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Migros magazin 18 2018 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

ETH-Serie: Tüfteln am Essen der Zukunft S. 22

Scheidung: Auch Haustiere leiden Seite 80 Stalking: Wenn aus Verliebtheit Wahn wird Seite 12 MM18, 30.4.2018 www.migrosmagazin.ch

Bild: Michael Sieber

Kochmeisterschaft «Bocuse d’Or»

Mario Garcia misst sich mit den besten Chefs der Welt Seite 10

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MM18, 30.4.2018  5

A Editorial

Ein reiches Land? Armut hat viele Gesichter, heisst es. Nur möchten wir sie nicht so gern sehen: Arme Menschen passen irgendwie nicht zu einem Land, das zu den reichsten der Welt zählt. Aber die Armut wächst: 615 000 Menschen beziehungsweise 7,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind davon betroffen. Mein Kollege Reto Wild hat einen Fachmann gefragt, was er davon hält, dass der Bundesrat künftig weniger Geld für die Armutsbekämpfung ausgeben will (Seite 8 und 9). In der Ausgabe 16 haben wir einer Frau eine Stimme gegeben, die in Altersarmut lebt. Die grösste Sorge der 71-jährigen Rentnerin ist die jährliche Steuerrechnung. Das Porträt hat viele ­Leserinnen und Leser bewegt. Unter zahl­reichen Zuschriften befinden sich die zweier Leser, die sich spontan dazu entschlossen haben, die Frau mit einer Spende zu unterstützen.

Bild: Susanne Oberli; Illustraiton: Alice Wellinger

Das ist eine schöne Geste und schenkt Hoffnung. Dennoch erfahren immer mehr Menschen, wie es ist, sehr wenig zu haben – in einem Land, in dem die meisten mehr haben als irgendwo sonst. Alleinerziehende Mütter und Väter, ausgesteuerte Arbeitnehmer und zunehmend leider auch Kinder und Jugend­ liche, die unter der Armutsgrenze leben, brauchen mehr als unser Mit­gefühl und einen spontanen Akt der Barmherzigkeit. Wenn es in der reichen Schweiz nicht gelingt, diesen Menschen eine Stimme, eine Lobby und damit wieder eine Perspektive zu geben, dann leben wir tatsächlich in einem armen Land.

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Was tun gegen die Armut?

10  Das grosse Wettkochen Der Luzerner Mario Garcia kämpft am «Bocuse d’Or» um die Krone der Topköche

12

12  Albtraum Stalking

Wenn der Wunsch nach Nähe in Psychoterror ­umschlägt

19  Bänz Friedli 20  Von Afrika inspiriert

Modemacherin Erica Matile designt für die Entwicklungshilfe

22  ETH-Serie – Teil 2

Wie können wir in Zukunft zehn Milliarden Menschen ernähren?

26 Leserforum

Migros-Welt 34  Live-Musik liegt in der Luft 40  Aromatisches Spargelbrot 43 Migusto

Glutenfreie Schokoroulade

49  Fruchtiger Energieschub 50  Snacks fürs gute Gewissen 70  Alles fürs TV-Dinner

Daniel Sidler Mitglied der Redaktionsleitung a.i. daniel.sidler@migrosmedien.ch

73  Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

Leben 79  1,2 oder 3? 80 Familie

Scheidung: Auch Tiere leiden mit

85  Stadt, Land, Stutz 86  Gesundheit: Ölziehen 89  Migros Bank 92  Auto: Seat Ibiza 95  Kinder: Singvogel Amsel 99 Glücksgriff 101 Leseraktion 103 Rätsel 107 Impressum 108 Cumulus 110  Meine Welt

Serienstar Gregory B. Waldis

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Niemand verkauft mehr regionale Produkte als mein Laden. Migros-Besitzerin Celine A.

Die Migros gehört den Leuten. Deshalb fördert sie die regionale Landwirtschaft wie kein anderer und verkauft schweizweit rund 9000 regionale Produkte von über 10 000 regionalen Produzenten. migros.ch/besitzer


Menschen

Darauf freuen wir uns Tag der offenen Hörsäle Am 4. Mai öffnet der Campus Horw LU seine Türen. Tipp: Labore oder Zukunft des Wohnens entdecken.

MM18

Offene Weinkeller Über 200 Winzer aus der Deutsch­ schweiz laden am 1.  sowie am 5./6. Mai zum Besuch ihrer Wein­ keller ein: Offeneweinkeller.ch

Mein Bild der Woche

Bilder: Christian Beutler / Keystone, Marco Zanoni; Illustration: Peter Gut

Pascale Bruderer Wyss (40) ist Ständerätin des Kantons Aargau, führt mit ihrer Schwester die «machs! GmbH» und ist zweifache Mutter.

«Scheinbar aus dem Nichts heraus steigen die beiden. Hoch ­hinaus, fast über die Wolken. Weniger aus purer Freude am Klettern, ­sondern primär im Rahmen ­ihrer Arbeiten an der hier abgebildeten Mobilfunk­ antenne. Hoch sind auch die Ansprüche der Bevölkerung an die Infrastrukturen. ­Höher, schneller, besser soll der Internetzugang sein; via Grundversorgung ­garantiert, gern immer und selbstverständlich überall. Die Antennen dazu aber am liebsten nirgends oder zumindest weit weg von der eigenen Haustür. Wider­ sprüchlichkeiten, die sich nicht einfach verdrängen lassen. Weil von nichts eben doch nichts kommt.»

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Hong Ly (42), Maschinenanlageführer, Niederwangen BE So informiere ich mich: «Am TV» Dafür bin ich zu alt: «Facebook ist für mich nicht mehr zeitgemäss.» Da bin ich analog: «Die Freizeit verbringe ich lieber draussen mit Freunden als drinnen auf Social Media.»

Unnützes Wissen

Alles rund um den 1.  Mai 59 Prozent der heute 20- bis 35-Jährigen haben noch nie demonst­riert.

Bei der Demo ­einen Schirm ­dabei zu haben, kann nie schaden – als Schutz vor ­Regen oder Sonne: «Umbrella» ­bedeutet auf ­Lateinisch wörtlich «kleiner Schatten». Die grösste Schweizer 1.-MaiDemonstration fand 1919 mit gut 50 000 Teilneh­ menden in Zürich statt – viermal so viel wie 2017.

Liebste App: Instagram

Wonnemonat Mai: Die Wurzeln dieses Ausdrucks gehen auf die alt­ deutsche Sprache aus der Zeit des 8. bis 11. Jahr­ hunderts zurück. ­Damals sprach man vom «winni-­ manod» – damit ist der Weide­ monat gemeint. Quellen: Neon/ Stern, sgb.ch, noz.de


8  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN

Armutszeugnis: Viele Menschen in der Schweiz müssen jeden Franken zweimal umdrehen.

Diese Woche

615 000 Menschen gelten in der Schweiz als arm, dazu zählen mehr als 100 000 Kinder.

12,3

Prozent der Schweizer Bevölkerung waren in den ver­gangenen vier Jahren mindestens ein ganzes Jahr lang arm.

273 000 Personen in der Schweiz bezogen im Jahr 2016 Sozialhilfe. Auf die finanzielle Unterstützung angewiesen sind auch 86 Prozent aller Flüchtlinge (25 544 Personen) und 88 Prozent der Asylsuchenden (55 504). Quellen: Caritas Schweiz, BFS

Der Kampf gegen Armut hat seinen Preis Über eine halbe Million Menschen in der Schweiz leben in Armut – Tendenz steigend. Dennoch hat der Bund den Beitrag zur Armutsbekämpfung drastisch gesenkt. Das sei aus ethischer und ökonomischer Sicht nicht nachvollziehbar, sagt der Soziologe Franz Schultheis. Text: Reto E. Wild

A

uch wenn die Konjunk­ turanalysen positiv sind: Die Zahl der Armuts­ betroffenen in der Schweiz ist 2017 zum zweiten Mal in Folge gestiegen: Laut Bundes­ amt für Statistik (BFS) leben rund 615 000 Menschen hierzulande in Armut. Das entspricht einem Be­ völkerungsanteil von 7,5 Prozent – 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2014 setzt der Bund gemein­ sam mit den Kantonen und Ge­ meinden einen Fünfjahresplan zur Bekämpfung von Armut um. Dafür hat er ein Budget von neun Millio­

nen Franken gesprochen. Obwohl der Bundesrat zum Schluss gekom­ men ist, dass das Programm sich bewährt hat, stellt er für die nächs­ ten fünf Jahre nur noch 2,5 Millio­ nen Franken zur Verfügung. Ludwig Gärtner (60), Vizedirek­ tor des Bundesamts für Sozialver­ sicherungen, begründet dies damit, dass «die Verantwortung für die Umsetzung konkreter Massnah­ men zur Armutsprävention bei den Kantonen, Städten und Gemeinden liegt». Dies geschehe oft in Koope­ ration mit privaten Organisationen wie Caritas. «Da die aufwendigen

Aufbauarbeiten bereits geleistet sind, lässt sich die Zusammenarbeit mit weniger Mitteln fortsetzen.» Franz Schultheis, Soziologie­ professor an der Universität St. Gallen, warnt, dass inbesondere Arbeitslosigkeit das Armutsrisiko verschärfe. Und Caritas Schweiz betont, Armut sei kein marginales Problem, sondern die neue sozial­politische Herausforderung. «Für eine wirksame und erfolg­ reiche Armutspolitik ist eine Stra­ tegie mit verbindlichen Zielen, Massnahmen und entsprechenden Ressourcen unabdingbar.»

Bilder: Martin Ruetschi / Keystone, zVg

Zahlen und Fakten


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  9

Franz Schultheis

Strassenumfrage

«Die Stigmatisierung von Armen ist menschenunwürdig» Was dachten Sie, als Sie erfuhren, dass der Bundesrat weniger Geld für die Armutsbekämpfung zur Verfügung stellt? Ich war geschockt. Es gibt in der Schweiz keine Zeichen von Wirtschaftskrise. Dass man sozial Benachteiligte eine weitere Stufe heruntersetzt, ist weder ethisch-moralisch noch ökonomisch nachvollziehbar. Das zeigt, dass die Armen in der Schweiz keine Lobby haben und eine Randgruppe sind. Besonders skandalös ist, wenn Kinder in Armut aufwachsen müssen. Da kann man beim besten Willen nicht sagen, dass das selbstverursacht ist. Das Bundesamt für Sozialversicherungen argumentiert, die Verantwortung liege bei den Kantonen, Städten und Gemeinden. Tatsächlich sind die Berechnungsgrundlagen für Sozialhilfeempfänger von Kanton zu Kanton und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Der schweizerische Föderalismus, den ich an sich mag, führt zu einem Patchwork in der Armuts­ bekämpfung: Im Kanton Genf etwa zeigt sich die Sozialpolitik wesentlich generöser als in der Ostschweiz. Es ist für eine Gesellschaft nicht akzeptabel, wenn es den Armen in einem Kanton einigermassen gutgeht und denjenigen in einem anderen schlecht. Was kann man dagegen tun? Für die Armutsbekämpfung braucht es einen zentralen Hebel. Kinder­ armut liesse sich durch Investitionen in frühkindliche Einrichtungen vermeiden. Wer unter Armutsbedingungen aufwächst, trägt ein grosses Risiko, als erwachsene Person ebenfalls in der Armut zu landen. Das erzeugt enorme Kosten, denn der Gesundheitszustand unter Armen ist durch viele Mankos gekennzeichnet. So haben Kinder gegenüber ihren privilegierten Altersgenossen ein doppelt so hohes Unfallrisiko und überdurchschnittlich oft Karies. Auch Fettleibigkeit ist unter Armen weiter

Wie soll man gegen Armut vorgehen?

verbreitet, weil sie sich nicht gesund, sondern eher fett und süss ernähren. Armut bleibe die grösste soziale Herausforderung der kommenden Jahrzehnte, sagt die Caritas. Wir wissen nicht, was die nächsten Jahrzehnte bringen werden. Sicher ist aber, dass Armut die brennendste soziale Frage der Gegenwart ist. Alles deutet darauf hin, dass wir im nächsten Jahrzehnt massiv mit diesem Problem konfrontiert sein werden. Wenn aus dem rechten Lager zynische Unterstellungen kommen, wonach Armut selbstverschuldet sei, sollten die öffentliche Meinung und die Medien dagegen Stellung beziehen. Diese Stigmati­sierung ist menschenunwürdig. Wie stark ist Armut in der Schweiz denn nun verbreitet? Es gibt die naive Auffassung, dass Armut hier nicht existiere, weil niemand verhungert oder verdurstet wie in afrikanischen oder asiatischen Ländern. Nun gibt es aber offizielle Berechnungen der OECD. Die Orga­ nisation definiert Personen als arm, wenn sie weniger als 60 Prozent des gesellschaftlichen Durchschnittseinkommens verdienen. In der Schweiz sind das Sozialhilfeempfänger und Menschen, die anspruchsberechtigt sind, aber aus Scham oder Unwissen staatliche Hilfe ablehnen. Auch sogenannte Working Poors zählen dazu, also Menschen, die gut 40 Stunden pro Woche arbeiten, am Ende des Monats aber nicht über die Runden kommen. Sie machen etwa zehn Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung aus. Warum steigen die Sozialhilfe­kosten? Es gibt einen Anstieg der Einpersonenhaushalte und der Familien mit nur einem Elternteil, bei denen die Wohnungskosten überpropor­ tional hoch sind. Bei Letzteren handelt es sich meist um allein­ erziehende Mütter mit ihren Kindern. Armut in der Schweiz betrifft vor allem Kinder, Alleinerziehende und Erwerbslose. MM

Franz Schultheis (64) ist Soziologe und Professor an der Universität St. Gallen.

Ursula Thomas (39), Schulsozial­ arbeiterin, Zürich «Es gibt viele arme Menschen in der Schweiz, die auf Sozialhilfe verzichten – trotz ­Anrecht. Deshalb: Mindestlohn für alle, keine Steuergeschenke für Reiche.»

Ruedi Bauer (56), Administration, Zürich «Wer 100 Prozent arbeitet, sollte über dem Existenzminimum liegen. Und es kann nicht sein, dass man ab einem gewissen Alter auf dem Arbeitsmarkt aussortiert wird.»

Marina Levy (32), Auszubildende, Regensdorf ZH «Es braucht mehr Informationen über Programme von Kirchen und karitativen Einrich­ tungen, die bei Dingen wie Weiter­ bildung und Geldverdienen helfen.»


10  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN

Mario Garcia

Der Wetteiferer

Im Juni vertritt Kochtalent Mario Garcia die Schweiz am prestigeträchtigsten Kochwettbewerb der Welt, am «Bocuse d’Or». Restaurantküchen sind ohnehin nicht seine Sache – so richtig zur Höchstform läuft der Luzerner auf, wenn er sich mit anderen messen kann. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Michael Sieber

W

er Mario Garcias ­Köstlichkeiten probieren möchte, dem bleibt nur eins: in e­ iner der diversen Wettbewerbsjurys zu sitzen, für die der 27-Jährige immer wieder mal kocht. Bis März gab es noch die Möglichkeit, einen Kurs in seiner Kochschule in Horw LU zu buchen, aber die ist bis auf W ­ eiteres geschlossen, weil Garcia sich nun ganz auf das Europafinale des «Bocuse d’Or» am 11. und 12. Juni in Turin (I) konzentrieren will. Und den ganzen Tag lang in einem Restaurant zu arbeiten, ist nicht sein Ding. Weil es zu langweilig ist? Garcia ­lächelt verlegen. «So direkt würde ich es nicht formulieren, aber ich arbeite schon am liebsten jeden Tag an neuen Kreationen, und das ist in einer ­Restaurantküche normalerweise nicht möglich.» Auch Koch war nicht von Anfang an sein Traumberuf: «Ich habe etwa zehn Schnupperlehren ­absolviert – vom Landschaftsgärtner bis zum orthopädischen Schuhmacher –; nichts hat mir so richtig ­gefallen. Schliesslich bekam ich eine Kochlehre in einem Lokal angeboten, das gerade neu eröffnet hatte.» Aber schnell stellte er fest, dass all seine Freunde abends unterwegs ­waren und ihr Leben genossen, ­während er arbeiten musste. «Ich habe deswegen viele Kollegen ver­ loren und wollte eigentlich aufhören.» Dann jedoch nahm er im zweiten Lehrjahr an einem Kochwett­bewerb

teil, gewann – und alles wurde anders. «Ich hatte Spass. Ich reali­sierte, dass ich ein echtes Talent habe, unter Druck kreativ zu sein. Und ich mag es, mich mit anderen zu messen, das war schon immer so.» Garcia, aufgewachsen in Kriens LU als Sohn einer Schweizer Mutter und eines spanischen Vaters, beendete seine Lehre und spezialisierte sich auf Wettbewerbe. 2010 und 2014 wurde er Junioren-Kochweltmeister, von 2010 bis 2017 war er Teamcaptain der Schweizer Koch­nationalmannschaften. Mit Stör als Sieger hervorgegangen

Der prestigeträchtigste Kochwettbewerb der Welt ist der «Bocuse d’Or», benannt nach dem kürzlich verstorbenen französischen Grossmeister Paul Bocuse. Vor drei Monaten setzte sich Garcia bei der Schweizer Ausscheidung gegen drei Konkurrenten durch: Zusammen mit Jungkoch Martin Amstutz und Coach Rasmus Springbrunn erreichte er mit klarem Vorsprung am meisten Punkte. Garcia glaubt, der Fischgang habe den Ausschlag gegeben: ein Stör mit einer Frischkäsekruste und Kräutern, kombiniert mit einer glasierten, knusprigen Selleriekugel und einer Estragonsauce mit Krustentier­Es­puma. «Franck Giovannini sagte, der ­Fischgang sei Weltklasse.» Und das will was heissen: Giovannini ist Präsident der Schweizer «Bocuse d’Or Akademie», Gault-Millau-Koch des Jahres 2018 und der Schweizer

Koch mit dem höchsten Rang im Weltfinale des «Bocuse d’Or». 2007 gewann er Bronze. Das also gilt es jetzt zu übertreffen. «Wenn es gelänge, würde das der Schweizer Kochszene guttun», meint Garcia. Von den 20 Teilnehmenden im Europafinale schaffen es zehn ins Weltfinale 2019 in Lyon. «Aber wer da auf Platz 7 oder 8 reinrutscht, hat ohnehin keine Chance mehr. Ich will das Europa­finale gewinnen.» Dass das nicht leicht sein wird, ist ihm klar. Die Hauptkon­kurrenz sitzt aber nicht in Bocuse’ Heimat, sondern in Skandinavien – die Region ist bei Gourmets sehr angesehen. «Wenn ein Norweger mit seinem Menü vor der Jury auftritt, hat er nur schon aufgrund seiner Herkunft einen Bonus gegenüber einem Schweizer. So ist das halt.» Der Meisterkoch mags eher simpel

Davon lässt sich Garcia aber nicht beirren, schliesslich bringt er reichlich Wettbewerbserfahrung mit. Und er hat über die Jahre seinen eigenen Stil entwickelt. «Dekorativ angerichtetes Essen ist mir wichtig, aber das reicht nicht: Am Ende muss der Geschmack stimmen.» Letztlich versteht er sich nicht «nur» als Koch, sondern auch als Künstler, der jede Kreation sorgsam von Grund auf selbst entwickelt. Was für sein Sozialleben nicht weniger problematisch ist als die Arbeit in einem Restaurant. «Mein Tag beginnt morgens


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  11

Garcia-Kreation «Zander zu Gast im Wald»: Buchweizencracker mit Zandertatar

um sieben und endet oft erst um Mitternacht. Ich lebe wirklich für das Kochen und diese Wett­bewerbe. Und mir ist klar, dass das auf lange Sicht vermutlich nicht ideal ist.» Auch deshalb ist er wohl noch immer Single – für eine Beziehung fehlt ihm schlicht die Zeit. Das trifft auch aufs Kochen für sich selbst zu. «Es ist schon lustig, aber ich ernähre mich in der Regel von Tankstellensandwiches und Fertigsalaten», sagt er und lacht. «So sehr ich mich beruflich mit hochwertigen Kreationen beschäf­ tige, so sehr mag ich persönlich simples Essen.» Sein liebstes Gericht ist Raclette. Mario Garcia legt viel Wert auf lokale und nachhaltig produzierte Zutaten. Auch für sein neuestes Projekt «Swoups» (aus: «swiss made soups») verwendet er ausschliesslich reine Schweizer Rohstoffe, ganz ohne Zusatzstoffe. Seine Suppen werden im Spätsommer in den Handel kommen – somit ergibt sich auch für Nicht-Jurymitglieder noch eine Gelegenheit, Garcias Künste zu testen. Dass viele Restaurantgäste jedes Menü erst einmal fotografieren und in den sozialen Medien ver­ ewigen, bevor sie es verzehren, gefällt Mario Garcia: «Wenn jemand seinen Teller so schön angerichtet findet, dass er ihn ver­ewigen will, ist das für mich als Koch doch ein tolles Kompliment.» MM


12  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN

Rechtslage

Besserer Schutz geplant

Laut einem Bericht des Bundesrats er­ leben in der Schweiz etwa 15 Prozent der Frauen und 4 Prozent der Männer Formen von Stalking, dazu gehört zuneh­ mend auch das Cyber­ stalking, also das Verfolgtwerden via Internet. Im Oktober 2017 hat die Regierung ein Massnahmenpaket lanciert, um die Opfer von Stalking und häus­ licher Gewalt wirk­ samer zu schützen. Dazu zählt der Einsatz elektronischer ­Fussund Armbänder, um Aufenthaltsdaten des Stalkers nach ­einem Rayonverbot aufzuzeichnen. So ­sollen allfällige Ver­ stösse gerichtlich bes­ ser bewiesen werden können. Eine Echtzeit­ überwachung von Stalkern ist derzeit ­wegen mangelnder Ressourcen nicht möglich. Zu den Mass­ nahmen gehört auch, dass Stalker die kom­ pletten Kosten für ein Gerichtsverfahren selber tragen müssen. Das Parlament muss das Paket jedoch zu­ nächst diskutieren und gutheissen.


