Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
migros.ch/magazin | MM15, 12.4.2021
BESSER EINKAUFEN: JETZT KOMMT DER NUTRI-SCORE Seite 32
Voll im Trend: Alkoholfreies Bier Seite 44
ALGORITHMEN STEUERN DIE WELT: ALLES KEIN PROBLEM?
VIVA L’ITALIA
Seite 10
Pasta und Saucen selber machen – besser essen Sie nicht einmal in Italien
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ab Seite 15
SO MERKEN SIE, OB IHR KIND SCHLECHT SIEHT Seite 58 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
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4 | 12.4.2021 | MEINE MIGROS
«Support your Sport» ist ein Grosserfolg Essen intensiv erleben An der Europaallee in Zürich ist ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs ein neuer Treffpunkt für Feinschmecker entstanden: «Bridge» bietet auf 2000 Quadratmetern e inen grossen Markt für Frischprodukte und vielfältige Take-away-Stände. Neben peruanischen Spezialitäten kann man japanische Gerichte und feine römische Pizzas geniessen. Die Migros Zürich bietet hier auch vielen kleinen Produzenten eine Plattform. bridgezurich.ch
Frauenband räumt ab Die Zürcher Pop-Rock-Band Batbait hat beim Wettbewerb «Demotape Clinic» gleich mehrere Preise abgeräumt. Das Frauenquartett gewann mit einem energiegeladenen Song über unerwiderte Liebe. Die «Demotape C linic» findet jährlich im Rahmen des Festivals «m4music» des M igros-Kulturprozents statt, das dieses Jahr virtuell über die Bühne ging. Der Wettbewerb ist ein wichtiges Sprungbrett für talentierte Nachwuchsbands.
PRODUKT DER WOCHE
Mandelmus Fein vermahlene Mandelkerne sind mehr als nur eine Alternative zu Erdnussbutter oder Nuss-NougatCreme. Mandelmus verleiht Saucen, Suppen, Smoothies und Currys neben einem nussigen Aroma eine cremige Konsistenz. Mit ein wenig Honig wird ein süsser Brotaufstrich daraus. Beim Backen kann man ein Ei durch drei Esslöffel Mandelmus ersetzen. Veganer haben das helle Nussmus schon lange entdeckt: Man kann Desserts d amit zubereiten und es zum Überbacken von Aufläufen oder auf Pizzas als Käseersatz ver wenden. Unser Lieblingsrezept der Woche ist der Rhabarber-Mandelkuchen mit Mandelmus. Rezept auf migusto.ch
Bilder: Migusto/Veronika Studer, PD
Schlusspfiff für die Migros-Förderaktion «Support your Sport»: Die Initiative zur Unterstützung von Amateursportvereinen hat ein riesiges Echo gefunden. Die Migros verdoppelt darum die gesamte Spendensumme von drei auf sechs Millionen Franken. So können sich die beteiligten Vereine ihre Herzenswünsche noch besser erfüllen. Mit dem heutigen Abschluss der Förderaktion endet auch die Abgabe von Vereinsbons. Bereits gesammelte Bons können noch bis zum 19. April einem bestimmten Verein zugeteilt werden.
MEINE MIGROS | 12.4.2021 | 5
P FA N N E N H I L F E Kurzgebratenes brate ich gern in Butter, aber sie brennt schnell an. Kann man das verhindern?
Trinkhalme einfach aufessen «Röhrli» müssen nicht aus Plastik sein: Neu gibt es in grösseren Migros-Filialen wieder Trinkhalme, die man nach dem Gebrauch einfach essen kann. Sie bestehen unter anderem aus Hartweizengriess, Weizengluten und Apfelfasern.
Nein, denn Butter hat einen Rauchpunkt von circa 175 Grad. Verantwortlich für das Anbrennen sind vor allem der Milchzucker und das -eiweiss. Verwendet man Bratbutter, bekommt man den buttrigen Geschmack, aber Milchzucker, Milcheiweiss und Wasser sind der Butter entzogen. Bratbutter lässt sich deshalb bis auf 200 Grad erhitzen und spritzt auch nicht. Ein anderer Tipp: Öl mit etwas Butter mischen, denn das Gemisch brennt nicht so schnell an wie Butter allein. Für den Geschmack aber reicht es oft, Butter in die Bratpfanne zu geben, wenn das Kurzgebratene schon fertig ist. Man schwenkt es dann nur noch kurz in der Butter.
6 | 12.4.2021 | AUGENBLICK
AUGENBLICK | 12.4.2021 | 7
12:03 Uhr
Bild: Niels Ackermann
Migros-Moment in Renens VD Mittagszeit im Einkaufszentrum Silo: Farinha Ladeiras Andreia Margarida und die anderen Mitarbeitenden des Migros-Take-aways bereiten alle Gerichte vor Ort zu. Am liebsten mögen die Kundinnen und Kunden die Kebab-Box. Das Bild ist am 17. Februar entstanden.
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INHALT | 12.4.2021 | 9
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Die Krönung jeder Käseplatte wird günstiger: Die Migros senkt den Preis der Tête-deMoine-Rosetten sowie weiterer beliebter Produkte.
INHALT 10 Big Brother ist schon da Algorithmen steuern unseren Alltag im Hintergrund. Ist das völlig unproblematisch? Dossier «Bella Italia» 16 Die Heimat im Kochtopf Sara Di Pomponio Musa hat von ihrer Nonna gelernt, wie man Pasta macht. Nun gibt sie ihr Wissen an ihre Tochter weiter 20 Fernwehgerichte Mit unseren Rezepten bereiten Sie Pastagerichte zu, wie Sie sie sonst nur in Italien geniessen 26 Das grosse Pasta-Quiz Einkaufsgutschein im Wert von 300 Franken zu gewinnen
44
28 Zwischen Ragù und Rösti Wie viel Italianità ist bei der ersten, zweiten und dritten Generation von Einwanderern noch erhalten geblieben?
Alkoholfreie Biere liegen im Trend. Für die Brauerei Feldschlösschen tüftelt Rüdiger Galm neue Getränke aus.
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ desMigros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner
Bilder: Daniel Winkler, Luisa Riedel
Art Direktion Barbara Pastore Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 215 000 (WEMF, MACH Basic 2021-1) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter www.migmag.ch/impressum
32 Bei Grün zugreifen Einkaufen mit dem Nutri-Score: Ein einfaches Ampelsystem schafft Transparenz bei den Nährwerten 35 So schön ist die Schweiz
35 7700 Bilder haben Fotografinnen und Fotografen beim Wettbewerb «Meine Schweiz» eingereicht. Wir zeigen eine Auswahl der besten Fotos.
41 1, 2 oder 3? 43 Junge Liebe Sich einmischen oder machen lassen? Tipps für Eltern von frisch verliebten Teenagern 44 Alkoholfreies Bier 51 Weitere Preissenkungen 58 Ab zum Augenarzt? So merken Sie, ob Ihr Kind an einer Sehschwäche leidet 61 Migros Bank 62 Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 68 Rätsel und Spiele 70 Meine Welt Sängerin Rita Roof steht auf Sneakers und thailändisches Essen
10 | 12.4.2021 | DIGITALISIERUNG
A
lgorithmen beeinflussen unser tägliches Leben – jedoch derart unauffällig, dass es vielen gar nicht bewusst ist. Was überhaupt ist ein Algorithmus? Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine Reihe von Anweisungen, die Schritt für Schritt ausgeführt werden, um eine Aufgabe zu lösen. Wer nach einem Rezept ein Pastagericht kocht, führt den Algorithmus der Kochanleitung aus. Und wenn Google Maps auf dem Handy den kürzesten Weg zum Ziel berechnet und auf dem Schirm anzeigt, macht die App das mithilfe eines programmierten Algorithmus. Der Name stammt übrigens vom persischen Mathematiker Muhammad al-Chwarizmi, dessen Lehrbücher im Mittelalter ins Lateinische übersetzt wurden. Sie entscheiden, was wir sehen
Algorithmen dominieren die sozialen Netzwerke: Sie entscheiden im Hintergrund, was und wer auf den Newsfeeds bei Facebook oder Instagram angezeigt wird. Und was und wer eben nicht. Dahinter stecken oft handfeste kommerzielle Interessen, die der programmierte Algorithmus berücksichtigt. Es gibt einige weitere problematische Nebenwirkungen, etwa wenn Google Maps massenhaft Autos auf kleine Quartierstrassen schickt, um einem Stau auszu weichen. Oder dass die Gesichtserkennung von Smartphones und anderen Geräten bei hellhäutigen Männern viel besser funktioniert
Helfer mit Nebenwirkung Sie steuern unsere Ampeln und unsere Social-Media-Timelines, helfen bei der Wettervorhersage und geben Streamingtipps: Algorithmen prägen unseren Alltag. AlgorithmWatch behält ihre problematischen Seiten im Auge. Text: Ralf Kaminski
als bei Dunkelhäutigen oder bei Frauen. Oder dass Jobportale einer Frau bei der Online-Stellensuche andere Jobs vorschlagen als einem Mann – meist schlechter bezahlte. Deshalb gibt es in Europa seit ein paar Jahren die gemeinnützige Organisation AlgorithmWatch, die die Öffentlichkeit für allfällige ethische Konflikte sensibilisieren will, die algorithmische Entscheidungsprozesse überprüft und Handlungsempfehlungen zur demokratischen Aufsicht und Regulierung gibt. Algorithmen kontrollieren
Seit September hat die Organisation auch einen Ableger in der Schweiz, dank des Migros-Pionierfonds, der die Finanzierung bis Ende 2022 sicherstellt. «Wir ver-
suchen, den Algorithmen auf die Finger zu schauen», sagt Anna Mätzener (42), Leiterin von Algo rithmWatch Schweiz. «Ziel ist es sicherzustellen, dass diese Technologie keine negativen Folgen für die Gesellschaft hat, dass ihre Vorteile allen zugutekommen und nicht einfach bestehende Machtverhältnisse verstärken.» Zu diesem Zweck verfasst die Organisation regelmässig Reporte, Ende Januar den ersten zur Lage in der Schweiz (siehe Interview rechts), und bemüht sich um Aufklärungsarbeit in den Medien. Derzeit besteht AlgorithmWatch Schweiz lediglich aus Mätzener und einer Mitarbeiterin, es soll dieses Jahr aber noch eine weitere Person hinzukommen. Zudem ist die Kooperation mit dem Hauptsitz in Berlin sehr eng.
Mehr zum gesellschaftlichen Engagement der Migros-Gruppe: migros-engagement.ch
DIGITALISIERUNG | 12.4.2021 | 11
Müssen wir uns wegen Algorithmen sorgen? Nicht Algorithmen sollten Entscheide treffen, sondern Menschen, sagt Nadia Braun Binder, Professorin an der Uni Basel. Algorithmen vereinfachen uns in vielen Bereichen den Alltag. An sich eine gute Sache, oder? Absolut. Es ist zum Beispiel toll, was heute mit Spracherkennung alles möglich ist. Ich selbst nutze eine Diktiersoftware, die Gesprochenes in schriftliche Sprache übersetzt. So schreibe ich inzwischen auch meine Mails. Es gibt aber auch problematische Aspekte, wie Sie kürzlich in Ihrem Schweiz-Report für AlgorithmWatch festgehalten haben. Welche würden Sie besonders hervorheben? Mehrere. Je nach Anwendung ist es problematisch, dass man nicht immer nachvollziehen kann, wie diese Systeme arbeiten. Bei der eben erwähnten Sprach software macht das nicht viel, aber wenn ein Algorithmus für eine Bank meine Kreditwürdigkeit beurteilt, will ich schon wissen, wie der Entscheid zustande kommt. Zudem brauchen diese Systeme eine Unmenge qualitativ hochwertiger Daten – wenn es davon nicht genügend gibt, kann dies zu Fehlentscheiden führen, etwa bei der Einschätzung der Rückfallgefahr von Straftätern.
