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Migros-Magazin-17-2021-d-ZH

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Ausgabe Zürich, AZA 1953 Sion Response Zentral

migros.ch/magazin | MM17, 26.4.2021

ZECKEN: SO ENTFERNT MAN SIE RICHTIG Seite 52

Frühlingsküche mit Radiesli Seite 23

TULPEN: ZU BESUCH IM AMSTERDAM DER SCHWEIZ

Bild: @rastawhiteshepherd/Sylvia Michel

Seite 44

FoodLieferdienste: Die Migros bringts Seite 28

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch

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Ein Schäferhund aus dem Berner Oberland hat 400 000 Follower auf Instagram Seite 12


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4 | 26.4.2021 | MEINE MIGROS

KUR ZNEWS

Neuer Kult Ice Tea Im neuen Kult Ice Tea Tropic sorgt Guavenpüree für eine exotische Fruchtnote. Wer dieses Getränk geniesst, tut nicht nur sich selber, sondern auch der Umwelt etwas Gutes: Pro verkaufte Flasche spendet die Migros 20 Rappen zum Schutz des Regenwalds an den WWF.

Ein Smartphone besteht zu 40 Prozent aus Kunststoff, zu 42 Prozent aus Metallen, weitere 15 Prozent sind aus Glas und ­Keramik und 3 Prozent Sonstiges. Aus einer Tonne Smartphones können ganze 200 Gramm Gold gewonnen werden. Zum Ver­ gleich: in einer Tonne Golderz ­stecken g­ erade einmal 4 Gramm Gold. Alles in allem ist Recycling acht Mal schonender als die Roh­ stoffgewinnung. Deswegen lohnt es sich, die alten Geräte zurück­ zubringen, zum Beispiel zu Melec­ tronics. Mehr dazu gibts im neuen Podcast von «Chrut und Rübeli»: generation-m.ch/podcast

Endlich wieder ­Konzerte Unter dem Namen Club-Konzerte bringt das Migros-Kulturprozent die Musik in die Konzertsäle zurück. Ab 7. Mai finden in Genf, Bern, ­Luzern und Zürich vor kleinem ­Publikum Darbietungen statt. Auf der Bühne treffen sich junge Klassiktalente mit bekannten ­Jazzmusikerinnen und -musikern wie dem Schweizer Starpianisten Marc Perrenoud. Tickets und Infos: www.migmag.ch/club

Neugierige, bitte melden! Lust, Grillneuheiten aus der Migros gratis zu testen? Zum Beispiel Mini-Grillschnecken in den Varianten Nature, Beef, Curry und Paprika? Oder mit Ahorn­sirup marinierten Speck? Ebenfalls neu im Sortiment und auf dem Probiertisch ist der «ASC Lachs-Burger». Testinfos gibt es auf migipedia.ch

Bilder: iStock

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MEINE MIGROS | 26.4.2021 | 5

4

2 ENGLISCH

P I L AT E S

3 F R A N ZÖ S I S C H

1

DEUTSCH

HOCH IM KURS

Deutsch war im vergangenen Jahr das beliebteste Kursfach an der Klubschule Migros. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgten Englisch, ­Französisch, Pilates und Italienisch. Insgesamt nahmen 228 719 Menschen an den Kursen der Klubschule teil. Sie ist damit weiterhin die ­Nummer eins in der Schweizer ­Erwachsenenbildung.

5

I TA L I E N I S C H

PRODUKT DER WOCHE

Biojoghurt ohne zugesetzten Zucker Liebhaber von Fruchtjoghurt haben sich schon lange gefragt: Gehts auch weniger süss? Ja, das geht. Die neuen Biojoghurts «Fruit Mix», «Mango-Apfel» und «Exotic» kommen ohne zugesetzten Zucker aus. Für die Süsse sind Früchte und Fruchtpürees zuständig, sodass der Fruchtgehalt zum Beispiel bei der Sorte Mango-Apfel bei 20 Prozent liegt. Der Gesamtzuckergehalt liegt je nach Sorte ­zwischen 4,3 und 6,4 Gramm pro 100 Gramm Joghurt und damit deutlich unter dem herkömmlicher Fruchtjoghurts.


Bild: Guilllaume Perret

6 | 26.4.2021 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 26.4.2021 | 7

18:08 Uhr

Bei der Traditions­ firma Ebnat AG werden Zahnbürsten für die Migros produziert. Der Clou: Die Griffe bestehen aus Schweizer Buchenholz mit dem Gütesiegel FSC für Waldschutz. Das Foto ist am 11. März entstanden. Migros-Moment in Ebnat-Kappel SG


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Bei diesem Angebot sind bereits reduzierte Artikel ausgenommen. Angebot gilt nur vom 27.4. bis am 10.5.2021, solange Vorrat.


Bilder: Nik Hunger, Migusto/Pia Grimbühler

Inhalt

INHALT | 26.4.2021 | 9

Essen und trinken, ohne für Einkäufe das Haus zu verlassen: Food-Lieferdienste sind populärer denn je. Eine Übersicht über die Angebote der Migros

28

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 215 000 (WEMF, MACH Basic 2021-1) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

28 Food-Lieferdienste

40  Ran an die Manschetten Wie man den Blutdruck richtig misst und was zu tun ist, wenn er tatsächlich zu hoch ist 43  Der andere Blick Diese Woche: Sara Satir 44  Tulpen aus der Region

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

Art Direktion Barbara Pastore

23  Frühling auf dem Teller

37  Vollrahm im M-Check

Impressum

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

18  Migros in der DNA David Bosshart, neuer Leiter der Duttweiler-Stiftung, über mutige Manager und das ­Lernen von Andersdenkenden

34 Lebenslänglich 45 Jahre lang hat Beatrix Gauch in der Migros Bern-Zähringer gearbeitet, die meisten davon in der Hausbäckerei

Wenn der Frühling kommt, dann schick ich dir Tulpen aus … Gümligen! Ein Einblick ins Gewächshaus.

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

12  Stars auf Samtpfoten Wie kommt es, dass Haustiere auf Instagram Tausende von Followern haben?

31  1, 2 oder 3?

44

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

10  Karma gibt es wirklich Flüchtling Amine Conde hilft denen, die noch weniger ­haben als er. Nun wird sein ­Engagement belohnt

52  Blutsaugende Biester Frühling ist Zeckenzeit: Was bringt die Impfung, und wie ­entfernt man eine Zecke richtig?

23

Wir haben Lust auf Frühling, auch auf dem Teller. Und im Gemüsebeet spriessen zum Glück auch schon die ersten ­Salate und Radiesli. Mit unseren Rezepten entstehen daraus wahre Geschmacksexplosionen in Pink und Grün.

55  Stadt, Land, Stutz 56  Der Chirurg geht putzen Topausgebildete Migrantinnen und Migranten haben es schwer, einen qualifizierten Job zu finden 63  Migros Bank 66  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 75  Rätsel und Spiele 78 Migros-Lovestory Corinne und Marc Schumacher aus Ebikon LU


10 | 26.4.2021 | INTEGRATION

Ein Happy End für Amine Aufenthaltsbewilligung, Sekundarabschluss und Lehrstelle. Vieles hat sich zum Guten verändert, seit das Migros-Magazin vor einem Jahr über Amine Conde geschrieben hat. Text: Rahel Schmucki Bilder: Desirée Good

A

ls an einem Freitag Amine Condes Telefon klingelt, ­bereitet er gerade in Zürich für Menschen, die finanziell unter der Pandemie leiden, Essen vor. Am anderen Ende ist sein Anwalt. Er habe einen Brief vom Migrationsamt für Conde bekommen. Es ist der ­Entscheid, ob der 22-Jährige in der Schweiz bleiben darf oder nach Guinea ausgeschafft wird. «Ich war sehr ­nervös, habe mich aber auch gefreut», erinnert er sich an diesen Tag im ­Januar 2021. Er habe sich einfach nicht vorstellen können, dass der Bescheid ­negativ ausfallen würde. Im Büro des Anwalts öffnet er das Couvert: Sein Härte­fall wurde angenommen. Amine Conde hat nun eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz – zumindest für ein Jahr. «Ich fühlte mich plötzlich so


INTEGRATION | 26.4.2021 | 11

Vor einem Jahr berichtete das Migros-­ Magazin schon einmal über Amine Conde.

7

Jahre lang hat Amine für sein Bleiberecht ­gekämpft.

5,2

war sein Noten­ durchschnitt beim Sekundar­ schulabschluss, den er nach­ holte.

Bild: Gian Marco Castelberg

10

Jahre dauert es, bis er den Schweizer Pass beantragen kann.

leicht und frei.» Er habe gleich seine Gastschwester angerufen, die ihm sehr geholfen habe. «Sie hat geweint.» Dann habe er alle anderen angerufen. Alle Menschen, die ihm in der Schweiz geholfen hätten. «Das dauerte mehrere Tage, mein Telefon hat ständig geklin­ gelt, und ich habe immer wieder neue Nachrichten bekommen.» Wenn Amine Conde davon erzählt, ist nichts von der jahrelangen Unsi­ cherheit zu spüren. Er wirkt gelassen, lacht immer wieder. Obwohl das ein entscheidender Moment in seinem Leben war. Nach seiner Flucht in die Schweiz im Jahr 2014 kämpfte der ­junge Mann aus Guinea fast sieben Jahre lang für sein Bleiberecht. Erst war er Asylsuchender, dann abgewie­ sener Flüchtling und zuletzt reichte er ein Härtefallgesuch ein, das ihm nun die Aufenthaltsbewilligung B und das Recht zu arbeiten gebracht hat. Wenn er ein Jahr lang arbeitet, nicht straffällig und nicht von der Sozial­ hilfe abhängig wird, wird die Bewil­ ligung verlängert. Nicht zuletzt darf er bleiben, weil er sich für andere eingesetzt hat, die noch weniger hatten als er. Seit seiner Ankunft in der Schweiz hat Conde ­ehrenamtlich gearbeitet. «Ich wollte nicht einfach zu Hause herumsitzen», sagt er. Zu Beginn der Pandemie, als alle Gassenküchen schliessen muss­ ten, hat er die Initiative ergriffen und die Organisation «Essen für alle» ins Leben gerufen – und es mit dieser ­Aktion vor einem Jahr auch auf den Titel des Migros-Magazins geschafft. Über 1000 Pakete pro Woche verteilt

Zusammen mit Hunderten von frei­ willigen Helferinnen und Helfern verteilt er bis heute kistenweise Brot, Reis, Pelati, Zwiebeln, Äpfel, Öl, Kar­ toffeln und Hygieneartikel an Men­ schen, die sich das wegen der Pande­ mie nicht mehr leisten können. Essen für Sanspapiers, Familien mit vielen Kindern, aber auch für obdachlose Menschen. Die Organisation von Conde ist immer grösser geworden, es sind immer mehr Menschen ­gekommen, um bei ihm Essen ab­ zuholen. Deshalb hat er sich mit der Stiftung Pfarrer Sieber zusammen­

geschlossen. Über 1000 Nahrungs­ mittelpakete pro Woche verteilte die Organisation im vergangenen Jahr. Nebenbei konnte Conde seinen ­Sekundarschulabschluss nachholen. «Das war schon anstrengend, aber ich lerne sehr gerne», sagt er. Das zeigt sich auch in seinen Abschlussnoten, er erreichte einen Durchschnitt von 5,2 über alle Schulfächer. Ein Fach mochte er besonders: «Geometrie. Und ­Mathematik, aber die braucht es ja in der Geometrie auch», sagt Conde. Mit Geometrie will er auch in Zukunft ­arbeiten, denn mit seiner neuen Auf­ enthaltsbewilligung darf er arbeiten und eine Lehrstelle annehmen. Für ihn stand schnell fest: Es soll eine Lehre als Hochbauzeichner sein. Lehrstelle gefunden

«Ich hatte viel Glück, und es war für mich einfach, eine Lehrstelle zu fin­ den», sagt Conde und lacht verlegen. Mehrere Firmen hätten sich bei ihm gemeldet und nach seinen Bewer­ bungsunterlagen gefragt. Durch die Medienberichte über das Projekt ­«Essen für alle» wussten viele, dass Conde eine Lehrstelle sucht. In drei

«Die Schweiz hat mir viel gegeben, jetzt will ich ihr etwas ­ zurückgeben.» Amine Conde

Bewerbungsgesprächen war er erfolg­ reich. «Ich habe geschnuppert und die passende Stelle gefunden.» Im Sommer beginnt er seine Ausbildung in einem Architekturbüro in Zürich. Aber Amine Conde wäre nicht er, wenn er nicht bereits weitere Pläne hätte. Er möchte in die Politik, für ein Amt kandidieren. Den Menschen eine Stimme geben, die keine haben. Kämp­ fen für Gleichheit und Menschenrech­ te. «Die Schweiz hat mir viel gegeben, jetzt will ich ihr etwas zurück­geben.» Bis er den Schweizer Pass in zehn ­Jahren beantragen kann, wird er sich auf seine Ausbildung konzentrieren. «Wer weiss, vielleicht ist bis dahin die Zeit für einen Bundesrat aus Guinea reif», sagt Conde und lacht. MM


12 | 26.4.2021 | TIERE AUF INSTAGRAM

@mausi.meow   57 900 Follower Stars: Die Katzen Mausi und Miseli, auf Instagram: @mausi.meow Frauchen: Sarah Schilter (18), KV-Lernende auf einer ­Gemeindeverwaltung in Uri

«Warum sollen nur Hunde und Katzen rausgehen dürfen?» Sarah Gloor

Models auf vier Beinen

Hunde, Katzen und Hasen erreichen auf sozialen Netzwerken Tausende von Followern. Drei Halterinnen berichten, warum sie ihre Lieblinge auf Instagram mit der Welt teilen. Text: Monica Müller

Wie alles begann: Als Sarah Schilter 12 Jahre alt war, stiess Mausi zur ­Familie. Sarah war hin und weg von diesem süssen Wesen und fotografierte es ständig mit ihrem noch ganz neuen Handy. Um die Fotos mit ihren Freunden zu teilen, veröffentlichte Sarah sie auf Instagram. «Ich sah das vor allem als digitales Fotoalbum.» Sie wollte festhalten, wie sich Mausi und ihre Fotografie entwickelten. Nie hätte sie damit gerechnet, dass sie als 14-Jährige bereits 31 000 Follower aus der ganzen Welt haben würde. Weil ihr Fotografieren so viel Spass bereitete, jobbte sie in den Ferien und begann für eine Spiegelreflexkamera zu sparen. Als sie das Geld zusammenhatte, kaufte sie sich eine und legte los. Besonders Actionbilder ­faszinierten sie. 2017 kam Miseli zur Welt. Zu ihrer Mutter Mausi pflegt sie eine distanzierte Beziehung. «Die beiden kuscheln nicht.» Das sagt die Community: Aus Indien, Asien, Süd- und Nordamerika melden sich bei Sarah Schilter Leute, weil sie ein Kätzchen haben, das Miseli ähnelt. Auf Insta­gram informieren sie sich, was mit ihren Lieblingen so läuft. Schilter erhält auch viele Komplimente für ihr Flair, ­Katzen in Bewegung zu fotografieren. Das finden Mausi und Miseli: Nicht ­immer haben sie Lust, fotografiert zu werden. Falls sie ihre Ruhe möchten, verziehen sie sich. Geschäft: Mittlerweile lässt sich Schilter von Nikon mit einer Kamera sponsern. Ansonsten ist sie bei Kooperationen skeptisch. Weder Katzenklos noch -bettchen möchte sie promoten. «Es geht mir nicht darum, Geld zu verdienen.» Zukunft: Sarah Schilter träumt nicht ­davon, Fotografin zu werden. «Sonst habe ich ja kein Hobby mehr.» Sie will auch nicht mehr Follower. «Das ist nur eine Zahl.» Würde sie auf Followers und Likes achten, käme Druck auf. Lieber geniesst sie die Zeit hinter der Kamera, denn nirgendwo sonst kann sie sich besser entspannen.


