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Migros magazin 19 2017 d vs

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

So geht Sommer. Entdecken Sie Ăźber 350 Grilltipps und Sommerinspirationen.

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So nutzt man Lebensmittel als Beauty-Produkte. Dürfen wir Ihnen vorstellen? Perry, «die Backe». Perry nennt man auch «die Backe», weil er eine grossartige Eigenschaft hat: Seine Backe hat exakt die gleiche Konsistenz wie perfekt gegartes Grillfleisch. Er ist jetzt ein gefragter Mann – alle wollen von seiner hoch talentierten Backe Gebrauch machen. Darum sind Perry und sein Manager, Sean, von v England in die Schweiz gereist und u fahren von Termin zu Termin.

Kokosöl gilt als absolutes Wundermittel für jegliche Beauty-Tricks. Bei sprödem Haar kann man sich Kokosöl in die Haare einmassieren, sie über Nacht in einen Turban einwickeln (zum Schutz des Kissens) und am nächsten Tag auswaschen. Die Wirkung wird Sie überraschen.

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So schafft man beste Grillaromen. 1. Rosmarin – die schmeichelnde Aromatherapie Das mediterrane Kraut bzw. die würzigen Nadeln des Strauchs schmeicheln Gemüse, Fisch, Poulet und allen anderen Fleischsorten. Ganze Zweige eignen sich prima zum Räuchern. 2. Glattblättrige Petersilie – der Würze-Joker Petersilie wird nicht direkt auf den Rost gelegt, denn sie mag keine Hitze. Dafür aromatisiert sie Marinaden, Saucen und die Füllung von Fisch und Poulet.

So badet man in Milch. Zwei Liter Milch – die zuvor mit drei Esslöffeln Honig und zwei Handvoll Meersalz angereichert wurde – ins warme Vollbad giessen. Dann eine Viertelstunde abtauchen und geniessen – einfach mal sein dürfen. Nach dem Baden die Haut nicht abduschen, sondern nur trocken tupfen.


MM19, 8.5.2017 | www.migrosmagazin.ch

Eurovision Song Contest

Miruna Manescu will für die Schweiz Punkte holen Seiten 124, 24

Wenn der Mann den Namen der Frau annimmt Seite 10

Extra Migros-Magazin Nr. 19

Gesundheit

Digitale Therapeuten Apps gegen Angst, Stress oder Sucht Seite 20

Ueli hört mit Bild: Michael Sieber

Mühe mit Lesen und Schreiben: Zwei Betroffene berichten Seite 20

Seit 30 Jahren trägt der Alleinunterhalter ein Hörgerät Seite 4

Bild: Ephraim Bieri

28 Seiten Gesundheit mit vielen Tipps und Informationen zu Schwerhörigkeit, Naturkosmetik und Helfern im Internet


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6 | MM19, 8.5.2017

24

H Editorial

Ländliche Preziosen

Hand aufs Herz: Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Ach, so lange ist das schon her? Kein schlechtes Gewissen? Mir geht es leider ähnlich. Ich war dieses Jahr erst zweimal dort. High-Definition-Fernsehen, Heimkinoanlagen und Piraterie-Download machen den Kinobesitzern das Leben schwer. Der Branchenverband Pro Cinema zeichnet den Niedergang jedes Jahr minutiös auf. Seine Zahlen zeigen, dass auch im vergangenen Jahr wieder 7 Prozent weniger Kinokarten verkauft worden sind: 13,7 Millionen insgesamt; mit Ausnahme von 2014 ist dies der schlechteste Wert der letzten 22 Jahre. Die Kinofans gaben noch 207 Millionen Franken aus – fast 10 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Jahresbericht von Pro Cinema bietet eine Fülle interessanter Zahlen zur Situation der Kinos an. Er listet die meistbesuchten Filme des Jahres auf («The Secret Life of Pets», vor «The Revenant» und «Heidi»). Oder die grössten Verleiher (allen weit voraus ist Disney). Die Zahl der Kinos, die Zahl der Leinwände, die Sitzplätze – fast alle Zahlen zeigen nach unten. Sogar der 3-D-Boom scheint abzuebben: Mittlerweile werden fast nur noch Filme, die sich an Kinder und Jugendliche wenden, dreidimensional vorgeführt. Die Zahl der Kinos, die 3-D abspielen können, stagniert seit vier Jahren. Überhaupt scheint der Technikkrieg beendet – praktisch alle Kinos hierzulande sind bereits digitalisiert. Doch es gibt sie noch immer, die Besitzer kleiner Kinos, vornehmlich auf dem Land oder in den Vorstädten, die den Umständen trotzen. Die dank eines treuen Stammpublikums, eines Vereins oder einer Nischenstrategie überleben. Was oft etwas verkannt wird: Viele dieser alten Filmpaläste sind architektonische Preziosen, mit nostalgischer Liebe zum Detail gepflegt und in Schwung gehalten. Das Migros-Magazin hat sich umgesehen und präsentiert Ihnen ein paar der schönsten Kinos des Landes und deren unverdrossene Gastgeberinnen und Gastgeber (Seite 12). Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

32

«Die Menschen wollen wissen, was mit ihnen passiert» David Bosshart, Trendforscher


MM19, 8.5.2017 | 7

12

Menschen

51 Cumulus Das Bonusprogramm wird 20

10 Diese Woche

53 Muttertag

Namensrecht: Noch immer nehmen vorwiegend Frauen den Namen des Mannes an 12 Kleine Kinos auf dem Land

Treue Filmfans sorgen fürs Überleben. Vier Ortstermine 19 Bänz Friedli 20 Illettrismus

Schreib- und Leseschwäche. Zwei Betroffene erzählen 24 Eurovision Song Contest

Hat die Schweiz mit Timebelle eine Chance? Ein Überblick

55

28 Schülerzeitschrift «Tize» Ein 16-Jähriger gründet ein

virtuelles Schülermagazin

32 Interview David Bosshart Der Leiter des Gottlieb-Duttweiler-Instituts über Gefühle, «Fake News» und starke Männer Bilder: René Ruis, Markus Bertschi, Daniel Aeschlimann; Illustration: Daniel Müller/illumueller.ch

Migros-Welt 45 Eine starke Gemeinschaft

Jubiläum: Die Max-HavelaarStiftung feiert 25. Geburtstag

46 Besuch bei Kaffeebauern 49 Hans-Peter Fricker

Interview mit dem Präsidenten der Max-Havelaar-Stiftung

Geschenkideen von Famigros 55 Migusto

Rollbraten vom Schwein 76 Tavolata

Kochen gegen die Einsamkeit 88 Alltägliche Wunder

Fakten rund um Haut und Haar 95 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 101 Kolumne «1, 2 oder 3?» Unnötige Diätsorgen 102 Familie

Steigende Geburtenzahlen 106 Gesundheit Wie viel Kaffee ist gesund? 109 Brave New Girl 110 Kinder

Das eigene Geschirr töpfern

113 Glücksgriff

Familienferien im Südtirol 115 Leseraktion Sunbiance-Grill mit Pflegeset 117 Rätsel/Impressum 124 Meine Welt

Popsängerin Miruna Manescu

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM19

Darauf freuen wir uns Kurze Filme Diese Woche ist die Kurzfilmnacht-Tour in Zürich und Uster ZH zu Gast. Infos zum Programm: www.kurzfilmnacht.ch Biennale An der Biennale in Venedig (13. 5.–16. 11.) finden

im Salon Suisse diverse Veranstaltungen unter dem Titel «Ataraxia» (Seelenruhe) statt.

Unnützes Wissen

Die Sache mit dem Schwips …

Mein Bild der Woche «Nanu? Ich war schön erstaunt, als ich in der Kapelle Zur Hohen

Regula Bührer Fecker (38) ist

Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter.

Stiege in Saas-Fee stand und an der Decke hölzerne Hände, Arme, Füsse und einen Nuggi in einer dunklen Ecke an der Decke baumeln sah. Was war denn das, bitte? Ich wurde neugierig. Und habe Google sei Dank herausgefunden, dass diese Gegenstände sogenannte Votivgaben sind – Zeichen von Menschen, die sich in einer Notlage befunden und versprochen haben, eine Pilgerreise in diese Kapelle zu unternehmen, wenn ihr Leiden geheilt würde. Das hat mich sehr berührt. Man sieht ja nicht in andere Menschen hinein – Sorgen und Probleme sind unsichtbar. In dieser Kapelle baumeln sie von der Decke.»

Man wird betrunken, wenn

man in alkoholischen Getränken badet. Bier war bis 1989 in Island verboten.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Sandro Sigrist (20), Ostermundigen BE a) «Style & das Geld» von Kay One feat. Sonny Black b) «Darkness Is Coming» von DR. SpagHetti c) «God is a Gabber» von Rotterdam Terror Corps

Auflösung: b) «Es ist primitiv und lustig.»

Bilder: iStockphoto, zVg, Marco Zanoni

Man kann sich Menschen nicht schön trinken. Tatsächlich hat Alkohol genau den entgegengesetzten Effekt: Je betrunkener man ist, um so hässlicher findet man andere Menschen.

In keinem anderen Land der Welt wird mehr Wein pro Kopf getrunken als im Vatikan: 59,01 Liter im Jahr. Jede zweite deutsche Brauerei befindet sich in Bayern. Quelle: Neon/Stern


10 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

Was ist entscheidend bei der Namenswahl?

www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Im Namen des Herrn Die meisten Frauen nehmen bei der Heirat noch immer den Namen des Mannes an, obwohl sie bei der Namenswahl gleichberechtigt sind. Traditionelles Denken ist einer der Gründe für diese Entscheidung. Guido Mingels ist eine Ausnahme, er trägt den Nachnamen seiner Frau. Text: Yvette Hettinger

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Wann verfolgen oder erstellen Sie Livevideos? 75% Überhaupt nicht 12% Bei Konzerten oder anderen Kulturevents 8% Bei Sportanlässen 3% Bei Terror, Katastrophen oder Unglücksfällen 2% Bei politischen Ereignissen

Zahlen und Fakten

73 266

Menschen haben im Jahr 2015 in der Schweiz geheiratet.

Prozent der Bräutigame behielten ihren Namen.

22

Prozent der Bräute behielten ihren Namen.

16

Prozent der Frauen stellten 1998 bei der Heirat ihren Namen dem des Gatten voran – Doppelnamen waren da noch möglich. Quelle: Bundesamt für Statistik

Brautpaare können seit Januar 2013 wählen, welchen Nachnamen sie und die Kinder tragen werden.

E

s ging durchaus um Gleichberechtigung, als die Schweiz sich ein neues Namensrecht gab: Seit dem 1. Januar 2013 können bei einer Eheschliessung beide Partner den Nachnamen behalten. Doppelnamen ohne Bindestrich gibt es nicht mehr. Die Crux: Behalten beide Eheleute den Namen, muss für zukünftige Kinder ein Familienname definiert werden, der mit einem Elternteil nicht übereinstimmt. Die Statistik zeigt nun: Noch immer nehmen 73 Prozent der Frauen bei der Heirat den Namen

des Mannes an. Die «NZZ am Sonntag» hat nachgefragt und herausgefunden: Viele Frauen möchten aus praktischen Gründen nicht, dass die Kinder anders heissen als ein Elternteil. Auch die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello (64) sagt: «Diese Frauen befürchten wohl einen Namenswirrwarr.» Sie glaubt aber auch, dass die eine oder andere Braut aus Liebe zum Partner eine Diskussion vermeidet und sich lieber der Tradition beugt. Ebenfalls erstaunlich: Nur zwei Prozent der Männer nehmen den Namen der Ehefrau an, obwohl das

seit 1988 möglich ist. Markus Theunert (44) vom Dachverband Männer.ch findet diese Zahl «bedenklich, aber nicht überraschend». Es zeige, wie patriarchalisch das Denken von Männern und Frauen noch immer sei. Perrig-Chiello vermutet ausserdem, dass sich ein Mann verdächtig mache, wenn er das alte Vorrecht der Namensgebung abgebe, das werde als wenig männlich angeschaut. «Damit wird einer schnell zum Aussenseiter.» Sie ist aber überzeugt, dass sich das ändern wird: «Es braucht wohl noch etwas Zeit.» MM

Bilder: iStockphoto, Andri Pol, zVg

95


MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 11

Strassenumfrage

Guido Mingels

«Ich musste den Antrag auf Namensänderung begründen, wie ein Dienstverweigerer» Sie haben vor 15 Jahren Annette Mingels geheiratet und ihren Nach­ namen angenommen. Warum? Als wir beschlossen zu heiraten, war klar, dass wir einen einzigen und den gleichen Namen tragen würden. Meine Frau wollte nicht so gern Egli heissen. Ich fand Mingels auch schö­ ner. Also entschieden wir uns dafür. Ein schneller Entscheid? Wir mussten schon einen Moment lang darüber nachdenken. Für meine Frau, die aus Köln stammt, hätte sich ein typischer Schweizer Name selt­ sam angefühlt, was ich auch verstand. Wäre ich mit einer Asiatin verheira­ tet, wäre ich wohl auch lieber Guido Egli statt, sagen wir, Guido Li. War es von Ihrer Seite auch ein Be­ kenntnis zur Gleichberechtigung? Es ging mir nicht um ein Statement. Aber ich sehe es so, dass bei einer Heirat zwei Namen gleichwertig zur Verfügung stehen. Eigentlich war unsere Wahl ja konservativ, da wir nicht beide den eigenen Namen be­ hielten, wie es in meinem Umfeld der Normalfall ist. Wir wollten aber, dass die Kinder gleich heissen wie beide Elternteile. Dieses Zusammen­ gehörigkeitsgefühl ist mir wichtig. Wie viel Bürokratie entstand durch die Namensänderung? Wenig. Aber ich musste einen Antrag auf Namensänderung stellen und die­ sen begründen, etwa wie ein Militär­ dienstverweigerer. Ich schrieb den ironisch gemeinten Satz hin: «LiebeR AdressatIn. Ich, Guido Egli, möchte mich meiner Ehefrau unterwerfen und künftig Guido Mingels heissen, weil ich dies im Sinne der Gleich­ berechtigung von Frau und Mann für geboten halte.» Das wurde akzeptiert. Wie hat Ihr Umfeld reagiert? Lustigerweise dachte ich, es sei für meine Familie kein Problem. Meine Frau war skeptischer, und sie bekam recht: Mein Vater zeigte ein wenig Kummer, wenn auch eher nonverbal. Meine drei Schwestern haben die

Namen der Ehemänner angenommen, und mein Bruder hat keine Kinder, sodass der Dagmerseller Stamm des Karl Egli nicht weitergeführt wird. Richtig aufgeregt hat sich niemand, eher war ein unausgesprochenes Erstaunen oder Unverständnis zu spüren. Beim Klassentreffen kam un­ terschwellig die Botschaft, dass man das also nicht machen würde – aber mehr von Frauen als von Männern. Wie hat sich der neue Name nach der Heirat angefühlt? Sperrig. Besonders beim Unterschrei­ ben, das merke ich sogar heute noch manchmal. Und am Telefon habe ich mich zunächst gedrückt, indem ich mich nur mit «Hallo» oder «Ja?» meldete. Für Frauen war ja dieses Um­ gewöhnen lange selbstverständlich. Können Sie sich vorstellen, den Namen Mingels wieder abzugeben? Nein. Nicht nur, weil ich mich nicht von meiner Frau trennen will. Selbst wenn ich ein zweites Mal heiraten müsste – was ich nicht hoffe –, würde mich ein zweiter Namenswechsel wohl überfordern. Man bindet doch ein grosses Stück seiner Identität an seinen Namen. Trauern Sie manchmal dem Herrn Egli von damals nach? Es gibt einzelne schwache Momente. Im Sommer steht zum Beispiel ein Cousins­ und Cousinentreffen meiner Egli­Sippe an. Unter Dut­ zenden von Verwandten werde ich wohl der einzige Mann sein, der nicht Egli heisst. Ich werde mich erklären müssen. Ihr neuestes Buch trägt den Titel «Früher war alles schlechter». Trifft das auch auf die Namensgebung zu? Auf jeden Fall. Bis vor wenigen Deka­ den hatten Frauen bei der Heirat gar keine Namenswahl. Als Symbol der Gleichwertigkeit der Geschlechter war das neue Namensrecht definitiv ein Fortschritt. Es ist nicht so wichtig, welchen Namen man wählt. Wichtig ist, dass wir die Wahl haben. MM

Haben Sie bei der Heirat den Namen behalten?

Guido Mingels (46) ist stellver­

tretender Ressort­ leiter beim Magazin «Der Spiegel». Er wuchs in Dag­ mersellen LU auf und lebt heute in Hamburg.

Jasmin Buccarella (31), Sozial­ arbeiterin, Zürich «Ich habe vor

zwei Jahren bei der Heirat den Namen meines Mannes angenommen, damit unser Kind so heisst wie beide Eltern. Wichtig ist, dass man wählen kann.»

Johannes Scheuring (53), Redaktor, Zürich «Meine Frau und ich

haben beide bei der Heirat vor ein­ einhalb Jahren den Namen behalten. In unserem Alter möchte man keine neue Identität annehmen.»

Andrea Graf (38), Sozialwissen­ schafterin, Zürich «Mein Mann und

ich haben jeweils den Namen behal­ ten. Für den Familiennamen haben wir eine Münze geworfen, zu meinen Gunsten. Unser Sohn heisst Graf.»


Bildergalerien zu den vier Landkinos:

12 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

www.migmag.ch/ landkino

Landkinos

Der Charme des kleinen Filmtheaters

Landkinos verströmen oft den nostalgischen Reiz des guten alten Lichtspieltheaters. Dank eines treuen Stammpublikums und ausgewählter Filmprogramme können die Häuser – häufig in Familienbesitz – heute noch überleben. Ein Kinobesuch in Ins, Altdorf, Willisau und Konolfingen. Text: Andreas Bättig

W

arum gehen die Menschen eigentlich noch ins Kino – in Zeiten, in denen man dank Beamer mit wenig Geld ein eigenes Home-Cinema einrichten kann und die neuesten Filme auf Streamingplattformen schnell im Internet zum Kaufen bereitstehen? Wer die Kinos in Konolfingen, Willisau, Ins und Altdorf und die Geschichten dazu kennt, der weiss, warum. Denn kleine Kinos – insbesondere die auf dem Land – verbreiten etwas, das ein Beamer zu Hause oder ein cooler Computerbildschirm nicht bieten kann: eine gehörige Portion Charme und Nostalgie. Nicht fürs Geld, sondern für die Leidenschaft

Solche Filmspieltheater gibt es schon seit Jahrzehnten, und das sieht man ihnen auch an: Wer sich hier einen Film anschaut, fühlt sich oftmals zurückversetzt in die 1950er-Jahre, in die Zeit, als die Landkinos so richtig zu boomen begannen. Heutzutage können sich diese Kinos zwar noch immer über Wasser halten, das grosse

Bilder: Markus Bertschi

Geld lässt sich mit ihnen aber nicht verdienen. Darum geht es den Betreibern allerdings auch nicht. Sie sind mit Herzblut dabei und sorgen für ein gemeinschaftliches Filmerlebnis, das man zu Hause nicht kopieren kann: gemeinsam mit anderen Menschen bei einem Film zu lachen, zu träumen und manchmal auch zu weinen.

1 Das «InsKino»

setzt lieber auf Studiofilme statt auf Blockbuster. 2 Blick in den Vor-

führraum: Auf dem Bauer-Projektor sind traditionelle 35-MillimeterFilme abspielbar. 3 Klein, aber fein:

Der Kinosaal des «Ins» bietet Platz für 80 Personen.

Buchtipp

111 Kinogeschichten Mehr Geschichten und Bilder zu Kinos in der Schweiz gibt es im Buch «Rex, Roxy, Royal». Das Buch versammelt 111 Kinos aus allen Sprachregionen der Schweiz, die durch ihre Geschichte und Architektur, ihr Programmangebot und ihre soziale Funktion aus der Masse herausragen. www.rex-roxy-royal.ch «Rex, Roxy, Royal – eine Reise durch die Schweizer Kinolandschaft», Christoph-MerianVerlag, 2016; erhältlich bei Ex Libris für 32 Franken

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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 13

Beste Bedingungen: Der Betreiber des «InsKino», Martin Hofer, ist gelernter Kinoinstallateur.

InsKino, Ins BE

Treues Stammpublikum 1

3

Das «InsKino» ist ein typisches Dorffilmtheater: Hier kennen sich die Kinobesucher persönlich; in der Filmpause wird ein kleiner Schwatz gehalten. Das Kino lebt – und überlebt – dank der Treue der Dorfbevölkerung. Bereits 1935 wurden in der Gaststube im damaligen Restaurant Wilden Mann Stummfilme gezeigt. Im Jahr darauf eröffnete das Kino Zum Wilden Mann in einer umgebauten, ans Restaurant angrenzenden Autogarage. Der ehemalige Kinobesitzer, Fredy Düscher, schloss 1999 altershalber sein Kino. Dank eines von Filmfreunden im Jahr 2000 gegründeten Vereins konnte es seine Tore unter dem Namen «InsKino» wieder öffnen. Es wurde mit Unterstützung des Denkmalschutzes renoviert und versprüht noch

heute den Charme der 50erJahre. «Das Schöne an unserem Kino ist nicht nur die Atmosphäre, sondern der Umstand, dass man auch gut allein hierherkommen kann: Man trifft immer jemanden, den man kennt», sagt Martin Hofer (52), Kinoinstallateur und Präsident des Vereins InsKino. Unterstützung durch den Verein

Durchschnittlich 20 Personen besuchen die Kinovorstellungen, der Platz reicht für maximal 80. Damit könne sich das kleine Kino gut über Wasser halten – auch weil viele das «InsKino» mit einer Vereinsmitgliedschaft unterstützen. Laut Hofer setze man beim Programm sowohl auf Studio- als auch auf Unterhaltungsfilme. Dank des grossen Stammpublikums blickt Hofer positiv in die Zukunft.