Bilder: Getty Images
Gibt es noch mehr? Es besteht ein Diskriminierungsrisiko. Ein Beispiel: Ein Arbeitsmarktservice will Jobchancen von Arbeitslosen be urteilen und nutzt dafür gewisse Muster. Historisch gesehen haben Frauen mit Kindern mehr Probleme im Arbeits markt als Männer ohne Kinder. Es besteht also das Risiko, dass dieser Algorithmus Männer bevorzugt. Man sollte solche Systeme also nur zurückhaltend einsetzen? Vor allem sollte man sie nur unterstüt zend nutzen, nicht um Entscheide zu treffen – das sollte Menschen überlassen bleiben, auf Basis des vom Algorithmus bereitgestellten Materials. Und diese Menschen müssen so geschult sein, dass sie dies kritisch beurteilen können. Gibt es aktuell in der Schweiz algo rithmische Anwendungen, die Ihnen Sorgen machen?
Mir scheint, man ist sich beim Staat und in der Verwaltung sehr wohl bewusst, dass es heikle Elemente gibt. Der Staat setzt solche Systeme hierzulande bisher nur zurückhaltend und nach ausgiebigen Abklärungen ein. Ein Werkzeug zur vorausschauenden Polizeiarbeit etwa wird im Aargau, in Baselland und in der Stadt Zürich genutzt, aber nur sehr limitiert. Es dient derzeit nur zur Lokalisierung von Gegenden, in denen Wohnungseinbrüche und Diebstähle vermehrt vorkommen könnten. Und wie sieht es in der Privatwirtschaft aus? Das kann ich nicht umfassend beurtei len. Private haben weniger gesetzliche Einschränkungen, aber auch sie müssen etwa Datenschutzvorgaben und straf rechtliche Grenzen beachten. Ihre An reize sind jedoch anders: Der Staat will effizienter, bürgerfreundlicher und rechtskonformer arbeiten, die Privat wirtschaft möchte innovativ sein, neue Anwendungen entwickeln und Kunden gewinnen. Klar ist: Beide Seiten werden
«Viele sind sich zu wenig bewusst, was da auf uns zukommt.» Nadia Braun Binder
sich künftig vermehrt für solche Syste me interessieren – deshalb ist erhöhte Wachsamkeit gefordert, sobald es um eine Beurteilung von Menschen geht. Alles in allem sind wir in der Schweiz aber ganz gut unterwegs? Im Moment sind wir auf dem richtigen Weg. Wir treffen Abklärungen, sind uns Herausforderungen bewusst, und ver zichten – zumindest im Staat – eher auf einen Einsatz algorithmischer Systeme, als dass wir forsch einfach mal was ein führen. Mittelfristig sehe ich allerdings Handlungsbedarf bei der Schaffung der
Das wird von Algorithmen gesteuert Online • Reihenfolge der GoogleSuchresultate • Werbebanner • Facebook-Timeline • Onlineshopping • Partnersuchportale • Sprachassistenten • Chatbots • Streamingvorschläge • Computerspiele • Autokorrektur bei Word
Finanzielles • Beurteilung der Kreditwürdigkeit durch Wirtschaftsauskunfteien • Bankomaten (etwa die Stückelung der aus gegebenen Scheine nach Ort und Zeit) • Börsentransaktionen • Kundentreueprogramme (schlagen passende Produkte vor) • (Vor-)Selektion von Bewerbungsdossiers von Stellensuchenden
Verkehr und Büro • Ampeln oder Aufzüge (wissen, zu welcher Zeit besonders viel los ist) • Navigationssysteme oder Einparkhilfen bei Autos • Gebäudetechnik (etwa fürs Heizen oder Kühlen, abhängig von Tageszeit und Nutzung)
Weiteres • Glücksspielautomaten (sorgen dafür, dass das Casino am Ende immer gewinnt) • Wettervorhersage (Modellsimulationen auf Basis verfügbarer Daten)
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DIGITALISIERUNG | 12.4.2021 | 13
Welche Entwicklungen gibt es, die Sie beunruhigen und die wir hier vermeiden sollten? Erschreckend finde ich Anwendungen wie die Gesichtserkennung im öffent lichen Raum, bei denen im Hintergrund Datenbanken nach heiklen Informa tionen durchsucht werden. In einigen Ländern wie etwa China sind solche Systeme bereits im Einsatz, im Namen von Sicherheit und Prävention. In mehreren US-Städten wurden aber auch schon Pilotversuche damit gestoppt.
lichen Regulierungen, sondern auch an der Art und Weise wie die Algorithmen programmiert werden, oder? Richtig. Wir müssen deshalb Program mierer und Anwenderinnen entspre chend sensibilisieren. Am Ende ist es ein schwieriger Balanceakt zwischen möglichst raschen, möglichst guten und möglichst fairen Ergebnissen. Deshalb sollten wir das Thema nicht einfach der IT überlassen. Zentral ist bei lernenden Systemen zum Beispiel die richtige Auswahl von Trainingsdaten für den Algorithmus. Denn Daten aus Ländern, in denen die Bevölkerungszusammen setzung ganz anders ist, führen bei uns möglicherweise zu Fehlentscheiden.
Nadia Braun Binder ist Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Basel und beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit Algorithmen; insbesondere im Zusammenhang mit der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung.
Wie kann man verhindern, dass Algo rithmen diskriminierende Entscheide treffen? Das hängt nicht nur an staat
Bild: zVg
rechtlichen Rahmenbedingungen. Pauschales Misstrauen ist fehl am Platz, aber es gilt, Chancen und Risiken abzuwägen und Letztere in den Griff zu kriegen. Und ich denke, dass viele Menschen sich noch zu wenig bewusst sind, was da auf uns zukommt.
Gibt es Bereiche, in denen Algorith men nie Fuss fassen werden? Ja, etwa in unseren politischen Institu tionen. Parlamentarierinnen, Bundes räte, Richterinnen und Stimmberechtigte werden ihre Entscheide auch künftig frei von Algorithmen selbst treffen. MM
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BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 15
Wuff wuff
Viva l'Italia!
Wo Pasta auf den Tisch kommt, da ist Italien. Wir lassen eine Heimweh-Italienerin erzählen, was die Küche ihrer Heimat für sie bedeutet, teilen Tipps und Rezepte – und fragen nach, was es mit Italianità ganz allgemein auf sich hat. Text: Monica Müller Illustration: illumüller
16 | 12.4.2021 | BELLA ITALIA
Eine Prise Heimat
Für Sara Di Pomponio Musa ist ein Sonntag ohne frische Pasta kein Sonntag. Diese hält die Familie zusammen und schafft eine Bindung zu ihren Verwandten in Italien. Text: Monica Müller Bilder: Paulo Dutto
S
ara Di Pomponio Musa steht am Küchentisch vor einem Ring aus Mehl und Griess und lächelt. Die 55-Jährige krempelt die Ärmel ihrer Bluse hoch, schiebt sich die Brille ins Haar, justiert die Küchenschürze – und legt los. In Windeseile schlägt sie sieben Eier in die Mitte des Kraters auf, verquirlt und vermischt sie mehr und mehr mit der weissen Wand. Sie braucht nicht auf ihre Arbeitsfläche zu schauen, wenn sie knetet – ihre Hände wissen, was zu tun ist. Schliesslich bereitet sie seit über 40 Jahren Pasta alla Chitarra zu. «Wotsch trinke?», «Vuoi aqua?», fragt sie, während sie den Teig liebevoll massiert. Jeden Sonntag isst ihre Familie in Pfäffikon ZH frisch zubereitete Pasta. Auch wenn Di Pomponio Musa zwei Tage pro Woche im nahen Schulhaus putzt und drei Tage pro Woche in der Küche des Restaurants Cucina Piccante kocht, ist ihr das nie zu viel: «Ein Sonntag ohne frische Pasta ist kein Sonntag», sagt sie bestimmt. Mit den Gerichten und Gerüchen aus ihrer Kindheit holt sie die Abruzzen zu sich. Beim Kochen und Geniessen fühlt sie sich ihrer Familie in Pescara nahe. Aufgewachsen ist Sara Musa in einem Gutshof auf dem Land, zu zehnt mit ihren Grosseltern. Ihr Vater verkaufte die Früchte
und das Gemüse aus dem Familienbetrieb. Spielsachen gab es keine, und so verbrachte Sara als Mädchen jede freie Minute in der Küche mit Nonna Paula. Sie schaute ihr über die Schulter, knetete Teig und spielte mit Kellen und Töpfen. Als ihre Nonna sie mit zehn Jahren in die Geheimnisse ihrer Rezepte einweihte, hatte sie diese bereits verinnerlicht. Ihr Mann, ein «mezzo Svizzero»
Hätte sie in den Weihnachts ferien im Jahr 1987 in der Disco in Pescara nicht diesen char manten Eugenio kennengelernt, würde sie noch immer auf dem Hof der Familie leben und Kindergärtler unterrichten. Doch sie wusste: Eugenio, geboren in Fischenthal, wollte lieber Eugen sein und im Zürcher Oberland leben. Also folgte sie dem Liebsten und passte sich an. Sie lebt gerne hier, ist bestens integriert und hat viele Freunde. Und trotzdem sagt sie mit Blick auf den glitzernden Pfäffikersee: «Alle reden von diesem See. Ich will ans Meer!» Will sie ihren Mann necken, nennt sie ihn einen «mezzo Svizzero», einen halben Schweizer. Eugen Di Pomponio liess sich bereits als 20-Jähriger einbürgern und besitzt seither nur den Schweizer Pass. «Der Ausländerausweis störte mich», sagt er. Eigentlich habe er nie
«Diese Jungen essen einfach kein Öl mehr.» Sara Di Pomponio Musa
eine Italienerin heiraten wollen. Er lächelt und sagt: «Aber dann kam Sara.» Sie bezeichnet sich auch nach 30 Jahren in der Schweiz als «Italienerin im Herzen». Auch wenn Eugen gern Cordons bleus und Raclette isst, findet er die Küche seiner Frau einzigartig. «Sie vermittelt mir ein Gefühl von Heimat.» Eine Pasta-Lehre auf Facetime
Vor Corona hat die Familie alle Ferien in den Abruzzen verbracht. Nun konnten sie Ostern bereits zum zweiten Mal nicht nach Pescara reisen. Täglich telefoniert Sara Di Pomponio Musa mit ihrer Mutter, abends facetimen sie auch. Ebenfalls täglich hört oder sieht sie Tochter Vanessa (30), die vor zwei Jahren mit ihrem Verlobten Damiano (26) aus der elterlichen Wohnung in eine eigene gezogen ist. «Mit dem Auto nur fünf Minuten entfernt», sagt Vanessa. Natürlich hat Di Pomponio Musa ihrer Tochter gezeigt, wie man Pasta zubereitet. Doch Vanessa sagt mit Blick auf die brodelnden Töpfe in der Küche: «Ich bin noch immer in der Lehre.» Gnocchi gelingen ihr eigentlich immer, Pasta alla Chitarra hingegen nicht. Stehe sie in der Küche an, facetime sie mit ihrer Mutter. Diese rate ihr fast immer: «Nimm mehr Öl!» Die Mutter schüttelt den Kopf und sagt: «Diese Jungen
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BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 19
«Alle reden von diesem PfÄffikersee. Ich will ans Meer!» Sara Di Pomponio Musa
essen einfach kein Öl mehr.» Vanessa lacht. Damiano und sie würden drei Mal pro Woche Sport treiben, um alles essen zu können, was ihre Mutter sonntags auftische. «Domenica si deve fare geniessen!», sagt die Mutter und streicht sich die Schürze glatt. Ihr Olivenöl stamme übrigens aus der fami liären Produktion, ebenso wie die Pelati, die sie im Keller in Gläsern stapelt, und der Honig, den sie nun zum Käse reicht. «Wotsch en Apéro? Martini? Analcolico?» Eine Maschine in der Küche
Während die Runde am Tisch von Eugen selbst produzierten Gamssalami aus seiner Jagd in Fischenthal degustiert, bleibt Sara bei ihren Töpfen stehen. Sie schöpft die dampfenden Gnocchi in grosse Keramikschüsseln und behält die Pasta alla Chitarra im Blick. «Vino?» Vanessa blickt zu ihrer Mutter und lacht. «Meine Mutter ist eine Maschine in der Küche, sie sitzt nie.» Als sie sich dann doch noch einen Teller Pasta schöpft und mit halbem Hintern auf den Stuhl setzt, fragt sie: «Wotsch Pecorino?», «ein Stück Crostata?», «eine Orange?», «un Digestivo?» MM
So wirds gemacht Pasta alla Chitarra Sara Di Pomponio Musa arbeitet auf einem riesigen Holzbrett. Für Pasta alla Chitarra verwendet sie 800 Gramm Weissmehl, 200 Gramm Griess, 10 Eier und einen Esslöffel Salz. Das reicht für eine Gesellschaft mit zehn Gästen. Die Eier hat sie bereits am Vortag aus dem Kühlschrank genommen, damit sie Raumtemperatur haben. Sie legt besonderen Wert auf frische Eier und bezieht sie immer direkt beim Bauern. «Ich bin auf einem Hof aufgewachsen, das ist mir wichtig.» Sie mischt Mehl, Griess und Salz, gibt die Eier in die Mulde und fügt die Masse mit Teigschaber und Händen zusammen. Den Teigklumpen knetet sie auf Griess, nicht auf
Mehl. Sonst werde der Teig zu trocken. Dann lässt sie den Teig portionenweise und mehrmals durch die Pastamaschine, bis die gewünscht dünnen Teigblätter entstehen. Diese legt sie dann auf ein Gerät namens «Chitarra», auf Deutsch: Gitarre. Die Chitarra erinnert tatsächlich an das Musikinstrument, denn sie besteht aus einem Holzkasten, über den Metallsaiten gespannt sind. Mit einem dünnen Wallholz presst sie die Teigblätter gegen die Drähte, sodass die Pasta in Streifchen auf das mit Griess bedeckte Brett fallen. Einen Moment lässt sie die Pasta ruhen, dann gibt sie sie für zwei bis drei Minuten in kochendes und gesalzenes Wasser.