TIERE AUF INSTAGRAM | 26.4.2021 | 13

@woodyandfloyd   14 000 Follower Stars: Die Kaninchen Woody und Floyd, auf Instagram: @woodyandfloyd Frauchen: Sarah Gloor (34), Zürich Wie alles begann: Seit fünf Jahren

hält Sarah Gloor die Kaninchen ­Woody und Floyd. Die Brüder hausen in einem zweistöckigen Käfig mit Glasfassade – einem massangefertig­ ten Loft. Wenn sie denn nicht gerade unterwegs sind. Sie haben schon beim Rheinfall die feuchte Luft geschnup­ pert, mit Blick aufs Matterhorn ­gegrast oder vor dem Schloss Vaduz gedöst. Anfangs waren sie vor allem am Wochenende ins Tessin gereist, wo die Familie von Gloors Freund lebt. Auf der Fahrt hielt Gloor an, um den beiden eine kleine Pause zu gönnen. Dabei merkte sie, wie Woody und ­Floyd die unbekannte Umgebung ­genossen und sich auf neuem Terrain sichtlich wohlfühlten. «­ Warum sollen nur Hunde und K ­ atzen rausgehen dür­ fen, Kaninchen aber nicht?» Deshalb hat Gloor angefangen, kaninchen­ freundliche Ausflüge zu unternehmen. Viele Passanten fragen sie, ob die ­Kaninchen denn nicht weglaufen. Gloor erklärt dann jeweils, dass sie sich in ihrer Nähe sicher fühlen und bei ihr bleiben. Unterwegs hat sie auch ihre Leidenschaft fürs Foto­ grafieren entdeckt – und mit Woody und Floyd die perfekten Poser. Auf Instagram hat sich schnell eine ­Fan-Community gebildet, die den charmanten Hopplern bei ihren ­Erkundungen folgt. Inzwischen ­gehört auch das Kaninchen Alex zur flauschigen Familie. Doch Alex ist eher der häusliche Typ und bleibt ­lieber zu Hause. Hündin Molly hin­ gegen, ein weiterer Familienzuwachs auf vier Pfoten, ist gerne ein Teil der kleinen Abenteuer und versteht sich prima mit Woody und Floyd. Das sagt die Community: Die Kaninchenbrüder haben Fans bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Vor zwei ­Jahren besuchte gar eine Verehrerin aus Singapur die beiden. Das finden Woody und Floyd: Solange es Gras und Laub zum Knabbern und weichen Untergrund zum Chillen gibt, sind sie für alles zu haben.

Geschäft: Ein Fünf-Sterne-Hotel spendierte Woody, Floyd und den menschlichen Begleitern zwei Übernachtungen. Graubünden Tourismus warb mit den Kaninchen für Ferien mit Haustieren, und auch Radio Energy engagierte sie für einen Werbespot. Kürzlich hatten sie zudem ­einen Auftritt in einem Oster­ video von Hiltl und Ricola. Die «Cavalier King Charles Spaniel»-Hündin Molly ist mittlerweile gar Markenbotschafterin einer Zürcher Hundeboutique. Zukunft: Sarah Gloor möchte mit i­ hren tierischen Abenteuern ihre Community begeistern. Und gleichzeitig zeigen, wie ein artgerechtes Leben für Haustiere auch noch a­ ussehen könnte. Obwohl sie sich über schöne Rückmeldungen freut, strebt sie nicht mehr Follower an. Höchstens noch mehr v­ ierbeinige Freunde.


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TIERE AUF INSTAGRAM | 26.4.2021 | 15

«Rasta macht nur das, worauf er Bock hat.»

@rastawhiteshepherd

Sylvia Michel

402 000 Follower Stars: Schäferhund Rasta, auf Instagram: @rastawhiteshepherd Frauchen: Sylvia Michel, Fotografin aus Brienz BE Wie alles begann: Nach 15 Jahren

Das sagt die Community: Die meisten Fans hat Rasta in den USA. Gefolgt von Indien. Täglich wird Sylvia M ­ ichel mehr­ mals gefragt, ob sie wisse, was «Rasta» auf Hindi bedeute. Mittlerweile weiss sie es: Pfad. Michel hat ihren Schäfer ­übrigens Rasta g­ etauft, weil sie es lustig fand, einen weissen Hund nach einem Rastaman zu benennen. Gibt es an ei­ nem Tag keine News von Rasta, meldet sich die ­Fangemeinde umgehend: «Was ist los? Ist Rasta etwas passiert?» Das findet Rasta: Er liebt ausgiebige Spaziergänge in der Natur. Tele­foniert sein Frauchen unterwegs, nervt ihn das, und er bellt laut. ­«Rasta macht nur das, worauf er Bock hat», sagt Michel, «eine unserer vielen G ­ emeinsamkeiten.» Geschäft: Mittlerweile erhält Sylvia Mi­ chel täglich Anfragen für Aufträge. Viele lehnt sie ab, denn Rasta und ihre Aus­ flüge sollen echt bleiben. «Es war nie mein Ziel, mit Rasta Geld zu verdienen, und das ist es bis heute nicht.» Deshalb

Bilder: @rastawhiteshepherd/Sylvia Michel

als Radiomoderatorin setzte Sylvia Michel ganz auf ihr Hobby: Fotografie. Sie verbrachte viel Zeit am Computer, um die Porträtbilder zu bearbeiten, und entschied: «Ich brauche e­ inen Hund, der mich da rausholt.» Mit Rasta wollte sie die Schweiz entdecken. Sie war so be­geistert von den Landschaften, die sie mit ihrem weissen Schäferhund erwanderte, dass sie diese foto­grafierte und auf Insta­gram stellte. «Doch dauernd war da ein Hund im Bild», sagt sie. Sie wollte die Landschafts- von den Hundebildern ­getrennt halten – so kam Rasta zu seinem eigenen Insta-Profil. Dass er eines Tages der berühmteste Hund der Schweiz werden würde, damit hatte sie nicht gerechnet.


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Vorbei an La Chaux-de-Fonds erreichen wir das malerische Grenzörtchen Les Brenets. Nach dem

Ein herrlicher Tag inmitten der Bilderbuchlandschaft des Greyerzerlands. In der Schaukäserei sehen

feinen Mittagessen starten wir unser unvergessliches Naturerlebnis mit einer wildromantischen

wir, wie der weltbekannte Käse hergestellt wird. Später werden wir im Hotel de Ville mit einem feinen

Panorama-Schifffahrt auf dem Doubs. Später unternehmen wir einen kurzen Spaziergang zum 27

Mittagessen verwöhnt & flanieren durch das mittelalterliche Städtchen Gruyère, das herrlich auf ei-

Meter hohen Wasserfall, der spektakulär in den malerischen Lac de Moron fällt – fantastisch!

nem Hügel thront. Süsser Abschluss des Tages macht ein Besuch im Maison Cailler!

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Reiseleitung * Geschenk: Gutschein Fr. 30.- für eine künftige Mehrtagesreise von car-tours.ch EINSTEIGEORTE &DATEN DATEN EINSTEIGEORTE & St. Gallen Wil/SG Winterthur: St. Gallen - Wil/SG –- Winterthur:

EINSTEIGEORTE & DATEN

12.Juni Juli| 17. Mai | 14. Zürich Flughafen Zürich Aarau: 13. Juli| Zürich Flughafen – Zürich – Luzern: 18. Mai | 15. Juni Sargans Pfäffikon SZ Affoltern a.A.: 14. Juli| Sargans - Pfäffikon SZ – Zug: 19. Mai | 16. Juni Luzern Thun - Bern: Basel --Egerkingen – Bern: Basel Liestal Aarau - Sursee-–Solothurn: Sarnen:

| 13. 26. JuliSeptember | 6. Sept. |27.14. JuliSeptember | 7. Sept.

| 15. 28. JuliSeptember | 8. Sept. 15. Juli | 16. 20. Mai | 17. Juni | 29. JuliSeptember | 9. Sept. 16.Juni Juli| 30. | 17. 21. Mai | 18. JuliSeptember | 10. Sept.

St. Gallen - Wil/SG - Winterthur:

7. Juni | 19. Juli

Zürich Flughafen - Zürich - Aarau:

8. Juni | 20. Juli

Sargans - Pfäffikon SZ - Affoltern a.A.:

9. Juni | 21. Juli

Luzern - Sarnen - Spiez:

10. Juni | 22. Juli

Basel - Egerkingen - Bern:

11. Juni | 23. Juli

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3-Seen-Paradies

Tagtraum Nr. 3

Bieler, Neuenburger- und Murtensee

Rigi - Königin der Berge

Traumaussichten & 150 Jahre Bahngeschichten

Fr. 89.Tagtraum Nr. 4

Ein herrlicher Tag im zauberhaften 3-Seenland! Genüsslich gleiten wir bei einer romantischen

Die erste Bergbahn Europas feiert ihren 150. Geburtstag! Feiern Sie mit und freuen Sie sich auf eine

Schifffahrt über den Bieler-, Neuenburger- und den Murtensee und werden an Bord mit einem

unvergessliche Bahnfahrt auf die Rigi. Oben wird uns die Aussicht mit 360 Grad Sicht über 13 Seen &

feinen Mittagessen verwöhnt. Wir bestaunen die unfassbar schöne Postkartenidylle am Ufer

die Bergkulisse den Atem rauben. Ein feines Mittagessen in guter Gesellschaft & die herrliche Talfahrt

und erobern zum Abschluss das historische Städtchen Murten!

nach Vitznau am Vierwaldstättersee beschliessen den schönen Tag.

LEISTUNGEN: * Fahrt im komfortablen Extrabus * Romantische 3-Seen-Schifffahrt (Bieler-, Neuenburger & Murtensee) * Feines 3-Gang-Mittagessen während der Schifffahrt * Besuch von Murten mit freiem Aufenthalt * Eigene Schweizer Reiseleitung * Geschenk: Gutschein Fr. 30.für eine künftige Mehrtagesreise von car-tours.ch

LEISTUNGEN: * Fahrt im komfortablen Extrabus * Bergfahrt mit der Zahnradbahn Arth-Goldau – Rigi

EINSTEIGEORTE & DATEN

EINSTEIGEORTE & DATEN

Kulm * Talfahrt mit der Zahnradbahn Rigi Kulm/Staffel – Vitznau * Feines 3-Gang-Mittagessen Rigi Staffel * Eigene Schweizer Reiseleitung * Geschenk: Gutschein Fr. 30.- für eine künftige Mehrtagesreise von car-tours.ch

Zusätzlich: Reduktion für GA-Inhaber Fr. 26.-

St. Gallen - Wil/SG - Winterthur:

8. Juni | 13. September

St. Gallen - Wil/SG - Winterthur:

24. Mai | 21. Juni

Zürich Flughafen - Zürich - Aarau:

9. Juni | 14. September

Zürich Flughafen - Zürich - Affoltern a.A.:

25. Mai | 22. Juni

Sargans - Pfäffikon SZ - Affoltern a.A.:

14. Juni | 16. September

Chur - Sargans - Pfäffikon SZ :

26. Mai | 23. Juni

Luzern - Thun - Bern:

15. Juni | 17. September

Bern - Thun - Sarnen:

27. Mai | 24. Juni

Basel - Liestal - Solothurn:

16. Juni | 18. September

Basel - Aarau - Luzern:

28. Mai | 2. Juli

Weitere Tagträume im Angebot: Faszination Brienzer Rothorn, Jungfrau - Top of Europe, Grand Canyon der Schweiz, Schaffhausen & der Rheinfall, Legendäre Furka Dampfbahn

Limitierte Plätze! Sofort buchen & profitieren - Tel. 0848 00 77 88 - www.car-tours.ch


TIERE AUF INSTAGRAM | 26.4.2021 | 17

PETFLUENCER

Bilder: @mausi.meow/Sarah Schilter, @woodyandfloyd

«Ein erfolgreicher Account entsteht nicht über Nacht» machen die beiden nur Kooperationen, bei denen sie sich selbst sein dürfen. Zwei Stunden pro Tag ist ­Michel allein mit Rastas Insta-Profil beschäftigt. Täglich postet sie mindestens ein Foto oder ein Video. ­Rasta hat b ­ eispielsweise Werbung für den Animationsfilm «Pets 2» gemacht. Kürzlich durfte er als «Hunde­ foto­graf» für das neue Smatphone von Samsung vor und hinter der Kamera stehen. Regelmässig werden Rasta und sein Frauchen von Tourismusregionen oder Hotels für eine Zusammenarbeit angefragt. Dann zeigen sie die Region oder das Hotel auf ihren sozialen Kanälen, die mittlerweile über zwei M ­ illionen Menschen erreichen. Solche Aufträge machen Rasta und Frauchen am liebsten. Mit dem verdienten Geld kann Michel ihre Rechnungen zahlen. «Wir sind mit wenig zufrieden», sagt sie. Zukunft: Sylvia Michel möchte so weiterleben wie bisher und authentisch bleiben. Es gebe nichts Schöneres, als so viel Zeit mit Rasta in der freien Natur zu verbringen. «Er ist so eine treue Seele.»  MM

In anderen Ländern boomt das Geschäft mit «Petfluencern». Inwiefern werden auch in der Schweiz Tiere ­professionell vermarktet? Wir gehen aktuell von rund 2000 aktiven Influencern in der Schweiz aus. Davon sind nach unserer Schätzung etwa 1 bis 2 Prozent Petfluencer. ­Diese Zahlen zeigen auch: Der Trend ist hierzulande immer noch nicht so richtig angekommen. Es gibt aber bereits ein paar grössere Petfluencer in der Schweiz, beispielsweise the_ one_milo, my_name_is_bobba, rastawhiteshepherd, dogswiss oder xherdanthenakedcat.

gen beantwortet werden. Dafür braucht es ein gewisses kreatives, aber auch technisches Flair und viel Disziplin. Der Aufwand beläuft sich schnell auf ein paar Stunden Arbeit pro Tag.

Wie lukrativ ist das oder könnte es noch werden? Für die allermeisten Schweizer Petfluencer reichen die Einkünfte noch nicht, um nur ­davon zu leben. Für einige kann es jedoch ein lukratives Nebeneinkommen sein. Die Preise bei Petfluencern sind im Schnitt ­etwas tiefer als bei menschlichen Influencern. Je nachdem, ob es sich um ein Bild, Video oder Blog handelt, wie gross der Was braucht es, damit Aufwand dafür ist und wie gross ein Haustier zu einem die Community, kann man da­Petfluencer werden kann? für in der Regel zwischen 150 Freude und vor allem Ausdauer. und 2000 Franken verlangen. Ein erfolgreicher Account entsteht nicht über Nacht. Täglich Wo verlaufen die Grenzen müssen neue Inhalte erstellt, des guten Geschmacks? Womuss auf Fragen der Communi- mit kann man in der Schweiz ty r­ eagiert und müssen Anfra- punkten, womit nicht?

Die Schweiz ist eines der ­Länder mit den höchsten Tierschutzstandards. Genau dieser Respekt gegenüber den Tieren wird hier auch auf Social Media eingefordert. Gehaltvolle Beiträge, die über die Bedürfnisse der Tiere aufklären, aber auch Profile, die den eigenwilligen Charakter der Haustiere zelebrieren, kommen gut an. Ein ­absolutes No-Go sind meiner Meinung nach Accounts, die Tiere zur Schau stellen, die nicht artgerecht gehalten werden und deren Besitzerinnen oder Besitzer den Tieren nicht gerecht werden.

Tanja Herrmann Geschäftsführerin der Influencer-Marketingagentur WebStages

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18 | 26.4.2021 | DUTTWEILER-STIFTUNG

«Man muss es nicht immer allen recht machen» David Bosshart ist seit 30 Jahren bei der ­Migros. 22 Jahre lang leitete er den Think Tank GDI, nun ­präsidiert er die ­Duttweiler-Stiftung, das moralische ­Gewissen des Unternehmens. Text: Ralf Kaminski, Lisa Stutz Bilder: Nik Hunger


DUTTWEILER-STIFTUNG | 26.4.2021 | 19

David Bosshart, 22 Jahre im gleichen Job – das gibt es heute nicht mehr oft. Was war das Beste daran, der Kopf einer Denkfabrik zu sein? Für mich war es eine Berufung, nicht ein Job – eine Leidenschaft und Lust, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ausserdem war es ein grosses Privileg, immer wieder mit fantastischen ­Menschen zusammen sein und sich selbst weiterentwickeln zu können. Und wer viel bekommt, hat die Pflicht, noch mehr zurückzugeben. Was haben Sie für sich gelernt? Wissen bedeutet, die Vogel- und die Wurmperspektive zu verbinden –so hat es Friedensnobelpreisträger ­Muhammad Yunus formuliert, der 2006 im GDI zu Gast war. Aber es muss mit einer Haltung gepaart sein. Und da sind die Werte von Gottlieb Duttweiler ein ausgezeichneter Kompass, etwa «Dienen kommt vor Ver­ dienen». Das mag altmodisch klingen, war für mich aber zutiefst befrie­ digend. Und wenn man sich an diesen Leitsatz hält, gewinnt man das Vertrauen von Kundinnen und Gästen und hat Erfolg, auch international. Wie hat sich Ihre Aufgabe in all den Jahren verändert? Früher waren Expertinnen und ­Experten in bestimmten Gebieten ­gefragt. Heute geht es mehr darum, dieses Silodenken zu überwinden und die verschiedenen Expertisen klug miteinander zu verknüpfen. Nur so lässt sich Orientierung bieten und eine Haltung entwickeln. Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit sind deshalb fast wichtiger als blosses Spezialistenwissen – gerade in Krisenzeiten, wo das Risiko besonders gross ist, dass Menschen sich manipulieren lassen. Sogar die Topmanager sind ver­un­ sichert und weniger selbstbewusst und eitel als auch schon, das habe ich im vergangenen Jahr am WEF miterlebt. Wie haben Sie sich verändert? Das können meine Mitarbeitenden vielleicht besser beurteilen. Aber ich bin mir heute meiner Verantwortung noch viel bewusster, gerade weil wir Menschen beeinflussen können. Bei einem öffentlichen Auftritt wird Klar-

text erwartet, aber den kann man so oder so verpacken. Ehrlichkeit und Gradlinigkeit – weitere Tugenden Duttweilers – kann man nicht allen gleich vermitteln: Den einen kann man direkt auf die Füsse treten, ­andere sind beleidigt, wenn man sie nicht permanent mit Lob überhäuft. Warum sind Sie nicht bis zur Pensionierung GDI-Leiter geblieben? Vor ein paar Jahren signalisierte mir die Duttweiler-Stiftung, dass sie mich gerne als Präsidenten hätte, denn das soll immer jemand mit sehr viel Erfahrung in der Migros-Welt sein. Ich fühlte mich geehrt und sagte schliesslich zu. Umso mehr als das GDI und die Stiftung gleichermassen zu Duttis Vermächtnis gehören. Ihm war wichtig, dass beide Institutionen unabhängig sind – und nicht etwa der verlängerte Arm des Konzerns. So gesehen, ist es für mich ein fast ­organischer Übergang.

«Viele Führungsleute sind heute leider sehr angstgetrieben. Wir haben zu wenig Leute mit Format.» Was hat Sie am Präsidium der Duttweiler-Stiftung gereizt? Es ist eine sehr verantwortungsvolle Funktion. Die Stiftung soll Duttis Werte und Ideen in der Migros hochhalten. Ich konnte in den letzten Jahrzehnten den Detailhandel in ­aller Welt kennenlernen und glaube mehr denn je an die Idee der Ge­ nossenschaft. Denn sie basiert auf ­Unternehmertum und dem Willen, ­Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Sie lebt von der Kraft, die von unten nach oben kommt, verbunden mit einer entschlossenen Führung. Und wer etwas verändern will, muss die Kultur des Unternehmens verstehen, denn das geht nur von innen.

Was müsste die Migros verändern? Duttis berühmte Thesen von 1950 enthalten alle Kernelemente. Die ­Migros muss eine wertebasierte Gemeinschaft bleiben und darf nicht in Einzelteile zerfallen. Es gibt nur eine Migros, und die hat Lebensmittel als Kerngeschäft. Dank «weitsichtigem Egoismus» – ein wunderbarer Ausdruck, der Duttis wirtschaftliche und sozialpolitische Anliegen zusammenfasst – können wir uns Kulturprozent und Gesundheitsförderung leisten, haben vorbildliche Sozialleistungen und bezahlen keine Manager-Boni. Gleichzeitig war Duttweiler als ­Kaufmann sehr hart und strebte «vernünftige» Gewinne an, um wieder investieren zu können. Auch beim Einstellen von Mitarbeitenden, insbesondere Chefs, sollte man da­ rauf bestehen, dass diese Werte eingehalten werden. Und man könnte wieder etwas mutiger werden. Zum Beispiel? 1971 brachte die Migros eine Tasche zur Frauenstimmrechts-Abstimmung in Umlauf. Grossartig! Klar, das hat sicher auch da und dort Leute verärgert. Aber man muss es nicht immer allen recht machen. Viele Führungsleute sind heute leider angstgetrieben. Wir haben generell zu viele Manager und Fachidioten und zu wenige Leute mit Format, die nach innen und aussen glaubwürdig eine Haltung ver­ treten können. Im Zeitalter der «cancel culture» und der täglichen Social-­Media-Aufregungen ist das zugegebenermassen herausfordernder geworden. Aber wenn man es allen recht machen will, macht man es am Ende niemandem recht. Wie können Sie konkret Einfluss auf die Migros nehmen? Die Stiftung tritt in diversen Gremien auf, kann dort diskutieren und ver­ suchen, mit guten Argumenten zu überzeugen. Befehlen können wir nichts, auch das ist im Sinne Duttis. «Freiwilligkeit ist der Preis der Freiheit» – wenn dieses Motto nicht gelebt wird, geht die Migros zugrunde. So intensiv wie in den vergangenen 20 Jahren am GDI werden Sie sich


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Kaufmann und Philosoph mit Ihren Lieblingsthemen nicht mehr befassen können. Eines davon ist die Ernährung, wo sich in den vergangenen Jahren viel verändert hat. Kann es sein, dass man in der Migros bald kein Fleisch mehr kaufen kann? Die Migros sollte nicht moralisieren, aber den Konsumenten die Wahl las­ sen. Sie darf ihnen nicht sagen, dass sie keine Burger oder Molkereipro­ dukte mehr konsumieren sollen – aber sehr wohl darauf hinweisen, dass dies Luxusprodukte sind und es Alterna­ tiven gibt. Eine der eindrücklichsten Persönlichkeiten, die wir bei uns am GDI zu Gast hatten, war der ehemalige Europa-Chef von McDonald’s, Denis Hennequin. Er sagte vor laufender ­Kamera, es sei nicht angemessen, wenn Kinder jeden Tag bei McDo­ nald’s ­essen. Burger und Fries seien für besondere Anlässe da. In diese Richtung kann auch die Migros argu­ mentieren: Wir versuchen, die beste Qualität zu bringen, ihr kon­sumiert das mit Lust und Verstand. Wie werden wir in Zukunft essen? Wir müssen wieder lernen, dass ­Lebensmittel Mittel zum Leben sind. Unsere heutige Art der Ernährung ist total überholt. Der Klimawandel fin­ det statt, die Böden sind jetzt schon zum grossen Teil übernutzt. Wir wer­ den wetterresistente Pflanzen züch­ ten müssen. Und der Druck, weniger Molkereiprodukte und Fleisch zu ­essen, wird zunehmen. Doch wie ­gesagt: Wir müssen das ohne Verbote hinkriegen. Das ist meiner Meinung nach die grösste Herausforderung. Themenwechsel: Sie haben in Ihrer Zeit am GDI sicher viele bekannte Personen getroffen – welche haben Sie am meisten beeindruckt? Namedropping mag ich eigentlich nicht. Aber klar, mit Helmut Kohl bin ich einem Monument der Geschichte begegnet, und als ich in San Francisco an einem Workshop mit Mark Zucker­ berg teilnahm, 2006 glaube ich, konnte ich mir nicht vorstellen, dass er einst eine der mächtigsten Personen der Welt werden wird. Aber auch weniger berühmte Leute haben mich beein­

David Bosshart (62) ist Präsi­ dent der Gottlieb-und-AdeleDuttweiler-Stiftung. Von 1999 bis Ende 2020 leitete er das von der Migros unterstützte Gottlieb-Duttweiler-Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) in Rüschlikon ZH. Der ­gelernte Kaufmann und promo­ vierte Philosoph ist Autor ­zahlreicher Publikationen und ­gefragter Referent. Er hat eine erwachsene Tochter und lebt mit seiner Frau in Rüschlikon.

druckt. Wenn ich zum Beispiel an ­einem Anlass einen Gemeinde­ ammann traf, der seine 2000-SeelenGemeinde im Griff hat, einfach weil er eine ­eindrückliche Persönlichkeit ist. Ich habe viele solch pragmatische, ­lösungsorientierte Menschen ken­ nengelernt. Tief beeindruckt hat mich auch die Schweizer Unter­ nehmerin Rosmarie Michel. Sie war eine der ersten Frauen, die hierzu­ lande Toppositionen bekleidete. Mit 90 Jahren setzt sie sich heute noch immer für mehr Frauen in Führungs­ positionen ein. Gab es auch Enttäuschungen unter all den Namen? Klar. Richtig beurteilen kann man Menschen erst, wenn man länger mit ihnen zusammen ist und in unter­

schiedlichen Situationen kennen­ lernt. Oft genügt aber auch ein ­Nachtessen. Da stellt sich relativ rasch h ­ eraus, ob jemand Substanz hat. Und ja, manchmal erschrickt man dann. Aber ich werde Ihnen ­keine Namen nennen. Entstehen da auch Beziehungen, die über Konferenzen hinausgehen? Natürlich, Gleich und Gleich gesellt sich gern. Trotzdem war mir immer wichtig, auch Zeit mit Menschen zu verbringen, die komplett anders ­ticken als ich. Denn auch zu denen findet sich eine Verbindung. Auch im Freundeskreis habe ich Leute, die ­eigentlich gar nicht zu mir passen. Aber ich lerne nur von Menschen, die anders denken als ich. Der derzeitige Megatrend zum Stammtischdenken und Herumpöbeln bringt uns meiner Meinung nach nicht weiter. Was war der lustigste Moment für Sie beim GDI? 1993 veranstalteten wir eine Tagung zum Thema «Von der Produkte­ qualität zur Erlebnisqualität». Die Teilnehmenden sollten nicht nur konsumieren, sondern auch etwas ­erleben. Im Park direkt neben dem GDI inszenierten wir für unsere Gäste deshalb eine historische Grabung und taten so, als hätten wir hier wichtige Funde aus der Etruskerzeit entdeckt. Auch ein «Blick»-Journalist war vor Ort und nahm das als ausgebildeter Archäologe ernst. Ebenso der Kan­ tonsarchäologe. Am folgenden Tag stand in der Zeitung: «Scherbenfund – waren die Etrusker in Zürich?» Weitere Medien sprangen auf, und ich gab ­sogar Roger Schawinski ein Interview, damals noch bei Radio 24. Wie schwer fällt Ihnen denn nun der Abschied vom GDI? Ich bin ja schon mitten in der tollen neuen Aufgabe, und als Referent werde ich weiterhin gerne ab und zu am GDI auftreten. Aber ich habe ­einmal ein Buch mit dem Titel «The Age of Less» geschrieben, und wenn ich nun ein bisschen kürzertreten kann, bin ich ganz zufrieden. MM

Die G. und A. Duttweiler-Stiftung – das Gewissen der Migros Die Stiftung wurde 1950 von Gottlieb und Adele Duttweiler gegründet. Das Ehepaar präsidierte sie zu Beginn auch selbst – nach Duttis Tod im Jahr 1962 übernahm Adele bis 1982. Seit Frühling 2020 steht David Bosshart dem siebenköpfigen

Stiftungsrat vor. Die Stiftung ist autonom und sorgt für die Bewahrung des Dutti-Ideenguts. Sie setzt sich für eine freie und von sozialer Verantwortung getragene, demokratische Wirtschaft ein sowie dafür, dass Statuten, Verträge und das

Gedankengut der Gründer in der ganzen MigrosGemeinschaft eingehalten werden. Zudem ­genehmigt sie die Honorare für die Verwaltung MGB, die Salärbänder für das oberste Kader und überwacht, dass diese keine Boni erhalten.


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FRÜHLINGSGENUSS | 26.4.2021 | 23

Spaghettini mit RucolaKopfsalat-Pesto

Bilder und Styling: Veronika Studer Bild: Migusto/Claudia Linsi

Frühlingshaft und schmackhaft mit ganz viel Grün: Die Spaghettini mit Pesto aus Rucola und Kopf­ salat machen so richtig Lust auf die warme Jahreszeit.

Frühling auf dem Teller

Sie sind die Sprinter im Gemüsebeet: Radieschen und Salate gehören im Frühling zu den ersten frischen Genüssen auf dem Teller. Wir servieren ein paar nicht alltägliche Rezepte. Text: Claudia Schmidt Rezepte: Andrea Pistorius


24 | 26.4.2021 | FRÜHLINGSGENUSS

Radieschen-Pickles Ergibt 1 Einmachglas à 4 dl

Radieschengrün abschneiden. Radieschen halbieren oder in Scheiben schneiden. Essig, ­Gewürze, Zucker und Wasser mischen. In einer Pfanne auf­ kochen. Radieschen beigeben, nochmals aufkochen. In aus­ gekochte Gläser bis zum Rand einschichten. Pickles vollständig mit Sud bedecken. Sofort mög­ lichst luftdicht verschliessen und über Nacht ziehen lassen.

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TIPP

Die Blätter sollte man möglichst schnell von den Radieschen entfernen, denn sie ziehen Wasser aus den Knollen, die dann weich werden. Ist das dennoch passiert, werden die Radieschen wieder knackig, wenn man sie 20 bis 30 Minuten in kaltes Wasser legt.

RadieschenGazpacho

Alle Rezepte auf migusto.ch

Eine kalte Suppe als Vorspeise ist nicht nur an heissen Sommer­ tagen ein erfrischender Genuss. Diesem Gazpacho geben Radies­ chen Frische und Geschmack.

Bilder: Migusto/Pia Grimbühler, Melissa Niedermann, Martina Meier

1 Bund Radieschen rund oder lang 0,5 dl Essig ½ TL Pfefferkörner ½ TL Koriandersamen ¼ Bund Estragon ½ TL Salz 15 g Zucker 3 dl Wasser


FRÜHLINGSGENUSS | 26.4.2021 | 25

Kiwi-Shake 4 Gläser à 2,5 dl 3 Kiwis 2 grüne Äpfel 1 Salatgurke 3 dl Kokoswasser 50 g Salatspinat 1 Dose Kichererbsen à 400 g (nur Flüssigkeit) 1 Prise Salz einige Zweige Pfefferminze 1. Kiwis schälen und in dünne

Scheiben schneiden. Einige Scheiben für die Dekoration beiseitestellen. Äpfel vierteln, Kerngehäuse entfernen. Mit ­einem Sparschäler einige Zun­ gen von der Gurke schneiden. Gurkenzungen auf Holzspiesse stecken. Restliche Gurke mit restlichen Kiwis, Äpfeln, ­Kokoswasser und Salatspinat in ­einem hohen Standmixer fein pürieren.

Bunter Salat mit Radieschen, Erbsen und Patatli Vorspeise für 4 Personen 500 g Patatli 3 Bund bunte Radieschen 300 g Erbsen in der Schote oder ca. 100 g ausge löste Erbsen 1 Bund rote Frühlingszwiebeln 4 EL Olivenöl Salz, Pfeffer 4 EL Weissweinessig 2 EL grobkörniger Senf 100 g Baby-Leaf-Blattsalat 1 Bund Schnittlauch 1. Kartoffeln in der Schale

TIPP

Radieschen sind kein Lagergemüse: Sie sollten inner­ halb weniger Tage nach der Ernte ­gegessen werden. Man bewahrt sie ohne Grün am ­besten in feuchten Tüchern oder einem Plastikbeutel auf.

weich kochen. Kartoffeln hal­ bieren. Radieschen je nach Grösse halbieren oder ganz las­ sen. Einige Radieschenblätter für die Garnitur beiseitestellen. Erbsen aus den Schoten lösen. Frühlingszwiebeln in feine ­Ringe schneiden. 2. Kartoffeln in der Hälfte des

Olivenöls ca. 5 Minuten braten. Radieschen dazugeben und weitere 5 Minuten braten. ­Erbsen dazugeben. Einmal durchschwenken. Mit Salz und Pfeffer würzen. Essig, rest­ liches Öl und Senf zu einem Dressing verrühren und da­ rüberträufeln. Mit beiseite­ gestellten Radieschenblättern und Salatblättern mischen. Schnittlauch fein schneiden und darüberstreuen. Salat ­lauwarm servieren.

2. Für die Baiserhaube die

­ ichererbsen durch ein Sieb K abgiessen, dabei das Kicher­ erbsenwasser (Aquafaba) ­auffangen. Aquafaba salzen. In eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät ca. 5 Minuten auf höchster Stufe steif schlagen. TIPP

Radieschenblätter nicht wegwerfen, denn sie lassen sich in köstliche Chips verwandeln. Dazu die Blätter waschen. Auf Haushalts­ papier abtropfen. Mit wenig Olivenöl, Salz und Pfeffer ­mischen. Auf mit Backpapier ­be­legten Blechen flach auslegen. In der Ofenmitte bei 150 °C ca. 10 Minuten ­knusprig backen.

3. Beiseitegestellte Kiwischei­

ben an der Glasinnenseite ­festdrücken. Shake vorsichtig ins Glas füllen. Shake mit ­Baiser, Gurkenspiessen und Pfefferminze dekorieren.


26 | 26.4.2021 | MEINE MIGROS

HE B R O T D ER W O C

URKORN-BROT

Dieses IP-Suisse-Brot wird aus alten Getreidesorten mit Schweizer Herkunft gebacken. Bei der Form des Brotes haben sich die Bäcker der Jowa von der Natur inspirieren lassen – deshalb hat das Urkorn-Brot die Form einer Blume.

W I SSEN S W ERT E S

Urkorn Zum sogenannten Urkorn gehören Emmer, Einkorn und Dinkel. Schon vor 10 000 Jahren sollen Einkorn und Emmer im Nahen Osten angebaut worden sein. Somit gehören sie zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Den Dinkel zählt man dazu, weil er vermutlich aus Emmer und Einkorn entstand. ­Urkorn ist ­besonders robust und reich an ­Nährstoffen und Vitaminen.

ZUM BROT PASST

Spargelsalat mit Orangen und Kerbel

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28 | 26.4.2021 | MEINE MIGROS

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Eine Auswahl an Produkten, die man aus den Migrolino-Shops kennt (ca. 750 Artikel)

Zürich und Winterthur

foodnow.ch

Fertig zubereitete Gerichte von Restaurants aus der Umgebung. Es kommen wöchentlich neue ­Angebote hinzu.

Das Liefergebiet beschränkt sich aktuell auf die Stadt Bern. «FoodNow» befindet sich in der Testphase und wird laufend ­weiterentwickelt.

mymigros.ch

Grosses Lebensmittelsortiment ­inklusive Produkte vom Label «Aus der Region. Für die Region.». Tiefkühlware, Thekenprodukte, Bekleidung und Pflanzen werden aktuell nicht angeboten.

Lieferungen erfolgen in die Städte und Agglomerationen von Aarau, Baden, Bern, Biel, Grenchen, Oft­ ringen, Olten, Solothurn, Spreitenbach, Thun, Wettingen, Worb und Zofingen. Neu auch nach Zürich

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MEINE MIGROS | 26.4.2021 | 29

Food-Lieferdienste sind während der Pandemie gefragter denn je.

Bei so vielen Angeboten kann man schnell den Überblick verlieren. Wir zeigen auf, was die Migros wohin liefert.­  Text: Lisa Stutz

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Bereits vor dem Einkauf werden die verfügbaren Lieferfenster in der Region angezeigt (in der Regel am nächsten Tag). Man kann die bevorzugte Lieferzeit auswählen.

Fr. 7.90 ab einem Bestellwert von Fr. 99.–; Fr. 4.90 ab einem Bestellwert von Fr. 160.–; Fr. 2.90 ab einem Bestellwert von Fr. 200.–

Fr. 99.–

• Mit einem Lieferpass spart man Lieferkosten • Mit jeder Bestellung werden Cumulus-Punkte gesammelt, und Cumulus-Coupons können eingelöst werden.

Wer bis 14 Uhr bestellt, wird in der Regel bereits am Folgetag beliefert. Man kann bei der Bestellung aber auch einen der folgenden zehn Arbeits­tage auswählen.

Die Liefergebühr beträgt Fr. 9.90. Ab einem Bestellwert von Fr. 400.– entfällt sie.

Fr. 50.–

Für zusätzliche Fr. 3.50 kann man sich die Ware bis in den Keller oder in die Etage tragen lassen.

Innerhalb von 60 Minuten wird ­geliefert.

Ab einem Bestellwert von Fr. 20.– kostenlos. Für Bestellungen mit ­geringerem Wert wird eine Liefer­ gebühr von Fr. 6.– erhoben.

keiner

Aktuell wird der Heimlieferservice als Pilot betrieben und getestet. Über den Onlineshop kann ­zwischen 7.30 und 21.30 Uhr ­bestellt werden.

Bestellungen werden im Durch­ schnitt innerhalb von 30 bis 45 Minuten ausgeliefert.

Während der ersten Testphase ist die Lieferung bei «FoodNow» unabhängig von der Bestellmenge kostenlos.

Während der ersten Testphase ohne Mindestbestellwert.

Die Bestellung wird umweltfreund­ lich per Velokurier geliefert. Zudem besteht die Möglichkeit, mit jeder Bestellung Cumulus-Punkte zu sammeln.

Wer bis 11 Uhr bestellt, erhält die Lieferung noch am gleichen Tag ab 18 Uhr.

Ab einem Bestellwert von Fr. 80.– ist die Lieferung gratis. Für kleinere Einkäufe beträgt die Liefergebühr pauschal Fr. 7.–.

keiner

• Die ersten zwei Bestellungen werden unabhängig vom Ein­ kaufswert kostenlos geliefert. • myMigros ist ein Projekt der ­Migros Aare und befindet sich in einer Testphase.

In der Regel innert eines Arbeits­ tages. Sonst je nach Angabe auf der Produktseite.

Es gibt einen Mindermengenzuschlag von Fr. 9.–. Ab Fr. 50.– ­versandkostenfrei

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• Zahlreiche Lebensmittel gibt es zu Staffelpreisen, also mit Mengenrabatt. • Galaxus hat das zweitgrösste Weinsortiment der Schweiz.

Bestellungen, die von Montag bis Freitag bis spätestens 12 Uhr ein­ gehen, können auf den nächsten Tag bis 12 Uhr geliefert werden.

Fr. 8.50, kostenlos ab einem ­Bestellwert von Fr. 50.–

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KOLUMNE | 26.4.2021 | 31

Der Gel-Look

1, 2 ODER 3 ? Der Kleine (5) legt Wert auf sein Äusseres. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht denken würde: Seine Looks sind bis auf die Unterhose durchdacht. Zu den grünen Dinosocken gehören die orangen Boxershorts mit Monstern. Zu den Leggings mit Hai­ fischen zwingend das Lego-NinjagoTop. Seine Frisur war ihm lange herzlich egal. Dass er seinen wilden Wuschel mit einer Bürste zähmen könnte, daran ver­ schwendete er keinen Gedanken. Doch plötzlich findet er, sein Haar­ ­sitze nicht richtig. Immer wieder rennt er zum Spiegel, versucht, seine Frisur zu justieren. Als es einfach nicht klappen will, macht er sich frustriert auf den Weg in den Chindsgi. Bis zum Mittagessen hat sich sein Ärger ebenso gelegt wie sein Haar. Am folgenden Morgen fahren wir zusammen im Lift. Er nimmt die Mütze vom Kopf, begutachtet sich im Spiegel. Dann spuckt er in die Hände und richtet sich mit dem natürlichen Gel das Haar. – Und jetzt?  MM 1 Ich schaue weg und versuche zu

­verdrängen, was ich gesehen habe.

2 «Wäh!», sage ich. «Mach das nicht!» Illustration: Lisa Rock

Und ich nehme mir vor, ihn in nächster Zeit nicht über den Kopf zu streicheln. 3 Ich kaufe ihm ein Haargel.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Und trotzdem läuft mir den ganzen Morgen der Song der Band Geier Sturzflug nach: «Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt …» Vielleicht wäre ein neuer Haarschnitt doch keine schlechte Idee? Anzeige

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34 | 26.4.2021 | JOWA

Die Migros war ihr täglich Brot Nach 45 Jahren Migros zieht Beatrix Gauch die Schürze aus und geht in Frühpension. Mehrere Hunderttausend Brotlaibe sind bei der ­ Jowa-Hausbäckerei Zähringer in Bern durch ihre Hände gegangen. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Franziska Frutiger

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outiniert greift sich Beatrix Gauch vier lange, dünne Teigrollen, die eine Maschine gerade zugeschnitten hat, formt sie noch ein wenig zurecht und fängt an zu zöpfeln. Mit eindrücklicher Geschwindigkeit. Am Schluss werden die beiden Enden rasch zurechtgedrückt, dann geht der Zopf auf ein Blech, um zu ruhen, während Gauch sich die nächsten vier Teigrollen schnappt. Pro Tag entstehen in der JowaHausbäckerei Zähringer in Bern rund 800 Zöpfe, in acht unterschiedlichen Sorten und Grössen. Ein erheblicher Teil davon geht dabei durch Gauchs Hände. Doch damit ist nun Schluss: Am 31. Mai geht die 62-jährige Bernerin in Frühpension. Dank Zusatzferien für das 45. Dienstjubiläum hat sie ­bereits am 30. April ihren letzten ­Arbeitstag. Und in all den Jahren war sie fast ausschliesslich am gleichen Ort im Einsatz: bei der Migros an der Zähringerstrasse. 1976 begann sie dort ihre Lehre als Verkäuferin, arbeitete dann als Mitarbeiterin bei den Backwaren und wechselte schliesslich 1994 in die Hausbäckerei im 1. Stock, gleich neben dem Migros-Restaurant. Wärme mag sie nicht so sehr Dass sie nach der Lehre 1978 beim

Brot landete, war Zufall. «Ich rotierte durch mehrere Abteilungen, und dort hat es mir gut gefallen – eine abwechslungsreiche Arbeit und nette Leute», erzählt sie. Nachdem 1994 eine Mit­ arbeiterin die Hausbäckerei verliess, fragte man sie, ob sie Lust hätte, vom Verkauf in die Produktion zu wechseln. «Es war ganz angenehm, nicht mehr täglich in direktem Kunden­ kontakt zu stehen.»

Die Arbeit empfindet sie auch nach all der Zeit noch als sehr abwechslungsreich. Ihre Hauptaufgabe ist das Formen des Brotes, nachdem der Teig von Kollegen hergestellt wurde. Aber sie belegt auch Pizzas, kreiert Früchte­ kuchen und schiebt allerlei Gebäck in kleine Öfen. Die fünf riesigen Brotöfen, in die je bis zu 60 Laibe passen, bedient sie nur ab und zu, wenn sie Spätschicht hat. «Zum Glück, ich mag nämlich Wärme nicht so sehr.» Bei einer Spätschicht arbeitet sie manchmal abends auch noch ein wenig im Büro der Hausbäckerei. Meist jedoch fängt sie schon um 4 oder 5 Uhr morgens an, ab und zu gar um 3 Uhr. «Das Frühaufstehen fällt mir nicht schwer, ich kann ohnehin nicht lange schlafen», sagt Gauch. Vier bis fünf Stunden pro Nacht reichen ihr völlig. Und so, wie sie in den Ferien in den ersten Tagen jeweils mitten in der Nacht aufwacht, wird sie sich wohl auch nach der Pensionierung erst mal daran gewöhnen müssen, länger schlafen zu dürfen. Natürlich hat sich in den 45 Jahren enorm viel verändert: die Öffnungs­ zeiten sind länger geworden, das Haus­ bäckerei-Team kleiner, das Sortiment dramatisch vielfältiger. Aber es ver-

«Früh aufstehen fällt mir nicht schwer, ich kann ohnehin nicht lange schlafen.» Beatrix Gauch (62) Mitarbeiterin Jowa-Hausbäckerei

schwanden auch Produkte, und nicht immer zu Recht, findet Gauch: «Früher haben wir köstliche Madeleines gebacken – die vermisse ich noch immer.» Besonders gern isst sie das Kartoffelbrot aus der Hausbäckerei, eine der rund 30 Brotsorten, die dort täglich entstehen. Trotz all der beruflichen Backerei backt Beatrix Gauch auch zu Hause gerne: Brote und Kuchen – für sich und ihre ein paar Jahre ältere Schwester, mit der sie gemeinsam mit zwei Katzen eine Parterrewohnung mit Garten bewohnt, etwa zehn Minuten zu Fuss von ihrem Arbeitsort entfernt. Mehr Zeit für YB und das Wohnmobil

Auch ihre Schwester, eine Verkäuferin in einem Metzgergeschäft, wird dieses Jahr pensioniert. Die beiden Singles werden nun also plötzlich viel mehr Zeit haben. Gauch freut sich schon darauf, mehr davon in ihrem Wohnmobil am Murtensee zu verbringen. «Früher habe ich dort gesurft, heute gehe ich noch immer gerne schwimmen und laufen.» Auch sonst ist sie gerne in der Schweiz unterwegs. Als Pensionierte wird sie ebenfalls mehr Zeit haben für ihren Garten, ihre Katzen – und YB. Gauch ist ein grosser Fan der Berner Fussballer, geht regelmässig an Spiele und fachsimpelt in der Backstube mit den Kollegen. Aber wird sie nach so vielen Jahren rund ums Brot nicht doch etwas vermissen – etwa den köstlichen Duft, ­sobald man sich der Backstube nähert? Sie nickt. «Vermutlich schon, auch die tollen Kolleginnen und Kollegen.» Doch sie wohnt ja in der Nähe. Und wenn mal die Zeit zum Selberbacken fehlt, wird sie sich in der ZähringerMigros ein Kartoffelbrot holen. MM


JOWA | 26.4.2021 | 35

Das produziert die Hausbäckerei Zähringer

8

verschiedene Zopfgrössen und -sorten (täglich 800 Stück)

30

Brotsorten (täglich 700 Stück)

26

Sorten Kleinbrote (täglich 800 Stück)

15

verschiedene Snacks, süss und salzig (täglich 200 Stück)

15

Torten und Patisserie-­ Angebote (täglich 120 Stück)

10

verschiedene Wähen (täglich 40 Stück) Vor Festtagen ist die Menge um 30 bis 50 Prozent höher.

Die Jowa damals und heute 1976

2021

Tonnen Mehl 50 000 70 000 Produkte 600 3000 Hausbäckereien 78 130

Zöpfeln ist ihre Spezialität: Beatrix Gauch in der Backstube der Haus­bäckerei Zähringer in Bern

Die Jowa-Hausbäckereien stellen heute insgesamt 245 verschiedene Brotund 151 verschiedene ­Konditoreiwaren her. ­Die kleinste in Zumikon ZH ­arbeitet mit drei Personen, die grösste im Oberland Zentrum Thun mit 18.


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MEINE MIGROS | 26.4.2021 | 37

Nachhaltiger Einkauf: Vier Faustregeln vom WWF

1

Essen Sie Obst, Gemüse und pflanz­ liches Eiweiss Bevorzugen Sie die vegetarische oder vegane ­Variante Ihrer Mahlzeit und geniessen Sie Fleisch als etwas Besonderes. Die fünf M-Check-Klimasterne geben Ihnen hier eine gute Orientierung bezüglich der Klima­ belastung des Produkts.

2

Bevorzugen Sie ­Produkte in Bioqualität Achten Sie bei Ihrem ­Einkauf auf Produkte in Bioqualität und fragen Sie nach, falls Sie keines finden. Viele Bioprodukte zeichnen sich durch gute bis sehr gute M-CheckWerte aus.

3

Wählen Sie saisonale Früchte und Gemüse Der Einkauf von saiso­ nalen Produkten ist ­umweltfreundlicher, weil sie weder per ­Flugzeug transportiert noch im fossil beheizten ­Gewächshaus angebaut wurden.

4

Vermeiden Sie Lebens­ mittelverschwendung Kaufen Sie bewusst ein und überlegen Sie sich im Voraus, welche ­Lebensmittel Sie tatsächlich benötigen.

Warum ist Rahm weniger klimafreundlich als Milch? Die neue Nachhaltigkeitsskala M-Check zeigt den Kundinnen und Kunden auf einen Blick, wie gut ein Migros-Produkt in Sachen Klima und Tierwohl abschneidet. Wie viele Sterne gibts für den «Heidi Vollrahm»? Text: Lisa Stutz

Klima

Tierwohl

Der Vollrahm bekommt in dieser Kategorie drei von fünf Sternen. Dahinter ­stehen zehn Detailbewer­ tungen, die von der Berner Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften (HAFL) stammen. In der Kategorie «Futter und Wasser» wird der Rahm mit einer Drei bewertet. Das bedeutet, dass die Mindestanforderungen der Schweizer Tierschutzgesetzgebung erfüllt sind: Es stehen genügend Futterplätze zur Ver­fügung, und die Fressplatzbreite ­genügt den Anforderungen. Eine höhere Bewertung in dieser Kategorie gäbe es, wenn noch mehr gemacht wird, als das Tierschutzgesetz vorgibt. In der Kategorie «Platz im Stall» gibt es sogar fünf von fünf Sternen. Das bedeutet, dass auch hier das Schweizer Tierschutzgesetz erfüllt ist – dieses entspricht dem Tierwohl sehr gut.

Auch beim Klima wird der Vollrahm mit drei von fünf Sternen bewertet. Hier fällt die Herstellung von Milch als Ausgangsprodukt am meisten ins Gewicht. Kühe sind Wiederkäuer, die bei der ­Verdauung grosse Mengen an Methan emittieren. Im Vergleich hat der Rahm einen Stern weniger als die Milch: Rahm enthält etwa 35 Gramm Fett auf 100 Milli­ liter – Milch nur 4 Gramm. Entsprechend wird für eine Einheit Rahm etwa die neunfache Menge Milch benötigt. Es ist nicht ganz einfach, Rahm umweltfreundlicher zu produzieren. Man muss bei der Produktion der Milch ­ansetzen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten gibt es die Möglichkeit – sofern das Rezept es zulässt –, auf Halbrahm umzusteigen. ­Dieser hat nur etwa zwei Drittel des Fettgehalts und entsprechend auch tiefere Emissionen.


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NEIN

JA

Die Durchschnitts­ werte liegen über 130/85 mmHg?

Nochmals messen: drei­ mal nacheinander, im ­Abstand von ca. 1 Minute

Ihr Blutdruck liegt über 130/85 mmHg ?

Als normal gelten Werte bis 130 mmHg, wenn das Herz pumpt (systolisch), und 85 mmHg, wenn es entspannt ist (dia­s­ tolischer Wert). Ideal wären unter 120/80 mmHg. Früher wurden zum Messen Geräte mit einer Quecksilber­ säule verwendet, die je nach Blutdruck höher stieg. Die chemische Abkürzung für Quecksilber ist «Hg». Heute enthal­ ten Blutdruckmessgeräte kein Queck­ silber mehr, aber die Einheit «Milli­meter Quecksilber» (abgekürzt mmHg) wird weiterhin benützt. Sofort zum Arzt ­gehen sollten Sie bei einem Blutdruck­ wert über 180 (oberer Wert) oder 120 (unterer Wert). Dann handelt es sich um einen Notfall.

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Text: Sophia Gebhardt  Illustration: Anita Allemann

Immer mehr Menschen messen ihren Blutdruck selber. Doch wie macht man das überhaupt richtig, und woran kann es liegen, wenn er zu hoch ist? Unser Entscheidungsbaum hilft bei der Ursachenforschung.

Hilfe, mein Blutdruck ist zu hoch!

Messen Sie nochmals, ­achten Sie auf Folgendes : • vor der Messung weder Kaffee noch ­Alkohol ­getrunken • eine leere Blase • nicht aufgeregt • beim Messen ruhig

Der Blut­ druck ist noch immer zu hoch?

JA

NEIN

Benutzen Sie das Gerät richtig? Beim Handmessgerät

Der Blutdruck ist in Ordnung.

40 | 26.4.2021 | HOHER BLUTDRUCK


Sophia Gebhardt, Apothekerin und Geschäftsführerin Medbase Apotheke Wil SG

Die übliche, 12 cm breite Manschette eignet sich für einen Armumfang zwischen 27 und 34 cm. Ist er grösser, braucht es eine 14 bis 16 cm breite Manschette. Sie sollte auf Herzhöhe sein, zwei Zentimeter über der Ellbeuge enden und so ­befestigt werden, dass bequem noch ein Finger darunter passt.

i

Der Blutdruck ist in Ordnung.

JA

i

Der Blut­ druck ist noch immer zu hoch?

NEIN

Sie sollten den Blutdruck von einem Arzt behandeln lassen.

JA

Lassen Sie den Blut­druck beim ­Apotheker oder Arzt messen. Ist er noch immer zu hoch?

JA

Messen Sie e­r­ neut, wenden Sie das Gerät richtig an. Der Blutdruck ist noch zu hoch?

JA

Der Blutdruck ist in Ordnung.

NEIN

das Handgelenk auf Herzhöhe, bei Oberarmmessung die ­Armmanschette richtig anlegen und den Oberarm auf ­Herzhöhe positionieren

Lassen Sie sich fachkundig beraten – zum Beispiel, ob eine 24-Stunden-Messung Ihres Blutdrucks oder andere Untersuchungen sinnvoll sind. Bei der Bluthochdruckbehandlung steht meist eine Veränderung der Lebensweise mit mehr Bewegung, Abbau von Über­ gewicht, gesunder Ernährung und Stressreduktion an erster Stelle. Genügt das nicht oder hat der Bluthochdruck spezifische Ursachen wie Schmerzen oder Schlaf­störungen (etwa durch Schlafapnoe), kommen­ Medikamente oder andere Therapien zum Einsatz.

Lassen Sie den Blutdruck beim Apo­ theker oder Arzt messen.

Neues Gerät kaufen, bestehendes Gerät kalibrieren lassen oder eine passende ­Manschette suchen

Der Blutdruck wird von verschiedenen ­Faktoren negativ beeinflusst: Kaffee und ­Alkohol, starke innerliche Erregung, eine volle Harnblase, Reden beim Messen oder körperliche Anstrengung. Machen Sie nichts davon die letzten 30 Minuten vor der Messung, entleeren Sie vorher die Blase und ­entspannen Sie sich die letzten 5 Minuten vor der Messung z­ usätzlich. Messen Sie am entkleideten Arm, lehnen Sie den Rücken an und legen Sie den Arm locker auf eine stabile Unterlage. Und: Beine nicht überkreuzen und während der Messung nicht sprechen.

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Mehr zum Thema Blutdruck auf migros-impuls.ch/blutdruck iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Der Blutdruck ist in Ordnung.

und entspannt • die Beine nicht g­ ekreuzt

HOHER BLUTDRUCK | 26.4.2021 | 41


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Mit jeder körperlichen Bewegung beanspruchen wir ein oder mehrere Gelenke. Bei stetiger Überbeanspruchung, Fehlbelastung und mit zunehmendem Alter können Abnutzungserscheinungen auftreten und die Gelenkbeweglichkeit wird eingeschränkt. Insbesondere Sportler und Menschen im fortgeschrittenen Alter sollten daher auf den Erhalt ihrer Gelenkbeweglichkeit achten. Axamine Mobility Tabletten mit 600 mg Glucosamin und 500 mg Chondroitinsulfat, Vitamin C und E, Zink, Selen, Kupfer und Mangan.

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KOLUMNE | 26.4.2021 | 43

Der Liegestuhl im Stall DER ANDERE BLICK Menschen mit Autismus entwickeln häufig ein Spezialinteresse. Sie kön­ nen sich mit bestimmten Themen und Dingen oft stundenlang beschäftigen. Mein Sohn zeigte schon als Kleinkind eine grosse Leidenschaft für Tiere in Gruppen. Wie die Pinguine im Zoo oder die Ziegen neben dem Spielplatz. Er wollte sie nie streicheln oder ihnen zu nahe kommen, son­ dern beobachtete sie mit einer Ausdauer, die ich von ihm sonst nicht kannte.

Als er vier Jahre alt war, verbrachten wir Ferien im Appenzellerland, und er sah das erste Mal in seinem Leben Kühe. Es war Liebe auf den ersten Blick. Fasziniert beobachtete er die Herde und freute sich wie verrückt, wenn eine Kuh auf­ stand oder mehrere sich bewegten. Schon so oft hatten wir in der Vergangenheit versucht, ihn für die üblichen Spielsachen oder Aktivitäten zu begeistern – ohne Erfolg. Viele Orte für Kinder wie Spielplätze oder Parks gefielen ihm jeweils nur für kurze Zeit. Schnell war er von den vielen Menschen und Geräuschen überfordert und ­reagierte darauf mit langen Schreiattacken.

Sara Satir (41) wünschte sich früh eine Familie. Ihr erster Sohn Cem (15) kam mit einer Behinderung zur Welt – alles wurde ­anders als im Traum.

Auf der Weide gab es keine störenden Reize, er sass einfach zufrieden im Gras. Während ich sonst immer darauf achten musste, dass er nicht wegsprang oder sich verletzte, konnten wir bei den Kühen beide entspannen. Wo die Herde war, war auch er. Glücklich, etwas ge­ funden zu haben, das ihn glücklich machte, buchten wir für den nächsten Sommer Ferien

auf dem Bauernhof. Wir Eltern konnten uns nach den stressigen ersten Jahren Schlimmeres vorstellen, als an der Sonne auf einer Wiese zu sitzen. Leider war das Wetter schlecht und alle Kühe im Stall. Doch das begeisterte meinen Sohn. Alle grossen T ­ iere in einem überschau­ baren Raum, wo sie sich gut beobachten lassen, ist für ihn bis heute das Grösste. Statt an der Sonne auf der Wiese zu sitzen, stan­ den wir da nun also im dunklen, stinkigen Stall. So hatten wir Eltern uns das nicht vorgestellt, und trotzdem waren wir gerührt über die Freude und Zufriedenheit, die unser Sohn zeigte. Am nächsten Tag stellte ich kurzerhand einen Liege­ stuhl im Stall auf, um wenigstens etwas Komfort zu haben. Als das der Bauer sah, lachte er laut auf und sagte: «Ich habe mit euch Städtern schon vieles erlebt, aber einen Liegestuhl im Stall, das schiesst den Vogel ab!» Mittlerweile haben wir viele Bauernhöfe in der Schweiz kennengelernt. Mit meinem Fachwissen über Kühe könnte ich wohl jeden Bauern beein­ drucken. In der Nähe unseres Zuhauses haben wir einen Hof gefunden, auf dem unser Sohn jeder­ zeit herzlich willkommen ist. So gerne würde ich einmal die Tiere durch seine Augen sehen kön­ nen und sie so wahrnehmen, wie er es tut. Auch wenn ich oft gerne den Liegestuhl an einem See aufstellen würde, habe ich durch ihn die V ­ orzüge einer Kuhmeditation kennengelernt. Sie wirkt tatsächlich entschleunigend. MM

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44 | 26.4.2021 | FRÜHLINGSBLUME

Im Reich der tausend Tulpen

Keine andere Blume schreit so laut Frühling wie die Tulpe. Sie wächst nicht nur in Holland, sondern auch in der Schweiz. Wir haben uns ihren Weg von der Anlieferung der Zwiebel bis in den Laden genauer angeschaut. Text: Lisa Stutz Bilder: Nik Hunger


FRÜHLINGSBLUME | 26.4.2021 | 45

Fakten zur Tulpe

B

ereits im Oktober, wenn die meisten Leute eher Kürbisse im Kopf haben, nimmt Roland Meyer (62) in Gümligen BE die ersten Tulpenzwiebeln aus Hol­ land in Empfang. Bis im März werden wöchentlich Zwiebeln angeliefert, sodass die Blumen Berger AG pro Saison rund eine Million Tulpen produzieren kann. Die Zwiebeln haben einen Durchmesser von vier Zenti­ metern, sind braun und unauf­ fällig – ­jedenfalls von aussen. Meyer, der seit 30 Jahren hier arbeitet und dessen Vater der Betrieb einmal gehört hat, schneidet eine Zwiebel längs auf. Wer ­hätte es gedacht: Im Innern ist bereits gelb das Tulpenblatt zu sehen. Meyer zupft es mit dem Messer etwas heraus. «Es ist quasi alles schon da», erklärt er.

1

Im 16. Jahrhundert kam die Tulpe aus dem Osmani­ schen Reich nach Holland. Bald war die Oberschicht ­bereit, für Tulpenzwiebeln horrende Preise zu zahlen. Das lockte Spekulanten an, die auf das grosse Geld hofften. Eine Tulpenzwiebel war auf einmal so viel wert wie ein Haus. 1637 platzte die Blase abrupt. Die «Tulpenmanie» gilt als erste gut dokumen­ tierte Spekulations­blase der Wirtschaftsgeschichte.

2

Es gibt weltweit etwa 150 Tulpenarten und über 3000 Sorten. Manche sind auf natürliche Weise ent­ standen, andere wurden ­gezielt herangezüchtet.

Wie sich Kälte auf die Länge des Stiels auswirkt

Während des Transports nach Gümligen dürfen die Zwiebeln nie wärmer als drei bis vier Grad haben. Auch nach der Ankunft werden sie gekühlt und von Hand auf schwarze sogenannte Steckplatten gesteckt. Auf deren Spitzen finden die Zwiebeln den Halt, den sie sonst in der Erde finden würden. «Gegenüber der Erdkultur hat diese Methode ­arbeitswirtschaftliche, kultur­ technische und ökologische ­Vorteile», sagt Geschäftsführer Beat Brunner (60). Die Arbeit ist sauberer, und die Gefahr, dass die Zwiebeln faulen oder erkranken, ist deutlich geringer als in der Erde. Nach dem Ste­ cken wird Wasser in die Kisten gefüllt, sodass die Zwiebeln Wurzeln schlagen können. Sie kommen in den Klimaraum, wo sie etwa drei Wochen bei rund fünf Grad bleiben. «Diese Kühle macht die spätere Stiel­ länge aus», erklärt der Tulpen­ experte Meyer. Je länger ge­ kühlt, desto höher die Tulpe.

3 Aufgeschnittene Tulpenzwiebeln: Sogar das Tulpenblatt ist schon vorhanden. Die Zwiebeln werden auf eine Steckplatte platziert, wo sie Wurzeln schlagen können. Geschäftsführer Beat Brunner im 4000 Quadratmeter grossen Gewächshaus in Gümligen. Sobald die Tulpen erste Farben zeigen, werden sie «gezupft».

Papageien und Fransen

Danach gewöhnen sich die ­Zwiebeln im Gewächshaus auf über 4000 Quadratmetern an das Sonnenlicht und wachsen langsam in die Höhe. Einmal in der Woche wird Wasser nach­ gegossen. Dünger oder Pflanzen­ schutzmittel gibt es nicht. Bis zum «verkaufsbereiten Fertig­ produkt», wie Brunner ganz ­unromantisch sagt, dauert es rund drei bis vier Wochen – je nach Sorte. Wie viele Sorten gibt es denn? «Tausende!», ruft Roland Meyer. In Gümligen wachsen zum Beispiel normale ­Darwin-Tulpen, aber auch die «Papageien» mit den verdrehten Blüten, gefüllte Tulpen. «Und neu sind die gefransten sehr im Trend», erklärt Meyer.

Tulpen wachsen weiter, nachdem man sie abgeschnit­ ten hat. Deshalb lohnt es sich auch, sie in eine höhere Vase zu stellen.

4

Als Heimat der Tulpen gilt Mittel- und Zentralasien. Verschenkte man früher die in Persien wild wachsende Tulpe, galt das als eine Art ­Liebeserklärung. Heute ver­ bindet man Tulpen vor allem mit Holland. Kein Wunder: Über 80 Prozent der weltweit verkauften Tulpen stammen von holländischen Züchtern.

5

Für die Schweiz schätzt man den Absatz pro Jahr auf zwischen 75 und 80 Millionen.


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FRÜHLINGSBLUME | 26.4.2021 | 47

Gezupft wird am Morgen

Tulpen sind in der Schweiz nach Rosen die meistgekauften Schnittblumen.

Sobald die Tulpen erste Farben zeigen – hier ist ein gutes Auge gefragt – können sie von den Mitarbeitenden geerntet werden. «Zupfen», wie sie sagen. Und gezupft wird jeden Morgen. Auf einem Wagen werden die Tulpen mit der Zwiebel am Stiel gesammelt und anschliessend zur Maschine geschoben, wo die Zwiebeln abgeschnitten werden. Vier Mitarbeitende stehen am Laufband und binden jeweils zehn Tulpen zusammen. Jeder Bund wird mit einer Zellophantüte überzogen und sieht dann schon fast so aus wie der Strauss im Laden. Es fehlt nur noch das typische «Aus der Region. Für die Region.»-Etikett der Migros. Heute gehen 4400 Stück ans ­Migros-Verteilzentrum Schönbühl BE. Und obwohl das nach viel tönt, ist es das nicht. Die Nach­frage nach Tulpen neigt sich im April nämlich bereits dem Ende zu. In der Hochsaison von Neujahr bis Ostern waren es auch mal über 20 000 Tulpen am Tag. Das gibt natürlich viel zu tun. «In der Saison arbeiten wir vier Monate lang sieben Tage in der Woche, auch am Sonntag», sagt Meyer. Das stört ihn nicht. Er will schliesslich, dass sich die Tulpen gut entwickeln. Und welches ist seine Lieblingstulpe? Er lacht und schüttelt den Kopf. «Die gibt es nicht. Entweder hast du alle gern oder keine.» Nach Abtrennen der Zwiebeln bündeln Mitarbeitende die ­ Tulpen zu Zehnersträussen. Danach werden die Blumen für den Transport ­vorbereitet.


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FRÜHLINGSBLUME | 26.4.2021 | 49

Es gibt keine blauen Tulpen.

In Kartonschachteln gehts für die Tulpen in den Transporter und ins Verteilzentrum Schönbühl BE – und von da in die Läden.

Eine Viertelstunde Fahrt

Die Tulpensträusse stehen nun etikettiert in schwarzen Wasser­ kübeln bereit. So werden sie in hohe Kartonschachteln gehoben, die sogleich mit Klebeband ver­ schlossen werden. Als der Trans­ porteur eintrifft und die Schach­ teln auf Paletten in den Liefer­ wagen hebt, ist von aussen nicht mehr zu erkennen, dass es sich bei der Fracht um Tulpen in ­allen Farben handelt. Die Fahrt zum Verteilzentrum Schönbühl dauert eine Viertelstunde. Von hier aus werden die Tulpen­ sträusse in die Filialen der Re­ gion verteilt. Wenn sie schliess­ lich zu Hause in der Vase stehen, ist kein Tag vergangen, seit ­Meyer sie gezupft hat. MM

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52 | 26.4.2021 | GESUNDHEIT

Die Zecke sticht gerne dort zu, wo die Haut dünner ist – am Nacken, in der Kniekehle oder der Ellenbogenbeuge.

Bissige Biester

In der Schweiz gibt es jährlich über 400 Fälle von Hirnhautentzündungen durch Zeckenbisse. Wie Sie sich schützen und wie Sie Zecken richtig entfernen. Text: Laurent Nicolet


GESUNDHEIT | 26.4.2021 | 53

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Mehr zu anderen Plagegeistern auf migros-impuls.ch/plagegeister iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Wie entferne ich eine Zecke korrekt? Verwenden Sie wenn möglich eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange. Auch eine feine Pinzette kann gute Dienste leisten. Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Haut, ohne sie zu quetschen. Drehen Sie die Zecke nicht, wenn Sie sie aus der Haut ent­ fernen. Ziehen Sie die Zecke langsam und gleichmässig heraus. Wenn sich die Bissstelle an einer schwer zugänglichen Stelle befindet, bitten Sie ­jemanden, Ihnen zu helfen. Vergessen Sie Hausmittel wie Nagellack, Öl, Alkohol oder Zahnpasta. Sie helfen alle nicht bei der Entfernung von Zecken, sondern können das Risiko einer Infektion sogar erhöhen. Foto: Keystone, Mathieu Rod, iStock

ast alles leuchtet rot. Die gesamte dass Zecken unter dem Stoff hochkrabSchweiz mit Ausnahme der Kanbeln, Zeckenschutzmittel verwenden tone Genf und Tessin ist Risiko­sowie den Körper nach jedem Spaziergebiet. Nein, es geht nicht um gang und nach jedem Aufenthalt im Corona. Sondern um die Enzephalitis, Freien untersuchen. die Hirnhautentzündung, die durch ­Zeckenbisse verursacht wird. Die Zahl Borreliose und Hirnhautentzündung der Fälle ist genau bekannt, da es sich Die Zecke lebt zwischen drei und sechs um eine meldepflichtige Krankheit han- Jahren und ernährt sich, indem sie das delt. «Von 2005 bis 2018 lag die Zahl der Blut ihres Wirtes saugt. «Wenn sich die jährlich gemeldeten Fälle zwischen 100 Zecke mit Blut vollgesogen hat», sagt und 250. Seit 2018 ist ein starker Anstieg ­Jibril Ahmed, «kann sich ihr Gewicht um zu verzeichnen. Und 2019/2020 wurde das 200-fache erhöhen. Sie kann einen die Schwelle von 400 Enzephalitis-­ Teil des Blutes zusammen mit ihren eigeFällen überschritten», sagt Jibril Ahmed, nen Sekreten in die Wunde zurückspritApotheker bei Zur Rose in zen. Auf diesem Weg kann Crissier VD. Die Apotheke sie Krankheiten übertragen.» bietet als eine von vielen die Darunter die Borreliose, Zeckenimpfung an. Sie kann auch bekannt als Lyme-­ eine Hirnhautentzündung Borreliose, und die bereits verhindern und wird seit erwähnte Hirnhautent­ 2006 empfohlen, und zwar zündung, die sogenannte für alle Personen ab sechs Frühsommer-MeningoenzeJahren, die in einem Risikophalitis (FSME). «Zecken gebiet leben oder sich dort «Borreliose ist eine baktevorübergehend aufhalten. werden bei rielle Infektion, die mit Anti«Bei kleineren Kindern wird behandelt werden Wärme und biotika das von Fall zu Fall mit dem kann», so Ahmed. Es kommt feuchter Kinderarzt besprochen», so zu einer Rötung der Haut. Jibril Ahmed. Infektion kann bei Luft aktiv.» Die Es ist nicht immer einschwereren Verläufen zu fach, einen Zeckenbiss zu chronischer A ­ rthritis sowie Jibril Ahmed erkennen. «Die Zecke kann zu Nervenschäden zwei bis Apotheker bei an ­jeder Stelle des Körpers drei Jahre nach Beginn der Zur Rose stechen, wobei sie Stellen Infektion führen. in Crissier VD bevorzugt, an denen die Zur Zeckenenzephalitis Haut dünner ist, etwa an der ist anzumerken, dass 0,5 Innenseite des Ellenbogens, am Bauchbis 5 Prozent der Zecken mit dem Virus nabel, in der Kniekehle oder im Nacken», ­in­fiziert sind. «Diese Krankheit führt erklärt Ahmed. Die Stiche tun meist zu Nackensteifigkeit, Gedächtnis- und nicht weh und werden deshalb oft nicht Konzentrationsstörungen und Lähmunbemerkt. «Wenn die Zecke von selbst gen. In den schwersten Fällen kann sie ­abfällt, ist es schwierig, ihren Biss von zum Tod führen.» Es gibt keine Behanddem einer Mücke zu unterscheiden.» lung, allerdings kann man sich mit einer Fällt sie nicht ab, muss man sie selbst Impfung schützen. entfernen (siehe Box rechts). Der Frühling ist die risikoreichste Zeit, weil die Zecken bei Wärme und Der beste Schutz ist die Kleidung feuchter Luft aktiv werden. Die Impfung Die 2 bis 5 Millimeter lange und dunkel- wird zu Beginn der Saison empfohlen, braun gefärbte Zecke lebt in gemässigman könne sich aber auch jetzt noch ten Klimazonen und überlebt in Höhen- problemlos impfen lassen, erklärt Ahmed. lagen bis zu 2000 Metern. Man findet sie Eine Impfung kann in Apotheken oder vor allem an Waldrändern, Lichtungen, beim Arzt vorgenommen werden. Was aber auch in Gärten und Parks. Am besdie möglichen Nebenwirkungen angeht, ten schützt man sich vor ihr, indem man so sind diese «vergleichbar mit denen langärmelige Kleidung und Hosen trägt. anderer Impfstoffe: Schmerzen an der Dabei sollte man helle Farben bevor­ Einstichstelle, Muskelschmerzen, Übelzugen, da Zecken so besser sichtbar sind. keit oder Kopfschmerzen zum Beispiel». Weitere Vorsichtsmassnahmen: Socken Aber der Nutzen der Impfung überwiegt über die Hose ziehen, um zu verhindern, eindeutig die Risiken. MM

Desinfizieren Sie anschliessend die Bissstelle, um die Wundheilung zu unter­ stützen. Idealerweise des­ infizieren Sie auch Ihre Hände. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Arzt oder Apotheker.


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KOLUMNE | 26.4.2021 | 55

Illustration: Rinah Lang

Wir müssen zurückspulen STADT, LAND, STUTZ Vielleicht bin ich ­ etflix-süchtig. Ich gucke jeden Tag. Ich merN ke dabei nicht, wie die Zeit vergeht. Und wenn sich der Balken, in dem «Nächste Folge» steht, langsam von links nach rechts füllt, tue ich so, als ob ich es nicht sähe. Und wenn die nächste Folge dann ohne mein Zutun beginnt, denke ich ups! und mache es mir für die nächste Dreiviertelstunde gemütlich. Immerhin ist die Sucht nicht kostspielig. Seit Jahren bin ich ein Parasit im Account meiner Freundin Jenny. Wir haben mal vereinbart, dass wir jährlich shoppen gehen und ich ihr meine NetflixSchulden in Form eines neuen Mantels oder so zurückzahle. Wir waren bis jetzt genau ­ ein Mal shoppen. In dem Sinne: ein Hoch auf alle, die für das Netflix-Abo bezahlen! Manchmal fragen mich ältere Arbeitskollegen, ob ich mich noch an DVD oder sogar an Videokassetten erinnern kann. Natürlich kann ich. Bei uns im Dorf gab es ein Kino mit

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

Videothek. Am Wochenende oder wenn es am Mittwochnachmittag regnete, durften wir in diese Videothek spazieren und uns einen Film ausleihen. Ich liebte es, mir die Hüllen anzuschauen und den Klappentext zu lesen. Ausserdem roch es in den Gängen immer nach Popcorn, was die Vorfreude nochmals steigerte. Die Videokassetten musste man immer zurückspulen, bevor man sie zurückbrachte. Als der Wechsel zur DVD kam, war ich deswegen manchmal verwirrt. «Wir ­müssen noch zurückspulen!», rief ich einmal ­meiner Cousine vom Sofa aus zu, die mich auslachte. Das war mein erstes traumatisches Erlebnis mit technologischem Fortschritt. Ich vermisse die Videothek. Die Wertschätzung ist eine andere, wenn man für einen Film das Haus verlässt, wortwörtlich durch die Genres spaziert, zehn Minuten ansteht und – hüstel – bezahlt. Heute bleibe ich faul liegen, bis die nächste Folge von selbst angeht. MM

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56 | 26.4.2021 | MIGRATION

Putzen trotz Uni-Abschluss

Für Migrantinnen und Migranten sind die Hürden hoch, in der Schweiz einen qualifizierten Beruf zu finden – selbst wenn sie topausgebildet sind. Aber es ist möglich. Vier Betroffene erzählen. Text: Ines Rütten Bilder: Roger Hofstetter

M

aria Dalia Dusic kam vor knapp drei Jahren als Saisonarbeiterin in die Schweiz, für eine Stelle im Service eines Hotels – und blieb. Die Kroatin gehört zu gut einer Million Ausländerinnen und Ausländer, die hier arbeiten. Aus ihrer Heimat hat sie einen Master in Wirtschaft mitgebracht. Dieser Hochschulabschluss half ihr zunächst wenig. Die vergan­ genen zwei Jahre war sie im AvecShop in Meiringen BE angestellt. Sie betreute die Kasse, füllte die Regale auf und putzte. «Mein Traum war aber immer, im Hotelmanagement oder in einer Eventorganisation tätig zu sein», sagt sie. Seit Dezember ist sie ihrem Traum näher gekommen: Sie hat eine unbefristete Vollzeitstelle als Rezeptionistin im neu eröffneten Hotel Dakota in Meiringen gefunden. Dusic ist in Meiringen geboren. Ihre Eltern gingen jedoch zurück in ihre Heimat Kroatien, als sie fünf Jahre alt war. Dort studierte sie nach der Schule Wirtschaft, 2016 hatte sie den Masterabschluss in der Tasche. Doch die Situation in Kroatien war schwierig. Sie bekam eine schlecht bezahlte Anstellung in einem Hotel als Rezeptionistin und «Mädchen für alles». Als ihr Freund, ein gelernter Koch, eine Stelle in Österreich antrat, ging sie mit. Sie arbeitete im Service, lernte Deutsch. Dann suchte das Paar in der Schweiz nach einer Anstellung.

2019 liess Dusic zunächst ihre Diplome anerkennen. «Das hat zwar einige Monate gedauert, aber zum Glück hat alles geklappt.» Doch dann kam Corona und eine un­ sichere Zeit auf dem Arbeitsmarkt. «Jede Arbeit ist für mich Arbeit», sagt sie. «Aber ich habe immer gehofft, dass ich etwas finde, wo ich mein Studium anwenden kann.» Trotz Masterabschluss war sie bisher immer in Jobs tätig, für die sie eigentlich überqualifiziert ist. Das könnte sich mit der neuen Stelle ändern. «Die Arbeit im Hotel gefällt mir sehr», sagt sie. «Wer weiss? Vielleicht kann ich irgendwann weitere Karriereschritte machen.» Viele landen im Tieflohnbereich

Oft haben Migrantinnen und Migranten in der Schweiz Mühe, eine qualifizierte Arbeit zu finden, auch die mit akademischer Ausbildung. Besonders Menschen aus Staaten ausserhalb der EU fällt es schwer, im hiesigen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Zwar benötigen anerkannte und vorläufig aufgenommene Flüch­tlinge seit 2019 keine spezi­elle ­Arbeitsbewilligung mehr, doch bleibt die Jobsuche eine Herausforderung. Viele landen ungeachtet der Ausbildung im Tieflohnbereich. «Die Gefahr besteht immer, dass diese Menschen in unqualifizierten Jobs anfangen und dort steckenbleiben», sagt Susanne Teismann. Sie leitet in Zürich das Programm Mosaiq des Hilfswerks der Evange­

lischen Kirchen Schweiz (Heks). Die Fachstelle unterstützt ausgebildete Migrantinnen und Migranten, eine Arbeit zu finden, die ihren Qua­­lifikationen entspricht. Ziel ist es, das Potenzial der Arbeitskräfte zu nutzen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. «Dabei ist jeder Weg anders», sagt Teismann. «Wir fangen mit ­jeder Person von vorne an.» 2020 wurden in der Fachstelle rund 90 Personen beraten. «Für etwa 60 bis 70 Prozent der Teilnehmenden finden wir eine Lösung», sagt Teismann. Das bedeutet eine Anstellung, ein Praktikum oder eine qualifizierende Weiterbildung. Auch Amanuel Berhe Weldemichael aus Zollikofen BE wird von der Fachstelle Mosaiq beraten. Er kommt aus Eritrea und war dort Arzt, musste jedoch nach Äthiopien fliehen. Seit zweieinhalb Jahren lebt der 33-Jährige in der Schweiz und arbeitet als Reinigungskraft. Zudem leistete er als Freiwilliger Dienst in einem Altersheim, um Deutsch zu üben. «Mir war bewusst, dass ich erst einmal die Sprache lernen muss», sagt er. Dennoch ist die Lage derzeit frustrierend. Denn seine Diplome aus Eritrea wurden von der Eid­ genössischen Medizinalberufe­ kommission nicht anerkannt. «Ich hatte sehr gehofft, dass das funktioniert», sagt Weldemichael. Er hatte bereits in Äthiopien eine Ausbildung zum Facharzt der

«Jede Arbeit ist für mich Arbeit. Aber ich hoffte immer, dass ich mein Studium auch einmal anwenden kann.» Maria Dalia Dusic ist glücklich, in einem ­Hotel von ihrem Wissen Gebrauch machen zu ­können. Sie hat einen Master in Wirtschaft.


MIGRATION | 26.4.2021 | 57

«Wir wollten nicht den Rest unseres Lebens vom Staat finanziert werden.» Anwar Ali war Nachtwächter, Küchenhilfe und Asylberater: Die Stationen eines Anwalts aus Pakistan

Bild: ZVg

Amanuel Berhe Weldemichael arbeitet als Reinigungskraft statt als Chirurg. Er hat in Eritrea ein Studium zum Facharzt begonnen, bevor er in die Schweiz kam.

­ hirurgie begonnen. Doch die C ­politische Situation dort habe sich zugespitzt. Schliesslich folgte er im Rahmen eines Fami­liennachzugs seiner Ehefrau in die Schweiz, ohne die Zusatzausbildung abzuschlies­ sen. Er hofft, hier eines Tages in ­einem Spital arbeiten zu dürfen. «Aber im Moment weiss ich nicht mal, ob ich in der Schweiz über­ haupt Medizin studieren kann.»

Der Einstieg in reglementierte ­Berufe sei für Immigranten aus Drittstaaten besonders schwierig, sagt Susanne Teismann. Zum Bei­ spiel Ärzte, Lehrerinnen oder An­ wälte müssten mit der Ausbildung fast immer von vorne beginnen oder den Beruf wechseln. Denn ihre Dip­ lome werden hier kaum anerkannt. Doch auch in diesen Branchen er­ lebe sie immer wieder Überraschun­


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MIGRATION | 26.4.2021 | 59

gen: «Bei manchen klappt es trotz aller Hindernisse.» Man müsse es immer ­probieren, dürfe nie aufge­ ben. «Der Weg zum qualifizierten Beruf ist ein Marathon, der oft Jahre dauert», sagt Teismann. Auf diesem Marathon befindet sich gerade die Afghanin Lailoma Siddiqi. Vor viereinhalb Jahren flüchtete sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in die Schweiz und lebt heute im bernerischen Wilderswil. In ihrer Heimat hatte sie Wirtschaft studiert und arbei­ tete im Amt für Frauenangelegen­ heiten in der Stadt Herat. Ihr Mann war dort für die Vereinten Nationen tätig. «In Afghanistan wurde es irgendwann sehr gefähr­ lich für ihn, und wir entschieden uns zur Flucht», erzählt Lailoma Siddiqi. Im Eiltempo lernte die 38-Jährige hier Deutsch. «Ich dachte immer, wenn ich Deutsch kann, finde ich eine Arbeit. Aber so einfach ist es nicht.» Lange konnte sie im hiesigen Arbeits­ markt nicht recht Fuss fassen. Das Ziel: Migrationsfachfrau

«Ich weiss, dass wir ganz unten anfangen müssen, aber es tut trotzdem weh, immer wieder ­Absagen zu bekommen», sagt ­Siddiqi. Denn auch ihr Mann ist arbeitslos und seit einem Auto­ unfall körperlich eingeschränkt. Einen Hoffnungsschimmer hat sie jetzt. Seit Mitte April arbeitet sie bei der ORS Bern, einer Firma, die Asylsuchende betreut und bei der Integration unterstützt. Siddiqi ist dort für vier Monate befristet als Betreuerin im Asyl­ zentrum angestellt. «Ich freue mich sehr, dass ich diese Chance bekomme», sagt sie. «So eine Stelle habe ich gesucht, und vielleicht ergibt sich daraus wieder etwas.» Daneben führt sie ihre Ausbildung zur Dolmetsche­ rin weiter und übersetzt bereits für die Asylorganisation Berner Oberland. Sie gibt auch Deutsch­ kurse für andere Migranten und führt Gäste durch das Historische Museum Bern. Diese Führungen sind Teil des Projekts «Multaka», für das Geflüchtete die Gäste mit auf einen Spaziergang durch das Museum nehmen. Siddiqi möch­ te so viel Arbeitserfahrung sam­ meln wie möglich, um irgend­ wann eine feste Stelle zu finden. Danach ist eine Weiterbildung

wollten nicht den Rest unseres Lebens vom Staat finanziert ­werden», erzählt er. Nach einer ­Bewerbung an der Hochschule in St. Gallen erhielt er einen ­Stu­dienplatz für einen Master in Wirtschaftsrecht. «Aber ich konnte einfach noch zu wenig Deutsch und musste abbrechen.» Einige Monate arbeitete er schliesslich als Küchenhilfe, da­ nach als Nachtwächter in einem Asylzentrum. Daneben besuchte er so viele Kurse wie möglich, die von der Caritas angeboten wur­ den, und absolvierte zusätzlich eine Prüfung als interkultureller Dolmetscher. Er arbeitete für das Justizdepartement und gab am Ende selbst Kurse bei der Caritas. Als «grosses Glück» bezeichnet er eine Betreuerstelle, die er in ­einem Wohnheim für Schwer­ behinderte im Kanton Luzern ­erhielt. Im Jahr 2002 begann er sein Teilzeitstudium in Sozialar­ beit an der Luzerner Hochschule (HSLU), das er 2007 abschloss. ­Finanziert hatte er dieses mit ­seiner Arbeit, einem kleinen ­Stipendium und einem Kredit.

«Ich dachte immer, wenn ich Deutsch kann, finde ich eine Arbeit. Aber so einfach ist es nicht.» Lailoma Siddiqi verfügt über ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Sie nimmt alle möglichen Arbeiten an, um Erfahrungen zu sammeln. Das Ziel: Fachfrau für Migration. Denn ­damit kennt sie sich aus.

Das tut die Migros Im Haus Crescenda in ­Basel befindet sich das erste schweizerische Gründungszentrum für Kleinstunternehmen von Migrantinnen. Eingewanderte Frauen ­bekommen dort Hilfe bei der Anerkennung allfälliger Diplome und beim Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Das MigrosKulturprozent unterstützt das Projekt finanziell und leistet dadurch einen ­Beitrag an den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Teilhabe. crescenda.ch

zur Migrationsfachfrau das Ziel. Ihr Bachelorabschluss aus Afgha­ nistan wurde anerkannt, aber für die Ausbildung benötigt sie Arbeitserfahrung mit Migranten. «Ich ­bleibe dran», sagt sie. Im Ziel angekommen ist Anwar Ali aus Rorbas im Kanton Zürich. Der 55-Jährige ist Sozialarbeiter FH und bei der Sozialberatung Asyl der Stadt Winterthur ZH an­ gestellt. Mit einem Lächeln sitzt er am Esstisch in seiner Eigen­ tumswohnung und blättert in ­einer Mappe voller Zeugnisse und Zertifikate. «Sie zeigen mei­ ne Reise», sagt er. Seine Lebens­ reise, die in Pakistan begann. Dort war er als Rechtsanwalt ­tätig. Doch mit dem Einsatz für Menschenrechte und Kinder­ sklaven schaffte er sich Feinde. 1994 nutzte er einen Kongress in der Schweiz zur Flucht. Der einstige Anwalt sass dann zuerst einmal mit seiner Frau und der einjährigen Tochter in ­einer Asylunterkunft in Ein­ siedeln SZ und musste von vorn ­beginnen. Er lernte Deutsch und bemühte sich um Arbeit. «Wir

Sich ein Umfeld aufbauen Seit 2011 arbeitet er in Winter­

thur in der Asylberatung und hilft Menschen, die jetzt in der ­Situation sind, in der er einst selbst steckte. «Ich hatte viele Rückschläge, und immer wieder war ich mutlos und deprimiert», sagt er. Seine Frau und seine Freunde hätten ihn dann auf­ gemuntert. Um sich ein Umfeld aufzubauen, habe er immer den Kontakt zu Schweizerinnen und Schweizern gesucht und gepflegt. «Auf die Offenheit der hiesigen Gesellschaft und der Arbeitgeber ist man angewiesen, um sich ­in­tegrieren zu können.» Jetzt sei er am Ziel. «Ich liebe meinen ­Beruf», sagt Ali. Zudem gibt er sein Wissen in Vorträgen über Menschen- und Kinderrechte, über Integration oder seine ­eigene Biografie weiter. Heute ist Anwar Ali stolz auf seine Familie und darauf, dass er mit seiner Frau endlich Ferien­ reisen planen kann. Und er ist stolz darauf, ein Vorbild zu sein. «Mein Weg war lang und hart», sagt er. «Und er geht immer nur Schritt für Schritt.» Doch jetzt sei er angekommen. MM


60 | 26.4.2021 | MEINE MIGROS

HALLO KINDERVELO

Wenn es draussen wärmer wird, wollen auch die Kleinen wieder auf dem Fahrrad Runden drehen. Das macht mehr Spass, wenn das Velo die richtige Grösse hat und gut auf das Kind e­ ingestellt ist. Für manche Eltern wirft das Fragen auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Zweirad-Ein-

stieg? Wie gross muss das Fahrrad sein, ­welche Ausstattung ist wichtig? Sind Stützräder sinnvoll oder sogar hinderlich? Rechts die drängenden Antworten und ein paar auf Alter und Grösse ­abgestimmte Modelle, damit das Abenteuer ­Fahrradtour auch wirklich gelingt.

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Kinderleicht biken mit Crosswave Prime Rider – dem Leichtgewicht: Wählen Sie einfach die passende Grösse und anschliessend die gewünschte Farbe.


MEINE MIGROS | 26.4.2021 | 61

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Wann sind Kinder für das erste Rad bereit? Sobald das Kind Lust hat. Das geschieht meistens in einem Alter zwischen drei und vier Jahren. Vorher kann das Kind auch schon mit einem Laufrad die Balance üben. Helfen Stützräder? Nein, Stützräder sind meist kontraproduktiv. Hat ein Kind schon ­Erfahrung auf dem Laufrad, dauert es oft nur ­Minuten, bis es auf dem Fahrrad die Balance hat. Sollten die Pedalen anfangs stören, kann man sie für die ersten Tage auch abschrauben. Rücktritt oder Handbremse? Handbremsen. Da das Kind eh früher oder ­später auf ein Velo mit Handbremse umsteigt, und weil ein Rücktritt beim Anfahren unpraktisch ist. Alle Prime-­RiderModelle sind vorne und hinten mit leicht bedienbaren V-Felgenbremsen mit kindgerechten Brems­ hebeln ausgestattet. Wie entscheidend ist das Gewicht? Je leichter das Velo, desto mehr Spass macht das Fahren. Die Prime­ ­Rider sind erheblich leichter als vergleich­ bare Kindervelos. Wie muss ein Kindervelo eingestellt sein? Das Kind sollte relativ aufrecht auf dem Rad sitzen, damit es einen guten Überblick hat. Und es sollte mit beiden Füssen den Boden gut berühren können. Deshalb ist es wichtig, dass man genügend Spielraum hat, um Sattel und Lenker zu verstellen.


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FINANZEN | 26.4.2021 | 63 Contentpartnerschaft

Die Börsen bleiben in Fahrt

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Thomas Pentsy ist Marktanalyst bei der Migros Bank.

Dank der Impffortschritte und der absehbaren Lockerungen der ­Corona-Schutzmassnahmen wird sich die Wirtschaft in den kom­ menden Monaten global beleben. ­Voraussichtlich wächst die Weltwirtschaft dieses Jahr um rund 5 Prozent. Die Unternehmen werden von dieser Wachstumsdynamik kräftig profi­ tieren und ihre Gewinne deutlich ­steigern. Dies verleiht wiederum den ­Aktienmärkten weiteren Aufwind. Besonders kräftig wird 2021 die US-Wirtschaft wachsen, unterstützt durch die rasche Einführung der Impfstoffe und das 1,9 Billionen ­Dollar grosse Konjunkturpaket der Administration von US-Präsident Joe Biden. Aufgrund des anziehenden Wachstums der Unternehmensgewinne sollten sich die teilweise statt-

lichen Bewertungen der US-Aktien, insbesondere im IT-Segment, weiter relativieren. Die Technologiewerte haben im ersten Jahresviertel zwar am meisten unter dem leichten Anstieg der langfristigen Zinsen gelitten. Im Zuge des Digitalisierungstrends dürften sie im weiteren Jahresverlauf den Kursanstieg aber fortsetzen. In Europa spielt der IT-Sektor noch immer eine untergeordnete ­Rolle. Europäische Börsen über­ zeugen dafür mit anderen Trümpfen. Vor allen in den stark konjunktur­ abhängigen Sektoren und im Export­ bereich gibt es zahlreiche Qualitätsunternehmen. Sie werden von der ­Beschleunigung des globalen Wachstums in den kommenden Q ­ uartalen überproportional stark profitieren. Das dürfte sich in deutlich steigenden

Unternehmensge­winnen und höheren Aktienkursen niederschlagen. Auch der Schweizer Aktienmarkt ist mit seiner globalen Ausrichtung und seinen qualitativ hochwertigen «Zyklikern» (von Konjunkturzyklen beeinflusste Firmen, zum Beispiel im Maschinenbau oder bei ­Autozulieferern) im Segment der kleinund mittelkapitalisierten Werte ein Nutzniesser des Aufschwungs. Die nur schleppend vorankommende Impfung der Bevölkerung stellt in Europa zwar ein gewisses ­Risiko für die Konjunktur und damit auch für die Aktienmärkte dar. Die Migros Bank erwartet aber, dass die Impfkampagne gegen Mitte Jahr an Fahrt aufnehmen wird. Dies wird den Weg für höhere Aktienkurse ­freimachen. MM

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Weitere Termine und Infos unter doitgarden.ch/cityfarming


26.4.2021 | 67

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Bäumiges Zürich «NahReisen» bietet Ausflüge in die Natur der Stadt. Auf vielfältigen Führungen

können Interessierte Flora und Fauna im urbanen Gebiet entdecken – der Fokus liegt in diesem Jahr auf den Bäumen.

Bild: Baugeschichtliches Archiv, Juliet Haller

Text: Stefan Ineichen

D

as Klima wird immer ­wärmer – und wegen der vielen Gebäude und der grossflächigen Bodenver­ siegelung liegen die Durchschnitts­ temperaturen in den Städten noch einmal deutlich höher als im Umland. Nur schon deshalb braucht es ­Bäume in der Stadt, denn als perfekte biologische Klimaanlagen lindern sie das trockenwarme urbane Klima: Ein grosser, alter Stadtbaum allein kann an einem Sommertag mehrere Hundert Liter Wasser verdunsten, dazu noch Schatten spenden und die

Umgebungstemperatur spürbar ­senken. 2021 widmet sich «NahReisen» dem Stadtklima und den Stadtbäu­ men. Auf den Rundgängen des Anbie­ ters in Schwamendingen und Zürich West werden ganz unterschiedliche Klimasituationen erlebbar: In der ­Innenstadt treffen Teilnehmende auf eine Vielzahl von ursprünglich medi­ terranen Pflanzen, in der Stadtgärtne­ rei auf die Stadtbäume der Zukunft. Auch tierischen Bewohnern urbaner Gehölze gilt die Aufmerksamkeit: den Eichhörnchen auf dem Friedhof

Sihlfeld und den in Zürich erst seit Kurzem heimischen Saatkrähen, die man am Stadelhofen in aller Frühe beobachten kann. Die Veranstaltungsreihe von Grün Stadt Zürich und Migros-Kultur­ prozent findet – sofern es die Coronasituation erlaubt – vom 5. Mai bis 15. Juli statt. Bei sämtlichen «NahReisen» 2021 ist für die Teilnahme eine Anmeldung erforderlich. Sie ­erfolgt über die Website. MM Programm, Informationen zur Durchführung und Anmeldung auf: nahreisen.ch

Die Platanen am Stadelhofen sorgen im ­Sommer für willkommene Abkühlung.


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26.4.2021 | 69

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Die Stange der Stunde Sobald der letzte Schnee im Flachland geschmolzen ist, kommen die einheimischen Spargeln in die Läden. Das vitaminreiche und gesunde Gemüse kann mit den speziellen Küchenhelfern noch einfacher zubereitet werden. Text: Anja Metzger

ALNATURA-REZEPT

B

Spargel mit Zitrusdressing

ei kaum einem ande­ ren Gemüse ist das Bewusstsein für die Saisonalität so hoch wie bei Spargeln. Wir wissen: Die Spargelzeit im Frühling ist begrenzt. Die Stangen mögen es warm und wachsen in der Schweiz ab Mitte April bis Ende Juni. Und wir Schweizer lieben Spargeln: Durch­ schnittlich essen wir jährlich rund eineinhalb Kilo Spargeln pro Person, Tendenz steigend. Ob grün oder weiss, ob ge­ kocht mit Sauce hollandaise, als Suppe püriert oder klein geschnitten als Salat: Lang­ weilig wird es mit der Vielfalt an Zubereitungsmöglich­ keiten nie.

Zutaten für 4 Portionen: 500 g grüne Spargeln 500 g weisse Spargeln 1 Prise Salz 1 EL Tahin (Sesammus) 2 Limetten (Saft) 4 EL Orangensaft 1 EL Blütenhonig 1 EL Olivenöl 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung: 25 Minuten 1. Spargeln vorberei­

ten: Spargeln waschen, schälen und holziges unteres Ende ab­ schneiden. 2. Spargeln kochen:

Im Stehen gegart

einen grossen Topf Salzwasser aufkochen und die geschälten Spargelstangen darin gut bedeckt je nach ­Dicke der Stangen 8–12 Minuten bissfest garen, dann vorsichtig abgiessen.

Die Zubereitung der Spargeln will gelernt sein. Mit den rich­ tigen Küchenutensilien kann jedoch fast nichts schiefgehen. So gibts in der lokalen MigrosFiliale während der Spargel­ zeit spezielle Sparschäler, die sich mit ihrer gebogenen ­Klinge ideal an die Spargel ­anschmiegen. Wer das Gemü­ se lieber dämpft als kocht, be­ sorgt sich einen Spargeltopf mit Einsatz. Der Topf eignet sich mit seiner länglichen Di­ mension perfekt, um Spargeln stehend zu garen.

3. Zitrusdressing

Nachhaltigkeitstipp

Bilder: Markus Spiske/Unsplash, zVg

Der Messertest

Doch wie erkennt man, ob die Spargeln gar sind? Einfach mit einem spitzen Messer die dickste Stelle einer Spargel einstechen: Wenn es gut, aber mit leichtem Widerstand durchgleitet, ist sie gar. Zu­ dem sollte sich die Spargel­ stange nicht biegen, wenn sie am unteren Ende mit einer Zange aus dem Wasser ge­ hoben wird. MM

Links: Der Spargelschäler, dank spezieller Form noch sparsamer. Rechts: Im Spargeltopf werden die Spargeln stehend gegart.

Die Spargelschalen und -enden eignen sich hervorragend, um daraus einen Spargelfond zu kochen. Sie können diese Reste dazu auch einfrieren und später auskochen, wenn Sie eine grössere Menge beisammenhaben. Frischer Spargelfond ist eine gute Basis für Sauce hollandaise, Suppe oder einen Risotto.

­zubereiten, Spargeln anrichten: Tahin mit Limettensaft, Oran­ gensaft, Honig und Olivenöl mischen. Mit Salz und Pfeffer ab­ schmecken und zu den Spargeln servieren. Weitere Spargelrezepte auf: alnatura.ch/rezepte


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26.4.2021 | 71

s ro h ig M ric

Zü

In ausgewählten Super-märkten der Migros­Zürich gibt es ab sofort neun GaspariniSorten, als zweifarbige Lutscher, Cornets oder im Kübeli. Da ist für jeden etwas dabei.

Glace mit Engagement Das Eis der traditionsreichen Manufaktur Gelati Gasparini erobert die Herzen vieler Glacefans der Migros Zürich. Das «Zolli-Cornet» und die Stängelglace in Form eines Buttermödeli wird in viel Handarbeit und mit sozialem Engagement in Münchenstein BL hergestellt. Text: Gabriel Zwicky

Bilder: zVg

N

icht nur Kinderaugen beginnen beim Ge­ danken an eine er­ frischende Glace zu leuchten. Gerade beim Eis von Gasparini passiert dies auch vielen Erwachsenen. Kein ­Wunder, denn die süssen Ver­ suchungen haben Tradition. Von den zahlreichen Sorten ­geniessen allen voran die «ZolliCornets» Kultstatus und lassen Erinnerungen aufleben.

Auch Mario Gasparini war seit Kindesbeinen an von der eiskal­ ten Köstlichkeit angetan. Wenn er auf dem Nachhauseweg von der Schule 30 Rappen dabei­ hatte, führte am Kiosk nichts an der Bananen-Schoggi-Glace von Glace Müller vorbei. Als die Firma, die seit den ­frühen 1950ern den Zoo Basel (Zolli) mit Cornets belieferte, 1979 in Konkurs ging, schlug ­ die Geburtsstunde von Gelati

Gasparini. Obwohl Marios Vater Pasquale als Liegenschaftshänd­ ler ganz andere Pläne mit dem Grundstück hatte, gelang es ­Mario, ihn zu überzeugen, dem Glacegeschäft in neuen Händen eine zweite Chance zu geben. Auf Menschen setzen

Der Produzent mit seinem un­ verkennbaren Retrodesign und den speziellen Aromen hat heute längst Kultstatus erreicht.

Wie Han Dat Hong, Produkt­ manager bei Gelati Gasparini ­betont, sind bei der Manufaktur teilweise noch die Maschinen von damals im Einsatz. Zur ­Tradition von ­Gelati Gasparini zählt auch die Überzeugung, wenn möglich auf Menschen statt auf Maschinen zu setzen. Zu tun gibts für die rund 14 Fach­ personen und 20 Mitarbeiten­ den immer. Zum Beispiel beim Einfüllen der Glacemasse in die ­Cornets mit dem Handschlauch, beim Überziehen mit Schoko­ lade oder beim Verpacken. Gelati Gasparini ist seit 2002 Teil der Gesellschaft für Arbeit und Wohnen, kurz Gaw. Die Non-Profit-Organisation ist eine ­privatwirtschaftliche Unterneh­ mung mit sozialer Zielsetzung. Die Gaw bietet psychisch beein­ trächtigten Menschen eine be­ rufliche Perspektive und unter­ stützt sie beim Wohnen. Da darf man mit gutem Gewissen eine Glace geniessen. MM


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Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.5.2021, 24 Uhr


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RÄTSEL | 26.4.2021 | 77

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Quiz

Paroli

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. In welchen «Zug» passt in der Regel nur eine Person? O Badeanzug

M Güterzug

T Schnellzug

Wenn man eine schwierige Situation überstanden hat, ist man aus dem … S Müller

F Schneider

I

Bäcker

Wie bezeichnet man den Winkel, der durch den Rückspiegel nicht eingesehen werden kann? F tot

T lebendig

N blass

Mit wem teilt sich der Kanton Schaffhausen den längsten Grenzverlauf? E Kanton Thurgau

O Kanton Zürich

I

Wallis

Welche Gage erhielt Jimi Hendrix am Woodstock-Festival 1969? U ca. 1800 $

N ca. 18 000 $

1

2

4

E

5 1

I

4 5

2

1 1

2 2

3 3

4 4

5 5

5

6

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Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

L Musikinstrument S Höhle 3

3

Bimaru

Um was handelt es sich bei der «Bagdad-Batterie»? E Tongefäss

2 3

So nehmen Sie teil:

S Dolomiten

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4 1

Lösung: Lösung:

L Deutschland

Wo liegt die Massaschlucht? D Karpaten

ALLERLE I ARCH I VAR ANF L EHEN B A RMU S I K BORUSS I A FLE I SS I G BOTSUANA FRE I HE I T D E Z I MA L E SHASA K I N E I SKANAL RBE FA A EL M MU LANG R TURELL NA SENFGLAS E I TEN HN SC TEE AGER SCHLEHEN URKANTON SODAL I TH

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.5.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 16

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 16

Sudoku Lösung Nr. 16

Was

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Z U N I K L E C H E R B T E Paroli

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G E T R E N N T

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Sudoku Gewinner Nr. 15

Paroli Gewinner Nr. 15

Quiz Gewinner Nr. 15

Rosmarie Keller, Oberwil-Lieli AG; Pierre Gremaud, Marin-Epagnier NE

Hans Kneubühler, Ebikon LU; Cornélia Meier-Sparr, Wohlen AG

Marco Peter, Schötz LU; Myrta Matt-Schenker, Oberdorf BL


78 | 26.4.2021 | MILOVE

«Dieser Schicksalsschlag hat uns am Ende gestärkt» Corinne Eberhard und Marc Schumacher kommen im Lift der Genossenschaft Migros Luzern ins Gespräch. Sie werden ein Paar. Doch nach einem schweren Verlust steht die Beziehung vor dem Aus.

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ft plaudern sie im L ift, e: O b da ie n ei L

ätte irgendjemand der zehnjährigen Corinne Eberhard im Sommer­ urlaub in Spanien 1990 gesagt, dass sie gerade ih­ rem zukünftigen Ehemann über den Weg gelaufen ist, hätte sie es wohl nicht geglaubt. Prompt erkennt die Luzerne­ rin Marc Schumacher im Jahr 2003 nicht gleich wieder, als er in der Genossenschaft Migros Luzern immer öfter mit ihr Lift fährt. Sie weiss nur, dass ihr dieser Mann sympathisch ist.

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Text: Manuela Enggist

Auch Marc ist angetan – von dem, was er sieht, wie er heute erzählt: «Sie hatte so eine Aus­ strahlung, die mich sofort fas­ zinierte.» Corinne, die ein Prak­ tikum im Marketing ab­solviert, und Marc, der in der IT arbeitet, sprechen während der Fahrten im Lift immer mitein­ander – aber jeweils nur kurz. Bis Corinnes Computer streikt und IT-Spezialist Marc diesen reparieren muss: «Wir waren ­sofort auf einer Wellenlänge.» Die beiden beginnen zusammen

Er über sie «Corinne ist ein intelligenter, fröhlicher Mensch mit gesundem Menschenverstand. Ihr Charisma und ihre Sportlichkeit haben mich schon früh ­angezogen – und tun es auch heute noch.»

mittagessen zu gehen. Sie haben gemeinsame Interessen. Lachen über dasselbe. Alles passt. Dann finden sie auch noch heraus, dass sie über Jahre am gleichen Ort in Spanien ihre Ferien ver­ bracht hatten. Und Corinne fällt ein, dass sie Marc schon mal ­gesehen hat: «Es war einfach Schicksal, dass wir uns wieder­ begegneten.» Das Schwierige daran: Beide sind in einer Partnerschaft. Doch sie spüren, dass etwas ­zwischen ihnen ist, dem sie

nachgehen müssen. Also been­ den sie ihre Beziehungen und verbringen Silvester 2003 offi­ziell als Paar. 2014 kommt ihr Sohn Finn tot zur Welt. Eine Zerreissprobe: «Wir waren ganz unten und mussten uns wieder hoch­ kämpfen», erzählt Marc. «Aber dieser Schicksalsschlag hat uns am Ende gestärkt.» 2016 kommt Sohn Iven zur Welt, zwei Jahre später folgt die Hochzeit, weite­ re zwei Jahre später macht Sohn Rino die Familie komplett. MM


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Corinne (40) und Marc (52) Schumacher leben mit den Söhnen Iven (4) und Rino (1) in Ebikon LU. Corinne ist neben der Arbeit in ihrer Karateschule noch immer bei der Genossenschaft ­Mi­gros Luzern tätig, wie Ehemann Marc.

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