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Migros magazin 15 2018 d bl

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MM15, 9.4.2018 www.migrosmagazin.ch

Trotz Datenaffäre: Fans bleiben Facebook treu Seite 6

Häusliche Gewalt: Besuchsrecht für Täter?

Bild: Daniel Winkler

Seite 12

«Lord of the Rings»-Star

Andy Serkis: Der Mann hinter Gollum über die digitale Wende im Film Seite 20

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MM15, 9.4.2018  3

S Editorial

Soll ich ...? Oder soll ich nicht? Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Wochen oft gestellt. Soll ich dem Aufruf #DeleteFacebook folgen, mein Facebook-Konto löschen und 721 «Freunden» Adieu sagen? Um den Konzern zu bestrafen, der zugelassen hat, dass die Daten von 87 Millionen Nutzern an die zwielichtige Firma Cambridge Analytica gelangt sind? Die soll damit die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten beeinflusst haben. Dass Facebook eine Datenkrake ist, ist nicht neu. Möglichst viele Userdaten sammeln, um möglichst spezifische Werbung auszuspielen, ist ja der Sinn der Sache. Aus Sicht der Aktionäre. Als Nutzer nimmt man die Datensammelwut in Kauf – man ist auf Facebook, um sich mitzuteilen, zu informieren, mit Freunden auszutauschen und an deren Leben teilzuhaben – oder an dem, was sie preisgeben. Ich selbst bin ein schlechter Facebook-Nutzer. Mein letzter Post war im Oktober 2017. Doch ich zögere, mein Konto zu löschen. Denn es gibt eine Handvoll Leute, mit denen ich nur über Facebook in Kontakt stehe. Sie über andere Kanäle zu finden und zu kontaktieren, wäre ein Aufwand, den ich scheue. Mich von Facebook zu verabschieden, hiesse deshalb, mich von diesen Menschen zu verabschieden. Endgültig.

Bilder: Jorma Müller, Michael Sieber

Facebook: ein notwendiges Übel? Offenbar. Für unseren FacebookBeitrag (Seite 6 und 7) haben wir nämlich jemanden gesucht, der dem Medium wegen der Datenschutzdebatte den Rücken gekehrt hat. Gefunden haben wir keinen ...

Inhalt Menschen 6  Diese Woche

Wie stark schwächelt Facebook?

8  Drei Schwestern, ein Ziel

Julia, Lilly und Paula Gross rennen im Orientierungslauf vorne mit

8

11  Bänz Friedli 12  Häusliche Gewalt

Wenn das Besuchsrecht des ­Täters für das Kind und seine Mutter zur Qual wird

71  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

16 Infografik

Leben

Sind Sitzungen wirklich nützlich? Wissenswertes zur Meetingkultur

77  1, 2 oder 3? 79  Zahlen per Handy 81  Balzende Bergpapageien 83  Stadt, Land, Stutz

19 Jaël 20  Interview mit Andy Serkis

Der Gollum-Star über die digitale Revolution in der Filmindustrie und sein neues Werk «Breathe»

84 Gesundheit

Physiotherapie für Babys

Migros-Welt

86  Kinder: Ausgewandert 88  Auto: Citroën C3 Aircross

34  Dirigent Valery Gergiev 38  Die neuen «Royals»

91 Leseraktion 93 Glücksgriff 95 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus

42  Kleine Alltagshelfer 45 Migusto

Feurig: Risotto mit Peperoni

102  Meine Welt

65  Nahtlose Unterwäsche 68  Buntes für den Frühling

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Franz Ermel, Leiter Redaktionen franz.ermel@migrosmedien.ch

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Menschen

Darauf freuen wir uns Time Warp Ab 10. April geht im Zürcher Theater 11 die legendäre «Rocky Horror Show» über die Bühne: bizarr, bunt und herrlich hemmungslos …

MM15

Käsefondue In den USA feiert man am 11. April den National Cheese Fondue Day. Dem schliessen wir uns gern an.

Mein Bild der Woche

«Quizfrage: Was machen die beiden Arbeiter auf diesem Bild? a) Sie schürfen nach Gold. b) Sie räumen nach ­einem Verkehrsunfall die Scherben auf. c) Sie stehlen Gras für den örtlichen Fussballplatz. d) Sie jagen Dachse.

Bilder: iStockphoto/Getty Images, Johanna Bossart/Landbote, Marco Zanoni

Bernard Thurnheer (68) berichtet auch nach seiner Pen­ sionierung über Fussballspiele, schreibt Bücher und hält Vorträge.

Unnützes Wissen

Sportliche Kuriositäten Der Erfinder des Wortes «Jogging» hiess James Fixx – er starb beim Joggen.

Antwort: Nichts von alledem! Diese Gärtner pflanzen Sträucher und bilden d ­ amit einen Korridor, der die Frösche und Kröten zu den Tümpeln leitet, wo sie laichen können. Auch die Amphibien spüren den Frühling!»

Bis zu 20 000 Kilokalorien nimmt ein Sumoringer ­täglich zu sich. Beim Beachvolleyball für Frauen kommt es zur ­Disqualifikation, wenn die Hös­chen an der Seite breiter als 3,5 Zentimeter sind.

Liebste App: zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Thomas Brand (34), Maschinenanlageführer, Wünnewil FR So informiere ich mich: «Im Internet» Dafür bin ich zu alt: «Ich fühle mich für nichts zu alt.» Da bin ich analog: «Anstatt am Computer zu gamen, spiele ich lieber draussen Pingpong.»

«20Minuten»

1969 führten El Salvador und Honduras fast 100 Stunden lang Krieg – ­wegen ­eines Fussball­spiels.

Die ersten Cheerleader in den USA waren Männer. Wettfurzen war im historischen Japan ein an­ erkannter Sport. Quellen: kabeleins.de, riva


6  MM15, 9.4.2018 | MENSCHEN

Ein Social-MediaGigant im Visier: Das Geschäftsmodell von Facebook steht in der Kritik.

Diese Woche

Facebook in der Krise?

Zahlen und Fakten

45

Prozent der Schweizer Bevölkerung waren Ende 2017 aktive Nutzer von Facebook, das sind zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Das soziale Netzwerk steht politisch und an der Börse unter Druck. Die Nutzer hingegen scheinen Facebook die Treue zu halten – trotz undurchsichtiger Datennutzung und politischer Manipulation.

6,4 93

Prozent der Schweizer nutzten 2017 Internet und soziale Medien via Smartphone, 2009 waren es nur 50 Prozent. Quellen: IGEM, Xeit GmbH

E

lon Musk hat es getan: Er hat die Facebook-­Accounts für seine Vorzeigeunternehmen Tesla und SpaceX gelöscht. Comedian Will Ferrell hat das Gleiche angekündigt, mit deutlichen Worten: «In der heutigen Zeit, in der Fehlinformationen grassieren, ist es wichtig, dass wir die Wahrheit schützen. Ich kann nicht mehr mit gutem Gewissen die Dienste eines Unternehmens in Anspruch nehmen, das die Verbreitung von Propaganda erlaubt und sie direkt auf die Schwächsten ausgerichtet hat.»

Ein Massenexodus ist dennoch nicht in Sicht, trotz der schlechten Presse für Facebook wegen fragwürdiger Datennutzung und politischer Manipulation. Allerdings sinkt der Aktienkurs seit Anfang 2018, und seit Jahren findet eine schleichende ­Abwan­derung der Jugend statt. 2017 hat das soziale Netzwerk in den USA 2,8 Millionen Nutzer unter 25 Jahren verloren, die Hälfte davon sind Teenager, die Instagram oder Snapchat interessanter finden. Die Jugendlichen, die Facebook den Rücken kehren, tun dies aller-

dings kaum je, weil sie sich um die Sicherheit ihrer Daten sorgen. Viele sprechen von einer «Befreiung», sind froh, dass sie plötzlich mehr Zeit für anderes haben und dem ständigen Druck der «Likes» nicht mehr ausgesetzt sind. Einige sagen, sie kämen sich vor wie Exjunkies. Global hingegen steigt die Popularität von Facebook weiter: Ende 2017 verzeichnete das Netzwerk weltweit rund 2,1 Milliarden aktive Nutzer – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sind 1,4 Milliarden täglich aktiv.

Bilder: Christophe Simon / AFP, zVg

Millionen in der Schweiz nutzten Ende 2017 Whatsapp, das populärste soziale Netzwerk der Nation. Facebook steht mit 3,7 Millionen aktiven Nutzern nach Youtube auf Platz drei.

Text: Ralf Kaminski, Reto Vogt


MENSCHEN | MM15, 9.4.2018  7

Facebook-Nutzung

Daten schützen im Netzwerk – Fragen und Antworten Wie schütze ich als Facebook-­ User meine Daten am besten? Man muss die Privatsphäre-Einstellungen regelmässig prüfen. Besser geschützt ist, wer ausserdem keine Apps von Drittanbietern verwendet und Facebook nicht mit Diensten Dritter ­verknüpft. Sicher ist man aber auch dann nicht – es gehört zum Kern­geschäft von Facebook, die Daten der Nutzer weiterzuverwenden, um ihnen möglichst passende Werbung anzuzeigen.

1

Bin ich auch als Nicht-­ Facebook-User betroffen? Ja. Wenn jemand Ihre Handy­ nummer oder E-Mail-Adressen in seinen Smartphone-Kontakten gespeichert und sein «Telefonbuch» bei Facebook hochgeladen hat, kennt das soziale Netzwerk auch Ihre Kontaktdaten. Durch Cookies auf Ihrem Computer kennt Facebook ausserdem Ihre Interessen.

2

Kann ich mich davor schützen, mit Fake-News in meiner Timeline manipuliert zu werden? Ja. Folgen und interagieren Sie nur mit seriösen Seiten und Freunden. Melden Sie alles, was nach Fake-News riecht, und lassen Sie Facebook wissen, dass Sie nicht daran interessiert sind.

3

Facebook hat angekündigt, Gegenmassnahmen zu ­ergreifen. Bringen die etwas? Facebook will den Zugriff von D ­ rittanbietern auf Nutzerdaten einschränken. Hinsichtlich Privatsphäre bringt das nicht viel: Statt bei weiteren Unternehmen sind die Daten bei Facebook gespeichert.

4

Wie melde ich mich von ­Facebook so ab, dass auch all meine Daten sicher gelöscht sind? Sie können Ihr Konto löschen unter facebook.com/help/delete_account Das heisst aber nicht, dass Facebook danach Ihre Daten nicht mehr besitzt – Sie haben bloss keinen Zugriff mehr darauf.

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Gibt es eine gute Alternative zu Facebook, die Ähnliches bietet, aber sicherer ist? Nein, keine ernstzunehmende. ­Alternative Dienste wie Instagram oder Whatsapp gehören ausserdem demselben Konzern.

Strassenumfrage

Sind Sie immer noch bei Facebook?

6

Wie kann ich sicherstellen,   7 dass meine Onlinedaten nicht in falsche Hände geraten? Veröffentlichen Sie online und in sozialen Medien nur, was Sie auch ohne Zögern in der Öffentlichkeit zeigen oder erzählen würden. Es gibt keine 100-­prozentige Sicherheit, dass nichts in falsche Hände gerät. Wer sich dieser Sicherheit einigermassen annähern will, muss komplett offline gehen, also weder Internet noch Smartphone nutzen und mit nie­mandem vernetzt sein, der all diese Dienste nutzt. Facebook steht zwar politisch und an der Börse unter Druck, aber bis dato gibt es keinen Massen­ exodus von Usern. Wie kommt das? Facebook ist ein nicht unbedeutender Teil vieler Lebenswelten geworden, sodass die Hürden hoch sind, wenn es darum geht, sich auszuklinken. «Die Alternativen sind nicht vegleichbar, man würde einiges einbüssen», sagt der deutsche Internetsoziologe und Informatiker Stephan Humer. «Das wollen viele nicht.» Zudem würden die Datenschutzprobleme «allzu oft und gern» einfach ausgeblendet.

Kinga Inauen (35), Lehrerin, Unterengstringen ZH «Ja, aber ich gebe nur wenige persönliche Daten bekannt. Das Netzwerk ermöglicht mir, mit Freunden weltweit in Kontakt zu bleiben, deshalb steige ich nicht aus.»

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Facebook-­Usern scheint also weitgehend egal zu sein, was mit ihren D ­ aten passiert. Warum? Nochmals Stephan Humer: «Digi­ talisierung ist ein extrem komplexes Thema. Wer kann schon wirklich gut und richtig entscheiden, was er wann braucht und was nicht? Bis wir gut funktio­nierende Daumen­ regeln für die digitale Welt haben, wird es noch eine Weile dauern. Bis dahin werden viele Menschen resignieren, igno­rieren, wegschauen – bis es sie persönlich trifft und auch daten­technisch schmerzt.» MM

Stefan Eigenmann (58), Verwaltungsangestellter, Bassersdorf ZH «Ich bin vor zehn Jahren ausgestiegen, weil der Suchtfaktor zu hoch war. Ich fühlte mich unfrei. Es war nicht leicht, aber ich bin froh, da raus zu sein.»

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Shiro Wirz (37), Restaurantmanager, Zürich «Ich war nie bei Facebook und fühle mich jetzt sehr bestätigt. Ausserdem bevorzuge ich es, meine Freunde direkt zu sehen, und will meine Zeit nicht online vertrödeln.»