Gnocchi Zuerst kocht Di Pomponio Musa 1,5 Kilo mehlige Kartoffeln in der Schale, dann schält sie sie, presst sie durch eine Kartoffelpresse und lässt die Masse auf einem Holzbrett auskühlen. Noch lauwarm gibt sie eine Prise Salz darüber und formt einen Kreis. In die Mulde fügt sie 300 Gramm Mehl und zwei Eier und vermengt alles mit den Händen. Sie bemehlt und knetet die Masse, bis der Teig geschmeidig ist. Dann schneidet sie ihn in sechs gleich grosse Stücke, die sie von Hand zu fingerdicken Rollen dreht. Diese schneidet sie in zwei bis drei Zentimeter grosse Stückchen, die sie wiederum bemehlt. Die Gnocchi lässt sie portionenweise in reichlich Salzwasser fünf Minuten ziehen.
20 | 12.4.2021 | BELLA ITALIA
PastaParade
Teigwaren sind wohl das beliebteste Gericht der Welt. Denn Pasta schmeckt zwar nirgends so gut wie in einer Osteria in Italien, gehört aber auch daheim längst zu den Favoriten. Wir verraten, worauf es bei der Saucen-Wahl ankommt, und kochen die Klassiker traditionell oder mit einem Twist. Text: Dinah Leuenberger Rezepte: Migusto
PASTA PRIMAVERA Diese Pasta schmeckt nach Frühling. Mit Gemüse wie Broccoli, Kefen und Erbsen sowie etwas Pesto ist das Gericht schnell und einfach zubereitet.
More Spaghetti, less regretti
Bilder: Migusto
LINGUINE MIT CREVETTEN UND CHORIZO Meer und Land treffen sich in dieser Pasta: Crevetten und knusprig gebratene Chorizo-Würfelchen werden unter die Linguine gemischt.
BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 21
O Bolo mio
PENNE MIT OFENGEMÜSE UND HACKBÄLLCHEN Hauptmahlzeit für 4 Personen Zutaten 300 g Auberginen 300 g Blumenkohl 400 g Tomaten oder Cherrytomaten 4 EL Olivenöl 400 g Rindshackbällchen 1 TL Harissa 2 Zweige Rosmarin 500 g Penne Salz 50 g entsteinte grüne und schwarze Oliven Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C vorheizen.
ZUR JEDER PASTA DIE PASSENDE SAUCE In Italien gibt es goldene Regeln, welche Pasta-Form zu welcher Sauce passt. Wir haben die gängigsten gesammelt. Die Faustregel lautet: Je dicker oder flächiger die Teigwaren sind, desto besser nehmen sie die Sauce auf. Das gilt natürlich auch für Röhrenpasta. Dicke, stückige Saucen mit Gemüse, Fleisch oder Fisch: kurze Teigwaren (pasta corta) wie Farfalle, Fusilli, Trofie oder auch gerillte Pasta (rigate) wie Rigatoni. Geschmeidige Saucen wie Pesto, Sugo, Saucen mit Ei, viel Butter und Olivenöl: lange Teigwaren (pasta lunga) wie Linguine, Pappardelle, Spaghetti und Tagliatelle. Suppen und Eintöpfe: kleine Pasta (pastina) wie D italini, Stelline und Risi.
BUCATINI MIT FENCHEL UND POLPETTE Mit Fleischbällchen aus Salsiccia (Tessiner Wurst) und Fenchel werden Bucatini – lange dünne Röhrenteigwaren – zum schmackhaften Pastagericht. Geht auch mit Spaghettoni.
Auberginen in fingerdicke Stäbchen schneiden. Blumenkohl in kleine Röschen teilen. Grosse Tomaten vierteln, kleine Tomaten ganz lassen. Gemüse mit Olivenöl mischen. Auf ein grosses Blech geben. Hackbällchen mit Harissa mischen und auf dem Gemüse verteilen. Rosmarin darüberzupfen. Alles im Ofen 20–25 Minuten backen. 2. Penne in Salzwasser bissfest
garen. Abgiessen und gut abtropfen lassen. Zu Gemüse und Bällchen auf das Blech geben und alles mischen. Mit Salz abschmecken. Oliven darauf verteilen und servieren.
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Einfach gut leben
BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 23
Pasta la vista, Baby
RAVIOLI MIT CHERRYTOMATEN UND BURRATA Hauptgericht für 4 Personen Zutaten 750 g Ravioli mit Spinat Ricotta-Füllung Salz 300 g Cherrytomaten, z. B. rote und gelbe 150 g Pesto alla calabrese Pfeffer 100 g Salatspinat 4 Mini-Burratas
SPAGHETTONI MIT SPARGELRAGOUT Hauptgericht für 4 Personen
Azzurro, Spaghetti mit es bizzli Burro
Zutaten 300 g Spaghettoni Salz 800 g grüne Spargeln 1 Zwiebel 2 EL Olivenöl 4 dl Vollrahm Blumenpfeffer 4 EL Pinienkerne
Zubereitung
Teigwaren in kochendes Salzwasser geben und 2 Minuten ziehen lassen. Abgiessen und ca. 1 dl Pastawasser auffangen. Tomaten halbieren, kleine ganz lassen. Pesto in einer Pfanne erwärmen. Tomaten und Ravioli dazugeben und mit Pastawasser bei geringer Hitze schwenken, bis die Sauce cremig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Spinat vorsichtig daruntermischen. R avioli mit Burrata auf einer Platte anrichten.
Zubereitung
3 1 2
Spaghettoni in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgiessen und tropfnass zurück in die Pfanne geben. Warm h alten. Inzwischen Spargelenden frisch anschneiden. S pargeln schräg in dünne S cheiben schneiden. Spitzen längs halbieren. Zwiebel fein schneiden. Öl in einer weiten Bratpfanne erhitzen. Zwiebel und Spargelspitzen andünsten. Rahm und Spargelstücke beigeben, köcheln, bis der Rahm e twas eingekocht und die Spargeln bissfest sind. Spaghettoni mit etwas Kochwasser daruntermischen. Mit Salz und Blumenpfeffer abschmecken. Mit Pinienkernen bestreuen.
Bilder: Migusto
Aussergewöhnliche Pastasorten in der Migros 1 Granai d’Angiò Mezzi Paccheri ondulati, 500 g Fr. 3.70 2 Granai d’Angiò Forchettoni, 500 g Fr. 3.70 3 Granai d’Angiò Mafaldine, 500 g Fr. 3.70
PASTA ALL’ AMATRICIANA Seelennahrung aus Mittelitalien. Allein fünf Zutaten braucht es für die Sauce all’amatriciana: Bratspeck, Peperoncini, Pecorino, Tomaten, Olivenöl.
Alle Rezepte auf migusto.ch/bella-italia
Schmeckt allen: von Bambini bis Nonni. 3.50
3.70
4.30
Filotea Tagliatelle 250 g, nur in grösseren Filialen erhältlich
D'Angiò Mafaldine 500 g
Pu-Ma Salsa di pomodoro con aglio e peperoncino, Bio 330 g, nur in grösseren Filialen erhältlich
Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. Angebote gelten nur vom 13.4. bis 19.4.2021, solange Vorrat
5.95
Garofalo Tortellini prosciutto crudo 250 g
nöl, Mit e twas Oliv e riebe ne m ch ge Pfeffe r und fr is se rvie re n. Parme san
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Esca pfannenfertige Meeresfrüchtemischung in Tomatensauce, ASC, MSC tiefgekühlt, 450 g
3.40
Marilungo Tonnarelli 250 g
Pasta in allen Formen und Farben: Rezepte dazu gibt es auf migusto.ch/bella-italia
2.25
Agnesi Cellentani 500 g
1.90
Longobardi Salsa di pomodoro con carciofi 300 g
2.80
Casa Milo Trecce dell'orto
4.50
D'Angiò Passata di pomodoro e datterino
500 g, nur in grösseren Filialen erhältlich
660 g, nur in grösseren Filialen erhältlich
26 | 12.4.2021 | BELLA ITALIA
Testen Sie Ihr Wissen … Teigwaren erfreuen uns in allen Formen. Sind auch Sie ein Pasta-Kenner? Testen Sie es in unserem Quiz. Text: Monica Müller, Dinah Leuenberger
1
S Würge die Priester A Peitsche die Untreuen F Schnapp dir die Beute
2
WOHER KOMMEN SPAGHETTI BOLOGNESE URSPRÜNGLICH? D Aus Bolivien P Aus den USA I Aus Bologna
3
4
WIE UNTERSCHEIDEN SICH RAVIOLI UND TORTELLINI? K Gar nicht. Das sind zwei
Namen für dieselbe Pasta G Ravioli sind eckig, die Tortellini ringförmig L Ravioli sind mundgerecht, Tortellini übergross
5
FEDELINI, CELLENTANI, RAMAZOTTINI: WAS IST KEINE PASTA?
WIE VIELE PASTAFORMEN GIBT ES LAUT DER INTER NATIONALEN PASTAORGANISATION IPO?
F Fedelini B Cellentani A Ramazottini
U 150 P 720 H 600
6
WELCHES WAR 2020 DIE BELIEBTESTE PASTA-SORTE IN DER MIGROS? E Spaghetti A Hörnli U Penne
7
DIE GRIECHEN NANNTEN PASTA AUCH «MARCUS». WARUM? C Der Pasta-Erfinder
hiess Marcus T Marcus bedeutet « Göttliches Essen» V Die Pasta wurde auf dem Markt «Marcus» verkauft
8
WAS WAR LAUT DEM GUINNESS-BUCH DER REKORDE DIE WELTWEIT GRÖSSTE SPAGHETTISCHÜSSEL? R Betonmischer S Eishockeyfeld T Swimmingpool
9
WAS BEDEUTET EIGENTLICH «AL DENTE»? Z «freut den Zahnarzt» (hart) I «für den Zahn» (bissfest) N «für die dritten Zähne» (verkocht)
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WAS BEDEUTET DIE KURZ-GESCHWUNGENE PASTAFORM «STROZZAPRETI» WORTWÖRTLICH?
