen Alexa und Siri sind in Form von Smartspeakern bei unserem Tester Reto Vogt eingezogen. Trotz Bedenken hinsichtlich Privatsphäre will er eine der beiden Sprachassistentinnen nun nicht mehr gehen lassen. Sie sind einfach zu praktisch. Text: Reto Vogt

L

ange zögerte ich. Einen Smartspeaker im Haus­ halt aufzustellen, hat ja etwas Unheimliches. Er vermittelt einem das Gefühl, überwacht zu werden. Eigent­ lich zu Recht: Die drei grossen Anbieter – Amazon, Apple und Google – haben schliesslich zugegeben, Mitgehörtes schon ausgewertet zu haben. Trotzdem wollte ich selber ausprobieren, was Sprachassis­ tentinnen im Alltag taugen. Also holte ich mir das Homepod von Apple mit der Stimme Siri und Amazons Echo Dot 3 mit der Stimme Alexa ins Haus. Alexa und Siri helfen wirklich

Morgens rufe ich noch vor dem Aufstehen «Hey Siri, wie wird das Wetter heute?» durch die Wohnung. Noch im Bett höre ich erfreut die Antwort des Home­ pods: «Heute wird es wolkenlos in Winterthur. Der Tageshöchst­ wert liegt bei 22 Grad.» Als Nächstes befehle ich: «Alexa, steu mau d Kafimaschine aa» – «Das habe ich leider nicht ver­ standen» kommt es zurück. Stimmt, Mundart wird von Smartspeakern nur in den ­seltensten Fällen zuverlässig verstanden. Nach einer Wieder­ holung in Hochdeutsch schaltet

Alexa via «Smart Plug», eine Art Stecker, unsere Kaffeemaschine ein, sodass diese schon vor­ gewärmt ist, wenn ich aufstehe. Das Sprachproblem mit der Mundart bleibt. Zum Beispiel: «Alexa, spiel Kasperlitheater» – «Ich kann den Song ‹Rasputin-­ Theater› nicht in deiner Musik­ bibliothek finden». Wie es der Name verrät, ist ein Smartspeaker in erster Linie ein Lautsprecher. Seine Haupt­ aufgabe in meinem Alltag ist es denn auch, Musik abzuspielen. Für den Homepod brauche ich zwingend ein Abo von Apple Music. Der Echo Dot erlaubt hingegen auch Spotify, Deezer oder Amazon Music (siehe Box rechts). Bei ihm reicht es sogar, wenn ich sage: «Alexa, spiele SRF3». Schon tönt der Radio­ sender aus dem Lautsprecher. Das kann der Homepod nicht. Und er hat weitere Nachteile: Wer ihn nutzen will, muss nicht nur ein iPhone besitzen. Auch für Kalender, Erinnerungen oder Listen schreibt der Kon­ zern seine eigenen Standardapps vor. Bei Amazon ist es ­dagegen problemlos möglich, «Bring!» als Einkaufsliste zu hinterlegen oder den ­Google-Kalender. Das schätze ich sehr. A ­ usserdem lernt Alexa schnell: Über so­

«Alexa, spiele Kasperlitheater.» – «Ich kann den Song ‹RasputinTheater› nicht finden.» Reto Vogt spricht seit einem Monat mit den Smartspeakern von Apple und Amazon.

genannte Skills können externe Anbieter wertvolle Funktionen beisteuern, wie das zum B ­ eispiel SRF oder der «Tages-­Anzeiger» schon gemacht haben. So frage ich etwa: «Alexa, was ist meine tägliche Zusammenfassung?» – «Reto, hier sind die aktuellen Nachrichten des ‹Tages-­ Anzeigers› von 8.30 Uhr.» Während ich den News ­lausche, frühstücke ich mit den Kindern. Das Knäckebrot geht zur Neige. Also sage ich «Alexa, öffne Bring und füge Blevita ­hinzu». Innert Sekunden steht das Gebäck auf der Einkaufsliste im Handy. Derweil meine vier­ jährigen Zwillingssöhne den Homepod nutzen: «Hey Siri, stelle einen Timer für drei ­Minuten.» Und schon wissen


DIGITAL | 4.5.2020 | 23

Alexa, schalte meine Kaffeemaschine ein.

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• Musikstreaming: Spotify, Amazon Music, Deezer • Installation: Komplex. Es braucht ein Amazon-Konto mit ­deutscher ­Adresse ­sowie Zugang zum deutschen oder amerikanischen App-­Store oder PlayStore. Technisches Verständnis, Geduld und Online-­ Anleitungen helfen.

die Kleinen, wann ihre Zähne ­sauber sind. Nur doof, dass ich in der Zwischenzeit einen Anruf meines Vaters verpasst habe und mich weder Siri noch Alexa da­ rauf aufmerksam gemacht hat.

Illustration: Vectorstock; Bilder: zVg, PD

Die Smartere darf bleiben

«Hey Siri, ruf Papa an», befehle ich also. Der Apple-Homepod ist ans iPhone gekoppelt. Er ruft darüber die gespeicherte Num­ mer an, und schon tönt die ver­ traute Stimme aus dem Laut­ sprecher. Wir unterhalten uns zu viert, und mein Vater lädt zum virtuellen Familientreffen, das ich sofort in meine Agenda eintragen lasse: «Alexa, füge ­Familienfest zum Kalender hin­ zu.» – «Verstanden. Welcher Tag und welche Zeit?» – «Am Sonn­

tag um 14 Uhr» – «Ich erstelle den Termin am Sonntag, 26. Ap­ ril, um 14 Uhr, okay?» – «Okay» – «Das habe ich hinzugefügt». Beim Verlassen des Hauses fällt meiner Frau ein: «Hey Siri, erin­ nere mich um 17 Uhr daran, die Pflanzen zu giessen.» – «Okay, deine Erinnerung wurde einge­ stellt für diesen Nachmittag.» Ich fühle mich nicht be­ obachtet. Hie und da kommt es vor, dass sich Alexa oder Siri meldet, obwohl wir sie nicht an­ gesprochen haben. Das ist etwas unheimlich, aber beim iPhone ist mir das auch schon passiert. Handys hören also je nach Ein­ stellung genauso zu wie die schlauen Lautsprecher. Alexa wird bei mir wohnen bleiben. Sie ist wirklich smart. MM

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24 | 4.5.2020 | GENUSS

Frühlingsgelüste

Weiss oder grün?, so lautet die grosse Frage bei den Spargelfans. Ihnen gemein ist: Sie können es kaum erwarten, bis die Saison losgeht. Wir haben Wissenswertes zu den Spargeln zusammengetragen – und inspirierende Rezepte jenseits von Sauce hollandaise.

Tipp Nr. 2

Wenig Kalorien

Sowohl weisse als auch grüne Spargeln schlagen mit nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm zu ­Buche. Kein Wunder, besteht das begehrte Gemüse doch zu über 90 Prozent aus Wasser. Was eine Spargelmahlzeit kalorien­ reich macht, sind also eher die Begleiter wie etwa klassisch eine Sauce hollandaise.

Spargeln lassen sich auch im Backofen oder auf dem Grill zubereiten.

Grüne Sparge ln

Tipp Nr. 1

Ein «junges» Gemüse

In unseren Breitengraden ist der Anbau von Spargeln erst seit dem 16. Jahrhundert belegt. Im 17. Jahrhundert galten ­grüne Spargeln in deutschen Klöstern und an Fürstenhöfen bereits als beliebtes Edel­ gemüse. ­Weisse Spargeln hin­ gegen ­wurden erst ab dem 19. Jahrhundert durch neue Methoden im Anbau möglich.

Kirschen rot, Spargel tot

Traditionell isst man Spargeln nur bis zum Johannistag am 24. Juni. Die Bauernweisheit spiegelt das: Wenn die Kirschen reif sind, ist die Spargel­zeit ­vorbei. Tot sind die Spargeln dann natürlich nicht, aber sie bekommt die nötige Zeit, um bis zum ersten Frost zu einer ­imposanten, buschigen Pflanze heranzuwachsen und Kraft für die nächste Saison zu sammeln.

Frische ist Trumpf

Spargeln sind kein Lagergemüse. Sie gehörten von der Einkaufs­ tasche direkt auf den Tisch. ­Ungeschälte Spargeln bleiben – in feuchte Tücher gehüllt – höchstens zwei bis drei Tage im Kühlschrank frisch.

Der Unterschied zu weissen Spargeln besteht im Anbau: Die grünen Stangen ragen aus der Erde. Am ­Sonnenlicht ­bilden sie den grünen Farb­ stoff Chlorophyll.

