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Migros magazin 18 2016 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM18, 2.5.2016 | www.migrosmagazin.ch

Littering ist lebensgefährlich für Kühe: Bauern fordern Bussen Seite 8

150 Jahre Schweizerisches Rotes Kreuz

Bild: Gabi Vogt

Stella Nüssli schenkt Flüchtlingskindern Zeit und Wärme Seite 24 Würdevoll sterben: Die Ethikerin Tanja Krones im Interview Seite 36 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch


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4 | MM18, 2.5.2016

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H Editorial

Vom Leben und Sterben

Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, schon eine? Oder gehören Sie wie ich zu den vielen, die sagen: «Ach ja, das wollte ich schon lange mal machen, ich bin nur noch nicht dazuge­ kommen.» Die Patientenverfügung ist eines dieser Formulare, die alle «mal ausfüllen wol­ len», es dann aber doch nicht tun. Dabei wäre sie doch so wichtig. Nicht nur für die Patientin oder den Patienten selber, sondern vor allem für die Angehörigen. Was geschieht mit mir, wenn ich im Spital lande und mich nicht mehr mitteilen kann? Werde ich bis ans Ende aller Tage am Leben erhalten? Macht man etwas mit mir, das ich nicht will? Solche Fragen regelt eine Patienten­ verfügung. Man findet ein entsprechendes Formular im Netz (zum Beispiel beim Roten Kreuz), kann es downloaden und selbständig ausfüllen. Die Verfügung verhindert, dass Angehörige mit ihren Entscheidungen allein gelassen werden.

Die Patientenverfügung allein genügt aber nicht, sagt Tanja Krones. Die 46­jährige Ärztin ist Leiterin des Ethikkomitees des Unispitals Zürich und befasst sich mit Fragen rund um die komplexe Grenze zwischen Leben und Tod. «Eine Patientenverfügung ist medizinisch oft nicht umsetzbar. Ein persönliches Gespräch mit einem Arzt ist zwingend nötig.» Die Frage der Patientenverfügung ist nur eine von vielen, mit denen sich das Ethikkomitee befasst. Eine andere ist der effektive Zeit­ punkt des Todes. In Zeiten, in denen immer mehr Organe ver­ pflanzt werden, ist dies eine zentrale Frage. Denn wenn jemand stirbt und seine Organe zur Verfügung stellt, muss es oft schnell gehen. Aber wann ist jemand wirklich tot? Beim Herzstillstand oder beim Hirntod? Oder was passiert, wenn Men­ schen ihr Dasein beenden wollen? Darf man helfen oder nicht? Was darf vom Arzt erwartet werden? Das Gespräch darüber, wo die Grenze zwischen Leben und Tod verläuft und ob wir sie selber ziehen dürfen, lesen Sie auf Seite 36. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

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MM18, 2.5.2016 | 5

24

Menschen 8 Illegale Müllentsorgung Kehricht auf der Weide ist für Tiere lebensgefährlich 10 Seltsame Gestalten An der Fantasy Basel werden Tausende Kostümierte erwartet 20 Infografik

Der Abfallberg wächst 23 Bänz Friedli 24 Die guten Seelen des SRK

Das Schweizerische Rote Kreuz ist seit 150 Jahren erfolgreich – dank seiner freiwilligen Helfer

36

32 Leserforum

61 Saisonküche: Curry 77 Aproz Lemon 81 M-Classic-Biskuits 82 Sushi hausgemacht 85 Glace: Coco Iceland 87 Sarasay-Säfte 88 Trockenpilze 89 Halbfettmargarine 91 Haarpflege von L’Oréal 93 Serie: Von uns. Von hier.

97 Neues aus der Region Aktionen und Reportagen

Leben 104 Kindliche Wutanfälle 111 Ernährung: Süssstoffe 113 Gesundheit: Schulter 115 Migros Bank: Immobilien 117 Leseraktion: Zakynthos und Kreta

«Wenn man akzeptiert hat, dass Sterben zum Leben dazugehört, macht das vieles einfacher.»

34 Arnold «Cobra» Gjergjaj Der Basler Boxer steht vor dem grössten Kampf seiner Karriere

Ethikerin Tanja Krones über Sterbehilfe, Organspende und Patientenverfügung

120 Auto

Tanja Krones

Migros-Welt

7 Tipps für das Burgenland

Ärztin und Ethikerin

61

36 Interview

46 Schoggi fürs Mami 48 Cup Lovers: Brownie 50 Ideen für den Muttertag 56 AdR-Leiterlispiel 58 Brot des Monats

119 Zootierärztin Seltene Krokodilschwanzechsen

Der Familien-SUV von Honda 123 Reisen: Wilds Welt

124 Kinder: Graureiher 127 Rätsel/Impressum 132 Cumulus 134 Meine Welt

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Bilder: Marco Zanoni/Lunax, Gabi Vogt, Basil Stücheli, Claudia Linsi

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MMD 18

Darauf freuen wir uns Für Filmfans «May the force

be with you» wurde einst mit «May the 4th» missverstanden. Seither ist der 4. Mai der inter­ nationale «Star Wars»­Tag. Für die Mama Am Sonntag, 8. Mai,

ist Muttertag. Eine gute Gelegen­ heit, einmal Merci zu sagen.

Unnützes Wissen

Skurriles aus dem Sport

Mein Bild der Woche «Die Roboter kommen. Viel kann man darüber lesen und

Bilder: Getty Images, Ole Spata/EPA/Keystone, Salvatore Vinci

Ständerätin des Kantons Aargau.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Ken Rüegg (23), Soziokultureller Animator, Baden AG

a) «Who Am I» von Snoop Dogg b) «Lose Yourself» von Eminem c) «You’re All I Need» von Method Man

Antwort: b) Der Song erinnert mich an meine Teenagerjahre. Und er motiviert mich.

Pascale Bruderer Wyss (38) ist

lernen. Meist wird gewarnt, manchmal gar gedroht. Die Hälfte aller heutigen Arbeitsplätze würde bald schon vernichtet, heisst es zum Beispiel. Über die Chancen dieser Entwicklung höre ich wenig. Und darüber, dass es an uns ist, sie zu nutzen. Dieses Bild mag etwas gar banal sein und zu kurz greifen, um die Komple­ xität der Sache wiederzugeben. Trotzdem erkenne ich darin etwas, das mir gefällt und in vielen klugen Abhandlungen fehlt: eine positive Grundhaltung und das Bewusstsein, dass sich gesellschaftlicher Wandel gestalten lässt. Schliesslich entscheiden wir Menschen, wie wir die Roboter einsetzen – nicht umgekehrt.»

Bei einer belgi­ schen Meister­ schaft im Body­ building sind nach Ankündigung einer Dopingkontrolle alle 20 Teilnehmer verschwunden. 51 Prozent aller männlichen Briten geben an, sie hät­ ten sexuelle Fan­ tasien, in denen David Beckham vorkommt.

Ein durchschnitt­ licher mensch­ licher Körper hat genug Fett, um 40 Marathons zu überstehen. Beim BeachVolleyball für Frauen kommts zur Disquali­ fikation, wenn die Höschen an der Seite breiter als 3,5 Zenti­ meter sind. Quelle: Neon/Stern


8 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Soll Littering im Grünen härter bestraft werden? www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Tödlicher Abfall auf der Weide Kuh Agnes verendete leidvoll. Vermutlich, weil sie Aluminium verschlang. Via Facebook macht ihr Besitzer, der Walliseller Bauer Thomas Rinderknecht, auf das Littering-Problem aufmerksam – und der Bauernverband fordert Bussen für Leute, die die Weiden vermüllen. Text: Yvette Hettinger

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

In welcher Situation würden Sie Gewalt an Kindern melden? 82% Nur bei beobachteter Prügelstrafe oder klaren Anzeichen für Missbrauch; alles andere ist nicht zu beurteilen. 13% Vielleicht auch bei beleidigenden Schimpftiraden, wenn jeglicher Respekt für Kinder fehlt. 5% Schon bei einer einmaligen harten Ohrfeige.

Zahlen und Fakten

200

36

Prozent dieser Kosten entstehen in den Schweizer Gemeinden durch Zigarettenabfälle.

1000

Jahre dauert es, bis eine weggeworfene Plastiktüte in der Natur vollständig abgebaut ist. Quellen: BAFU, IG Saubere Umwelt, PH St. Gallen

Mit Plakaten gegen die Unsitte: Der Schweizer Bauernverband reagiert auf die zunehmende Vermüllung von Weiden.

P

lastiksäcke, Getränke­ dosen, Hundekot: Jedes Kind weiss, dass es solche Dinge nicht einfach auf einer Wiese entsorgen sollte. Der Walliseller Bauer Thomas Rin­ derknecht (33) weiss aus Erfah­ rung, was passieren kann, wenn solche Abfälle im Gras landen: Vor wenigen Tagen ist seine Kuh Agnes zugrunde gegangen, vermutlich an einem Aluteil (siehe Interview). Um solche Fälle zu verhindern, hat der Schweizer Bauernverband Plakate und Broschüren lanciert, auf denen Kühe Dinge sagen wie

«Ich esse lieber Gras statt Müll. Danke.» oder «Abfall macht mich krank!». Tatsächlich habe die Aktion bewirkt, dass das Littering bei etwa der Hälfte der Landwirte etwas eingeschränkt werden konn­ te, wie der Bauernverband berich­ tet. Insgesamt habe das Problem aber erheblich zugenommen: Noch immer landen zu viele Abfälle auf Kuhweiden, am häufigsten Getränke- und Esswarenverpackungen, Zigarettenkippen und -schachteln. Besonders gefährlich sind harte Gegenstände aus Metall oder Glas,

die von Mähern zu Kleinstteilen zerstückelt werden und danach ins Futter gelangen. Während Glassplitter eher durch das Heu hindurch zu Boden fallen, bleiben leichte Aluteile oft darin stecken. Der Bauernverband setzt nun auf die Wirkung von Geldbussen. Eine Initiative, die das Parlament zurzeit behandelt, fordert, dass Littering schweizweit als Straftat geahndet werden soll. Geht es nach dem Bauernverband, zahlt, wer sich beim Entsorgen von Abfall auf Kuhweiden erwischen lässt, künftig 300 Franken. MM

Bilder: Urs Keller /Ex-Press, zVg

Millionen Franken Kosten verursacht Littering in der Schweiz jedes Jahr.


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 9

Strassenumfrage

Thomas Rinderknecht

«In den elf Jahren ist mir Agnes ans Herz gewachsen. Ich kannte jede ihrer Macken» Thomas Rinderknecht, Ihre Kuh Agnes ist vermutlich wegen Abfall im Futter gestorben. Auf Facebook haben Sie um sie getrauert: Ihr Post wurde über 20 000-mal geteilt und hundertfach geliked. Hat Sie diese Anteilnahme getröstet? Es macht die Kuh zwar nicht wieder lebendig, aber es hat uns erstaunt, wie viele Leute reagiert haben und sich offenbar bewusst machen, welche Folgen die Abfälle auf den Weiden haben können. Dieser Effekt ist super.

nur noch mit letzter Kraft auf die Weide. Dort ist sie dann gestorben. Ihr Kalb Lara war dabei – wir wollten, dass die beiden so lange wie möglich zusammen sind. Da haben wir dann das Foto für Facebook gemacht.

Warum glauben Sie, dass Agnes an Abfällen gestorben ist, die sie gefressen hat? Es kann praktisch keinen anderen Grund geben: Sie war elf Jahre alt und hatte nie Beschwerden. Als sie krank wurde, entdeckte der Tierarzt Flüssigkeit im Pansenmagen. Ver­ mutlich hatte ein scharfer Gegen­ stand die Magenwand verletzt, sodass Flüssigkeit eintreten konnte.

Auf Facebook unterstellen Ihnen einige User Heuchelei, weil Sie ja vom Fleischkonsum leben. Das streite ich auch nicht ab. Es geht aber um etwas anderes: Wir suchen bei der Tierhaltung den natürlichen Weg und betreiben Mutterkuhhal­ tung. Deshalb haben wir Agnes auch sterben lassen, statt sie zu schlachten. Es ist unschön, wenn zum Beispiel Vegetarier die Geschichte für ihre Anliegen nutzen und die Fleisch­ produktion bei dieser Gelegenheit wieder anprangern.

Wie kommt ein Fremdkörper in einen Kuhmagen? Die Tiere fressen ja keine Gummibälle oder Aludosen. Autofahrer, die an der Weide vorbei­ fahren, schmeissen ihren Abfall ein­ fach raus – nicht aus böser Absicht, sondern aus Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit. Aludosen werden beim Mähen zerkleinert und landen dann im Futtertrog. Selbst ein Metalldetektor würde die Teile nicht orten. Wann haben Sie gemerkt, dass mit der Kuh etwas nicht stimmte? Vor ein paar Wochen war sie plötzlich lustlos, ass nicht mehr schön und sonderte sich von der Herde ab. Der Tierarzt gab ihr Schmerzmittel und Antibiotika, weil wir zuerst dachten, es könnte eine Entzündung sein. Die Medikamente halfen aber nichts. Deshalb beschlossen wir nach drei Wochen, sie gehen zu lassen. Was heisst das? Schlachten lassen? Nein, wir liessen sie sterben. Wir liessen sie vorletzten Mittwoch ein letztes Mal aus dem Stall. Sie gelangte

Ein herber Verlust ... Ja. Agnes war schon als Kalb bei mir. In den elf Jahren ist sie mir ans Herz gewachsen; ich kannte jede ihrer Macken. Am schlimmsten war, sie so leiden zu sehen.

Welchen finanziellen Verlust bedeutet Agnes’ Tod für Sie? Wenn wir sie hätten schlachten las­ sen, hätten wir 3000 bis 4000 Fran­ ken bekommen. Die fallen weg, denn eine Kuh, die verstorben ist, muss entsorgt werden. Agnes war ausser­ dem eine Mutterkuh. Das macht ihren Verlust noch grösser, denn ihr Kalb Lara wächst ohne Muttermilch weniger rasch heran. Der Bauernverband bietet Tafeln an, die vor den Folgen von Littering warnen. Wir haben etwa zwölf Stück bei uns aufgestellt. Aber solche Plakate gehen in der heutigen Informationsflut unter. Die Facebook­Aktion hat viel mehr gebracht. Darüber sind wir froh, auch wenn uns die Aufmerksamkeit vorübergehend zu viel wurde. Meine Frau hat das Ganze sehr belastet. Aber wenn wir nur schon drei Men­ schen von Littering abhalten können, hat es sich gelohnt. MM

Sollte man für Littering gebüsst werden?

Thomas Rinderknecht (33),

Bauer aus Wallisellen ZH

Bernhard von Waldkirch (64), Kunsthistoriker, Winterthur ZH:

«Ich finde Information und Aufklärung besser. Insbesondere wenn Jugend­ liche Abfall liegen lassen, ist das vor allem ein ästhetischer Protest.»

Eliane Haller (34), Fachperson Betreuung, Mettmenstetten ZH:

«Zigarettenstummel können für Kin­ der richtig gefährlich sein. Eine Busse von 300 Franken wäre angemessen. Das würde vielleicht abschrecken.»

Boris Egli (35), Förster, Täsch VS:

«Ich zweifle an der Wirkung von Bussen – das Problem ist unsere Wegwerfmentalität im Allgemeinen. Nachhaltiger wäre es, Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren.»


10 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Weitere Bilder von kostümierten Fans www.migmag.ch/ fantasy

Fantasy Basel

Gipfeltreffen der Fantasyhelden

Am kommenden Wochenende ist Basel wieder Hauptstadt der Comicsund Science-Fiction-Fans. Ein paar von ihnen haben sich für das Migros-Magazin schon mal in das Kostüm ihres Lieblingshelden geworfen. Text: Ralf Kaminski

S

ollten Sie am kommenden Wochen­ ende in Basel unterwegs sein, wundern Sie sich nicht, wenn Sie dort im Tram oder auf der Strasse seltsamen Gestalten begegnen. Vom 5. bis 7. Mai findet zum zweiten Mal die Fantasy Basel statt – und deren Gäste sind darauf spezialisiert, kostümiert aufzutauchen. So kann es in diesen Tagen schon mal vorkom­ men, dass man unerwartet einem furcht­ erregenden Ork gegenübersteht, neben einer liebreizenden Prinzessin im Bus sitzt oder sich von Batman retten lassen könnte. Was es in anderen Ländern schon seit Langem gibt, hat letztes Jahr auch in der Schweiz Einzug gehalten: eine grosse Messe für die Fans von Comics, Science­Fiction­ und Fantasyfilmen. Die Mutter aller Festivals

Die Mutter all dieser Festivals ist die Comic­Con in San Diego. Im Jahr 1970 als kleines Treffen für Nerds gegründet, zieht sie heute weit über 100 000 Gäste an und gehört zu den wichtigsten Terminen für Stars und Regisseure, um neue Genrefilme vorzustellen. Nach Basel kamen letztes Jahr auf Anhieb 20 000 Fans, dieses Jahr rechnet Initiant und Veranstalter Martin Schorno (58) be­ reits mit 30 000. Er leitet seit 20 Jahren die Agentur Amazing Event AG in Zürich und hat dadurch ein enormes Netzwerk. «Des­ halb war es möglich, einen solchen Erfolg zu landen», sagt der Eventmanager. Dennoch

Bilder: Basil Stücheli

war die Fantasy Basel kein spontan aus dem Boden gestampfter Anlass. Schorno und sein Team hatten ihn von langer Hand vorbe­ reitet, hatten andere Festivals besucht und ausgelotet, ob überhaupt eine Nachfrage besteht. «Bisher gab es in der Schweiz keine Veranstaltung, wo die Fans dieser Art von Popkultur sich treffen und ausleben konn­ ten, wo sich Filme, Comics und Games auf diese Weise vermischten.» Vom Nerdhobby zum Mainstream

Schorno legt Wert darauf, dass die Fantasy Basel nicht einfach eine Kopie anderer Conventions sei. «Bei uns gibt es zusätzliche Elemente, etwa Kunstausstellungen, Magic­Karten­ oder E­Sports­Turniere, dadurch entsteht eine grössere Vielseitigkeit als üblich.» Eine grosse Attraktion sind auch die Cosplay­Wettbewerbe, an denen Fans aus aller Welt in aufwendig selbst gemach­ ten Kostümen ihrer Lieblingsfiguren gegen­ einander antreten. Für die zweite Ausgabe dieses Jahr hat sich nicht nur die Fläche verdoppelt, es kommen auch deutlich mehr Aussteller und prominente Gaststars wie etwa Kristian Nairn (Hodor aus «Game of Thrones») oder Kevin Sussman (Stuart aus «The Big Bang Theory»). Die sind natürlich nicht ganz billig, auch wenn Schorno keine konkreten Zahlen verrät. «Aber wir laden lieber nur wenige und dafür aktuelle Stars ein. Ausser­ dem müssen wir uns in den nächsten Jahren ja noch steigern können.»

Lange galten Fantasy und Games als Domäne von oft mitleidig belächelten Nerds. Noch vor zehn Jahren hätte ein solcher Anlass in der Schweiz nicht genügend Publikum angelockt, räumt Schorno ein. «Seither gab es jedoch eine Vermischung von Multimedia und Popkultur, die eine enorme Anziehungskraft entwickelte.» Hinzu kamen spektakuläre Kinoreihen wie «Lord of the Rings», «Harry Potter» oder «Star Wars» sowie TV­Serien, die das Fantasy­ und Science­Fiction­ Genre im Mainstream verankert haben. «Kinder und Jugendliche wachsen heute damit auf», sagt Schorno. «Zudem sind diese Genres inzwischen als zeitgemässes Kulturgut anerkannt, auch die Feuilletons schreiben ganz selbstverständlich über sie.» Feste Grösse im Kulturkalender

Schorno selbst liebt aufwendig gemachte Animationsfilme wie «Inside Out», «Rata­ touille» oder japanische Animes aus dem Studio Ghibli. Das Fachsimpeln mit «Star Trek»­ oder «X­Men»­Fans überlässt er seinem jungen Team. Während des Festivals stehen rund 150 Leute im Einsatz. Rund 15 Prozent der Gäste kamen letztes Jahr aus dem Ausland, dieser Anteil dürfte sich noch erhöhen, glaubt Schorno. Finanziert wird die Messe durch Ticketeinnahmen und Sponsoren. Läuft alles wie geplant, ist die Fantasy Basel von nun an eine feste Grösse im hiesigen Kulturbetrieb. MM Weitere Infos: www.fantasybasel.ch


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 11

Sergio Vaca Pulido (35) alias Spiderman, Mechaniker aus Kreuzlingen TG Fan der Comicwelten von DC und Marvel

«Ich liebe Super­ helden, weil sie für das Gute kämpfen und den Menschen Hoffnung geben. Sie zeigen, dass man nicht aufgeben sollte, niemals. Egal, was kommt.» Warum dieses Kostüm?

«Spiderman hat einen tollen Look, und ich finds cool, wie er sich agil durch die Häuserschluchten schwingt.» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich auf die Leute, werde dort auch als Batman und Spiderman unter­ wegs sein. Es ist immer total cool zu sehen, wie die Menschen reagieren. Man wird oft angesprochen – besonders Kinder finden es toll, sich mit einem Superhelden fotografieren zu las­ sen. Auf Anfrage komme ich auch zu Kindergeburtstagen.» www.rent­a­superhero.ch


12 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Stefan Jehle (36) alias Captain Jack Sparrow aus «Pirates of the Caribbean», Alten- und Krankenpfleger aus Küssaberg (Waldshut, D) Fan von «The Lord of the Rings» und «Star Wars»-Filmen

«Mit denen bin ich aufgewachsen, sie haben quasi die Basis gelegt für mein Fantum.» Warum dieses Kostüm?

«Ich war als Pirat auf Festivals unterwegs und wurde immer als Jack Sparrow angesprochen. Also dachte ich: Na gut, dann aber richtig.» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich, mit Freunden drei Tage dort rumzuziehen.» https://m.facebook.com/ Captain.Black.Sparrow. Artist/

Tania Sofia de Andrade (26) alias Angelica Teach aus «Pirates of the Caribbean», tiermedizinische Praxisassistentin aus Frauenfeld TG Fan von Mangas und Fantasyserien wie «Game of Thrones»

«Seit Kinderzeiten zieht sich das wie ein roter Faden durch mein Leben.» Warum dieses Kostüm?

«Stefan schlug das vor, damit wir gemeinsam auftreten können.» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich darauf, diese Rolle zu verkörpern und die Leute damit zu erfreuen. Aber auch auf Gaststars wie etwa Kristian Nairn.»


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 13

Lavi Harley (18) alias Catwoman in Ausbildung, aus Zürich Fan von allem, was mit Batman zu tun hat – den Comics, den Games und den Filmen

«Mein Bruder hat mich damals mit der alten, schrägen TVSerie aus den 1960erJahren angesteckt. Ich finde Superhelden generell cool; das Besondere an Batman ist, dass er keine Superkräfte hat.» Warum dieses Kostüm?

«Ich mag eigentlich alle weiblichen Figuren aus der Batman-Welt, vor allem aber Harley Quinn und Catwoman. Sie ist nicht eindeutig gut oder böse, das gefällt mir.» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich vor allem auf die vielen Leute dort. Wir werden drei Tage lang als diverse BatmanCharaktere kostümiert eine Fotoecke betreiben. Man kann sich dort mit uns fotografieren und im Gegenzug für die ‹Against Malaria Foundation› spenden.»


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MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 15

Lorraine Rüfenacht (24) alias die gute Fee aus «Shrek», Schneiderin aus Volketswil ZH Fan von allen DisneyAnimationsfilmen

«Ich bin mit ihnen aufgewachsen, und sie bieten eine un­ erschöpfliche Quelle für tolle Kostüme.» Warum dieses Kostüm?