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BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 27
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28 | 12.4.2021 | BELLA ITALIA
Was bleibt von der Italianità? Die mittlerweile drei Generationen von italienischen Einwanderern in der Schweiz gehen mit ihren Wurzeln ganz unterschiedlich um. Ein Primo, eine Seconda und eine Terza erzählen. Text: Deborah Onnis Bilder: Paulo Dutto
D
enkt Americo Tonizzo an jenen folgenschweren Aprilabend im Jahr 1956 zurück, funkeln seine Augen. Er empfindet fast dieselbe Aufregung wie damals als 19-Jähriger, als er mit seinem kleinen Koffer am Bahnhof in Codroipo stand, umgeben von den vielen Verwandten, die ihm für die R eise in die Schweiz Glück wünschten. Alles, was er vom arbeitsreichen Land im Norden wusste, hatte er von einigen Mitbürgern erfahren, die bereits als Saisonniers in der Schweiz arbeiteten. Sie hatten ihm den Maurerjob organisiert. «Sobald ich genug Geld verdient hätte für ein Motorrad, wäre ich einfach wieder zurückgereist. Das war mein Plan», sagt Tonizzo heute lachend. Migrationsexperte Gianni D’Amato von der Universität Neuchâtel bezeichnet dieses damals weitverbreitete Phänomen als «Illusion der Rückkehr». «Sehr viele Italiener kamen in die Schweiz, um Geld zu ver dienen und nach Italien zurückzukehren.» Und wie bei vielen anderen verlief auch Tonizzos Plan dann doch anders. Die Community als Welt für sich
In der Schweiz traf er auf seine Liebe, fand einen festen Arbeitsplatz und gründete eine Familie.
Hier fühlte er sich aufgehoben und musste nicht mal stark an seinen Deutschkenntnissen feilen: Die italienischen Ge- meinschaften waren gross, organisierten viele Anlässe und gründeten ganze Fussballmannschaften – wie es damals auch Tonizzo mit der «Superga» in Gerlafingen SO tat. «Von aussen nahm man die italienische Community zu dieser Zeit als eine Welt für sich wahr», so Migrationsexperte D’Amato. Die meisten lernten das Schweizer System schätzen. So
«Sobald ich genug Geld fÜr ein Motorrad hÄtte, wÄre ich einfach wieder zurÜckgereist. Das war mein Plan.» Americo Tonizzo (84) wanderte 1956 in die Schweiz ein.
BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 29
ging es auch Tonizzo. «Berichte von Verwandten machten mir deutlich, wie mühsam das Leben in Italien geworden war.» Ihm wurde klar, dass sich die hohen Lebenskosten, die Genauigkeit und Pünktlichkeit, die das Leben in der Schweiz prägten, lohnten. «Ein funktionierendes Gesundheits- und Schulsystem, eine zuverlässige Verwaltung und die Sicherheit – das ist Lebensqualität.» Ja, er habe sich verändert, sagt der heute 84-Jährige. Das merkte er bei jedem Besuch im Heimatland. «Ich bleibe zwar Italiener, aber ich konnte und kann mich nicht mehr mit den Italienern identifizieren, die in Italien lebten und leben. Ihre Welt ist nicht mehr die meine.»
Bilder: Getty Images, Keystone/akg-images
Im Kopf ein Schweizer
Dafür hat er sich in der Schweiz eine eigene Welt geschaffen. Ob er sich hier zu Hause fühlt? «Mit dem Herzen ein Zuhause zu verorten, ist schwierig. Aber mein Kopf hat beschlossen, dass es hier sein soll.» Vom Frühling bis in den Herbst geht Americo Tonizzo fast jeden Tag in seinen Schrebergarten. Er pflanzt vor allem italienisches Gemüse. Von den Peperoni über die Tomaten bis zu den grünen Bohnen. Wie der Boden und die Pflanzen am besten gepflegt werden,
weiss er als Bauernsohn gut. Mit neun Jahren ging er das erste Mal mit aufs Feld. Das sind schöne Erinnerungen. Am Tisch mit seinen Enkeln, beim Essen seiner selbstgemachten Minestrone, gibt der 84-Jährige gern sein Wissen weiter. So zum Beispiel, dass Tomatenpflanzen stetig be obachtet werden müssen, um allfällige Pilzerkrankungen sofort stoppen zu können. «Sind sie nicht an meinen Ratschlägen interessiert, verstehe ich das. Die neuen Generationen sind mit einer anderen Sprache aufgewachsen und haben eine andere Mentalität, andere Sorgen», sagt er. «Das ist einfach so.» Für viele ihrer Schweizer Freundinnen ist Rosangela Lagona einfach «Antschela». «Das wird sich nie ändern», sagt die 62-jährige Bijouterie-Inhaberin. Nach über 50 Jahren hat sie sich damit abgefunden, dass in der Schweiz es kaum jemand schafft, das «G» in ihrem Namen weich auszusprechen. In ihrem Laden La Perla in Niederbipp BE trifft ihre Kundschaft auch auf andere italienische Wörter, etwa «Bomboniere» (Deutsch: Gastgeschenke). Routiniert verpackt die Inhaberin fünf Zuckermandeln in mehrere Tüllschichten, wickelt mit festem Griff eine
Blümchendeko drum – und schon ist das italienische Gastgeschenk fertig. Die Tradition der Gastfreundschaft am Leben zu erhalten, gibt ihr ein gutes Gefühl. Mit der Frage, welche tiefere Bedeutung die italienischen Gastgeschenke haben, hat sie sich erst mit über 30 Jahren beschäftigt. Lange hatte sie gar kein Bedürfnis, ihre Wurzeln zu erforschen. «Warum auch? In meinen Augen war ich lange einfach eine Schweizerin.» Schweiz-Liebe auf ersten Blick
Sie erinnert sich daran, wie sie mit zehn Jahren aus dem Heim in Italien zu ihren arbeitenden Eltern in die Schweiz zog. «Die Schweiz symbolisierte für mich Freiheit. Es war Liebe auf den
«In meinen augen war ich lange einfach eine schweizerin.» Rosangela Lagona (62) kam mit zehn Jahren zu ihren Eltern in die Schweiz.
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BELLA ITALIA | 12.4.2021 | 31
v erschiedene kulturelle Res sourcen.» Je nach Persönlich keit und Lebensphase werde die jeweilige Facette stärker oder schwächer ausgelebt. So komme im Gespräch mit Gleichaltrigen in der Schule eine andere Fa cette zum Ausdruck als mit der Familie beim Schauen eines Fussballspiels. Mitte 30 in die Identitätskrise
«Meine erste Muttersprache ist definitiv schweizerDeutsch.»
Bilder: Getty Images, iStock
Sara Canales (30) Eltern sind Secondos.
ersten Blick.» Hier blühte das aufgeschlossene blonde Mäd chen auf, fand bald Schweizer Freundinnen und lernte in Nullkommanichts Schweizer deutsch. Je ähnlicher sie aber ihren Freundinnen wurde, desto grös ser wurde die Reibungsfläche zu Hause. Die eher konservativen italienischen Eltern waren irri tiert, wenn sie sich am Sonntag nachmittag mit ihren Freun dinnen draussen treffen wollte. «Ich wollte mich frei bewegen, frei denken und handeln. Das war für mich schweizerisch. Und so fühlte ich mich.» «Die zweite Generation hatte und hat tatsächlich einen ganz anderen Zugang zum hiesigen Leben», erklärt Migrationsex perte D’Amato, selber Secondo. «Da sie in beide Welten auf wachsen, sammeln sie viele
Da ihre Eltern viel arbeiteten, schnappte Lagona die italie nische Kultur in der Jugend nur nebenbei auf: beim Fernsehen, beim Kochen und an Festen. Heute bezeichnet sie sich zu 80 Prozent als Schweizerin und zu 20 Prozent als Italienerin. «Erst später, in der Arbeits welt, merkte ich, dass ich gar nicht als richtige Schweizerin wahrgenommen wurde.» Mitte 30 kam die Identitätskrise. Mit Büchern und Zeitungen versuchte sie, der italienischen Kultur auf den Grund zu gehen. «Da erkannte ich mich plötzlich in verschiedenen Aspekten wieder.» Als Hobbyschneiderin liebte sie beispielsweise die italienische Mode. Und sie verliebte sich in die vielen Festtraditionen. Auch auf das italienische Essen könnte sie nie verzichten. «Meine Kinder und Enkel lieben meine Lasagne.» Und jedes Mal, wenn sie ihre Enkelkinder hütet, nimmt sie sich vor, mindestens eine Stunde nur Italienisch zu sprechen. «Das klappt meistens nicht.» Entweder fallen ihr viele italienische Wörter nicht mehr ein, oder es folgt die Reaktion: «Grosi, was hesch gseit?» Nonna und Nonno als Bindeglied Wenn die 30-jährige Sara Canale
ihre italienischen Grosseltern besucht, muss auch sie nicht selten nach den italienischen Wörtern suchen. «Meine erste Muttersprache ist definitiv Schweizerdeutsch», sagt die Solothurner Kindergarten-
lehrerin. Ihre Eltern, beide Secondos, sprachen zu Hause mehrheitlich Schweizerdeutsch mit ihr. Anders war es bei den Grosseltern, wo sie regelmässig Zeit verbrachte. «Die Grosseltern eröffnen der dritten Generation häufig den Zugang zur italienischen Kultur», erklärt D’Amato. «Durch sie wird ein weiterer Teil der Familien geschichte und somit auch ein Stück Identität erschliessbar.» Fragt man Sara Canale, wie stark sie sich als Schweizerin oder Italienerin fühlt, fällt das Ergebnis 60 zu 40 aus. Leute aus ihrem Arbeitsumfeld seien überrascht, wenn sie erfahren, dass sie auf dem Papier keine Schweizerin ist. «Wenn man mich persönlich kennt, merkt man, dass da noch was anderes ist», sagt sie lachend. Spätestens wenn man sie beim Anfeuern der italienischen Nationalmann schaft vor dem TV erlebt. MM
32 | 12.4.2021 | ERNÄHRUNG
Die Migros setzt auf den Nutri-Score Im Alltag muss alles schnell und einfach gehen. Auch der Einkauf. Damit Sie dabei die Nährwertinformationen nicht aus dem Blick verlieren, weitet die Migros den Nutri-Score auf alle Eigenmarken aus. Wir erklären, wie der Nutri-Score funktioniert.
A
Text: Pia Teichmann, Cristina Maurer
C
Nutri-Score
Cornatur Spinat Schnitzel
Nutri-Score
Von aussen sehen die Schnitzel ähnlich wie das Cordon vert aus – aber dieses enthält eine Käsefüllung und das Spinatschnitzel stattdessen Spinat. Dies macht einen Unterschied bezüglich der N ährwerte: Das Spinatschnitzel weist die günstigeren Nährwerte auf und hat deshalb ein grünes A verdient.
Cornatur Cordon vert Das Cordon vert enthält zwar mehr Protein, aber auch mehr Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz als das Spinatschnitzel. Deshalb weist es den schlechteren Nutri-Score (gelbes C) auf
Wenn Vegi-Schnitzel auf dem Einkaufszettel steht, greifen Sie also auch mal zum Spinatschnitzel.
Das bedeutet aber nicht, dass Sie das Cornatur Cordon vert gar nicht mehr essen sollten. Zur Abwechslung können Sie es sich ruhig auch gönnen.
Was ist der Nutri-Score? Der Nutri-Score zeigt auf einen Blick die Nährwertqualität eines Produkts auf. Es werden dabei günstige Aspekte (wie viel Früchte, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, bestimmte Öle, Protein und Ballaststoffe) sowie ungünstige Eigenschaften (wie ein hoher Gehalt an Kalorien, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz) berücksichtigt. Ein Produkt mit einem grünen A ist aus Ernährungssicht zu b evorzugen, ein Lebensmittel mit einem roten E mit Mass zu geniessen. Mit dem Nutri-Score lässt sich also schnell und einfach erkennen, welches Produkt die bessere Wahl bedeutet.
ERNÄHRUNG | 12.4.2021 | 33
4 FRAGEN AN SARAH STALDER
Noch mehr Transparenz online Was bringt der Nutri-Score?
Der Nutri-Score hilft zu erkennen, welches Produkt in einem Sortiment von vergleichbaren Produkten aus Ernährungssicht das wertvollere Lebensmittel darstellt.