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  13

Stalking

Wenn Nähe zum Terror wird Nächtliche Telefonanrufe, zerstochene Autoreifen, ständiges Nachstellen bis hin zu körperlichen Übergriffen: Für Stalkingopfer wird das Leben zum Albtraum. Weil der Beziehungswunsch eines Menschen im Wahn endet. Text: Ralf Kaminski  Illustrationen: Alice Wellinger

E

igentlich hatte sie es bereits vermutet, dennoch war der Schock gross, als P.T.* schwarz auf weiss bestätigt bekam, wer der Stalker war: ihr langjähriger Freund R.* Er hatte ihr die Luft aus den Autoreifen gelassen, seltsame Botschaften auf die Windschutzscheibe geschrieben und anklagende SMS geschickt. Dabei hatte er ihr noch wenige Tage zuvor mitfühlend zugehört, als sie von ihrem Stalker berichtete, ihr sogar an­geboten, vor dem Haus Wache zu ­stehen und ihm aufzulauern. Und er macht einfach weiter

Auch sonst war er der Mittvierzigerin jahrelang ein guter Freund gewesen, hatte ihr geholfen, wenn sie in Schwierigkeiten war. Ab und zu j­ edoch hatte er durchblicken lassen, dass er eigentlich mehr wollte als nur eine Freundschaft, zumal sie sich ursprünglich auf einer Partnerbörse kennen­gelernt hatten. Doch sie betonte von Anfang an, dass sie an mehr nicht inter­essiert sei, brachte das zwischendurch auch immer wieder

mal zu Sprache. Er schien es zu akzeptieren. Bis er eines Abends im vergangenen Jahr mitbekam, dass sie nun einen Freund hatte. «Er reagierte ganz seltsam», sagt sie rückblickend. Wenige Tage später wurden bei ihrem Freund die Autoscheiben zertrümmert, und auf ihren Autoscheiben tauchten die ersten Botschaften auf. Als sie R. damit konfrontierte und sagte, sie wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben, stritt er alles ab – und machte einfach weiter. Die Polizei entdeckte später sogar einen Chip in ihrem Auto, mit dem er sie offenbar getrackt hatte. P. fühlte sich kon­ stant beobachtet. «Ich fragte mich jeden Tag und jede Nacht, was als Nächstes kommen würde.» Auch an ihrem Arbeitsort hatte sich der Stalker mit einem Brief gemeldet, zum Glück jedoch zeigte ihr Chef Verständnis. Ihre junge Beziehung hingegen ü ­ berstand das Drama nicht. Erst als P.T. sich einen Anwalt nahm und sich von einer Fachstelle beraten liess, ging es aufwärts. Derzeit läuft ein Gerichtsverfahren gegen R.; ­er hat mittlerweile gegenüber der Polizei auch fast alles gestanden. Und der letzte Vorfall ist inzwischen ­­einige Monate her. Dennoch ist für P. die Sache nicht ausgestanden. «Ich fühle mich noch immer beobachtet und habe das Gefühl, dass jederzeit w ­ ieder etwas passieren könnte.» Zwar hat sie ihre Telefonnummern gewechselt, wohnt und arbeitet ­jedoch noch immer am selben Ort in der Ostschweiz. Viel-

leicht muss sie auch daran noch etwas ändern, um sich wieder wirklich sicher zu fühlen. Doch etwas wird auf jeden Fall bleiben: «Es wird künftig schwieriger sein, neuen Leuten zu vertrauen, mich neuen Freunden zu öffnen.» Frauen sind weitaus häufiger betroffen

Was P.T. erlebe, sei ein recht typischer Fall von Stalking, sagt Natalie Schneiter (30), Sozialarbeiterin bei der Fachstelle Häusliche Gewalt und Stalking in Bern. Sie hat schon viele Menschen beraten, die Opfer eines Stalkers geworden sind. Von den fünf Arten des Stalkings ist die nach einer Zurückweisung die häufigste, gefolgt vom beziehung­ssuchenden Stalking: «Es kann überall seinen Anfang nehmen, wo sich die Wege von Menschen kreuzen. Jemand sieht zum Beispiel jeden Tag auf dem Arbeitsweg im Tram aus der Ferne eine Person und beginnt, ihr nachzustellen, weil er glaubt, dass mehr daraus werden müsste.» 80 Prozent der Stalkingopfer sind Frauen, die Mehrheit der Täter Männer. Natalie Schneiter rät Betroffe*Namen der Redaktion bekannt


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MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  15

nen, den Kontakt zum Stalker sofort abzubrechen. «Und zwar mit einer klaren Ansage zu Beginn: Unsere Beziehung ist zu Ende, ich möchte keinen Kontakt mehr zu dir, bitte respektiere das. Und ich werde auf weitere Nachrichten und Antworten nicht reagieren.» Dies alles ohne grosse weitere Erklärungen und möglichst emotionslos, denn erfahrungsgemäss seien zu diesem Zeitpunkt sämtliche Argumente und Motive schon x-mal ausgetauscht worden. «Und dann muss man sich natürlich konsequent daran halten. Das ist meist der schwierigste Teil.» Per Anwalt den Verfolger wachrütteln

Laut Schneiter reiche das oft schon, damit das Stalking nach einiger Zeit aufhöre, trotzdem könne es Monate dauern. Wenn die Situation sich dennoch nicht beruhigt, rät sie zur Täteransprache: «Eine Dritt­ person spricht mit dem Stalker, redet ihm ins Gewissen, mahnt sein Verhalten und zeigt die Konsequenzen auf. Das kann eine Autoritätsperson aus dem persönlichen Umfeld sein, etwa ein Elternteil oder jemand aus dem Arbeitsleben, aber auch ein Anwalt oder die Polizei.» Ein offizieller Brief eines Anwaltsbüros mit der Ankündigung, recht­liche Schritte zu prüfen, wirke meist sehr gut. «Es geht darum, den Stalker wachzurütteln.» Erst wenn auch das nichts hilft oder es zu konkreten Drohungen kommt, rät sie dazu, tatsächlich rechtliche Schritte einzuleiten. Denn um mit einer Anzeige durchzukom-

und er hat mir nachspioniert, meinen Computer ­untersucht, wollte wissen, wer mir geschrieben hat, wenn eine SMS kam.» Wenn man verliebt sei, nehme man das ja hin, sagt der Kundenberater, aber mit der Zeit sei es ihm zu viel geworden. Ein Leben in ständiger Angst

men, braucht man Beweise für Vorfälle, die man während des Stalkings bewusst ­sammeln muss. Generell gilt: «Je früher Stalkingopfer sich melden und je früher wir intervenieren können, desto grösser ist die Chance, die Sache erfolgreich zu beenden.» Wenn das Stalking schon zwei, drei Jahre gedauert habe, sei die Lage meist enorm komplex und schwerer zu lösen. Für viele Stalkingopfer gibt es ein Leben davor und ein Leben danach. S.K.* hat heute einen neuen Wohnort, einen neuen Job und kaum noch Kontakt zu seinem ehemaligen Umfeld. Der junge Mann hatte Anfang 2017 über eine D ­ ating-App seinen Freund kennengelernt. Rasch wurden sie ein Paar, und in den ersten paar Monaten war alles wunderbar. «Aber im Rückblick gab es klare Alarm­signale», sagt S.K. heute. Sein Freund sei sehr eifersüchtig gewesen. «Er wollte überall ­dabei sein, selbst beim Einkaufen,

Nach weniger als einem Jahr Beziehung ­bekam er eine SMS von seinem Bruder: «Ruf mich an, wenn du allein bist.» Als sein Freund dies sah, eskalierte die Situation. Sie stritten, und S.K. machte Schluss. «Aber er wollte das nicht akzeptieren, hat mich an den Haaren gerissen und auf den Boden ­gedrückt. Ich schrie, aber obwohl das Haus hellhörig war, reagierte niemand.» Schliesslich gelang es ihm doch noch, seinen Wohnungsschlüssel zurückzu­be­kommen und den Ex rauszuschmeissen. Doch d ­ amit fing alles erst richtig an: Morddrohungen, Sturmklingeln mitten in der Nacht, ­gegen die Fenster der Wohnung klopfen, A ­ utoreifen zerstechen, den Lack zerkratzen, bei der Familie anrufen – sogar bei der ­Arbeitsstelle tauchte er auf, um S.K. anzuschwärzen: Er habe ihm Geld gestohlen. «Es war der Horror, ich lebte in konstanter Angst, fühlte mich daheim ständig beobachtet.» Selbst bei Sonnenschein sass er bei heruntergelassenen Jalousien in seiner Wohnung. Schliesslich kontaktierte S.K. eine Opfer­ hilfe­stelle, die ihm riet, er solle sofort alle *Name der Redaktion bekannt


16  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN Luca Hänni

«Sie hat teilweise randaliert»

Expertin Natalie Schneiter über Stalking:

Der Berner Sänger und Songwriter Luca Hänni (23) wurde jahrelang von einer Jugendlichen verfolgt. Inzwischen gibt es jedoch einen Deal, an den sie sich bisher auch gehalten hat.

www.migmag.ch/ stalking

Text: Ralf Kaminski Bilder: Gian-Marco Castelberg

Luca Hänni, im vergangenen Jahr fanden Sie einen Brief zu Hause, in dem Ihre Stalkerin drohte, sich zu verbrennen, wenn Sie nicht nach draussen kämen. Und sie stand dann tatsächlich mit einem Benzinkanister vor der Tür. Ja, das war wirklich krass. Es ist dann aber nichts wei­ ter passiert, auch seither nicht mehr – und sie hat sich entschuldigt. Diesmal scheint sie auch wirklich Reue zu empfinden, des­ halb geben wir ihr noch mal eine Chance: Sie darf nun wieder meine Konzerte be­ suchen, ­solange sie sich an die ­Abmachungen hält. Und das tut sie? In diesem Jahr war sie be­ reits bei einigen Auftritten, und es ist alles friedlich ver­ laufen. Der Deal ist, dass sie sich vor dem Konzert beim Tourmanagement oder dem Sicherheitsdienst meldet, dann schaut man, wo sie sich während des Auftritts aufhalten kann. Es hatte schon vorher etliche Ge­ spräche mit ihr gegeben, aber die brachten nie viel. Nun jedoch scheint sie ihre Chance zu packen. Was hat sie denn sonst an den Konzerten getan?

Sie hat gedrängelt und Fans beschimpft, um möglichst weit nach vorn Richtung Bühne zu mir zu kommen, teilweise hat sie richtigge­ hend randaliert. Im Grunde war die Belastung für die Fans grösser als für mich; ich bin durch die Trennung von Publikum und Bühne ohnehin abgeschirmt. Gab es privat Vorfälle? Ab und zu. Sie stand auch schon morgens um fünf Uhr vor meiner Garage im Mor­ gennebel, als ich mit dem Auto dort rausfuhr. Und einmal wollte sie bei der Flughafenankunft von aussen in den Sicherheits­ bereich rein – was aller­ dings eher für die Polizei ein Problem war als für mich. Wie hat das angefangen? Sie war wohl von Anfang an bei den Konzerten dabei. Aber erst 2014 fing sie an, negativ aufzufallen. Einmal haben wir sogar die Polizei eingeschaltet. Ich lasse meine Fans relativ nahe an mich herankommen, etwa nach den Konzerten bei den Autogrammstunden. Aber es gibt schon Grenzen. Zum Beispiel? Ein paar Worte wechseln, ein gemeinsames Selfie machen, das ist alles kein

Kontakte abbrechen und alle Nummern auswechseln, was er auch umgehend tat. «Der Berater war jederzeit für mich da, er war eine enorme emotionale Stütze, bei ihm habe ich auch zum ersten Mal geweint.» Über einen Anwalt setzte S.K. ein Kon­ taktverbot durch und erstattete Anzeige. Sein Stalker allerdings tat dasselbe, die ­Sache geht nun entweder vor Gericht, oder beide ziehen ihre Anzeige zurück.

Durchaus zugänglich: Luca Hänni beim Selfiemachen mit Fans in Zürich

Problem. Ein Fan darf auch durchaus mal ausflippen, seine Begeisterung zeigen, das ist ja auch schön. Das Anhimmeln muss aber ein gesundes Mass behalten. Solange Fans mich als Sän­ ger und Künstler toll fin­ den, ist alles prima. Wenn es aber persönlicher wird, geht es zu weit. Ist das Stalkingrisiko bei Stars höher? Ich fürchte schon. Als Künstler werde ich wohl immer wieder in ähnliche Situationen kommen und lernen müssen, damit um­ zugehen.

I­ nzwischen lebt S.K. in einem anderen Lan­ desteil, hat einen neuen Job, und abgesehen von seinem besten Freund und seiner Fa­ milie weiss niemand, wie man ihn erreichen kann. Seither ist Ruhe. «Aber ich fühle mich wie ein Geist.» Und das alles beschäftigt und belastet ihn immer noch sehr. Es wird für ihn künftig auch schwieriger, eine neue Beziehung anzufan­ gen. «Ich werde misstrauischer sein, früher

Hat das Stalking Sie und Ihre Familie belastet oder Ihre Karriere negativ ­beeinflusst? Anfänglich war es schon belastend, weil wir so etwas zum ersten Mal erlebten und verunsichert waren. Wir haben aber immer wieder diskutiert und nach Lösungen gesucht. Letzt­ lich hat das auch das gegen­ seitige Vertrauen gestärkt und uns Mut gemacht, gemeinsam fortzufahren. Auch meiner Karriere hat es nicht geschadet, ich habe an Erfahrung gewonnen, bin gereift und bereit, mei­ nen Weg weiter zu gehen.

auf Alarmzeichen achten.» Auf ­Dating-Apps will er ganz verzichten. «Es ist besser, wenn man jemandem beim Kennenlernen in die Augen schauen kann.» Vorerst braucht er Zeit, um das alles zu verarbeiten. «Aber ich will dann schon wieder anfangen zu daten, will mir hier etwas Neues aufbauen. Das Leben geht weiter.»  MM Infos: www.bern.ch/stalking


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Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Mittwoch - Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region der Zillertaler Alpen, wo uns der Hotelier mit einem feinen Nachtessen erwartet. 2. Tag, Donnerstag - Nationalpark Hohe Tauern, Krimmler Wasserfälle & Zell am See Mit dem Dampfzug der Pinzgauer Lokalbahn, einer der attraktivsten Schmalspurbahnen Österreichs, fahren wir heute morgen durch reizvolle Alpenlandschaften. Die Strecke führt uns von Mittersill entlang der Salzach in den Nationalpark Hohe Tauern bis nach Krimml. Die Krimmler Wasserfälle zählen mit ihrer beeindruckenden Fallhöhe von 380 m zu den bekanntesten Wasserfällen der Welt und gehören mit ca. 350.000 Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Ein Wanderweg führt direkt an dieses atemberaubende Naturschauspiel heran - erleben Sie den erfrischenden Sprühregen und die imposante Kraft des Wassers inmitten der traumhaften Kulisse des Nationalparks Hohe Tauern. Am Nachmittag fahren wir nach Zell am See, dem Ort der regelmässig zu Österreichs schönstem Ferienort gekürt wird. Bei einer herrlichen Schiffsrundfahrt schauen wir uns die malerische Szenerie vom Wasser aus an und geniessen dabei einen erfrischenden Apéro mit Snacks.

Gemütliches Beisammensein

Faszinierendes Handwerk « Glasbläserei»

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Innsbruck

IT

Salzburg

Ö Mayrhofen

3. Tag, Freitag – Achensee-Dampf-Zahnradbahn & Kaiserschmarrn Nach dem Frühstück fahren Sie nach Jenbach. Hier steht die Achensee-Dampf-Zahnradbahn bereits zum Einsteigen für Sie bereit. Die Fahrt durch die wildromantische Landschaft, steil bergauf mit einem herrlichen Blick über das Inntal und die umliegende Bergwelt bis zu den Stubaier

✓ 1 x Tiroler Spezialitätenabend Alpen und dem Wilden Kaiser, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Von Jenbach ausgehend erleben Sie eine angenehme Zeitreise ins vergangene Jahrhundert und treffen mit voller Fahrt in Seespitz ein. Im Alpengenusshof Gramai laden wir Sie zu vorzüglichem Kaiserschmarrn ein. Nehmen Sie Platz in der gemütlichen Stube oder auf der Sonnenterrasse mit Ausblick auf das umliegende Karwendelgebirge und lassen Sie sich nach Herzenslust verwöhnen. 4. Tag, Samstag – Zillertaler-Bahn & Rattenberg Mit dem nostalgischen Dampfzug der Zillertalbahn fahren wir bei stimmungsvoller Musik und einem guten Schnapserl von Fügen bis nach Mayrhofen. Das alpine Städtchen lädt zu einem Spaziergang ein. Am Nachmittag erwartet uns Rattenberg, die kleinste Stadt Österreichs. Enge Gassen, bunte Fassaden, hohe Türme und eine mittelalterliche Burg vermitteln einen malerischen, gut erhaltenen Eindruck des historischen Städtchens. Rattenberg erlangte vor allem durch die glasveredelnden Betriebe Bekanntschaft. Das Mysterium Glas wird Ihnen bei einer fesselnden Vorführung des jahrhundertealten Handwerks näher gebracht. Erleben Sie hautnah die urtümliche Kraft im rotglühenden, dampfenden Strom des flüssigen Glases. Am Abend erwartet Sie im Hotel ein Nachtessen mit Tiroler Spezialitäten. 5. Tag, Sonntag - Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  19

Bänz Friedli

Bilder im Kopf

Himmel, ja! Deshalb war ich in den Keller gestiegen. Weil ich eine bestimmte Fotografie von früher suchte. Stattdessen fand ich ­Briefe, die längst ins Altpapier gehörten. Eine Schularbeit aus dem Jahr 1983 über Otto F. Walters «Der Stumme». Veraltete Reiseführer für Saigon, Cagliari, New Orleans.