8  MM15, 9.4.2018 | MENSCHEN

Orientierungslauf

Mit Köpfchen durchs Gelände Die drei Schwestern Julia, Lilly und Paula Gross eint die Leidenschaft für den Orientierungslauf. Ein Sport, der viel Koordination und ein sehr hohes Mass an Konzentration verlangt. Für die Schweizer Meisterschaften am 15. April haben die drei grosse Pläne. Text: Reto E. Wild  Bilder: Michael Sieber

E

s gibt einige erfolgreiche Geschwisterpaare in der Welt des Schweizer Sports: Die Ski-Olympiasiegerinnen Michelle und Dominique Gisin mit ihrem Bruder Marc etwa, die Fuss­ baller Xhaka oder die drei Rodriguez-­ Brüder. Und auch Julia, Lilly und Paula Gross, die im Orientierungslauf (OL) regelmässig Triumphe feiern. Zu ihrem Sport fanden die drei Schwestern durch ihren Vater. «Er hat uns an Wettkämpfe mitgenommen, und wir waren von der Atmosphäre begeistert», sagt Julia. Einen prägenden Eindruck hinterliess auch Simone Niggli-Luder, als sie an der Heim-WM 2003 in sämt­lichen Orientierungslauf-Disziplinen Gold gewann. Sport als Lebensschule

«Man weiss nie, was einen in einem Wettkampf erwartet», erklärt Julia ihre Begeisterung für ihre Sportart. Und Paula ergänzt: «Es ist spannend, sich mit dem Gelände auseinander­ zusetzen. Im Tessin beispielsweise ist es brutal steil, und der laubbedeckte Boden macht das Laufen anstrengend.» Orientierungslauf, so Julia, sei wie eine Lebenshilfe. «Durch den Sport habe ich gelernt, mich zu fokus-

sieren und Strategien für schwierige Situationen zu entwickeln.» Lilly sagt: «Seit ich Sport betreibe, weiss ich, dass es sich lohnt dranzubleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.» 2012, 2015 und 2016 gewannen die drei Gold an den Staffel-Schweizermeisterschaften im Orientierungslauf für die OL Zimmerberg. Am 15. April könnten sie nun beim diesjährigen Wettkampf in der Nähe von Münchenbuchsee BE erneut Geschichte schreiben. «Unser Ziel», sagt Lilly, «sind die Top 3. In welcher Reihenfolge wir starten, halten wir geheim.» Aus gutem Grund: Im Team des stärksten Konkurrenten OL Norska steht die 23-fache Orien­ tierungslauf-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder (40). Allerdings müssen die Schwestern grosse Namen nicht scheuen: Julia zählt als Mitglied des Elite-A-Kaders zu den drei besten Läuferinnen der Schweiz, was sie vor drei Wochen mit Gold vor Simone Niggli an den Schweizer Meisterschaften im Nacht-­ Orientierungslauf unterstrich. Paula gehört als Mitglied des B-Kaders zur erweiterten Orientierungslauf-Spitze, und Lilly, die wie Paula noch bei den Eltern in Richterswil ZH lebt, gewann ebenfalls vor drei Wochen in der

Teamwertung über 10 Kilometer eine Silbermedaille auf der Strasse. Nun allerdings hat sie sich entschieden, sich auf ihren Beruf als medizinische Praxisassistentin zu konzentrieren und beginnt im Herbst ein Heilpädagogikstudium. «Ich hätte einen längeren Aufenthalt in Skandinavien machen müssen, um meine Technik zu verbessern», sagt Lilly. «Ich habe meinem Beruf den Vorzug gegeben.» Julia, die in Zürich Oerlikon wohnt, sagt hingegen mit Stolz, sie sei von Hauptberuf Spitzensportlerin und komme auf wöchentlich 15 Trainingsstunden. Nur selten übernimmt sie Stellvertretungen als Primar­lehrerin.


MENSCHEN | MM15, 9.4.2018  9

Paula absolviert eine Aus­bildung zur Sekundarlehrerin und ist deshalb bei der Trainingsgestaltung ebenfalls flexibel. Lilly sagt über Paula: «Sie gibt in einem Wettkampf alles – bis zum Umfallen. Manchmal stellt sie allerdings zu hohe Ansprüche an sich und müsste mit dem Erreichten schneller zufrieden sein.» Und Paula urteilt über Julia: «Sie ist sehr kon­stant.» Lilly beeindruckt ihre Schwestern mit ihrem eisernen Trainingswillen. Gibt es denn keine Konkurrenz unter den Schwestern, die gerne wie Freundinnen gemeinsam «käfelen»? «Momol», sagt Julia. «Aber es spornt an. Vor ein paar Tagen war Paula im Training erstmals schneller als ich.

Jetzt muss ich natürlich Gas geben.» Gemeinsam trainieren können die drei immer seltener, auch weil Lilly durch ihren Beruf ausgelastet ist. Julia und Paula sehen sich hingegen während der Trainingslager des Nationalkaders öfter. Letzter Start mit Familiennamen

An den bevorstehenden Staffel-­ Meisterschaften kommt es zu einer Dernière: Die Schwestern werden zum letzten Mal unter dem gemeinsamen Familiennamen starten. Julia wird am 19. Mai ihren Freund hei­raten, am selben Tag, an dem sich Meghan Markle und der britische Prinz Harry das Ja-Wort geben. Kurz

davor, zwischen dem 5. und 13. Mai, finden die Orientierungslauf-Europameisterschaften an diversen Orten im Tessin statt. Julia und Paula haben gute Chancen, sich dafür zu qualifizieren. Im kommenden Jahr richtet die OL-Hochburg Norwegen die Weltmeisterschaften aus. Das Land sei aus sportlicher Sicht besonders reizvoll, meint Julia. «Mir fehlt die Motivation also auch nach der EM und meiner Hochzeit nicht.» Paula möchte den Schritt ins A-Kader schaffen und erstmals an einer WM teilnehmen. «Doch vieles muss zusammenspielen, bis es wirklich klappt», sagt sie. Bleibt zu hoffen, dass es auch so kommt. MM

Ein Bild mit Seltenheitswert, v. l. n. r.: Paula (21), Julia (26) und Lilly (24) trainieren gemein­sam im Wald des Zürichbergs.


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MENSCHEN | MM15, 9.4.2018  11

Bänz Friedli

Irgendwo in Wyoming «Go, Lions, go!» Die Rufe sind von weit her zu hören. «Go, Lions!» Und die Lions sind, wie sich beim Näherkommen zeigt, Löwinnen. Sie spielen Lacrosse, die Sportart, bei der es dar­ um geht, einen Ball mittels eines Körbchens, das vorn an einem Stab befestigt ist, aufzufan­ gen und weiterzubefördern. Eine Art Land­ hockey in der Luft. Am besten googeln Sie es! «It’s a blue ball, it’s a blue ball!», feuern Auswechselspielerinnen ihr Team von der Seitenlinie an, und die Trainerin schreit ein ums andere Mal: «Crash!» Eine Anweisung an die Verteidigerinnen, mit ihren Schlägern, den sogenannten Sticks, Schüsse der gegne­ rischen Stürmerin zu verhindern. «Crash! Crash!» Die Trainerin trägt Glatze, ist eine markante Erscheinung. Und: Sie ist laut! «Crash!» Ansporn, Jubel und Lachen, wild durcheinander. Spielerinnen, Fans und Betreuer wuseln herum, alle sind fröhlicher Stimmung und keineswegs verbissen. Nun ruft eine vom Spielleiterinnentisch: «Seven minutes to go», und man wähnt sich irgend­ wo in Wyoming oder in der kanadischen Provinz, wo Lacrosse Nationalsport ist.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (52) findet: Es lebe der Sport!

Aber wir sind am Rand einer Schweizer Stadt, «Zurich Lions» messen sich mit «Wettingen Wild», und weil viele der Spiele­ rinnen aus Nordamerika stammen und die meisten Hiesigen die Sportart während ihres Austauschs drüben kennengelernt haben,

wird durchwegs Englisch gesprochen. Ich lasse mich von der Unbeschwertheit ringsum tragen. «Go, Lions!», rufe nun auch ich. Beherzt, aber fair kämpfen die jungen Frauen. Sie haben vielleicht keine Model­ figuren, also nicht diese ausgezehrten, mager­ süchtelnden Körper aus dem Hochglanz­ prospekt, aber sie sind allesamt sportlich. Und vor allem: cool. Ein fröhlicher Haufen aller Hautfarben und Herkünfte. Nebenan geben Fünft-Liga-Kicker mit Schmerbäuchlein ihr Bestes, engagiert und freundschaftlich. Bestimmt gehen sie ­danach zusammen auf ein Bier und eine Wurst. Etwas weiter vorn ein Wettkampf in Ultimate Frisbee, diesem rasanten und federleichten Sport. Hier draussen auf der grossen Allmend reiht sich Spielfeld an Spielfeld. Es ist ein Wochenende wie jedes in der Schweiz. Und all die Sportanlässe ha­ ben nichts Ver­giftetes; da ist kein Kommerz, keine Sponsorenaufschrift und kein Doping, sind keine irrwitzigen Geldsummen im Spiel und keine Investoren aus Fernost. Dem Breitensport geht ab, was den Spitzensport so krank macht. Friedlich ist es, da draussen. Und der Leserin, die gefragt hat, wann ich denn endlich eine Kolumne darüber schriebe, dass YB im Schweizer Fussball auf Meister­ kurs ist, muss ich sagen: Doch, doch, ich freue mich darüber. Aber es ist nicht so wichtig. MM

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12  MM15, 9.4.2018 | MENSCHEN

Häusliche Gewalt

Fatale Verstrickungen

Trennt sich ein Paar, nachdem der Mann seiner Partnerin Gewalt angetan hat, behält der Täter das Recht, das gemeinsame Kind zu sehen – mit traumatischen Folgen für die Opfer. Eine Fallgeschichte. Text: Barbara Lukesch  Bilder: Sophie Stieger

A

m Anfang war es ­Liebe. Judith Bauer* war glücklich, dass sie auf einer Internet-­ plattform einen Mann gefunden hatte, der ihr gefiel und bereit war, mit ihr zusammenzuleben. Dass Rolf P.* nichts von einer Heirat wissen wollte, nahm sie nicht weiter tragisch. Als er aber nach einiger Zeit begann, sie ­gezielt «emotional verhungern zu lassen», wie sie sich ausdrückt, trennte sie sich von ihm: «Ich wollte eine Liebesbeziehung und hatte keine Lust auf solche Machtspiele.» Daraufhin bemühte er sich mehr denn je um sie. Mit Erfolg: Kurz darauf wurde die 36-Jährige schwanger. Sie sagt: «Für mich ging ein Traum in Erfüllung.» Doch ihre Schwangerschaft war überschattet vom psychischen Terror ihres Partners. ­Dieser wurde zusehends labiler, depressiver und drohte ihr wiederholt mit Selbstmord. Im siebten Monat eskalierte die Situa­ tion: Im Verlauf eines Streits trat Rolf. P. ihr so heftig in den Hintern, dass sich ihr Bauch massiv verhärtete. «Ich war vor Angst wie gelähmt», ­erinnert sie sich. Sie blieb trotzdem bei ihm und klammerte sich an die Hoffnung,

dass ihr gemeinsames Kind sie wieder einen würde. 2012 wurde Maria* geboren. Rolf P. ver­ zichtete ausdrücklich auf das ­gemeinsame Sorgerecht. Mehrwöchige Kontaktsperre

Zwei Jahre später war die Beziehung am Ende. Rolf P. trennte sich von seiner Partnerin. Bei ­einer letzten Begegnung in ihrer Wohnung kam es zu einem ­fatalen Vorfall: Er trat während einer Auseinandersetzung in der winzigen Küche von hinten an sie heran, drohte neuerlich mit Selbstmord und legte ihr die Hände um den Hals, ohne zuzudrücken. Als sie sich umdrehte, blickte sie in ein Gesicht, das sie als «wutverzerrt» empfand. Diesmal rief Judith Bauer die Polizei und erwirkte eine mehrwöchige Kontaktsperre. Ein ­Gericht verurteilte Rolf P. wegen Drohung und versuchter Drohung gemäss Art. 180 StGB zu ­einer Geldstrafe. Die Psycho­ therapeutin Marianne Klauser Stalder, bei der Judith Bauer seit zwei Jahren in Behandlung ist, erklärt, dass Drohungen mit ­Gewalt oder Selbstmord etwas vom Belastendsten für die Betroffenen seien, weil sie ständig mit der Ungewissheit leben

müssen, ob und wann es wohl zur Tat komme. Bald nach der Trennung pochte Rolf P. auf sein Besuchsrecht und verlangte, Maria jedes zweite Wochenende bei sich zu haben – und in den ­Ferien während drei Wochen. Judith Bauer geriet in Panik: «Ich hatte Rolf als bedrohlich, unberechenbar und gewalt­tätig erlebt – und jetzt sollte Maria allein bei ihm übernachten? Niemals!» Ihre auf Angst- und Traumapatienten speziali­sierte Psychotherapeutin sagt: «Das Besuchs­recht ist ein wertvolles Gut, das nach Scheidungen eine wichtige Funktion hat. Nach häuslicher Gewalt aber stellt es für eine Frau wie Judith Bauer eine K ­ atastrophe dar und kann zu e­ inem Wiederauf­ flammen all ihrer Ängste – einer Retraumatisierung – führen.» Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ­schaltete einen Beistand für ­Maria ein. Dieser gewichtete das Besuchsrecht des Vaters höher als die Ängste der Mutter und ­gestand ihm zu, seine Tochter ­regelmässig unbegleitet zu ­sehen. Bauer lenkte ein, weil *Namen von der Redaktion geändert


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Judith Bauer* befürchtete, die Behörde würde ihr Tochter Maria* weg­ nehmen, falls sie nicht ­kooperierte.

Irene Huber Bohnet, Expertin für häusliche Gewalt beim Eidgenös­ sischen Gleichstellungsbüro Interview

«Das Besuchsrecht hat Grenzen» Beeinträchtigt häusliche ­Gewalt zwischen Eltern auch das Wohl der Kinder? Kinder leiden auch dann mas­ siv, wenn sie nicht direkt in die Gewalthandlungen involviert werden. Allein das Aufwachsen in einem Klima von Gewalt und Angst kann ihr Befinden und ihre Entwicklung stark ­beeinträchtigen. Dies wird bei Entscheiden zum Besuchs­ recht noch zu wenig berück­ sichtigt. So werden auch viel­ versprechende Massnahmen kaum angeordnet, etwa die Verpflichtung des gewalttäti­ gen Elternteils, ein Therapie­ programm zu besuchen. Welchen Stellenwert hat das Besuchsrecht nach einer Trennung? Einen hohen. Die Betroffenen sollen die Möglichkeit haben, eine Beziehung zu pflegen. Das Besuchsrecht stösst aller­ dings an seine Grenzen, wenn das Kindswohl gefährdet ist. Auch der Schutz des gewaltbetroffenen Elternteils muss gewährleistet sein. Wer beurteilt das? Es ist die Aufgabe der Gerichte oder der Kesb, sorgfältig zu überprüfen, ob die Treffen mit dem Vater oder der Muter zu einer Retraumatisierung des Kindes führen. Diese Fälle sind komplex und lassen sich nicht pauschal beurteilen. ­Nötigenfalls muss ein kinder­ psychologisches Gutachten ­erstellt werden.  MM


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sie die Situation nicht zusätzlich belasten wollte. Sie brachte ihre Tochter jeweils zum Vater und holte sie wieder ab. Dabei passierte es immer häufiger, dass die damals Dreijährige auf ihre Mutter einschlug. Die Kinderpsychologin, die sie beizog, empfahl dringend, das Setting zu ändern. Nicht die Mutter müsse das Kind h ­ olen, nein, der Vater müsse es ­zurückbringen. Nun kippte die Situation: Maria weinte und war nicht zu trösten, wenn wieder ein Besuch beim Vater anstand, sodass ihre Mutter schier verzweifelte. In der Kita beobachteten die Erzieherinnen, dass sich das Mädchen total zurückzog. Auch der Beistand erkannte Handlungsbedarf und stellte bei der Kesb den Antrag, die ­Besuche zu stoppen, da sie

die Entwicklung des Kindes ­beeinträchtigten. Judith Bauers Wunsch, ein kinderpsychologisches Gutachten zu erstellen, lehnte die Kesb aber ab. Die ­Behörde pochte hingegen auf weitere, von nun an begleitete Besuche. Die Bitte des Migros-­ Magazins, ihren Entscheid zu begründen, lehnte die Kesb ab, da sie dem Amtsgeheimnis und der Schweigepflicht zu konkreten Fällen unterliege.