Die Migros zeigt neuerdings online (auf produkte.migros.ch und in der Migros-App) bei jedem Produkt eine Nährwertampel an. Sie signalisiert mit den drei Ampelfarben, wie der Gehalt an vier eher ungünstigen Nährstoffen zu bewerten ist. Unten stehend die Ampel des Cordon verts.
Wo sind die Grenzen des Nutri-Scores?
Mit dem Nutri-Score kann nicht Joghurt mit Pizza verglichen werden, sondern nur Joghurt mit Joghurt oder eben Pizza mit Pizza. Der Nutri- Score ist eine Zusammenfassung von wichtigen Nährwerteigenschaften. Wie in j eder Vereinfachung geht das mit einem Verlust an Informationen einher. So werden beispielsweise der Verar beitungsgrad oder die Zusatzstoffe nicht im Score berücksichtigt.
Sind Produkte mit grünem A gesund und solche mit rotem E verboten? Der Nutri-Score unterteilt Lebensmittel nicht in «gesund» und «un gesund». Dies ist auch gar nicht möglich, denn gesund kann immer nur die gesamte Ernährungsweise sein. Ein roter Nutri-Score bedeutet nicht, dass Sie auf das Produkt verzichten sollen. Konsumieren Sie es mit Mass. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittel pyramide haben alle Lebensmittel ihren Platz.
«Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz» Die Migros führt den Nutri-Score auf ihren Eigenmarken ein. Ist das eine gute Nachricht für Sie? Wir freuen uns sehr über diesen Entscheid. Seit über zehn Jahren kämpfen wir für eine Ampel auf verarbeiteten Produkten. Es ist erfreulich, dass die Migros sich auf ein europaweit akzeptiertes Zeichen festgelegt hat. Wieso braucht es den Nutri-Score? Es gibt doch schon die gesamten Nährwertangaben auf der Rückseite der Produkte. Gerade bei den industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ist es schwierig abzuschätzen, was genau enthalten ist. Beim Nutri-Score gibt es kein Klein gedrucktes: Er ist sofort verständlich und durch seine Positionierung auf der Vorderseite eines Produkts nicht zu übersehen. Somit fällt die Wahl für das gesündere Produkt viel leichter.
Die Migros und der Nutri-Score
Kauft die Kundschaft wegen des Nutri-Scores wirklich anders ein? Eine gross angelegte Studie in Frankreich hat gezeigt, dass die Leute sich für das gesündere Produkt entscheiden, wenn der Nutri-Score darauf zu sehen ist. Gemäss Befragungen in der Schweiz wünschen sich die Menschen einfachere Infos direkt auf den Produkten, damit sie sich im Laden schneller orientieren können.
Migros hat den Nutri-Score im September 2020 testweise eingeführt. Die Anzahl der Produkte mit dem Nutri-Score wird nun schrittweise auf alle Migros-Eigenmarken ausgeweitet. Die Migros ist damit die erste Schweizer Detailhändlerin, die diesen grossen Schritt macht. Bis Ende 2021 werden bereits mehrere Hundert Migros-Produkte mit dem Nutri-Score gekennzeichnet sein. Mehr Informationen zum Thema Nutri-Score: migros.ch/nutriscore
Sara Stalder, Stiftung für Konsumenten- schutz
Ist mit der Einführung des NutriScores eine gesunde Ernährung garantiert, und können wir uns alle zurücklehnen? (Lacht) Leider nein. Aber es ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz im Bereich verarbeiteter Nahrungsmittel. Für eine gesunde Ernährung sollte man ausserdem möglichst viel frisches Obst und Gemüse und wenig verarbeitete Produkte essen. Der Nutri-Score hat eine weitere positive Nebenwirkung: Die Hersteller optimieren die Zusammensetzung der Nahrungsmittel. MM
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3. Platz: Michael M auron mit «Big Air Trick in the Clouds during JOJ 2020», fotografiert in Leysin VD («JOJ» steht für die Olympischen Jugend-Winterspiele in Lausanne)
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1, 2 ODER 3 ? Der Kleine (5) spielt euerdings richtig gerne Fussball. n Und will ständig trainieren. Auch mit mir. Ich bin zwar keine Ballkünstlerin, renne aber gerne, und so hält mich der Kleine für eine ernstzunehmende Gegnerin. Da ich mein Knie verletzt habe, kann ich aktuell nicht kicken. Als ich den Arzt frage, wann es denn wieder so weit sei, weicht er aus und sagt: «Töggeln Sie!». Also bauen wir den Töggelikasten aus dem Keller wieder zusammen und stellen ihn in unser Wohnzimmer. Beim ersten Match will mich der Kleine unbedingt an seiner Seite wissen. Doch der Grosse (10) hat die ersten drei Jahre im Hort am Kicker v erbracht und legt eine beeindruckende Treffsicherheit an den Tag. So verliert Team Rot haushoch gegen Team Nicht-Rot. Der Kleine ist sichtlich enttäuscht von meiner Performance und sagt zum Grossen: «Revanche! Aber diesmal musst du mit Mami spielen. Dann verlierst nämlich du.» – Und jetzt? MM 1 Wahrscheinlich hat er Recht. 2 Ich wehre mich und müllere nach Bedarf,
Illustration: Lisa Rock
mit meinem Namen darf ich das. 3 Ich ignoriere die fiese Bemerkung, trainiere aber heimlich. Denen werde ich es zeigen!
Monica Müller (45) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
Antwort 3: Das Homeoffice bietet eine wunderbare Gelegenheit, mich am Töggelikasten weiterzuentwickeln. Ich sehe mich schon während Sitzungen Ballübungen absolvieren. Und wenn die EM beginnt, gewinne ich beim Töggeln – und zwar gegen beide! Anzeige
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44 | 12.4.2021 | ALKOHOLFREIES BIER
Von wegen «Schlösschen»: Aus der Vogelperspektive präsentiert sich das Gebäudeensemble der Feldschlösschen Getränke AG in Rheinfelden wie eine monumentale Ritterburg.
Nachfrage steigt und steigt In der Schweiz hat sich die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. 2020 tranken die Menschen hierzulande im Vergleich zum Vorjahr elf Prozent mehr
RAUS AUS DER NISCHE Alkoholfreies Bier entspricht dem Trend zu leichten und alkoholfreien Getränken. Die 1876 gegründete Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden wartet mit verfeinerten Herstellungsverfahren und neuen Bierspezialitäten auf. Text: Angela Obrist
a lkoholfreies Bier. Eine Erklärung für den Trend liegt im aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstil der Bevölkerung. Denn Alkoholfreies punktet mit etwa halb so vielen Kalorien, verglichen mit alkoholhaltigem Bier. «Es schmeckt heute aber auch um Welten besser als früher», sagt Galm. «Früher trank es nur, wer noch fahren musste. Heute entscheiden sich Konsumenten bewusst für eine alkoholfreie Variante.» Für einen vollmundigen Geschmack sorgen speziell entwickelte Rezepturen und Herstellungsverfahren. Die Zuta-
ten natürlichen Ursprungs sind und bleiben aber die gleichen wie beim herkömmlichen Bier: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Und auch die trendigen Alkoholfreien entstehen im 1908 erbauten Sudhaus auf dem FeldschlösschenAreal. Hier ist die Luft feucht, sie riecht zuckerwattig-süss und nach warmem Bier. Zwischen Säulen und deckenhohen Buntglasfenstern stehen die Maischepfannen, Läuterbottiche und Würzepfannen wie zwölf riesige kupferglänzende Schildkröten. Der Raum ist menschenleer, aber ein Surren und Grummeln
Bilder: Daniel Winkler / zVg
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er mit dem Auto oder dem Zug an Rheinfelden vorbeifährt, kann die Brauerei Feldschlösschen kaum übersehen. Der imposante Backsteinbau mit seinen unzähligen Zinnen lässt an eine stolze Ritterburg denken. An diesem Nachmittag passen zwei moderne Bahnwaggons so gar nicht in dieses idyllische Bild. Sie verkehren auf den firmeneigenen Bahngleisen, die sich durch das Brauereigelände winden. «Das ist die heutige Lieferung Malz», sagt Rüdiger Galm, seit 13 Jahren Leiter der Produktentwicklung. Aus dieser traditionellen Zutat fürs Bierbrauen entsteht hier im aargauischen Fricktal längst auch Neues: «Alkoholfreie Biere sind der grosse Trend der Stunde, national und international», sagt Galm. Der Getränketechnologe spürt Trends auf und kreiert neue Getränke des Unternehmens. Die Traditionsbrauerei hat in den vergangenen Jahren verstärkt auf Alkohol freies gesetzt und stellt heute bereits acht passende Bierspezialitäten her.
ALKOHOLFREIES BIER | 12.4.2021 | 45
verrät, dass in den 40 000 Liter fassen den Maischepfannen einiges los ist: Das geschrotete Malz wird mit dem Brauwasser gekocht (1). Dadurch baut sich die Stärke im Malz zu Zucker ab, der später vergärt werden kann. Die sogenannte Bierwürze entsteht. «Unter dem traditionellen Kupfer mantel der Pfannen versteckt sich mo dernste Technik», verrät Rüdiger Galm und späht durch ein Sichtfenster ins Innere. Die Braumeister kontrollieren den Brauprozess längst nicht mehr mittels der blitzblanken Zapfhähne, die sich dutzendfach an einer Wand reihen, sondern elektronisch: Der ver antwortliche Kollege sitzt im Neben raum vor mehreren Monitoren und hat so alle Werte in Echtzeit im Blick.
Traditionell und fortschrittlich zugleich ist die Braukunst, mit der die Feldschlösschen-Brauerei ihre Produkte herstellt. Der Prozess für sämtliche Biersorten, auch die alkoholfreien, startet im Sudhaus. In mächtigen Pfannen wird das Malz mit Brauwasser g ekocht, bis die Bierwürze entsteht. Die Entalkoholisierung mittels Vakuum-Destillation erfolgt klassisch in einem dritten Schritt nach der Gärung in der Verdampfungsanlage.
SO ENTSTEHT A LKOHOLFREIES BIER MITTELS VAKUUM-DESTILLATION
Mehr Geschmack dank neuer Verfahren
Die Bierwürze durchläuft nun noch die anderen Pfannen und Bottiche, in denen sie weiter einkocht, gefiltert wird und an Aroma gewinnt. Je nachdem, welche Malzart für ein Bier gewählt wird, ge langen andere Geschmacksnoten in den Sud. Sie erinnern beispielsweise an Schwarzbrot, Nüsse, Caramel, Kaffee oder Honig. Rüdiger Galm erklärt, die Würze enthalte aktuell noch gar keinen Alkohol. Dieser entwickelt sich erst im Gärkeller (2). Wenn aus der Würze ein alkoholfreies Bier entstehen soll, grei
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fen die Braumeister auf diverse Verfahren zurück: Sie können beispielsweise die Gärung früh stoppen oder nach einer erfolg reichen Gärung dem Bier den Alkohol wieder entziehen. «Wir konnten die Verfahren in den vergangenen Jahren verfeinern, was einen enormen E influss auf den Geschmack der alkohol freien Biere hatte», sagt Galm. Je nach Biertyp und gewünsch tem Geschmacksergebnis kommt eine andere Methode zur An wendung, oder es werden ver schiedene Methoden kombiniert. Beim Kältekontaktverfahren wird die Bierwürze bei tiefen Temperaturen vergoren, bis die für alkoholfreies Bier maximal erlaubten 0,5 Volumenprozent erreicht sind. Danach entfernen die Braumeister die Hefe, und es kann kein weiterer Alkohol ent stehen. «Damit können wir einen leicht süsslichen Geschmack erzielen, wie ihn unser alkohol freies Feldschlösschen Weizen frisch hat», erläutert Galm.