«‹Shrek› ist ein richtig cooler Film. Und die gute Fee ist ein viel­ schichtiger Charakter, sie scheint eigentlich gut, ist aber tatsächlich ein intrigantes Biest. So was mag ich.» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich auf das Cosplay mit Freunden, das Zu­ sammensein und die vielen Fotos. Nirgendwo trifft man auf so viele andere Cosplayer wie an einer Convention.»


16 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Janina Justus (18) alias Königin Elsa aus «Frozen», Kantischü­ lerin aus Schaffhausen Fan von japanischen Animes und DisneyAnimationsfilmen

«Ich bin mit denen aufgewachsen und finde, dass es darin viele gut verpackte Lebensweisheiten hat, die für Kinder ebenso funktionieren wie für Erwachsene.» Warum dieses Kostüm?

«‹Frozen› ist mein Lieblingsfilm. Ich liebe die Musik, und ich liebe die Figur Elsa. Viele junge Mädchen können sich gut mit ihr identifizieren: Sie fühlen sich anders und wissen nicht, wohin. Elsa zeigt, dass man nicht allein ist, wenn man so fühlt. Und dass es nicht unbedingt einen Mann braucht, der einen rettet …» Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich darauf, neue Freunde kennenzulernen, mit Leuten zusammen zu sein, die meine Interessen teilen – und andere tolle Kostüme zu sehen.»


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 17

Michael Amsler (24) alias Uruk-hai aus «The Lord of the Rings» (rechts), Sicherheitsdienstmitarbeiter aus Eschlikon TG Fan von «The Lord of the Rings»

«Ich fand die Bücher toll und die Filme extrem gut gelungen.» Warum dieses Kostüm?

«Es entstand aus dem langjährigen Hobby heraus, Kostümteile und Waffen zu schmieden. Highlights an der Fantasy Basel

«Ich freue mich auf die vielen Fotos, die es hoffentlich von uns geben wird. Vielleicht bekommen wir ja sogar Aufträge für andere Kostüme. www.facebook.com/ MovieArmory

Lars Geertsen (25) alias Ork-Jäger (links), Elektroingenieur-Student aus Wallisellen ZH Fan von RollenspielGames wie Warcraft und Fantasy-Filmen «Ich liebe alles, was mit Schwertern, Messern und Fantasy zu tun hat.» Warum dieses Kostüm?

«Viele treten immer nur als Helden auf, wir wollten ganz gezielt die andere Seite zum Zug kommen lassen.» Highlights an der Fantasy Basel

«Die Kostüme! Letztes Jahr traten wir erstmals an einem Festival auf – und kamen kaum zwei Meter weit, ohne dass jemand sich mit uns fotografieren lassen wollte. Mal schauen, wie es diesmal wird.»


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20 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Entsorgung

Der Abfallberg wächst

338,8 kg

werden verbrannt

Jahr für Jahr fällt in der Schweiz mehr Abfall an – trotz gebührenpflichtiger Entsorgung und grossen Fortschritten im Recycling. Infografik: Daniel Röttele

gsa bfa ll

Text: Andrea Freiermuth

1017,1 kg

dl

un

pro Einwohner im Jahr 2014

Si

e

Siedlungsabfall

390,3 kg werden wiederverwertet

So n l fal rab de

288 kg

Beim Recycling haben die Deutschen die Nase vorn Seit 1983 gilt in der Schweiz das Verursacherprinzip: Wer Abfall erzeugt, muss auch für dessen Entsorgung aufkommen. Deshalb haben die meisten Gemeinden vor rund 30 Jahren gebührenpflichtige Abfallsäcke eingeführt. Weil die Bevölkerung so zum Abfalltrennen motiviert wird, hat sich die Recyclingquote seit 1984 verdreifacht. Europameister im Rezyklieren sind wir aber trotzdem nicht: Führend sind die Deutschen, die rund zwei Drittel ihres Abfalls wiederverwerten, während wir bloss rund die Hälfte schaffen. Ein durchschnittlicher Schweizer Kehricht-

sack enthält noch immer viel Papier und kompostierbare Abfälle. Die 729 Kilogramm Siedlungsabfall pro Kopf und Jahr bestehen zu einem grossen Teil aus Müll aus privaten Haushalten, enthalten aber auch Abfälle, die in Kleinfirmen und öffentlichen Einrichtungen anfallen. Eine spezielle Kategorie sind die 288 Kilogramm Sonderabfälle. Sie sind giftig und müssen separat behandelt werden. Allerdings stecken in dieser Zahl auch Stoffe aus Deponien, die saniert wurden. 2014 machten Altlasten beinahe die Hälfte aller Sonderabfälle aus. MM

sind Sonderabfälle. Sie werden entweder in speziellen Anlagen verbrannt, rezykliert oder deponiert

* Die Jahre 1974, 1984 und 1994 beinhalten auch Abfallimporte ** Aufgrund von Rundungen können die Summen der Entsorgungsarten nicht immer genau 100% ergeben *** Nur der in Italien behandelte Siedlungsbfall (ohne Exporte); Quellen: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Statistik, Eurostat


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 21

Was in unseren Kehrichtsäcken landet Zusammensetzung eines durchschnittlichen Schweizer Kehrichtsacks ( 2012) 32,2% biogene Abfälle

165 kg Altpapier und Karton (Sammelquote: 91%)

17,3% Papier und Karton 12,8% Verbundwaren 11% Kunststoffe 6,5% mineralische Abfälle 5,7% Verbundverpackungen 14,5% übrige Abfälle (z. B. Glas, Textilien, Eisen, Elektronik, Batterien)

152,5 kg biogene Abfälle, in zentralen Anlagen kompostiert/ vergärt

Das Recycling hat stark zugenommen Siedlungsabfälle der Schweizer Bevölkerung, in Kilogramm pro Kopf verbrannte Abfälle rezyklierte Abfälle

298,9 kg

399,6 kg

379 kg

338,5 kg

338,8 kg

55,1

116,2

218 kg

322,3 kg

390,3 kg

1974*

1984*

1994*

2004

2014

43,4 kg Glas (Sammelquote: 96%)

15,3 kg elektrische und elektronische Geräte

Abfall: Die Schweiz belegt einen Spitzenplatz Siedlungsabfall ausgewählter europäischer Länder sowie dessen Entsorgung**, in Kilogramm pro Kopf (2014) verbrannt rezykliert/kompostiert deponiert

6,1 kg Textilien

759 kg Dänemark

729 kg Schweiz

618 kg Deutschland

4,5 kg PET-Flaschen (Sammelquote: 82%)

1,7 kg Weissblechdosen 54% 1,1 kg Aluminiumdosen (Sammelquote: 92%)

44%

511 kg Frankreich

1%

46%

455 kg*** Italien

35%

39%

26%

21%

46%

35%

272 kg Polen

0,4 kg Aluminiumverpackungen (Sammelquote: 92%) 0,3 kg Batterien (Sammelquote: 71%)

54%

34%

15% 32%

53%

64%

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4. Tag, Donnerstag 4. August 2016 – Wachau Ein herrlicher Sommertag in der Wachau erwartet uns. Dabei besuchen wir ein bekanntes Weingut, spazieren durch die Weingärten und verkosten edle Tropfen. Später sehen wir das weltbekannte Stift Melk, ehe wir die schöne Reise bei einem urigen Wachauer Wirt mit lokalen Spezialitäten und Wein beschliessen. 5. Tag, Freitag 5. August 2016 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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Nach 45 erfolgreichen Jahren in der Musikbranche verabschieden sich die Fidelen Mölltaler dieses Jahr mit einem mehrtägigen Jubiläumsfest von ihren Fans. Seien Sie dabei & erleben Sie herrliche Sommertage im schönen Kärntnerland! Ihr Reiseprogramm: 1. Tag Donnerstag 18.8.2016 – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region Lienz/Spittal, wo wir im Hotel bereits zum Nachtessen erwartet werden.

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2. Tag Freitag 19.8.2016 – Kärntner Seen & Jubiläumsfest Die Kärntner-Seenlandschaft mit über 1270 Seen ist umwerfend schön! Davon überzeugen wir uns heute bei einer herrlichen Panoramarundfahrt entlang der zauberhaften „Österreichischen Riviera“. Am Abend steigt im Festzelt in Rangersdorf das Jubiläumsfest mit den Fidelen Mölltaler, den Zillertalern, den Ladinern & uvm. 3. Tag Samstag 20.8.2016 – Innergschlöss & Kirchtagsnacht Mit einer romantischen Kutschenfahrt entdecken wir heute die Osttiroler Bergwelt. Am Fusse des Grossvenedigers besuchen wir das grossartige Almdorf Innergschlöss mit seinem weitherum bekannten Gletschlerlehrweg. Am Abend erwartet uns im Festzelt wiederum die Fidelen Mölltaler & das legendäre Nockalm Quintett für die Kirchtagsnacht. 4. Tag Sonntag 21.8 2016 – Frühschoppen & Grossglockner Heute Vormittag erleben wir eine zünftigen Frühschoppen mit den Fidelen Mölltaler, den Ursprung Buam und den Edlseer. Danach erwarten uns auf der Hochalpenstrasse des Grossglockners alpine Traumlandschaften und Bergidylle ehe wir am Abend im Hotel zum Abschiedsessen erwartet werden. 5. Tag Montag 22.8.2016 - Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an. Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 23

N Bänz Friedli

Täglich eine Tafel Tschöö

Nicht, dass Vater ein Schläger gewesen wäre, jedenfalls nicht mehr als alle Väter seiner Zeit. Aber er drohte Schläge an: «… Oder i tunze dir eis!», sagte er, um uns Beine zu machen. Und wir verstanden das Wort aus dem Dialekt seiner Jugend, dem Mattenberndeutschen. «Eis tunze» bedeutete: eine runterhauen, einen Chlapf zum Gring geben. Wörtlich: eins geben. Zwar stammte er aus der Oberstadt, aber der Slang des Quartiers drunten an der Aare war beliebt unter den Jugendlichen der Vorkriegsjahre, weil er ein bisschen verrucht war. Die Mätteler galten als ver­ wegene, ja rebellische Kerle. Das gefiel auch meinem Vater Klaus, den sie «Chlöde» riefen. In der Matte pflegten und pflegen sie eine lokale Sondersprache, wie es sie auch an anderen Orten im Land teils noch gibt: in der Freiburger Unterstadt, in einzelnen Basler Quartieren, in Bosco/Gurin und im Welschland, wo mancherorts ein lokales Patois gesprochen wird, von dem Auswärtige nur Bahnhof verstehen.

Bänz Friedli (51) ist ein wenig altväterisch.

«Tunzen», wie gesagt, hiess «geben». Das brachte Vater dann auch uns Kindern bei. «Tunz mir e Ligu Lehm!» bedeutete: «Gib mir eine Scheibe Brot!» Er liess den Ton seiner Jugend in unseren Familienjargon einfliessen. Zwar wohnten wir auf dem Land, aber wenn wir mit dem Postauto in die Stadt fuhren, hiess

es, wir gingen «i d Schtibere», um in der Aare zu baden, «i d Aare ga bajie». Ein Pferd war «e Gle­ ber», «techle» hiess laufen, und wenn man sich etwas anschauen wollte, ging man «ga dr Nisch näh». Wir «Giele» und «Modi» übernahmen Vaters Ausdrücke, und was ein Giel und ein Modi ist, wissen bestimmt auch Sie. Jahrzehnte später, Sie ahnen es, gab ich die uralten Wörter den eigenen Kindern weiter, wiewohl sie fern der Heimatstadt aufwachsen. Nur bin ich mir bei manchen Aus­ drücken nicht mehr sicher, ob die überhaupt ausser mir und meinen Geschwistern noch jemand verstünde? «Es Rääli» – war das nun Mattendialekt oder nur Friedlischer Familien­ slang für «Restaurant»? Und wenn ich es mir recht überlege, habe ich nie jemand anderen «Tschöö» zur Schokolade sagen gehört ausser meinen Vater. Er ass täglich mindestens eine Tafel Tschöö. So vertraut ist mir der Begriff, dass ich ihn noch heute verwende. Unsere Kinder finden mich dann wohl so kurios alt­ väterisch, wie ich meinen Vater fand. Geschlagen? Habe ich sie nie. Aber das eine oder andere Mal wird mir – weil man gemeinhin die eigenen Kinder just mit dem nervt, mit dem einen einst die Eltern nervten – die Drohung rausgerutscht sein: «… Oder i tunze dir eis!» Sollten die Kinder es verstanden haben, wussten sie wenigstens, dass ich es nicht ernst meinte. MM

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24 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Schweizerisches Rotes Kreuz

Die stillen Helfer

Ohne Menschen wie Nadia Huser, Mathias Egger und all die anderen 73 000 ehrenamtlichen Helfer gäbe es das Schweizerische Rote Kreuz nicht. Eine 150-jährige Erfolgsgeschichte. Text: Andrea Freiermuth

Bilder: Gabi Vogt

T

ausende von Flüchtlingen drängen nach Europa. Allein 2015 haben rund 40 000 von ihnen den Weg in die Schweiz gefunden, eine Entwicklung, die vielen Menschen in unserem Land Sorgen und auch Angst bereitet. «Die Zukunft bringt viele Herausforderungen, aber wir werden sie meistern», sagt Annemarie Huber-Hotz (67), ehemalige Bundeskanzlerin und Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). «In unserer 150-jährigen Geschichte gab es schon schlimmere Zeiten.» 1871 etwa, als die Schweiz vorübergehend 85 000 Soldaten der französischen BourbakiArmee aufgenommen hatte. Das SRK pflegte und versorgte die Internierten. Dann folgten die beiden Weltkriege mit vielen Verletzten und Vertriebenen. Für mehr Menschlichkeit

Während das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hauptsächlich in Kriegsgebieten die Opfer von Konflikten betreut, hilft das SRK im Inland. «In unserem Jubiläumsjahr wollen wir das Bewusstsein für die humanitäre Tradition der Schweiz stärken», sagt Huber-Hotz. Das SRK ist unter

den weltweit 190 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften eine der aktivsten. Unter dem Moto «Für mehr Menschlichkeit» steht ein Heer von 73 000 Freiwilligen im Dienst der Allgemeinheit. «Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist auch heute noch gross», sagt Huber-Hotz. Allerdings verändere sich die Form der Freiwilligenarbeit: «Früher war es einfacher, die Leute langfristig für eine bestimmte Aufgabe zu begeistern. Heute möchten viele ihre Energie lieber punktuell und projektbezogen einsetzen.» Wobei dies dann manchmal auch der Anfang eines längerfristigen Engagements sei. Langfristig verpflichtet hat sich etwa Mathias Egger, der vor rund 20 Jahren nach einem Nothilfekurs Samariter wurde und inzwischen Präsident eines kantonalen Verbands ist. Oder Nadia Huser, die gemeinsam mit ihrer vierjährigen Tochter einen tamilischen Kindergärtler zum Spielen und Plaudern zu sich einlädt. Diese und weitere Beispiele zeigen, dass die Freiwilligen mit ihrem Engagement nicht nur anderen helfen, sondern dabei auch immer viel für sich selbst gewinnen. MM


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 25

Kinderbetreuerin

Nadia Huser (37), Zürich «Für die Freiwilligenarbeit interessiere ich mich eigentlich erst, seit ich Lucy (4) habe. Meine Tochter ging früher in eine Krabbel­ gruppe und ins Kinder­ malen in verschiedenen Gemeinschaftszentren. Da gab es Leute, die sich völlig selbstlos für sie engagierten. Das beeindruckte mich – ich wollte etwas zurückgeben. Bloss was? Ich bin Betriebsökonomin und habe wenig Erfahrung im sozialen Bereich. Auch sollte es etwas sein, das ich gut in meinen Alltag integrie­ ren kann. So bin ich schliesslich auf das

Integrationsangebot «mitten unter uns» vom Roten Kreuz gestossen. Hier kümmern sich Gastgeberinnen und Gastgeber stunden­ weise um Migranten­ kinder und Jugendliche. Ajenth (5) kommt aus Sri Lanka und verbringt immer den Dienstagnachmittag mit Lucy und mir. Das passt super: Am Dienstag ist sowieso immer Mamitag, Lucy hat einen Spielkame­ raden, und Ajenth spricht Deutsch und lernt den Schweizer Alltag kennen.

Spielerische Integration: Ajenth aus Sri Lanka verbringt jeweils einen Nachmittag pro Woche mit Nadia Huser.

Spannend ist auch der Kontakt mit den Eltern, die Begegnung mit dem Fremden. Kürzlich waren wir bei ihnen zum Essen ein­ geladen. Sie haben meinen Horizont erweitert. Bald findet ein Treffen unter den Gastgebern statt.» Hundeführerin Silke Franzen, Seite 26.


26 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Ein gutes Team: Silke Franzen und Sam trainieren für die Vermisstensuche.

Hundeführerin

Silke Franzen (39), Perlen LU «Sam (8) ist ein Jagdhundemischling. Eine solche Spürnase muss man beschäfti­ gen. Da ich mit der Jagd nichts anfangen kann, habe ich ihn für die Vermisstensuche aus­ gebildet. Diese dauer­ te drei Jahre. Pro Woche trainieren wir etwa zehn Stun­

den. Wir haben schon an zahlreichen Ein­ sätzen teilgenommen. Jedes Jahr werden hierzulande rund 3000 Personen als

vermisst gemeldet. Normalerweise werden wir von der Polizei aufgeboten, die uns Gelände­

abschnitte zuweist, in denen der Vermisste vermutet wird. Privat­ personen können uns jedoch ebenfalls zu Hilfe rufen. Kostenlos. Die Ungewissheit, wenn Menschen spurlos verschwinden, frisst die Angehörigen auf. Einmal wurden wir

fündig. Gesucht war ein junger Mann, der seit mehreren Tagen als vermisst galt. Sam hat ihn in einem un­ zugänglichen Wald­ stück aufgestöbert. Der Vermisste war körperlich unversehrt, lag aber reglos da. Er gab keine Antwort, atmete nicht und hatte

keinen Puls. Ich rief sofort den Einsatz­ leiter. Natürlich hätten wir lieber ein Happy End gehabt. Vergebens war unsere Arbeit aber nicht: Die Angehörigen waren froh, dass ihre Ungewissheit ein

Ende hatte.»


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 27

Kritik am SRK

Schwierige Geschichte, schwierige Gegenwart

Bild: STR/Photopress-Archiv/Keystone

Zum Auftakt des SRK-Jubeljahres Anfang April gab es auch ne-

gative Schlagzeilen. «Das Magazin» schrieb unter dem Titel «Das Rote Kreuz verblasst» einen Bericht über die humanitäre Situation auf dem Balkan. Dort sollen vor allem spontane Aktionen von unabhängigen Freiwilligen die Not der Flüchtlinge lindern. Das Rote Kreuz dagegen sei wenig präsent und manche nationalen Rotkreuz-Organisationen würden die Hilfsgüter für die Flüchtenden lieber den eigenen Landsleuten zukommen lassen.

In einem Communiqué schreibt SRK-Direktor Markus Mader:

«Jeder zweite Flüchtling hat auf dem Weg vom Kriegsgebiet bis zu seiner Ankunft in Europa vom Roten Kreuz Hilfe erhalten. Über 650 000 Personen wurden medizinisch betreut und erhielten über

Wenige Tage nach dem «Magazin» zogen «Tages-Anzeiger»

Der Artikel lässt Mitglieder privater Hilfsorganisationen zu

Wort kommen und ist breit abgestützt. Allerdings verschweigt die Autorin, dass sie selber als Helferin bei «Tsüri hilft» tätig war und daher nicht ganz unabhängig ist.

8,7 Millionen Mahlzeiten und über 1,8 Millionen Decken.» Und auch das SRK engagiere sich stark: «Das Schweizerische Rote Kreuz hat bisher über 7 Millionen Schweizer Franken in den Herkunftsregionen eingesetzt und weitere 5 Millionen Franken seien eingeplant.»

Rotkreuzschwestern versorgen französische Soldaten (Genf, um 1917)

und «Der Bund» nach: Sie werfen dem SRK vor, in seiner Festschrift «Humanité» die Geschichte geschönt zu haben. Historikerin Antonia Schmidlin sagt im Artikel: «Das SRK hat im Zweiten Weltkrieg nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die ihm zur Verfügung standen. Es hätte sich energischer für jüdische Kinder einsetzen können und müssen.» Als Beispiel dient der Fall von Heimleiterin Rösli Näf,

die Ende 1942 in Südfrankreich versuchte, jüdischen Jugendlichen zur Flucht zu verhelfen. Sie wurde dabei ertappt und vom SRK entlassen. Auch gegen diese Vorwürfe wehrte sich das SRK: «‹Humanité›

ist keine Festschrift, sondern ein Gönnermagazin.» Als solches könne die Publikation keine detaillierte historische Darstellung bieten. Zudem habe das SRK den Fall Rösli Näf in diesem Magazin aus eigener Initiative erwähnt und auf die Fachliteratur hingewiesen: «Wollten wir etwas verschweigen, wäre dies nicht geschehen.» Das SRK habe diesen schwierigen Aspekt seiner Geschichte nie beschönigt oder verschwiegen. Rotkreuzfahrer François Reinhard, Seite 28

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28 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Rotkreuzfahrer

François Reinhard (67), Bévilard BE «Dass ich Chauffeur für das Rote Kreuz wurde, war Zufall. Vor sieben Jahren bat mich ein Bekannter, ihn zum Arzt zu begleiten. Ich war bereits pensioniert, wollte aber nicht nur herumsitzen und hatte mir schon länger überlegt, was ich denn noch tun könnte. Auf dem Weg zum Termin fragte mein Freund: ‹Hast du schon mal an den Fahrdienst des Roten Kreuzes gedacht?› Ich hatte davon gehört, aber ehrlich gesagt: Der Gedanke, mich um Leute zu kümmern, die alt und gebrechlich sind, machte mir Angst. Ich entschloss mich dann aber doch, mich zu informieren. Ich besuchte das Büro an einem Freitag – am Montag fuhr ich bereits den ersten Einsatz. Zu Beginn dachte ich, meine Aufgabe würde sich auf den Fahrdienst beschränken. Bald aber schon realisierte ich, dass ich mehr als ein Chauffeur bin. Nach ein paar Fahrten erzählen mir meine Fahrgäste oft ihr ganzes Leben. Da war zum Beispiel die Dame, die ich fünfmal pro Woche zur Chemotherapie

begleitet habe. Sie sagte mir nach der sechswöchigen Behandlung: ‹Die Fahrten mit Ihnen haben mir ebenso gutgetan wie die Therapiestunden.› Solche Worte sind um vieles wertvoller als ein Salär.»

Mehr als ein Chauffeur: François Reinhard hilft Marcel Eicher beim Aussteigen aus dem Auto.


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 29

Samariter Mathias Egger hilft seiner Schwieger­ mutter Marlies Krüger.

Samariter

Mathias Egger (35), Scuol GR «Wenn man weiss, was bei einem Notfall zu tun ist, kann

man Leben retten. Das hat mich vor 20 Jahren nach einem Nothilfekurs in der Oberstufe dazu bewogen, dem Samari­ terverein beizutreten. Doch das Bild vom barmherzigen Samariter, den

man aus der Bibel kennt,

stimmt nicht ganz. Mein Engagement ist nicht un­ eigennützig. In den ver­ gangenen 20 Jahren habe ich dank der Samariter­ bewegung unglaublich viel erlebt und gelernt: Einsätze an Sportanlässen und Open Airs, der Aufbau einer Jugendgruppe und die Leitung von Lagern.

Der Verein investierte auch in meine Ausbildung.

Ich wuchs im Appenzellerland auf, studierte in Freiburg Psychologie und lebe heute im Unterengadin. Überall war der Samariterverein eine Heimat für mich.

Vorstandsmitglied des Schweizerischen Sama­ riterbundes. Meine Ver­ einstätigkeit hat mir den Berufseinstieg erleichtert: Auch bei meiner Arbeit als Psychologe steht der Mensch im Zentrum.»