14 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

Cinema Leuzinger, Altdorf UR

Doku als Attraktion Bereits in der dritten Genera­ tion führt Marianne Hegi (72) die Geschäfte des Cinema Leu­ zinger in Altdorf. «Es gibt wohl nicht viele Kinos, die während 110 Jahren immer in Familien­ besitz bleiben.» Es war ihr Grossvater, der zuerst mit einem Wanderkino umherzog, bevor die Familie sich in Altdorf nie­ derliess. Als ihr Vater starb, übernahm Marianne Hegi, eine gelernte Anwaltssekretärin, mit 30 Jah­ ren die Geschäfte. «Für mich war es selbstverständlich, dass ich das Kino übernehme. Ich wollte die Familientradition unbedingt weiterführen», sagt sie. Inzwischen betreibt sie das «Leuzinger» seit über 40 Jahren. Mit Erfolg: «Der persönliche Kontakt zum Publikum ist in Altdorf sehr wichtig und ermöglicht eine optimale Film­ auswahl. Das ist bei einem Landkino zentral», sagt sie.

1

Schwierigen Zeiten getrotzt

Auch wenn sich das «Leuzinger» mit seinen 280 Sitzplätzen immer finanziell über Wasser halten konnte, gab es auch schwierige Zeiten. 2008 musste das Kino renoviert werden. Kurze Zeit später folgte die Um­ stellung auf digitale Projektoren. Es waren kostspielige Investi­ tionen. «Zum Glück haben mir Bund, Kanton und die Gemeinde unter die Arme gegriffen. Allein hätte ich das nicht stemmen können», sagt Marianne Hegi. Die Investitionen hätten sich aber gelohnt. Zwar seien die Zei­ ten der ausverkauften Samstag­ abende vorbei, mit den Besucher­ zahlen sei sie aber zufrieden. «Hier in Altdorf laufen beson­ ders Dokumentarfilme sehr gut. Deshalb wollen viele Filme­ macher bei uns ihre Premiere feiern.» Marianne Hegi hofft, dass das Kino noch lange weiter­ besteht. «Ich habe zwei Kinder und hoffe und wünsche mir, dass sie die Familientradition einmal weiterführen werden.»

2

1 Vom Wander- zum

etablierten Dorfkino: das Cinema Leuzinger mitten in Altdorf

Kinobetreiberin Marianne Hegi führt eine Familientradition fort: Ihr Grossvater zog noch mit einem Wanderkino durchs Land.

2 Der renovierte Kino-

saal des «Leuzinger» umfasst 280 Sitzplätze. 3 Raum zum Fachsim-

peln: In der Filmpause gruppiert man sich um die Stehtische im Foyer.

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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 15

Kino Cinebar, Willisau LU

Cinema ganz privat

1 Stelldichein mit den

Filmhelden: im Kino Cinebar in Willisau

Manchmal besucht nur ein einziger Mensch die Film­ vorstellung im Kino Cinebar in Willisau. Doch Kinobetreiber Beat Bossert (52) zeigt den angekündigten Film trotzdem. «Das sind genau die Leute, die dann weitererzählen, dass ich einen Film selbst für wenige Gäste abspiele», sagt er. Gute Mundpropaganda sei das A und O in seinem Geschäft. Bossert betreibt das «Cine­ bar» mittlerweile seit über 18 Jahren. Das Kino befindet sich im tiefsten Luzerner Hinterland und ist mit seinen 60 Plätzen wohl eins der kleins­ ten Landkinos überhaupt. Seit 1947 zeigt das «Cinebar» Filme. Von 1980 bis 1999 führte Beat Bosserts Vater den Betrieb. «Als ich es von ihm übernahm, waren die Besucherzahlen sehr dürftig. Mir ist es gelungen, diese Zahlen pro Jahr zu ver­ doppeln – heute sind es durch­ schnittlich knapp 20 Besucher pro Vorstellung und Tag.»

2 Setzt auf Schweizer

Produktionen und «anspruchsvollen Kommerz»: Inhaber Beat Bossert

3 Das «Cinebar» bietet

gerade mal 60 Plätze – und zählt damit wohl zu den kleinsten Landkinos überhaupt.

1

2

Heiratsantrag im Kinosaal

3

Zu Bosserts Stammpublikum zählen die Einwohner der Region, Kinder, Familien, ältere Leute. «Die Leute geniessen es, ein Kino direkt vor der Haustür zu haben», sagt Beat Bossert. Regional ist auch die Filmauswahl: Bossert setzt auf Schweizer Filme und «anspruchsvollen Kommerz», wie er sagt. «Wer Hollywood­ Blockbuster sehen will, geht in die Stadt.» Beat Bossert liebt sein kleines Filmspieltheater, das man auch für private Anlässe mieten kann. Einmal habe ein junger Mann das ganze Kino nur für sich und seine Freundin reserviert, ihr aber nichts davon erzählt. Als das Paar im Kino sass, musste Bossert dessen selbstgedrehten Film abspielen: Darin machte der Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag. «Ich habe ihnen dann noch ein Cüpli raufge­ bracht», sagt Bossert.


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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 17

1 Ein Ambiente wie im Theater: der Saal des Kinos Grünegg 2 Retro: drinnen

im Foyer das Mobiliar aus der Kinoboom-Ära ... 3 ... draussen

die typische 50erJahre-Fassade 4 Kaspar Bigler 1

stand schon als Jugendlicher hinter dem Filmprojektor.

Kino Grünegg, Konolfingen BE

Keine Actionstreifen Das Foyer des Kinos Grünegg verbreitet ein liebevolles und auch etwas biederes 50er-JahreAmbiente: schwere, weisse Vorhänge, Sessel aus rotem Leder, dunkelbraunes Holztäfer an den Wänden. Hinter einem Tresen steht Kaspar Bigler (74), der mit seiner Frau Renate (69) und seinem Bruder Peter Bigler (73) das Lichtspieltheater in Konolfingen im Emmental führt. Vor mehr als 40 Jahren haben die Brüder Bigler den Betrieb von ihrem Vater Arthur übernommen. Dieser, ein selbständiger Zahnarzt, liess 1958 in Konolfingen und Münsingen je ein Kino bauen, nachdem er bereits seit 1948 Saalkinos betrieben hatte. Die Kinos boten den Praxisangestellten eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit – als Operateur, Platzanweiser, Kassierin. Denn eine geregelte Altersvorsorge gab es damals noch nicht. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 20 Personen im Kino beschäftigt. Schon als 14-Jähriger arbeitete Kaspar Bigler als Filmoperateur. In den vergangenen 60 Jah-

ren hat er alle technischen Veränderungen, Glanz- und Krisenzeiten hautnah miterlebt. «In den 50er- und 60er-Jahren boomte das Kino. Damals konnten wir pro Wochenendtag drei bis vier Vorstellungen durchführen, die alle ausverkauft oder zumindest gut besucht waren.» Pausenzeiten ganz nach Gusto

Das Trio hat die Jobs unter sich verteilt: Kaspar Bigler ist als Operateur tätig, Peter Bigler betreut das Filmprogramm, Renate Bigler die Kasse. 12 Franken kostet der Eintritt für AHV-Bezüger und Schüler, 14 Franken für andere Kinobesucher. «Unser Kino ist ausgerichtet auf über 35-jährige Besucher», sagt Kaspar Bigler. Besonders die Rentnerinnen und Rentner seien Stammgäste. «Entsprechend ist unsere Filmauswahl: Actionfilme zeigen wir nicht, dafür Schweizer Produktionen.» Die Pause mitten im Film kann auch mal länger dauern: «Wenn die Besucher einen Schwatz halten wollen, machen wir halt 20 Minuten Pause.» MM

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Mai 2017

xy Wunder der Natur im Triglav Nationalpark

Die edlen Lipizzaner von Lipica

1. Tag – Anreise Fahrt mit dem komfortablen Extrabus nach Nova Gorica unserem idealen Ausgangspunkt an der slowenisch-italienischen Grenze. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – Triglav Nationalpark Gleich nach dem Frühstück erwartet uns heute eine grandiose Panoramarundfahrt durch den weltbekannten Triglav Nationalpark. Klare Bergseen, schäumende Bäche, rauschende Wasserfälle, geheimnisvolle Schluchten und die Soča, der wohl schönste Fluss Europas, erwarten uns. Ein besonderer Höhepunkt ist der wunderschöne botanische Alpengarten Juliana im Trenta Tal, wo Sie viele seltene Pflanzen bestaunen werden. Nach einem Tag voller Naturschönheiten erwartet uns der Hotelier mit einem feinen Nachtessen. 3. Tag – Die edlen Lipizzaner von Lipica Ein herrlicher Tag erwartet uns! Durch schöne Landschaften fahren wir nach Sežana an der slowenisch-italienischen Grenze. Inmitten einer wunderbaren grünen Oase treffen wir auf Lipica, die Heimat der Lipizzanerpferde. Im ehemaligen Hofgestüt der habsburgischen Monarchie werden seit über 400 Jahren die weltberühmten Lipizzaner gezüchtet. Freuen Sie sich auf eine

eindrückliche Führung. Wir werden die Geschichte des Gestüts von seiner Gründung bis heute kennenlernen und alles über die edlen Pferde erfahren. Später unternehmen wir eine romantische Kutschenfahrt durch die historischen Alleen entlang der saftig grünen Weiden – fantastisch! Nachtessen im Hotel. 4. Tag – Ein Tag am Meer Freuen Sie sich heute auf einen wunderschönen Ausflug an die zauberhafte slowenische Adria. Wir beginnen mit einem Rundgang in der Rosenstadt Portoroz mit seinem mondänen Jachthafen und der glitzernden Strandpromenade. Dann geht’s raus aufs Meer – wir unternehmen eine gemütliche Bootsfahrt entlang der slowenischen Adria. Geniessen Sie die traumhafte Atmosphäre des türkisfarbenen Meeres und erfreuen Sie sich am herrlichen Anblick der versteckten Buchten. Unsere Schifffahrt endet in Piran, das hübscheste Städtchen weit und breit gehört zum schönsten, was die Adria zu bieten hat und wird Sie begeistern. Nach genügend Zeit zur freien Verfügung fahren wir ins Hotel zurück, wo wir zu einem feinen Abschiedsessen erwartet werden. 5. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 19

P Bänz Friedli

Ein Sohn namens Jean-Marie?

Bild: Vera Hartmann

Paola, Romina Sylvie – von Sängerinnen hatten wirs, nach denen Eltern einst ihre Töchter benannten. Und jetzt können diese Töchter ein Lied davon singen, was es heisst, dauernd auf den eigenen Namen angesprochen zu werden. Meist ist es daher gut, wenn die namensgebende Persönlichkeit ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Zum Beispiel Sabrina. Wem der Name nichts sagt, der möge im Netz kurz nach dem Video «Boys, Boys, Boys» suchen, in dem eine gewisse Sabrina im viel zu knapp bemessenen und viel zu durchsichtigen weissen Bikini vor der Kamera herumturnt. Vor 30 Jahren wars, das Genre hiess Euro-Dance, und beim Anblick des Videos gibt es heute nur eins: Fremdschämen.

Bänz Friedli (52)

kann es nicht lassen.

Verfällt der Friedli wieder seiner Unart, mit einem Thema nicht mehr aufzuhören? Welches Gemüse zu wie heftigen Fürzen führt – darüber habe ich mal mehrere Kolumnen verfasst, und die empörte Zuschrift eines Herrn Schnyder aus dem Baselbiet ist unvergessen: «Unter aller Menschenwürde, unter der Gürtellinie und schlicht nur ekelhaft» sei, was dieser Friedli schreibe. «In Fäkalsprache will er dem Leser vermitteln, welche Lebensmittel wie viel menschliche Gase generieren. Interessiert das wirklich jemanden?» Oh ja, alle anderen Leserinnen und Leser zeigten sich höchst interessiert. Und dann war da noch die Sache mit den Fixleintüchern und der schieren Unmöglichkeit, sie hübsch

zu falten – Freundin Andrea behauptet noch heute, ich hätte darüber ein Dutzend Kolumnen geschrieben. Unsinn, sie übertreibt! Es waren höchstens elf. Item. Aufs Taufen nach Prominenten muss ich einfach noch mal zurückkommen. Denn es ist gerade in Mode, Kinder nach Fussballern zu benennen. Dann hiesse unser Sohn zum Beispiel Jean-Marie, nach dem letzten YB-Captain, der einen Meisterpokal stemmte; Lars, nicht wie der kleine Eisbär, sondern wie der damalige Torjäger Lunde; oder er hiesse Roberto, Erich, Christoph, Thomas wie die Fussballgötter Baggio, Hänzi, Spycher, Häberli. Aber das wäre albern. Und meine Liebste hätte vermutlich nicht eingewilligt. Ein Bekannter hat seinen Sohn ja Bastian getauft. Ein schöner Name, nicht? Muss ja niemand wissen, dass er nach dem Fussballer Bastian Schweinsteiger benamst wurde. Wohingegen bei Lionel, einem Jugendlichen aus unserem Freundeskreis, alle Welt denkt, er heisse bestimmt so wegen des Fussballers Messi. Dabei war Jazzlegende Lionel Hampton Namenspate. Und nach wem hat Cristiano Ronaldo, der sich für den «besten, zweitbesten und drittbesten Spieler der Welt» hält, seinen Buben benannt? Nach sich selbst. Cristiano Ronaldo junior. Armes Kind. MM Bänz Friedli live: 11.5., Alpnach OW; 13.5. Münchenbuchsee BE

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20 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

Illettrismus

Trotz Lese- und Schreibschwäche erfolgreich im Job

Rund 800 000 Menschen in der Schweiz können nicht so gut lesen und schreiben, wie das im Alltag erwartet wird – die meisten schämen sich dafür und versuchen, es geheim zu halten. Anna Gerber und Stefan Nagy erzählen, wie sie damit umgegangen sind – und wie sie sich in der Berufswelt durchgeschlagen haben.

I

hre Schuljahre waren «die Hölle». Beim Lehrer im kleinen Dorf galt sie als «Löli», er warf regelmässig Leimtuben nach ihr. Auch ihre Eltern waren überfordert und trauten ihr überhaupt nichts zu. Und das alles nur, weil Anna Gerbers* Diktate voller Fehler waren. «Ich hatte grosse Mühe mit der Rechtschreibung, und je grösser der Druck von Schule und Eltern war, desto schlimmer wurde es.» Gerber hat Legasthenie, eine Leseund Rechtschreibschwäche, die es Betroffenen erschwert, gesprochene Sprache ins Schriftliche umzusetzen. Sie wurde bei ihr nach einem Test im dritten Schuljahr ganz offiziell festgestellt, aber viel änderte sich dadurch nicht. «Ich besuchte ein Jahr lang einen Förderkurs, danach lief alles weiter wie bisher. Immerhin entdeckte ich damals meine Freude am Lesen», erzählt die heute 51-jährige Mutter von zwei Kindern. Es sei eben auch eine ganz andere Zeit gewesen damals, man habe sich weniger um das Wohlergehen der

Bilder: Christian Schnur

Kinder bemüht und den Eltern auch kaum Hilfestellung geboten. «Erschwerend kam hinzu, dass sonst in der Verwandtschaft nie­ mand betroffen war, insbesondere meine Geschwister nicht – ich wurde zum schwarzen Schaf der Familie.» Anna Gerber quälte sich durch ihre Schuljahre, zutiefst unglücklich. Die Erlösung kam nach einem Umzug in einen grösseren Ort, im siebten Schuljahr. «Wenn ich diesen Lehrer dort von Anfang an gehabt hätte, wäre wohl alles anders gekommen», ist sie überzeugt. Mit seiner Unterstützung verbesserten sich nicht nur ihre Schulleistungen, sie wurde auch ein wenig selbstbewusster. Dank Nische zum eigenen Geschäft

Dennoch schaffte sie es nicht, eine Lehrstelle als Dekorateurin zu ergattern, ihrem Traumjob. Ein zehntes Schuljahr oder eine Privatschule, um Lücken zu schliessen, stand für die Eltern nicht zur Diskussion. «Sie wollten einfach, dass ich irgend etwas mache, Hauptsache, ich war

versorgt.» So durchlief sie schliesslich eine Druckerlehre, bei der sie sich schrecklich langweilte: «Reine Routinearbeit, ohne jegliche Kreativität. Aber zu Hause war Ruhe.» Der ungeliebte Job erwies sich jedoch unerwartet als Sprungbrett. Sie kam in eine kleine Firma, die Techniken für den Druck auf damals neue synthetische Textilien entwickelte. Dort lernte sie, Aufträge von A bis Z kompetent zu erledigen. Dadurch wurde ein grosser internationaler Auftraggeber auf sie aufmerksam, der sie ermutigte, sich selbständig zu machen und direkt für ihn zu produzieren. So gründete sie ihre eigene Firma. «Das Geschäft lief von Anfang an sehr gut, aber ich arbeitete fast Tag und Nacht.» Und ohne dass die Kunden je bemerkten, welche Schwierigkeiten sie noch immer mit dem Schreiben hatte. «Aber es war ein Spiessrutenlauf. Alle Auftragsformulare, die ich ausfüllte, waren bis ins kleinste Detail vorbereitet, damit niemand etwas merkte. Aufschriften liess ich immer vorher

Bild: Getty Images

Text: Ralf Kaminski


MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 21

Wie man Illettrismus überwindet:

www.migmag.ch/ illettrismus

mit ‹Gut zum Druck› vom Auftrag­ geber bestätigen. Heutzutage ist alles viel bürokratischer, da würde man so nicht mehr durchkommen.» Nach einigen Jahren als Unter­ nehmerin war sie jedoch völlig aus­ gebrannt und machte einen harten Schnitt: Mitte der 90er­Jahre ver­ kaufte sie ihre erfolgreiche Firma, die auch heute noch existiert. Mit dem Geld leistete sie sich Reisen und kaufte ein schönes Einfamilienhaus. Sie machte Kurse an der Kunst­ gewerbeschule, schreinerte, baute Teile des Hauses um. Gleichzeitig besuchte sie Kurse, um ihre Recht­ schreibung endlich in den Griff zu bekommen. Dann kamen die Kinder. Das Urvertrauen verloren

Bis heute wissen nur enge Freunde von Gerbers Rechtschreibschwäche. «In der Kindheit wurde ich deswegen als dumm abgestempelt. Dadurch habe ich das Urvertrauen verloren, dass man zu mir steht – das erschwert es mir bis heute, Leuten zu vertrau­ en.» Auch das Verhältnis zu ihren betagten Eltern bleibt zwiespältig. Heute restauriert sie alte Möbel und arbeitet im Atelier eines plas­ tischen Gestalters. «Er gibt mir seine Kenntnisse weiter, und ich helfe ihm bei Projekten.» Seit vier Jahren nimmt sie auch einmal pro Woche an einem Kurs für Erwachsene teil, um ihre Schreibfähigkeiten weiter aus­ zubauen. «Aber es kann mir immer noch passieren, dass ich aus dem Konzept gerate, wenn ich mich unter Druck fühle. Dann kommen sofort die Ängste aus der Kindheit hoch.» Hätte sie schon als Kind die Möglichkeit gehabt, einen solchen Kurs zu besuchen, wäre ihr Leben ganz anders verlaufen, sagt Anna Gerber. «Ich hätte einen sehr viel fröhliche­ ren Weg gehen können – stattdessen haben Scham und Demütigung alles überschattet.» Kinder mit ähnlichen Schwierigkeiten sollten so früh wie möglich von Eltern und Schule unter­ stützt werden, sagt sie. «Und Erwach­ senen rate ich, sich nicht einfach damit abzufinden, sondern die Unter­ stützungsangebote zu nutzen.» *Name der Redaktion bekannt

Anna Gerber (51), Restauratorin

«Scham und Demütigung haben alles überschattet.»


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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 23

gearbeitet hatte. «Ich beriet Kunden, baute Möbel auf, arbeitete im Lager, das ging alles recht problemlos.» Nach und nach arbeitete er sich voran, bis er schliesslich Bereichsverantwortung hatte und sogar Lehrlinge trainierte. «Die Leute um mich herum merkten schon, dass Deutsch nicht meine Stärke war, aber ich musste selten formelle Schreiben aufsetzen.» Offen thematisiert hat er seine Schreibschwäche allerdings nie – bis er begann, die spezialisierten Sprachkurse zu besuchen. «Das hat mir die Firma mit viel Flexibilität bei den Schichtplänen ermöglicht.» Ikea sei generell offen für unkonventionelle Lebenssituationen, sagt Nagy. Coming­out, um andere zu ermutigen

Stefan Nagy (49), Personalassistent

«Ich bin dadurch sehr sensibilisiert für Schwächen aller Art.»