Schneller Genuss Grüne Spargeln müssen nicht ge­ schält werden. Das Kappen der Enden reicht völlig aus.

Bilder: Migusto (2), Getty Images

Reste vom Spargelrüsten als Basis für eine Spargelsuppe verwenden


Asiatischer Rindfleischsalat mit Spargeln

GENUSS | 4.5.2020 | 25

Zutaten für 4 Personen 2 EL Sojasauce 2 EL Erdnussbutter 1 TL Sriracha-Sauce 1 Limette 4 EL gesalzene geröstete Erdnüsse 500 g grüne Spargeln 2 Entrecôtes à 220 g 4 EL HOLL-Rapsöl Fleur de sel ½ Bund Koriander Zubereitung

1. Sojasauce, Erdnussbutter und Sriracha-Sauce glattrühren. Von der Hälfte der Limette Saft dazupressen. Sauce wenn nötig mit etwas Wasser verdünnen. Erdnüsse grob hacken. Spargeln im unteren Drittel schälen, Enden frisch anschneiden. In Stücke à ca. 4 cm schneiden. 2. Entrecôtes in einer Brat- oder Grillpfanne in etwas Öl beid­ seitig je ca. 4 Minuten braten. Fleisch gegen Ende der Bratzeit salzen und auf beiden Seiten mit etwas Sauce bestreichen. Fleisch herausnehmen, zugedeckt kurz ruhen lassen. 3. Spargeln in derselben Pfanne im restlichen Öl rundum einige Minuten anbraten, mit Salz und etwas Sauce würzen. Fleisch in feine Tranchen schneiden. Mit den Spargeln anrichten. Restliche Sauce darüber ver­ teilen. Koriander darüberzupfen, mit Erdnüssen bestreuen. Restliche Limette vierteln und dazuservieren.

Wer es pikant mag,

en verwendet ­ein ha ac rir ­Esslöffel ­S r eh m Sauce

Blütensalat mit Spargeln und Burrata Auch roh sind Spargeln ein Genuss. Für diesen Salat werden die grünen Stangen mit dem Sparschäler in feine Zungen gehobelt. Rezept: migusto.ch/bluetensalat

Weitere Spargelrezepte: migusto.ch/spargeln


26 | 4.5.2020 | GENUSS

Tipp Nr. 3

KurkumaSpargeln mit Pistazien-Crunch Diese Beilage stiehlt dem restlichen Menü die Show. Kurkuma und Pistazien s­ orgen für einen speziellen Twist. Rezept: migusto.ch/kurkumaspargeln

Zutaten für4 Personen Ergibt 1 Springform à ca. 22 cm Ø

100 g grüne Spargeln 80 g Blattspinat 1 Knoblauchzehe ½ Bund Basilikum 1 rote Zwiebel 500 g Seidentofu 1 dl Sojamilch 6 EL Maisstärke 1 EL Edelhefeflocken, aus dem Reformhaus ½ TL Kurkuma Salz, Pfeffer wenig Olivenöl 150 g tiefgekühlte Erbsen Zubereitung

1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Springform mit Backpapier ­belegen. Spargeln im unteren Drittel schälen. Der Länge nach

in dünne Streifen schneiden. Spinat rüsten. Knoblauch und Basilikum fein hacken, Zwiebel halbieren und in Streifen schneiden. 2. Seidentofu, Sojamilch, Maisstärke und Hefeflocken mit dem Mixer zu einer feinen Masse ­pürieren. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer würzen. 3. Olivenöl in einer Pfanne erwärmen. Das gerüstete Gemüse und die Erbsen ca. 4 Minuten dünsten. Pfanne vom Herd ­nehmen. Abwechslungsweise Tofumasse und Gemüse in die vorbereitete Form füllen. Im vorgeheizten Ofen ca. 25–30 Minuten backen, bis die Tofumasse gestockt ist. Vor dem Servieren ruhen lassen.

W e i s se Spa rg e l n Mythos Zucker Traditionell gab man Zucker zum Kochwasser, um bittere Aromen zu mildern. Doch weisse Spargeln sind heutzutage kaum noch bitter.

Ein Schuss Zitronensaft

r lässt im Kochwasse anSt die weissen en gen strahl .

Quietschen die Stangen, wenn man sie aneinander reibt, sind sie frisch.

Schnittstelle Eine feuchte Schnittstelle und eine glänzende, unverletzte Schale sind weitere Merkmale für Frische.

Bilder: Migusto (2), Getty Images

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Für gleichmässige Länge die Spargelstangen nebeneinanderlegen, die Spitzen ausrichten und die hölzernen Enden (zwei bis drei Zentimeter) abschneiden.


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28 | 4.5.2020 | GESUNDHEIT

Acht Irrtümer über Zecken Im Frühling machen sich die gefürchteten Winzlinge wieder breit – und die Vorstellungen darüber, was sie alles anrichten können.

1

Zecken beissen

Irrtum. Zecken stechen. Sie verankern sich mit ihrem Stechapparat, der kleine Widerhaken trägt. In ihren Speicheldrüsen produziert die Zecke zudem eine Art Zement, der schnell aushärtet und mit dem das Tier seinen Stechapparat in der Haut fixiert.

Bitte nicht. Im Todeskampf kann die Zecke noch Krankheitserreger aus dem Darm oder den Speichel­drüsen übertragen. Auch ihren Bauch sollte man deshalb beim Herausziehen möglichst nicht quetschen.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Zecken soll man herausdrehen

Nein. Am besten packt man sie knapp über der Hautoberfläche mit einer Pinzette, zwei Fingernägeln oder einer «Zeckenkarte» und zieht sie behutsam heraus. Danach die Stichstelle desinfizieren, mit einem Stift umranden und etwa sechs Wochen lang im Auge behalten. Wichtig ist, dass man sie rasch entfernt. Denn je länger eine Zecke haftet, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger überträgt.

2

Vor dem Entfernen erstickt man die Zecke mit Nagellack, Fett oder Öl

3

4

Beim Herausziehen der Zecke kann ihr Kopf abreissen Falsch. Zecken haben gar keinen Kopf. Wenn Teile ihres Stechapparats in der Haut verbleiben, ist das kein Grund zur Sorge. Einfach desinfizieren und zuwarten. Der Körper sondert diese Überbleibsel von allein ab. Falls sie nach fünf Tagen noch immer in der Haut stecken, kann ein Arzt sie entfernen.

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Wer gegen Zecken geimpft ist, trägt kein Risiko Schön wärs. Die Impfung schützt einzig vor der Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo­ enzephalitis, also Hirnhaut- und Hirnentzündung), die durch Zecken übertragen werden kann. Zecken können aber noch weitere Viren­ arten, Bakterien und Parasiten beherbergen. In der Schweiz übertragen Zecken am häufigsten Borreliose und FSME.

So haben Mücken keine Chance Mücken und ihre Stiche sind lästig – und nervenaufreibend, vor allem wenn die Insekten uns nachts besuchen und uns den Schlaf rauben. Wie Sie vorbeugen können, erfahren Sie hier: migros-impuls.ch/insektenschutz


GESUNDHEIT | 4.5.2020 | 29

6

Die Borreliose erkennt man am typischen Hautausschlag Ja, aber: Nur etwa die Hälfte der Menschen, die mit Borrelienbakterien angesteckt werden, bekommt eine sogenannte Wanderröte: einen runden, roten Hautausschlag, der sich allmählich ausdehnt. Er entsteht drei bis 30 Tage, nachdem man von einer Zecke gestochen wurde, häufig im Bereich, wo die Zecke sich aufhielt. Die Wanderröte kann von allein wieder verschwinden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Infektionüberwunden ist – die Borrelien können trotzdem noch im Körper sein und Gelenke oder das Nervensystem befallen. Ein Antibiotikum macht ihnen den Garaus.

So schützen Sie sich Zecken lauern vor allem an Weg- und Waldrändern: auf Grashalmen, im Gestrüpp, auf Büschen und im Unterholz.

7

Wenn die Haut an der Stichstelle rot wird, handelt es sich um Borreliose Nicht zwingend. Eine kleine, punkt­ förmige Rötung direkt an der Stichstelle ist fast immer eine harmlose Reaktion auf den Stich. Der Borreliose-Hautausschlag respektive die Wanderröte (siehe Punkt 6) dagegen hat einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern. Weil die Borreliose auch atypische Hautausschläge verursachen kann, sollte man im Zweifels­ fall den Arzt konsultieren.