Treffen mit ihrem Ex-Partner stürzen Judith Bauer jedes Mal in eine akute Krise.

Traumatisierende Situation

Judith Bauer war inzwischen so gestresst, dass sie immer ­häufiger Panikattacken erlitt. Um sich besser dagegen wappnen zu können, beschloss sie, den Wohnort zu wechseln. Für Maria war alles eine grosse ­Belastung, dazu begann nun auch noch der Kindergarten.

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Ihre Mutter erreichte bei der Kesb immerhin, dass sie ihren Vater erst wieder sehen musste, nachdem sie sich am neuen Ort eingelebt hatte. Im Oktober 2017, nach ein­ einhalbjährigem Unterbruch, sollte es zum ersten begleiteten Treffen kommen. Voraus ging eine Begegnung von Vater, ­Mutter und Tochter in Gegen­ wart von Marias Beistand, die dazu diente, Maria im geschütz­ ten Rahmen wieder an ihren ­Vater zu gewöhnen. Dabei for­ derte der Beistand die Familie auf, sich auf den Boden zu ­ setzen und Memory zu spielen. Durch die plötzliche körperliche Nähe ihres Ex-Partners g­ eriet Judith Bauer in eine akute Krise und litt unter Angst und Atem­ not. Ihre Psychotherapeutin hält es für unverantwortlich, eine ge­

waltbetroffene Frau einer der­ massen traumatisierenden Situ­ ation auszusetzen. Doch Bauer nahm sich zusam­ men, weil sie den Druck der Kesb als hoch empfand: «Lange dachte ich, sie würden mir mein Kind wegnehmen, wenn ich nicht kooperiere.» Die Behörde hatte ihr mit 10 000 Franken Busse gedroht für den Fall, dass sie eine Begegnung zwischen ­Vater und Tochter verhindere. Das erste begleitete Treffen fand dann in einem Kinderhort statt. Dort sollte Judith Bauer ihre Tochter einer Begleitperson übergeben, doch Maria war ­ausser sich und wehrte sich mit Händen und Füssen. Als ihre Mutter ankündigte, sie werde jetzt gehen, bekam die Kleine kaum noch Luft und weinte laut­ hals, so gestresst war sie. In die­

sem Moment tauchte auch noch der Samichlaus auf, der am 6. Dezember für die Hortkinder bestellt war. Weil die Situation vollends zu entgleisen drohte, beschlossen alle Beteiligten, ­diesen Versuch abzubrechen. Maria musste sich am Abend übergeben und litt auch in den folgenden vier Wochen im­ mer wieder unter Übelkeit. Inzwischen hat die Kesb ­reagiert und eine neue Verfügung erstellt. Darin nimmt sie Abstand von den begleiteten Besuchen im Kinderhort und ordnet an, dass alle zwei Wochen dreistün­ dige Kontakte zwischen Maria und ­ihrem Vater in Begleitung ­einer «professionellen sozial­ päda­­­go­gischen Familienbeglei­ tung» durchgeführt werden. ­Judith Bauer ist einerseits froh, dass ­damit das Kindswohl sehr

stark gewichtet wird. Anderer­ seits weiss sie auch, dass Maria zu diesen Besuchen nur dann Ja sagen wird, wenn ihre Mutter da­ bei ist. Bauer seufzt: «Das heisst, dass ich mich weiterhin meinem Ex-Partner aussetzen muss – was mich nach den Gewalt­ erfahrungen bereits jetzt wieder ­total u ­ nter Druck setzt.» MM Selbsthilfegruppe

Eine Betroffene wird aktiv Judith Bauer möchte eine Selbsthilfegruppe zum ­Thema «Häusliche Gewalt und Besuchsrecht» gründen. Interessierte können sich melden bei info@ selbsthilfe-winterthur.ch oder Tel. 052 213 80 60

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Die Sitzungstypen

Ernüchternde Fakten

Der Träumer Kommt immer zu spät, ist nicht vorbereitet.

15 Prozent der Zeit einer Organisation werden für Meetings aufgewendet.

Der Nörgler Kritisiert stets und hat zu allem eine Meinung. Erträgt aber selber keine Kritik.

Das mittlere Management verbringt 35 Prozent seiner Zeit in Meetings. Das obere Management verbringt die Hälfte der Arbeitszeit in Meetings.

4 Der Gegenpol Hier sitzt der ärgste Kritiker des Chefs. Er will zeigen, dass er grossen Über­blick hat.

Führungskräfte empfinden 67 Prozent aller Meetings als Zeitverschwendung. 70 Prozent aller

Beschlüsse, die in einer Sitzung gefasst werden, werden nicht umgesetzt.

Die Tischordnung

Der Sitzplatz am Konferenztisch markiert unseren Rang und die Rolle, die wir in der Gruppe einnehmen (wollen). Im Meeting gibt es 5 Typen und ihre dazugehörenden Sitzplätze.

5 Linke Flanke Wer hier sitzt, sucht die Nähe zum Chef, will aber unabhängig bleiben.

Infografik

Sag mir, wo du sitzt … An Meetings tauschen sich Chefs und Mitarbeiter aus – haben revolutionäre Ideen und finden Lösungen für jedes Problem. Von wegen! Studien zeigen: Die meisten Sitzungen sind ein Misserfolg. Text: Dinah Leuenberger  Illustration: Daniel Müller/Illumueller.ch

Quellen «Managing Your Scarcest Resource», Bain & Company, 2014. «Schweiger, Schwätzer und Streber», Sonntagszeitung, 2016. «The Ugly Truth about Meetings», www.fuze.com, 2014. «Meeting mistakes», Inc. Magazine, 2014. «Seven Personality Types for Managers to Manage», Sharon Livingston, 2007.


Der Wichtigtuer Verwendet engli­sche Ausdrücke. Redet gern und lang.

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Die Therapeutin Liebt Sitzungen wegen des Teamgeists. Es geht ihr um Gefühle.

Der Schwätzer Verwandt mit dem Wichtigtuer – viel Blabla ohne Relevanz.

Die Streberin Macht schöne Tabellen, spricht viel und sorgt für lange Sitzungen.

Die Schweigerin Ist eher feige und trägt nicht viel zum Gelingen einer Sitzung bei.

3 Die Ecke Die Eckensitzer sagen oft wenig. Aber was sie sagen, ist durchdacht.

2 Rechte Flanke Hier, in der Nähe des Herrschers, sitzen die Zustimmer.

So machen es die Profis Stehsitzungen sind um 30 Prozent kürzer, doch die Qualität der Entschei­dungen ist genauso gut wie an SitzMeetings.

Ein Meeting als zweite Mittagspause zu nutzen, ist ein Produktivitätskiller! Es sollte also nicht geschmatzt und gekrümelt werden. Überlegen Sie sich, wie Sie das Meeting gestalten wollen. Halten Sie Entscheide und To-dos fest und bestimmen Sie nach dem Meeting Verantwortlichkeiten.

1 Das Kopfende Hier sitzt der Chef, Rücken zur Wand, Tür im Blick.

Fokussiert bleiben und langfädige Monologe vermeiden. Eine Sitzung soll in der Regel nicht länger als 30 Minuten dauern.

Definieren Sie eine klare Agenda! Gute Sitzungsführung sorgt für o ­ ffene und respektvolle Kommunikation.

Männer können sich weniger konzentrieren, wenn sie beim Meeting Kaffee trinken. Frauen dagegen erbringen eine bessere Leistung, wenn sie es tun.


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Jaël

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Mutterschafts«urlaub»

Bilder: Ruben Wyttenbach, zVg

Ein Baby lehrt einen, flexibel zu bleiben, denn es kommt anders, als man denkt: Treffen müssen abgesagt werden, weil Buebli einen Strich durch die Rechnung zieht. Man lernt, dass es keine anhaltend geltende Lösung für Probleme gibt: Am Erscheinungstag meiner letzten Kolumne wurde der darin stolz angepriesene «ge­ pimpte» Kinderwagen verschmäht. Und wenn eine schwierige Phase überstanden ist, taucht gleich die nächste auf: Sind die Koliken besiegt, nimmt ein Still­desaster seinen Lauf. Kurzum: Es wird nie langweilig, wenn man bemüht ist, eine gute Mutter zu sein. Man ist jeden Tag gefordert. Ein Kind «funktioniert» nicht logisch. Es lebt und bewegt sich. Alles, was man tun kann, ist mitgehen, schauen und staunen.

Sängerin Jaël (38) wurde im Dezember Mutter eines Sohnes.

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Man lernt daraus und macht es beim nächsten Mal besser. Als Mutter hat man oft das Gefühl: Jetzt mache ich es besser. Und dann merkt man, dass schon wieder alles anders ist. Das gestrige Rezept funktioniert heute nicht. Zurück auf Feld eins – da kann das Gefühl aufkommen zu ver­sagen, selbst wenn man sich anstrengt wie nie zuvor. Das kostet Nerven. Die Natur hilft mit über­dimensio­nal grosser Liebe. Sodass man im einen Moment mit einem schreienden Kind, nass geschwitzt auf offener Strasse von Passanten beäugt und getadelt, verzweifeln kann, und wenige

«Zurück auf Feld eins – da kann das Gefühl aufkommen zu versagen.»

Augenblicke später wegen eines zahnlosen Lächelns wieder auf Wolke sieben schwebt. Mein Mutterschafts«urlaub» ist zu Ende. Wie Frauen es hinkriegen, zusätzlich zu all dem in einen Berufsalltag zurückzukehren, ist mir schleierhaft. Wie schafft ihr das? Respekt! Als selbständig erwerbende Musikerin kann ich etwas flexibel sein und sachte an Abenden und Wochenenden einsteigen, wenn mein Mann da ist. Die ursprünglich für April geplanten Aufnahmen für meine nächste CD habe ich jedoch während Eliahs Koliken in den Herbst verschoben. Dafür bekam ich zu hören, dass Mütter von heute es den Vorfahren, die für ihre Rechte gekämpft haben, schuldig seien, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten. Sollte Gleich­berechtigung denn nicht auch bedeuten, der weichen, mütter­lichen Seite einer Frau genauso viel Wertschätzung entgegenzubringen wie der toughen, karriereorientierten? Eins ist klar: Mit Ferien hat ein Mutter­ schaftsurlaub nichts zu tun. MM

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«Letztlich erzeugen nur Menschen eine emotionale Resonanz» Andy Serkis

Das Kinopublikum kennt ihn als Gollum in «The Lord of the Rings» oder als Caesar in «Planet of the Apes». Nun hat Andy Serkis im biografisch angehauchten Drama «Breathe» s­ elbst Regie geführt. Der Brite über technische Q ­ uantensprünge in der Filmindustrie, ­Sterbehilfe und seine Liebe für die Schweizer Berge. Text: Ralf Kaminski Bilder: Daniel Winkler


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Das Gesicht hinter der Kultfigur Gollum: Schauspieler und ­Regisseur Andy Serkis


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Person und Film

Andy Serkis, «Breathe» ist der erste Film, bei dem Sie selbst Regie geführt haben … Irgendwie schon, aber eigentlich auch nicht. Tatsächlich habe ich zuvor bereits eine Neuverfilmung von Kiplings «Jungle Book» abgedreht. Doch der Film steckt noch in der Postproduktion, und so kommt «Breathe» nun zuerst ins Kino. Weshalb haben Sie sich für die Geschichte eines Polio-Kranken interessiert? Weil sie so inspirierend ist. Die Cavendishs müssen mit einer riesigen Tragödie fertigwerden und tun das mit viel Tapferkeit, ­Kreativität und Humor. Hinzu kommt, dass meine Mutter Kinder mit Behinderungen unterrichtete, auch solche mit Kinderlähmung, also Polio. Mein Vater war ein ­irakischer Arzt, der in Bagdad ein Spital gründete, meine Schwester leidet an multipler ­Sklerose. Ich habe also einen sehr persönlichen Zugang zu den Themen dieses Films.

Bild: Teddy Cavendish/Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Sie haben mit Jonathan Cavendish, dem Sohn der Hauptfigur, Ihre Produktions­firma gegründet. Wann haben Sie von seiner Familiengeschichte erfahren? Erst einige Zeit nach unserem ersten ­Treffen. Anlass war der Film «Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll» (2010) über einen anderen ­berühmten Polio-Kranken, den Sänger Ian Dury, den ich darin spielte. Heute ist ­Jonathan nicht nur mein Partner in unserem ­Produktionsstudio The Imaginarium, sondern auch ein guter Freund. Wir arbeiten mit Virtual und Augmented Reality sowie Motion Capture (siehe Box unten) für Filme, aber auch für Videospiele. Eigentlich war ein ­anderer Regisseur für «Breathe» vorgesehen. Aber nachdem ich das Skript gelesen hatte, war ich so berührt, dass ich selbst Regie führen ­wollte. Und jede ­Episode im Film hat sich ­tatsächlich ereignet. Für mich ist das Besondere an der Beziehung zwischen Robin und

Technik

Motion Capture Früher musste man Menschen in Kostüme stecken oder mit viel Kunststoff arbeiten, wenn man nichtmenschliche Wesen auf die Leinwand bringen wollte. Heute verwendet man das Motion- oder Performance-­ Capture-Verfahren: Ein Schauspieler wird am ganzen Körper mit Sensoren aus­gestattet, die sämtliche Bewegungen ­erfassen und in ein vom Computer lesbares ­Format umwandeln. So können auch ­Feinheiten der Mimik auf die Gesichtszüge einer digital erzeugten Kreatur wie Gollum übertragen werden – was diese viel realer erscheinen lässt. Das Verfahren ist auch bei Videospielen verbreitet.