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eichte Unsicherheiten bei Kommasetzung sowie der Gross- und Kleinschreibung sind alles, was bei Stefan Nagy (49) vom Illettrismus noch übrig ist – nach vier Jahren Arbeit in den Sprachkursen des Vereins Lesen und Schreiben. «Hätte ich eine ähnlich intensive Betreuung damals in der Schule bekommen, wäre das Problem schon viel früher behoben gewesen.» Dennoch musste Nagy 45 werden, bis er sich durchrang, sein Problem anzugehen. «Die Anzeige für den Kurs lag wochenlang zu Hause auf dem Schreibtisch.» Den Ausschlag gab schliesslich der Wunsch, beim Möbelhaus Ikea als Sachbearbeiter in die Personalabteilung aufzusteigen. «Dafür musste ich mein Deutsch verbessern, das war mir klar.» Bis dahin war es auch mit schlechtem Deutsch ganz gut gegangen. Nagy hatte nach der Schule eine Lehre im Verkauf gemacht, anschliessend kurz bei zwei, drei Firmen gearbeitet und konnte 1991 bei der Ikea als Allrounder einsteigen, nachdem er dort zuvor schon ein paar Monate als Aushilfe

Offiziell getestet wurde er nie, aber er geht davon aus, dass er eine Form von Legasthenie hat. «Mit elf oder zwölf Jahren hat es sich zum ersten Mal richtig bemerkbar gemacht. Bei Aufsätzen bekam ich gute Noten für Kreativität und sehr schlechte für die Rechtschreibung.» Dennoch kam er sonst ganz gut durch, auch wenn er die frühen Schuljahre «eher als Leidenszeit» in Erinnerung hat. In der siebten Klasse bekam er einen Lehrer, der ihn stark unterstützte. «Auch mit den Lehrmeistern hatte ich immer grosses Glück.» Und privat schrieb er einfach immer nur klein, ob nun bei SMS oder in E-Mails. «Damals war das ja sowieso total trendy», sagt Nagy und lacht. So gelang es ihm, seine Schwäche lange recht gut zu kaschieren. «Ich hätte beruflich wohl keinen anderen Weg eingeschlagen, wenn ich dieses Problem nicht gehabt hätte», sagt der Personalassistent, der mit seiner Partnerin im Bezirk Muri AG lebt und in Spreitenbach arbeitet. Dennoch sei das «Coming-out» kein leichter Prozess gewesen. «Erst mal musste ich es mir selbst eingestehen, dann anderen. Der Auftritt in den Medien ist nun der letzte Schritt.» Er macht ihn, um andere zu ermutigen, sich nicht unterkriegen zu lassen. «Wenn man es angeht, kann man es auch beheben.» Stefan Nagy sieht sogar Vorteile darin, dass er durch das alles durchmusste. «Ich bin dadurch sehr sensibilisiert für Schwächen aller Art. Wenn ich bei meinen Lernenden merkte, da gibt es einen Knopf, ging ich darauf ein und suchte einen anderen Weg, die Dinge zu erklären – und meistens gelang das auch.» MM

Lesen und Schreiben

Spezialisierte Kurse helfen Menschen mit Illettrismus können nicht so gut lesen oder schreiben, wie es im Alltag und im Job gefordert und erwartet wird – und das, obwohl sie die obligatorischen Schulen durchlaufen haben. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, etwa die genetische Leseoder Schreibschwäche Legasthenie.

Wer jedoch motiviert und diszipliniert spezialisierte Kurse besucht, der kann den Illettrismus überwinden, sagt Brigitte Aschwanden (53), Geschäftsführerin vom Verein Lesen und Schreiben Deutsche Schweiz. Dieser lancierte kürzlich ein telefonisches Beratungsangebot unter der Gratisnummer 0800 47 47 47. In der Schweiz sind rund 800 000 Menschen von

Illettrismus betroffen. Die Zahl stammt aus der Hochrechnung einer internationalen OECD-Studie von 2006, aktuellere Zahlen gibt es nicht. Klar ist aber: Es ist ein weltweites Phänomen. In der wohlhabenden Schweiz ist es weniger sichtbar als andernorts, wo die Betroffenen oft viel schneller durch alle Maschen in die Armut fallen. Illettrismus ist auch deshalb noch immer ein Tabu­ thema, weil sich viele Menschen nicht vorstellen können, wie es möglich ist, dass man nach neun Schuljahren nicht richtig lesen und schreiben kann. Sie glauben fälschlicherweise, wer das nicht schaffe, sei entweder dumm oder faul. Beides ist stark stigmatisiert, was es Betroffenen erschwert, damit offener umzugehen. Informationen zu Illettris­ mus und Kursen: www.lesen-schreiben-schweiz.ch


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Die Schweiz am ESC Teilnahme: An 57 von 61 Ausgaben.

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1995, 1999, 2001 und 2003 musste sie wegen schlechter Vorjahresplatzierungen aussetzen. Siege: 2: Lys Assia mit «Refrain» 1956; Céline Dion mit «Ne partez pas sans moi» 1988 2. Plätze: 3 3. Plätze: 3 Letzte Plätze: 6 (viermal mit 0 Punkten) Schon im Halbfinale ausgeschieden: 9 (am häufigsten überhaupt, gemeinsam mit den Niederlanden und Slowenien)

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Die desaströsen letzten 10 Jahre Im Halbfinal ausgeschieden: DJ Bobo (2007),

Gr E S ös s t e C «W -Sie r Erf g a es olg (19 terl so e zu 74). D oo» v ngs ines e o e i Hit nem r S n A we s – u de ong w bba ltb nd r gr erü die ös urde hm Ba sten nd t.

Paolo Meneguzzi (2008), Lovebugs (2009), Michael von der Heide (2010), Sinplus (2012), Takasa/Heilsarmee (2013), Mélanie René (2015), Rykka (2016) Platz 25 (von 25): Anna Rossinelli (2011) Platz 13 (von 26): Sebalter (2014)

n– gewonne SC nicht E im e s b it H a be n oc h z u H de n de nn un d w u r lare),

blu» (Vo dipinto di lu b l e «N (I, 1958) • Modugno Domenico ciao bambina), iao • «Piove» (C odugno (I, 1959) K, 1968) M Domenico ons», Cliff Richard (U , 1979) tulati gis Khan (D • «Congra n», Dschin a h K is g in • «Dsch

2

Mal standen Pinguine auf der Bühne

«Switzerland, zero points!»

Die vergangenen zehn Jahre des «Eurovision Song Contest» waren ein Desaster für die Schweiz. Schneidet Timebelle am Samstag in Kiew besser ab? Zahlen und Fakten zum schrägsten Wettsingen der Welt. Text: Ralf Kaminski

Illustration: Daniel Müller / Illumueller.ch

91

Personen moderierten

Terrorangst 1973 Die Aufnahme Israels in den Kreis der ESCWettbewerber löste 1973 in Luxemburg Ängste vor Terroranschlägen aus. Das Saalpublikum wurde angewiesen, beim Applaudieren sitzen zu bleiben, um vom stark verstärkten Sicherheitspersonal nicht versehentlich erschossen zu werden.

Quellen: Eurovision.de, Daily Mail, grandprixfire.jimdo.com, Wikipedia

Eurovision Song Contest


MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 25

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Mal kam «Love» in einem Songtitel vor

4. Nie Plat z d mit erlande 4 Si ege n

5. P Dänem lat z a und N rk, Israel orweg en mit je 3 Sieg en

6. Platz

Schweiz, Deutschland , Italien, Österreich, S panien und Ukraine mit je 2 Siege n

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a n t Isla ortug a. mi P n u. r en a ype Sieg Aserb Estland, Z , 0 n Belgie iechenland, Gr , , d d n n la la ett Finn wien, L , Jugosla o, Russland Monac und Türkei n, Serbie je 1 Sieg mit z 7. Plat an, s id ch

5

Mal kam «Peace» in einem Songtitel vor

43

180

Orchester spielten live

345

Männer traten bisher an

Konkurrenz im Ostblock In den 60er-Jahren

imitierten die Ostblockstaaten den ESC mit einem eigenen Wettbewerb, dem «Sopot Song Festival». Weil nur wenige Zuschauer Telefone hatten, wählten sie, indem sie daheim das Licht einschalteten, wenn sie einen Song mochten. Die Energiebehörde mass den Stromverbrauch und meldete ihn dem TV-Sender.

Millionen schauen jeweils zu

400

550

Frauen traten bisher an

Gruppen traten bisher an Schweizer Beitrag 2017 Die Band Timebelle versucht ihr Glück mit «Apollo» (siehe auch Seite 124). Festtag für die Gay Community Seit den 80er-Jahren hat der ESC unter

Schwulen besonders viele Fans. Doch erst 1997 trat mit dem Isländer Paul Oscar der erste offen schwule Sänger im Wettbewerb an. 2014 holte der Österreicher Tom Neuwirth mit seiner Kunstfigur Conchita Wurst den Sieg.


28 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

Nils Feigenwinter

Trau keinem über 23

Der 16-jährige Nils Feigenwinter hat sich mit der Gründung des Onlinemagazins «Tize» einen Traum aus Kindertagen erfüllt. 30 junge Menschen schreiben in der Schülerzeitung darüber, was sie bewegt. In der virtuellen Redaktion gibts eine Altersgrenze – denn nur wer jung ist, weiss, was die junge Generation interessiert. Text: Andreas Bättig

A

usgerechnet das Café der Kantonsbibliothek BaselLand schlägt Nils Feigenwinter für das Treffen vor. Dort, wo Lesestoff noch auf gedrucktem Papier zu finden ist. Dort, wo Menschen sich an einer gut sortierten Magazin- und Zeitungswand bedienen, sich in eine Ecke setzen und hinter einer Doppelseite verschwinden. Geht es nach Nils Feigenwinter, wird das hier in Zukunft bald der Vergangenheit angehören. Nein, nicht die Bücher. Die liest er selbst nach wie vor lieber klassisch auf Papier, wegen der Haptik und des Geruchs. Aber die Zeitungen, die Magazine, Journalismus aus der Druckmaschine – das wird es wohl bald nicht mehr geben. Feigenwinter, 16 Jahre alt, gehört zu einer Generation, vor der sich klassische Medienverlage fürchten – und die sie umschwärmen: Der Jugendliche verkörpert die «Generation Smartphone». Facebook ist veraltet

Das Handy ist ihr Newsportal, ihre Kommunikationsplattform. Sie nutzen Apps wie Instagram, Snapchat oder Whatsapp. Facebook ist schon wieder veraltet. «Es ist erstaunlich, wie schnell mittlerweile Trends kommen und wieder verschwinden», sagt er. Auch eine Schülerzeitung muss mit der Zeit gehen, findet Feigenwinter. Deshalb hat der Schüler des Gymnasiums in Liestal seine eigene im Jahr 2015 als einer der ersten auf den Computer und etwas später auch aufs Smartphone gebracht. «Tize» nennt

Bild: Kostas Maros

sich die digitale Schülerzeitung, bei der gut 30 Jugendliche aus der ganzen Schweiz mitschreiben. «Für mich war von Anfang an wichtig, dass ‹Tize› ausschliesslich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemacht wird. Es gibt keine Erwachsenen, die uns helfen. Denn nur wir wissen, was unsere Generation genau interessiert», sagt der Schüler. Die Altersobergrenze für eine Mitarbeit liegt deshalb bei 23 Jahren. Wer die App oder Homepage von «Tize» öffnet, findet Artikel wie «Wird die 3. Generation bald erleichtert eingebürgert?», «5 Apps für das perfekte Foto» oder «Wie kann ich in Hollywood durchstarten?». Die Online-Schülerzeitung ist ein Gefäss, in dem Jugendliche publizieren können, was sie gerade bewegt. «Sie können einfach drauflosschreiben. So entstehen Texte, die in einem anderem Medium nicht publiziert würden. Wir sind ein grosser virtueller Sandkasten», sagt Feigenwinter. Poetische Texte würden auf «Tize» besonders gut ankommen. «Meine Gedanken kreisen viel um ‹Tize›. Manchmal kommt mir vor dem Einschlafen oder morgens nach dem Aufwachen eine Idee.» E-Mail ist viel zu langsam

Bevor ein Artikel erscheint, wird das Thema in einem Redaktions-Chat auf Whatsapp besprochen. «Das geht am schnellsten», sagt Feigenwinter. Per E-Mail werde kaum noch kommuniziert. Das sei für sie etwa wie faxen. «Wahnsinnig langsam». Wer bei

«Tize» mitschreibt, tut es aus Idealismus. Denn die Autoren bezahlen kann Feigenwinter – noch – nicht. Zwar gäbe es schon Werbeeinnahmen oder ein bisschen Geld von Stiftungen. Doch für Feigenwinter und den Rest des «Tize»Teams ist das Ganze nach wie vor ein Hobby, bei dem die Spesen gedeckt sind. Es geht ihm sowieso nicht in erster Linie ums Geld. «Am wichtigsten ist die Wertschätzung. Wenn ich sehe, dass Artikel von ‹Tize› auf einem Busbildschirm hier in Basel erscheint, bekomme ich Gänsehaut.» Nils Feigenwinter war schon früh kreativ. Mit fünf hat er seinen ersten Stop-Motion-Film gedreht. Mit zehn wurde er Kinderreporter beim Kinderprogramm «Zambo» im SRF. «Es war immer mein Traum, später ein eigenes Magazin zu haben», sagt er. «Dafür braucht es manchmal auch Durchhaltewillen.» Nicht aufzugeben, das habe er von Vorbildern wie Apple-Gründer Steve Jobs, Barack Obama oder Walt Disney abgeschaut. Feigenwinter möchte mit «Tize» noch grösser werden, mehr junge Menschen in der Schweiz erreichen und vielleicht einen Ableger in Französisch lancieren. Wichtig sei, am Ball zu bleiben und zu wissen, was gerade angesagt ist. Seine 12-jährige Schwester ist eine gute Trendquelle. Es gibt nämlich Hypes, die gehen bereits an einem 16-Jährigen wie ihm vorbei. MM Weitere Infos: www.tize.ch; App für iOS und Android: «Tize», gratis. «Tize» gibt es auch auf Instagram, Snapchat und Twitter.


MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 29

Nils Feigenwinter (16), Gymnasiast aus Liestal BL, ist der Gründer der virtuellen Schülerzeitschrift «Tize». Der Name hat keine Bedeutung, sondern ist ein Fantasiename.


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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 31

Leserforum MM18: Frauen in Männerdomänen Janina Martig lässt in ihrer Firma nur Frauen ans Steuer

«Bei extensivem Arbeitspensum ist es egoistisch, ein Kind zu bekommen» Ich bin selber Mutter von fünf Kindern, Autorin und arbeite selbständig als Coach. Kinder zu haben und einer anderen Aufgabe nachzugehen, kann man sehr wohl in Einklang bringen. Es ist eine Frage der Gewichtung. Eine Karriere ist okay, doch bei einem extensiven Arbeitspensum ist es purer Egoismus, ein Kind zu bekommen.

Logistikunter­ nehmerin Janina Martig (Mitte) setzt auf eine weibliche Belegschaft.

Nadine Wenger, via www.migrosmagazin.ch

Gleichberechtigung der Geschlechter, Diskriminierung fremder Nationen und Haut­ farben – wir haben es als soge­ nannte Krone der Schöpfung noch nicht weitergebracht. Könnte das auch daran liegen, dass da nicht die Erziehung be­ stimmter Männer der Grund ist, sondern ureigene persönliche Verlustängste? In Geschäfts­ leitungsetagen sitzen nach meiner Erfahrung Raubtiere. Wie hätten sie es sonst so weit gebracht? Das Recht des scheinbar Stärkeren eben. Christian Gianoli, via www.migrosmagazin.ch

Turnschuhe». Natürlich zahlen wieder einmal Menschen in armen Ländern den Preis – vor allem mit ihrer Gesundheit. Stefanie Leuenberger, via E-Mail Noch selten habe ich mich als 85-jährige Leserin so geärgert wie beim Lesen dieser Repor­ tage. Warum räumen Sie so viel Platz ein für die Darstellung einer Sammelleidenschaft, die mit Ungerechtigkeiten verbun­ den ist? Herstellung und Handel von Sneakers sind sehr prob­

MM17: Sneakers Lifestyle an

Bilder: Filipa Peixeiro, Michael Sieber

den Füssen

«Menschen in armen Ländern zahlen den Preis» Ich schätze es, dass sich die Migros für Nachhaltigkeit einsetzt. Das Magazin lese ich gerne. Doch mit der Sneakers­ Reportage hatte ich Mühe. Unter anderem schaute ich die Dokumentation «Der Preis der

lematisch: Hungerlöhne, Um­ weltschäden, Wegwerfgesell­ schaft u.v.a.m. Susanne Burkhardt-Saladin, per E-Mail MM17: Diese Woche Lärm kostet zu viel: eine Million Lebensjahre

«Wie entgehen Gäste dem Geschrei der Kinder?» Sie fragen: Was können Eltern tun, damit ihre Kinder mehr Ruhe bekommen? Ich frage Sie: Was können Gäste im Restaurant unternehmen, um dem Geschrei der Kinder zu ent­ gehen? Oder gehört alles zum neuen Stil der Erlebnisgastro­ nomie? Markus Stäheli, via E-Mail Röhrende Motorräder und Autos müssten im Wohnquartier verboten sein. Fabian Hulliger, via www.facebook.ch

Claudio Fuchs hat 200 Paar Sneakers gesammelt.

Ich wundere mich, dass da nicht auch von lauten Rasen­

mähern und Laubbläsern gesprochen wird, die nicht nur uns schaden, sondern meist auch alle Tiere erschrecken. Maja Chessa, via www.migrosmagazin.ch Migros-Magazin allgemein

«Unaufgeregte, positive Lebenseinstellung» Seit vielen Jahren sind wir zufriedene Leser Ihres sehr ansprechenden und lehrreichen Magazins. Ihre lebensnahen Beiträge über Gesellschaft, Politik und einzelne Personen zeugen von einer unaufgeregten, positiven Lebenseinstellung und von hoher journalistischer Qualität und Ausgewogenheit. Spannend sind auch die gut recherchierten Beiträge zu «unbekannten Selbstverständ­ lichkeiten» wie der Artikel über das «Leben einer Banknote». Und meine Frau schätzt zudem die feinen Rezeptvorschläge. Beat und Heidi Stamm Schwab, per E-Mail


32 | MM19, 8.5.2017 | MENSCHEN

David Bosshart

«Politiker haben immer gelogen, wenn sie das Volk überzeugen wollten» Die politische Polarisierung und das Risiko für Konflikte nehmen weltweit zu. Dennoch macht sich Trendforscher David Bosshart keine Sorgen um die Schweiz. Ein Gespräch mit dem Leiter des Gottlieb-Duttweiler-Instituts über die Macht der Gefühle, die Rolle der «Fake News» und starke Männer mit einfachen Lösungen. Text: Ralf Kaminski, Daniel Sidler Bilder: René Ruis


MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 33


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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 35

David Bosshart, die westliche Welt hat sich polarisiert in Abschotter und Welt­ offene. Wird sich das wieder beruhigen? Ausdrücke wie «Abschotter» und «Welt­ offene» zeigen nur unsere Überforderung – es sind Versuche, eine neue Welt mit alten und noch dazu polemischen Begriffen zu beschreiben. Sie befriedigen kurzfristige emotionale Bedürfnisse, erklären aber nichts. Vielmehr werden Feindbilder zele­ briert. Klar ist: Wir stecken derzeit mitten in einem starken gesellschaftlichen und kulturellen Umbruch, und noch zeichnet sich nicht ab, wohin er führen wird. Wie würden Sie das denn benennen? Die sogenannten Abschotter sind eher lokal verwurzelt, wollen ihre konkreten Probleme lösen und stehen den globalen skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die sogenannten Weltoffenen glauben eher an Modelle, an abstrakte Ideen, die nicht an bestimmte Orte gebunden sind. Durch die Polarisierung wächst das gegenseitige Unverständnis. Wie kam es dazu? Drei Ereignisse der letzten Jahre sind noch nicht verdaut: 9/11 – Terror im Namen von Religion ist heute eine fast alltägliche Realität. Chinas Eintritt in die Welthandels­ organisation 2002 hat sich stark auf die Wirtschaft der westlichen Welt und das Selbstbewusstsein der Nationen ausgewirkt. Und die Finanzmarktkrise von 2007/2008 hat gezeigt, dass wir nicht in der Lage sind, komplexe Risiken in den Griff zu bekommen. Hinzu kommt die Digitalisierung, die die Arbeitswelt in naher Zukunft stark ver­ ändern wird. Dieser Cocktail führt zu einer grossen Verunsicherung und der beobach­ teten Polarisierung. Befeuert wird das von Politik und Medien, die beide ein Interesse daran haben, den Konflikt zu schüren. Aber in der Schweiz ist die Lage noch vergleichsweise komfortabel. In Frankreich, Grossbritannien oder den USA ist der Konflikt schärfer. Liegt das daran, dass die politische Mitte hierzulande noch relativ intakt ist? Genau, hinzu kommt unsere Kleinheit und Überschaubarkeit. Aber Verletzlichkeit und Gleichgültigkeit nehmen auch bei uns zu. Wegschauen ist kurzfristig immer billiger. Zudem bieten politische Parteien heute keine Orientierung mehr. In den 1980er­ Jahren war man noch stolz, zum Freisinn zu gehören, heute ist die Identifikation viel weniger eng: Man wählt mal diese, mal jene Partei. Auch die Orientierung durch das Christentum ist kraftlos geworden. Ideolo­ gische und fundamentalistische Minderhei­ ten erfahren in Europa wenig Widerstand. Die Polarisierung führt dazu, dass das Vertrauen in Fakten zunehmend verloren

geht. Jeder bewegt sich in einer Infor­ mationsblase, die seinem Weltbild ent­ spricht, alles andere ist «Fake News». Das wird masslos überbewertet. Politiker haben immer gelogen, wenn sie das Volk überzeugen wollten, auch wenn es häufig diplomatisch zurechtgebogene Lügen waren. Die Medien haben immer übertrie­ ben, um Aufmerksamkeit zu generieren und Auflage zu steigern. Heute muss man aufgrund der Transparenz davon ausgehen, dass die Lügen aufgedeckt werden. In eini­ gen Jahren ist dieses Thema überwunden. Aber das Misstrauen gegenüber Staat, Institutionen und der «Elite» ist doch riesig. Weil die Ansprüche bei uns im Westen hoch sind und wir dank der zunehmenden Trans­ parenz vergleichen können – mit dem Nach­ barn, den CEOs von Firmen, mit Politikern, die Dinge versprechen, die sie nicht einhal­ ten. Man fühlt sich unfair behandelt. Hinzu kommt, dass bis vor Kurzem sichere Gewiss­ heiten wie eine Arbeitsstelle auf Lebenszeit und eine Rente, die ein Altern in Würde erlaubt, plötzlich bedroht scheinen. Das erschüttert das Vertrauen in Institutionen. Was heisst das für unsere Gesellschaft? Noch sind die politischen Systeme im Westen relativ robust. Aber das Risiko steigt, dass es Phasen geben könnte, die un­ angenehm werden. Für die Schweiz bin ich jedoch auch in diesem Punkt zuversichtlich. Wir haben kurze Entscheidungswege, grosse Mitbestimmungsrechte, sind nicht zentra­ listisch, zudem wirtschaftlich divers und nicht so stromlinienförmig wie andere Länder, die Integration von Migranten funktioniert besser als bei unseren Nach­ barn. Aus all diesen Gründen ist das Grund­ vertrauen in die Institutionen noch intakt.