Bild: Daniel Winkler
Wo der Alkohol verdampft
Für Lagerbiere wiederum ist die Vakuumdestillation geeignet. Bier mit einem normalen Alko holgehalt kommt dazu in eine Verdampfungsanlage. Sie liegt hinter Türen, die für Besucher aus Sicherheitsgründen geschlos sen bleiben müssen. «Das Bier wird durch rund elf Meter hohe Säulen gepumpt», beschreibt Galm. Dort wird es unter Vakuum erwärmt, und der Alkohol ver dampft (3). «Dank des Vakuums können wir schon bei etwa 40 Grad destillieren. So bleiben die Aromastoffe und damit der Charakter des Biers erhalten», erklärt der Experte und hat auf die Frage, was denn mit dem entzogenen Alkohol passiert, eine überraschende Antwort: Dieser werde für die Heizung des Sudhauses genutzt. 2020 seien so rund 910 000 Liter Heizöl eingespart worden. Das alkoholfreie Bier ist nun bereit für die Lagerkeller (4), wo es zwei bis drei Wochen bleibt. Jetzt wird es gefiltert (5), noch einmal in einem Drucktank zwischengelagert (6) und schliesslich in die Abfüllanlage (7) geleitet. Was hier in Dosen und Flaschen gefüllt wird, sieht wie
«Früher trank es nur, wer noch fahren musste.» Rüdiger Galm Leiter Produktentwicklung Feldschlösschen Getränke AG
Bier aus und schmeckt auch so. Dies zeigt eine Verkostung am Ende der Führung. Rüdiger Galm hat seine Krea tionen auf einem Tisch um sich geschart und kredenzt sie den Gästen in kleinen Bechern. Es gibt erfrischende Mischgetränke aus alkoholfreiem Weizenbier mit Apfel- oder Zitronenaroma. Da ist das hopfenbetonte und bernsteinfarbene «Brooklyn Special Effects». Auch das Apéro getränk «Eve Litchi» ist nun in einer alkoholfreien Variante erhältlich. «Diese Fülle an alkoholfreien Bierspezialitäten wäre vor Jahren noch undenk bar gewesen», betont Galm. Sein Schmunzeln verrät, dass er weitere Tüfteleien kaum erwarten kann. MM
Als Leiter der Produktentwicklung kennt Rüdiger Galm alle Geheimnisse, die in den Rezepturen für die trendigen, bierhaltigen Getränke aus dem Hause Feldschlösschen stecken – ob mit oder ohne Alkohol.
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48 | 12.4.2021 | MIGROLINO
VOM FELD INS FRISCHEREGAL Die knackigen, schmackhaften Salatbowls von Migrolino sind im Aargau verwurzelt, in Handarbeit produziert und gemäss Genuss- und Ernährungstrends garniert. Text: Petra Koci Bilder: Gerry Nitsch
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er Traktor fährt führer los übers Feld, rollt im Schritttempo auf der präparierten Fahr spur zwischen den Pflanzen reihen vorwärts. So kann der Fahrer hinten auf die Plattform aufspringen und seinen Kolle gen helfen. Zusammen legen sie zügig Salatsetzlinge in Schienen. Diese führen die Jungpflanzen in gleichmässigem Abstand in den Boden. Es ist Salatpflanzzeit bei der Frey Gemüse AG: Im aargauischen Suhrental werden Eis berg, Minilattich, Frisée, Lollo, Endivien, Batavia und weitere Blattsalate in die Erde gesetzt. Daniel Frey führt den Betrieb in der dritten Generation. Vor 25 Jahren hat der Gemüse produzent begonnen, Salate zu portionieren und zu veredeln. Mit den küchenfertigen Einzel schalen begeistert er viele Kundinnen und Kunden. Auch Migrolino setzt auf die frischen Bowls, wenn immer möglich mit Suisse-Garantie-Salat und -Gemüse aus dem Mittelland. Innovative Rezepturen entwickelt Migrolino teilweise selbständig im Soulfoodtrailer, ihrem Food-Kompetenzzent rum. Andere Rezepturen erprobt sie gemeinsam mit der Frey Gemüse AG. «Ich erinnere mich an Workshops, da haben wir aus 20, 30 Komponenten kreative Salate kombiniert und getestet», erklärt Daniel Frey. Berücksichtigt werden dabei verschiedene Trends, von vegan über proteinreich zu regional,
1 Ankunft der Jungpflanzen auf der Anbaufläche 2 Mittels einer Schiene werden die Setzlinge in den Boden gepflanzt. 3 Im Frühling schützt eine Plane den Salat vor Kälte und Nässe. Die Bodenfolie dient dem Schutz vor Schädlingen und Unkraut. 4 Die Salatbowls werden jeweils täglich frisch zubereitet und an die Migrolino geliefert.
«Wir ernten taufrisch, und die Kühlkette, von der Produktion bis ins Regal, bleibt lückenlos.» Daniel Frey Gemüseproduzent aus Kirchleerau AG
mediterran oder asiatisch. «Ganz so einfach, wie wenn man sich zu Hause einen Salat zubereitet, ist es eben nicht», meint der 53-Jährige. «Konsistenz, Halt barkeit, Logistik, Verpackung, Kühlkette – das alles muss mit einbezogen werden.» Kühlkette garantiert Frische
Für garantierte Frische werden die Salatköpfe jeweils am Morgen taufrisch geerntet und vom Feld gleich in den Kühlraum der Frey Gemüse AG gebracht. Bei kalten vier Grad kühlt auch der Kern ab. So wird Fäulnis abgehalten, die Blätter werden nicht lampig, son dern bleiben frisch und knackig. Verarbeitet werden die Salate nebenan, in der zwölf Grad küh len Halle, selbstverständlich un ter höchsten Hygienestandards. Die Herstellung der FrischeBowls ist Handarbeit: Mitarbei tende schälen Rüebli, entkernen Peperoni, schneiden Salatköpfe. Rüstabfälle landen im Kompost kanal, das vorbereitete Gemüse im Eiswasserbecken. «So bleiben Knackigkeit und Farbe erhalten», erklärt Produktionsleiter Mario Schröder.
Mit einem grossen Sieb hebt eine Mitarbeiterin die Blätter vorsichtig aus dem Wasserbecken und befördert sie zum Trocknen in eine Zentrifuge. An mehreren Stationen wird portioniert und zusammengestellt. Zuerst kommen Blattsalate in die Schale, danach weitere Zutaten – je nach Sorte Bowl. An jeder Station überprüfen die Mitarbeitenden nochmals, ob alle Blätter frisch und richtig geschnitten sind und sortieren allenfalls aus. Die fertigen Salate – verpackt sind sie in plastikreduzierte Kraftpapierschalen mit RPETDeckel – werden wieder auf vier Grad gekühlt. Insgesamt sind 60 Mitarbeitende mit der Produktion beschäftigt. Pünktlich um 17 Uhr werden alle Bestellungen per Lkw ins Migrolino-Frischelogistikcenter in Otelfingen geliefert. Der Weg ist kurz – und die Ware bleibt gekühlt. Bereits am nächsten Tag frühmorgens sind die frisch produzierten Salatbowls in allen Migrolino-Shops in der ganzen Schweiz verfügbar. Im Aargau, auf dem neu be pflanzten Feld, kommt derweil wieder der Traktor zum Einsatz. Der Jungsalat will mit Nährstof fen versorgt werden. Ein Gross teil davon kommt vom Kompost, zusammengesetzt aus Rüstabfällen, selbstproduziertem Stroh und Holzschnitzeln aus dem eigenen Wald. So schliesst sich der Kreislauf. MM
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52 | 12.4.2021 | MEINE MIGROS
FRISCH UND MUNTER UNTERWEGS Nachdem sie lange still vor sich hingelitten haben, getrauen sich Frauen heute eher über die natürlichste Sache der Welt zu sprechen. Laut Frauenärztin Regula Widmer ermöglicht dies auch eine positivere Einstellung zur Menstruation. Text: Andrea Söldi
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Wenn Frauen ihre Tage haben, stecken sie verstohlen ein Tam pon in die Hosentasche und verschwinden auf der Toilette. Können sie wegen der Krämpfe nicht arbeiten, schieben sie eine Darmgrippe vor. Und ein kleines Missgeschick wie ein roter Fleck am Gesäss ist den meisten über aus peinlich. Über Menstruation zu sprechen ist auch im Jahr 2021 noch ungewöhnlich – trotz diver ser feministischer A ktionen, die der Monatsblutung das Tabu nehmen sollen. Aufsehen erregt hat etwa die Amerikanerin Kiran Gandhi, die bei einem Marathon 2015 das Blut die Beine hinunterlaufen liess. Und auch das Bild von sechs Spanierinnen in weis sen Shorts mit rot durchtränktem Schritt ging um die Welt.
«Die männer geprägte Gesellschaft muss endlich anerkennen, dass Frauen nicht immer gleich leistungsfähig sind.»
Frauen stellen Forderungen
Gynäkologin
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Regula Widmer (64)
«Langsam kommt Bewegung in die Sache», sagt Regina Widmer, Frauenärztin mit Zusatzaus bildungen in Phytotherapie, Sexologie und Akupunktur. Die Gynäkologin der Solothurner Gemeinschaftspraxis Runa freut sich, wenn Frauen die Abschaf fung der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel fordern oder dass sie bei Mens-Beschwerden krankgeschrieben werden oder zu H ause arbeiten können. «Die männergeprägte Gesellschaft muss endlich anerkennen, dass
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Frauen einen Zyklus haben und nicht immer gleich leistungsfähig sind», findet die Ärztin. Es sei wichtig, dass Frauen, die starke Schmerzen haben, ernst genom men und unterstützt werden.
Mit dem Zyklus leben
Eine Enttabuisierung könne aber auch dazu beitragen, dass Frauen zu einem positiveren Umgang mit ihrer Menstruation finden, ist die 64-Jährige überzeugt. «Die Periode gehört zum Frausein.» Vielen helfe es, wenn sie sich an diesen Tagen etwas zurückziehen und sich Sorge tragen können – etwa eine warme Bettflasche auf den Bauch legen sowie krampf lösende pflanzliche Tropfen und Tees zu sich nehmen.
Sich mit der intimen Zone befassen
In Widmers Praxis hängt seit vielen Jahren eine Art Girlande mit bunten Menstruationstassen, die sie ihren Patientinnen emp fiehlt. Die Silikonbecher, die in die Vagina eingeführt werden, sind in den vergangenen Jahren populär geworden. Viele Frauen schätzen sie, weil sie damit Abfall vermeiden können. Zudem trock ne die Vagina weniger aus als mit Tampons, sagt Widmer. Gut sei auch, dass sich Frauen beim Ein führen im Intimbereich anfassen müssen. «Frauen sollten ihre Geschlechtsorgane gut kennen und sich mit ihnen beschäftigen. Das fördert das sexuelle Selbst bewusstsein.» MM
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58 | 12.4.2021 | SEHSCHWÄCHE BEI KINDERN
Braucht unser Kind eine Brille?
Text: Elena Wermelinger
Was sind die typischen An zeichen einer Sehschwäche bei Kleinkindern?
Wenn Sie beim Kleinkind ein Schielen nach dem sechsten Lebensmonat beobachten, ist das ein Anzeichen für eine Ab weichung von der normalen Entwicklung der Augen. Weitere Hinweise können zum Beispiel das häufige Reiben der Augen, vermehrtes Blinzeln oder eine ausgeprägte Licht empfindlichkeit sein. Auch eine Schiefhaltung des Kopfs oder das Zukneifen eines Auges kann auf eine Sehschwäche hindeuten.
Wie erkennt man Seh schwäche beim Schulkind?
Wenn das Kind zum Beispiel sehr nahe an den Fernseher heranrückt oder oft beide Augen zu sammenkneift, um an die Wandtafel oder den Fern sehbildschirm sehen zu können, sind das Anzeichen für eine Kurzsichtigkeit. Auch Konzentrations probleme, häufige Kopf schmerzen (vor allem nach Anstrengung oder g egen den Abend) und ein rasches Ermüden beim Lesen und Schreiben können für eine Schwachsichtigkeit spre chen. Und wenn das Kind
über ein zeitweiliges Dop pelt- oder Verschwommen sehen klagt, sollte e benfalls eine Abklärung der Augen stattfinden. Wie behandelt man eine Sehschwäche?
Kurzsichtigkeit, Weitsich tigkeit oder Hornhaut verkrümmung behandelt man mit einer Brille. Wenn die Sehschwäche einseitig durch ein (sichtbares oder unsichtbares) Schielen verursacht wurde, kann beispielsweise durch eine Abdecktherapie des guten Auges das schwächere trainiert werden.