seiner Frau, dass sie es trotz allem geschafft haben, ein gutes Leben zu führen. Am Ende geht es auch um Sterbehilfe. Wussten Sie, dass sie in der Schweiz unter Einhaltung gewisser Regeln legal ist? Ja, da sind Sie Grossbritannien weit voraus. Letztlich müssen wir alle sterben, und wir sollten das Recht haben, selbst zu entscheiden, wie und wann das passiert. Das ist eine wichtige Botschaft des Films. Wie, denken Sie, würden Ihre Schauspieler Ihren Stil als Regisseur beschreiben? Sie würden sagen, dass ich ein sehr ­kollaboratives, offenes Filmset ohne ­Hierarchien führe. Ich weiss aus eigener ­Erfahrung, wie wichtig es ist, dass Schauspieler ­Gelegenheit haben, ihre Rollen selbst zu entwickeln – dann setzen sie sich zu 150 Prozent für die Story ein. Sie haben schon mit vielen berühmten ­Regisseuren gearbeitet: Peter Jackson, Steven Spielberg, J.J. Abrams. Haben Sie sich von ihnen inspirieren lassen? Wir werden alle beeinflusst von Leuten, die wir bewundern. Peter Jackson war schon eine Inspiration für mich, bevor ich mit ihm gearbeitet habe. Ich liebe seinen Film «Heavenly Creatures» (1994) und die Art, wie er d ­ abei die Kamera genutzt hat, um die ­Geschichte zu erzählen – es war geradezu ein Tanz zwischen Kamera und Emotionen. Ich habe Peter ohnehin viel zu ver­danken, mein Leben hat sich seit «The Lord of the Rings» sehr stark verändert. Während der Dreharbeiten zur «Hobbit»-Trilogie bat er mich ausserdem, bei der Second Unit Regie zu führen. Dann war das Ihr erster Regiejob! (lacht) Gewissermassen, aber man arbeitet da natürlich im Dienste der Vision des ­eigentlichen Regisseurs. Ich habe dabei ­allerdings enorm viel von Peter gelernt. Als Gollum wurden Sie 2001 zum Star. Aber das Publikum bekam dabei nicht mal Ihr ­Gesicht zu ­sehen. Störte es Sie nicht, dass Sie trotz jahrelanger Arbeit in der Filmwelt nun mit dieser Figur berühmt wurden? Überhaupt nicht. Das Tollste an der Schauspielerei ist doch, wenn man in seiner Figur vollkommen verschwinden kann – das hat auch beim Spielen selbst etwas enorm ­Befreiendes. Deshalb bin ich ein so starker Befürworter der Motion-Capture-Techno­ logie, die das ermöglicht. Was man als Schauspieler dabei leistet, ist so anspruchsvoll wie immer. Doch anders als mit starkem ­Make-up oder Prothesen werden damit auch sehr subtile Mimik und Gesten erkennbar. Das eigene Schauspiel kommt also viel besser zur Geltung, sei das nun bei einem kleinen Wesen wie Gollum oder einem riesigen wie

Schauspieler, Regisseur und Produzent Andy Serkis (53) gilt als König der MotionCapture-­Technologie (siehe Box links). Zum Star wurde der Brite als Gollum in «The Lord of the Rings» – seither hat er einige nicht­mensch­liche Kreaturen in Fan­tasy- und Science-Fiction-­Filmen gespielt. Sein S ­ tudio The Imaginarium produziert Filme und Videospiele und ist ganz vorn dabei beim technologischen Wandel in der Filmwelt. Andy Serkis ist mit der Schauspielerin Lorraine Ashbourne verheiratet. Sie leben mit ihren drei Kindern in London. Serkis’ Film «Breathe» erzählt die Geschichte von Robin Cavendish (dargestellt von Andrew Garfield), der 1958 an Polio erkrankte. Die Ärzte gaben ihm noch drei Monate, doch er überlebte länger als 30 Jahre mit der Krankheit. Cavendish gilt nicht nur als medizinische Sensation, er setzte sich auch unermüdlich dafür ein, das Leben von Schwerstbehinderten zu verbessern. Sein Sohn Jonathan Cavendish ­leitet heute gemeinsam mit Andy Serkis The ­Imaginarium Studios. «Breathe» kommt am 19. April in die Kinos.

Polio-Patient: Andrew Garfield in ­«Breathe»


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King Kong. De facto kann dank dieser Technologie heutzutage jeder alles spielen. Sie eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Hatten Sie durch Ihre intensive Arbeit ­damit auch Einfluss auf die heutige Nutzung dieser Technik? Sie wurde schon vorher genutzt, aber Gollum war wohl die erste Figur, die durch diese Technik von einem simplen Spezialeffekt­ wesen zu einem psychologisch komplexen Charakter wurde, der richtige G ­ efühle aus­ zulösen vermochte. Das war es auch, was das Publikum so ansprach. Heute ist die Technik zum Standard geworden, sie wird in ganz vielen Produktionen verwendet. Sie hilft auch den anderen Schauspielern: Früher mussten sie sich ihr Gegenüber vorstellen – nun haben sie jemanden, mit dem sie direkt interagieren können, was auch ihr Spiel ­intensiver und «echter» macht. Sie haben seit Gollum immer wieder solche Figuren gespielt. Was reizt Sie daran?

Zunächst waren es immer sehr interessante Charaktere, die zu spielen ganz unterschied­ liche Herausforderungen an mich stellten. Dann war es spannend, mit­zu­er­leben, wie das Motion-Capture-­Ver­fahren besser wurde und immer mehr ­Subtilität ermöglichte. Jeder könne heute alles spielen, haben Sie gesagt. «Rogue One: A Star Wars S ­ tory» hat sogar einen längst verstor­benen Schauspieler täuschend echt z­ urück auf die Leinwand gebracht. Wie verändert dies das Filmemachen? Es eröffnet fantastische Möglichkeiten – nicht nur im Film. Wir können real ­wirkende digitale Figuren entwickeln, die gleich­zeitig in Filmen, Videospielen und als VirtualReality-Charakter eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr haben wir mit der ­Royal Shakespeare Company auf der Theater­bühne live mit Performance Capture experimen­ tiert. So konnten wir ­einen Schauspieler während der Vorstellung in verschiedener Gestalt auf d ­ iverse Ober­flächen projizieren.

Machte Andy Serkis zum Star: die Spezialeffekt­ figur Gollum in «The Lord Of The Rings»

Besteht nicht das Risiko, dass man irgendwann keine Schauspieler mehr braucht? Die Sorge, dass die Automatisierung und ­künstliche Intelligenz Jobs kosten könnten, gibt es heute in ganz vielen Arbeitsberei­ chen. Es gibt bereits Drehbuch-Softwarepakete, bei denen man nur ein paar Basis­ informationen eingeben muss, damit das Programm ein Skript generiert. Aber ist das auch brauchbar? Ich habe m ­ eine Zweifel. Am Ende sind doch immer noch

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Bild: New Line Cinema/Courtesy Everett/Everett Collection/Keystone

Menschen nötig, um emotionale Resonanz erzeugen zu können. Das gilt auch für die Schauspielerei. Ist Ihre Privatsphäre besser geschützt, weil Sie für Figuren wie Gollum oder King Kong berühmt sind? Oder erkennen die Leute Sie trotzdem auf der Strasse? Ja, jeden Tag (lacht). Ich war in so vielen ­Interviews und DVD-Specials zu sehen, dass man mein Gesicht kennt. In Gross­ britannien war ich ohnehin schon vorher bekannt. Aber es ist natürlich nicht so heftig wie bei einem Superstar à la Tom Cruise. Und wie war das, mit fast 40 Jahren durch die Rolle des Gollum plötzlich zum Weltstar zu werden? Wie hat das Ihr Leben verändert? Gar nicht so sehr – gerade weil ich eben schon nicht mehr so jung war, als es ­passierte. Ich hatte bereits Kinder und eine gute Balance zwischen Arbeitsund ­Berufsleben. Klar, plötzlich stand

ich auf der Weltbühne, aber wenn ich nicht arbeite, führen meine Familie und ich ein sehr normales L ­ eben. Zwar ist meine Frau ebenfalls Schauspielerin, aber wir ­versuchen wirklich, einen so normalen ­Alltag wie möglich zu führen. Ganz leicht ist das aber nicht, oder? Doch, doch. Meine Frau und ich wechseln uns immer dabei ab, die Kinder zur Schule zu bringen. Generell ist stets jemand von uns für sie da. Wir haben nie eine Nanny gebraucht, die bei uns im Haus lebt und sich um die Kinder kümmert. Wie gut kennen Sie die Schweiz? Ich bin zum ersten Mal in Zürich, aber als leidenschaftlicher Bergsteiger habe ich schon recht viel Zeit in der Schweiz verbracht – hauptsächlich in der Natur. Ich ­liebe das Klettern in der Schweiz und war unter anderem schon auf dem ­Matterhorn und in den Bergen bei ­Grindelwald.

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Die Schweiz ist bekanntlich nicht in der EU – das Gleiche gilt bald auch für Gross­ britannien. Was halten Sie vom Brexit? Es ist eine Tragödie, vor allem auch für die nächste Generation. Ihr wird die Möglichkeit genommen, sich als Teil einer ­grossen, vielfältigen Gemeinschaft zu fühlen, die dieselbe Kultur teilt. Es wird uns auch wirtschaftlich schaden: All die Vorteile, die es bei einer Unabhängigkeit angeblich g­ eben sollte, werden sich nie einstellen. Und im Licht des aktuellen politischen K ­ limas sollten wir nicht noch weiter aus­grenzen, sondern einbeziehen. Stattdessen hat der Brexit dazu beigetragen, dass der Rechtspopulismus in den Main­stream gerückt ist. Das hat die Welt insta­biler gemacht. Denken Sie, dass es noch einen Weg gibt, den Brexit zu vermeiden? Ich hoffe es sehr, und es gibt viele, die so denken wie ich. Wenn die Tory-Regierung abtritt – was hoffentlich bald der Fall ist –, gibt es vielleicht eine kleine Chance. MM


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Migros-Welt MM15

110 Zahl der Woche

110 Tonnen getrocknete Aprikosen der Marke Sun Queen produziert der M-Industriebetrieb Delica in Birsfelden BL jährlich.

Migros-Besitzer

«Darf ich auch sagen, was ich nicht gut finde?» Seit wann sind Sie MigrosGenossenschafter? Jesses nein, da muss ich kurz überlegen. Sicher schon seit 50 Jahren. Und weshalb sind Sie Migros-­ Besitzer? Schon meine Eltern haben immer in der Migros eingekauft. Bei mir und meiner Frau hat sich das einfach weitergezogen. Welches ist Ihr Lieblingsprodukt? Bananen mag ich sehr. Ich kaufe praktisch täglich ein. Und Bananen gehören immer dazu. Was schätzen Sie an der ­Migros? Die Preise sind recht günstig. Und die Läden sind sehr übersichtlich gestaltet. Darf ich aber auch noch sagen, was ich nicht gut finde? Aber natürlich, was gefällt Ihnen denn nicht? Das Self-Scanning unter­ stütze ich nicht und benutze es aus Prinzip nicht. Ich mache mir Sorgen um die Arbeitsplätze der Kassen­ mitarbeiter.

Name: Ruedi Meyer (76) Wohnhaft: Liestal BL Beruf: pensionierter Elektroniker Lieblingsprodukt: Bananen

Wettkampf

Bild: René Ruis

Die Creme de la Creme des Kegelsports in Basel Kegeln ist neben Schwingen und Hornussen die Schweizer Traditionssportart schlechthin. Bald schon sind die Besten der besten Kegler in Basel zu Gast. An den zwei Wochenenden vom 21./22. und 28./29. April wird im Kegelcenter Bläsi der Kantone-Wettkampf ausgetragen. 21 Mannschaften kegeln auf vier Bahnen um die Kegel-­ krone. Da der Gastgeber, der Unterverband

Basel-Stadt, ähnlich wie der FC Basel regel­ mässig Preise abräumt, sind die Chancen gross, dass der Titel in Basel bleibt. Besucher und Fans sind herzlich eingeladen, vorbeizu­schauen. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos auf www.skvbs.ch Mehr von der Migros Basel ab Seite 71


28  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Aktionstag

Stimmt es, dass die Migros früher ein eigenes Schiff hatte?

Die «Adele» wurde von Anfang an in Charter einem kanadischen Aluminiumkonzern überlassen, der sie auf «Sunadele» umtaufte. 1966 kaufte ein griechisches Unternehmen das Schiff, und 1980 wurde es verschrottet. MM

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Hochladen: www. migmag.ch/blickfang

Alle Infos: www.digitalbrainstorming. ch/de/program/wiki

Blickfang

Wüsten­ fondue «Seit Jahren organisiere ich Wüsten­ touren in Tunesien. Jedesmal gibt es ein Migros-Fondue mitten in der Wüste.» Edith Wittwer, Walterswil AG

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros muss die Preise von Apfelessig erhöhen. Grund sind geringere Erträge bei

der Apfelernte. Stark gestiegene Rohstoffpreise bei Zellstoffen verteuern zudem verschiedene Toilettenpapiere von Hakle. Preisabschläge gibt es bei verschiedenen Bohnenkaffees. Tiefere Rohstoffkosten machen diese Preissenkung möglich. Ausgewählte Produkte

Haben Sie eine Frage?

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-­ Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei.

Zwei Tage gastiert die Wikipedia-­ Community beim Migros-­ Genossenschafts-Bund in Zürich und lädt das Publikum ein, Artikel zum Thema Migros zu verfassen. Man kann aber einfach auch den Autoren über die Schulter schauen oder mit Mitgliedern der Wikimedia-­ Community über die grösste Online-Enzyklopädie der Welt diskutieren. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer selber einen Wikipedia-Eintrag verfassen oder verbessern möchte, sollte jedoch einen eigenen Laptop mitbringen.

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2.85

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16.30

16.10

–1,2

8.70

8.60

–1,1

12.40

12.20

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1.90

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16.50

17.00

3,0

Gruyère surchoix, 250 g

20.00

20.50

2,5

Reibkäse Gruyère, 120 g

2.30

2.35

2,2

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9.90

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8.50

8.90

4,7

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7.50

7.90

5,3

Hakle reichhaltige Sauberkeit, 9 Rollen

9.40

9.90

5,3

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* in Franken

Bilder: Severin Ettlin, Mixetto, zVg

Ja, Migros-Gründer Gott­ lieb Duttweiler liess von einer Hamburger Reederei einen Hochsee­ frachter bauen, der 1952 unter dem Namen «Adele» vom Stapel lief. Duttweiler lag die Versorgungssicherheit der Schweiz am Herzen. Er fand es wichtig, dass die Schweiz über eigene Schiffe auf dem Meer verfügte.

Wikipedia besucht die Migros


MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  29

Rückruf

Bio-Vollkorn-Spaghettini Eine Überprüfung durch die Migros hat ergeben, dass sich in der Verpackung der Bio-Vollkorn-Spaghettini ein falsches Produkt be­findet, nämlich die Bio-Spaghetti (mit Ei). Auf der Verpackung fehlt die Deklaration der Zutat «Vollei». Da der Verzehr dieser Spaghetti für Personen mit einer Hühner­ ei-Allergie ein Gesundheitsrisiko darstellt, ruft die Migros das Produkt zurück

(Artikelnummer 1041.325, Verkaufspreis 1.90, Mindesthaltbarkeitsdatum 01. 2020). Alle anderen Personen können das Produkt ohne Bedenken essen. Kunden können die Artikel in Migros-­ Filialen zurückbringen und erhalten den Verkaufspreis zurückerstattet.

Gesundheit

Handy misst Blutdruck Luzern wird wieder zur Comic-Hochburg Am Samstag,

14. April, beginnt das Comicfestival Fumetto. Zu sehen gibt es Werke international bekannter Künstler und natio­naler Newcomer und Stars der Szene. Das Programm ist bunt gemischt und beinhaltet triste Themen wie Krieg und Menschenrechtsverletzungen als auch mit viel Witz erzählte ­Geschichten des Alltags. Dazu bietet «Fumetto» ein umfassendes Rahmen­programm für ­Fa­milien und Kinder. Das Migros-­Kulturprozent ­unterstützt «Fumetto» als Festivalpartner.

Am 9. April geht in Zürich der Event «Digital Switzerland Challenge» über die Bühne. Eine Reihe grosser ­Unternehmen hat auf diesen Tag hin Wetten ab­ geschlossen. Sie wollen entscheidende Fortschritte bei der Nutzung neuer Technologien erzielen. Das Vorhaben wird vom Förderfonds Engagement Migros unterstützt. Eine spannende ­Wette betrifft den weitverbreiteten Bluthochdruck in der Schweiz: Er soll mit ver-

schiedenen Innovationen bekämpft werden. Kernstück ist dabei ein Algorithmus, mit dessen Hilfe sich der Blutdruck mit einer Smartphone-Kamera einfach über­wachen lässt. Die Wette ist e ­ ingelöst, weil bei der Entwicklung der App bis 9. April grosse Fortschritte gemacht wurden. Ab Sommer 2018 wird sie auf breiter Front getestet. und medizinisch validiert. Weitere Infos: www.rivadigital.ch

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  31

So funktionierts Social Shopping

Nachbarschaftshilfe per App

«Amigos» heisst das neue Projekt der Migros, bei dem Menschen für Menschen einkaufen. Projektleiter Matthias Wälchli erklärt die Idee dahinter. Text: Thomas Tobler Bilder: Paolo Dutto

Ab sofort

Matthias Wälchli, was genau ist «Amigos»? «Amigos» ist die neue Social-­ Shopping-Plattform der Migros. Sie bringt Kunden aus der Nach­ barschaft zusammen, indem «Besteller» auf www.amigos.ch Migros-Produkte bestellen und sich diese von anderen MigrosKunden, den «Bringern», nach Hause liefern lassen. Die App begleitet die Bringer Schritt für Schritt, damit die Lebensmittel im vereinbarten Lieferzeitraum beim Besteller ankommen.

auch für andere einkaufen: Amigos-App runter­laden und sich anmelden

Konkurriert Amigos nicht mit den Onlineshops der Migros? Das glaube ich nicht. Ich betrachte es eher als Ergänzung. Zudem steht bei Amigos der zwischenmenschliche, nachbarschaftliche Aspekt im Vordergrund. AmigosKunden tätigen kleinere Einkäufe, da es keine Mindestbestellmenge

Die «Amigos»-App für Bringer kann ab sofort im Google Play Store und im App Store heruntergeladen werden. Der Dienst ist zurzeit in den Pilotregionen Zürich und Bern verfügbar. Bringer melden sich auf der App mit dem Migros-Login an oder registrieren sich neu. Ein Profil erfordert ein Porträtbild, die Kontodaten, zur Überweisung des Lieferbetrags und die Angabe der Post­ leitzahlen der Orte, in denen man Einkäufe ausliefern möchte. Ab Montag, 23. April, können Besteller in den Pilotregionen auf www.amigos.ch ein­kaufen. Mehr als 6000 Migros-Produkte stehen zur Verfügung.

Die Schweiz verfügt über ein sehr dichtes Filialnetz. Ist Social Shopping ein Bedürfnis? «Amigos» ist ein neues Konzept für die Schweiz, das in anderen Ländern bereits gut funk­tioniert. Vor allem der Erfolg in Dänemark stimmt uns positiv, da das Land in puncto Mentalität, Topografie und Preisniveau grosse Ähnlichkeiten mit der Schweiz aufweist. Es wird sich jedoch erst mit diesem Pilot­ projekt zeigen, ob die Schweiz bereit ist für Social Shopping. Bei Airbnb zum Beispiel spielt der finanzielle Anreiz mit. Erhalten die Bringer auch eine Entschädigung? Ja, der Bringer erhält einen Zustupf von Fr. 7.90 für die erste Tragtasche und für jede weitere 2 Franken zusätzlich. Er erhält diesen Zustupf vollumfänglich vom Besteller – die Migros verdient nichts daran, sie stellt nur die Plattform zur Verfügung.

Bringer holen es für Besteller

Der Bringer prüft die Bestellungen in seinem Gebiet und entscheidet, welche er annimmt. In der App sind die entsprechende Einkaufs­ liste und der Weg zur Liefer­adresse des Bestellers hinterlegt. Die Produkte bezahlt der Bringer wie gewohnt an der Migros-Kasse.

Kennt die Funktionen der «Amigos»-App bestens: Projektleiter Matthias Wälchli

gibt. Und wir gehen davon aus, dass ein Grossteil der Kunden die Einkäufe noch am selben Tag geliefert haben möchte.

kaufen oder den Besteller auch anrufen. Bei Fragen kann der Bringer die AmigosHotline kontaktieren.

Was passiert, wenn ein Bringer ein Produkt in der Filiale nicht findet? Das Amigos-Sortiment ist mit über 6000 Produkten so aufgebaut, dass die Produkte in allen Filialen im Pilotgebiet verfügbar sind. Sollten dennoch gewisse Artikel nicht zu finden sein, kann der Bringer einen gleichwertigen Ersatzartikel

Wie geht es nach der Pilotphase weiter? Wir wollen nun möglichst viele Erfahrungen sammeln und das Angebot auf andere Regionen ausweiten. Vielleicht kommen später weitere MigrosMärkte oder -Services hinzu. MM

An der Haustür werden Einkäufe und Kassen­ beleg übergeben. Passt alles, schliesst der Bringer den Auftrag ab, anschliessend wird der Betrag automatisch überwiesen. Zusätzlich zur Einkaufssumme erhält der Bringer für die Lieferung einer Tasche Fr. 7.90 und für jede weitere Tasche 2 Franken. Wenn der Auftrag abgeschlossen ist, können Bringer und Besteller einander bewerten.


32  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT

Reputation

Vertraute Siegerin Die Migros hat den besten Ruf unter den Schweizer Unternehmen. Sie erobert Platz eins bei einer grossen Reputationsstudie – schon zum fünften Mal in Folge. Text: Michael West

Dem Gemeinwohl verpflichtet

Für Cornelia Diethelm, bei der Migros Leiterin der Direktion Nachhaltigkeit und Issue Mana­ gement, spielt jeweils auch die Struktur des Unternehmens eine wichtige Rolle für den Ruf:

«Die Migros ist eine Genossen­ schaft und damit nicht dem Pro­ fit, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet. Das spüren und schätzen die Leute.» Zudem ist die Detailhändlerin schon seit 1925 ein Teil des Schweizer All­ tags. Sie gehört ­damit zu den ­Lebenserinnerungen verschiedener Generationen. Im Lauf ihrer Geschichte hat das Unternehmen unverwech­ selbare Institutionen hervor­ gebracht – etwa das Migros-­ Kulturprozent. «Es ist weltweit einmalig», betont S ­ arah Kreien­ bühl, Leiterin des Departements HR, Kommunikation, Kultur, Freizeit. «Jährlich fliesst ein grosser Betrag in kulturelle und soziale Projekte. Das Besondere am Kulturprozent liegt darin, dass es nicht mit dem Gewinn, sondern mit dem Umsatz der Migros verknüpft ist.» Seit der Gründung des Kulturprozents im Jahr 1957 wurden so rund 4,6 Milliarden Franken inves­ tiert. Kein W ­ under, dass ein so grosses ­Engagement zu einem glänzenden Ruf führt. MM

1

2

3

1 + 2 Die Migros engagiert sich für Nachhaltigkeit, z.B. mit der Initiative Gartenkind, den Parks im Grünen 3 oder dem grössten Recyclingsystem des Schweizer ­Detailhandels. 4 Seit 1925 gehört die Migros zum Schweizer Alltag – unten ein früher Verkaufswagen.

GfK Business Reflector

Die Studie in Kürze Jährlich misst das Markforschungsinstitut GfK Switzerland den Ruf, den die 50 wichtigsten Unternehmen des Landes in der Bevölkerung haben. Das Resultat der repräsentativen Erhebung ist der GfK Business Reflector. Diesmal kommt die Migros zum fünften Mal in Folge auf den ersten Rang. Die Plätze zwei und drei gehen 2018 an Ricola und Lindt & Sprüngli.

4

Bilder: Keystone (2), Thomas Baumann, zVg

W

enn es um das Ansehen in der Bevölkerung geht, so ist die Migros nicht zu schlagen. Das zeigt eine neue Erhebung des Marktforschungsinstituts GfK. 3500 Menschen wurden befragt. Unter den 50 wichtigsten Unter­ nehmen des Landes hat die Migros den besten Ruf – schon in den vier vergangenen Jahren eroberte sie den Spitzenplatz. «Vor allem bei der Nachhal­ tigkeit gewinnt die Migros ein­ mal mehr mit klarem Abstand», erklärt Studienleiterin Anja Reimer. Wichtig ist dabei, dass sich die Migros mit vielen klei­ nen und grossen Projekten für Umwelt und Gesellschaft enga­ giert. Ein Beispiel ist das Recyc­ ling: Im Schweizer Detailhandel nimmt kein anderes Unterneh­ men so viele Verpackungen und ausgediente Produkte zurück. Die Migros unterstützt etwa auch die Initiative Gartenkind: Auf rund 60 Parzellen in der ganzen Schweiz bewirtschaften Mädchen und Buben Garten­ beete und lernen so viel über Boden und Nutzpflanzen. Mit ihrem vielfältigen Nach­ haltigkeitsprogramm «Genera­ tion M» ist die Detailhändlerin in ganz verschiedenen ­Lebens­bereichen präsent. Es umfasst 67 Versprechen, deren Stand regelmässig überprüft und pub­ liziert wird (siehe auch Seite 37).


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34  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT Migros-Kulturprozent-Classics

«Die Augen sind wichtiger als die Hände» Der russische Dirigent Valery Gergiev leitet die berühmtesten Orchester der Welt, genauso wie er lebt: mit Leidenschaft. In der Schweiz dirigiert er alle Sinfonien von Tschaikowski. Text: Pierre Wuthrich

Valery Gergiev ist ein vielbe­ schäftigter Mann. Mit mehr als 350 Konzerten pro Jahr, mehr als dem doppelten Pensum an­ derer grosser Orchesterleiter, ist der Chefdirigent des Mariinski Orchestras und der Münchner Philharmoniker praktisch pau­ senlos unterwegs. Eben noch war er in Sankt Petersburg, schon ist er in London. Wir tref­ fen ihn schliesslich in München, wo sich der Maestro zwischen zwei Proben die Zeit nimmt, mit uns über seine Arbeit zu spre­ chen. Das permanente Klingeln und Vibrieren seiner beiden Handys bildet den Klangteppich zu unserem Gespräch. Denn Valery Gergiev ist nicht nur ein vielbeschäftigter, sondern auch ein sehr gefragter Mann. Valery Gergiev, Sie werden in Genf, Zürich und Luzern sämtliche Sinfonien von Tschaikowski dirigieren. Die Idee hatte Ihr Freund Mischa Damev, der Intendant der Migros-­Kultur­ prozent-Classics. Was hat Sie an diesem Auftrag gereizt? Ich liebe Herausforderungen. Und man sollte sie auch nicht fürchten, wenn man vor einem Orchester steht. Diesen Sinfo­ niezyklus habe ich ausserdem schon in Japan, New York und auch in Paris aufgeführt, weiss also, dass das Programm gut an­ kommt. Deswegen habe ich nach Mischa Damevs Anfrage nicht lange mit einer Zusage gezögert.

Worin besteht die grösste Schwierigkeit dieser Gesamtaufführung? Darin, dass man die sechs Sinfo­ nien trotz ihrer Unterschied­ lichkeit als ein Ganzes betrach­ ten muss, was nicht einfach ist. So beschwört etwa die Nr. 1 ver­ schneite russische Landschaften herauf: Man hört aus den Noten regelrecht die Eiskristalle heraus. Die Nr. 3 wiederum ist äusserst elegant, während die Nr. 6 von einem Menschen komponiert wurde, der kurz vor dem Tod stand. Auch das hört man. Es ist geradezu mystisch. Sie haben einmal gesagt, dass Sie durch Tschaikowski ein besserer Mensch geworden sind. (lacht) Das würde ja heissen, dass ich vorher ein schlechter Mensch war. Nein, im Ernst, Tschaikowskis Musik erfordert eine hohe Sensibilität. Man kann diese erhabenen Melodien nicht schematisch abspielen: Dem Publikum würde es nicht gefal­ len, und das Orchester würde Widerstand leisten. Sie haben Tschaikowskis Sin­ fonien schon oft aufgeführt. Haben Sie noch nie so etwas wie Überdruss empfunden? Nein, denn ich arbeite sehr gerne mit jungen Musikern. Und im Mariinski Orchestra haben wir glücklicherweise sehr gute Leute, die aber erst seit zwei

Valery Gergiev: «Nimmt sich ein Chef zu wichtig, läuft es nicht gut.»

oder drei Jahren bei uns spielen. Ich stelle sie gerne vor die Herausforderung, alles aus sich herauszuholen. Macht das einen grossen Dirigenten aus? Wenn Sie am Pult stehen, müs­ sen Sie spüren, wozu Ihre Musi­ ker wirklich fähig sind. Sie müssen sie aber auch motivieren und vor allem alle zusammen in die gleiche Schwingung versetzen, auf die gleiche Energie­ stufe bringen können. Ein Beispiel: Ein Dirigent lässt sein Orchester niemals die Neunte von Beethoven einfach so vom Blatt spielen. Er arbeitet die ein­ zigartige Energie dieser Kompo­ sition aus. So ist es überhaupt erst möglich, dem Werk gerecht zu werden. Diese Synergie erlaubt es dem Orchester, Beet­ hovens Niveau z­ u erreichen. Das klingt recht theoretisch, aber wie funktioniert das konkret? Mit welcher Geste? Ist der Dirigent von der Musik erfüllt, wenn er vor seinem

Orchester steht, dann spüren die Musiker das auch. Für mich sind hier die Augen wichtiger als die Hände. Wenn ich die Augen schliesse, müssen die Musiker verstehen, weshalb. Und wenn ich einen von ihnen längere Zeit anschaue, sagen wir zehn Sekunden lang, dann muss er auch verstehen, weshalb. Aber wenn sich die Musiker unter­ einander anschauen, weil sie die Botschaft des Dirigenten nicht verstehen, haben wir ein Problem ( lacht). Sprechen Sie nie während der Proben? Sehr wenig. Ich denke, man muss zu etwa 10 Prozent sprechen und zu 90 Prozent spielen. Wenn ich ein Orchester unterbreche, dann muss ich etwas Sinnvolles sagen, etwas, das die Musiker zum Nachdenken bringt. Neben dem Inhalt zählt auch die Tonalität. Einen Musiker zu kritisieren, kann riskant sein. Deshalb ver­ meide ich es beispielsweise, jemandem zu sagen «Du spielst noch nicht auf die schönste


MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  35

3 × 2 Tickets zu gewinnen

Bild: Getty Images

für die sechs Sinfonien Tschaikowskis in Zürich, Genf und Luzern

Weise», sondern bevorzuge Aus­ sagen wie «Wir spielen noch nicht auf dem richtigen Niveau». Man muss zeigen, dass man die Perfektion anstrebt. Ist diese Motivation deutlich, verstehen das die Musiker sehr schnell.

ersten zehn Jahren war ich zwar noch nicht Intendant, aber ich habe viel gelernt – etwa auf das Ballett Rücksicht zu nehmen, mit den Sängern zu arbeiten, oder mit den Lehrern, die sie ausbilden.

Ist der Dirigent der grosse Chef? Nein. Ein Chef muss seine Ab­ sichten mit der Hundertschaft Musiker, die seinem Taktstock folgen, teilen, um so eine Alche­ mie zwischen ihm und ihnen zu erzeugen. Nimmt sich ein Chef zu wichtig, läuft es nicht gut. Der meiste Raum gebührt sowieso dem Komponisten.

Sie sind auch Bauunternehmer. In Sankt Petersburg fehlte uns ein Konzertsaal, also habe ich das Geld aufgetrieben, um ihn zu bauen. Dann habe ich eine zweite Oper bauen lassen. Das Mariinski ist so zu einem Komplex mit drei Sälen geworden. Pro Jahr gehen tausend Aufführungen über die Bühne und 1,5 Millionen Zuschauer besuchen sie.

Im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg sind Sie nicht nur Chefdirigent, sondern auch Intendant und haben Hunderte von Leuten zu führen. Wo finden Sie die Zeit für all das? Es stimmt, ich habe eine Menge Arbeit, aber ich habe auch Assis­ tenten. Was mir darüber hinaus sehr hilft, ist, dass ich das Haus seit vierzig Jahren kenne. In den

Woher nehmen Sie die Energie dafür? Mein Glück war es, in einer Kleinstadt namens Wladikawkas am Fuss des Kaukasusgebirges aufzuwachsen. Hier ist die Luft frisch, das Wasser fliesst, und man hört es unentwegt rauschen, Tag und Nacht, genauso wie den Wind. Ich glaube, meine Energie kommt daher.

Also tatsächlich von dem Ort, an dem alles begann? Ja. Ich hatte dank meiner Mutter das Glück, mich recht früh mit klassischer Musik zu beschäf­ tigen. Zuerst lernte ich Klavier­ spielen. Nach und nach, als 7- oder 8-Jähriger, setzte ich mich mit Bach und Mozart, später mit Rachmaninow und Chopin auseinander. Als etwa 14-Jähriger begann ich dann Opern zu hören. Davon war ich sehr be­eindruckt. Tschaikowskis Oper «Pique Dame» war für mich eine Offenbarung, ich konnte es fast nicht glauben. Ausserdem hatte ich wunderbare Lehrer, die mich zum Dirigenten-­ Ssudium hingeführt haben. Ihnen und meiner Mutter habe ich alles zu ver­danken. Mit 18 Jahren wusste ganz ich genau, was ich machen wollte. Ich habe grosses Glück gehabt. Und eine grosse Gabe. Jeder hat ein Talent, aber man sollte es ausleben und nicht unterdrücken. Das tun zu viele Menschen. MM

Kurzbiografie

Ein erfülltes Leben 1953 Geburt in Moskau. Valery Gergiev wächst in Wladikawkas, in Ossetien, einem Gebiet der damaligen Sowjetunion, auf. Mit 8 Jahren Eintritt ins Kon­ servatorium in Wladikawkas und Beginn des Klavierstudiums, danach Dirigentenstudium. 1972 Umzug nach Leningrad, dem heutigen Sankt Peters­burg, um sich ganz dem Dirigenten­ studium zu widmen 1988 Künstlerischer Leiter der Kirov-Oper (des heutigen Mari­ inski-Theaters), wo er bis heute Chefdirigent und Intendant ist 1995–2008 Chefdirigent des Rotterdamer Philharmonischen Orchesters 1997–2008 Gastdirigent an der Metropolitan Opera in New York Seit 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker Ab Saison 2018 Musikdirektor des Verbier Festival Orchestra

Glücksgriff

3 × 2 Tickets zu gewinnen Mit dem Orchester des Mariinski-Theaters wird Va­ lery Gergiev die sechs Sinfonien von Tschaikowski im Rahmen von drei Konzerten in der Schweiz spielen: die Sinfonien Nr. 1 und Nr. 6 in Luzern (6. Mai), die Sinfonien Nr. 2 und Nr. 5 in Genf (7. Mai) und die Sinfonien Nr. 3 und Nr. 4 in Zürich (8. Mai). Das Migros-Magazin verlost in Zusammenarbeit mit den Migros-Kulturprozent-Classics 3 × 2 Tickets für diese Tournee. Die Gewinner dürfen alle drei Konzerte besuchen (die Reise­ kosten tragen die Gewinner). Teilnahmeschluss: 15. April um Mitternacht Teilnahmebedingungen:

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  37

Controlling

Resultate sind online Der aktuelle Stand der Generation-M-Versprechen lässt sich auf der Website des Nachhaltigkeitsprogramms nach­ lesen. Zu den Versprechen, die auf Kurs sind, zählt eine Zusage zu den Wasch- und Putzmitteln der Migros-Eigenmarken: Bis Ende 2018 sollen 80 Prozent dieser Produkte besonders gut biologisch abbaubar sein. Ende 2017 genügten sogar schon 84,3 Prozent der erwähnten Artikel dieser Anforderung. Also hat die Migros das Versprechen faktisch schon erfüllt. Offiziell abschliessen lässt es sich aber erst nach Ablauf der vor­ gegebenen Frist, also Ende 2018. Grosse Auswahl: Um 73 Prozent hat die Migros ihr vegetarisches und veganes Sortiment a ­ usgebaut.

Nachhaltigkeit

Unter der Lupe Die Migros zieht Bilanz aus Generation M: Drei weitere Versprechen wurden erfüllt; über einen Erfolg werden sich besonders Kunden freuen, die sich fleischlos ernähren. Text: Michael West  Bild: Paolo Dutto

S

eit die Migros das Nach­ haltigkeitsprogramm ­Generation M vor sechs Jahren ins Leben gerufen hat, ist es enorm vielfältig gewor­ den. Es umfasst 67 Versprechen zu unterschiedlichen T ­ hemen wie Tierwohl, Biodiversität und Wasser, Klima und Energie oder Ernährung und ­Bewegung. Eins jedoch haben alle Zusagen gemein­ sam: Zweimal pro Jahr zieht eine u ­ nabhängige Revisionsstelle Bilanz und überprüft den Stand der Umsetzung. Alle Resultate werden ­öffentlich gemacht, egal, ob es sich um Erfolge oder Miss­ erfolge handelt. Per Ende 2017 hat die Migros drei weitere Versprechen erfüllt

und eines verfehlt; vierzehn sind auf Kurs, und eines ist nicht auf Kurs. Erreicht wurde zum Beispiel das Ziel, das als vegetarisch und vegan zertifizierte Sortiment um 30 Prozent zu erweitern. Zu den neuen veganen Produkten zählen etwa ­Cornatur-Knusperstäbchen nach Meeresart, Bioschokolade oder ein Brotaufstrich auf der Basis von Lupinen. Aktuell umfasst das Sortiment 651 Artikel. Seit 2015 ist es sogar um 73 Prozent gewachsen; das Ziel wurde also bei Weitem übertroffen. Migros nahm den Trend vorweg

«Die vegane Küche liegt im Trend», sagt Catherine Navello (43), die beim Marketing des Migros-­

Genossenschafts-Bundes für die Cornatur-Produktelinie verant­ wortlich ist. «Viele Menschen ­probieren gerne solche S ­ peisen, selbst wenn es sich nicht um Veganer handelt. Sie sind schlicht gespannt auf neue Ge­­schmacks­ erlebnisse.» Das erwähnte Versprechen steht in einer langen Migros-­ Tradition: Bereits seit über 30 ­Jahren hat die Detailhändlerin vegetarische Produktlinien im Sortiment, und seit 1998 auch vegane Lebensmittel. Mit anderen Worten: Die Migros war hier der Zeit voraus; sie ging schon auf die Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern ein, als dies noch nicht im Trend war. MM

Bei einem ehrgeizigen Ziel ist die Migros derzeit nicht auf Kurs: Sie will bis Ende 2020 Verpackungsmaterial im Gesamtgewicht von 6000 Tonnen ökologisch optimieren. 2017 wurden 56 einzelne Verpackungen umgestaltet. So enthalten die Flaschen des Kult-Ice-Teas neu 35 Prozent Recycling-PET, was jährlich die stolze Menge von 75,6 Tonnen Neumate­ rial einspart. Insgesamt hat die Migros seit 2013 schon 3437 Tonnen Verpackungsmaterial optimiert. Dieses Er­ gebnis liegt aber leicht unter dem angesteuerten Z ­ wischenziel von 3750 Tonnen. Alle weiteren Infos auf www.generation-m.ch

Ein Teil von

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Genera­ tionen der Zeit voraus.


38  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT Café Royal

Die neuen Royals Café Royal bietet seit 2012 diverse Kaffeekapseln an, die mit dem Nespresso-System kompatibel sind. Neu gibt es von der beliebten Migros-Kaffeerösterei verschiedene Kaffeekapseln für die Maschinen von Nescafé Dolce Gusto und Twin. Die Kapseln der Marke Twin werden mit der Einführung der neuen Kapseln aus dem Migros-Sortiment genommen.  Text: Melanie Michael  Bild: Yves Roth

Für Nescafé*-Dolce-Gusto*- und Twin-Maschinen Die neuen Kapseln von Café Royal sind in zehn Sorten erhältlich. Dazu gehören auch Milchgetränke wie Cappuccino und Latte Macchiato, die jeweils zwei einzelne Kapseln enthalten: eine Milch- und eine Kaffeekapsel. Mit der Kids Chocolate lässt sich auch für die Kleinen im Nu ein Warmgetränk aus den Kapselsystemen zaubern. Der Kaffee aller Kapseln von Café Royal wird in der Schweiz geröstet, gemahlen und abgepackt.

* Nescafé® ­Dolce Gusto® und ­Nespresso® sind eingetragene Marken Dritter, die keinerlei Verbindung mit der Migros haben.

Café Royal Caffè Lungo, 16 Kapseln Fr. 4.95

Café Royal Decaffeinato, 16 Kapseln** Fr. 4.95

Café Royal Caffè Grande, 16 Kapseln** Fr. 4.95

Café Royal Espresso Forte, 16 Kapseln** Fr. 4.95

Café Royal Brasil Single Origin, 16 Kapseln** Fr. 4.95


MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  39

Michael Sandmeier

«Optimiert für den Schweizer Geschmack» Warum werden die Twin-Kapseln durch Kapseln von Café Royal ersetzt? Café Royal konnte sich in den vergangenen Jahren als starke Marke durchsetzen. Als einer der führenden Anbieter von Kapseln, die mit dem Nespresso-­ System kompatibel sind, haben wir uns entschieden, auch die Kapseln für Nescafé-­Dolce-Gustound Twin-Maschinen in die Familie der Royal-­ Cafés aufzunehmen. Die Kapseln vermarkten wir bereits im Ausland mit grossem Erfolg.

Für Nespresso*-Maschinen Die schon seit Jahren bewährten ­Kaffeekapseln für das Nespresso-­ System sind weiterhin in gewohnter Qualität in den Migros-Filialen ­erhältlich. Café Royal ist schweizweit die beliebteste Marke unter den kompatiblen Kapseln für das ­Nespresso-System.

Gibt es bald ­Kaffee­maschinen von Café R ­ oyal? Nein, wir konzentrieren uns voll auf Kaffee. Die neuen Kapseln haben ­exakt die gleiche Form wie die Twin-Kapseln und können sowohl mit Twinals auch mit NescaféDolce-­Gusto-Maschinen verwendet werden.

Foto: zVg

Welche Vorteile für den Kunden ergeben sich aus der Umstellung? Das neue Sortiment w ­ urde speziell für den Schweizer Geschmack ­optimiert. Wir führen drei neue ­Sorten ein: den fruchtigen Brasil Single Origin, den Caffè Grande für die Liebhaber von Café Crème und endlich auch einen Decaffeinato. Neu ist auch der tiefere Preis.

Café Royal Kids Chocolate, 16 Kapseln Fr. 4.95

Café Royal Latte Macchiato, 16 Kapseln Fr. 4.95

Café Royal Cappuccino, 16 Kapseln Fr. 4.95

** in grösseren Filialen

Warum ist der Preis von Fr. 4.95 bei gleicher ­Qualität tiefer als bisher? Café Royal konnte mit den Nescafé-Dolce-­ Gusto-kompatiblen ­Kapseln in den vergan­ genen Jahren im inter­ nationalen Markt stark

Michael Sandmeier ist Leiter Business Unit Café Royal bei der Delica AG.

wachsen. Diese Mengen­ effekte ergeben Preis­ vorteile, die wir an unsere Kunden weitergeben. Schmeckt der Kaffee aus den neuen CaféRoyal-­Kapseln gleich wie der aus den TwinKapseln, den er ersetzt? Ja. Hinsichtlich Re­zep­ turen, Kapselfunktio­ nalität und Geschmack gibt es keine Verände­ rungen. Was zeichnet die Café-­ Royal-Kapseln aus? Der Café-Royal-Kunde will einen Kaffee mit überzeugendem Geschmack aus einer Kapsel, die jedes Mal funktioniert. Das garantieren wir mit der sorgfältigen Auswahl der Kaffees und präziser Schweizer Technologie. Die Kunden finden unter Café Royal nicht mehr alle ihre Lieblingssorten von Twin, wieso? Manche Sorten fanden zu wenig Anklang und sind deshalb nicht mehr in der Migros erhältlich. Ihre Anhänger können sie jedoch online bestellen: www.cafe-royal.com MM


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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  41

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42  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT Gesund im Alter

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  43

Tipps

Was im Alter guttut

Sicher in der Wanne sitzen Einfach einsetzbar: Die ­stabile ­Alu-­Konstruktion hat rutschsichere Auflagen und spezielle Löcher, damit das Wasser leicht abfliesst.