Zur Person

GDI-Geschäftsführer, Autor, Philosoph und Trendforscher David Bosshart (58) leitet seit 1999 das von der Migros unterstützte GottliebDuttweiler-Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) in Rüschlikon ZH. Der promovierte Philosoph ist Autor zahlreicher Publikationen und gefragter Referent. Er lebt mit seiner Frau und Tochter in Rüschlikon. In «Polarization Shocks» schreibt Bosshart über Vertrauen, Macht und Konflikte in einer vernetzten Welt: www.gdi.ch/polarization 29. Mai am GDI: «Trägheit, Stillstand, Populismus: Pflegefall Demokratie». Der US-Ökonom Tyler Cowen und der frühere Obama-Berater Parag Khanna diskutieren Fragen rund um den Zustand der Demokratie. Infos und Anmeldung: www.gdi.ch/demokratie2017

Politiker brauchen heute emotionale Kompetenz, um zu überzeugen, sagt David Bosshart.

Oft geht es um Fakten gegen Gefühle – und in der Regel gewinnen die Politiker, denen es gelingt, die Gefühle besser anzusprechen. Kann man das lernen? Man kann vieles lernen, aber man muss glaubwürdig sein, wenn man vor Menschen auftritt und ihnen etwas vermitteln will. Technokraten kommen dabei weniger gut an als Menschen mit hoher emotionaler Kom­ petenz. Es ist eine Illusion zu glauben, in der Politik gehe es vor allem um Fakten und Statistiken, die Leute wollen wissen, was konkret mit ihnen passiert – umso mehr, wenn sie verunsichert sind. Donald Trump hat dieses Talent, die Gefühle der Menschen anzusprechen. Ist er ein «Betriebsunfall» der Geschichte, oder ist er der Politiker der Zukunft? Er hat trotz seiner Lügen eine hohe Glaub­ würdigkeit, weil er so authentisch herüber­ kommt: Er ist unberechenbar, spontan, chaotisch. Das kommt bei vielen Leuten gut an. Als Regierungschef ist er ganz klar eine Novität – auch was seine Kommunikation betrifft. Kumuliert hat er rund 100 Millionen Follower auf Twitter, Facebook und Insta­ gram, erreicht also seine Anhänger problem­ los an den etablierten Medien vorbei. Starke Männer mit autoritären Tenden­ zen scheinen generell gut anzukommen. Die bange Frage ist: Was kommt nach diesen starken Männern, nach Putin oder Erdogan? Für die westlichen Demokratien bin ich aber grundsätzlich optimistisch: Trump wurde ja bereits recht effektiv ausgebremst bei seinen etwas unkonventionelleren Plänen. Wie die starken Männer kümmern sich Politiker oft vor allem um die eigene Klien­ tel, die «Elite» – der Rest bekommt nichts ab von den Profiten der Globalisierung. Braucht es eine effektivere Umverteilung?


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MENSCHEN | MM19, 8.5.2017 | 37

Wie wollen Sie das umsetzen? Die «Elite» ist beruflich bestens ausgebildet, optimiert ihre persönlichen Interessen und nutzt ihre Privilegien. Höheren Steuern kann sie meist problemlos ausweichen. Diese Leute ge­ hören nicht mehr zu einer Nation, sondern sind quasi stammesmässig organisiert: Sie halten zusammen und privilegieren sich gegenseitig. Und ein grosser Teil kann es sich leisten, gleichgültig zu sein. Sie werden von der aktuellen Unruhe kaum tangiert. Hat Social Media die Polarisierung ver­ stärkt oder nur wahrnehmbarer gemacht? Vor allem Letzteres. Die Themen, die unter­ schwellig immer schon da waren, kommen nun ans Licht. Und für Leute, die Sünden­ böcke oder Feindbilder suchen, ist Social Media natürlich fantastisch. Die Debatte wurde dadurch ganz klar enthemmt, Donald Trump ist das beste Beispiel dafür. Braucht es klarere Grenzen, so wie Deutschland sie jetzt gesetzt hat, indem es Unternehmen unter Strafandrohung ver­ pflichtet, Hassbeiträge online zu entfernen? Das ist meines Erachtens der falsche Weg. Das führt nur zu einer Moralisierung der Diskussion und letztlich zum Gegenteil des Angestrebten. Ich glaube, das wird sich von allein wieder einspielen: Die Schockeffekte schleifen sich ab, die Wirkung lässt wegen der Gewöhnung nach. Ein paar Idioten können unsere Grundwerte und den gesun­ den Menschenverstand nicht so schnell über den Haufen werfen. Diese Grundwerte sind robust genug? Ja, im Westen auf jeden Fall, wenigstens im Moment noch. Sorgen machen würde ich mir eher über die Entwicklung in der Türkei und im arabischen Raum. Angenommen Ihr Optimismus für den Westen ist nicht gerechtfertigt: Wohin könnte das schlimmstenfalls führen? Ständige Konflikte und bürgerkriegs­ ähnliche Zustände – aber das ist für Europa wirklich ein Worst­Case­Szenario. Viel bedrückender ist die Frage, wie wir mit den neun Milliarden Menschen umgehen, die 2050 unseren Planeten bevölkern. Asien legt um 25 Prozent zu, Afrika um 100 – und das bei sich akzentuierendem Klimawandel. Sie selbst gehören als Think­Tank­Chef auch zur Elite. Wie kommen Sie mit dem Volk in Kontakt? Ich bin auf dem Land aufgewachsen und ein einfacher, bodenständiger Mensch geblie­ ben, auch wenn ich in Las Vegas oder Kuala Lumpur Referate halte. Ich gehe in die Migros einkaufen, reise gerne, gehe wandern und komme dabei überall mit Leuten aus allen Lebensbereichen ins Gespräch. MM

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einer Aussichtsplattform in 90 Metern Höhe. Kobe ist berühmt für sein Rindfleisch und die Arima Onsen, die heissen Quellen. Tag 13 Erholung auf See.

Tag 2 Tokio (Japan). Transfer in Ihr Hotel und Übernachtung.

Tag 14 Jeju Island (Südkorea) 11.00 – 18.00. Jeju Island ist eine Insel vulTag 3 Tokio (Japan). kanischen Ursprungs, südlich der südkoreaTransfer zum Hafen. Einschiffung und Abnischen Halbinsel gelegen. Bis vor rund 100 fahrt um 16.00. Jahren führte die Insel noch eine weitgehend sung am Schrein der Märtyrer sowie die im- vom Festland abgeschnittene, eigene ExisTokio posante Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle. tenz, was zu ihrem Ruf als mythische Insel führte, der noch heute nachhallt. Tag 8 Miyakojima (Japan) 11.00 – 18.00. Miyakojima ist eine japaniKagoshima sche Insel und die Hauptinsel der MiyakoInseln. Die flache Insel mit der ungefähren Gestalt eines gleichschenkligen Dreiecks besteht aus Kalkstein und ist an der Ostküste von Steilklippen geprägt. Die Haupteinnahmequellen sind Zuckerrohranbau und Fischfang. Tag 4 Honshu / Nagoya (Japan) 08.00 – 15.00. Nagoya ist eine japanische Tag 9 – 10 Erholung auf See. Hafenstadt, gelegen auf der Insel Honshu. Schon im Mittelalter war die Stadt ein be- Tag 11 Tokio (Japan) Tag 15 Kagoshima (Japan) 13.00 – 20.00. deutendes Handelszentrum. Heute beher- 08.00 – 16.00. Tokio ist die Hauptstadt von Kagoshima liegt an der Süd-Westspitze der bergt das viertgrösste Industriezentrum des Japan und bildet mit Yokohama, Kawasaki Insel Kyushu und ist geprägt von der NahLandes unter anderem den Hauptsitz des und einem grossen Teil der Region Kanto mit rungs-, Porzellan- und Textilindustrie. Die InAutomobilherstellers Toyota. 27 Mio. Einwohnern den grössten Ballungs- sel ist sehr gebirgig und auf ihr befindet sich raum der Welt. Die an der Ostküste von Ja- der Aso, der aktivste Vulkan Japans. Durch Tag 5 Erholung auf See. pans Hauptinsel Honshu gelegene Stadt ist das subtropische Klima sind die wichtigsten das wichtigste Wirtschafts-, Finanz-, Verwal- landwirtschaftlichen Produkte Reis, Tee, TaTag 6 Okinawa Island / Naha (Japan) 11.00 – 17.00. Erleben Sie subtropisches tungs- und Kulturzentrum des Landes. bak, Speisekartoffeln und Soja. Klima, weisse Sandstrände und azurblaues Tag 12 Kobe (Japan) Tag 16 Erholung auf See. Wasser. Die japanische Insel begeistert mit 14.30 – 21.30. Die Grossstadt Kobe liegt auf ihrer natürlichen Schönheit und der noch reider Insel Honshu, das Hafengebiet wird vom Tag 17 Tokio (Japan) nen Kultur, die Sie hier erleben können. OkiKobe Tower überragt. Dieses interessante 08.00. Ausschiffung und Transfer zum Flugnawa Island und die umgebenden Gewässer Bauwerk ist ein 108 Meter hoher Stahlfach- hafen inklusive Stadtrundfahrt. Rückflug mit weisen eine erstaunliche Artenvielfalt auf. werkturm in Form eines Hyperboloids mit Emirates via Dubai nach Zürich. Eine Reihe der auf Okinawa vorkommenden Tier- und Pflanzenarten finden Sie nirgendwo Kobe Tag 18 Ankunft in Zürich. sonst. ★★★★ Tag 7 Keelung (Taiwan) Ihr Schiff: Costa neoRomatica 13.00 – 21.00. Keelung ist einer der Häfen Baujahr 1993 • Renovierung 2012 • Deutschder Hauptstadt Taipeh auf der Insel Taiwan. sprachige Bordhostess • 220 Meter lang / 31 Taipeh strahlt mit seinen Sehenswürdigkeiten Meter breit • 14 Decks • 789 Kabinen • 8 Bars einen besonderen Charme aus. Dazu gehö• 6 Restaurants • 2 Swimmingpools • 2 Whirlren Taipeh 101, der mächtige Wolkenkratzer, pools • Wellness- & Spa-Bereich • Casino das Nationale Palastmuseum, die Wachablö-

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Migros-Welt MM19

Zahl der Woche

10 200 000

Mehr als 10 Millionen Kilometer haben die rund 400 000 Teilnehmer der SlowUp-Erlebnistage 2016 zurückgelegt – auf Velos, Inlineskates oder zu Fuss. Auch dieses Jahr finden 17 dieser autofreien Veranstaltungen statt.

Migros-Lehrberufe

Frau mit Durchblick Mylène Rapin (18) steht im dritten Lehrjahr zur Biologie-Laborantin beim M-Industriebetrieb Elsa in Estavayer-le-Lac FR.

Bild: Pierre-Yves Massot

«Von Produkteproben legen wir in Petrischalen Kulturen an. Nach einigen Tagen sind die Reaktionen zu beobachten. Das ist jedes Mal anders und immer schön anzusehen.»


40 | MM19, 8.5.2017 | MIGROS-WELT

Klassik

Kraftvolle Stimme Sieben jungen Künstlerinnen und Künstlern hat das Migros-Kulturprozent kürzlich den Studienpreis Gesang 2017 verliehen. Der 28-jährige Jurassier Alexandre Beuchat gewinnt bereits zum zweiten Mal die mit 14 400 Franken dotierte Auszeichnung. Der Bariton begeisterte die Jury mit seiner starken Bühnenpräsenz und mit präzise gesungenen Melodien. Rückruf

E-Bike Crosswave Ezy-E (ED1.2)

Die Migros bittet ihre Kunden, das Bike ab sofort nicht mehr zu benutzen und im Aussenbereich abzustellen. Besitzer können dieses Bike inklusive Akku, Ladegerät und Schlüssel beim Kundendienst der nächsten SportXX Filiale abgeben. Bei der Rückgabe wird der bezahlte Verkaufspreis zurückerstattet.

www.migros-kulturprozent.ch/ de/talentwettbewerbe

Das Migros-Kulturprozent fördert bereits seit 1996 Schweizer Nachwuchstalente in den Kunstsparten Gesang, Bewegungstheater, Instrumental-

Die Migros ruft den Austauschakku des E-Bikes Crosswave (ED1.2) zurück (Artikelnummer 4901.595). Die Akkus wurden bereits 2015 durch den Hersteller zurückgerufen und ausgetauscht. Es hat sich nun herausgestellt, dass es auch bei den ausgetauschten Akkus unter bestimmten Umständen zu Dichtungsdefekten kommen kann. Die Produktsicherheit kann aus diesem Grund nicht mehr gewährleistet werden.

musik, Kammermusik, Schauspiel und Tanz. Die meisten dieser Wettbewerbe finden jedes Jahr statt. Die Gewinnerinnen und Gewinner profitieren nicht nur von Geld, sondern auch von individuellen Fördermassnahmen wie Auftrittsmöglichkeiten, Coaching und Promotion. Rund 3000 vielversprechende Talente wurden bisher mit 40 Millionen Franken unterstützt.

Doppelt ausgezeichnet: Bariton Alexandre Beuchat gewinnt den Studienpreis Gesang zum zweiten Mal.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros muss die Preise bei verschiedenen vanillehaltigen Produkten erhöhen. Der Grund

sind stark gestiegene Rohstoffkosten. Unwetter auf Madagaskar, dem Hauptproduktionsland für Vanille, haben im vergangenen Jahr die Ernte stark beeinträchtigt. Auch Guetsli mit Haselnüssen werden teurer. Vergangene Qualitätsprobleme im Herkunftsland Türkei führten zu einer Verknappung des Angebots und damit steigenden Rohwarenpreisen. Ausgewählte Produkte

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3.60

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* in Franken


MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 41

Klipp und klar

«Diese Steuer hat keine abschreckende Wirkung»

Marc Schaefer,

Direktor der Genossenschaft Migros Waadt

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Ländliche Idylle in Adelboden, aufgenommen von Marlis Germann. Fotowettbewerb

Ob Profi- oder Hobbyfotograf: Beim Fotowettbewerb Agrimage des Schweizer Bauernverbands und des Migros-Magazins können alle mitmachen. Seit der Lancierung im Mai sind bereits 1400 Fotografen ins Rennen um das schönste Bauernbild eingestiegen. Sie haben über 12 000 Bilder auf www.agrimage.ch hochgeladen. Die Sieger werden durch eine Jury und ein Publikumsvoting erkoren. Rund 37 000 Stimmen sind bisher eingegangen. Mitte Oktober werden die Siegerbilder an der Olma ausgestellt. Zu gewinnen gibt es attraktive Bar- und Sachpreise. Auch die Abstimmenden können Preise gewinnen. Teilnahme und weitere Infos: www.agrimage.ch

Blickfang

Bilder: Edouard Dufour-Boiteau; zVg

Sprung auf die Rigi «Mit meinen Brüdern Hannes und Marius wanderte ich am frühen Morgen auf die Rigi am Vierwaldstättersee. Bei Sonnenaufgang kamen wir oben an, und es entstand dieses Bild. Obwohl es kalt war, zogen wir für den Schnappschuss unsere Jacken aus, damit unsere Migros-Fanshirts zur Geltung kommen konnten.» Sofie Rösti, Aarau

Schicken Sie uns

Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www. migmag.ch/blickfang

Der Kanton Waadt denkt über die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke nach. Wie wäre die Migros Waadt davon betroffen? Nach unseren Berechnungen würde uns die Einführung dieser Steuer zwischen drei und fünf Millionen jährlich kosten. Wenn sie in Kraft tritt, müssen wir Sparmassnahmen in unserer Genossenschaft ergreifen.

2

Würden Sie die Verkaufspreise erhöhen um die Steuerabgaben zu kompensieren? Nein, mit Ausnahme von lokalen Produkten, Obst und Gemüse, sind die Preise der Migros national festgelegt. Diese Steuer hat so nicht einmal eine abschreckende Wirkung.

3

Engagiert sich die Migros für die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln? Ja, wir haben den Zuckergehalt in mehr als 50 Prozent unserer Joghurts bereits um fünf bis zehn Prozent gesenkt und passen unsere Rezepte laufend an, um den Zucker-, den Fett- und den Salzgehalt zu reduzieren.


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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 45

Eine Kaffeepflückerin bei der Ernte reifer Kaffeebohnen in Guatemala. Unten: Kaffeebauer und Kooperativenvertreter Leonel Villatoro

Fairtrade Max Havelaar

Eine starke Gemeinschaft Die Max-Havelaar-Stiftung feiert ihren 25. Geburtstag und blickt gleichzeitig auf ein Vierteljahrhundert Zusammenarbeit mit der Migros zurück. Davon profitiert auch die Genossenschaft Fedecocagua in Guatemala.

Bilder: Getty Images, zVg , Max Havelaar, Fedecocagua

Text: Claudia Schmidt

L

eonel Villatoro lebt in La Democracia im Westen von Guatemala. Er ist nicht nur Kaffeebauer, sondern auch der Vertreter der Kooperative «Nuestro Futuro», die wiederum im Genossenschafts­ bund der Fedecocagua organisiert ist. Sein Kaffee ist auch in diversen Mischungen der Migros erhältlich. Schon als Kind hat Villatoro alles über Kaffee gelernt. Als Bauer ist er seit Gründung des Fairtrade­Labels im fairen Handel tätig. Die Genossenschaft ermöglichte es ihm, unter dem Dach einer starken Gemeinschaft von

den Errungenschaften des Fairtrade zu profi­ tieren. Die Kooperativen treten geschlossen am Markt auf und stärken so die Stellung der Kleinbauern. In den vergangenen 25 Jahren konnten sowohl die Produktionsbedingungen als auch die Infrastruktur in Villatoros Wohn­ ort verbessert werden. So konnte er seine Erträge steigern und schliesslich sogar seinem Sohn ein Studium finanzieren. Weitere Beträge zum Thema: Seite 46: Die Produktionskette bis zum fertigen Kaffee Seite 49: Interview mit Hans-Peter Fricker, Präsident Max-Havelaar-Stiftung

Hätten Sie es gewusst? Kaffee war das erste Produkt, das in der Schweiz mit dem Gütesiegel Fairtrade Max Havelaar gehandelt wurde. Grund dafür war das Scheitern des internationalen Abkommens über einen Mindestpreis für Kaffeebohnen auf dem Weltmarkt. Die Preise stürzten ab, was eine drastische Verschlechterung der Einkommens- und Lebenssituation der Bauern zur Folge hatte. Dank der Fairtrade-Zertifizierung erhalten sie einen Mindestpreis und zusätzlich eine Prämie.


46 | MM19, 8.5.2017 | MIGROS-WELT

Fairtrade Max Havelaar

Für die Menschen und guten Kaffee Kaffeebauern der Genossenschaft Fedecocagua entscheiden selbst und demokratisch in ihren Kooperativen, was mit den Fairtrade-Prämien geschieht. Das kommt auch dem Kaffee zugute – entlang der gesamten Produktionskette bis zum fertigen Kaffee, der auch in den Mischungen der Migros erhältlich ist.