Mehr zum Thema Sehschwäche auf migros-impuls.ch/sehschwaeche iMpuls ist die Gesundheitsinitiative der Migros.
Bilder: Getty Images, zVg
Häufiges Blinzeln oder rasches Ermüden beim Lesen – das können Anzeichen dafür sein, dass ein Kind schlecht sieht. Wie wird eine Sehschwäche behandelt, und was können Eltern tun, um die Sehkraft zu fördern?
Warum früh zu reagieren wichtig ist Beobachten Sie Ihr Kind und lassen Sie es bei Auffällig keiten von einer Orthoptistin oder einem Orthoptisten abklären. Wird ein Sehfehler nicht rechtzeitig erkannt und be handelt, kann schlimmsten falls eine Sehschwäche entstehen, die nicht mehr behandelt werden kann. Auch die Fähigkeit, dreidi mensional zu sehen, kann verloren gehen. Solche Seh störungen können später die Berufswahl beeinträchtigen.
Bei einseitigen Sehschwä chen zeigen sich oft keine Alarmzeichen. Ein kleinwink liges Schielen beispielsweise kann ein Laie kaum erkennen, deshalb heisst es auch so. Beim Schielen benutzt das Kind nur eines seiner beiden Augen aktiv. Die Sehschärfe am schielenden Auge kann sich dadurch nicht ent wickeln, und es entsteht eine Sehschwäche. Die Gefahr ist gross, dass diese Art von Sehschwäche erst spät entdeckt wird.
Schütze die Welt, in die unsere Kinder geboren werden.
Elena Wermelinger, Dipl. Orthoptistin HF, Medbase Kriens Mattenhof
oder -störung im Kleinkindalter entdeckt und erfolgreich therapiert wird. Können Eltern die Sehkraft beim Kind fördern?
Was tun, wenn man erkennt, dass das Kind schielt?
Das Schielen sollte bei einem Augenarzt mit einer Orthoptistin oder einem Orthoptisten gut abgeklärt werden. Diese Fachleute sind spezialisiert auf die Diagnose und Therapie von Schielerkrankungen, Sehschwächen, Augenzittern und Augenbewegungsstörungen. Je nach Schielform wird dann die richtige Therapie angeboten. Kann sich eine Sehschwäche eigentlich «auswachsen»?
Teilweise, aber nur mit der richtigen Behandlung. Die Sehfähigkeit entwickelt sich von Geburt an bis etwa zum zwölften Lebensjahr. Wichtig ist, dass eine Sehschwäche
Ja, indem sie das Kind immer wieder motivieren, im Freien zu spielen. Denn zu wenig Tageslicht oder stundenlanges Starren auf Bildschirme kann eine Kurzsichtigkeit fördern und verstärken. Auch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung mit Gemüse tut den Augen gut. Zudem sollten die Eltern ihr Kind bei einer verordneten Therapie motivieren und unterstützen. Wie kann man einer Sehschwäche vorbeugen?
Das Wichtigste ist, die Sehschwäche frühzeitig zu erkennen. Auch wenn ein Sehfehler bei anderen Familienmitgliedern bekannt ist, sollte präventiv eine Untersuchung bei einem Orthoptisten oder einer Augenärztin gemacht werden. MM
Gemeinsam für ein gesundes Klima.
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SEHSCHWÄCHE BEI KINDERN | 12.4.2021 | 59
PUBLIREPORTAGE
lieferdienstes wird geschätzt: So kann der Zmittag gemütlich und zuverlässig zur gewohnten Zeit genossen werden. Eine rundum gelungene Aktion: «Sie dörfed gern wiederemal cho!», so der einstimmige Tenor.
Die Tage werden wieder länger, die Sonne scheint, die ersten Blumen spriessen: Der Frühling ist da. Allerdings ist noch längst nicht alles wieder so, wie wir es wünschen würden. Gerade für ältere Menschen kann die Coronasituation zu schmerzhaften Einbussen in der Lebensqualität führen. Eine gute Mahlzeit ist in dieser Situation Seelennahrung. Wer schätzt es nicht, zu einer feinen, mit Liebe angerichteten Mahlzeit eingeladen zu werden? Dass das auch zuhause geht, beweist Menu Casa: Der moderne Mahlzeitendienst liefert eine Vielzahl von Menüs zum einfachen Aufwärmen nach Hause. Kurt Aeschbacher wollte im spontanen, persönlichen Gespräch mit MenuCasa-Kundinnen und -Kunden erfahren, ob dieser Service die Erwartungen erfüllt. Als Kurier lieferte er eine Reihe von Bestellungen selber aus. Erfreulicherweise waren die Reaktionen durchwegs positiv: «Manchmal habe ich fast Mühe zu entscheiden, was ich heute will», schmunzelt ein zufriedener Kunde über die Qual der Wahl. Eine andere Kundin weiss vor allem den reduzierten Aufwand zu schätzen: «Es ist wirklich eine Entlastung!». Auch die Pünktlichkeit des Menü-
Die Besuche sind als Video auf der Facebook-Seite von Menu Casa aufgeschalten. Markenbotschafter Kurt Aeschbacher Für TV-Legende Kurt Aeschbacher (72) steht der Mensch im Vordergrund. Seit seinem Rückzug aus der TV-Welt liegen ihm vor allem ältere Personen am Herzen. Er sieht besonders bei der Ernährung grossen Nachholbedarf.
Aeschbi‘s Osterüberraschung Vom Zmorge bis zum Znacht Und so funktionierts: Auf der Webseite oder der Speisekarte täglich aus 160 Artikeln und 40 Menüs die Lieblingsmahlzeit auswählen und bequem online bestellen. Die Mahlzeit wird bis an die Tür geliefert, ansprechend fixfertig auf einem Teller angerichtet. Das Essen kann im Backofen oder in der Mikrowelle aufgewärmt und zuhause genos-
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Kurz vor Ostern liess es sich TV-Legende und Menu CasaBotschafter Kurt Aeschbacher nicht nehmen, einige der Mahlzeiten persönlich auszuliefern. sen werden. Bei Bestellungen ab 50 Franken ist die Lieferung gratis. Die Mahlzeiten sind übrigens alle in der Schweiz hergestellt und 5 Tage im Kühlschrank haltbar. Interessiert am Menülieferservice von Menu Casa? Kontaktieren Sie uns noch heute für eine Degustation oder einfach, um mehr zu erfahren: www.menu-casa.ch
FINANZEN | 12.4.2021 | 61 Contentpartnerschaft
Bild: zVg
Gold hat an Glanz verloren
Thomas Pentsy ist Marktanalyst bei der Migros Bank.
Nicht alle Anlageklassen haben auf die Fortschritte bei der Bewältigung der Coronapandemie und den sich aufhellenden Wirtschaftsausblick positiv reagiert. So hat Gold als sicherer Anlagehafen im Gegensatz zu Industriemetallen an Glanz verloren. Das spiegelt sich in der Nachfrage aus dem Investmentbereich. Nach dem Durchbruch bei den Impfstoffen verzeichneten börsengehandelte Gold-Fonds (Gold-ETF) von November 2020 bis Februar 2021 in drei der vier Monate einen Abfluss. Allein im Februar flossen 4,6 Milliarden US-Dollar ab. Obwohl die Corona-Restriktionen die Wirtschaft weiter belasten, hält die ultralockere Geldpolitik der Noten banken im Verbund mit immensen Fiskalpaketen die Weltkonjunktur
auf dem Erholungspfad. Im Zuge weiterer Impffortschritte und nach lassender Restriktionen dürfte vorab in den USA das riesige staatliche Konjunkturpaket der Wirtschaft f rischen Schwung verleihen. In Erwartung einer kräftigen Wirtschaftsbelebung haben die Renditen langfristiger Anleihen daher angezogen, besonders in den Vereinigten Staaten. Kombiniert mit dem wieder festeren Dollar setzt dies dem Goldpreis zu. Wir erwarten keinen längerfristig destabilisierenden Inflationsschub und damit verbunden keine Trendwende hin zu stark steigenden Zinsen. Etwas höhere Realzinsen werden das Aufwärtspotenzial von Gold zwar einschränken. Angesichts hoher Staatsverschuldungen haben Zentralbanken
aber keine Eile, die Zinsen anzuheben. Sie behalten ihren expansiven Kurs voraussichtlich bei, bis die Covid-19- Pandemie fest unter Kontrolle ist. Der Dollar-Gegenwind wird angesichts des grossen US-Haushaltsund Leistungsbilanz-Defizits nicht wesentlich stärker werden. Und ab der zweiten Jahreshälfte dürfte eine steigende Nachfrage aus der Schmuck industrie den Goldpreis stützen. Da wir der Preiskorrektur und unserem angepassten Basisszenario für zehnjährige US-Staatsanleihen Rechnung tragen, nehmen wir unsere Goldprognose jedoch leicht zurück. Wir sehen Gold in einer Konsoli dierungsphase und erwarten auf die Sicht von 12 Monaten einen Unzenpreis von 1750 Dollar. MM
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Genossenschaft Migros Basel
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TIPP DER WOCHE
Ägypten ganz nah Im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig können die Besucherinnen und Besucher 5000 Jahre Kultur aus dem Mittelmeerraum erleben. Seit der Wiedereröffnung der Museen Anfang März zeigt das Antikenmuseum seine altägyptische Sammlung «Ägypten. 3000 Jahre Hochkultur am Nil». Sechs Themenbereiche gewähren faszinierende und lehrreiche Einblicke in das geheim nisvolle Land der Pharaonen. Mit dem spielerischen Kinderparcours und dem spannenden Audioguide ist diese Inszenierung ein Erlebnis für die ganze Familie. Info: antikenmuseumbasel.ch
Seidenbandindustrie Das Museum.BL widmet sich in seiner Ausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise» der Posamenterei, die für eine lange Zeit die Region Basel prägte. Texte: Moritz Weisskopf und Selina Meyer
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arbenprächtige Basler Seidenbänder zierten im 19. und 20. Jahrhundert Hüte und Kleider welt weit. Gewebt wurden die Bänder in Heimarbeit in Dörfern der Basler Landschaft und in Fabrik arbeit. Die Bandweberei – auch Posamenterei – war der wichtig ste Erwerbszweig in der Region Basel. Die Ausstellung «Seiden band. Kapital, Kunst & K rise» im Museum.BL beleuchtet das Leben der Textilarbeiterinnen, Fabrik herren und Heimposamenter- Familien und zeigt die Bandher stellung von der Seidenraupe bis zum S eidenband. Eine Attraktion sind drei Bandwebstühle aus den vergangenen 250 Jahren. Zwei da von zeigt das Museum.BL regel mässig in Aktion. Die gewaltigen Maschinen faszinieren mit ihrem Rattern und dem Spiel der bunten Fäden. Für Familien und Schul klassen gibt es verschiedene Mög
lichkeiten, die Ausstellungsthemen spielerisch zu vertiefen: So können sich Kinder mit Kaffeemühle und Fünfliiber auf die Spuren der Heimpo samenterinnen begeben, mit Garn und
Bändern am Kinderwebstuhl arbeiten, sich als Bandfabrikanten verkleiden oder mit historischen Druckstöcken Geschenkpapier kreieren. MM Info: museum.bl.ch
Grossstadtfieber Für die einen ist die Stadt ein Ort voller Dynamik, andere verbinden damit Laster und dunkle Seiten. Manche entdecken den Dorfcharakter, andere verzweifeln an der Anonymität. Das Cartoonmuseum Basel zeigt noch bis Sonntag, 20. Juni, die Ausstellung «Big City Life». Dort sind Werke zu sehen, die sich mit dem Thema Grossstadt ausein andersetzen. So unter schiedlich wie die Perspektiven der Künst lerinnen und K ünstler, sind auch die Kunst werke. Das Cartoon museum Basel widmet sich als einziges Schweizer Museum ausschliesslich der Kunst der narrativen Zeichnung.
In der aktuellen Ausstellung im Museum.BL ist auch ein Bandwebstuhl in Aktion zu sehen.