Ich bin Präsident des Bündner Samariterverbands und

Jugendrotkreuz-Helferin Stella Nüssli, Seite 30


30 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Kinderbetreuerin

Stella Nüssli (21), Romanshorn TG «Ich bin Pflegefachfrau in Ausbildung.

Bei der Freiwilligen­ arbeit fürs Rote Kreuz kann ich mir alle Zeit der Welt nehmen, was im Arbeitsalltag nicht immer möglich ist. Mit relativ wenig Ein­ satz kann ich anderen viel Freude bereiten. Das spornt mich an und macht mir unglaublich viel Spass. Ich engagiere mich pro Monat zehn bis zwanzig Stunden für das Jugendrotkreuz. Wir veranstalten zum Beispiel Spielnach­ mittage für Kinder und Jugendliche im Asyl­ zentrum Thurhof in Oberbüren SG. Viele Flüchtlingskinder kamen unbe­

gleitet in die Schweiz und langweilen sich im Zentrum. Wir or­ ganisieren Ball­ oder Brettspiele, malen mit Strassenkreide und zeitweise plau­ dern wir auch einfach. Ja, das geht. Die Kids gehen in den Sprach­ unterricht und wollen mit uns Deutsch üben. Ganz anders und doch ähnlich sind die

Nachmittage, die wir im Wohn­ und Pflege­ heim Flawil SG organi­ sieren. Hier spielen wir Scrabble oder ein Quiz, backen oder kochen gemeinsam. Sowohl die Einsätze im Zentrum für Asyl­

bewerber wie auch im Altersheim sind eine enorme Bereicherung: Die alten Leute haben so viel Lebenserfah­ rung, und die Flücht­ lingskinder haben auf ihrem Weg in die Schweiz oft Unglaub­ liches erlebt.»

«Enorme Bereicherung»: Stella Nüssli veranstaltet Spielnachmittage für Flüchtlingskinder.


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MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 31

Alles für Ihre Gesundheit. SRK in Zahlen

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Freiwillige engagieren sich beim Schweize­ rischen Roten Kreuz.

2,2

Millionen Stunden arbeiten Helfer jährlich ehrenamtlich.

54

Millionen Franken an Spendengeldern nahm das SRK im vergangenen Jahr entgegen.

% 0 –2

14

Prozent beträgt der Aufwand für Verwaltung und Fundraising. Dieser Anteil liegt innerhalb der Normen der Zerti­ fizierungsstelle Zewo und wird von dieser überwacht.

124

Millionen Franken betrugen die Ausgaben des SRK im vergange­ nen Jahr. 45 Prozent davon deckt die Organisation durch in Rechnung gestellte Dienstleistungen.

5,2

Millionen Franken gab das SRK 2015 für Programme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge aus.

640

Tausend Franken setzte das SRK im vergangenen Jahr in Griechenland ein. Quelle: SRK

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32 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Leserforum MM17: Orna Donath «Keine Kinder zu haben, ist Teil meiner Identität»

«Am besten ist es, weder zu urteilen noch zu verurteilen» in die Sozialhilfe. Wie gesagt: In Israel mag das ein Problem sein, hier haben wir andere Sorgen! Madeleine Häuselmann, via E-Mail

Orna Donath: Die israelische Soziologin hat das kontroverse Thema «bereuende Mütter» erforscht.

Wir sind ein (gewollt) kinderloses Paar und geniessen dadurch gewisse Freiheiten. Ich kann mich nur an sehr wenige Situationen erinnern, in denen ich mich von meinem Umfeld unter Druck gesetzt fühlte, und sehe das ziemlich entspannt. Zugleich kenne ich in meinem grossen Bekanntenkreis viele Familien und wüsste von keiner Mutter, die es – trotz der täglichen Herausforderungen – aufrichtig und längerfristig bereut. Mirjam Rehfeld, via www.migrosmagazin.ch

«Ich wusste mit zwölf: Ich will nie ein Kind»

Zuerst war ich ein wenig irritiert über die Ansicht, die Orna Donath sichtlich stolz und gern mit uns teilt. Heute musste ich mich dann noch

einmal hinsetzen, um mich zu vergewissern, dass das, was die Migros-Zeitung abdruckt, wirklich Mist in dem Ausmass ist, wie ich mir bereits dachte. Ich bin ein absolutes MigrosKind und treue Kundin mit grosser Familie. Ich freue mich über das familienorientierte Marketing der Migros, und meine Kinder tun das auch. Warum hat es die Migros nötig, ein derart familienfeindliches Interview mit einer abgedrehten Feministin und Soziologin abzudrucken? Ich bin damit einverstanden, dass es Frauen gibt, die mit dem Muttersein überfordert sind. Das aber, finde ich, gehört letztlich nicht in eine familienfreundliche Migros-Zeitung. Salome Huber, via E-Mail Ich ziehe den Hut vor den Frauen und Männern, die sich klar gegen eine Familiengründung entscheiden, wenn es nicht

in ihr Leben passt. Es ergibt keinen Sinn, Kinder auf die Welt zu bringen, die von ihrer zwölften Lebenswoche an zu 100 Prozent fremdbetreut werden. Was ist hier wohl egoistischer und ehrlicher? Maggie Rénard, via www.migrosmagazin.ch

«Wir haben hier andere Sorgen» Ich glaube nicht, dass dieses Thema in Westeuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, ein Problem ist. Ich selbst bin auch kinderlos, wurde aber noch nie in irgendeiner Weise negativ darauf angesprochen. Ich kenne auch viele Frauen, die keine Kinder haben oder keine wollen. Ich sehe die Probleme eher in der zunehmenden Zahl der alleinerziehenden Frauen. Nicht selten bedeutet das den «freien Fall» –

Ich wusste mit zwölf Jahren: Ich will nie ein Kind. Habe dies später auch meiner Gynäkologin gesagt. Vor drei Jahren bin ich von derselben Gynäkologin sterilisiert worden. Reaktion meiner Eltern: «Es ist dein Leben.» Richtig! Super Job, lieber Partner (natürlich auch ohne Kinderwunsch), Reisen: Wir geniessen unsere Freiheiten. Sandra Lang, via www.migrosmagazin.ch Mein Schicksal ist, dass ich gern Kinder gehabt hätte, dass aber mein Umfeld hätte passen müssen. Ein Kind sollte auch heute noch Mutter und Vater haben. Ein Kind um jeden Preis, mit allen Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen, ist wirklich reiner Egoismus! Respekt voreinander zu haben, heisst auch, Respekt zu haben vor den Frauen ohne Kinder. Ein toller Artikel, für den ich dankbar bin. Silvia Konrad, via www.migrosmagazin.ch

Bilder: Peter Granser, Keystone

Nachwuchs zu wollen oder eben nicht zu wollen, ist etwas vom Persönlichsten überhaupt – egal, wo man lebt, egal, welcher Religion man angehört (wenn man überhaupt einer Religion angehört) oder in welchem Kulturkreis mit den dazugehörigen Traditionen man sich befindet. Kritiken wie «Du bist egoistisch, wenn du keine Kinder willst» kann man genauso kontern: «Du bist egoistisch, wenn du Kinder willst.» Am besten ist es meines Erachtens, weder zu urteilen noch zu beurteilen oder zu verurteilen. Es ist so persönlich, und niemand muss eine Entscheidung akzeptieren – aber bitte respektieren. Caroline Ziegler Cornelli, via www.migrosmagazin.ch


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MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 33

MM17: Diese Woche Streit ums Kindeswohl

«Die zuständigen Ämter in die Pflicht nehmen»

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Einen Ausbau des Kinderschutzes finde ich grundsätzlich gut, jedoch nützen all die Mel­ dungen und Meldeverpflichtungen nichts, wenn die zuständigen Ämter nicht dazu verpflichtet werden, innerhalb eines sinnvollen Zeitraums auf diese Meldungen zu reagieren und ihr Vor­ gehen bei Abklärungen respektive die Effizienz von Abklärungsabläufen zu hinterfragen. Béatrice Marasco, via www.migrosmagazin.ch

Dass Kinder schlechter geschützt sind als stärkere Erwachsene, darf nicht sein. Berichte über misshandelte und missbrauchte Kinder machen mich, eine zweifache Mutter, enorm traurig und wütend zugleich. Ein Tabu für Erwachsene muss erst recht und zwingend auch bei den Jüngsten gelten. Alles andere fühlt sich für mich falsch und verkehrt an. Wehr-, hilf- und schutzlose Kinder zu schlagen – ob aus Frust, Wut, Überforderung oder gar als Erziehungsmassnahme –, ist feige, schäbig und erniedrigend. Es ist an uns Erwachsenen, Kinder vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt zu bewahren und zu beschützen – das sind wir ihnen schuldig. Deshalb müssen Menschen, die Kindern Gewalt antun, bestraft werden. Andrea Mordasini, Bern

Wer schützt eigentlich die Kinder vor den Denunzianten und Fachpersonen, deren Glaubwürdigkeit nie hinterfragt wird? Yvonne Bloch, via www.migrosmagazin.ch

«Lebenslang traumatisiert» Wenn die Meldung einer Kindesmisshandlung an die KESB geht, ist man ja nicht sicher, ob es bei denen weitergeht – so, wie die ihre «Macht» ausüben und ganze Familien zerstören, indem sie einzelne oder mehrere Kinder aus Familien reissen. Diese Kinder sind für ihr ganzes Leben traumatisiert! Welcher Bürger mit Gewissen will diese Schuld auf sich laden? Pedja M. Diethelm, via www.migrosmagazin.ch

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34 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Arnold Gjergjaj

Der Kampf seines Lebens

Vor zwei Jahren erhielt er einen Preis für sein Engagement in der Jugendarbeit – jetzt steht Arnold «The Cobra» Gjergjaj vor dem wichtigsten Termin seiner bisherigen Karriere: Am 21. Mai tritt der aus dem Kosovo stammende Prattler gegen Weltklasseboxer David Haye an. Text: Claudia Langenegger

A

rnold Gjergjaj (31) misst fast zwei Meter, wiegt 111 Kilogramm, hat Schultern so breit wie ein Schrank und besiegt fast jeden Gegner mit einem K.O. Angst scheint dieser Boxer nie zu haben. Auch nicht vor dem nächsten Kampf? Er grinst schelmisch, lacht und stützt sich mit den Ellenbogen auf die Seile des Rings: «Man hat immer Angst. Nicht vor dem Kampf. Vor dem Verlieren», sagt es und wendet sich ab, um Seil zu springen. Der Ring­ boden schwingt unter seinem Kör­ pergewicht, das Seil schlägt für die nächsten zehn Minuten laut und regelmässig auf dem Boden auf. Arnold Gjergjaj, dessen Name man «Dscherdschai» ausspricht, tritt am 21. Mai in London gegen David Haye an. Haye – den Weltklassekämpfer? Ja, genau den. Der Engländer war mehrfacher Weltmeister im Schwer­ gewicht und stand bereits gegen prominente Grössen wie Wladimir Klitschko im Ring, die langjährige Nummer eins im Schwergewicht. Hat Arnold Gjergjaj da überhaupt eine Chance? «Sonst würde er nicht antreten», sagt Angelo Gallina (48), Präsident des Boxclubs Basel, der Gjergjajs Coach und auch Manager ist. «Auf diesen Moment haben wir sieben Jahre hingearbeitet», sagt der Mann mit der prägnanten schwarzen Brille. Er ist einer, der Box­ sport mit Kultur verbindet und nur Boxer mag, die auch etwas im Kopf und ein grosses Herz haben, nicht nur

Bild: Matthias Willi

Muckis. Arnold Gjergjaj ist einer von ihnen. 29 Profikämpfe hat er hinter sich und bisher jeden gewonnen. Mittlerweile hat Gjergjaj sich die schweren 18­Unzen­Handschuhe angezogen, und Gallina zieht sich die Pratzen über. Die «Schlagschule» be­ ginnt. Der Schwergewichtler schlägt dabei in die Lederpratzen seines Trainers und wird von ihm gnadenlos durch den Ring gejagt. Gjergjajs Schläge knallen in die Pratzen. Mit jeder Runde werden sie schneller, härter und lauter. Doch erst nach der fünften Runde atmet er hörbar wäh­ rend einer Pause, und erst zwei Run­ den später zeichnen sich auf seiner Stirn die ersten Schweissperlen ab. Essen darf er alles, auch Döner

Als 14­Jähriger kam Gjergjaj aus dem Kosovo in die Schweiz. Hier machte er den Schulabschluss, eine Lehre als Heizungsmonteur, und begann mit dem Boxen. Warum? «Kollegen von mir gingen ins Training. Sie sagten: Du bist stark, komm auch», erzählt er. Als Amateur wurde er drei Mal Schweizer Meister. Mit 25 Jahren wechselte Gjergjaj ins Profilager. Geld verdient er mit seinem Sport keins. Im Gegenteil. Kämpfe sind teu­ er, die Einnahmen mager. Hierzulan­ de kommt man nur mit Sponsoring weiter. Es gibt keine gebührenpflich­ tigen Fernsehübertragungen wie in England, wo Boxprofis ihren Lebens­ unterhalt mit Wettkämpfen verdie­ nen können. Zu Beginn seiner Sport­ lerkarriere arbeitete Gjergjaj Vollzeit

auf dem Bau und später im Lebens­ mittelladen seines Bruders in Basel. Seit Januar ist der Boxer auch noch Besitzer des Clubs Arnold Boxfit in Pratteln BL. Am Feierabend Training, an den Wochenenden Kämpfe. Gjerg­ jaj hilft noch immer sonntags im Laden des Bruders aus – nur nicht jetzt, vor diesem wichtigen Kampf. Vor zwei Jahren wurde Gjergjaj mit dem Prattler Stern ausgezeichnet – als Anerkennung für sein soziales Engagement in der lokalen Jugend­ arbeit. Und der gebürtige Kosovo­ Albaner mit Schweizer Pass, der sich lange dafür schämte, dass er nicht perfekt Deutsch spricht, gilt als gutes Beispiel für geglückte Integration. Wenn der Ernst des Kampfs gilt, ist es mit Gjergjajs offensichtlicher Gutmütigkeit vorbei. Dann verwan­ delt er sich in den gnadenlosen Boxer mit dem Fightnamen «The Cobra» – flink wie eine Kobra lässt er, ohne zu zögern, seine Fäuste fliegen. «Im Ring erkennst du ihn nicht wieder», sagt Coach Angelo Gallina stolz. Nach eineinhalb Stunden ist das Nachmittagstraining vorbei. Gjergjaj freut sich auf das Poulet, das seine Frau Marta (24) für ihn gekocht hat. Auf sein Gewicht achten muss er nicht: «Ich habe im Moment das Idealge­ wicht, ich kann auch das essen», sagt er und zeigt auf ein Sponsorenplakat mit einem Döner. «Das ist das Prakti­ sche am Schwergewicht.» Und er lacht sein sympathisches Lachen. MM Weitere Infos: www.thecobra.ch; http://arnoldboxfit.ch


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 35

Bereitet sich auf den Kampf gegen David Haye vor: Arnold Gjergjaj hat sieben Jahre auf diesen Moment gewartet.


36 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Tanja Krones

«Es geht nicht um den Tod – es geht um das Leben» Tanja Krones ist das Gewissen des Unispitals Zürich. Als Leiterin des Ethikkomitees berät die 46-Jährige Ärzte, Patienten und Angehörige bei schwierigen Entscheiden rund um Sterbehilfe, Palliativpflege und Organspende. Text: Anne-Sophie Keller, Reto E. Wild

Bilder: Jorma Müller


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 37

«Jeder Patient sollte für sich definieren können, was ein würdiger Tod ist»: Tanja Krones


38 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Tanja Krones, Ihr Mann ist Kinderarzt, Sie leiten das klinische Ethikkomitee am Uni­ versitätsspital Zürich. Sprechen Sie zu Hause oft über medizinische Themen? Wir versuchen, das zu vermeiden. Denn am Familientisch finden es die Kinder öde, wenn wir über Medizin reden. Aber immerhin: Mit steigendem Alter wächst ihr Interesse. Treten Ihre Kinder also bald in Ihre Fussstapfen? Nein. Und ist das nicht toll? Wenn die Eltern Ärzte sind, fühlen sich viele Kinder oft ver­ pflichtet, dasselbe zu werden. Bei uns ist das ganz anders. Der ältere Sohn will Förster oder Historiker werden, meine Tochter Schauspielerin oder Lehrerin, und beim Zwölfjährigen weiss ich es noch nicht. Womit genau beschäftigt sich denn ein Ethikkomitee? Wir führen Visiten am Unispital durch und werden manchmal auch von Hausärzten oder Psychiatern um Rat gefragt. Und wir

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führen fachübergreifende Gespräche über offene Fragen auf den Stationen und er­ arbeiten Richtlinien für das Unispital.

Psychologin und Ethikerin

haben, ihre Bedürfnisse würden nicht be­ rücksichtigt, oder sie seien nicht umfassend aufgeklärt. Ein anderes grosses Thema für das Ethikkomitee ist die Patientenverfü­ gung. Was passiert, wenn es einem Patien­ ten schlechter geht? Wie kann sein Wille berücksichtigt werden, wenn er nicht mehr für sich selber sprechen kann? Die meisten schreiben ihre Verfügungen im stillen Kämmerchen, ohne mit jemandem darüber gesprochen zu haben.

Tanja Krones (46) studierte in der hessischen Universitätsstadt Marburg Medizin, Soziologie, Psychologie und Politologie. Seit August 2009 ist sie leitende Ärztin Klinische Ethik und führt gemeinsam mit Settimio Monteverde die Geschäfte des Klinischen Ethik­ komitees am Universitätsspital Zürich. Zudem ist sie am Institut für Biomedizini­ sche Ethik der Universität Zürich tätig. Sie lebt zusammen mit ihrem Ehemann und drei Kindern in Zürich.

Mittlerweile kann man sich Patienten­ verfügungen online herunterladen. Ja, diese sind zwar rechtlich gültig, aber medizinisch oft nicht umsetzbar. Ein per­ sönliches Gespräch mit einem Arzt ist zwingend nötig. Nur schon die Frage der lebenserhaltenden Massnahmen kann nicht einfach mit Ja oder Nein beantwortet wer­ den. Dort müssen Umstände und Zeitpunkte geklärt sein. Reanimation ist auch so ein Thema, das viel komplexer ist als angenom­ men. Nur durchschnittlich 17 Prozent der

Fragen auch Patienten um Rat bei Ihnen? Ja, Patienten und Angehörige können uns direkt kontaktieren, wenn sie das Gefühl Zur Person


MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 39

Menschen im Spital können wiederbelebt werden – ein Drittel von ihnen hat danach einen schweren Hirnschaden. Ist es nicht zuviel verlangt, dass Leute sich derart mit ihrem Tod auseinandersetzen? Es geht nicht primär um den Tod, es geht um das Leben. Was ist für mich Lebens­ qualität? Worauf zähle ich? Was ist mein Plan B? Wo ist meine persönliche Grenze? Der wichtigste Grund, sich diese Gedanken zu machen, sind die Angehörigen. Die sind oft traumatisiert und leiden sehr darunter, wenn nie darüber geredet wurde. Laut Gesetz müssen sie jedoch am Ende ent­ scheiden und die Verantwortung tragen. Also sollten wir alle zum Arzt gehen und die Schritte für den Ernstfall besprechen? Ja, in vielen Ländern, etwa in Australien, England, in den USA und in gewissen Regio­ nen Deutschlands wird das bereits in einer besonderen Form der fachlich begleiteten gesundheitlichen Vorausplanung gemacht.

Auf Englisch heisst das «Advance care plan­ ning». Der erste Schritt dabei ist das Ge­ spräch mit den Angehörigen. Oft weiss man nicht, was seinen Liebsten wichtig ist. Es ist etwas Wertvolles, mit seinen Familienmit­ gliedern darüber zu sprechen, was ihre Hoff­ nungen, Ängste oder Wünsche sind. Danach folgt das Gespräch mit dem Hausarzt oder einer Beratungsstelle, möglichst mit einer Vertrauensperson. Von einer obligatori­ schen Patientenverfügung dagegen halte ich nichts. Man muss die Menschen über­ zeugen, nicht zwingen. Welche Rolle spielt das Geld? Die Frage ist, wie viel das Sterben kosten darf. Medizinische Massnahmen, die für die Phar­ maindustrie nicht lukrativ sind, werden in der Schweiz weniger stark finanziert. Das Sterben im Spital kostet den Patienten meist nichts, das Sterben im Hospiz oder zu Hause viel mehr. Darum ist die gute Finanzierung der Palliativmedizin, die Erhaltung der Lebens­ qualität von unheilbar Kranken, so wichtig.

Wann gilt man eigentlich medizinisch als tot? Sterben ist, biologisch gesehen, ein Prozess, die Definition des Todes dagegen ist menschengemacht. Fast immer geschieht dies durch die Feststellung der sicheren Todeszeichen 20 Minuten nach Herzstill­ stand. Ende der 1960er­Jahre hat sich der Hirntod als weiteres Todeskriterium etabliert. Das ist ein Zustand, bei dem alle Hirnfunktionen ausgefallen sind, auch das Atemzentrum, sodass der Herzstillstand dann nur nicht eintritt, weil man weiter künstlich beatmet. Ethisch lässt es sich gut rechtfertigen, beim Hirntod eine Organ­ transplantation zu erlauben. Philosophisch gesehen, kann man sich darüber streiten, ob der Mensch dann wirklich schon tot ist. Wie geht man in der Schweiz mit Organtransplantationen um? Zentral ist der Wille des möglichen Organ­ spenders. Im Moment gibt es bei vorhande­ nem Spendewillen eines Menschen zwei

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40 | MM18, 2.5.2016 | MENSCHEN

Möglichkeiten der Spende nach dem Tod: die Spende nach Hirntod bei schlagendem Herzen und die Spende nach Herzkreislauf­ stillstand und nachfolgendem Hirntod. Neh­ men wir an, ein Patient ist schwer krank. Die Angehörigen entscheiden mit den Intensiv­ medizinern, dass die Prognose sehr schlecht ist und der Patient einer lebenserhaltenden Weiterbehandlung nicht mehr zustimmen würde. Werden dann die Schläuche entfernt, setzt das Herz aus. Falls der Patient seine Organe spenden möchte, muss man hierzu­ lande zehn Minuten warten, bis nach einem Herzkreislaufstillstand der Hirntod fest­ gestellt werden darf. Erst dann dürfen die Organe entnommen werden. Wie viele Fälle behandeln Sie pro Jahr? 2014 waren es 350, 2015 schon über 500. Es ist jedoch nicht so, dass die Ethikerin am Ende einen Schiedsspruch fällt. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam mit den Behandlungsteams, den Ärzten und selbstverständlich mit den Patienten. Oft sind

wahnsinnige Angst vor dem Essen haben. Da stellt sich die Frage, ob man den Patien­ tinnen eine Zwangsernährung zumutet und sie gegen ihren Willen festhält, was eine massive Freiheitsberaubung darstellt. Die Entscheidung muss das ganze Team zusam­ men mit der Patientin und den Angehörigen treffen. Vielleicht realisiert die Patientin ihre Krankheit nicht oder hat einen Sterbe­ wunsch. Da muss man ganz genau hinhören.

sich allerdings die Behandlungsteams nicht einig. Etwa wenn Herzchirurgen oder Pflegeteams eine Prognose anders bewerten. Dann müssen wir genau hinschauen, was am Ende das Beste für den Patienten ist.

Was tun Sie, wenn eine Patientin nicht mehr leben will? In der Regel versuchen wir, sie aus dieser Krise herauszubringen. Das gelingt nicht immer. Wir hatten auch schon eine Frau, die später in einem anderen Spital mit palliativmedizinischer Abteilung gestorben ist. Damals gab es noch kein Kompetenz­ zentrum für Palliativmedizin am Unispital.