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Illustration: Vectorstock; Bilder: Getty Images, zVg

Jeder Zeckenstich ist gefährlich Stimmt nicht. Die meisten Zeckenstiche bleiben unbemerkt und folgenlos. Von 100 000 Zeckenstichen führen in der Schweiz statistisch gesehen etwa 1000 bis 5000 zu einer Borrelieninfektion – von der aber nur etwa 10 bis 50 Personen etwas bemerken. Noch seltener ist FSME: Von 100 000 gestochenen Personen erkranken gemäss Statistik höchstens 300 bis 900 für kurze Zeit an einem grippeähnlichen Infekt, der meist ausheilt. 30 bis 90 Personen aber – vor allem ältere – erleiden einen zweiten, schweren Krankheitssschub.

Lea Broggini eidg. dipl. Apothekerin, Geschäftsführerin Medbase Apotheke Pfäffikon ZH

Lange Kleider tragen, die den Körper weitgehend bedecken. Socken über die Hose stülpen. Auf heller Kleidung sind Zecken besser erkennbar. Antizeckenspray auf Kleider, Schuhe und Haut sprühen. Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab­ suchen. Typische Stichstellen: Beine, Leisten, Achseln, Gürtel­ linie, Hals, Nacken und bei Kin­ dern auch der behaarte Kopf. Wenn es in den Tagen oder Wochen nach einem Stich zu einer Hautrötung kommt, wenn Kopf- oder Gelenk­ schmerzen oder grippeähn­ liche Beschwerden auftreten, sollte man den Arzt aufsuchen. Wer sich gegen FSME impfen lassen will: rechtzeitig – mindes­ tens ein Monat vor Beginn der Zeckensaison – daran denken! Die kleinen Spinnen­tiere können bei hohen Temperatu­ ren schon im Februar aktiv ­werden.  MM


Velo-Rowdy

1, 2 ODER 3 ? Der Grosse (9) liebte sein erstes Velo und mochte sein zweites. Ab dem dritten ist die Beziehung zu sei­ nem Drahtesel kompliziert geworden. Mit ­jedem weiteren Gang in der Schal­ tung hat er gehadert. Schliesslich hat er gar nicht mehr geschaltet und sein Velo genutzt, als wäre es ein Fixie. Im Quar­ tier ist das noch gut gegangen. Aber auf Velotouren ist er arg ins Schwitzen ge­ raten und hat geschimpft. Seit Corona hat er sein Velo neu ­entdeckt und schöpft dessen Potenzial nun voll aus. Das klingt harmloser, als es ist: Er erkundet Waldwege, springt über Schanzen und Treppen. Mit dem Resul­ tat, dass wir in den vergangenen zwei Wochen fünf Mal beim Velomech waren. Kettenkranz verbogen, Speichen ein­ gedrückt, ein erster platter Reifen, ein zweiter, eine Acht im Hinterrad. Die neu entflammte Liebe zu seinem Velo kostet Geld – und Nerven. Und jetzt? MM 1 Viele Alternativen hat er nicht: Wenigs-

tens mit dem Velo soll er sich austoben. 2 Wir kaufen ihm als vorgezogenes ­Geburtstagsgeschenk ein neues Velo: ein unkaputtbares. 3 Nebst Homeoffice und -schooling betreiben wir auch eine Home-Werkstatt. Dafür gibt es sicher Online-Tutorials …

Illustration: Lisa Rock, Bild: MGB-Fotostudio

30 | 4.5.2020 | KOLUMNE

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Ich habe mir immer gewünscht, dass der Grosse gerne Velo fährt. Seine Leidenschaft ist heftiger, als ich mir das je erträumt hätte. Soll er ihr frönen, wir unterstützen damit wenigstens ein lokales KMU. Anzeige

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GENUSS | 4.5.2020 | 43

Wissensbissen Pfannenhilfe

Illustration: Felice Bruno; Bild: iStock

Muss ich Rhabarber schälen?

Die Fasern des Rhabarbers überstehen leider auch den Kochvorgang für K ­ ompott oder Konfitüre. Deshalb sollte man besonders die ­älteren, ­dicken ­Stangen schä­ len. Das Schälen empfiehlt sich auch noch aus einem ­anderen Grund: Die äussere Schicht enthält b ­ esonders viel Oxalsäure, die dem K ­ örper Kalzium entziehen und die ­Eisenaufnahme behindern kann . Auch hier gilt: In den ­älteren Stangen ist mehr davon enthalten. Junge, zarte Rhabarberstangen hingegen kann man problemlos auch un­ geschält verarbeiten und ­geniessen. Auf die Länge der Stangen muss man bei der Auswahl in der Regel nicht achten: Es sind die d ­ ünneren, die noch nicht faserig sind.

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Zentimeter Durchmesser ­können Blätter des Mammutblatts erreichen. Die auch als «Riesen-Rhabarber» bezeichnete Pflanze ist mit unserem Gemüse nicht verwandt.

Rhabarber: Frucht oder Gemüse? Viele betrachten die säuer­ lichen ­Stangen als erste Frucht des Jahres. Dabei ­essen wir vom Rhabarber die Stängel und keineswegs die Frucht, die völlig un­ scheinbar ist. Deshalb ist der Rhabarber eigentlich Gemüse. Da die Stangen aber zu Kompott, Kuchen und Konfitüre verarbeitet werden, zählt er traditionell zum Obst.

GARTEN

Tomaten mögen Basilikum Was zusammen wächst, passt auch auf dem ­Teller zusammen – die Übersetzung der ­Küchengartenweisheit von den Britischen ­Inseln beherzigen wir gern, wenn wir Tomaten pflanzen: Folglich ist Basilikum ein perfekter ­Begleiter von Tomaten sowohl auf dem Teller als auch im Beet und im Topf. Basilikum soll das Aroma von Tomaten im Garten verbessern und z­ usätzlich lästige Schädlinge vertreiben.

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44 | 4.5.2020 | GENUSS

Delikates am Wegesrand

Wer mit wachem Blick spazieren geht, kann essbare ­Wildpflanzen entdecken und ganz nebenbei seinen ­Speiseplan erweitern – und das erst noch gratis. Text: Claudia Schmidt

Brennnessel Wirkung Der

Grosse Brennnessel

Der Tausend­ sassa Brenn­ nessel leistet auch im Garten gute Dienste: für Brennnessel­ jauche und als Mulchschicht für Tomaten.

Mit ihren Nessel­ haaren hat wahr­ scheinlich schon ­jedes Kind schmerz­ hafte Erfahrungen gemacht. Über die feinen «Harpunen» wird Ameisensäure in die Haut gespritzt. Junge Brennnesseln können lediglich mit der ebenfalls ess­ baren Taubnessel verwechselt werden.

Schweizer Kräuter­ pfarrer Künzle sagte einst: «Hätte die Brennnessel keine Stacheln, wäre sie schon längst aus­ gerottet worden, so vielseitig sind ihre Tugenden.» In der Volksmedizin wird die Brennnessel schon lange gegen Nierenleiden, zur Blutbildung und ­Behandlung vieler ­anderer Leiden ver­ wendet. In der Küche

Die eiweiss- und ­vitaminreichen jun­ gen Blätter eignen sich für Spinat, Sup­ pen und Smoothies. Durchs Pürieren oder Kochen wer­ den die Nessel­ haare unschäd­ lich gemacht.

Brennnesselsuppe mit pochiertem Ei

Wer die Blätter ­sammelt sollte Hand­ schuhe tragen und nur die obersten 4–6 Blätter pflücken. Rezept auf migusto.ch/ brennnesselsuppe

Gänseblümchen Gänseblümchen

Das Gänseblümchen begleitet uns auf ­vielen Wegen – die Botaniker bezeich­ nen es als Tritt­ pflanze. Wirkung Die Blüten

schmecken leicht bitter. Die Volksheil­ kunde sagt ihm eine appetitanregende Wirkung nach.   In der Küche Im

Frühjahr lassen sich die Blätter als Bei­ gabe zu einem Salat verwenden. Das Er­ kennen der Blätter­ rosette ohne Blüte erfordert allerdings

einiges an Arten­ kenntnis. Besser also später die schönen Blüten im Salat ver­ wenden. Wer die Stängel des Margritli probiert, merkt, dass er deutlich süsser schmeckt als die Blüte.

Wurst-KäseSalat mit Radieschen und Blüten

Den Salat kann man auch noch unterwegs beim Picknick mit ­Gänseblümchenblüten verschönern. Rezept auf migusto.ch/ wurstsalat


GENUSS | 4.5.2020 | 45

Das Wiesenschaumkraut trifft man meist auf Feuchtwiesen an.