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Sich regelmässig mit Freunden und Familie treffen – das stabilisiert die eigene soziale Aufgehobenheit und den generationenübergreifenden Austausch. Einmal im Jahr die wichtigsten Werte beim Arzt checken – Blut­ zucker, Blutdruck, ­Cholesterin. Positiv denken und ­gelassen sein – die Erfahrung zeigt, dass es sowieso meist anders kommt, als man denkt. Täglich an die frische Luft gehen – Sonnenlicht und Vitamin D ­tanken und sich vom Sauerstoff erfrischen lassen Das Gefühl, gebraucht zu werden, und sich ­tatkräftig engagieren, gibt Antrieb und stützt das Selbstwertgefühl. Lassen Sie sich den neuen Billettautomaten erklären und halten Sie Ihre Gehirnzellen ­immer auf Trab.

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  45

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Es geht nichts über ein cremiges Risotto. Das Wichtigste bei der Zubereitung ist Geduld – und zwei, drei einfache Tricks. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man das beliebte ­Reisgericht in einer Variante mit Peperoni zubereitet.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Martina Meier Rezept: Andrea Pistorius

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Peperoni verleiht dem Risotto Farbe. Pecorino und Butter sorgen zusätzlich für Geschmack – und eine perfekte ­Konsistenz.


46  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT Step-by-Step

Peperoni-Risotto    1

Backofen auf 220 °C vorheizen. Peperoni ­halbieren, entkernen und mit der Hautseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Ca. 15 Minuten rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. In einem Plastikbeutel 10 Minuten ziehen lassen.

5

Peperonimasse kurz vor Ende der Garzeit zum Risotto geben, unterrühren und noch­ mals kurz aufkochen. Restliche Butter und drei Viertel des Pecorinos unterheben. Mit Salz und ­Pfeffer abschmecken.

2

Zwiebeln fein hacken. In wenig Butter bei mittlerer Hitze andünsten. Reis dazugeben, ­unter Rühren glasig dünsten. Mit Wein ­ablöschen, Flüssigkeit einkochen lassen.

6

Risotto mit beiseitegestellten Peperoni­ streifen anrichten, mit dem restlichen Peco­ rino bestreuen und servieren. Dazu passt Salat.

3

Gemüsebouillon nach und nach beigeben, nur gerade so viel, dass der Reis jeweils gerade bedeckt ist. Bei kleiner Hitze unter Rühren zu ­einem sämigen Risotto kochen.


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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  59

Profi-Tipp

Geduld zahlt sich aus    4

Zutaten für 4 Personen 3 rote Peperoni 2 Zwiebeln 80 g Butter 400 g Risottoreis 2 dl Weisswein ca. 8 dl Gemüsebouillon, heiss ½ Bund Petersilie 1 Knoblauchzehe 80 g Pecorino Salz Pfeffer

Ein Risotto braucht Geduld und Zuneigung, damit es ­gelingt. Schön sämig soll es werden – und doch etwas Biss haben. Nur wenige Reis­sorten eignen sich dafür: Mittelkornreis wie Arborio, ­Vialone, Maratelli und Carnaroli. Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Typisch für die Risotto­ zubereitung ist das Glasig­ dünsten mit einer gehackten Zwiebel in Butter oder Olivenöl und das Garen mit h ­ eisser Bouillon, die man portionenweise beifügt. Sehr wichtig ist das s­ tändige Rühren, damit nichts anbrennt und jedes Korn gleichmässig gart. Die Kombinationsmöglich­ keiten sind fast unbegrenzt. Aber egal, ob Sie es mit Pilzen, Meeresfrüchten oder Gemüse verfeinern: Zum Schluss wird ein Risotto mit Käse wie Parmesan oder Pecorino und Butter abgeschmeckt, bevor man es serviert. Ein Risotto braucht Zeit und Geduld – aber beides lohnt sich absolut! MM

Inzwischen Haut der Peperoni abziehen. Peperoni in Streifen schneiden. Ein paar ­Streifen für die Dekoration beiseitelegen, die anderen in ein hohes Gefäss geben. Petersilie abzupfen. Mit dem Knoblauch dazugeben. Alles mit einem Stabmixer fein pürieren.

Anstelle von Peperoni­ creme einen Tomatensugo ­bei­mischen. So erhält man im Nu ein feines Tomaten­ risotto.

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  61

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Was bedeutet eigentlich Bio? Beim Anbau von Bioprodukten sind künstliche Düngung und ­synthetische Pflanzenschutzmittel verboten. Die Biobauern setzen im Einsatz gegen Schädlinge und Pflanzen­krankheiten stattdessen auf natürliche Hilfsmittel wie zum Beispiel Marienkäfer und Schlupfwespen. Dies schont den Boden.

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Die Einhaltung der Biorichtlinien wird regelmässig von unabhän­gi­ gen Kontrollstellen überprüft.

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  67

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68  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT

Frühlingswetter

Wir treiben es bunt

Der Frühling ist da: Bald kommt die Lust auf Glace, Grillpartys und luftig-leichte Kleider – kunterbunte Ideen für warme Tage.

Kultig und kühl Zu Seehund, Bär, ­Äffchen und Koala gesellt sich ein Eichhörnchen. Die ­Haselnussglace feiert 2018 auf vielfachen Wunsch ein Revival.

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  69

Blumig und bunt Die legere Pumphose mit abgesteppten Gummizügen und ­farbenreichen Blumen­ motiven geht nach der aktuellen Mode.

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Frisch und fein Die Grillsaucen von M-Classic haben ­einen neuen Look. Die Rezepturen für die ­feine Begleitung von Fleisch und Gemüse sind hingegen unverändert.

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Leicht und luftig Die Sticker eignen sich für alle glatten Oberflächen. Besonders gut zur Gel­ tung kommen die Schmet­ terlinge auf Fensterglas. Micasa, Window Sticker Butterfly, 25 x 70 cm Fr. 19.80 In der Micasa

Süss und praktisch Ein Pyjama für alle Fälle: Baby freut sich am ­Regenbogenmotiv. Und Mami oder Papi kann den ­Liebling je nach Tempe­ ratur mit oder ohne Body ins Bett stecken.

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MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  71

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auf Premierentickets am 8. Juni, 20 Uhr, an allen M-Vorver­ kaufsstellen

Zirkus

Waghalsige Akrobatik Rabatte

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Getreu seinem Programmtitel, zeigt der Circus Knie dem Publikum auch in diesem Jahr wie «Formidable» er ist. Vom 8. bis 20. Juni ist er auf der Rosentalanlage in Basel zu Gast.

D

Text: Moritz Weisskopf

ie Familie Knie zählt zu den ältesten Zirkus­dynastien Europas. Trotzdem erfindet sich der Circus Knie immer wieder neu. So auch in seinem aktuellen Programm «Formidable». Franco Knie jun. vereint moderne Technik mit Tradition und schafft so eine weltweit neue Nummer: Er präsentiert zusammen mit seiner Frau Linna Knie-Sun und Sohn Chris Rui eine Zirkusnummer mit leuchtenden Drohnen. Überhaupt hat das Programm Überraschendes zu bieten. Ins­gesamt treten 38 Artisten aus elf Nationen auf. Darunter die Skokov-­Troupe, die mit Kunststücken auf der russischen Schaukel verzaubert, oder

das kanadische Duo 2-zen-0 mit seiner waghalsigen Akrobatik. Laura Miller zeigt Akrobatik, an einem Ring, an dem sie durch die Zirkuskuppel schwebt. Der Schwei­zer Comedyjongleur Corpelin und Regula Esposito (alias Helga Schneider von den Acapickels) sorgen für Lacher. Als selbsternannte «Queen of Comedy» hält sie im Zirkus Mensch und Tier auf Trab. Von den Mitgliedern der Familie Knie gibts ebenfalls viel zu sehen: Gleich drei Generationen treten in der Manege auf, auch die Jüngsten: Chanel Marie und Ivan Frédéric Knie zeigen Frei­heits­­dressuren mit Lamas und Araberpferden. MM Weitere Infos auf www.knie.ch

Die Krebsliga hilft Betroffe­ nen, Angehörigen und Hin­ terbliebenen. Zudem un­ terstützt sie seit über 60 Jah­ ren die Krebsforschung in der Region. Das wäre nicht möglich ohne finanzielle Unterstützung in Form von Spenden, Mitglieder­bei­ trägen und Erbschaften. Dazu kommt alle zwei Jahre die Ballettgala, die am Samstag, 5. Mai, 19 Uhr, zum achten Mal im Theater Basel stattfindet. Richard Wherlock, Direktor des Ballett Basel, stellt für die­ sen Abend ein spezielles Programm unter dem Titel «Dancing with the Stars» zusammen. Die Besucher können sich auf einen unvergesslichen Abend mit tänzerischen Überraschungen und einem Apéro freuen. Mit einem Ticket unterstützt man die wertvolle Arbeit der Krebs­ liga beider Basel, denn die gesamten Einnahmen fliessen in die Forschungs­ förderung. M-Genossenschafter erhalten an der Theaterkasse 20 Franken Rabatt auf Ihre Tickets. Es het, solang’s het!


72  MM15, 9.4.2018 | MIGROS-WELT

Kleine Biogärtner: Das Projekt «Gärtli im Park» bringt Kindern die Natur näher.

Projektinfos

Natur hautnah erleben Beim «Gärtli im Park» können Kinder säen, pflanzen, jäten, wässern und ernten. Das Projekt startet am 21. April im Park im Grünen in Münchenstein. Text: Moritz Weisskopf

E

s ist länger hell, die Blumen blühen, und die Vögel zwitschern wieder: Der Frühling ist da! Jetzt ist es Zeit, auszusäen, Knollen in die Erde zu stecken und Setz­ linge anzupflanzen. Doch was genau pflanzt man an? Welches Gemüse ist wann saisonal? Die wenigsten Kinder wissen, woher das Gemüse kommt, das wir täglich essen. Das Projekt «Gärtli im Park» will das ändern. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren können im Park im Grünen erste Erfahrungen im Gärtnern sam­ meln und so ihren Bezug zur Natur stärken. Sie bepflanzen unter fachkundiger Anleitung

eine Saison lang ihr eigenes Beet nach biologischen Prinzipien. So erleben sie eine ganze Gartensai­ son: von der Aussaat im Frühling bis zur Einwinterung im Herbst. Durch die eigene Tätigkeit im Garten entwickeln die Kinder einen Bezug zur Umwelt, zu den Jahreszeiten und dem Wetter – und zu unseren Nahrungs­ mitteln. Die Ernte dürfen sie mit nach Hause nehmen. Beim Start­­ event am 21. April von 10 bis 16 Uhr im Park im Grünen in Münchenstein können die Besu­ cher an verschiedenen Stationen Wissenswertes über Heilkräuter erfahren, Kräuter riechen, Natur­ deko und Blumentöpfe aus

Recyclingmaterial herstellen, Bodentiere erforschen und die ersten Kräutersetzlinge in der Kräuterspirale pflanzen. Beim ersten Gärtnern am 25. April können die Kinder von 14 bis 16.30 Uhr bereits frühe Gemüse anbauen: Es werden Kohlrabi als Setzlinge gepflanzt und Radies­ chen, Schnittsalate und Erbsen gesät. Danach findet das Gärt­ nern jeden letzten Mittwoch im Monat von April bis September und bei jeder Witterung statt. Das Gärtnern und die Anlässe sind kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. MM Weitere Infos auf www.bioterra.ch/gartenkind

Dann wird gegärtnert Wann und wo? Startevent: Sa. 21.4., 10 bis 16 Uhr Gärtnern: Mi. 25.4., 30.5., 27.6., 25.7., 29.8., 26.9., jeweils von 14 bis 16.30 Uhr Schlussevent: Sa. 6.10., 10 bis 16 Uhr

Der Garten befindet sich zwischen Parkplatz und See auf der rechten Seite im Park im Grünen. «Gärtli im Park» ist Teil von «Gartenkind», einem gemeinnützigen Projekt von Bioterra und Migros, das Kindern das Gärtnern näherbringt. Mit ihrem Nachhaltigkeitsprogramm Generation M will die Migros den Umgang mit der Natur und das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel von klein auf fördern.

Bilder: zVg,

Park im Grünen


MIGROS-WELT | MM15, 9.4.2018  73

Genossenschaftsrat

Migros Basel gewinnt Marktanteile An der 356. Sitzung des Genossenschaftsrats stand die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres im Zentrum. Text: Moritz Weisskopf

Die Genossenschaftsräte verabschiedeten die Jahresrechnung der Migros Basel einstimmig.

D

er druckfrische Geschäftsbe­­richt 2017 lag schon vor, als der Genossenschaftsrat am 20. März in der Betriebszentrale eintraf. Monika Guth, Präsidentin des Genossen­ schaftsrats, begrüsste alle Anwesenden zur zweiten Sitzung in diesem Jahr, in der das Hauptthema der Rückblick auf das vergange­ ne Jahr war. Werner Krättli, Verwaltungs­ ratspräsident der Migros Basel, präsentierte das Geschäftsjahr 2017. Dieses war geprägt von einem schwierigen Marktumfeld mit steigendem Onlinehandel, weiterhin hohem Einkaufstourismus und aggressiven Promo­ tionsaktivitäten. Das zeigte auch der Umsatz, der 2017 teuerungsbereinigt um 0,2 Prozent abnahm. Doch Krättli konnte auch viel Posi­ tives verkünden. «Es ist der Migros Basel er­ neut gelungen, trotz schwieriger Umstände Marktanteile zu gewinnen», so Krättli. Des Weiteren konnte im vergangenen Jahr mehr Kundschaft verzeichnet werden.