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Aufzucht der Kaffeepflanzen Von der Fairtrade­ prämie sind 25 Pro­ zent zweckgebun­ den und müssen zur Steigerung der Produktivität oder der Qualität in­ vestiert werden. So können die Bauern ihre Anbaumetho­ den verbessern und Krankheiten wie den Kaffee­ rost effektiver bekämpfen.

2

Kaffee-Ernte Nur tiefrote Kirschen werden geerntet. Grüne, unreife Exem­ plare entwickeln später weniger Aroma. Überreife Kirschen können den Kaffeegeschmack verderben. Dies müssen die Pflückerinnen wissen. Umso wichtiger ist ihre Ausbildung.


MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 47

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Nassverarbeitung Die Kaffeekirschen der Fedecocagua werden im Wasser fermentiert. So löst sich das Fruchtfleisch. Übrig bleibt die Pergamentbohne.

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Trocknung im Freien Die Bohnen trocknen unter freiem Himmel. Damit sie nicht von unten her faulen, müssen sie regelmässig bewegt werden. Nach dem Trocknen werden die Bohnen von Hand ver­ lesen und Fremdkörper entfernt.

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5

Lagerung, Export, Röstung Bis zum Abtransport lagern die Kaffee­ säcke in einer Halle der Genossen­ schaft. Ein einzelner Bauer könnte sich die Lagerung seiner Ernte in einer externen Halle kaum leisten. Gemein­ sam entwickeln die Produzenten Stärke und können am Markt selbstbewusst auftreten. Nach der Reise nach Europa gelangt der für die Migros bestimmte Rohkaffee zur Delica AG nach Birs­ felden BL, wo die Bohnen schliesslich geröstet und gemahlen werden.

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 49

Hans-Peter Fricker

«Bauern helfen sich selber»

Seit 25 Jahren verkauft die Migros Produkte aus fairem Handel. Wie sich das Leben vieler Kleinbauern und Landarbeiter in den Anbauländern seither verändert hat, erklärt Hans-Peter Fricker, Präsident der Max-Havelaar-Stiftung. Interview: Michael West Bild: Daniel Winkler

Seit einem Vierteljahrhundert sind Ihre Stiftung und die Migros Partner. Was wurde in dieser langen Zeit erreicht? Die Migros und Max Havelaar haben dazu beigetragen, dass heute 1,6 Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern vom fairen Handel profitieren. Sie sind nicht mehr schutzlos den Kräften des Weltmarkts ausgeliefert: Ein Mindestpreis und eine Fairtrade-Prämie geben den Kleinbauern Sicherheit und Stabilität. Und auf den Plantagen erhalten die Arbeiterinnen und Arbeiter einen höheren Lohn, einen Vertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Wofür wird diese Prämie verwendet? Die zertifizierten Kooperativen nutzen die Prämie, um die Anbaumethoden zu verbessern und ihre Erträge zu steigern. Das Geld fliesst aber auch in soziale Projekte aller Art. In ländlichen Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens sind in einem Vierteljahrhundert viele Schulen und Krankenstationen entstanden; abgelegene Gemeinden wurden mit Strassen erschlossen und mit Trinkwasser versorgt. Über diese Projekte entscheiden die Kooperativen in demokratischen Prozessen. Die Bauern helfen sich so selber und verbessern ihre Lebensbedingungen. Welche Rolle spielt Kaffee im Fairtrade-System? Kaffee war das allererste FairtradeProdukt von Max Havelaar, das die Migros ins Sortiment aufgenommen hat. Heute produziert etwa die Hälfte aller zertifizierten Fairtrade-Bauern Kaffee. Er zählt also zu den wichtigsten FairtradeProdukten.

Hans-Peter Fricker erläutert, warum Kleinbauern dank Fairtrade nicht mehr Spielball des Weltmarkts sind.

Migros-Sortiment

Grosse Auswahl an FairtradeProdukten

Die Migros hat ihr FairtradeSortiment im Laufe der 25 Jahre ständig ausgebaut. Welchen Wert hat die Partnerschaft für Max Havelaar? Die Migros ist weit mehr als nur eine Abnehmerin zertifizierter Produkte. Sie leistet zusammen mit Max Havelaar auch Pionierarbeit. So bezieht die Migros ihren Orangensaft seit vorletztem Jahr ausschliesslich von zwei zertifizierten Kooperativen im Süden Brasiliens. Damit ist Orangensaft mit Fairtrade-Gütesiegel direkt zurückverfolgbar zu den Bauern.

Wie soll sich der faire Handel in Zukunft entwickeln? Wichtig ist, dass sich die zertifizierten Kooperativen weiterentwickeln. So stellen viele Bauernvereinigungen auf Bioqualität um. Damit bieten ihre Produkte einen doppelten Mehrwert: Sie haben einen sozialen Nutzen und sind auch besonders ökologisch. Ein Hauptziel von Fairtrade ist zudem, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern nicht nur ihr Überleben sichern, sondern dass ihre Arbeit ein Leben mit Perspektiven für die ganze Familie ermöglicht. MM

Die Migros führt heute 150 Artikel mit dem Fairtrade-Gütesiegel.

Der Aufbau dieses Sortiments begann vor 25 Jahren mt Kaffee. Inzwischen sind unter anderem Bananen, Rosen, Reis, Schokolade und Honig aus fairem Handel erhältlich. Beim Kauf dieser Produkte tragen die Kundinnen und Kunden dazu bei, dass sich die Lebensund Arbeitsbedingungen der Menschen in den Produktionsländern verbessern.


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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 51

Benedikt Zumsteg, Leiter Kundenmarketing, MigrosGenossenschafts-Bund Benedikt Zumsteg

«Datenschutz ist enorm wichtig» Erfolgreicher Start 1997: Mit Standaktionen warb die Migros für Cumulus.

Jubiläum

Cumulus jubiliert Das Bonusprogramm der Migros wird 20 Jahre alt. Drei Cumulus-Mitglieder erzählen, was sie an der blauen Karte schätzen.

Bilder: Paolo Dutto, François Schaer, zVg

Text: Estelle Dorsaz, Andreas Dürrenberger

Monika Duss (50), Zimmerwald BE

Damien Cros (38), Gland VD

Gerda Hotz (83), Wallisellen ZH

«Ich bin ein Migros-Kind und seit 20 Jahren Cumulus-Mitglied. Das Einlösen der Cumulus-Coupons über die Migros-App finde ich sehr praktisch. Ich sammle die Gutscheine jeweils und verwende sie für besondere Einkäufe. Ich dekoriere sehr gerne und kaufe viele Dekorationsartikel. Deshalb wäre es toll, wenn man die Cumulus-Bons auch beim Dekogeschäft Depot digital einlösen könnte. Schliesslich gehört Depot auch zur Migros.»

«Ich bin erst seit Kurzem Mitglied bei Cumulus, aber schon jetzt sehr zufrieden mit der Einfachheit des Systems. Man erhält regelmässig Bons, und kein Punkt geht verloren. Mit der App auf meinem Smartphone kann ich Bons und Bonus-Coupons einlösen. Meine allerschönste Erinnerung ist zweifellos die Geburtstagsparty, die ich dieses Jahr beim Wettbewerb anlässlich des Cumulus-Jubiläums gewann. Das war wirklich sensationell!»

«Die Cumulus-Karte brauche ich bei jedem Einkauf in der Migros. Meine Coupons verwende ich für ganz alltägliche Besorgungen. Cumulus ist für mich perfekt, so wie es ist. Und dass ich beim Cumulus-Jubiläumswettbewerb ein Geburtstagsfest gewonnen habe, hat mich natürlich sehr gefreut. Das Fest im Migros-Restaurant war wunderbar. Sogar meine Enkelkinder aus England sind zu Besuch gekommen. Wir haben es alle sehr genossen.»

Seit wann besitzen Sie eine Cumulus-Karte? Als die Karte 1997 eingeführt wurde, habe ich mich gleich angemeldet. Damit war ich aber nicht der Einzige: Innerhalb der ersten Woche hatte Cumulus 1 Million Mitglieder. Das Programm war von Anfang an ein riesiger Erfolg. Was waren in 20 Jahren Cumulus die stärksten Veränderungen? Zu Beginn konnte man die Cumulus-Karte nur in den Migros-Supermärkten und -Fachmärkten einsetzen. Heute kann man bei fast allen Unternehmen der MigrosGruppe Punkte sammeln. Dazu kamen immer mehr Angebote ausserhalb des klassischen Einkaufs wie Vergünstigungen für Freizeit- und Kulturangebote. Wie hat die Digitalisierung Cumulus verändert? Cumulus-Coupons können inzwischen auch über die Migros-App eingelöst werden. Und anders als früher können wir den Kunden heute auf sie zugeschnittene Angebote unterbreiten, die für sie besonders relevant sind. Wie steht es dabei um den Datenschutz? Der war schon von Anfang an enorm wichtig für uns. Cumulus war das erste Bonusprogramm, das das unabhängige Gütesiegel «Good Privacy» erhielt. Wir werden jährlich geprüft und zertifiziert. MM


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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 53

Vanessa Glässel ist Projektleiterin Club-Management Famigros und dreifache Mutter. Vanessa Glässel

Szenen aus dem Famigros-Video zum Muttertag, in dem Mütter hören, was ihre Kinder über sie sagen.

«Erwachsene Kinder können Zeit schenken» Sieh dich so, wie sie dich sehen.

«Nein, sie ist nicht zu streng.»

«Ich bin stolz auf meine Mama.»

Muttertag

Mami ist die Beste! Am 14. Mai feiern wir unsere Mütter. Da kommen Blumen und Pralinés stets gut an. Weitere Geschenkideen hält der Familienclub Famigros parat. Text: Kian Ramezani

Bilder: zVg

O

ftmals braucht es gar nicht viel, um sich bei Mama für ihre Liebe und Fürsorge zu bedanken. Das passende Geschenk zum Muttertag lässt sich mit etwas Nachdenken finden: Worüber würde sie sich ganz besonders freuen? Was kann sie gut gebrauchen? Was wünscht sie sich schon lange? Wird alles Nötige frühzeitig

organisiert, steht der Muttertags­ überraschung nichts mehr im Weg. Speziell für erwachsene Kinder gilt: Zeit schenken, zum Beispiel in Form einer gemein­ samen Unternehmung. Neben kleinen Aufmerksamkeiten kommen auch Worte der Wertschätzung gut an – eine Idee, die Famigros in ihrer aktu­ ellen Kampagne aufnimmt: Der Familienclub der Migros hat

Kinder in der ganzen Schweiz mit den Selbstzweifeln ihrer Mütter konfrontiert. Bin ich zu streng? Bin ich zu wenig für sie da? Die Antworten der Kinder beruhigen die Mütter – und rühren sie zum Teil zu Tränen. «Sieh dich so, wie sie dich sehen», heisst das Motto der Kampagne denn auch treffend. Geschenkideen: www.famigros.ch/muttertag

Was schenken Ihnen die Kinder zum Muttertag? Meine Kinder bereiten mir gern eine Freude oder basteln in der Schule und im Kinder­ garten eine kleine Über­ raschung. Am Muttertag versuchen sie, mich im Haus­ halt zu unterstützen, kochen zusammen mit Papi oder geben sich besonders Mühe, sich nicht zu streiten. Blumen und Pralinés sind bewährte Geschenke. Hat Famigros weitere Tipps? Famigros hat auf seiner Web­ site Alternativen zu Blumen und Pralinen aufgelistet, die Kinder jeden Alters allein oder mit etwas Unterstützung von Erwachsenen umsetzen können. Erwachsene Kinder können Zeit schenken. Die aktuelle Famigros-Kampagne thematisiert Mütter mit Selbstzweifeln. Ist das ein verbreitetes Phänomen? Die Gesellschaft bietet ein breites Spektrum an Meinun­ gen zu Elternschaft, Erziehung und Familie. In sozialen Me­ dien finden sich sehr viele Posts, die an das Gewissen der Mütter appellieren und sie verunsichern können. So kann es vorkommen, dass sich Müt­ ter weniger selbstbewusst auf ihren Instinkt verlassen. MM


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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 55

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56 | MM19, 8.5.2017 | MIGROS-WELT

Schulküche

So gelingt ein Rollbraten mit Antipastifüllung 1

2

Trick

Um eine ca. 2 cm dicke Fleischfläche zu erhalten, den Braten mit einem langen

Messer im unteren Drittel einschneiden, sodass das Fleisch aufgeklappt werden kann. Achtung: nicht durchschneiden!

4

Fleisch mit einer Küchenschnur binden, damit es seine Form behält. Schnur mehr-

mals in Schlaufen über den Braten legen und anziehen. Schnur am Schluss fest anziehen und verknüpfen. Rollbraten rundum mit Salz würzen und mit Olivenöl bestreichen.

In der Mitte des oberen Drittels den Braten ebenfalls einschneiden, sodass

das Fleisch ganz aufgeklappt werden kann. Achtung: auch hier nicht durchschneiden! Oder den Schweinshals vom Metzger für einen Rollbraten vorbereiten lassen.

5

Braten auf dem Grill über der Grillschale platzieren und rundum ca. 15 Minuten braten. Grilltemperatur auf ca. 170 °C abfallen lassen. Braten zugedeckt ca. 75 Minuten grillieren, bis er eine Kerntemperatur von ca. 70 °C erreicht

hat. Fleisch vor dem Tranchieren in Aluminiumfolie wickeln und ca. 10 Minuten ruhen lassen.

Abgetropfte Artischocken und Tomaten hacken, Knoblauch dazupressen. Kräuter vom

Stängel zupfen, hacken und zur Artischockenmischung geben. Füllung auf dem Fleisch gleichmässig verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 73

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Andrea Pistorius,

Rezeptautorin

Ein Schweinsrollbraten aus dem Ofen ist schon eine wunderbar saftige Köstlichkeit. Jedoch vom Grill, wenn möglich noch mit dem Aroma von Holzkohle an der Kruste, ist des Grillmeisters Himmel und eine herrliche Alternative zum herkömmlichen Grillgut wie Würstchen oder Steak. Am besten gelingt ein Schweinsrollbraten auf einem Grill mit Deckel und indirekt gegrillt. Der Deckel sorgt für eine gleichmässige Wärmezufuhr von allen Seiten. Eine mit Wasser gefüllte Grillschale verhindert, dass das Fleisch zu stark erhitzt wird und verbrennt oder austrocknet. Bei einem Gasgrill reicht es, eine Grillschale unter das Grillgut zu legen und – je nach Modell – nur die äussere oder gegenüberliegende Fläche zu befeuern. Beim Holzkohlegrill legt man Briketts rund um die Schale. Für ein bestmögliches Ergebnis empfehle ich grundsätzlich den Einsatz eines Grillthermometers, um sowohl die Kern- als auch die Umgebungstemperatur zu kontrollieren. MM

Fleisch von der kürzeren Seite her satt aufrollen. Dabei den Antipastibelag nicht herauspressen. Grill auf ca. 250 °C vorheizen.

Grillschale mit Wasser unter den Rost legen.

Vor dem Anschneiden

das Fleisch ruhen lassen. So kann sich der Saft wieder im Fleisch verteilen, ohne sofort beim Anschneiden auszulaufen.

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74 | MM19, 8.5.2017 | MIGROS-WELT

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns!

Frage der Woche

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Stimmt es, dass dem MigrosJoghurt immer Milchpulver beigemengt wird?

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr

Das ist richtig. Bei der Herstellung von Migros-Joghurts wird stets Milchpulver oder Milchprotein zugesetzt. So lässt sich die Konsistenz beeinflussen, und das Joghurt wird cremig. MM

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 75

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Cornelia Hürzeler (56) ist begeistert von der Schweizer Vereinskultur: «Sie ist extrem vielfältig, bunt und lebendig.» Das Spektrum reiche von der traditionellen Blasmusikgruppe bis zu neuartigen Vereinen, die sich zum Beispiel für ein UrbanGardening-Projekt engagierten.

Cornelia Hürzeler vom Migros-Kulturprozent glaubt an die Zukunft der Schweizer Vereine.

Hürzeler ist Gründerin und Gesamtleiterin der Vereinsberatungsstelle Vitamin B, die seit dem Jahr 2000 vom

Migros-Kulturprozent ermöglicht wird. Rund 650 Anfragen beantwortet die Beratungsstelle pro Jahr. Sie hilft bei Neugründungen, unterstützt aber auch bestehende Vereine dabei, aktiv und lebendig zu bleiben. Hürzeler ist überzeugt, dass die Schweiz auch in Zukunft ein Land der Vereine bleibt. MM Ein Teil von

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

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76 | MM19, 8.5.2017 | MIGROS-WELT

Tavolata

Damit die Einsamkeit verfliegt Gemeinsam schmeckt ein Mittagessen besser. Das Migros-Kulturprozent hat deshalb das Projekt Tavolata lanciert und bringt Senioren zusammen. Ein Besuch im Haus von Alex Huber in Dänikon. Text: Beat Matter

E

s ist erst 10 Uhr, aber in Alex Hubers Küche in Dänikon ZH herrscht bereits Hochbetrieb. «Sparschäler, bitte!» «Wo ist das Olivenöl?» «Du kannst den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen.» In gut zwei Stunden kommen Gäste. Die Zeit läuft ... Huber (73), Bürofachmann und ehemaliger Gemeinderat, ist in seiner Küche nur der Handlanger. Wirklich kochen kann er nicht. «Meine Frau kochte zu gut, als dass ich ihr je hätte helfen können», witzelt er. Seit ihrem Tod geht Huber meist auswärts essen oder bereitet sich nur eine einfache Mahlzeit zu. Gemeinsam gesund essen

Chef in Hubers Küche ist heute Walter Beuggert (85), auch er ein AltGemeinderat und Sozialvorsteher, auch er verwitwet und alleinstehend. Anders als Huber schwingt Beuggert jedoch gekonnt den Kochlöffel. Und so hat er sich für heute einiges vorgenommen: Shortbread mit Sprinz zum Auftakt. Anschliessend RotkabisChicorée-Salat mit Orangen. Schliesslich Lammgigot vom Grill mit Gemüse vom Blech als Hauptgang. Beuggert und Huber bekochen ihre TavolataTischrunde. Sie besteht aus sechs alleinstehenden Männern und Frauen aus der Region, die sich monatlich bei einem Mitglied treffen, um zusammen gut zu essen und sich auszutauschen. Wie Beuggerts Gruppe treffen sich

Bilder: Daniel Winkler

schweizweit Hunderte von Tavolatas regelmässig zum gemeinsamen Essen. Das Projekt des Migros-Kulturprozents existiert seit 2010. «Ziel ist es, alleinstehende Menschen im fortgeschrittenen Alter zu motivieren, sich selbständig zu lokalen Tischgemeinschaften zusammenzuschliessen. So bleibt der soziale Austausch erhalten, und es wird zugleich die gesunde Ernährung gefördert», erklärt Robert Sempach, TavolataProjektverantwortlicher und Projektleiter Gesundheit beim MigrosGenossenschafts-Bund. Das MigrosKulturprozent unterhält dafür ein kleines Projektteam und betreibt eine Tavolata-Plattform im Internet, auf der sich Interessierte informieren und vernetzen können (siehe Box «Tischrunden in der ganzen Schweiz»). Zudem gibt es Kurse, Beratungen und Infoveranstaltungen, womit Gruppen in der Startphase unterstützt werden. Vor gut zwei Jahren besuchte Walter Beuggert eine solche Veranstaltung. Während er Gemüse auf zwei Blechen verteilt und Huber zur Temperaturkontrolle zum Grill schickt, erinnert er sich: «Ich fand den Tavolata-Ansatz spannend und hatte ursprünglich vor, eine Runde für einsame Männer zu lancieren.» Vor Ort traf er Walter Kern (87), der ebenfalls interessiert war. So kam es, dass Beuggert und Kern zusammenspannten und gemeinsam mit Alex Huber, den Beuggert schon länger kannte, bereits

ein paar Wochen später ihre neue Tavolata gründeten. Kurz darauf stiess Enrico Soldini (71) hinzu, bevor mit Trudy Siegrist (68) und Edith Meloni (68) dann doch zwei Frauen die Gruppe komplettierten. Verschworene Tischrunde

Als die restlichen Mitglieder gegen 12.30 Uhr beim heutigen Gastgeber Huber eintreffen, ist das Menü noch nicht fertig. Ausser Chefkoch Beuggert stört das aber niemanden. «Wir haben ja Zeit», spasst Trudy Siegrist und packt ungefragt hier und dort mit an. Später als geplant prostet sich die Runde schliesslich mit einem Glas Weissen zum Apéro zu und bringt sich auf den neusten Stand. «Ich darf sagen, ich habe guten Bescheid bekommen», fasst Soldini den letzten Arztbesuch zusammen. Kern berichtet, wie er einen IT-Supporter in den Senkel stellte. Und Meloni erzählt, wie sie trotz Fussverletzung den Alltag meistert. Das Grüppchen, das sich vor gut zwei Jahren noch gar nicht oder kaum kannte, ist zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden, in der man Freud und Leid teilt. «Man kann beim Kochen oder Essen über fast alles locker reden», sagt Beuggert, nachdem auch sein Hauptgang von allen Seiten gelobt wurde. Die anderen stimmen kopfnickend zu. Es wird – wie fast immer – später Nachmittag, bis sich die Gruppe zerstreut. MM


MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 77

Hintergrund

Tischrunden in der ganzen Schweiz

Treffen der Tavolata-Runde von Dänikon: Walter Beuggert (oben) kocht ein Festessen, und am Tisch zeigt sich einmal mehr, dass aus flüchtigen Bekannten inzwischen Freunde geworden sind.