Können Sie einen Fall beschreiben? Magersüchtige Patientinnen haben eine enorm hohe Sterblichkeitsrate, weil sie eine

Wie nahe gehen Ihnen solche Fälle? Ab und zu sehr nahe. Wir machen den Job aber auch, weil wir so viel von Menschen

«Wenn man akzeptiert, dass Sterben zum Leben dazugehört, macht das vieles einfacher.»

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MENSCHEN | MM18, 2.5.2016 | 41

mitkriegen und dadurch reich beschenkt werden. Nicht jedes Sterben ist schrecklich. Wenn man akzeptiert hat, dass Sterben zum Leben dazugehört, macht das vieles einfacher.

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Was ist für Sie «schönes Sterben»? Viele möchten ja möglichst schnell und schmerzlos sterben. Aber eigentlich ist es sehr viel schöner zu sterben, nachdem man sich verabschieden, Bilanz ziehen und seine Biografie zu Ende erzählen konnte. Mein Mann erlebte als Arzt Kinder, die in kurzer Zeit unglaublich viel Sinn in ihr Leben rein­ gepackt hatten. Wichtig ist, dass Menschen die Umstände ihres Endes so weit wie mög­ lich selber bestimmen können – auch weil dies dann für die Angehörigen ein weniger traumatisches Erlebnis ist. Was ist Ihre persönliche Haltung zur Sterbehilfe? Jeder Patient sollte für sich definieren können, was ein würdiger Tod ist. Man darf Ärzte nicht zu assistiertem Suizid zwingen. Die Gesellschaft sollte sich aber der Frage stellen, wie weit Ärzte dabei mitwirken dürfen. Wenn ein Mensch seine Entscheidung sorgfältig evaluiert hat, würde ich ihn dabei unterstützen – und ihn nicht allein lassen.

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Viele Angehörige kritisieren Sterbehilfe, weil sie ihnen die Zeit raubt, Abschied zu nehmen. Ist das egoistisch? Ich glaube, das wäre eine moralisierende Aussage. Der assistierte Suizid kann genauso gut oder schlecht laufen wie ein natürlicher Tod. Entscheidend ist, wie ein Patient beim Sterben begleitet wird. Doch es ist schreck­ lich, wenn Angehörige vor dem assistierten Suizid nicht informiert werden. Sie stellen sich tagtäglich existenzielle Fragen. Hat Ihr Job Ihr Denken und Fühlen verändert? Ja, ich bin toleranter geworden. Als junge Ärztin hatte ich viel stärkere Moral­ vorstellungen und fand meine richtiger als jene der andern. Zu erkennen, dass es primär um das Leben des anderen geht, war für mich enorm wichtig. Die Grenzen des Leidens sind individuell, und es gibt Situa­ tionen, in denen man Menschen nicht helfen kann. Manchmal auch, weil sie es nicht möchten. Es gibt Menschen, die ihren Schmerz erleben wollen, weil es für sie zum Sterben gehört. Aber was tut man, wenn jemand nun fürchterlich herum­ schreit und nicht mehr entscheidungsfähig ist? Hätte er sich das so schlimm vorstellen können? Soll man ihm nicht doch Schmerz­ mittel geben – oder würde man gegen seinen Willen handeln? Das muss man ganz genau abwägen. MM

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Migros-Welt MM18

Zitat der Woche

«Die Migros tritt vermehrt an Universitäten auf, lädt Absolventen an Veranstaltungen ein und bietet eine grosse Anzahl an Trainee-Stellen an.» Hans-Rudolf Castell, HR-Chef der Migros-Gruppe, in der «Bilanz» vom 22. April über die Migros als attraktive Arbeitgeberin für Akademiker

Bienen

Der Förderfonds Engagement Migros lanciert eine Online-Plattform zum Wohl der Bienen. Imkern, Bauern oder Hobbygärtnern bietet die Plattform zahlreiche, einfach umsetzbare Empfehlungen, wie sie den Lebensraum und die Gesundheit von Bienen verbessern können. Erstmals ist aktuelles und wissenschaftlich gesichertes Wissen zu Honig- und Wildbienen gesammelt verfügbar. Es soll helfen, das akute Bienensterben der vergangenen Jahre zu bekämpfen.

Die Zukunft der Bienen sichern: Eine neue OnlinePlattform liefert das nötige Wissen.

Alle Infos: www.bienenzukunft.ch

Dessert

Heiss + süss = günstig

Bilder: Nicola Pitaro, zVg

Sich einfach mal hinsetzen mit einer Tasse Kaffee oder einem herrlich duftenden Tee ,

dazu ein süsses Dessert geniessen und plaudern oder die Tageszeitung lesen – das sollte man sich zwischendurch gönnen. Wem beim Anblick von Schwarzwäldertorte, VanilleCornet, Erdbeertörtlein oder Cremeschnitte das Wasser im Mund zusammenläuft, kann sich

jetzt auf ein besonders günstiges Angebot freuen. In den Migros-Restaurants gibt es vom 9. bis zum 21. Mai ein Heissgetränk mit einer Dessertspezialität für nur 3.50 statt 4.90 Franken. Mehr von der Migros Aare ab Seite 97


Cumulus-Vorteil gilt vom 2.5. bis 31.5.2016 auf alle Sofas, Sessel und Bettsofas, exkl. Kids-Sortiment. Erhältlich in allen Micasa-Filialen gegen Vorweisen der Cumulus-Karte und im Online-Shop gegen Angabe der Cumulus-Nummer. Der Preisvorteil gilt nur bei Neuaufträgen. Es gelten die üblichen Cumulus-Richtlinien.

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Bettsofa PAULI

Stoff rot, Gestell Metall pulverbeschichtet, 92 x 85 x 76 cm, Liegefläche 196 x 92 cm

719.10 statt 799.–

Ecksofa FLURI

Diverse Farben, z. B. Stoff Sawana anthrazit, 235 x 147 x 80 cm

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Stoff schwarz, Gestell Birkenschichtholz, 62 x 75 x 80 cm

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Sessel ANDRES

Diverse Farben und Materialien, z. B. Stoff Lesina lime, Gestell Metall, 83 x 87 x 96 cm


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 45

Festival Bodenstän­

dige Jodlerchöre treffen auf ebenso traditionsverbunde­ ne Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Welt: Beim Klangfestival Natur­ stimmen 2016 sind in dem Toggenburger Ort Alt St. Johann Künstler aus der Schweiz, aus Zim­ babwe, der Mongo­ lei, Tibet und etlichen anderen Ländern zu erleben. Gemeinsam ist allen Interpreten, dass sie nicht mit Elektronik, sondern mit traditionellen Instrumenten und vor allem mit der Kraft der mensch­ lichen Stimme die Zuhörer verzaubern. Das Festival dauert vom 3. bis 16. Mai und wird vom Migros­Kulturprozent unterstützt.

Geschenktipp

Kaugummis zum Muttertag Kinder, die ihrem Mami am 8. Mai etwas Originelles schenken möchten, werden auf der Website www.myskai.ch fündig: Chocolat Frey bedruckt auf Wunsch Kaugummis in unterschiedlichen Aromen wie Peppermint oder Fan­ tastic Berry mit dunkel­ blauer Lebensmittelfarbe: Auf der Website stehen viele verschiedene Sujets zur Auswahl; es lassen sich aber auch eigene Bilder oder persönliche Botschaften hochladen. Zum Muttertag bieten sich unter anderem etliche herzige Blumenmotive an. Chocolat Frey gibt aus diesem Anlass 5 Franken Rabatt auf 2 Packungen mit insgesamt 51 bedruck­ ten Dragées. Dieses persönliche Geschenk gibt es dann für 14.80 Franken – ein Preis, der zu einem Sackgeldbudget passt.

www.klangwelt.ch

Medbase

Neues Zentrum in Genf

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Aufgrund der tieferen Milchpreise senkt die Migros die Preise von Butter. Ausgewählte Beispiele

Preis alt*

Preis neu*

in %

Die Butter, 250 g

3.05

3.00

–1,6

Floralp Mödeli, 200 g

2.95

2.90

–1,7

* in Franken

Die Migros­Tochter Medbase expandiert in die Romandie: Sie wird zusammen mit dem Ärztenetz Réseau Delta ein medizinisches Zentrum am Bahnhof Genf Cornavin eröffnen. Das Zentrum soll im Oktober den Betrieb aufnehmen. Die Medbase­Gruppe hat in der Deutschschweiz ein Netz aus zwölf medizinischen Zentren aufgebaut und dieses im Oktober 2015 durch die Übernahme der 23 Santémed­Gesundheits­ zentren mehr als verdoppelt.

Das Medbase­Modell ist bei den Kunden und den Fachleuten gleichermassen beliebt: Die Pa­ tienten schätzen es, dass sie in den Zentren ganzheitlich betreut und beraten werden. Die Ärzte legen ihrerseits Wert darauf, dass sie sich mit Kollegen austauschen können. Die Zentren bieten eine umfassende Versorgung – von der Prävention über die medi­ zinische Grundversorgung bis zur Rehabilitation. Langfristig soll ein Netz aus Zentren entstehen, das alle Landesteile abdeckt.


46 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

ai ist Mutter ta g 8. M

Frey

Siebenfacher Genuss in einem Geschenk Die originelle Herzdose mit der filigranen Goldprägung wird dem Mami als Präsent zu ihrem Ehrentag garantiert grosse Freude bereiten. Denn abgesehen von ihrem deko­ rativen Design bietet sie mit sieben Sorten edler Prestige-Pralinés schokoladigen Genuss mit Marzipan, Mandelcreme, Maca­ damia, Haselnuss, Trüffel oder Nougat. Ein­ zelne Füllungen sind mit Haselnusskrokant, Caramel oder Haselnusssplittern verfeinert. Frey Pralinés Prestige in Herzdose, 99 g Fr. 7.80* statt 9.80 Solange Vorrat

Frey Adoro Kugeln Milch, 200 g Fr. 6.55* statt 8.20

Bild: Yves Roth

Styling: Katja Rey

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Frey-Pralinés in Schachteln oder Adoro Bis 9. Mai Dekorative Herzdose oder elegante Schachtel: Dank ihrer stilvollen Verpackung sind die Pralinés Prestige in beiden Variationen ein ideales Geschenk zum Muttertag.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Pralinés Prestige und die AdoroKugeln von Frey.


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48 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Cup Lovers

Brownie à la minute Der neue Brownie von Cup Lovers ist im Nu frisch zubereitet. Wie ein echter Brownie ist er aussen knusprig und innen feucht und knackig mit Pekannüssen. Eine gute Idee für alle, die ihr Mami mit einem selbstgemachten Küchlein über­ raschen wollen – zum Muttertag oder zu jeder anderen Gelegenheit, als kleine Belohnung für zwischendurch.

Neu Cup Lovers Brownie In grösseren Filialen erhältlich

Cup Lovers Muffin, 1 Beutel, 80 g Fr. 1.60

Cup Lovers Tiroler Cake, 1 Beutel, 80 g Fr. 1.70

Cup Lovers Zitronen Cake, 1 Beutel, 80 g Fr. 1.60

Cup Lovers Brownie, 1 Beutel, 80 g Fr. 1.80

Bild und Styling: Ruth Küng

Für die Zubereitung der Cup Lovers muss die Tasse mikrowellen- oder backofenbeständig sein.


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WO FINDEN SIE DIE ROTPUNKT APOTHEKEN? AG: Seon, Spreitenbach, Stein | AR: Herisau | BS: Basel | BL: Binningen, Oberwil | BE: Bern, Biel, Grosshöchstetten, Ipsach | GR: Chur, Maienfeld | LU: Emmenbrücke, Luzern, Sursee | NW: Stans | SH: Neuhausen, Schaffhausen, Stein am Rhein | SZ: Goldau | SO: Breitenbach, Grenchen, Lostorf, Oensingen, Olten | SG: Altstätten, Bad Ragaz, Flawil, Gossau, Rapperswil, St. Gallen, St. Margrethen, Wil | TG: Arbon | ZG: Zug | ZH: Affoltern a. Albis, Bassersdorf, Bülach, Dielsdorf, Dietikon, Hombrechtikon, Kloten, Küsnacht, Pfungen, Regensdorf, Rüti, Schlieren, Thalwil, Wetzikon, Winterthur, Zürich

Weitere Aktionen: www.rotpunkt-apotheke.ch


50 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Für einen stilvoll gedeckten Frühstückstisch: Papierservietten Aurélie, 20 Stück Fr. 4.50

Darf auch am Muttertag nicht fehlen: M-Classic Frischback Butterzopf, gekühlt, 400 g Fr. 3.15

In der Micasa

ai ist Mutter ta g 8. M

Muttertag

Fürs beste Mami Hat sie kleine Kinder, ist die Schweizerin gemäss Bundesamt für Statistik 55,5 Stunden pro Woche mit Haus- und Familienarbeit beschäftigt. Da reicht ein Tag im Jahr kaum aus, ihr für diesen Einsatz gebührend zu danken. Und doch freut sich jede Mutter, wenn ihre Lieben sich dafür zum Muttertag ins Zeug legen. Das Frühstück inklusive neuer Lieblingstasse bringt der Nachwuchs direkt ans Bett, oder er deckt liebevoll den Tisch – natürlich mit dem passenden Blumenschmuck und selbst gebackenem Kuchen.

Die besondere Blume für den besonderen Anlass: Orchidee Little Kolibri, Ø 9 cm Fr. 12.90

Backen mit Herz: Silikonbackform für 24 Herzli Fr. 12.80

Im Do it + Garden

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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 51

Fein für den Zopf oder im Joghurt: Sélection Konfitüre Aprikose, 240 g Fr. 3.20 In grösseren Filialen

Für den ersten Genussmoment am Ehrentag: Sélection Granola, 400 g Fr. 5.60

Für schnelle Küchlein: Cup Cakes Vanille Choco, 425 g, für 12 Stück Fr. 6.50 In grösseren Filialen

Bild: Getty Images

Hat das Potenzial zur neuen Lieblingstasse: Tasse Blumen, Cucina & Tavola Fr. 5.90

Mit Liebe fertig gekauft: Erdbeerherz, 2 Stück, 150 g Fr. 4.80

Präsente herzig verpacken: Geschenktasche Herzen, Karton, 19 × 9 × 23 cm Fr. 5.50 In der Micasa


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 53

ai ist Mutter ta g 8. M

Dieser Muttertagsstrauss wurde in der Migros Limmatplatz in Zürich gebunden.

Blumensortiment

Boten der Liebe und Dankbarkeit

Bild: Lucas Peters; Styling: Mirjam Vieli-Goll

Wenn es darum geht, Gefühle wie Zuneigung, Liebe und Dankbarkeit in Farben auszudrücken, sind Rot, Weiss und Rosa die Topfavoriten. Passend zum Muttertag hält die Migros Blumenund Pflanzengestecke sowie Sträusse in ebendiesen Farbtönen bereit, denn blühende Präsente für das beste Mami der Welt stehen hoch im Kurs, sobald der Countdown für den Ehrentag beginnt. Und egal, welcher Artikel ausgewählt wird: Er wird der Empfängerin lange Freude bereiten. Schliesslich garantiert die Migros nicht nur punkto Lebensmittel Frische und Qualität, sondern auch im Bereich Floristik.

Festtagsstrauss* Fr. 24.90

Mini-Phalaenopsis, dekoriert* Fr. 14.90

Muttertagsgesteck * Fr. 19.90

Cymbidium-Gesteck* * in grösseren Fr. 9.90 Filialen


54 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Als die Migros 1947 begann, Schnittblumen zu günstigen Preisen zu verkaufen, waren die Kundinnen und Kunden begeistert.

Blumenverkauf

Blütenzauber für alle Schnittblumen konnten sich in der Schweiz einst nur reiche Leute leisten – bis die Migros vor knapp 70 Jahren Rosen und Nelken für alle erschwinglich machte. Text: Michael West

Dankesbriefe an Gottlieb Duttweiler

Nach dem Ansturm auf die Filialen zog Gottlieb Duttweiler in der Kundenzeitung «Brückenbauer» Bilanz: «Es ist ein wahrer Blumensegen auf Stadt und Land niedergegangen und hat wohl hunderttausend Familien Freude gebracht – bis in den hintersten Winkel.» Der Migros-Gründer erhielt viele Dankesbriefe. Darin hiess es unter anderem: «Das fehlt uns immer im Winter. Wir lieben es, unser Stübchen mit Blumen zu schmücken.» Duttweilers Firma bezog Rosen und Nelken von der italienischen Riviera, wo ein Überangebot herrschte. Die Einkaufspreise

waren entsprechend günstig; die Migros gab diesen Preisvorteil an ihre Kunden weiter. Weniger erfreut als die Konsumenten waren die etablierten Floristen. Sie versuchten, den Import zu unterbinden, und drohten den südländischen Migros-Lieferanten mit Boykott. Selbst bei der italienischen Regierung wurde der Verband der Schweizer Blumenhändler vorstellig. Doch der Proteststurm legte sich. Im Migros-Geschäftsbericht 1947 hiess es dazu, mindestens ein Teil der Floristen sei «zu einer ruhigeren Beurteilung gekommen». Schliesslich sei durch die Migros-Aktion «Sinn und Freude an den Blumen in weitesten Bevölkerungskreisen geweckt» worden, was auch den Floristen nütze. Blumen als Symbol einer neuen Zeit

Der Blumenverkauf läutete für die Migros eine neue Ära ein. Vor und während des Kriegs war sie vor allem dafür bekannt, dass sie das Volk zu günstigen Preisen mit Lebensmitteln und Haushaltsartikeln versorgte. In den Nachkriegsjahren, in denen sich die

Kunden nach Komfort und Schönheit sehnten, wurde das Sortiment kontinuierlich ausgebaut. Nun gab es auch Dinge, die nicht bloss einen Nutzwert hatten: zum Beispiel Blumen, die die Menschen als Symbol einer neuen, friedvollen Epoche betrachteten. Die Migros unterstützt fairen Handel seit 1992

Und wie ging es mit dem Blumenverkauf weiter? Mit dem allgemeinen Sortiment wuchs auch das floristische Angebot ständig weiter. So importierte die Migros im Jahr 1953 Millionen holländischer Tulpen und half zugleich, Blumenproduzenten in der Ortschaft Rijnsburg zu sanieren. Ab 1958 gehörten die vormals astronomisch teuren Orchideen zum Sortiment. Blumenschmuck war zu einem Teil des Alltags geworden, auch weil die Migros ihn für die Allgemeinheit erschwinglich gemacht hatte. In den Folgejahren spielte die Migros beim Blumenverkauf erneut eine Pionierrolle im Schweizer Detailhandel, indem sie im Jahr 2001 als eine der ersten FairtradeRosen ins Sortiment aufnahm. MM

Bild: MGB Dokumentation Bild Text Ton, Lucas Peters; Styling: Mirjam Vieli-Goll

D

ie Kundinnen und Kunden standen Schlange in den Migros-Läden, als dort im Spätherbst 1947 erstmals Schnittblumen angeboten wurden. 15 Nelken oder 12 Rosen kosteten 1 Franken, was sensationell günstig war. Endlich konnten es sich auch Normalverdiener leisten, ihr trautes Heim in der kalten Jahreshälfte mit frischer Blütenpracht zu schmücken.


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 55

Fairtrade-Rosen

Anlass zu besonderer Freude

Jubiläumswettbewerb www.migros.ch/ blumen

Über 95 Prozent der in der Migros verkauften Rosen sind Fairtradezertifiziert. Grundlage dafür ist die Partnerschaft, die die Detailhändlerin mit der Max-Havelaar-Stiftung (Schweiz) seit deren Gründung 1992 pflegt. Vor 15 Jahren kamen dann auch die Fairtrade-Rosen auf den Schweizer Markt – wieder mit der Migros als Partnerin der ersten Stunde. Wer Fairtrade-zertifizierte Rosen kauft, unterstützt die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Blumenfarmen in Ostafrika und Südamerika und zeigt Umweltbewusstsein. Denn Fairtrade-Rosen werden unter fairen Arbeitsbedingungen und zudem umweltschonend in sonnenbeheizten Gewächshäusern angebaut.

Fairtrade Max Havelaar Rosen, Bund à 7 Stück, Stiellänge 60 cm* Fr. 19.90

Fairtrade Max Havelaar Hochland-Rosen, Bund à 9 Stück, Stiellänge 50 cm* Fr. 16.90

Fairtrade Max Havelaar Sprayrosen, Bund à 10 Stück, Stiellänge 50 cm* Fr. 12.90

Preise im Wert von Fr. 10 000.–

Fairtrade Max Havelaar Minirosen, Bund à 20 Stück, Stiellänge 40 cm* Fr. 12.90

* in grösseren Filialen

Tipps

So bleiben Rosen über die fünf Tage garantierte Mindesthaltbarkeit schön 1 Schneiden Sie die Rosen

mit einem scharfen Messer schräg an. Ideal dafür ist ein 45-Grad-Winkel. Verwenden Sie dafür keine Schere, weil diese die feinen Kanäle im Stängel zerquetschen würde. Eine glatte Schnittfläche ermöglicht eine optimale Wasseraufnahme.

2 Stellen Sie die Rosen in eine Vase mit glatten Innenwänden. Diese lässt

sich schnell und einfach reinigen. In Unebenheiten können sich Bakterien einnisten, die die Blumen schneller welken lassen. Glas- oder Porzellanvasen sind am besten geeignet.

3 Achten Sie darauf, dass die Vase nicht zu klein ist.

Rosen, die zu dicht aneinanderstehen, können faulen. Man sollte das Wasser täglich wechseln und die Stängel abspülen – und zwar stets nur mit lauwarmem Wasser, denn kaltes Wasser mögen Rosen gar nicht.

4 Entfernen Sie alle Rosenblätter, die direkt

mit dem Wasser in Kontakt kommen. Blätter im Wasser führen zu Verunreinigungen und tragen dazu bei, dass die Blumen frühzeitig zu welken beginnen. Stellen Sie die Rosen nie direkt an die Sonne oder Heizung.

Fairtrade Max Havelaar steht für fair gehandelte und nachhaltig angebaute Produkte.

Ein Teil von


56 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 57

Aus der Region. Für die Region.

Spielend durch die Regionen Soll ein Produkt das Label «Aus der Region. Für die Region.» tragen, muss es einige Kriterien erfüllen. Spielen Sie das Leiterlispiel und erfahren Sie, was es bei der Einführung eines Produkts zu beachten gilt. Text: Claudia Schmidt

6

Illustration: Flavia Travaglini

Du bist ein Produkt aus verschiedenen Zutaten,

die insgesamt zu mindestens 80 Prozent aus der Region stammen? Dann rücke vor auf 27. 19

Du bist ein Velo?

Tut uns leid, aber das «Aus der Region. Für die Region.»-Label erhalten nur landwirtschaftliche Produkte. Geh zurück auf 14. 21

Vorbildlich: Das Getreide für dich, liebes Brot,

stammt aus der Region, wo es auch vermahlen wird – so bleiben mindestens zwei Drittel der Wertschöpfung in der Region. Du darfst auf 53 vorrücken. Die Aprikosen für so feine Konfitüren wie dich werden importiert? 38

So wird das nichts. Du bist kein «Aus der Region. Für die Region.»-Produkt. Geh zurück auf 33. Als Wurst musst du herzhaft sein. 51

Der würzende Pfeffer kommt aus dem

Ausland? Nicht schlimm, denn Pfeffer gibt es in der Schweiz nicht. Solange die Hauptzutat aus der Region kommt und nur geringe Mengen der übrigen Zutaten anderswo produziert werden, ist alles okay. Rücke auf 59 vor. Du bist ein Ei, und das Huhn, das dich gelegt hat, gackert in der Region, in der du verkauft wirst? Prima, du bekommst das Label und darfst auf 96 vorrücken. 57

65

Als Apfel hast du es leicht:

Wenn du aus der Region stammst, in der du auch verkauft wirst, ist alles gut: Label drauf! Rücke vor auf 85. Für dich als Biskuit werden Mehl und Eier importiert? Entschuldige, aber 76

selbst wenn du in der Region gebacken wirst, dürfen wir dir das Label «Aus der Region. Für die Region.» nicht verleihen. Du musst zurück auf 70.