Löwenzahnhonig

Bilder: Migusto, iStock; Illustrationen: Gabriele Meermann/DPA/Keystone

Löwenzahn bei prallem ­Sonnenschein ernten, sodass die Blüten bei der Zubereitung das volle Aroma entfalten. 300 g Blüten mit kaltem ­Wasser abspülen. Löwenzahnblüten von den Stielen zupfen und grob hacken. So gehts Blüten mit dem Saft einer ­Zitrone und einem Liter Wasser aufkochen. Ca. 15 Minuten kochen lassen. Pfanne vom Herd ziehen. Sud zugedeckt ca. 2 Stunden ziehen lassen. Löwenzahnsud durch ein ­feinmaschiges Tuch absieben. Flüssigkeit abmessen. Mit ­Zucker 1 : 1 auffüllen. Sud 1 1/2–2 Stunden leise sprudelnd einkochen lassen, bis er die Konsistenz von flüssigem Honig hat. Gelierprobe machen: Dazu etwas Masse auf einen Teller geben und auskühlen lassen. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, Löwenzahnhonig in heiss ausgespülte, trockene Gläser abfüllen, Gläser sofort verschliessen.

Löwenzahn Löwenzahn

Selbst durch kleinste Ritzen im Beton bahnt er sich den Weg.

Sammeltipps

Wirkung Kräuter-

pfarrer Künzle lobte seinen Milchsaft als Mittel für «klare ­Augen». In der Volksheilkunde wird er wegen seiner ­Bitterstoffe als verdauungsfördernd geschätzt. In der Küche Die

­getrockneten, gemahlenen Wurzeln dienten einst als Kaffeeersatz. Heute werden sie als Zusatz in Smoothies verwendet. Die ­Blätter bereichern Salate, die Blüten ­verwendet man für Sirup und zur ­Dekoration.

Wiesenschaumkraut Die Pflanze

Die Blätter des Kreuzblütlers schmecken ähnlich wie Kresse. Die rosafarbenen Blüten lassen sich ab den vier charakteristischen Blütenblättern gut erkennen. Die ­Pflanze mag nähr­ stoffreichen Boden in Feuchtwiesen.

In der Küche

Die leicht scharfen, kresseähnlich schmeckenden Blätter passen perfekt in Kräutersuppen und Salate. Die ­Blüten sind eine ­pikante Dekoration und bereichern selbstgemachte ­Blütenbutter.

Wirkung Wegen der

Auf Kinder, die sich mit der Pusteblume vergnügen, wäre der Löwenzahn nicht angewiesen. Die kleinen Schirmchen fliegen auch so über lange Strecken und verbreiten so die Samen.

Bitterstoffe und Senf­ölglykoside wird die Pflanze in der Volksheilkunde als verdauungsfördernd geschätzt. Zudem enthalten die Blätter Vitamin C.

Blütensalat

Die Blüten des ­Wiesenschaumkrauts machen sich gut auf diesem Salat. Rezept auf migusto.ch/ bluetensalat

Auf den Tisch kommen nur Wildkräuter, die man einwandfrei bestimmen kann. Am besten daheim nach dem Vier-Augen-­ Prinzip nachkontrollieren. Wildkräuter an vielbefahrenen Strassen und von Hundespielwiesen meiden. Beim Sammeln nie die ganze Pflanze ausrupfen, sondern nur einige Blätter und Blüten abzupfen. Zum Spaziergang Plastiksäcke mitnehmen, in ihnen halten Kräuter länger.


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KOLUMNE | 4.5.2020 | 47

Aktion

DER ANDERE BLICK Schon e­ rstaunlich, wie rasch ich mich an die neue Ordnung gewöhnt habe. Das Händewaschen war schon vorher ­normal, nur nie so bewusst. Und mit Hygiene und ­Abstand kann ich gut leben in Zeiten, in d ­ enen Unsicherheit das einzig Sichere ist. Aber es war hart, meine Liebsten nach vier Monaten Abwesenheit nicht umarmen zu können. Das war ein unfertiges Ankommen. Die gute Nachricht: Alle sind auf ihre Art munter. Dreieinhalb Monate lang war ich arglos unter­wegs gewesen. Ein unbewusstes Aufhorchen Ende Februar, als ich im Chat nach­fragte, wer einen Panamahut haben wolle. Keiner reagierte. Das wunderte mich zwar, das ­Virus wäre mir dazu aber nicht eingefallen. «Da fing es gerade an, und jeder dachte wohl: Was will ich denn noch mit einem Panama­hut?», erklärte meine Schwester später. Wie aus dem Nichts entstand Mitte März das Gefühl, im Land nicht mehr willkommen zu sein. Wir segelten im San-Blas-­ Archipel, als unsere Kapitänin am ­Freitagabend den Alarmruf erhielt: Wegen Corona hätten alle Touristen das Gebiet bis Samstagmittag zu verlassen. ­Zurück in Panama City, erfuhren wir, dass der Flug­hafen um ­Mitternacht für alle Flüge nach Europa g­ eschlossen werde. Da gab es ­bereits kaum noch Gäste in den Hotels, an Ausflüge war nicht mehr zu denken. Mir dämmerte, dass ich wohl in der einzigen ­Woche, in der ich nie Netz hatte, tatsächlich etwas verpasst hatte. Uns blieben noch vier Tage. Das Leben beschränkte sich auf das Hotel und – auf vielseitigen Schweizer Wunsch – auf einen Trockenhefe-Hamster­kauf im Supermarkt. Dann noch ein letzter Besuch in der Peluquería. Der Coiffeur, Ende fünfzig, hatte auch k ­ eine Ahnung und schwa­ felte von Yoga, Fleisch- und Stressverzicht, d ­ amit er gesund bleibe. Und m ­ eine Flucht aus Panama sei doch übertrieben.

Aber ich hatte längst das Gefühl, nicht mehr Gast zu sein, ­sondern Teil einer Schicksalsgemeinschaft aus a­ n­gespannten Europäern, die nur noch nach H ­ ause wollten, und verunsicherten Panamaern. Zehn Tage vor dem geplanten Ende unserer Reise sind wir ­daheim angekommen. Mir – gut versorgt mit Infos – blieben nur noch die Quaran­täne und der Wunsch, alle mögen Masken ­tragen. Diese Isolation mindert ­natürlich den sozialen Wert ­einer Reise erheblich. Keiner will wirklich wissen, was du in den noch alten Tagen erlebt hast, und keiner will haben, was du mitgebracht hast. Ich habe daher Päckchen verschickt. ­Die Empfänger können es gut drei Tage lang unberührt liegen lassen – dann ist das Virus tot – und sich danach am Inhalt erfreuen. Ich horte jetzt meine Erinnerungen wie andere Leute ihr WC-Papier. Bilder und Geschich­ ten, die erzählen, wie es ist, einen Winter lang ohne Plan zu reisen. Zeigen und mitteilen möchte ich sie nicht mehr; sie wirken irgend­wie unzeitgemäss. Dafür klappt es jetzt mit dem Spanisch ganz gut. MM

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48 | 4.5.2020 | 75 JAHRE KRIEGSENDE

Als in der Schweiz Bomben fielen Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Rolf Ebi und Bernhard Seiler erinnern sich an den versehentlichen US-Angriff auf Schaffhausen 1944 und an die Nachkriegszeit. Beide sorgen sich Ăźber heutige politische Entwicklungen. Text: Ralf Kaminski

Brandruinen in der Altstadt von Schaffhausen nach dem US-Angriff


4.5.2020 | 49

R

olf Ebi ist noch keine vier Monate alt, als die Bomber kommen. Er liegt am 1. April 1944 in seiner Wiege im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Neustadtgasse in Schaff­ hausen. Es ist ein freundlicher Frühlingsvormittag. Seine Mut­ ter hängt auf der Dach­terrasse die Wäsche auf, sein Vater steht schon seit Wochen als Soldat an der Grenze. Die Mutter hört die Sirenen des Fliegeralarms, nimmt sie aber nicht allzu ernst. Schon z­ uvor haben die Sirenen immer mal gelärmt, ohne dass je etwas passiert wäre. Schliess­ lich be­findet man sich in der neu­tralen Schweiz. Doch dann knallt es. Drei Häuser entfernt hat eine Bombe eingeschlagen, weitere Ein­ schläge folgen. Schnell hetzt sie von der Dachterrasse hinunter zu ihrem Kind, holt es aus der Wiege und flüchtet zusammen mit ihm in den Schutzkeller. In­ nerhalb von 40 Sekunden treffen 778 amerikanische Spreng- u ­ nd