Tavolata ist ein Projekt des Migros-Kulturprozents. Es soll Menschen

im fortgeschrittenen Alter bei einem gesunden Essen zusammenbringen und den sozialen Austausch fördern. Seit der Lancierung 2010 wurden rund 300 Gruppen gegründet – die meisten davon in der Deutschschweiz. Aber auch in der Romandie und im Tessin gibt es aktive Gruppen.

Die Tischrunden organisieren sich jeweils selbständig, können sich jedoch bei Fragen aller Art jederzeit Unterstützung holen. Dafür stehen Mitglieder des zentralen Projektteams sowie erfahrene Tavolata-Partner bereit. Mehr Infos: www.tavolata.ch


Veloferien –

klassisch oder mit E-Bike

Tagesetappen wählbar – gemütlich (ca. 30–60km) oder sportlich (ca. 60–90km)

Fluss- und Veloreise zur Lavendelblüte in der Provence Programm Velowandern – gemütlich 1. Tag: Schweiz–Avignon. Fahrt mit modernem Komfortklasse-Bus nach Avignon zur Einschiffung auf unser schwimmendes Hotelschiff Excellence Rhône. Willkommenscocktail und Begrüssung an Bord zu einer wunderbaren Fluss- und Velofahrt. In der Nacht erreicht die Excellence Rhône das mittelalterlich geprägte Städtchen Viviers. 2. Tag: Viviers–Taulignan–La Garde Adhémar. Von Viviers aus fahren wir mit dem Bus nach Taulignan. Start unserer ersten Veloetappe über herrliche Felder und Wiesen nach La Garde Adhémar, das hoch auf einem Felsen über dem Rhône-Tal thront. Das hübsche Dorf mit seinen schönen Gebäuden aus weissem Kalkstein und den authentischen Gassen entschädigt für den längeren Aufstieg. Verlad der Velos und Rückfahrt mit dem Bus zum Schiff.Am späteren Nachmittag heisst es Leinen los und wir geniessen die herrliche Flusslandschaft vom Schiff aus. (Velostrecke ca. 25 km) 3. Tag: Tournon–Viviers. Heute entdecken wir einen Teil der ViaRhôna. Auf 815 Kilometern folgt der Radweg - angefangen in Genf - dem Verlauf der Rhône bis ins Rhône-Delta am Mittelmeer. Bereits im Römischen Reich galt die Rhône als einer der wichtigsten fluvialen Transport- und Handelswege. Wir folgen heute dem Teilstück von Tournon nach Les Tourettes. Am Nachmittag Wiedereinschiffung und gemütliche Flussfahrt nach Arles.

Picknick-Lunch unterwegs. (Velostrecke ca. 65 km) 4. Tag: Cavaillon–Arles. Durch die eindrucksvolle und wilde Landschaft des Luberon erreichen wir mit dem Bus die Abtei Sénanque. Individuelle Aussenbesichtigung des idyllisch in Lavendelfelder eingebetteten Zisterzienserklosters. Über Gordes mit seinen um die imposante Burg herumgruppierten Häusern fahren wir nach Cavaillon, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Veloetappe. Hier präsentiert sich die Provence wie aus dem Bilderbuch. Lavendelfelder, Olivenbäume, Weinreben, Zypressen und charmante Städtchen wie St. Rémy-de-Provence säumen unseren Weg nach Arles. (Velostrecke ca. 60 km) 5. Tag: Arles–Velotag Camargue. Am Morgen Stadtrundgang in Arles. Nebst der römischen Arena ist Arles auch berühmt als Wirkungsstätte des Malers Vincent van Gogh. Anschliessend durchqueren wir mit dem Velo die Camargue. Eine unermessliche Weite, das Meer, die Sumpfund Teichgebiete mit einer aussergewöhnlichen Tierwelt erwarten uns. Picknick-Lunch unterwegs. (Velostrecke ca. 50 km) 6. Tag: Séguret–Châteauneuf-du-Pape– Avignon. Am Morgen durchqueren wir mit dem Velo die Provence bis zum berühmten Weinort Châteauneuf-du-Pape. Mittagessen an Bord. Am Nachmittag fahren wir mit der Excellence Rhône nach Avignon. Die charmante Altstadt mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten Befestigungsmauer umgeben und wird von dem wehrhaften Papst-

palast dominiert. Geführte Stadtbesichtigung. (Velostrecke ca. 40 km) 7. Tag: Uzès–Pont du Gard–Avignon. Mit dem Bus fahren wir in das Städtchen Uzès. Von hier aus starten wir unsere Velotour und gelangen schon bald zum Pont du Gard, dem wohl bedeutendsten Aquädukt aus der Römerzeit.Weiterfahrt mit den Velos nach Aramon. (Velostrecke ca. 35 km) 8. Tag: Avignon–Schweiz. Ausschiffung in Avignon und Rückfahrt mit dem Bus in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Programm Velofahren – sportlich 1. Tag: Schweiz–Avignon. Gemäss Variante Velowandern – gemütlich. 2. Tag: Viviers–Taulignan–La Garde Adhémar. Velostrecke ca. 50 km: Taulignan–La Garde Adhémar–Pierrelatte–Viviers. 3. Tag: Tournon–Viviers. Velostrecke ca. 100 km: Tournon–ViaRhôna–Viviers. 4. Tag: Gordes–Arles. Individuelle Aussenbesichtigung der Abtei Sénanque. Velostrecke ca. 75 km: Gordes–St. Rémy-de-Provence–Arles. 5. Tag: Arles–Velotag Camargue. Stadtrundgang in Arles.Velostrecke ca. 70 km:Arles–Salin de Giraud. 6. Tag: Séguret–Châteauneuf-du-Pape– Avignon. Gemäss Variante Velowandern – gemütlich. 7. Tag: Uzès–Pont du Gard–Avignon. Velostrecke ca. 55 km: Uzès–Pont du Gard–Aramon–Avignon. 8. Tag: Avignon–Schweiz. Gemäss Variante Velowandern – gemütlich. Programmänderungen vorbehalten.

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1: 10.06.–17.06. Unsere Leistungen · Fahrt im Komfortklasse-Bus mit Veloanhänger · Schifffahrt in der gebuchten Kabine · Mahlzeiten: – Halbpension an Bord – 1 x Mittagessen an Bord – 2 x Picknick-Lunch unterwegs · Alle Velo- und Touristikausflüge gemäss Programm · Twerenbold Veloshirt · Erfahrene Veloreiseleitung und Reisechauffeur Nicht inbegriffen · Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgelder · Mietvelos inkl. Service und Reinigung: – Tourenvelos – Elektrovelo Typ «Flyer» – Elektrovelo Typ «Stöckli»

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 81

Anna’s Best

Attraktives Doppelleben Anna’s Best bietet unter der neuen Linie Doppio Gusto vier gefüllte Pasta-Spezialitäten im Beutel. In jeder Packung befinden sich zwei unterschiedlich gefüllte Mezzelune-Sorten. Die halbmondförmigen Teigtaschen sind in wenigen Minuten gar. Wenn es ganz schnell gehen soll, schwenkt man sie nach dem Abtropfen in warmer Salbeibutter oder in warmem Olivenöl mit goldgelb gedünstetem Knoblauch und Peperoncino. Dazu passen gehobelte Parmesanspäne.

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Die grünen und weissen Mezzelune harmonieren geschmacklich ausgezeichnet. Wie alle übrigen Sorten werden auch sie ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe hergestellt.

Wer macht das beste Pesto Genovese der Welt? Darüber wird eine Jury am 17. März 2018 entscheiden. Zur PestoWeltmeisterschaft im Palazzo Ducale sind jeweils 100 Küchenprofis oder Hobbyköche zugelassen. Die PestoGenies müssen sich im Vorfeld für die Veranstaltung qualifizieren. Das Reglement schreibt vor, dass 50 Teilnehmer aus Genua oder Ligurien und 25 aus dem restlichen Italien stammen müssen.

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 83

Soft

Der Name hält, was er verspricht

Bild & Styling: Claudia Linsi

Soft vereint den feinen Buttergeschmack mit der Geschmeidigkeit von Schweizer Rapsöl. Aufgrund seiner Konsistenz kann der spezielle Brotaufstrich direkt aus dem Kühlschrank heraus aufs Brötli gestrichen werden. Dafür sorgt das Rapsöl, das zudem wertvolle ungesättigte Fettsäuren beisteuert. Soft kann auch zum Kochen und Backen sowie zum Abschmecken von Gemüse und Teigwaren ver­ wendet werden. Ganz wie herkömmliche Butter.

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 85

Frey

Für dich, liebe Mama! Pralinen gehören traditionell zu den beliebtesten Geschenken zum Muttertag. Besonders attraktiv ist die Limited Edition Rêves d’or Création d’été von Frey, die mit ihrer feinen Rezeptur und eleganten Verpackung aber nicht nur diesem Anlass gerecht wird: Ihre fruchtigen Sorten machen auch Lust auf Sommer. Die einzeln verpackten Schichtpralinen aus Milchsowie dunkler oder weisser Schokolade sind mit Erdbeer-, Mango-, Zitronen- oder Kokoscreme gefüllt. Als Dankeschön für Mamis, die klassische Schokoladekreationen bevorzugen, bietet das Frey-Sortiment unter anderem das Giandor-Herz, das Prestige-Metallherz und die assortierten Prestige-Pralinés.

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Bild: Guilia Marthaler; Styling: Katja Rey

Ideales Präsent zum Muttertag: Die Schachtel im femininen Outfit offeriert 16 bunte Päckli und vierfachen Schokoladengenuss mit fruchtiger Note.

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MIGROS-WELT | MM19, 8.5.2017 | 87

Cucina & Tavola

Bühne frei für die Grillsaison Buntes Mehrweggeschirr, originelle Trinkhalme und handliche Humpengläser sorgen für das passende Grillfestambiente. Die BBQ-Teller mit einer Extrakerbe für Spiessli sind stapelbar, und jeder Gast kann seine Lieblingsfarbe wählen – wie bei den Gläsern, die mit verschiedenfarbigen Schraubdeckeln versehen sind. Praktisch ist auch der Saftdispenser, der mit einem Fassungsvermögen von acht Litern zur Selbstbedienung einlädt. Wie wärs zur Abwechslung mit einer selbstgemachten Limonade mit frischer Minze, Zitronen- und Erdbeerstückchen?

Bunt macht lustig: Mit den passenden Accessoires steht einem fröhlichen Grillplausch nichts mehr im Weg.

Cucina & Tavola Saftdispenser aus Glas mit Infusereinsatz Fr. 39.80

Cucina & Tavola BBQ-Grillspiesse aus Edelstahl, 6er-Packung Fr. 3.90

Bild & Styling: Claudia Linsi

Cucina & Tavola BBQ-Teller für Spiesse in verschiedenen Farben, pro Stück Fr. 4.50

Cucina & Tavola Grillschürze Fr. 14.80


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Körper

Alltägliche Wunder Unser Körper tut täglich viel für uns, ohne dass wir es bemerken. Erstaunliche Fakten rund um Haut, Gesicht, Hände und Haare. Text: Ralph Hofbauer

Haut

Multifunktional

Die Haut ist das grösste und vielseitigste Organ des Menschen. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich durchschnittlich 150 000 Pigmentzellen, 5000 Sinneszellen, 100 Schweissdrüsen und 15 Talgdrüsen.

Regenerierfähig

Die menschliche Haut erneuert sich kontinuierlich. Täglich bildet unser Körper 300 Millionen Hautzellen neu. Die oberste Hautschicht, die sogenannte Epidermis, erneuert sich innerhalb eines Monats komplett.

Atmungsaktiv

Die Haut schützt uns vor Umwelteinflüssen, ist aber auch sehr durchlässig. Über die Haut nehmen wir Sauerstoff auf und geben täglich bis zu 0,5 Liter Wasser ab, selbst wenn wir nicht stark schwitzen.

Gesicht

Wandlungsfähig

Im Wesentlichen sind 8 der insgesamt 26 Gesichtsmuskeln für die Mimik verantwortlich. Dies reicht aus, um eine nahezu unendliche Anzahl an Gesichtsausdrücken zu produzieren.

Sensibel

Die überdurchschnittlich vielen Nerven und Rezeptoren machen die Lippen zu einem der sensibelsten Körperteile. Mit bis zu 20 Kälterezeptoren pro Quadratzentimeter sind sie äusserst temperaturempfindlich.

Unermüdlich

Um das Austrocknen der Augen zu verhindern, blinzeln wir täglich rund 10 000-mal. Zusammen mit den 600 Haaren der Augenbrauen schützen 420 Wimpern die Augen vor Schmutz, Staub und Nässe.


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Hände

Feinfühlig

Über 17 000 Rezeptoren an der Handinnenfläche helfen uns, Druck-, Bewegungs- und Vibrationsreize zu spüren. Dadurch können wir Gewichtsunterschiede von weniger als einem Gramm wahrnehmen.

Flink

Bilder: Istockphoto

Unsere Hände schaffen bis zu zwölf Anschläge pro Sekunde auf der Tastatur. In einem einzigen Arbeitstag könnten wir also einen Text mit über 200 A4-Seiten schreiben – einen ganzen Roman.

Kräftig

Obwohl Finger keine Muskeln enthalten, sondern nur Sehnen, können sie grosse Kraft ausüben. Eine kräftige Hand bringt es auf eine Druckkraft von 500 Newton, was einer Gewichtskraft von 50 Kilogramm entspricht.

Haare

Erspriesslich

Die Anzahl Haare variiert je nach Haarfarbe zwischen 80000 (rothaarig) und 150000 (blond). Pro Tag wächst ein Haar etwa 0,3 Millimeter – bei einer durchschnittlichen Haarzahl sind das total 30 Meter.

Strapazierfähig

Obwohl ein einzelnes Haar nur 0,05 bis 0,08 Millimeter dick ist, kann es über 100 Gramm Zugkraft aushalten. Zu einem Zopf zusammengebunden, können unsere Haare ein Gewicht von über 10 Tonnen tragen.

Flexibel

Ein gesundes Haar lässt sich um bis zu 50 Prozent dehnen, bis es reisst. Wird ein Haar nur leicht gedehnt, bleibt es unbeschädigt und zieht sich wie ein Gummiband auf seine ursprüngliche Länge zusammen.


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Arnaud Kindbeiter

«Auf Augenhöhe mit den Grossen»

Die Mibelle Group ist führend in der Forschung und Entwicklung von Beauty-Produkten. Ihre Eigenmarken sind regelmässig Testsieger. Forschungsleiter Arnaud Kindbeiter über die Trends und Herausforderungen. Interview: Ralph Hofbauer

Bild: Andrea Monica Hug

Können die Beauty-Eigenmarken der Mibelle Group den grossen Brands die Stirn bieten? Die Tests von «K-Tipp» oder «Saldo» zeigen, dass unsere Eigenmarken mit den Marktführern mithalten können. Zudem werden unsere Produkte regelmässig von internationalen Fachjurys ausgezeichnet. Dies unterstreicht unsere Kompetenz in der Produktentwicklung und zeigt, dass unsere Forschung sehr innovativ ist. Wie viel investieren Sie in die Produktentwicklung? Drei bis fünf Prozent unseres Umsatzes fliessen in die Forschung und Entwicklung. Damit befinden wir uns auf Augenhöhe mit den grossen Beauty-Brands. Welche Innovationen hat die Mibelle Group in den vergangenen Jahren in der Kosmetik hervorgebracht? Unter anderem sorgten wir 2011 mit einer Creme für Aufsehen, die auf den Stammzellen einer Thurgauer Apfelsorte basiert. Da die damalige US-First-Lady Michelle Obama ein Produkt mit diesem Wirkstoff verwendet hatte, machten wir damit Schlagzeilen. In den vergangenen Jahren haben wir vor allem in der Naturkosmetik innovative Produkte lanciert. Hier versuchen wir, Trends aus der konventionellen Kosmetik aufzunehmen, etwa die zurzeit sehr gefragten Gesichts- und Körperöle. Wo liegen die grössten Herausforderungen bei der Entwicklung von Naturkosmetik? Durch die strenge Zertifizierung sind die Rohstoffe, die wir in der

Naturkosmetik verwenden dürfen, sehr beschränkt. Mit ausschliesslich natürlichen Stoffen schöne Texturen hinzukriegen ist eine grosse Herausforderung. Wir tüfteln lange im Labor, um herauszufinden, welche natürlichen Öle wir in welchem Verhältnis zusammenmischen müssen. Kommt auch bei der Haarpflege weniger Chemie zum Einsatz? In der Haarpflege sind wir nach wie vor auf synthetische Stoffe angewiesen. Zwar setzen wir auch hier natürliche Stoffe ein, allerdings müssen wir sie modifizieren, um ein wirksames Produkt zu erhalten. An welchen Innovationen arbeiten Sie zurzeit? Wir beschäftigen uns stark mit der Entwicklung neuartiger Texturen, die bei der Anwendung einen verblüffenden Effekt erzeugen. Derzeit arbeiten wir an einer sehr leichten Creme, die sich auf der Haut in eine reichhaltige Pflege verwandelt, ohne so schwer und klebrig zu wirken wie vergleichbare Produkte. Wie viele Laborversuche sind für eine Innovation nötig? Im Schnitt sind es 20 bis 30 Versuche. Bei sehr innovativen Produkten kann es sein, dass wir über 100 Anläufe nehmen müssen. Welche Wirkstoffe sind zurzeit besonders gefragt? Wirkstoffe für die Hautflora liegen im Trend. Gewisse Kosmetikprodukte greifen den aus Mikroorganismen bestehenden Schutzmantel der Haut an. Spezielle


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Beauty-Sortiment

Beliebte Eigenmarken

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Arnaud Kindbeiter ist Leiter Forschung und Entwicklung Personal Care bei der Mibelle Group.

Wirkstoffe können hingegen die Hautflora unterstützen, ähnlich wie probiotische Lebensmittel dies mit der Darmflora tun. Welche Möglichkeiten eröffnen neue Technologien der Kosmetik? Die Digitalisierung beeinflusst auch die Kosmetik. Interaktive Spiegel und Kosmetik-Apps ermöglichen personalisierte Kosmetik, die individuell auf den Hauttyp des Kunden abgestimmt ist. Ebenfalls interessant für die Kosmetikindustrie sind 3-D-Drucker. Vielleicht können wir bald schon zu Hause unsere eigene Kosmetik drucken. Dürfen wir im Anti-Aging auf ein neues Wundermittel hoffen? Der Hautalterungsprozess lässt sich nicht aufhalten, aber man kann immerhin die Ursachen bekämpfen. Die Forschung hat erkannt, dass insbesondere Umwelteinflüsse unsere Haut altern lassen. AntiPollution-Cremes, die uns vor schädlichen Luftpartikeln schützen, sind deshalb im Kommen. Zudem wird das Thema Bluelight immer wichtiger, da Computer- und Handy-Displays nicht nur den Augen, sondern auch der Haut schaden können. Dadurch geht der Trend beim Hautschutz in Richtung Breitbandfilter, die über den Sonnenschutz hinausgehen. MM

Mit einem Jahresumsatz von 475 Millionen Franken zählt die international tätige Mibelle Group zu den führenden Eigenmarkenherstellerinnen in Europa. Für die Migros produziert die Gruppe unter anderem folgende Beauty-Eigenmarken: I am

I am ist die umfassende Pflegelinie für jedes Bedürfnis. Das Angebot reicht von Pflegeprodukten für Gesicht und Körper über Haircare und Styling bis hin zu Deos und Handcremes. Die Linie I am Natural Cosmetics bietet verschiedenste Pflegeprodukte auf natürlicher Basis. Zoé

Zoé bietet Kosmetik für Anspruchsvolle: Reinigungslotions, Gesichtstonics, Feuchtigkeitspflege, schnelle Schönmacher, AntiAging- und spezielle Verwöhnprodukte. Candida

Das umfassende Mundpflegesortiment von Candida wird den neusten wissenschaftlichen Anforderungen gerecht. esthetic

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Sun Look bietet Produkte für den Sonnenschutz an sowie Cremes, die die Haut nach dem Sonnenbad beruhigen oder die Bräunung unterstützen.


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Dies & das

Heisse Teile

An einem Spitzentag verkauft die Migros schweizweit 24 Millionen Artikel. Vom Velosattel über Pizza bis zum Eistee – das Sortiment ist riesig und deckt die Bedürfnisse der ganzen Familie ab. Hier eine kleine Auswahl.