Du bist ein regionales Produkt und möchtest dir das Label gleich selbst ver98

passen? Das ist unmöglich, denn das Label vergeben nur unabhängige Zertifizierungsstellen. Zurück auf 92.

Das Leiterlispiel eignet

sich für 2 bis 4 Personen. Es braucht einen Würfel und eine Spielfigur pro Person. Gewürfelt wird der Reihe nach. Gewonnen hat, wer als Erste(r) das Ziel mit der Nummer 99 erreicht.

Dank jahrzehntelangen Engagements finden Sie heute rund 8000 Produkte regionaler Produzenten in Ihrer Migros.


58 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Von Hand gezwirbelt Beim Mehl für ihr Brotsortiment setzt die Migros auf Schweizer Herkunft. Daraus werden auch die Monatsspezialitäten wie das Zwirbelino gebacken. Text: Jacqueline Vinzelberg

Die Migros-Bäckerei ist die grösste Abnehmerin der Schweizer Getreidebauern. Rund 4000 Schweizer Landwirte bauen für das Migros-Brot verschiedene Getreidesorten an, darunter finden sich 25 Weizensorten und 15 Getreidespezialitäten wie Emmer oder Urdinkel. In der Bäckerei werden alle Zutaten mit Sorgfalt verarbeitet. Dabei geht es nicht ohne Handarbeit. In den 126 filialeigenen Hausbäckereien backen Mitarbeiter in traditioneller Manier jeden Tag mehrmals frische Brotwaren. Deshalb sind alle regionalen Brotspezialitäten inklusive Monatsbrote wie das Zwirbelino täglich bis Ladenschluss ofenfrisch erhältlich. www.migros.ch/brot

Das Zwirbelino ergänzt die fruchtig leichte Vorspeise sehr gut.

Rauchforellenaufstrich mit Kiwi Zutaten

4 1 4 EL 1 2 EL 1 EL 4 8

geräucherte Forellenfilets à ca. 50 g Frühlingszwiebel Kapern Peperoncino Magerquark Mayonnaise Kiwis Salatblätter Kapernäpfel nach Belieben

Zubereitung

Forellenfilets, Frühlingszwiebel, Kapern und Peperoncino fein hacken. Magerquark und Mayonnaise beigeben und die Masse mit einer Gabel gut mischen. Kiwis in Schnitze schneiden. Vom Forellenaufstrich mit einem Esslöffel Nocken formen und auf den Salatblättern anrichten. Mit Kiwi und Kapernäpfeln servieren. Dazu passt das Zwirbelino-Brot.

Zubereitungszeit ca. 10 Minuten

Pro Person ca. 13 g Eiweiss, 3 g Fett, 9 g Kohlenhydrate, 550 kJ/130 kcal

Bilder: Veronika Studer (Food), Gaëtan Bally

Vorspeise für 4 Personen oder kleine Mahlzeit für 2 Personen


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 59

Serie Warm und knusprig aus der Hausbäckerei Aktuell im Mai: Zwirbelino

Der Hausbäcker empfiehlt

«Das Zwirbelino ist ideal für Aufstriche und auch fein mit Käse» Reto Brunner (30), Bäckermeister in der Hausbäckerei der Migros-Filiale Thun-Oberland Mit einer süssen Röstnote Das Zwirbelino ist ein kräftiges Weizenbrot, das mit einer Mischung aus Sonnenblumen­ kernen, Leinsamen und Sesam bestreut wird. Dadurch bekommt es beim Backen eine zusätzliche süsse Röstnote. Es wird mit einem sogenannten Vorteig hergestellt und darf ausserdem lange ruhen. Beides trägt dazu bei, dass sich sein ausgeprägtes Brotaroma entwickeln kann. Bevor es in den Ofen kommt, wird jeder einzelne Laib mit dem speziellen Bäckergriff von Hand gezwirbelt. Daher auch der Name.

Vorzugsweise geniesst man das Zwirbelino frisch. Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein Baumwoll­ oder Papiersack.

Die M­Industrie stellt viele beliebte Migros­Produkte her. Dazu gehört auch das Brot. Rezept www.saison.ch

Zwirbelino, 350 g Fr. 3.30 Erhältlich in allen grösseren Migros­Filialen mit Hausbäckerei, ausser im Tessin


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 61

Saisonküche

Asiatische Akzente

Für Curry, die wohl bekannteste Gewürzmischung der Welt, gibt es keinen gültigen Standard. Je nach Schärfegrad unterscheidet man zwischen einem gelben, grünen und roten Curry. Beliebt sind alle drei Sorten, wenn es darum geht, Speisen eine asiatische Note zu verleihen. Text: Sonja Leissing Bilder & Styling: Claudia Linsi

Rezepte: Annina Ciocco

Herausnehmen und sammeln!

Budget gehoben

Die selbst gemachte Currybutter verleiht dem Kalbskotelett eine milde Schärfe.

Jetzt neu am Kiosk Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch/abo


62 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Kalbskotelett mit Currybutter und Lattich

Kichererbsen mit gelbem Curry

Currystrudel mit Crevetten und Spinat

Budget niedrig

Budget gehoben

Zutaten für 4 Personen 1 Knoblauchzehe 80 g Butter, weich 2 EL Madras-Curry aus der Mühle ½ Zitrone ½ Bund Kräuter, z. B. glattblättrige Petersilie oder Kerbel Salz 4 Kalbskoteletts à ca. 220 g 2 EL milder Senf 1 TL scharfer Paprika 2 EL HOLL-Rapsöl 400 g Lattich Zubereitung

1. Für die Currybutter Knoblauch zur Butter pressen. Curry fein dazumahlen. Zitronen­ schale fein dazureiben. Von den Kräutern nach Belieben etwas für die Garnitur beiseite­ stellen. Rest fein hacken und mit der Butter mischen. Mit Salz abschmecken. Nach Belie­ ben zu Portionen oder einer Rolle formen und kühl stellen. 2. Koteletts mit Senf und Paprika einreiben und mit Salz würzen. Im Öl bei mittlerer Hitze beidseitig ca. 8 Minuten braten. Heraus­ nehmen und zugedeckt ca. 3 Minuten ruhen lassen. Inzwischen Lattich in grosse Stücke schneiden und im Bratsatz kurz anbraten. Zitrone auspressen. Lattich mit Zitronen­ saft ablöschen. Mit Salz abschmecken. Mit Kotelett und Currybutter sowie nach Be­ lieben mit den beiseitegestellten Kräutern servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 44 g Eiweiss, 39 g Fett, 3 g Kohlenhydrate, 2250 kJ/540 kcal

Budget mittel Zutaten für 4 Personen 300 g Kichererbsen 1 TL Cayennepfeffer, granuliert ½ TL Kreuzkümmel ¼ TL Koriander ¼ TL gemahlene Gewürznelken ½ TL edelsüsser Paprika 1 TL Ingwer ½ TL Zimt 4 TL Kurkuma 1 Zwiebel 100 g Lauch 2 EL Erdnussöl 1 dl Gemüsebouillon 2,5 dl Kokosmilch Salz 20 g Sprossen, z. B. Zwiebelsprossen Zubereitung

1. Kichererbsen über Nacht einweichen. Abgiessen und abspühlen. In frischem Wasser ca. 1 Stunde weich kochen. Abgiessen und abtropfen lassen. Cayennepfeffer und Kreuzkümmel in einem Mörser zermahlen. Mit Koriander, Nelken, Paprika, Ingwer, Zimt und Kurkuma mischen. 2. Zwiebel fein hacken. Lauch längs halbieren, in feine Streifen schneiden. Currypulver in einer grossen Bratpfanne ohne Fett leicht rösten, bis es nach Curry duftet. Zwiebel, Lauch und Öl beigeben. Kurz dünsten. Kichererbsen zugeben, kurz mitdünsten. Mit Bouillon ablöschen. Kokosmilch dazu­ giessen. Mit Salz abschmecken und mit Sprossen servieren. Dazu passt Fladenbrot. Zubereitungszeit 30 Minuten + ca. 12 Stunden einweichen

Zutaten für 4 Personen 1 Zwiebel à ca. 100 g 2 Knoblauchzehen 1 Zitronengrasstängel 20 g frischer Ingwer 4 rote Chilischoten 2 EL Sesamsamen 2 EL Erdnussöl 400 g junger Spinat 1 EL Fischsauce 4 Strudelteigblätter à 30 g 2 EL Sesamöl 400 g kleine gekochte Crevetten, z. B. Kaltwasser-Crevetten, abgetropft Zubereitung

1. Zwiebel, Knoblauch, Zitronengras, Ingwer und Chili fein hacken. Mit gut der Hälfte des Sesams im Cutter zu einer Paste verarbeiten. Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen. Paste beigeben, kurz braten, bis es nach Curry duftet. Spinat zugeben und unter gelegent­ lichem Rühren mitbraten, bis er zusammen­ gefallen ist. Mit Fischsauce würzen. Abkühlen lassen, Spinat in ein Sieb geben und leicht ausdrücken. 2. Ofen auf 200 °C vorheizen. Strudelteig­ blätter mit Sesamöl bepinseln und ein Mal zusammenfalten. Jedes zusammengefaltete Blatt in der Mitte längs mit Spinat belegen. Die Ränder frei lassen. Crevetten darauf ver­ teilen. Längs Teigränder einschlagen. Strudel vorsichtig einrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Mit restlichem Sesam­ öl bepinseln. Mit Sesam bestreuen. In der Ofenmitte ca. 20 Minuten backen.

+ ca. 1 Stunde köcheln lassen

Zubereitungszeit ca. 40 Minuten + ca. 20 Minuten backen

Pro Person ca. 15 g Eiweiss, 21 g Fett, 42 g Kohlenhydrate, 1750 kJ/420 kcal

Pro Person ca. 58 g Eiweiss, 17 g Fett, 23 g Kohlenhydrate, 2050 kJ/500 kcal


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Wissenswertes

Hintergrund

Rund um Curry Gericht oder Gewürz?

Während man in Asien unter Curry ein komplettes Gericht versteht, ist in Europa damit stets eine Gewürzmischung gemeint. Meistens bleiben die Rezepturen geheim, und jeder mörsert, röstet und produziert sein Curry nach eigenem Gusto. Handelt es sich um ein Curry nach asiatischer Definition, wird noch unterschieden, ob es ein Curry zu Fisch, Fleisch oder Gemüse gibt. Curry ist eben nicht gleich Curry … Grünes Curry ist das schärfste, denn es enthält viele grüne Chilischoten. Es passt sehr gut zu Lammgerichten.

Mehr Rezepte unter www.saison.ch

Manche liebens hot Eine Currymischung kann aus bis zu 40 verschiedenen Gewürzen bestehen. Die Kombination ist perfekt, wenn kein Aroma eines einzelnen Gewürzes überwiegt. Hier eine Auswahl.

Getrockneter Chili

Kardamompulver

Knoblauch-ChiliPulver

Roter Pfeffer

Kurkumapulver

Currypasten werden

Bild: Getty Images

vor allem in Indonesien, Thailand und Malaysia verwendet. Die Pasten von bräunlich-grün über feuerrot bis kurkumagelb werden stets in wenig Öl gebraten und mit Kokosmilch abgelöscht. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Chilischoten lassen sich sehr gut trocknen. Wer es nicht ganz

Getrockneter Chili sollte

so scharf mag, löst vor dem Trocknen die Samen aus. Wegen der brennenden Schärfe sollte man beim Rüsten roter Chilischoten unbedingt Gummihandschuhe tragen.

sparsam verwendet werden. Die enthaltenen Samen verleihen Saucen, Eintöpfen und Fleischgerichten eine feurige Schärfe. Getrockneter Chili lässt sich auch gut zu Flocken mörsern.

Kardamom zählt neben Safran und Vanille zu den ältesten

Als Pulver lässt sich Kardamom gut dosieren. Zudem passt eine

Knoblauch soll gemäss einer Studie der Universität Arizona (USA) antibakteriell wirken, das

Für Currymischungen werden

Blut reinigen und den Körper entgiften. Verantwortlich sind die im Knoblauch enthaltenen schwefel- und sulfidhaltigen Substanzen, unter anderem das Alliin.

dem Knoblauchpulver vorzugsweise einige rote Chiliflocken untergemischt. Aus unzähligen Gerichten ist Knoblauch nicht mehr wegzudenken. Man kann mit dem Pulver Saucen, Dips und Eintöpfe aufpeppen.

Ob schwarz, rot, weiss oder grün: Alle Pfeffersorten stammen

Rote Pfefferkörner sind lieb­ licher und weniger beissend

von derselben Pflanze. Der wichtigste Inhaltsstoff von Pfeffer ist Piperin, der verdauungsfördernd wirken soll.

Rotes Curry verfeinert

Fisch- und Fleischgerichte. Neben Koriander, Chili und Senfsamen sind auch schwarze und rote Pfefferkörner Bestandteil der Mischung.

Verwendung in der Küche

und kostbarsten Gewürzen. Es gibt Kardamom als Samen oder als fein geriebenes Pulver. Die süsslich-scharfe Note passt perfekt in alle Currymischungen.

Gelbes Curry ist das

mildeste. Es schmeckt hervorragend zu Poulet, Fisch und Gemüse. Zutaten sind Koriander, Zimt, wenig roter Chili, Muskat, Kümmel und Kurkuma.

Gut zu wissen

Ingwerpulver

Prise wunderbar in den Glühwein oder Kaffee. Wer den Geschmack intensiver mag, kann das Pulver vor dem Gebrauch kurz rösten.

scharf als der schwarze oder grüne Pfeffer. Die roten Körner verleihen als Ganzes oder gemahlen vielen Saucen, Fleischgerichten und Eintöpfen eine besondere Note.

Kurkuma gehört zur Familie der Kurkuma ist Bestandteil vieler Ingwergewächse. Die Pflanze Currys und wird wegen seiner

hat eine knollenartige, fleischige Wurzel. In der traditionellen indischen Heilkunst zählt Kurkuma zu den «heissen» Gewürzen, denen eine reinigende Wirkung zugesprochen wird.

starken Färbekraft in der Lebensmittelindustrie für die Herstellung von Senf oder Teigwaren verwendet. Kurkuma gibt Speisen eine leuchtend gelbe Farbe und gehört zwingend ins gelbe Curry.

Ingwer harmoniert besonders gut mit Caramel und Honig sowie

Besonders in Saucen, Poulet-

mit Zitrusfrüchten und Rhabarber. Sein zitroniges Aroma und seine intensive Schärfe ist in jeder Currymischung unverzichtbar.

gerichten, Fischsuppen und Tees ist Ingwer in Scheiben geschnitten, gerieben oder als Pulver beliebt. Seine Schärfe verleiht auch Chutneys und Kompotts sowie Lebkuchengebäck das gewisse Etwas.


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 77

Aproz

Durstlöscher mit Geschmack Mineralwasser mit Fruchtgeschmack liegen im Trend. Diesem Kundenbedürfnis trägt die Migros Rechnung und bietet mit dem neuen Aproz Lemon ein kalorienfreies Erfrischungsgetränk, das ohne Zucker oder sonstige Süssungsmittel auskommt. Dafür liefert es wie alle AprozMineralwasser, die aus natürlichen Quellen in den Walliser Alpen stammen, wertvolle Mineralien wie Kalzium und Magnesium. Das natürliche Aroma von Zitronen und Limetten verleiht dem Durstlöscher eine fruchtige, erfrischende Note.

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Das Aproz Lemon ist ein quellfrisches Mineralwasser mit dem natürlichen Aroma von Zitronen und Limetten.

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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 79

Erdinger alkoholfrei

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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 81

M-Classic

Biskuits für Feinschmecker Zum Teil schon seit Jahrzehnten erfreuen sich die Biskuits von M-Classic grosser Beliebtheit. Sie werden jeweils nach bewährten Rezepturen sowie in individuellen Verfahren gebacken. Als Klassiker unter den MigrosSüssigkeiten gilt die Konfektwaffel, die seit 1975 auf einem speziellen Waffelofen hergestellt wird. Dass immer mehr Naschkatzen die M-Classic-Taragona favorisieren, verwundert nicht, denn die Mürbeteig-Guetsli überraschen mit einer feinen Makronenmasse und fruchtigem Aprikosenmark. Auch die Wiener Waffel, ein mit Puderzucker bestäubtes Haselnussgebäck mit Aprikosenkonfitüre, ist aus dem Sortiment nicht mehr wegzudenken.

Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Die Biskuits von M-Classic haben eine grosse Fangemeinde, die ihnen zum Teil schon seit Jahrzehnten die Treue hält.

M-Classic Taragona, 150 g* Fr. 3.20 * in grösseren Filialen erhältlich

M-Classic Wiener Waffeln, 150 g* Fr. 2.85

M-Classic Konfektwaffeln mit Milchschokolade, 150 g Fr. 1.60

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Biskuits von M-Classic.


82 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Nigiri

Sushi hausgemacht Mit erstklassigem rohem Fisch belegte Reisbällchen kann man zu Hause schnell und einfach selbst herstellen. Nigiri-Sushi, wie diese Sushi-Variante heisst, sind in der Zubereitung weit weniger aufwendig als die in Algenblätter gewickelten Röllchen. Es braucht nur gekochten Sushi-Reis und länglich geschnittene Lachs- und Thunfisch-Stücke oder gekochte Bio-Crevetten. Aus dem klebrigen Reis formt man ovale Bällchen, bestreicht diese mit Wasabipaste und setzt die Fischstücke drauf. Fertig ist die japanische Köstlichkeit. Diese beliebte Spezialität findet übrigens nicht nur aus kulinarischen Gründen immer mehr Anhänger. Denn Lachs und Thunfisch haben auch aus Ernährungssicht einiges zu bieten: hochwertiges Eiweiss für den Aufbau und Unterhalt von Muskeln und Knochen sowie wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Zu den selbst gemachten Nigiris passen eingelegte Ingwerscheiben und Sojasauce mit Wasabi.

Saitaku Wasabi Paste, 43 g Fr. 4.55 In grösseren Filialen

Text: Sonja Leissing; Bild: Claudia Linsi (Food), Andreas Eggenberger

Saitaku Sushi Rice, 500 g Fr. 3.30


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 83

Als Fachleiter im Migros-Center Bülach-Süd weiss Ali Gürdere ganz genau, worauf es beim Kauf von Frischfisch ankommt. Ali Gürdere

«Qualität und Beratung sind das A und O» Ali Gürdere, welcher Fisch eignet sich für selbst gemachte Nigiri-Sushi?

Ich empfehle Thunfisch oder Sashimi-Lachs von unserer Fischtheke oder Lachsrückenfilet und Bio-Crevetten aus der Selbstbedienung. Auf Wunsch schneiden wir den Fisch und die Crevetten für die Nigiri auch gleich in mundgerechte Stücke. Welchen Stellenwert hat die Kundenberatung?

Fachmännische Beratung steht bei uns an oberster Stelle. Für Informationen zur Zubereitung, Haltbarkeit oder Herkunft unseres gesamten Fischangebots nehmen wir uns immer viel Zeit. Auf was ist beim Kauf von Frischfisch zu achten?

Qualität und Beratung sind das A und O. Wir garantieren unseren Kunden hochwertige Produkte. An der Fischtheke findet man Fisch und Meeresfrüchte, auch für japanische Spezialitäten. Und das erst noch hundertprozentig nachhaltig. Migros Bio steht für eine naturnahe, nachhaltige Fischzucht, die von unabhängigen Stellen kontrolliert und zertifiziert wird.

Bio Crevetten Tail on, gekocht, per 100 g Fr. 5.50

Sélection MSC Wildlachsrückenfilet, 120 g Fr. 13.90

MSC steht für eine zertifizierte, nachhaltige Fischerei. Die Fische und Meeresfrüchte stammen immer aus Wildfang.

Ein Teil von


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 85

Coco Ice-Land

Glace, die nach Südsee schmeckt Die Glace der neuen Linie Coco Ice-Land wird aus Kokosnussmilch hergestellt. Sie ist deshalb laktosefrei und erfüllt auch die Ansprüche veganer Ernährung. Dabei machen die vier Sorten in Sachen Geschmack keine Kompromisse: Wer das exotische Aroma der Kokosnuss liebt, kommt voll auf seine Kosten. Zur Auswahl stehen neben der Variante nature Geschmacksnoten mit caramelisierten Mandeln, mit Schokoladen­ stückchen sowie mit Passionsfrucht. Coco Ice-Land Pure Coco, 450 ml Fr. 5.90

Coco Ice-Land Coco & Passion Fruit, 170 ml Fr. 2.50

Bild und Styling: Ruth Küng

Coco Ice-Land Coco & Caramelized Almonds, 170 ml Fr. 2.50 Coco Ice-Land Coco & Passion Fruit, 6 Stück à 67 ml Fr. 5.80

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch Coco Ice-Land.


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 87

Sarasay

Gemüse und Früchte zum Trinken «Fünf am Tag» – so lautet die Empfehlung für den Verzehr von Früchten und Gemüsen in einer ausgewogenen Ernährung. Ganz bequem und genussvoll lässt sich ein Teil dieser Tagesration mit den neuen Säften von Sarasay Fruit & Veggie abdecken. Die hundertprozentigen Frucht- und Gemüsesäfte enthalten weder zusätzlichen Zucker noch sonstige Zusatzstoffe. Das Sortiment bietet drei Geschmacksrichtungen: Yellow Beauty (eher süss und fruchtig), Red Active (sehr beerig, kombiniert mit erdiger Rande) sowie Green Power (schmeckt am deutlichsten nach Gemüse).

Tipp

Sarasay Fruit & Veggie, Yellow Beauty, 750 ml* Fr. 2.60

Jeder Drink lässt sich schnell mit einem Fruchtspiess aufpeppen. Vorzugsweise mit einer Frucht, die auch im Saft enthalten ist.

Sarasay Fruit & Veggie, Green Power, 750 ml* Fr. 2.60

Sarasay Fruit & Veggie, Red Active, 750 ml* Fr. 2.60

Bild und Styling: Veronika Studer

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Frucht-Gemüse-Säfte erfrischen, weil sie weniger süss sind als reine Fruchtsäfte.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Säfte von Sarasay.


88 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Trockenpilze

Reduziert aufs pure Aroma Morcheln sind typische Frühjahrspilze. Kaum ist der Schnee geschmolzen, wachsen schon die ersten Exemplare. Morcheln harmonieren geschmacklich mit allem, was im Frühling spriesst – zum Beispiel Bärlauch oder Spargeln. Morchel-Hüte getrocknet, 20 g Fr. 11.80

Steinpilze sind in getrockneter Form besonders praktisch. Sammler würden ihre Fundorte nie verraten, und die Saison im Herbst ist kurz. Ihr Geschmack ist angenehm würzig-nussig. Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Trockenpilze.

Steinpilze getrocknet, 30 g Fr. 3.60

Text: Anna-Katharina Ris; Illustrationen: illumueller.ch

Mit getrockneten Pilzen im Vorratsschrank herrscht das ganze Jahr über Pilzsaison. Das Trocknen zur Haltbarmachung hat noch einen weiteren, kulinarischen Vorteil, denn Trockenpilze schmecken intensiver als die frischen. Für kurze Zeit in heisses Wasser, Milch oder Wein eingelegt, bereitet man sie wie frische Pilze zu. So eignen sie sich für die klassische Zubereitung von Risottos, Pilzragouts und Suppen. Experimentierfreudige tüfteln auch an Rezepten mit Pilzen in Desserts wie Schokoladenkuchen mit Steinpilzen.