Info: cartoonmuseum.ch
Foto: Georgios Kefalas
Digitale Kartografie Kartografie ist eine in der Antike entwickelte Wissen schaft, die die Vermessung und Konstruktion der Welt anstrebte und die Kommunikation und den wirtschaft lichen Austausch zwischen Menschen und Kulturen er möglichte. Das Haus der elektronischen Künste widmet sich in der Ausstellung «Shaping the Invisible World» noch bis 23. Mai der digitalen Kartografie. Die Künstle rinnen und Künstler schaffen dabei spektakuläre Pano ramen und virtuelle Szenerien, um über die kulturellen Auswirkungen der digitalen Technologien auf unser Verständnis der Welt nachzudenken. Info: hek.ch
Im Cartoonmuseum Basel läuft zurzeit die Ausstellung «Big City Life».
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Zuerst kommt der Kuchenboden in die Form. Die kleinen Kuchen gibt es in sieben verschiedenen Sorten. Der Schokoladenkuchen (rechts) ist i mmer im Sortiment. Den Rhabarberschaum gibts nur s aisonal (rechts unten).
Sündhaft süsse Abwechslung Die Patisserie Artisanale der Migros Basel stellt Tag für Tag superfeine Spezialitäten her. Die neueste Kreation heisst «kleine Sünden».
Konditor Mirko Eckenstein stellt in der Patisserie Artisanale in der Migros Basel täglich frische Kuchen her.
Text und Bilder: Moritz Weisskopf
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s ist wahrscheinlich eine der verlockendsten Erfin dungen der Menschheit: das Dessert. Kaum je mand kann ihm widerstehen – schliesslich verführt es uns schon seit Jahrtausenden zum süssen Genuss. So wurden in Keilschrift niedergeschriebene Kuchen rezepte der Sumerer aus der Zeit um 1400 v. Chr. gefunden. Die Konditorinnen und Kon ditoren der Patisserie Artisanale in der Migros Basel haben das
Dessert beziehungsweise Torten und Kuchen demnach zwar nicht erfunden, trotzdem kreieren und perfektionieren sie eine herrliche Auswahl dieser feinen Leckereien. Sei es die klassische Schwedentorte, den luftigen Pa riserring oder die unverkennbare Saint-Honoré. Jeden Tag zeigen sie ihr Können, indem sie süsse Spezialitäten erschaffen. Seit die ser Woche wird das Konditorei sortiment von speziellen Kuchen ergänzt, die ein bisschen kleiner
sind als üblich. «Kleine Sünden» heissen sie, nicht ohne Grund. Perfekte Grösse, handgemacht
«Sie sind süss, abwechslungs reich und genau richtig für eine kleine Runde», erklärt Konditor Mirko Eckenstein. Gerade in der aktuellen Situation, in der von grossen Tafelrunden mit Kuchen und Torten eher abgeraten wird, haben die kleinen Sünden das ideale Format. Insgesamt gibt es sieben verschiedene kleine Sün
den. Zwei davon – die Quarktorte und der Schokoladenkuchen – sind immer erhältlich. Die ande ren wechseln sich saisonal ab. So ist auch Mirko Eckensteins per sönlicher Favorit eine der saiso nalen Spezialitäten: der Rhabar berschaum – ein saftig-weicher Rhabarberkuchen mit einer fri schen, luftigen Meringue-Haube. Egal, welches Dessert gerade her gestellt wird, es geschieht stets in Handarbeit. Mit flinken und ver sierten Handbewegungen sticht
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20 × Cumulus auf «Kleine Sünden» vom 13. bis 26. April Preis Fr. 7.90
Rückblick auf 2020
Aktuelle saisonale Sünde: Rhabarberschaumkuchen
Der feine Schokoladenkuchen ist ganzjährig erhältlich.
Dauerhaft im Sortiment ist auch die Quarktorte.
Mirko Eckenstein den Kuchen boden aus, bereitet den Schoko ladenteig zu, giesst die Quark masse in die Form und besprüht den Rhabarberkuchen mit frisch geschlagenem Meringue. Danach gelangen die Kuchen direkt in die Filialen und landen wenig später auf den Tellern der Kund schaft. Deshalb tragen die kleinen Sünden auch das Label «Frisch & Handgemacht». Wenn man in Deutschland für den Nachmittag nach Hause ein
geladen wird, weiss man, dass es Gebäck, Kuchen und Kaffee gibt. Dazu nette Gespräche. Zu Jubi läen, an Feiertagen, Geburts tagen, sonntags oder einfach mal an einem Wochentag wird die Zeit zwischen Mittag- und Abendessen gerne mit einem süssen Intermezzo überbrückt. Von Sachsen aus nach Europa
Diese typisch deutsche Tradition entstand im 17. Jahrhundert mit der Eröffnung des ersten Kaffee
hauses im sächsischen Leipzig, von wo aus sie sich rasch über alle Landesteile aber auch in andere Länder wie Österreich, England und die Schweiz verbreitete. Auch in der Region Basel wird der nach mittägliche Plausch bei Kaffee und Kuchen von Jahr zu Jahr ausgiebiger gepflegt. «Da kommen unsere kleinen Sünden ja gerade recht», schmunzelt Mirko Ecken stein, während er eine Ladung frisch duftender Schokoküchlein aus dem Ofen holt. MM
Die 369. Sitzung des Genossen schaftsrates, die am 23. März erneut online abgehalten wurde, stand im Zeichen des frisch gedruckten Geschäftsberichts. Doch bevor die Sitzung mit den ersten Traktanden begann, gedachten der Verwaltungsrats präsident Werner Krättli und die Rätinnen und Räte in einer Schweigeminute des kürzlich verstorbenen Geschäftsleiters Stefano Patrignani. Ratspräsi dentin Monika Guth informierte im Anschluss die Anwesenden über Neuigkeiten aus der letzten Bürositzung, unter anderem die Ende Jahr auslaufende Amtszeit von Werner Krättli. Danach präsentierten René Lori, Leiter des Departements Supermarkt/ Gastronomie, und der stellver tretende Geschäftsleiter Tho mas Truninger in wesentlichen Punkten das Geschäftsjahr 2020, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Die Supermärkte verzeichneten einen wesentlich höheren U msatz als im Jahr zu vor, dafür mussten geschlossene Bereiche wie Fitness oder Klub schule Einbussen in Kauf neh men. «Wir verzeichnen ein Um satzplus von rund 58 Millionen Franken», e rklärte Thomas Truninger. Es habe sich auch eine Veränderung im Kundenverhal ten bemerkbar gemacht. «Der Einkauf im Quartier ist wichtiger geworden, regionale und Biopro dukte waren wesentlich stärker gefragt», so René Lori. Zu den Highlights im vergangenen Jahr zählten die Eröffnung des Mi gros-Partners Therwil, die Revi talisierung des Drachen-Centers sowie der unglaubliche Einsatz der Mitarbeitenden. Für René Lori war es die letzte Genossen schaftsratssitzung, da er per 1. April in Pension ging und seine Position an Lukas Sommer über gab. Auf schriftlichem Weg ge nehmigten die Ratsmitglieder da nach Erfolgsrechnung, Verwen dung des Bilanzgewinnes und die Entlastung der Verwaltung zuhanden der Urabstimmung.
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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 18.4.2021, 24 Uhr
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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Was muss man manchmal aufziehen? K manche Segel
D andere Saiten
M einige Seiten
Man kann kämpfen wie ein … O Bäcker
I
E Berserker
Besetzer
Was ist eine Attitüde? S Bogenbrücke
N Haltung
R Hormon
A Gemeinde
1 1
S Privatbesitz
Mit was wird im Neuen Testament in einem Gleichnis das Reich Gottes verglichen? I
M Senfkorn
Rosenblüte
D Zuckerschote
In welchem Schweizer Hafen steht seit 1894 ein Leuchtturm? P Thun
E Zürich
A Genf
1
2
N Meermappen 3
4
5
3 2
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Sudoku Lösung Nr. 14
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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 14
E 1 4
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
T Wasserpläne 6
2 3
Bimaru
Wie nennt man Ozeankarten? L Übersegler
4 1
Lösung: Lösung:
Wem gehört die Insel Ufenau im Zürichsee? K Kloster
ALLERLE I ABR I NNEN ANF L EHEN BE I LE I BE BORUSS I A B E QU EME N BOTSUANA E I E RMA N N D E Z I MA L E O LF HA RN M EI SI KE A E E RG EN L LI A CH SU R EM SZENER I E SENFGLAS TRENNUNG T E ENAGER UML A U F E N URKANTON V I RULENT
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R O U T I Lösung Nr. 14 N E N START
D I V E R S E S
E L A S S I N G A T M A S S E S S E R N E T Quiz A Lösung Nr. 14 G E QUADRAT
Sudoku Gewinner Nr. 13
Paroli Gewinner Nr. 13
Quiz Gewinner Nr. 13
Gilbert Metzger-Walther, Bubendorf BL; Françoise Béné, Grand-Lancy GE
Franziska HofmannAeschbacher, Wädenswil ZH; Helene Lüthi, Thun BE
Fredy Hubacher, Wanzwil BE; Ines Schmid, Wettingen AG
70 | 12.4.2021 | MEINE WELT
«Ich bin ein Sneakers-Junkie» Ihre Stimme kennen viele. Jahrelang stand Rita Roof auf der Bühne, als Backgroundsängerin bei Dodo, Lo & Leduc oder Steffe la Cheffe. Jetzt tritt sie mit ihrem ersten Soloalbum in den Vordergrund. Text: Rahel Schmucki Bilder: Désirée Good
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Name: Rita Roof (39) Wohnort: Zürich Das läuft bei mir: «Ich bin in Guatemala geboren und in den USA aufgewachsen. Seit ich elf Jahre alt bin, lebe ich in der Schweiz. Ich spreche also Spanisch, Englisch und Deutsch. Mit meinem 14-jährigen Sohn lebe ich in Zürich. Seit ich mich erinnern kann, habe ich immer gern gesungen und bin auch bereits in der Schule aufgetreten. Nach meiner KV-Lehre habe ich angefangen, als Backgroundsängerin bei mehreren Schweizer Musikerinnen und Musikern zu singen. Ich stand mit Lo & Leduc, Dodo, Dabu Fantastic, Nemo oder Steff la Cheffe auf der Bühne. Vor fünf Jahren habe ich begonnen,eigene Lieder zu schreiben, und am 16. April kommt mein erstes Album ‹Stimm i mir› heraus.»
MEINE WELT | 12.4.2021 | 71
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1 Mein Studio «Seit zwei Jahren singe ich in meinem Gesangsraum in Zürich Altstetten. Hier habe ich mein Album aufgenommen und gebe Gesangsunterricht. Es ist aber nur ein Provisorium. Im untersten Stock des Gebäudes haben wir gerade eine Baustelle, denn da e ntsteht mein neues Studio.» 2 Meine Mama «Es gibt niemanden, der mich so gut versteht wie meine Mutter. Sie ist meine beste Freundin.»
Mein Lieblingsprodukt «Ich koche gern thailändisches Essen, und dafür brauche ich oft Kokosmilch.»
3 Mein Team «Dodo und Jegi kenne ich aus meiner Zeit als Backgroundsängerin. Die beiden sind mein Produzententeam und feilen mit mir stundenlang an der Musik und an den Texten..» 4 Meine Schuhe «Ich bin ein absoluter Sneakers-Junkie, ich habe knapp 20 Paar im Schrank. Das sind viel weniger, als ich gerne hätte. Hohe
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Schuhe ziehe ich nur an, wenn ich muss. Zum Beispiel auf dem roten Teppich.» 5 Mein Glücksbringer «Die Kette hat mir meine Grossmutter zum 18. Geburtstag geschenkt. Seither habe ich sie fast nie abgelegt. Die sieben Ringe stehen für ein langes Leben, für gute Freunde, Gesundheit, Reichtum, Liebe, Frieden und Glück.» 6 Mein Lieblingsbuch «Ich lese viele Bücher auf meinem E-Book. Immer auf Englisch, weil das meine Muttersprache ist. Das Letzte, das mich so richtig rein gezogen hat, war ‹Ich weiss, warum der gefangene Vogel singt› von Maya Angelou.» MM
Feelgood auch für die Natur. Mehr Bio-Früchte und -Gemüse denn je.