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Migros magazin 17 2015 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM17, 20.4.2015 | www.migrosmagazin.ch

Vom Postbüro in den Boxring: Nicole Boss vor dem WM-Fight. Seite 8

Raffaello D’Andrea, der Roboter-Guru. Seite 18 Bild: Michael Sieber

Box-Weltmeisterschaft in Bümpliz

Martin Schnellmann, Herr der Migros-Wägeli. Seite 28 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch


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E

MM17, 20.4.2015 | 3

Editorial

Was tun wir in Zukunft?

Es ist eine der wichtigsten Fragen, welche die Gesellschaft beantworten muss. Und die Zeit drängt: «Womit beschäftigen wir uns in Zukunft?» Was fangen wir mit unserer Zeit an, da abzusehen ist, dass bis in zwei, drei Jahrzehnten ein Grossteil der Arbeitsplätze Maschinen zum Opfer gefallen sein wird? Nume nid gschprängt, werden Sie jetzt vielleicht einwerfen. Der Mensch wird immer etwas zu tun finden. Doch ist dem wirklich so? Und wird die Menschheit es schaffen, sich davon zu lösen, einen grossen Teil ihres Selbstwerts aus der bezahlten Arbeit zu beziehen? Seit der Industrialisierung hat die Produk­ tivität unglaubliche Fortschritte gemacht. Wir stellen immer mehr Güter schneller und billiger her. Dabei gab es mehrere Phasen der Entwicklung: In der ersten Phase mündeten die Produktivitätsfortschritte in weniger Arbeitszeit. Statt 16 Stunden schuftete man erst 12, dann 10, schliesslich noch 8. Der Sonntag wurde freigeschaufelt, und der Samstag dazu. Dann war offenbar genug: Seit Jahrzehnten ist die Arbeitszeit nicht mehr signifikant gesunken. Dafür wurde mehr konsumiert. Statt mehr Freizeit einen zweiten Fernseher. Statt am Freitag nicht mehr zu arbeiten, ein Häuschen in den Bergen. Doch was, wenn der vierte Fernseher im Haus steht, wenn alles gesehen, gekauft, gemacht ist? Und gleichzeitig Roboter die Hälfte der Jobs überflüssig machen? Werden wir es schaffen, uns zu ändern? Uns Ruhe, Musse, Selbstbescheidung zu gönnen und andere, unbezahlte Beschäftigungen zu finden, die uns ausfüllen? Und – vielleicht das wichtigste – mit weniger Geld auszukommen und trotzdem die Gesellschaft zu finanzieren? Das Interview zum Thema Robotik und der Zukunft der Arbeit lesen Sie Seite auf 18. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 6 Diese Woche Wie viel Frauenquote braucht die Schweizer Wirtschaft? 8 Porträt

61 Logistik

Die Migros transportiert ihre Ware vor allem per Bahn. 63 Glacegenuss ganz klein 65 Drei Fragen 66 Bunte Mädchenwelt

Die Bernerin Nicole Boss will Box-Weltmeisterin werden.

69 Neues aus Ihrer Region

10 Porträt

Leben

Manuschak Karnusian hat ein Buch über Armenier in der Schweiz geschrieben. 15 Bänz Friedli 16 Porträt

Zürcher Cheerleaderinnen reisen an die WM in die USA. 18 Interview Roboter-Forscher Raffaello D’Andrea über die Zukunft.

Migros-Welt 28 Migros-Wägeli

Martin Schnellmann betreut 150 000 Einkaufswagen. 31 So macht Duschen Spass 37 Office, nicht nur im Büro 38 SlowUp: grünes Rollen 41 Leichter Milchgenuss 43 Frage der Woche 45 Saisonküche

Die süsse Seite des Rhabarbers.

76 Reisen

Ein Streifzug durch den Süden Englands. 83 Migros-Bank-Ratgeber 85 Gesundheit

Wie umgehen mit Depressionen? 87 Beauty

Schönheitspflege für den Mann. 89 Ernährung

So viel Flüssigkeit braucht der Körper pro Tag. 90 Kinderseite

Basile und Cassandre sind mit ihren Eltern nach Tunesien ausgewandert. 93 Glücksgriff 95 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus 102 Meine Welt

M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM17

Darauf freuen wir uns Junge machen Musik Das Schweizer Jugend-Symphonie-Orchester startet seine Frühlingstournee am 25. April in St. Gallen. Formationen auf Ski Die erste Europameisterschaft im Formationsfahren findet vom 24. bis 26. April in Samnaun GR statt.

Senden Sie uns Ihr Bild zum schönsten SeniorenAusflugsziel. Migrosmagazin.ch

Bilder: Martin Ruetschi/Keystone, Ueli Christoffel, Oscar Alessio/SF, PD

ist der bekannteste Schweizer Sportreporter und hat als Moderator von «Benissimo» und «Tell-Star» TV-Geschichte geschrieben.

Mein Bild der Woche «Diskutiert wird ein lebenslängliches Generalabonnement für

Rentner. Der Fotograf soll das Thema bebildern. Aber wie? Kein Bahnhof strahlt eine derartige Symbolkraft aus wie derjenige von Olten, eine logische Wahl also. Die triste Leere der Gleislandschaft wird überlistet durch einen vorbeirasenden Zug. Das Bild ist schon melancholisch genug: Die Seniorin steht nahe am Papierkorb, wo unnütze Dinge entsorgt werden, der Zug fährt an ihr vorbei. Das Foto kann aber auch positiver gedeutet werden. Der Fotograf hat das Schild ‹Überschreiten der Geleise verboten› am rechten unteren Bildrand bloss angeschnitten, denn ältere Leute wissen das ohnehin und sind vernünftig.»

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Andi Kirchhofer (30), Monteur aus Luterbach SO a) Musikwelle b) Radio Swiss Classic c) SRF 3

Auflösung: c) «Weil Hitparade meine Lieblingsmusik ist.»

Bernard «Beni» Thurnheer (65)

Unnützes Wissen

Handys Auf dem Mount Everest gibt es 3G-Empfang. Als 2010 auskam, dass sich iPhoneDisplays auch mit Würstchen bedienen lassen, kam es in Südkorea zum Würstchenboom. Der Kosovo teilt sich die Mobilfunkvorwahl mit Monaco. Die Abkürzung OMG (Oh My God!) tauchte zum ersten Mal 1917 in einem Brief eines Admirals an Winston Churchill auf. Quelle: Neon/Stern


6 | MM17, 20.4.2015 | MENSCHEN

Was halten Sie von einer Frauenquote? Migrosmagazin.ch

Diese Woche

Wie viele Chefinnen braucht das Land? Eigentlich sind sich alle einig: Frauen sind in den Chefetagen untervertreten. Wie kann die Politik dem entgegenwirken? Die Quote, die der Bundesrat vorschlägt, ist umstritten. Das zeigen die Stellungnahmen von Verbänden, Parteien und Organisationen. Texte: Yvette Hettinger

Frauenquote in Zahlen

53%

sagten im Frühling 2014 in einer Umfrage Nein zu einer staatlich verordneten Frauenquote.

65%

der Männer waren in der Umfrage gegen die Quote, nur 28 Prozent dafür. 49 Prozent der Frauen befürworteten die Quote, 42 Prozent verwarfen sie.

26.

Platz erreichte die Schweiz 2013 auf einer Liste der Länder mit guten Bedingungen für erwerbstätige Frauen. An der Spitze liegen Norwegen und Schweden. Schlechter als die Schweiz schnitten nur Japan und Südkorea ab. Quelle: Mercuri Urval, «The Economist».

Letzte Woche fragten wir:

Freuen Sie sich auf die neue «Arena»? 60% schauen die Sendung nie. 32% begrüssen den frischen Wind. 8% gefiel es, wie es war.

D

ie Zahlen stimmen nach­ denklich: Gerade mal 13 Prozent der Verwal­ tungsratssitze in den 100 grössten Schweizer Firmen werden von Frauen besetzt. Noch krasser ist die Geschlechterver­ teilung in den Geschäftsleitungen: Nur sechs Prozent der Mitglieder sind weiblich. Um das zu ändern, schickte der Bundesrat Ende November ein revidiertes Aktienrecht in die Ver­ nehmlassung, das unter anderem eine Frauenquote vorsieht: In den grössten 250 börsenkotierten

Unternehmen sollen fortan mindes­ tens 30 Prozent der Verwaltungs­ rats­ und Geschäftsleitungssitze von Frauen besetzt werden. Für die Umsetzung ist eine Frist von fünf Jahren vorgesehen. Erreicht eine Firma die Quote nicht, muss sie sich rechtfertigen. Die Vernehmlassung ist nun abgeschlossen und zeigt: Die Frauenquote polarisiert. Einigen Frauenverbänden geht die Vorlage zu wenig weit. So fordert zum Bei­ spiel die Eidgenössische Kommis­ sion für Frauenfragen eine höhere Quote für Frauen sowie Sanktionen für Firmen, die sie nicht erreichen.

Derweil erachten andere Organisa­ tionen und Parteien die Gesetzes­ vorlage als übermässigen Eingriff in die Privatwirtschaft. Eine, die in einer Frauenquote sowohl Vor­ als auch Nachteile sieht, ist Doris Aebi (50). Als Headhunterin befindet sie sich an der Schnittstelle zwischen Unter­ nehmen und Jobkandidaten und beobachtet, dass der Frauenanteil in höheren Positionen wächst. Im Interview (siehe rechts) erklärt sie, was Frauen in der Chefetage bewirken können und wie man sie dorthin bringt. MM

Bild: Nigel Treblin/dapd/Keystone

Den


MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 7

Strassenumfrage

Experteninterview

«Es braucht mehr Frauen. Nicht, weil sie besser, sondern weil sie anders sind» Doris Aebi, Sie sagen, Sie können mit und ohne Frauenquote gut leben. Was spricht für die Quote? Sie könnte Druck auf die Unterneh­ men machen, geeignete Frauen zu suchen. Heute werden neue Verwal­ tungsräte immer noch meist über die Netzwerke der Mitglieder gesucht. Da die meisten Verwaltungsräte Männer sind, fällt der Radar seltener auf Frauen. Eine Quote würde das Rekrutierungsverhalten ändern. Was spricht gegen eine staatlich verordnete Quote? Sie birgt die Gefahr einer Schein­ lösung. Es wäre aber schade, einfach irgendeine Frau zu engagieren und den Rest beim Alten zu lassen. Damit würde man eine Chance verpassen: Frauen bringen eine Andersartigkeit ein, die es zu nutzen gilt. Braucht es denn generell mehr Frauen in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen? Ja. Studien zeigen, dass Firmen, denen es gelingt, ihre weiblichen Führungs­ kräfte zu integrieren, erfolgreicher sind. Nicht, weil Frauen besser, son­ dern weil sie anders sind. Sie bringen neue Sichtweisen ein. Erfreulicherwei­ se sehen immer mehr Firmen, dass sie von durchmischten Teams wirtschaft­ lich profitieren. Und es stehen auch immer mehr qualifizierte Frauen zur Verfügung, die mit Freude Verantwortung in einem solchen Gremium übernehmen wollen. Können wir nicht darauf vertrauen, dass es dadurch ohnehin mehr Verwaltungsrätinnen geben wird? Auf Vertrauen setzen die Gegner einer Frauenquote, auf Vorgaben die Befürworter. Entscheidend ist, dass die alten Rekrutierungsgewohnheiten geändert und die Frauen in den Gremien ehrlich integriert und ernst genommen werden. Gibt es denn genügend qualifizierte Frauen für Verwaltungsräte? Ja, ein solches Gremium braucht nicht nur Mitglieder mit langjähriger

Geschäftsleitungserfahrung, sondern auch solche mit Wissen im Personal­ wesen, in Finanzen, in der Kommuni­ kation, in Strategie. Sucht man nach diesen Kompetenzen, tauchen viele Frauen auf dem Radar auf. Ich bin überzeugt, dass sich in Verwaltungs­ räten eine Quote von 30 Prozent erreichen lässt, ob staatlich verordnet oder nicht. Bei den Geschäftsleitungen ist das etwas schwieriger. Warum? Von einem Geschäftsleitungsmitglied erwartet man, dass es Vollzeit rund um die Uhr zur Verfügung steht. Mit unseren traditionellen Rollenbildern und den gesellschaftlichen Erwar­ tungen ist das für Mütter immer noch schwierig. Sie wählen oft ein Teilzeit­ pensum oder machen sich selbständig, um zeitlich flexibler zu sein. Damit verlassen sie den klassischen Karriere­ weg innerhalb von Unternehmen. Was müsste sich ändern? Es braucht mehr familienexterne Kin­ derbetreuung und ein Umdenken: Vor­ gesetzte sollen Frauen im Hinblick auf eine mögliche Familiengründung nicht weniger fördern, sondern Vorausset­ zungen schaffen, dass Frauen wie Män­ ner neben der Karriere auch Familien­ aufgaben wahrnehmen können – diese sind volkswirtschaftlich auch wichtig. Das setzt neue Arbeitsmodelle voraus. Die Führungsarbeit aus alten Fabrik­ zeiten ist hier nicht mehr angemessen. Als Headhunterin legen Sie den Fokus auf Führungskräfte. Was raten Sie karriereinteressierten Müttern? Das Gleiche wie den Männern: sich mit Selbstvertrauen präsentieren und sich selber bleiben. Und noch etwas an ihrer Frusttoleranz und am Durchstehvermögen arbeiten. Männer sind uns da einen Schritt voraus. Ziehen weibliche Führungskräfte auch weitere Frauen nach sich? Sicher auch, aber es ist Aufgabe von Männern wie Frauen in der Chefetage, ein kompetentes, durchmischtes Team zusammenzusetzen.

Braucht es eine Frauenquote?

Doris Aebi (50) ist

Headhunterin und Mitinhaberin der Executive Search Firma aebi+kuehni AG und Vizepräsidentin der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes.

Hans Portmann (65), Kapuziner, Rapperswil SG: «Klar braucht es mehr

Frauen in den Chefetagen, aber die Quote nützt nichts. Es braucht ein Umdenken, und zwar sollte man Mädchen mehr dazu erziehen, sich durchzusetzen.»

Rita Baumberger (50), Medienfachfrau, Dietlikon ZH: «Ich halte nichts

von einer Frauenquote. Ein Kadermitglied muss in erster Linie die richtigen Qualifikationen mitbringen, dann ist es egal, ob es männlich oder weiblich ist.»

Daniele Tangorra (32), Plattenleger, Rüti ZH: «Es braucht die Quote. Frauen bringen ein anderes Denken in die Unternehmen ein und sollen in Entscheidungspositionen sein. Allein schaffen sie es aber nicht, sie werden immer noch benachteiligt.»


Grosse und ausser­ gewöhnliche Boxlegenden im Film

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Migrosmagazin.ch

Porträt

Nicole ist der Boss im Ring

Sie ist die schlagkräftigste Frau der Schweiz: Am 25. April boxt Nicole Boss im bernischen Bümpliz um den Weltmeistertitel. Text: Reto E. Wild

N

ur der blaue Nasenrücken verrät ihren Sport: Boxerin Nicole Boss (35) musste in einem Trainings­ kampf in Deutschland einen har­ ten Schlag einstecken. Sie ist die zweitbeste Europäerin in der Kategorie Leichtgewicht (bis 61,2 Kilogramm). Die Sportlerin aus Wohlen bei Bern befindet sich im Schluss­ spurt für den wohl wichtigsten Kampf ihres Lebens: Am 25. April tritt sie im ausverkauf­ ten Sternensaal in Bümpliz BE vor 400 Fans gegen die amtierende Weltmeisterin Delfine Persoon (30) aus Belgien an. Die Regeln des Verbands World Boxing Council (WBC) verlangen, dass Boss für diesen Kampf ihren Europameistertitel abgibt. Verliert sie gegen Persoon, steht sie ohne Titel da. Sie will diesen Titel in die Schweiz holen

«Ich habe gute Chancen und bin optimal vorbereitet. Ich will diesen Titel in die Schweiz holen», sagt die 171 Zentimeter grosse Bernerin, die in ihrer Kategorie eher zu den grösseren Sportlerinnen gehört. Gegen die Belgierin hat Nicole bereits ein Mal geboxt: in Belgien 2011, wo sie den EM­Kampf knapp nach Punkten verlor. Die­ ses Mal muss sie von der ersten Sekunde an Druck erzeugen, um bei den Ringrichtern im wahrsten Sinn des Wortes zu punkten. Dank ihrem Manager Sascha Müller (39), der den WM­Kampf in die Schweiz geholt hat, macht sie in ihrer Boxkarriere einen

Bild: Michael Sieber

grossen Schritt vorwärts. Sie ist entspre­ chend nervös, wobei man ihr das nicht anmerkt. «Ich kann nicht sagen, dass mit einem Sieg am 25. April für mich alle Träu­ me in Erfüllung gehen; in meinem Leben gibts noch anderes als das Boxen.» Nicole Boss steigt trotz ihrer 35 Jahre erst zum 20. Mal als Profisportlerin in den Ring – nach 34 Amateurkämpfen. Im Lager der Profis boxt sie seit 2008, wobei dieser Status relativiert werden muss: Sie arbeitet als Direktionsassistentin in einer 100­Pro­ zent­Anstellung bei der Post. Neben Boxen und Arbeiten bleibt also kaum Zeit für an­ deres. «Ich habe einen super Chef und kann die Arbeitszeiten flexibel gestalten», sagt Nicole Boss. Ihr Alltag ist straff organisiert, nur so schafft sie ihr Arbeits­ und Sport­ pensum. Die Arbeit sei ein guter Ausgleich. Die Trainingspläne erhält sie von ihrem Ehemann Stefan Künzi (40), der für das Militär arbeitet. «Ich bin froh, dass mein Mann involviert ist. So können wir mehr Zeit zusammen verbringen.» Sie trainiert zwei Mal täglich. Auf dem Plan stehen Kondition, Kraft, Technik und Sparrings­ partner. Oft ist sie im Keller ihres Boxclubs anzutreffen, der Box Academy Bern im Lorraine­Quartier. Im Training macht sie keinen grossen Unterschied, ob ihr Gegner eine Frau oder ein Mann ist. «Einzig bei schwergewichtigen Männern muss ich aufpassen, denn sie verfügen über eine

grosse Schlagkraft.» Abgesehen von einem blauen Auge, der aktuell blauen Nase, Nasenbluten und einem Misstritt, bei dem sie die vorderen Bänder riss, hat sich Nicole Boss noch nie verletzt. Nach den Trainings sei sie jeweils körperlich fix und fertig, fühle sich aber gut. Es sei gut für ihr Selbst­ vertrauen, wenn sie wisse, dass sie sich als Frau im Notfall wehren könne. Trotzdem muss sie damit leben, dass ihre Mutter es «nicht so toll» findet, wenn sie im Ring steht. Zwei Mal habe die Mutter einen Kampf besucht, dann aber die Halle vor dem Ende verlassen, weil sie nicht zusehen konnte, wie ihre Tochter verprügelt wurde. Ein Frauenboxkampf


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Nicole Boss bringt sich mit einem Sparringspartner im Keller der Box Academy in Bern in Topform.