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 89

Délice

Schmackhaft und bekömmlich Wer sich gern bewegt und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, gönnt sich leichte Brotaufstriche wie die Halbfettmargarine von Délice. Leicht in der Konsistenz und fein im Geschmack, lässt sich Délice selbst gekühlt gut aufs Brot streichen. Sie wird aus hochwertigen Pflanzenölen exklusiv in der Schweiz hergestellt. Mit der Délice extra light in aha!-Qualität kommen auch all jene Menschen in den Genuss, die an einer Laktoseintoleranz oder an Milchallergie leiden.

Délice Halbfettmargarine, 400 g Fr. 2.50

aha! Délice extra light, laktosefrei, ohne Milch, 250 g Fr. 2.35 In grösseren Filialen

Bild und Styling: Christine Benz

Ein frisches Brot mit Gurken- und Radieschenscheiben wird mit Délice besonders schmackhaft und noch bekömmlicher.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die Halbfettmargarine von Délice.


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 91

L’Oréal Paris und Garnier

Für jeden Typ die passende Pflege Eine glänzende Haarpracht ist eine Frage der richtigen Pflege. So stellt coloriertes Haar ganz andere Ansprüche an ein Shampoo als eine lange Mähne mit Tendenz zu Trockenheit oder ein schnell nachfettender Männerschopf. Die bewährten Pflegeprodukte der L’OréalParis-Linien Elseve und Hair Expertise wie auch Fructis von Garnier sind auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse abgestimmt.

Die intensive Nährpflege mit sechs Mikro-Blütenölen ist ideal für trockenes, stumpfes Haar. Sie wirkt, ohne die Haare zu beschweren.

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Das Unisex-Shampoo eignet sich besonders für normales, schnell nachfettendes Haar. Es enthält Aktiv-FruchtKonzentrate, die das Haar kräftigen und erfrischen. Die sulfatfreie Pflege Garnier Fructis mit pflanzlichen Ölen Fresh Shampoo, bewahrt die Leucht300 ml* Fr. 4.30 kraft von coloriertem Haar und reinigt es sanft. Die optimale Wirkung entfaltet sich in Kombination mit der passenden Spülung. L’Oréal Paris Hair Expertise Shampoo Brillante Farbe, 300 ml* Fr. 8.60

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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 93

Von uns. Von hier.

Der Löwe und sein Risoletto

Über 500 tolle Geschichten Ihrer Migros-Momente erreichten uns in den vergangenen drei Wochen. Ein erstes «Best of» gibt es auf dieser Seite, mehr davon auf migros-momente.ch. Wir sagen schon mal Danke und freuen uns auf viele weitere persönliche Migros-Geschichten.

1

«Die Welt gehört in Kinderhände», sang Herbert Grönemeyer. Was dabei herauskommt, wenn man seinem Kind zumindest den Einkauf überlässt, erzählt Anne aus Luzern.

Besondere Düfte oder Lieder erinnern Denise aus dem Tessin regelmässig an ihren Grossvater. Aber auch ein ganz besonderer Kuchen ruft «Nonno» in ihr Gedächtnis.

3

5

Risoletto gehört eigentlich nicht ins Beuteschema des Löwen. Manchmal macht der König der Tiere aber eine Ausnahme. Antoine aus Neuenburg hat den Moment festgehalten.

Migros-Moment als Cartoon Der Grafiker Gabriel Giger wählte drei

spannende Kundengeschichten aus und zeichnete daraus Cartoons. Sie können jetzt auf der Website migros-momente.ch bestaunt werden.

In den Familienferien in Korsika vermisste Nicole aus Bern ihre unverwechselbare Frühstücksbeilage so sehr, dass ihre Eltern für zukünftige Reisen 10 Tafeln Frey-Schokoladen einpackten.

Bilder: zVg

2

Der Berufswunsch orientiert sich normalerweise an den eigenen Fähigkeiten und Interessen. Nicht so bei der vierjährigen Claudia. Sie wollte unbedingt dort arbeiten, wo ihre Mutter einkauft.

4

Wettbewerb: So machen Sie mit Via Website: Schil-

6

Ein Ausflug zum Grillplatz. Feuerholz und Würste liegen bereit. Was fehlt, sind kühle Getränke. Von der natürlichen Art der Kühlung erzählt Theo in seiner Geschichte.

dern Sie Ihren MigrosMoment auf migrosmomente.ch. Via Social Media: Teilen Sie Ihren MigrosMoment auf Instagram oder Twitter. Einfach Text, Bild oder Video mit dem Hashtag #MigrosMomente versehen. Jede Woche verlosen wir 10 MigrosGeschenkkarten im Wert von jeweils 50 Franken.


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 95

Innovation

Platz, Wasser und CO2 gespart Seit Mai gibts in den Migros-Genossenschaften Luzern, Zürich und Aare Salate aus Hydrokultur zu kaufen. Kultiviert werden diese im Wasser. Der innovative Anbau bringt gleich mehrere Vorteile für die Umwelt mit sich. Text: Thomas Tobler

Bild: Francesco Laratta

T

ausende von grünen und violetten Salat­ köpfen wachsen im Ge­ wächshaus der Forster Salatgarten AG in Oftringen in Reih und Glied. Die Pflanzen ste­ hen in einer Rinne und nehmen mit ihren Wurzeln Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf, das unter ihnen zirkuliert. «Wir pro­ duzieren hier auf einer Hektare rund zwei Millionen Salate», sagt Inhaber Patrick Forster. In der freien Natur bräuchte dieselbe Salatmenge achtmal mehr Platz. Forster hat die Idee aus Bel­ gien in die Schweiz importiert und beliefert ab Mai die Migros­ Genossenschaften Luzern, Aare und Zürch mit seinen Salaten. Abgesehen von den Platzvor­ teilen können die Pflanzen im Gewächshaus das ganze Jahr über wachsen, es gibt also auch im Winter frischen Salat aus der Region. Beheizt wird das Ge­ wächshaus klimaneutral mit der

Patrick Forster, Inhaber der Forster Salatgarten AG, mit dem neuen Salat aus seinem umweltneutralen Gewächshaus in Oftringen AG

Frage der Woche

Ich bin schwanger und darf deshalb keine rohen Eier essen. Werden in der Mayonnaise der Migros rohe Eier verarbeitet? Die in der Migros erhältlichen Mayonnaisen werden nicht mit rohen Eiern hergestellt. In der industriellen Produktion von Lebensmitteln wird aus hygienischen Gründen mit Flüssigei, einer pasteurisierten Eimasse, gearbeitet. Die in der Migros erhältliche Mayonnaise kann deshalb auch von Schwangeren bedenkenlos konsumiert werden.

Abwärme der nahe gelegenen Kehrichtverbrennungsanlage. Auch beim Wasserverbrauch ist das neue Anbauverfahren gegen­ über dem Freilandanbau öko­ logisch im Vorteil. Das Wasser zirkuliert in einem geschlossenen System, die Salate brauchen so 70 Prozent weniger davon als auf dem Feld. Nährstoffe können über das Wasser viel dosierter an die Pflanzen abgegeben werden, weshalb rund 60 Prozent weniger Düngung nötig sind. Nicht nur der ökologische Anbau überzeugt, sondern auch der Geschmack. «Ich bin von der Qualität begeistert», sagt Reto Sopranetti, Leiter der Direktionen Supermarkt und Gastronomie bei der Migros Aare. «Die Salate lassen sich nicht von den herkömmlich produzierten unterscheiden.» Dank entsprechender Beschrif­ tung hat aber der Kunde nach wie vor die Wahl. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.


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MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 97

Produkt der Woche

Chuscht Redli aus der Region Zwischen den beiden idyllischen Reussstädtchen Bremgarten und Mellingen liegt die Chäsi Künten, die seit 1985 als Milchkäufer und seit 1991 als selbständiger Familienbetrieb geführt wird. Das Chuscht Redli ist ein geschmackvoller Halbhartkäse, der ideal auf die Käseplatte oder zum Znüni passt. 100 Gramm kosten Fr. 2.40

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SlowUp

Ausgangspunkt für alle Erkundungstouren: das Klubhaus des Golfparks Moossee.

Golf Magic Week

Attraktive Golftage für Gwundernasen Welches Geheimnis steckt hinter einem sauberen Abschlag? Verschluckt der Erdboden Golfbälle? Leben Tiere auf dem Golfplatz? Auf Fragen wie diese gibts Antworten an der Golf Magic Week im Golfpark Moossee. Text: Sarah Baur

V

om 2. bis 8. Mai 2016 fin­ det die Golf Magic Week statt. Dann zaubert der Golfpark Moossee ein unterhaltsames und sportliches Programm für junge und erwach­ sene Gäste aus dem Hut: Es werden Profitricks verraten, Vorurteile zersägt, und die gesamte Anlage darf auf doppelte Böden überprüft werden. Wer glaubt, Golfsport sehe nur lässig aus, wird grosse Augen machen. Beim Schnuppergolf kön­ nen Kinder und Erwachsene ihr Geschick und ihre Konzentration auf die Probe stellen. Wie leicht ist es wirklich, den Ball richtig zu tref­

fen? Wer an einer Führung teil­ nimmt und den Greenkeeper über den Platz begleitet, lernt den Golf­ park von einer ungewohnten Seite kennen. Was passiert im Winter auf dem Rasen? Wie viel Natur steckt in der gepflegten Umgebung? Auch kritische Fragen werden gern beantwortet. Magische Golfmomente

Während der Golf Magic Week kommen die Gäste im Golfpark Moossee voll auf ihre Kosten: Neben Schnupperstunden finden Führungen und ein Turnier für Gol­ fer statt, die dazu ihre Freunde mit­

bringen dürfen. Die ganze Woche über locken verschiedene Aktions­ angebote und ein Wettbewerb. Damit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, sind einige Programmpunkte mit Gastronomie verbunden. So gibt es zum Beispiel die Golferwurst zum Probieren, Gegrilltes oder ein Zmorge beim Klubhaus. An vielen Aktivitäten können die Besucher spontan teilnehmen – für Schnuppergolf und Turnier ist eine telefonische Anmeldung erforderlich. MM Alle Informationen über den Golfpark und die Golf Magic Week: www.golfparks.ch/moossee

Volksfest für Entschleuniger Zu Fuss, auf InlineSkates oder mit dem Velo: Der Anlass SlowUp Solothurn – Buechibärg am 8. Mai wird zum Volksfest. Über ein Dutzend

Festplätze konkurrieren mit kulinarischen, kulturellen und sportlichen Angeboten, und die Migros ist mit vielen Attraktionen ebenfalls wieder dabei. Weitere Infos: www.slowup.ch

Klubschule

Gold für Portugiesisch Ob beim Besuch der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro oder im Urlaub in Porto, mit Portugiesisch-Kenntnissen gehören Sie zu den Gewinnern. Wir machen Sie mit der Sprache und den Eigenheiten der Sprachregionen vertraut. Weitere Infos: www.klubschule.ch und Tel. 0844 844 900


98 | MM18, 2.5.2016 | MIGROS-WELT

Bike Days Solothurn

Wo das Herz des Bikers höher schlägt

Die Bike Days sind das grösste und wichtigste Velofestival der Schweiz. Dieses Jahr findet das Spektatel vom 20. bis 22. Mai statt. Die Migros ist Hauptsponsorin. Text: Reto Wüthrich

Mit atemberaubender Akrobatik begeistern die Athleten des Freestyle-Contests das Publikum an den Bike Days.

D

ie letztjährige Ausgabe des nationalen Velofestivals ging mit einem Rekord von 27 500 Besucherinnen und Besuchern über die Bühne. Dieses Jahr finden die Bike Days in Solothurn vom 20. bis 22. Mai statt. Die Velo-Expo zeigt den Besuchern auch heuer eine umfassende Übersicht des Schweizer Velomarkts. Zahlreiche Aussteller präsentieren die neusten Produkte und Trends der Velobranche sowie das aktuelle Tourismus- und Freizeitangebot für Biker im In- und Ausland. Ein weiteres Highlight: Wie in den letzten Jahren starten in den sonntäglichen Fun-

Rennen Jung und Alt, Genussfahrerinnen wie ambitionierte Amateursportler ohne Rennlizenz. Neben dem Swiss Bike Cup werden zudem die internationalen FreestyleContests BMX-Flatland und MTB-Dirtjump die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Famigros-Mitglieder profitieren

Erneut ist die Migros als Hauptsponsorin der Bike Days mittendrin im Festival­ geschehen: So können Famigros-Mitglieder die Bike Days zum vergünstigten Preis besuchen und die Kinder am Famigros-Stand den Laufradparcours absolvieren und am Sonntag beim beliebten Laufradrennen

mitmachen. SportXX präsentiert die neusten Bikes für Alltag und sportliche Ansprüche. Zudem gibt es Workshops à 20 Minuten, in denen die Besuchenden lernen, ihr Bike zu warten. Erstmals mit dabei ist die Fitnessmarke der Migros. Am FlowerPower-Stand gibt es Wettbewerbe, Aktionen, Kochtipps und die Top-Triathletin Daniela Ryf präsentiert ihren FlowerPower-Smoothie. Das Migros-Catering und «cha chà» verwöhnen die Besuchenden unter anderem mit Köstlichkeiten vom Grill und asiatischen Kreationen aus dem Wok. MM Bike Days 2016: 20. bis 22. Mai, Solothurn (bei der Rythalle am Baseltor). Infos: www.bikedays.ch


MIGROS-WELT | MM18, 2.5.2016 | 99

Oper

Warten als Lebensgefühl «Hanjo», eine Oper in einem Akt von Toshio Hosokawa, wird im Kubus Bern erstmals in der Schweiz aufgeführt. Text: Katja Buri

Bild: Annette Boutellier

Ein komplexes Beziehungs­ geflecht entspinnt sich in der Oper «Hanjo».

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Verlosung

Mit der Migros an die Bike Days Wir verlosen 25 x 2 Tagestickets (Tag frei wählbar) für die Bike Days in Solothurn. Onlineteilnahme bis spätestens 6. Mai: www.migros-aare.ch/ verlosung. Viel Glück!

D

ie Oper «Hanjo» er­ zählt die Liebesge­ schichte der Künstle­ rin Jitsuko Honda, die in einer engen Symbiose mit der Geisha Hanako lebt. Hanako musste sich von ihrem Geliebten Yoshio trennen. Seit diesem Moment zelebriert sie das Le­ bensgefühl des Wartens auf eine Rückkehr. Als ein Artikel über die täglich am Bahnhof war­ tende Geisha in der Zeitung er­ scheint, sieht Jitsuko ihre Zweisamkeit in Gefahr und will Hanako zu einer Reise überre­ den, jedoch zu spät: Der lang­ ersehnte Yoshio kehrt zurück … Der japanische Schriftsteller Yukio Mishima liess sich für sein Singspiel, von der tragischen Ge­ schichte der Kaiserin Hanjo ins­ pirieren. Die Herrscherin aus der frühen Han­Dynastie musste er­ leben, wie die Liebe ihres Man­ nes zu ihr allmählich schwand. Aus Kummer darüber schrieb sie

ein Gedicht, in dem sie sich mit einem Fächer im Sommer ver­ glich, der im Herbst nutzlos geworden war und weggeworfen wurde. Verzweiflung, Sehnsucht und Selbstaufgabe münden in das immer wiederkehrende Lebensgefühl des Wartens. Traditionell und zeitgenössisch

Der Komponist Toshio Hoso­ kawa äusserte sich folgender­ massen über sein Werk «Hanjo»: «Ich wollte, dass ‹Hanjo› einer­ seits eine Verbindung mit den Formen des traditionellen japa­ nischen Theaters hat, anderer­ seits sollte sie auch bei einem zeitgenössischen Publikum Resonanz finden können. Also habe ich für ‹Hanjo› mein eige­ nes Libretto auf der Basis des gleichnamigen Singspiels von Yukio Mishima geschrieben.» Mit Claude Eichenberger, Yun­Jeong Lee, Robin Adams; Berner Symphonieorchester, musikalische Leitung: Kevin John Edusei

Informationen

Tickets 30 Prozent günstiger Konzert-Theater Bern, Kubus Waisenhausplatz: Premiere am 22. Mai. Weitere Vorstellungen: 24., 29. Mai; 1., 3., 5. Juni. In eng­

lischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Öffentliche Probe: 17. Mai, 19 Uhr, Eintritt frei Das Engagement der Migros Aare ermöglicht eine Vergünstigung der regulären Tickets um 30 Prozent. Reservationen: www.konzerttheaterbern.ch oder Tel. 031 329 52 52


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Leben MM18

43% Familienumfrage Finden Sie es gerechtfertigt, dass Kinderwagen so teuer sind?

1 Wer sich eine weniger trendige Marke aussucht, bekommt ebenso gute Qualität zum besseren Preis. 43% 2 Nein, die Wagen sind alle total überteuert, deshalb haben wir unseren secondhand gekauft. 36% 3 Sicher, ein Kinderwagen muss höchste Qualität und Sicherheit bieten – das kostet nun einmal etwas. 21%

Knigge reloaded

Gibt es eine Etikette im Fahrstuhl?

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M Mamma mia

Eingeklemmt

Mit meinen Kindern war ich im grossen Einkaufszentrum, fuhr die Rolltreppe runter. Da begann meine Grosse panisch zu schreien. Ich verstand erst nicht, dann sah ich ihren Gummistiefel. Der steckte ein­ geklemmt zwischen Metallstufe und Roll­ treppenwand.

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

Mein Kind versuchte verzweifelt, sich zu befreien, doch der Gummi verkantete noch mehr. Ich zog wie eine Irre an Ida, eine andere Kundin rannte die Treppe hinab, um den Notausschalter zu drücken. Im letzten Moment gelang es mir, Ida aus dem Stiefel zu wuchten. Stillstand. «Geht es dir gut, meine Kleine?» Nein: Das Füsschen gequetscht, die Haut von der Ferse aufwärts abgeschürft, vom Schock ganz zu schweigen.

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Nicht an vielen Orten kommen Anonymität und Intimität so zusammen wie im Fahrstuhl. Hier werden wir häufig in unserer Intimraumdistanz von 45 Zentimetern tangiert, und das heisst: Jeder versucht, den Abstand zu den anderen zu maximieren. So ist nachgewiesen, dass im Lift zuerst die Ecken besetzt werden, dann die Mitte, dann wirds eng. Jeder will mit dem Rücken zur Wand stehen und alle mit dem Gesicht zur Tür. Blickkontakt wird peinlich vermieden. Das muss nicht sein. Wenn sich im Lift Ihre Blicke mit denen eines Mitreisenden kreuzen, lächeln Sie einfach. Halten Sie die Tür geöffnet für Heraneilende, und lassen Sie andere zuerst aussteigen. Auch ein kurzer Gruss beim Betreten eines besetzten Fahrstuhls ist oft angebracht. Sie sind aber nicht verpflichtet, 25 Fremde unterwegs an die Spitze des Prime Tower mit einem jovialen ‹Hoi zäme› zu begrüssen.»

Der Stiefel war an zwei Stellen wie vom Metzgermesser aufge­ schlitzt. Der Sanitäter sagte beim Verbinden, das breite Sohlenprofil sei schuld. Und der Kautschuk. Auf dem Weg zum Auto zählte ich Familien, deren Kinder Gummistiefel trugen. Ich kam an die­ sem Regentag auf drei. Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


Abwarten oder brüllen? Wie reagieren Sie?

104 | MM18, 2.5.2016 | LEBEN

www.migmag.ch/ ausrasten

Familie

Ich will nicht, ich mag dich nicht!

Wenn Kinder in Rage geraten, können sie gegen ihre Eltern ganz schön austeilen. Doch aus Expertensicht sind solche Wutausbrüche völlig normal – mit Gelassenheit bekommen Eltern die Situation meist wieder in den Griff. Kinder und ihre Eltern berichten aus ihrem Alltag. Text: Claudia Weiss

D

Bilder: Marco Zanoni

as sechsjährige Mädchen lächelt, als könnte es kein Wässerchen trüben. Ava Catucci aus Bern zeichnet farbige Engel und ant­ wortet höflich auf Fragen – kaum vorstellbar, dass sie überhaupt toben kann. Avas Nase kräuselt sich. «Doch, manchmal explodiere ich fast», sagt sie ernst. «Zum Bei­ spiel kürzlich, als Papa von mei­ nem Lebkuchen naschte.» Eigent­ lich sei es ihr gar nicht um den Lebkuchen gegangen, sie teile gern. Aber sie war müde von einem Tag in der Tagesschule und im Kindergarten, und sie fand, ihr Vater hätte wenigstens fragen können. Und da kam sie plötzlich, diese Wut, die sich manchmal «wie ein Riesendruck im Kopf» ansammelt und irgendwo rausmuss. Ava warf sich zu Boden, strampelte und schrie: «Du bist so was von gemein!» Manchmal findet Ava ihren Papa und ihre Mama «die blödesten Eltern auf der ganzen Welt». Wie ihr Vater Adrian (39) ist sie aber froh, dass ihre Mutter Patrizia

(39) solche Situationen fast immer gelassen nimmt. «Derartige Wut­ anfälle hat Ava ungefähr einmal pro Woche. Es begann, als sie anderthalb Jahre alt wurde», sagt die Kommunikationsfachfrau. Am hilfreichsten sei es, wenn sie ihre Tochter einen Moment liegen lasse oder sie für eine Weile ins Zimmer bringe. «Irgendwann ist der Druck draussen und alles vorbei, dann tut es Ava sehr leid», sagt sie. Das Mädchen nickt still; es ist ihm peinlich, darüber zu reden. Und natürlich meint es auch im zor­ nigsten Moment nicht wirklich, dass es die blödesten Eltern hat. Es ist einfach überfordert – von Gefühlen, von Anspannung. Eine dunkle Wolke namens Wut

«Solche Situationen entstehen oft aus einer Überlastung», erklärt Britta Went (48), Beraterin beim Elternnotruf. Sie rät überforder­ ten Eltern, emotional präsent zu reagieren und Balance zu halten: «Manchmal ist es angesagt, los­ zulassen, manchmal, Bedürfnisse zu erfüllen oder einfach Frustra­

tionstoleranz zu üben» (siehe Interview Seite 107). Mit Frustrationstoleranz hat Reto Mani (46), Informatiker aus Bern, gute Erfahrungen gemacht. Wenn sein Sohn Jun Rösli (7) tobt und schreit, versucht er einfach, auszuatmen und Ruhe zu bewah­ ren: «Gegendruck verschärft die Situation nur. Am besten ist es, nicht gross zu reagieren.» Er wu­ schelt in Juns Haaren, der neben ihm auf dem Sofa umherturnt, und lächelt. «Aber das ist nicht immer einfach.» Jun lächelt schief zurück: «Für mich auch nicht.» Dann zieht nämlich die Wut wie eine schwarze Wolke um seinen Kopf, und er möchte am liebsten drauflosboxen. «Es kann mich so wütend machen, wenn Papa mit Zwiebeln kocht – die hasse ich», sagt er. «Oder wenn meine ältere Schwester Noa beim Spielen gewinnt. Oder wenn es mit dem Schlagzeugüben gar nicht klappt. Dann spüre ich im ganzen Körper eine Riesenwut.» Nicht selten schreit er dann ärgerlich, er wolle einen anderen Papa, sofort. Der

Jun: Manchmal muss sie einfach raus, diese «Wut im ganzen Körper».


LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 105

Tipps

Auf «Vulkanausbrüche» richtig reagieren

Alexandre und Sibel: Dicke Luft im Kinderzimmer überträgt sich manchmal auf den Haussegen.

1

Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht in die Wutspirale hineinziehen. Ihr Kind meint meist nicht wirklich, was es da sagt.

Alina (r.) und Chiara: erst schimpfen und schmollen, dann Frieden schliessen

Bei Überlastung müssen Kinder manchmal Dampf ablassen. Und dann muss auch mal Ausrufen oder Tür­ knallen drinliegen. Reden Sie in solchen Momenten nicht auf Ihr Kind ein. Das wirkt nur kontra­ produktiv.

2

3

Sobald Ihr Kind sich beruhigt hat, können Sie mit ihm über die Situation reden und überlegen, wie es künftig mit sol­ chen Wutausbrüchen umgehen soll.