Bilder: Walter Scheiwiller/Milou Steiner/Photopress-Archiv/Keystone, zVg

Rolf Ebi Pensionierter Lehrer

Fotos aus Rolf Ebis Kinder­ tagen (unten mit seinen Eltern)

Brandbomben die Stadt Schaff­ hausen. 40 Menschen sterben, über 100 werden zum Teil schwer verletzt, 465 werden ­obdachlos. 66 Gebäude sind komplett zerstört, Hunderte schwer beschädigt. Ein tragischer Irrtum

Zuerst befürchtet man einen Vergeltungsschlag, weil die ­ört­liche Industrie die Nazis mit Rüstungsgütern beliefert, doch der Angriff ist ein tragischer ­Irrtum. Die Bomberbesatzungen hatten die Orientierung verloren und Schaffhausen für eine deut­ sche Stadt gehalten. US-Präsi­ dent Franklin D. Roosevelt ent­ schuldigte sich später bei der Bevölkerung, und Schaffhausen ­erhielt 40 Millionen Franken als Entschädigung. Rolf Ebi ist inzwischen 76 Jahre alt; seine Eltern er­ zählten ihm, was damals passiert war. Die Nachwirkungen des Bombenangriffs spürt er bis heute. Durch die Druckwelle wurden in seinem Geburtshaus die Gasleitungen beschädigt – gemeinsam mit dem Rauch ­schädigte dies seine Lunge. «Ich bin noch heute rasch kurzatmig und leide unter Asthma.» Und obwohl Ebi sich an den Ein­ schlag nicht b ­ ewusst erinnern kann, spricht er von «seelischen Nachwirkungen»: «Bei Sirenen­ probealarm oder Fluglärm ­kommen rasch Ängste hoch.»

Fotos aus Bernhard Seilers Jugend (oben mit Mutter und ­Geschwistern)

Bernhard Seiler Alt-Ständerat

Unter den 40 Toten in Schaffhau­ sen war auch Bernhard Seilers Vater. Der Kantonsrichter und Landwirt befand sich zur Zeit des Angriffs am Kantonsgericht im Stadtzentrum. «Ich war ­damals 14 Jahre alt und zu Hause auf dem Hof in Bibern», erinnert sich der heute 90-jährige Seiler. Als er in der Ferne die Motoren­ geräusche hörte, ging er vors Haus, um zu schauen, was für Flugzeuge es waren. Und hörte später auch die Einschläge – ohne zu ahnen, welche Stadt da gerade getroffen wurde. «Aber schon wenig später erhielt meine Mutter einen Anruf: Es gebe schwere Zerstörungen in Schaff­ hausen, auch Tote.» Doch die Familie musste noch Stunden bangen, bis am späten Nachmittag die schreckliche ­Bestätigung kam: Der Vater war unter den Toten. Wie die ande­ ren Kantonsrichter ging er nicht in den Luftschutzkeller, sondern stand am Fenster und beobach­ tete die Flieger. Die Wucht der

eingeschlagenen Bombe war so gross, dass die am Fenster ­stehenden Richter in den Hof gezogen und getötet wurden. Ein schwerer Schlag, beson­ ders für Bernhard Seiler, der eine enge Beziehung zum Vater gehabt hatte und später auch den Bauernhof übernehmen

«Die Amerikaner bezahlten uns Kindern später die Ausbildung.» wollte. «Aber niemand von uns konnte die Kühe melken. Wir mussten alle Tiere verkaufen und den Betrieb aufgeben.» Die Amerikaner entschädig­ ten die durch den Tod eines ­Angehörigen betroffenen Kinder grosszügig. «Sie bezahlten uns die Ausbildung: Meine jüngere Schwester und ich konnten an die Kantonsschule gehen, und ich studierte später Agronomie an der ETH», erzählt der Schaff­ hauser SVP-Alt-Ständerat. Wer einen Bauernhof hatte, war in den Kriegsjahren privi-


Die Feuerwehr versucht, die Brände zu löschen.

«Die Vergangenheit vergeht nicht» Der Historiker Jakob Tanner über die neue Tendenz der Rechten, Errungenschaften der Nachkriegszeit aufs Spiel zu setzen.

S

chon nach der Wirtschaftskrise Mitte der 1970er-Jahre wurde das Staatsmodell der Nachkriegszeit von rechts her infrage gestellt. Diese Angriffe haben sich nun mit dem Aufstieg einer neuen nationalen Rechten massiv ausgeweitet. Im Visier stehen vor allem Grundfreiheiten und Menschenrechte. Ausserdem wird die Pressefreiheit durch ­ Fake-News-Kampagnen und «Lügenpresse»-Propaganda unterminiert. Populisten versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme – und wenn diese vorhersehbar nicht funktionieren, wird nach Sündenböcken gesucht. Es gibt in jeder Gesellschaft Leute, die zu nationalistischen Ideen neigen; deren Anteil hat in den letzten Jahren wohl ­etwas zugenommen. Vielfach sind diese Parteien aber auch nur ein Ventil für Protest. ­Gefährlich wird es, wenn die grossen Parteien sich unter dem Druck von rechts solche Positionen zu eigen machen. Noch scheint mir die Widerstandsfähigkeit der demokratischen Kräfte aber stark genug. Letztlich muss sich jede ­Generation die Geschichte neu aneignen. Nur so bleibt das

«Nie wieder»-Bewusstsein wach. Dagegen richten sich ­einige rechtspopulistische Parteien – und mit ihnen ganze Nationalstaaten, etwa Ungarn und Polen, die sich aus ihrer historischen Verantwortung stehlen wollen. Doch die ­Vergangenheit vergeht nicht, davon bin ich überzeugt. Würden heute die mächtigsten Länder unter Aufbietung all ihrer Kräfte gegeneinander Krieg führen, wäre der Planet anschliessend unbewohnbar. Und weil dies allen klar ist, sind die Hürden für eine solche ­Eskalation hoch. Doch auch heute gibt es viele Ungewissheiten, und es ist nicht auszuschliessen, dass irgendwo eine Sicherung durchbrennt. Zudem gibt es neue Konfliktformen, die bereits an­ gewendet werden. Cyberangriffe beispielsweise bieten viele Möglich­keiten für eine asymmetrische Kriegführung. ­Dessen extremste Stufe ist ­bisher noch nicht eingetreten. Man stelle sich vor: Ganze ­Regionen auf einen Schlag ohne Strom, Wasser oder ­Internet. Die Existenz solcher alternativer Konfliktformen mag das Risiko eines klas­ sischen Kriegs senken, aber ein guter Trost ist das nicht.

Jakob Tanner zur Schweizer Nachkriegszeit: www.migmag.ch/zweiterweltkrieg

legiert: «Wir konnten uns selbst ver­sorgen und sogar anderen ­etwas abgeben. Einzig die Schoko­lade war selten und sehr begehrt.» Einige Felder der Familie Seiler befanden sich auf deutschem Gebiet. «Wir kannten deshalb viele ­Leute dort, kamen auch gut mit ihnen aus. Die ersten ­Meldungen von Gefallenen oder Vermissten machten auch uns betroffen.» Seilers Frau Irmgard ist drei Jahre jünger und erinnert sich vor allem an die ständige Furcht während der Kriegsjahre. «Die Eltern hatten Angst, und das

«Es gab immer genug zu essen, aber es war simpel: viele Kartoffeln, ab und zu mal ein Stück Fleisch.»

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übertrug sich auf uns Kinder», erzählt sie. «Und immer am Samstag versammelte sich die ganze Familie ums Radio und lauschte Jean Rudolf von Salis’ Zusammenfassung der Kriegs­ ereignisse. Irgendwie verstand er es, uns zu beruhigen und ­Zuversicht zu geben.»

Am 8. Mai 1945, dem Tag des Kriegsendes in Europa, war sie gerade unterwegs mit Pfadi­ freundinnen, um Spezialpostmarken zu verkaufen. «Die ­Familien, an deren Tür wir klopften, waren glücklich und erzählten uns vom Kriegsende.» Bernhard Seiler hörte im Radio von der Waffenruhe. «Wir freuten uns sehr und hofften, dass nun wieder bessere Zeiten kommen würden – und wieder mehr Schokolade.» Seiler lächelt bei dieser Erinnerung. «Später am Tag gab es dann einen Gottesdienst. Und der Pfarrer gab ­unser aller Hoffnung Ausdruck, dass wir etwas derart Furchtbares nie wieder erleben müssen.» Sorgen über aktuelle Politik

Rolf Ebi hat keine Erinnerungen an den Moment des Kriegs­ endes, aber an das Aufwachsen in der Nachkriegszeit. Sein Vater arbeitete bei der Georg Fischer Giesserei und Maschinenfabrik und brachte es bis zum Vor­ arbeiter. «Es gab immer genug zu essen, aber es war simpel: ­viele Kartoffeln, ab und zu mal ein Stück Fleisch.» Er hat als Kind gelernt, genügsam zu leben, und tut sich mit der heutigen Wegwerf- und Überflussgesellschaft eher schwer. Auch bei den Seilers brannte sich das Prinzip der Sparsamkeit ein. «Dabei gehören wir zu einer privilegierten Generation», sagt Irmgard Seiler. «Für uns ging es seit Kriegsende beruflich eigentlich immer nur aufwärts.»