Bild: Vera Hartmann

Aber ich suchte ein Bild, jetzt, da meine Young Boys Meister werden: Es zeigt mich als jungen Reporter mit Spielern aus dem letzten Meisterteam von 1986. Aus den 20 Jahren, während deren ich für Zeitungen und Lokalradios über Fussballspiele berichtete, gibt es ganze fünf Bilder. Ich habe sie allesamt vor dem inneren Auge: eins, auf dem ich Karli Odermatt interviewe, eins mit YB-Legende Tinu Weber, eines mit Georges Bregy und eins, auf dem ich mit Kopfhörersprechgarnitur auf D52 sitze, meinem Platz auf der Pressetribüne.

Bänz Friedli (53) war einmal Sportreporter.

Heute versenden wir andauernd und aus ­allen erdenklichen Lebenslagen Fotos per Snapchat, Whatsapp, Instagram, Facebook. Gestern Abend zum Beispiel verschickte ich den Spargelsalat, den ich soeben zubereitet hatte. Auf all den Kanälen werden jeden Tag 2300-mal so viele Daten neu erschaffen, wie sie in der grössten Bibliothek der Welt, der Library of Congress, gelagert sind. Und besagte Library umfasst immerhin 39 Millionen Bücher und 14 Millionen Fotografien.

Täglich übertreffen wir diese Datenmenge 2300-mal – kann man sich das vorstellen? Nein. Und wo sollen dereinst all die Bildchen und Kommentärchen gespeichert werden, die alle Welt täglich absondert? Wer ordnet und sortiert sie, wer bestimmt, welches von zig Milliarden Handybildern aufbewahrt wird? Und wie bewahrt man ein digitales Bild sicher auf? Wäre ich erst heute Sportreporter, es gäbe Aberhunderte, Tausende Bilder, die davon zeugen würden. Aber womöglich bliebe kein einziges wirklich erhalten. Meine Fotos von damals? Habe ich dann doch noch gefunden. Eins zeigt meinen damaligen Kommentatorenkollegen Matthias Aebischer, den heutigen Nationalrat, und mich im Gespräch mit Georges Bregy. Ein harter Hund war der! Kritisierte ihn einer von Radio Förderband, Radio Extra Bern oder DRS 1 während des Spiels – was er nicht hören konnte, er stand ja auf dem Rasen –, war dem Reporter gewiss, dass er am Montag früh einen Anruf erhalten würde: «Salut, da isch där Brägyschorsch …» Es folgte eine Standpauke, was einem eigentlich einfalle. Er habe pro Sender, so ging die Legende, einen Spion beauftragt, ihm zu rapportieren. Drei Radios, das war überschaubar. Mit all den heutigen Verbreitungskanälen käme der gute Bregy vom Hundertsten ins Tausendste. MM Bänz Friedli live: 3. 5. Solothurn, 4. 5. Neuenegg BE, 5. 5. Ried FR

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Designt fair produzierte Kleidung, in der man sich wohlfühlt: Erica Matile in ihrem Atelier


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  21

Erica Matile

Ein Sinn für Stil und Stoff

Über ihr Engagement in Westafrika hat die Modedesignerin Erica Matile nach einer Auszeit zu ihren beruflichen Wurzeln zurückgefunden. Nun erscheint ihre neue Kollektion für die Entwicklungsorganisation Helvetas. Text: Monica Müller  Bild: Michael Sieber

E

s war so etwas wie ein Be­ freiungsschlag. Als Erica Matile auf die 50 zuging, hatte sie genug vom Mode­ machen. Sie beschäftigte damals drei Angestellte, liess ihre Kleider in Europa produzieren und ver­ kaufte sie in Mailand, Paris, New York und Japan. Nationale und in­ ternationale Modepreise krönten ihren Erfolg. Und doch entschied sie, ihr Label «Erica Matile» nach 18 Jahren per Februar 2005 ein­ zustellen. «Ich war zum Schluss mehr Managerin als Designerin – mir fehlte die kreative Arbeit», sagt die 61-Jährige rückblickend. Endlich hatte sie wieder Zeit, das zu tun, was sie am liebsten tut: eigene Projekte von A bis Z umzu­ setzen. Sie arbeitete als freischaf­ fende Stylistin, Filmsetdesignerin und Wohnberaterin. Unter ande­ rem entwickelte sie Kostüme und Setdesigns für verschiedene Sen­ dungen des Schweizer Fernsehens. Zur Mode sollte sie erst zehn Jahre später zurückfinden. Zeit zum Schreiben und Lehren

In der modeabstinenten Zeit setzte Erica Matile einen lang gehegten Wunsch um: 2009 erschien ihr ers­ tes Buch «Vom Fleck weg». Ihre rund 1000 Tipps für das tägliche Leben decken ein breites Spektrum an Fragen ab. Der Hund hat Blä­ hungen? Das Kind will einfach nicht einschlafen? Der Fisch­geruch hat sich in der Wohnung festge­ setzt? Und der Lippenstiftfleck auf der Bluse? Schon als ­Designerin

war sie fasziniert von einfachen, oft vergessenen Lösungen. Ausserdem mag sie schöne Dinge und glaubt an ein zweites und drittes Leben von Kleidern und Möbeln. Und so flickt sie, was sie flicken kann. Dabei hilft ihr auch der Blick für originelle Kombinationen, der ihre Karriere in der Modebranche mit Mitte 20 ins Rollen brachte: Nach der Handelsschule arbeitete Ma­tile Teilzeit als redak­tionelle Mitarbei­ terin, daneben entwarf sie Klei­ dungsstücke. Sie kaufte in Bro­ ckenhäusern Abendkleider und Handtaschen, aus denen sie neue Sweat­shirts nähte. «Bei allem, was ich im Leben gemacht habe, war ich eine Quereinsteigerin», sagt sie. Auch mit Autoritäten habe sie immer ihre liebe Mühe gehabt. Dennoch hat sie das Angebot, ihr Know-how weiterzugeben, mit Freude angenommen. Inzwischen ist Erica Matile bereits drei Mal für das Hilfswerk SwisscontactSeniorcorps in den westafrikani­ schen Staat Benin gereist, um dort Schneiderinnen und Schneider während drei bis fünf Wochen weiterzubilden. Spannend, bereichernd, aber auch anstrengend sei das. Statt wie geplant zwölf Schülerinnen und Schüler seien es meistens um die 30, die von ihrem Wissen profitie­ ren wollten. Dabei werde sie im­ mer zur «Big Mama». «Ich bin froh, dass ich kein junges ‹Bibi› mehr bin», sagt sie. Ihre Reife ver­ leihe ihr eine n ­ atürliche Autorität.

In der Hoffnung, ihren Schützlin­ gen unter die Arme zu greifen, fragte sie bei der Entwicklungs­ organisation Helvetas an, ob Inter­ esse an den Produkten aus Benin bestehe. Aus dem Kontakt ent­ stand sogleich eine neue Idee: eine Kollektion für den Helvetas-­ Fairshop (siehe Box). Nach zehn­ jähriger Modeabstinenz juckte es Erica Matile wieder in den Fin­ gern – und sie sagte zu. Fair und Bio, aber stilvoll

Erstmals entwarf sie eine Kollek­ tion aus Strick. Keine trendigen ­Kommerzstücke, sondern Kleider, in denen man sich wohlfühlen sollte. Entstanden sind sechs wan­ delbare Einzelstücke aus Strick, die es ab sofort zu kaufen gibt. «Mit dieser Kollektion kann ich ­zeigen, dass Fair und Bio sehr stilvoll daherkommen können», sagt Erica Matile. Die Arbeit wird der Designerin auch in Zukunft nicht ausgehen. Sie fertigt aus westafrika­nischen Stoffen neue Decken und Kissen, indem sie ausgewählte M ­ otive aus den Stoffen ausschneidet und auf Schweizer Leinen ­anbringt. Noch schmücken die Textilien erst ihr eigenes Heim. Ausserdem schwebt ihr ein Kunstbuch vor, das sie dem Handwerk in Westafrika widmen möchte. Und mög­licherweise wird sie künftig auch wieder mehr zu fli­ cken haben: Seit Kurzem machen zwei wilde Kätzchen aus Bulgarien ihr Zuhause unsicher. MM

Helvetas und Schweizer Designer Bereits vier Schweizer Designerinnen haben für den Fairshop der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas Kollektionen entworfen. Die Bettwäsche, Kissen und Taschen von Sonnhild Kestler, der Schmuck von Ma Schellenberg, die Keramik von Giulia Maria Beretta und die Yogakleidung von Lilla Wicki seien alle ein Erfolg gewesen, wie Eliane Ceschi, die Produktmanagerin des Fairshops, sagt.

Die Zusammenarbeit habe Vorteile für beide Seiten: «Viele ­Designer würden gern fair produzieren, h ­ aben aber das Know-how nicht.» Helvetas wiederum habe zu beschränkte Ressourcen, um eigene Stücke zu entwickeln, verfüge aber über gute Kontakte in Länder des Südens. Die Baumwolle für Erica Matiles Kreationen wurde nachhaltig und unter fairen Arbeitsbedingungen in Indien angebaut und in Madagaskar in einem Fairtrade-­zerti­ fizierten Betrieb weiterverarbeitet. Helvetas wird auch in Zukunft mit Schweizer Designern zusammenarbeiten: Als Nächstes wird man Taschen von Stefi Talman und Keramik von Georg Fontana im Fairshop kaufen können. fairshop.helvetas.ch


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ETH-Serie 2: Lebensmittel

Algen? Bitte gern! Wie kann unser Planet in Zukunft zehn Milliarden Menschen ernähren? Dieser zentralen Frage widmet sich der Lebensmitteltechnologe Alexander Mathys an der ETH Zürich. Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Migros. Text: Hans Schneeberger  Bilder: Désirée Good  Illustrationen: Jan Kruse

E

s ist eine der existen­ ziellsten Fragen: Wie kann man in Zukunft die Menschheit ernähren? Eine Weltbevölkerung, die jedes Jahr um etwa 83 Millionen ­Menschen wächst, deren Zahl bis 2050 voraussichtlich auf 9,8 Milliarden ansteigen wird. Über eins ist man sich in For­ scherkreisen relativ einig: Will man die Ernährungssicherheit gewährleisten, müssen sich ­Gewohnheiten verändern. Den Fleischkonsum der industria­ lisierten Länder kann sich die Erde schlicht nicht leisten.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Produktion von Fleisch laut dem Weltagrar­ bericht 2016 von etwa 80 auf gut 300 Millionen Tonnen ver­ vierfacht. Jeder Weltbewohner ­konsumiert im Schnitt gut 40 Kilogramm Fleisch pro Jahr, in der Schweiz sind es noch ­einmal etwa 20 Prozent mehr, also gut 50 Kilo. Zwar nimmt der Fleischverbrauch seit einiger Zeit ­etwas ab, dafür werden jedoch die ­Ansprüche immer grösser. Viele Produkte können fast nicht mehr abgesetzt werden, da die Konsumenten auf teurere

Stücke wechseln: T-Bone statt Cervelat, Filet statt Kutteln, Rind statt Schweinefleisch. Das Problem verschärft sich mit jedem Jahr. So schätzt der jährlich erscheinende Fleisch­ atlas der Heinrich-Böll-Stiftung, dass die weltweite Fleisch­ produktion bis 2022 aufgrund des wachsenden Konsums der Schwellenländer wie China von 300 auf 400 Millionen Tonnen jährlich explodieren wird. In diesem Spannungsfeld forscht Alexander Mathys (38). Der ETH-Assistenzprofessor für Nachhaltige Lebensmittel­


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  23

Forscher Alexander Mathys ist überzeugt: «Mikroalgen machen ­künftig einen substan­ziellen Anteil bei der Produktion von pflanz­ lichem Eiweiss aus.»


­24  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN

«Wir haben noch einen langen Weg zu gehen»: Alexander Mathys mit einer Mitarbeiterin im ETH-Labor

1 Kg Fleisch

40%

Wasser

Nahrung

essbar

20 000 Liter

25 Kg

essbar

8 Liter

2 Kg

80%

Emissionen

100 x mehr

Insekten schneiden besser ab als Rinder: Sie verbrauchen weniger Ressourcen – und hinterlassen natürlich auch weniger Fäkalien.

verarbeitung sucht nach Alterna­ tiven zu fleischlichem Protein. 2016 kam der Deutsche in die Schweiz: «Es gibt an der ETH ein­ fach grossartige Perspektiven für meine Forschung», so Mathys. Zwei Bereiche stehen im ­Fokus seiner Arbeit: die Insek­ tenzucht und die Produktion von Mikroalgen. Unterstützt werden er und sein Team dabei auch von der Migros. Deren Industrieunternehmen finan­ zieren zu einem substanziellen Teil seine Forschungstätigkeit. «Die Ressourceneffizienz ist sehr wichtig für uns», sagt Walter Huber, Leiter M-Indus­ trie und Mitglied der MGB-­ Generaldirektion. «Von den Erkenntnissen der Forschung können die Industrieunterneh­ men der ­Migros und die ganze Branche profitieren.» Insekten haben als Lieferan­ ten tierischen Eiweisses gegen­ über Rind, Schwein und Co.

unbestreitbare Vorteile: Sie wachsen schnell, brauchen we­ niger Ressourcen und stossen weniger Treibhausgase wie CO2 aus. Mehr als 1900 Insekten­ arten werden schon heute in verschiedenen Regionen der Erde kon­sumiert. Das geht von getrockneten Wanzen, die laut «Fleisch­atlas» in Thailand die Erdnüsse zum Bier verdrängen, über T ­ ermiten in Ghana bis zu gebratenen Käferlarven an mexika­nischen Foodständen. Das Grausen vor Grillen

Nur der Westen ziert sich in ­Sachen Insekten. Dabei sind sie ernährungsphysio­logisch eh top: So ist der Energiegehalt von Mehlwürmern etwa gleich dem von magerem Rindsfilet, der von Termiten und Ameisen noch deutlich höher. Das noch weniger bekannte Gebiet, auf dem Alexander ­Mathys und sein Team forschen,

ist die Zucht und Verarbeitung von Mikroalgen. Mathys ist überzeugt, dass sie einmal einen substanziellen A ­ nteil bei der Produktion von pflanzlichem Ei­ weiss liefern können. Mikroal­ gen erreichen bis zu 70 Prozent Protein in der Trockenmasse und benötigen nur wenig Land zur Kultivierung. Durch die Möglichkeit, A ­ lgen auf Brachen oder Haus­dächern zu züchten, geraten sie nicht in Konkurrenz zu Gemüse oder Früchten. Zu­ dem können sie eine ausgewo­ gene Ernährung gewährleisten. Schon heute werden in ­Asien pro Jahr rund drei Mil­ lionen Tonnen Algen gezüchtet und gegessen. Als Geschmacks­ träger oder Würzbeilage, als ­Salat, in Miso-Suppen oder ­Sushirollen. Algen schmecken aber nicht nur, sie können die Gesundheit fördern, sind reich an Proteinen, enthalten hochwertige Nähr­

stoffe und können gar als Aus­ gangsprodukte für Plastikersatz­ stoffe genutzt werden. Es lohnt sich also durchaus, der indus­ triellen Zucht von Algen etwas Forschungsarbeit zu widmen. Doch bis sie einmal einen wirk­ lich substanziellen Beitrag zur Ernährung leisten, ist noch ein langer Weg zu gehen. Ökobilanz steht im Zentrum

Egal ob Insekten, Algen oder so­ gar Hülsenfrüchte: Im Zentrum der Forschung, ob sich ein Aus­ gangsprodukt zur Zucht lohnt oder nicht, steht für Mathys ­immer die Ökobilanz. Die so­ genannte Lebenszyklusanalyse entscheidet, ob eine Idee im geistigen Papierkorb landet oder weiterverfolgt wird: «Ich bin ­Ingenieur, ich mag Klarheit.» Natürlich berücksichtige die Ökobilanz in erster Linie Um­ weltaspekte, aber Nachhaltig­ keit gehe weiter: «Sie nimmt


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auch soziale und ökonomische Aspekte auf.» Ein Beispiel: Ein Apfel aus Neuseeland, der zur richtigen Zeit reift und per Schiff in die Schweiz kommt, kann die besse­ re Ökobilanz aufweisen als einer, der in der Schweiz gepflückt und dann lange aufwendig gekühlt wird. Das ist aber die rein öko­ logische Betrachtung – weitere Fragen, die berücksichtigt wer­ den: Wo werden Arbeitsplätze geschaffen oder vernichtet, sind Subventionen im Spiel? Algen auch aus dem Weltall

Trotzdem: Die Ökobilanz bleibt zentral. Wenn der Aufwand für die Zucht höher ist als der Wert des Endprodukts, wird es schwierig. Die effiziente ­Algenproduktion zum Beispiel benötigt hohe Temperaturen. Die wiederum sind in unseren Breitengraden nicht immer zu haben: «Wir haben noch einen langen Weg zu gehen», sagt Mathys, «es gibt noch ein riesiges Verbesserungspotenzial.» Als Innovationstreiber in Sachen Ernährung nutzt die ETH auch Weltraumprojekte. Im ­kommenden November werden die ETH-Forschungspartner der Uni Stuttgart vom Institut für Raumfahrtsysteme eine Algen­ ver­suchs­anlage auf die ISSRaum­station schiessen. Dort soll erkundet werden, ob man Algen auch unter Weltallbedingungen ­züchten kann. Für Mathys ein logischer Schritt: «Es wäre bei zukünf­tigen Weltraumprojekten sinnvoller, die Lebensmittel vor Ort zu produzieren, als sie mit­ nehmen zu müssen.» Und überhaupt: Etwas aus­ser­­ irdische Publicity können auch geerdete Forscher durchaus ­gebrauchen. MM

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Die ganze ETH-Serie jetzt auf der Website Wo steckt überall ETH drin? In fünf Folgen stellen wir ­ausgewählte Projekte vor: www.migmag.ch/eth

Hier steckt ETH drin

Nachhaltigkeit — jeder Einzelne ist gefordert Facts & Figures

Die ETH und die Schweiz Die ETH ist laut ­verschiedenen ­Rankings die beste Uni in ­Kontinentaleuropa. Weltweit ist sie die ­einzige staatlich ­finanzierte Hoch­ schule in den Top 10. Von den rund

10 000

Eine dreiköpfige Familie kann bis zu

650 kWh Strom sparen.

Mitarbeitenden an der ETH Zürich stammen über

55

Prozent aus dem ­Ausland. Die ETH hat mehr als

8000

Forschungskontakte weltweit, darunter

750

mit der Industrie. In Singapur hat sie ­einen Ableger, der ­Megacitys erforscht und versucht herauszufinden, mit welchen Konzepten Städte künftig lebenswerter und nachhaltiger gestaltet werden können.

ETH-Forschung kann auch auf ganz profane Lebensgewohnheiten grosse Auswirkungen haben. Ein Beispiel: Amphiro ist ein Gerät, das während und nach dem Duschen den Wasser- und Energieverbrauch misst. Das kleine K ­ istchen erlaubt es, den Energieeinsatz bewusster zu steuern. Damit kann eine dreiköpfige Familie bis zu 650 kWh Strom pro Jahr sparen. Diese Energiemenge würde reichen, um drei Jahre lang fernzusehen.


26  MM18, 30.4.2018 | MENSCHEN

Leserforum MM17: Diese Woche Rassismus – Zeichen setzen gegen Ausgrenzung

«Wir müssen endlich lernen, andere so zu akzeptieren, wie sie sind» Egal, aus welchem Land sie kommen, welche Haut­farbe sie haben, welcher R ­ eligion sie angehören: Wir Menschen müssen endlich lernen, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Nur so kann man viele Kriege ver­hindern, und kein Mensch wird mehr aus­gegrenzt. Wir alle ­leben auf dem gleichen Planeten, doch wenn wir so weitermachen, werden wir ihn zerstören. Remo Meier, Uster ZH

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Das Thema ist schwierig: Auf der einen Seite ist für mich klar, dass dumme Sprüche und ­absichtlicher Rassismus ein ­Zeichen schrecklich schlechter Erziehung sind. Alle Menschen hat man mit Höflichkeit zu ­behandeln. Andererseits scheint aber eine extreme Überempfindlichkeit zu herrschen. Ich bin ­allerdings nicht sicher, ob dies hauptsächlich von wohlmeinenden Schweizern ausgeht, oder von den Betroffenen selbst. Anna Munz, via www.migrosmagazin.ch Als Kind und Jugendlicher habe ich selbst Benachteiligung und

Bild: Fotolia

Anders sein, nicht ­dazugehören: Oft entscheiden schon äussere ­Merkmale.