dauert zehn Runden à zwei Minuten. Eine lange Zeit für eine mitleidende Mutter. Sonst hat ihr Umfeld aber gelassen oder sogar positiv auf ihren Kampfgeist reagiert. «Viele sind beeindruckt, wenn sie erfahren, wie viel Aufwand es für den Sport braucht.» In der Komplexität aus Kondition, Kraft, Kopfarbeit und Schnelligkeit liegt für Boss die Faszination ihres Sports. «Die Boxer sind nicht alle ein wenig doof und haben nichts im Oberstübli, wie man uns nachsagt.» Der Sport bestehe aus viel mehr als aus Dreinschlagen. Die Technik sei sehr wichtig. Bloss könne halt wie in anderen Sportarten auch immer etwas passieren. «Wenn ich eine Tochter hätte, die Boxen

möchte, würde ich das jedoch nicht kate­ gorisch ablehnen. Für die Entwicklung der Persönlichkeit ist es eine gute Sportart», sagt die kinderlose Frau. Boxen ist in der Schweiz ein brotloser Sport

Auf den Geschmack gekommen ist sie vor 15 Jahren durch einen Kollegen, der eine Trainerausbildung absolvierte. «Er sagte, ich solle doch mal ein Boxtraining besuchen. Ich habe immer intensiv Sport betrieben – zuerst Volleyball und dann Leichtathletik –, und war vom ersten Mo­ ment an begeistert.» Letztlich ist Boxen in der Schweiz aber eine Randsportart, nicht nur bei den Frauen. Mit ihrem monatlichen

Salär finanziert Nicole Boss jährliche Aus­ gaben von rund 5000 Franken. Und ihr Club muss für sein Aushängeschild mehrere 10 000 Franken in die Hand nehmen, um beispielsweise die Wettkämpfe wie den WM­Fight gegen die belgische Welt­ nummer 1 zu organisieren. Wie es mit ihrer noch relativ jungen Profikarriere nach dem Kampf um den Weltmeistertitel weitergeht, weiss Nicole Boss noch nicht. Momentan fokussiert sie einzig auf den 25. April. «Es ist eine kleine Sensation, so einen Anlass in die Schweiz zu holen.» MM www.nicoleboss.ch www.boxacademybern.ch


10 | MM17, 20.4.2015 | MENSCHEN

Kurzporträts

Armenier in der Schweiz

Der Geheimagent Kevork Jacobian (77) wurde 1938 in Kairo geboren und als jun­ ger Mann vom ägyp­ tischen Geheimdienst angefragt: Er nahm das heikle Jobangebot an. 1964 flog er in Israel auf und wurde dort zu lebens­ langer Haft verurteilt, kam jedoch noch einem von der Uno erwirkten Ge­ fangenenaustausch rund zwei Jahre später wieder frei. Weil er den Ägyp­ tern inzwischen ebenfalls suspekt war, floh er in die Schweiz. Als anerkannter Flüchtling fand er schnell Arbeit – zu­ erst in einer Garage, danach als Fotola­ borant und schliesslich als Bildbear­ beiter in einer Druckerei. Die Archäologin Ani Eblighatian (30) ist im armenischen Stadtteil der syrischen Gross­ stadt Aleppo aufge­ wachsen. Sie studierte in ihrem Geburtsland Archäologie, zog 2007 nach Paris und 2011 für das Doktorat nach Genf. 2012 fielen die ersten Bomben auf ihre Hei­ matstadt. Ende 2013 kamen ihre Eltern und ihr Bruder über den Libanon in die Schweiz. Die junge Archäologin träumt davon, dereinst in der Türkei, im Gebiet des historischen Armeniens, zu graben. Das Buch

Manuschak Karnusian, «Unsere Wurzeln, unser Leben. Armenierinnen und Armenier in der Schweiz», Stämpfli Verlag, erhältlich für 28 Franken bei Ex Libris.

James Karnusian war Pfarrer und stand unter Verdacht, Gründungsmitglied einer Terrororganisation zu sein.

Porträt

Ein Leben mit Leerstellen 100 Jahre nach Beginn des Massakers an den Armeniern hat die Bernerin Manuschak Karnusian ein Buch über Armenier in der Schweiz geschrieben – und versucht, damit Lücken in ihrer eigenen Familiengeschichte zu füllen. Text: Andrea Freiermuth

H

at mein Vater tatsächlich eine Terrororganisation mitgegrün­ det?» Diese Frage wird Manu­ schak Karnusian (54) nie restlos klären können. Die Vorwürfe wurden erst nach seinem Tod erhoben. Die Geschichte ihrer Familie väterlicherseits kennt die ehe­ malige Journalistin vor allem aus Zeitungsar­ tikeln und Radiobeiträgen: «Wir haben nicht gefragt – wahrscheinlich weil wir merkten, wie viel Schmerz sich dahinter versteckt.» Als Pfarrer von Gstaad predigte James Karnusian jahrzehntelang von Frieden und Versöhnung. 1998 starb er im Alter von 72 Jahren, Ruhe findet er bis heute nicht: Erst kürzlich schrieb die «NZZ», Karnusian sei wahrscheinlich ein Gründungsmitglied der Asala gewesen – einer Terrorgruppe zur Befreiung Armeniens, die in den 80er­Jahren weltweit 84 Anschläge mit 46 Todesopfern und 299 Verletzten verübte. James Karnusian wurde 1926 in einem Flüchtlingslager in der libanesischen Haupt­ stadt Beirut geboren. Er emigrierte mit 28 Jahren in die Schweiz, wo er ein Theologie­ studium abschloss, reformierter Pfarrer wurde und eine Schweizerin heiratete. Seine Mutter war 15 Jahre alt, als vor ihren Augen die gesamte Verwandtschaft ermordet wurde.

Bild: Marco Zanoni

Zusammen mit Tausenden weiterer Waisen­ kinder durchquerte sie zu Fuss die Syrische Wüste und lernte vermutlich in einem Flüchtlingslager ihren künftigen Mann kennen, der zu einer Gruppe armenischer Widerstandskämpfer gehört haben soll. Die Grosseltern von Manuschak Karnusian waren Überlebende des Völkermords an den Armeniern, der am 24. April 1915 begann. Damals richtete die türkische Regie­ rung 200 armenische Führer hin. Während der folgenden drei Jahre kamen in der Türkei über eine Million armenische Christen ums Leben, 400 000 wurden vertrieben. Über die politischen Hintergründe gibt es viele Bücher, nicht aber über die damit verbundenen Schicksale. Darum hat sich Manuschak Kar­ nusian entschlossen, ein Buch über Armenier in der Schweiz zu schreiben – auch, um nach ihren eigenen Wurzeln zu suchen. «Ich war wie getrieben, habe ganze Wochen durchgearbeitet», erzählt die heutige WWF­Mitarbeiterin. Dabei habe sie früher stets versucht, sich vom Armenien­Thema ab­ zugrenzen. «Als ich in der Pubertät war und mein Vater im Zusammenhang mit der Asala plötzlich auf allen Kanälen kam, hatte mich das Thema Genozid völlig überfordert.» Auch der Patriotismus der Armenier habe sie ge­

Bilder: Alexander Egger/Stämpfli Verlag AG Bern, Keystone

Die Konfliktforscherin Anna Hess Sargsyan (40) stammt aus Sjunik, dem süd­ lichsten Teil der Republik Armenien. Die Region war vom Krieg zwischen Armenien und Aser­ baidschan (1988–1994) um die Enklave Berg­Karabach besonders betroffen. Anna Sargsyan emigrierte als junge Frau nach New York, wo sie den Master in Konfliktforschung machte. Später nahm sie einen Job an der For­ schungsstelle für Sicherheitspolitik an der ETH Zürich an, wo sie noch heute arbeitet und unter anderem das Dossier Berg­Karabach betreut.


MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 11

Manuschak Karnusian: «Mein Vater hätte nie Bomben und Terror in Kauf genommen.»


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nervt. «Ich habe so oft gehört, dass Armenier gewitzter, schlauer oder einfach besser sind.» Dabei gebe es innerhalb der Diaspora auch viel Zwist, der so typisch sei, dass man darüber sogar Witze reisse. «Was passiert, wenn sich drei Schweizer treffen? Sie gründen einen Verein. Was passiert, wenn sich drei Armenier treffen? Sie gründen vier Vereine.» Nachdem sie für ihr Buch zwölf in der Schweiz lebende Armenier interviewt hat, kann sich Manuschak Karnusian sowohl den Patriotismus wie auch die Reibereien erklären. «Armenier aus Syrien sind beeinflusst von der Diktatur des Assad-Regimes, solche aus der armenischen Republik von der Sowjetherrschaft, Armenier aus der Türkei von der Angst vor Repression.» Von aussen betrachtet, verbände diese Menschen nichts – und doch hätten sie eine Gemeinsamkeit: «Sie alle betonen ihre Wurzeln und ihre armenische Identität.» Manuschak Karnusian kennt dies aus ihrer eigenen Biografie: Als sie in jungen Jahren als Flight Attendant bei der Swissair arbeitete,

durchsuchte sie die Passagierlisten stets nach «-ian», der typischen armenischen Namensendung. Und als sie mit ihrem Lebenspartner eine Familie gründete, verzichtete sie auf die Heirat, und so tragen die beiden Kinder ihren Nachnamen – mit passenden Vornamen. Würde Manuschak Karnusian nicht heissen, wie sie heisst, man würde nicht ahnen, dass ihre Wurzeln ausserhalb der Schweiz liegen. Sie spricht breitestes Berndeutsch, Armenisch beherrscht sie nicht, und zu Hause in Mittelhäusern BE gibt es keine Souvenirs aus der Heimat des Vaters. «Auf der Flucht haben meine Vorfahren alles verloren.» Sie erinnert sich an grobkörnige SchwarzWeiss-Fotografien, die auf dem Bürotisch ihres Vaters lagen, mit abgeschlagenen Köpfen und an Pfosten baumelnden Männern. Für Manuschak Karnusian beweisen die Bilder den Völkermord an den Armeniern. Sie kursieren heute auch im Internet – ebenso wie der Terrorverdacht gegenüber ihrem Vater. Was die tatsächliche Rolle ihres Vaters betrifft, hält sich Manuschak Karnusian an

einen Artikel aus der «Weltwoche» von 1992: Darin steht, dass ihr Vater bei der Attentatswelle Anfang der 80er-Jahre tatsächlich eine Rolle gespielt hat – als Vermittler. Dies bestätigte der frühere inzwischen verstorbene Staatssekretär Raymond Probst. Im Artikel sagte er, er sei mit dem Pfarrer in Kontakt getreten und habe ihn gebeten, Verbindung mit dem in Beirut domizilierten Terroristenzentrum aufzunehmen. Das habe Karnusian auf seinen verschlungenen armenischen Wegen auch wirklich zustande gebracht und die Terrorakte hätten dann plötzlich aufgehört. Überblickt Manuschak Karnusian alle ihr zugänglichen Dokumente, bleibt die Antwort auf die Frage offen, ob ihr Vater Gründungsmitglied der Asala war. Was sie aber sicher weiss, ist, dass sich ihr Vater von der Organisation distanzierte, als diese begann, ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen: «Mein Vater hatte mit der Anerkennung des Völkermords dasselbe Ziel wie die Asala, aber Bomben und Terror hätte er nie in Kauf genommen. So wie ich selber auch nicht.» MM

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Der lange Weg zur Anerkennung

Wo li egt A r m en ie n? BULGARIEN S C H WA R Z E S M E E R

G EO RG IE N ARMENIEN

Istanbul

2015 Der Bundesrat nimmt nicht an der Gedenkfeier in Armenien teil. Dafür nimmt der Papst den politisch heiklen Begriff Völkermord in den Mund. 2013–2015 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kommt zum Schluss, die Schweiz habe mit der Verurteilung von Doğu Perinçek das Recht auf freie Meinungsäusserung verletzt. Der Bundesrat ersucht den EGMR um eine Neubeurteilung durch dessen Grosse Kammer. Das Urteil wird noch in diesem Jahr erwartet.

2003 Der Nationalrat anerkennt den Völkermord an den Armeniern. Der Bundesrat spricht bis heute bloss von «tragischen Ereignissen».

1975–1985 Die Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia (Asala) verübt weltweit 84 terroristische Anschläge. In der Schweiz gibt es einen Toten und rund 30 Verletzte.

Bilder: Keystone (2), Getty Images, AFP, Wikipedia; Karte: Claudia Stöckli/MM

1920 Laut Vertrag von Sèvres zwischen den Bündnispartnern England, Frankreich, Russland und dem Osmanischen Reich soll im Osten der Türkei ein Staat Armenien entstehen. Dieses Versprechen wird nie eingelöst. Im östlichsten Zipfel marschiert die Rote Armee ein. Auf diesem Gebiet entsteht die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik. 24. April 1915 In Konstantinopel (Istanbul) werden über 200 armenische Führer ermordet. Dieses Datum gilt als Beginn des Völkermords. 188–55 vor Christus Artaxias I. ruft das Königreich Armenien aus, das sich unter seinem Nachfolger zu einer Grossmacht ausdehnt, die vom Kaspischen Meer über das Schwarze Meer bis zum Mittelmeer reicht.

Erzurum

ANKARA

Van see

T ÜR K E I

B e rgKa rabac h

Malatya Diyarbakir

I RA N

Adana

SYR I EN MITTELMEER

2005 Der türkische Politiker Doğu Perinçek bezeichnet den Völkermord bei mehreren Auftritten in der Schweiz als Lüge. Die Waadtländer Justiz verurteilt Perinçek zu einer bedingten Geldbusse wegen Verletzung des Antirassismusgesetzes. Das Bundesgericht bestätigt das Urteil zwei Jahre später. Perinçek zieht das Verfahren weiter. 23. September 1991 Die ehemalige Sowjetrepublik Armenien wird unabhängig. Im ganzen Land werden Leninstatuen abgebrochen.

1923 Im Friedensvertrag von Lausanne revidieren die Siegermächte den Vertrag von Sèvres und nehmen die Türkei ins Bündnis der westlichen Mächte auf. Der Anspruch der Armenier auf einen eigenen Staat wird ad acta gelegt.

1915–1918 Die armenische Bevölkerung wird umgesiedelt und durch die Syrische Wüste geschickt. Viele Menschen sterben auf den Märschen. Die Männer werden von den Frauen getrennt und oft sogleich ermordet. Es kommen schätzungsweise eine Million Armenier ums Leben, 400 000 werden vertrieben. 16. Jahrhundert Armenien wird zwischen dem Osmanischen Reich und dem persischen Safawiden-Reich aufgeteilt. In den folgenden Jahrhunderten kommt es immer wieder zu Unruhen und Umverteilungen.

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MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 15

V Bänz Friedli

Lafere statt liefere

Vielleicht tat ich den Sportlern ja unrecht, letzte Woche. Besonders den Sportlerinnen. Mag nämlich sein, dass manche ihrer Ant­ worten nur doof sind, um die Doofheit der gestellten Frage zu entlarven. Als Lara Gut die Bronzemedaille mal um zwei Hundertstel verpasste – ein Wimpernschlag, purer Zufall – und der Reporter wissen wollte: «Lara Gut, wo haben Sie Zeit verloren?», entgegnete sie süffisant: «Auf der Piste.» Will heissen: Fahr doch mal selber runter, du Affe!

Bänz Friedli (50)

denkt nach. Manchmal.

Vor einiger Zeit wurde Michael Liniger, Berner in Diensten der Kloten Flyers, im «Sportpanorama» gefragt, warum er selten Tore erziele, aber wenn, dann matchent­ scheidende. Und was ihm tags zuvor bei seinem siegbringenden Treffer durch den Kopf gegangen sei? «Ha mi eigentlech deheim wöue vorbereite uf die Frag», maulte er, «aber i ha ou bim Studiere nid viel Gschids usegfunge, wo­n i nech da chönnt verzeue.» Hat je einer charmanter deutlich gemacht, ihm sei eine blöde Frage gestellt worden? Typisch Emmentaler: sich selber listig klein machen und damit den anderen blossstellen. Genau betrachtet, war Linigers Antwort Philosophie pur. Er beschied dem Gegenüber sozusagen ohne Worte: Du solltest nicht über etwas reden, von dem du nichts verstehst. Denn wollte ein Eishockeyspieler nachdenken, ehe er schiesst, würde er seiner Lebtag kein Tor erzielen.

Aber tun wir es nicht alle, täglich? Über Dinge schwafeln, von denen wir keine Ahnung haben? Diskutierte ich nicht grad letzte Woche über einen Dokumentarfilm, den ich gar nicht gese­ hen hatte? Sagte ich nicht Dinge wie «eindrück­ lich» und «neue Aspekte …» – nur, weil mein Gesprächspartner der Autor des Films war und ich mich nicht zu sagen getraute, dass ich ihn im Kino verpasst hatte? Die TV­Serie «Tre­ me»? Schon mehrfach weiterempfohlen, gar als DVD­Sammlung verschenkt, obschon ich von den 36 Folgen nur eine halbe gesehen habe. Ich quatsche hier über das griechische Malaise, ohne mir gross Gedanken dazu gemacht zu ha­ ben; lobe da die schwedische Aussenministerin, weil sie Saudi­Arabien, wo Frauen nicht Auto fahren dürfen und kritische Blogger tausend Stockschläge erhalten, «mittelalterlicher Methoden» bezichtigt; masse mir dort ein Urteil über die Olympischen Winterspiele 2022 an: «Ob China oder Kasachstan, skandalös wird es allemal», sage ich und schwadroniere, ich würde keine Minute schauen. Das behauptete ich schon vor Sotschi 2014 … Und bibberte dann nächtelang mit unseren Eishockeyfrauen. Von denen eine mit dem schönen Namen Phoebe Staenz nach der 1:3­Niederlage gegen Kanada mit der Analyse glänzte: «Wämmer die drüü Goal nöd überchömed, günne mir eis­null.» Huch, schon am Ende der Kolumne angelangt, ohne etwas Schlaues gesagt zu haben. Wo habe ich Zeit verloren? MM

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Dessie Abate (65), Witwe aus Äthiopien


16 | MM17, 20.4.2015 | MENSCHEN

Porträt

Lächeln nicht vergessen!

Diese Woche turnen Cheerleader aus aller Welt in den USA um den Weltmeistertitel. Mit dabei sind auch die Blue Fire Renegades aus Zürich. Die Frauen trainieren hart für ihre Show, die nach purem Spass aussieht. Text: Yvette Hettinger

Bild: Basil Stücheli


MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 17

Die schönsten Formationen der Zürcher Cheerleader im Video:

Die Cheerleader Blue Fire Renegades in ihrer Heim­ uniform. An der WM treten sie in Rot­Weiss auf.

