Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
Veloquiz S. 19 | Ententanz S. 24 | Caesar Salad S. 45
Tabuthema frühkindliche Sexualität Seite 79
MM17, 23.4.2018 www.migrosmagazin.ch
Sport: Trainieren wie Profis Seite 87
Bild: Désirée Good
Die ETH und ihre Forscher – eine Serie
Roland Siegwart, der Herr der Roboter Seite 11 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
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MM17, 23.4.2018 5
W Editorial
Papier und Powerpoint
Wenn sie nicht mehr weiterweiss, pflegt meine Freundin Sibylle zu sagen: «Du hast studiert, du musst es wissen.» Ich kontere jeweils: «Auch wer eine Berufslehre gemacht hat, findet Antworten, ja kann sogar zur Elite gehören.» Ein Studium ist nicht unbedingt eine Auszeichnung, liebe S ibylle, es kann auch eine Verlegenheitslösung sein. Meistens schaffe ich es, ihr Selbstbewusstsein wieder auf Hochschulniveau hochzuschrauben.
Schwieriger wird es beim Thema ETH. Ich habe Freunde, die dort studieren, was Sibylle immer wieder daran zweifeln lässt, dass ich für sie der richtige Umgang bin. Auf internationalen Rang listen steht die Hochschule immer ganz oben. Und es heisst oft, wer an der ETH Zürich in Archi tektur oder Agrarwissenschaften abgeschlos sen hat, gehört zur Elite. Der Weg dorthin ist aber nicht immer nur modern und glamourös. Sibylle, virtuos im Umgang mit moderner Technik, traute ihren Ohren nicht, als ich ihr kürzlich ein paar Anekdoten aus dem Innern des ETH-Universums zum Besten gab.
Bilder: Ueli Christoffel, Michael Sieber
Ein Student schreibt im zweiten Jahr seines Masterstudiums zum ersten Mal eine Prüfung am Computer. Papier und Bleistift waren während seines Bachelorstudiums gang und gäbe, und auch einige Professoren schienen weder Powerpoint noch Keynote zu kennen. Sie schrieben mit Vorliebe an die Wandtafel – die Studenten mussten abschreiben. Warum die ETH in R obotik, Klima forschung und Medizin dennoch ganz vorn mit dabei ist, lesen Sie in unse rer fünfteiligen Serie (ab Seite 11). Sabine Lüthi, Mitglied der Redaktionsleitung a.i. sabine.luethi@migrosmedien.ch
Inhalt Menschen 8 Diese Woche
Rassismus am Arbeitsplatz
11 ETH-Serie
Erste Folge: Robotik. Werden wir bald von Maschinen ersetzt?
102
17 Bänz Friedli 19 Das grosse Veloquiz
Sieben Fahrradfans und ihre Zweiräder – raten Sie, welcher «Göppel» zu wem gehört!
67 Neues aus Ihrer Region
22 Jaël 24 Ohrwurm für die Ewigkeit
Leben
Alle kennen den Ententanz. Doch wer hat ihn erfunden?
27 Leserforum
Migros-Welt 34 Milchproduktion
Nachhaltigkeit hat Priorität
38 «slowUp»-Erlebnistage 41 Mutti ist die Beste! 45 Migusto
Caesar Salad – neu interpretiert
60 Sportlich unterwegs 63 Mieze frisst gern natürlich 64 Möbel für die erste Bude
Aktionen, Reportagen, News
73 1, 2 oder 3? 74 Garten
Frühlingsoase Wintergarten
79 Frühkindliche Sexualität 82 Wilds Welt
Unterwegs im sächsischen Leipzig
85 Stadt, Land, Stutz 87 Gesundheit: Volksläufe 89 Kinder: Jugendfeuerwehr 93 Glücksgriff 95 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus 102 Meine Welt
Topmodel Noah L. Brown
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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Menschen
Darauf freuen wir uns Kind und Kegel Alles für Eltern und deren Sprösslinge gibts vom 27. bis 29. April an der Famexpo in Winterthur.
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Beherrschen Sie den Moonwalk? Vom 24. bis 29. April gastiert das Michael-Jackson-Musical «Thriller» in der Originalbesetzung im Musical Theater Basel.
Unnützes Wissen
Apropos Youtube
Mein Bild der Woche «Ein Riss zieht sich durch Afrika, von der Südspitze bis nach
Bilder: zVg, Derek Keir/University of Southampton, Marco Zanoni
Bettina Oberli (45) ist Regisseurin. Sie arbeitet derzeit am Kinofilm «Le vent tourne».
Äthiopien. Tektonische Platten driften jährlich rund 2,5 Zentimeter auseinander. Es ist auch ein symbolisches Bild für einen Kontinent, der an vielem krankt: an Kriegen, Hungersnöten, Überbevölkerung. Eins der grössten Probleme ist die Korruption, die sinngemäss einen Graben durch den Kontinent zieht und die Bevölkerung in Arme und Reiche teilt. Diese Kluft wird immer grösser und fördert Gewalt und Konflikte. Um diesen Graben zu verkleinern, muss ein Weg aus der Korruption gefunden werden – während der Riss in der Erde unaufhaltsam weitergeht und in ein paar Millionen Jahren einen neuen Erdteil bilden wird.»
zweipunktnull
Entschuldigung, wie digital sind Sie? Christian Urwyler (72), Pensionierter, Cressier FR So informiere ich mich «Einmal pro Woche per Wochenzeitung, aber es gibt zu wenig neutrale in der Schweiz.» Dafür bin ich zu alt «Facebook habe ich probiert, ich fühle mich nicht zu alt dafür, aber es interessiert mich nicht.» Da bin ich analog «Ich gebe mir Mühe, den Weg ohne Navi-App auf dem Handy zu finden.»
Liebste App: SBB-App
Das erste You tube-Video heisst «Me at the zoo» und zeigt den Mitgründer Jawed Karim am Elefantengehege im Zoo in San Diego. Es wurde am 23. April 2005 hochgeladen. Drückt man bei pausierenden Youtube-Videos die rechte und dann die obere Cursortaste, kann man im Videofeld Snake spielen.
Um die Masse an Videos anzusehen, die binnen eines Tages auf Youtube hoch geladen werden, bräuchte man vier Jahre.
Youtube war ursprünglich eine Datingplattform. Quelle: Neon/Stern
8 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN
Nicht dazugehören: Oft entscheiden schon äussere Merkmale.
Rassismus
Zeichen setzen gegen Ausgrenzung
Zahlen und Fakten
36%
66,4% der Bevölkerung betrachten Rassismus als ernstes gesellschaftliches Problem.
27%
der Bevölkerung fühlen sich als Opfer von Diskriminierung oder Gewalt. Quelle: Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz», BfS
Fachstellen registrieren eine Zunahme von Rassismusvorfällen – vor allem am Arbeitsplatz und in der Schule. Die Präsidentin der Kommission gegen Rassismus fordert zur Sensibilisierung auf und nimmt die Politik in die Pflicht. Text: Dinah Leuenberger
L
ehrling X absolviert seine Ausbildung bei einem privaten Pflegedienst. Aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe kommt es immer wieder zu rassistischen Beleidigungen durch die Patienten. Manche wollen sich nicht von ihm anfassen lassen. Der junge Mann überlegt, seine Lehre abzubrechen. Fälle wie dieser sind Alltag bei Rassismus-Anlaufstellen. 2017 wurden in der Schweiz 301 Vorfälle gemeldet – im Vorjahr waren es noch 199. Das heisse aber nicht, dass die Gesellschaft rassistischer geworden
sei, sagt Martine Brunschwig Graf. Die Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) betont, dass die Zu nahme an registrierten Fällen verschiedene Gründe haben kann. Dazu zählt der positive Umstand, dass die Bevölkerung Rassismus als Problem erkennt und zur Sprache bringt. Laut EKR-Bericht ereignen sich rassistische Vorfälle am häufigsten am Arbeitsplatz und in der Schule. Es sei wichtig, die Gesellschaft zu sensibilisieren, sagt Brunschwig Graf. Als gutes Beispiel geht der
Kanton Wallis voran: Im März hat er eine Kampagne gegen Rassismus am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Dazu ist ein Leit faden mit Fallbeispielen erarbeitet worden. Eine wichtige Rolle spielt laut Brunschwig Graf die Politik: «In den USA kommt es vermehrt zu rassistischen Akten, weil der Präsident nicht eindeutig gegen Rassismus Stellung bezieht.» Auch in der Schweiz sollten sich alle Parteien «klar von Rassismus distanzieren und keine ambiva lenten Bilder verwenden».
Bilder: Ghazi Ayed/Adobe Stock, Eric Rossier, zVg
der Schweizer Bevölkerung fühlen sich gestört durch Menschen, die sie als «anders» wahrnehmen.
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 9
Martine Brunschwig Graf
Strassenumfrage
«Viele Menschen sagen Dinge, ohne sich bewusst zu sein, dass sie jemanden verletzen können» Wie äussert sich Rassismus am Arbeitsplatz? Durch verletzende Bemerkungen, aber auch durch das Gefühl, ausge schlossen zu werden, nicht die glei chen Rechte wie andere zu haben. Ein typisches Beispiel sind schlechte Witze. Viele Menschen sagen Dinge, ohne sich bewusst zu sein, dass sie damit jemanden verletzen können, und den Arbeitgebern ist oftmals nicht klar, was alles passiert. Wenn das Thema diskutiert wird, entsteht schnell ein stärkeres Bewusstsein. Welche Rolle spielt die Integration? Integration ist wichtig, aber sie reicht nicht – weil eben auch sehr gut inte grierte Schweizer von Rassismus betroffen sein können, wenn sie dun kelhäutig sind, anders sprechen oder einer anderen Religion angehören. In der Schweiz leben seit Jahrhun derten Juden. Noch heute sind sie mit Rassismus konfrontiert. Dunkelhäutige Menschen sind am häufigsten von Rassismus betroffen. Warum? Eine andere Hautfarbe fällt sofort auf, schneller als eine andere Sprache oder eine andere Religion. Ausserdem spielen viele unbewusste Vorurteile eine Rolle. Hinzu kommt die Pauscha lisierung: Wenn ein dunkelhäutiger Mensch Probleme mit dem Gesetz hat, wird schnell auf alle dunkelhäu tigen Menschen geschlossen. Auch an Schulen kommt es zu rassistischen Vorfällen. Wird das Thema dort zu wenig diskutiert? Diskriminierung in der Schule kommt nicht nur im Zusammenhang mit Rassismus vor. Auch dicke Kinder leiden darunter. Besonders proble matischist es, wenn die involvierten Personen schweigen: die Kinder, weil sie Angst haben, die Eltern, weil sie fürchten, dass ihr Kind dadurch in der Schule noch mehr Probleme haben wird. Müssten Lehrpersonen stärker sensibilisiert werden?
Ich denke, dass man in der Aus- und Fortbildung noch mehr in dieses Thema investieren kann. Es reicht nicht, die Theorie zu vermitteln. Man muss das Thema intensiv angehen: Was tut man, wenn es zu rassisti schen Vorfällen kommt? Was ist das Werkzeug? Wie bespricht man das Problem mit dem Kind, den Eltern, der Klasse? Welche Lehren zieht man aus den Vorfällen? Braucht es Anpassungen auf Gesetzesebene? Das Strafgesetz genügt nicht. Es braucht zivilrechtliche Schritte, da Rassismus und Diskriminierung im Alltag vorkommen. Bis jetzt gibt es jedoch noch keine Massnahmen, die Diskriminierung direkt behandeln. Es ist aber auch oft schwierig, dis kriminierende Vorfälle zu beweisen. Wie helfen Sie den betroffenen Menschen? Die Beratungsstellen können viele Probleme lösen, ohne den oft teuren und komplizierten Weg übers Gericht zu wählen. Eine mögliche Alternative ist ein Schlichtungsversuch, Media tion oder eine kantonale Ombuds stelle. Beratungsstellen haben nicht nur mit den Opfern Kontakt, sondern auch mit den Institutionen und den Tätern. Indem Vorfälle gemeinsam diskutiert werden, entstehen trag fähige Lösungen für die Zukunft.
Wurden Sie schon mal Opfer von Rassismus?
Martine Brun schwig Graf (68), ist Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus.
Stephan Ströbele (28), kaufmän nischer Angestellter, Zürich «Ja, am Arbeitsplatz. ‹Hei, diä Scheissusländer› war so ein Spruch. Aber ich kann darüber lachen. Ich weiss ja, dass ich kein Scheissausländer bin.»
Sharuja Moganraj (17), Gymnasias tin, Niederurdorf ZH «Ja, als ich im Altersheim auf eine Freundin wartete und eine ältere Frau grüsste. Sie verstand mich nicht und rief: ‹Immer diese Neger!›. Ich nahm es mit Humor.»
Wie geht man vor, wenn man Zeuge von Rassismus wird? Man kann mit der betroffenen Person sprechen, ihr Unterstützung anbie ten, sie an eine Beratungsstelle ver weisen. In gravierenden Fällen und bei strafbaren Handlungen sollte man die Polizei einschalten. Handeln auch Nichtbetroffene? Im Alltag beobachte ich, dass es mu tige Personen gibt. Aber leider nicht immer. Wie gesagt: Das Schweigen ist ein grosses Problem. Dabei gibt es im mer eine Möglichkeit, etwas zu sagen und zu tun. Den Kopf wegdrehen und nichts tun ist keine Lösung. MM
Mustafa Osman (33), Reinigungs kraft, Zürich «Ich erlebe fast alle Menschen als sehr freundlich und offen. Einmal rief einer: ‹Hey, du schwarzer Mann!› Da fragte ich zurück: ‹Ja, du weisser Mann?›»
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MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 11
Die ETH gibt 10 000 Menschen Arbeit und schafft mit ihrer Forschung Wohlstand im ganzen Land.
Serie in fünf Teilen
Spitzenforschung an der ETH ETH Zürich
Wo die Schweiz ganz gross ist Die ETH Zürich ist die bedeutendste technische Hochschule Europas und zieht die besten Forscher aus aller Welt an. Wir stellen einige ihrer hellsten Köpfe und deren Forschung vor. Text: Hans Schneeberger Bilder: Désirée Good Illustrationen: Jan Kruse
N
ur schon die Zahlen beeindrucken: 20 000 Studierende, 4000 Dokto randen, 500 Professorinnen und Professoren, total 10 000 Mit arbeitende – und Gesamtkosten von jährlich 1,8 Milliarden Franken. Die zehntwichtigste Uni der Welt, auf deren Konto rund 90 Pa tente und 200 Erfindungen pro Jahr gehen, beschäftigt sich mit global relevanten Fragen: Wie ernähren wir eine Weltbevölkerung,
die sich in den kommenden Jahrzehnten je des Jahr um etwa 50 Millionen erhöht? Wie schaffen wir eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Robotern und Maschinen, ohne dass Millionen von Jobs weggefegt werden? Wie nutzen wir die Technologie, um das Leben nachhaltiger zu gestalten? Das Migros-Magazin stellt in einer Artikelserie gewichtige ETH-Forschungs bereiche und ihre Mitarbeitenden vor.
1 Robotik Mit Roland Siegwart hat die ETH in dieser Zu kunftstechnologie einen der führenden Köpfe der Welt in ihren Reihen. 2 Nachhaltiges Essen Dass die Schweiz in der Lebensmitteltechnologie eine Rolle spielt, hat mit Alexander Mathys zu tun – und mit der M igros (MM 18). 3 Klimaforschung Wie die ETH bei der Rettung des Klimas mit helfen will (MM 19). 4 Medizin Mit einer genialen Er findung hilft Sabrina Badir Schwangeren, das Frühgeburtsrisiko zu verringern (MM 20). 5 Interview Wie ETH-Präsident Lino Guzzella die ETH in der Liga der Weltuniversi täten halten will (MM 21).
12 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN
ETH-Serie 1: Robotik
Keine Angst vor Robotern ETH-Professor Roland Siegwart zählt zu den führenden Robotikexperten der Welt. Er ist überzeugt: So rasch werden uns die Maschinen nicht ersetzen.