Früh übt sich, wer ein Popstar werden will. Dank der Karaoke-Funktion kommen kleine Talente mit diesem CD-Player ganz gross raus. Dual CP 16 Kinder CD-Player, blau oder rosa Fr. 59.90

Wieso immer nur Pizza? Das Panfino ist eine herzhafte Alternative zur Tiefkühlpizza. Der Brotteig sorgt für knusprige Abwechslung. Panfino Speck, tiefgekühlt, 210 g* Fr. 3.80

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Stylischer Überzieher Ein Sattel muss nicht immer nur schwarz sein. Der wasserdichte Sattelbezug verleiht jedem Velo das gewisse Etwas. Basil Bohème Sattelbezug Fr. 13.90 Im SportXX

Schick und praktisch Die Handtasche aus wasserabweisendem Material lässt sich einfach am Gepäckträger einhaken. Mit einem Fassungsvermögen von 18 Litern eignet sie sich auch für grössere Einkaufstouren. Basil Bohème trendige Velotasche Fr. 67.90 Im SportXX


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Die reisähnlichen Körner liegen im Trend. Sie liefern eine schmackhafte Beilage, die blitzschnell serviert ist. Bulgur & Quinoa mit Gemüse, tiefgekühlt, 600 g* Fr. 4.50

Edler Tropfen Der fruchtig-süsse Traubensaft harmoniert ganz hervorragend mit einem Weichkäse. Gold Traubensaft, 1 l Fr. 1.80

Es geht auch ohne Zucker und Süssstoff

Teegeschmack pur: Den Kult-Ice-Tea gibt es auch ungesüsst. Kult Ice Tea unsweetened, 50 cl* Fr. 1.–

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Fachmärkte

Sicher im Sattel

Das SportXX-Team hat die Veloabteilung für die neue Saison flottgemacht. Die neuen E-Bikes, Trekkingvelos und Mountainbikes stehen zur Ausfahrt bereit. Text: Denise Jeitziner

D

ie kleine Alessia ist zwar erst drei Jahre alt, aber wie man Velo fährt, das weiss sie schon. Fehlt nur noch der passende Helm, denn ihr bisheriger ist zu klein geworden. Zusammen mit ihrer Mutter steht sie im SportXX vor dem Regal mit den vielen bunten Helmen und weiss vor lauter Auswahl nicht, wo sie zuerst hinschauen soll. Eine SportXX-Mitarbeiterin erklärt Alessias Mutter, worauf man achten müsse, damit der Helm perfekt sitze und den Kopf ihrer Tochter optimal schütze: Der Rand sollte etwa eine Fingerbreite über den Augenbrauen sein. Der Helm darf nicht zu fest sitzen, aber auch nicht zu locker,

damit er im Falle eines Aufpralls nicht verrutscht. Alessia lässt sich geduldig einen Helm nach dem anderen aufsetzen, während sie ihren alten an sich gedrückt hält. Der rote mit den lustigen Monstern soll es schliesslich werden. Zusammen mit ihrer Mutter marschiert die Dreijährige zur Kasse. Elektrobikes sind besonders gefragt

Rund 60 neue Kinder- und Jugendvelos, Elektrobikes, Tourenräder und Mountainbikes für Einsteiger bis Hobbysportler stehen in der Veloabteilung im Simplon Center bereit, die das SportXX-Team in den vergangenen Wochen für die anstehende Saison flottgemacht hat. «Besonders

Ghost-Bikes und Kindervelos sind derzeit sehr gefragt», sagt Filialleiterin Rachel Gerold, die gerade dabei ist, ein Velo nach dem anderen auf einen zweistöckigen Ständer zu hieven. Verschiedene Modelle stehen hier dicht an dicht, allesamt ausgestattet mit Licht, Schutzblech, Reflektoren und was sonst noch für die Strasse nötig ist. Bei den Mountainbikes ist es umgekehrt. «Die meisten wollen möglichst wenig Gewicht, wenn sie im Gelände unterwegs sind, des­ wegen sind die Bikes nur mit dem nötigsten Zubehör ausgestattet», erklärt Rachel Gerold. Alles Weitere kann sich jeder nach seinen Bedürfnissen vor Ort montieren lassen.


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Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

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1 Das Velo hat

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Bei den Erwachsenenvelos stehen zwei bis drei Grössen bei den Rahmen zur Auswahl – abhängig davon, wie gross man ist – und bei den Rädern zwei. Wer zum Beispiel bei steinigeren Passagen eine bessere Bodenhaftung möchte, wählt einen grösseren Durchmesser. Ein kleinerer hingegen erlaubt mehr Wendigkeit.

Bilder: Denise Jeitziner, zVg

Bekleidung, Reparaturen, Zubehör

Am besten lässt man sich vom SportXX-Team beraten, um das richtige Velo zu finden. Wer sich nicht entscheiden kann, darf eine Runde vor dem Eingang zum Simplon Center drehen. Neben allerhand Zubehör wie Körben, Flaschenhaltern,

Alessia schon, es fehlt nur noch der passende Helm. 2 Rund 60 neue Bikes haben Rachel Gerold und ihr Team im SportXX aufgebaut. 3 Neben Zubehör findet sich auch alles für die Pflege und Reparatur. 4 Ein kostenloser Service ist beim Neukauf eines Velos inbegriffen.

Glocken, Sätteln, Schlössern, Lenkerund Gepäckträgertaschen, findet sich in der Veloabteilung auch ein buntes Sortiment an Velobekleidung – von der gepolsterten Velohose über das atmungsaktive Trikot bis zur Windjacke – sowie alles für die Pflege und für die Reparatur. Wer sich nicht selber die Hände schmutzig machen möchte, kann eine Reparatur auch dem SportXX-Team überlassen. Übrigens: Bei jedem neuen Velo ist ein Service in den ersten drei Monaten nach dem Kauf inbegriffen, und auf die Rahmen gibt es sogar eine lebenslange Garantie. MM Mehr Infos: www.sportxx.ch

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Nur alle fünf Jahre: das Kantonale Turnfest Wallis. Für die Kleinen, die Jugend, die Erwachsenen und die Senioren

Veranstaltung

Wettkampf und Spass am Kantonalturnfest Ende Frühling findet ein besonderer Anlass im Zentralwallis statt, an dem Geräteturnen, Gymnastik, Leichtathletik und andere Sportarten im Vordergrund stehen. Text: Mélanie Zuber

Bilder: zVg

D

ie Veranstaltung findet so selten statt, dass Fans sie auf gar keinen Fall verpas­ sen wollen. Am 3., 4., 10. und 11. Juni wird auf dem Fussball­ gelände in Chippis das Kantonalturn­ fest abgehalten, ein grosser Sport­ event, der nur alle fünf Jahre orga­ nisiert wird. Hier werden sich mit

Unterstützung der Migros 2000 Wal­ liser Turnerinnen und Turner und 1000 Mitglieder ausserkantonaler Riegen versammeln, um ihre Sportart zu feiern. Mit verschiedenen Wett­ kämpfen für Teilnehmende zwischen 2 und 16 Jahren ist das erste Wochen­ ende vor allem der Jugend gewidmet. Das zweite richtet sich an erwachsene

Turner, die über 55­Jährigen und den Verein Plusport. Dank der von den Dorfvereinen Miège und Chippis organisierten Plauschanlässe kom­ men Party und Spass am Event nicht zu kurz. Und am 3., 9. und 10. Juni wird bis in die Nacht gefeiert. MM Mehr Infos: www.gymvs2017.ch


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Zubereitungg 1. Paprika waschen, halbieren und entkernen. Mit der Hautseite auf eine heisse Grillplatte (alternativ in eine Grillpfanne oder in den auf Grilltemperatur geheizten Backofen) legen, mit Alufolie bedecken und etwa 5 Minuten garen. Wenden und erneut garen, bis die Paprika leicht angeröstet sind. Etwas abkühlen lassen und in Streifen schneiden. 2. Inzwischen Brotscheiben mit Olivenöl bepinseln und ebenfalls von beiden Seiten anrösten. 3. Geröstetes Brot mit Philadelphia bestreichen und mit gegrillter Paprika belegen. Mit grob gemahlenem Pfeffer und Thymian bestreuen und geniessen. Pro Portion: ca. 880 kJ / 210 kcal, E 7g, F 9g, KH 26g

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Leben MM19

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Familienumfrage Feiern Sie den Muttertag? 1 Ja, meist mit einer kleinen Aufmerksamkeit 55% 2 Aber klar doch: mit Blumen, Brunch und grossem Brimborium 22% 3 Eher selten und wenn doch, dann im kleinen Stil 18% 4 Nein, aus Prinzip nicht, das ist doch reine Geldmacherei 5%

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Richtig:

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Wir haben etwa zwei Monate Zeit, den BMI unseres Sohnes zu optimieren. Statt Pasta gibt es Kartoffeln, statt Vollmilch Magermilch, statt Zopf Haferflocken. Unser Kind bewegt sich oft und isst ausgewogen. Wir beschweren uns über die unnötige und verletzende Schubladisierung und sagen den Termin ab. Wir nehmen den Termin wahr und überzeugen die Schulärztin persönlich davon, dass der Grosse zwar mehr wiegt als andere, er aber ein gesundes Kraftpaket ist.

Antwort 3: Mein Mann wird den Grossen an den Termin begleiten, dann kann die Fachfrau gleich sehen, dass man auch mit 194 Zentimetern und 100 Kilo bestens unterwegs sein kann.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Monica Müller (42)

Die Spannung, was wohl im Briefkasten liegt, ist über die Jahre einer gewissen Resignation gewichen: Es sind immer nur Rechnungen. Dafür hat die Post, die der Grosse (6) aus dem Kindergarten heim­ bringt, einen gewissen Reiz: Es geht in den Wald – mit oder ohne Wurst; Helfer für den Sporttag werden gesucht; der Grosse darf Bücher für die Bibliothek aussuchen helfen. Dann liegt ein Schreiben der Schul­ ärztin bei: ein zusätzlicher Termin. Grund: Grösse und Gewicht des Kindes. Das kann nur bedeuten, dass der Grosse über der Norm liegt. Er ist für sein Alter sehr gross und kräftig. Und jetzt? 1, 2 oder 3?

Bei der Produktion eines Kilos Mehlwurm­ protein entstehen viel weniger Treibhaus­ gase als bei der Her­ stellung eines Kilos Pro­ tein aus Rind­, Hühner­ und Schweinefleisch oder Milch. Mehlwür­ mer geben im Gegen­ satz zu Kühen kein treibhauswirksames Methangas ab. Zudem vermehren sich Insek­ ten schnell, sind in kur­ zer Zeit ausgewachsen und verzehrfertig. Sie zu erzeugen, erfordert weniger Land, Wasser und Futtermittel – für Mehlwurmprotein sind es nur zehn Pro­ zent der Fläche, die für die Produktion von Rindfleischprotein nötig ist. Darum gilt: Wer

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102 | MM19, 8.5.2017 | LEBEN

Marcel Heiniger

«Die Zahl der Geburten wird weiter zunehmen» Seit 2006 werden in der Schweiz wieder deutlich mehr Kinder geboren, sagt Marcel Heiniger vom Bundesamt für Statistik. Der Grund: Es gibt immer mehr Frauen im gebärfähigen Alter. Interview: Thomas Vogel

Gibt es in der Schweiz einen Babyboom? Das nicht gerade, auch wenn wir aktuell die meisten Geburten seit den frühen 1990erJahren haben. Aber Kinder zu kriegen ist wieder in? Das kann man so nicht sagen, denn die Zahlen widerspiegeln im Wesentlichen eine Entwicklung in der Bevölkerung. Seit 2006 nahm die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter in der Schweiz um fünf Prozent zu. Wir haben heute rund 88 000 potenzielle Mütter mehr als noch vor zehn Jahren. Da ist es ganz normal, dass es mehr Kinder gibt.

Das heisst, wir haben zwar mehr Kinder, aber keine höhere Geburtenrate? Genau, denn die effektive Geburtenrate nahm nicht wirklich zu. Die bewegt sich seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, irgendwo im Bereich von durchschnittlich 1,5 Kindern pro Frau. Mehr Frauen können doch nicht der einzige Grund für den aktuellen Geburtenanstieg sein. Ein anderer Grund waren die aufgeschobenen Geburten. Also Mütter, die zuerst eine Karriere verfolgt und sich erst spät für ein Kind entschieden haben. Das zeigt die Statistik ja deutlich: Der Anteil der Mütter, die 30 Jahre alt oder älter sind, stieg in den letzten 45 Jahren von 31 Prozent auf knapp 70 Prozent. Der Anstieg hat mit den späten Müttern zu tun? Grösstenteils. So konnte man von 2006 bis 2010 gut sehen, dass die aufgeschobenen Geburten eine wichtige Rolle spielten. Heute liegt es hauptsächlich daran, dass mehr Menschen in der Schweiz leben und entsprechend mehr Kinder zur Welt bringen.

Ihr Kinderlein kommet – die AHV freuts. Doch der Trend wird nicht ewig anhalten.

Bild: Michel Tcherevkoff/Getty Images

Die Geburtenzahlen in der Schweiz steigen laut Statistik wie schon lange nicht mehr. Ist das wirklich so? In absoluten Zahlen ausgedrückt ist das so. Seit 2006 stieg die Anzahl der jährlich geborenen Kinder permanent an. Im Gegensatz zu den Jahren vor 2006, als wir 30 Jahre lang mehrheitlich einen Rückgang zu verzeichnen hatten.


LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 103

Zahlen

1,42

lautet die Geburtenziffer für Graubünden. In diesem ländlich geprägten Kanton liegt die Anzahl Kinder pro Mutter tief: unter dem Durchschnitt von 1,43.

49%

der Neugeborenen im Jahr 2016 waren Mädchen, 51 Prozent waren Buben.

71 375

Kinder wurden 1978 geboren. So wenig wie seit Kriegsende nicht mehr. Die Geburtenzahl lag mit 1,51 fast so niedrig wie heute.

112 890

Neugeborene gab es 1964. Im geburtenreichsten Jahrgang des Jahrhunderts hatte jede Frau durchschnittlich 2,68 Kinder.

Entwicklung der Geburtenraten von 1965 bis 2015, in Tausend 120 100 80 60 40 20

196 5 197 0 197 5 198 0 198 5 199 0 199 5 200 0 200 5 201 0 201 5

0

Quelle: Bundesamt für Statistik


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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 105

Die Statistik zeigt, dass vor allem in den eher ländlich geprägten Kantonen die Anzahl Kinder pro Frau hoch ist. Haben Sie dafür eine Erklärung? In ländlichen Gebieten ist das Familienmodell eher traditionell geprägt. Dazu gehören mehrere Kinder. Das war schon immer so und hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

Verdrängen uns Ausländer, weil sie mehr Kinder bekommen? Keine Angst, immer noch haben sieben von zehn Neugeborenen einen roten Pass. Es ist aber so, dass zum Beispiel Angehörige aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens tendenziell mehr Kinder haben. So haben Frauen aus Serbien im Schnitt 2,0 Kinder und Frauen aus dem Kosovo sogar 2,7 Kinder.

In der Geburtenstatistik fällt auf, dass mehr Knaben als Mädchen geboren wurden. Gibt es dafür Gründe? Das ist biologisch bedingt und seit Jahren relativ stabil. Wenn der Mensch nicht mit selektiven Abtreibungen eingreift, kommen auf 100 Mädchen 104 bis 106 Knaben zur Welt. Damit kompensiert die Natur wohl die höhere Sterblichkeit junger Männer. Ab dem 20. Lebensjahr gleicht sich dieses Verhältnis aus. Und ab 60 Jahren kehrt es sich sogar um, weil nach wie vor Frauen eine höhere Lebenserwartung haben.

100 Prozent entsprechen dem Total der Geburten im jeweiligen Jahr 11,5 31,1

20,5

29,1

31,2 40,6

36,9

38,1

38,4 35,8

39,8 40,8 29,1

33,1

24,6

25,0

199

0

0%

n > 34 Jahre n 30–34 Jahre n 25–29 Jahre n < 25 Jahre Quelle: Bundesamt für Statistik

11,9

0

16,5

200

20%

9,4

23,5

7,2

5

40%

201

60%

9,1 26,1

0

80%

11,3 19,8

201

100%

0

Wird sich dieser Geburtentrend so fortsetzen? Veränderungen der Geburtenzahlen sind langsame Prozesse und Voraussagen im Grunde simple Mathematik. Das heisst, wir rechnen damit, dass die Geburten bis 2027 weiter zunehmen auf rund 91 000. Ab 2028 wird ein Rückgang einsetzen. Die Frauen, die heute jung sind, werden dann für eine Schwangerschaft zu alt sein. Und es kommen weniger Junge nach, denn dann werden die geburtenschwachen Jahrgänge der 1990er- und 2000er-Jahre im gebärfähigen Alter sein.

Frauen werden immer später Mütter

198

Viele Kinder bedeuten gleich viele zukünftige Lohnempfänger. Kann die AHV demnach aufatmen? Leider nein, denn immer älter werden wir trotzdem. Zwar hat der Geburtenanstieg einen leicht mildernden Effekt auf die AHV, aber in den nächsten Jahren gehen die Babyboomer in Rente. Und von ihnen gibt es definitiv mehr, als neue Babys auf die Welt gekommen sind. Die Trendwende für die AHV dürfte erst nach 2065 einsetzen, wenn die Babyboomer langsam gestorben sein und mit den geburtenschwachen Jahrgängen weniger Alte in Rente gehen werden.

Hat die aktuelle Wirtschaftslage mit der höheren Arbeitslosigkeit einen Einfluss auf die Geburtenzahlen,weil Frauen sich aus dem Wirtschaftsleben zurückziehen? Im Gegenteil. In den vergangenen Jahrzehnten waren Krisensituationen eher Zeiten mit geringerer Geburtenzahl. Eine Ausnahme bildete die Zeit des Zweiten Weltkriegs, während der es den ersten Babyboom gab. MM

0

Wie nachhaltig ist denn eine solche Entwicklung, wenn wir bedenken, dass Ausländer oftmals zurück in ihre Heimatländer gehen? Die Rückwanderungsziffer ist tatsächlich relativ hoch. Doch sind es die Älteren oder Junge vor der Familiengründung, die in ihr Heimatland zurückkehren. Das bedeutet nicht, dass die jungen, oftmals in der Schweiz Geborenen ebenfalls zurück möchten. Effektive Daten dazu haben wir zwar nicht. Aber ich bin sicher, dass ein guter Teil dieser Bevölkerungsgruppe hierbleibt.

197

Marcel Heiniger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Statistik in der Sektion Demografie und Migration. Der 57-Jährige ist kinderlos und wohnt in Bern.

Das heisst also, wir verdanken die vielen Kinder den zugewanderten Ausländern? Das kann man so sehen. Fakt ist, dass die Geburtenzahlen bei Ausländerinnen prozentual deutlich stärker angestiegen sind als bei Schweizerinnen. 2007 hatte noch jedes vierte geborene Kind keinen Schweizer Pass. Heute sind fast 30 Prozent aller Neugeborenen ausländischer Herkunft.

Fakten

Mehr Geburten in der Stadt 2016 gab es in der Schweiz 85 648 Ge­ burten – das ist eine

ähnlich hohe Zahl wie im Jahr zuvor. Es kamen so viele Kinder zur Welt wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Die Geburtenzahl lag 2006 noch bei gut 73 000, stieg bis 2011 auf knapp 80 000 an und nimmt seither stetig zu. Das Verhältnis der Anzahl neugeborener Kinder von Schweizerinnen zu Neugeborenen von Ausländerinnen lag 2011 bei 59 043 zu 21 765. Dies veränderte sich bis 2015 auf 61 344 (+3,9%) zu 25 215 (+15,9%). Der Geburten­ zuwachs der auslän­ dischen Bevölkerung ist deutlich höher.

Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind ebenso bemerkenswert. Frauen aus Appenzell Innerrhoden bringen mit 1,9 Kindern pro Frau mehr Babys zur Welt als Zürcherinnen (1,53) oder Stadt­Baslerinnen (1,36). Anfang der 80erJahre bekamen die Appenzellerinnen noch 2,97 Kinder pro Frau, während der Durchschnittswert in Zürich bei 1,36 und in Basel-Stadt bei rekordtiefen 1,09 Kindern pro Frau lag. Der prozentuale Zuwachs in den letzten fünf Jahren lag im Kanton Glarus mit 20 Prozent am höchsten. Die Zahl der Geburten stieg dort von 340 im Jahr 2011 auf 409 im Jahr 2015 an. Es folgen Thurgau (+19%), Nidwalden (+14%), Schwyz (+13%) und BaselStadt (+10%). Quelle: Bundesamt für Statistik


106 | MM19, 8.5.2017 | LEBEN

Gesundheit

Kaffee hat schlechten Ruf nicht verdient

Die meisten Menschen können sich ein Leben ohne Kaffee kaum vorstellen. Doch noch immer trinken ihn manche mit einem schlechten Gewissen. Zu Unrecht.