MENSCHEN | MM18, 30.4.2018  27

zum Teil auch Ausgrenzung erlebt, was mich noch heute für dieses Thema sensibilisiert. Wenn ich Benachteiligungen sehe – und es werden leider ­immer mehr –, mische ich mich wenn immer möglich ein, um den «Schwächeren» zu ­helfen. Das ist wohl zu einer ­Lebensaufgabe geworden. Dani Hirs, via www.migrosmagazin.ch Der Artikel über Rassismus ist für mich etwas einseitig ­geraten. Es gibt auch Rassis­ mus gegen Weisse. Ich arbeite am Flughafen. Dort wurde ich von einem Farbigen einst so lange verbal auf das Übelste beleidigt, dass ich die Polizei ­rufen musste. Die Beamten ­sagten, dass sie nichts unter­ nehmen könnten, weil sie sonst

des Rassismus ­beschuldigt würden. Man stelle sich den Fall mal umgekehrt vor: Ich wäre bestimmt drangekommen. So ist das heute – leider kein Einzelfall. Maggie Habermacher, Kloten ZH Leider wird eine abweisende Haltung gegenüber fremden Kulturen und ­Gepflogenheiten schnell mit Begriffen wie Feind­ lichkeit oder Rassismus gleich­ gesetzt. Auch Einheimische ­haben das Recht, Nein zu sagen – ohne dafür gleich kriminali­ siert zu werden. Stefano Simeone, via www.migrosmagazin.ch Eidgenössische Kommission gegen Rassismus schön und gut: Aber wenn ich in einem

Land, das seit neun Jahren mein Zuhause ist, kein Staatsbürger werden kann, dann stinkt der Fisch vom Kopfe her. David Gerards, via www.migrosmagazin.ch MM17: Migros-Welt Die Katze ist, was sie isst

«Hunde sind definitiv auch Fleischfresser!» Seit nunmehr 58 Jahren bin ich engagierter Hundehalter und Hundesportler. Aber eine solche Fehlinformation, wie sie in die­ sem Beitrag steht, habe ich noch nie gelesen. «Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen Fleisch­

fresser» – Hunde gehören defini­ tiv ebenfalls zu den Carnivoren und sind von Natur aus reine Fleischfresser. Nur die Domesti­ kation und teilweise Degenera­ tion durch den Menschen hat sie zu (fast) Alles­fressern gemacht. Ernährt man seinen Hund ­jedoch rein vegetarisch, begeht man zwar p ­ assive, und doch vor­ sätzliche Tierquälerei. Rolf Bolliger, Riken AG

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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Migros-Welt MM18

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«Alles, was süss ist, ist gut» Wie lange sind Sie schon MigrosGenossenschafter? Genau weiss ich das nicht. Auf alle Fälle schon lange, wohl schon seit 20 Jahren. Weshalb sind Sie Migros-Besitzer? Ich glaube, wir wurden nach der Hochzeit angeschrieben, und dann sind meine Frau und ich Mitglieder geworden. Was schätzen Sie an der Migros? Sie hat viele Produkte aus der Region im Angebot. Man findet alles, was man braucht. So muss man nur ein Mal pro Woche einkaufen gehen. Und meine Frau geht gerne hin. (schmunzelt) Haben Sie eine besondere Migros-Erinnerung? Als vor etwa 40 Jahren das Mythen-Center Schwyz eröffnet wurde, sind wir als Familie hingefahren und haben es uns angeschaut. Ein so grosses Einkaufscenter war damals neu und hat uns beeindruckt.

Name: Ambros Baumann (53) Wohnhaft: Unterschächen UR Beruf: Landwirt Lieblingsprodukt: Generoso-Cake

Welches ist Ihr Lieblingsprodukt? Der Generoso-Cake, der ist saftig und sehr süss. Und alles, was süss ist, ist gut.

Schon gewusst?

Bild: René Ruis

«E-Mail-Adressen, die mit U beginnen, erhalten am meisten Spam» Weitere Tipps für den täglichen Mailverkehr werden im zweitägigen Outlook-Kurs der Klubschule Migros Luzern vermittelt. Hier lernt man die zahlreichen Funktionen des Programms kennen: von der einfachen Verwaltung der Kontakte

und Termine bis zur professionellen Zusammenarbeit mit anderen Outlook-Benutzern. Infos und Anmeldung: Tel. 041 418 66 66 oder www.klubschule.ch, Suche: Outlook

Mehr von der Migros Luzern ab Seite 73


Alles Gute zum Muttertag! Gewinnen Sie 10 Mal ein ganzes Jahr lang Blumen

Famigros bedankt sich mit einem rosigen Wettbewerb bei allen Mamis und verlost zum Muttertag zehnmal ein ganzes Jahr lang Blumen im Wert von je Fr. 1000.– Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.famigros.ch/lieblingsmami. Teilnahmeschluss ist der 6.5.2018.


MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  31

Nummer eins

Migros brilliert beim SocialMedia-Check

Im Juni beginnt die Festivalsaison 2018. Die Migros hat sich als grösste ­Festivalsponsorin der Schweiz etwas Besonderes für Musikfans ein­fallen lassen: Interessierte können sich auf der Onlineplattform m-budget.ch als Festivalreporter bewerben. Eine Jury wählt pro Festival jeweils einen Gewinner aus, der dann ein VIP-Package erhält (VIP-Festivalpässe für sich und Begleitung, Zeltausrüstung, Hin- und Rückreise, M-Budget Onesie usw.) und für M-Budget auf Instagram und Snapchat über das Festival berichtet. Diese Festivals ­machen mit: St. Gallen (28. 6.–1. 7.), Frauenfeld (5.–7. 7.), Gurten (11.–17. 7.), Lumnezia (19.–21. 7.), Heitere (10.–12. 8.) und Gampel (16.–18. 8.). Einsendeschluss ist der 13. Mai. Festivalreporter werden

Haben Sie eine Frage?

Frage der Woche

Welches Öl eignet sich als Zutat für selbstgemachten Babybrei? Für Babybreie ist Rapsöl die beste Wahl. Zur Auswahl stehen verschiedene Produkte: das neutral schmeckende M-Classic-Rapsöl, das milde «TerraSuisse»- oder das ­aromatische, kaltgepresste Alnatura-Rapsöl. Für welches dieser Produkte Sie sich entscheiden, spielt keine Rolle. Sie alle versorgen das Baby mit wertvollen Fettsäuren und Vitamin E. MM

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Bei der Nutzung von ­Facebook, Instagram oder Twitter ist die ­Migros die Nummer eins unter den Schweizer Detailhändlern. Zu ­diesem Fazit kommt die Social-Media-Agentur «xeit» in ihrem aktuellen Social- Media-Check. Auf den fünf Platt­ formen – Facebook, Twitter, Youtube, ­Google+ und Instagram – zählt die Migros rund 540 000 Nutzer und lässt damit alle anderen Schweizer Detailhändler weit hinter sich. Auch was die A ­ nzahl Posts auf den s­ ozialen Netzwerken betrifft, hat sie die Nase vorn. Gemäss Analyse veröffentlicht die Migros insgesamt 115 Beiträge pro Monat auf ihren diversen Plattformen. Die von den Schweizer Detailhändlern meist genutzte Plattform ist Facebook. Gefolgt von LinkedIn, Youtube, Xing, Instagram und etwas abgeschlagen, Twitter und Google+.


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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  33

Kino

El Bouq darf nicht sterben! Ab 3. Mai läuft in den Deutschschweizer Kinos «Des moutons et des hommes». Einfühlsam ­erzählt dieser Dokumentarfilm von einer Jugend in ­Algerien: Der 16-jährige ­Habib träumt davon, Tierarzt zu werden. Als er die Schule abbrechen muss, setzt er sich ein bescheideneres Ziel: Er t­ rainiert den Schafbock El Bouq und hofft, mit ihm bei einem ­Tierkampf Ruhm zu ernten. Doch dann soll das Tier für das t­ raditionelle Opferfest ­geschlachtet werden ...

Im Film «Des moutons et des hommes» will ein Jugendlicher einen Schafbock retten.

Der Film gibt Einblick in eine fremde Kultur, führt dem Publikum aber auch vor Augen, dass das Drama des Aufwachsens in manchen A ­ spekten überall sehr ähnlich ist. «Des moutons et des hommes» hat bei den ­Solothurner Filmtagen den «Prix de Soleure 2018» ­gewonnen; das MigrosKultur­prozent unterstützte die ­Produktion.

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34  MM18, 30.4.2018 | MIGROS-WELT

Christoph Bill

«Es braucht starke Partner»

In wenigen Wochen starten die ersten Musikfestivals. Christoph Bill, Leiter des Heitere Open Air, im Interview über Hühnerhaut, sinkende Margen und ein denkwürdiges Konzert der Sportfreunde Stiller. Interview: Kian Ramezani

Was macht für Sie persönlich den Reiz eines Festivals aus? Für mich ist es das Gesamterlebnis : Musik, Essen und mit guten Leuten zusammen zu sein. Wer die Musik etwas vertiefter anhört, der kann an Festivals neue Künstler entdecken. Hühnerhaut bekomme ich jedenfalls häufiger bei den kleineren Acts als bei den grossen. Gerade die grösseren Namen treten inzwischen an mehreren Festivals in der Schweiz auf. Wie sollen sie sich noch differenzieren? Die allermeisten Festivals sind regionale Veranstaltungen. Auch wenn einzelne national wahrgenommen werden, kommen doch 80 Prozent der Besucher aus einem relativ kleinen Einzugsgebiet. Deshalb bin ich überzeugt, dass solche Mehrfachauftritte keinen grossen Einfluss auf die Besucherzahlen haben. Aus Sicht der Veranstalter ist ein anderer Aspekt prob-

lematisch: Wenn sich mehrere Festivals um denselben Künstler bemühen, kann das die Gage in die Höhe treiben. Redet man untereinander, oder kämpfen die Festivals erbittert um die besten Acts? Erbittert ist es nicht, aber jeder will sein Festival optimal posi­ tionieren. In den vergangenen Jahren ist das Klima unter den Veranstaltern offener geworden. Man hat auch mehr Möglichkeiten als zu der Zeit, als die ganze Branche von nur ein, zwei Agenturen abgedeckt wurde. Mit allen reden kann man indes nicht. Ist die Schweiz für Künstler ein attraktiver Ort? Die Künstler wissen sicher, dass das Drumherum hier gut funk­ tioniert und dass die Infrastruktur, Hotel und Verpflegung, auf einem sehr hohen Niveau ist. Das ist im Ausland noch nicht überall so. Ein Hoch-GagenLand sind wir aber nicht. Festivals im Ausland mit grösserer Kapazität zahlen mehr. Dieses Jahr wird der US-­ Rapper Eminem am Open Air Frauenfeld auftreten. In welcher Grössenordnung bewegt sich seine Gage? Ich darf Ihnen keine konkrete Zahl nennen, in den Verträgen wird in der Regel Stillschweigen

vereinbart. Aber auch bei Eminem dürfte etwa die Hälfte der Gage für Produktionskosten wie Technik, Entourage, Lastwagen, Ins­trumente und Reise anfallen. Und dem Schweizer Fiskus muss er Quellensteuer entrichten. Auf den Festival-Websites ist oft «ausverkauft» zu lesen. Läuft das Geschäft so gut? Die Festivalbranche boomt seit einigen Jahren, aber langsam dürfte der Zenit erreicht sein. Sorgen bereiten uns die sinkenden Margen. Die Kosten für Infra­ struktur, Sicherheit und Gagen steigen, die Ticketpreise hingegen stagnieren. Es wird immer schwieriger, mit einem Festival schwarze Zahlen zu schreiben.

Abendstimmung vor der Hauptbühne des Heitere Open Air 2014 mit dem deutschen Rapper Jan Delay.

Wie wichtig sind Sponsoren wie die Migros? Festivals brauchen im Wesent­ lichen starke Partner. Sponsorengelder machen 10 bis 20 Prozent der Einnahmen aus. Nur sehr wenige könnten einen Ausfall dieser Unterstützung mit Preiserhöhungen kompensieren. Was erhält die Migros dafür? Einen grossen Korb voller Gegenleistungen: zum Beispiel TV- und Radio-Präsenz und Aktivitäten auf Social Media. Da sie in den meisten Fällen Presenting Partner ist, wird die Migros exklusiv genannt. Sie

Christoph Bill (47) ist Präsident der Swiss Music Promoters Association (SMPA) und Leiter des Heitere Open Air in Zofingen AG.

Bilder: Pascal Mora/Keystone, zVg

Stimmt es eigentlich, dass die Schweiz die grösste Festivaldichte der Welt aufweist? Wir glauben tatsächlich, dass dem so ist. Hieb- und stichfest mit Zahlen können wir es nicht belegen. Aber der Eindruck drängt sich auf, wenn man all die Festivals, auch die kleineren, zusammenzählt.


MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  35

Migros-Sponsoring

Alle Festivals auf einen Blick • Stars of Sounds Aarberg 15. und 16. Juni • Rock the Ring, Hinwil 21. bis 23. Juni • Open Air St. Gallen 28. Juni bis 1. Juli • Openair Frauenfeld 5. bis 7. Juli • Stars of Sounds Murten 5. bis 7. Juli • Gurtenfestival, Bern 11. bis 14. Juli • Summerstage Basel 13. und 14. Juli • Moon&Stars, Locarno 13. bis 21. Juli • Paléo Festival Nyon 17. bis 22. Juli • Open Air Lumnezia, Graubünden 19. bis 21. Juli • Stars in Town, Schaffhausen 7. bis 11. August

kann Tickets vergünstigt abgeben. Am Heitere etwa sind seit über einem Monat keine Drei-­ Tages-Pässe mehr erhältlich, die Migros verfügt aber über ein letztes Kontingent zu günstigeren Preisen. Nicht zu vergessen ist die Präsenz vor Ort mit Gastronomie, Erlebnisständen und Verkaufsstellen. Was war Ihr schönstes Festivalerlebnis? Da gibt es so viele. Unvergesslich ist für mich zum Beispiel der Auftritt der britischen R&B-/Soul-­ Sängerin Beverly Knight am Heitere 2005. Das Publikum war so begeistert, dass sie auf der Bühne in Tränen ausbrach. Ich denke, viele Festivalbesucher

kommen wegen solcher Erlebnisse: bekannte Bands live sehen, aber auch neue Sachen ent­ decken, für die sonst die Zeit und die Gelegenheit fehlen. Festivals sind immer auch eine wichtige Plattform für Newcomer. Gibt es einen Künstler, dessen Karriere am Heitere durchstartete? 2002 engagierten wir für 1500 Euro Gage Sportfreunde Stiller. Für den Veranstalter ist das eine schöne Bestätigung, bei einer damals unbekannten Band, die heute die grossen Hallen füllt, die richtige Nase gehabt zu haben. Auch wenn für ihren Erfolg noch andere Faktoren verantwortlich waren.  MM

• Magic Night, Zofingen 8. August Festivals

Mindestens 20 Prozent Cumulus-Vorteil

• Volksschlager Openair, Zofingen 9. August

Feiern Sie mit Cumulus den Festival-­Sommer. 17 Festivals (siehe rechts) von St. Gallen und Frauenfeld über Gurten und Gampel bis Locarno stehen zur Wahl. Je nach Geschmack und immer mit Cumulus-­Vorteil. Festival-Tickets mit mindestens 20 Prozent Cumu­ lus-Vorteil gibts exklusiv und nur solange Vorrat auf: www.cumulus-ticketshop.ch

• Heitere Open Air, Zofingen 10. bis 12. August

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• Open Air Gampel, Wallis 16. bis 19. August • Summerdays Festival, Arbon 24. und 25. August • Seaside Festival, Spiez 24. und 25. August


36  MM18, 30.4.2018 | MIGROS-WELT Innovation

Clever umhüllt Die neuen Verpackungen des M-Industriebetriebs Micarna enthalten 70 Prozent weniger Kunststoff und entlasten so die Umwelt. Text: Michael West  Bild: Lucian Hunziker

V

Stolz auf die ökologische Verpackung: Albert Baumann, Leiter der Micarna-Gruppe

erpacktes Fleisch in Supermärkten liegt für gewöhnlich in­Kunststoffschalen. Der M-Industrie­ betrieb Micarna geht nun neue Wege. Er hat eine Verpackung e­ ntwickelt, die zu 70 Prozent aus Karton mit dem Waldschutz-Gütesiegel FSC besteht. Mit anderen Worten: Die Hülle wird zum grössten Teil aus einem nachwachsenden Rohstoff her­ gestellt. «Pro Jahr können wir rund 30 Tonnen erdölbasierten Kunststoff einsparen und so die Umwelt entlasten», erklärt Albert Baumann, Leiter der Micarna- Gruppe. Die clevere Verpackung verlängert die Haltbarkeitsfrist der Fleischprodukte. Sie ist leicht

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zu öffnen, und der Kartonteil lässt sich ganz einfach ­abtrennen und bei einer Karton­ sammlung ­rezyklieren. Die Entwicklung dieser Verpackung war ­aufwendig, denn Karton hat den Nachteil, dass er die Feuchtigkeit der Umgebung aufnimmt und dann aus der Form g­ erät. «Durch die richtige Faserwahl konnten wir diesen unerwünschten Effekt in vielen Entwicklungsschritten minimieren», er­ läutert Baumann. Obwohl die Herstellung der neuen Ver­packungen um rund sechs Prozent teurer ist, zahlen die Konsumenten für die End­produkte die gleichen Preise wie bisher. MM


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✔ Quedlinburg und Kaiserstadt Goslar ✔ Kutschenfahrt Lüneburger Heide ✔ Fak. Dampfbahnfahrt zum Brocken 1. Tag: Fahrt nach Goslar. 2. Tag: Heute besichtigen wir bei einem Stadtrundgang die 1000-jährige Altstadt von Goslar (Unesco-Weltkulturgut). Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung. 3. Tag: Ausflug zur Herzogstadt Celle, wo in der kompakten Altstadt viele malerische Fachwerkhäuser zu finden sind. Am Nachmittag Kutschenfahrt durch die Lüneburger Heide. 4. Tag: Fahrt nach Wernigerode. Höhepunkt des heutigen Tages ist die Fahrt mit der historischen Brockenbahn (fak., Vorausbuchung notwendig). 5. Tag: Fahrt nach Quedlinburg. Über 1200 Fachwerkhäuser bilden den Ortskern der Unesco-Kulturstadt. Danach freie Mittagspause und Zeit für individuelle Entdeckungen. Fahrt nach Derenburg und Besuch der Glasmanufaktur «Harzkristall». 6. Tag: Rückfahrt zu den Einsteigeorten. Ihr Hotel

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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  39

Migros-Golfparks

Golf für alle dank der Migros Früher galt Golf als Sport der Reichen. Das änderte sich, als die Migros 1995 ihren ersten Golfpark eröffnete und dank günstiger Preise den Sport allen Bevölkerungsschichten zugänglich machte. Heute betreibt die Mi­ gros schweizweit sechs Golfparks und den Golfcampus Milandia in Greifensee ZH. Ob Hobbygolfer mit Er­ fahrung oder Anfänger: dank verschiedenen Kursangeboten und Turnieren finden alle ihren Zugang zu diesem Sport.

Drei Generationen mit Leidenschaft für den Golfsport: Madox, Emil und Marc Werlen (v.l.)