Ava: Manchmal sind Mama und Papa «die blödesten Elten auf der ganzen Welt».

Stellen Sie klar, dass es zwar gestattet ist, in ein Kissen zu boxen oder gewisse Ausdrücke zu benut­ zen, dass aber verletzende Worte und Dreinschlagen tabu sind.

4


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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 107

Britta Went

Patrizia Catucci, Tochter Ava haben wirksame Wege gefunden, mit Wutausbrüchen umzugehen.

«Die Kinder möchten auf keinen Fall andere Eltern» Britta Went, was läuft bei Kindern ab, wenn sie rufen: «Ich hasse euch, ich will andere Eltern!»? Damit drücken Kinder heftige negative Gefühle aus: Ärger und Zorn über ein unerfülltes Bedürfnis, oft auch Beschämung. In solchen Sätzen geht ein innerer Vulkan los. Aber die Kinder meinen damit auf keinen Fall, dass sie andere Eltern möchten, sondern sie werden einfach von ihren Gefühlen überrollt. Ist das normal? Ja, das ist normal: Wut und Ärger gehören zum Leben. Wichtig ist, dass Kinder damit umzugehen lernen. Dazu können Eltern beitragen, indem sie viel Halt vermitteln und in solchen Situationen ruhig bleiben. Nicht mehr normal ist, wenn es täglich zu zahlreichen Konflikten kommt, wenn eine Negativspirale aus Macht­ kämpfen das Familienklima ver­ giftet, sodass das Schöne keinen Platz mehr hat. Dann ist es Zeit, Unterstützung zu suchen.

nimmt das nicht tragisch. Das müsse einfach raus, denke er sich jeweils. Weder er noch Juns Mutter Isabelle Rösli (46) tolerieren aber, dass Jun Gegenstände kaputtschmeisst oder dreinschlägt. Reto Mani hat festgestellt, dass es hilft, wenn sein Sohn oft draussen spielen kann. Oder wenn er seine Kraft am Sandsack auslässt, der seit Weih­ nachten im Wohnzimmer von der Decke hängt. Sobald Wut und Energie verpufft sind, ist Jun wieder gut gelaunt. Er mag dann auch nicht mehr mit den Eltern über das Vor­ gefallene reden. «Dann ist es ja wieder gut», sagt er. Für den Vater ist das okay: «Ich bin nicht nachtragend, vorbei ist vorbei.» Ein Ventil finden für angestaute Wut

Tatsächlich bringt es nichts, auf ein Kind einzureden, solange es noch wütend ist. «Das erzeugt nur zusätzlichen Druck», bestätigt Elternberaterin Britta Went. Stattdessen müssen die Kinder die An­ spannung irgendwie loswerden. Das merkt auch Dora Corti (47) aus Bremgarten immer wieder, vor allem bei der jüngeren ihrer beiden Töchter, Alina (7): «Sie muss sich einen Moment lang heftig austoben können,

Wie sollen sich Eltern bei kindlichen Wutausbrüchen verhalten? Kinder lernen am meisten durch die Art, wie die Eltern mit ihrer Wut umgehen. Daher sollten die Eltern ruhig und klar bleiben. Sie können dem Kind helfen, den Ärger auszudrücken, indem sie sagen: «Wir verstehen, dass du sauer bist, weil du zum Spielen nicht rausdarfst.» Sie sollten aber nicht versuchen, das Kind durch viel Reden zu beruhigen oder zu überzeugen – das hat meist die gegenteilige Wirkung. Manchmal muss ein Kind auch einfach eine Tür zuknallen können. Hat sich Situation dann wieder beruhigt, können die Eltern mit ihm über den Vorfall sprechen. Melden sich zu diesem Thema viele Eltern beim Elternnotruf? Ja, es geht sehr häufig um solche Fragen. Ausrufe wie «Du bist so doof!» treffen vor allem Mütter, die ohnehin schon hohe Erwar­

Britta Went (48) ist

Pädagogin und Beraterin beim Elternnotruf.

tungen an sich stellen und sich durch Sätze dieser Art entwertet fühlen. Darum ist es sehr wich­ tig, dass sie sich nicht abhängig machen von solchen Reaktio­ nen. Es ist nicht Aufgabe der Kinder, ihre Eltern glücklich zu machen – die müssen sich selber genug wertschätzen. Wann empfehlen Sie, sofort zu reagieren? Wann ist es besser, locker zu bleiben? Zunächst müssen Eltern Prioritäten setzen: Was ist uns wichtig? Wo wollen wir Kraft und Energie heineinstecken? Wichtig ist, dass ein Kind sein Ziel ohne Schlagen und grobe Schimpfworte erreichen kann. Dafür können Eltern auch mal grosszügig sein, wenn es um das abendliche Duschen geht. Gleichzeitig sollten Eltern die Beziehung zu ihren Kindern nie vernachlässigen – sie haben die volle Verantwortung dafür. Sie sind Expertin und haben selber drei Kinder: Können Sie in schwierigen Situationen stets professionell reagieren? Nein, natürlich nicht! Dann bin ich einfach Mensch und Mutter, dann gehen manchmal die Emotionen mit mir durch – sogar wenn mir meine eigenen Tipps in den Sinn kommen. Elternnotruf: Telefon 0848 35 45 55, www.elternnotruf.ch. Die Broschüre «Wirksam erziehen durch elterliche Präsenz» steht gratis zum Download bereit (rechte Spalte: «Interessante Artikel»).


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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 109

1

1 Reto Mani ist seinem

Sohn Jun gegenüber nie nachtragend: «Vorbei ist vorbei.» 2 Alexandre, Zöhre

Fotiadis, Sibel (v.l.): Auf Unmut folgen Umarmungen. 3 Chiara, Alina und 2

Dora Corti (v.l.): Fluchwörter sind tabu.

3

wenn sie sich über ihre Schwester oder uns Eltern aufregt», sagt die Dokumenta­ tionsspezialistin. Alina nickt und ergänzt: «Dann muss ich zappeln, wüten und Kissen rumschmeissen.» Dora Corti versucht, sich nicht hineinziehen zu lassen und ruhig zu bleiben. Stattdessen wendet sie einen wirkungsvollen Trick an: «Mama nimmt meinen Kopf in die eine Hand und legt die andere Hand auf meine Stirn», er­ zählt Alina. «Das beruhigt und tröstet mich.» Ihre neunjährige Schwester Chiara hingegen mag manchmal nicht so schnell einlenken, wenn sie sich über ihre Mutter ärgert, etwa weil sie etwas erledigen soll, was ihr nicht passt. «Dann sage ich laute Sachen und schlage die Tür hinter mir zu. Und ab und zu drohe ich sogar, zur Grossmutter zu ziehen», erzählt sie. Das beeindruckt ihre Mutter allerdings nicht sonderlich: «Ich weiss, dass das in Rage dahergesagt und nicht so gemeint ist.» Harsche Fluchwörter oder Ausdrücke wie «Ich hasse euch» dulden sie und ihr Mann Andreas (46) allerdings nicht: «Respekt und Toleranz finden wir auch in der Familie

sehr wichtig.» Und auch ihren beiden Töch­ tern ist es wohler, wenn sie sich nach einem Streit entschuldigen und mit den Eltern wieder Frieden geschlossen haben. Erst Krach, dann Komplimente

Den meisten Kindern tut das, was sie in einem heftigen Ausbruch gesagt haben, im Nachhinein leid. Der neunjährige Alexandre Fotiadis aus Bremgarten äussert deshalb «möglichst selten wüste Worte». Aber ab und zu findet er seine Eltern sehr ungerecht. Bei­ spielsweise dann, wenn ihn seine jüngere Schwester Sibel (6) ärgert oder verbotener­ weise in sein Zimmer geht und darum ein Ge­ schwisterstreit entbrennt. Schwappt diese Spannung auf die Eltern Zöhre Ucurum Fotiadis (44) und Dimitrios Fotiadis (44) über, kommt es auf allen Seiten zu unfreund­ lichen Worten. «Ihr seid böse und gemein», schreit Sibel, bevor sie zornig in ihr Zimmer rennt, während Alexandre «eine grosse Wut spürt, zuerst im Bauch, dann bis hinauf in den Kopf». Dann muss er einfach ausrufen und die Tür zuknallen. «Aber danach tut mir das so leid.» Seine Mutter nickt lächelnd.

«Das ist wahr, danach umarmt er mich im­ mer und macht mir Komplimente.» Die Laborantin nimmt die kurzen Ausbrüche nicht tragisch, «aber ich versuche stets, den Kindern beizubringen, respektvoll zu sein und keine verletzenden Worte zu gebrauchen». Nach einem Streit reden die Eltern ruhig mit ihren Kindern und erklären ihnen, dass sie nicht genau gleich, aber letztlich doch gerecht behandelt werden. Kindliche Wutausbrüche seien normal, solange sie nicht den Alltag beherrschen, beruhigt Expertin Britta Went. Ein Pro­ gramm mit Schritt eins, zwei und drei, das sie vermeiden helfe, gebe es nicht, sagt sie. «Dafür gibt es ganz viele Wege, eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen.» Deshalb ist es für viele Familien wichtig, nach einer lauten Szene wieder Frieden einkehren zu lassen. Die sechsjährige Ava jedenfalls fühlt sich erst wieder gut, wenn sie nach einem Ausbruch ihre Eltern ganz innig umarmen und sich bei ihnen entschul­ digen kann. Nach einer Weile sagt sie dann liebevoll zu ihrer Mutter Patrizia: «Du bist einfach die Liebste auf der Welt.» MM


LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 111

So is(s)t die Jugend

Der Körper bekommt, was er will

Die Vor- und Nachteile der wichtigsten Süssstoffe

J

www.migmag.ch/ suessstoffe

Jugendliche sind faul. Sitzen sie nicht in der Schule, dann spielen sie mit dem Handy. Einverstanden, den Schulalltag verbringen die meisten sitzend. Gerade deshalb ist des Schülers Drang nach Bewegung in der Frei­ zeit umso grösser. Oft unterdrückt aber der Kopf die Bedürfnisse des Körpers, wählt den Weg des geringsten Widerstands.

Glukose in unterschiedlicher Form: Honig, Kokosblüten­ zucker, Stevia, Ahornsirup, Rohrzucker und normaler Zucker

Ernährung

Natürlich süss – wirklich? Honig, Melasse, Stevia, Xylit: Süssstoffe gibts in vielen Varianten –natürliche Süsse jedoch fast nicht. Text: David Fäh

N Hier schreiben die VivaiExperten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh.

Bild: StockFood

In Zusammenarbeit mit

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

ur eine Quelle für konzentrierte Süsse gibts in der Natur: Honig. Setzt der Imker keine Antibiotika oder sonstigen Mittel ein, steckt in Honig Natur pur. Wer nach an­ deren Quellen natürlicher Süsse sucht, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Denn was natürliche oder künst­ liche Süsse ist, liegt im Auge des Betrachters. Der Chemiker macht diese Unterscheidung gar nicht. Er sieht nur das Mole­ kül, das aus 6 Kohlenstoff­, 6 Sauerstoff­ und 12 Wasser­ stoffatomen besteht: Glu­ kose. Ob im Honig, einer Frucht, einer Rübe oder im Haushaltszucker – das Glukosemolekül sieht im­ mer gleich aus. Am Anfang von raffinier­ tem Zucker steht immer eine Pflanze. Bei uns eine Zuckerrübe, anderswo oft

Mais oder Zuckerrohr. «Natürlichkeit» bemisst sich danach, wie viele Verarbeitungsschritte zwischen Acker und Teller liegen. Rohzucker zum Beispiel wurde etwas weniger stark raffiniert als weisser Kristallzucker. So bleiben ihm gewisse Mikronährstoffe. Doch die Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen ist viel zu ge­ ring im Verhältnis zu den Kalorien, die man damit aufnimmt. Wir müssten ein halbes Kilo essen, um zu nennenswerten Mengen dieser wertvollen Stoffe zu kommen. Gleiches gilt für Melasse, Birnendicksaft, Ahornsirup und Honig. Daneben gibt es Zucker­ austauschstoffe wie Xylit, Mannit oder Sorbit, die aber immer noch rund 60 Pro­ zent der Kalorien von Haus­ haltszucker enthalten. Oft täuscht auch der Name:

«Trauben­» oder «Frucht­ zucker» klingt natürlich. Doch es handelt sich um nichts anderes als «Gluko­ se» und sein Pendant «Fruk­ tose», Letztere wandelt un­ ser Körper gern in Fett um. Nur Früchte sind garantiert natürlich süss

Selbst Steviaprodukte sind nicht besonders na­ türlich, verläuft die Pflanze doch unzählige Verarbei­ tungsschritte, bis das dar­ aus gewonnene Glykosid in Lebensmitteln verar­ beitet werden kann. Gar nichts mit Zucker gemein haben Süssstoffe wie Aspar­ tam oder Zyklamat. Sie sind zwar komplett kalorienfrei, aber auch «unnatürlich». Das Fazit: Wer absolut natürliche Süsse will, geniesst eine reife Saison­ frucht oder hält sich ein Steviapflänzchen auf dem Balkon. MM

Ich bin da keine Ausnahme. Um dieses Muster zu durchbre­ chen, brauche ich ein Ziel: Ich habe mich für den GP Bern angemel­ det. Diese zehn Meilen gehören sorgfältig vorbereitet, die Ernäh­ rung muss stimmen. Leider verliere ich im Ratgeberdschungel schnell den Überblick. Sind Bananen nun Motor oder Bremse? Esse ich die Kohlen­ hydrate vor oder nach dem Training, viel­ leicht besser gar nicht? Stehe ich nach meinen abgespulten Kilome­ tern frisch geduscht vor dem Kühlschrank, kümmern mich solche Fragen wenig. Mein Körper bekommt, wonach er schreit. Probieren geht eben über Studieren.

Annina Brühwiler (24),

Studentin aus Winterthur


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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 113

Tipps

So schützt man sich vor Verletzungen • Halten Sie sich körperlich fit – dies verringert die Sturzund Verletzungsgefahr.

Empfindliche Stelle: Verletzungen am Schultergelenk müssen sorgfältig abgeklärt werden.

Gesundheit

Gefährdetes Gelenk Bei Unfällen sind heute sehr oft die oberen Extremitäten betroffen, so auch die Schulter. Schulterverletzungen werden oft unterschätzt, nicht richtig untersucht oder zu spät therapiert. Dies kann schlimme Folgen haben. Text: André Dietschi

Bild: Fotolia

D

as Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Im Vergleich zum Hüft­ gelenk hat es nur eine sehr kleine, flache Gelenkpfanne. Dies ermög­ licht Armbewegungen, wie sie unter anderem beim Delfinschwimmen gefordert sind. Der gegenüber anderen Gelenken viel grössere Bewegungsumfang macht das Schultergelenk aber instabil. Damit der Gelenkkopf auch unter Bewegung im Gelenk zentriert bleibt, sind zusätzliche, stabilisie­ rende Strukturen nötig. Zu diesen zählt einerseits die Gelenkkapsel, die «Hülle» um das Gelenk, mit ihren Bändern. Anderseits sitzt über dem Gelenkkopf eine Sehnenkappe, die sich aus den Sehnen von vier verschiedenen Muskeln zusammen­ setzt. Ist diese umgebende Musku­ latur gut trainiert, ist das Schulter­

gelenk weniger anfällig für Verlet­ zungen. Bei Schulterverletzungen sind seltener die Knochen, jedoch sehr oft die stabilisierenden Sehnen und Bänder betroffen. Bei einer Ausrenkung der Schulter werden zudem immer auch Teile der Gelenkkapsel verletzt. Eine genaue ärztliche Untersuchung des Gelenks weist meistens zuverlässig auf eine mögliche Schädigung hin. Schmerzen in der Nacht deuten auf eine schwerere Verletzung hin

Ein Röntgenbild allein sagt aller­ dings eher wenig aus, da darauf vor allem die Knochen sichtbar sind. Insbesondere wenn die genaue Ur­ sache der Schmerzen unklar ist, sind weiterführende Abklärungen nötig. Mit hochfrequentem Ultraschall oder Magnetresonanztomografie lassen sich Schäden der stabilisie­ renden Sehnen und Bänder genau

erfassen. Dies ist für die Planung der Therapie oder den Entscheid für eine Operation zwingend. Bei eingeschränkter Beweglich­ keit und sehr heftigen Schmerzen, beispielsweise nach einem Sturz, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Insbesondere Schmerzen während der Nacht deuten auf eine schwerere Verletzung hin. Auch wenn die Schmerzen gering sind, jedoch länger als eine Woche andauern und keine Besserung spürbar ist, emp­ fiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Denn wird das Gelenk zu lange ge­ schont, steigt die Gefahr einer Schul­ tersteife, die den Heilungsverlauf stark verzögern kann. Dies führt möglicherweise zu verlängerten Arbeitsausfällen. Eine kompetente und konsequente physiotherapeuti­ sche Betreuung leistet in jedem Fall einen entscheidenden Beitrag zum optimalen Heilungsverlauf. MM

• Mit gezieltem Krafttraining, vor allem der Schultermuskulatur, beugen Sie gefährlichen Verletzungen vor. • Vermeiden Sie unkontrol­ lierte, schnelle Bewegungen, die in extreme Gelenkwinkel führen.

André Dietschi

ist Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, Santémed Gesundheitszentrum Diepoldsau/ Heerbrugg SG.

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 115

Migros-Bank-Ratgeber

Die Hauspreise steigen in rasantem Tempo. Zudem fehlen über 100 000 Wohnungen. Willkommen im Land der Immobilienblase.

Albert Steck ist

verwantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

Was läuft schief in Schweden? Gleich wie in der Schweiz hat die Zuwanderung auch dort den Bedarf an Wohnraum stark erhöht. Doch während bei uns pro Jahr gut 40 000 neue Wohneinheiten auf den Markt kommen, sind es in Schwe­ den seit Jahren nur 25 000 – obwohl das Land 1,5 Millionen Einwohner mehr zählt. Ein wesentlicher Grund für die schwache Bautätigkeit sind die restriktiven Vorschriften. Für ein Mehrfamilienhaus dauert die Planung und Erstellung meistens etwa zehn Jahre. Bereits fehlen dem Land rund 150 000 Wohneinheiten, Tendenz stark steigend.

Reale Entwicklung der Immobilienpreise in Schweden und der Schweiz – Letztere sind unterteilt in Wohnungen und Häuser. Die Zahlen auf der rechten Seite zeigen den realen Preisanstieg seit 2003. Preisentwicklung seit 2003 +100 % 125% 100%

■ Immobilien Schweden ■ Eigentumswohnungen Schweiz ■ Einfamilienhäuser Schweiz

75%

+44 %

50% +37 %

25% 0

2015

2013

9 2011

200

200 7

200 5

1999 200 1 200 3

1997

1995

1991 1993

1989

1987

1985

1983

1981

–25%

1977 1979

Nein, ich spreche nicht von der Schweiz. Sondern von Schweden. Die Immobilienpreise schiessen dort in beängstigendem Tempo nach oben: Allein im letzten Jahr verteuerten sie sich um 13 Prozent, in drei Jahren sogar um satte 29 Prozent. Während der Immobilienmarkt in der Schweiz zu einer sanften Landung ansetzt, wird die Überhitzung in Schweden immer extremer (siehe Grafik).

Preisverdoppelung in nur zwölf Jahren

1975

Welches Land meine ich? Es liegt in Europa und hat weniger als zehn Mil­ lionen Einwohner. Der Staat ist gering verschuldet, die Finanzkrise wurde mustergültig gemeistert. Ein weiteres Merkmal ist die hohe Zahl an Einwan­ derern. Und: Das Land leidet an einer gefährlichen Immobilienblase.

Daten: SNB/OECD/Statistics Sweden

Zudem hat Schweden einen schlecht funktionierenden Mietwohnungs­ markt. Der Anteil der Mieter ist mit 30 Prozent nur gerade halb so hoch wie in der Schweiz. Wer in Schweden kein bezahlbares Haus mehr findet, kann deshalb nur schwer auf eine Mietwohnung ausweichen. Beson­ ders in Stockholm mit seinen 800 000 Einwohnern ist das Angebot stark reglementiert: Die meisten Wohnun­ gen sind in kommunalem Besitz. Die Wartezeit beträgt im Schnitt acht Jahre, in attraktiven Zentrums­ lagen sind es über 20 Jahre.

Von solch dramatischen Zuständen ist die Schweiz weit entfernt. Zwar braucht es auch hierzulande Geduld, um eine passende Wohnung zu finden. Und die Preise sind ebenfalls spürbar gestiegen. Doch anders als in Schweden hat der hiesige Immo­ bilienmarkt erstaunlich flexibel auf die grössere Nachfrage reagiert. Eine wirkliche Wohnungsmisere zeichnet sich bei uns zum Glück nicht ab. MM Lesen Sie auf blog.migrosbank.ch: So hoch sind die Schweizer Hauspreise im europäischen Vergleich.

Make-up Tutorial

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Farbenfrohes Muttertags-Make-up Ob beim Brunch im Restaurant oder beim entspannten Abendessen zuhause – was am Muttertag nirgends fehlen darf, ist ein frischer und fröhlicher Look. Ein auf den Hautton abgestimmtes und leichtes Make-up bildet die ideale Basis, während satte, leuchtende Farben auf den Lippen und Nägeln jeden Look auffrischen. Der Look muss jedoch gerade an Muttertag langhaftend sein und auch nach emotionalen Momenten wie einer gelungenen Muttertagsüberraschung mit Freudentränen und Dankesküssen noch frisch aussehen. Und so funktioniert‘s: • •

• • •

Schritt 1: Tragen Sie zuerst das Outlast Stay Fabuolous Make-up, abgestimmt auf Ihren Hautton, auf dem ganzen Gesicht auf. Schritt 2: Tragen Sie anschliessend eine dünne Schicht des kussechten Outlast All Day Lipcolor auf die gereinigten Lippen auf. Durch den leicht abgeschrägten Applikator kann man der Lippenkontur direkt folgen. Lassen Sie die Farbe 1 - 2 Minuten trocknen. Schritt 3: Tragen Sie nach der Trocknungsphase den Pflegestift über die Farbe auf. Er macht die Lippen geschmeidig und schenkt ihnen einen schönen Glanz. Schritt 4: Zu perfekt geschminkten Lippen gehören passende Nägel in der gleichen Farbnuance. Schritt 5: Tuschen Sie zum Abschluss die Wimpern mit einer wasserfesten Mascara. Ja nach Belieben kann vorher noch Lidschatten und Eyeliner verwendet werden. Wollen Sie die Outlast All Day Lipcolor ausprobieren? Weitere Informationen sowie eine Verlosung finden Sie auf www.migrosmagazin.ch.

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 117

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Leserreise

Reif für die Insel Wie wärs mit Badeferien auf den griechischen Inseln Zakynthos und Kreta? Jetzt gibt es zwei besonders preisgünstige Angebote für Leserinnen und Leser des Migros-Magazins.

G

riechenland! Die einen freuen sich auf viel Sonne, mediterranes Essen und süsses Nichtstun am Strand, die anderen auf historische Kulturschätze und abwechslungsreiche Landschaftsbilder. 227 der über 6000 Inseln Griechenlands sind bewohnt, und allen gemeinsam ist die grosse Gastfreundschaft der Bevölkerung. Kalimera! Zakynthos, «die Bewaldete»

Die südlichste der Ionischen Inseln ist bekannt für ihre Buchten mit zauberhaften Sandstränden. Die üppige Vegetation hat Zakynthos den Beinamen «die Bewaldete» eingebracht. Freuen Sie sich auf wildromantische Landschaften, Olivenhaine, Wälder, traditionelle Bergdörfer und atemberaubende Naturschönheiten. Kreta, «die Sonneninsel»

Kreta ist die grösste und südlichste Insel Griechenlands und erfüllt mit rund 300 Sonnentagen fast jeden Ferientraum. Geniessen Sie das Meeresrauschen an den Stränden oder die Geschäftigkeit in den kleinen Fischerdörfern. Entdecken Sie auf Ausflügen die unberührte Natur Kretas, romantische Kirchen und berühmte Sehenswürdigkeiten wie etwa den Palast von Knossos. Verbringen Sie traumhafte Badeferien auf Kreta! MM

Die berühmten Buchten von Zakynthos

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 119

Rarität im Zoo: eine Chinesische Krokodilschwanzechse bei der Untersuchung

Zootierärztin

Bedrohte Schönheit

Tipps

Die Chinesische Krokodilschwanzechse gehört zu den seltensten Reptilienarten der Welt. Wiederansiedlungsprojekte und Zuchtprogramme sollen ihr Überleben sichern.