E
in Besuch bei Roland Siegwart an der ETH bewirkt vor allem eins: eine tiefe innere Zu friedenheit mit dem persön lichen menschlichen Sein. Der führende Robotikexperte kann sogar aus der Tatsache, wie man auf Irrwegen doch noch sein Büro erreicht, die Überlegenheit menschlichen Denkens und Handelns definieren. «Ich habe Ihnen vorher am Telefon in zwei Sätzen erklärt, wie Sie mich finden, und es hat geklappt. Was in diesen drei Minuten in Ihrem Hirn abgelaufen ist, die komplexen Situationen, die es zu meistern galt – Treppen, Lift, Büro suchen –, davon ist die künstliche Intelligenz heute noch meilenweit e ntfernt.» Dabei geistern seit Jahren Befürchtungen herum, dass die Hälfte der Menschheit bald ar beitslos sein wird. Ersetzt durch menschenähnliche Maschinen.
An den Rand gedrängt durch superintelligente Roboter, die effizienter sind, sich selbst schützen und erst noch bessere Maschinen bauen als wir Men schen. Ist die Robotik also noch gar nicht so weit? Sind all diese Befürchtungen unbegründet? ETH als Robotik-Hotspot
Roland Siegwart kann die Situa tion so kompetent beurteilen wie weltweit nur wenig andere. Der 59-Jährige ist Leiter des Autonomous Systems Lab (ASL) am Institut für Robotik und Intelligente Systeme (IRIS) der ETH Zürich, und eine der grössten Koryphäen in Sachen Robotik weltweit. Und er gibt Entwarnung: «Heute sind Roboter trotz aller Fortschritte noch immer extrem unintelligent.» Aber sie würden langsam aus den Pro duktionsstrassen herausfinden und sich ins Alltagsleben vor
wagen. «Das weckt Ängste, das ist klar», sagt der Professor. So oder so: Die ETH ist eine der weltweit wichtigsten For schungsstätten im Bereich Robotik. Siegwarts fünfzig köpfiges Team beschäftigt sich gleich mit beiden Bereichen der Robotik, der künstlichen Intel ligenz (KI) und der Mechanik. Gerade in Sachen KI haben sich Zürich und die ETH zu einem globalen Hotspot gemausert. Wen wundert es, dass Google unterdessen 2000 Leute im Raum Zürich beschäftigt, dass Facebook sein Labor für die Forschung in Sachen Virtual Reality hier ansiedelt und auch Firmen wie Microsoft, Amazon, Samsung oder Oracle in Zürich Forschungspräsenz markieren? Roboter lernen eigenständig
Und bei der künstlichen Intel ligenz hat die Forschung in den vergangenen Jahren doch
Roland Siegwart forscht an der ETH an der Künstlichen Intelligenz à la C3PO.
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 13
Robotikzentren
Die ETH zeigt amerikanischen Unis die Stirn Neben Zürich gibt es nur zwei Regionen, die in der Robotik einen ähnlichen Stellenwert haben, beide in den USA: das Silicon Valley und Boston. Die Bay Area in San Francisco heheimatet neben dem Silicon Valley und seiner un ternehmerischen Macht auch zwei der wichtigsten techni schen Universitäten, Berkeley und Stanford. In Boston ist das MIT der Treiber, die wich tigste technische Hochschule der Welt. In Europa hat die ETH Zürich praktisch keine Konkurrenz. In einigen Bereichen ist London wichtig, im Bereich der IT hat sich Berlin gut entwickelt, und München hat bald einen ähnlich hohen Stellenwert wie Zürich. Zürich aber ist im «Braingain», dem globalen Wettbewerb um die besten Wissen schaftler und Techno logien, sehr gut auf gestellt. Ein stimulie rendes Umfeld, in dem Technologie, Unter nehmertum und Forschung brodeln, hohe Lebensqualität und Tophochschulen – das alles bietet die Schweiz. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil Zürichs ist übrigens die effiziente und serviceorientierte öffentliche Hand.
14 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN
Ängste
Singularität – das Ende der Menschheit Überall, wo die Rechen leistungen von Com putern und die Fähigkeiten von Robotern zum Thema werden, ist ein Begriff nicht weit: die Singularität. Als technische Singularität wird dabei meist der Zeitpunkt beschrieben, an dem die Computer oder Roboter die kognitiven Fähigkeiten der Men schen übertreffen. Der Ausdruck geht auf den Mathematiker und Schriftsteller Vernor Vinge zurück, der diese Entwicklung in den 1980er-Jahren prophezeite und postulierte, dass damit die Ära der Menschheit beendet sei. Das Eintreten dieses Moments wurde mehrfach nach hinten verschoben. Trotzdem steckt die V orstellung als Schreckgespenst in vielen Köpfen: Was passiert mit uns, wenn die Computer cleverer sind als wir? Roland Siegwart teilt diese Ängste nicht: «Anders als der Mensch haben Computer keinen Fortpflanzungs- oder Überlebenstrieb und keine Eigenmotivation. Bei uns ist das in den Genen eingelagert. Eine Maschine müsste man entsprechend programmieren.» Und wieso sollte man dies tun?
erstaunliche Fortschritte ge macht. Gerade das sogenannte Deep Learning hat das For schungstempo erhöht. Es be deutet eigentlich nichts anderes, als dass der Computer, ähnlich wie der Mensch, aus Beispielen lernt. Dass er es schafft, Schlüsse zu ziehen und Zwischenschritte hierarchisch zu bewerten – etwa zu entscheiden, ob etwas nun eine Strassenlaterne oder ein Mensch ist. Deep Learning ist die Basis für die intelligente Sprachsteuerung, für führerlose Autos oder für die Bilderken nung; es ist auch die Mutter von Siri und Alexa. Menschen bleiben überlegen
Aber auch wenn die Forschung in Sachen KI Fortschritte ge macht hat, für Roland Siegwart sind Roboter noch weit von den Möglichkeiten des Menschen entfernt. «Unsere Welt ist mehr dimensional. Mit Riechen, Sehen, Hören und Spüren werden noch viele Anforderungen an die Robotik herangetragen.» Jede weitere Dimension vergrössere
die Komplexität zusätzlich. «Das Abstraktionsvermögen, das wir Menschen mitbringen – und von dem wir ja noch nicht einmal wissen, wie es genau funktioniert – wird Roboter noch lange überfordern.» Im Bereich der Mechanik ist der Unterschied Roboter/ Mensch nach Siegwarts Ein schätzung fast noch grösser als bei der künstlichen Intelligenz. Hier seien in den letzten Jahr zehnten viel weniger Fort schritte erzielt worden als in der Information. «Der Mensch hat eine phäno menale Taktilität», sagt Sieg wart. Mit einer Fingerkuppe kleinste Unebenheiten abzu tasten, zu merken, wie stark man eine Tomate drücken kann, ohne dass sie platzt, ein Glas schnell und mit Schwung in der Ab waschmaschine zu versorgen – das sind Aufgaben, die noch kein Roboter beherrscht. «Roboter», bilanziert Siegwart, «haben effektiv noch gar keine taktilen Fähigkeiten.» Es ist auch nicht das primäre Ziel der Robotik
forschung, den Menschen nach zubilden, sondern Maschinen zu entwickeln, die sich bestmöglich spezifischen Aufgaben widmen können. Eine Maschine also, die nicht wie der Mensch alles rela tiv gut, sondern etwas Bestimm tes perfekt kann. Oder unglaub lich schnell oder sehr lang. Eine Welt mit weniger Arbeit
«Wir werden uns noch lange in erster Linie mit nichthumano iden Robotern oder Maschinen befassen. Allein schon aus Kostengründen.» Einen men schenähnlichen Roboter zu bauen, um ihn dann als ganz normalen Menschenersatz einzusetzen, ist nicht sinnvoll und schlicht zu teuer. Trotzdem: Ob in fünf, zehn oder zwanzig Jahren, der Zeit punkt, an dem der Roboter (oder vielleicht besser: die sich selbst steuernde Maschine) den Men schen als Arbeitnehmer gefähr det, wird kommen. Und wir tun gut daran, uns dieser Situation rechtzeitig zu stellen, uns mit einer Welt auseinanderzusetzen,
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 15
QR-Code Scanner sind als App
gratis
fürs Smartphone erhältlich. Hier ist ETH drin
Barcodes zum Einscannen
Auch die Entwicklung von Drohnen gehört zum Arbeitsfeld von Roland Siegwarts Team.
in der die heutige Art von Arbeit weniger im Zentrum steht. Während der vergangenen 100 Jahre wuchs die Produkti vität weltweit jedes Jahr um 1 bis 3 Prozent. Das heisst: Jedes Jahr wurden mit dem gleichen Aufwand einige Prozent mehr Leistung gebracht. Diese Fort schritte landeten aber praktisch voll in höheren Einkommen. Die Arbeitszeit wurde fast nicht mehr reduziert. Keine «Staubsaugersteuer»
Vielleicht muss sich die indust rialisierte Welt daran g ewöhnen, dass wir statt mehr zu verdienen in Zukunft weniger arbeiten. Oder die Öffentlichkeit findet neue Formen von Leistungsab gaben. Wie etwa eine «Roboter steuer», die immer wieder durch die Medien geistert. Davon hält Roland Siegwart nicht viel: «Mit der gleichen Argumentation könnte man auch eine Wasch maschine besteuern. Oder einen Staubsauger. Beide haben vor Jahrzehnten bezahlte Arbeits plätze vernichtet.» MM
Zahlen
Die ETH und die Schweiz Jeder in die ETH investierte Franken bringt volkswirtschaftlich
5
Franken ein. An der ETH werden jährlich über
90
Patente und
200
Erfindungsmeldungen eingegeben. Die ETH bildet die meisten Ingenieure und Informatiker landesweit aus. Die ETH bietet auf Vollstellenbasis
9100 Arbeitsplätze.
Wenn heute weltweit Konsumenten Barcodes scannen, dann geschieht das oft dank ETH-Technologie. Der Anbieter von Scan-Lösungen, Scandit, wurde 2009 als Mirasense von einer Gruppe von Forschern der ETH Zürich, des MIT und IBM Research gegründet. Die Software erlaubt, auch schlecht lesbare Codes zu ver arbeiten, sowie das Scannen aus grösserem Abstand. Es gibt auch eine App (Scandit), die gratis heruntergeladen werden kann, mit der praktisch jeder Barscan, QR-Codes, ja sogar Identitätskarten gescannt werden können. Auch Migros-Kundinnen und -Kunden haben Scandit- Technologie in der Tasche, wenn sie die Migros-App verwenden und die Barcodes der Produkte einscannen.
Niemand verkauft mehr regionale Produkte als mein Laden. Migros-Besitzerin Christine S.
Die Migros gehört den Leuten. Deshalb fördert sie die regionale Landwirtschaft wie kein anderer und verkauft schweizweit rund 9000 regionale Produkte von über 10 000 regionalen Produzenten. migros.ch/besitzer
S
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 17
Bänz Friedli
Entrecôte zum Vergessen
Bild: Vera Hartmann
«Sardinien, wann war das schon wieder?», fragt meine Liebste. Und ohne zu überlegen, entgegne ich: «Mitte Oktober 1994 waren wir da, unser Gepäck kam einen Tag später an. Du hast am ersten Abend ein furchtbar zähes Pferdeentrecôte erwischt – dafür war das Essen fünf Tage später im ‹Su Gologone› wunderbar. Weisst du noch, wie …» – So genau will sie es nicht wissen. Es mache ihr manchmal Angst, sagt sie, wie genau ich mir die Dinge gemerkt hätte. Dafür habe ich Mühe, mir zu vergegenwärtigen, was ich gestern zu Abend gegessen habe. Polenta? «Lösch doch mal was!», sagt sie.
Bänz Friedli (53) erinnert sich noch (zu) genau.
Und es stimmt: Meine Festplatte ist übervoll. Ich sollte lernen loszulassen. Auch Erin nerungen, Daten, Fakten. Klara Obermüller imponiert mir. Vor einiger Zeit hat die ge scheite Frau ihre Lebenserinnerungen auf geschrieben. «Es sind Augenblicke des Glücks dabei, aber auch Momente der Trauer, des Bedauerns, der Scham. Ich muss mich ihnen stellen», bekennt sie. Berückend, die Lektüre, gerade weil Obermüller so lakonisch und schonungslos ist – auch sich selbst gegen über. Das Gegenteil von selbstgefälligen Memoiren. Ihr Buch «Spurensuche» handelt auch von Auslassungen: von den Dingen, die sie behalten möchte, genauso wie von dem, was sie vergessen will. «Ich habe geordnet und aussortiert», schreibt sie, «was ich an Erinnerungen behalten und was ich dem Ver
gessen anheimgeben will.» Und ich habe das wunderbare Wort bei ihr zum ersten Mal gelesen: anheimgeben. Darin klingt «daheim» an, und das ist tröstlich. Etwas könne nur der Vergessenheit anheimfallen, hatte ich gedacht. Dass man die Dinge auch bewusst dem Vergessen übergeben kann, finde ich schön. Ich will es mir vornehmen. Und wenn man ein Alter erreicht, da man bald sein Elternhaus zu räumen hat und da bei noch mal auf eigene Schulaufsätze stösst, auf Rechenhefte und Zeichnungsmappen, auf Turnschuhe aus dem Jahr 1977 und ver gilbte Fotos, ist nicht alles davon behaltens wert. «Santa Lucia», das Lied von Francesco De Gregori, hingegen schon und das, was ich 1983 empfand, wenn ich es hörte. Neulich, an einem Sonntag, sprang es mich von irgend woher an, ich staunte, dass jedes Wort noch da war, und sang für den Rest des Tages «Santa Lucia» vor mich hin. Am selben Abend stiess ich im Keller auf den Durchschlag eines zornigen Briefs, den ich im Sommer 1992 verschickt hatte. Den brauch ich nicht aufzubewahren, die Fehde von damals ist längst vergeben. Es ist Zeit, sie dem Verges sen anzuvertrauen. Und das sardische Entrecôte? Sollte ich sowieso aus dem Gedächtnis tilgen. MM Bänz Friedli live: 28.4. Pfäffikon ZH, 3. 5. Solothurn
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Das Richtige tun
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Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Amal und ihre Familie: www.dasrichtigetun.caritas.ch
Amal Mahmoud (43), Syrien, kämpft um das Überleben ihrer Kinder.
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 19
Frühlingsquiz
Worauf fährst du ab? Für viele ist das Velo mehr als nur ein fahrbarer Untersatz, es ist Ausdruck des Lifestyles. Wir haben die Zweiräder von sieben Velofans durcheinandergewirbelt – und fragen: Welcher «Göppel» gehört zu wem? Text: Andrea Freiermuth Bilder: Marco Zanoni
A Herrenvelo der Westschweizer Marke Cilo, Secondhand 200 Franken
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Oliver Süss (40), Bankangestellter, Zürich «Manche Leute sind etwas irritiert, wenn sie mich auf dem Velo s ehen. Dabei ist es gar nicht auffällig, höchstens elegant. Ich habe mich aus praktischen Gründen für dieses Modell entschieden. Man sitzt schön aufrecht und hat so einen besseren Überblick im Verkehr. Die Kette ist durch ein Schutzblech geschützt, was den Anzug schont. Und last, but not least: Meine Sporttasche fürs Training lässt sich gut transportieren.»
Auflösung: Seite 21 unten
B Holzvelo von Matias Flocco, salvadormuebles.com, mit Zubehör rund 1000 Franken
2
Elena Lüthi (21), Velokurierin, Zug «Mein Velo ersteigerte ich vor zwei Jahren auf Ricardo. Seither habe ich viel daran herumgeschraubt und sogar einen Rücktritt eingebaut. Ich mag es, wenn die Details stimmen. Die Kette und die Bremskabel brachte ich aus Japan mit, die Griffe sind selbstgebastelt.»