Mehr Infos: www.golfparks.ch

Golfsport

Generation(en) Golf Bei Familie Werlen aus dem Kanton Bern ist Golf eine Familienangelegenheit. Trotz unterschiedlichem Alter und Spielniveau können Grossvater Emil, Sohn Marc und Enkel Madox gemeinsam ihrer Leidenschaft frönen. Text: Andreas Dürrenberger  Bild: Paolo Dutto

Z

wischen Marc Werlen und seinem Sohn Madox sind 30 Jahre Alters­ unterschied. Zwischen Grossvater Emil und seinem Enkel sind es so­ gar 66 Jahre. Und trotzdem können die drei Werlens gemeinsam ihren liebsten Sport ausüben: Golf. Beim Golfen können unter­ schiedliche Leistungsniveaus durch das Aufrechnen des Handicaps ausgeglichen werden. So haben Werlens auch schon als Team an Golfturnieren teilgenommen. Auch die körperliche Fitness fällt weniger ins Gewicht als bei anderen Sportarten. Gefragt, was ihm denn am Golf am meis­ ten Spass mache, antwortet der zehnjährige Madox ohne zu zögern: «Es können alle zusammen spielen, egal, wie alt sie sind.» Madox war sieben Jahre alt, als er zum ersten Mal einen Golfball abschlug. Zuvor

hatte er Eishockey gespielt, neben dem Gol­ fen begann er auch mit dem Fechten. Bald jedoch wurde klar, dass Madox Talent fürs Golfen hat. So wurde er ins Juniorenkader des Golfclubs Bern aufgenommen. «Dann habe ich mich entschlossen, lieber nur noch zu golfen», erzählt Madox. «Denn um besser zu werden, muss ich viel mehr trainieren.» Golfgespräche mit dem Grossvater

Zwei Mal pro Woche übt er nun im Migros-­ Golfpark Moossee unter Anleitung der Juni­ orentrainer. Sein Grossvater Emil fährt ihn dorthin. Er geniesst die Zeit, die er so mit seinem Enkel verbringen kann. «Mit Golf kenne ich mich aus. Da kann ich mit Madox wunderbar diskutieren und ihm auch mal einen Tipp geben.» Emil Werlen

hat 1982 mit Golfen angefangen, «aber ich habe immer nur zum Spass gespielt, ohne grosse Ambitionen.» Dennoch hat er das Golfvirus an seinen Sohn Marc vererbt. Der erinnert sich noch heute an seine ers­ te Golferfahrung. «Mit acht Jahren war ich in den Ferien in Spanien einmal der Caddy meines Vaters», erzählt er schmunzelnd. «Golf spiele ich selber aber erst seit 1998.» Damals war er noch Eishockey-Profi, 600 Spiele absolvierte er in der Nationalliga A und B, unter anderem beim HC Fribourg-­ Gottéron. «Mein sportlicher Hintergrund hat mir beim Golfen sicher geholfen», sagt er. «Aber hier zählt nur die Technik für den Schwung, Kraft bringt dir nicht viel.» Wer früh mit Golf beginne, sei im Vorteil. «So wie ein Kind den Schwung lernt, schafft man es als Erwachsener nicht mehr.» MM


40  MM18, 30.4.2018 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Grün im Herzen Kulinarisch prägen Spargeln den Monat Mai. Auch in den Hausbäckereien sind sie neuerdings anzutreffen. Die Bäcker backen mit grünen Spargeln ein aromatisches Brot. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Veronika Studer, Gaëtan Bally

Das Brot des Monats Mai ist ein Weizenbrot mit Vollkornanteil. Es wird mit ­Stücken von grünen Spargeln gebacken. Die Bäcker formen den Laib von Hand und bestreuen ihn zum Schluss mit Sesam. Der nussige Geschmack des Sesams rundet die Aroma­noten der Spar­ geln ab. Das macht das Brot zu einer ­soliden Unterlage für währschafte ­Be­läge. ­ Auch Bäcker Jérôme Ducret von der Haus­ bäckerei der ­Migros-Filiale Crissier VD sieht das so: «Zum Spargelbrot passt Parmaschinken oder ein a ­ nderer Rohschinken wunderbar.» Beim Apéro und beim Grillplausch zeigen Brot und Spargel in Kombination, dass sie – beträufelt mit etwas Olivenöl mit Zitronen­ geschmack oder belegt mit Ziegenfrischkäse – komplexe, harmonische Aromen entwickeln.

Spargelbrot, 360 g Fr. 3.30


MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  41

Mehr zum Thema Brot: www.migros.ch/ brot

Serie Spezialitäten aus den MigrosBäckereien Aktuell: Spargelbrot

Jérôme Ducret (41) ist stellvertretender Bäckereileiter in der Migros-­ Filiale Crissier VD und einer von rund 900 Backprofis, die in den 130 Haus­bäckereien dafür sorgen, dass bis Ladenschluss immer ­frisches und warmes Brot erhältlich ist.

Jerôme Ducret

«Spargeln einzuarbeiten, ist anspruchsvoll» Wie sind Sie zum Bäcker­ beruf gekommen? Ich komme aus einer Bauernfamilie, die auch W ­ eizen anbaute. Mein Grossvater backte gern. Jedes Mal, wenn wir mit ihm in seiner Küche w ­ aren, gab es ­etwas Süsses zu probieren. Er erzählte oft von seinem ­Prak­tikum in einer Berner ­Bäckerei. Das animierte mich, eine Bäckerlehre zu machen. Das Brot des Monats ist das Spargelbrot. Was ist daran besonders? Spargeln haben einen besonderen Geschmack, das Resultat ist ein sehr originelles Brot. Was unterscheidet die ­Herstellung des Spargelbrots von anderen Broten? Spargeln einzuarbeiten, ist ­anspruchsvoll. Man muss sie sehr vorsichtig mit dem Teig mischen, um ein per­fektes Brot zu backen.

Brot ist unersetzlich, weil … … es zu jeder Mahlzeit gehört – vom Frühstück bis zum Abendessen. Ihr Lieblingsbrot ist … … das Pane Passione, am besten mit einem Stück Greyerzer. Brote sollen möglichst lang frisch bleiben. Wie erreicht man das? Das erreicht man zum Beispiel durch eine lange Teigführung, dass man also den Teig lange ruhen lässt. Oder man verwendet Sauerteig, der ja bereits für die Fermentation viel Zeit benötigt. Eine lange Teigruhe haben etwa das Hausbrot oder auch die Steinofenbrote. Welche Brote werden bei ­Ihnen am meisten gekauft? Der Krustenkranz und das Tessinerbrot. Die Kunden ­lieben diese besonders, wenn sie noch warm sind. MM


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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  43

Geniessen ohne Gluten Migusto

Es muss nicht immer Weizen- oder Dinkelmehl sein, denn auch glutenfreie Alternativen erfüllen ihren Zweck. Wir stellen einige davon vor und backen eine erfrischende Schokoroulade mit Rhabarber.

Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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Ob die Mehlmischung ­glutenfrei ist, spielt für das Gelingen der Schokoroulade mit Rhabarber keine Rolle. (Rezept auf Seite 46)


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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  45

Topfgeschichten

Glutenfreie Küche Kartoffelstärke/-mehl Kartoffelmehl ver­ leiht Kuchen eine saftige Textur. Auch für Omeletts eignet es sich. Da es gut bindet, gelingen mit dem Mehl auch ­cremige Suppen, Saucen und Desserts.

Kichererbsenmehl Das Kichererbsen­ mehl kommt ­bevorzugt in der währschaften Küche zum Einsatz. Falafel, Hummus, Fladenbrote und spezielle Omeletts gelingen mit dem eiweiss­reichen Mehl besonders gut.

Teff- und Hirsemehl Teff respektive Zwerghirse wird in Eritrea und Äthopien oft verwendet. Mit den gemahlenen Körnern lassen sich Fladenbrote her­ stellen. Wegen ­seiner süsslichen Note empfiehlt sich das Mehl für Muffins und Desserts.

Weizenmehl lässt sich durch glutenfreie Mehlmischungen oder durch Einzelmehle ersetzen. Experimentieren erlaubt ...

Buchweizenmehl Aufgrund seines sehr nussigen Geschmacks findet das Buchweizen­ mehl meist in währschaften Ge­ richten und Gebäck Verwendung. Beste Beispiele sind ost­ europäische Blinis und Waffeln.

Maismehl Maisstärke ist fast ­neutral im Geschmack und ­daher ideal sowohl für s­ üsse als auch salzige Gerichte. Kuchen erhalten eine saftige Struktur, Saucen und Cremes werden ­gebunden. Grob ­gemahlene ­Maiskörner sind als ­Polenta bekannt.

Hafermehl Hafer enthält Glutenin. Allergiker und Zöliakie­-Betroffene sollten daher genau abklären, ob sie Hafer vertragen. Für viele Menschen, die Gluten meiden müssen, ist er unbedenklich. Er muss aber frei von Verun­ reinigungen sein.

Mandelmehl Da es aus den Pressrückständen bei der Herstellung von Mandeldrinks her­gestellt wird, ­enthält Mandelmehl weniger Fett als ­gemahlene Mandeln. Es schmeckt leicht nussig und eignet sich für Panaden und Gebäck.

Reismehl Reismehl wird im ­Gegensatz zur Reisstärke aus Voll­ kornreis gewonnen und ist deshalb geschmacksintensiver als die einfache Reis­ stärke. Es eignet sich sehr gut für knusprige Streusel­toppings auf Kuchen und für Kekse.

Kokosmehl Das süssliche Mehl wird aus entöltem Kokosnussfleisch hergestellt. Es ­enthält wenig Koh­ lenhydrate, dafür umso mehr Eiweiss und Ballaststoffe. Dadurch bindet es Flüssigkeit – was man beim Backen bedenken sollte.

Marronimehl Das nussige, süsse Mehl der ­Ess­kas­tanie war früher in länd­lichen Regionen ein wert­ volles Grund­ nahrungsmittel. Damals wie heute verwendet man es vorzugsweise für Kuchen, Süss­ speisen und Brote.


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Unbeschwerter Genuss

Glutenfreie Schokoroulade mit Rhabarber Zutaten für 10 Stück 5 Eier 100 g gemahlener Rohzucker 1 Beutel Vanillezucker 120 g glutenfreie Mehlmischung* 2 EL Kakaopulver 2 TL Backpulver 3 EL Zucker zum Aufrollen Puderzucker zum Bestreuen Quarkfüllung 3 Blätter Gelatine 150 g Halbfettquark 30 g gemahlener Rohzucker 1 Beutel Vanillezucker 1,5 dl Vollrahm Kompott 300 g Rhabarber 5 EL Erdbeersirup 1 EL Maisstärke * in «aha!»-Qualität erhältlich

Zubereitung

und Vanillezucker mischen. Gelatine ausdrücken und in einer kleinen ­Pfanne leicht erhitzen, bis sie flüssig ist. Mit 2 EL Quarkmasse verrühren, dann diese mit der restlichen Quark­ masse gut vermischen. Rahm schlagen, vorsichtig unter die Creme rühren, kühlstellen.

2. Mehl, Kakao und Backpulver mi­ schen. Zum Eigelb sieben und darun­ terheben. Eiweiss portionenweise sorgfältig in die Masse rühren. Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech ­geben und ausstreichen. In der Ofen­ mitte ca. 10 Minuten lang backen. ­Biskuit nach dem Backen auf ein sau­ beres, mit Zucker bestreutes Küchen­ tuch stürzen. Backpapier entfernen. Biskuit noch warm mitsamt dem ­Küchentuch vorsichtig von der schma­ len Seite her einrollen und auskühlen lassen.

4. Für das Kompott Rhabarber in 1 cm dicke Stücke schneiden. Rhabarber und Sirup in einer grossen Pfanne auf­ kochen. Bei kleiner Hitze ca. 2 Minuten köcheln. Maisstärke mit wenig Wasser glatt rühren, unter das Rhabarberkom­ pott rühren und nochmals kurz auf­ kochen. Auskühlen lassen.

1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Eier trennen. Eigelb, die Hälfte des Zuckers und Vanillezucker mit dem Handrühr­ gerät zu einer hellen, festen Masse ver­ arbeiten. Eiweiss steif schlagen. Den restlichen Zucker einrieseln lassen und die Masse weiterschlagen, bis sie glänzt.

3. Für die Quarkfüllung Gelatine in kal­ tem Wasser einweichen. Quark, Zucker

5. Teig vorsichtig entrollen und mit der Quarkcreme bestreichen, dabei rund­ um einen 1 cm breiten Rand freilassen. ⅔ des Rhabarberkompotts auf die ein­ zurollende Seite verteilen. Biskuit mit­ hilfe des Tuchs satt einrollen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen. Restliches Kompott dazuservieren.


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Profitipp

Es lebe die Vielfalt Ich habe keine Glutenun­ver­ träglichkeit und muss auf nichts verzichten. Allerdings experi­ mentiere ich sehr gern. Deshalb habe ich für Crumblerezepte schon mit unterschiedlichen Mehlen «gespielt».

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Bei Streuseln ist es einfach, Weizen zu ersetzen, denn sie dürfen zerbröseln. Mit Reismehl gelingen sie sogar noch knus­p­ riger als Standardstreusel aus Weizenmehl. In den 80er-Jahren, als ich mich mit Vollwerternäh­ rung beschäf­tigte, aber noch ­niemand von «glutenfrei» sprach, probierte ich ein Dessert aus Hirsemehl, Schlagrahm und Fruchtsaft und aus. Sehr gut! Jüngst haben Blogs das «Life Changing Bread» gefeiert: ein Brot ohne Mehl, dafür mit Chia- und Flohsamen, Kernen und Saaten. Für mich eigentlich kein richtiges Brot. Aber in ­dünnen Scheiben getoastet, ist es ein Hit – ich backe es gern. Deshalb: Auch ohne Gluten ­gelingen sehr feine Gerichte. MM

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Fruchtiger Energiespender

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Die Farmer-Familie bekommt Zuwachs: den Junior-Riegel Mango-Banane-­Apfel in ­Bioqualität. Die Mischung aus Voll­ kornhafer­flocken und Früchten – ohne zusätz­lichen Zucker – ist ausgewogen und kindgerecht. Sie verleiht dem Riegel eine weiche Konsistenz und sorgt für ­einen schnellen Energiekick. Den können Kinder beim Herumtollen auf dem Spielplatz oder im Park immer gut gebrauchen.

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50  MM18, 30.4.2018 | MIGROS-WELT iMpuls

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In der Migros gibt es viele Produkte, die sich für eine bewusste Ernährung zwischendurch eignen. Wie wär es zum Beispiel mit ungezuckertem Zwieback, Chips aus Kichererbsenmehl oder reinem Kokoswasser? Text: Melanie Michael  Bilder: Yves Roth  Styling: Miriam Vieli-Goll

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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  63

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Mit Chili

Die französische Chilisorte Piment d'Espelette verleiht dem Hüttenkäse ein pikantes, leicht rauchiges Aroma. Köstlich auf Zwieback, zusammen mit Kräutern oder Gemüse. M-Classic Cottage Cheese Piment d'Espelette, 200 g* Fr. 1.80

Die Bananitos gehören zu den süssesten und kleinsten Bananensorten der Welt. Dank ihrer herzigen Grösse passen sie in jede noch so kleine Znünitasche. Fairtrade Mini Bananen, 300 g Aktueller Tagespreis

Wissenswertes

Leichte Snacks fürs Büro In der Regel macht sich einige Stunden nach dem Zmittag ein kleiner ­Hunger ­bemerkbar. Der Körper braucht ­einen Energieschub – her mit dem Snack! ­Darauf sollte man bei Zwischenmahl­ zeiten im Büro achten: Mahlzeit = Auszeit Für eine Zwischen­ mahlzeit sollte man den Arbeitsplatz kurz ver­lassen und sich eine Pause gönnen. Wichtig ist, bewusst und nicht nebenbei zu essen. Vitaminkick Eine Frucht oder etwas Gemüse zwischendurch kann belebend wirken. Ernährungsspezialisten empfehlen 5 Portionen pro Tag.

Klein und fein Das Rüstmesser wird bei den Snack Peperonis unterwegs überflüssig: Sie lassen sich mit ein, zwei Bissen verzehren. Zum Belegen von Broten können die Peperonis auch in dekorative Ringe geschnitten werden. Snack Peperoni, 250 g* Aktueller Tagespreis

Genug trinken Der Körper benötigt Flüssigkeit, um die Konzentrationsfähigkeit zu erhalten. Ein Glas Wasser oder ungesüss­ ter Tee kann ausserdem Heisshungerattacken ausbremsen.

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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  65

Coco Ice-Land

Cornetgenuss ohne Gluten Eine Glace, die gluten- und laktosefrei sowie ­vegan ist und gleichzeitig so fein schmeckt wie eine herkömmliche Glace? Ja, das gibts! Seit 2016 führt die Migros unter der Eigen­marke «Coco Ice-Land» verschie­dene ­Sorten für Personen, die an einer Nahrungs­ mittelintoleranz leiden oder sich einfach nur vegan ernähren wollen. Neu sind die Cornets «Caramelized Almonds» mit knusp­rigem Mandelkrokant und «Piña Colada» mit Ananas-Kokos-Glace und Kokoslikör. ­Reine Kokosmilch bildet bei b ­ eiden Sorten die Grundlage. Mit dieser ­Rezeptur ist es ­gelungen, ganz ohne t­ ierische Inhaltsstoffe eine rahm­glaceähnliche Cremigkeit her­ zustellen. Coco Ice-Land hat mit ihren Glaces den «Swiss Vegan Award 2017» gewonnen.

Coco Ice-Land Cornet Coco & Piña Colada, 6 Cornets Fr. 8.50 In grösseren Filialen

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Die neuen Cornets von Coco Ice-Land sorgen für Ferien­feeling und para­diesischen Glacegenuss.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Cornets von Coco Ice-Land.


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Im Gleichgewicht Der Körper weiss, wie er sich im Gleich­ gewicht hält. Trotzdem kann man ihn in seiner Arbeit unterstützen, i­ ndem man auf eine ausgewogene E ­­ rnährung achtet. Früchte und Gemüse sind zum Beispiel basenbildend, d ­ ie ­Säure dagegen stammt von Eiweiss­lieferanten wie Fleisch, Käse oder ­Getreideprodukten. Das Basen­ pulver von Actilife kann als wertvolle ­Ergänzung zur Ernährung d ­ ienen. Prak­ tisch: Das ­Basenpulver ist in Einzelbeuteln ­portioniert – einfach ­Sachet aufreissen und Inhalt in einem Glas Wasser auflösen. Actilife Basenpulver, 30 × 6,5 g Fr. 12.90

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Von XL zu S Das schaffen auch Sie! Kaum zu glauben, aber zwischen diesen Bildern liegt gerade mal ein knappes Jahr. Und ganze 20 Kilo weniger. Madeleine Baumann, 61, aus ZoďŹ ngen kann es selber kaum fassen, wie die Tipps von Doktor Stutz und die Beschränkung auf nur noch zwei Mahlzeiten am Tag sie verwandelt haben.

Dank den Tipps von Doktor Stutz hat Madeleine Baumann 20 Kilo abgenommen.

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MM 04/18

Sie erhalten jede Woche eine neue Abnehmen-Lektion, die besten Tricks, die besten Leser-Geschichten und Vorbilder. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie es schaffen!


MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  69

Pedic

Ein Schritt in Richtung Sommer Die warme Jahreszeit tut den Füssen gut. Sie profitieren von Luft, Licht und W ­ ärme und ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Die Pflegeformel für sommerhübsche Füsse ist einfach: Baden (zehn Minuten bei 38 Grad), Hornhaut entfernen (elektrisch oder mit einer speziellen Creme), Nägel schneiden und f­ eilen (nie Seitenränder einschneiden!) und eincremen (am besten zweimal täglich). In der ­Produktlinie von Pedic, der meist­verkauften Fusspflegemarke der Schweiz, findet sich für jedes ­Bedürfnis eine passende Anwendung für einen fusswohlen Sommer.

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Sieht man gerne: gepflegte Füsse

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70  MM18, 30.4.2018 | MIGROS-WELT

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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  71

Durstlöscher für heisse Szenen Wenn der Mund vor lauter Spannung trocken wird, hilft erfrischender Ice Tea.

Schwereloser Snack Wenn auf dem Bildschirm Astronauten schweben, ­beisst man ­besonders gern in diese leichten Apérosticks. Party Apéro Sticks Randen & Chia, 120 g Fr. 2.60

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MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  73

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Die Dipladenia ist eine pflegeleichte, den ganzen Sommer hindurch ­blühende Rankpflanze. Da sie ursprünglich aus Südamerika kommt, ist sie Wärme gewohnt: Je sonniger der Standort ist, desto üppiger fällt ihre Blüte aus. Rankende Triebe können einfach gekürzt werden, um die Buschform zu erhalten. Die Dipladenia ist in verschiedenen Farbtönen in allen Do it + Garden-Filialen und Blumenabteilungen der Migros Luzern mit Aussenverkauf erhältlich (bis 7. Mai für Fr. 5.50 im 10,5-cm-Topf).