Bilder: Christian Schnur, Walter Scheiwiller/Milou Steiner/Eugen Suter/Photopress-Archiv/Keystone

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75 JAHRE KRIEGSENDE | 4.5.2020 | 51

Aufräumarbeiten an der Beckenstube beim Thiergarten.

Bei Rolf Ebi lösten die Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag des ­Angriffs auf Schaffhausen im ­vergangenen Jahr viel aus. «Mir ­wurde nochmals richtig bewusst, wie viel Glück im Unglück ich ­damals hatte.» Der Bombe drei Häuser weiter fiel eine Frau zum Opfer, und es hätte genauso gut einen direkten Treffer in seinem Elternhaus geben können. «Es kam vieles wieder hoch im vergangenen Jahr», erzählt er, «auch durch die Bilder des Brands von Notre-Dame in P ­ aris.» Der pen­ sionierte Primarschullehrer hat seine Gefühle in Zeichnungen und Aquarellen verarbeitet. Mit Sorge verfolgen die drei die aktuellen politischen Entwicklungen: der wieder zunehmende Nationalismus und Anti-

semitismus, die Erosion der internationalen Kooperation. «Die Hoffnung war doch, dass Europa zusammenwächst und die Pro­ bleme gemeinsam angeht», sagt Bernhard Seiler, der lange im ­Europarat gesessen hat. «Jetzt scheint es eher in die andere Richtung zu gehen.» Dies fürchtet auch Rolf Ebi: «Es ist traurig, dass es immer noch so vielen Menschen auf der Welt schlecht geht. Und dass es weltweit immer noch Herrscher gibt, denen es nur um das eigene Machtstreben geht. Es hat sich leider zum Schutz und Wohlsein der Menschen zu wenig verändert.» MM Die Farbbilder zu dieser Geschichte ­wurden nachträglich ­eingefärbt. Ausstellung: «Bomben auf Schaffhausen», Museum im Zeughaus Schaffhausen (zurzeit geschlossen), museumimzeughaus.ch

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Ein Hoch auf das Aroma Im aargauischen Fenkrieden baut Viktor Isenegger Tomaten an. Sein Ziel: jedes Jahr die schmackhaftesten Sorten kultivieren. Das gelingt ihm dank seines perfektionierten Anbausystems und mit viel Enthusiasmus. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Gerber/Loesch

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eiss, gelb, grün, orange, braun: Auf 25 000 Quadratmetern baut Viktor Isenegger seine bunten Tomaten an. Nur rund sind sie auch nicht. Birnenförmige, leicht gerippte, eier- und dattelförmige Früchte ­wechseln sich reihenweise ab. Doch die kleinfruchtigen Sorten, etwa die Snack-Tomaten, beherrschen das Bild. Die Früchte im handlichen Becher sind sehr beliebt. Die Firma Iseneg­ger AG, die Viktor Isenegger mit ­seinem Bruder Oswald und den zwei Ehefrauen führt, liefert schon seit Jahren einen Grossteil ihrer ­Tomatenernte für das Label «Aus der Region. Für die Region.» an die Migros Luzern. Nur vollreife Früchte von Hand ernten

Grossgeschrieben wird bei Iseneggers neben Geschmack – angebaut werden ausschliesslich Hocharomasorten – auch die Ökologie: «Wir setzen zur ­Bestäubung Hummeln ein und bekämpfen Schädlinge mit Nützlingen – alles ganz natürlich!», unterstreicht Isenegger beim Gang durch die ­Gewächshäuser. Die Bewässerung ­erfolgt zu 100 Prozent mit Regen­ wasser, ein Grossteil der benötigten Energie liefert die betriebseigene ­Photovoltaikanlage. Im Kontrast zur hochmodernen Produktionstechnik steht die Erntearbeit: «Wir pflücken von Hand», erklärt Isenegger, «und nur die vollreifen Früchte.» Dies ganz im Dienste des Geschmacks. Die Anbaumethode kann man in etwa mit Balkontomaten vergleichen, die in Töpfen und überdacht wachsen. Den Pflanzen in Iseneggers Gewächshaus geht es aber besser: «Unsere ­Anlage vergisst das Giessen nicht und fährt auch nicht spontan übers Wochenende weg», bemerkt der ­Tomatenprofi und Migros-­Genos­sen­ schafter schmunzelnd. MM

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Viktor Isenegger beim Pflücken. Einige Tomaten werden mit der ganzen Rispe geerntet, die kleinen für den Snack einzeln.


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KOLUMNE | 4.5.2020 | 59

Illustration: Rinah Lang

Und täglich grüsst Rocco STADT, LAND, STUTZ Da denkt man, man kenne einen Menschen, und dann kommt ­Corona. Plötzlich sitzt man arbeitend am Wohnzimmertisch und hört, wie der eigene Partner im Arbeitszimmer über Prozess­ optimierungen verhandelt. Mir kämen da auch ein paar Prozesse in den Sinn, die es zu optimieren gäbe: der Zahnpasta-Wieder­ verschliess-Prozess etwa oder der Wo-tu-ichmeine-Socken-nach-dem-Sport-hin-Prozess. Auf der ganzen Welt entdecken Menschen ihre Partnerinnen und Partner von einer völlig neuen Seite. In den sozialen Medien finden sich zahlreiche Perlen. Auf Twitter zum Beispiel erzählt ein Steven Lancaster, dass seine Frau nun Vollzeit von zu Hause aus arbeite. Und dass er sich an den Tag er­ innere, als er realisierte, dass seine Frau die «Ich habe noch eine Frage»-Person ganz am Ende ­eines Meetings sei. Er war schockiert. Da ist ein anderer Mann, der seine Frau mit

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Untergebenen telefonieren hört und dem aufgeht, dass sie auch bei ihm ständig Personal­management-Techniken anwendet. Und eine Frau ist stolz, als ihr Mann wäh­ rend eines Meetings einwirft: «Ich denke nicht, dass Laura schon fertig gesprochen hat», und d ­ amit eine Kollegin unterstützt. Ehrlich gesagt habe ich erst jetzt eine richtige Vorstellung davon, was mein Freund den ganzen Tag lang so tut. Man kann es mir nicht verübeln: Der Begriff «Projekt­leiter» ist genauso unkonkret wie die Rede von einem «mile­stone» an einem Meeting. Früher lernte man den Chef des Partners bei einem schicken Abendessen kennen, oder? Ich höre Rocco – den Chef meines Freundes – bereits über Businesspläne sprechen, wenn ich früh­ morgens unter die Dusche hüpfe. Manchmal gebe ich meinem Freund nach Sitzungen ein Feedback: «Das hättest du auch anders sagen können ...» Kommt super an. MM

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GARTEN | 4.5.2020 | 61

Eigene Ernte Kräuter und Snackgemüse selber ziehen: Das kann wirklich jeder. Denn die Pflanzen sind einfach zu pflegen und benötigen kaum Platz. Eine Kräuterpyramide auf dem Balkon sieht toll aus und ist im Nu gebaut. Text und Bilder: Carmen Siegrist

Bilder: Getty Images (3)

3

Töpfe mit Erde ­füllen, anpflanzen – und ernten. Auch Snackgemüse ­gedeiht auf dem Balkon: Chili (1), Cherrytomaten (2) oder Peperoni (3) Mehr zum Thema

Der Tipp stammt von blog.doitgarden.ch. Dort finden sich wei­ tere Beiträge rund ums Gärtnern, Basteln und Heimwerken. Eine Vielzahl der Töpfe, ­Erden und Pflanzen sind in den Filialen von Do it + Garden Migros oder auf doitgarden.ch erhältlich.

stellen – an einen hellen, warmen Ort, aber nicht an die pralle ­Sonne. Gemäss Etikette giessen und einmal wöchentlich düngen. Die Pflanze reckt sich nach dem Licht. Deshalb ist es ideal, den Topf jeden Tag ein wenig in die gleiche Richtung zu drehen, ­damit sie gerade wächst. Regelmässiges Lüften hilft, Schädlinge von den Pflanzen fernzuhalten.