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uf einer Wiese hoch über Zürich hüpfen 23 Frauen mit kurzen Röckchen und Maschen im Haar durchs Gras. Auf Kommando bauen sie emsig kleine Menschentürmchen, strecken dann den Rücken durch und knipsen ein strahlendes Lächeln an. «Häsch mi?», ruft es aus dem Gewusel heraus, «gots?» und «Hauptsach, lächle!». Die Cheerleader der Blue Fire Rene­ gades üben für die Weltmeister­ schaft. In wenigen Tagen reist die Truppe um Trainerin Nadja Arévalo (29) nach Orlando in die USA, wo am 23. und 24. April um den WM­Titel gekämpft wird. «Tower Pyramide», «Basket Arabian» oder «Front Tuck» heissen die Elemente, die sie zu einer zweieinhalbminütigen Choreografie zusammensetzen – Turmpyramide, Arabischer Korb, Vorwärtssprung. Alles kommt leichtfüssig und heiter daher, es steckt allerdings knochenhartes Training dahinter. Zurzeit drei Mal pro Woche. Wer Cheerleading betreibe, dürfe nicht schmerzempfindlich sein, meinen einige der Frauen. In ihrer Gruppe gab es schon Nasenfrakturen und gerissene Kreuzbänder, eine brach mal beide Handgelenke aufs Mal. Das tut der Motivation der jun­ gen Frauen keinen Abbruch. Regelmässig feuern sie die Spieler des Zürcher American­Football­ Clubs Renegades von der Seiten­ linie her an, reisen an Schweizer und Europameisterschaften und treten an Firmenfeiern auf. Die 17­ bis 32­jährigen Frauen möchten ihr Hobby fördern und suchen deshalb im Moment eine neue Trainingshalle mit geeig­ netem Boden und natürlich einen Sponsor, der bei der Finanzie­ rung hilft. Aber jetzt kommt zuerst ein­ mal die WM. Favoriten sind die Amerikanerinnen und Norwege­ rinnen, weil sie über finanzielle Ressourcen und Equipment verfügen, wovon die Schweizerin­

nen nur träumen können. In der Schweiz ist Cheerleading eine Randsportart. «Unsere Gewinn­ chancen sind deshalb nicht sehr gross», sagt Trainerin Arévalo, «aber viel wichtiger ist sowieso das gemeinsame Erlebnis.» Denn neben den Stunts und den Hebe­ figuren gehört das ausgeprägte Zusammengehörigkeitsgefühl zu den Stärken der Blue Fire Rene­ gades. Wer bei ihnen mitmachen will, muss denn auch vor allem Teamgeist und Ehrgeiz mitbrin­ gen, so die Trainerin. Furchtlosig­ keit könne auch nicht schaden. «One, two, three, four» zählt eine der Frauen laut, und im Takt dazu scharen sich die Cheerlea­ der zu Reihen und Kreisen, wer­ fen sich gegenseitig in die Höhe und fangen einander wieder auf. Sie schnaufen, lächeln, rufen, zählen. Hie und da kippt eine von der Pyramide, rappelt sich vom Boden wieder auf, streicht das Röckchen glatt. Und lächelt. MM

Cheerleading

Früher nur für Männer Für Frauen war Cheerleading verboten, als vor rund 100 Jahren männliche Footballfans in den USA ihre Mannschaften mit Schlachtrufen anfeuerten und die ersten Cheerleading-Gruppen gründeten. Ihre Aufgaben: das Publikum mitreissen und so für Stimmung im Stadion sorgen. Erst 20 Jahre später durften auch Frauen mittun. Heute sind sie in diesem Sport in der Überzahl und Footballspiele eher Nebensache – hauptsächlich wird für Meisterschaften geübt. In der Schweiz ist Cheerleading vor etwa 15 Jahren aufgekommen. In den letzten paar Jahren hat sich die Zahl der Teams auf gut 15 verdoppelt, und die ersten Männer haben den Sport entdeckt. Das findet Cheerleader-Trainerin Nadja Arévalo zwar gut, aber ihr Team soll ein «All Girl»-Team bleiben.


18 | MM17, 20.4.2015 | MENSCHEN

Interview

«Viele werden Mühe haben, einen neuen Job zu finden»

Raffaello D’Andrea entwickelt Roboter an der ETH Zürich. Er befürchtet, dass die zunehmende Automatisierung bald sehr viele gute Jobs für immer verschwinden lässt. Immerhin dürfte es noch lange dauern, bis menschenähnliche Maschinen Realität werden. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Christian Schnur


MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 19

Eine Drohne, die Pingpong spielt, ein Würfel, der auf einer Ecke steht: Raffaello D’Andrea und seine Maschinen.


20 | MM17, 20.4.2015 | MENSCHEN

Faszinierende Roboter von D’Andrea im Video

Migrosmagazin.ch

Raffaello D’Andrea, Sie konst­ ruieren Maschinen, die Fussball oder Pingpong spielen – Ihr Job muss richtig Spass machen. (lacht) Absolut! Aber dahinter steckt ernsthafte Arbeit, und wir legen damit auch Grundlagen für nützliche neue Anwendungen. Ist Ihnen wichtig, dass die Ergebnisse Ihrer Forschung nützlich einsetzbar sind? Mir ist wichtiger, etwas zu tun, das noch niemand getan hat, als an etwas zu arbeiten, das bereits einen klaren Verwendungszweck hat. Aber ich habe im Lauf meiner Arbeit gelernt: Wenn man etwas Neues entwickelt, dann gibt es unweigerlich Menschen, die dafür einen interessanten Verwendungszweck finden. Kiva Systems, die Firma, die Sie mitbegründet haben, ist auf diese Weise entstanden. Genau. Als wir mit jener For­ schung begannen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass daraus ein Unternehmen ent­ stehen könnte. Basis waren die Fussball spielenden Roboter, mit denen wir mehrfach den Robo­ Cup gewonnen haben; eines Tages kam ein Unternehmer auf mich zu und erklärte, er wolle mit meinen Robotern ein vollautoma­ tisiertes Lagersystem aufbauen. So gründeten wir zu dritt Kiva Systems. Die Technologie besteht aus Tausenden von mobilen Ro­ botern, die fast ohne menschliche

Hilfe das Material in einem Wa­ renlager sortieren und verteilen. Amazon hat Ihnen die Firma für 775 Millionen abgekauft. Um Geld brauchen Sie sich also keine Sorgen mehr zu machen? Das denken immer alle, aber das Geld wurde breit verteilt. Wir hatten Investoren und viele Mitarbeitende, die bereit waren, für weniger Lohn zu arbeiten, wenn sie dafür finanziell an der Firma beteiligt werden. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, dass Ihre Maschinen irgendwann den Leuten die Jobs wegnehmen könnten? Das nicht, aber das Thema beschäftigt mich. Wir müssen sicherstellen, dass die Men­ schen, die durch Automati­ sierungsprozesse ihren Job verlieren, sich auf produktive Weise wieder in die Gesellschaft integrieren können. Ich weiss nicht, wie genau wir das tun kön­ nen, aber wir müssen uns jetzt da­ mit befassen, nicht erst in zehn Jahren. Und ich betrachte es als meine soziale Verpflichtung, auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Letztlich liegt es an der Gesellschaft zu entscheiden, wie man damit umgeht. Technologie hat über die Jahr­ hunderte viele Jobs überflüssig gemacht, aber immer auch viele neue geschaffen, oft hochwer­ tigere. Ist es diesmal anders?

Ich glaube, ja. Der Übergang von der Landwirtschafts­ zur Indust­ riegesellschaft brauchte seine Zeit. Der aktuelle Wandel jedoch vollzieht sich viel schneller, sodass ein bedeutender Teil der arbeitenden Bevölkerung Mühe haben könnte, einen neuen Job zu finden. Muss sich auch die Mittelklasse sorgen? Es ist ein gradueller Prozess, aber ich denke schon. Weniger gefähr­ det sind alle Arbeiten, bei denen menschliche Interaktion oder Kreativität wichtig sind. Darin sind wir Maschinen noch lange weit überlegen. Ein begnadeter Verkäufer braucht sich keine Sor­ gen zu machen. Ebenso wenig ein Designer oder andere Menschen, die gestalterisch tätig sind. Könnte man diese Entwicklung mit der Idee des bedingungs­ losen Grundeinkommens abfedern, über das wir bald mal abstimmen werden? Die Idee ist gut gemeint, aber die meisten Menschen generieren einen grossen Teil ihres Selbst­ werts über ihre Arbeit. Das Leben ist mehr als ein Dach über dem Kopf und genügend Essen. Ich glaube, viele Menschen ohne Arbeit zu haben würde zu ernsten sozialen Problemen führen. Ein bedingungsloses Grundein­ kommen würde den Leuten den Antrieb wegnehmen; aus meiner Sicht ist das keine gute Idee.

Sie stellen viele bemerkens­ werte Dinge her. Was denken Sie wird in 20, 30 oder 50 Jahren möglich sein? Ich weiss es nicht. Aber ich lese gern Science­Fiction, und eigentlich sind es die Autoren dieser Bücher, die sich auf sehr unterhaltsame Weise mit solchen Fragen beschäftigen. Ich kümme­ re mich lieber um die Gegenwart: Welches sind die Ideen, die ich jetzt umsetzen kann? Die Ge­ schichte hat gezeigt, dass wir sehr schlecht darin sind, korrekt zu prophezeien, was in mehr als fünf oder zehn Jahren passieren wird. Aber basierend auf dem, was heute schon möglich ist, müsste sich doch extrapolieren lassen, was in ein paar Jahren realis­ tisch ist, oder? Diese Woche startet «Ex Machina», ein Film mit einem sehr menschen­ ähnlichen weiblichen Roboter im Zentrum. Wie weit sind wir von so was entfernt? Wir müssen zwei Aspekte unter­ scheiden, einmal das Aussehen und den Körper des Roboters, dann seine Reaktionen und Inter­ aktionsfähigkeit. Noch sind wir viele Jahrzehnte entfernt davon, Maschinen herzustellen, die auch nur ansatzweise so anmutig und vielseitig sind wie ein Mensch oder ein Tier. Was die Interaktion betrifft, haben sich die Roboter dem Menschen schon deutlich stärker angenähert. Es gibt den sogenannten Turing­Test, bei dem

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MENSCHEN | MM17, 20.4.2015 | 21

Zur Person

Professor und Unternehmer Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts überfordert den Menschen, sagt ETH-Professor D’Andrea.

Menschen aufgrund von Antwor­ ten entscheiden müssen, ob sie es mit einer Maschine oder einem Menschen zu tun haben. Und es dauert inzwischen schon eini­ ges länger, bis die Menschen merken, dass sie mit einer Maschine kommunizieren. Das heisst, Maschinen entwi­ ckeln langsam ein Bewusstsein? Davon sind wir meiner Meinung nach weit entfernt. Allerdings ist das eine philosophische Frage, die man endlos diskutieren kann. Im Film hat sich ein Erfinder für Jahre zurückgezogen und nach einigen Fehlversuchen diese Maschine konstruiert. So was wäre in näherer Zukunft also undenkbar? Es ist extrem unwahrscheinlich, denn schon der Konstruktions­ prozess hat wenig mit der Reali­ tät zu tun. Heute werden Dinge von grossen Teams entwickelt, nicht von einsamen Erfindern. Gelingt ein Durchbruch, wird das publiziert, und die Forscher­ gemeinde beschäftigt sich damit. Mittlerweile werden mit Droh­ nen angebliche Terroristen ge­ tötet. Und wer ist verantwort­ lich, wenn selbst fahrende Autos Unfälle bauen? Es scheint, dass menschliche Gesetze und Ethik mit dem Tempo der Technologie nicht mehr mithalten können. Richtig. Bis zu einem gewissen Grad war das auch immer so. Und je mehr Technologie es gibt, desto schneller kann weitere Techno­ logie entwickelt werden – genau

das passiert heute. Hinzu kom­ men die enorme Vernetzung der Welt und die leichte Verfügbar­ keit von Forschungsergebnissen online. Der technologische Fort­ schritt ist viel schneller als die Anpassungsfähigkeit des Men­ schen. Das könnte zu Problemen führen. Wie könnten wir das angehen? Was sicher nicht funktioniert: den technologischen Fortschritt bewusst zu unterdrücken. Wenn die Schweiz Gesetze dagegen er­ lässt, dann macht es halt jemand anderes – es ist unvermeidlich. Wichtig ist, dass wir uns mit die­ sen Fragen auseinandersetzen, wir alle, Gesellschaft und Politik. Woran arbeiten Sie derzeit? Im Moment interessiere ich mich für Lokalisierungssysteme, also die Frage, wie zum Beispiel Roboter herausfinden können, wo in einem Gebäude sie sich gerade befinden. Das letzte grös­ sere Projekt, an dem wir drei, vier Jahre mit vielen Studenten getüf­ telt haben, ist der Würfel, der auf einer Ecke balancieren kann. Und das musste er ja erst mal lernen. Wie geht das? Braucht es zum Lernen nicht so was wie ein Bewusstsein? Nein. Das funktioniert alles über mathematische Modelle und Algorithmen. Der Würfel kann anhand von Sensoren feststellen, wie er sich in seiner Umgebung verhält, das mit den Modellen vergleichen und sein Verhalten entsprechend anpassen. Aber

alles, was er tun kann, haben wir vorher programmiert. Er tut nichts, was wir ihm nicht vor­ gegeben haben: Wir kreieren Maschinen, die lernen und sich anpassen können, die aber voraussehbar und verlässlich ihre Aufgabe erfüllen. Weshalb haben Sie sich 2007 für die ETH entschieden? Die ETH Zürich ist seit Jahren eine der besten Universitäten der Welt, und ich kann hier die Art von Grundlagenforschung betreiben, die mich interessiert. In den USA, wo ich vorher war, wird das zunehmend schwieriger. Aber es gab auch persönliche Gründe: Ich bin in Europa ge­ boren, meine Familie stammt von hier, meine kanadische Frau hat einige Zeit in Europa verbracht, und wir haben bewusst ent­ schieden, dass wir hierherziehen wollen, weil wir den Lebensstil attraktiv finden. Ausserdem liebe ich die Natur und die Berge, gehe oft wandern und Ski fahren. Es gibt keinen besseren Ort dafür als die Schweiz. Was halten Sie vom Volks­ entscheid, die Einwanderung zu begrenzen? Ich halte ihn für kurzsichtig. Wir riskieren damit, einiges zu verlieren, so wie es in den USA bereits geschehen ist. Die Schweiz sollte das Land sein, in das die besten, intelligentesten und motiviertesten Menschen kommen möchten, vollkommen unabhängig von ihrer Herkunft. Letztlich hilft das allen. MM

Raffaello D’Andrea (47) ist seit 2007 Pro­

fessor für dynamische Systeme und Rege­ lungstechnik an der ETH Zürich. Der Kanadier mit italienischen Wurzeln ist spezialisiert auf die Ent­ wicklung von Robotern und automatisierten Systemen. Er hat mit sei­ nen Fussball spielenden Robotern mehrmals den internationalen Robo­ Cup gewonnen, ausser­ dem ist er Mitbegründer von Kiva Systems, einem Bostoner Hightech­ unternehmen, das 2012 von Amazon für 775 Mil­ lionen Dollar übernom­ men wurde. D’Andrea ist verheiratet und hat eine zweijährige Tochter. Der Film: «Ex Machina»

Menschenähnliche Roboter Im neuen Film von Alex Garland gewinnt der junge Programmierer Caleb (Domhnall Glee­ son) einen Wettbewerb und darf zur Belohnung ein paar Tage mit dem öffentlichkeitsscheuen Konzernchef Nathan (Oscar Isaac) in dessen abgelegener Hightech­ villa verbringen. Nathan hat eine bahnbrechende Entwicklung gemacht: die weltweit erste künstliche Intelligenz, den weiblichen Roboter Ava (Alicia Vikander), mit dem Caleb kommuni­ zieren und eine Verbin­ dung aufbauen soll. Das gelingt besser als er­ wartet, schon bald aber beginnt ein gefährliches Spiel aus Eifersucht und Misstrauen. Das Science­Fiction­ Drama «Ex Machina» läuft ab 23. April in den Schweizer Kinos.


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Abgebildetes Modell: NISSAN PULSAR ACENTA, 1.6 DIG-T, 190 PS (140 kW), Katalogpreis Fr. 30 390.–, 1NISSAN PULSAR ACENTA, 1.6 l DIG-T, 190 PS (140 kW), Gesamtverbrauch: 5.7 l/100 km, CO2-Emissionen: 134 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: D. Katalogpreis Fr. 30 390.–, abzgl. 17% Euro-Bonus (Fr. 5200.–), Nettopreis Fr. 25 190.–. Abgebildetes Modell: NISSAN MICRA TEKNA, 1.2 l 80 PS (59 kW), Katalogpreis Fr. 19 315.–. 2NISSAN MICRA VISIA, 1.2 l 80 PS (59 kW), Gesamtverbrauch: 5.0 l/100 km, CO2-Emissionen: 115 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: D. Katalogpreis Fr. 11 790.–, abzgl. 7% Euro-Bonus (Fr. 840.–), Nettopreis Fr. 10 950.–. Abgebildetes Modell: NISSAN NOTE TEKNA, 1.2 l DIG-S, 98 PS (72 kW), Katalogpreis Fr. 25 550.–. 3NISSAN NOTE VISIA, 1.2 l 80 PS (59 kW), Gesamtverbrauch: 4.7 l/100 km, CO2-Emissionen: 109 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: C. Katalogpreis Fr. 16 840.–, abzgl. 21.5% Euro-Bonus (Fr. 3650.–), Nettopreis Fr. 13 190.–. 4NISSAN PULSAR VISIA, 1.2 l DIGT, 115 PS (85 kW), Gesamtverbrauch: 5.0 l/100 km, CO2-Emissionen: 117 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: C. Katalogpreis Fr. 20 990.–, abzgl. 14% Euro-Bonus (Fr. 3000.–), Nettopreis Fr. 17 990.–. CO2-Emissionen: Ø aller Neuwagen 144 g/km. *Es gelten die Leasingkonditionen der RCI Finance SA, 8902 Urdorf: Leasing-Laufzeit 12–60 Monate, Restschuldversicherung inklusive. Obligatorische Vollkaskoversicherung für Leasingvertrag nicht inbegriffen, effektiver Jahreszins 3.97%. Eine Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung der Kunden führt. Angebot ist gültig für Bestellungen von Privatkunden bei allen an der Aktion teilnehmenden NISSAN Partnern vom 01.04.2015 bis 30.04.2015 oder bis auf Widerruf. NISSAN SWITZERLAND, NISSAN CENTER EUROPE GMBH, Postfach, 8902 Urdorf.

INKLUSIVE

3.9% LEASING *


Migros-Welt MM17

Zitat der Woche

«Mein nächster Besuch in einem Kuhstall ist schon geplant, und ich freue mich darauf.» Migros-Chef Herbert Bolliger in der «Bauernzeitung» vom 2. April 2015.

Senden Sie uns ein Video oder ein Bild von Ihrem Lieblingsprodukt! Migrosmagazin.ch

Eingekauft*

Christelle Jeandet Muller (28), Lehrerin aus Genf, kann nicht ohne MigrosBio-Blutorangensaft.

Bilder: Guillaume Megevand, Daniel Winkler

Exotische Küche

Dinner für zwei zum Wochenstart Die Migros Aare betreibt neun Cha-chàRestaurants in der Schweiz. Sie sind bekannt für Thai-Fusion-Gerichte mit exotischen Aromen und frischen Zutaten. Jeden Montag- und Dienstagabend ab 18 Uhr serviert «Cha chà» ein preiswertes 3-Gang-Menü ab zwei Personen. Salate und Fingerfood, Hauptspeise-

variationen mit und ohne Fleisch und einen Früchteteller – das alles dürfen sich die beiden teilen und einen schönen Abend zum Wochenstart verbringen. Informationen über das Angebot und die Restaurants: www.eatchacha.ch Mehr von der Migros Aare ab Seite 69

«Zu Hause trinken wir jeden Morgen Fruchtsaft, der gibt uns Energie. Mein Mann und mein Sohn mögen keine Milch, und deshalb haben wir immer einige Packungen Biofruchtsaft auf Reserve. Bio, weil bei der Herstellung keine Pestizide verwendet werden. Ich kaufe stets verschiedene Sorten Fruchtsaft, aber Blutorange wird bei uns am meisten geschätzt.» * In der Migros-Filiale in Carouge-Vibert GE


26 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Rhabarber kann je nach Sorte bis zu 60 cm lange Stiele bekommen. Die Blätter müssen gleich nach der Ernte entfernt werden, da sie sonst den Stängeln den Saft rauben. Rhabarber ist ein Genuss als Wähenbelag, in Desserts oder in pikanten Gerichten. Mehr über das Gemüse erfahren Sie auf Seite 45

Joghurt mit weniger Zucker

Ein Teil von

Migipedia

Migros-Kundin designt Unterhosen

0,6 g Eiweiss 93,5 g Wasser 86 mg Kalzium 288 mg Kalium

ca. 12 kcal pro 100 g

Rezepte ab Seite 45

Lea Bollhalder alias Leai mit den von ihr gestalteten Unterhosen.

Zahl der Woche

221 800 Tonnen Lebensmittel hat die Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) im vergangenen Jahr abgesetzt. Das entspricht einer Steigerung des Netto-Umsatzes gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 543,7 Millionen Franken. Die Bina-Gruppe stellt unter anderem Getränke, verschiedene Konfitüren und einige Fertigprodukte der Marke Anna’s Best her.

Bild: John Foxx/Getty Images

Die Rezepturän­ derung steht im Zusammenhang mit einem Generation-MVersprechen: Die Migros hat sich verpflichtet, ab 2019 über 150 Pro­ dukte mit weniger Zucker, Salz und Fett, aber mehr Nahrungsfasern herzustellen.

Migrosmagazin.ch

Mit einem Onlineprogramm konn­ ten Migros­Kunden im letzten Herbst auf Migipedia eigene Unterhosendesigns kreieren. Aus über 1000 eingesandten Eigen­ kreationen wurden anschliessend vier Unterhosenmodelle produziert, die nun als Migipedia-Kollektion in den Filialen erhältlich sind. Auf der Verpackung ist, ne­ ben einem professionellen Model, auch die Migipedia­Userin Leai zu sehen. Im realen Leben heisst Leai Lea Bollhalder und war massgeb­ lich am Entwurf von zwei der vier im Verkauf erhältlichen Unter­ hosenmodellen beteiligt. Die 29­Jährige ist als erste Nutzerin von Migipedia überhaupt auf der Ver­ packung «ihres» Produkts abgebil­ det. «Ich freue mich, dass meine Designvorschläge so gut angekom­ men sind und man sie jetzt tatsäch­ lich kaufen und tragen kann.»

Neue Rezeptur

Die Migros hat den Zuckergehalt des Bio-SojaJoghurts Classic von 8 auf 1,5 Pro­ zent gesenkt. Mit dieser Zucker­ reduktion lässt sich das Joghurt neu auch für salzige Gerichte verwenden, da der Geschmack neutraler ist.

Video: Das FotoShooting mit MigipediaUserin Leai.


MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 27

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen

Aufgrund des starken Frankens gibt die Migros ihre Vorteile im Einkauf an die Kunden weiter, was zu Preissenkungen bei einigen der aufgeführten Artikel führt.

Ausgewählte Beispiele

Preis alt

Preis neu*

M-Budget Sugar Corn Flakes, 650 g

2.95

2.85

–3,4

Happy Hour Mini Baguette Margherita, 6 Stück

4.40

3.90

–11,4

Happy Hour Mini Baguette Salami, 6 Stück

4.40

3.90

–11,4

J.Bank’s Fajita Pollo, 2 Stück

5.00

4.40

–12,0

Happy Hour Bruschetta pomodori, 6 Stück

4.35

4.10

–5,7

Deliziosa Piadina Prosciutto, 2 Stück

5.50

5.40

–1,8

Manhattan Pro Shine Top Coat, 11 ml

8.90

6.90

–22,5

Manhattan Quick Dry Nail Polish 43S, 7 ml

5.50

4.60

–16,4

Manhattan Xtreme Last & Shine Lipstick 56U

8.90

7.90

–11,2

Manhattan Khol Kajal black 1010N

5.70

4.90

–14,0

Kneipp Mandelblüten Hautöl, 100 ml

11.50

10.80

–6,1

Kneipp Mandelbüten Gesichtscreme, 50 ml

12.50

11.80

–5,6

* in Franken

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28 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Serie Alles über Einkaufswagen Das Migros-Magazin widmet den Vehikeln eine vierteilige Serie.

Martin Schnellmann auf Besuch bei der Firma in Höri ZH, die ramponierte Einkaufswagen repariert.

Technik

Wägeli-Serie Diese Woche: Martin Schnellmann, der «Kapitän» der Flotte. Teil 2: Die

Einkaufswagen der Zukunft. Teil 3: Kuriosa

und Zahlen rund um die «Wägeli».

Teil 4: Wie die

Migros Dynamik in den Einkaufsalltag brachte.

Ein Mann R sorgt für Bewegung

Martin Schnellmann weiss alles über die grösste Cargoflotte der Migros: Er koordiniert die 150 000 Einkaufswagen in der ganzen Schweiz. Text: Michael West

Bilder: Mirko Ries

und um ein altes Bauernhaus im Zürcher Oberländer Dorf Höri sind Hunderte von Migros-Einkaufswagen in langen Reihen parkiert. Wie ein Fels ragt das Gebäude mit seinen grauen Mauern aus dem Meer der chromglänzenden Minivehikel. Im Bauernhaus ist die Firma Esyss untergebracht – einer von verschiedenen Betrieben, die im Auftrag der Migros Einkaufswagen reinigen und renovieren. Den Wägeli sind die Spuren des harten Supermarktalltags anzusehen: Bei manchen laufen die Räder nicht mehr rund; die Radnaben müssen gereinigt werden. Bisweilen zeigen die Wagen auch Spuren von heftigem Vandalismus: Ein oranger Griff wurde offenbar mit einem Feuerzeug traktiert – der Kunststoff ist bizarr verformt. Heute ist Martin Schnellmann auf Besuch in Höri. Der 54-jährige Verkaufstechnikspezialist und Einkäufer weiss alles über die Wägeli. Er arbeitet zwar für die Genossenschaft Migros Zürich, koordiniert aber die


MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 29

Einkaufswagen aller zehn Genossenschaften. Im ganzen Land gibt es insgesamt rund 150 000 Migros-Wägeli. Schnellmann wertet die Erfahrungen aus, die Kunden und Mitarbeiter damit machen. Er informiert sich über die neusten Modelle der Hersteller und organisiert den Kauf von neuen Wagen. Die rollenden Einkaufshelfer stammen praktisch immer aus dem Ausland; ein grosser Schweizer Produzent existiert nicht. Das letzte Wort zum Kauf neuer Modelle hat jeweils die Arbeitsgruppe «Gemeinsame Beschaffung Ladenbau», ein Gremium, in dem alle Genossenschaften vertreten sind. Die Wägeli sind so vielfältig wie die Migros

Bei der Firma Esyss redet Schnellmann mit den Mitarbeitern, geht den Reihen der Einkaufswagen entlang und begutachtet sie. Tut es dem inoffiziellen Kapitän der Wägeli-Flotte weh, wenn er die mutwillig beschädigten Vehikel sieht? «Davon lasse ich mir die Laune nicht verderben», versichert

der Spezialist. «Ich denke an die riesige Mehrheit der Kunden, die keinen Missbrauch mit den Wagen treiben, die sie im Gegenteil als zuverlässige Einkaufsbegleiter schätzen.» Schnellmann, ein ebenso energisch wie fröhlich wirkender Mann, konzentriert sich ganz auf die positiven Seiten seiner Arbeit. Dazu gehört für ihn die regionale Vielfalt der Migros, die er auch in seinem Spezialgebiet erlebt: Denn nicht nur das Sortiment jeder Migros-Filiale ist auf die Wünsche der Kundschaft abgestimmt, auch die Einkaufswagen sind sozusagen massgeschneidert. In Supermärkten auf dem Land oder in der Agglomeration, wo viele Familien einkaufen, kommt das grösste Modell zum Einsatz. Es heisst intern EL 212 und ist sozusagen der Familienvan unter den Wägeli: Der mächtige Drahtkorb fasst 212 Liter, und das Vehikel hat sogar einen doppelten Kindersitz. In der Stadt, wo viele Singles leben, kommen Wägeli zum Einsatz, die eher an einen Sportwagen erinnern. Eines dieser

Modelle heisst «Tango»; es fasst nur 90 Liter, ist dafür aber leicht und wendig. Für die jüngsten Migros-Kunden gibt es einen bunten Kinder-Einkaufswagen im Kleinformat. Er hat eine Stange mit Wimpel, sodass die Eltern ihren Nachwuchs im Getümmel des Supermarktes stets im Blick haben. Immer wieder testet Schnellmann Modelle, die neu auf den internationalen Markt kommen. Dabei geht er selbst mit den Wagen manchmal recht rabiat um: Einen italienischen Prototyp mit knallrotem Kunststoffkorb schloss er eine Woche lang bei minus 35 Grad in einem Gefrierraum ein. Anschliessend stieg Schnellmann kurzerhand in den Korb. Er wollte herausfinden, ob die Kälte den Plastik spröde gemacht hätte und ob er unter dem Gewicht eines erwachsenen Mannes brechen würde. Doch der Wagen hielt stand und war damit reif für einen Testlauf im anspruchsvollen Supermarktalltag. MM


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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 31

Serie Von uns. Von hier. Diese Woche: Duschmittel

Duschmittelsortiment

Das Lieblingskind

Bei der Wahl eines Duschmittels geht die Liebe durch die Nase. Eines hat sich mit seinem Limettenduft besonders die Gunst der Kunden gesichert: I am Lemon & Oil. Text: Dora Horvath

Bilder: Yves Bachmann

Styling: Marlise Isler


32 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

E

Schon gewusst?

Mit oder ohne Wasser Duschmittel gehören zu den Syndets.

Das sind synthetische Reinigungsmittel (synthetic Detergents). Deren Reinigungskraft beruht auf chemisch hergestellten Tensiden, die es ermöglichen, dass man nicht miteinander mischbare Substanzen fein vermengen kann. Im Gegensatz zu den basischen Seifen sind Duschmittel pH-neutral. Seifen hingegen werden aus natürlichen Fetten sowie Natron- und Kalilauge hergestellt. Hauptbestandteil von Duschmitteln ist

Wasser. Dazu kommen Tenside, Verdickungsmittel, Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe sowie je nach Produkt Rückfetter, Öle, Peelingkörner und Feuchtigkeitsspender. Es gibt auch wasserfreie Ölduschen, die ausschliesslich auf Ölen und Tensiden basieren.

in Blick in die Kosmetikabteilung zeigt: Das Seifenstück hat für die Ganzkörperhygiene ausgedient, es wird lediglich noch zum Händewaschen gebraucht. Blockseifen für den Körper gibt es praktisch nicht mehr. Ihren Platz nehmen heute die 108 verschiedenen Duschmittel ein, die im nationalen Sortiment der Migros erhältlich sind. Sie sind milder zur Haut als klassische Handseifen. Ihr Siegeszug begann Mitte der 70er-Jahre, als die ersten Duschmittel auf den Markt kamen. Heute kann man nicht nur zwischen Creme-, Gel-, Öl- und Peelingduschen wählen, sondern auch unter zig Duftnoten. Oft gibt der Duft den entscheidenden Impuls, ob man ein Duschmittel kauft oder nicht. Dies bestätigt auch Mai Blum, Produktverantwortliche für Körperpflege bei der Mibelle Group AG. Das Unternehmen stellt den Grossteil der MigrosDuschmittel in Buchs AG her. «Die Kunden schreien nach Abwechslung», sagt Blum. Die gefragtesten Duftrichtungen seien Zitrusnoten wie Grapefruit oder Mandarine. Der spritzige Limettenduft macht die Pflegedusche I am Lemon & Oil zum Leaderprodukt. Bei den exotischen Früchten, die auch sehr beliebt sind, sind Mango, Papaya und Pitahaya in den obersten Rängen. Ebenfalls hoch im Kurs der Kunden stehen nussige Noten wie Pistazie, Kakao und Mandeln oder Gourmetdüfte, die nach Honig, Milch und Schokolade riechen, sowie opulente Blumennoten. Im Moment feiert die Rose ihr Comeback. Der Leader bei den Männerduschen ist I am Men Sport. «Männer lieben herbe Düfte. Zudem sind bei ihnen dezentere Noten Richtung Frucht am Kommen», sagt Blum. Beiden Geschlechtern gemein ist, dass eine ungebrochene Nachfrage nach unparfümierten oder neutralen Produkten besteht. Dieses Bedürfnis deckt die beliebte Linie pH Balance gut ab, die auf empfindliche Haut abgestimmt ist.

10

9

8

1 Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch Duschmittel.

I am Lemon & Oil, 250 ml Fr. 2.20

2

I am Lotus & Oil, 250 ml Fr. 2.20

3

Esthetic Duschgel Vanilla Almondmilk, 250 ml Fr. 4.90

4

Fanjo Duschcreme Passionsfrucht, 200 ml Fr. 3.50


MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 33

2

5

3 4

Zahlen & Fakten

Pflegedusche I am Lemon & Oil

1

Im September 2010 wurde das Duschgel I am Lemon & Oil lanciert.

6

Die Grundrezeptur

basiert wie beim gesamten Duschsor­ timent von I am auf der Feuchtigkeitsformel Nutri­Complex Hydra Care, welche die Haut spürbar pflegt und vor dem Austrocknen bewahrt.

7

Einen frischen Look

bekam die Pflege­ dusche mit dem neuen I­am­Logo und einem neuen Design im Dezember 2013. Einen sprunghaften Anstieg der Verkaufs­ 5

pH Balance Duschöl, 200 ml Fr. 4.80

6

I am Men 2 in 1 Sport, 250 ml Fr. 2.20

7

Fanjo Banana Papaya Peeling, 200 ml Fr. 3.50

8

I am Juicy Fruits & Oil, 250 ml Fr. 2.20

9

I am Aloha Sunshine, 250 ml Fr. 2.20

10

I am Natural Cosmetics Balsam Mandel & Pfirsich, 200 ml Fr. 4.50

zahlen verzeichnete I am Lemon & Oil im Zuge dieses Redesigns. 2014 wurden rund 93 000 Stück verkauft.


34 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Das sagen die Fans

«Was gefällt Ihnen am Duschgel Lemon & Oil von I am?» wollten wir von diesen Migros-Kunden wissen. Einige haben es schon gekannt, andere haben es getestet.

«Ich bin zwar nicht so der Geruchsmensch, aber es riecht megafein und verhilft zu einer feinen Haut!» Ganscha Shona (22) Strengelbach AG

«Nach einem langen Tag gibt es für mich nichts Besseres, als mich mit diesem leicht öligen Gel zu duschen.» Marco Gagliati (30) Lugano

«Made me feel good. Nach dem Duschen mit Lemon & Oil fühle ich mich zum Anbeissen.» Willy Rock (Künstlername) Lausanne

«Ich treibe viel Sport und schätze dieses Duschgel vor allem nach dem schweisstreibenden Tennisspiel.» Elli Peter (79) Winterthur ZH

«Es ist sehr weich, riecht gut und ist günstig. Ich brauche fast keine Körpercreme mehr.» Trudi Borrini (63) Sala Capriasca TI

«Mir gefällt der Zitronenduft. Es ist, wie eine frische Limonade am Strand zu trinken.» Elisa Rodondi (24) Lausanne

«Drei Mal pro Woche wasche ich mir damit die Haare nach dem Tennis oder Joggen. Es duftet fein.» Walter Hirt (72) Brugg AG

«Es ist wie ein Frühlingserwachen. Es könnte eventuell mit Ingwer kombiniert werden. Ich liebe Ingwer. » Tarek Zalmat (37) Lausanne

«Der Zitronenduft bringt ein bisschen Sizilien ins Badezimmer. Es wirkt sehr erfrischend. » Jacopo Schürch (24) Lausanne

«Trotz empfindlicher Haut vertrage ich es sehr gut. Ich werde es mit nach Grönland in die Ferien nehmen.» Soraya Lüthy (17) Hägglingen AG

«Es hinterlässt ein Frischegefühl auf der Haut, wenn ich ausgehe. Ich brauche es vor dem Skaten.» Marlon Solano Montenegro (26) Brugg AG

«Wenn man sich zur Apérozeit damit duscht, wirkt es schon, als ob man einen Tequila trinken würde.» Paola Storni (48) Tesserete TI


MIGROS-WELT | MM17, 20.04.2015 | 35

M­Industrie

Gut für Haut und Haar

Welche Tests muss ein neues Duschmittel bestehen, bevor es ins Verkaufsregal kommt? Bernhard Irrgang, Forschungsleiter für Kosmetik bei der Mibelle, kennt die Prozesse. Text: Michael West Bild: Paolo Dutto Bernhard Irrgang, viele Kunden benützen ein Duschmittel, aber die wenigsten kennen dessen Zusammensetzung. Was steckt in den bunten Flüssigkeiten? Ein Duschmittel enthält schäumende Stoffe, sogenannte Tenside. Hinzu kommen unter anderem rückfettende Substan­ zen, Stabilisatoren, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Wirkstoffe und Parfüme. Allein die Parfüme sind wiederum komplizierte Gemische aus einer Vielzahl von Einzelsubstanzen. Die Zusam­ mensetzung von Duschmitteln ist also gar nicht so einfach. Wie können Sie bei all diesen Zutaten sicher sein, dass ein Duschmittel wirklich haut­ verträglich ist? Die Wirkung auf die Haut und die Haare lassen wir in der Entwick­ lungsphase durch unabhängige Institute an freiwilligen Proban­ den prüfen. Die Tests werden von Hautärzten beaufsichtigt. Genau gemessen wird zum Beispiel die

Zahlen

50 Millionen Flaschen Duschmittel produziert der M-Industriebetrieb Mibelle mit Hauptsitz in Buchs AG pro Jahr.

4

Monate dauert bei der Mibelle im Schnitt die Entwicklung eines neuen Duschmittels.

55

Prozent der Mibelle-Kosmetikprodukte werden im Ausland verkauft.

Hautverträglichkeit. Wir messen zudem die Feuchtigkeit und auch die Rauheit der Haut nach dem Duschen mit dem neuen Mittel. Ganz wichtig ist mir in diesem Zusammenhang, dass wir bei der Entwicklung niemals Tierversu­ che durchgeführt haben; diese sind bei Kosmetika verboten. Wie lange ist ein Duschmittel eigentlich haltbar? Der Kunde sollte es rund 30 Mo­ nate lang benützen können. Auch darum geht es bei unseren Tests: Wir setzen das Duschmittel abwechselnd hohen und tiefen Temperaturen aus. Die Basis­ masse des Mittels muss stabil bleiben, Farbe, Konsistenz und Duft dürfen sich nicht verändern. Wo finden Sie die Inspiration für neue Düfte? Wir arbeiten mit Parfümhäusern und mit den Trendforschern, zum Beispiel denen des Gottlieb­ Duttweiler­Instituts, zusammen; aber natürlich haben unsere Entwickler auch eigene Ideen. Duschmittel sollen heute nicht einfach gut riechen, sondern eine ganze Erlebniswelt bieten. Sie haben manchmal einen Bezug zu den Jahreszeiten: Im Winter lancieren wir zum Beispiel süsse Düfte, die an Lebkuchengewürze erinnern; zum Sommer passt dagegen eher ein frischer Hauch von exotischen Blüten. Wie umweltverträglich ist die Produktion von Duschmitteln? Nachhaltigkeit ist uns wichtig: Wir verwenden gut abbaubare Inhaltsstoffe. Und die Substanzen werden nicht heiss, sondern kalt gemischt, was Energie spart. Die leeren Duschmittelflaschen aus Polyethylen lassen sich an den Recyclingwänden in den Migros­ Filialen entsorgen. Unsere Duschmittel sind sanft zu Haut und Haar, aber wir schonen auch die Umwelt. MM

Duschmittel haben eine komplizierte Zusammensetzung: Bernhard Irrgang im Entwicklungslabor der Mibelle im aargauischen Buchs.


MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 37

Microsoft

Überall vernetzt und gut informiert Ideen sammeln, Fotos archivieren, schreiben, mailen, präsentieren, und das alles mit anderen in Echtzeit teilen und bearbeiten: Mit Microsoft Office 365 Home lassen sich die vertrauten Programme Word, Excel, Powerpoint, Outlook, Access und OneNote auf fünf Computern, Smartphones und Tablets in einem Haushalt nutzen. Dazu gibt es pro Nutzer 1 TB Online-Speicherplatz auf OneDrive sowie 60 Minuten Skype-Guthaben. Ideal, wenn man im Urlaub von den neusten Erlebnissen am Telefon berichten möchte. Die Office 365 Home Edition gilt für ein Jahr – alle Updates und neuen Programmversionen auf allen Geräten inklusive.

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38 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Freizeit

Benzinfrei auf Rädern An den diesjährigen SlowUp-Erlebnistagen werden wieder über 400 000 Menschen die Fahrt auf autofreien Routen geniessen. Mit von der Partie sind die Migros und SportXX. Text: Christoph Petermann

Daten

Die SlowUpErlebnistage 2015 26. April

W

er Freude an der Bewegung hat und für ein Mal auf garantiert autofreien Strassen unterwegs sein will, ist bei den SlowUp-Erlebnistagen richtig: Die abgesperrten Strassen gehören ausschliesslich Fussgängern, Velofahrern und Inlineskatern. Mitte April ging es im Tessin los, bis Ende September können Junge und Alte, Familien und Singles an 18 Sonntagen einen Tag in autofreiem Ambiente geniessen. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Attraktionen, die den Anlass zu einem echten Volksfest machen – und die Teilnahme ist gratis. Die Migros verspricht als nationale Hauptsponsorin des Anlasses, bis 2017 über 40 Millio-

ring-Chef Martin Koch das Engagement. Bei SportXX in den Service, bei Famigros sich austoben

Bei dem vom WWF mitentwickelten Spiel lernen Kinder viel über die Umwelt. nen autofreie Kilometer zu ermöglichen. «SlowUp bietet über 400 000 Teilnehmenden einen genussvollen Tag fernab der Alltagshektik und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Volksgesundheit», begründet Migros-Sponso-

An den diesjährigen SlowUps ist die Migros erneut mit ihrem Familienclub Famigros vertreten: Hier können sich Kinder auf Riesenrutschen austoben, während die Eltern auf bequemen Liegestühlen relaxen. Zum Zwischenstopp lädt die Generation-M-Zone ein. In einem mit dem WWF entwickelten Ratespiel lernt man viel über die Umwelt. Für ungetrübten Fahrspass sorgen die Garagen von SportXX: Kostenlos können hier Velos und Skates repariert oder Pneus aufgepumpt werden – verrechnet wird nur das verwendete Material. MM

Alle Infos unter: www.slowUP.ch

Generation M ist das umfassende Nachhaltigkeitsprogramm der Migros

Bilder: PD

Rollendes Volksfest: Bei den SlowUp-Ausfahrten geht es nicht um Leistung, sondern um Spass.

Murtensee 3. Mai WerdenbergLiechtenstein 17. Mai Hochrhein 31. Mai Solothurn-Buechibärg 7. Juni Valais 14. Juni Schaffhausen-Hegau 28. Juni Jura 5. Juli Vallée de Joux 12. Juli La Gruyère 2. August Fêtes de Genève 9. August Brugg Regio 23. August Sempachersee 30. August Bodensee 6. September Mountain Albula 13. September Emmental-Oberaargau 20. September Basel-Dreiland 27. September Zürichsee


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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 41

Léger-Molkereiprodukte

Die sind ganz schön leicht

Die Léger-Magermilch in wiederverschliessbarer Verpackung enthält 50 Prozent weniger Kalorien als herkömmliche Milch. Léger Magermilch UHT, 1 l Fr. 1.50

Das Beste aus der Milch, nur als leichte Variante, steckt im breiten Molkereisortiment von Léger. Im Vergleich zu herkömmlichen Milchprodukten enthalten alle Léger-Produkte mindestens 30 Prozent weniger Kalorien, Kohlenhydrate oder Fett. Die genauen Reduktionswerte sind auf jeder Verpackung in auffälliger Form abgedruckt, was die Auswahl erleichtert. Die blauen, einheitlich gestalteten Artikel sind in den Migros-Regalen sofort erkennbar und ermöglichen ein bewusstes Einkaufen ohne grossen Zeitverlust. Geschmacklich erfüllen die Léger-Produkte hohe Ansprüche.

Fett: 0,1 g* Kohlenhydrate: 4,5 g*

Kalorien:

140 kJ (33 kcal)* * pro 100 ml

Léger-Joghurts sind Magermilchjoghurts, die statt mit Zucker mit Süssungsmitteln gesüsst sind. Léger Joghurt Heidelbeere, 180 g Fr. –.60

Fett: 40 g* Kohlenhydrate: 0,5 g*

Kalorien:

1500 kJ (364 kcal)* * pro 100 g

Die Léger-Halbfettbutter enthält 50 Prozent weniger Kalorien als herkömmliche Butter. Léger Halbfettbutter, 200 g Fr. 3.–

Fett: 0,1 g* Kohlenhydrate: 7 g*

Kalorien:

230 kJ (55 kcal)* * pro 100 g

Fett: 3,4 g* Kohlenhydrate: 8 g*

Kalorien:

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

330 kJ (78 kcal)* * pro 100 g

Vier von über 90 Léger-Produkten, die hier auf symbolische Art ihre Vorzüge präsentieren: Sie enthalten deutlich weniger Kalorien, Kohlenhydrate oder Fett als vergleichbare herkömmliche Produkte.

Léger-Coupes sind statt mit Zucker hauptsächlich mit Süssungsmitteln und Fructose (Fruchtzucker) gesüsst. Léger Coupe Choco, 125 g Fr. –.65

Die M-Industrie stellt viele beliebte MigrosProdukte her. Dazu gehören auch Produkte von Léger.


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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 43

Frage der Woche

«Ich habe eine ungeöffnete Tube Candida-Zahnpasta mit dem Ablaufdatum März 2014. Schadet es den Zähnen, wenn ich sie jetzt noch benütze?» Wir können Sie beruhigen: Schädlich für die Zähne oder gar giftig ist die Zahnpasta in einer ungeöffneten Tube nicht – selbst wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum schon seit etlichen Monaten verstrichen ist. Auch die reinigende Wirkung der Zahnpasta ist nicht beeinträchtigt. Allerdings sollten Sie die Zahnpasta nicht mehr verwenden, sobald sie ungewohnt schmeckt oder wenn sie sich verfärbt und wenn sich ihre Konsistenz ändert, wenn sie also beispielsweise dünnflüssig wird. Dies ist aber normalerweise nicht der Fall. MM

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Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–17.00 Uhr, 8 Rp./Min.* Samstag: 8.30–12.30 Uhr, 4 Rp./Min.* * Bei Anrufen aus Mobilfunknetzen fallen unterschiedliche Gebühren an.


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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 45

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Wer den Rhabarber zu Sirup verarbeitet, hat auch lange nach Saisonende noch etwas vom Frühling.

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46 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Rhabarbersirup

Ingwermuffins mit Rhabarber

Rhabarbermousse mit Rhabarberkompott

Circa 30 Minuten + 30 Minuten backen

Circa 20 Minuten Zutaten für ca. 7 dl 500 g Rhabarber 2 Beutel Vanillezucker à 10 g 200 g Zucker 4 dl Wasser Zubereitung Rhabarber in Stücke schneiden. Mit dem Vanillezucker, Zucker und Wasser aufkochen und zugedeckt ca. 10 Minuten köcheln lassen. Absieben, Rhabarber ausdrücken, Saft auf­ fangen. Nochmals erhitzen und heiss in ausgekochte Flaschen abfüllen. Tipps

– Zum Servieren Sirup im Verhältnis 1:3 mit eiskaltem Wasser aufgiessen. – Rhabarberreste zu Milchreis servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro dl ca. 1 g Eiweiss, 0 g Fett, 32 g Kohlenhydrate, 540 kJ/130 kcal

Zutaten für 12 Stück à 7 cm ∅ 200 g Butter, weich 250 g Zucker 3 Eier 300 g Weissmehl 1 TL Backpulver 100 g geschälte und gemahlene Mandeln 2 TL Ingwerpulver 200 g Rhabarber 12 Muffin-Papierbackförmchen Puderzucker zum Bestreuen Zubereitung Backofen auf 180 °C vorheizen. Butter und Zucker mit dem Handrührgerät zu einer hellen Masse rühren. Ein Ei nach dem anderen beifügen. Ca. 3 Minuten zu einer schaumigen Masse schlagen. Mehl, Backpulver, Mandeln und Ingwer darunterrühren. Rhabarber je nach Dicke längs vierteln oder halbieren. In kleine Würfel schneiden und unter den Teig ziehen. Papierförmchen auf dem Muffinblech verteilen. Den Teig in die Förmchen verteilen. In der Ofenmitte 30 bis 35 Minuten backen. Herausnehmen. Muffins erst im Blech ab­, dann auf einem Gitter auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

Zutaten für 4 Personen 4 Blatt Gelatine 400 g Rhabarber 200 g Zucker 2 dl Wasser 300 g Rahmquark 2 dl Vollrahm Zubereitung

Circa 45 Minuten

+ 3 Stunden kühl stelllen

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Rha­ barber in ca. 5 cm lange Stäbchen schneiden. Mit Zucker und Wasser kurz kochen, sodass der Rhabarber noch bissfest ist. Etwas Rha­ barber mit wenig Flüssigkeit für die Garnitur beiseitestellen. Die Hälfte der Rhabarberstäb­ chen mit wenig Flüssigkeit in Gläser füllen. Restlichen Rhabarber weiterkochen, bis er weich ist. Mit dem Stabmixer pürieren. Gelatine dazugeben und in der noch warmen Masse auflösen. Quark dazugeben und gut verrühren. Kühl stellen, bis die Masse beginnt, fest zu werden. Rahm steif schlagen und darunterheben. Creme über den Rhabarber in den Gläsern leeren. Im Kühlschrank ca. 3 Stunden fest werden lassen. Mit den beiseite­ gestellten Rhabarberstäbchen servieren.

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten + 30–35 Minuten backen

Zubereitungszeit ca. 45 Minuten + ca. 3 Stunden fest werden lassen

Pro Stück ca. 7 g Eiweiss, 20 g Fett, 40 g Kohlenhydrate, 1550 kJ/370 kcal

Pro Person ca. 10 g Eiweiss, 25 g Fett, 55 g Kohlenhydrate, 2050kJ/490 kcal


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Brote, Backwaren, Patisserie, Teigwaren. Mitarbeitende: 3280

Raclette Raccard, Gruyère AOP, Appenzeller, Fondue. Mitarbeitende: 260

Mineralwasser, Sirup, Fruchtsäfte. Mitarbeitende: 120

Biscuits, Blévita, Glace, Dessertpulver, Fasnachtschüechli, Apérogebäcke. Mitarbeitende: 630

Pflegeprodukte, Kosmetikwirkstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel, Margarinen und Speisefette. Mitarbeitende: 730

Trockenreis, Risottoreis, Milchreis, Spezialitätenreis. Mitarbeitende: 24

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Camembert Suisse Crémeux, 300 g 4.30 statt 5.40 20% QimiQ im 3er-Pack, 3 x 250 ml 6.30 statt 7.95 20%

Erdbeeren, Bio, Spanien, Schale à 350 g 2.45 statt 3.50 30%

Fol Epi, per 100 g 1.80 statt 2.25 20%

Toastauflage im Duo-Pack, TerraSuisse, 2 x 211 g 6.90 statt 9.90 30% Hobelfleisch geschnitten, Schweiz, 125 g 6.90 statt 8.65 20% Rindshacksteak im Duo-Pack, TerraSuisse, 2 x 2 Stück, 460 g 6.70 statt 11.20 40% Ausgewählte Fisch-Grillartikel, z.B. Wildlachs mariniert, MSC, Wildfang aus Alaska, per 100 g 3.20 statt 4.– 20% * Kalbsbratwurst, Schweiz, 3 x 280 g 10.90 statt 15.60 30% Luganighe, Schweiz, per 100 g 1.50 statt 2.– 25% Rindshohrückensteak Salsa, TerraSuisse, per 100 g 4.30 statt 5.40 20% Rindsplätzli à la minute, TerraSuisse, per 100 g 4.– statt 5.– 20% Schweinsbraten/-plätzli Nierstück, TerraSuisse, per 100 g 2.70 statt 3.90 30% Schweinsfilet, Schweizer Fleisch, per 100 g 4.30 statt 5.45 20% Hackfleisch gemischt, Schweizer Fleisch, per kg 9.50 statt 19.– 50% Optigal Pouletgeschnetzeltes, Schweiz, per 100 g 2.80 statt 3.30 Lachsfilet Rückenstück, Norwegen, Zucht, per 100 g 3.25 statt 4.70 30% Schottischer Rauchlachs im 3er-Pack, Schottland, Zucht, 3 x 100 g 14.20 statt 21.30 33% *Erhältlich in grösseren Migros-Filialen.

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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 59

Wissenswertes

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Tipps

Exzellent auch als Chutney

Gemüse mit Sti(e)l Die Blattstiele des Rhabarbers werden bevorzugt zu Konfitüren, Kompott und Kuchen verarbeitet. Sie harmonieren geschmacklich sehr gut mit Erdbeeren. Und sie stecken voller Vitamine.

In der Küche

Rhabarber verleiht auch pikanten Gerichten eine unverkennbare Note. Besonders schmackhaft sind die säuerlichen Stängel in Kombination mit Schweine- und Entenfleisch, in Pastasaucen, in Eintöpfen mit Hülsenfrüchten oder zu Chutney eingemacht. Erfrischend ist ein Rhabarbersirup oder ein Rhabarberkompott mit Blutorangensaft.

Aus botanischer Sicht ist der

Rhabarber kein Obst, sondern ein Gemüse, und zählt zur Familie der Knöterichgewächse. Sein bekanntester Verwandter ist der Sauerampfer.

Nur wenige Kalorien,

dafür umso mehr Vitamine (A, C, B1, B2) und Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Magnesium) machen den Rhabarber für Ernährungsbewusste interessant. Die für die Rotfärbung verantwortlichen Stoffe zählen zu den gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen.

Gute Freunde

Rhabarber verträgt sich super mit den Aromen von Erdbeeren, Honig, Caramel, Zitronen, Orangen, Frischkäse, Stilton, Mascarpone und Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Vanille oder Kräutern wie Minze und Lorbeer.

Hände weg heisst die Devise für Menschen, die an Gicht, Rheuma oder Nierensteinen leiden. Aufgrund des Gehalts an Oxalsäure sollten sie keinen Rhabarber konsumieren.

Lagerung

Bild: Getty Images

In ein feuchtes Tuch gewickelt, halten die Rhabarberstangen im Kühlschrank mehrere Tage lang. Auch lassen sie sich gut einfrieren. Dafür schält man sie und schneidet sie in kleine Stücke. Diese werden zunächst einzeln eingefroren und erst dann in Beutel abgefüllt. Und noch ein Tipp: Vor der Zubereitung nicht auftauen! Übrigens: Rotstieliger Rhabarber schmeckt milder als sein grünstieliger Bruder. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Wie Spinat enthält auch der Rhabarber Oxalsäure, die das Kalzium im Körper bindet. Um dies zu verhindern, blanchiert man die Stängel oder geniesst sie zusammen mit Milchprodukten.

Heilende Wirkung bei Pest, Lustlosigkeit oder Darmträgheit sprachen einst die Chinesen dem Rhabarber zu und genehmigten sich deshalb gern ein Pülverchen aus seinen Wurzeln. Seitdem sind rund 5000 Jahre vergangen – und allfällige Erfolge nicht bestätigt.

Ab Johanni (24. Juni) wird für gewöhnlich

kein Rhabarber mehr geerntet. Grund: Damit sich ihre Wurzelknolle wieder erholen kann, braucht die Pflanze eine Schonzeit. Die Ernte im folgenden Jahr fällt dann umso reicher aus.


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AKTUELL | MM17, 20.4.2015 | 61

Logistik

300 000 LKWKilometer gespart Die Migros ist die grösste Kundin von SBB-Cargo in der Schweiz. In Zukunft sollen noch mehr Migros-Güter über die Schienen rollen. Text: Thomas Tobler

G

üterwaggons mit Migros-Produkten legten im vergangenen Jahr rund 11,6 Millionen Kilometer zurück. Dies entspricht 40 000 Autofahrten von Schaffhausen nach Chiasso und einer Steigerung von drei Prozent gegenüber 2013. So werden jährlich 300 000 Lastwagenkilometer eingespart. Weiter ausbauen möchte die Detailhändlerin den Verkehr ausgehend von den südeuropäischen Häfen Italiens. Heute laufen bereits 25 Prozent aller Containerimporte aus China und Indien über die

ligurischen Häfen Genua und La Spezia. Auf dem Transport von 20 Tonnen Fracht von Hongkong bis zum Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG fallen so 16 Prozent weniger CO2-Emissionen an, als wenn der Weg über die doppelt so weit entfernten Häfen Rotterdam oder Antwerpen führen würde. «Diese Beförderung via Südhäfen bedingt aber, dass der Güterverkehr vermehrt auch tagsüber und zu attraktiveren Tarifen abgewickelt werden kann», sagt Bernhard Metzger, Leiter Logistik Transport bei der Migros. MM

Bahnzahlen 2014

1,3

Millionen Tonnen Fracht hat die Migros im vergangenen Jahr mit Güterwaggons befördert.

80 895 Bahnwagen wurden für den Transport der Güter 2014 eingesetzt.

11,6 Millionen Kilometer legten die Bahnwagen im letzten Jahr zurück.

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1. Tag: Schweiz–Paris. 2. Tag: Paris. Geführte Besichtigung von Paris. Bootsfahrt auf der Seine. Nachmittag zur freien Verfügung. 3. Tag: Paris–Chambord–Blois–Amboise. Fahrt via Orléans zum Märchenschloss Chambord. Besichtigung mit Audioguides. Weiterfahrt nach Blois. Individuelle Besichtigung. Weiter nach Amboise und geführte Schlossbesichtigung. Übernachtung in Amboise. 4. Tag: Amboise–Cognac–Bordeaux. Weiterfahrt nach Cognac. Führung in einer Weinbrennerei und Cognac-Degustation. Weiterfahrt nach Bordeaux. 5. Tag: Bordeaux, fak. Ausflug Médoc. Stadtführung in Bordeaux. Am Nachmittag Fahrt in das berühmte Weingebiet «Médoc» (fakultativ). 6. Tag: Bordeaux–Dune du Pilat–Arcachon– Region Biarritz. Zuerst bestaunen wir heute die höchste Wanderdüne Europas. Anschliessend Weiterfahrt nach Arcachon und Zeit zur freien Verfügung. 7. Tag: Saint-Jean-de-Luz und Bayonne. Am Vormittag geführte Besichtigung von Biarritz. Anschliessend Weiterfahrt nach SaintJean-de-Luz und Zeit zur freien Verfügung. Am Abend Fahrt ins nahegelegene Städtchen Bayonne. Individuelles Abendessen. 8. Tag: Biarritz–Carcassonne–Narbonne. Fahrt durch die Pyrenäen und über Toulouse nach Carcassonne. Individuelle Besichtigung der mittelalterlichen Festungsstadt. Kurze Weiterfahrt nach Narbonne. 9. Tag: Narbonne–Arles–Orange. Unser erstes Ziel ist heute das mittelalterliche Aigues-Mortes. Weiterfahrt durch die Naturlandschaft der Camargue zum Zigeunerwallfahrtsort Les Saintes-Maries-de-la-Mer. Individuelles Mittagessen. Anschliessend Stadtbesichtigung in Arles. Weiterfahrt nach Orange. 10. Tag: Orange–Schweiz.

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10 Tage gem. Programm 1975.– 1775.– Reduktion Reise 2 – 100.– Daten 2015 Donnerstag – Samstag 1: 21.05.–30.05. 3: 03.09.–12.09. 2: 20.08.–29.08. 4: 17.09.–26.09. Unsere Leistungen ■

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- Luxusbus Unterkunft in guten Mittelklasshotels, Basis Doppelzimmer Mahlzeiten: – 6 x Halbpension (Abendessen und Frühstücksbuffet), davon 1 x Abendessen im lokalen Restaurant (1. Tag) – 3 x Frühstücksbuffet (2., 5. und 7. Tag) Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen Geführte Stadtbesichtigungen in Paris, Bordeaux, Biarritz und Arles Schifffahrt auf der Seine in Paris Eintritt und Führung mit Audioguides im Schloss Chambord und Schloss Amboise Führung und Degustation Cognac Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

Nicht inbegriffen ■

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Einzelzimmerzuschlag Fakultativer Ausflug Médoc Annullationsschutz

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Daten 2015

1. Tag: Schweiz–Chartres. 2. Tag: Chartres–Bayeux–Invasionsküste– Dinan. Wir fahren weiter nach Bayeux. Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist die Kathedrale Notre-Dame. Weiterreise nach Arromanches, wo wir das «Musée du Débarquement» besichtigen. Gegen Abend erreichen wir das charmante Städtchen Dinan an der Rance, wo wir die nächsten vier Nächte wohnen werden. 3. Tag: Dinan, Ausflug Mont-Saint-Michel und Saint-Malo. Treffen mit der ortskundigen lokalen Reiseleitung im Hotel und Fahrt zum sagenumwobenen Mont-Saint-Michel. Bei Flut umspült das Meer in einem fantastischen Naturschauspiel den ganzen Berg. Am Nachmittag besuchen wir die alte Korsarenstadt Saint-Malo, die von hohen, begehbaren Ringmauern umgeben ist. 4. Tag: Dinan, fak. Ausflug Südbretagne. Fahrt südwärts nach Carnac und Fotostop bei den vorgeschichtlichen Megalithen aus dem 3. und 4. Jahrtausend v. Chr. Weiterfahrt nach Locmariaquer. Unvergessliche Schifffahrt im Golf von Morbihan, einem Binnenmeer mit zahlreichen Inseln. In Vannes Zeit zur freien Verfügung für die Besichtigung der Altstadt. 5. Tag: Dinan, Dinard und Cap Fréhel. Dinan ist unbestritten eine der schönsten mittelalterlichen Städte der Bretagne. Den Vormittag nutzen wir, um über den typisch französischen, bunten Markt zu schlendern. Später Fahrt nach Dinard, einem Badeort an der Mündung der Rance gelegen. Danach Panoramafahrt zum 70m hohen Sandsteinfelsen Cap Fréhel. Rückfahrt nach Dinan. 6. Tag: Dinan–Paris. Nach dem Frühstück Fahrt zur «Seine-Metropole» Paris. Am Nachmittag lernen wir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten kennen. Danach Gelegenheit für eigene Entdeckungen. 7. Tag: Region Paris–Schweiz.

Sonntag – Samstag 1: 10.05.–16.05. 2: 21.06.–27.06. 3: 02.08.–08.08. 4: 16.08.–22.08. 5: 23.08.–29.08.

6: 7: 8: 9:

30.08.–05.09. 06.09.–12.09. 13.09.–19.09. 20.09.–26.09.

Unsere Leistungen ■

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- Luxusbus – Spardatum im Komfortklasse-Bus Unterkunft in guten Mittelklasshotels, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC Mahlzeiten: – 4 x Halbpension (Abendessen und Frühstücksbuffet) – 2 x Frühstücksbuffet (3. und 6. Tag) Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen (ausg. fak. Ausflug Südbretagne am 4. Tag) Führung im «Musée du Débarquement» Lokale deutsch sprechende Reiseleitung am 3. Tag Eintritt Mont-Saint-Michel Geführte Stadtbesichtigung in Paris Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

Nicht inbegriffen ■

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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 65

Drei Fragen an: Oliver Schnyder

«Ich lerne sehr schnell» Konzerte

21. 4. 2015 Tonhalle Zürich 19.30 Uhr 22. 4. 2015 Theater St. Gallen 19.30 Uhr 23. 4. 2015 Viktoria Hall Genf 20 Uhr

Der Schweizer Pianist zählt international zu den gefragtesten Musikern. Jetzt macht der 41-Jährige für drei Auftritte in der Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics halt in der Heimat. Text: Thomas Tobler

Bild: Anna & Peter Schudel-Hahn

Oliver Schnyder, Sie spielen die Werke der ganz grossen Komponis­ ten. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr erstes auf dem Klavier erlernte Musikstück? Ganz ehrlich: keine. Es dürfte ein Weihnachtslied gewesen sein. Bei meinem ersten öffentlichen Auftritt im Möriker Musikschulkonzert spielte ich ein Menuett von Leopold Mozart, das ich noch immer in den Fingern habe. Die in ganz jungem Alter erlernten Stücke werden Teil der DNA. Ihnen wird beim Klavierspielen eine grosse Leichtigkeit nachgesagt. Wie leicht fällt es Ihnen tatsächlich?

Das kommt sehr aufs Repertoire an. Würde ich beim Spielen der f-Moll-Sonate von Brahms den Eindruck von Leichtigkeit erwecken, bliebe ich dem Werk vieles schuldig. Ein Klavierkonzert von Mozart ist ohne spielerische Leichtigkeit jedoch kaum zu bewältigen. Was ich aber sagen kann: Ich lerne sehr schnell und kann dadurch glücklicherweise ein grosses Pensum an verschiedensten Repertoires bewältigen. Das fühlt sich aber mitnichten leicht an, im Gegenteil. Wie Schwerstarbeit, nein, passender, Akkordarbeit, im wahrsten Sinne.

Bei den Konzerten in der Schweiz mit der Academy of St Martin in the Fields kommt es zu einem Wiedersehen mit Stargeigerin Julia Fischer. Was dürfen die Konzertbesucher er­ warten? Mit Julia verbinden mich viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Rezitale in aller Welt. Meine ersten Auftritte auf so wichtigen Bühnen wie der Carnegie Hall durfte ich als ihr Partner machen. Schon damals wollten wir gern einmal das «Mendelssohn-Doppelkonzert» gemeinsam spielen und sprachen oft davon – dieser Wunsch erfüllt sich nun mit den Migros-KulturprozentClassics-Konzerten. MM

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66 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

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MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 67

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der Möglichkeit, Momente aus seinem Blickwinkel festzuhalten, in der Nacht einzigartige Fotos zu machen oder die

Zeit in Porträts stillstehen zu lassen ist hier richtig. Die Klubschulen begleiten alle Hobbyfotografen und Interessierte in verschiedenen Kursen von der Wahl

der Kamera bis zum fertigen Bild. 16 Lektionen kosten Fr. 280.– Weitere Infos gibt es auf www.klubschule.ch und unter Tel. 0844 844 900.


70 | MM17, 20.4.2015 | MIGROS-WELT

Im Hotelzimmer «ieu» sagt man auf Berndeutsch «ja» zu einem erholsamen Schlaf.

Eine Nacht für zwei Personen gewinnen!

Neue Hotelzimmer

Das Berghotel in der

Das kleinste und höchstgelegene Hotel in Berner Stadtnähe hat seine beiden Hotelzimmer renoviert und neu gestaltet. Für das Design der beiden Zimmer auf dem Gurten haben die Macher auf natürliche Materialien und harmonische Farben gesetzt. Reservationen sind ab sofort möglich. Text: Andrea Bauer

D

ie Hotelzimmer im Hauptgebäude auf dem Berner Hausberg waren in die Jahre gekommen. Deshalb wurden sie umgebaut. Nun er­ strahlen die beiden aussergewöhnlichen Zim­ mer unter den Namen «ieu» und «äuä» in fri­ schem Glanz. Der «Gurten – Park im Grünen» hat bei seinem Zimmerkonzept viel Wert auf Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Authentizi­

tät gelegt. Dunkle Erdtöne und ein massiver Eichenholzboden ergeben ein harmonisches Bild und sorgen für eine angenehme, warm wirkende, wohlige Atmosphäre. Authentizität und regionale Rohstoffe standen dabei im Vordergrund. Der leicht rustikale Charak­ ter des alten Holzes bildet die Grundbasis – ergänzt wird er durch Möbel aus Eichenholz sowie moderne Stoffe und Leder in warmen

Erdtönen kombiniert mit Farben, die bewusst weitere Akzente setzen. Das Wochenendan­ gebot von 295.– Franken pro Zimmer bietet vieles: Die Hotelgäste können sich an der Minibar frei bedienen und ein reichhaltiger Überraschungs­Picknickkorb lädt dazu ein, die unvergessliche Aussicht auf die Stadt Bern und die Alpen auch draussen im Grünen zu geniessen. Willkommen sind alle – seien es


MIGROS-WELT | MM17, 20.4.2015 | 71

Auf 858 Metern über Meer liegt man im Zimmer «äuä» bequem und hat eine spektakuläre Aussicht.

«Nachhaltig Einkaufen»: Ein Kursbeispiel aus der vielfältigen Palette des KlubschulAngebots zum Thema Nachhaltigkeit. Klubschule

Mit Lust umweltbewusst Die Klubschule Migros macht nachhaltiges Denken und Handeln zu einem praktikablen Trend. Text: Sarah Baur

Bilder: Beat Schweizer

Stadt Wanderer, Ausflügler, Romantiker oder auch Seminarteilnehmer, die ihren Aufenthalt nach einem langen Tag an einem Workshop auf dem Traumberg noch ausklingen lassen möchten. MM Mit etwas Glück kann man bis 30. April eine Übernachtung für zwei Personen in einem der neu gestalteten Zimmer gewinnen. Sämtliche Informationen dazu finden sich auf www.gurtenpark.ch/Wettbewerb

L

ebensqualität, Umwelt und Zukunft liegen allen am Her­ zen. Doch wenn es darum geht, dies aktiv zu bewahren oder sogar zu verbessern, dann tau­ chen viele Fragen auf. Können Einzelpersonen mit nachhaltigem Verhalten überhaupt etwas bewirken? Kostet Nachhaltigkeit mehr Zeit oder Geld? Inwiefern schränkt das Umden­ ken die liebgewonnenen Gewohnhei­ ten ein und ist grün nicht irgendwie schon wieder uncool? Die Klubschule Migros zeigt in verschiedenen Kursen, wie zeitgemäss Nachhaltigkeit schon immer war und wie sie sich mit einem modernen Lebensstil vereinen lässt. Das Bewusstsein wächst

Je umfassender die Informationen rund um den Umgang mit natürlichen Ressourcen, desto grösser die Bereit­ schaft zur Veränderung. Doch der Schritt vom ökologischen Denken zum Handeln verlangt etwas Mut und einige

clevere Tipps. Genau solche Tipps ver­ mittelt die Klubschule Migros in ihren Nachhaltigkeitskursen – sachlich, mo­ tiviert und ohne erhobenen Zeigefin­ ger. Die Teilnehmenden erfahren mehr über Ökobilanzen, Labels, Energiespar­ massnahmen und Naturprodukte. Nach Lust und Laune

Vom ökologischen Privathaushalt bis zu selbst hergestellten Pflegeprodukten – die Klubschule unterrichtet Nachhal­ tigkeit in verschiedenen Lebensberei­ chen und macht Lust auf mehr. Diese Kurse vermitteln Wissen und Spass an positiver Veränderung: «Mein urbaner Garten», «Nachhaltig mobil sein», «Nachhaltiger Haushalt», «Nachhaltig einkaufen», «Natürliche Kosmetik her­ stellen», «Lehrgang Ernährungs­Coach mit DIPLOMA» mit dem Fach «Nach­ haltigkeit und Gesellschaft». MM Kursangebot, Anmeldung und Informationen: Klubschule Migros Aare. 0844 844 900. www.klubschule.ch


Freitag, 24. April 2015

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Leben

MM17

Familienumfrage Sommersport (29%) ist die beliebteste Freitzeitaktivität von Familien. Danach folgen Wintersport (25%) und Wandern (20%).

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Knigge reloaded

Verlieren Sie die Nerven bei der Parkplatzsuche? Diskutieren Sie mit!

Illustrationen: Andreas Klammt, Muxxi/die Illustratoren; Bild: Stefan Sulzer

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Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

Gibt es eine Etikette fürs Parkhaus?

M Mamma mia!

Oh Baby!

Mein Umfeld vermehrt sich munter weiter. Hat eine Kollegin entbunden, watschelt die nächste dem Finale entgegen. Das Gute: Ich darf winzige Babys halten, angurren oder abschlecken, ohne dass mich jemand schräg anguckt. Offizielle Erklärung: Ich entlaste die dauermüden Mamis. In Wirklichkeit reisse ich Neugeborene an mich, weil ich nicht anders kann. Ein klassischer Fall von Suchtverhalten.

«Das Parkhaus ist ein Prüfstein für jede Paarbeziehung. Die Frage, wo ein freier Platz zu finden sei, ist für den Automobilisten verbunden mit Stress und Emotivität, verschärft durch eventuelle Anmerkungen vom Beifahrersitz. Dem Vorgang ist zudem eine Tendenz zur Eskalation eingeschrieben: Je länger man suchend rumkurvt, desto schrecklicher wird das Ganze. Nicht hilfreich sind daher Parkhausbenützer, die zu ihrem Wagen zurückkehren, sich reinsetzen, Licht an und alles, und dann – nicht rausfahren. Weil sie noch eine Diskussion über Hegel führen oder ihren SMS-Speicher abscrollen oder ein Butterbrot essen. Worauf der Lenker, der blinkend auf die fragliche Lücke wartet, wahnsinnig wird. Also: Bitte zügig ausparken. Sonst gefährden Sie nicht nur den Verkehrsfluss, sondern auch die Beziehungsdynamik von Drittpersonen. Das wollen Sie doch nicht.»

Neulich hatte ich wieder einen Zwerg auf dem Arm. Emil roch fast fabrikneu, nach Babyhaut, warmer Milch und Milette Pocreme. Während die «Tante» ihm unintelli­ gentes Zeug ins Öhr­ chen flüsterte, beschloss der Knirps, die Duft­ palette zu erweitern: Ein Görpschen, die Äuglein zusammen­ gekniffen, dann wurde er ganz rot im Gesicht. Ich war echt froh, als mir seine Mutter das tropfende, stinkende Bündel endlich wieder abnahm. Windeln sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Bettina Leinenbach (38) ist Journalistin und

zweifache Mutter.


76 | MM17, 20.4.2015 | LEBEN

Am Strand von Branscombe in East Devon. Mit dem Fischkutter werden frühmorgens die Fische gefangen, die dann im Pub aufgetischt werden.

Reisen

Mit Ale, Charme und Kompass

Drei Dinge braucht man, um sich im Südwesten Englands wohlzufühlen: einen Kompass, viel Humor und eine gewisse Trinkfestigkeit. On Tour durch Britain at its best. Text: Martin Jenni

Bilder: Kathrin Horn

L

egen Sturm oder Nebel die Verbindung über den Ärmelkanal lahm, pflegt der Engländer zu sagen: «The continent is cut-off», was für sein unerschütterliches Selbstbewusstsein spricht. Auch sonst sind Land und Leute eigenwillig. Der öffentliche Verkehr existiert nur bedingt. Wer plant, mit dem Bus in abgelegene Dörfer zu gelangen, plant vergebens. Für Reisen in die Grafschaften Dorset, Devon, Cornwall und Somerset im südwestlichen Zipfel Englands empfiehlt sich deshalb das eigene Fahrzeug. Für die erste Übernachtung lohnt sich die Anfahrt von Dover (Fähre) oder Folkstone (Eurotunnel) nach Fletching ins «Griffin Inn». Eine Wohlfühloase, die mit schönen Zimmern, einem stimmungsvollen Pub und elegantem Restaurant überzeugt. Am nächsten


LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 77

Mehr Tipps und Bilder zu Englands Südwesten: Migrosmagazin.ch

Mystische Momentaufnahme am Combestone Tor in Dartmoor (Devon) zwischen Holne und Hexworthy.

Tag geht es bei Bournemouth in der Grafschaft Dorset mit der lokalen Autofähre von Sandbanks zur Isle of Purbeck. Eine Halbin­ sel, die mit einem dramatischen Küstenabschnitt beim Chapman’s Pool aufwartet. Wer Durst hat, löscht ihn im nicht minder dra­ matischen «Square & Compass» in Worth Matravers. Für das ge­ pflegte Nachtessen empfiehlt sich in Wareham das Priory Hotel, und für die zahlbare Schlafstätte quartiert sich der Reisende im «Golden Court House» bei Anetha und Michael Hipwell ein. Dorset ist auch die Heimat des Schriftstellers Thomas Hardy (1840–1928), dessen Romane einen genauso in den Bann zie­ hen wie die Küsten von Lulworth Cove, Golden Cap und Durdle Door oder der Weitblick von der Saint Catherine’s Chapel bei Ab­ botsbury an Englands Südküste.

Branscombe liegt in East Devon und zählt zu den schönsten Land­ partien Englands. Ein Dorf mit Kieselstrand, sattgrünem Hinter­ land und zwei authentischen Pubs. Im «Masons Arms» isst es sich vorzüglich, und im «Fountain Head» schmeckt das lokale Bier vor dem Kamin doppelt so gut. Bei einem Glas Gin wirds schaurig

Devons Landschaftsbild prägen sanfte Wiesen und wildes Moor­ land. Bei der Erkundung des Moors sind Kompass und Wan­ derkarte zwingend. Denn innert Minuten kann dicker Nebel aufziehen, der den Orientierungssinn überfordert. Wer in solch einem Augenblick im «Ruggle­ stone» in Widecobe­in­the­Moor sitzt, hat Glück. Hier trinkt es sich nicht nur gut, hier wissen die Einheimischen auch ihre Schauergeschichten übers Moor

Am «Flora Day» in Helston (Cornwall) heissen rund 1000 Schulkinder tanzend den Frühling willkommen.


LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 79 Faulkland SCHOTTLAND

Exmoor

Corton Derham WA L

ES

IRLAND

Karte: MM /Claudia Stöckli

SO ME RS ET

ENGLAND

Dover (Fähre) Folkstone (Eurotunnel)

London D EVON zu inszenieren. Oder sie geben DORS ET einem bei einem offerierten Gin Drewsteignton Branscombe Wareham Golden Cap Tipps über die keltischen Kraft­ Bournemouth Boscastle Sandbanks Dartmoor orte der Region. Sie erzählen vom Tintagel Isle of Purbeck Abbotsbury Postbridge Hound Tor, Manaton Port Isaac Worth Matravers Hound Tor in der Nähe von Dozmary Pool Widecombe-in-the-Moor Bodmin Moor Manato, das Sir Arthur Conan Durdle Lulworth St Tudy Princetown Wildlife Park Door Cove Doyles im «The Hound of Basker­ CO RNWALL Lostwithiel Lanlivery ville» berühmt schrieb, von den Torpoint Polperro Grey Wethers nördlich von Post­ The Lost Garden bridge und den Stow Rows west­ St Yves Trelissick Im Süden Englands ist man am besten mit dem of Heligan Garden St Just in Roseland eigenen Auto unterwegs, denn der öffentliche lich von Princetown. Wem das Helston Glendurgan Garden Verkehr ist nicht sehr zuverlässig. zu mystisch und zu teuer wird, Trebah Garden Porthleven der begibt sich nach Drewsteign­ ton ins patinierte «Drewe Arms» Lizard und hört hier bei einem alkohol­ freien Ginger Beer den Geschich­ ten über die legendäre Wirtin Mabel Mudge zu. Wer mehr Lust Dass es auch anders geht, zeigt auf ein stilles Picknick hat, findet Fowey: Trotz seiner ehemaligen in Tavistock bei Country Cheeses berühmten Einwohnerin, der über 100 Sorten britischen Käse Schriftstellerin Daphne du Maurier (1907–1989), kommt es und andere Köstlichkeiten. ohne Rummel aus. Sehenswert sind der Friedhof und die Kirche «Our neighbours, the English» von St Just­in­Roseland inmitten Cornwall (Kornisch: Kernow) ist bekannt für seine freiheitslieben­ von Palmen, Chrysanthemen, Kamelien und Magnolien. Auch den Bewohner, die stolz sind, Nachfahren der Eisenzeitkelten Gartenfreunde kommen in dieser zu sein. Sie sehnen sich nach romantischen Gegend auf ihre Autonomie und zeigen dafür viel Rechnung. Beim Lost Garden of Flagge (St. Piran, ein weisses Heligan und den Gärten von Kreuz auf schwarzem Grund) Trelissick, Glendurgan und Tre­ und ihren «Cornish Tartan», bah wähnen sich Hobbybotaniker im irdischen Paradies. mit dem sie Kilt, Hut, Schal und andere Utensilien verzieren. Cornwall lockt vor allem mit Seit 600 Jahren eigenes Ale seinen Gärten. In Torpoint, Immer am 8. Mai ist in Helston gleich nach der Grenze zu Devon, die Beschaulichkeit vorbei. befindet sich das «Antony House», Um 7 Uhr wird der «Flora Day» das von der viktorianischen Blüte­ mit dem First Dance eröffnet. Kurz vor 10 Uhr beginnt der zeit zeugt, in der einst reiche Familien ihre Botaniker beauf­ Children’s Dance, bei dem über tragten, exotische Samen aus 1000 Kinder und Jugendliche aller Welt zu sammeln, um damit durch die Gassen der Kleinstadt zu Hause ihre Gärten zu schmü­ hüpfen. Punkt 12 Uhr startet cken. In Lanlivery bietet sich der Midday Dance mit Damen in wallenden Kleidern und elegan­ das Heim von Celia Robbins und Pete Graham als Unterkunft an. ten Hüten, sekundiert von Her­ Ihr ökologisches Haus «Koeschi» ren mit Zylinder und Frack. Bier­ steht mitten im Wald und wird freunde verlassen die Stadt nicht ohne einen Besuch im «Blue An­ im Frühling von Tausenden wild wachsenden Blue Bells (blaue chor», in dem seit 600 Jahren Ale Zwiebelpflanzen) umzingelt. gebraut wird. Gourmets wieder­ Im nahen Lostwithiel findet um zieht es nach Porthleven zum Oben: Im Frühjahr immer am zweiten Sonntag des Neuseeländer Jude Kereama, der werden die Böden Monats ein Antiquitätenmarkt mit Blue Bells in seinem «Kota» eine grandiose statt. Ein weiterer Anziehungs­ überzogen, wie Fusionküche zelebriert – Turbot mit Jungartischocken, grünen hier in Lostwithiel punkt der Kleinstadt ist das Restaurant Asquiths mit seiner (Cornwall). Saubohnen und einer Grund­ modernen britischen Küche. sauce aus Muscheln und Schell­ Links: Im Dartmoor Früher waren Cornwalls fisch und andere schöne Dinge. (Devon) haben Kanalküstenbewohner Fischer Auf der Halbinsel Lizard loh­ und Schmuggler. Heute fangen nen sich die Ziele Kynance Cove, die Rindviecher sie Touristen. Zumindest in Mullion Harbour, Cadgwith, Pol­ auf der Strasse Vortritt. der Shoppingmeile von Polperro. tesco Valley und das am French­


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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 81

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Oben: Im «Golden Lion» in Port Isaac (Cornwall) mit Blick auf den Hafenparkplatz. Mitte: Das Ale wird in guten Pubs gepumpt, nicht gezapft. Rechts: Im «Blue Anchor» in Helston (Cornwall) trinkt man das Spingo Ale aus dem eigenen Zinnbecher. man’s Creek angeschmiegte Helford. Rauer wirds an der Westküste, dessen spezielles Licht Maler schon seit Jahrhunderten inspiriert. Nicht zu vergessen gilt es hier den «Gurnard’s Head», ein stimmungsvolles einzigartiges Pub mit vorzüglicher Küche. Als Lagerplatz eignet sich die 300 Jahre alte Keigwin Farm von Gilly Wyatt, die ihre schönen Zimmer zum Freundschaftspreis anbietet und in St Yves wochenweise auch ein Cottage vermietet. Die Nordküste Cornwalls glänzt zum Teil mit feinen Sandstränden. Hier sind Boscastle und Port Isacc authentisch, während das Dorf Tintagel nur hartgesottenen «King Arthur»Pilgern zumutbar ist. Wen auch noch das Schwert des britischen Mythenkönigs interessiert, der reist zum Dozmary Pool ins Bodmin Moor und angelt darin nach

Highlights

– Dartmoor-Nationalpark – Eden Project – Cotswolds

Excalibur. Wer nach so viel Mystik eine Pause benötigt, sollte nach St Tudy ins «Tudy Inn» reisen. Gummistiefel erwünscht!

Meer, Hügel, Moor, sanfte Täler und flache Ebenen widerspiegeln die Grafschaft Somerset. Berühmt ist sie für Cheddar (Käse) und Cider (Apfelwein), den Kenner im «Tuckers Grave Inn» in Faulkland trinken. Bevor es zurück auf den Kontinent geht, ist ein Besuch bei Gordon Reid angesagt. Gordon ist Schotte, war Weltenbummler und arbeitete einige Jahre in der Schweiz, wovon er heute noch schwärmt. Seine Lebenserfahrungen setzt er nun im «Queens Arms» in Corton Denham um. Er sucht seine Mitarbeiter nicht nach Zeugnissen aus, sondern nach ihrer Herzlichkeit und

ihrem Willen, seine Geschäftsphilosophie umzusetzen. Das Resultat ist spürbar, wird doch der Gast auf legere, aber stets respektvolle Art verwöhnt. Am Eingang fällt ein Messingschild auf. Hunde und Hunters (Gummistiefel) sind herzlich willkommen. «Unser Haus steht in einem Wandergebiet, das zu den schönsten von England zählt. Da wäre es sehr schlecht, wenn wir ihnen den Zutritt verwehren würden. Zudem suchen uns die Gummistiefelträger abends im Anzug zum Dinner auf», sagt Gordon. Very British, very clever, aber ungemein sympathisch. Wie so vieles in good old England. MM Martin Jenni ist freier Journalist und Autor. Seine Bücher erscheinen unter anderem im AT- und Werd&Weber Verlag. Kathrin Horn ist Fotografin. Ihr gemeinsames Buch über den Südwesten Englands erscheint im Frühling 2016 im AT Verlag.

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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 83

Migros-Bank-Ratgeber

Die Schweiz verkraftet den Währungsschock besser als erwartet. Hat die Nationalbank also den richtigen Entscheid gefällt? 100 Tage sind seit dem Donnerschlag der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vergangen. Die anfängliche Konfusion hat sich gelegt. Und im Gegensatz zu den oftmals überhaste­ ten Reaktionen vom Januar können wir den Schritt nun viel fundierter beurteilen: Immer deutlicher zeigt sich, dass die Nationalbank in einer sehr schwierigen Lage einen vernünftigen Entscheid getroffen hat.

Daten: BSV

Weshalb? Bei der Einführung des Mindestkurses im Jahr 2011 war der Euro eine starke Währung. Heute dagegen ist der Euro eine sehr schwa­ che Währung geworden. Innerhalb eines Jahres ist der Euro zum Dollar über 20 Prozent eingebrochen, der heftigste Verlust seit der Gründung der Währung 2002. Den eigentlichen Währungsschock hat also nicht die SNB herbeigeführt, sondern die Euro­ päische Zentralbank (EZB) mit ihrer aggressiven Abwertungspolitik. Das verdeutlicht auch die Grafik: Wäh­ rend sich der Euro nach dem Absturz kaum erholt hat, ist der Dollar gegenüber dem Franken wieder stark gestiegen und kostet sogar deutlich mehr als vor Jahresfrist. Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

Was wäre denn passiert, wenn die SNB nicht die Reissleine gezogen hätte? In diesem Fall würde unsere Nationalbank parallel zur EZB jeden Monat für Milliarden europäische

100 Tage nach dem Währungsschock Wertentwicklung in % 20

Dollar/Fr.

15 10

Schweizer Börse SPI

5 0 –5

Euro/Fr.

–10 – 15 – 20 April 2014

Juni 2014

Aug. 2014

Okt. 2014

Dez. 2014

Feb. 2015

April 2015

Der Euro-Kurs hat sich von seinem Absturz nur schwach erholt. Der Dollar und die Schweizer Börse hingegen haben wieder stark an Wert zugelegt. Staatsanleihen erwerben. Dabei ist schon das Kaufprogramm der EZB allein so riesig, dass mittlerweile über ein Viertel aller Euro­Staatstitel eine negative Rendite aufweist. Vor allem aber: Je mehr europäische Anleihen die Schweizerische Nationalbank an­ gehäuft hätte, desto grösser wäre der Anpassungsschock bei einer späteren Abkoppelung vom Euro geworden. Somit hätte sich die Schweiz enger an die europäische Geldpolitik angebunden als das EU­Mitglied Grossbritannien, das mit dem Pfund weiterhin eine eigene Währung be­ sitzt. Eine solche Entwicklung wollte

die SNB zu Recht verhindern. Denn eines hat die Euro­Krise klar gezeigt: Ein gemeinsamer Währungsraum wird zu einem brutalen Korsett, so­ bald sich die Volkswirtschaften nicht mehr synchron entwickeln. Ohne Zweifel setzt der starke Franken manche Branchen unter grossen Druck, namentlich den Tourismus. Trotzdem: Es bleibt die beruhigende Tatsache, dass noch in keinem Land eine schwache Währung langfristigen Wohlstand herbeigeführt hat – eine starke Währung dagegen schon. MM Hat die SNB richtig entschieden? Stimmen Sie ab auf Blog.migrosbank.ch

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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 85

Haben Sie eine Frage zum Thema?

Anzeichen und Verhalten bei depressiven Verwandten

Kontaktieren Sie uns gesundheit@ migrosmedien.ch

Migrosmagazin.ch

Gesundheit

Im Dauertief Niemandem gehts immer gut. Stimmungstiefs gehören zum Leben. Wer aber dauernd Mühe hat, im Alltag zu bestehen, der leidet unter einer Depression und sollte sich ärztliche Unterstützung holen. Text: Patrik Noack

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er kennt sie nicht, die Momente, in denen wir uns traurig, einsam oder niedergeschlagen fühlen? Stimmungstiefs gehören zu unserem Leben – wo Licht ist, da sind auch Schatten. Was aber, wenn die Schatten grösser werden und wir • unser Selbstvertrauen verlieren • nicht mehr schlafen können • uns erschöpft fühlen • uns nicht mehr konzentrieren können • die Freude und das Interesse an vielen Dingen verlieren • ängstlich und nervös sind oder oft Kopfschmerzen haben • Beschwerden wie Magenprobleme, Kopf-, Rücken- oder andere Schmerzen haben • keine Lust auf Sex haben • uns für alles zuerst überwinden müssen

Bild: Getty Images

Dr. Patrik Noack,

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Manuelle Medizin und Sportmedizin Co-Leitung Medizin, Medbase Abtwil In Zusammenarbeit mit

Treten drei oder mehrere dieser Symp­ tome gleichzeitig und während mindes­ tens 14 Tagen auf, können sie auf eine depressive Erkrankung hinweisen. Die Depression ist individuell wie der Mensch, der unter ihr leidet. Eine Depression unterscheidet sich von einem Stimmungstief. Wer depressiv ist, hat grosse Mühe, im Alltag zu bestehen und soziale Kontakte zu pflegen. Arbeitsunfähigkeit kann eine Folge davon sein. In der Schweiz leiden rund 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens ein Mal in ihrem Leben an einer Depression.

Stress, Trauma, Vererbung

Die Ursachen einer Depression sind nicht vollumfänglich geklärt. Mögliche Auslöser einer Depression können anhaltender negativer Stress, belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse, Mobbing, Arbeitslosigkeit, der Tod eines geliebten Menschen, Alkohol- und Drogensucht und weitere Gründe mehr sein, etwa eine erbliche Komponente. Ungleichgewicht im Gehirn

Viele depressive Menschen halten sich nicht für krank, sondern für Versager. Dabei ist die Depression aus medizinischer Sicht eine Krankheit. Viele Fachleute vermuten heute, dass für eine Depression unter anderem ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn (sogenannte Neurotransmitter) verantwortlich ist. In der Therapie werden deshalb auch Medikamente eingesetzt, die dieses Ungleichgewicht im chemischen Haushalt des Gehirns wiederherstellen. Bei Suizidgefahr Hospitalisation nötig

Depressionen lassen sich im Allgemeinen gut ambulant behandeln. Zur Verfügung stehen verschiedene psychotherapeutische Methoden, Medikamente sowie seltener auch Lichttherapie, Wachtherapie (Schlafentzug) und in ganz schweren Fällen die Elektrokrampfbehandlung. Ist die Depression sehr schwer oder droht Suizidgefahr, ist eine Hospitalisation hilfreich. MM

Tipps

Darüber reden, ohne Scham Depression ist eine Krankheit im medizinischen Sinn. Es ist wichtig, dass Sie, ob Angehöriger oder Betroffene, darüber sprechen. Wenn Sie vermuten oder überzeugt sind, an einer Depression zu leiden, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder direkt an einen Psychiater. Zögern Sie den Arztbesuch nicht wegen Scham- oder Versagensgefühlen hinaus: Es ist keine Schande, an einer Depression zu leiden. Eine weitere Möglichkeit, sich zu informieren und mit Betroffenen auszutauschen, bieten Selbsthilfegruppen wie Equilibrium. Im Netz zu finden unter: www.depressionen.ch


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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 87

Beauty

Mann, bin ich schön! Der moderne Mann tut heutzutage gleich viel für sein Aussehen wie die Frau. Texte: Martina Bortolani

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ie Zeiten, in denen Männer ratlos und überfordert vor den Beautyregalen standen, sind vorbei. Das britische Forschungs- und Marketinginstitut Mintel hat aktuell rund 50 000 Männer aus ganz Europa zu ihrem Konsumverhalten in Sachen Kosmetik befragt. 67 Prozent der Befragten gaben an, dass sie täglich ein speziell für Männer entwickeltes Produkt verwenden, davon wiederum 30 Prozent, dass für sie Attraktivität und ein gepflegtes Aussehen an oberster Stelle stehen. Das ist doppelt so viel wie bei einer Befragung vor fünf Jahren. Die beliebtesten Produkte bei Männern sind AntiAging-Cremes, Deodorants, Haarpflegeprodukte, Duschgels und alles rund um die Rasur. Im Durchschnitt beginnt der moderne Mann, sich ab dem 25. Lebensjahr intensiver mit seiner Schönheitspflege zu befassen. Er informiert sich im Internet oder in Männermagazinen, lässt sich beraten (nicht selten von seiner Partnerin) und greift in Regalen im Laden dann selbstbewusster nach den Produkten, die ihn ansprechen.

Bilder: Getty Images, Maurice Sinclair

Vor 50 Jahren undenkbar

Der weltweite Markt für Männerpflege legte letztes Jahr doppelt so stark zu wie der für Frauen- oder Unisexprodukte. Er liegt bei einem jährlichen Gesamtumsatz von über 30 Milliarden Franken – mit einem Wachstum von sieben Prozent pro Jahr. Nicht nur medial, sondern auch gesellschaftlich

VIP-Tipp

«Weniger ist mehr» Seit Oktober 2014 hat das Schweizer Model Kevin Ferreira (23) international Fuss gefasst. Er lief an Shows für Lacoste, Tommy Hilfiger und Calvin Klein. Und er kennt die Ansprüche, die in Sachen Schönheit an einen Mann gestellt werden. Kevin, verstehen Männer von Kosmetik heutzutage genauso viel wie Frauen? In der Mode- und Modelwelt ist das sicher so. Wir müssen viel Zeit in unsere Pflege investieren. Ich bin oft unter Profis. Stylisten, Hair- und Make-upArtisten, Produzenten – da lernt man so einiges. Werden Sie geschminkt? Nun ja, dezent. Ich beobachte, dass bei den Männermodels generell stark auf Natürlichkeit gesetzt wird. Weniger ist mehr. Selbstverständlich wird auch bei uns Unerwünschtes ausgebessert.

In der Kosmetikabteilung findet der Mann von heute alles für ein gepflegtes Äusseres. ist der Mann heute mit neuen Profilen und Vorbildern konfrontiert. Wenn einer gut aussieht und zugibt, einiges dafür zu machen, wird er nicht als eitler Geck verpönt. Im Gegenteil. Das Bild eines Mannes, der sich eine Feuchtigkeitsmaske gönnt, ist in den Köpfen

angekommen. So etwas wäre vor 50 Jahren noch undenkbar gewesen. Der modisch-wuchernde Bart ist bezeichnenderweise nicht etwa Ausdruck besonders archaischer Männlichkeit, sondern ein sehr sorgfältig ausgewähltes und gepflegtes Lifestylestatement. MM

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Welche Beautyprodukte sind immer in Ihrer Reisetasche? Ein Lippenbalsam, eine Feuchtigkeit spendende Tagescreme, etwas, um die Haut zu reinigen, und ein Abdeckstift für alle Fälle. Gibt es Migros-Produkte, die Sie benützen? Ja, klar. Die Tagescreme Zoé Ultra Sensitive 24h ist gut, sie spendet den ganzen Tag über Feuchtigkeit. Und der Abdeckstift von I am Clear lässt die Pickel nicht nur verschwinden, sondern trocknet sie auch gleich aus.


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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 89

So i(s)st die Jugend

I

Fernweh stillen

1 bis 1,5 Liter Trinkmenge pro Tag reichen aus: Ideal sind Wasser und ungesüsste Früchte- und Kräutertees.

Ernährung

Quell des Lebens Models und scheinbar nicht alternde Schauspielerinnen preisen Wasser als ultimatives Schönheitsmittel an. Doch wie viel Flüssigkeit braucht der Körper wirklich? Text: Marianne Botta Diener

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Hier schreiben die Vivai-Experten über Ernährungsfragen. Dieses Mal die Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta Diener.

Bild: iStockphoto

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asser ist lebensnotwendig, weil es vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Ernährungsexperten gehen heute von einem Flüssigkeitsbedarf von 2 bis 2,5 Liter Wasser pro Tag aus. Etwa 1 Liter davon wird der Nahrung ent­ zogen, denn fast alle Lebensmittel ausser Zucker und Öl enthalten Wasser. Deshalb reichen laut heutigem Wissensstand 1 bis 1,5 Liter als empfehlenswerte Trink­ menge. Diese ist individuell verschieden und variiert je nach Ernährung, Klima, Geschlecht und sportlichen Aktivitäten. Bewiesen ist, dass Flüssigkeitsmangel die geistige und körperliche Leistungsfähig­ keit beeinträchtigt. Eine britische Studie zeigt: Ohne Wasser schrumpft die Gehirnmasse, das Denken fällt schwerer. Das ist zum Glück reversibel: Nach ein, zwei Gläsern Wasser erreicht das Gehirn schnell wieder die ursprüngliche Grösse und Leistungs­ fähigkeit. Allerdings hat man nicht immer Lust auf laues Wasser. Es gibt Alternativen. Mit diesen Trinkregeln fahren Sie gut

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

• Wasser und ungesüsste Früchte- und Kräutertees sind ideale Durstlöscher. Sie liefern keine Kalorien, enthalten keine

Farbstoffe und putschen nicht auf. Der Inhalt einer 1,5­Liter­Flasche Aproz etwa deckt zudem zwei Drittel des täglichen Kalzium­ und rund ein Drittel des Magnesiumbedarfs. • Auch Grün- und Weisstee sind gut für das Wohlbefinden. Sie enthalten die bioaktiven Substanzen Flavonoide und Catechine, die wohl für den gesundheitsfördernden Effekt verantwortlich sind. • Auch Koffein hat einen positiven Einfluss. Da Koffein auch in Kaffee enthalten ist, gilt dieser mittlerweile sogar als gesund. Das Koffein erhöht den Energieverbrauch, und ein hoher Kaffeekonsum kann das Risiko von bestimmten Krebsarten senken. Das zeigte zumindest eine Studie an 113 000 Teilneh­ mern, die 20 Jahre dauerte. Kinder, Teen­ ager, schwangere Frauen und Menschen, die zu Verstimmungen und Angstzuständen nei­ gen, sollten allerdings keinen Kaffee trinken. • Nicht anregend wirkt der koffeinfreie Rooibos-Tee: Auch dieser hat Studien zu­ folge herzschützende Eigenschaften. • Gesüsste Getränke sollte man nicht zu häufig zu sich nehmen. Die heute vorhande­ nen Studien bestärken den Eindruck, dass übermässiger Konsum von Softdrinks zu Übergewicht, Diabetes und Herz­ Kreislauf­Erkrankungen führen könnte. MM

Ich habe Fernweh nach fremdländischen Düften und Klängen, einem neuen Stadtbild, anderen Sprachen und freundlicheren Menschen. Auch nach reiferen Früchten, unbekannten Gewür­ zen, originellen Zube­ reitungsarten. Essen stillt das Fernweh! Mal zum Znacht ein einfa­ ches Curry kochen, am Mittag das Sandwich durch den Asia­Take­ away ersetzen, sich alle paar Monate einen Besuch beim Mexika­ ner leisten … Multikulti hat sich so sehr in un­ seren Alltag integriert, dass ich beim Essen der Pizza nicht einmal daran denke, dass sie aus Italien kommt.

Ich begebe mich gern auf geschmackliche Weltreise. Ich liebe es, Neues zu probieren und schrecke vor mir unbe­ kannten Kombinatio­ nen nicht zurück. Essen heisst die Welt ent­ decken, ohne Flugangst und mit wenig Geld. An der Tafel im Bahnhof ist der Zug nach Paris noch angeschrie­ ben, obwohl er schon lange ausgefahren ist. Er hilft nicht gegen mein Fernweh. Im Gegenteil. Da hilft bei mir jetzt nur eine Ba­ guette mit Camembert.

Sarah Diener (19)

hat die Matura gemacht und absolviert ein Praktikum im Spital Bern.


90 | MM17, 20.4.2015 | LEBEN

Ausgewandert

Von Freiburg nach Karthago in Tunesien Nachdem ihr Vater eine neue Stelle als Dele­ gierter beim Interna­ tionalen Komitee vom Roten Kreuz angenom­ men hatte, verliessen Basile und Cassandre im September 2012 zu­ sammen mit ihren Eltern das heimatliche Freiburg und zogen nach Nord­ afrika. Was die Geschwister in ihrer neuen Heimat als Erstes überraschte, war das «so viel wär­ mere Klima» und die Strassen, die «nicht so sauber sind und die man nicht so leicht und sicher überqueren kann wie in der Schweiz». Doch heute schätzen die beiden Romands ihr neues Leben in einem Vorort im Norden von Tunis. «Am Meer zu wohnen, ist einfach genial!», freut sich Cas­ sandre. «Und in der Wüste kann man Quad fahren», fügt Basile an. Und was fehlt ihnen aus der Schweiz am meis­ ten? «Schokolade und Käse», schiesst es aus Cassandre heraus. Basile vermisst eher den Schnee und die Kälte: «Ich mach im Winter gern Ferien in den Al­ pen, um Ski zu fahren.»

Basile und Cassandre wohnen seit 2012 mit

ihren Eltern in Tunesien.

Kinder

«Am Meer wohnen ist genial»

Vor zweieinhalb Jahren sind Basile (10) und Cassandre (13) mit ihren Eltern nach Tunesien ausgewandert. Die beiden Romands zeigen uns ihre neue Heimat. Text: Alexandre Willemin Illustration: Olaf Hajek

In Karthago gibt es viele archäo­ logische Schätze. Die Relikte faszinieren Basile, der nicht weit von den weltbekannten punischen Häfen wohnt. «In der Schule habe ich ein Referat über Hannibal gehalten, den berühmten General, der in Karthago geboren wurde. Ich erzählte von seiner Reise, die in Spanien begann und bei der er die Alpen – mit Elefanten! – über­ querte, um Rom anzugreifen.»

Basile und Cassandre lieben die Bambalouni-Beignets mit Zucker. «Das ist eine typisch tunesische Süssigkeit. Die essen wir jedes Mal, wenn wir nach Sidi Bou SaÏd fahren», sagt Cassandre. «Das ist ein Dorf, das über dem Meer in die Felsen gebaut wurde und dessen Häuser alle weiss und blau sind.»

Auch das Shopping in Tunesien hat mit den Schweizer Gewohn­ heiten nichts gemein. «Ich gehe gern in die Souks», sagt Cassandre. «Hier findet man alle möglichen Sachen! Neulich habe ich hübsche Pantoffeln aus Ziegenfell gekauft.» Die Jugend­ liche stöbert auch gern durch die Secondhandstände auf der Strasse. «Da findet man Pullover für nur 2 Dinar, das entspricht, umgerechnet, 1 Franken!»


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Elena (14)

Hosensack. Es ist Teil eures Alltags und wird für eure berufliche Zukunft immer wichtiger. Nur logisch, dass erste Schulen nun BYOD-Konzepte entwickeln und Lehrpersonen weiterbilden: Sie sollen mit euch den vernünftigen Umgang mit dem Datenverkehr üben.

Es ist die Abkürzung von «Bring Your Own Device». Das heisst: Bring dein eigenes Gerät – Tablet oder Smartphone – in den Unterricht. Da jubelt ihr, nicht wahr? Und viele Eltern erschrecken: Werdet ihr vor lauter Internet nicht vom Lernen abgelenkt? Wie stehts mit Strahlenschutz, Cybermobbing oder Zugang zu schmutzigen Inhalten?

Rät selsp ass 1

Fülle die Zahlen von 1 bis 4 in die Felder ein. In allen Reihen (waagrecht, von links nach rechts und senkrecht, von oben nach unten) und allen Kästchen kommt jede Zahl genau ein Mal vor.

Dennoch lohnt es sich noch immer, auswendig zu lernen. Dabei verinnerlichst du nicht nur Worte, sondern auch ihre Kraft. Gedichte oder Lieder inspirieren, trösten und erheben dich – gerade auch dann, wenn dein Akku leer ist. MM

Seit Jahren proben Pilotklassen verschiedene BYOD-Modelle. Deren Erfahrungen zeigen, dass ihr eure Geräte sinnvoll einsetzen könnt: als Informations-, Kommunikations-

Gefahren gibt es viele. Aber ihr habt das Interet ja eh schon alle im

SUDOKU

und Lernmedien. Zugleich gehen althergebrachte Aufgaben verloren: Ihr werdet weniger auswendig lernen. Heute trainiert ihr, wo man sich Informationen holt, wie man sie verwertet und einordnet.

die Fragen ihrer Töchter (14, 9, 7).

PUZZLE TE ILCHEN Fast geschafft! Lege die drei letzten Puzzleteile an ihren richtigen Platz!

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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 93

Glücksgriff

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Dann machen Sie mit! Das Migros-Magazin und die Pilatus-Bahnen verlosen drei Übernachtungspakete im Hotel Pilatus­Kulm und 12 Erlebnisfahrten auf den Gipfel des Luzerner Hausbergs für je zwei Personen.

Das Migros-Magazin und die Pilatus-Bahnen verlosen 3 x 1 Package «Gipfelträume» für je zwei Personen inklusive Berg- und Talfahrt, 4Gang-Menü am Abend, Übernachtung im Hotel Pilatus-Kulm*** Superior im Doppelzimmer (inkl. Frühstück) im Wert von je 458 Franken. Ausserdem gibts 12 x 2 Erlebnisfahrten auf den Pilatus (Berg- und Talfahrt ab/ nach Kriens/Alpnachstad) im Wert von je 72 Franken zu gewinnen. Teilnahme per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039

Wettbewerbs­ frage: Wie heisst die neue Luftseilbahn der Pilatus­ Bahnen?

O

b mit der steilsten Zahnradbahn der Welt ab Alpnachstad oder mit der Pano­ rama­Gondelbahn ab Kriens: Rund um den Luzerner Hausberg Pilatus bieten sich zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt. Auf der Krienseregg gibt es Picknickplätze, Rundwander­ wege und den Erlebnispfad Drachenmoor. Rund 400 Höhen­ meter oberhalb der Krienseregg verspricht die Fräkmüntegg Spass für Furchtlose mit dem

grössten Seilpark der Zentral­ schweiz und der längsten Som­ merrodelbahn der Schweiz mit einer Länge von 1350 Metern. Neue Seilbahn und ein Jubiläum

Noch höher hinaus gehts mit der neuen Luftseilbahn «Dragon Ride» auf den Pilatus Kulm. Hier präsentiert sich dem Betrachter ein atemberaubendes Gipfel­ panorama. Abenteurer machen sich auf die Schatzsuche nach dem Drachenstein, erkunden den Drachenweg in der Felsengalerie

des Pilatus und erleben hautnah die Könige der Alpen bei einer geführten Steinbocksafari. Sind die meisten Gäste wieder im Tal, geniesst man den Berg fast für sich allein. Zum Beispiel bei einem feinen Menü im stilvollen Restaurant Queen Victoria. Bergluft und gutes Essen machen müde. «Hoch oben tief schlafen» heisst es deshalb im historischen Hotel Pilatus­Kulm. Das Bijou aus der Belle Époque feiert in diesem Jahr sein 125­Jahr­Jubiläum. MM

(1 Fr./Anruf ab Festnetz) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Musterstrasse 1, 9999 Exempelstadt Online: Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Pilatus Bahnen», Postfach, 8099 Zürich Einsendeschluss: Sonntag, 26. 4. 2015 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 95

Kreuzworträtsel

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.4.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 97

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wie heisst der Blütenstand einiger Bäume und Sträucher? G Fischchen

L

Hündchen

M Kätzchen

2. Was ist das Gegenteil einer Lobeshymne? R Verschnitt

I

Verriss

A Vorwurf

3. Woher hat das Toggenburg seinen Namen? H Heiliger

O Landschaftsbegriff

E

Adelsgeschlecht

R bei Kleinkindern

F

bei Holzeinschlüssen

So nehmen Sie teil

4. Wo kommen Flotzmäuler vor? T

bei Rindern

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.4.2015, 24 Uhr

5. Der wievielten Französischen Republik steht François Hollande vor? Z

der fünften

A der siebten

G der neunten

6. Welche dieser Städte liegt am nächsten beim Äquator? E

Kairo

K Johannesburg

I

Bangkok

7. Ein Gebiss welcher Persönlichkeit wurde 2010 für 15’200 Pfund versteigert? N Churchill

L

de Gaulle

E

Roosevelt

8. Was verstand man im 17. Jahrhundert unter einem Schwedentrunk? D Starkbier

S

Foltermethode

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

R Tanzspiel

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 14: Ursula Meyer, Zumikon ZH; Cecile Zimmermann, Bolligen BE; Verena Elmiger, Kastanienbaum LU

Auflösung Nr. 15: ORIGINAL

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

E

4

2 1 3

Auflösung Nr. 16: MALER Gewinner Nr. 15: Jean-Michel Zürcher, Aarberg BE; Anton Bründler, Udligenswil LU; Anja Fricker, Stein SH

5

BEF EHDEN BUESCHEL B UM E R A N G EHEHAF EN E UM E N I D E HE I RAT EN L AENGS T E SEESE I TE S ERENADE Z E I CHNER 1

2

3

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.4.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Frühstücks-Hit 2 Brötli oder Gipfeli 1 Butter oder Margarine 1 Brotaufstrich oder Käsli 1 Konfitüre 1 Heissgetränk

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Lunch-Checks sind bei uns willkommen!

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LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 99

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

9 1 3 5 2

1 7 4

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9 3 2

4 7 5

6

Auflösung Nr. 16: 248

6 5 9

6 4 8

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3 6

2 1 4 7 5 9 3 8 6

3 5 7 8 6 4 2 1 9

8 7 9 6 2 5 1 4 3

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1 4 2 3 8 7 9 6 5

6 9 8 2 7 3 4 5 1

7 3 5 4 1 6 8 9 2

4 2 1 5 9 8 6 3 7

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.4.2015, 24 Uhr

Gewinner Nr. 15: Thérèse Petermann, Chavornay VD; Hans-Peter Steiner, Turtmann VS; Gertrud Gambon, Davos-Dorf GR; Petra Lenz, Schwarzenbach SG; Eunika Rossi, Yens VD

3 4 1

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 1 2 3 6 2 miteinander verbunden 3 3 4 5 sein. Verboten: Kreuzun4 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

2 6 1 1 1 3

3

Auflösung Nr. 16:

4 1

3

0 1 6

0

3

2

1

0

4

1

2

3

3

1

1

3

4 1

3 3

3 3 2

3 2 2 4

3 3 2

1 3 3

1

3 2

Auflösung Nr. 16: 2 3

3

3 3

2 4 2 2

2 2 4 3

2 1 3

4

5

8

4

5 3 2

2 5

3 3

2 4

4 2

3 1 2 3 2

1 3 3 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2014-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Andrej Abplanalp (Leitung), Bettina Langenbach (Chefin vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Migros-Welt: Ressort M-Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, Anna Meister, Sabine Müller, Christoph Petermann, Thomas Tobler, Michael West

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Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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102 | MM17, 20.4.2015 | LEBEN

Meine Welt

«Ich mache alles mit»

Mit seiner Karriere lief es nach dem Erfolg als Murmeli in «Ewigi Liäbi» eine Weile nicht mehr so rund. Jetzt steht Midi Gottet erneut für die Muscial-Macher auf der Bühne – wenn er nicht gerade mit seinen Kindern rumturnt. Text: Laila Schläfli Bilder: Paolo Dutto

2

Mein Lieblingsprodukt «Mokka-Joghurt. Damit bin ich aufgewachsen und 1,80 Meter gross geworden. Die Variante der Konkurrenz ist im Vergleich dazu wie das Methadonprogramm.» 3

1


LEBEN | MM17, 20.4.2015 | 103

1 Meine Kinder «Mit ihnen durchlebe

ich meine Kindheit nochmals: Ich mache alles mit, jede Sportart – Skateboard, Trottinett oder Klettern. Meine Ex-Frau und ich teilen uns das Sorgerecht, darum wohnen Avery (11) und Cosmo (8) die Hälfte der Zeit bei mir.» 2 Mein Fluchtort «Die Badi Tiefenbrunnen in Zürich ist mein Lieblingsort zum Meditieren oder Texte lernen.» 3 Meine Auszeichnung «Die Platin-CD 4

für das Musical ‹Ewigi Liäbi› ist für mich ein Symbol für Erfolg, als in der Zeit danach der Erfolg ausblieb.» Name: Midi (Martin) Gottet (49) Sternzeichen: Widder Beruf und Lebenslauf: Angefangen hat meine Karriere 1984, als ich in der

Sendung «Karussell» Schweizer Meister im Electric Boogie wurde. Danach war ich mal Velokurier in New York, Zauberer in Las Vegas und bis heute Blogger in Zürich. Der Startschuss als Comedian war das Casting für «Eden TV», bei dem ich als Co-Moderator auserwählt wurde. Vom Fernsehen wechselte ich auf die Bühne und machte Stand-up-Comedy. 2007 hatte ich meinen grössten Musicaleinsatz: Ich spielte das Murmeli in «Ewigi Liäbi» (Bild Mitte). Die Macher dieses Musicals sind dieselben wie von «Ost Side Story», für das ich ab 9. Mai auf der Bühne bin. Mein grosser Traum wäre eigentlich eine eigene Late-Night-Show. 5

6

4 Meine Spiritualität «Die schwebende Erdkugel, die sich dreht: Ich nenne sie ‹Gaya› und spreche mit ihr – No Shit. Jeden Morgen bedanke ich mich bei ihr dafür, dass wir auf ihr leben dürfen.» 5 Mein Ding «Das Bild vom ‹Flat Iron

7

Building› in New York, das im Kinderzimmer hängt, ist ein Zeitdokument: Seit ihren Babyjahren haben es die Kinder und ich immer wieder verändert, angemalt und umgestaltet.» 6 Meine Partnerin «Seit drei Jahren ist Nicole Matter (30) meine Freundin. Sie

ist ausgebildete Musicaldarstellerin und gibt mir jeweils den einen oder anderen Tipp zum Singen.»

Foto: PD

7 Mein Ritual «Vor den Auftritten höre

ich ‹Binaural Brainwaves›. Das ist ein Soundteppich mit Rhythmus, der quasi das Hirn durch die Ohren massiert.»


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Was uns am Herzen liegt, das machen wir selber. Zum Beispiel unser Handy Abwaschmittel, das wir in einem unserer eigenen Schweizer Betriebe herstellen. ––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Mehr auf: www.vonuns-vonhier.ch


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