Migros-Restaurants

Brunchen à discrétion

Muttertagsbrunch: In den Golfparks und Restaurants der Migros Luzern ist das ein Verwöhnprogramm für die ganze Familie.

Golfparks

Muttertag ist Feiertag Mami geniesst es, wenn sich am Muttertag die ganze Familie an einem Tisch versammelt und sie für ein Mal nicht selbst in der Küche stehen muss: Zeit für einen ausgiebigen Brunch, etwa im «Albero» in Holzhäusern oder in der «Oase» in Oberkirch. Text: Stefan Scherrer

Bild: Shutterstock.com

G

anz nett, die Blumen. Herzlichen Dank für die Pralinen. Das schönste für Mami ist aber, wenn am Muttertag wieder einmal alle zusammenkommen. Auf einen gemütlichen Brunch freuen sich alle, auch der Papi. Golferinnen und Golfer wissen bereits, dass die Crew um Volker Christmann im Baumhaus Albero im Golfpark Holzhäusern an Feiertagen ein vielseitiges Brunch-Buffet anbietet – etwa mit frischen Oran-

gen-Crêpes. Auch Gabriel Neves’ Küchenmannschaft im Restaurant Oase im Golfpark Oberkirch legt sich am Muttertag mächtig ins Zeug und verführt mit einem reichhaltigen und preiswerten Buffet mit warmen und kalten Speisen. Das Auge isst mit – und der Blick über den Weiher hinaus ins Grüne freut die Seele. Die Werke des Skulpturenwegs motivieren in Oberkirch gleich noch zum Verdauungs­spaziergang an der frischen Luft.

Aber die Kinder möchten doch lieber spielen! Also dann, auf zum FunGolf, den Golfspass für die ganze Familie. Schläger und Ball fassen und abschlagen wie die Grossen. Das geht, ganz unkomp­ liziert, in beiden Golfparks der Migros Luzern. MM Muttertagsbrunch im «Grünen», Sonntag, 13. Mai (10–14 Uhr), im AlberoRestaurant, Golfpark Holzhäusern, und im Restaurant Oase, Golfpark Oberkirch. Tischreservation empfohlen Mehr Infos: albero-holzhaeusern.ch, restaurant-oase.ch

Einmal im Jahr sind die Migros-Restaurants geöffnet, wenn alle anderen Geschäfte in den Einkaufscentern geschlossen bleiben: am 13. Mai, am Muttertag. Ob Süssgebäck, Müesli, Frischkäse, Butterzopf oder Rösti mit Spiegeleier; in den Migros Restaurants Zugerland Steinhausen, Surseepark, Länderpark Stans und Mythen-Center Schwyz steht für den Muttertagsbrunch à discrétion alles bereit. Die benötigten Tickets sind ab sofort in den jeweiligen Migros-­ Restaurants erhältlich. Kinder bis 6 Jahre essen gratis. Aus Amerika ­«importiert»: Die ­Ursprünge des Muttertags lassen sich zwar bis ins antike Griechenland (Göttin Rhea) und zu den Römern (Kybele- und Attiskult) zurückverfolgen. In seiner heu­ tigen Form wurde der Muttertag jedoch vor allem durch die eng­lische und US-amerikanische Frauen­bewegung ­geprägt und hat sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Kampf für die Frauen­ rechte etabliert.


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Powerfood

Eine geballte Ladung Kraft

In Samen steckt jede Menge Power: Heinz Schmid und sein Team bringen diese im luzernischen Gelfingen zum Keimen und produzieren für die Migros Luzern Biosprossen von höchster Qualität. Text und Bild: Christoph Riebli


MIGROS-WELT | MM18, 30.4.2018  75

Rezept

Wraps mit Sprossen, schnell und fein Zutaten für 8 Tortillas

8 Tranchen «TerraSuisse»-Schinken 200 g Hüttenkäse 4 Rüebli geraffelt 2 Tomaten oder 1 rote Peperoni, gewürfelt 2 Pack AdR-Sprossen z. B. Alfalfa oder Zwiebeln wenig Salz und Pfeffer

2 3

4

1 100 Tonnen Mungosprossen verpackt die Maschine hinter Heinz Schmid im Jahr. 2 Bei allen andern Sorten heisst es Handarbeit, wie hier bei den Radieschen-Sprossen. 3 In der «Dunkelkammer»: Mungosprossen keimen im Dunkeln. 4 In diesem Keimbehälter wachsen Zwiebelsprossen.

E

twas erhöht am malerischen Baldeggersee liegt der Biohof von Monika und Heinz Schmid. Allem Anschein nach ein normaler Landwirtschaftsbetrieb, von denen es in Gelfingen einige gibt. Dabei ist alles nur Fassade. Das Innenleben erinnert eher an ein Hightech-Labor: Vor dem Eintreten geht es durch eine Desinfektionsschleuse, dahinter weisse Wände, senfgelber Industrieboden und eine Menge glänzender Chromstahl. Ein aus­ geklügeltes System – darunter viele hauseigene Innovationen und Prototypen – regelt das Klima in den fünf Keimräumen, die wie Baucontainer nebeneinander in einer grossen Halle stehen. Je nach Sorte keimt darin innert eines Tages (Kichererbsen) und bis zu acht Tagen (Zwiebelsprossen) Sprossengemüse in Keimbehältern. Die «Zutaten» sind Feuchtigkeit, Wärme und Licht – perfekt abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse. «Trotz aller Technik ist es noch immer ein Naturprodukt, das viel Gespür erfordert», betont Heinz Schmid. Apéro-Alternative zu Salznüssli

Und was ist an Sprossen eigentlich speziell? «Sprossen haben eine einzigartige Dichte an Inhaltsstoffen, vor allem Vitamine», erklärt Heinz Schmid. Es sind quasi Baby­pflanzen, die ihre Nährstoffe einzig aus dem Samen beziehen. Würde man die Samen in die Erde setzen, entstünden daraus Radieschen, Klee, Rettich und Co. Verzehrt werden sie vorwiegend roh, etwa als Salatbeigabe, in Dips, Suppen, Sandwiches oder Smoothies. Als knackig-leichte Apéro-­

Aktion 20% auf alle Biosprossen vom 8. bis 14. Mai

Zubereitung Tortillas mit den Zutaten belegen, seitlich ca. 3 cm einschlagen und satt aufrollen. Wraps schräg halbieren. Fertig. Tipp Sprossen nach eigenem Geschmack wählen. Gemüse je nach Saison und Vorliebe variieren.

Alternative zu Salznüssli bietet sich der AdR-Powermix aus Kichererbsen, Linsen und Mungbohnen an. Rund 200 Tonnen Sprossen produziert die «bioschmid GmbH» mit 20 Angestellten jährlich. Die Hälfte davon entfällt auf Mungosprossen, die vorwiegend in der asiatischen Küche Verwendung finden. Ausgeliefert wird an sechs Tagen pro Woche: unter anderem an die Migros Luzern und an die Migros-Genossenschaften Basel, Zürich und Ostschweiz. In der Wohnung begonnen «Angefangen hat alles vor 20 Jahren in einem

normalen Zimmer», erinnert sich Heinz Schmid. Gewaschen wurden die Sprossen damals noch in seiner Küche, zwischengelagert im Kühlschrank. Unklar war, ob damit überhaupt Geld zu verdienen sei. «Doch wir hatten freie Kapazitäten auf dem Hof und haben sie genutzt, um verschiedene Sachen auszuprobieren.» Mut, der belohnt wurde: «Es ist zwar auch heute noch ein Nischenmarkt, doch ich staune immer wieder, wie lange der Trend anhält.» Vieles ging seither Hand in Hand: Mit der steigenden Nachfrage legten nicht nur die Produktion, sondern auch die hygienischen Standards und so auch die Technologisierung zu. «Vieles ist bei uns aber nach wie vor Handarbeit», betont Heinz Schmid, während eine Mitarbeiterin den Keimprozess bei den Zwiebelsprossen überprüft – von Hand und mit Haarnetz auf dem Kopf.  MM

Sprossen-Degustation Vom 8. bis 14. Mai gibt es die Sprossen von Heinz Schmid in folgenden Migros-Filialen zu probieren: • Sarnen-Center • Metalli Zug • Hofmatt Kriens • Mythen-Center Schwyz • Schweizerhof Luzern • Mall of Switzerland Ebikon • Surseepark • Zugerland Steinhausen • Länderpark Stans


1. Mai 2018: Tag der Regionalität an der LUGA. Seit 1999 zeichnet die Migros Produkte aus der Zentralschweiz mit dem Versprechen «Aus der Region. Für die Region.» aus. Heute umfasst das Sortiment 1‘370 Produkte von über 1‘000 regionalen Produzenten.

Am Dienstag, 1. Mai führt die Migros Luzern ihren 1. «Tag der Regionalität» durch. Die Migros ist die grösste private Arbeitgeberin in der Zentralschweiz. Gleichzeitig hat sie am meisten regionale Produkte in ihrem Sortiment:

1’370 Zentralschweizer Spezialitäten von mehr als 1’000 regionalen Produzenten. Keiner hat mehr! Kommen Sie vorbei und degustieren Sie regionale Köstlichkeiten aus allen 6 Zentralschweizer Kantonen.

Heidi Reichmuth

Stefan Suter

Jonas Boog

Bruno Höltschi

T. Vogler & T. Gabriel

Hans Aschwanden

Kanton SZ Schwyzer Milchhuus

Kanton LU Knutwiler Getränke

Kanton ZG Familie Boog

Kanton OW Pasta Röthlin

Kanton NW Metzgerei Gabriel

Kanton UR Bergkäse Aschwanden

Das Schwyzer Milchhuus wurde 1899 gegründet. Es wird in der 4. Generation von der Familie Reichmuth geleitet.

Höchste Qualität und kurze Transportwege – Knutwiler ist das Mineralwasser der Zentralschweiz.

Auf dem Hof der Familie Boog in Hüneberg ernten 3 Generationen diverse Beeren, Nüsslisalat, Snack Peperoni und Topinambur.

Musik aus allen 6 Kantonen auf der Showbühne Kanton LU: Kleinformation Blächschade 1015 – 1035/1415 – 1435/1800 – 18.15 Die neun Freunde aus Luzern begeistern mit Schlagern genau so wie mit Blues.

Kanton SZ: Lustige Republikaner

1045 – 1105/1445 – 1505 Bis 1798 war Gersau ein Freistaat. Deshalb der Name der 10 Musiker. Kanton ZG: Ribary/Wicki 1115 – 1135/1515 – 1535 Die Ländlerkapelle gehört zu den absoluten Lieblingen am Schweizer TV. Kanton UR: Kapelle Fuchs-Bissig 1215 – 1235/1615 – 1635 Die Kapelle Fuchs-Bissig vertritt am Tag der Regionalität den Kanton Uri. Kanton NW: Schüpferi-Meitli 1245 – 1305/1645 – 1700 Den beiden Frauen wurde das Singen und Jodeln in die Wiege gelegt. Kanton OW: Immer Vollgas 1315 – 1335/1715 – 1735 Das Ländlertrio aus Sachseln spielt Klarinette, Schwyzerörgeli und Bassgeige.

Joel Wicki verteilt von 16-17 Uhr Autogramme

Mit 27 Kränzen und 12 Siegen gehört Joel Wicki aus Sörenberg zu den erfolgreichsten Schwingern der Gegenwart.

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Die Metzgerei Gabriel steht seit mehr als 100 Jahren für erstklassige Fleischerzeugnisse. Und das schon in der 4. Generation.

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Sommer auf Rügen Erleben Sie Deutschlands Trauminsel von der allerschönsten Seite!

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stspiele! Mit Störtebeker Fe

Verbringen Sie mit uns herrliche Sommertage auf Deutschlands Trauminsel Rügen. Freuen Sie sich auf unglaublich schöne Naturlandschaften und atemberaubende Küstenabschnitte. Wir erfahren viel über die Kunst des Fischräucherns und geniessen einen gemütlichen Grillabend auf einem Bauernhof. Mit dem „Rasenden Roland“, dem nostalgischen Dampfzug, erleben wir die Inselperle wie zu Grossvaters Zeiten und zum Abschluss besuchen wir die legendären Störtebeker Festspiele!

Ihr tolles Reiseprogramm: Störtebekers Festspiele auf der herrlichen Naturbühne in Ralswiek

1. Tag, Samstag – Schweiz – Dresden Fahrt mit dem komfortablen Extrabus nach Dresden. Nach dem Frischmachen im Hotel werden wir im bekannten Restaurant Pulverturm in der historischen Altstadt zum Nachtessen erwartet. 2. Tag, Sonntag – Dresden – Rügen Bevor wir in Richtung Rügen weiterfahren, unternehmen wir eine kurze Stadtrundfahrt und sehen die weltbekannten Baudenkmälern wie die Semperoper, die Frauenkirche und die Hofkirche und den Zwinger. Später fahren wir nordwärts und erreichen unser Hotel auf Rügen am Abend.

Rasender Roland

Leuchtturm auf Rügen

3. Tag, Montag – Inselrundfahrt, Fischräucherei & Grillabend beim Bauern Heute zeigen wir Ihnen die Plätze, die Rügen mit seinem wildromantischen Flair zu einem ganz besonderen Naturerlebnis machen. Rügen ist unglaublich vielseitig – wunderschöne Buchten, atemberaubende Steilhänge, herrliche Strände und weite Naturschutzgebiete. Freuen Sie sich auf einen wunderschönen Tag – bei dem Sie auch kulinarisch auf Ihre Kosten kommen – wir besichtigen eine typische Fischräucherei – Verkostung inbegriffen. Am Abend werden wir auf einem Bauernhof zu einem Grillabend erwartet und lassen bei Spanferkel, Steaks und Würstchen den Abend ausklingen. 4. Tag, Dienstag – Freizeit Der heutige Tag steht Ihnen zum Ausruhen und eigene Entdeckungstouren zur Verfügung. Kilometer lange, feinsandige Strände locken zu spritzigem Badevergnügen oder zu erholsamen Strandwanderungen.

5. Tag, Mittwoch – Rasender Roland & Störtebeker Festspiele Freuen Sie sich heute auf ein herrliches Bahnerlebnis. Der «Rasende Roland», verbindet mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h die Ostseebäder im Südosten der Insel Rügen. Der Zug begeistert die Passagiere wenn er schnaufend Wälder, Wiesen oder Felder durchquert und sich bimmelnd den Weg durch die belebten Ostseebäder bahnt. Nach der Fahrt geht es zurück ins Hotel, wo Sie noch genügend Zeit haben, sich für den abendlichen Höhepunkt bereit zu machen: Die Störtebeker Festspiele – sie sind spektakulär und Deutschlands erfolgreichstes Open-Air-Theater. Freuen Sie sich auf die einzigartige Naturbühne in Ralswiek und erleben Sie die Abenteuer des legendären Seeräubers Klaus Störtebeker. Nach Ende der Vorstellung sehen wir ein Feuerwerk über dem «Grossen Jasmunder Bodden», welches den krönenden Abschluss der Vorstellung bildet. Ein herrlicher Sommerabend! 6. Tag, Donnerstag – Rügen – Leipzig Wir verlassen Rügen und fahren nach Leipzig. Auch hier informieren wir uns mit einer kurzen Stadtrundfahrt. Wir sehen das historische Zentrum mit dem Markt, das alte Rathaus, das einzigartige Passagensystem mit dem bekannten Auerbachs Keller und dem neu gestalteten Augustusmarkt. Später erwartet uns die Küche unseres Hotels für das Nachtessen. 7. Tag, Freitag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.

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Leistungen - Alles schon dabei! ✓ Fahrt im komfortablen Extrabus ✓ 1 Übernachtung im 4 Sterne Hotel in Dresden ✓ 1 Übernachtung im 4 Sterne Hotel in Leipzig ✓ 4 Übernachtungen im 4 Sterne Hotel „Park Hotel Rügen“ in Bergen ✓ 6 x ausgiebiges Frühstücksbuffet ✓ 4 x feines Nachtessen im Hotel ✓ 1 x Nachtessen im Restaurant Pulverturm in Dresden ✓ 1 x Grillabend beim Bauern auf Rügen ✓ Stadtfrundfahrt in Dresden ✓ Stadtrundfahrt in Leipzig ✓ Ganztagesausflug„Höhepunkte Rügens“ ✓ Besuch einer Fischräucherei inkl. Verkostung ✓ Dampfzugfahrt mit dem „Rasenden Roland“ Göhren - Putbus ✓ Eintrittskarte Störtebeker Festspiele (Beste Kategorie: Platzgruppe 1) ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

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Leben MM18

Umfrage

Aufs Töpfchen: Wann beginnen Sie mit dem Training? Den universell richtigen Zeitpunkt gibt es nicht.

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Wir haben Besuch, und der Grosse (7) verschwindet mit den Kindern in seinem Zimmer. Durch die geschlossene Tür hört man sie giggeln. Später beim Brunch macht er einen nervösen Eindruck. Ich frage nach, ob alles okay sei. Er nickt und will wissen, ob ich eine Nachricht aufs Handy erhalten habe. Seltsam, denke ich und verschwinde kurz in der Küche. Ich habe einen Anruf von unserer Festnetznummer verpasst und eine Nachricht auf der Combox. Es knackt in der Leitung. Dann sagt eine mir sehr vertraute Bubenstimme «Bis am Freitag müssen ...» Der anonyme Anrufer räuspert sich und spricht dann mit einer verstellten, tiefen Stimme in wunderbarem Kinderhochdeutsch: «Bis Freitag müssen 20 000 Dollar an der Lichtung im Wald sein. Verstanden?» Und jetzt? 1   Ich freue mich, dass der Grosse meine Handynummer auswendig weiss, und

klopfe ihm lachend auf die Schulter. 2   Zurück am Tisch, spiele ich die Verzweifelte und sage: «Wir müssen sofort 20 000 Dollar auftreiben!»   Ich ignoriere den Anruf und warte den nächsten Schritt der kleinen Gangster ab. 3

So früh wie möglich!

9% Töpfchentraining finde ich überflüssig.

9% Ab zwei Jahren.

8% 439 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 1: Ich freue mich wirklich, dass der Grosse sich die Handynummer gemerkt hat. Und weil es ihm offensichtlich unwohl ist mit der Lösegeldgeschichte, spinne ich sie lieber nicht weiter. Dann kann ich auch in Ruhe weiter Kaffee trinken.

Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

Lösegeld

75%


80  MM18, 30.4.2018 | LEBEN

Tiere

Happy ist über die Trennung hinweg Was passiert nach der Trennung mit dem Haustier? Sprechen sich die ehemaligen Partner über die Betreuung eines Scheidungshundes ab, freut sich auch das Tier. Text: Claudia Weiss  Bilder: Kostas Maros

M

it grossen Sprüngen und wedelndem Schwanz rennt Hunde­dame Happy auf Rahel Senn zu. Die 35-jährige Baslerin legt den Pferdestriegel zur Seite und breitet die Arme aus für eine herzliche Begrüssung. Keine Frage: Die neunjährige Labradoodle-­ Dame – eine Zuchtmischung aus Labrador und Pudel – freut sich überschwänglich über das Wiedersehen mit ihrer Besitzerin. So wie sie sich auch immer freut, wenn Rahel Senn sie ins Auto lädt und nach Basel chauffiert. Zu ihrem anderen Besitzer. Denn Happy hat zwei Zuhause, seit die Beziehung von Frauchen und Herrchen in die Brüche gegangen ist. Sie lebt jede ­Woche ein paar Tage lang bei Rahel Senn, die nach der Trennung samt Pferden, Katzen und Meerschweinchen nach Albbruck-­Schaachen (D) gezogen ist. Die übrige Zeit verbringt Happy bei Senns Expartner Edi (40) im rund eine Autostunde entfernten Basel. Dass Happy unter der Trennung nicht leiden sollte, war beiden von vornherein klar. «Ich bin so erzogen worden, dass man Tiere nicht weggibt», sagt die Pflegefachfrau. Seinerzeit hatte sich das Paar sehr genau überlegt, welchen Hund es sich anschaffen wollte. «Kein unfolgsamer Kläffer» sollte es sein, sondern ein unkomplizierter, fröh­ licher Hund. Hellhaarig, damit sich die Leute weniger fürchten. Bevor sie Happy beim

Züchter abholten, hatten die beiden miteinander abgemacht, was gelten sollte: kein ­Essen vom Tisch, eine klare, konsequente Erziehung, und der Hund darf nicht ins Bett. Genauso sorgfältig überlegten sie sich vor zwei Jahren auch wieder, wie sie bei der Trennung vorgehen wollten. «Es bleibt unser gemeinsamer Hund»

Happy war sieben Jahre alt, als es in ihrer Beziehung nicht mehr gut lief. Sie gehörte beiden Partnern, beide gaben sich gleichermassen mit ihr ab. Deshalb war von Anfang an klar: Happy sollte auf gar keinen Fall ­leiden, und beide wollten sich die Aufgaben der Haltung teilen. «Es ist und bleibt unser gemeinsamer Hund.» Weder Streit noch Geschrei prägte das Ende des Zusammenlebens: «Wir hatten uns einfach auseinandergelebt und andere Interessen gefunden», sagt Rahel Senn. Als es zwischen ihr und ihrem Partner so still geworden war, dass sie es nicht mehr aushielt, stellte sie den Gedanken in den Raum, ob getrennte Wege nicht besser wären. Für sie allein war das Bauernhaus im Oberen Baselbiet finanziell nicht tragbar, und er wollte zurück in die Stadt. Deshalb überstürzten sie nichts, sondern lebten noch ein halbes Jahr lang als Wohngemeinschaft zusammen, bis beide eine Lösung gefunden hatten. Dass die Trennung ohne lautstarke

Eingespieltes Team: Rahel Senn mit der Labradoodle-Dame Happy.


LEBEN | MM18, 30.4.2018  81

Tina Braun (52) ist Tierpsycho­ login und Certodog-Trainerin in Pfeffingen BL. Unter anderem betreut sie Scheidungshunde. Tina Braun

«Negative Emotionen lösen Angst aus» Leiden Hunde unter einer Scheidung? Bei der Trennung sind oft heftige negative Emotionen und Enttäuschungen im Spiel. Diese negativen Emotionen nehmen Hunde via Geruchssinn auf, und auch Streit und Aggression können sie wahrnehmen. All dies löst bei ihnen Angst aus.

Bild: zVg

Kann man dem Tier die Trennungssituation irgendwie erleichtern? Hunde brauchen einen Fürsorgegaranten, also eine sichere Bezugsperson, und einen sicheren Rahmen. Denn Unsicherheit ist einer der allerwichtigsten Auslöser von Angst. Deshalb sollte man sich bei einer Trennung gut überlegen, wie der Alltag mit dem Hund künftig organisiert werden soll. Wie geht man den Wechsel des Wohnorts mit Hunden am besten an? Hat ein Hund grossen Stress, kann man ihm mithilfe me­ dizinischer Präparate auf Pheromonbasis das Gefühl von Sicherheit etwas stärken. Grundsätzlich ist es wichtig, dem Hund Sicherheit zu ­vermitteln, indem man Gewohnheiten beibehält und nicht alles auf einen Schlag ändert. Besser ist, man führt notwendige Anpassungen – zum Beispiel wenn der Hund nicht mehr in die Küche darf oder zu anderen Zeiten fressen muss – in Etappen durch.


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LEBEN | MM18, 30.4.2018  83

Die Zahlen zu Haus- und Heimtieren: www.migmag.ch/ scheidungshund

Tipps

Gefühlsausbrüche ablief, hat auch für Hund Happy alles viel einfacher gemacht. Davon ist Rahel Senn überzeugt. Die Aufteilung der Hundeschlafplätze, Spielsachen und Hundenäpfe ging ebenso unaufgeregt vor sich wie die ganze Haushaltsauflösung. «Jeder nahm eines von Happys Lieblingsschlafkissen zu sich und ein paar Lieblingsstofftiere, damit ihr die Eingewöhnung an die beiden neuen Orte leichterfiel.» Die erste Nacht in der neuen Wohnung verbrachte Happy bei Rahel Senn. Sie erinnert sich noch gut: «Es war für uns beide ungewohnt, und Happy schaute mich immer wieder an, als ob sie wissen wollte, wann Herrchen heimkommt.» Richtig durcheinander sei die Hündin aber nicht gewesen. Weil sie ihr gewohntes Bett und etliche Stofftiere bei sich hatte, habe sie sich schnell eingerichtet. «Hunde sind enorm anpassungsfähig», bestätigt die Basler Tierpsychologin Tina Braun. «Deshalb können sie auf der ganzen Welt überleben.» Wichtig sei allerdings, dass man ihnen bei grossen Veränderungen gleitende Übergänge ermögliche. Weil nicht nur Rahel Senn, sondern auch ihr Expartner von Anfang an die gewohnten Tagesabläufe mit Füttern, Spazieren und Hundekursen beibehielten, lief für Happy bald alles wieder ganz normal. Noch besser: Sie freut sich jedes Mal gleichermassen, wenn sie den einen oder den anderen sieht. Inzwischen haben sich alle gut an die Situation gewöhnt. An diesem Nachmittag rennt Happy über die Wiese neben Rahel Senns Haus, sammelt fröhlich Giesskannen ein und apportiert sie.

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Rahel Senn kauert sich nieder und lobt sie ausgiebig. «Wir könnten vieles über den Hund austragen», sagt sie dann, «das ist mir völlig bewusst.» Sie ist sehr froh, dass ihr Expartner das genauso wenig tut wie sie selbst. Im Gegenteil, sie überlegen immer gemeinsam, was für Happy das Beste sei: Hat er am Dienstag Hundetraining, plant sie an diesem Tag selbstverständlich nichts mit dem Hund, und umgekehrt. Im Moment hat es sich so eingependelt, dass Happy die erste Wochenhälfte in Basel wohnt, die zweite im deutschen Albbruck. Was die Wochenenden angeht, sprechen sie sich ab. Das hängt auch von den Arbeits- und Freizeitplänen ab. Für alle Fälle die Schlüssel getauscht

Die beiden haben an alle Eventualitäten gedacht. Deshalb haben sie einander je einen Schlüssel für die Wohnung des anderen übergeben: «So könnte der eine den Hund holen, wenn dem anderen etwas zustösst.» Dank genauer Absprachen kommt es zu keinen Diskussionen. Auch nicht, wenn es um tierärztliche Behandlungen geht, denn Happy wird älter, und in den nächsten Jahren dürften sich die ersten Zipperlein einstellen. Für Rahel Senn steht schon fest: Sollten sich Fragen bezüglich einer komplizierten Therapie stellen, würden sie darüber reden und gemeinsam entscheiden. Und würde Happy einmal schwer krank oder sehr alt und tat­ terig, wollen ihre Besitzer auf jeden Fall das tun, was das Beste für das Tier sei. Denn das Motto lautet immer: «Beide wollten den Hund – und er will uns beide». MM

Scheidung mit Hund • Versuchen Sie, die täglichen Rituale, Spiel- und Trainingsgewohnheiten beizubehalten. • Suchen Sie rechtzeitig eine Lösung: Wer darf in der neuen Wohnung einen Hund halten? Wer kann die Arbeitszeiten besser auf den Hund ausrichten? • Falls wichtige Dinge ändern: Führen Sie die Änderungen vor der endgültigen Trennung schrittweise ein. Für das Tier ist es dramatisch, wenn alles Gewohnte auf einmal verschwindet. • Es gibt Hunde, die sehr schnell in einen sehr hohen Erregungsgrad geraten. Ihnen kann ein spezielles Strukturpaket Sicherheit bringen, also klar und eng strukturierte Tagesabläufe. • Reagiert ein Hund plötzlich aggressiv oder ängstlich, suchen Sie rechtzeitig Hilfe von aussen – oft steckt man selbst zu tief drin und kann dem Hund nicht mehr den nötigen Halt vermitteln. • Vor lauter Aufregung rund um eine Trennung: Vergessen Sie nicht, das Administrative zu erledigen (Adressänderung bei der Gemeinde, neu registrieren bei der Tiermeldezentrale Anis). • Vermitteln Sie Ihrem Hund im neuen Leben möglichst viel Sicherheit .


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K

LEBEN | MM18, 30.4.2018  85

Stadt, Land, Stutz

Papa kürzt ab

Illustration: Rinah Lang

«Kommst du mit mir an die RGA?», schrieb mir mein Vater auf Whatsapp. Ich war ein bisschen verwirrt. Er benutzt oft irgendwelche Abkürzungen. ZS für «Zusammenschiss», NEF für «Nicht erfüllt» – ich glaube, das hat etwas mit der Armee zu tun.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Es stellte sich heraus, dass er in diesem Fall die Reusstaler Gewerbeausstellung meinte, die in unserem Heimatdorf stattfand. «Klar», schrieb ich. Die Aussicht auf eine Portion Pommes frites vom Musikverein lockte mich. Doch kaum angekommen, merkte ich: Mein Vater kann zwar Wörter abkürzen, aber keine Gespräche. An Anlässen wie diesen ist es ja so, dass man mindestens jeden zweiten Besucher kennt. Da muss man eiskalt vorgehen, um irgendwie vorwärtszukommen. Ein Fallbeispiel. Mein Vater läuft dem Bekannten Rolf über den Weg: «Hoi Rolf!»,

grüsst er. «Sali Walti!», sagt der andere. An dieser Stelle müsste man eigentlich freundlich lächeln und weitergehen. Mein Vater aber erkundigt sich nach Barbara, Rolfs Frau, nach seinem neuen Bike, den Plänen für die Pensionierung, den Hobbys seiner Hauskatze. Am Schluss verabschieden sich die beiden nach mehrmaliger Wiederholung des Wortes «Jäjo». Endlich können wir weiter. Doch nach drei Metern kommt uns Peter entgegen. Ich merkte: Ich muss etwas ändern, wenn ich je zu meinen Pommes kommen will. Also brachte ich meinem Vater bei, wie man jemanden grüsst, ohne stehen zu bleiben und über Gott, die Welt und Hauskatzenhobbys zu reden. Nach zwei Stunden hatte ich ihn so weit. Ich war richtig stolz auf ihn. Bis ich Luca traf, einen alten Schulfreund. Wir plauderten ein wenig. Als wir weitergingen, raunte Papa mir zu: «Das war jetzt NEF.» MM

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86  MM18, 30.4.2018 | LEBEN So gehts

Ölziehen als Morgenritual

Ölziehen ist für den Biolandwirt Andreas Portner (59) aus Glis VS ein Ritual: Frühmorgens, vor dem Melken seiner Kühe, spült er seinen Mund mit Sesamöl. So wird es gemacht: 1. Vor dem Ölziehen den Belag auf der Zunge mit einem ­Schaber entfernen. So werden Bakte­rien, die sich über Nacht auf der Zunge angesammelt haben, beseitigt. 2. Einen Esslöffel Öl in den Mund ­nehmen. Einsteiger sollten mit einem ­Teelöffel beginnen, um sich langsam daran zu g­ ewöhnen. Das Öl durch den Mund spülen, «kauen» und durch die Zähne pressen. 3. Je nach Quelle und Technik ­dauert das Ölziehen ein ­ paar M ­ inuten bis 20 Minuten. Die ÖlSpeichel-­Mischung sieht am Ende weisslich aus und sollte in ein Kosmetiktuch gespuckt und in den ­Abfall geworfen werden. Nicht schlucken! Danach den Mund mehrmals mit warmem Wasser spülen. 4. Anschliessend die Zähne putzen.

Gesundheit

Öl für die Zähne

Die ayurvedische Tradition des Ölziehens gewinnt zunehmend Anhänger. Wissenschaftliche Belege für die Wirkung des fernöstlichen Pflegerituals gibt es allerdings nicht. Text: Susanne Wagner  Bilder: Dominic Steinmann


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Seit fünf Jahren spült Andreas Portner seinen Mund mit Öl: «Seither ist mein Zahnfleisch gesund.»

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inen Löffel Öl in den Mund nehmen, noch vor dem Frühstück – das klingt nicht sehr ver­ lockend. Doch wer es tut, hat ge­ sundheitliche Vorteile, wie zahl­ reiche Beautyblogger berichten. Auch Hollywoodstar und Ge­ sundheitstrendsetterin Gwyneth Paltrow soll ihre Zähne täglich mit Kokosöl spülen. Glaubt man Erfahrungsberichten, ist die Wirkung eindrücklich: Das Öl soll Zähne und Zahnfleisch ­pflegen, Entzündungen vorbeu­ gen, das Immunsystem stärken, die Mundschleimhaut und den Organismus entgiften, gegen ­allerlei Krankheiten vorbeugen und die Zähne aufhellen. Ayurvedische Mundhygiene

Das Ölziehen stammt aus der traditionellen Heilkunst ­Ayurveda und wird bis heute in ­Indien praktiziert. Der schwei­ zerische Ayurveda-­Experte und Heilpraktiker Hans Heinrich Rhyner erklärt, wie das Ölziehen wirkt: «Öl hat die Eigenschaft, dass es in den Zell­zwischen­ räumen und Speicheldrüsen­ wänden die Abfallprodukte des Zellstoffwechsels herauszieht, die sich in der Nacht im Mund abgelagert haben.» Der Ayur­ veda-Fachmann empfiehlt, ein Öl aus europäischen Arnika und Schachtelhalm aus biologischer Produktion zu verwenden. Das Ölziehen gehört in eini­ gen Regionen in Südostasien zur täglichen Mund­hygiene. Auch in der westlichen Welt gewinnt der Lifestyle- und Wellnesstrend zu­ nehmend Anhänger. Die Anlei­ tungen zum Öl­ziehen aus dem Internet (von ein paar bis zu 20 Minuten) sind ebenso viel­ fältig wie die Bandbreite der empfohlenen Öle. Manche be­ nutzen Kokosöl, weil es besser schmeckt, andere b ­ evorzugen Sesamöl, Sonnenblumenöl oder spezielle Mischungen zum ­Ölziehen in der Einzelpackung.

Was bei allen Methoden gleich ist: Das Ölziehen wird gleich nach dem Aufstehen durch­ geführt, weil sich so die in der Nacht angesammelten Bakte­ rien am besten lösen. ­Gemäss der ayurvedischen L ­ ehre wird der Belag auf der Zunge vorher mit einem spe­ziellen ­metallenen Schaber ­entfernt. Wissenschaftlich nicht erforscht

Was sagen Zahnärzte zur Wirk­ samkeit des Ölziehens? Der Zürcher Horst Kelkel weist dar­ auf hin, dass bis heute wissen­ schaftliche Beweise fehlen: «Es gibt ­einige Studien, die die Wir­ kung des Ölziehens auf die Zahn­ gesundheit u ­ ntersucht haben. Diese haben jedoch zahlreiche Mängel, ihre Ergebnisse sind daher nicht vertrauens­würdig.» Ob Ölziehen bei Kopfschmer­ zen, Hautproblemen, Rheuma, Arthrose oder Blasen- oder ­Nierenleiden helfen kann, sei wissenschaftlich nie erforscht worden, sagt Kelkel und gibt zu bedenken, dass Ölziehen in selte­ nen Fällen zu gesundheit­lichen Problemen führen könne: «Es sind Einzelfälle bekannt, bei de­ nen das unabsichtliche Ein­atmen

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von Öltröpfchen eine Lungen­ entzündung verursacht hat.» Bei der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft fand sich keine Fachperson, die zum Thema Ölziehen Auskunft geben konnte. Stattdessen wur­ den wir an die Schweizerische Gesell­schaft für ganzheitliche Zahnmedizin verwiesen. Deren Prä­sident Urs Weilenmann zieht selber ab und zu Öl und weiss, wie die Methode wirkt: «Der Körper scheidet über Haut, ­Haare und Schleimhäute Gift­ stoffe aus. Alles, was an der Oberfläche beiträgt, diese ­Toxine wegzubringen, hilft.» Giftstoffe im Körper

Der Zahnarzt verweist auf die Lehre der Homotoxikologie, die der deutsche Arzt Hans-Hein­ rich Reckeweg in den 1950erJahren entwickelt hatte. Sie geht davon aus, dass sich diese Gift­ stoffe im Körper anstauen und zu Krankheiten führen können. Einerseits produziert der Körper gemäss modernen biochemi­ schen Erkenntnissen selber ­Proteine, die er ausscheiden muss. Andererseits nimmt er zahlreiche Giftstoffe von aussen auf wie etwa Spuren von Pflan­ zen­schutz­mitteln oder Schwer­ metallen aus der Nahrung. Urs Weilenmann würde das Ölziehen deshalb in erster Linie nicht für die Zähne, sondern für die Gesundheit des ganzen ­Körpers empfehlen: «Dass es auch den Zähnen guttut, ist ein angenehmer Neben­effekt.» Darüber hinaus aktiviere das Ölziehen die Muskulatur und massiere dadurch das Zahn­ fleisch. Auch Weilenmann ist keine Studie bekannt, die die Wirkung des Ölziehens belegt: «Wir haben viele Erfahrungs­ berichte. Dass sie noch nicht mit dem streng naturwissen­ schaftlichen Ansatz überprüft wurden, heisst nicht, dass sie wertlos sind.» MM


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Migros Bank

Was das erste Quartal über das ganze Börsenjahr verrät Nach einem prächtigen Start ins neue Anlagejahr haben die wichtigs-­­­ ten Börsenindizes mittlerweile deutlich nachgegeben. In den USA erlitten Dow Jones Industrial und S&P 500 im Februar und März einen Verlust. Laut dem US-Börsendienst Stock Trader’s Almanac kommt das eher selten vor, nämlich seit 1950 nur elf Mal beim S&P 500 und zehn Mal beim Dow Jones. Enden beide Monate in der Verlustzone, verheisst dies historisch für die US-Börsen ein tendenziell schlechtes Aktienjahr. So schloss der S&P 500 nach Einbussen im Februar und März in acht der elf Fälle das Jahr mit einem Verlust ab, und zwar im Durchschnitt mit –7,4%. Nur vier Mal entwickelte sich der S&P 500 von April bis Dezember positiv. Etwas besser der Dow Jones, er beendete das Börsenjahr zwar in sechs der zehn Fälle ebenfalls im Minus. Die durchschnittliche Performance betrug –3,3%. Dabei wies der Dow Jones aber von April bis Dezember sechs Mal einen Gewinn aus. Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Wie sieht es in der Schweiz aus? Wir haben überprüft, wie sich der Swiss Performance Index (SPI) in den vergangenen 30 Jahren im ersten

Wie sich der SPI nach einem schlechten ersten Quartal entwickelte 30 20 10 0 -10 -20

■ Performance Januar bis März (in %) ■ Performance Gesamtjahr (in %)

-30 -40

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2001

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2018

Quelle Bloomberg, Migros Bank

Quartal und auf Gesamtjahresbasis entwickelte. Von 1988 bis 2017 beendete der SPI das erste Jahresviertel nur neun Mal in der Verlustzone. Fünf Mal weiteten sich die Verluste im weiteren Jahresverlauf aus. Immerhin drei Mal vermochte der SPI das Gesamtjahr noch mit Gewinn abzuschliessen. Zwar lässt sich keine eindeutige Tendenz aus diesen Daten ablesen, und die Wertentwicklung der

Vergangenheit ist nicht unbedingt ein Hinweis auf die zukünftige Börsenentwicklung. Allerdings zeichnet sich ein tendenziell unterdurchschnitt­ liches Aktienjahr ab. Die Migros Bank rechnet mit weiterhin volatilen Börsen, ist aber in Bezug auf Aktien positiv gestimmt. Denn die Börse wird derzeit vor allem durch die Politik belastet, das Wirtschaftsumfeld hingegen bleibt freundlich. MM

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Auto

«Ökologisch überzeugt er»

Das Platzangebot «Der Platz ist absolut ausreichend, man wähnt sich fast eine Klasse höher. Im Alltag reicht der durch den Gastank etwas kleinere Kofferraum gerade so aus.» Franziska Rufer

Als Erdgasversion wird der neue Seat Ibiza besonders «grün» und lockt mit niedrigen Spritkosten. Leserfamilie Rufer aus Güttingen TG testet, ob er alltagstauglich ist. Text: Timothy Pfannkuchen  Bild: Holger Salach

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Flott in der City, aber wenig Temperament

«Auch das Platzangebot ist in Ordnung – kein Reisewagen, aber ein Alltagstalent», fügt Reiseberaterin Franziska Rufer an. Also ein Kaufkandidat? «Ökologisch überzeugt er – trotzdem leider nein», urteilt Ralph Rufer: «Der Testverbrauch von im Schnitt 3,7 Kilo CNG ist gut, aber der unmotivierte Motor ruiniert das sonst gelungene Auto. Die 90 PS sind in der Stadt gut, aber auf Landstrassen zu überholen wäre sehr gewagt. Zudem fehlt mir ein sechster Gang, und ich müsste wegen des kleinen Tanks nach etwas über 300 Kilometern tanken. Und auf den Benzinbetrieb umzuschalten wäre ökologisch wie ökonomisch Unsinn.» «Schade, dass der Ibiza nur als Benziner oder Diesel mehr Power hat», fügt Franziska Rufer an: «Denn mit einem etwas stärkeren Motor wäre dieses Testauto wirklich perfekt für unseren Alltag.» MM

Das Tanken

«An sich geht Tanken schnell und problemlos wie beim Benziner, nur geräuschvoller. Für mich passt es. Franziska findet es eher unbehaglich, für die Kinder ist es spannend.» Ralph Rufer

Bilder: PD (5)

s geht im Trend zum Elektroauto fast unter, dass es eine etablierte Alternative zu Benzin und Diesel gibt: den Erd-/Biogas-Antrieb (CNG). Gegenüber Benzinern sind die Abgaswerte geringer (z.B. 50 Prozent weniger Stick­ oxide) und die Spritkosten niedriger (um rund ein Viertel). Zudem gibt es heute genügend Tankstellen (fast 150) und auch immer mehr CNG-Automodelle. Eines davon ist der neue Kleinwagen Seat Ibiza. «Er könnte als Alternative zum Hybrid- oder E-Auto der ideale Zweitwagen sein», sagt Franziska Rufer (42) aus Güttingen TG. Sofort auf Anklang stösst bei der vier­ köpfigen Familie das coole Design des Fünftürers. Auch unterwegs überzeugt der 4,06-Meter-Flitzer. «Er hat eine tolle Wendigkeit und fährt sich sportlich, aber leise und mit noch genügend Komfort», so Zoll­revisor Ralph Rufer (39).