1 2

N

aschpflanzen nennen sich die Gewächse, die schon beim Kauf Früchte tragen und ständig weitere produzieren. Es gibt sie als Chili, Peperoni oder Cherrytomaten. Diese Snackpflanzen sind noch bis etwa im

Kräuterpyramide

Juni erhältlich und eignen sich für Wohnungen mit oder ohne Balkon. Gemüsegarten in der Wohnung

Die Pflege könnte nicht einfacher sein: Pflanze mit dem Topf in der Wohnung ans Fenster

Oder doch lieber draussen?

Wer einen Balkon hat, kann die Snackpflanzen selbstverständlich auch nach draussen stellen. Sie brauchen dann aber etwas grössere Töpfe, weil die Wurzeln dort schneller wachsen. Je nach Wetter müssen sie auch öfter ­gegossen werden.

Bauanleitung für einen vertikalen Kräutergarten auf den Seiten 62–63


62 | 4.5.2020 | GARTEN

Hochstapeln für Anfänger Selbst auf der kleinsten Fläche findet eine Vielzahl an Kräu­ tern Platz – man muss nur zum Hoch­stapler werden, dann klappts auch mit der grossen Ernte. Hier wird ein schmaler Balkon auf ­einer Fläche von rund drei Quadratmetern be­ grünt, sogar ein Tisch und Stuhl finden noch Platz. Vertikales Gärtnern, zum Beispiel mit Rankgittern und Hängeampeln, nutzt den verfügbaren Platz ­optimal und liegt erst noch im Trend.

Das brauchts

Ø 19 Ø 27 Ø 40

So gehts

Ø 13

Ø 19

• 5 Tontöpfe in folgenden Grössen: Ø 40 cm 1 ×, plus passenden Untersetzer Ø 27 cm 1 × Ø 19 cm 2 × Ø 13 cm 1 × • Biokräutererde • je nach Vorliebe 6–7 verschiedene Kräutersorten, getopft gekauft

Wenn man nicht gerne mit den Händen in der Erde wühlt: • Gartenhandschuhe • Pflanzenkelle • Häckerli

Viel Pflanzfläche auf wenig Raum

Eine Kräuterpyramide im Mini­ format ist schnell aus einfachen Tontöpfen zusammengestellt und bepflanzt. Durch die asym­ metrische Anordnung der ­ge­stapelten Töpfe ergibt sich ein Maximum an Pflanzfläche. Die Töpfe zur Pyramide zu ­stapeln, hat mehrere Vorteile: Sie stehen stabil aufeinander, es braucht weniger Substrat, und im unters­ten Topf vernässt die Erde nicht. Zwar bekommt dieser Topf am meisten Giess­ wasser ab, doch der Hohlraum verhindert Staunässe. Sonnenliebende und trocken­ verträgliche Kräuter wie Thymian und Rosmarin werden weiter oben gepflanzt, schattenverträg­ lichere und feuchtigkeitsliebende Kräuter wie Melisse, Waldmeis­ ter und Brunnenkresse wandern ganz nach unten. Für den Platz an der Sonne

Die meisten Kräuter allerdings lieben einen sonnigen Stand­ ort. Mit praller Sonne kommen vor allem die mediterranen Kräuter gut zurecht. In ihren Ursprungsländern wachsen sie in trockenen, kargen Böden. Deshalb ist bei ihnen Staunässe unbedingt zu vermeiden. ­Schwere und nährstoffreiche Erde ist un­geeignet, am besten verwendet man torffreie Kräu­ ter­erde, die man zusätzlich mit Sand, Tonmineralien oder Ver­ miculite «abmagert». Gedüngt und ge­gossen wird nur mässig. Zu den mediterranen Sonnen­

anbetern gehören Oregano, Ros­ marin, Salbei, Estragon, Thy­ mian, Majoran, Basilikum und Bohnenkraut. Nach dem Kauf sollten alle Kräuter erst schritt­ weise an die Sonne gewöhnt werden. ­Basilikum etwa ver­ brennt sonst sehr schnell und welkt dann. Manche mögens kühl

Auch wer einen Balkon mit Westoder Ostausrichtung hat, muss

nicht auf Kräuter verzichten. Es gibt eine Vielzahl an Gewächsen, die halbschattige Plätze bevor­ zugen oder zumindest tolerie­ ren. Dazu gehören Kerbel, Dill, Estragon, Mädesüss, Petersilie, Schnittlauch, Pfefferminze und Zitronenmelisse. Sie benötigen eine gehaltvolle und humose Kräutererde mit besseren Wasser­ speichereigenschaften. Kräuter für den Halbschatten benötigen grundsätzlich mehr Wasser und

Dünger als ihre Kollegen aus dem sonnigen Süden. Übrigens: Wer regelmässig die Triebspitzen erntet, verhilft den Kräutern zu einem buschi­ geren Wuchs und verhindert die Blüte. Diese ist zwar für In­ sekten ein wahrer Festschmaus, das Aroma und die Qualität der Kräuter lässt jedoch bei Blüten­ bildung stark nach. Also immer schön ernten, dann wachsen ­laufend junge Blätter nach. MM


GARTEN | 4.5.2020 | 63

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Die Pyramide anhand des Schemas bauen. Danach kann man die einzelnen Etagen mit Erde befüllen und bepflanzen. Allenfalls fällt das Bepflanzen leichter, wenn man die Töpfe einzeln füllt und erst dann stapelt. Einfach ausprobieren!

Nicht alle Kräuter vertragen sich und nicht alle eignen sich für die Pyramide: • Gut klappt es mit Rosmarin, Thymian, Kümmel, Basilikum und Koriander nebeneinander in einem Topf. • Nicht direkt nebeneinander pflanzen: Schnittlauch und Petersilie; Salbei und Pfefferminze, da Erstere von den Wurzeln der Pfefferminze verdrängt würde. • Gar nicht in die Pyramide pflanzen: Wucherer wie Minze und Zitronenmelisse oder Tiefwurzler wie Liebstöckel. Sie brauchen einen eigenen, genügend ­grossen Topf.

Bild: Roger Hofstetter, Styling: Miriam Vieli-Goll

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SERVICELEISTUNGEN DER ROTPUNKT APOTHEKEN

HOHER BLUTDRUCK: SENKEN SIE DAS RISIKO. Ein Viertel der Bevölkerung leidet an Bluthochdruck – aber viele merken nichts davon. Das ist fatal: Denn der Körper und die Organe sind im Dauerstress, die Gefahr für Herzinfarkt und Hirnschlag erhöht sich stetig. Dabei ist hoher Blutdruck gut behandelbar. Eine Blutdruckmessung in Ihrer Rotpunkt Apotheke ist die beste Prävention.

Herzstiftung empfiehlt jährliche Kontrolle Von hohem Blutdruck spricht man ab einem oberen Wert von 140 mmHg

Blutdruck-Pass verschafft Überblick In den Rotpunkt Apotheken wird mit Omron Blutdruckgeräten gemessen. Sie sind klinisch validiert und haben eine hohe Genauigkeit. Omron Geräte gibt es auch für den Hausgebrauch. Falls gewünscht erstellt die Apothekerin oder der Apotheker nach der Messung auch einen Blutdruck-Pass und gibt Empfehlungen und Ratschläge. Der Blutdruck-Pass hilft dabei, die Situation über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Blutdruckmessung Blutdruckmessung + Medikationscheck Blutdruckmessung + Körperfettgehalt

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Weitere Informationen zur Serviceleistung finden Sie unter: www.rotpunkt-apotheken.ch/serviceleistungen

Warum zur Blutdruckmessung in die Rotpunkt Apotheke? • Die Blutdruckmessung kann ohne Voranmeldung jederzeit durchgeführt und so problemlos in den Tagesablauf integriert werden. • In der Apotheke erhalten Sie auch einen Medikationscheck. • Apotheken sind ein wichtiger Teil des Gesundheitssystems und die pharmazeutisch ausgebildeten Spezialisten bieten ein kostengünstiges, niederschwelliges Angebot.

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Man spürt nichts und fühlt sich gesund. Wieso also den Blutdruck messen lassen? Weil er sehr oft keine spürbaren Symptome auslöst, aber gleichzeitig tagtäglich den Körper mehr schädigt. Hypertonie, wie die tückische Krankheit medizinisch heisst, ist sehr verbreitet. Rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung und sogar mehr als die Hälfte der über 65-jährigen leiden darunter. Auf Dauer schädigt er Gehirn, Nieren, Herz und Augen und das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag wird immer grösser. Klarheit gibt einzig die Blutdruckmessung. Die Blutdruckmessung tut nicht weh, ist kostengünstig und dauert nur etwa 15 Minuten.