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V

iele Menschen brauchen Kaffee als täglichen Muntermacher und können nicht auf ihn verzichten. Der Hauptgrund: Koffein macht nicht nur wach, sondern erhöht auch den Serotoninspiegel und wirkt dadurch stimmungsaufhellend. Kaffee als Droge zu bezeichnen, wäre aber vermessen. Bisher fanden Forscher keine Hinweise für eine Suchtauslösung in den entsprechenden Hirnarealen. Kaffee schlägt nicht auf den Magen

Und doch trinken viele Menschen das braune Getränk mit einem schlechten Gewissen. Sie befürchten, damit ihrer Gesundheit zu schaden. Dem Kaffee wird unter anderem vorgeworfen, schlecht für den Magen zu sein, dem Körper Wasser zu entziehen, den Blutdruck zu steigern und uns nervös zu machen. Stimmt das? Der Effekt auf die Gesundheit hängt wohl in erster Linie von der konsumierten Menge ab. Neuste Studienresultate überraschen mit der Erkenntnis, dass Kaffee, moderat genossen, keine Herz- oder Magenbeschwerden verursacht. Tatsächlich steigt der Blutdruck nach dem Konsum von Kaf-

fee an, aber nur kurzfristig. Auch die Angst vor dem «austrocknenden» Effekt von Kaffee im Körper ist unbegründet: Wer Kaffee trinkt, führt dem Körper Flüssigkeit zu. Das Koffein hat sogar positive Auswirkungen, etwa auf die Muskulatur der Lungenbronchien. Hier führt es, ähnlich wie ein Asthma-Medikament, zu einer Entspannung und Erweiterung des Lungengewebes. Kaffee fördert zudem die Ausschüttung von Gallenhormonen und regt damit die Fettverdauung an. Nebenbei liefert der braune Muntermacher viele verschiedene bioaktive Substanzen und für die Nerven wichtige Vitamine der B-Gruppe. Bleibt die Gretchenfrage: Welche Menge sollte nicht überschritten werden? Forscher gehen von vier bis fünf Tassen pro Tag aus. Die dabei aufgenommene Koffeinmenge liegt bei rund 300 Milligramm. Ab einer Koffeindosis von 1 Gramm können Vergiftungserscheinungen wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Hör- und Sehstörungen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen auftreten. Tödlich ist Koffein für einen Erwachsenen bei einer Menge von rund zehn Gramm, wozu man aber Hunderte von Espressi trinken müsste. MM

Bilder: Getty Images, iStockphoto (3)

Text: Marianne Botta


LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 107

Hilft Fett verbrennen Durch seine anregende Wirkung auf die Galle kurbelt Koffein die Fettverdauung an.

2

1

Muskelentspannend Koffein sorgt für eine Entspannung und Erweiterung des Lungengewebes. Tipps

Erstaunliche Erkenntnisse zum Kaffeetrinken

Kein Koffein für Jugendliche Kinder und Jugendliche sollten möglichst keinen Kaffee trinken. Koffein scheint sich negativ auf ihre kognitive Entwicklung auszuwirken. Also auch bei Schwarztee und Cola: Hände weg! Schwangere Frauen

4

Kaffee ist Flüssigkeit und entzieht dem Körper kein Wasser, wie oft behauptet wird.

und solche, die es werden möchten, sollten nicht mehr als 1 bis 2 Tassen Kaffee pro Tag geniessen, da Koffein das Risiko für Fehl- und Frühgeburten erhöhen könnte. Bis der Koffeinkick eintritt, vergehen 30 bis 45 Minuten.

3

Bioaktive Substanzen unterstützen das Immunsystem, und Vitamine der B-Gruppe sind wichtig für die Nerven.

Kaffee ohne Zucker

trinken. Gesüsste Getränke erhöhen das Risiko für Übergewicht.

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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 109

K Brave New Girl

Unter den Leuchtsternen «Komm in mein Zimmer», sagte sie und zog mich an der Hand. Ich solle mich aufs Bett legen und nach oben schauen. Sie schaltete das Licht aus, und es war magisch. Sie hatte diese fluoreszierenden Leucht­ sterne an die Decke geklebt. Sie ist 27. Ich bin 27. Wir sind seit einem halben Leben befreundet.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Ich hatte schon lange nicht mehr bei ihr geschlafen und musste an früher denken. An damals, als wir unsere Eltern anbetteln mussten, damit wir bei unseren Freundinnen übernachten durften. Als wir dafür unser schönstes Pyjama einpackten und die Zahn­ bürste vergassen. Als wir unsere glitzernde Zahnspange in den Rucksack steckten. Als wir über Jungs plauderten, Eis assen, Horrorfilme guckten und vor lauter Lachen Bauchweh kriegten.

Irgendwann hörte das auf. Erwachsene übernachten nicht mehr beieinander. Sie führen Beziehungen und haben kein freies Plätzchen in ihren Betten mehr. Oder sie müssen am nächsten Tag früh zur Arbeit und können nicht mehr die ganze Nacht lang plaudern. Oder sie haben ein Gästezimmer. Dabei sind es die vertrautesten Gespräche, die in der Dunkelheit der Nacht, zwischen den wärmenden Bettdecken und unter den funkelnden Leuchtsternen, entstehen. Ich schlief also seit Langem wieder bei ihr, und es war wie früher. Ich hatte mein schönstes Pyjama eingepackt und meine Zahnbürste vergessen. Meine glitzernde Mens­Tasse in den Rucksack gesteckt. Wir plauderten über Jungs, assen Eis, guckten Horrorfilme und kriegten vor lauter Lachen Bauchweh. MM

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110 | MM19, 8.5.2017 | LEBEN

«Mein Name ist Enea, ich bin zehn Jahre alt.

Ich töpfere sehr gern und habe gerade ein schönes Schälchen fertiggestellt. In der Freizeit spiele ich oft auf dem Pausenplatz Pingpong oder Fussball mit Freunden. Seit dem zweiten Kindergartenjahr übe ich Schlagzeug und nehme regelmässig Stunden. Mit einem Freund, der E-Gitarre spielt, habe ich eine Band. Die Lieder schreiben wir auf Englisch. Am liebsten würde ich Schlagzeuger werden.»

Kinder

«Eigenes Geschirr machen ist megacool» Enea töpfert jeden Samstag im Keramikwerk Winterthur. Er arbeitet mal mit, mal ohne Scheibe, aber stets mit Glasur. Sein nächstes Ziel: Er will Eierbecher für das Sonntagsfrühstück herstellen. Text: Andrea Fischer Bilder: Gabi Vogt

Mein Klub

Viel Freude am Material und ein wenig Übung

«Letzten Herbst habe ich gesehen, dass das Keramikwerk Töpferkurse anbietet. Ich fand es megacool, eigenes Geschirr zu machen. Ich mag, wie der Ton sich in den Händen anfühlt. Am Anfang war es etwas schwierig mit der Drehscheibe. Aber schon beim zweiten Mal war es superleicht, und ich habe ganz viele kleine Becher zum Verschenken gemacht.»

Möchtest du auch mal töpfern? Es macht

grossen Spass, eigene Dinge herzustellen. Man muss keine besonderen Fertigkeiten mitbringen. Wichtig sind vor allem Freude am Material und die Lust, etwas Eigenes zu fertigen. Es braucht nur etwas Übung, bis die Sachen schön aussehen. Ich gehe ins Keramikwerk Winterthur. www.keramikwerk.ch

Wenn du woanders wohnst und einen Kurs

bei dir in der Nähe suchst, fragst du am besten in deiner Schule oder in einem Freizeitzentrum nach entsprechenden Möglichkeiten. Auch im Internet gibt es viele Kursangebote. Oft kann man einen Nachmittag lang schnuppern.

«Ich habe angefangen, frei zu töpfern, also ohne Scheibe. Beim Töpfern gibt es immer zwei Schritte. Zuerst modelliert man sein Stück und brennt es roh bei 930 Grad. Dann kommt die Glasur drauf, und es wird nochmals gebrannt, aber heisser. Die Farben sehen vor dem Brennen völlig anders aus als nachher.»

«Man muss bei den Mustern prüfen, welche Farbe am Schluss entstehen soll. Ich staune trotzdem immer wieder, wie das fertige Ding aussieht, wenn ich es am Samstag gebrannt zurückbekomme. Fränzi leitet die offene Werkstatt. Sie brennt die Sachen donnerstags, wenn ein Abendkurs stattfindet. In der offenen Werkstatt am Samstag sind nicht viele Kinder da, sondern vor allem Frauen. Das stört mich überhaupt nicht. Wir kommen megagut miteinander aus.» MM


LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 111

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Das Morgenland ist dort, wo das Licht herkommt. Schau dir am Morgen den Sonnenaufgang an. Dahinter, noch viel weiter in derselben Richtung, liegt das Morgenland. Von uns aus gesehen ist das im Osten. Man nennt es auch «Orient» oder «Nahen Osten». Im Gegensatz dazu heisst unsere Gegend Europa, «Westen» oder «Abendland». Mit dem Auto bräuchten wir etwa vier Tage, bis wir das Morgenland erreichen. Du würdest zuerst bei Brugg und St. Gallen vorbeifahren, weiter

durch Österreich, Bulgarien und die Türkei bis hin zu fernen Län­ dern wie Syrien, Irak und Iran.

dem Morgenland, die das Jesus­ kind aufsuchten, brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe mit.

Kennst du die Märchen aus «1001 Nacht»? In diesen zauber­ haften Geschichten aus dem Morgenland gibt es fliegende Teppiche, goldene Paläste, orien­ talische Prinzessinnen, Kalifen und Sultane. Im Morgenland regierten früher mächtige Herr­ scher. Ihre Reiche waren bekannt für hochstehende Kultur, Wissen und Weisheit. Die drei Weisen aus

In vielen Regionen des Morgenlands herrscht seit Jahren Krieg und Elend. Alles auf der Welt ist immer ein Auf und Ab, so wie auch die Sonne stetig auf­ und unter­ geht. Ohne den Sonnenaufgang gäbe es keinen Sonnenuntergang – und umgekehrt. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

Die Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

DER CHEFKOCH EMPF IEHLT ...

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Es braucht ganz schön viel Energie, um den ganzen Tag draussen an der frischen Luft zu sein. Besonders im Sommer, wenn die Tage heiss sind. Zum Glück gibt es wahre Fitmacher unter den Nahrungsmitteln. Kennst du diese? Löse das Ernährungsquiz und finde heraus, welche es sind.

UHRZEIT!

Die Uhr zu lesen, ist nicht einfach. Hugo kann das schon ganz gut! Wie sieht es mit dir aus? Lese die Uhrzeit ab, und schreibe sie darunter, oder trage die richtigen Zeiger zur Uhrzeit ein.

Wovon solltest du pro Tag am meisten trinken? P) Orangensaft

T) Wasser

A) Milch

Wovon solltest du nur wenig essen?

Viertel nach acht

O) Schokolade

R) Brot

T) Käse

E) Wurst

B) eine Banane

U) Torte

I) ein Brötchen

N) Glace

S) Salat

Zwischendurch isst du am besten ...?

Halb vier Zu einem guten Frühstück gehört sicher ...?

Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs Unten: Viertel vor drei; Oben: Viertel nach sechs; Lösung:

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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 113

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Hochgefühle im Südtirol Das Familienhotel Sonnwies in Lüsen bietet auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern eine ganze Ferienwelt. Das Migros-Magazin verlost sieben Übernachtungen.

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as Familienhotel Sonnwies im südtirolischen Lüsen bietet auf 1100 Meter über Meer Zimmer für nur gera­ de 46 Familien. Der Umschwung ist riesig und bietet viele Attraktionen und Überraschungen. Ein mediter­ raner Garten lädt zum Flanieren ein, und der Outdoorspielpark mit Kin­ derfahrzeugen, Gokarts, Fussball­ und Volleyballfeld und Riesentram­ polin macht auch den wildesten Tobegeist müde. Drei altersgerechte

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Zur Hotelanlage gehört ein weitläu­ figer und familienfreundlicher Aqua­ park auf einer Fläche von 300 Quad­ ratmetern. Kinder und Erwachsene kommen hier zum Beispiel auf einer 70 Meter langen Reifen­Wasser­ rutsche in Fahrt. Hinzu kommen ein weitläufiges Spa, ein Fitnessraum

und spezielle Ruhezonen für Väter und Mütter. Der Liebling aller Kinder ist Bauer Hans, Herr über den Bioberg­ bauernhof mit mehr als 30 Haus­ und Nutztieren. Hier können die Kinder Butter herstellen oder eine Fahrt mit dem Traktor machen. Und ihr Frühstücksei können die kleinen Hotelgäste gleich selbst auf dem Hof abholen. MM Weitere Infos: www.sonnwies.com

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www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 14. Mai 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der MigrosMedien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 115

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Asche sowie ein stabiles Unter­ gestell mit einer Ablagemöglich­ keit. Der aufklappbare Rost hat einen Durchmesser von 47 Zenti­ metern. Dank der schliessbaren Luftzirkulation lässt sich die Hitze leicht regulieren. Aufgrund seiner Ausstattung eignet sich dieser Stehgrill für direktes und indirektes Grillieren. Pflegeset inbegriffen

Dank des Untergestells mit Rädern ist der Holzkohlegrill sehr leicht zu transportieren und kann jederzeit an den gewünschten Ort gebracht werden. Praktisch ist die seitliche Halterung: So kann der Deckel während des Grillierens problem­

los aufgehängt werden. Zum Wenden des Grillguts wird eine Grillzange im Set mitgeliefert: Die Sunbiance­Grillzange über­ zeugt durch ihr Edelstahldesign mit Holzgriff. So verbrennt man sich die Finger nicht. Die Zange ist rostfrei. Zur Pflege erhalten Sie einen Grillreiniger und eine Bürste. Der Reiniger ist fettlösend und verbreitet einen angenehmen Zitrusduft. Die Grillbürste Tetra verfügt über einen stabilen Griff und eine Schlaufe zum Aufhängen. Dank der Messingborsten kann die Bürste auch zur Reinigung von empfind­ lichen Oberflächen angewendet werden. MM

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• Farbe: Schwarz • Gewicht: 22 Kilogramm • Durchmesser Grillrost: 47 Zentimeter • Material Grillrost: Stahl verchromt • Material der Grillkugel: Stahl mit hochwertiger Porzellanemaillierung Bestelladresse: www.galaxus.ch/ sunbianceset Angebot gültig: 8.5. bis 22.5. 2017 Nur solange Vorrat


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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 117

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… oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.5.2017, 24 Uhr

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.5.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 119

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn man etwas sehr detailreich erzählt, tut man dies oft …? L

haarklein

Z

haarfein

V haardünn

2. Kinder wickeln ihre Eltern oft um den …? E

Finger

O Bauch

A Hals

3. Welcher Tanz ist nach einem Tier benannt? L

Gavotte

S

Foxtrott

U Limbo

So nehmen Sie teil

4. Wie nennt man von Menschen hergestellte Gegenstände? I

Artemis

M Arterien

N Münzen

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.5.2017, 24 Uhr

T

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

E

Artefakte

5. Welche Schweizer Stadt wurde mit dem Wakkerpreis 2017 ausgezeichnet? B Sempach

Z

Delsberg

S

Mürren

6. Wie nennt man Aktivitäten bei Tieren, die der Körperpflege dienen? E

Hygieneakt

A Wellnessing

U Komfortverhalten

7. Was bewahrte man im Mittelalter in einem «Bisamapfel» auf? R Reliquien

C Duftstoffe

8. Was kann man mit einem «Horizontoskop» berechnen? H Schattenwurf

G Berghöhen

Breitengrade

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 17: Ritva Günther, Rüti ZH; Karin Howald, Thörigen BE; Evelyn Brantl, Unterentfelden AG

Auflösung Nr. 18: UEBERMUT

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5 1 4

I Auflösung Nr. 18: IDEEN Gewinner Nr. 17: Rosmarie Möri, Aarberg BE; Nina Zurfluh, Inwil LU; Bruno Büchel, Uesslingen TG

3 2

AECHTUNG DRE I SS I G ENDSP I E L GESTRENG I SRAEL I N KNUEL LER KOR I NTHE REPR I NTS S I NCLA I R SP I NETTE

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.5.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

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Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 18: 527

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.5.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 17: Christian Zehnder, Morrens VD; Laetitia Dubois, La Chaux-de-Fonds NE; Hanspeter Aebi, Belp BE; Josef Peter, Luthern LU; Peter Kleeb, Bauma ZH

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 3 2 4 3 2 miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzun2 6 2 2 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 18:

3 3

1

2

3

2

1

3 4

1 2

3

3

1 1

4

Auflösung Nr. 18: 3

3

3

1

3

4

2

4

1

2

2

1 2

1 2

4 1 3 2 3

3 3 3 3

3 3

3

2 3 2

2

1 2 3

2 3 5 1

3 2 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.

Erlebnisreiche Ausflüge AARESCHLUCHT UND REICHENBACHFÄLLE

PAPILIORAMA KERZERS

Über Stege und Tunnels ist die Aareschlucht in rund 45 Minuten bequem zu durchwandern. Ein weiteres Naturschauspiel sind die Fälle des 120 Meter hohen Reichenbachfalls. Profitieren Sie bis Ende Mai von bis zu 30 Prozent Cumulus-Vorteil.

Spazieren Sie durch Tropenwälder, vorbei an Mangroven und Weihern, begleitet von Tukanen, Leguanen und vielem mehr. Entdecken Sie die unterschiedlichsten tropischen Schmetterlingsarten im Papiliorama Kerzers bis Ende Mai mit bis zu 30 Prozent Cumulus-Vorteil.

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Ab ins Chaplin’s World Museum und in die wunderbare Welt von Charlie Chaplin abtauchen. Folgen Sie dem Rundgang im Hollywood-Studio und flanieren Sie durch den Park. Nutzen Sie die Gelegenheit und profitieren Sie bis Ende Mai von bis zu 30 Prozent Cumulus-Vorteil. Weitere Informationen und Buchung: www.migros.ch/cumulus/chaplin

Staunen und Lernen: Inmitten der Seelandschaft von Melide kann man die Faszination der der Mini-Schweiz entdecken. Über 120 Modelle sind in massstab- und detailgetreuer Nachbildung zu sehen. Profitieren Sie mit Cumulus bis Ende Mai von bis zu 30 Prozent Cumulus-Vorteil. Weitere Informationen und Buchung: www.migros.ch/cumulus/swissminiatur

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Meine Welt

«Ich liebe den Landgeruch»

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Die rumänische Popsängerin Miruna ist mit der Band Timebelle für die Schweiz am Eurovision Song Contest am Start. In Bern hat sie eine neue Heimat gefunden. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Ephraim Bieri

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LEBEN | MM19, 8.5.2017 | 125

1 Mein Lieblingsoutfit «Ich liebe kräf­

tiges Rot und Gelb. Dieser Seidenrock ist luftig, weich und betont die Formen.» 2 Mein Bandkollege «Emanuel (28)

stammt wie ich aus Rumänien. Er stand mir von Beginn an sehr nahe: als Über­ setzer und Türöffner. Er lebt seit elf Jahren in Bern. Wir wohnen zusammen, wenn ich in der Schweiz bin. Dank ihm bin ich zu Timebelle gestossen.»

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Name Miruna Manescu Sternzeichen Fisch Lebenslauf «Ich bin in der Hafenstadt

Tulcea in Rumänien aufgewachsen. Mit 12 habe ich erstmals beim Ge­ sangswettbewerb mitgemacht, mit 14 den Musikpreis ‹Mamaia› gewonnen und bin nach Bukarest gezogen. Ich habe zwei Jahre Journalismus studiert, aber nicht abgeschlossen. Ich lebe von meiner Musik. Vor drei Jahren bin ich zu Timebelle gestossen. Wir passten sofort super zusammen. An der Vor­ ausscheidung zum Eurovision Song Contest (ESC) im 2015 landeten wir auf Platz zwei. Aus der Multikultiband wurde ein Trio mit Emanuel Andriescu (Piano) und dem Thurgauer Schlag­ zeuger Samuel Forster (34). Nun hat­ ten wir mehr Glück und vertreten die Schweiz am ESC vom 9. bis 13. Mai in Kiew» (siehe auch Seite 24). rennt er davon. Schläft er in meinem Bett, rutscht er nachts hoch und will mir früh am Morgen das Gesicht ablecken.» 4 Meine Heimat «Meine Mutter hat

mich musikalisch stark gefördert und wäre selbst gern Musikerin geworden, ihre Eltern haben es ihr nicht erlaubt. Sie ist Ärztin. Hier ist sie mit meinem Bruder (35) vor 25 Jahren in den Südkarpaten.» 5 Meine Lieblingsliteratur «Ich lese oft

Mein Lieblingsprodukt

Bild: Stoian Stdefan Danut / SRF

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3 Mein Hund «Sämi ist der Nachbars­ hund. Er ist mir schnell ans Herz gewach­ sen. Beim Joggen ist er unberechenbar: An der Leine macht er schlapp, ist er frei,

«Ich esse oft Avocado mit Brot und Käse zum Frühstück, schnetzle sie in den Salat oder mache daraus Pastasauce mit Spinat. Die hier erhältlichen Avocados sind viel besser als die in Rumänien.»

Sachbücher über Psychologie oder Ernährung. Mich interessiert der Mensch und wie er funktioniert.» 6 Mein Lieblingsplatz «Das entspannte

Bern mit der Aare ist der ideale Gegensatz zum lärmigen, verrückten, geschäftigen und nervösen Bukarest. In der Aare zu schwimmen, war eins meiner schönsten Erlebnisse. Und ich liebe zudem den Landgeruch auf Kuhweiden.» MM


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Becherslalom ist nur eines von vielen tollen Spielen: Füllen Sie zehn Plastikbecher mit Wasser und stellen Sie sie mit jeweils einem Meter Abstand in eine Reihe. 1. Zuerst laufen die Kinder Slalom auf der Strecke. 2. Die zweite Runde muss mit verbundenen Augen absolviert werden. 3. Die dritte Runde muss mit einem mit Wasser gefüllten Becher auf dem Kopf absolviert werden.

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