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Das Design «Der Ibiza sieht sehr ansprechend aus. Es macht Freude, jeden Tag auf ihn zuzugehen – und ich glaube, dass dieses sportliche Styling auch in ein paar Jahren noch frisch wirkt.» Franziska Rufer

Gingen im Seat Ibiza TGI CNG eine Woche lang und 700 Kilometer weit auf Testfahrt: Franziska (42) und Ralph Rufer (39) aus Güttingen TG mit Samuel (6) und Nils (5).

88 g/km CO2 Grenzwert 2018: 112 g/km

Die Auto-Testfamilie

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Das Cockpit «Etwas viel Hartplastik vielleicht, aber die Topbedienung und das zeitgemässe Styling gefallen mir ebenso wie das moderne Infotainment und die sportliche FR-Ausstattung im Testauto.» Ralph Rufer

Steckbrief Mitsubishi Space Star 1.2 MIVEC CVT Antrieb: 1.2-R3-Ben­ ziner, 59 kW/80 PS, stufen­loser Automat, Front­antrieb. Umwelt: Normverbrauch 4,1 l/ 100 km = 95 g/km CO2, Energie C. Preis: ab 16 190 Franken (Basis-­ Space-Star: 1.0 MIVEC, 71-PS-Benziner/5-Gang, ab 8850 Franken).


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Kinder

Gefiederte Barden Sie begrüsst uns morgens mit munteren Melodien: Die Amsel ist eine wahre Gesangskünstlerin. Im Frühling legt sich das Vogelmännchen besonders ins Zeug, um mit seinen Songs eine Partnerin anzulocken. Text: Andrea Fischer-Schulthess  Illustrationen: Bunterhund.ch

Die Feinde

Melodiöse Lockrufe: Mit ihrem Gesang versuchen die Amselmännchen, die Damen zu bezirzen. Weil Amseln ihre Nahrung meist am Boden suchen, sind sie eine einfache Beute für Katzen.

Auch Füchse profi­ tieren davon, dass sich ­junge und auch aus­gewachsene ­Amseln oft am Boden bewegen.

Elstern und andere Raubvögel schnappen sich Eier oder ­Jungamseln.

Weitere Infos: Vogelwarte Sempach, www.vogelwarte.ch

Jetzt pfeift es wieder von allen ­Büschen, Bäumen, Zäunen und ­Dächern. Der Frühling ist die Zeit der Vögel. Vor allem die Männchen ver­ suchen nun, mit ihren Songs Weib­ chen anzulocken. Ein ganz besonders begabter Sänger ist die männliche Amsel. Du kennst diesen Vogel sicher: schwarze Federn, gelber Schnabel, gelber Ring um die dunkelbraunen

Kulleraugen. Meist singt die Amsel am frühen Morgen und am Abend jeweils etwa eine halbe Stunde lang. Dabei sitzt sie in Wohngebieten gern ganz vorn am Rand eines Dachfirsts. Wenn eine Amsel singt, klingt das nach ­richtigen Geschichten. Tatsächlich hat jede Amsel ihre eigenen Lieblings­ melodien. Ihr Gesang ist teil­weise an­ geboren. Manchmal ­lernen die Vögel

auch von anderen Männchen, oder sie stibitzen Strophen von anderen Vogelarten. Amseln können sogar ­Geräusche nachmachen – etwa eine Sirene. Oft veranstalten Amsel­ männchen auch Singwettbewerbe. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der sich ­jedes Weibchen ­eins der singenden ­Männchen aussucht und mit ihm eine Familie gründet.  MM


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Was ist ­ eukämie? L Die Erklärung im Video: www.migmag.ch/ leukaemie

Franca (11) aus Lustdorf TG

Du schreibst, einer deiner Klassenkameraden habe Leukämie ­bekommen. Ich verstehe gut, dass dich das beschäftigt. Wenn ich mir ein schwer krankes Kind vorstelle, geht mir das als Mutter ans Herz. Bei dir im Dorf hoffen nun viele, dass der Junge wieder gesund wird. Leukämie ist eine bösartige Erkrankung des Blutes. Dieses schützt uns vor Infektionen. Es transportiert Sauerstoff und entsorgt Schadstoffe. Bei deinem Kameraden sind die Blutzellen ausser Kontrolle geraten. Das ist lebensgefährlich.

Es gibt aber immer bessere ­Medikamente und Methoden, um ­Leukämie zu heilen. Meist sind ­Behandlungen im Spital nötig. ­Hoffentlich helfen sie ihm! Sicher vorhersagen kann man das aber nicht. Er braucht nun viel Zuversicht. Du kannst ihn unterstützen – allein schon mit guten G ­ edanken. Verfalle dabei nicht ins Mitleid. ­Getraue dich vielmehr, Mitgefühl zu zeigen. Ein Lächeln spendet Kraft.

siert und den Erlös an die Kinderkrebshilfe spenden will. Das wird euch in hoffnungsvolle ­Stimmung versetzen. Gebt diese Kraft weiter: Malt zum Beispiel Mutmacher­bilder für den Jungen. Oder lasst ihn via Video-­ Chat an eurem Alltag teilnehmen. So zeigt ihr ihm, dass er auch in schweren Zeiten auf euch zählen kann. MM

Deine Mutter schrieb mir, dass deine Klasse einen Basar organi-

*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

SELTSAME LÖWENROSE Wer erfindet eigentlich Blumennamen? Das müssen lustige Trolle sein, die sich Blumennamen ausdenken. Schon mal gehört – «stechender Hohlzahn» oder «kleinköpfiger Pippau»? Gibt es alles. Nina hat euch die bekannteren Frühlingsblumen herausgesucht. Sie hat deren Namen auseinandergeschnipselt. Findest du die richtigen Paare?

Rätse lspas s CHAOS IM STALL Im Hühnerstall hat sich ein Zwillingspärchen versteckt. Finde die zwei gleichen Hühner!

Lösung: Links oben und rechts unten.

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Verlosung

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und die Rhätische Bahn verlosen 3 Mal je 1 Übernachtung in einem 4-Sterne-Hotel im ­Oberengadin für je 2 Per­sonen im­Gesamtwert von 3000 Franken inklusive Halbpension, RhB-Bahn­festival-Pass 1. Klasse und Rück­reise mit dem ÖV (1. Klasse).

Bautech­nisches Meisterwerk: Die Albulastrecke wurde 1903 vollendet.

Preisfrage Wo steht der berühmte Landwasserviadukt ­entlang der UnescoWelt­erbe-Strecke?

Teilnahme

Das Migros-Magazin und die Rhätische Bahn verlosen 3 Mal je 1 Übernachtung in Pontresina oder Samedan für je zwei Personen im Gesamtwert von 3000 Franken.

Glücksgriff

Unesco-Welterbe

Ein «bahntastisches» Wochenende Als grösste Alpenbahn der Schweiz blickt die Rhätische Bahn (RhB) auf viele historische Momente zurück: Seit rund 130 Jahren fasziniert sie mit ihrem in ­Rekordzeit gebauten, 384 Kilometer langen Schienennetz. Vor allem die Albula- und d ­ ie Berninalinie ­gelten als bautech­nisches Meisterwerk. Seit zehn J­ ahren zählen die beiden Bahn­strecken zum Unesco-­ Welt­erbe. Das wird gefeiert: Am Samstag, 9. Juni, und Sonntag, 10. Juni 2018, findet in Samedan und ­Pontresina das erste RhB-Bahn­ festival statt – mit zahlreichen ­Akti­vitäten und Attraktionen:

Nostalgiefahrten in historischen Zügen, ein Markt mit Spezialitäten aus verschiedenen Welterbestätten sowie Spiel, Tanz und Musik. Ein Höhepunkt findet am Samstag, 9. Juni, statt: Zwischen den beiden Bahnhöfen Samedan und Pontre­ sina reiht sich das gesamte histo­ rische Wagenmaterial der RhB zur bisher grössten Zugparade an­ einander. Am zweiten Festivaltag geht es bei der Festwirtschaft sowie bei den Auftritten von Linard ­Bardill und dem RhB-Kinder­ kondukteur Clà Ferrovia nochmals beschwingt zu.  MM Weitere Infos: www.rhb.ch/bahnfestival

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Name und Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem ­Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer ­Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). ­Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, B­eispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­ karte (A-Post) mit Ihrem ­Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-­ Magazin, «Rhätische Bahn », Postfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 6.5.2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-­ Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Auf Entdeckungstour im Westen von Kreta Eine Reise in den Westen der Insel Kreta führt an feinsandige Strände am türkisblauen Meer, in idyllische Bergdörfer, zu archäo­ logischen Stätten im Landesinnern und zu imposanten Schluchten mit atemberaubender Aussicht. Chania ist eine der ältesten grie­ chischen Städte und hat einen herrlichen historischen Stadtkern mit einem Mix aus venezianischen Palästen, türkischen Erkern und Moscheen. Für viele ist sie die schönste Stadt auf Kreta. Der venezianische Hafen und die engen Altstadtgassen laden zum Flanieren ein, nette Bars und Restaurants zum Verweilen.

Etwas ausserhalb von Chania liegen die Badeferienhotels am langgezogenen Sandstrand. Wer mehr entdecken möchte, mietet ein Auto und entdeckt die Region auf eigene Faust. Zu den Highlights rund um Chania zählen ein Ausflug zur Lagune in der Bucht Balos, eine anspruchsvolle Wanderung durch die Samaria-Schlucht im National­ park und ein Spaziergang zur klei­ nen Insel Elafonisi bei niedrigem Wasserstand. Oder wie wäre es mit einem Abstecher zum Frauen­ kloster Chrysoskalitissa auf einem steilen Felsen direkt am Meer?  MM

Buchung • Der Rabattcode kann bei allen Neubuchungen bis 14. 5. 2018 für Arran­ gements mit Flügen nach Chania eingelöst werden. • Der Promocode lautet: Chania18 • Infos und Buchung: Gratis-Buchungshotline 0800 88 88 12 oder www.migros-ferien.ch/ f-576 Hotelempfehlung Chania, Kreta 1 Woche im 4-SterneHotel Vantaris Beach, inklusive Halbpension, z.B. am 6.6.18 zum Preis ab Fr. 699.– Hotel, Transfer und Flug ab Zürich am Mittwoch. Zum Angebot: www.migros-ferien.ch/ h-878 Tipp Auf der Mietwagenrund­ reise «Kretas bezaubern­ der Westen» entdecken Sie individuell die Region und übernachten in guten Mittel- und Erstklass­ hotels mit Frühstück. Zum Angebot: www.migros-ferien.ch/ h-1900261


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Auflösung Nr. 17

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Gewinner Nr. 16 Hauptpreis: Sylvie Kern, Stäfa ZH; Evi Balogh, Bern; Katharina Gaus, Lyss BE; Deborah Michienzi, Röschenz BL; Lucie Braun, Landschlacht TG Zusatzpreis: Sandra Pulfer, Wettingen AG; Beatrice Schättin, Wangen SZ; Anna von Werra, Rothenburg LU; Renate Frei, Kreuzlingen TG; Hans Jenni, Wabern BE

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM18, 30.4.2018  105

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wie nennt sich ein inoffizieller Kreis enger Vertrauter um einen Regierungschef? B Ganggruppe

G Küchenkabinett

M Stubenteam

2. Wie heisst ein Wein aus der letzten oder höchstens vorletzten Produktion? O Charmeur

L

I

Primeur

Monteur

3. Welche deutsche Stadt ist mit dem Zürcher S-Bahn-Netz (S41) verbunden? T

N Ravensburg

Villingen

A Waldshut

4. Welches Land hat seit Januar 2018 ein Ministerium für Einsamkeit? E USA

D Grossbritannien

S

R Freihandelszone

A Friedensabkommen

Island

5. Was verbirgt sich hinter MINT? I

Unterrichtsfächer

6. Wie heisst der US-amerikanische Tennisspieler Sandgren mit Vornamen? U Rackety

S

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.5.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

O Tennys

Sand

7. Wo spielt die Haushaltsmischung eine Rolle? A Gewürzanteil

L

Banknotenausgabe

I

Steuerabgabe

8. Wie heisst der Gürtel am Gewand eines katholischen Klerikers? E

N Calotte

Zingulum

D Clavus

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

ALPHABET BARONESS ER I T die E R E Sie BFüllen H E R Rin H O RWörter Czehn THORN I FRätselgitter Hdas ST ERN A EDas Lein. AULKORB MLösungswort EN O N aus P T I sich Oergibt den Buchstaben SC I ROCCO L I CH R K Feldern WinI den 1 bis 5: 1

2 1

2

3 3

4

3 2 4 5 1

4

Auflösung Nr. 17: SAUNA

5 5

Gewinner Nr. 16: Beatrix Alfermann, Altdorf UR; Eugen Kehrli, Port BE; Paul Herren, Adlikon b. Regensdorf ZH

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

Lösungswort: Lösung:

Auflösung Nr. 17: SIBIRIEN

R

ALPHABET BARONESS BERE I TER CHORHERR H I F THORN LAEST ERN MA U L K O R B OPT I ONEN SC I ROCCO WI RKL I CH

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Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.5.2018, 24 Uhr

1 2 3 4 5 Gewinner Nr. 16: Yvonne Ammann, Niederuzwil SG; Ernst Wettstein, Möriken AG; Cornelia Blanke, Murgenthal AG

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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LEBEN | MM18, 30.4.2018  107

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 17: 138

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 16: Urs Brunner, Maseltrangen SG; Judith Maier, Menzengrüt TG; Rolf Michel, Burgdorf BE; Roger Gulka, Vandœuvres GE; Hans-Peter Jüni, Köniz BE

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.5.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 3 3 2 2 Schluss sollen alle Inseln 1 miteinander verbunden 1 2 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 2 1 3 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 17:

3 2 3

1 2

5

4

4

3

4

Auflösung Nr. 17: 3

2

2 2

3

2 3

3 1

3

4

3 3

1

3

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2 1 2 3

2 1 4

3 3

3 2 3 3

1 2

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2 2

3 1 2

5 4

2

1

2 3

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1

2

1

3 11010002625

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2018-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG


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110  MM18, 30.4.2018 | LEBEN

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«Reiten ist eine wundervolle Art, zu mir zu kommen»

Mit der Soap «Sturm der Liebe» wurde Gregory B. Waldis bekannt – seither ist er ein beliebtes TV-Gesicht. In seiner Wahlheimat Berlin entspannt er auf der Koppel oder in der Hängematte. Text: Ricardo Tarli Bilder: Urban Ruths

Bilder: Urban Ruths, Marc Schultz-Coulon, zVg

Meine Welt


LEBEN | MM18, 30.4.2018  111

1 Mein Pferd «Reiten ist eine wunder­ volle Art, zu mir zu kommen. Bis ver­ gangenen Herbst besass ich ein eigenes Westernpferd. Ich musste es schweren Herzens verkaufen, weil mir die Zeit fehlt. Trotzdem versuche ich, jede ­Woche einmal zur Koppel zu fahren.» 2 Meine Leidenschaft «Ich fotografiere, seit ich denken kann. Mein Vater war ein begnadeter Fotograf und gehört zu meinen Vorbildern. Seit ein paar Jahren fotografiere ich auch professionell.» 4

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3 Meine Retterin «Dieses Ding in der Küche rettet mich jeden Morgen: Name Gregory B. Waldis (50) Sternzeichen Steinbock Lebenslauf «Ich wurde in Hollywood geboren. Als ich vier Jahre alt war, zogen wir nach Seuzach bei Winter­ thur. Zur Schauspielerei fand ich über Umwege: Die Ausbildung zum R ­ adiound TV-Elektroniker brach ich ab, ­danach jobbte ich als Beleuchter und Bühnentechniker. Durch die Rolle des Alexander Saalfeld in der ARDTelenovela ‹Sturm der Liebe› wurde ich bekannt. Danach wirkte ich in verschiedenen TV-Produktionen mit, etwa in ‹Tierärztin Dr. Mertens› (Bild) und in der Schweizer Ärztesoap ‹Tag und Nacht›. Im März war ich in ‹Ein Sommer auf Mallorca› aus der ZDF-Reihe ‹Herzkino› zu s­ ehen. Seit 2009 lebe ich in Berlin. Im ver­ gangenen Jahr habe ich mich mit meiner Freundin Cosima verlobt.»

meine ­Pavoni-Kaffeemaschine. Diese 15 Minuten täglich gehören nur mir.» 4 Mein Kumpel «Stephan Bürgi (51) und ich haben uns bei einem Fotoshooting in Berlin kennengelernt. Das war vor fünf Jahren. Seither sind wir gute Freunde. Es tut gut, ab und zu mit einem anderen Schweizer abzuhängen.» 5 Mein Trösterchen «Ich kann auf der ­Gitarre fast nur traurige Lieder spielen, weil ich sie nur dann in die Hand nehme, wenn mir das Herz schwer ist. Dann spiele ich Blues und singe dazu.»

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Mein Lieblingsprodukt «Das Fertigfondue ist ein Stück Heimat. Entweder kaufe ich es selbst in der Migros oder lasse es mir von meinen Eltern nach Berlin schicken.»

6 Meine Hängematte «Wenn ich einmal ganz dringend einen Kurzurlaub brauche, hänge ich meine Hängematte in der Wohnung auf. Das ist pures Ferienfeeling. Sie erinnert mich auch an meine ­Jugend: Schon in meiner ersten eigenen Woh­ nung hatte ich eine.»  MM


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