(Millimeter in der Quecksilbersäule) und einem unteren Wert ab 90 mmHg. Die Herzstiftung empfiehlt allen Erwachsenen ab 18 Jahren einmal im Jahr den Blutdruck zu messen. Um ein klares Resultat zu erhalten, sollte man vor der Messung kein Koffein und kein Nikotin zu sich nehmen. In der Rotpunkt Apotheke können sich die Kundinnen und Kunden in einem separaten Raum fünf Minuten ausruhen, bevor mit der Messung begonnen wird. Insgesamt werden zwei Messungen im Abstand von etwa zwei Minuten durchgeführt. Die Resultate werden erklärt und – falls der Kunde Medikamente einnimmt – auf seinen Wunsch ein Medikationscheck durchgeführt. Danach wird, wenn gewünscht, der Bauchumfang gemessen, der Body Mass Index errechnet und der Körperfettanteil ermittelt. Falls nötig, wird eine Konsultation in der Arztpraxis empfohlen.

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Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Es wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Die meistgenutzten Rotpunkt Serviceleistungen Blasenentzündungs-Check: Der Test erlaubt, Bakterien im Urin nachzuweisen, um die richtige Behandlung zu verordnen.

Blutzuckermessung: Mit einer Blutzuckermessung erfahren Sie, ob ein Diabetes-Risiko besteht.

Hauslieferservice: Bei Bedarf bringen wir Ihnen die Medikamente schnell und zuverlässig nach Hause.

HerzCheck: Der HerzCheck gibt Ihnen Aufschluss über Ihren Blutdruck, das Cholesterin und die Blutzuckerwerte.

Impfberatung: Bringen Sie uns Ihren Impfausweis. Wir erstellen Ihnen eine Übersicht und erfassen Ihren Impfausweis elektronisch.

Impfservice: Lassen Sie sich sicher und unkompliziert z.B. gegen Grippe oder Zecken impfen. Auch ohne Voranmeldung.

Kompressionsstrümpfe: Wir nehmen eine persönliche Messung vor und suchen das passende Strumpfmodell nach Ihren Bedürfnissen aus.

Ohr-Check Mit einem Otoskop untersuchen wir Ihr Gehörgang und Trommelfell. Durch den OhrCheck können wir Ihre Ohrbeschwerden einordnen.

Vaginalbeschwerden-Check: Vermehrter Ausfluss, Juckreiz? Mit einem Test lässt sich die Ursache für das Problem bestimmen.

Wundversorgung: Wir versorgen Ihre Wunde sorgfältig, hygienisch und fachgerecht mit dem geeigneten Material. Nicht alle Rotpunkt Apotheken bieten dieselben Serviceleistungen an. Auf der Rotpunkt Webseite finden Sie eine Übersicht darüber, welche Apotheken was anbieten und wo: www.rotpunkt-apotheken.ch/apotheken

Barbara Bretscher-Hotz von der Rotpunkt Apotheke Hotz in Küsnacht, eine von über 100 Chefs die in den inhabergeführten Rotpunkt Apotheken persönlich für Sie da sind.


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.5.2020, 24 Uhr Gewinner Nr. 17 Hauptpreis: Rolf Kehl, Elgg ZH; Bruno Fuchs-Gebert, Wil SG Zusatzpreis: Rolf Rymann, Therwil BL; Hanspeter Egloff, St. Gallen Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.5.2020, 24 Uhr


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RÄTSEL | 4.5.2020 | 69

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn man etwas bereut, geht man in Sack und ... N Asche

H Staub

M Konfetti

Welches Wort kann aus den Buchstaben von ERBGUT geschrieben werden? E RUBELN

A BETRUG

I

GUTHABEN

Wie lautet die Pluralform von Stigma? S Stigmen

R Stigmata

N Stigmus

I

1 1

K Schach

Dame

Wer erhielt 2020 den Oscar als beste Hauptdarstellerin? N Charlize Theron

R Cynthia Erivo

O Renée Zellweger

Was ist eine «Gelbe von Thun»? S Tomatensorte

I

T Gurkenart

Traubensorte

Wie hiess eine Münze, die von 1503 bis ins 18. Jahrhundert im Bündnerland im Umlauf war? E Bluzger 1

2

N Beutzer 3

4

R Bunter

5

6

4 4 2 3

7

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So nehmen Sie teil:

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2 2

3 3

4 4

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Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.5.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 18

M E L I D A C T T C O D E S

Paroli Lösung Nr. 18

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 18

3

Lösung: Lösung:

Bei welchem Spiel kann ein «vergifteter Bauer» vorkommen? A Go

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Nicolo Müller, Olten SO; Geneviève Fleury, La Chaux-de-Fonds NE

Ruth Diener-Fischer, Richterswil ZH; Sylvia Bohl-Tobler, Uetliburg SG

Suzanne Kuhn, Zürich; Armida Popp-Kaelin, Winterthur ZH


70 | 4.5.2020 | MEINE WELT

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«Bei uns zu Hause bin ich der Koch» Mit seiner Coming-out-Geschichte «Totsch» ist Sunil Mann im Rennen um den Schweizer Jugendbuchpreis, der am 23. Mai verliehen wird. Seine Bücher schreibt der Autor oft draussen auf der Veranda, zur Entspannung kocht er gerne indisch.

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Text: Ralf Kaminski Bilder: Michael Sieber 1


MEINE WELT | 4.5.2020 | 71

1 Mein Hobby «Ich bin der Koch bei uns. Einerseits, weil ich es gerne mache und entspannend finde, andererseits, weil mein Partner Kinderarzt ist und meist erst abends nach Hause kommt. Es wäre seltsam, wenn er dann noch kochen müsste. Besonders gerne bereite ich indische Gerichte zu. Ein Überbleibsel meiner Wurzeln: Ich wurde als Sohn indischer Einwanderer in der Schweiz geboren.» 2

3

2 Mein Entspannungsort «Ich liebe ­ es, hier auf dem Sofa zu liegen und stundenlang zu lesen.»

Name Sunil Mann (47) Wohnort Aarau Das läuft bei mir «Ich wurde vom Verlag da bux angefragt, ob ich einen kurzen Jugendroman verfassen wolle. Der Verlag ist spezialisiert auf Jugendliche, die nicht gerne lesen oder eine Leseschwäche haben. Die Geschichten müssen deshalb kurz und einfach geschrieben sein, sollen aber anspruchsvolle Themen behandeln. Dass ich nun für ‹Totsch› nominiert wurde, ist eine freudige Überraschung. Sonst schreibe ich vor allem Krimis und habe dafür auch schon einige Preise gewonnen. Ein Job als Flugbegleiter diente jahrelang als finanzielles Sicherheitsnetz; inzwischen fliege ich aber nur noch an 30 Tagen im Jahr.»

3 Meine Bar «Als ich noch in Zürich wohnte, war ‹Daniel H.› gleich um die Ecke. Ich freue mich darauf, schon bald wieder extra für diese Bar nach Zürich zu gehen, um einen Gin Tonic zu trinken. Die Gin-Auswahl dort ist grossartig.» 4 Mein Lieblingsgegenstand «Musik klingt auf einem Vinylplattenspieler einfach besser, und es versetzt mich in meine Jugend zurück. Ich höre alles, von Pop über Rock bis zu Klassik.» 5 Mein Buch «In ‹Totsch› verliebt sich der leicht übergewichtige Aussenseiter Olaf in den sportlich-coolen Jannick, was die frischgebackene Freundschaft der beiden auf die Probe stellt. Bisher gab es kein Schweizer Jugendbuch über ein schwules Coming-out – es wurde also Zeit. Und bei Lesungen an Schulen kommt die Story gut an.»

Infos: sunilmann.ch

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6 Mein Schreibort «Hier entstehen meine Bücher. Bei schönem Wetter sitze ich zum Schreiben auch gerne auf unserer Veranda. Dort ist es still, und ich habe einen schönen Blick in unseren Garten.» Mein liebstes MigrosPro­dukt: «Ich liebe Sé­lection-Trüffelkäse. Er hat die ideale Konsistenz und ­einen tollen Geschmack.»

7 Meine Ferien «Seit wir unser Wohnmobil haben, sind wir fast nur noch ­damit auf Reisen. Für diesen Sommer ­ ist Norwegen geplant. Wir hoffen, dass das trotz Corona klappen wird.»  MM

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