Häufig gehaltene Arten wie einige Land- und Wasserschildkröten, Agamen, Geckos und Schlangen brauchen eine saisonale Absenkung der Temperaturen. Einige Reptilienarten wechseln in die Winterruhe respektive -starre.

Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

I Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

hr Name verrät bereits einiges: Die Chinesi­ sche Krokodilschwanz­ echse kommt aus der Region Südchina/Vietnam, ihr schuppiger Schwanz gleicht dem des Krokodils. Die Echse ernährt sich von Wasserkrebsen, kleinen Amphibien, Kaulquappen, Würmern und Insekten. Die wunderschön gefärbte Krokodilschwanzechse wird 30 bis 40 Zentimeter lang und ist ein Beispiel dafür, wie stark gewisse Arten heutzutage bedroht sind. In ihrer Heimat hat sich ihre Zahl in wenigen Jahren von 2500 auf unter 1000 reduziert, sie gehören damit zu den seltensten Reptilien­ arten. Die Ursachen liegen einerseits in der Zerstörung ihres Lebensraums. Ander­ seits werden die Echsen

gejagt, weil sie in der Tra­ ditionellen Chinesischen Medizin als Wunderheil­ mittel gepriesen werden. Monatelang im Schlafmodus

Um die Population wieder zu vergrössern, gibt es Wiederansiedlungsprojekte in China, aber auch Zucht­ programme in den USA und in Europa. Einer der ersten privaten Halter in Europa beherbergt bereits seit über 20 Jahren Krokodilschwanz­ echsen. Drei seiner Tiere hat er in die Obhut unseres Zoos gegeben. Die drei Echsen haben soeben die Winterruhe oder, wie man oft bei den Reptilien sagt, die Winter­ starre hinter sich gelassen. Drei, vier Monate lang waren sie im Schlafmodus. Alle Körperfunktionen

waren reduziert, und sie haben nichts gefressen. Bei der obligatorischen Eintrittsuntersuchung prüfe ich, ob die Tiere äusserlich gesund aussehen, ich untersuche Kotproben, wäge die Tiere. Die drei scheinen gesund zu sein. Um absolut sicherzugehen, bleiben sie vorerst aber noch in unserer Quaran­ tänestation. Ein Wasserbecken ist hier genauso wichtig wie später in der künftigen Anlage im Besucherbereich des Zoos. Die Echsen verbringen ihre Zeit gern am Becken: Sie können über eine halbe Stunde lang unter Wasser bleiben, ohne zu atmen. Wir freuen uns jetzt schon, sie bald unseren Besuchern zeigen zu können. MM

Achten Sie auf die Winterruhe

Das Klima, in dem Tiere natürli ch leben, soll auch im Terrarium/Aquarium simuliert werden. Oft beginnen die Tiere von selbst, weniger zu fressen, und werden träge. Je nach Art werden unterschiedliche Temperaturen bevorzugt. Eine Landschildkröte aus dem Mittelmeerraum etwa braucht zum Überwintern eine Umgebungstemperatur von 4 bis 8 °C.


120 | MM18, 2.5.2016 | LEBEN

Auto

«Gut in der Kurve» Mit dem HR-V fährt Honda nun geradewegs in die boomende Klasse kompakter Familien-SUV. Leserfamilie Amstutz aus Dübendorf ZH hat den neuen Japaner auf Herz und Nieren geprüft. Text: Timothy Pfannkuchen

Bilder: Holger Salach

R

uhig war es in den letzten Jahren um Honda geworden. Doch nun geben die Japaner Vollgas. Etwa mit dem erneuerten kleinen Raumwunder Jazz, wohl im Lauf des Jahres 2017 mit dem neuen Civic – und in Zeiten des SUV-Booms mit dem HR-V. Der erfreut Testfamilie Amstutz aus dem zürcherischen Dübendorf auf Anhieb mit «coolem Aussehen, angenehmer Einstiegshöhe und praktischen Proportionen», wie die medizinische Praxisassistentin Sarah Amstutz (32) berichtet. Allerdings: Mit nur 4,29 Meter Länge erfreut der HR-V die Familie zwar mit Parkier-, aber begrenzter Packfreundlichkeit (448 bis 1473 Liter). «Vorne ist er geräumig, nur manchmal ist der Getränkehalter beim Schalten im Weg», sagt Michael Amstutz (35): «Hinten sitzt man gut, aber mit zwei Kindersitzen wird es eng. Und der Wocheneinkauf hat zwar mehr als genug Platz, aber mit zwei Kinderwagen ist der Laderaum halt schnell voll.»

Das Cockpit «Alles edel und angenehm! Viele Knöpfe, dafür aber Dinge wie Spurassistent oder Rückfahrkamera. Der Tacho ist eher unübersichtlich; ein Zusatzdigitaltacho wäre gut.» Michael Amstutz

104 g/km CO2 Grenzwert 2016 124 g/km

Reizvolles Familienauto zum guten Preis

Umso besser kommt der HR-V unterwegs an. «Der 120-PS-Diesel gefällt uns», sagt Sarah Amstutz: «Er macht Spass, bietet viel Kraft ohne viel Lärm und hat auf 300 Testkilometern im Schnitt nur fünf Liter verbraucht.» Betriebsökonom Michael Amstutz ergänzt: «Er liegt gut in der Kurve und fühlt sich schön geschmeidig an.» Ungewöhnlich: Weil Käufer kleiner SUV zunehmend auf Allrad verzichten, bietet Honda im HR-V vorerst gar keinen 4 x 4 an. In der Schweiz ein Nachteil? «Nein», sagt Michael Amstutz: «Unser Skoda Octavia Combi verfügt auch nicht über 4 x 4. Das stört uns nicht.» «Uns gefällt das höhere Sitzen. Auch Raphael (2) und Leonie (½) geniessen die Aussicht. Ohne unsere zwei Kinderwagen hätte er die ideale Grösse», bilanziert Sarah Amstutz: «Er ist ein spezielles, aber darum ein umso reizvolleres und gutes Familienauto zum fairen Preis.» MM

Das Design «Ein schnittiges, elegantes Auto. Raphael und Leonie mögen es auch – wegen der Aussicht aus dem grossen Glasdach. Nur die Lüftungsdüsen auf der Beifahrerseite sind unschön.» Michael Amstutz


LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 121

Das Infotainment «Hightech vom Feinsten! Die eigene Musik vom Handy hören, sogar ins Internet gehen – und die Navi-Karte kann man wie beim Smartphone sogar mit den Fingern zoomen.» Sarah Amstutz

Eine Woche lang im Honda HR-V unterwegs: Leserfamilie Amstutz aus Dübendorf ZH. Von links: Leonie (½), Michael (35), Sarah (32) und Raphael (fast 2).

Die Auto-Testfamilie

Eine Woche lang gratis testen! Testen Sie den Renault Megane! Bewerben Sie sich bis 8. Mai auf www.migrosmagazin.ch und fahren Sie den neuen fünftürigen Kompaktwagen vom 30. Mai bis 6.Juni. Sie sind mindestens zu dritt und erscheinen im MigrosMagazin. Wir wählen die Familie aus.

Steckbrief Renault Megane dCi 110 EDC Antrieb: 1.5-R4-Turbodiesel, 110 PS,

Steckbrief Honda HR-V 1.6i-DTEC Antrieb: 1.6-R4-Turbodiesel, 120 PS, 300 Nm bei 2000/min,

6-Gang-Schaltung, Frontantrieb Fahrwerte: 0–100 km/h in 10,0 s, Spitze 192 km/h. Gewicht: 1324 kg. Umwelt: Normverbrauch 4,0 l/ 100 km = 104 g/km CO2 , Energie A. Listenpreis: ab 25 000 Franken (Basis: 1.5i-VTEC, 130 PS, ab 22 500 Franken).

Die «Kinosessel» «Bräuchten wir nicht noch zwei Kinderwagen, reichte der Laderaum gut. Pfiffig ist, dass man die Rücksitze auch hochklappen kann: Dann passt eine hohe Pflanze oder ein Velo hinein.» Michael Amstutz

6-Gang-Doppelkupplungsautomat, Frontantrieb. Umwelt: Normverbrauch 3,7 l/100 km = 95 g/km CO2, Energie A. Listenpreis: ab 26 700 Franken. (Basis: TCe 100, 100 PS, ab 19 900 Franken).


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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 123

Mehr Infos und Bilder zum Burgenland

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Der Neusiedlersee zieht Vogelliebhaber, Velofahrer und Surfer an. Er prägt die Landschaft des Burgenlands. Wilds Welt

Sonnenstube Österreichs

Das Burgenland ist Österreichs östlichstes, sonnigstes und unbekanntestes Bundesland. Hier scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne. 7 Tipps für eine erlebnisreiche Frühlingsreise.

Weite Ebenen, sanfte Hügelzüge, Obstbäume, Reben und der Neusiedlersee prägen die Landschaft des Burgenlands, das sich östlich von Wien und Graz ausbreitet. Nicht mal jeder 100. Schweizer, der Österreich besucht, wählt dieses Bundesland aus. Am einfachsten ist die Anreise ab Wien (rund 60 Autominuten).

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DerNeusiedlersee ist fast so lang

Bild: Reto E. Wild

wie der Zürichsee, aber als Steppensee durchschnittlich nur gut einen Meter tief. Er gehört seit 2001 zum UnescoWelterbe. Am interessantesten ist das Dorf Illmitz mit dem Informationszentrum zum Nationalpark, der sich bis nach Ungarn ausdehnt. Beste Zeit für Vogelbeobachtungen: März bis Juni. In der Region laden 30 Velowege mit insgesamt meist flachen 1000 Kilometern ein.

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DasRestaurant Nyikospark (Tel. 0043/21 67 40 222) in Neusiedl am See war in der Monarchie ein Offizierskasino und ist heute ein Landgasthaus mit Wintergarten und Weinbar.

Es zählt zu den besten Restaurants Österreichs. Jeden Donnerstagabend gibt es einen Special: einen Viergänger inklusive Weinbegleitung für 39 Euro! Zum Absacker eignet sich die Bar Mole West, direkt am Neusiedlersee gelegen.

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Kultur: Seefestspiele in Mörbisch (7.7.–20.8.) oder Haydntage (8.–18.9.)

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Der Wein zählt zu den Aushänge-

im Schloss Esterházy in Eisenstadt. Das Gebäude gehört zu den schönsten Barockschlössern Österreichs.

Schützen am Gebirge ist Gourmettempel und Relais & Châteaux in einem. Wer weniger ausgeben möchte, tafelt nebenan in der Greisslerei (Tel. 0043/2684 2297), die im Bistrostil eingerichtet ist.

schildern des Burgenlands. Vis-à-vis des Schlosses, am Esterházyplatz 5, befindet sich die Selektion Vinothek Burgenland, die gleichzeitig Laden, Bar und Degustationsraum ist. Alternative: Gebietsvinothek in Deutschkreutz.

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Das Restaurant Taubenkobel in

Die Freistadt Rust mit ihren 1920 Einwohnern gehört zu den attraktivsten Dörfern Österreichs und ist Heimat von 14 Storchenpaaren. Hier werden seit dem 15. Jahrhundert Süssweine mit Weltruf produziert. Besonders begeistern die Weingüter Feiler-Artinger und Triebaumer (auch deren Rotweine!). Tipps: der Feinkostladen Triebaumer am Rathausplatz 4 oder der Imker Simon Tötschinger im benachbarten Jois mit seinem super Honig (www.lylys.at).

Pannonisch Wohnen: Die Bezeichnung «pannonisch» steht für die Tiefebene im südlichen Mitteleuropa, zu dem auch das Burgenland gehört. Wer regional-typisch in Häusern mit wenig Zimmern und viel Charakter übernachten möchte, sollte auch pannonisch wohnen. Zimmer gibt es schon ab 45 Euro pro Nacht und Person inklusive Frühstück, beispielsweise im Weingut Zentgraf in Mörbisch. Auswahl und weitere Informationen: www.burgenland.info MM

Reto E. Wild ist Tourismusexperte und Redaktor beim MigrosMagazin. Er hat das Burgenland mehrmals bereist.


124 | MM18, 2.5.2016 | LEBEN

Kinder

Lange Beine und viel Geduld Wenn man mal einen Graureiher entdeckt hat, kann man ihn gut beobachten. Denn auf Nahrungssuche steht er oft lange im Wasser. Der grosse Vogel ist erstaunlich leicht – federleicht sozusagen. Text: Andrea Fischer-Schulthess

Illustration: bunterhund.ch

Feinde des Graureihers:

Der Fuchs und der Marder schnappen sich Jungvögel.

Krähen und andere Vögel stehlen die Eier der Graureiher.

Überall, wo es Wasser hat, besteht die Chance, Graureiher zu sehen. Dank eines speziellen Puders ist das Federkleid wasserfest.

Weil der Graureiher Fische frisst, jagt ihn der Mensch. Das ist aber nur in Einzelfällen erlaubt.

Stundenlang steht der Graureiher da, in einem Bach, und wartet: auf

einen Fisch, einen Frosch oder einen Molch. Sobald die Beute in seiner Nähe ist, schnappt er sie blitzschnell mit dem spitzen Schnabel auf. Manchmal stelzt er auch langsam durch Wiesen und sucht Mäuse oder Schlangen. Er gehört zu den grössten Vögeln der Schweiz: Mit ausgestreckten Flügeln

misst er, von einer Spitze zur anderen, gut 170 Zentimeter – fast so lang wie dein Bett! Graureiher sind aber nicht einmal zwei Kilo schwer, weil sie ganz leichte Knochen haben. In der Luft erkennst du den Graureiher daran, dass er den Kopf in den Nacken legt und den Hals zu einem engen S biegt. Seine Federn sind wasserdicht. Aber anstatt sie wie

andere Vögel zu fetten, pudert er sie. Dazu reibt er seinen Kopf an sogenannten Puderfedern auf der Brust und am Bauch und verteilt dann den Puder am ganzen Körper. Graureiher gibt es fast überall, wo es Wasser hat. Nachts schlafen sie auf hohen Bäumen. Sie können über 20 Jahre alt werden und bleiben meist ihr Leben lang einem einzigen Vogel treu. MM


LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 125

Jérôme (10), Pfeffikon LU

Das ist zuerst ein Frust: Wer Zöliakie hat, darf viele feine Sachen nicht essen. Man verträgt dann nämlich kein Gluten. Diese sogenannten Klebereiweisse stecken dummerweise auch in Weizen und damit in Gerichten, die ihr Kinder besonders gern habt: Pizza und Pasta, Kebab und Kuchen. Wer glutenhaltige Lebensmittel isst und diese nicht verträgt, bekommt Bauchweh und Durchfall. Er leidet an Schmerzen und körperlichen Störungen, oft ohne zu wissen,

warum. Wenn der Arzt herausfindet, dass Zöliakie daran schuld ist, dann – uff! – ist man ein «Zöli» (so nennen sich die Betroffenen gern selbst) und darf nichts essen, was Gluten enthält. Das ist hart. Aber Einschränkungen machen einen offener für Neues: Zölis entdecken andere feine Lebensmittel. Sie lernen, neue Gerichte zu kochen, und sehen, dass zwar tausend Leckereien verboten, aber zehntausend andere erlaubt sind.

Im Blog eines jungen Zölis lese ich, dass er den Frust über seine Ernährungsweise überwunden hat und nun auch Vorteile sieht (www.glutenfreiewelt.ch). Dieser Zöli sagt, er esse bewusster und gesünder und kenne seinen Körper besser. Sein Fazit: «Dein Leben verändert sich positiv.» Ausserdem ist er froh, dass er keine Medikamente nehmen muss. Er muss «nur» anders essen – und schon ist er wieder fit. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

Kinderfragen zu aktuellen Themen.

SELTSAME LÖWENROSE

Rä tselsp ass

Wer erfindet eigentlich Blumennamen? Das müssen lustige Trolle sein, die sich Blumennamen ausdenken. Schon mal gehört – «stechender Hohlzahn» oder «kleinköpfiger Pippau»? Gibt es alles. Nina hat euch die bekannteren Frühlingsblumen herausgesucht. Sie hat deren Namen auseinandergeschnipselt. Findest du die richtigen Paare?

CHAOS IM STALL Im Hühnerstall in Lapischlazuli hat sich ein Zwillingspärchen versteckt. Finde die zwei gleichen Hühner!

Lösung: Links oben und rechts unten.

1. Kuh- _______________

5. Oster- ______________

Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs

2. Schnee- _____________

6. Gänse- ______________

Hier erwarten dich: • lustige Spiele • tolle Basteltipps & Malvorlagen • spannende Geschichten und vieles mehr ...

3. Pfingst- _____________

7. Löwen- _____________

4. Palm- ______________

8. Schlüssel- ___________

Lösung: 1. Kuhschelle, 2. Schneeglöckchen, 3. Pfingstrose, 4. Palmkätzchen, 5. Osterglocke, 6. Gänseblümchen, 7. Löwenzahn, 8. Schlüsselblume

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 127

Kreuzworträtsel

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 129

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Zum Sägen braucht man einen ...? A Kalbsmagen

S

Fuchsschwanz

M Pferdefuss

2. Wie wird eine Rechaudkerze auch noch genannt? I

Teelicht

L

Kaffeesatz

E

Weinbrand

3. Wer wirkte bei Göschenen auf der A2 verkehrsberuhigend? R Hampelmann

N Winkemann

M Sensemann

So nehmen Sie teil

4. Wo liegt der Stadtkreis Bruch-Gibraltar? S

Winterthur

O Bern

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.5.2016, 24 Uhr

N Luzern

5. Seit wann hat die Schweiz einen völkerrechtlich garantierten Zugang zum Meer? B 1868

L

1946

E

1992

6. Was bedeutet der Begriff «Agenda» im eigentlichen Sinne? S

Geschafft

I

Das zu Tuende

H Stundenplan

7. Wie lautet eine Nachricht, die aus dem Gefängnis geschmuggelt wird? E

Kalebasse

S

Kaliber

L

Kassiber

8. Zu welchem Staat gehört das Gebiet «Bir Tawil» in der Nähe des Roten Meeres? T

Äthiopien

D Niemandsland

R Saudi-Arabien

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 17: MAULWURF

Gewinner Nr. 16: Gret Rohr, Mollis GL; Georges Frei, Fällanden ZH; Urs Iberg, Oberwil BL

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 3 5

O 1

4

Auflösung Nr. 17: KLANG Gewinner Nr. 16: Elisabeth Friedli, Herrliberg ZH; Rosmarie Huber, Uster ZH; Mahmoud Daouk, Dietlikon ZH

2

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.5.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 131

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

3 4 9 8

Auflösung Nr. 17: 438

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1 9 2 8 7 3 4 5 6

3 1 4

5 6 3 4 2 9 8 7 1

4 7 8 1 6 5 3 9 2

7 2 1 5 4 6 9 8 3

8 5 6 9 3 7 1 2 4

9 3 4 2 8 1 7 6 5

6 4 7 3 9 2 5 1 8

3 1 9 6 5 8 2 4 7

2 8 5 7 1 4 6 3 9

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.5.2016, 24 Uhr

Gewinner Nr. 16: Sylvianne Barbey, L’Abergement VD; Ruth Frank, Allschwil BL; Madeleine Serini, Cortaillod NE; Theres Chollet-Bärlocher, Horn TG; Annemarie Hostettler, Niederönz BE

6

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 4 3 miteinander verbunden 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 2 1 2 4 4 und mehr als zwei Linien.

1 1 3 2 2 0

Auflösung Nr. 17:

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6 2

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1 2 3

2 4 3

2

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6 4 4

2 1

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Auflösung Nr. 17: 3

3

3 3

2

3 2

2 3

2 2 1 3 2

1 3 2 4 4

4 7 3 1

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3 3

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1

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja, Leissing, Anna Meister, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Verlag: Layout: Doris Oberneder (Creative Director), Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Werner Gämperli, Nicole Gut, Tel.: 058 577 13 70, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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134 | MM18, 2.5.2016 | LEBEN

Meine Welt

«Ich bin ein richtiges Bergmeitli geworden» Dominique Gisin (30) studiert seit ihrem Rücktritt vom Skisport Physik an der ETH in Zürich. Nebst Formeln mag die AbfahrtsOlympiasiegerin 2014 Eistee, Fantasy und ihre Heimat Engelberg. Text: Reto E. Wild

Bilder: Daniel Winkler

Mein Lieblings­ produkt

«Eistee ist mir eigentlich zu süss. Und weil ich jetzt nicht mehr so viele Kalorien verbrenne wie während der Skikarriere, bin ich zurückhaltend. Aber im Sommer, wenn ich mega Durst habe, ist für mich dieser Kulteistee einfach fein.»

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LEBEN | MM18, 2.5.2016 | 135

1 Mein Restaurant «Im Restaurant und Hotel Alpenclub in Engelberg feierten wir viele Familien­ feste, zum Geburtstag gab es Fondue chinoise. Ich liebe unkomplizierte Küche.» 2 Mein Fluchtort

«Engelberg ist meine Heimat. Ich bin ein richtiges Bergmeitli geworden. Ein Wochenende in Engelberg, und ich bin erholt.»

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3 Meine Lieblingsski «Mit diesem Ski wurde ich Olympia­ siegerin. Jetzt befindet er sich in meinem Keller, sauber eingepackt.» Name: Dominique Gisin (30) Sternzeichen: Zwilling Wohnort: Engelberg OW Beruf und Lebenslauf: Mit andert­ halb Jahren stand ich zum ersten Mal auf den Ski – zu Hause in Engelberg. Mein Debüt im alpinen Skiweltcup gab ich im Dezember 2005. 2014 wurde ich in Sotschi Olympiasiegerin in der Abfahrt und als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. 2011 habe ich die Prüfung für meine Privatpilotenlizenz bestanden. Nach neun Operationen gab ich 2015 den Rücktritt vom Ski­ sport bekannt. Seit Herbst 2015 stu­ diere ich Physik an der ETH in Zürich. Zur gleichen Zeit kam mein Buch «Making it Happen – von Engelberg nach Sochi» auf den Markt. Mit mei­ nem Mentalcoach Christian Marcolli halte ich Vorträge zum Thema «Wie motivieren nach Rückschlägen».

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4 Mein Hobby

«Der Golfsport ist für mich das beste Mentaltraining und erinnert ans Ski­ fahren: Du bist allein, der grösste Gegner ist das Gelände. Kleinste Details ent­ scheiden. Ich habe ein Handicap von 10.» 5 Mein Lieblingsbuch

«Ich bin ein grosser Bücherwurm. Ich lese sehr schnell und griff deshalb in der Bibliothek immer zu den dicksten Büchern. So entstand meine Liebe für Fantasybücher. Wenn ich ‹Lord of the Rings› lese, kann ich nicht mehr auf­ hören, werde unberechenbar und gehe erst schlafen, wenn das Buch fertig ist.» 6 Meine Leidenschaft

«Nebst Skifahren ist Fliegen meine grosse Leidenschaft. Ich fliege gern mit kleinen Maschinen, so bin ich der Natur nahe. Ich weiss, dass ich mich so zum Spielball der Naturkräfte mache.»


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Migros magazin 18 2016 d aa by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu