Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
MM16, 13.4.2015 | www.migrosmagazin.ch
Die zufriedensten Schweizer leben im Thurgau. Seite 23 Dehnen – so machen Sie es richtig. Seite 107
Bild: Paolo Dutto
«Grüezi wohl, Frau Stirnimaa!»
Früher schrill, heute eher still: Schweizer Popstars erinnern sich. Seite 10
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57 Editorial
H Sie wollen nur spielen!
Heutzutage ist es schwer, ein Junge zu sein. Ist der Bub kräftig und laut, gilt er als Schlägertyp. Ist der Kleine still und ängstlich, wird er ausgegrenzt. Rutscht der Junge beim Fussball von hinten rein, ist er ein fieser Fouler. Geht er gerne ins Ballet, ist er eine «Susi». Ist doch klar, die Mischung machts, werden Sie nun sagen. Aber so einfach ist das leider nicht. Wie bringe ich einem Fünfjährigen bei, dass er beim Indianerspiel im Wald durchaus ein bisschen zupacken und schreien darf, im Kindergarten aber brav und leise sein muss? Wo liegt die Balance, damit man als Junge cool und trotzdem nicht aggressiv wirkt? Selbst wir Männer wissen es nicht. Wie soll es dann erst ein kleiner Bub wissen?
Nun gibt es spezielle Kurse, welche die Buben stärken sollen (Seite 98). Das ist gut, aber nur ein Teil der Lösung. Der andere liegt bei uns allen: Lassen wir doch die Buben wieder Buben sein und drücken auch mal ein Auge zu, wenns laut wird oder die Fetzen fliegen. Sie wollen doch nur spielen! Andrej Abplanalp, Leiter Produktion andrej.abplanalp@migrosmedien.ch
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26
Bilder: Christine Benz, Daniel Winkler, René Ruis, Walter Zoo
Ich finde, Buben dürfen heute nicht mehr Buben sein. In der Schule müssen sie stundenlang basteln, nähen und malen. Zu Hause müssen sie stundenlang ruhig sein, weil in der Wohnung rechts Frau Bünzli wohnt und in der Wohnung links Herr Langschläfer haust. Und wenn dann ein Knabe doch mal in der Stube Fussball spielt oder im Garten einen Freudenschrei ausstösst, wird er zurechtgewiesen, verwarnt, abgestempelt. Kein Wunder, sind die Jungen von heute verunsichert, haben wenig Selbstvertrauen und teilweise sogar ein gestörtes Sozialverhalten.
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18
Menschen 8 Diese Woche
Neuer Look, neues Konzept: Die TV-Politdebatte «Arena» sagt dem Quotenloch den Kampf an. 10 Porträt
Sie waren die Popstars von damals: Was machen die Minstrels und Co. heute? 17 Bänz Friedli 18 Porträt
Eishockey-Jungstars Dominik Diem und Roger Karrer. 23 Reportage
Im thurgauischen Berg leben die zufriedensten Schweizer.
91 Neues aus Ihrer Region
Leben 98 Familie Wie Buben lernen, sich gewaltfrei durchzusetzen. 105 Zootierärztin 107 Gesundheit 108 Kinder
26 Interview
Philosoph Yves Bossart über die grossen Fragen des Lebens und verlorene Utopien. 32 Leserforum
Migros-Welt 38 Tierwohl im Ausland 41 Alle lieben Krustenkranz 47 Konsumententagung 48 Zum Tag der Milch 51 Joghurt Naturel, natürlich! 55 Exotikdrink Piña Colada 57 Saisonküche
105
73 Nussiger Knabberspass 74 Anna’s beste Pizzas 77 Sommerfrische Glaces 79 Verwöhnung für die Füsse 80 Hautpflege für jedes Alter 83 Ein Topf für alle Fälle 85 Jederzeit reine Haut 87 Frische Morgenbrise 88 Alles für coole Kerle
Feine Rezepte mit Frischkäse.
Die Schöne aus der Türkei: Jetzt blüht die Tulpe! 111 Digital 113 Ernährung 114 Auto
Der neue Citroën C4 Cactus im Familientest. 117 Bitte melde dich 119 Glücksgriff 120 Rätsel/Impressum 124 Cumulus 126 Meine Welt
Orientierungsläuferin Judith Wyder startet voll durch.
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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Menschen MM16
Darauf freuen wir uns Bluesfestival Basel
Ab Dienstag treffen sich die Bluesfans im Volkshaus Basel. Zum Beispiel bei Zydeco Annie. Geschichte auf der Leinwand 1939 versuchte Georg Elser, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. «Elser», der Film zum Attentat, ab Donnerstag im Kino.
Schicken Sie uns Ihre schönsten Babyfotos! Migrosmagazin.ch
Unnützes Wissen
Figuren der Geschichte «Neun Monate haben wir alle gewartet, um zu sehen, was sich da in meinem Bauch versteckt hat. Und dann kommt dieser kleine Zwerg, und es ist, wie wenn es nie anders gewesen wäre. Mein Sohn Franz kann zwar noch nichts und sieht auch noch fast nichts, aber weiss eines doch schon ganz genau: wo er sich festhalten muss. Ganz selbstverständlich nimmt er im zarten Alter von acht Stunden den Finger meines Mannes und klammert sich fest. Es ist ein besonderes Gefühl, in einer so kleinen Geste zu sehen, dass man als Eltern mit der Geburt eines Kindes eine Aufgabe erhält, der man gerecht werden muss. Wenn ich mir dieses Bild in Zukunft anschaue, möchte ich mich daran erinnern.» Mein Bild der Woche
Regula Bührer Fecker (37) ist
Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter.
Entschuldigen Sie, was lesen Sie gerade? Carl Müller (64) IT-Supporter aus Zürich
a) Magazin «Tierwelt» b) Sprachenmagazin «Ecos» c) Wochenzeitung «Weltwoche»
Auflösung: b) «Weil ich gerade einen Spanischkurs mache. Dieses Magazin lese ich zur Vertiefung.»
Bilder: Mittermüller Bildbetrieb, zVg, Ueli Christoffel
Leseprobe
Kaiserin Sissi
hatte so faule Zähne, dass sie fast nie lachte.
Saddam Hussein
besass einen Koran, der mit seinem eigenen Blut geschrieben war. Neil Armstrong
setzte zuerst den linken Fuss auf den Mond. Elvis besass einen
vergoldeten Flügel und einen Limonadebrunnen. Der britische Prinzgemahl Philip wird vom Stamm der Yaohnanen, die auf der Pazifikinsel Tanna leben, als Gottheit verehrt. Quelle: Neon/Stern
8 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Freuen Sie sich auf die neue «Arena»? Migrosmagazin.ch
Diese Woche
Neustart für die legendäre Politdebatte Für Politikinteressierte gehörte die «Arena» im Schweizer Fernsehen einst zum Pflichtprogramm – das ist lange her. Eine Auffrischung unter dem neuen Leiter Jonas Projer soll die Sendung nun wieder populärer machen. Text: Ralf Kaminski
Zahlen
926
Ausgaben der «Arena» flimmerten bis jetzt über den Bildschirm.
21
Bundesräte waren mindestens ein Mal in der Sendung.
78
Mal ist Christoph Blocher in der «Arena» angetreten – so oft wie kaum ein anderer. Letzte Woche fragten wir: Warum betreuen Väter ihre Kinder seltener als Mütter? 40%: Weil Arbeitszeitmodelle und Anreize der Wirtschaft fehlen. 29%: Weil die Gesellschaft dies noch immer weniger honoriert als eine wichtige Position in der Arbeitswelt. 17%: Weil der Staat mit Regulierung und Unterstützung kaum etwas dazu beiträgt. 14%: Weil ihnen das genetisch weniger entspricht als Müttern.
M
it Jonas Projer (33) als Moderator und Redaktionsleiter hat die «Arena» seit letz tem Jahr schon ein neues Gesicht und einen neuen Stil. Nun wird die bald 22 Jahre alte Diskussions sendung des Schweizer Fernsehens auch inhaltlich renoviert. «Journalismus soll wichtiger werden», sagt Projer, der vor der «Arena» drei Jahre lang Korrespon dent in Brüssel war und von dort über Eurokrise und das schwierige Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU berichtet hat. Ausser
dem sollen Experten und persönlich Betroffene öfter zu Wort kommen. Für Aufregung hat bereits gesorgt, dass es in der Diskussionsrunde keinen zweiten Ring mehr geben soll. «Wenn zu viele Gäste im Studio sind, kann die Diskussion zerfled dern und immer wieder auf Feld 1 zurückgeworfen werfen», sagt Projer. Die Sendung solle durch diese Anpassung fokussierter werden und eine echte inhaltliche Auseinandersetzung ermöglichen. Und natürlich gibt es, wie schon mehrmals zuvor, auch diesmal einen neuen StudioLook – der soll
aber bis zur ersten Sendung an die sem Freitag geheim bleiben. Jonas Projer ist bereits der siebte Moderator der «Arena», die ursprünglich von Filippo Leuten egger präsentiert wurde. Trotz stark gesunkener Zuschauerzahlen ist die Teilnahme an der Diskussionsrunde bei Politikerinnen und Politikern aller Parteien noch immer sehr be liebt. «Ich finde aber wichtig, dass es auch andere Gäste hat», sagt Projer, «denn Politik geht schliesslich alle an.» MM Die erste «Arena» mit dem neuen Konzept: Freitag, 17. April, 22.25 Uhr auf SRF 1.
Bilder: SRF/DRS, Oscar Alessio/SRF
Vom Start 1993 bis 1999 moderierte Filippo Leutenegger.
Quelle: SRF
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 9
Strassenumfrage
Interview
«Mehr Boulevard für eine bessere Quote kommt nicht in Frage» Jonas Projer, der «Arena»-Moderator wird immer gern mit einem Dompteur im Zirkusrund verglichen. Kommen Sie sich manchmal so vor? Ich mag dieses Bild nicht so sehr, unse re Gäste sind ja keine wilden Tiere, bei denen man die Peitsche knallen lassen muss. Klar, manchmal muss man sich durchsetzen. Und es ist auch wichtig, dass die Leute wissen, dass man dazu bereit ist. Aber der Moderator muss vor allem Journalist sein, muss die richtigen Fragen stellen und darauf bestehen, dass sie beantwortet werden. Die «Arena» war einst Pflichtprogramm für Politinteressierte – mit Marktanteilen von 50 Prozent und mehr. Warum ist das nicht mehr so? Die Sendung hat in der Regel einen Marktanteil von knapp 20 Prozent, was im heutigen Umfeld hoch ist. Andere Sender hätten gern so gute Zahlen. Aber es ist klar: Vor 20 Jahren war es eine Sensation, Leute so konfrontativ aufeinanderprallen zu lassen – heute machen das alle. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auch unsere Gäste verändert haben: Praktisch alle Politiker verhalten sich dank Medientrainings heute sehr professionell vor der Kamera. Wie wichtig ist denn die Quote? Ich stehe zum Glück nicht unter Quotendruck. Meine Chefs schauen mir vor allem auf die Finger, was Inhalte und Ausgewogenheit angeht. Selbstverständlich achte ich trotzdem auf die Quote, denn ich will ja so viele Leute wie möglich erreichen. Aber wenn ich zwischen Inhalt und Quote abwägen muss, ist der Fall klar: Mehr Boulevard für höhere Zuschauer zahlen kommt nicht in Frage. Vielleicht fehlt es einfach auch an Protagonisten, die sich so hochstehende und amüsante Duelle liefern können wie einst Christoph Blocher und Peter Bodenmann? Das glaube ich nicht. Es gibt immer noch Duelle auf hohem Niveau. Aber wir müssen uns vielleicht mehr an strengen als früher, um aus den Gästen
etwas herauszuholen, das uns inhalt lich vorwärtsbringt. Eine der Neuerun gen des Relaunches wird deshalb auch sein, dass der Moderator journalistisch stärker spürbar wird. Meine Redaktion und ich werden uns also intensiver vorbereiten, damit ich in der Sendung mehr gezielte, heikle Fragen stellen kann, um die Gäste aus der Reserve zu locken. Kommt jeder, den Sie einladen? Oder gibt es auch Leute, die nicht wollen? Politikerinnen und Politiker kommen in der Regel gern. Wir kriegen nicht jeden zu jedem Thema – es war zum Beispiel nicht ganz einfach, jemanden zu finden, der sich gegen die Entschä digung von Verdingkindern engagierte. Luzi Stamm von der SVP hat es dann gemacht. Wollen wir Experten oder Betroffene, bedeutet das einigen Zusatzaufwand. Aber auch dann profi tieren wir von der Marke «Arena», die noch immer ein grosses Gewicht hat. Wie stark ist der Druck seitens Parteien oder Organisationen, in der Sendung vorzukommen? Es gibt viele Druckversuche. Offen sichtlich ist die «Arena» nach wie vor eine begehrte Plattform. Parteien versuchen mit Tricks und Kniffs, in eine Sendung reinzukommen. Es ist auch erstaunlich, was sich meine Teamkollegen manchmal am Telefon anhören müssen.
«Schauen Sie die Arena, und wie finden Sie sie?»
Jonas Projer (33) ist seit 2014
Moderator und Redaktionsleiter der «Arena». Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Zürich.
Maja Sommer (64), Pensionärin aus Bern: «Ich fand die ‹Arena› früher
besser. Ständig schneiden die Leute einander das Wort ab, und es wird abgeschweift. Als Zuschauer fühlt man sich nicht gut informiert.»
Deborah Onnis (25), Journalistin aus Olten SO: «Ich schaue die ‹Arena›
eigentlich nur vor Abstimmungen oder bei Themen, die mich betreffen oder interessieren.»
Wie gehen Sie damit um? Wir gehen nicht auf Druckversuche ein, bleiben höflich und sind nicht rachsüchtig. Längerfristige Konse quenzen hatten diese Manöver nie. Aber es kostet viel Energie, auch wenn es ja eigentlich ein Kompliment ist. Warum hat es Sie überhaupt interessiert, die «Arena» zu übernehmen? Es ist eine legendäre Sendung, über die alle ein bisschen schlecht reden, an der sie aber trotzdem teilnehmen wollen. Aus meiner Sicht ist sie eine unter bewertete Aktie. Ich fand, daraus lässt sich noch mehr machen. Und das versuchen wir jetzt.
Klaus Baur (71), pensionierter Regierungsstatthalter aus Reutigen BE: «Ich zappe nur noch zufällig rein.
Zwar bin ich politisch interessiert, aber da gehts nur noch um Behaupterei, es wird wenig argumentiert.»
10 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Portr채t
Gestern Popstar, heute Rentner
Die einen provozierten das B체rgertum, die anderen brachten S체dseeromantik oder Beatles-Songs in die Schweiz: Heute sind die Mitglieder der ersten Schweizer Popbands im Rentenalter. Eine Ausstellung in Bern ehrt die Pioniere.
Texte: Andrea Freiermuth
Bilder: Paolo Dutto
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 11
Die Songs der drei Pionierbands gibts hier: Migrosmagazin.ch
Minstrels: Die erste Schweizer Die Stirnimänner Sie hatten bloss einen Hit, aber was für einen: «Grüezi wohl, Frau Stirni maa!» machte die Minst rels 1969 nach einem Auftritt an der Olma auf einen Schlag bekannt. Mit diesem Song hielten sie sich während 16 Wo chen unter den Top Ten der Schweizer Hitparade, 9 davon auf Platz 1. Die Single verkaufte sich in 27 Ländern insgesamt 1,5 Millionen Mal – unter anderem, weil da zum ersten Mal jemand auf die Idee gekommen war, eine rockige Melodie mit Mundart zu kombinieren. In der Folge bezahlte Frau Stirnimaa dem Trio ein 16ZimmerHaus in Trogen AR, das zu einem internationalen Künstler treff wurde. Rund 50 Jahre später ist es ein schwieriges Unter fangen, die Minstrels (englisch für Minnesän ger) zu einem gemeinsa men Treffen aufzubieten. Nicht etwa, weil das Trio Krach hätte. Sondern weil ständig einer von ihnen im Ausland ist. Als es end lich klappt, ist Geiger und Komponist Mario Feurer (72) eben aus Indien zu rück und Pepe Solbach (70) auf dem Sprung nach Italien, wo er gemeinsam mit seiner Freundin ein Haus mit Olivenhain besitzt. Dani Fehr (69) reist aus Wald AR an. Die Bärte sind geblieben: Mario Feurer, Dani Fehr und Pepe Solbach (grosses Bild, von links) heute in der Bodega Española in Zürich und damals auf der Bühne mit ihrem Top-Ten-Feger «Grüezi wohl, Frau Stirnimaa!».
Als Treffpunkt haben die ergrauten Herren die Bodega Española in Zürich ausgewählt, wo sie als Strassenmusikanten einst verjagt und später Stammkunden wurden. Während sie Wein und Tapas geniessen, erinnern sich die drei Altrocker gern an die Vergangen heit: Zum Beispiel, wie
«die vom deutschen Fernsehen», die bloss den Song kannten, erstaunt waren, als da plötzlich drei bärtige Männer mit langen Haaren und farbigen Klamotten auftauchten. «Der StirnimaaText stammt von einem Volkslied und ist harmlos, aber optisch erschreckten wir die Bürger ziemlich», erzählt Mario Feurer. Mit HippieKluft und Mundartsong seien sie Brückenbauer zwischen den Volksmusikfreunden und der Sex’n’Drugs Generation gewesen. 1970 war der Nummer1-Hit der Minstrels laut einer Umfrage bekannter als die Schweizer Natio nalhymne. Doch «Frau Stirnimaa» war Anfang und Ende zugleich: «Sie frass ihre Kinder auf», sagt Pepe Solbach im Rückblick. Eine Übermut ter sei sie gewesen, deren Geiste sie nicht mehr hätten entfliehen können. Und Dani Fehr ergänzt: «Für die Mehrheit des Publikums waren wir ein fach die Stirnimänner.» Diesen Stempel seien sie nie mehr losgeworden. 1974 löste sich die Band auf. Alle drei machten in verschiedenen Forma tionen weiter. Pepe, bis ihn der Kehlkopfkrebs im Alter von 55 Jahren stoppte. Mario, bis die Pflege seiner an Demenz erkrankten Frau immer mehr Zeit in Anspruch nahm. Dani setzte als Ein ziger nicht hauptberuflich auf Musik, sondern wurde als gelernter Typograf Druckereibesitzer. Dafür hat er den längsten Atem und spielt auch heute noch in einer Band, dem Volksmusiktrio «Gad’ase».
12 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Honolulu Girls: Die erste Schweizer Girlgroup Nackte Beine unter luftigen Baströckchen: Das war Ende der 50er-Jahre in der Schweiz durchaus gewagt. Trotzdem konnten die Honolulu Girls – vier Teenager aus Basel – auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen. Erst beim Erlernen des exotischen Musikstils, dann beim Schneidern der Kostüme und später beim Touren von Anlass zu Anlass. Zwei der Girls durften sogar den Führerschein machen, um die Truppe mit Vaters Wagen durch die Schweiz zu kutschieren – für junge Frauen in jener Zeit eine Sensation. Was die Honolulu Girls damals noch nicht wussten: Sie waren die erste Schweizer Girlgroup, wenn nicht sogar die erste Schweizer Retortenband. Denn
bis auf die Schwestern Heidi und Hannelore Bürgin kannten sich die Bandmitglieder nicht, bevor sie miteinander zu spielen begannen. Ihr einziger gemeinsamer Berührungspunkt: Sie nahmen alle Unterricht bei den Hula Hawaiians, welche die Hawaii-Musik ein paar Jahre zuvor in Basel populär gemacht hatten. «Damals, nach dem Krieg, wollte man reisen und die Welt sehen. Bloss fehlte den meisten das Geld dazu. Die Hawaiimusik nahm diese Sehnsucht auf», erklärt Rita Hagen (75) den Erfolg der Südseeromantik, die auch unter der Bezeichnung Tiki-Kultur oder Polynesischer Pop gehandelt wurde. Einmal vereint, emanzipierten sich die Girls schnell von ihren Vorbildern: Mit dem
«Honolulu Rock» brachten sie als Erste eine Rock-’n’-Roll-Nummer in die Schweiz. «Den grössten Auftritt hatten wir an einem Personalfest der Firma Hoffmann-La Roche vor rund 3000 Leuten», erinnert sich Valerie Claus (73). Später folgte sogar eine Einladung ins TV, doch da sei die erste schon schwanger gewesen: «Heute kann man auch mit Bauch vors Publikum, aber damals war das unvorstellbar», erzählt Hannelore Bürgin (77), die seit der Heirat den Nachnamen Grüssi trägt. Kinder und Familie waren denn auch der Grund, warum die Honolulu Girls 1962 getrennte Wege gingen. Rita Hagen wurde als Erste Hausfrau und Mutter.
Hannelore Bürgin ging für ein Jahr als Au-pair nach England und setzte ihre Englischkenntnisse als kaufmännische Angestellte ein, bis auch sie hinter dem Herd verschwand. Ihre Schwester Heidi entschied sich für einen spirituellen Weg und lebt heute sehr zurückgezogen. Einzig Valerie Claus trieb ihre Musikkarriere voran: Sie spielte unter anderem in der europaweit gefragten Damen-Big-Band Hanny’s Dutch Sisters und war rund zehn Jahre als Berufsmusikerin unterwegs. Ein Revival der Band gab es nie. Einzig die Baströckchen feierten ein Comeback, wenn auch in anderer Funktion: Die Mutter von Valerie Claus band jahrelang ihre Tomaten mit den Bastfäden an den Stock.
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 13
Zeigten einst viel Bein. Rita Hagen, Valerie Claus und Hannelore B端rgin (von links). Heidi B端rgin, im historischen Bild ganz links, lebt heute zur端ckgezogen und wollte nicht fotografiert werden.
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MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 15
Fredy Enz (oben und links, direkt hinter Lennon) lebt heute in Kriens LU. Links: John Lennon (Mitte) tauchte 1965 unverhofft an einem Konzert der Dorados auf. Er wollte die Band nach England holen, das scheiterte aber an der fehlenden Arbeitsbewilligung.
Dorados: Die Luzerner Beatles Schweizer Beatles-Bands gab es in den 60er-Jahren gleich mehrere. Aber nur die Dorados hatten für einen Abend einen waschechten Pilzkopf aus Liverpool in ihren Reihen, und zwar am 5. Februar 1965 im CasinoDancing in St. Moritz GR, wo die fünf flotten Jungs aus Luzern ein Konzert gaben. «Wir staunten nicht schlecht, als wir John Lennon im Publikum erkannten», erinnert sich Gründungsmitglied Walti Grüter (70), den wir via Skype in Thailand erreichen. Lennon weilte damals für Skiferien im Engadin und soll total begeistert gewesen sein, dass da eine Schweizer Band Lieder coverte, von denen es noch nicht mal Noten gab. Zu verdanken war dies dem damaligen Bandleader und Pianisten Fredy Enz (75), gelernter Radio- und Fernsehelektriker. Er nahm die neusten Beatles-Songs ab Radio Luxemburg – damals der einzige Sender, der moderne Musik spielte – in einem aufwendigen Verfahren auf Tonband auf und schrieb die Melodien heraus, während sich Leadsänger Franco Bussmann (70) auf die Lyrics konzentrierte. «Nach dem Konzert setzte sich Lennon zu uns, und dabei entstand das Foto», erzählt Fredy Enz, der heute in Kriens LU ein beschauliches Rentnerdasein führt. Lennon soll sogar Zukunftspläne für die Dorados geschmiedet und ihnen den eigenen Manager vermittelt haben. «Brian Epstein wollte uns nach England holen», so Enz. Der Deal sei dann aber leider an der Arbeitsbewilligung gescheitert, die man nur bekommen
Ausstellung
hätte, wenn gleichzeitig eine englische Band in der Schweiz engagiert worden wäre. Die Karriere gewann dann aber trotzdem an Fahrt: Der Texter und Produzent von Peter Alexander und Caterina Valente holte die Dorados im Sommer 1965 nach Köln und schrieb für sie den erfolgreichen Schlager «Der Tiger», der in der deutschen Hitparade wochenlang unter den Top Ten war. Die «Blick»-Leser kürten die goldenen Jungs in einer Umfrage noch im gleichen Jahr zur «Besten Schweizer Beatband». 1977 gelang den Dorados nochmals ein Hit: «Mary ven con migo» mit Andy Lütolf als Sänger hielt sich 15 Wochen in den Top Ten der Schweizer Hitparade. Allerdings waren von den Ur-Dorados damals nur noch Gitarrist Walti Grüter und Saxofonist Luc Modolo dabei. Pianist Enz hatte die Band bereits zwei Jahre zuvor verlassen, um wieder auf seinem Beruf zu arbeiten. Er gründete in der Folge die Firma Expert Enz Audio Video und eröffnete mehrere Filialen in der Region Luzern. Gitarrist Grüter stieg 1987 aus und baute in Zürich die Playboy- und die Vasco-Bar auf. Heute verbringt er den Winter jeweils in Thailand. Franco Bussmann, der nach seinem Ausstieg bei den Dorados bei Hazy Osterwald anheuerte, lebt in Weggis LU. Luc Modolo blieb der Band bis 1981 treu, ist aber inzwischen verstorben. Und wie es mit Schlagzeuger Peter Baumgartner weiterging, der die Band kurz nach dem legendären Foto verliess, weiss niemand so genau. MM
Pop im Museum «Eine Reise durch 60 Jahre Schweizer Popmusik, vom Rock ’n’ Roll der 50er-Jahre bis zur elektronischen Musik von heute», verspricht das Museum für Kommunikation in Bern mit der Ausstellung «Oh Yeah!», die noch bis Mitte Juli läuft. Die Schau lockt mit vielen historischen Bildern sowie über 400 Minuten Ton- und Filmmaterial. Ein Wiederhören gibt es auch mit Popradiopionier François Mürner, der in der Sendung «Sounds» auf DRS 3 jeweils nach dem legendären Jingle «Oh Yeah!» am Mikrofon war. In der «Sound Lounge» des Museums führt «FM» wie einst mit flotten Sprüchen durch 75 Titel aus 60 Jahren. www.mfk.ch
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MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 17
E Bänz Friedli
Gesagt ist nicht gesagt
Endlich sagt mal einer die Wahrheit. «Je suis content pour moi», sprudelts aus YB-Stürmer Guillaume Hoarau heraus – dem dunkelhäutigen Franzosen, um den uns die halbe Schweiz beneidet –, nachdem ihm zwei entscheidende Tore gelungen sind. Er freut sich zunächst über den eigenen Erfolg, dann erst freut er sich fürs Team und schliesslich für den Klub: «Je suis content pour moi», sagt er ins Mikrofon, schmunzelt cool und schiebt nach: «Je suis content pour l’équipe, je suis content pour le club.» Worauf der Reporter (der Ostschweizer mit dem Dauergrinsen) übersetzt: «Er hat gesagt, wie wichtig das Kollektiv sei …» Neiiin! Hat er eben nicht. Aber der TV-Mann ist offenbar so geübt darin, Floskeln wiederzugeben, dass er die Finesse überhört hat.
Bänz Friedli (50) hats gern geradeheraus.
Verübeln können wir es ihm kaum, denn meist sagen Torschützen nach dem Spiel dasselbe: «Dee Kolekdif isch wichtig, nöd ich individél …» Oder so ähnlich. Und unterdrücken, wie sie es im PR-Kürsli gelernt haben, ihre persönliche Freude. So sehr sie sich mit ihren Frisuren und Tattoos auf Individualität trimmen, so sehr ähneln heutige Spitzensportler sich in den Phrasen, die sie absondern: austauschbar und nichtssagend. «Wir nehmen Spiel für Spiel», «Konnte die Leistung nicht abrufen …», «Mir müend füre luege», und so weiter. Wie wohltuend, wenn mal einer nicht die in den Medientrainings vorgestanzten Gehirnwäscheantworten gibt, und sei es nur,
dass er die eigene Freude zugibt: «Je suis content pour moi …» Die Unart zu reden, ohne etwas zu sagen, hat längst auf die Politik übergegriffen. Wie sich nun all die sozialdemokratischen Würdenträger winden, die plötzlich gegen die Erbschaftssteuer-Initiative der eigenen Partei sind! «Eine Umsetzung wäre heikel», lässt der eine vernehmen; ein anderer sagt: «Die Rückwirkung der Initiative und der Eingriff in die Steuerhoheit der Kantone würden uns zu schaffen machen.» Eine dritte richtet aus, von ihr gebe es «keinen Positionsbezug». Diplomatisch. Und unaufrichtig. Denn geradeheraus würde es heissen: «Im Programm meiner Partei steht zwar, wir wollten den Kapitalismus überwinden, aber das ist nostalgischer Habasch, ausserdem erbe ich demnächst ein Hüsli …» Oder aber: «Eigentlich bin ich schon für eine Erbschaftssteuer von 20 Prozent, denn mich bekümmert, dass die Armen immer ärmer und die Reichen reicher werden, aber ich darf das nicht laut sagen, denn ich bange um meine Wiederwahl …» Die Welt wäre freier, gäbe es mehr Menschen wie Guillaume Hoarau (der übrigens auch tätowiert ist, aber mit dem Konterfei Bob Marleys). Irgendwie mahnt er einen an Sportgrössen vergangener Tage, die blöde Fragen noch entwaffnend blöd zu kontern wussten: «Marie-Theres Nadig, wie isch de Schnee gsy?» Antwort: «Wiiss.» MM
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Suheil Semdan (6), Flüchtlingskind aus Syrien
18 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Porträt
Ein Zimmer voller NHL-Hoffnungen Dominik Diem und Roger Karrer spielen an der kommenden WM in der
Innerschweiz für das U18-Eishockey-Nationalteam. Zu zweit meistern sie den Trainingsalltag – und träumen von einer Zukunft in Nordamerika. Text: Reto Meisser
Bilder: Daniel Winkler
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 19
Zimmer kollegen: Was sie am andern mögen und was nervt. Migrosmagazin.ch
U
nfähig!», neckt Roger Karrer Kollege Dominik Diem beim Armdrücken auf dem Hotelbett, ohne dabei die Miene zu verziehen. Doch nicht immer ist es der Verteidiger aus Wallisellen ZH, der im Duell der Zürcher Zimmergemeinschaft im Trainingslager der National mannschaft auf der Lenzerheide obenaus schwingt. In der an schliessenden Kissenschlacht punktet der praktisch gleich grosse Angreifer Diem mit einer Spur Skrupellosigkeit: Er nimmt konsequent Karrers Kopf ins Visier. Die beiden ziehen sich un geniert auf, weil sie sich gut ver stehen. Und weil sie auch neben dem Aufgebot für die Weltmeis terschaften der Unter18Jähri gen einiges gemeinsam haben. Ende Januar wurden sie innert vierer Tage 18 Jahre alt. Sie woh nen beide noch bei den Eltern und spielten die abgelaufene Saison auch im gleichen Klub – bei den Grasshoppers (GCK Lions) in der zweithöchsten Schweizer Liga mit den Er wachsenen. Davor errangen sie gemeinsam Juniorentitel bei den GCK und den ZSC Lions. Zudem feierten beide am 4. Januar Premiere beim NLAKlub Zürcher SC – sogar mit einem Kurzeinsatz im Überzahlspiel. Plapperi und Morgenmuffel
Rollentausch bei der Kissenschlacht: U18-Stürmer Dominik Diem (rechts) pariert den Angriff von Verteidiger Roger Karrer.
Die beiden Zimmergenossen, die wegen des Einsatzes im National team rund fünf Wochen im Jahr nicht zu Hause verbringen, schätzen sehr, dass sie zusammen so viel Spass haben. Wobei natür lich jeder im anderen denjenigen
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Diem und Karrer: Im Gleichschritt zur Junioren-WM in Zug und Luzern. sieht, der «mehr Seich macht». Und wenn sie nicht gerade ihre Lausbubenseite ausleben, telefonieren die beiden oft mit Verwandten und Bekannten – auch das stärkt den Zusammenhalt der beiden. Dass der Inhalt der Gespräche das Zimmer nicht verlässt, ist Ehrensache. Das wäre ohnehin schwer, verbringen sie doch viel Freizeit mit weiteren Freunden aus der ZSC-/GCK-Organisation. Oft tummeln sich vier oder fünf
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Jungs im selben, mehrheitlich aufgeräumten Zimmer – etwa der im Playoff-Final beim ZSC engagierte Jonas Siegenthaler, der an der U18-WM zum Schlüsselspieler werden könnte. Lieber, als zusammen zu gamen, gehen die beiden gemeinsam nach Zürich. Der Ausgang fehlt Karrer und Diem an einem Wochenende in Lenzerheide GR denn auch fast am meisten. Ein paar Tage Kurzferien im Tessin verbrachten sie auch schon im «Kernteam», nach Saisonende ist gar ein Auslandtrip geplant. Natürlich lernt man auch die gegenseitigen Marotten kennen, wenn man so viel zusammen ist: Diem verrät, sein Zimmernachbar gebe abends «ewig keine Ruhe». Umgekehrt lässt Karrer durchblicken, gelegentlich nerve ihn Morgenmuffel Diem. Der Traum von der NHL
Die beiden sind schon lange zusammen unterwegs: Als sie 2010 im gleichen Team eines wichtigen Sichtungs-Juniorenturniers landeten, besuchten sie bereits seit Monaten dieselbe Sportklasse an der Kantonsschule Oerlikon. Der Walliseller Karrer spielte damals noch für den EHC Dübendorf, der Schwerzenbacher Diem bereits bei den Unter-15-Jährigen der GCK Lions. Dann haben sich ihre schulischen Wege getrennt: Diem absolviert zurzeit die letzten zwei Jahre am Sportgymnasium Rämi-
bühl in Zürich, Karrer besucht die United School of Sports in Zürich und macht ein Praktikum bei der Neopost AG. In stressigen Zeiten, Ende Saison etwa, ist Karrer froh um das Verständnis des Arbeitgebers, der es ihm ermöglicht, die Präsenzzeit auf ein eishockeyverträgliches Mass zu reduzieren. Kollege Diem kämpft in solchen Phasen dafür, trotz längerer Absenzen mit dem Lernstoff nicht zu stark in Rückstand zu geraten. Vorrang hat bei beiden derzeit aber klar der Sport. Beim ZSC, in der vielleicht besten Hockeyorganisation für Talente, stehen sie vor dem Durchbruch auf der höchsten Ebene. Und die anstehende Junioren-WM der bis 18-Jährigen bietet das erste grosse Schaufenster für eine internationale Karriere: In der Innerschweiz werden ab 16. April zahlreiche Späher der grossen Klubs in der nordamerikanischen Profiliga NHL auf der Tribüne erwartet. Wenige Wochen nach dem Turnier stehen die nächsten Drafts an, bei denen NHL-Klubs ihre gewünschten Jungstars auswählen. Die NHL ist zwar (noch) nicht Ziel, aber doch klar der Traum der beiden. Am liebsten ein Klub «an der Wärme, zum Beispiel Los Angeles», meint Karrer, der sich nur ungern von seiner Mütze der Ottawa Senators trennt. Diem könnte damit auch leben. Wenn
man schon beim Wunschkonzert ist: Gleich zu zweit oder zu dritt aus der ZSC-/GCK-Organisation am selben Ort einen Vertrag zu ergattern, das wärs! Und nach der Eishockeykarriere? Im Halbernst planen die beiden eine eigene Firma im Immobilienbereich: Karrer eher als einer, der auf dem Bau organisiert und mitanpackt, Diem als Kopf und Planer. Antreiber und Spielmacher
Ähnlich gut wie im Zimmer und Ausgang ergänzen sich die beiden knapp über 1,80 Meter grossen Talente auf dem Eis. Für U18Nationalcoach Manuele Celio gehören sie zu den Teamstützen. Vor allem Verteidiger Karrer könne «das Team mitführen». Er sei ein spielstarker Typ mit gutem Auge für die Angriffsauslösung, Zimmerkollege Diem bezeichnet ihn gar als «Aggressivleader». Laut Celio arbeite Karrer seit zwei Saisons noch härter an sich und falle auch sonst durch Ehrgeiz und Lockerheit auf. Diem wiederum brilliere als Center oder linker Flügel mit äusserst seltenen läuferischen und stocktechnischen Fähigkeiten, als Skorer und vor allem durch seine Übersicht. Noch zulegen könne er hingegen körperlich und in der Hartnäckigkeit, Zweikämpfe zu suchen. Vielleicht hilft der Punktsieg bei der Kissenschlacht dabei weiter. MM
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 21
Interview
«Für die Weltmeisterschaft nehme ich frei» Urs Scholl, Sie sitzen bei einer Kran kenversicherung in der Direktion und verwalten Reserven und Pensions kassengelder in Höhe von 2,5 Milliar den Franken. Weshalb arbeiten Sie als Freiwilliger bei einer JuniorenWelt meisterschaft mit?
Durch die Freiwilligenarbeit für das Turnier kann ich vom Berufsalltag abschalten. Seit fast anderthalb Jahren investiere ich jede Woche zwei bis drei Stunden. Jetzt, kurz bevors losgeht, nimmt der Aufwand noch mal zu. Für die WM selbst nehme ich sogar Ferien. Aber mir gefällt das. Ich arbeite mit Menschen zusammen, die ich mag, aber nur unregelmässig sehe. Das Eishockey verbindet uns. Was sagt Ihre Familie dazu, wenn Sie statt ans Mittelmeer lieber ins Eishockeystadion gehen?
Da unsere Kinder bereits erwachsen sind, sieht das die Familie entspannt. Und meine Frau nutzt meine Abwesenheiten manchmal, um Verwandte in ihrer Heimat Irland zu besuchen. So haben alle etwas davon (lacht).
Sind Sie auf Sponsoren angewiesen?
An der kommenden Weltmeisterschaft sind Sie für die Logistik und die Ein satzplanung der Volunteers zuständig. Wie sieht ein typischer Tagesablauf an einem der Spielorte aus?
Selbstverständlich sind alle Helfer neutral. Da wir aber mit allen Mannschaften in engem Kontakt stehen, gibt es – je nachdem, wie sie uns behandeln – schon Sympathien.
Ja. Die Migros zum Beispiel hilft uns und sponsert Getränke, Linzertörtli, Biberli und Früchte. Sind Sie während des Turniers Fan der Schweiz, oder bleiben Sie neutral?
Der Tag startet mit einer Sitzung des Organisationskomitees. Weil nur 200 Freiwillige etwa 1500 Einsätze leisten müssen, ist oft Flexibilität gefragt. Vor Ort bin ich vor allem ein Problemlöser und sorge dafür, dass genügend Verpflegung da ist für Helfer, Mannschaften und Schiedsrichter. Auch Personen- und Mannschaftstransporte gehören zu meinen Aufgaben.
Sie klingen sehr enthusiastisch. Kön nen Sie jedem empfehlen, Freiwilligen arbeit zu leisten?
Urs Scholl (47)
Auf jeden Fall. Aber wer mithelfen will, muss an den Anlässen etwas bewirken wollen und sich überdurchschnittlich engagieren. Dann fühlt es sich gar nicht wie Arbeit an, sondern macht richtig Spass. Text: Reto Vogt
leistet seit sieben Jahren Freiwil ligenarbeit an Sportanlässen. Privat spielt der Luzerner Senio renEishockey und ist heimlicher Fan von AmbriPiotta.
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MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 23
Reportage
Mitten unter den Zufriedenen In Berg in der Nähe von Weinfelden TG leben laut einer aktuellen Umfrage die zufriedensten Schweizer. Eine Reportage aus der Ostschweiz. Text: Reto E. Wild
Bilder: Daniel Ammann
Berg TG befindet sich auf 550 Meter über Meer, hoch über dem Thurtal. Zufriedene Gesichter findet man im Restaurant Frohheim.
D
ie erste Begegnung in Berg TG ist unerwartet: Im Dorfkern an der Hauptstrasse 49 steht ein modernes Zentrum mit einem Tattoostudio, einem Schönheitstempel, einem Zahnarzt und der Werbeagentur Scherrer. Das scheint schon fast ein wenig überdimensioniert in einer Gemeinde mit nur 3261 Einwohnern. Traditioneller präsentiert sich das Restau rant Frohheim, nur ein paar Hausnummern weiter auf der Strasse Richtung Kreuzlingen: Die Gäste lesen den «Blick» oder die «Thur gauer Zeitung» und bestellen bei Silvia Koster (35) Kaffee und Gipfeli. «Wenn man nach Berg kommt, findet man schnell Kontakt», lobt die Serviertochter, die seit drei Jahren im
«Frohheim» arbeitet. Sie hat im Sommer 2008 mit ein paar Einheimischen den RöteliKlub gegründet und ist dessen Präsidentin und Klubmutter. Eine Tafel im «Frohheim» er innert an das Ereignis. Auf die Frage, was der Klub denn mache, hat Koster rasch eine Ant wort: «Anstossen!» Serviertochter Koster arbeitet laut Next suisse (siehe Box Seite 25) in der Gemeinde mit den zufriedensten Einwohnern der Schweiz. Einer davon ist Willi Nüssli (74), Stammgast im «Frohheim»: «In Berg gefällt mir der Zusam menhalt zwischen jüngeren und älteren Ein wohnern, geschäftlich, politisch und gesell schaftlich.» Komme es zu Differenzen, rede man miteinander. Nüssli wohnt seit 44 Jahren
in der Gemeinde, 33 Jahre davon arbeitete er als Schulhausabwart. Sein Sohn Markus (43) gewann an den Olympischen Winterspielen 1998 im Viererbob die Silbermedaille für die Schweiz. Er dürfte – neben Moderatorin Anita Buri, Miss Schweiz von 1999, – der berühmtes te Berger sein. Ebenfalls im «Frohheim» treffen wir auf Gemeindeammann Max Soller (59). Der SVP Mann ist mit Elisabeth Brändli (CVP) das ein zige Mitglied im siebenköpfigen Gemeinderat, das einer Partei angehört. Das Vertrauen in die Behörde sei hier gross, und Berg stimme meist so ab wie der Rest der Schweiz. Vor 80 Jahren zählte die Gemeinde 53 Landwirtschaftsbetriebe, 13 Restaurants und
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jede Menge Tante-Emma-Läden. Heute stehen neben dem «Frohheim» nur noch vier weitere Beizen zur Auswahl – doch noch immer gibt es 40 Landwirtschaftsbetriebe. Die meisten Einwohner arbeiten im Umkreis von Kreuzlingen, Weinfelden und Amriswil, ein Teil pendelt sogar bis nach Frauenfeld, Winterthur und Zürich. «Wir haben geordnete Verhältnisse, sind eine friedliche Wohngemeinde», sagt Stoller, der im März 2015 für eine zweite Amtsperiode gewählt wurde. «Die Lage über dem Thurtal und die Sicht auf den Alpstein ist privilegiert.» Auffallend viele Berger erwähnen die wenigen Ausländer, wenn sie nach den Vorteilen der Gemeinde befragt werden. Tatsächlich ist ihr Anteil mit 13,2 Prozent unterdurchschnittlich. Die acht Asylanten aus Eritrea, die am Ortsrand leben, sind in Berg geduldet. Wie Georgekutty Kuruvilla (61), den alle nur als Pater Georg der katholischen Kirche kennen. Er lebt seit September 2013 in Berg. Eigentlich hat er sich beim Bistum Chur für eine Stelle in Basel beworben, weil eine Schwester dort seit 35 Jahren lebt. Er wurde aber mit einem Fünf-Jahres-Vertrag in die Ostschweiz gerufen. «It’s a nice place, with good and relaxed people», sagt Kuruvilla in seinem südindisch geprägten Englisch. Er werde in Berg akzeptiert. «That’s a good feeling.» wManchmal werde er auch zum Essen eingeladen, etwa an Weihnachten. Samuel Scherrer (35) ist Inhaber der Scherrer Medien GmbH, die nach eigenen Angaben das grösste 3-D-Animationsstudio der Schweiz betreibt. Er ist in Berg geboren und aufgewachsen. Auf die Frage, weshalb in Berg die zufriedensten Schweizer wohnen, sagt er: «Wenn die Nachbarn im Nebel sind, haben wir meist Sonne, und bei uns schneit es auch viel mehr. Hier hat man vom Doktor über Schulen und Einkaufsmöglichkeiten alles. Und es gibt auch Lehrstellen.» Er selbst hat eine Lehre als Elektriker absolviert. Scherrers Frau lebt seit fünf Jahren in Berg, stammt aber aus dem westafrikanischen Togo. «Sie würde das mit den zufriedensten Menschen nicht unterschreiben und findet es in Afrika viel entspannter und lustiger», sagt der Vater von zwei Mädchen. Immerhin: In Berg werde seine afrikanische Frau akzeptiert. Das sei in einem von der SVP dominierten Kanton nicht selbstverständlich. Sie wird sich sagen müssen, dass halt auch die Zufriedenheit immer relativ sei. MM
Pater Georg (61) lebt seit September 2013 in Berg.
1
2
Max Soller (59) ist seit Sommer 2011 Gemeinde ammann.
8
4 1 2
Silvia Koster (35) serviert seit drei Jahren im Restaurant Froheim.
3
Gemeinde Berg, Kanton Thurgau
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Samuel Scherrer (35) wohnt seit Geburt in Berg.
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 25
Strassenumfrage
Was gefällt Ihnen an Berg? Das MigrosMagazin hat sich in den Stras sen der Thurgauer Gemeinde umgehört.
Manuela Manser (42), Coiffeuse und Chefin von Hair Tower «Die Infrastruktur mit Läden und einem Dorfbeck ist sehr gut. Ich kann zu Fuss ein kaufen. Die Ausländer sind gut integriert. Hier gilt leben und leben lassen. Ich muss keine Angst haben, wenn meine Tochter im Dorf spielen geht.»
Gemeinde ammann Max Soller über seine Gemeinde.
Migrosmagazin.ch
5
Rangliste der zufriedensten Schweizer Gemeinde
6
5 3 6 7
Cornelia Buri (37), Hausfrau und Mutter «Im Winter haben wir hier mehr Schnee und Sonne als im übrigen Mittelland. Und wir haben alle Schulstufen vom Kindergarten bis zur Ober stufe.»
Kanton
Note
1
Berg
TG
5,25
2
Heiden
AR
5,03
3
Teufen
AR
4,98
4 Hünenberg
ZG
4,89
5
LU
4,87
Luzern
Stand: 5. März 2015 Quelle: Nextsuisse
Nextsuisse-Studie
Bewertungskriterien Laut Nextsuisse leben in Berg TG
Sandra Stutz (41), Tätowiererin und Chefin von Studio Black Line «Wir haben hier praktisch alles, was man für den Alltag benö tigt. Der Ausländeranteil in den Schulen ist praktisch null. Wenn Frauenfeld, Kreuzlingen oder Weinfelden im Nebel versinken, scheint bei uns oft die Sonne.»
Eugen Neusch (80), 1954 aus Deutschland eingewandert «Wir haben es schön und gemütlich, ringsum nette Leute. Was will man mehr? Ich treffe mich regelmässig mit meinen Freunden zum Znüni.»
7
8
die zufriedensten Schweizer, ge folgt von Heiden AR und Teufen AR. Ausschlaggebend sind die Ant worten von rund 14 000 Personen zu ihrer Wohnzufriedenheit auf Nextsuisse.ch. Zu den Kriterien gehören der Arbeitsweg, die Wohnsituation, Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung, das Schul- und Sportangebot sowie die Lebensqualität (Natur, Kultur, Restaurants und Luftquali tät). Die Umfrageergebnisse die nen als Stimmungsbild und sind keine offizielle Statistik. Die durch schnittliche Zufriedenheit mit dem Wohnort erreicht die Note 4,5 (von 6). Nextsuisse ist ein Debat tenraum und Impulsgeber für die Raumentwicklung in der Schweiz und wird von Economiesuisse fi nanziert. Der Verband der Schwei zer Unternehmen will mit Next suisse erreichen, dass Positionen der Bürger und Unternehmen zur Raumpolitik mehr Gehör finden. www.nextsuisse.ch
26 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Interview
«Philosophen müssen sich mehr einmischen» Yves Bossart beschäftigt sich mit den grossen Fragen des Lebens. Der Philosoph über den Nutzen von Philosophie, die verlorenen Utopien der heutigen Jugend und den Umgang mit Fundamentalisten. Text: Andreas Bättig, Ralf Kaminski
Bilder: René Ruis
MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 27
Yves Bossart und die ewige Frage der Philosophie: Was war zuerst – das Huhn oder das Ei?
28 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Yves Bossart, immer mal wieder fordern Politiker einen Numerus clausus für Fächer wie Soziologie, Psychologie oder Philo sophie, weil es von diesen Leuten auf dem Arbeitsmarkt nur ganz wenige brauche. Eine gute Idee? Nein. Unsere Gesellschaft braucht Philo sophinnen und Philosophen. In Zukunft vermutlich noch mehr. Wir brauchen das vernetzte und kritische Denken. Gerade in der Fortpflanzungsmedizin oder der Robotik werden künftig viele ethische Fragen zu klären sein. Zu Themen wie dem «Social Free zing» zum Beispiel, also ob man mit 60 Jahren noch Kinder kriegen soll. Philosophie lehrt aber nicht nur das klare, sondern auch das kreative Denken – etwas, das immer wichtiger wird. Sie lehrt, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu beobachten und die richtigen Fragen zu stellen. Und gerade in der heutigen Zeit, in der die Freiheiten zunehmen und die Religion nicht mehr einen so grossen Stellenwert hat, kann sie Orien tierung bieten bei Fragen wie «Wer bin ich?» oder «Was ist mir wichtig im Leben?». Was bringt die Philosophie jenen Politikern, die gern einen Numerus clausus hätten? Weltoffenheit. Einen Blick über die Landes grenzen hinaus. Die Idee, dass alle Menschen gleich viel wert sind. Dass es ziemlich will kürlich ist, irgendwo eine Grenze zu ziehen. Das scheint mir grundlegend zu sein. Zudem sollte man etwas weiter in die Zukunft schauen und an unsere Ururenkel denken. Stichwort Nachhaltigkeit. Wäre ein Philosoph in einer politischen Diskussion eine Bereicherung? Ja, aber man muss vorsichtig sein. Man braucht für solche politischen Debatten sehr viel Faktenwissen. Innerhalb der Philosophie gibt es das Feld der angewandten Ethik, die sich mit solchen Fragen beschäftigt. Diese Leute könn ten Stellung nehmen. Umgekehrt laden wir bei der «Sternstunde Philosophie» manchmal auch Politiker ein. Aber wir versuchen immer, in die Tiefe zu gehen und nicht bei den tagespolitischen Fragen hängen zu bleiben. Viele Menschen schrecken beim Stichwort Philosophie zurück, weil sie damit intellek tuelle Gedankenspiele im Elfenbeinturm assoziieren, die mit dem realen Leben kaum etwas zu tun haben. Woher kommt dieser schlechte Ruf? Der ist berechtigt. Wenn man schaut, was Philosophen an der Uni machen, dann ist das oft sehr technisch. Man arbeitet mit Aufsät zen und versucht, ein spezifisches Problem zu lösen, das zum Beispiel Descartes oder Kant gehabt haben und das für die grosse Mehrheit eigentlich ziemlich irrelevant ist. Der Horizont verengt sich, das habe ich bei der Doktorarbeit selbst erlebt. Man liest kaum
Bossart liebt die Arbeit mit Jugendlichen, weil sie noch ganz offen und neugierig sind. noch Zeitungen und ist in seiner eigenen Welt. Bis zu einem gewissen Grad braucht es das, aber man muss da auch wieder rausfinden und darf sich nicht in Details verlieren. Sie haben in Ihrem Buch versucht, mit einfachen Gedankenspielen grundlegende philosophische Fragen zu erklären. Wie kamen Sie darauf? Ich habe viele Freunde, die nichts mit Philo sophie am Hut haben. Und es hat mich genervt, dass es so schwierig ist, mit ihnen darüber zu reden, was ich mache. Deshalb habe ich mir angewöhnt, die Theorien auf Gedankenspiele runterzubrechen. Auch als Lehrer im Philosophieunterricht habe ich mit Gedankenspielen gearbeitet und gemerkt, dass sie ganz gut funktionieren. Man ist da durch sehr schnell in einem Thema drin. Die Frage allein reicht schon, um eine Tür in eine ganz neue Welt aufzustossen. Deshalb macht es mir auch so grossen Spass, am Gymnasium zu unterrichten. Dort sind sie neugierig. Welche Fragen interessieren die Schüler? Die Topfrage ist die nach dem Sinn des Lebens. Danach kommt Gerechtigkeit. Doch die Schüler stellen auch viele Fragen zu Lebensführung und Zukunft. Es gibt ja schon viele philosophische Bücher – was erhoffen Sie sich mit Ihrem?
Mein primäres Anliegen ist, Leute für Philo sophie zu begeistern. Dabei überlasse ich das Denken dem Leser, ich stelle lediglich die Rätsel und die verschiedenen Lösungsvor schläge vor. Ich möchte den Leser inspirieren und ihm nicht einfach etwas vordenken. Mein Ansatz ist sokratisch: Ich frage so lange nach, bis der andere merkt, dass er eigentlich ziemlich wenig weiss. Und vielleicht führt es ja zu Diskussionen unter Freunden. Ich bin ein Fan von Diskussionen. Philosophie gilt als schwer verständlich. Wie schwierig war es, die Theorien so einfach zu erklären? Das Vorurteil ist nicht unberechtigt: Die grossen Philosophen wie Hegel, Heidegger oder Kant sind fast unlesbar – man hätte das viel einfacher schreiben können. Mit dieser Aussage wage ich mich natürlich aufs Glatteis. Andere Philosophen würden mir wohl vorwerfen, dass ich die Theorien in meinem Buch simplifiziere. Aber in meinen Augen kann jeder gute Gedanke und jede gute Theorie verständlich erklärt werden. Die Philosophie eignet sich doch recht gut zur praktischen Lebenshilfe – eine Büchersparte, die boomt wie nie. Auch Ihr Buch startet mit Erläuterungen zum Thema Glück. Eigentlich müsste Philosophie richtig populär sein, oder?
Drei Sekunden haben noch nie so gut geschmeckt.
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MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 31
Ich bin kein Fan von Ratgeberliteratur. Auch, weil ich glaube, dass die Philosophie in dieser Sparte nicht wirklich kompetent ist. Bei Fragen, wie man leben oder welche Werte man haben soll, kann die Philosophie schon weiterhelfen. Aber wenn es um den Alltag oder das persönliche Glück geht, sind psycho logische Ratgeber besser geeignet. Es gibt Philosophinnen und Philosophen, die Rat geberliteratur schreiben, ich bin aber noch zu jung, um Ratschläge zu geben (lacht). Ich bin selber noch auf der Suche. Wird man in Ihrem Alter als Philosoph über haupt ernst genommen? Man hat ja vom Philosophen eher das Bild eines alten Herrn mit weissem Bart. Das Stereotyp vom bärtigen alten Mann, der mürrisch dreinschaut, ist sicher da. Und gewisse Leute wollen natürlich auch so jemanden. Ich muss immer zuerst das Klischee bekämpfen und beweisen, dass ich trotz meiner Jugend kompetent bin. Aber eben: Lebensweisheiten habe ich nicht parat. Das würde auch komisch ankommen. Nun gibt das Philosophiestudium nicht immer klare Antworten, was richtig und was falsch ist. Auch Sie stellen im Buch mehr Fragen, als Sie Antworten geben. Hat sie des halb einen schweren Stand in Zeiten, wo sich jeder sein Weltbild zimmert und dann eisern daran festhält? Überzeugungen sind ein Teil von uns. Gerade wenn sie mit Werten verknüpft sind, ist es nicht einfach, sie über den Haufen zu werfen. Aber ich habe nie genau verstanden, warum man sich mit seinen Überzeugungen so stark identifiziert. Die grosse Herausforderung ist, bereit zu sein, sich überzeugen zu lassen, wenn der andere bessere Argumente hat. Das macht im Alltag leider praktisch niemand. Gelingt es Ihnen? Manchmal. So habe ich aufgrund von Diskus sionen zum Beispiel meine Ernährung radikal geändert und war eine Zeit lang Veganer. Mittlerweile bin ich aber aus Bequemlichkeit inkonsequent geworden und esse manchmal Fisch. Aber aus ethischen Gründen müsste man Veganer sein. Das ist ein Konflikt, den ich in mir habe. Sie sind auch Atheist. Warum? Ich war es schon immer, bin auch atheistisch aufgewachsen. Aber ich diskutiere gern mit religiösen Menschen, denn ich möchte verstehen, was Religion ist, wie dieses Lebens gefühl eines gläubigen Menschen funktioniert. Religion kann einem Menschen eine extreme Geborgenheit, Zuversicht und Hoffnung ge ben. Sobald die Religion aber sagt, die Welt ist so und so, und wir alle sollten uns daran halten, muss sie mir Gründe liefern. Und zwar solche, die wissenschaftlichen Standards standhalten.
Kann man denn überhaupt wissen, was wirklich ist? Nein. Ich habe meine Abschlussarbeit über Skeptizismus geschrieben und finde die Argumente sehr einleuchtend. Wir können nicht wissen, ob alles nur ein Traum ist. Wir können nicht wissen, was gut ist – auch nicht in ethischen Fragen. Wir haben keine Letzt begründung, so wie zum Beispiel in der Mathematik. Aber es gibt trotzdem bessere oder schlechtere Begründungen oder Argu mentationen. Es ist nicht einfach alles okay. Menschenrechte zum Beispiel sind nicht relativ. Trotzdem können Diskussionen mit Leuten wie etwa den Fundamentalisten des Islamischen Staats eine Herausforderung sein. Man hinterfragt sein eigenes Fundament ja nie, sondern diskutiert meist mit Leuten, die mehr oder weniger die gleiche Meinung haben. Macht es überhaupt Sinn, einen Diskurs mit Fundamentalisten zu suchen? Die kann man ja eh nicht von ihrer Haltung abbringen. Ich diskutiere viel mit religiösen Menschen. Das sind zwar keine Fundamentalisten, aber das Problem ist vergleichbar. Ihre Über zeugung basiert meistens nicht auf zwei oder drei Argumenten, die man widerlegen kann, sondern ist ziemlich zusammengeschustert. Man müsste also ihr ganzes Weltbild über den Haufen werfen, und so was passiert nicht von heute auf morgen. Wichtig ist bei solchen Diskussionen, dass man am Anfang zusam men ein Ziel festlegt. Man sollte den anderen fragen: Bist du überhaupt offen? Es sollte nicht nur darum gehen, sich selber mit seinen Argumenten zu zelebrieren und überhaupt nicht von seiner Position abzurücken. Kann man sagen: Je älter die Leute werden, desto geringer ist die Chance, dass sie ihre Haltung in Frage stellen? Wahrscheinlich ist das so, die Offenheit nimmt mit dem Alter ab. Aber auch der Jugend fehlt heute etwas: der Mut zum revolutionären Denken. Viele Junge finden sich damit ab, dass die Welt halt so ist, dass sie sich anpassen und ihren Weg suchen müssen. Man weiss zwar von der Armut, Zur Person
Philosoph und TV-Redaktor Yves Bossart (31) ist Philosoph, Redaktor bei der Fernsehsendung «Sternstunde Philosophie» auf SRF sowie Philosophielehrer an der Kantonsschule in Willisau LU. In seinem Buch «Ohne Heute gäbe es morgen kein Gestern» (Blessing Verlag 2014, bei Ex Libris für Fr. 22.30) erklärt er die Grundlagen der Philosophie anhand von Gedankenspielen in gut verständlicher Sprache. Bossart ist verheiratet und lebt in Zürich.
vom Klimawandel, von sozialer Ungerechtig keit. Aber das System ist, wie es ist, die Welt scheint unbeeinflussbar zu sein. Es herrscht diese Ohnmacht gegenüber den riesigen Konzernen, den globalen Spielregeln. Durch diese Überforderung kommen schliesslich Rückzugsfantasien ins Spiel. Die Jugendlichen haben also keine Utopien mehr? Viel weniger als noch in den 70erJahren. Sie scheinen sich auf das Private zurückzuziehen. Klar gibt es Technologiefreaks, die glauben, dass Technik die Menschheit retten kann, soziale Utopien hingegen gibt es kaum. Das ist gefährlich. Aber ich spüre diese Ohnmacht auch selbst. Haben nicht gerade junge Philosophen eine Verantwortung, dieser Ohnmacht entgegen zutreten und eine Führungsposition einzunehmen? In den 70erJahren waren einige Philosophen politisch sehr aktiv. Schon, aber haben Philosophen eine grössere Verantwortung als andere Bürger? Alle sollten sich einmischen. Wer Philosophie studiert hat, ist vielleicht etwas sensibler für gute und schlechte Argumente und an der Wertedebatte etwas näher dran. Trotzdem scheint mir, dass wenige Philosophen eine Haltung haben, es kommt zu wenig von ihnen, denn das Potenzial wäre eigentlich da. Philosophen müssen sich mehr einmischen. Wie ist das als Philosoph im Alltag? Ist man der Ratgeberonkel im Freundeskreis? Nein. Gut, nach vier Bier fragt ab und zu mal einer nach dem Sinn des Lebens (lacht). In letzter Zeit fangen die Leute aber immer an zu lästern, wenn ich sage, dass ich Philosoph bin. Vor allem denken sie, dass alle Philosophen gesellschaftskritische Pessimisten sein müssen und von dieser Gesellschaft nur das Schlech teste erwarten. Dabei kann Philosophie auch lustig sein. Man muss eine Haltung finden, bei der man heiter und gelassen und trotzdem kritisch bleiben kann. Ich kann zum Glück gut abschalten. Ich mache Musik, treibe Sport. Habe Freunde, mit denen ich über ganz andere Sachen als die Philosophie rede. Geht man als Philosoph alle Probleme des Lebens mit einer philosophischen Ge lassenheit und Klarheit an? Oder hat das reale Leben Sie auch schon aus der Bahn geworfen? (lacht) Ja, sicher. Ich habe genauso existen zielle Krisen, Tiefs und Ängste wie alle anderen, ich verrenne mich auch andauernd im Stress. Die Lebensschule kann einem kein Buch abnehmen. Aber manchmal hängen die kleinen Probleme mit grossen Fragen zusammen. Dann kann die Philo sophie helfen, indem sie etwas Klarheit schafft. Sie lüftet ein bisschen den Nebel. MM
32 | MM16, 13.4.2015 | MENSCHEN
Leserforum MM15: Knigge reloaded «Ist öffentliches Stillen ein Fauxpas?»
«Alle, die es stört, können sich ja verziehen» Ich habe unsere zehn Kinder elf Monate gestillt und auch in der Öffentlichkeit, sonst wäre ich ja nirgends mehr hingekommen. Stillen ist das Natürlichste der Welt, und ich habe das immer diskret hingekriegt. Heute gibts spezielle Stillbekleidung, da merkt man nicht mal was. Und alle, die es stört, können sich ja verziehen. M. G., Online-Kommentar
MM13: Hochbegabte Kinder «Schlauer als die anderen» Oft sei es so, dass Eltern mit der Diagnose Hochbegabung haderten. Viele wünschen sich nichts sehnlicher als ein ganz normales Kind. Diese und ähnliche Sätze, schon mehrmals im Zusammenhang mit hochbegabten Kindern gehört, ärgern mich jedes Mal. Haben sich solche Eltern schon einmal Gedanken gemacht, wie es ist, ein behindertes Kind zu haben, das täglich, bis ins erwachsene Alter und darüber hinaus, auf fremde Hilfe angewiesen ist? Was diese Herausforderung bedeutet? Ich kenne einige hochbegabte Kinder, deren Eltern sich ganz einfach freuen an den Talenten ihrer Kinder und sie als Geschenk betrachten. Zum Glück!
Ich stillte schon vor über 30 Jahren in der Öffentlichkeit. Es gibt Situationen, wo es nicht anders geht. Silvia Soltermann, Online-Kommentar
Das Stillen im gepflegten Restaurant finde ich absolut ein Fauxpas. Stillen ist eine ganz persönliche vertraute Beziehung zwischen Mutter und Kind und gehört nicht in ein öffentliches Lokal, wo man sich trifft, um einen Drink oder ein feines Essen zu geniessen. Monika Sumi, Online-Kommentar Mit Baby nicht ins Restaurant? Muss man sich mit Baby ausgrenzen lassen? Kein Wunder, hören viele Frauen früh auf mit Stillen. Ich frage mich, warum man in jedem Heft mehr Brust sieht, eine stillende Frau aber für Empörung sorgt. Sabrina Hediger, Online-Kommentar
Katharina Marti, 3006 Bern
Der achtjährige Juri ist hochbegabt: Er lernt Physik auf Maturaniveau – seine Freunde nennen ihn Taschenrechner. MM14: Interview mit Bernhard Pörksen «Heute kann sich jeder
in seine eigene Wirklichkeit hineingoogeln»
«Aus der Theorie ist längst Praxis geworden» Ja, es gibt die Leute mit abstrusen Ideen, die faktenresistent
und unbelehrbar sind. Aber wer die Geschehnisse auf dieser Welt unvoreingenommen und kritisch wahrnimmt und hinterfragt, wird notwendigerweise die bittere Wahrheit erkennen: Aus der Verschwörungstheorie ist längst -praxis geworden! Beispiele? Die millionenschweren Bestrebungen, die Energiewende (effizient, 100 Prozent erneuerbar, dezentral, bürgernah) zu hintertreiben – in Deutschland, der Schweiz und anderswo. Denn wer die Energieversorgung besitzt, beherrscht faktisch die Wirtschaft und damit das Volk. Die transatlantischen Freihandelsverträge (TTIP u. a.), welche den grossen Konzernen die Möglichkeit geben, gegen Staaten und Gemeinwesen zu klagen, wenn diese zum Beispiel Umweltgesetze erlassen, die ihnen nicht genehm sind. Oder das Ausspionieren der BürgerInnen weltweit und die hysterische Reaktion der USA gegenüber den Whistleblowern, die diese Fakten ausgeplaudert haben. Wollen wir nicht in eine
neue Feudalherrschaft schlittern, tun wir als Bürgerinnen und Bürger gut daran, uns konsequent aus unterschiedlichen Quellen zu informieren, die Dinge kritisch zu hinterfragen, nachzudenken, uns zu engagieren und aktiv zu werden. Fritz Wassmann-Takigawa, 8225 Siblingen SH «Wieso trauen viele den Medien weniger als obskuren Verschwörungstheorien?» Man muss nicht an Verschwörungstheorien glauben, um beispielsweise den Zusammenhang zwischen «Nine Eleven» und den Angriffen auf Afghanistan und Irak zu erkennen. Der Beispiele gibt es unzählige. Es reicht, die strategischen Interessen von kleineren, grösseren und Supermächtigen zu durchschauen, welche die Welt als Schachbrett ihrer Interessen benutzen. Ruth Obrist, 8001 Zürich Es wäre viel Leid verhindert worden, hätten die europäischen
Bilder: Ruben Wyttenbach, Peter Granser, Keystone
Dieser Artikel ist ein absoluter Witz. Geschrieben von einem Mann, der vom Stillen sicher keine Ahnung hat. Warum sollten Mütter mit ihrem Baby nicht in einem Restaurant speisen dürfen? Wo kommen wir denn da hin, wenn Babys nicht mehr überallhin mitgenommen werden dürfen? Solch eine Diskussion ist einfach nur lächerlich und kann wirklich nicht ernst genommen werden. Liebe stillende Mütter, stillt überall, wo es euch beliebt und wo euer Kind das Bedürfnis danach hat. Lasst euch nicht einschüchtern! Kira Schlesi, Online-Kommentar
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MENSCHEN | MM16, 13.4.2015 | 33
alles für ihre Gesundheit. und amerikanischen Massen medien die von offizieller Seite propagierten Verschwörungs theorien beherzter in Frage gestellt (Beispiel Massenver nichtungswaffen im Irak als Kriegsgrund für einen völker rechtswidrigen Krieg). So kann man verstehen, warum inzwi schen vielen Menschen die grossen medialen Kanäle nicht mehr genügen, die ja immer wieder auch zu Sprachrohren einer herrschenden Politik und Wirtschaftsmacht verkommen. Peter Huber, 4102 Binningen BL MM12: Diese Woche «Die grosse Angst vor dem Vergessen»
«Dummheit ist die schlimmere Krankheit» Wir haben langjährige Erfahrungen mit Alzheimer in der Familie. Es ist jedoch befremdend, eine Aussage wie die des 79jährigen Zahnarztes aus Wabern zu lesen, dass er sich bei den ersten Zeichen von Alzheimer erschiessen würde. Es gibt eben noch eine schlimmere Krankheit: die Dummheit! Andrea Juon, per E-Mail
Ist Vergessen wirklich, wie dies Adriano Aguzzi behauptet, das Schlimmste, was man sich vor stellen kann? Herr Neumeyer spricht aus, was viele empfinden: lieber die Kugel als Alzheimer. Beruflich und privat habe ich vie le Demenzkranke kennengelernt und intensiv mit ihnen gearbei tet. Ich erlebe viele von ihnen als zufriedene Menschen, die durch aus positive Momente erleben. Natürlich ist es nicht immer ein fach. Schon gar nicht für Angehö rige. Aber: Ein Mensch bleibt ein Mensch und ist seine Würde wert, auch wenn er dement ist. Wenn wir den Sinn unsers Lebens von unserer intellektuellen Leistung abhängig machen, schmälern wir unseren Wert als Menschen empfindlich. Und das, finde ich, gehört zum Schlimmsten, was man sich vorstellen kann. Renate Kunz, per E-Mail Als Angehörige eines Partners mit Alzheimer war ich entsetzt über die Aussage von Götz Neumeyer, er würde sich bei den ersten Anzeichen der Krankheit sofort erschiessen. Ich würde mich keine Minute mehr des Lebens erfreuen, wenn sich mein Mann zu diesem Ausweg entschlossen hätte. Auf unsere Weise geniessen wir jeden Tag, wie er kommt, und sind dankbar für die Freunde, die uns unter stützen. Susi Stähli, per E-Mail MM
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Migros-Welt MM16
Zitat der Woche
«Anschläge passieren trotz Massenüberwachung.» Die WikileaksMitarbeiterin Sarah Harrison am 11. März beim Europäischen Trendtag am GottliebDuttweilerInstitut, dem Thinktank der Migros.
Fabian Aerne (23), Lernender Recyclist bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz.
Bilder: Christian Schnur, Picture Alliance/Keystone
Bei der Arbeit
Operette
Theater Tabourettli zeigt «Im weissen Rössl» Im Jahr 1930 feierte das «Weisse Rössl» in Berlin Premiere. Mittlerweile
zählt die Operette zu den bekanntesten überhaupt und wird in Theaterhäusern rund um den Globus zum Besten gegeben. Das Theater Tabourettli bringt den kultigen Klassiker in einer ent staubten, frischen und mit Pep und Witz
angereicherten Version auf die Bühne. Mitglieder der Genossenschaft erhalten für die Vorstellung am 24. April eine Reduktion von 10 Franken an allen MVorverkaufsstellen. Mehr von der Migros Basel ab Seite 91
«Als Recyclist beschäftige ich mich mit dem Sammeln und Sortieren von wieder verwertbaren Stoffen wie Glas oder Karton. Das Aussortieren dieser ver schiedenen Materialien ist meine Lieb lingsbeschäfti gung und ein wichtiger Schritt im ganzen Ablauf der Wieder aufbereitung. Ich bin der erste Lernende der Migros in diesem Beruf, von dem ich denke, dass er sehr wichtig ist. Schliesslich sind Roh stoffe nicht unbeschränkt vorhanden.»
36 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Gedächtnisquiz
Haben Baslerinnen das bessere Gedächtnis als andere Schweizer? Diese Frage drängt sich auf, wenn man sich das Resultat der Gedächtnisspiele in drei Migros-Filialen ansieht: Ende Februar fand im MParc Dreispitz in Basel, im Shoppyland Schönbühl bei Bern und in der Migros City in Zürich ein Quiz statt, bei dem Kandidaten freiwillig ihr Erinnerungsvermögen testen konnten. Am besten schlugen sich zwei Baslerinnen: die Mutter und Hausfrau Monica Rösch (36) und die Bankmitarbeiterin Rebecca Schwob (21). In der nächsten Ausgabe der TV-Sendung «Gesundheit heute», die ganz dem Hirn gewidmet ist, treten die beiden Finalistinnen gegeneinander an. Die Herausforderung, die sie erwartet, ist alles andere als einfach: Sie müssen sich 40 MigrosProdukte merken, die auf einem virtuellen Band vorüberziehen. Die Gewinnerin wird Schweizer Gedächtnis-Champion.
Gewinnspiel
Duell der Chips Vom 7. April bis 16. Mai
konkurrieren zwei neue Produkte um die Gunst der Migros-Kunden: Farm Chips Randen & Nature oder Farm Chips Oregano.
Beim Online-Voting gibt es Tagespreise im Gesamtwert von 7500 Franken zu gewinnen. Wer zudem mit einem selber gedrehten Video die Werbetrommel für sein bevorzugtes Produkt rührt, hat sogar die Chance, einen Reisegutschein im Wert von 10 000 Franken zu gewinnen. Alle Infos zum Gewinnspiel: www.migros.ch/avsb
Monica Rösch (links) und Rebecca Schwob messen in der Sendung «Gesundheit heute» ihre geistigen Kräfte.
«Gesundheit heute» am 18. April, 18.10 Uhr auf SRF 1
Freilandeier
Mehr Auslauf für Hühner Für die Herstellung von Anna’s-BestSpätzli und M-Classic-Teigwaren stellt die Migros ab sofort auf Freilandeier aus dem EU-Raum um – ohne dafür die Verkaufspreise zu erhöhen. Bisher hat das Unternehmen für diese Lebensmittel Eier aus Bodenhaltung verwendet, bei der die Hühner keinen Auslauf haben, sondern vorwiegend in grossen Produktionshallen gehalten werden. In der sogenannten
Freilandhaltung hingegen haben Hühner freien Auslauf in der Landschaft, was ihrer natürlichen Lebensweise viel eher entspricht. Zusätzlich sind die Ställe der Geflügeltiere mit dem einfallenden Tageslicht ausreichend hell. Ein weiteres Plus: Die Lebensmittel werden durch regelmässige Kontrollen dieser alternativen Tierhaltung zertifiziert und sind zudem rückverfolgbar.
In der Freilandhaltung sind Hühner hauptsächlich draussen in der Natur.
Bilder: Mirko Ries, Victoria Loesch, Keystone, Getty Images
Die Konsumenten können mitentscheiden, welches Produkt im Sortiment bleibt: 1. mit dem Kauf des Produkts und 2. via Online-Voting. Es handelt sich hierbei um eine weitere Ausgabe des Migros-Gewinnspiels «A versus B».
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 37
Wer die Cumulus-Karte an der Kasse zeigt, löst die digitalen Coupons automatisch ein.
Hüttenkäse gehört zu den Leichtgewichten unter den Lebensmitteln. Mit seinem hohen Eiweissgehalt ist er sättigend und allgemein gut verdaulich. Ausserdem ist der Frischkäse ein wichtiger Kalzium lieferant und harmoniert gut mit Frühlings gemüse, aber auch mit Früchten.
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Wenig Cholesterin
Geschirr
Die Migros wird per Mai die drei Geschirrserien «Ballerina», «Gourmet» und «New Square» aus dem Sortiment nehmen. Wer noch Teller oder andere Teile aus diesen Serien kaufen möchte, sollte die Gelegenheit bis Ende April nutzen, solange der Vorrat reicht. Anschliessend können diese Artikel nicht mehr bestellt werden.
Hüttenkäse enthält nur 14 Milligramm Cholesterin pro 100 Gramm. Deshalb zählt der körnige Frischkäse bei Personen mit zu hohen Blutfettwerten zu den tauglichen Milchprodukten.
Natürlicher Laktosegehalt Menschen mit einer Laktoseintoleranz sollten bei Hüttenkäse vorsichtig sein. Da er aus Milch herstellt wird, enthält er circa zwei Gramm Laktose pro 100 Gramm.
Rezepte ab Seite 57
38 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Küken des ungarischen Lieferanten der Migros: Die erhöhten Sitzgelegenheiten sind eine Rückzugsmöglichkeit und bedeuten weniger Stress für die Tiere.
«Wir sind auf gutem Weg»
Neu bietet die Migros Pouletfleisch aus dem EU-Raum an, das den Schweizer Tierwohlstandards entspricht. Migros-Nachhaltigkeitsexperte Bernhard Kammer über die Massnahmen zur Verbesserung des Tierwohls im Ausland. Text: Christoph Petermann
Bilder: Jorma Müller
Bernhard Kammer, bis 2020 soll das Migros-Sortiment an Fleisch, Milchprodukten und Eiern aus dem Ausland unter Einhaltung der Schweizer Tierwohlstandards hergestellt werden. Wie ist der aktuelle Stand? Wir sind auf gutem Weg. Seit Ende März bietet die Migros Pouletfleisch aus Ungarn und Deutschland an, das nach den Schweizer Tierschutzstandards produziert wird. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Umsetzung unseres ambitionierten Versprechens. Was hat sich für die Mastpoulets konkret verbessert? In den Ställen steht ihnen jetzt 30 bis 40 Prozent mehr Platz zur Verfügung. Hinzu kommen neue
Fenster, die Tageslicht in die Ställe bringen. Eine weitere Massnahme ist die Dunkelphase von durchgehend acht Stunden. Im EU-Raum liegt der Standard bei zweimal vier Stunden.
den Schweizer Tierwohlstandards. Bei Eiern sind wir auf Import angewiesen: Der Anteil beträgt etwa 20 Prozent – das sind rund 65 Millionen Eier.
Wird die Migros das Welche sind jetzt Versprechen terminBernhard Kamdie nächsten Schritte? mer, Nachhaltig gerecht einlösen? Nach der Einführung keitsexperte beim Davon sind wir überdes FrischpouletMGB. zeugt. Wir gehen die fleisches folgt nun die einzelnen Projekte schrittweise Umstellung von zeitlich gestaffelt an – und beginnen dort, wo im Ausland am Charcuterie-, Tiefkühl- und meisten Handlungsbedarf beConvenienceprodukten. Dies ist eine echte Herausforderung. steht, zum Beispiel beim Geflügel. Aktuell bringen wir auch die Die Beurteilung treffen wir in Haltungsbedingungen von Legeenger Zusammenarbeit mit den hennen in ausländischen Produk- Spezialisten des Schweizer Tierschutzes (STS). MM tionsbetrieben in Einklang mit
Tierwohl im Ausland auf einen Blick Die Migros verkauft über wiegend einheimisches Fleisch. Doch bei gewissen Tiergattun gen reicht das inländische An gebot nicht aus, um die Nachfra ge zu decken. Da die Tierwohl standards im Ausland nicht auf dem hohen Niveau der Schweiz sind, verpflichtet sich die Migros, das ganze Sortiment an tieri schen Produkten, wie Fleisch, Milchprodukte und Eier, auf die Schweizer Standards umzu stellen. Nach Kaninchen- und Trutenfleisch bietet die Migros Pouletfleisch aus Ungarn und Deutschland an. Als Nächstes stehen Massnahmen zur Verbes serung des Tierwohls von Legehennen für die Eier und von Wasserbüffeln für die Mozza rellaproduktion an. Später sollen entsprechende Schritte für Schweine und Rinder folgen.
Generation M ist das umfassende Nachhaltigkeitsprogramm der Migros
Bild: Boris Bürgisser
Tierwohl
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 41
Serie Von uns. Von hier. Diese Woche: Brote
Brotsortiment
Ein Kranz im Rampenlicht Der Krustenkranz der Jowa ist das beliebteste Brot der Migros-Kunden. Vor allem, weil er (ofen)frisch und extraknusprig ist. Text: Anette Wolffram Eugster
Bilder: Yves Bachmann
Styling: Marlise Isler
42 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
J
Zahlen und Fakten
Heimlicher Star im Brotsortiment 30 000 Krustenkränze
verkauft die Migros pro Tag. Am fleissigsten produziert die Haus bäckerei im Centre Balexert in Genf den Krustenkranz, der seit Mitte der 80erJahre in den MigrosRegalen liegt. An manchen Tagen werden im Balexert bis zu 1500 Stück verlangt. Die Westschweizer lieben eben helles Brot.
Auf schnellem Weg zum Kunden: Während einige der von der Migros frisch herge stellten Brote allein zwölf Stunden ruhen müssen, ist der Krusten kranz innert zweier Stunden hergestellt.
Portioniert werden die Teigkugeln für die sechs Brötli maschinell, zusammengefügt von Bäckerhand.
eder kennt ihn, den herrlich appetitlichen Duft von frisch gebackenem Brot. Das Lebens mittel, das die Menschheit seit Jahrtausenden ernährt, zählt auch in der Schweiz nach wie vor zu den meistverzehrten Grund nahrungsmitteln. Auch wenn in den letzten Jahren aufgrund von LowCarbDiäten und kohlenhyd ratarmer Ernährung ein leichter Abwärtstrend zu beobachten ist: 84 Prozent der Schweizer geben an, regelmässig Brot zu essen. Der ProKopfVerbrauch lag 2010 bei 136 Gramm pro Tag. Dies entspricht fast 50 Kilogramm pro Jahr. Wie viele andere Konsum produkte unterliegt auch das
1
Weissbrot mit extraknuspriger Kruste. Krustenkranz, 300 g Fr. 2.–
Brot verschiedenen Trends. Die Verbraucher legen grossen Wert darauf, dass es von Hand und aus regionalen Rohstoffen hergestellt wird. Ebenso steigt die Nachfrage nach Brot, das aus ursprünglichen, rekultivierten Getreidesorten gebacken wird. Den Bedürfnissen der Migros Kundschaft kommen die 126 Haus bäckereien nach, in denen täglich Mehl zu 200 verschiedenen Bro ten und Kleinbroten verarbeitet wird. Filialen, die über keine eigene Hausbäckerei verfügen, erhalten das Brot aus einer der sieben Regionalbäckereien. 900 Bäcker und Konditoren sorgen für täglich frische Produkte. 3800 Landwirte
2
Aussen knusprig, innen weich, leicht zum Abbrechen. Tessinerbrot, 400 g Fr. 2.50
3
Sehr knusprig. Enthält 12 Prozent Haselnüsse. Bio Haselnussbrot, 320 g Fr. 3.40
bauen für die Migros TerraSuisse Getreide an – naturnah, ohne Fungizide und Insektizide. Für jedes Kilo Brot braucht es rund zwei Quadratmeter Getreidefläche, die ein Mal jährlich bewirtschaftet wird. Allein für die Jowa wird auf insgesamt 16 000 Hektaren Getreide angepflanzt. Das ent spricht zwei Mal der Fläche des Zürichsees. 2013 verbrauchten die Jowa Hausbäckereien 12 570 Tonnen Mehl, 208 Tonnen Eier, 550 Ton nen Butter, 495 Tonnen Rahm, 149 Tonnen Zucker, 328 Tonnen Hefe und 232 Tonnen Salz, um den Genuss von frischem Brot täglich zu garantieren.
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Zu 100 Prozent aus Vollkornmehl. Luftiges Brot. VollkornLandbrot, 400 g Fr. 2.90
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Besteht aus Salz, Hefe, Wasser und Mehl. Halbweissbrot, 500 g Fr. 1.20
Seine spezielle Kruste
verdankt der Krusten kranz dem Sonnen blumenöl, mit dem die Teigfladen bepinselt werden. Nach dem Formen und einer Ruhe phase wird der Kranz vor dem Backen ein Mal umgedreht – und die aufgerissene Kruste sichtbar. 6
Die MIndustrie stellt viele beliebte MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Brote.
Mit speziell viel Roggenmehl. Alpenbrot, 380 g Fr. 2.60
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Anteil von 20 Prozent Aus 31 Prozent grünen Hojiblanca Urdinkelschrot. Oliven aus Andalusien. Bleibt lange frisch. Olivenbaguette, Urdinkelfarmerbrot, 380 g Fr. 3.90 500 g Fr. 4.50
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Bleibt lange frisch dank Vorteig und langer Teigruhezeit. Rusticobrot, 400 g Fr. 3.80
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Vom «Kassensturz» zum besten Zopf der Schweiz gekürt. Butterzopf, 500 g Fr. 3.40
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Krustenkranz-Fans
«Sechs kleine Brötli, die man gleichzeitig essen kann. Ich habe viele Brote probiert, aber das ist mein Favorit.» Mehrez Mabrouk (45), Therapeut Lausanne VD
«Die Form ist praktisch. Ich mache daraus Brötli für den Kindergarten mit Käse, Gurken und Tomaten.» Alice Piazzesi (43), Ingenieurin Windisch AG
«Ich kaufe fast jeden Tag einen Krustenkranz. Er ist so fein, dass ich nicht mal Butter draufstreiche.» Ramon Bartholdi (69), Rentner Brugg AG
«Den Krustenkranz gibt es bei mir immer am Sonntag anstelle von Zopf.» Tiziana Marola (54), Kauffrau Lugano TI
«Das Brot ist weich und knusprig. Ich mache oft ein Sandwich mit Salami und nehme es mit auf die Baustelle.» Malek Tahhan (36), Bauarbeiter Brugg AG
«Ich friere einen Teil des Kranzes immer ein. Er schmeckt auch noch gut, wenn ich ihn frisch aufbacke.» Berta von Rickenbach (72), Lugano-Paradiso TI
«In der Schweiz kaufe ich einen Krustenkranz, weil ich sechs Brötchen für nur zwei Franken bekomme.» Juliette Klinke (23), Studentin Brüssel, Belgien
«Der Kranz ist fein und günstig. Aus Resten machen wir nach Omas Rezept gebackene Torta di Pane.» Alfredo Grasselli (80), Lugano-Besso TI
«Gibt es ein Mal pro Woche, weil es leicht zu teilen ist: Ich habe drei Kinder, so kriegt jedes zwei Brötli.» Isabel Aires (43), Kassiererin Lausanne VD
«Praktisch, weil man das Brot nicht schneiden muss, um es zu essen. Ich mag es mit Jamon Serrano.» Loïc Gandini (20), Student Lausanne VD
«Ich kaufe immer gleich zwei Krustenkränze, weil mir das Brot so gut schmeckt.» Pasquale Nemiccola (78), Rentner Valcolla TI
«Das perfekte Brot, weil man es am Abend als Beilage zum Salat oder zur Suppe essen kann.» Sabrina Brunner (23), Assistentin Rümlang ZH (auf Migipedia)
Bilder: Daniel Rihs, Rémy Steinegger
Sie kommen aus allen Landesteilen: Zwölf bekennende Fans des Krustenkranzes verraten die Vorzüge ihres Favoriten.
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Experteninterview
Gut Brot will Weile haben Christoph Ledergerber leitet die Brotentwicklung bei der Jowa. Im Gespräch erklärt er, warum die Migros-Bäckerei auf Handarbeit und Schweizer Getreide setzt. Text: Michael West Bilder: Paolo Dutto Christoph Ledergerber, die Jowa ist ein Unternehmen mit über 3200 Mitarbeitern. Was hat ein solcher Gross betrieb noch mit dem Handwerk des Bäckers zu tun? Sehr viel. Wir pflegen das Bäckerhandwerk an jedem unserer Standorte. Die Migros-Kundinnen und -Kunden können sich selber ein Bild davon machen. Schliesslich betreiben wir nicht nur sieben grosse Regionalbäckereien, sondern auch über 90 Hausbäckereien, die in Supermärkte integriert sind. Wer dort einkauft, kann unseren Bäckern bei der Arbeit zusehen und findet während des ganzen Tages ofenwarmes Brot im Verkaufsregal. Aber in Ihren Regionalbäcke reien ist die Situation anders. Dort erledigen doch sicher Maschinen die Arbeit? Zwar sind die Dimensionen anders, und es werden mehr Brote gebacken. Aber auch in den
Zahlen
100 000 Tonnen Brotgetreide verarbeitet die Jowa jährlich.
90 000
Tonnen davon stammen von IP-Suisse-Bauern.
2000
Tonnen von Biobetrieben.
92 025 Tonnen Brot stellt die Jowa pro Jahr her.
Regionalbäckereien bleiben wir den handwerklichen Traditionen treu. Wir nehmen uns Zeit, machen bei vielen Brotsorten einen Vorteig, den wir einen Tag lang ruhen lassen. Es ist immer wieder Handarbeit im Spiel, zum Beispiel wenn Butterzöpfe geflochten oder Krustenkranzbrote geformt werden. Natürlich ist diese Art des Arbeitens sehr personalintensiv. Welche Getreidesorten verar beitet die Jowa am häufigsten? Der Spitzenreiter ist Weizen, gefolgt von Roggen und den Urgetreidesorten Dinkel, Emmer und Einkorn. Diese traditionsreichen Sorten haben auch dank der Jowa ein Comeback erlebt und sind heute bei den Konsumenten wieder beliebt. Und woher kommt das Getreide? Es gehört zu unserer Philosophie, den Rohstoff wenn irgendwie möglich von Schweizer Bauern zu beziehen. 4500 Bauern aus der ganzen Schweiz bauen für die Jowa Getreide an. 97 Prozent unserer Brotzutaten stammen aus der Schweiz; in Zukunft sollen es sogar 100 Prozent sein. Vorläufig können wir jedoch vor allem unseren Bedarf nach Biogetreide noch nicht vollumfänglich in der Schweiz decken. Genau aus diesem Grund unterstützt die Migros konventionelle Schweizer Bauernbetriebe bei der Umstellung auf Biolandbau. Wo holen Sie sich die Inspira tionen für neue Brotsorten? Wir haben ein offenes Ohr für die Wünsche der Kunden, besuchen Fachmessen und blicken über die Grenzen der eigenen Branche hinaus. Manchmal kommt die Inspiration für eine neue Brotsorte gar nicht aus dem Bäckereigewerbe, sondern zum Beispiel von Joghurtentwicklern, die auch ständig neue Produkte lancieren. MM
Christoph Ledergerber in der Versuchsbäckerei der Jowa in Volketswil ZH: Beim Brot muss alles stimmen – auch der Duft.
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 47
Konsumententagung
Zwischen Freiheit und Einschränkung
Wie frei sind Konsumenten beim Einkauf, und wie wichtig sind Vorschriften und Regulierungen? Darüber debattierten Experten und Interessensvertreter an der Migros-Konsumententagung in Zürich. Text: Daniel Sidler, Thomas Tobler
B
ei den meisten Konsumenten prägen persönliche Präferenzen den Einkauf. So bevorzugen sie Produkte, weil diese mit einem Bio-Label versehen sind, aus einer regionalen Produktion stammen oder ganz einfach günstiger sind als andere Artikel. Wie wichtig ist diese Wahlfreiheit, und welche Rolle kommt den regulierenden Kräften zu, die teilweise strengere Auflagen und Anforderungen für Produkte des Schweizer Detailhandels fordern? Zum Thema «Wahlfreiheit stärken oder Konsumenten erziehen?» diskutierten an der von der Migros organisierten siebten Konsumententagung in Zürich am 9. April verschiedene Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Industrie. Die Konsumenten sind mündig
Der Migros kommt dabei die Aufgabe zu, den Konsumenten mit einem breiten Angebot an Produkten und Dienstleistungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse eine möglichst grosse Wahlfreiheit zu ermöglichen. Dafür setzt sie beispielsweise auf eine enge Zusammenarbeit mit der einheimischen Landwirtschaft. Oder sie engagiert sich dafür, die hohen Schweizer Tierwohlstandards auch bei all ihren Fleisch-, Eier- und Milchprodukten aus dem Ausland einzuführen. Mit ihren Anforderungen an Produzenten und Lieferanten geht sie oft weit über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus. Die Migros engagiert sich aber auch auf politischer Ebene, etwa gegen Forderungen nach weiteren Handelsbarrieren, höheren Importpreisen oder für konsumentenfreundliche Ladenöffnungszeiten. Es ist die Meinung und Haltung der Migros, dass ihre Kundinnen und Kunden mündig und informiert genug sind, um ihre Kaufentscheide eigenständig zu treffen. MM
Moana Werschler, Stv. Direktorin Verband Schweizer Gemüse produzenten «Als Konsumentin möchte ich aus verschiedenen Produkten auswählen können, das eröffnet mir Optionen. Bei Frischpro dukten muss die Wahlfreiheit aber nicht immer so gross sein, und man sollte stärker auf die Saisonalität achten. Dann hat man im Winter halt eine Zeit lang keine Schweizer Tomaten.»
Markus Ritter, Nationalrat und Präsident Schweizer Bauernverband «Die Konsumenten in der Schweiz haben eine enorme Auswahl an Produkten. Wichtig ist eine korrekte Deklaration, insbesondere der verarbeiteten Lebensmittel. Der Konsument soll wissen, woher die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte in verarbeiteten Lebensmit teln stammen und wie sie hergestellt worden sind. In diesem Bereich ist Transparenz für die Gewährleistung der Wahlfreiheit sehr wichtig.»
Stefan Vannoni, Stv. Leiter All gemeine Wirt schaftspolitik & Bildung Eco nomiesuisse «Der beste Freund der Konsu mentinnen und Konsumenten sind offene Märkte. Keine Han delshemmnisse, wenig Spezial vorschriften und ein unter nehmensfreundliches Umfeld ermöglichen Innovationen, welche das Angebot sowie die Kaufkraft und damit die Wahl freiheit der mündigen Konsu mentinnen und Konsumenten erhöhen. An diesen Elementen muss sich die Schweiz stets messen lassen.»
Rudolf Horber, Ressortleiter Schweizeri scher Gewer beverband «Ja, die mündigen Konsumenten in der Schweiz brauchen mehr Wahlfreiheit und weniger staat liche Bevormundung. Auf neue Regulierungen und ellenlange Produktedeklarationen sowie die zum Teil widersprüchlichen Ratschläge der ‹Gesundheits apostel› kann getrost verzichtet werden. Lieber ein gutes, ge nussvolles Leben in Freiheit als ein ‹übergesundes›, freudloses Dasein in einem engen Regulie rungsrahmen.»
Heribert Bürgy, Leiter Sektion Markt kontrolle und Beratung, Bundesamt für Gesundheit «Ein schmaler Grat trennt die Wahlfreiheit von ‹frei von Schutz›. Ich habe manchmal den Verdacht, dass etliche, die mehr Wahlfreiheit fordern, durchaus bereit scheinen, aus Profit überlegungen diesen Grat über schreiten zu wollen.»
Simon Jäggi, Ressortleiter beim Staats sekretariat für Wirtschaft (Seco) «Ob FairFood, Bio oder regio nal produziert – als Konsument schätze ich es sehr, wenn ich die freie Wahl habe und selber ent scheiden kann, für welche Pro dukte und Dienstleistungen ich mein Geld ausgeben möchte.»
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 48
Tag der Milch
Weisser Kraftstoff
Am 18. April ist Tag der Milch. Ernährungsberaterin Vera Kessens erklärt die Vorzüge dieser Vitaminbombe – und räumt mit Mythen auf. Text: Sonja Leissing
Drei Mal täglich eine Portion Milch, und unser Körper ist gut versorgt.
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in der Schweiz gibt es am 18. April Attrak tionen, Wettbewerbe und Spiele zum Thema Milch. Alle Infos dazu finden Sie auf: ww.swissmilk.ch
Vera Kessens, warum gehört Milch zu einer ausgewogenen Ernährung? Milch liefert hochwertiges Ei weiss, leicht verdauliches Milchfett, für den Körper gut verwertbare Kohlenhydrate in Form von Milchzucker (Laktose), Kalzium und zahlreiche Vitamine wie B2, B12 und D. Die Schweize rische Gesellschaft für Ernäh rung empfiehlt aus diesem Grund, drei Mal pro Tag Milch und Milchprodukte zu konsu mieren. Eine Portion entspricht beispielsweise 180 Gramm Joghurt, zwei Deziliter Milch oder 30 Gramm Hartkäse. Wie lassen sich drei Milch produkte auf den Tag verteilen? Ein Beispiel: Starten Sie morgens mit einer warmen Milch oder einem Birchermüesli. Am Mittag kann man Reibkäse über die Teigwaren streuen und am Abend einen Quarkdip mit Gschwellti geniessen. Milchkritiker behaupten, Milch mache dick, sei ungesund und fördere Osteoporose …
Milch ist kein Dickmacher per se. Auch hier gilt: Die Menge machts. Ein Deziliter Vollmilch hat 68 Kilokalorien. Es gibt ja auch fettreduzierte und teilentrahmte Sorten. Milch sollte nicht als Durstlöscher dienen, sondern als Nahrungsmittel konsumiert wer den. Sie versorgt unseren Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen für Knochen und Zähne. Und sie kann Osteoporose vorbeugen. Warum haben viele Erwachsene Probleme mit der Verträglich keit von Milch? In der Schweiz leiden etwa 15 bis 17 Prozent der Menschen an einer Laktoseintoleranz. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker spaltet. Darum können sie Milch in grösseren Mengen nicht verdauen, und es kommt zu Blähungen, Bauch schmerzen oder Durchfall. Milch zucker ist eine Zuckerart, die nur in der Milch vorkommt. Er ist aus den beiden Einfachzuckern Glukose und Galaktose aufgebaut. Da nur Einfachzucker vom Darm aufgenommen werden kann, muss der Milchzucker zuerst mit
Hilfe des Enzyms Laktase auf gespalten werden. Was raten Sie Menschen mit einer Laktoseintoleranz? Menschen mit einer Unverträg lichkeit müssen nicht gänzlich auf Milch verzichten. Das Angebot an Alternativen ist gross. Ich empfehle laktosefreie Milch, Sojareis oder Mandel milch. Werden die pflanzlichen Milchprodukte mit Kalzium angereichert, stellen diese für Vegetarier und Veganer eine sehr gute Kalziumquelle dar. MM
Vera Kessens
ist Ernährungs beraterin am Kom petenzzentrum für Ernährungspsy chologie in Zürich.
Bild: StockFood
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IHR REISEPROGRAMM 20.11. – 03.12.2015 1. Tag: Zürich – Bangkok Flug am Nachmittag mit Thai Airways nonstop nach Bangkok. 2. Tag: Bangkok Ankunft am Morgen. Während einer Stadtrundfahrt unternehmen Sie eine Klongtour und besichtigen den Königspalast. 3. Tag: Bangkok – Hua Hin Auf dem Weg nach Hua Hin sehen Sie die Schwimmenden Märkte. Am Nachmittag erreichen Sie Ihr Hotel in Hua Hin, wo Sie die nächsten Tage verbringen werden. 4. Tag: Hua Hin Tag zur freien Verfügung um in Ihrem Hotel in Hua Hin zu entspannen.
5. Tag: Hua Hin Am Morgen sehen Sie auf einem Ausflug die ehemalige Sommerresidenz von König Rama IV sowie die Khao Luang Höhle, mit ihren über 170 Buddha Statuen. 6. Tag: Hua Hin Tag zu freien Verfügung in Hua Hin. 7. Tag: Hua Hin – Bangkok – Singapur Frühmorgens Fahrt nach Bangkok und Flug nach Singapur. Transfer zum Hafen, wo Sie an Bord Ihres schwimmenden Hotels gehen. Gegen Abend beginnt Ihre Kreuzfahrt auf der Sapphire Princess. 8. Tag: Kuala Lumpur Heute haben Sie Gelegenheit Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias zu erkunden. Abends Weiterfahrt in Richtung Norden. 9. Tag: Penang Sie legen vor Penang an. Erkunden Sie die Insel und lassen Sie sich in der Altstadt von Georgtown in die Kolonialzeit zurück versetzen. 10. Tag: Phuket Heute Morgen erreichen Sie den Hafen von Phuket. Von Baden über Schnorcheln bis hin zu Einkaufen, kulturellen Besichtigungen, Elefantencamps, sich am Strand entspannen oder Spazieren können Sie hier alles machen. 11. Tag: Erholung auf See Ihr Schiff bietet Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Ihren Tag auf See zu gestalten.
12. Tag: Singapur Wieder zurück in Singapur, verlassen Sie Ihr Kreuzfahrtschiff. Auf der Stadtrundfahrt sehen Sie das Verwaltungsviertel mit dem historischen Parlaments- und Rathaus, den Merlion Park, die Marina Bay, sowie das Chinesische und Indische Viertel und den Botanischen Garten. 13. Tag: Singapur – Bangkok Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Am Abend Transfer zum Flughafen und Flug nach Bangkok. 14. Tag: Bangkok – Zürich Umsteigen und Weiterflug nonstop nach Zürich. Ankunft am Morgen.
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 51
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52 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Zeitreise
Musik am Ohr
Bild: Bildarchiv Migros Genossenschaftsbund
Auf einer halbrunden Theke in einer Ex-Libris-Filiale steht ein ganzes Arsenal von Plattenspielern. Eine Mitarbeiterin legt neu im Laden eingetroffene LPs auf. Zwei Kundinnen hören Musik. Sie halten sich dabei etwas ans Ohr, das wie ein halbierter Telefonhörer aussieht. Das Foto ist 1975 entstanden. Solche Theken nannten sich damals Grammobar, und sie waren bei den Ex-Libris-Kunden sehr beliebt. Mitte der 70er-Jahre hatte der Schallplattenverkauf bei der Ex Libris schon eine stolze Vorgeschichte. Bereits 1952 sorgte die Migros-Tochter im Schweizer Musikgeschäft für Bewegung: Sie bot Schallplatten an, die nur halb so viel wie im Fachhandel kosteten. Das führte rasch zu Boykotten durch die Tonträgerindustrie. Doch die Ex Libris wusste sich zu wehren: Sie kooperierte zeitweise mit dem amerikanischen Schallplattenklub MMS und liess zudem LPs in der Schweiz herstellen. 1965 lenkte die Industrie schliesslich ein und gab ihren Boykott auf. Heute führt die Ex Libris über sechs Millionen Produkte – darunter übrigens auch traditionelle Schallplatten aus Vinyl. MM
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MIGROSWELT | MM16, 13.4.2015 | 53
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Tatsächlich sind die Papiertrag taschen der Migros robust und auch dafür entwickelt, mehrfach verwendet zu werden. Der Vorschlag lässt sich dennoch nicht realisieren. Denn Hygiene ist in den Migros-Filialen sehr wichtig. Bei von Kunden mitgebrachten Säcken wäre die Sauberkeit nicht garantiert. Die Papiertaschen-Tauschbörse könnte zudem nicht einfach sich selber überlassen werden. Um Ordnung zu halten, müsste die Migros extra Personal aufbieten.
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24. Juni – 01. Juli 08. – 15. Juli 29. Juli – 05. August 08. – 15. August
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15. – 22. August Fr. 1’135.– 22. – 29. August Fr. 1’115.– 29. Aug. – 05. Sept. Fr. 1’115.–
Abfahrtsorte Zürich, Bern, Olten, Luzern, Basel
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8-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar
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7 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels in Zimmern mit Bad oder Dusche/WC
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Fährüberfahrten Calais – Dover und zurück mit modernen Fährschiffen
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Halbpension während der ganzen Reise
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Besichtigung von Clovelly Bootsausflug zum Herrensitz von Mount Edgcumbe inklusive Eintritt
7. Tag Reading – Reims Durch die Grafschaft Kent erreichen Sie wiederum Dover, von wo Sie ein Fährschiff zurück auf das europäische Festland bringt.
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8. Tag Reims – Schweiz Über Nancy und die Vogesen kehren Sie in die Schweiz zurück.
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Annullationsschutz Fr. 32.–
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Ganztägiger Ausflug durch Cornwall und nach Land’s End Fr. 48.–
Schaffhauserstrasse 44, 8152 Glattbrugg www.bossartreisen.ch
044 880 08 00
Besichtigung von Stonehenge
Nicht inbegriffen: Einzelzimmerzuschlag Fr. 360.–
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 57
Saisonküche
Ein cremiges Potpourri
Da Frischkäse nicht reift, haben die meisten Sorten einen milden Geschmack und eine weiche bis cremige Konsistenz. Eine besondere Eigenschaft für ein besonderes Menü. Text: Anette Wolffram Eugster Bilder: Christine Benz Styling: Vera Guala
Zeitaufwand Herausnehmen und sammeln!
20 Minuten Vorspeise für 4 Personen
Doppelrahmfrischkäse dient als Grundlage für die drei verschiedenen Aufstrichvarianten, die nach Schnittlauch, Paprika und Curry schmecken.
Jetzt an Ihrem Kiosk Fr. 4.90 im Einzelverkauf oder unter www.saison.ch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.–
58 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Aufstrichtrio
Gefüllte Pouletbrüstchen
Vorspeise
Heidelbeertörtchen
Dessert
20 Minuten
für 6 Portionen
Hauptgang 40 Minuten
Zutaten für 4 Personen 300 g Doppelrahmfrischkäse ½ TL Tomatenpüree ½ TL milder Paprika 2 Msp. Gourmet Mix Orangenpfeffer Salz 1 TL mildes Curry ½ TL Madras-Curry ½ Schalotte Pfeffer ½ Knoblauchzehe 1 TL Anissamen ½ Bund Schnittlauch 200 g dunkles Brot, z. B. Twister Rustico Zubereitung
1. ⅓ des Frischkäses mit Tomatenpüree, Paprika und Orangenpfeffer mischen. Mit Salz abschmecken. 2. ⅓ des Frischkäses mit den beiden Curry sorten mischen. Schalotte fein hacken und beigeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Zutaten für 4 Personen 9 Frühlingszwiebeln 150 g entsteinte schwarze Oliven ¼ Bund glattblättrige Petersilie 90 g Ziegenfrischkäse 1 Eigelb Salz, Pfeffer 4 Pouletbrüstchen 2 EL HOLL-Rapsöl Zubereitung
1. Frühlingszwiebeln leicht schräg in Stücke à ca. 3 cm schneiden. Oliven kalt abspülen, trocken tupfen und in Ringe schneiden. Petersilie fein hacken. Mit Frischkäse und Eigelb mischen. Mit Salz und Pfeffer ab schmecken. In die Pouletbrüstchen eine tiefe Tasche schneiden, ohne sie zu durchtrennen. Frischkäsemasse mit einem Spritzsack in die Taschen füllen. Öffnung nach Belieben mit einem Zahnstocher schliessen. Pouletbrüst chen mit Salz und Pfeffer rundum würzen.
Zubereitungszeit ca. 20 Minuten
2. Pouletbrüstchen in einer beschichteten Bratpfanne im Öl auf jeder Seite 2 Minuten anbraten. Hitze reduzieren und Pouletbrüst chen zugedeckt ca. 10 Minuten durchbraten. Herausnehmen und zugedeckt kurz ziehen lassen. Frühlingszwiebeln und Oliven in derselben Pfanne kurz braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den Poulet brüstchen servieren.
Pro Person ca. 8 g Eiweiss, 22 g Fett, 22 g Kohlenhydrate, 1350 kJ/320 kcal
Zubereitungszeit ca. 40 Minuten
3. Knoblauch zum letzten Drittel des Frisch käses pressen. Anis anrösten, mörsern und beigeben. Schnittlauch fein hacken und beigeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aufstrichtrio mit Brot servieren.
Pro Person ca. 38 g Eiweiss, 33 g Fett, 5 g Kohlenhydrate, 1950 kJ/470 kcal
Für 6 Backformen à ca. 10 cm ∅ 500 g Mascarpone
1 dl 100 g Teig: 150 g 30 g 30 g 125 g 1 2 EL
Holundersirup tiefgekühlte Heidelbeeren, aufgetaut Mehl gemahlene geschälte Mandeln Puderzucker Butter, kalt Eigelb Rahm Butter/Mehl für die Form bzw. zum Auswallen, Hülsenfrüchte zum Blindbacken
Zubereitung
1. Für den Teig Mehl, Mandeln und Puder zucker in eine Schüssel geben. Butter in Würfeln dazugeben. Masse krümelig reiben. Rahm und Eigelb verquirlen und beigeben. Masse rasch zu einem Mürbeteig kneten. In Klarsichtfolie einwickeln. Ca. 1 Stunde kühlen. 2. Backförmchen ausbuttern, mit Mehl bestäu ben. Aus dem Teig 6 Kugeln formen. Auf wenig Mehl zu Rondellen à ca. 11 cm ∅ auswallen. Förmchen damit auslegen. Mit Backpapier rondellen bedecken, mit Hülsenfrüchten beschweren. 30 Minuten kühl stellen. 3. Backofen auf 180 °C vorheizen. Teigböden 15 Minuten vorbacken. Papier samt den Hülsenfrüchten entfernen. Bödeli weitere 5–10 Minuten backen. Auskühlen lassen. 4. Mascarpone und Sirup verrühren. Einige Beeren beiseitestellen, Rest in den Mascarpone und in die Bödeli geben. Mit Beeren servieren. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten + ca. 1,5 Stunde ruhen lassen + kühl stellen + 20–30 Minuten backen
Pro Person ca. 9 g Eiweiss, 61 g Fett, 42 g Kohlenhydrate, 3150 kJ/750 kcal
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Kaffee, Kaffeekapseln, Trockenfrüchte, Gewürze, Nüsse. Mitarbeitende: 330
Ice Tea, Fruchtsäfte, Fertiggerichte, Kartoffelprodukte und Produkte aus Früchten. Mitarbeitende: 860
Frischfleisch, Fisch, Charcuterie, Geflügel. Mitarbeitende: 2800
Brote, Backwaren, Patisserie, Teigwaren. Mitarbeitende: 3280
Raclette Raccard, Gruyère AOP, Appenzeller, Fondue. Mitarbeitende: 260
Mineralwasser, Sirup, Fruchtsäfte. Mitarbeitende: 120
Biscuits, Blévita, Glace, Dessertpulver, Fasnachtschüechli, Apérogebäcke. Mitarbeitende: 630
Pflegeprodukte, Kosmetikwirkstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel, Margarinen und Speisefette. Mitarbeitende: 730
Trockenreis, Risottoreis, Milchreis, Spezialitätenreis. Mitarbeitende: 24
Schokolade, Kaugummi. Mitarbeitende: 900
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Diverse Bio Kräuter 20% günstiger, z.B. Basilikum im 13-cm-Topf, pro Stück
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Alle Tafelschokoladen der Marke Frey à 100 g, UTZ (ohne Suprême, M-Classic, Eimalzin und Mehrfachpackungen), beim Kauf ab 3 Tafeln, jede –.30 günstiger, z.B. Giandor
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Gesamtes Cafino und Noblesse Sortiment z.B. Noblesse Exquisito Oro, Beutel, 200 g
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Cucina & Tavola und Victorinox Küchenmesser und Scheren z.B. Victorinox Brotmesser, pro Stück, gültig bis 27.4.2015
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Megastar im 12er-Pack Vanille, Almond oder Cappuccino, 12 Stück, 1440 ml
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Picknickdecke Anja türkis, grün oder pink, 130 x 170 cm, z.B. türkis, gültig bis 27.4.2015
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Smoby Auto Balade 2 in 1 Rutscher gültig bis 27.4.2015
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Gesamtes Secure Hygienesortiment, z.B. Hygieneeinlage Light Plus, 24 Stück 4.80 statt 5.70 15% **
Alle Coca-Cola im 6er-Pack, 6 x 50 cl, z.B. Classic 6.20 statt 7.80 20%
Kleenex Kosmetik- und Taschentücher in Mehrfachpackungen, z.B. Kleenex Balsam TaschentücherBox im 3er-Pack, 3 x 60 Stück 7.40 statt 9.30 20% **
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Appenzeller Classic, per 100 g –.95 statt 1.65 40%
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Kopfsalat grün, «Aus der Region.», pro Stück 1.50 statt 1.90 20% Cherrytomaten, Bio, Spanien/Italien, Schale à 250 g 1.10 statt 1.50 25% Extra Mango, Peru/Brasilien, pro Stück 4.30 statt 5.80 25% Kiwi, Italien, Schale à 6 Stück 1.60 statt 2.80 40%
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WEITERE LEBENSMITTEL Frey Branches Bicolor, Noir oder Eimalzin im 30er-Pack oder Frey d’Or im 20er-Pack, UTZ, z.B. Frey d’Or, 20 Stück, 420 g 7.50 Alle Tafelschokoladen der Marke Frey à 100 g, UTZ (ohne Suprême, M-Classic, Eimalzin und Mehrfachpackungen), beim Kauf ab 3 Tafeln, jede –.30 günstiger, z.B. Giandor 1.95 statt 2.25 Skai Kaugummi im Duo-Pack, z.B. Spearmint, 2 x 64 g 5.40 statt 7.80 30% Schümli 290 g und Choco-Schümli 350 g, z.B. Choco-Schümli 3.50 statt 4.40 20% Gesamtes Cafino und Noblesse Sortiment, z.B. Noblesse Exquisito Oro, Beutel, 200 g 6.85 statt 9.80 30% Diverse Honige im 550-g-Glas oder 500-g-Squeezer, –.60 günstiger, z.B. feincremiger Blütenhonig, 550 g 4.70 statt 5.30 Gesamtes Actilife Sortiment, z.B. Actilife Crunchy Mix Fibre, 600 g 5.– statt 6.30 20% M-Classic Pizza Toscana im Duo-Pack, tiefgekühlt, 2 x 360 g 4.55 statt 7.60 40% Alle M-Classic Teigplätzli, tiefgekühlt, z.B. Käse-Plätzli, 6 Stück, 360 g 3.10 statt 3.90 20% Pelican Kabeljaurückenfilets, MSC, im Duo-Pack, tiefgekühlt, 2 x 400 g 14.55 statt 20.80 30%
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 71
Küchenlexikon
Die Betonung liegt auf «frisch»
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Hauptsache frisch: Wer Frischkäse nicht am liebsten pur als Brotaufstrich oder Salatbeilage geniesst, verfeinert damit Kuchen, Cremes und Dips.
Wissenswertes
Rund um den Frischkäse Alle Frischkäsesorten haben eines gemeinsam: Sie müssen nicht reifen und sind sofort nach ihrer Herstellung essbar. Herstellung
Die meisten Frischkäsesorten werden aus pasteurisierter Milch hergestellt. Die Milch wird unter ständigem Rühren auf 32 Grad Celsius erwärmt. Lab und Milchsäurebakterien bringen die Milch zum Gerinnen. Dabei trennt sich der eiweisshaltige Teil von der Molke. Früher verwendeten die Käser Tücher, um die Molke auszupressen. Heute geschieht dies maschinell. Je nach Sorte folgen weitere Verarbeitungsschritte wie die Zugabe von Rahm und Kräutern oder das Einlegen in Salzlake.
Merkmale und Tipps
Verwendung
Ricotta
… wird aus Molke gewonnen, die beim Käsen übrig bleibt. Dadurch ist sie reich an wertvollen Molkenproteinen und Vitamin B12 und somit ein ideales Nahrungsmittel für Vegetarier. Sie hat einen höheren Kalziumgehalt als die meisten anderen Frischkäsesorten.
Aufgrund ihres milden, milchigen Geschmacks passt die Ricotta hervorragend zu süssen und pikanten Speisen. Auch zum Verfeinern von Gratins und Aufläufen sowie für Pastafüllungen wird sie gern verwendet.
Quark
… wird aus pasteurisierter Magermilch hergestellt und ist eines der ältesten Milchprodukte überhaupt. Milchsäurebakterien und Lab sorgen dafür, dass die Milch gerinnt. Da Quark nicht gepresst wird, enthält er im Vergleich zu anderen Käsesorten viel Flüssigkeit.
Dank seines hohen Eiweissgehalts ist Quark ein wirksamer Appetitzügler und sättigt sehr gut. Er eignet sich sowohl für Gemüsedips als auch für Kuchen. Während Quark früher als Arme-Leute-Essen bekannt war, ist er heute vor allem als leichter Begleiter von Kartoffeln berühmt.
Mozzarella
… wird aus Büffelmilch oder aus pasteurisierter Kuhmilch hergestellt. Durch eine spezielle Knettechnik der nochmals erhitzten Käsemasse erhält Mozzarella seine Konsistenz.
Da Mozzarella leicht schmilzt, eignet er sich ausgezeichnet als Pizzabelag oder zum Überbacken von Gemüse. Aber auch kalt in Salaten ist er beliebt, vor allem mit Tomaten.
Mascarpone
… ist ein milder, cremiger Frischkäse aus Italien. Er wird aus Rahm gemacht, ist schnell verderblich und sollte deshalb stets gut verschlossen aufbewahrt werden.
Mascarpone ist eine klassische Zutat für Tiramisù und andere Desserts, eignet sich aber auch als Brotaufstrich sowie als Ersatz für Crème double.
Hüttenkäse
… hat deutlich weniger Fett als Rahmquark und ist dennoch cremig. Charakteristisch ist seine körnige Konsistenz.
Weil er mild und bekömmlich ist, passt Hüttenkäse zu allen möglichen Speisen. Seine Fans geniessen ihn mit Beeren und Früchten genauso gern wie als Gemüsefüllung oder pur.
Ziegen frischkäse
… gibt es nature oder verschieden aromatisiert (z. B. mit Pfeffer oder Kräutern), wobei die Palette von mild bis würzig reicht. Ziegenfrischkäse ist von allen Frischkäsesorten am wenigsten cremig, oft sogar etwas krümelig.
Besonders beliebt ist Ziegenfrischkäse auf knusprigem Baguette oder als Topping für Salate. Er empfiehlt sich ausserdem zum Verfeinern von Kuchen und Desserts.
Doppelrahm frischkäse
… wird aus vollfetter Milch hergestellt und ist der Frischkäse mit dem höchsten Fettgehalt. Er muss gar nicht oder nur kurze Zeit reifen, ist deshalb nicht lange haltbar und muss dringend kühl gelagert werden.
Mit Doppelrahmfrischkäse wird der Kuchen besonders locker und saftig. Er eignet sich als Brotaufstrich sowie als Zutat für Saucen, Suppen, Eintöpfe oder als Dip zum Fondue.
Molkenkäse
Molkenkäse wie Ricotta oder Ziger wird nicht aus Milch, sondern aus Molke hergestellt.
Bilder: Getty Images (4), PD (3)
Aufbewahrung
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 73
Sun Queen
Nuss mit Plus Mit drei Neuheiten weckt die Apéro-Linie von Sun Queen die Lust auf gesellige Anlässe inklusive Knabberspass. Für eine spontane Party sind die Nut Cups besonders praktisch, denn jeder kann sich aus dem wiederverschliessbaren Becher direkt bedienen. Die Sorte Curry besteht aus einem knackigen Trio gerösteter, mit Curry gewürzter Cashewkerne sowie Macadamia- und Pekannüsse. Den Freunden einer mediterranen Geschmacksnote offeriert Sun Queen den Mix Tomaten-Mandeln mit Oregano plus Pistazien und Cashewkerne. Neu im Sortiment sind auch die ohne Fett gerösteten Salzmandeln im Zipbeutel.
Sun Queen Nut Cup Tomaten-Mandeln mit Oregano*, 130 g Fr. 4.30
Bild und Styling: Giulia Marthaler
Würzige und salzige Nussmischungen sind beim Apéro unverzichtbar.
Sun Queen Salzmandeln*, 170 g Fr. 3.90 Sun Queen Nut Cup Curry*, 130 g Fr. 4.30 * in grösseren Filialen
74 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Anna’s Best
Italianità verfeinert
Tipp Knuspriger Boden
Die Pizzas von Anna’s Best werden ganz traditionell von Hand mit frischen Zutaten belegt.
Bild und Styling: Claudia Linsi; Illustration: Mira Gisler
Backofen mit Backblech vorheizen und Pizza auf das heisse Blech geben.
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 75
Anna’s Best Pizza Tonno
Basilikum, Mozzarella und Tomaten sind und bleiben die klassischen Grundzutaten für die Pizza Margherita von Anna’s Best. Und trotzdem bietet sie jetzt noch mehr Genuss, nachdem für das ganze Sortiment an Anna’sBest-Pizzas die Rezeptur verfeinert wurde. Die neue Qualität entdeckt der Pizzafan unter anderem im extradünnen Boden und im Sugo, der dank natürlichem Basilikumaroma noch würziger schmeckt. Auch die Mozzarellaqualität wurde verbessert. Und ganz egal, ob Pizza Chorizo oder Prosciutto e mascarpone: Auf die Pizzas kommen nur Schweizer Fleisch und Käse.
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 77
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10. Tag: Kreuzen durch die Walachei. Auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer hat die Donau gewaltige Hindernisse zu überwinden und den spektakulären Durchbruch erschaffen – die berühmte Kataraktstrecke. 11. Tag: Belgrad–Novi Sad. Nachmittags Stadtrundfahrt (*) mit Besuch des Klosters Krusedol. 12. Tag: Kreuzen auf der Donau. Erholen Sie sich an Bord und geniessen Sie die Landschaften. 13. Tag: Komarno–Gabcikovo–Bratislava. Von Komarno aus unternehmen Sie einen Ausflug (*) nach Bratislava inklusive Stadtrundgang. 14. Tag: Krems–Melk. Entdecken Sie die Schönheiten der Wachau auf einem Ausflug (Fr. 35.–). In Melk besichtigen Sie das auf einem steilen Bergrücken liegende Benediktinerstift (*). 15. Tag: Passau–Schweiz. Morgens Ankunft in Passau. Ausschiffung und Rückfahrt mit modernem Komfort-Reisebus in die Schweiz. (*) Ausflüge des Ausflugspakets. SC
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 79
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Leichtfüssige Pflegetour Die Füsse kommen bei der täglichen Pflege oft zu kurz. Pedic-Produkte sorgen dafür, dass die Füsse im ganzheitlichen Verwöhnprogramm Schritt halten. 1. Ein Fusscremebad entspannt
strapazierte Füsse – dank Kamille, Oliven-, Teebaumund Rosmarinöl. Danach die Füsse abtrocknen und die Nagelhaut vorsichtig zurückschieben. Pedic Fuss-Cremebad, 250 ml Fr. 5.60
3. Etwas Hornhaut brauchen
die Fusssohlen. Deshalb empfiehlt es sich, nicht zu viel abzutragen. Aber alles, was rau und schwielig ist, darf weg.
Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser
Pedic Hornhautfeile Fr. 2.80
2. Ein Peeling
mit gemahlenen Aprikosenkernen und Bienenwachs entfernt schonend abgestorbene Hautpartikel. Gleichzeitig fördert es die Durchblutung. Mit warmem Wasser abspülen. Pedic 2in1 Peeling, 75 ml Fr. 4.80
4. Das Tüpfelchen auf dem Fuss ist
das Eincremen. Eine besonders grosse Wirkung verspricht die Intensivpflege mit 5% Urea. Wer sehr trockene und rissige Füsse hat, sollte sie morgens und abends pflegen. Pedic Intensivpflege, 75 ml Fr. 6.50
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80 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
I am
Was braucht meine Haut? Eine makellose und für viele Jahre straffe Gesichtshaut – wer wünscht sich das nicht? Mit der richtigen Pflege lässt sich zum Glück einiges machen. Doch nur wer die Stärken und Schwächen seiner Haut kennt, kann sie auch optimal versorgen. I am bietet für jeden Hauttyp und jedes Alter die passenden Produkte. Text: Anna Bürgin
Bild: Lucas Peters
Styling: Mirjam Käser
Normale Haut und Mischhaut
Trockene und sensible Haut
ca. 25 bis 45 Jahre Obwohl die Haut straff und samtig ist, kann die T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) Unreinheiten aufzeigen. Dabei sind die Wangenpartien eher feinporig und trocken.
ca. 25 bis 45 Jahre Die Haut kann Feuchtigkeit schlecht speichern, daher neigt sie zu empfindlichen Reaktionen wie Rötungen und schuppiger Oberfläche. Sie spannt oft, und bei falscher Pflege ist frühzeitige Hautalterung die Folge.
7
2
1
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2 I am ausgleichende Tagescreme, 50 ml Fr. 4.85 statt 6.10 3 I am regenerierende Nachtcreme, 50 ml Fr. 5.80 statt 7.30
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6 5
4 I am erfrischendes Waschgel, 150 ml Fr. 4.55 statt 5.70
5 I am Reinigungstücher für trockene Haut, 25 Stück Fr. 3.10 statt 3.90
6 I am mildes Gesichtstonic ohne Alkohol für trockene und sensible Haut, 200 ml Fr. 3.10 statt 3.90
8
7 I am gehaltvolle Tagescreme für trockene Haut, 50 ml Fr. 4.85 statt 6.10 8 I am beruhigende Nachtcreme für trockene Haut, 50 ml Fr. 5.80 statt 7.30
9
9 I am Anti-Aging Augenkonturencreme Q10, 15 ml Fr. 8.80 statt 11.–
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 81
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Reife Haut
ab ca. 50 Jahren Die Haut produziert weniger Kollagen, was zu einem Verlust von Spannkraft und folglich zu einem Absinken der Kinn und Wangenpartie führt. Zudem werden Falten und Linien tiefer. Erste Altersflecken werden sichtbar.
Erste Fältchen
ca. 30 bis 50 Jahre Die Zellerneuerung lässt nach. Die Haut wird dünner und pflegebedürftiger, es mangelt ihr an Feuchtigkeit. Erste Fältchen und Linien werden sichtbar.
11 15
10
16
13 12
10 I am Tagescreme Q10, 50 ml Fr. 8.30 statt 10.40
14
11 I am Serum Q10, 30 ml Fr. 5.50 statt 6.90 12 I am Nachtcreme Q10, 50 ml Fr. 8.15 statt 10.20
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Reinigungsmilch reinigt die Haut sanft und schützt sie vor dem Austrocknen. Schmutzpartikel werden schonend entfernt. Das Tonic kommt nach der Milch zur Anwendung. Es klärt und belebt die Haut und schützt sie vor Feuchtigkeits verlust. Nach der Reinigung ist die Haut optimal auf die nachfolgende Pflege vorbereitet. Tagescreme und Nachtcreme Wertvolle Wirkstoffe in der Tagescreme versorgen die Haut mit Feuchtigkeit. Dank der leichten Textur eignet sie sich gut als Make upUnterlage. Meist verfügt sie über einen Lichtschutzfaktor, der die Haut vor lichtbe dingter Hautalterung schützt. Nachtcreme ist gehaltvoller und unterstützt die Haut beim Regenerieren. In der Nacht ist die Zellteilung nämlich acht Mal höher.
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MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 83
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in der Küche schnell gehen. Ein nützlicher Helfer ist der Dampfkochtopf. Er gart Kartoffeln und Gemüse in kurzer Zeit, und das erst noch vitaminschonend. Mit seinen sieben Litern Fassungsvermögen bekocht man mit ihm auch die grössere Tischrunde. Neben der Zeitersparnis lohnt sich der Einsatz des Multitalents auch aus anderen ökonomischen Gründen: Der Topf aus Schweizer Produktion verbraucht wenig(er) Energie und ist erst noch günstig in der Anschaffung.
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09.10 Flug von Zürich nach New York. Transfer vom Flughafen zum Hotel, Übernachtung. 10.10 Stadtrundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der grössten Stadt der USA. 11.10 Ein absolutes Muss eines New York-Trips ist ein Ausflug zur Freiheitsstatue, die Besucher aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht. 12.10 Transfer vom Hotel zum Flughafen und Flug von New York nach Los Angeles. Transfer zum Hafen inkl. Stadtrundfahrt. Einschiffung und Abfahrt um 19.00.
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14. – 15.10 San Francisco (USA) Ankunft 09.00, Abfahrt am Folgetag 13.00. Golden Gate Bridge, Zwillingshügel und die legendären Cable Cars sind nur einige Highlights der beliebten Stadt an der Westküste der USA. Übernachtung an Bord.
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ie Luft riecht nach frischem Sägemehl. Kinder sitzen erwartungsvoll mit glän zenden Augen auf ihren Stühlen. Das Popcorn ist bereit. Es kann losgehen. Der Zirkus fasziniert Jahr für Jahr Jung und Alt. Für die Erwachsenen ist es eine Reise zurück zu Emo tionen und Erlebnissen der Kindheit, für die jün geren Besucher die Ent deckung einer ganz neuen Welt voller Magie und Poesie. Ab dem 12. Juni gas tiert der Circus Knie mit seinem neuen Programm «phénoménal» in Basel – und der Name ist Pro gramm! Traditionsgemäss präsentiert die Familie Knie ihre weltbekannten, jedes Jahr neu einstudierten Pferdeund Elefantennummern. Für die Lacher sorgen Clown Rob Torres sowie der Bauchredner Willer Nicolodi, welcher seine vorlaute und freche Maus Josellito mit im Gepäck hat. Auch die Akrobatik kommt nicht zu kurz. Mit der Truppe Sokolov auf dem Schleuderbrett und dem Duo «Desire of Flight» sind unter ande rem die beiden Gewinner des Internationalen Zir kusfestivals in Monte Car lo 2014 im diesjährigen Programm vertreten. Zu sammen mit dem Tsche chen Mario Berousek, dem schnellsten Jongleur der Welt, wird für kollek tives Luftanhalten und Staunen gesorgt sein. MM www.knie.ch
Die 13-köpfige Truppe rund um Dimitry Sokolov treibt die russische Tradition der Schleuderbrettakrobatik auf die Spitze.
92 | MM16, 13.4.2015 | MIGROS-WELT
Käse
Lebt denn der alte Holzmichl noch?
Ja, er lebt noch… und hat jetzt seinen eigenen Käse. Dieser wird im Herzen der Schweiz hergestellt und ist jetzt auch in Basel sowie im Jura erhältlich. Text und Bilder: Moritz Weisskopf
Im Tal zwischen dem Grossen Mythen und der Rigi liegt das Schwyzer Milchhüüsli.
F
elix Immoos ist in der Zentralschweiz bereits zum LokalPromi avanciert. Seit einem Jahr ist er als «Holzmichl» in Luzern auf den Verpackungen und Plakaten sowie in den Werbespots des gleichnamigen Käses zu sehen. Das Produkt und die Figur des Holzmichl sind beliebt. «An der Fasnacht gab es sogar eine Gugge, die sich als Holzmichl verkleidete», erzählt Immoos und ist sichtlich geschmeichelt. Der Bauer aus Morschach ist die Werbefi-
gur und gleichzeitig Milchlieferant für diesen Käse. Jedes Mal wenn er vom Berg kommt, freuen sich die 60 Mitarbeitenden im Schwyzer Milchhüüsli. So auch an diesem sonnigen Freitagmorgen. Inmoos bleibt etwas länger und lässt sich zusammen mit einer Delegation der Migros Basel von Erich Reichmuth, dem Leiter des Milchhüüsli, den Betrieb zeigen. 1899 wurde dieser gegründet und ist seither in der Hand der Familie Reichmuth. Mit guter Sicht auf den Grossen Mythen und
die Rigi, produzieren sechs Käser täglich 2800 kg verschiedene Käsesorten. Von der Milch zum Käse
Bis Milch die Form von Käse annimmt, vergeht wenig Zeit. Nachdem sie erhitzt ist, fügt der Käsemeister Lab bei. Das macht die Milch innert weniger Minuten zu einer gallertartigen Masse. Ob die gewünschte Festigkeit erreicht ist, wird vom Käser bestimmt. Gibt er sein Ok, kann die Masse zerkleinert, nochmal erhitzt
MIGROS-WELT | MM16, 13.4.2015 | 93
Oben: Felix «Holzmichl» Immoos und Erich Reichmuth bei der Degustation. Links: Die grossen Käseräder werden allesamt von Hand eingerieben. 8-10 Wochen liegt der Holzmichlkäse im Lager.
und anschliessend abgefüllt und gepresst werden. Und schon sieht das Ganze wie ein Käserad aus, schmeckt allerdings noch nicht sonderlich nach Käse. Nachdem man die Räder für 24 Stunden ins Salzbad gelegt hat, kommen sie ins Lager. Dort werden sie am Anfang jeden zweiten Tag, später einmal in der Woche, mit Salzwasser eingerieben. Bei den kleineren Rädern erledigt das eine Maschine, bei den grossen mit rund 30 Kilogramm Gewicht wird es von Hand ge-
macht. Das hat Vorteile, hebt Erich Reichmuth hervor, «so erspart man sich den Gang ins Fitnessstudio». Insgesamt liegt der Holzmichlkäse für acht bis zehn Wochen im Lager. Bei jeder Charge wird der Käse probiert, um sicherzustellen, dass er auch schmeckt, wie er schmecken soll. An diesem Tag machen das Erich Reichmuth und Felix Immoos gemeinsam. Mit einem Werkzeug, das an einen Korkenzieher erinnert, holen sie sich eine Probe aus dem Käserad. «Der
muss noch zwei Wochen liegen bleiben», bemerkt Reichmuth und begibt sich zu einem 10-wöchigen Käse. Dieser ist im Aroma schon wesentlich weiter als das jüngere Stück. Das Erfolgsrezept hinter dem Holzmichlkäse hat Reichmuth schnell erklärt: «Er ist ein cremiger, milder, doch würzigaromatischer Käse, der nicht zu hart ist. Ein Käse für jeden Geschmack.» Dem stimmt auch Felix Immoos zu und probiert gleich noch ein Stück, bevor er seinen Heimweg antritt. MM
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98 | MM16, 13.4.2015 | LEBEN
Beim Training des Zürcher Vereins Respect! lernen Knaben, Aggressionen ab- und Selbstbewusstsein aufzubauen.
Reportage
Buben boxen sich durch
Der Nimbus des starken Geschlechts hat in der heutigen Gesellschaft viele Risse bekommen. Darunter leiden bereits Buben – mit dem Resultat, dass sie gewaltbereiter werden. Zu Besuch in einem Selbstbehauptungskurs für Jungs. Text: Thomas Vogel
Bilder: René Ruis
LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 99
M
änner sind das starke Geschlecht, sie sind die Täter – so weit das Klischee. Doch Knaben können ebenso sehr unter Gewalt leiden. Sie lernen in unserer Gesellschaft aber nicht, wie sie sich dagegen wehren können, ohne selbst gewalttätig zu werden. Im Zuge der Gleichstellung wurden zwar die Mädchen gefördert, die Jungs hingegen blieben mit ihren Bedürfnissen auf der Strecke. Während Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für Mädchen gang und gäbe sind, steckt Bubenförderung in den Kinderschuhen. Ein Manko, das die Macher von Respect! beseitigen wollen. «Jungs sind zwar oft laut und verletzen Grenzen. Aber sie werden auch Opfer von Grenzverletzungen und Gewalt», sagt Urban Brühwiler (50). Der Erwachsenenbildner und soziokulturelle Animator hat in Rüti ZH vor zwölf Jahren den Verein Respect! mitgegründet und bietet seither Selbstbehauptungskurse für Buben und junge Männer an. Ziel: Buben in ihrer Entwicklung und Männlichkeit zu fördern sowie jungenspezifische Wünsche zu unterstützen. Buben begehen häufiger Suizid
Knaben gelten heute als weniger belastbar als Mädchen. Zwei Drittel der Klienten von Jugendpsychologen und Erziehungsberatern sind männlich. Sie sind bis zum elften Lebensjahr nicht nur gesundheitlich anfälliger, sondern begehen auch häufiger Selbstmord als Mädchen – 2012 setzten in der Schweiz 33 Knaben und 3 Mädchen ihrem Leben ein Ende. Ein Jahr zuvor waren es 24 Knaben und 4 Mädchen. «Die Wahrscheinlichkeit, dass männliche Jugendliche eine Form der Störung des Sozialverhaltens entwickeln, ist zwei- bis viermal höher als bei weiblichen Jugendlichen», erklärt Cornelia Bessler, Chefärztin der Kinder-
100 | MM16, 13.4.2015 | LEBEN
1
3
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1 Justin wirft den Boxhandschuh – ein Symbol für den konstruk tiven Umgang mit Aggression. 2 Paul (links) und Silvan üben unterschiedliche Arten, Angst aus zudrücken. Zum Beispiel, indem sie Nähe zum anderen suchen. 3 Knaben raufen gern miteinander und messen ihre Kräfte. Das ist gut, solange es fair und repektvoll geschieht – wie hier bei Miguel (rotes Oberteil) und Justin.
LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 101
Ratgeber
Die fünf Pfeiler der Selbstbehauptung 1. Augen auf: Erkenne früh unangenehme oder gefährliche Situationen.
Einer der fünf Traingspfeiler: Trainer Bruno Manser zeigt den Buben, wie sie stopp sagen und Grenzen setzen können. und Jugendforensik an der Zürcher Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Frustpotenzial und angestaute Wut In den Respect!-Kursen sind hauptsächlich Jungs, welche die Opferseite kennen. Das Frustpotenzial ist bei diesen Buben gross. Und auch die Gefahr, dass sich Aggressionen ansammeln und die angestaute Wut irgendeinmal explosiv ausbricht. Doch Buben, die sich mit gesundem Bewusstsein selbstbehaupten können, werden nicht oder viel weniger aggressiv. Einer der Jungs, der häufig ausgegrenzt wird und gut weiss, wie es sich anfühlt, wenn man unter verbaler Gewalt leidet, ist Severin. Der Zehnjährige schwärmt für klassische Musik, spielt Handball und besucht einen Respect!-Kurs in Meilen ZH, «weil ich mit Kindern zusammen sein will, die mich respektieren, wie ich bin.» Severin tritt sehr selbstbewusst auf, spricht viel, hat wenig Scheu und drückt sich sehr gewählt aus. Dazu Andreas Hartmann, Trainer bei Respect!: «Severin steht hier im Kurs eher im Mittelpunkt, und er spricht sehr erwachsen.» Darin liegt auch eines seiner Hauptprobleme. Er hebt sich von der grossen Masse ab. Sei es in seiner Ausdrucksweise, weil er Geige spielt statt E-Gitarre, ein sehr guter Schüler ist und sich, wie er selber sagt, weder für berühmte Filmhelden noch für angesagte Sänger interessiere. Das alles trägt dazu bei, dass sich andere Kinder über ihn lustig
machen, ihn als Streber titulieren und es ihnen Spass macht, Severin zum Weinen zu bringen. «Ich weine sehr schnell», erzählt er. Für ihn sei das zwar okay, aber andere Kinder nützten das aus. Deshalb hat er auch sehr wenige Freunde oder, wie er sagt: «Es gibt noch ein paar Kinder, die mich in Ruhe lassen.» Der zehnjährige Schüler ist offensichtlich Opfer von psychischer Gewalt. Davon bekommt er zwar keine blauen Flecken. Aber auch das Ignorieren von anderen Personen, das Streuen von Gerüchten oder der Ausschluss von Personen aus einer Gruppe sind eine indirekte Form von Aggression.
klässler besucht den Kurs, «weil ich lernen muss, Grenzen zu verteidigen, wenn jemand auf mich zukommt – sagen meine Eltern.» Er freute sich zwar auf den Kurs, war aber derart nervös, dass es für ihn bereits wieder Stress bedeutete. Er hat Probleme mit anderen Kindern, getraut sich nicht, mitzumachen. «Mich lachen alle aus, weil ich schlecht Fussball spiele», erzählt er, ohne dabei sein Gegenüber anzusehen. Dabei nestelt er nervös an seiner Zahnspange herum und gibt zu: «Fussball interessiert mich eigentlich nicht, ich gehe viel lieber bowlen.»
Grenzen markieren
Silvan ist scheu und interessiert sich nicht für die gleichen Dinge wie die meisten aus seiner Klasse. Dennoch versucht er alles, um ebenso cool zu wirken wie andere, und manövriert sich genau dadurch ins Abseits. «Ich höre coole Songs, eben solche Lieder, die auch andere cool finden.» Oder er fällt durch sein Verhalten aus dem Rahmen – in der Hoffnung, cool zu sein. In Gruppenspielen steht er abseits, schleicht gedruckst herum oder klettert plötzlich auf die Sprossenwand, wo er dann sitzt und nicht so recht weiss, was er jetzt machen soll. «Es gefällt mir, dass Silvan zwischendurch etwas Eigenes macht», sagt Andreas Hartmann. Er sei nicht überangepasst, wisse, was er benötige. «Manchmal sollte er aber mehr mit dabei sein, sonst besteht die Gefahr, dass er sich mit seinem Abseitsstehen ausgrenzt.» Silvan ist
Severins Ziel: «Ich will lernen, Grenzen zu setzen, stopp zu sagen.» Das ist gleichzeitig eines der Hauptanliegen der Respect!-Macher. «Wie bemerke ich, wo der eigene, aber vor allem auch, wo der Gartenzaun der anderen ist», erklärt Selbstbehauptungstrainer Andreas Hartmann. Babys haben diese Grenzen von Geburt an. Aber die Gesellschaft trainiere sie weg. «Ein Teil unserer Arbeit ist das Wiederherstellen dieser persönlichen Grenze.» In der zugehörigen Übung geht ein Respect!-Trainer langsam auf einen Jungen zu. Dieser muss laut stopp! rufen, sobald der Trainer die Grenze überschreitet. Eine Übung, die Severin zumindest hier im Kurs keine Probleme bereitet. Ganz anders Silvan. Kaum hörbar flüstert der Neunjährige anfänglich das Stoppsignal. Auch der Dritt-
So cool wie die anderen
2. Entscheide: Willst du der Situation aus dem Weg gehen oder dich ihr stellen? Ersteres ist oftmals schlauer, doch in gewissen Fällen ist es wichtig, sich der Situation zu stellen und sie zu klären. 3. Grenzen: Zeige deine Grenzen mit Worten und Körperhaltung. Sag klar und deutlich, was Sache ist. Ruf notfalls um Hilfe. 4. Wehr dich: Wenn es keinen anderen Weg gibt, heisst es: Wehr dich! Stell deine Stacheln auf, kämpfe mit all deiner Kraft und überrasche damit deine Gegner. 5. Hilfe: Getrau dich und hol Hilfe. Erzähl einer Vertrauensperson, was du erlebt hast. Das entlastet dich und bringt Ideen, wie es weitergehen kann.
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Anregende Gesprächsrunde: Buben und die Trainer Manser und Brühwiler tauschen persönliche Angstgeschichten aus. eher ein bisschen der Typ kleiner Prinz. Wenn es nicht nach seinem Kopf läuft, stösst er an seine Grenzen und weiss nicht mehr weiter. So sitzt er nach einer Kampfübung, bei der sich alle gegen alle von einer grossen Turnmatte schubsen mussten, weinend in einer Ecke, dreht den anderen den Rücken zu und verweigert sich dem weiteren Spiel mit der Begründung, er verliere ja sowieso wieder. Sich gewaltfrei Ansehen verschaffen Störungen des Sozialverhaltens haben in den letzten Jahren in ganz Europa massiv zugenommen. 16 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen zeigen Symptome für Störungen des Sozialverhaltens. Dies zeigt sich nicht nur in offener, direkter Form wie beispielsweise in Wutausbrüchen, Beschimpfungen, physischem Einschüchtern oder Zerstören von fremdem Eigentum. Aggressionen können auch verdeckt ausgeübt werden, beispielsweise in Form von Stehlen oder Lügen. Zum gestörten Sozialverhalten treten oft auch Angsterkrankungen, depressive Störungen, Essstörungen und das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) auf. Dass sich die Buben mit ihren alltäglichen Ängsten konfrontieren können, dafür sorgten die Respect!Macher in diesem zweitägigen Selbstbehauptungskurs. «Selbstbewusste Knaben werden weniger aggressiv und gewalttätig, da sie sich nicht mit der Faust Ansehen verschaffen müssen», betont Hartmann. «Wenn wir das erreichen und Severin den anderen zeigt, dass man auch cool sein kann, wenn man klassische Musik hört, haben wir erfolgreich gearbeitet.» Silvan hat tatsächlich am Ende des Kurses glaubhaft stopp! markiert. Ziel erreicht – auch für die Eltern, die vor Überraschung lachen mussten. Ein erster Schritt ist gemacht: Severin ist einer der Jungs, die gelernt haben, wie man sich gewaltfrei durchsetzen kann. Und auch, dass Männlichkeit nichts mit Aggressivität zu tun hat, sondern mit Selbstvertrauen. MM www.respect-selbstbehauptung.ch Das Buch zum Thema: «Zwischen Teddybär und Supermann» von Lu Decurtins, Ernst Reinhard Verlag 2012, bei Ex Libris für Fr. 20.40
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LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 103
Mamma mia!
I
Die Tochter der Mutter
Andreas Hartmann (47) ist Trainer
bei Respect! Experteninterview
«Lasst Jungs raufen» Andreas Hartmann, was unterscheiden Respect!-Kurse von Selbstverteidigungskursen für Mädchen? Mädchenkurse sind eher auf Not fälle ausgerichtet – darauf, sich Gewalt zu entziehen. Unsere Kurse genau auf das Gegenteil, nämlich Notfälle wie Schlägereien oder Ge walt zu verhindern. Dazu benötigen die Jungs Mut. Das vermitteln wir. Ist es nicht gefährlich, Mut zu fördern? Nein, denn Mut bedeutet Selbst vertrauen. Mut ist bei vielen Män nern und auch bereits bei Jungen an gefährliches Verhalten gekoppelt. Das hat aber nichts mit Mut zu tun, sondern mehr mit Leichtsinn. Mut braucht hingegen, wer einer Schlägerei bewusst aus dem Weg geht und den Vorwurf des Angsthasen an sich abprallen lassen kann. Wer Angst zeigt, hat in unserer Gesellschaft aber bereits verloren. Falsch: Angst ist etwas Gutes, näm lich die richtige Reaktion unseres Körpers in bedrohlichen Situationen. Wer Angst hat und diese auch zulässt, lebt besser und länger. Ist Aggressivität eine Sache der Nationalität? Wir können keine Unterschiede im Verhalten der Kinder feststellen – egal, woher sie kommen. Sehen Sie ein Problem darin, dass Lehrerinnen Jungs nicht verstehen? Ja, einige Lehrerinnen überbewer ten impulsive Kontaktaufnahme von Jungs als Gewalt. Buben klopfen sich auf die Schultern oder die Arme, schubsen sich herum, puffen sich in die Seite oder raufen miteinander. Frauen interpretieren das teilweise falsch, stoppen oder verbieten es und unterdrücken so das ganz normale soziale Verhalten.
Ich bin neulich ums Haar vor Schreck vom Velo gefallen. Das kam so: Während ich die Strasse entlangstram pelte, entdeckte ich aus dem Augenwinkel meine Mutter. Ich woll te sie schon begrüssen, da dämmerte es mir: Dieser Mensch, der ungelenk auf dem Velo hing, war ich. Ich hatte mich in einer Scheibe gespiegelt. Das muss man erst mal verkraften.
Meine Mama hat dunkle Haare, ich helle, sie hat braune Augen, ich grüne, ihre Nase ist römisch, meine knollig. Wir könnten nicht unterschiedlicher sein. Dennoch: Je älter ich werde, desto ähnlicher werde ich ihr. Neulich spielte Herr Leinenbach während eines Ehedisputs diese Karte aus. «Jetzt guckst du genau wie deine Mutter.» – Schluck. Worüber hatten wir uns gestritten? Es ist normal, dass sich die Jungen von den Alten abgrenzen. Neulich sass Ida auf meinem Schoss und griff nach einer meiner Locken. Sie zog, dann liess sie die Spirale fahren und schüttelte sich: «Bin ich froh, dass ich nicht Wuschel haare wie du habe.» Noch Fragen?
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Neues Medizinprodukt lässt Pfunde purzeln Heute über Marina Stegemayer, Physiotherapeutin
S
42 Kilo abgenommen ohne Hungern!
eit ich mich erinnern kann hatte ich immer Gewichtsprobleme. Ich machte schon unzählige Abnehm- und Diätversuche, hatte aber nie anhaltenden Erfolg. Innert kurzer Zeit hatte ich wieder mein altes Übergewicht und war wieder sehr unglücklich. Keine Diäten oder Gymnastik hat mir geholfen: Ich machte Aerobics, Pilates, Wasser- Gymnastik und, und ..... Ich habe alle Diäten ausprobiert, aber alles half nichts. Dann sah ich eine Anzeige in einer Zeitschrift über MEDOSLIM. Es stand, der Hauptbestandteil des Produktes ist Feigenkaktus ein natürliches Naturprodukt. Es soll helfen das Bauchfett zu verlieren, die zu prallen Hüften abzunehmen und fette Oberschenkel schlank zu formen. Und das ohne Hungerkur und ohne jo-jo-Effekt. Ich war ein wenig skeptisch, aber ich bestellte trotzdem eine Intensiv-Kur mit Rückgaberecht. So hatte ich ja nichts zu verlieren, ausser meinem Übergewicht. Ich nahm die Tabletten wie angegeben immer
vor den Mahlzeiten. Da ich echten Erfog wollte, habe ich mich dazu ausgewogen ernährt und etwas mehr bewegt. Nach ein paar Tagen wollte ich es wissen. Ich wog tatsächlich schon 2 Kilo weniger und der Trend hielt weiter an. Ich verlor täglich an Gewicht und mein Aussehen veränderte sich so, dass mich Leute auf meine tolle Figur ansprachen.
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Und ich versichere Ihnen, nach ein paar Wochen war das Resultat spektakulär. Meine Arbeitskollegen in der Physiotherapie konnten jeden Tag sehen wie ich an Gewicht verlor, sie konnten es kaum glauben, wie ich Kilo um Kilo abnahm. Und mein Mann ist jetzt auch wieder sehr stolz auf meine Figur und wir gehen wieder öfters aus, – genau wie nach unserer Heirat. Was soll ich dazu noch sagen, schlussendlich habe ich es geschafft, mit MEDOSLIM habe ich sage und schreibe 42 Kilo abgenommen. Ich fühle mich jetzt wieder fantastisch und sehr, sehr glücklich mit meinem neuen Aussehen!
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LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 105
Damit die Augen während der Narkose nicht eintrocknen, verabreichen die Tierärztinnen Jessica Gull (links) und Karin Federer dem Tiger eine Augensalbe.
Zootierärztin
Eigensinnige auf Reisen Tiger sind manchmal ganz schön eigensinnig. Und in vielen Belangen verhalten sie sich
ähnlich wie Hauskatzen – Transportkisten sind nicht ihr Ding. Text: Karin Federer
Bilder: Walter Zoo
S
Karin Federer (29) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.
eit Jahren gehören unsere vier Sibirischen Tiger zu unseren grossen Attraktionen. Tierpfleger Remo Müller hat über all die Jahre eine sehr enge Beziehung zu den Tigern aufgebaut. So eng, dass er als einziger Pfleger die tägli chen Beschäftigungsprogramme gemeinsam mit ihnen in der Arena durchführen kann. Heute ist der Tag gekommen, an dem sich Remo einen Traum erfüllt: Er macht sich in Deutschland selbständig – zusammen mit seinen Tigern. Eine grosse Reise steht an. Der Umzug von Grosskatzen muss akri bisch geplant werden, denn der Transport von Wildtieren ist gesetzlich streng geregelt. Und so ein ausgewachsener 200 Kilogramm schwe rer Tiger lässt sich nicht so einfach in einen Katzenkorb stecken. Remo hat die vier Tiger während Wochen an die grossen, stabilen Transportkisten gewöhnt. Doch jetzt, da der grosse Tag gekommen ist, zeigen sie wieder einmal ihren Dickkopf. Nur Vitali nimmt bereitwillig in der Kiste Platz. Die anderen drei haben keine Lust, und mir bleibt nichts ande res übrig, als sie kurz mit dem Blasrohr zu be täuben. Das bedeutet am Ende weniger Stress
für Mensch und Tier. Gemeinsam tragen wir die Tiger in ihre Transportboxen und lassen sie dort aufwachen. Sind sie an die Box ge wöhnt, gibt sie ihnen Sicherheit während der Reise. Die Boxen werden auf zwei Fahrzeuge geladen, und dann heisst es Abschied nehmen. Nur noch rund 350 Tiger in freier Wildbahn
Unsere weitläufige Tigeranlage bleibt zum Glück nicht leer. Alle wissenschaftlich geführ ten Zoos Europas tauschen gegenseitig Tiere aus, um so die Zucht und die genetische Vielfalt aufrechtzuerhalten. Denn die grösste Grosskatzenart der Welt ist in ihrem natür lichen Lebensraum stark bedroht. Der Wild bestand beläuft sich heute auf zirka 350 Tiere, und die Zucht in zoologischen Gärten ist essenziell für den Fortbestand. Und so ist am selben Morgen bereits eine junge Tigerdame namens Nikkie aus Frankreich bei uns ein getroffen. Dass sie im Moment noch allein ist, stört sie nicht. Denn Tiger sind von Natur aus eher Einzelgänger. Doch im Frühjahr erhält sie Gesellschaft von einem Tigerkater aus Schottland. Und dann hoffen wir auf baldigen Tigernachwuchs. MM
Tipps
Wenn Haustiere reisen 1. Für Reisen in die EU müssen Hunde und Katzen mittels Mikrochip gekenn zeichnet sein und einen gültigen Heimtierausweis besitzen. Zudem ist bei allen Auslandreisen eine Tollwutimpfung obligatorisch. 2. Das Bundesamt für Lebensmittel sicherheit und Ve terinärwesen (BLV) bietet auf der Site Blv.admin.ch wertvolle Hinweise zu Reisen mit Hund und Katze. 3. In jedem Fall sind die aktuellsten gesetzlichen Vor schriften zur Einrei se von Haustieren in die einzelnen Länder einzuholen.
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Regelmässiges Dehnen erhöht die Beweglichkeit, hilft aber nicht gegen Muskelkater.
Gesundheit
Dehnen – aber richtig Die einen tun es vor dem Sport, die anderen nach dem Sport, die dritten gar nicht – Dehnen oder neudeutsch Stretching. Alle paar Jahre kommen neue Theorien in den Umlauf. Doch was gilt, und was funktioniert in der Praxis? Text: Stefan Abt
Dehnen gegen Muskelkater? Lange Zeit wurde behauptet, dass Dehnen gegen Muskelkater hilft. Heutiger Stand des Wissens ist, dass Dehnen Muskelkater nicht beein flussen kann: Er kann dadurch weder verringert noch verhindert werden. Dafür ist heute unbestritten, dass Dehnen die Beweglichkeit verbessern kann. Stefan Abt, dipl.
Bild: Getty Images
Physiotherapeut FH/OMT, CoLeiter Therapien, Medbase Zürich
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Dehnen vor dem Sport? Unklar ist nach wie vor, ob Dehnen vor dem Sport die Verletzungsrate mindert. In der wissenschaftlichen Literatur herrscht in diesem Punkt Uneinigkeit. Was bedeutet das für die Praxis? Dehnen vor dem Sport macht nur bei Sportarten Sinn, die eine grosse Be weglichkeit erfordern, wie dies beim
Ballett, Kunstturnen oder beim Schwimmen (im Schulterbereich) der Fall ist. Bei den übrigen Sportarten bringt für die Verletzungsprophylaxe ein Aufwärmen viel mehr.
Dehnen und Beweglichkeit Will man seine Beweglichkeit in einem bestimmten Körperbereich verbes sern, hilft Dehnen. Durch Streching lässt sich die Flexibilität jedoch nur für relativ kurze Zeit verbessern. Um nachhaltig eine Verbesserung zu erreichen, ist die Häufigkeit des Dehnens der wichtigste Faktor. Nur wenn das Bindegewebe und die Mus kulatur sehr häufig oder sogar täglich gedehnt werden, wird die Beweglich keit besser. Ein bis zwei Mal wöchent liches Dehnen vermindert das Ge fühl der Muskelsteifigkeit und wird als angenehmes Gefühl im gedehnten
Bereich beschrieben, verbessert aber die Beweglichkeit nicht nachhaltig. Regelmässiges statisches Dehnen, das heisst, länger in einer Dehnposition zu bleiben (meist wird 30 Sekunden empfohlen), ist ein gutes Mittel, um beweglicher zu werden. Noch effek tiver – das zeigen neuere wissenschaft liche Untersuchungen – scheint das aktive Dehnen zu sein. Bei dieser Form wird durch die Aktivität der gegen spielenden Muskeln (Antagonisten) der gewünschte Bereich unter Deh nung gebracht. Dazu ein praktisches Beispiel: Will man die Brustmus kulatur dehnen, bewegt man die Arme seitlich nach hinten. Durch Akti vierung der hinteren Schultermuskeln dehnt sich der vordere Bereich. Da wir alle im Alter steifer und unbeweglicher werden, ist es für Sportler wie Nichtsportler sinnvoll, beweglich zu bleiben. MM
108 | MM16, 13.4.2015 | LEBEN
Kinder
Blume mit Turban Frühlingszeit ist auch Tulpenzeit. Die Blumen stammen aber nicht etwa aus Holland, sondern aus der Türkei. Dort nennt man sie Turbanpflanzen. Übrigens kann man sie auch essen.
Die blühenden Teile der Tulpe heissen Perigon oder Tepalum. Im Innern sieht man Stempel und Staubgefässe.
Text: Patricia Brambilla Illustration: bunterhund.ch
Die Blumenkrone ist
essbar und schmeckt
Tulpen wachsen auch in der Vase weiter. Deshalb ist es wichtig, nur wenig Wasser einzufüllen. Dafür täglich ein wenig nachschenken.
süsslich. Am besten in einem Salat. Vorher müssen allerdings Stempel und Staubge fässe entfernt werden.
Die Zwiebel überwintert im Boden. Im Frühling treibt sie schnell aus und blüht zwischen Ende März und Anfang Juni.
Häufig hält man die Tulpe für eine Hollän derin, doch das ist falsch. Die Zierpflanze ist
nämlich eine Perserin. Ihr Name kommt vom türkischen «tülbend». Übersetzt heisst das Tur banpflanze. Die türkischen Sultane liessen sie bereits vor über 500 Jahren in ihren Gärten züchten. Ein Pflanzenforscher brachte die Tulpe etwa 100 Jahre später nach Europa. Besonders die Holländer liebten die farbige Blume. Im Jahr
1637 erreichte die Tulpenmanie ihren Höhe punkt. Damals kostete eine Zwiebel der farbigen Blume so viel wie zwei Häuser! Heute gibt es mehr als 5000 Tulpenarten. Sie blühen in jeder Farbe – von Gelb über Blau bis Schwarz. Auch bei den Blütenhüllblättern gibt es viele Variationen: glatt, gewellt oder gar ausgefranst. Alles ist möglich. Besonders spe ziell sind die RembrandtTulpen. Sie haben ein
mehrfarbiges Streifen, Flecken oder Feder muster auf ihren Blättern. Weil sie wie gemalt aussehen, hat man sie nach dem grossen holländischen Maler Rembrandt van Rijn (1606 bis 1669) benannt. Die ersten dieser RembrandtTulpen entstanden übrigens, weil Blattläuse über die Blüten krabbelten. Sie übertrugen Viren, und diese veränderten die Farbe der Blätter. MM
LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 109
Luana (9)
einem Rind 10 Kilo Futter gibt, kann man daraus nur 1 Kilo Rindfleisch gewinnen. Insekten hingegen brauchen nur 2 Kilo Futter, um 1 Kilo «Insekten-Fleisch» zu ergeben. Dank Insekten als Tierfutter könnte man wertvolle Nahrung einsparen.
Forscher untersuchen derzeit, wie er uns in Zukunft dienen könnte. Auf der Welt gibt es immer mehr Menschen, und die benötigen immer mehr zu essen. Sie bräuchten dringend Getreide. In reichen Ländern verfüttern wir dieses aber an Nutztiere. Doch wenn man
Gewöhn dich besser schon mal an den Gedanken, dass Fliegenlarven, Termiten und Käfer auch auf unsere Teller gelangen werden. Zuerst wird uns Insektenfood indirekt erreichen. Er wird eines Tages unserem
Rätse lspas s DA PASST DOCH WAS NICHT! Kreise in jedem Kästchen an, was nicht dazupasst.
Schlachtvieh verfüttert und so quasi auf Umwegen ins Schnitzel gelangen. Später wird er auch direkt verwertet werden: Das Mehl aus Larven könnte man Chips und Backwaren beimischen. Übrigens wird schon heute Süsses mit Insektenzeugs verfeinert: Zum Beispiel verwendet man Schellack, eine harzige Substanz der Lackschildlaus. Sie wird als E 904 gekennzeichnet und ist der glänzige, süsse Lack rund um die Jelly-Dinger und Harry-Potter-Bohnen, die Kinder so gern schlecken. MM
Gabriela Bonin (47) beantwortet
die Fragen ihrer Töchter (14, 9, 7).
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LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 111
Ihre Frage? E-Mail genügt!
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Intelligente Gegenstände: Vision oder Horror?
Ratgeber
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PC zu iPhone «Kann ich Fotos von meinem Computer aufs iPhone verschieben?» Franco Chiovelli
Das digitale Heizsystem Tado und die Glühbirne Playbulb lassen sich von unterwegs fernsteuern.
Digital
Heizen mit dem Handy Der moderne Haushalt lässt sich vom Büro oder Zug aus steuern. Ohne viel Fachwissen oder grosse Investitionen bedienen Sie etwa Heizung oder Beleuchtung mit dem Telefon. Text: Reto Vogt
V
iele Menschen kennen folgende Situation: Die Heizung ist voll auf gedreht, und das Licht brennt. Doch in dem Moment, da einem das bewusst wird, ist man schon auf dem Weg in die Ferien. Panik? Ach was! Der moderne Mensch zückt sein Smartphone und löst das Problem aus der Ferne. Das ist keine Utopie, sondern Realität. Für weniger als 300 Fran ken lassen sich viele Haushalte mit moderner Technik ausrüsten, die genau das erlaubt. Für die Installation entsprechender Geräte ist meistens kein spezifisches Fachwissen nötig. So lässt sich die Glühbirne Mipow Play bulb in jede handelsübliche Lampe schrauben und nach wie vor mit dem Lichtschalter an und ausknipsen. Wer die gleichnamige App auf sein AndroidTelefon oder iPhone lädt, kann das Licht bei eingeschal teter BluetoothVerbindung mit dem Handy dimmen. Zusätzlich
besteht die Möglichkeit, darauf ge speicherte Musik über die integrier ten Lautsprecher abzuspielen. Auf Wunsch lässt sich beides automa tisch ein und ausschalten und die Glühbirne zum Beispiel als Wecker nutzen. Im Test funktionierte die 70 Franken teure Playbulb wie versprochen. Wir hätten uns einzig gewünscht, sie ausserhalb der Blue toothReichweite zum Beispiel via WLan bedienen zu können. Dies ermöglicht das moderne Heizsystem Tado Smart Thermostat per Internetzugriff von überall auf der Welt. Zudem merkt das Gerät dank GPSStandort der verbunde nen Handys, wann die letzte Person das Haus verlässt – und senkt auto matisch die Temperatur. Im umge kehrten Fall wärmt Tado die Woh nung selbständig auf, sobald sich jemand seinem zu Hause nähert. Wer sich nicht darauf verlassen will, kontrolliert die Wärme via Smartphone oder vor Ort. Weil das Heizsystem einen bestehenden
Thermostat im Haus ersetzt, lässt sich die Temperatur auch am bierdeckelgrossen Terminal regeln. Vorbildliche und simple Installation Tado kostet 200 Franken und ist mit
zahlreichen Heizsystemen kompa tibel. In Gebäuden mit Zentralhei zung, wie bei vielen Schweizer Miet wohnungen üblich, kann es leider nicht eingesetzt werden. Schade! Im Test führte der Assistent in wenigen Schritten durch die Instal lation, allerdings nur in Englisch. Wer mit Tado nicht zurechtkommt, kann per Mausklick Hilfe anfordern und wird vom deutschsprachigen Kundendienst kontaktiert. Im Test dauerte es bis zur Rückmeldung we niger als neun Stunden – vorbildlich. Vor den Ferien brennt dank der intelligenten Glühbirne sicher kein Licht mehr. Und die vergessene Hei zung lässt sich noch vor dem Abflug via Handy einfach ausschalten. MM Mipow Playbulb und Tado Smart Thermostat sind bei www.galaxus.ch erhältlich.
Erstellen Sie auf dem PC einen Ordner und kopieren Sie die ge wünschten Fotos dort hin. Sie können ein zelne Bilder, aber auch eine komplette Struktur mit Unterordnern ver schieben. Verbinden Sie jetzt das iPhone per Kabel mit Ihrem PC und starten Sie iTunes. Klicken Sie Ihr Gerät an und navigieren zum Reiter «Fotos». Setzen Sie das Häkchen bei «Fotos synchronisie ren» und wählen Sie unter «Fotos kopieren von» den zuvor erstell ten Ordner aus. Bestä tigen Sie den Start der Synchronisation unten rechts per «Anwenden». Um die Fotos wieder vom iPhone zu löschen, öffnen Sie wie zuvor beschrieben den Reiter «Fotos» in iTunes und entfernen Sie die Markierung bei «Fotos synchronisieren». Ein Klick auf «Fotos entfernen» löscht die Bilder vom Telefon, nachdem Sie den Befehl per «Anwenden» be stätigt haben.
Reto Vogt (30),
Onlineredaktor Migros-Magazin @revogt
LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 113
So i(s)st die Jugend
W
Kalorienbomben lassen sich entschärfen. Doch auch alternative Süssstoffe haben ihre Tücken.
Ernährung
Entsüssen Sie Ihr Leben! Süsses gilt zu Recht als Kalorienbombe. Deshalb wird fleissig nach Alternativen gesucht. Doch auch hier gilt es, Pro und Kontra abzuwägen. Text: David Fäh
R
Bild: Tara Moore/Getty Images
Hier schreiben die Vivai-Experten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh. In Zusammenarbeit mit
Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.
und 130 Liter zuckerhaltige Ge tränke fliessen pro Jahr die Kehlen jedes Einwohners der Schweiz hinunter. Auch sonst sind wir ein süsses Völkchen: Der jährliche Pro-KopfVerbrauch von Zucker liegt seit Jahren bei hohen 45 Kilo. Vor allem bei Bewegungs muffeln kann zu viel Zucker zum Problem werden, denn er kann zu Übergewicht und schlechten Blutfettwerten führen. Wohl auch deshalb gibt es zahlreiche süsse Alternativen. Die Frage ist nur: Was taugen sie? Und das sind die Alternativen: • Viele Lightprodukte enthalten künstliche Süssstoffe wie Aspartam und Zyklamat. Diese enthalten keine Kalorien und sind eine gute Alternative zu zuckergesüssten Geträn ken und Esswaren. Dass Süssstoffe hungrig und dick machen oder Krebs verursachen, konnte wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Und doch: Süsse Lightgetränke verhindern, dass wir uns von der Süsse «entwöhnen». Sie können aber helfen, wenn einen die Lust nach einem Dessert oder etwas zum Naschen packt.
• Im Gegensatz zu Süssstoffen enthalten Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Sor bit Kalorien. Hier hilft ein Blick auf die Angaben des Herstellers zum Energiegehalt des Produkts. Zudem können sie Blähungen und Durchfall verursachen. •Vermeintlich Gesundes wie Honig, Rohr zucker und Melasse, aber auch Birnen dicksaft und Ahornsirup, besteht fast ausschliesslich aus Frucht- oder Traubenzucker und bietet keine kalorischen Vorteile. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Zucker enthalten sie zwar Vitamine und Mineralstoffe. Diese müssen aber mit einer sehr grossen Energieeinnahme «erkauft» werden. • Die einzig uneingeschränkt sinnvolle Alternative zu Zucker ist, generell weniger zu süssen. Entsüssen Sie Ihr Leben, indem Sie beispielsweise bei Rezepten die Zuckermenge reduzieren, Ihr Joghurt selber mit Naturejoghurt und frischen Früchten zubereiten und eher auf dunkle als auf helle oder weisse Schoggi setzen. Löschen Sie Ihren Durst auch lieber kalorienfrei und ohne Süsse. MM
Mixer statt Saftbar
Wie frisches Gras im Frühling spriessen im Moment neue Takeaways und Saft bars aus dem Boden. Sie üben eine schier magische Anziehungs kraft auf junge, urbane Menschen aus. Schon allein der Anblick, wenn der Smoothie vor der Kundin frisch gemixt wird, erweckt den Gedanken: Das kann nur gesund sein. Und natürlich ist es ein Energiekick für meinen Schüleralltag. Doch als Gymnasiastin lässt mein Budget solche Genüsse nur selten zu. Die Alternative: Ran an den Mixer! Frische Früchte und Gemüse sind nicht teuer, zer kleinert sind sie im Nu. Bis vor Kurzem haben mich meine Mitschüle rinnen bedauert, wenn ich mir meinen vita minreichen Energie spender gönnte, nun scheinen sie angesteckt zu sein – und greifen auch zum Smoothie als Zwischenverpflegung. Rezepte und Tipps für die schmackhaftesten Kombinationen wer den inzwischen in der Pause feilgeboten. Eine Konkurrenz für den Pausenkiosk mit frischen Backwaren? Eher nicht. Schliesslich hat unser Gymnasium auch männliche Schüler …
Flavia von Gunten (17),
Gymnasiastin aus Steffisburg BE.
114 | MM16, 13.4.2015 | LEBEN
Auto
Gegen die Langeweile Mit dem mutig gestylten C4 Cactus traut sich Citroën in die sonst biedere Kompaktklasse. Ob dessen Alltagsqualitäten stimmen, testet Familie Haarscheidt Truttmann aus Basel. Text: Timothy Pfannkuchen
Bild: Mirko Ries
E
r ist beinahe eine Wiedergeburt des seligen Döschwo: Günstig, geräumig und ein wenig gaga sticht der Citroën C4 Cactus aus der Masse der Golf-Klasse hervor. Bei der Basler Autotestfamilie kommt das Styling mit «Airbumps» als Rempelschutz prima an, selbst wenn der geschulte Blick von Designer und Hochschuldozent André Haarscheidt (48) eine gestalterische Schwäche entdeckt (siehe Kasten). Kaum Kritik gibts bei den Alltagsqualitäten. «Am nostalgischen Sitzstoff bleibt man beim Ausstieg zwar fast kleben», sagt Erna Truttmann (52) verblüfft. Doch sonst gefallen der Kommunikationsfachfrau der luftige Innenraum, der Sitzkomfort und das Platzangebot. «Die grosse Einkaufstour meistert er absolut gut», meint sie, «aber Ferien zu viert ginge eben nur mit Dachbox.» Auf das Wesentliche reduziert «Bis zum dritten Gang ist er spritzig. Danach wirkt er, weil lang übersetzt, etwas zäh», spricht André Haarscheidt den Antrieb an: «Beim Verbrauch liegen wir im Test bei rund fünf Litern.» Ebenfalls gut kommen 4,16 Meter Länge und die Fahrwerksqualitäten weg. «Keine Parklücke scheint zu klein zu sein. Allerdings sollte man der schlechten Sicht nach hinten wegen die Rückfahrkamera ordern. Was mir gut gefällt, ist die satte Strassenlage.» Zumal der Cactus trotzdem französisch komfortabel bleibt. Zum Bumerang wird für den Citroën jedoch die Idee, das Auto durch Weglassen mancher Details leichter und somit sparsamer und zudem günstiger zu machen. «Nur ein Beispiel: Eine geteilt statt einteilig klappbare Lehne im Fond wäre schon von Vorteil», führt Erna Truttmann an. Könnte sich die Familie nach der Testwoche den Kauf vorstellen? «Jein. Zum Erstwagen fehlt es ihm gegenüber unserem Volvo V70 an Platz für Familienferien», fasst André Haarscheidt zusammen. «Aber im Alltag überzeugt er an sich rundum.» MM
90 g/km CO2 Grenzwert 2015: 130 g/km
Der Monitor «Die Reduzierung der Bedienelemente für Navigation, Radio, Multimedia, Klimaanlage und Co. auf nur einen Bildschirm im Tabletstil ist nach kurzer Gewöhnung sehr sinnvoll. Ich hätte mir nur eine höhere Bildschirmauflösung gewünscht, damit er optisch zum Digitaltacho passt.» Erna Truttmann
LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 115
Die Nostalgie «Am Cactus gefällt mir der eigenwillige gestalterische Anspruch seines Äusseren. Nur fehlt innen – wie man auch an der Haptik bemerkt – dieselbe stilistische Konsequenz. Innen ist er nostalgisch, obwohl die Instrumente im Tabletstil eine andere Richtung vorgeben.» André Haarscheidt
Unterwegs in einem Cactus. Von links: Klara Truttmann, André Haarscheidt und ihre Töchter Erna und Marilu haben fürs Migros-Magazin den neuen Citroën C4 Cactus getestet.
Steckbrief
Citroën C4 Cactus 1.6 BlueHDi Antrieb: 1.6-R4-Turbodiesel, 100 PS, 254 Nm/1750/min, 5-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrwerte: 0–100 km/h in 10,6 s, Spitze 184 km/h. Verbrauch: 3,4 l/100 km = 90 g/km CO2-Ausstoss (Normwerte), Energieeffizienz A. Preis: ab 23 150 Franken (Basis-Cactus: 1.2, 75 PS, ab 18 400 Franken).
Der Platz «An sich hat der Cactus hinten genug Platz. Aber sitzt mein Vater mit seinen 1,96 Metern am Steuer, wird es für meine Knie hinten ziemlich eng. Schade, dass es hinten weder Haltegriffe am Dach noch eine Innenleuchte gibt. Ich finde, dass Citroën damit am falschen Ende spart.» Klara Truttmann (15)
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Steckbrief
Suzuki Vitara TD 4 x 4 Antrieb: 1.6-R4-Turbodiesel, 120 PS, 6-Gang-
Das Design «Cool! Der Cactus fällt auf. Ich staune, wie viele ihn erkennen, obwohl sie ihn noch gar nie gesehen haben. Das Panoramadach ist super und lässt den Innenraum grösser erscheinen. Marilu Truttmann (12)
Getriebe, Allradantrieb. Verbrauch: 4,2 l/100 km = 111 g/km CO2-Ausstoss (Normwerte), Energieeffizienz A. Preis: ab 30 990 Franken (Basis: 120-PS-Benziner, 22 990 Franken).
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LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 117
Bitte melde dich
Wer erinnert sich an Tante Hedi?
Wer verbrachte seine Ferien im Kinderheim Wildboden? Gesucht werden: Ferienkinder Kinderheim Wildboden, Frauenkirch GR, Ende 40er- bis Mitte 50er-Jahre. Wer erinnert sich noch an Tante Hedi und Tante Liseli? Wo ist Bärbel aus der Gartenbauschule?
Rolf Scholz, E-Mail: rhscholz@mwinet.net
Gesucht wird: Bärbel Steiner-Hürbin, Gartenbauschule Niederlenz, 1958/59. Leider haben wir dich aus den Augen verloren und würden uns freuen, wenn du dich meldest oder jemand, der deine Adresse kennt. Eva Wagner Bühler, geborene Frank (Panther), E-Mail: evabadi@bluewin.ch
1963–1964: Im Garten von Bouzonville. Von links: Ursula, Beatrice, Eleonora, Heidi, Claire und Cecile.
Französisch-Schülerinnen in Bouzonville Gesucht werden: Beatrice Stadler, Heidi Stoll und Nora Natale. Zusammen haben wir ein Jahr von 1963 bis 1964 in Bouzonville in Frankreich gelebt, gearbeitet und Französisch gelernt. Bitte meldet euch bei Ursula Laubacher-Ruch in Beringen: E-Mail: urlaub48@bluewin.ch, Mobiltelefon: 079 407 60 73
Gesucht werden: Annamarie, Peter und Maja, Dorfstrasse 15, Ennenda GL, 1978. Bei Umbauarbeiten in einem Haus an der Dorfstrasse 15 in Ennenda wurde ein handgeschriebener Brief gefunden, der am 12. 1. 1978 in Lindau geschrieben wurde. Er ist an Annamarie, Peter und Maja gerichtet. Unterschrieben ist der Brief von Mutti und Vati, viele Grüsse an Maja von Oma und Opa.
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LEBEN | MM16, 13.4.2015 | 119
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Maffay zum Finale in Zürich erleben Das wird die Krönung: Das Migros-Magazin verlost 20 Mal zwei Stehplätze für das einzige Schweizer Konzert von Peter Maffay zum Abschluss seiner «Niemals war es besser»-Tournee im Zürcher Hallenstadion.
Wettbewerb
Mitmachen und gewinnen! Das Migros Magazin verlost 20 x 2 Stehplätze im Wert von je 79 Franken für das einzige Schweizer Konzert von Peter Maffay auf seiner «Niemals war es besser»-Tournee am 3. Juni 2015 im Zürcher Hallenstadion. Teilnahme per Telefon:
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Wettbewerbs frage: Wie viele Nummer1 Alben hatte Peter Maffay in Deutschland?
Bild: Urs Müller
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eter Maffays Rock-’n ’Roll-Zug fährt seit mehr als 40 Jahren unter Volldampf. Im Gepäck hat der deutsche Sänger rund 40 Millionen verkaufte Tonträger und 16 Nummer-1-Alben, eine erstklassige Band und noch immer Lust, die Konzertbühnen zu rocken. «Niemals war es besser» heisst die aktuelle Tournee. Nach einem grandiosen Start in Hamburg führt die Reise nun quer durch Deutschland. Rein in die grössten Hallen der Republik, um Abend für
Abend und Stadt für Stadt mit den Fans rund drei Stunden Rock ’n’ Roll zu zelebrieren. Begeistert von den Schweizern
Zum Tourneeabschluss machen Peter Maffay und seine Band am 3. Juni halt im Zürcher Hallenstadion – ihrem einzigen Konzert in der Schweiz. Mit der Eidgenossenschaft verbindet der Musiker viele Erinnerungen und Freundschaften. «Ich freue mich ganz besonders auf meine Schweizer Freunde», sagt Peter
Maffay. «Überhaupt komme ich gerne in die Alpenrepublik. Sei es, um zu rocken oder um zu entspannen. Die Mentalität und der Umgang der Schweizer untereinander begeistern mich immer wieder aufs Neue.» Für Peter Maffay ist der Abschluss einer langen Tournee immer etwas ganz Besonderes. «Da geben wir stets 150 Prozent. Vorher natürlich auch. Aber das allerletzte Konzert setzt der ganzen Tournee immer die Krone auf.» MM
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VORZIMMER
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«Fühlen Sie sich einsam? Die beiden Mittelsätze aus Tschaikowskys Vierter Sinfonie spenden Trost. Probieren Sie’s aus.» Ein Tipp von Elisabeth K., blind
Wir Blinden helfen gerne, wenn wir können. Bitte helfen Sie uns auch. www.szb.ch Spenden: PK 90-1170-7
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Sudoku
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Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Paroli
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E
2 3 4
Auflösung Nr. 15: BARDE
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Gewinner Nr. 14: Thomas Barth, Oftringen AG; Heinz Hemund, Busswil BE; Rosmarie Baumgartner, Biberist SO
AQUAR I EN ERL E I DEN I L LUST ER J ENENSER MEUT ERE I PROSA I S T S E EM E I L E TALSE I TE T I GERHA I V OR E I L I G 1
2
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5
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2014-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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Ressort Shopping & Food: Larisa Matkovic-Kilibarda (Leitung a. i.), Stefan Kummer (Produktionsleiter), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, AnnaKatharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber
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Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis
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Meine Welt
Judith Wyder ist der neue Star in der OL-Szene. Letztes Jahr überraschte die Bernerin mit je drei EM- und WM-Medaillen im Orientierungslauf. Momentan tüftelt sie an einem Rezept – für Energy Balls. Text: Reto E. Wild
Bilder: Beat Schweizer
Foto: Keystone
«Meine Goldmedaillen bewahre ich im Plastiksäckli auf»
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1 Mein Gelände «Am liebsten laufe ich durch den Wald. Manchmal führen meine Trainingsrunden auch durch die Parkanlage Elfenau. Von dort gucke ich rüber zum Gurten.» 2 Mein Freund «Ich lebe seit knapp zwei Jahren mit Gabriel Lombriser (34) zusammen. Er ist in
der Duathlon-Nationalmannschaft und Ironman-Finisher. Ich profitiere von seinen Erfahrungen. Oft gehen wir nach dem Training auf einen Espresso, im Sommer auf ein Glace. Gabriel ist Informatiker. Wir bieten als ‹Indurance Switzerland› Trainingswochen für Ausdauerläufer an.» 3 Meine Passion «Ich liebe es zu kochen. Momentan entwickle ich ein Rezept für Energy
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Name: Judith Wyder (26) Wohnort: Bern Sternzeichen: Krebs Beruf und Lebenslauf: Ich wohne im
Berner Marzili-Quartier und absolvierte eine Ausbildung als Physiotherapeutin an der Berner Fachhochschule. In diesem Beruf arbeite ich heute noch zu 50 Prozent für das Vitaliscenter in Birsfelden BL. Ich komme aus einer Orientierungslauf-Familie und war schon als Siebenjährige allein mit Kompass und Karte im Wald unterwegs. Seit 2007 bin ich im Schweizer Nationalkader der Orientierungsläufer. Letztes Jahr wurde ich dreifache OL-Europameisterin und dreifache OL-Weltmeisterin. Mein Ziel: Ich möchte Menschen zum gesunden Lebensstil inspirieren. Und im Orientierungslauf will ich mich auch dieses Jahr in der Weltspitze klassieren. www.judithwyder.ch www.indurance.ch
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Balls als Geschenk für die Kunden von ‹Indurance Switzerland›. Die Bällchen bestehen aus Datteln, geriebenen Mandeln, Kokosnuss und Kakaopulver.» 4 Mein Kraftort «Dieser Lindenbaum wächst 400 Meter von meinem Elternhaus in Zimmerwald BE entfernt. Er bedeutet für mich, zu
Hause zu sein und Kraft zu tanken. Hier bin ich aufgewachsen. Rund ein Mal pro Woche trainiere ich in dieser Umgebung.» 6
5 Meine Ausrüstung «Dazu gehören meine OL-Schuhe mit zwei Millimeter kurzen Nägeln, der Kompass, ein ‹SPORTident›, mit dem die Posten gestempelt werden, sowie ein Postenbeschreibungsmäppchen, das ich am Arm trage.» 6 Meine Sammlung «Das sind meine Medaillen vom letzten Jahr: drei WM-Goldmedaillen
sowie eine bronzene Auszeichnung und die drei EM-Medaillen. Ich bewahre sie in einem Plastiksäckli im Schrank auf.»
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