20 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN Damenrad von Creme, rund 1200 Franken
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C Herrenrad der Westschweizer Marke Cilo, rund 1300 Franken
Chantal Konrad (46), Blockflötistin, Basel «Mein Zweirad ist eher zum Anschauen als zum Ausfahren. Ich besitze es nun schon seit drei Jahren, war damit aber erst ein Mal in der Stadt. Ich würde es nie irgendwo abstellen, nicht mal angekettet. Es steht auch nicht im Keller, sondern in meinem Musikzimmer. Da passt es wunderbar hin. Der Rahmen ist aus rezykliertem Material gefertigt. Ich habe ihn im Ausland gekauft, zu Rädern und Antrieb ist das Velo erst in der Schweiz gekommen. Mit insgesamt elf Kilogramm ist meine Schöne viel leichter, als sie aussieht.»
4
3
David J. Hotz (47), Künstler, Schönenberg TG «Wenn ich ein neues Velo kaufe, zerlege ich es normalerweise gleich. Schrauben ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Der Zustand dieses Fahrrads hier war aber so gut, dass nur ein kleiner Service nötig war. Es war auch fast komplett. Bloss die Pumpe fehlte. Hier einen würdigen Ersatz zu finden, war schwierig.»
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 21
Herrenrad der Ostschweizer Marke Alpa, Secondhand 200 Franken
F
G
E Dänisches Cargo-Bike von Omnium, Rahmen set, rund 1000 Franken im Selbstbau
Cruiser der Marke MTB Cycletech, Secondhand rund 200 Franken
Marc Stadelmann (44), Elektroplaner, Bern «Mit diesem Rad sind viele Erinnerungen verbunden: Ich bin damit über viele Alpenpässe gefahren. Heute nutze ich es nur noch im Alltag und habe es darum wetterfest gemacht. Von seiner sportlichen Vergangenheit zeugt nur noch der Sattel.»
5
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Janine Schwarb (37), Sozial pädagogin, Basel «Mein Velo ist mein Autoersatz. Als ich mich vor zwei Jahren für Max entschied, wollte ich ihn eigentlich bloss zum Einkaufen benützen. Inzwischen ist er aber zu meinem Alltagsvelo geworden. Obwohl er ein richtiger Lastesel ist, fährt er sich erstaunlich leicht. Einmal habe ich damit sogar ein komplettes Tomatenhaus transportiert.»
Manuel Gil (52), Hauswart, Bern «Mein Velo ist Nostalgie. Dieses Modell war eine limitierte Ausgabe, die als Werbeaktion für das Berner ‹Radio Förderband› in Umlauf kam. Der Sender machte Anfang der Nullerjahre dicht, das Fahrrad fährt noch immer. Ich kaufte es einer alten Frau ab, die es im Garten stehen hatte. Es hatte bereits Moos angesetzt, aber nach dem Putzen erstrahlte es in neuem Glanz. Ich mag auch das Fahrgefühl: Man rollt gemächlich dahin, sitzt dabei aufrecht und kann so die Aussicht geniessen.»
Auflösung: 1D, 2A, 3F, 4B, 5C, 6G, 7E
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B
22 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN
Jaël
Baby-Town
Buebli und ich besuchen einen Babymassagekurs. Im Vorfeld habe ich mich gefragt, was passiert, wenn ein Baby schreit. Entsteht dann ein Dominoeffekt, und aus ist es mit der Wellness?
Auch zum Rückbildungskurs ist Buebli mitgekommen. Allerdings habe ich etwa ein Drittel der Kurszeit mit Stillen verbracht. Jänu. Purzel war zufrieden, schaute gwundrig meinen Verrenkungen zu oder flirtete mit Babydame S. auf der Matte nebenan.
Sängerin Jaël (38) wurde im Dezember Mutter eines Sohnes.
Für viele Frauen ist der Schritt vom Arbeits alltag unter Kollegen ins oft einsame Mutterdasein sicher riesig. Als Sängerin bin ich das Allein-zu-Hause-Sein eigentlich gewohnt, sowohl beim Üben und Komponieren, als auch dann, wenn Administratives ansteht. Bevor ich Mama wurde, kam es oft vor, dass ich den ganzen Tag lang mit keiner Menschenseele sprach. Gestört hat mich das nie. Im Gegenteil.
«Am liebsten mag er Värsli und Liedli, zu denen ich seine Zehen, Fingerchen und Beinchen bewege.»
Für eine Mutter eines Babys sind Tage ohne Gespräch mit anderen Erwachsenen aber etwas anderes. Spätestens dann, wenn man nur noch in Babysprache und wie Winnetou in dritter Person von sich redet – «d Mama geit schnäu ga Bisi mache» –, ist die Zeit gekommen, Kontakte zu knüpfen. Normalerweise finde ich es nicht einfach, auf andere Frauen zuzugehen. Ich erlebe oft, dass ich mein Gegenüber vor den Kopf stosse, wenn ich ein Treffen zu zweit vorschlage. Viele bewegen sich wohl lieber in Cliquen. Frauen in Babykursen scheint aber ein Austausch genauso willkommen wie mir, und ich lerne coole andere Mütter und ihre Babys kennen. Es erinnert mich an die Zeit, als ich während der Schauspielausbildung in London wohnte; ein Schmelztiegel voll spannender, aus allen Richtungen zugezogener Leute, die sich über neue Bekanntschaften in der fremden Stadt freuten. Nun sind wir eben in Baby-Town. MM
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Tatsächlich stecken die Knirpse sich gegenseitig an. Ein ständig an- und abschwellender Geräuschpegel ist das Resultat. Da ausschliesslich frischgebackene Eltern im Raum sind, stört es keinen. Es wird gestillt, herumspaziert und «buttelet». Was normalerweise chaotisch anmuten würde, ist hier völlig okay. Auch Eliah scheint es zu gefallen. Jeden Tag frage ich ihn nun, ob er massiert werden möchte. Bislang kam selten ein eindeutiges Nein. Am liebsten mag er Värsli und Liedli, zu denen ich seine Zehen, Fingerchen und Beinchen bewege.
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24 MM17, 23.4.2018 | MENSCHEN
Welthit
Der mit den Enten tanzt
Er ist der wohl grösste Hit, den die Schweiz je hervorgebracht hat: der «Ententanz». Der Ohrwurm wurde über 40 Millionen Mal verkauft und unzählige Male gecovert. Sein Erfinder, der Thurgauer Werner Thomas, zehrt noch heute vom Welterfolg. Text: Lisa Stutz Bild: Claudio Bader
K
eine Kinderparty kommt ohne ihn aus, keine Fasnacht, kein bunter Abend. Kein Animator auf dem italienischen Campingplatz, der nicht irgendwann alle Bambini zusammentrommelt und zum «Ententanz» anstimmt: Tabadäbä-däbä-ram, taba-däbä-däbä-ram, tabadäbä-däbä-ram, qua-qua-qua-quaaa. Man tippt Daumen und Finger schnabelartig aneinander, winkelt die Ellenbogen an, schlägt sie auf und ab, und – der Rest ist bekannt. Die Melodie wurde weltweit in Hunderten von Versionen über 40 Millionen Mal verkauft. Alle kennen sie, aber nur wenige kennen ihren Erfinder: Werner Thomas. Wir besuchen den 89-Jährigen an seinem Wohnort, in einer modernen Altersresidenz in Locarno TI, direkt am Lago Maggiore. Er geht am Rollator und macht Witze: «Das Einzige, was ein Thurgauer niemals klauen würde, ist das Schulzeugnis eines Tessiners», sagt er und grinst den Tessiner Fotografen an, der Bilder von ihm macht. Musizieren statt herumtollen
Werner Thomas wächst im Kanton Thurgau als Sohn eines Wirtepaars auf. Schon als Bub wird er invalid: Nach einem Velounfall und einer zu späten Operation muss sein rechtes Knie entfernt werden. Seither ist das Bein steif. «Mit zehn Jahren konnte ich keinen Sport mehr machen, nicht rennen und hüpfen. Also machte ich Musik.» Beim Versteckenpielen bei seiner Gotte findet Thomas eine Handorgel. Als er damit nach Hause kommt, spielt er drauflos. Der Vater sagt: «Entweder wird das Instrument richtig erlernt oder gar nicht.» Thomas lernt es – und wie! Als junger Erwachsener lässt er sich zum Musiklehrer ausbilden. Er un-
terrichtet und eröffnet ein Musikhaus, in dem er Instrumente verkauft. «Doch ich merkte: Das macht mich nicht glücklich. Ich wollte richtig Musik machen.» Von den Haustieren inspiriert
Durch Zufall erhält er in einer Zürcher Beiz im Niederdorf sein erstes Engagement. Er macht gutes Trinkgeld – und die Leute fröhlich. «Das war der Anfang. So bin ich Profimusiker geworden.» Er tritt in Zürich und Bern auf, kann 57 Melodien auswendig, darunter auch selber komponierte. Mit seiner Ehefrau Maria zieht Werner Thomas nach Klosters GR auf den Bauernhof der Schwiegereltern. Abermals durch Zufall erhält er die Chance, im vornehmen Davoser Hotel Europe aufzutreten. Am selben Abend wird er vom Hotelier engagiert. «Acht Monate lang habe ich nonstop in Davos gespielt.» Schon einige Jahre zuvor hat er die «Ententanz»-Melodie im Kopf. Er nennt sie «Chip Chip», und sie wird ein beliebtes Stück in seinem Repertoire – nicht mehr, nicht weniger. Irgendwann kommt ihm auch ein Tanz dazu in den Sinn: «Ich hielt 150 Enten und 30 Gänse. Wenn die T iere im Weg standen, musste ich laut in die Hände klatschen.» Er probiert ihn mit dem Publikum aus und merkt: Das macht Stimmung. Der entscheidende Tag ist im Jahr 1973. Werner Thomas wird an einem Musikabend von einem Mann angesprochen. Was für eine Melodie das sei, die er immer vor der Pause spiele. Von wem das Stück denn stamme? Na, von ihm selber, sagt Thomas. Der Mann heisst Louis Julien van Rijmenant und ist ein belgischer Musikproduzent. Er lässt sich die Noten aufschreiben und füttert
seinen Synthesizer damit. Schon zwei Wochen später hört Thomas wieder von ihm. Doch was der Belgier aus seinem Stück gemacht hat, gefällt ihm nicht. «Ich holte mir den Rat meiner Kollegen ein. Sie fanden die neue Version gelungen. Also dachte ich mir: Dann ist es so.» Nicht nur den Kollegen gefällt das Stück. In der Schweiz hält sich der «Ententanz» wochenlang auf Platz eins der Hitparade. Noch im selben Jahr erhält Werner Thomas die erste goldene Schallplatte. «Ich konnte den Erfolg zuerst gar nicht fassen. Aber dann freute ich mich.» Der nächste Ohrwurm ist geplant Heute gibt es mindestens 370 Coverversionen aus 42 Ländern. Noch immer erhält
Thomas bei jeder Reproduktion des Stücks Tantiemen. Wie viel er insgesamt mit der Melodie verdient hat, will er nicht verraten. Nur so viel: «Der Erfolg war so gross, dass meine Frau mir sagte, ich solle doch auf hören zu arbeiten.» Es reichte, um eine schöne Wohnung bei Locarno zu kaufen. «Sonst lebten wir normal weiter.» Dass sein Stück zum Welthit wurde, mache ihn schon stolz. «Aber das gebe ich nicht so gern zu. Ich möchte auf dem Boden bleiben.» Vor vier Jahren zog das Ehepaar in die Altersresidenz. Mittlerweile ist seine Frau gestorben. Doch die Freude an der Musik hat Werner Thomas nicht verloren: Er plane bereits den nächsten Hit. «Vielleicht wird das ja wieder ein Ohrwurm.» Die «Enten tanz»-Melodie sei ihm nie verleidet. Vor Kurzem liess er sich sogar 1000 quietsch gelbe Geburtstagskarten anfertigen, die beim Aufklappen die weltweit bekannte Melodie abspielen: Taba-däbä-däbä-ram ... MM
MENSCHEN | MM17, 23.4.2018 25
Ohrwurm gefällig? Der Ententanz im Video: www.migmag.ch/ ententanz
Vom Handorgelstück zum Synthesizer-Hit: Die lüpfige «Ententanz»Melodie brachte Werner Thomas die goldene Schall platte ein.
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05.04.18 15:26
Leserforum MM16: Dossier Alter
«Wir sollten das Alter weder idealisieren noch dämonisieren» Jedes Leben ist so einzigartig und unverwechselbar wie ein Fingerabdruck. Die einen haben etwas mehr «Glück» und die etwas besseren Gene – und kön nen bis ins hohe Alter selbstän dig und ohne Medikamente le ben. Andere brauchen über viele Jahre intensive B etreuung und empfinden das Alter als Syno nym für chronische Schmerzen. Wir sollten das Alter weder idealisieren noch dämonisieren. Raffaele Ferdinando Schacher, Rorschach SG Je älter ich (75) werde, desto mehr wird mir bewusst, in was für einer Zweiklassen gesellschaft wir leben. Die zum Thema «Altersarmut» vorge stellte Frau erhält monatlich 110 Franken Ergänzungsleistun gen, zahlt gleichzeitig aber rund 250 Franken an Steuern. Das ist doch Verhältnisblödsinn. Ein Steuererlass, der mehr als gerechtfertigt wäre, wurde ihr verweigert. Ich bin wütend. Anita Weber, per E-Mail Dass Gemeinden bei solchen Minimalrenten nicht auf die Rentner zugehen oder ihnen wenigstens bei den Steuern ent gegenkommen, kann ich nicht verstehen. Es schmerzt mich zu sehen, wie Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und bezahlt haben, im Alter jeden Fünfer umdrehen müssen. Florian Richter, via www.migrosmagazin.ch Es darf doch nicht sein, dass ein alter Mensch bei einem Monatsbudget von 2460 Fran ken eine jährliche Steuerrech nung von 3000 Franken beglei chen muss. Dass sich der gleiche Mensch hinter einer Ausrede verstecken muss, weil er sich ein gemeinsames Essen mit Freun den im Restaurant nicht leisten kann. Auf der a nderen Seite der gut betuchte Herr, der sein Abo für Tonhalle und Oper als seinen
grössten Luxus bezeichnet, wäh rend die Monatsmiete von 10 300 Franken für seine Alters residenz für ihn wohl eine Selbstverständlichkeit ist. Es sei ihm gegönnt, aber: Wie muss sich die ältere Dame dabei füh len, wenn sie das liest? Die Sche re öffnet sich. Kein gutes Zei chen für den Zusammenhalt und die Solidarität in diesem Land. Marie-Louise Stettler, per E-Mail Sehr gute Artikel in diesem Dossier zum Thema Alter. Aber es gibt einem halt doch zu denken, wenn man die Geschichte über Franziska Muster liest, während es einem selbst gutgeht. Silvia Alessi, per E-Mail MM 16: Migros-Welt WWF-Lager
«Das ist eine Kränkung für uns Rätoromanen!» Alegra! Seit Jahren lese ich das Migros-Magazin mit grosser Freude, auch als rätoromani scher Bündner im Unterland. Doch die Passage, in der berich tet wird, dass der WWF «Ferien- lager in allen drei Sprachregio nen veranstaltet», hat mich sehr verärgert. Die Schweiz hat vier Sprachregionen. So etwas ist eine Frechheit und Kränkung für uns Rätoromanen! Jürg Zogg, per E-Mail
Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.
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Phuket
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30 Millionen Stück Rahmglace produziert der M-Industriebetrieb Midor jährlich. Die beliebten Glaces mit den Tiermotiven Seehund (Vanille), Affe (Erdbeer) und Bär (Schokolade) gibts neu auch im Becher.
Migros-Besitzerin
«Die JoghurtMandarinenglace war immer ein Highlight» Wie lange sind Sie schon MigrosGenossenschafterin? Ui, das ist eine gute Frage. Sicher schon lange. Moment, ich habe meinen Mitgliedsausweis dabei. (Kramt im Portemonnaie) Hier ist er – seit 1998 bin ich Genossenschafterin. Weshalb sind Sie MigrosBesitzerin? Die Migros ist mir sympathisch. Schon meine Eltern waren in der Genossenschaft, das ist bei uns also quasi vererbt. Und was schätzen Sie an der Migros? Sie hat alles, was man zum Leben braucht. Esswaren, Kleidung, Garten- und Sportartikel. Die Regionaliät ist mir sehr wichtig. So kann man auch die Bauern unterstützen.
Name: Jeannette Scheiwiller (48) Wohnhaft: Luzern Beruf: Postangestellte Lieblingsprodukt: Radieschen «Aus der Region. Für die Region.»
Haben Sie eine besondere Migros-Erinnerung? Wenn wir als Kinder eine Glace kaufen durften, habe ich immer die Joghurt- Mandarinenglace im Becher ausgewählt. Die war sehr fein und immer ein Highlight für mich.
Sport
Bilder: René Ruis, Roger Hofstetter
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 31
M-Industrie
Midor mit neuem Chef Seit dem 1. April leitet Peter Brändle die Geschicke des M-Industriebetriebs Midor AG in Meilen und folgt damit auf Heinz Lang, der den Betrieb im vergangenen Sommer verliess. Vor der Midor war Brändle sechs Jahre lang beim Naturkosmetikund Arzneimittelunternehmen Weleda tätig.
Gold für «iMpuls»: Das Team hinter der Migros-Gesundheitsplattform nahm den Online-Preis entgegen.
Eine Goldmedaille und je drei Mal die Silber- und Bronzemedaille – die Migros gehörte mit sieben Auszeichnungen bei den diesjährigen «Best of Swiss Web»-Awards zu den grossen Gewinnern. Mit den Preisen werden jährlich die besten Websites und Online-Kampagnen der Schweiz ausgezeichnet. Die Migros erreichte mit ihrer Gesundheitsplattform «iMpuls» den ersten Platz in der Kategorie Marketing. Die Plattform belegte zudem Rang zwei in der Hauptkategorie «Master of Swiss Web». Silber gabs für die Discover-Funktion in der Migros-App und die «So geht Sommer»- Kampagne. Die M-Budget-Kampagne «Thank God it’s Monday» räumte Silber und Bronze in zwei Kategorien ab. Bronze gabs auch für die Website «Migros-Gruppe Arbeitswelt» und die «Migros-Mania». Best of Swiss Web 2018
Midor ist das älteste aller M-Industrie unternehmen und wurde bereits 1928 von der Migros übernommen. Heute zählt der Betrieb 600 Angestellte, die rund 500 Migros- Artikel herstellen. Unter anderem Migros-Klas siker wie die Fasnachts chüechli oder die Vanilleglace mit der Seehund-Verpackung. Korrigendum
WWF-Lager in allen vier Sprachregionen
Preisbarometer
Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Produkte
Preis alt*
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M-Budget Rasierschaum, 300 ml
1.50
1.25
–16,6
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3.40
3.25
–4,4
10.90
10.50
–3,7
Bio Gemüsecocktail, 50 cl
2.10
2.40
14,3
Bio Randensanft, 50 cl
2.10
2.40
14,3
Kinder Milch-Schnitte, 140 g
1.70
1.80
5,9
M-Budget Joghurt Vanille, 6 x 180 g
2.40
2.45
2,1
Actilens Soft, 360 ml
* in Franken
In der letzten Ausgabe des Migros-Magazins (Nr. 16) hat sich ein Fehler eingeschlichen. Im Beitrag über die WWF-Lager auf Seite 33 ist die Rede von drei Sprachregionen der Schweiz. Natürlich sind es vier Sprachregionen. Und es finden tatsächlich in allen Sprachgebieten WWF-Lager statt. Für den Fehler entschuldigen wir uns.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 33
Frage der Woche
Dynamischer Tanz in einem verschachtelten Bühnenbild: das Ensemble Stopgap in Aktion Steps
Getanztes Kammerspiel Noch bis 5. Mai geht das Festival Steps des Migros- Kulturprozents in der ganzen Schweiz über die Bühnen. Zwölf internationale Ensembles zeigen zeitgenössischen Tanz der Spitzenklasse. Wer britischen Humor mag, sollte sich das Programm der Stopgap Dance Company nicht ent gehen lassen: Die englische
Gruppe zeigt in einem labyrinthisch verschachtelten Bühnenbild ein Kammerspiel mit eigenwilligem Witz. Zum Ensemble gehören Künstler mit und ohne Behinderung. So beweist die Gruppe auch, dass der Tanz Grenzen überwinden kann.
thurn, am 26. April in Altdorf, am 2. und 3. Mai in Zürich und am 5. Mai in Bern. Infos und Tickets für Steps: www.steps.ch oder 0900 325 325 (Fr. 1.19/Min.)
Wird der Zusatzstoff Milchsäure aus Milch gewonnen, und wozu braucht es ihn? Die Milchsäure, die als Zusatzstoff E270 in manchen Lebensmitteln enthalten ist, hat nur vom Namen her etwas mit Milch zu tun. Sie wird mithilfe von Milchsäurebakterien aus Stärke hergestellt – meist aus Mais- oder Kartoffelstärke – und ist frei von Milchbestandteilen. E270 wird zum Beispiel bei Oliven und eingelegtem Gemüse, Salatsaucen, Marga rinen, Backwaren und Süss waren als Säuerungsmittel eingesetzt und trägt dann zum Geschmack und zur Haltbarkeit dieser Lebensmittel bei. MM
Die Stopgap Dance Company gastiert am 24. April in Solo-
Haben Sie eine Frage?
Kontaktieren Sie uns!
Blickfang
Ice-Tea-Burg «Da mussten wir lange sammeln, bis es für eine Burg inklusive Zugbrücke reichte.» Rolf Graf, Zürich
Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www. migmag.ch/blickfang
M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.
34 MM17, 23.4.2018 | MIGROS-WELT
Nachhaltigkeit
Mehr für die Milch
Gemeinsam mit ihren Milchproduzenten hat die Migros Richtlinien für eine nachhaltige Milchproduktion erarbeitet. Das neue Programm fördert das natürliche Verhalten der Milchkühe und trägt Sorge zur Umwelt. Text: Thomas Tobler Illustration: Mira Gisler
Tierwohl
Gesundheit
Viel Bewegung
Wichtige Vorsorge
Kühe sind soziale und bewegungsfreudige Tiere. Der regelmässige Auslauf der ganzen Herde auf einer Weide, bei nasser Witterung im Laufhof oder in einem Freilaufstall, gehören zur artgerechten Haltung. Die Richtlinien der Migros garantieren den Tieren diese Freiheiten und fördern ihre Gesundheit.
Bewegung und artgerechte Fütterung tragen viel zur Gesundheit von Milchkühen bei. Die Produzenten werden darin unterstützt, die Gesundheit ihrer Herde vorsorglich zu fördern. So können Tiere frühzeitig betreut werden, bevor sie erkranken. Weiter legt die Migros den Verzicht auf kritische Antibiotika fest. Sie erhöhen das Risiko, dass sich Resistenzen bilden.
Fütterung
Passende Ernährung
Ein Teil von
Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.
Viel Gras im Futter erhöht den Anteil an gesunden, ungesättigten Fettsäuren im Milchfett und damit die Qualität der Milch. Mehr als die Hälfte der jährlichen Futterration muss aus Wiesen- und Weidefutter bestehen. Um die Transportwege kurz zu halten, soll über 90 Prozent des Grundfutters aus der Schweiz stammen. Wird Soja verfüttert, muss es aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion stammen. Die Richtlinien der Migros legen eine Obergrenze für Kraftfutter wie Getreide oder Sojabohnen fest. Sie sind zwar wichtige Futterergänzungen, sollen aber nur begrenzt verfüttert werden, um die Leistungsgrenzen der Milchkühe nicht zu überschreiten.
MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 35
Bernhard Kammer, Leiter Ökologie & Nachhaltigkeitslabel bei der Migros Bernhard Kammer
«Das Programm stärkt die Schweizer Milchproduktion» Weshalb lanciert die Migros das Programm «Nachhaltige Milch»? Die neuen Richtlinien bilden die Grundlage, um den wach senden Ansprüchen der Kon sumentinnen und Konsu menten im Bereich Nach haltigkeit und den Heraus forderungen in der Milch branche gerecht zu werden.
Faire Partnerschaft
Hohe Wirtschaftlichkeit Planungssicherheit und langfristige Er folgsaussichten prägen die Arbeit der Milchproduzenten. Deshalb laufen ihre Rahmenverträge mit der Migros über mindestens fünf Jahre; das gesetzliche Minimum beträgt ein Jahr. Ab 2019 bezahlt die Migros ihren Pro duzenten einen Nachhaltigkeitszu schlag. Dafür müssen sie die Anforde rungen des neuen Produktionssystems «Nachhaltige Milch» erfüllen.
Was meinen Sie damit genau? Die Schweizer Milchbauern sind mit verschiedenen He rausforderungen konfron tiert. Die Kunden kaufen zwar immer mehr günstigere Milchprodukte im Ausland ein, legen aber auch immer mehr Wert auf nachhaltig produzierte Schweizer Milch. Dies zeigt die wachsende Nachfrage nach Biomilch. Als starker Partner der Landwirt schaft haben wir uns deshalb überlegt, wie wir diese He rausforderungen gemeinsam meistern können.
Biodiversität
Fruchtbare Böden, natürliche Schädlingsbekämp fung und die regulierende Funktion der Ökosyste me: Auch deshalb ist Biodiversität für die Schwei zer Landwirtschaft wichtig. Zusammen mit der Bauernvereinigung IP-Suisse präsentiert die Migros ihren Milchproduzenten ei nen Katalog mit Massnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität in ihrem Betrieb.
Bild: René Ruis
Wachsende Vielfalt
Werden alle Milchprodukte der Migros aus Schweizer Herkunft zukünftig mit «nachhaltiger Milch» her gestellt? Ja, wir möchten mit dem neuen Programm in Zukunft eine nachhaltige Milchpro duktion gewährleisten. Die Schweizer Milchprodukte der Migros ausserhalb des Label-Bereichs, wie Biomilch, werden deshalb schrittweise auf die neuen Anforderungen
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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Venedig. Fahrt via Gotthardtunnel, Mailand und Verona zu unserem Übernachtungsort. Abendessen im Hotel. 2. Tag: Venedig. Heute lassen wir uns während einer Stadtführung von Venedig verzaubern. Wir sehen den Markusplatz, den Markusdom, den Dogenpalast und die Rialto-Brücke. 3. Tag: Venedig. Auf dem zweiten Teil unserer Stadtbesichtigung besuchen wir die Kirche Santa Maria della Pietà, an der Antonio Vivaldi, gewirkt hat und sehen den Musiksaal des Ospedaletto. Frühes Abendessen und erster musikalischer Höhepunkt mit Verdis «La Traviata» im Teatro La Fenice. 4. Tag: Venedig–Parma. Fahrt nach Parma. Zimmerbezug und Abendessen im gebuchten Hotel.
5. Tag: Parma. Am Vormittag erkunden wir mit einer lokalen Reiseleitung Parma. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Piazza Duomo mit der Kathedrale und das Baptisterium. Nachmittag zur freien Verfügung. 6. Tag: Parma, Ausflug Montechiarugolo. Mit dem Bus fahren wir nach Montechiarugolo und besuchen das Schloss aus dem 15. Jahrhundert. Anschliessend degustieren wir in einer Acetaia einige edle Tropfen des lokalen Balsamico-Essigs. Nach dem Abendessen in einem Restaurant wohnen wir einer einzigartigen Fassung der Oper «Le Trouvère» von Giuseppe Verdi im Teatro Farnese bei. 7. Tag: Parma. Am heutigen Tag haben wir freie Zeit für eigene Besichtigungen und Shopping in Parma. Später fahren wir mit dem Bus nach Busseto. Krönender Abschluss mit Verdis «Un Giorno di Regno» im Teatro Verdi und gemeinsames Abendessen in einem lokalen Restaurant. 8. Tag: Parma–Schweiz. Rückfahrt via Mailand zu den Einsteigeorten. Programmänderungen vorbehalten.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 37
umgestellt, beginnend mit der Trinkmilch. Das Programm stellt Anforde rungen an die Bauern. Werden sie für ihr Engagement honoriert? Ja, neben den wirtschaftlichen Vorteilen, die das Programm für die Bauern hat, zahlt die Migros den Milchproduzenten ab dem kommen den Jahr einen Nachhaltigkeits zuschlag, wenn sie die Grundanfor derungen des Programms erfüllen. Und schon heute zahlt sie den Bauern innerhalb der Branche einen der höchsten Milchpreise. An welche wirtschaftlichen Vorteile für die Bauern denken Sie? Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Betriebe, die nach den Migros-Kriterien Milch produzieren, auch wirtschaftlich besser dastehen. Zum Beispiel ver
ursachen Kühe, die gesünder sind, entsprechend länger leben und weniger Kraftfutter fressen, auch geringere Kosten. Das Programm gewährt den Milchproduzenten mit langfristigen Rahmenverträgen Planungssicherheit. Machen alle bisherigen Milch produzenten mit? Wir haben das Programm zusammen mit den Milchbauern und externen Stellen wie Forschungspartnern, Tierschutz-, Umweltschutz- und Konsumentenorganisationen ent wickelt, dabei hat sich die Mach barkeit bestätigt. Die Bauern, die für den Migros-Verarbeiter Elsa Milch produzieren, begrüssen das Programm und sehen darin eine Stärkung der Schweizer Milch produktion. Wir sind sicher, dass Bauern anderer Verarbeiter dies auch so sehen.
Wer kontrolliert, ob die definierten Richtlinien von den Milchbauern eingehalten werden? Die Einhaltung der Anforderungen wird durch unabhängige Stellen kontrolliert. Die Betriebe weisen so regelmässig nach, dass sie die definierten Kriterien einhalten. Wirkt sich das neue Programm auf den Verkaufspreis der Milch aus? Nein, aufgrund des Programms wer den keine Anpassungen der Verkaufs preise gemacht. Das Programm unterstreicht vielmehr unser Enga gement, den Kunden Produkte mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten, sodass auch preis- sensible Kunden nachhaltige Milch einkaufen können. MM Die ersten Milchprodukte, die nach den Richt linien des neuen Programms «Nachhaltige Milch» hergestellt wurden, sind ab Ende Mai in den Migros-Filialen erhältlich.
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slowUp
Der Sonntagsfahrer Lorenz Joss ist wohl der eifrigste «slowUp»-Fahrer der Schweiz. Auch in diesem Jahr will der Rentner wieder an allen motorfreien Erlebnistagen der Schweiz teilnehmen. Text: Andrea Freiermuth Bilder: Daniel Winkler
L
orenz Joss (65) hat in seiner Agenda 18 Daten fett markiert. Es sind alles Tage des Herrn. Weder seine Jassfreunde noch seine Ehefrau und schon gar nicht der Wettergott können ihn an diesen Sonntagen von seinen Plänen abbringen. Denn dann findet irgendwo in der Schweiz ein «slowUp»-Anlass, ein autofreier Sonntag, statt. «Ohne Auto und ohne Lärm die schönsten Gegenden der Schweiz kennenlernen – es gibt nichts Schöneres», schwärmt der Rentner. 2003 hat er in Murten FR an einem der ersten «slowUp»-Events teil genommen – danach wurde er ein regelmässiger Besucher. Und seit er sich vor vier Jahren in den Vor ruhestand versetzen liess, hat er keinen einzigen dieser motorfreien Erlebnistage verpasst: «‹slowUp›Fahren ist mein Hobby geworden.» Das Beste aller Verkehrsmittel
Der ehemalige Gefahrengutspezialist war schon immer gern und viel auf dem Fahrrad unterwegs. Als er noch am Flughafen Zürich a rbeitete, pedalte er täglich von seinem Wohnort in Kloten zu seiner Schicht, fünf Kilometer hin, fünf Kilometer zurück, mit Mittagspause zu Hause: «Das Velo ist das Beste a ller Verkehrsmittel. Man kommt vorwärts, braust aber nicht nur an allem vor-
bei und erfährt so die Gegend im wahrsten Sinne des Wortes.» Am «slowUp» gefällt Lorenz Joss vor allem, dass man mit jedem ins Plaudern kommt und regionale Spezialitäten kosten kann. So schwärmt er etwa von Rösti mit Ei und Speck von der Trachten gruppe in Schnottwil SO («slowUp» Solothurn–Buechibärg) oder von Fischchnusperli im Fischerhüsli von Erich und Hanspeter in Männedorf ZH («slowUp» Zürichsee). Dem passionierten Velofahrer bereiten auch die vielen Stände mit Gewinnspielen und anderen Attraktionen Freude. Er macht überall mit und hat in seinem Keller eine überquellende Kiste voller Mini-MigrosKörbchen, Sonnenbrillen und anderen Merchandising-Artikeln stehen. «Seit meine Frau gesagt hat, es sei kein Platz mehr, verschenke ich das meiste gleich wieder vor Ort», sagt er und lacht wie ein Spitzbub. In der Regel ist Joss allein unterwegs. Nur bei zwei Events hat er Begleitung: Zum «slowUp» Werdenberg–Liechtenstein begleitet ihn sein Sohn mit Frau und Kind. Und am Zürichsee, zum Saisonabschluss, ist seine Frau mit dabei. Joss reist stets mit den Zug an. Ehrensache ist auch, dass er bei jedem Wetter teilnimmt, egal, ob es stürmt oder schneit. Letzteres kann durchaus passieren, etwa beim
«slowUp» Albula, der von Filisur GR bis auf die Passhöhe auf 2312 Metern über Meer führt. «Schlechtes Wetter ist für die Organisatoren ein Riesenfrust. Die Arbeit haben sie trotzdem, aber die Leute bleiben weg», erklärt Joss seinen wetterfesten Einsatz. Der Schönste aller «slowUp»-Events
Überhaupt die Organisation: Mit leuchtenden Augen erzählt Joss, dass seinem Sohn einst die Kette riss und dann sofort ein Feuerwehrmann zur Stelle war. Der organi sierte per Funk einen Pick-up, der das Velo samt Kinderanhänger zur nächsten SportXX-Garage trans portierte, wo die Kette in kürzester Zeit repariert wurde. Welcher «slowUp» für ihn der schönste ist, kann Lorenz Joss nicht sagen: «Jeder einzelne ist grandios.» Superlative nennt er trotzdem. Basel-Dreiland ist für ihn der kulinarisch abwechslungsreichste: «Da gibts Weisswürste, Flammkuchen und natürlich Basler Läckerli.» Der Anlass im Vallée de Joux ist der gemütlichste: «Da oben zwischen Juraweiden und Wettertannen kann man herrlich entspannen.» Und der Albula-Event ist der spektakulärste: «Der Ausblick von der Passstrasse ist einmalig.» Die Höhenmeter sind allerdings so zahlreich, dass Lorenz Joss in Bergün immer ein E-Bike mietet. MM
MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 39
slowUp-Kalender
Rentner Lorenz Joss: «‹slowUp›-Fahren ist mein Hobby geworden.»
Alle 18 Events auf einen Blick Jetzt in die Agenda eintragen oder den «slowUp»-Newsletter abonnieren – und nichts verpassen. • 22. April Ticino: von Locarno bis Bellinzona • 29. April Murtensee: Rundkurs am Wasser • 6. Mai Werdenberg– Liechtenstein: vom Rhein ins Ländle • 13. Mai Schaffhausen– Hegau: eine Runde mit sechs Grenzgängen • 27. Mai Solothurn– Buechibärg: von der Barockstadt ins ländliche Mittelland • 3. Juni Valais: eine Schlaufe zwischen Sitten und Siders • 10. Juni Schwyz–Swiss Knife Valley: zwischen Lauerzer- und Vierwaldstättersee • 17. Juni Hochrhein: Rundkurs im Fricktal und im Badischen • 24. Juni Jura: eine Runde um Delsberg • 1. Juli Vallée de Joux: Rundkurs um den See • 15. Juli La Gruyère: um den Lac de la Gruyère • 12. August Brugg Regio: entlang der Reuss und über die Aare • 19. August Seetal: um den Baldeggersee • 26. August Bodensee: Dreieck Romanshorn, Amriswil und Arbon • 2. September Mountain Albula: von Filisur auf die Passhöhe • 9. September Emmental–Oberaargau: eine Runde in der länd lichen Schweiz • 16. September Basel-Dreiland: eine Acht durch drei Länder • 23. September Zürichsee: Goldküste und Obersee Infos: www.slowup.ch
Die Migros und SportXX engagieren sich für die motorfreien Erlebnistage, damit auch künftige Generationen den Zugang zum Besten aller Verkehrsmittel finden.
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Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ein einklagbarer Anspruch auf Übermittlung, Auszahlung oder Umtausch der Gewinne ist nicht gegeben. Es gilt ausschliesslich schweizerisches Recht.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 41
René Kübler ist Digital Producer bei Famigros und zweifacher Vater.
René Kübler
«Es gibt selbst gemachten Zopf» Wie wird der Muttertag bei Ihnen zu Hause gefeiert? Wir nehmen den Muttertag als Anlass, um uns im grösse ren Familienrahmen zu tref fen. Mit Kindern und Enkel kindern sind wir mittlerweile 16 Personen, da kommen sol che Zusammenkünfte nicht häufig vor. Meine Mutter ver wöhnen wir mit einem reich haltigen Brunch inklusive selbstgemachten Zopfs. Famigros
«Du bist die Beste!» Am 13. Mai ist Muttertag. Der Tag, an dem selbst längst erwachsene Söhne und Töchter ihrem Mami mit einem Geschenk ihre Wertschätzung zeigen. Doch welches ist das ideale Präsent? Der Familien-Club Famigros hat Ideen für Unentschlossene.
Bilder: Roger Hofstetter, Getty Images
M
ama ist Apothekerin, Köchin, Autorin, Polizistin, Taxifah rerin in einem. Sie ist da, wenn man sie braucht, und – ähnlich wie Pfadfinder – «all zeit bereit». Das gilt auch noch, wenn die Kinder erwachsen sind. Im Alltag geht es oft unter, der Mutter Danke zu sagen. Deshalb ist es gut, dass es den Muttertag gibt. Den meisten Mamis würde wohl eine feste Umarmung und ein ernst g emeintes «Danke, Mama!» reichen. Aber natürlich ist nichts an einem Muttertags geschenk falsch – solange es nicht in allerletzter Sekunde im Tankstellenshop gekauft wird.
Da der Muttertag immer an einem Sonntag ist, kann man sich am Vortag ein bisschen Zeit nehmen, um das passende Geschenk zu kaufen. Schülerinnen und Schüler haben Glück, dass sie meistens im Unterricht ein Geschenk vor bereiten können. Kleinere Kinder sind auf die Hilfe des Papis an gewiesen – vielleicht kann man ja gemeinsam einen Brunch vor bereiten? Geschenktipps und Ausflugsziele
Famigros hat zum letzten Mut tertag eine Wertschätzungskam pagne lanciert. Der Familien- Club der Migros hat Kinder mit den Selbstzweifeln ihrer Mütter
konfrontiert. Bin ich zu streng? Zu wenig für die Kinder da? Die Antworten der Kinder – auf Video festgehalten – beruhigen die Mütter und rühren sie in manchen Fällen zu Tränen. Auf der Website von Famigros finden Kinder und Ehemänner Geschenktipps, Ausflugsziele und Muttertagsgedichte. Wie wäre es mit einer selbst gebastelten Karte fürs Mami, auf der dieser Spruch steht: «Müsst ich eine Mama wählen, meine Wahl fiele nur auf dich. Denn du bist die beste Mami, die es geben kann für mich.» MM Weitere Tipps: www.famigros.ch
Welche Geschenke mag Ihre Mutter auch noch gern? Mein Mami ist am glücklichs ten, wenn wir alle an diesem Tag zusammenkommen und miteinander unser Familien glück feiern. Gegen einen Blumenstrauss oder etwas Süsses hat sie ebenfalls nichts einzuwenden. Schenken Sie auch Ihrer Ehefrau etwas? Mütter leisten täglich Un glaubliches. Klar ehre ich als Ehemann auch meine Frau als die beste Mutter für unsere Kinder. Ich werde mich mit meiner grösseren Tochter zu sammentun und etwas Schö nes basteln. Auf Famigros.ch finden wir dafür tolle Bastel anleitungen. Ebenso Ideen für Muttertagsausflüge, berührende Verse und Vor schläge für familienfreund liche Restaurants.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 43
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 45
Cesares Erbe Migusto
Von Mexiko aus trat er seinen globalen Siegeszug an: der Caesar Salad. Wir zeigen eine herzhafte Variante mit Speck und Pouletbrust.
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Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius
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Unsere Variante des bekannten Salats wird mit Bratspeck verfeinert. Sardellen verleihen dem Dressing Würze.
46 MM17, 23.4.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step
Caesar Salad mit Pouletbrust und Speck 1
Für das Dressing Knoblauch pressen. Mit Eigelb, Sardellenfilets, Zitronensaft und Worcestershire-Sauce in einem hohen Gefäss mit dem Stabmixer pürieren.
5
Inzwischen Pouletbrust in der Bratpfanne rundum ca. 6 Minuten braten. Zu den Brotwürfeln legen. Butter in der Bratpfanne schmelzen und über die Brotwürfel träufeln. Mit Kräutersalz bestreuen. Poulet und Brotwürfel ca. 4 Minuten lang im Ofen backen, bis das Poulet gar ist und die Brotwürfel knusprig sind.
2
Öl unter ständigem Rühren im Fadenlauf langsam zur Eigelbmasse giessen. Dressing mit Salz und Pfeffer abschmecken.
6
Lattich mit der Hälfte des Dressings mischen. Auf Tellern verteilen. Pouletbrust in feine Scheiben schneiden. Zusammen mit Speck, Croûtons und Parmesan auf dem Salat anrichten. Mit dem restlichen Dressing servieren.
3
Parmesan mit einem Sparschäler in Späne hobeln. Lattich in Streifen schneiden, Brot in kleine Würfel schneiden. Pouletbrust mit Salz und Pfeffer würzen.
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Statt mit Käse und Sauce servieren wir die Spargelfiori heute mal als Einlage in einer bunten Frühlingssuppe. Einfach am Schluss fünf Minuten in der Suppe ziehen lassen. Das Rezept für die Frühlingssuppe finden Sie auf migusto.ch/tipps
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Cardinis Kreation 4
Zutaten für 4 Personen 80 g Parmesan am Stück 1 grosser Lattich 1 kleines Baguette 2 Pouletbrüstchen 200 g Bratspeck 15 g Butter Kräutersalz Dressing: 1 Knoblauchzehe 2 frische Eigelbe 4 Sardellenfilets in Öl 3 EL Zitronensaft, frisch gepresst 4 Tropfen Worcestershire Sauce 1 dl Olivenöl Salz, Pfeffer
Backofen auf 200 °C vorheizen. Speck auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, in der Ofenmitte ca. 6 Minuten lang knusprig braten. Speck vom Blech nehmen. Brotwürfel auf dem Blech verteilen.
Statt eines selbstgemachten Dressings aus frischem Eigelb eine gekaufte Mayonnaise verwenden und mit frisch gepresstem Knoblauch, Sardellenfilets, Worcestershire-Sauce sowie etwas Zitronensaft pürieren.
Andrea Pistorius Rezeptautorin
Wie bei vielen bekannten Speisen steht auch hinter dem Caesar Salad eine Geschichte. Und die macht das Gericht noch reizvoller. Der Name geht aber nicht etwa auf den römischen Feldherrn Caesar zurück, sondern auf den Italo-Amerikaner Cesare Cardini. 1920, zur Zeit der Prohibition, emigrierte er nach Kalifornien (USA). Später eröffnete er ein Lokal in Tijuana, Mexiko – wo Alkoholausschank erlaubt war. Am 4. Juli 1924, am US-Natio nalfeiertag, überrannten die Gäste das Lokal förmlich. Cesare Cardini, den alle nur Caesar nannten, bereitete aus noch reichlich vorhandenem Salat und weiteren Vorräten spontan ein Gericht zu – ganz nach dem Motto: Mach das Beste aus dem, was die Küche gerade hergibt. Der Caesar Salad war geboren. Meine Variante dieses berühmten Gerichts lässt sich auch mit Avocado, Tomaten oder Crevetten ergänzen. MM
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60 MM17, 23.4.2018 | MIGROS-WELT
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Wer sagt da, dass eins nicht für alles geht? Der Dresscode «Athleisure» verbindet Freizeit mit Sport. Und das sieht erst noch gut aus.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 63
Tierwelt
Die Katze ist, was sie frisst Ob für Mensch oder Katze: Die Nahrung muss in erster Linie ausgewogen sein. Natürliche Produkte ohne Zusatz von künstlichen Farb-, Geschmacks- und Konservierungsstoffen tun den Fellknäueln besonders gut. Des Weiteren gilt es, folgende Punkte zu beachten:
fer (44), anuela Seelho Julio (10) und M edien den Migros-M Typografin bei
Meine Katze und ich
«Er schnurrt den ganzen Tag» Manuela, wie ist Julio? Er ist mein Kuschelmonster. Jeden Tag wartet er darauf, dass er mit mir schmusen kann. Er schnurrt den ganzen Tag – neulich sogar beim Tierarzt, sodass dieser Schwierigkeiten beim Abhören bekundete.
Bilder: Manuela Seelhofer, zVg (2)
Welche Vierbeiner leben sonst noch bei dir? Meine andere Katze Sophia. Ich habe beide seit zehn Jahren. Sophia ist genau das Gegenteil von Julio: Ich darf sie nicht einmal auf den Arm nehmen. Aber das ist nicht weiter schlimm – sie ist dafür ein grosser Fan meines Partners. Wann könntest du die Miezen auf den Mond schiessen? Wir haben zu Hause keine Katzenklappe. Wenn sie nach draussen wollen, machen sie sich bemerkbar, und ich öffne ihnen die Tür. Das wäre ja an sich kein Problem. Doch nach einer Minute wollen sie wieder rein. Und dann wieder raus. Klingt anstrengend. Das ist es. Trotzdem könnte ich mir nicht vorstellen, ohne sie zu leben.
Fleisch ist ein Muss Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen Fleisch fresser. Sie brauchen Fleisch in ihrer Nahrung und können ohne schwer erkranken – weil ihr Körper die organische Säure Taurin, die ein gesundes Herz und das Sehvermögen fördert, nicht selbst herstellt.
1
Wichtigste Stoffe Die Nahrung der Katze muss ausgewogen sein und den optimalen Mix der sechs wichtigsten Nährstoffgruppen ent halten: Proteine, Fette und Öle, Mineralstoffe, Vitamine, Kohlenhydrate sowie Wasser.
2
Selbst kochen? Achtung bei der Fütterung von selbst zusammen gestellter oder gekochter Nahrung: Tierhalter, die selbst für ihre Katzen kochen, müssen viel über deren Nahrungsbedürfnisse wissen, damit keine Mangel erscheinungen entstehen.
Mehrere Trinknäpfe Hauskatzen benötigen viel Wasser. Man sollte seiner Katze mehrere Wassernäpfe an verschie denen Orten aufstellen, jedoch nicht in der Nähe des Futternapfs. Die Er fahrung zeigt, dass Katzen dann mehr trinken.
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64 MM17, 23.4.2018 | MIGROS-WELT
Wohnungseinrichtung
Schmuckes für die erste Bude Wer die erste eigene Wohnung bezieht, dem fehlt oft noch so einiges. In der Migros findet man M öbel, Geschirr, Dekoratives und Accessoires, die zum Wohlfühlen beitragen.
Frische Brise Genau das Richtige, um sich in der neuen Wohnung sofort daheim zu fühlen. Die Intensität des Dufts kann reguliert werden. Kneipp Home Fragrance Litsea Cubeba Limone, 50 ml Fr. 11.50 In grösseren Filialen
Grüne Lunge Diese tropische Pflanze, die ursprünglich im Amazonasgebiet heimisch ist, kommt mit wenig Licht klar.
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Platz nehmen Nichts ist unangenehmer, als seinen Gästen keine Sitzgelegenheit anbieten zu können. Diesen Stuhl gibts auch in Schwarz.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 65
Weich abgefedert In diesem Boxspringbett schläft man wie auf Wolke 7. Durch Drähte verbundene Stahlfedern sorgen für ein weiches Liegegefühl. Boxspringbett Henry, 160 × 200 cm Fr. 899.– In der Micasa
Kulinarische Grundlage Fürs erste Dinner: Das Geschirr-set enthält je vier Speise-, Suppen- und Dessertteller sowie Kaffee tassen mit Untersetzer.
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MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 67
Park im Grünen
Jetzt wird bepflanzt
Bei «Gärtli im Park» gärtnern Kinder.
Beim Projekt «Gärtli im Park» können Kinder im Park im Grünen erste Erfah rungen im Gärtnern sammeln. Unter fachkundiger Anleitung bepflanzen sie eine Saison lang ihr eigenes Beet. Beim ersten Gärtnern am 25. April können sie von 14 bis 16.30 Uhr frühe Gemüse an
Open-Air
Aus dem Kloster auf die Bühne
bauen: Es werden Kohlrabi gepflanzt und Radieschen, Schnittsalate und Erbsen gesät. Danach findet das Gärtnern bei jeder Witterung am letzten Mittwoch im Monat von April bis September statt. Es ist kostenlos, Anmeldung nicht erfor derlich. www.bioterra.ch/gartenkind
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Das Summerstage Festival, das am 13. und 14. Juli stattfindet, verspricht ein vielfältiges Programm. Der Ire Michael Patrick Kelly ist das Highlight des ersten Abends. Text: Moritz Weisskopf
Michael Patrick Kelly kommt am 13. Juli ans «Summerstage Festival».
Bild: zVg
A
ls Kind wird Michael Patrick Kelly in die Familienband «Kelly Family» hineingeboren, lernt die ersten Instrumente spielen und das ABC des Songwritings, um dann als Teenager mit seinen Hits plötzlich zum Schwarm einer ganzen Generation zu werden. Nach der grossen Popularitätswelle, mit 20 Millionen verkauften Alben und unzähligen Stadiontourneen, machte er einen radikalen Schritt: Er wird Mönch und schliesst sich über sechs Jahre in die Stille eines Klosters ein, um es dann zu verlassen und sich wieder der Musik zu widmen. In Kellys
aktuellem Album «iD» sind all seine Einflüsse zu erkennen: vom Folk, über Grunge und Rock, zu seinen ewigen Vorbildern U2, Bob Dylan und Bruce Springsteen, bis zu aktuellen Indie-Bands wie Bon Iver. Das Ergebnis ist ein Album, das unverfälscht den Kern der musikalischen DNA von Michael Patrick Kelly trifft. Die Vielseitigkeit des Albums lässt darauf schliessen, dass die kommenden Live-Auftritte mit Überraschungen glänzen werden. Einen ersten Eindruck konnte man zuletzt bei «Sing meinen Song – Das Tauschkonzert» bekommen, wo Michael Patrick Kelly eindrucksvoll
seine neue Single «Golden Age» vorstellte und seine Musikerkollegen um Gentleman, Lena und Stefanie Kloß vom Hocker riss. Auch die Musikfans in der Region können sich diesen Sommer vom Hocker reissen lassen. Am Freitag, 13. Juli, ist Michael Patrick Kelly zum ersten Mal beim Summerstage Festival im Park im Grünen zu erleben. Doch nicht nur Kelly, auch weitere Acts bieten ein einmaliges Open-Air-Erlebnis im Park im Grünen. So sorgen am Tag darauf, dem 14. Juli, unter anderem Gott hard und Hecht für Spektakel. MM Mehr Infos: www.summerstage.ch
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel
Zirkus
Der Circus Knie feiert Premiere Insgesamt 38 Artisten aus 11 Nationen treten im diesjährigen Pro gramm «formidable» des Circus Knie auf. Darunter der unglaub lich bewegliche Alexandr Batuev, die Skokov Troupe an der russischen Schaukel, das Duo 2-zen-0 und natürlich die Familie Knie mit verschiede nen Tier- und sogar ei ner Drohnennummer. Am 8. Juni, 20 Uhr, feiert der Circus Knie auf der Rosentalanlage in Basel Premiere. An allen M-Vorver kaufsstellen gibts für diesen Abend vergünstigte Tickets: Sektor A Premium: Fr. 60.– statt 80.– Sektor A: Fr. 56.– statt 75.– Sektor B: Fr. 45.– statt 61.– Sektor C: Fr. 31.– statt 42.– Sektor D: Fr. 28.50 statt 38.– Sektor E: Fr. 15.– statt 20.– Weitere Infos auf: www.knie.ch
Die Pferdedressur ist ein Klassiker im Circus Knie.
68 MM17, 23.4.2018 | MIGROS-WELT
Aus der Region.
Handgeschnitten und wild Bald schon ist die Bärlauch-Saison vorbei. Marcel Bosshard und sein Team sammeln noch bis Anfang Mai den wilden Bärlauch und liefern ihn frisch an die Migros Basel. Text und Bilder: Moritz Weisskopf
1
N
icht nur auf seinen Feldern oder im Gewächshaus sind Marcel Bosshard und sein Team im Früh ling mit der Ernte beschäftigt, auch im Wald. Das Waldstück in Herten bei Grenzach, unweit der Schweizer Grenze, gehört zwar nicht zu seinem Betrieb, behei matet aber genau das, was in den Frühlings monaten gesucht wird: Bärlauch. Der Boden und ganze Hänge sind voll von dem nach Knoblauch riechenden Frühlingsboten. Während viele Bäume noch mehrheitlich braun und laubfrei sind, kleidet der Bär lauch mit seinem intensiven Duft den feuchten Waldboden in ein saftiges Grün. Hier, im schattigen Wald mit nährstoff
reichem Boden fühlt er sich sichtlich wohl. Doch dieses optische, olfaktorische und natürlich auch kulinarische Spektakel dauert nicht mehr lange. Ernten kann man nur von Mitte März bis Anfang Mai. Danach fängt der Bärlauch an zu blühen und verliert sein Aroma. Doch nicht nur deswegen findet die Ernte dann ein Ende. «Uns wird klar vorge schrieben wo, wann und wie viel wir ernten dürfen», erklärt Marcel Bosshard, «so stellt man sicher, dass der Bestand auch im nächsten Jahr noch gewährleistet ist.» Geschultes Auge erleichtert die Ernte
Nach Bedarf fahren Bosshards Mitarbeiter zweimal pro Woche in das Waldstück, aus
2
gestattet mit einem Rüstmesser und Kisten, und schneiden sorgfältig Blatt für Blatt. Die Ernte ist jedoch nicht ganz ohne. Dem ungeschulten Hobby-Bärlauchsammler kann es durchaus passieren, dass er Bär lauch mit giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen verwechselt. «Bärlauch un terscheidet sich von den anderen Pflanzen durch seinen starken Knoblauchduft. Wenn man an den Blättern reibt, riechen die Fin ger nach Knoblauch», erklärt Bosshard. Da mit seine Mitarbeiter nicht jedes einzelne Blatt beschnuppern müssen, kennen sie natürlich auch die optischen Unterschei dungsmerkmale. In voraussichtlich ein bis zwei Wochen wird der letzte Bärlauch
MIGROS-WELT | MM17, 23.4.2018 69
Aus der Region
Migros-Eierproduzenten an der Muba Neun Eierproduzenten aus der Region, darunter auch Jörg Rieder aus Rothenfluh, beliefern jeden Tag die Filialen der Migros Basel. An der diesjährigen Muba, die vom 20. bis 29. April stattfindet, sind sie in der Halle 2.2 am Stand H004 vertreten. Besuche rinnen und Besucher können vor Ort er leben, was Freilandhaltung bedeutet, und erfahren, woher die Eier aus der Region kommen. Zudem gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Als besondere Attraktion wird täglich um 15 Uhr ein Huhn verlost. Der Gewinner erhält ein Jahr lang wöchentlich die von dieser Henne gelegten Eier. Sie bleibt dabei natürlich auf ihrem Hühnerhof.
1 Das geschulte Auge kann den Bärlauch gut von anderen Pflanzen unterscheiden. 2 In einem Waldstück unweit der Schweizer Grenze ernten Marcel Bosshard und sein Team den wilden Bär.lauch.
Fussball-Weltmeisterschaft
Panini-Fieber in der Migros geerntet. Danach blüht er und zieht sich im Juli in den Boden zurück, bevor er im folgenden Jahr wieder anfängt zu spriessen. Vielseitig einsetzbar
Wer also noch nicht in den Genuss gekommen ist, sollte die Chance jetzt noch nutzen. Bärlauch schmeckt sowohl roh als auch gegart. Wobei man beim Garen vorsichtig sein muss, denn durch die Hitzeeinwirkung verliert er viel von seinem charakteristischen Geschmack. Daher wird geraten, dass man ihn immer erst kurz vor Schluss dazugibt. So behält er auch seine gesunden Eigenschaften wie seine antibakterielle Wirkung und der hohe Gehalt an Vitamin C, Kalzium,
Eisen und Magnesium. Einsetzbar ist Bärlauch auf ganz viele Arten, sei es für Dip-Saucen, Kräuterbutter oder Pesto. Auch Marcel Bosshard hat ein Lieblingsbärlauchgericht: «Ich war an Ostern bei meiner Schwester zum Essen eingeladen, da gab es eine Kartoffel-Bärlauch-Suppe. Die war sensationell, ich kanns nur weiterempfehlen.» In diesem Sinne: E Guete! MM
Nur noch wenige Wochen, und dann treffen die besten Fussballteams der Welt an der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland auf einander. Bis es so weit ist, kann man sich freuen, auf das Siegerland tippen und natür lich auch die kultigen Panini-Bildli sammeln. Es gibt sie in den Filialen der Migros Basel im 5er-Pack für 95 Rappen und in der 100er- Sammelbox, die zum Aktionspreis von 90 Franken erhältlich ist. Bis 14. Mai erhalten jede Kundin und jeder Kunde zu jedem Einkauf zwei Sticker geschenkt. Und wem am Schluss noch ein paar fehlen und wer Doppelte hat, kann sie am 27. Mai, von 10 bis 14 Uhr, an der Panini-Tauschbörse im Park im Grünen tauschen.
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Die knackigen Sellerie-Knollen sind auf dem Gemüsebetrieb Bosshard in der Rheinebene in der Nähe von Basel gewachsen.
Nach einer strengen Eingangskontrolle wird das vitaminreiche Wurzelgemüse in Allschwil geschält und falls nötig von Hand nachgerüstet.
In Streifen geschnitten und mit einer pfiffigen Sauce vermischt, ergeben die Knollen den seit über dreissig Jahren bewährten Sellerie-Salat.
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Leben MM17
Umfrage
Lassen Sie sich im Haushalt unterstützen? Das lässt unser Budget nicht zu. Toll wärs aber!
71 %
Ja. Und es ist jeden Franken wert. 1, 2 oder 3?
Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
Der Kleine (2) badet für sein Leben gern – und nimmt auch gern das ganze Leben mit in die Badewanne: Plastik- und Plüschtiere, Autos, Flugzeuge und gern auch seinen Bruder. Der Grosse (7) kann sich in der vollen Badewanne nicht mehr so gut entspannen wie damals, als er sie noch für sich allein hatte. Deshalb setzt er sich gern Taucherbrille und Schnorchel auf – und taucht ab. Er lässt sich in der Stille treiben und geniesst das, bis der Kleine beginnt, ihn als Luftmatratze zu benutzen. Dem Grossen wird es zu bunt, und er steigt aus der Badewanne. Der Kleine aber hat nie genug vom Planschen und könnte ewig im Wasser bleiben. Freundliche Aufforderungen, langsam auszusteigen, ziehen an ihm vorbei wie Fische, Befehle ignoriert er. Mittlerweile ist das Wasser abgekühlt. Es ist Zeit für die Gutenachtgeschichte. Und jetzt? 1 Ich ziehe den Stöpsel aus der Badewanne, bald sitzt er auf dem Trockenen. 2 Stöpsel raus und Licht aus – richtig ungemütlich soll es werden! 3 Ich lasse noch mehr warmes Wasser ein, damit er noch eine Weile
11 % Für bestimmte Aufgaben engagieren wir Hilfe. Regelmässig liegt das leider nicht drin.
9 % Nein. Mir ist nicht wohl beim Gedanken, dass ein Fremder bei uns herrumwerkelt.
9 % 1166 Abstimmende
wellnessen kann.
Eine Umfrage von
Antwort 2: Etwas radikal als Ansatz, ich weiss. Aber abends ist irgendwann mein Geduld-Reservoir aufgebraucht – und ich möchte vorwärtsmachen.
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
In der Badewanne
74 MM17, 23.4.2018 | LEBEN
Garten
Hinaus ins Freie!
Im Frühling haben Hobbygärtner Hummeln im Hintern. Auch Elsbeth und Markus Schlegel aus Oberhasli ZH geht es nicht anders. An kühlen Tagen nutzen die beiden ihren Wintergarten als Zwischenstation, stets bereit, nach draussen auszurücken. Text: Yvette Hettinger Bilder: René Ruis
E
lsbeth Schlegel serviert Kaffee und Muffins im Wintergarten, bei angenehmen 25 Grad. Draussen scheint die Sonne auf grüne Tulpenbüschel, buttergelbe Osterglocken und ein kleines Meer von Blausternen. Elsbeth und Markus Schlegel, zwei leidenschaftliche Hobbygärtner, können eine leise Ungeduld angesichts des Prachttags nicht verbergen. Aber sie wissen auch: Draussen pfeift eine fiese Bise um die Hausecke. Da macht das Buddeln und Schnippeln wenig Freude. Also sitzen sie da und lauern auf das richtige Gartenwetter. Den Wintergarten hat das Ehepaar vor 17 Jahren an eine Ecke ihres Einfamilienhauses, Baujahr 1980, anfügen lassen. Elsbeth Schlegel fertigte die Skizze dafür selber an. «Mit Bögen in den Fenstern», betont sie. Sie geben dem Wintergarten seinen verspielten Touch. Er wird in der kalten Jahreszeit nie wärmer als zehn Grad und ist deshalb der perfekte Ort für Pflanzen, die hell, aber kühl überwintern wollen. An garstigen Frühlingstagen wird das Glashaus quasi zur Schaltzentrale des 70-jährigen Ehepaars. Hier sitzen die beiden stundenlang unter den fleischigen Blättern des Kastanienweins, der den Raum fast zur Hälfte ausfüllt («Wir schneiden ihn jedes Jahr radikal zurück, ehrlich!»), schmökern in Gartenbüchern, sortieren Samentüten, schreiben Listen von Tomaten, die sie ziehen wollen, und tun das, was nur Gartenfans können: Sie geniessen den Blick auf braune Beete, kahle Büsche und nacktes Rosengeäst. «Kommen Sie», sagt der Hausherr, «ich zeige ihnen alles. Wir müssen ja auch dringend die Bäumchen
hinausstellen. Schnell die Zitrus- und Olivenbäumchen an einer warmen Stelle vor dem Wintergarten platziert, und schon hat Markus Schlegel eine Schere in der Hand. Nur kurz die Rosen zurückschneiden. Dann braucht ein Beet einen Gutsch Wasser, ein anderes muss gehackt werden. So leicht sind die Schlegels jetzt nicht mehr ins Haus zu kriegen. «Noch schnell schauen, ob der Bärlauch schon parat ist für ein feines Pesto mit Baumnüssen», sagt Elsbeth Schlegel. Der Nüsslisalat will auch geerntet werden. Weitere Salate werden im Lauf des Jahres folgen: asiatischer, Zuckerhut, Endivien, Lollo Rosso. Etwas über 300 Quadratmeter misst der Garten im ruhigen Einfamilienhausquartier von Oberhasli ZH. Es ist ein fruchtbarer Boden, monatelang gibt es ununterbrochen etwas zu ernten: Johannis- oder Himbeeren, Minze, Melisse, Rosmarin. Und Lavendel – seine duftenden Blüten verarbeitet Elsbeth Schlegel in kleinen herzförmigen Stoffkissen, die sie auf dem Markt verkauft. Ein Hotel hat sogar eine grössere Bestellung bei ihr auf gegeben. Ihr Gatte zählt mit Blick auf den Garten auf, was Letzterer ihnen sonst noch schenkt: Krautstiel, Spitzkabis, Spargel, Peperoncini, Vulkanspargel. Vulkan... was? Der Hobbygärtner lacht spitzbübisch: Er spricht von Puntarelle. Früchte und Gemüse im Überfluss
Randen, sagt Markus Schlegel, seien das Einzige, das bei ihnen nicht gedeihe. Im Tomatenhaus reifen aber jedes Jahr so viele Früchte heran, dass das Paar gar nicht alle selber essen kann. Mit Auberginen wars
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1 Das Rentner-Ehepaar Elsbeth und Markus Schlegel gärtnert Hand in Hand. 2 Dekorative Arrangements, so weit das Auge reicht, wie hier beim Hauseingang. 3 Und immer wieder Shabby-Chic. 4 Die Rosen sind seine Leidenschaft: Markus 1 Schlegel ist fürs Schneiden zuständig.
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Tipps
1 Der Wintergarten ist das Herzstück des Gartens. 2 Die erste Zitronen- ernte wird zu Muffins verarbeitet. 3 Vogelbäder, Wildbienenhotels, Igelnester: Tiere sind willkommen!
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genauso. «Die bauen wir nicht mehr an», sagt Markus Schlegel, «das war einfach zu viel.» Von Blumen allerdings können die beiden nie genug haben. Der Wintergarten gleicht zur warmen Jahreszeit einem Dornröschenschloss, über und über mit Kletterrosen bewachsen. Weitere Rosen ziehen sich über die ganze Breite des Gartens, dreimal musste ihr Gerüst im Lauf der Jahre erneuert wer den, so schwer und üppig sind sie geworden. An anderen Stellen wurde der Garten ver ändert. Elsbeth Schlegel zeigt auf einen Pavil lon. Sie hat inzwischen einen Strohhut aufge setzt, ans Hineingehen ist nicht mehr zu den ken, die Bise hat nachgelassen. «Hier stand anfangs ein Spielhäuschen.» Da waren die beiden Töchter noch klein. Als sie dem Klet teralter entwachsen waren, kam an die Stelle ein sternförmiges Beet, dann der Pavillon. Ein Teich und allerlei Dekoratives wie Vogelbäder, Skulpturen, verzierte Steinsockel, Töpfe in allen Formen und Farben folgten. Mit Primeln, Kraut der Unsterblichkeit oder Geflecht gefüllt, stehen sie auf Simsen, Tisch chen, Bänkchen, natürlich auch im Winter garten, und in besonders charmanter Anord nung beim Hauseingang. Dort begrüssen
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nicht nur Gewächse die Besucher, sondern auch Schilder und Holztafeln. «Wir machen das alles selbst», erklärt Elsbeth Schlegel. Ihr Mann, ein gelernter Werkzeugmacher und stolzer Besitzer eines ansehnlichen Maschi nenparks, sägt die Holzteile nach ihrer Vor gabe aus. Sie bemalt und beschriftet sie. Bemalt wird von ihr überhaupt fast alles, was sich vom Flohmarkt nach Hause tragen lässt: Gestelle, Holzboxen, Sitzmöbel – für die näht sie auch gleich die Polster mit Bordüre selber. Immerhin war sie Schneiderin von Beruf. Bleibt da noch Zeit für anderes? Kinder, Enkel, Freunde? Ausflüge? «Natürlich!» Els beth Schlegel lacht. «Wir haben oft Besuch.» Markus Schlegel waltet auch als Bühnen bauer im Theater Kammerspiele Seeb in Bachenbülach und hilft im Dübendorfer Fliegermuseum mit. Nach Bad Säckingen oder ins Elsass fahren sie regelmässig, erklärt Elsbeth Schlegel. Dort besuchen sie Parks und Gartenausstellungen. Anschliessend kommen sie gern wieder nach Hause. Durch queren das Haus. Betreten den Wintergar ten. Und wenn endlich Sommer ist, öffnen sie dort alle Türen. Dann gehen sie hinaus in ihr kleines Paradies. MM
4 Seine Saattöpfe stellt Markus Schlegel aus Zeitungspapier her.
Zitrusbäume, Oleander, Palmen Vor dem Auswintern die Pflanzen auf Schädlinge untersuchen und gegebenenfalls sofort Massnahmen ergreifen. Kübelpflanzen dürfen an die freie Luft, sobald die Lufttemperatur über null Grad liegt. Besteht die Gefahr von Nachtfrost, nimmt man sie abends wenn möglich herein. Hohe Temperaturunterschiede vermeiden. Kann man die Pflanzen nicht hinaus- und hereinräumen, bleiben sie zur Sicherheit noch ein paar Tage länger im Haus. Oder man schützt sie bei drohendem Nachtfrost mit einer Decke.
Auch Pflanzen können Sonnenbrand bekommen: Am ersten Tag im Freien ist der Himmel idealerweise bedeckt. Oder man wählt als ersten Standort einen Schattenplatz. Der Frühling ist der ideale Zeitpunkt für einen leichten Rückschnitt. An Zitrusbäumen müssen meist nur kranke oder abgestorbene Äste entfernt werden. Oder man bringt die Pflanze mit dem Schnitt in die gewünschte Form. Palmen leiden unter falschem Schnitt. Besser, man informiert sich hier genau. Auch Umtopfen ist jetzt angesagt. Das ist in der Regel alle zwei bis drei Jahre nötig – oder wenn die Pflanze sichtbar leidet, etwa die Blätter abwirft. Eventuell ist auch ein grösserer Topf angebracht. Ab jetzt Topfpflanzen wieder regelmässig giessen und düngen.
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Im Alter von zwei bis drei Jahren beginnen Kinder, sich aktiv zu stimulieren. «Eine wissenschaftli che Schätzung geht davon aus, dass es über 50 Prozent sind», erläutert Daniel Kunz. Erwachsene müssten dabei ihre Vorstellung von Sex und Selbst befriedigung aber ausblenden, so Kunz. Anders als bei Pubertieren den oder Erwachsenen sind die Ausdrucksformen kindlicher Se xualität egozentrisch, spontan und nicht zielgerichtet. Mit anderen Worten: Kinder wollen sich einfach nur wohlfühlen und das schöne Ge fühl geniessen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob sich noch an dere Menschen im Raum befinden. Das anerzogene Schamgefühl zeigt sich bei Kindern nämlich erst im Alter von ungefähr sieben Jahren.
Die frühkindliche Sexualität ist spontan und selbstbezogen – da kann es schon mal vorkommen, dass jemand es mitbekommt.
Die Lust ausleben – aber diskret
Familie
Tipps
Lektüre & Infos
Illustration: Anke Kuhl /Klett Kinderbuch, 2014
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Das schöne Gefühl dabei Ein Stofftier zwischen die Beine pressen, den Unterleib an der Türkante reiben: Kleinkinder suchen sexuelle Reize. Das kann Eltern manchmal in Verlegenheit bringen. Text: Nathalie Bursać
D
er zweijährige Leo reibt seinen Unterkörper am Teddy und scheint alles um sich herum zu verges sen. Seine Eltern sitzen einen Meter entfernt beim Kaffee mit der Nach barin. Sie finden das, was ihr Klei ner da gerade treibt, nicht so toll. Viele Eltern kennen solche Szenen. Manchmal greifen sich Kinder während des Gewickeltwer dens zwischen die Beine, manch mal rutschen sie unter den Blicken anderer an der Busstange auf und
ab oder bleiben beim Klettern auf dem Spielplatz auffällig lange auf der Kante der Rutschbahn sitzen. So viel vorweg: Dass Kleinkinder Lust und Erregung empfinden und sie aktiv suchen, ist normal und gesund. «Dieses Verhalten ist sogar wichtig für eine positive Entwicklung des Körpers und des Selbstwertgefühls», sagt Daniel Kunz, Kinderpsychotherapeut und Dozent am Institut für Sozialpäda gogik an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit.
Wie aber sollen Eltern reagieren, wenn sie es als störend empfinden, dass ihr Kind seine Lustgefühle auslebt? Sie sollen es auffordern, sich ins Kinderzimmer oder in die Spielecke zurückzuziehen, empfiehlt Kunz. Dabei sei es wich tig, von den eigenen Gefühlen zu sprechen und dem Kind zu erklären, dass sein Verhalten den Erwachsenen unangenehm sei. Besteht da nicht die Gefahr, dass das Kind Scham entwickelt? «Doch», sagt Daniel Kunz. Aber es lerne auch, dass das, was ihm ge falle, nicht allen gefalle, und dass es so etwas wie Grenzen und Privat sphäre gebe. Auf keinen Fall jedoch dürfe man dem Kind die schönen Gefühle verbieten. Denn mit dem Erkunden des eigenen Körpers ler nen Jungen und Mädchen zu spü ren, was sie mögen und was nicht. Allerdings braucht es Regeln – umso mehr, als im Alter von drei bis fünf Jahren die Neugier auf andere Kinder erwacht und «Dökterle» bei den Kindern ein beliebtes Spiel wird. Die Botschaft lautet: Mach nur, was du magst. Sag Nein, wenn du etwas nicht willst. Das steigert das Selbstwertgefühl und ist nicht zuletzt eine Grundvoraussetzung zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch, so der Experte. «Diese Spielregeln sind ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Kindes zu einem sozialen Wesen, das Verantwortung übernimmt und auch die Grenze des Gegenübers respektiert.» MM
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Moderation: Beatrice Müller, Ex-Moderatorin Tagesschau SRF
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GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE? Eine Gebäudemodernisierung will geplant sein. Nur so können Fehler und Folgekosten vermieden werden. Wir klären Sie auf, wie etappenweise erneuert werdenkann und sich die Investition langfristig lohnt, damit der Werterhalt Ihrer Liegenschaft sichergestellt wird. Sie erhalten einen Überblick über die Förderprogramme und die Abzugsberechtigung bei den Steuern. Unsere Fachspezialisten zeigen Ihnen an unserer Veranstaltung wie richtig saniert und umgebaut wird – und wie viel Energie resp. Kosten durch eine optimale Dämmung und moderne Fenster eingespart werden können. und welche Heiztechnologien mit erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. MITTWOCH, 30. MAI 2018 IN SCHAFFHAUSEN Stadion Schaffhausen / Lipo Park, Industriestrasse 2b, 8207 Schaffhausen
18:00 Uhr
Türöffnung
18:30 Uhr
Begrüssung / Einleitung
18:45 Uhr
Analyse Energieverbrauch, Angebote Energieberatung Teil- und Gesamtsanierung
19:10 Uhr
Richtige Sanierung der Gebäudehülle
19:30 Uhr
Renovation der Fenster
19:50 Uhr
Erfolgreicher Heizungsersatz
20:10 Uhr
Förderprogramme Bund/ Kanton Abzugsberechtigung Steuern, Unterschied Werterhalt und Wertvermehrung
anschl.
Apéro riche
WEITERE VERANSTALTUNGEN DER WEG ZUR TRAUMKÜCHE
Mittwoch, 16. Mai 2018 in Zürich, Poggenpohl Küchenstudio, Buckhauserstrasse 17, 8048 Zürich Dienstag, 19. Juni 2018 in Luzern, Poggenpohl Küchenstudio, Hallwilerweg 2, 6003 Luzern VOM BAD ZUR WOHLFÜHLOASE Donnerstag, 7. Juni 2018 in Volketswil, Bauarena, Industriestrasse 18, 8604 Volketswil MEHR INFORMATIONEN: hausmagazin.ch/infoabend
MITTWOCH, 20. JUNI 2018 IN LUZERN Verkehrshaus der Schweiz, Lidostrasse 5, 6006 Luzern
ANMELDUNG Ja, ich möchte am Informationsabend zum Thema «GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE?» teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und an keinerlei Bedingungen geknüpft. Die Anmeldungen werden nach ihrem Eingang erfasst und schriftlich bestätigt. 30. Mai in Schaffhausen
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82 MM17, 23.4.2018 | LEBEN
Wilds Welt
Leipzig überrascht
Die sächsische Kulturstadt Leipzig boomt und zählt zu den interessantesten Metropolen Deutschlands. Tipps abseits bekannter Wege. Seit Sommer 2015 fliegt Swiss nonstop Zürich–Leipzig. Die Anreise mit der Bahn aus der Schweiz dauert gut sieben S tunden. Nachdem in den 1990er-Jahren bei einer Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent fast 100 000 Einwohner aus dem ostdeutschen «Leibz’sch», wie die Sachsen sagen, weggezogen waren, stieg die Bevölke rungszahl 2015 und 2016 wieder an: um fast 30 000 auf 582 000 Einwohner.
1
Stadtteil Mitte: Beginnen Sie Ihren Rundgang mit dem Besuch der spätgotischen Thomaskirche, wo Johann Sebastian Bach als Kantor wirkte. Tipp: freitags um 18 Uhr oder samstags um 15 Uhr finden Konzerte statt. Die Leip ziger Notenspur verbindet Wirkungs stätten berühmter Komponisten durch 20 Hinweistafeln. Einzigartig an Leipzig sind die rund 30 Gebäude mit Passagen und Durchgangshöfen. Zu den bekann-
testen zählt die elegante Mädler-Passage. Den besten Quarkkuchen gibt es im Bachstübl gegenüber der Thomaskirche.
2
Baumwollspinnerei: Fahren Sie mit der S-Bahn zum Bahnhof Plagwitz und spazieren Sie zur Baumwollspinnerei. Sie war bis 1990 und damit zum Ende der DDR in Betrieb. Seither sind Künstler und Galerien, Läden, Designbüros sowie ein Naturkunde
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museum hinter die weitläufigen Back steinmauern eingezogen – einer von 140 Tipps auf www.verborgenes-leipzig.de
3
Umland: Mieten Sie sich ein Velo und fahren Sie durch den Clara- Zetkin-Park zum Karl-Heine-Kanal, auf dem man rudern kann. Oder man geht an Bord des Ausflugsschiffs «MS Weltfrie den». Die Bootstour dauert 80 Minuten. Von der Nonnen- bis zur Luisenbrücke führt den Kanal entlang ein Rad- und Fussweg. Weiterfahrt bis zum Cospude ner See, durch dichte Wälder. Die Umge bung des Gewässers südlich von Leipzig entstand aus einem gefluteten Tagebau restloch. Tipp: unterwegs im Café «Brot & Kees» einkehren (Kuchenbuffet).
Den Clara-Zetkin-Park durchquert man auf dem Weg zum Karl-Heine-Kanal.
4
«Wave-Gotik-Treffen»: Jedes Jahr an Pfingsten ( heuer 18. bis 21. Mai) findet das Kultur- und Musikfestival mit über 20 000 Besuchern aus aller Welt
statt. Es ist der Treffpunkt einer Szene, die sich historisch kleidet und unter schiedliche Musikstile hört. Überra schende Begegnungen sind garantiert.
5
Übernachten: Fünf Minuten von der Thomaskirche entfernt befindet sich das neue Hotel Innside by Melià. Zimmer ab gut 100 Euro pro Nacht (Frühstücksbuffet). Kaufen Sie sich die drei Tage gültige «Leipzig Card» für 24.40 Euro. Sie bietet freie Fahrt mit den ÖV sowie diverse Ermässigungen.
6
Essen: Restaurant Chinabrenner in der Nähe der Baumwollspinnerei (Giesserstrasse 18) mit chinesischen, allerdings dem westlichen Gaumen an gepassten Spezialitäten. Zentral gelegen (Markt 7) ist das Lokal Weinstock mit sai sonaler Küche. Für einen Absacker lockt die Gottschedstrasse, die Kneipenmeile mit noch immer vielen DDR-Bauten. MM
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Stadt, Land, Stutz
Der Schleppesel vom Land
Illustration: Rinah Lang
«Schau mal», flüstert mir meine Arbeits kollegin zu. Wir begegnen uns vor dem Kaffee raum. Sie öffnet die Tür einen Spaltbreit, wir blicken auf den Tisch in der Mitte. Dort türmen sich Teller, Schälchen und Schüssel chen mit verschnörkelten Mustern, kristallene Cocktailgläser, glitzer-pink-blaue Servietten. Und das Beste liegt direkt davor: ein Blatt mit der Aufschrift «Zum Mitnehmen». Offensicht lich sind wir die Ersten, die diese Goldgrube entdeckt haben. Wir geraten in eine Art Shop pingrausch, nur ohne zu bezahlen am Schluss. Euphorisch tragen wir die ergatterten Gegen stände zu unseren Arbeitsplätzen.
Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.
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Das böse Erwachen kommt um 18 Uhr, als ich feststelle: Mein neues Geschirrset und ich sind in Zürich, mein Chuchichäschtli (wenn Sie kein Schweizer sind, probieren Sie mal, das auszusprechen) ist im Aargau. Dazwischen liegt eine einstündige Zugfahrt in der Stoss
zeit. Mit U msteigen. Ich stopfe alles in meinen Rucksack. Es klirrt bedrohlich an meinem Rücken, als ich zum Hauptbahnhof laufe. Kaum dort, schreibt mir mein Freund, ich solle doch bitte noch einkaufen gehen. Mit einer vollen Tüte in jeder Hand komme ich aus der Migros. Es zieht mich nun auch seitlich Rich tung Boden. Die Zugfahrt ist strapaziös. Ich hätte es wissen müssen. Einige Wochen zuvor hatte ich einen riesigen Entsafter heim geschleppt – und danach eine Woche lang Muskelkater im rechten Arm. Kurz darauf überlebte ein bunter Strauss Tulpen den Nachhauseweg nicht. Ich schwöre: Ab jetzt überlege ich mir zweimal, was ich einpacke. «Zum Mitnehmen» ist eine Information, keine Aufforderung. Ob ich deswegen lieber in der Stadt wohnen möchte? Auf keinen Fall. Meine Arbeitskollegin – die Arme! – war heute mit dem Velo da. MM
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Gesundheit
Alles nach Plan Für eine persönliche Bestleistung in einem sportlichen Wettkampf ist eine konsequente Vorbereitung unerlässlich. Text: Patrik Noack
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er kennt sie nicht, die Ent täuschung nach einer schlechten sportlichen Leis tung? Im richtigen Moment in Bestform zu sein, erfordert Vorbereitung und Organisa tion. Dafür gibt es eine Grundregel: keine zu hohen oder unrealistischen Ziele setzen. Ist der Ehrgeiz zu gross, ist Scheitern garantiert. Daher ist es unerlässlich, seine Ziele dem persönlichen Leistungs niveau anzupassen, um sich während des Trainings oder eines Sportevents nicht kontraproduktivem psycholo gischen Stress auszusetzen.
es hilfreich, seine Leistung während des Trainings im mer wieder einzuschätzen und sich Zwischenziele zu setzen. So bekommt man ein realistisches Gefühl da für, wann man das Hauptziel erreichen wird. MM
Bilder: Getty Images, zVg
So läuft es Denken Sie bei der Vorbereitung auf ein wichtiges Sportereignis daran, nicht nur das Trai ning, sondern auch die Pausen (Regeneration) zu planen, damit sich ihr Körper erholen kann. Pausen zu vergessen, ist der häufigste Fehler, den viele Hobbysportler machen.
Wenn Sie noch Anfänger in einer Sportart sind, lassen Sie sich von einem Trainer oder Profi beraten, um Ihren Fit nesszustand zu beurtei len und Ihr Trainings programm festzulegen. Gemäss mehrerer aktueller Studien lässt sich das Verletzungs risiko durch ausreichend Schlaf verringern. Ernähren Sie sich ausgewogen und bevor zugen Sie frische Le bensmittel, besonders Obst und Gemüse. Die Einnahme von Nah rungsergänzungsmitteln erhöht die Leistungs fähigkeit nicht, es sei denn, durch einen Bluttest wurde ein spezifischer Mangel festgestellt (z. B. Eisen).
Technik, Schnelligkeit und Kraft trainieren
Wer am Tag X eine gute Leis tung bringen möchte, sollte zunächst seine Fitness ermit teln und mit dem der Besten vergleichen. Auf diese Weise kann man das eigene Leis tungsniveau einordnen und sich eindeutige, mit einem Training erreichbare Ziele setzen. Dieses Prinzip gilt übrigens für alle Aktivitäten. Stehen die Ziele fest, ist es wichtig, sich ein massge schneidertes Programm zu sammenzustellen und bei den Schwächen anzusetzen. Drei Fähigkeiten sollte man trai nieren: Technik, Kraft und Schnelligkeit beziehungsweise Ausdauer. Jede dieser Fähig keiten sollte durch das Trai ning gesteigert werden, wenn man das bestmögliche Ergeb nis für sich erzielen will. Selbstgesteckte Ziele zu er reichen, kann langwierig sein und erfordert Durchhaltever mögen. Zur Motivation ist
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«Ich heisse Luca und bin 14 Jahre alt. Es fasziniert mich, wenn die Feuerwehr zum Beispiel in ein brennendes Haus muss, wo Balken zusammenkrachen und man wieder einen Weg hinaus finden muss. Das ist ein grosses Risiko, aber ich möchte gerne eines Tages Leben retten. Mit meinem Vater, der bei der Ortsfeuerwehr dabei ist, darf ich manchmal Probefahrten machen. Mit 18 kann ich dann auch bei grösseren Einsätzen dabeisein.»
Kinder
«Ich möchte Leben retten»
Luca (14) war schon als kleiner Junge von Feuer fasziniert. Heute will er lernen, mit der Feuerwehr Leben zu retten. Er weiss: Vor Feuer muss man Respekt haben, aber Angst darf nicht im Spiel sein. Text: Nora Zukker Bilder: Gabi Vogt
Mein Hobby
Die Feuerwehr «Wenn du gerne etwas mit anderen zusammen im Team machst, dich gut konzentrieren kannst und keine Angst vor Feuer, Wasser oder hohen Gebäuden hast, könnte die Jugendfeuerwehr etwas für dich sein. Hier findest du eine Jugendfeuerwehr in deiner Nähe: www.swissfire.ch Ich bin bei der Ortsfeuerwehr BellmundPort BE dabei. Zuerst macht man einen einwöchigen Basiskurs, in dem man alles über Erste Hilfe lernt und verschiedene Brandfälle durchspielt. Danach darf man bei den Hauptübungen mitmachen. Ich kann alle zwei Monate dabei sein. Bis ich 18 Jahre alt bin, kann ich aber erst bei kleineren Übungen mithelfen.» feuerwehrbellmundport.ch
«Die Ausrüstung ist bei der Jugendfeuerwehr natürlich sehr wichtig. Wir müssen die Brandschutzjacke tragen, einen Helm, Handschuhe und Stiefel. Wenn ein Alarm kommt, eilt es, und man muss sich schnell anziehen können. Wer eine lahme Schnecke ist, wird kein guter Feuerwehrmann.»
«Die Fahrzeuge sind grossartig. Das Tanklöschfahrzeug fasst 3000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum. Dass man mit Feuerwehrautos bei Rot über die Ampel fahren darf, kann Leben retten, ist aber auch cool. Ich helfe oft, das Magazin zu putzen, und lerne so, was die Feuerwehr an Material braucht.»
«Im Basiskurs habe ich gelernt, dass man Feuer in einer Pfanne mit heissem Öl nicht mit Wasser, sondern mit einer Decke löscht. Als Erstes muss man die Lage checken, dann das Feuer suchen und, falls in der Küche ein Mixer eingesteckt ist, den herausziehen, bevor man weiterarbeiten kann. Wenn ich gross genug bin, möchte ich gerne bei einem Grossbrand die Verletzten retten oder bei einem Verkehrsunfall Autos aufschneiden.»
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Früher war es unanständig, wenn eine Frau Gelüste hatte: wenn sie etwa ganz fest Lust auf Süsses hatte oder einen Mann begehrte. Das durfte sie auf keinen Fall zeigen. Man hätte sonst schlecht über sie geredet. Darum mussten Frauen darauf achten, ja auf nichts Lust zu haben, oder dann nur heimlich. Aber böse Leute finden immer Gründe, um dummes Zeug zu schwatzen. Im 16. Jahrhundert dachten sie sich diesen Unsinn aus: Immer wenn eine schwangere Frau
eine Lust hatte, die sie nicht befriedigen konnte, wuchs ein Fleck auf der Haut ihres Kindes. Kam dieses zur Welt, verrieten die Zeichen die Unsittlichkeit der Mutter. Man nannte sie Muttermale, weil das Wort «māl» so viel bedeutete wie Flecken oder Zeichen. Es gibt auch Wörterbücher, die es mit dem althochdeutschen Wort «meil» verbinden: Das bedeutet «Makel».
tun. Im Wort scheint eine gewisse Abfälligkeit gegenüber Frauen mitzuschwingen. Inzwischen hat die Mode etwas anderes daraus gemacht: Sie bestimmt, wie eine Frau auszusehen hat, damit sie als schön gilt. Sie hat das Muttermal zum «Schönheitsflecken» erkoren. Aber nur bei Frauen. Und nur, wenn es an der richtigen Stelle sitzt – etwa auf der Wange oder am Kinn. MM
So gesehen würde ein «Mal» für einen Fehler der Mutter stehen und hätte nichts mit dem Vater zu
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Teilnahme Für alle, die den Sommer im heimischen Garten geniessen möchten: das Gartenlounge-Set Samui
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Quiz & Paroli
Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.
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So nehmen Sie teil:
Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe
1. Was vergiesst man, wenn man Betroffenheit und Mitgefühl heuchelt? S
N Alligatorenschweiss
Krokodilstränen
D Kaimanstropfen
2. Wer darf beim Schach nicht mitspielen? I
Kaiser
R König
A Bauer
B Hochlandrind
E
3. Was ist ein Highland Cattle? L
Whiskysorte
Süssspeise
4. Wie nennt man Menschen mit einem heiteren, lebhaften Charakter? H Phlegmatiker
P Choleriker
I
Sanguiniker
Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.4.2018, 24 Uhr
5. Wie heisst ein Schweizer Kabarettist aus Schaffhausen? B Schwager
F
R Vetter
Cousin
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
6. Wo steht das «Monument Brunswick»? A St-Ursanne
U Lausanne
I
Genf
7. Wer steckte im Schilfrohr, das der Hirtengott Pan zu seiner Flöte schnitt? C Nereide
E
Auflösung Nr. 16: NETZWERK
R Sirene
Nymphe
8. Wie nennt sich eine mutwillige Luftverschmutzung mittels eines Dieselmotors? N Rolling Coal
D Black smoke
Gewinner Nr. 15: Doris Meier-Müller, Volketswil ZH; Thomas Stump, Ibach SZ; Jakob Rhyner, Heerbrugg SG
H Air blast
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.
ATATUERK GELAT I NE I N A Mdie I S T Sie HFüllen N N E Sin O H AWörter Jzehn I TAEN A PRätselgitter Kdas ENLOS A MDas Nein. BST I NAT OLösungswort EL E B aus E E N sich Sergibt den Buchstaben TATSACHE S I ER N E Feldern TinU den 1 bis 5:
Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.
Paroli
1 5
4 2 3
Lösungswort: Lösung: 1
2 1
2
3 3
4 4
Auflösung Nr. 16: ZELLE
5 5
A
ATATUERK GELAT I NE H I S T AM I N JOHANNES KAP I TAEN N AME N L O S OBST I NAT SEENEBEL TATSACHE TUNES I ER
Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und IhrerA 1 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, 5 Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, 4 Paroli, Postfach, 8074 Zürich 2 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 3
Lösung:
Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.4.2018, 24 Uhr
2 1 Gewinner Nr. 15: Veronika Eberhart, Winznau SO;3 Lorli Burri-Lanz, Bern; Renate Trösch, Nottwil LU
4
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So nehmen Sie teil:
5
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
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Auflösung Nr. 16: 245
Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.
Gewinner Nr. 15: Heidi Schuler, Seedorf UR; Janine Trolliet, Ogens VD; Monika Berger, Oberwangen TG; Michel Groux, Lausanne; Josef Elsener, Menzingen ZG
Sudoku
So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.4.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
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Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 2 3 3 3 miteinander verbunden 3 1 sein. Verboten: Kreuzungen, 5 2 2 diagonale Brücken und 1 2 3 1 mehr als zwei Linien.
Auflösung Nr. 16:
3 2 1
1 2 3
4
3
3
2
3
1
2
4
2
1
3
3
Auflösung Nr. 16: 2
2
2
3
2
2
4
2
3
1
4
2 2
2
4 2 4 5
1
4
3 2
1
3 1 2
2
2 3
1
2
1 3 2 2
1
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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ desMigros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2018-1)
Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund
Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel
Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin
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Mein Lieblingsprodukt «Der Himbeer-Yogodrink bedeutet Leben für mich. Das ist eine echte Geschmacks explosion im Mund. Very satisfying.»
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Meine Welt
«Meine echten Freunde sind in Basel» Topmodel Noah L. Brown hat einen fulminanten Karrierestart hingelegt und läuft für die bekanntesten Modelabels. Am wohlsten fühlt er sich aber nicht in den Luxushotels dieser Welt, sondern daheim in Basel. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Michael Sieber
LEBEN | MM17, 23.4.2018 103
1 Mein Museum «Meine Mutter hat mich früher immer zur Fondation Beyeler mitgenommen. Ich komme oft hierhin, um mich inspirieren zu lassen.» 2 Meine Freunde «Julian (18) und Nishad (18) sind meine besten Freunde. Wir wohnen alle in St. Johann – 4056 is the place to be!»
2
3
3 Mein Lieblingsstück «Die Jacke von Louis Vuitton Supreme habe ich von Kim Jones, dem ehemaligen Louis-VuittonDesigner, erhalten. Ich trage sie nur zu speziellen Gelegenheiten, denn sie hat einen unschätzbaren Wert für mich.»
4
Name Noah L. Brown (18) Sternzeichen Stier Lebenslauf «Ich wurde von der Agentur Visage entdeckt. Mein erster Job war für die Mode Suisse. Danach ging es sofort richtig los. Mein bisheriges Highlight war die Louis-VuittonSupreme-Show in Paris, die ich eröffnen durfte. Im Modelbusiness kann man schnell ein Netzwerk aufbauen, das mag ich. Jetzt kenne ich sogar den Rapper Travis Scott. Aber meine echten Freunde sind immer noch in Basel, wo ich mit meiner Mutter lebe. Für die Modeljobs schlüpfe ich in eine Rolle: Ich lebe in schönen Hotels, werde chauffiert und habe Fans. Das ist in Basel anders, dort bin ich einfach der Noah, der ich immer war. Ab und zu laufe ich auch in der Schweiz, wie an der ‹Doing Fashion Graduate Show› in Basel (Bild).» 5
4 Meine Agentur «Zineta Blank von der Agentur Visage ist quasi mein zweites Mami. Ich mache bei ihr im Büro ein Praktikum, wenn ich nicht gerade für Modeljobs um die Welt reise.»
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5 Mein Auto «Ich besitze den Lernfahrausweis, will aber noch vor meinem Geburtstag im Mai den Permis haben. Ich liebe Autos. Am liebsten hätte ich einen SUV oder einen Lamborghini.» 6 Mein Bandana «Dieses Tuch habe ich eigentlich immer dabei. Ich trage es am Bein, am Hals oder um den Kopf. Ich habe es geschenkt bekommen. Kaufen würde ich es nicht, es ist sehr teuer.» 7 Mein Schmuck «Ich besitze 21 Finger ringe und trage immer mindestens einen. Den Lucky Charm habe ich von Zineta erhalten, und bisher hat er mir viel Glück gebracht.» MM
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