«Die Migros Basel setzt ihren Fokus weiterhin auf ihre Erfolgsfaktoren, namentlich die Frische, attraktive Inno­vationen, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und konsequente Investitionen in ein modernes Einkaufserlebnis», erklärte Krättli. So wurde das Migros-Daily-Angebot in mehreren Filia­ len erfolgreich eingeführt, das Sortiment von «Alnatura» und «Bio» ausgebaut und ver­ schiedene Bauprojekte realisiert, darunter die Migros Delémont, das Provisorium am Bahn­ hof SBB und das Fitnesscenter Clarastrasse. Für das laufende Jahr sind unter anderem mit der Revitalisierung der Migros-­Filialen Stücki, Gelterkinden und Eglisee sowie der Integration der Interio-Filiale in Pratteln weitere wichtige Investitionsprojekte ge­ plant. Ein Highlight waren das MigrosFitness­center im Aquabasilea und die erste Bike World der Nordwestschweiz ebendort. Sie bietet der Kundschaft über 450 Velos samt einer Indoor-Teststrecke. Wie die Zahlen des

Geschäftsjahres im Detail aussehen und was sie bedeuten, erläuterte im Anschluss der neue Leiter Finanzen, Thomas Truninger. Der Rat verabschiedete die Jahresrech­ nung, die Verwendung des Reinertrags und die Entlastung der Verwaltung zuhanden der Urabstimmung einstimmig. Zum Schluss hob Monika Guth anlässlich der Anwerbung neuer Ratsmitglieder die Vorteile eines sol­ ches Amtes hervor. «Als Genossenschafts­ ratsmitglied erhält man Informationen aus erster Hand und kann sich direkt mit den Verantwortlichen der Migros Basel aus­ tauschen. Zudem sind wir zuständig für die Genehmigung der Geschäftszahlen und erhalten regelmässig einen Blick hinter die Kulissen der Migros», so Guth. Wer Interesse hat, kann sich bei der Migros Basel unter der Telefonnummer 058 575 55 55 melden. MM Die detaillierten Kennzahlen 2017 sind bereits heute auf www.migrosbasel.ch einzusehen. In der Ausgabe 20 vom 14. Mai werden sie zudem auf diesen Seiten veröffentlicht.


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Leben MM15

Umfrage

Backen Sie oft? Nicht regelmässig, aber ein Kuchen oder ein Zopf hie und da ist schon toll.

44 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Seit wir Kinder haben, ist unser Kochrepertoire empfindlich geschrumpft. Statt Hackbraten mit selbstgemachtem Kartoffelstock gibt es Spätzli mit Spiegelei. Statt Blumenkohl-Lauch-Pastete mit Feta: Pasta an Tomatensauce. Gemüse gibts roh, weil das schneller geht und dem Grossen (7) und dem Kleinen (2) erst noch besser schmeckt. Manchmal überkommt uns der Pasta-Pizza-SpätzliKoller. Als eine Freundin erzählt, dass sie ihre Kinder jeweils Länder wählen lässt und dann Gerichte von dort kocht, schlage ich das auch vor. Wir einigen uns auf ein Wunschland pro Familienmitglied. Der Grosse beginnt mit Tschechien. Weil er den besten Hockeyspieler aller Zeiten, Wayne Gretzky, für einen Tschechen hält. Bei Tschechien denke ich an fettigen Schweinebraten und mehlige Klösse, was mich nicht speziell beflügelt. Und jetzt?

38 %

Mehrmals wöchentlich. Brot, Kuchen, Kekse und Wähen gibts bei uns nur selbstgebacken.

16 % Nein. Dafür fehlen mir Zeit und Lust.

2 % 1   Das ziehen wir durch! Eine Horizonterweiterung ist nicht immer nur schön. 2   Schon vor der ersten Runde des Spiels komme ich wieder davon ab. 3   Ich koche einfach Lachs und Lobster, denn Wayne Gretzky ist ja Kanadier.

553 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 2: Mir graut schon vor der Wahl des Kleinen, der einfach irgendwo auf die Weltkarte tippen dürfte. Also hoffe ich einfach mal, dass das Projekt im Trubel des Alltags untergeht – und schätze den täglichen Teller Pasta wieder mehr.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

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LEBEN | MM15, 9.4.2018  79

Das Bezahlsystem Revolut ist gerade für Auslandsferien praktisch.

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Die virtuelle Kreditkarte Bargeldloses Bezahlen erhält eine neue Dimension: Mit dem Handy-Zahlsystem Revolut lässt sich im Ausland einfach einkaufen und Geld wechseln. Nur einen Haken hat es noch.

Bild: PD

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Transparent sparen

Text: Philipp Rüegg

as ideale Zahlungsmittel für die Ferien ist die Kreditkarte. Der Komfort des Plastikgelds geht jedoch ins Geld: Jede Bezahlung, jedes Abheben kostet. Nicht so bei Revolut. Das Start-up bietet ein günstiges Bezahlsystem, das über das Smartphone läuft und nicht nur im Ausland interessant ist. In der App aus London können Konten für 25 Währungen erstellt werden. Anschliessend lassen sich bis zu fünf virtuelle sowie zwei physische Kreditkarten er- und bestellen. Virtuelle Karten kann man nach Einscannen eines Ausweises benutzen, die Mastercard (Visa wird getestet) nach bis zu zwei Wochen. Eine virtuelle und eine physische Karte sind gratis, weitere kosten je sieben Franken. Bei der Premiummitgliedschaft (Fr. 8.99/Monat) sind alle Karten inbegriffen. Um Revolut nutzen zu können, muss ein gewisser Betrag

Falls Sie nach Teslas Ausflug ins Weltall auch die Lust auf den Cyberspace gepackt hat: Mit dieser App können Sie ihre Astronautenträume virtuell ausleben. Im Spaceflight Simulator kann man die Raketen selbst bauen und auf verschiedene Planeten und Monde schicken.

eingezahlt werden. Hier kommt der Haken für Schweizer: Es ist noch nicht möglich, ohne Zusatzkosten Geld auf das RevolutKonto zu laden. Zwar kann man über die App ein kostenloses IBANKonto in Euro oder Pfund erstellen und anschliessend per SEPA gebührenfrei Geld überweisen. Doch bei der Belastung auf dem Bankkonto in Franken kommt der Wechselkurs der Bank zum Tragen, und der kann unvorteilhaft sein: Für eine nor­male Banküberweisung in Franken werden Transaktionsgebühren erhoben. Und auch wer eine herkömmliche Kreditkarte zum Laden des Kontos benutzt, muss dem Kreditkarteninstitut etwas bezahlen. Günstige Wechselkurse

Dafür profitiert man beim Bezahlen mit Revolut im Ausland von günstigen Wechselkursen für über 120 Währungen. In der App sind die gerade geltenden Kurse einseh-

bar. Bei einer Standardmitgliedschaft können monatlich bis zu 6000 Franken gratis gewechselt werden, bei Premium unbeschränkt viel. Am Automaten können monatlich 200 beziehungs­ weise 400 Franken (Premium) gebührenfrei abgehoben werden. Sogar Kryptowährungen lassen sich kaufen – mit Transaktions­ gebühren von 1,5 Prozent günstig. Die App dient als Zentrale für alle Transaktionen, Abrechnungen und gewährt uneingeschränkte Kontrolle über alle Transaktionen. Funktionen wie das kontaktlose Zahlen werden mit einem Klick aktiviert oder deaktiviert. Was noch fehlt? Kompatibilität mit Apple Pay und Co. Hier hat sich Revolut noch auf kein System festgelegt. Sollten künftig noch Überweisungskosten wegfallen, könnte man herkömmliche Kreditkarten zurückgeben und die kleine Revolution wagen. MM

Eine interessante Möglichkeit der Altersvorsorge bietet Viac. Über die App kann man ein 3a-Konto eröffnen, Geld einzahlen und die Entwicklung überwachen. Das Schweizer Start-up Viac versucht mit tiefen Kosten und viel Transparenz zu punkten. viac.ch

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LEBEN | MM15, 9.4.2018  81

Wenn Keas sich «lieben», geht es bisweilen rau zu. Das Weibchen des W ­ alter Zoos landete im Notfall.

Zootierärztin

Gefährliche Leidenschaft Keas spüren den Winter: Die schneegewohnten Bergpapageien paaren sich in der kalten Jahreszeit. So leidenschaftlich, dass sich ein Weibchen dabei eine Kralle ausreisst. Text: Karin Federer  Bilder: Walter Zoo

K Karin Federer (31) ist Tier­ärztin und berichtet ­regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

eas gehören zu den wenigen ­Papa­geienarten, die ­ausserhalb der Tropen leben, nämlich in den Bergen der Südinsel von Neuseeland. Dort kann der Kea, der sich von ­Früchten, Samen, Wurzeln, Pflanzen und gelegentlich von Aas ernährt, auch bei Schnee überwintern. Der Winter ist auch die Balzzeit der Keas. Keas sind neugierig und verspielt. Entsprechend wild kann es bei der Paarung zugehen – so geschehen beim Kea-­ Pärchen des Walter Zoos. Blutspuren im Schnee

Dass sich das Weibchen mit einem unserer beiden Männchen paart, haben wir diesen Winter schon einige Male beobachtet. Eines der

Stelldicheins scheint ziemlich turbulent gewesen zu sein. Ein erster Hinweis ­darauf sind Blutspuren im Schnee. Der Tierpfleger hat ­festgestellt, dass das Kea-­ Weibchen an einer Zehe stark blutet. Nun fixieren wir den Vogel, und ich untersuche ihn. Es wird klar, dass sich das Weibchen eine Kralle ausgerissen hat. Etwas, das bei Papageien auch ausserhalb der Balzzeit ab und zu passiert: Sie bleiben mit den Krallen hängen, ziehen mit einem Ruck den Fuss zurück – und reissen sich dabei die Kralle aus. Ich desinfiziere die Wunde und entlasse das Kea-Weibchen aus der Behandlung. Die Liebesgeschichte kann weitergehen. Und das tut sie offensichtlich auch.

Denn als Nächstes ent­ decken wir, dass das Papageiweibchen sich an den Nestbau macht: in einer Höhle in der Rückwand der Kea-Anlage. Das ist an sich ja schön, in diesem Fall aber leider auch etwas heikel. Von Reha hält sie nichts

Denn beim Nestbau ist der Kea oft unterwegs, transportiert Moos und anderes Material und geht oft in die Höhle und wieder hinaus. Und das alles mit einem ­verletzten Fuss! Doch es scheint trotzdem gut zu gehen: Das Weibchen sitzt irgendwann ruhig auf dem gemachten Nest. Da wollen wir es nicht stören, sondern hoffen einfach, dass die Wunde rasch verheilt – und dass bald junge Berg­ papageien schlüpfen.  MM

Informationen

Vogelschutz Paarungszeit ist in der ­Vogelwelt eine span­ nende Angelegenheit. Mit einem farbenpräch­ tigen Federkleid oder mit ihrem Gesang ver­ suchen Vogelmännchen ihre Weibchen zu beein­ drucken. Leider sind viele einheimische Vogel­arten bedroht. Deshalb sind Siedlungsgebiete so wichtig für die Vogel­ population: Es hilft zum Beispiel, wenn Gärten naturnah gestaltet und gepflegt werden. ­Dornensträucher, dicht wachsende Bäume und üppige Fassaden­ begrünung bieten Nist­ plätze. Höhlenbrütende Vogelarten können auch durch selber her­ gestellte oder gekaufte Nistkästen unterstützt werden. Infos: www.birdlife.ch


82  MM15, 9.4.2018 | LEBEN

Engerfeld-Kollegen Wir suchen für das Treffen im Jahr 2018 noch sieben Schulkameraden aus der Klasse von Roman Riss im Rheinfelder Schulhaus Engerfeld (1982 bis 1986): Peter Ackeret, Ali Findik, Heidi Grässlin, Thomas Lörtscher, Ettore Ravoi, Michael Kaufmann und Micha Walliser. Jeanette Baumgartner: E-Mail: Ja.chris68@ojooo.com Ruth Buess-Bürgi: E-Mail: ruthbuess@gmx.ch

Für die nächste Zusammenkunft der ehemaligen Postsekretär-Lehrlinge («SL66») in Solothurn werden die beiden Kollegen Jürg Brändli und Rudolf Glanzmann gesucht. Wir haben ab dem 4. April 1966 den Einführungskurs absolviert. Wo seid ihr, oder wer kennt euch? Therese Fürst-Mathyer E-Mail: p.muellerpfeiffer@bluewin.ch

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LEBEN | MM15, 9.4.2018  83

Kolumne

Fieser Frühling

Illustration: Rinah Lang

Von gewissen Menschen sagt man ja, sie hätten zwei Gesichter. Einmal sind sie superdupernett, kurz darauf äussern sie Voldemort-Gelüste gegen dich. Sie werden von hippen Städtern auch «Frenemys» genannt: Das ist ein toxischer Cocktail aus Freund und Feind. Auf dem Land sagt man einfach «falsche Freunde». Für mich ist der Frühling ein solcher falscher Freund – oder eben ein Frenemy.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Erstens kommt er immer zu spät. Es ist jedes Mal das Gleiche: Zuerst kündigt er sich im grossen Stil an, lässt die Maiglöckchen spriessen und die Beizer die Tische herausstellen – und dann? Nichts. Einmal mehr schickt er den Kollegen Winter vor und lässt sich plötzlich nicht mehr blicken. Zweitens hat er sein Temperament nicht im Griff. Ist er endlich da – natürlich längst nachdem du deine Uhren auf seine Zeit ein-

gestellt hast –, macht er sich über dich lustig. Gestern hast du dich in seiner Gegenwart in langen Hosen und T-Shirt rundum wohl­ gefühlt. Heute verpönt er dein Outfit und treibt dir die Schweissperlen auf die Stirn. Drittens verhält er sich nicht überall gleich. In der Stadt lässt er die Gelateria di Berna florieren, die Seen und Flüsse glitzern und die Urban-Gardener vor Glück erquicken. Auf dem Land hingegen verzieht er ganz langsam seine zwei Gesichter zu einer hässlichen Grimasse, holt tief Luft und jagt mit einem lauten «Haaaa-tschi!» die Pollen durch die Luft. Viertens ist er ein penetranter Fragen­ steller. «Hast du die Wohnung schon auf Vordermann gebracht? Dich schon wieder frisch verliebt? Die Winterreifen abmontiert? Den Grill hervorgeholt? Die Speckröllchen wegtrainiert?» Chill mal, Frühling! MM

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84  MM15, 9.4.2018 | LEBEN Gesundheit

Keiner zu klein

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Manchmal brauchen Babys Unterstützung in der Entwicklung von Motorik und Sensorik. Kinderphysiotherapeuten fördern die Kleinen spielerisch. Text: Barbara Gressbach

Hoch das Beinchen! Das Kind lässt sich die therapeutischen Griffe gerne gefallen.

ein Sohn kriecht und läuft mit zwölf Mona­ ten noch nicht. Ist das normal? Oder: Meine Tochter hat mit zwölf Jahren einen krummen Rücken. Muss ich mir Sorgen machen, oder wächst sich das aus? Oder: Ich wusste nicht, dass es Physiotherapie für Säuglinge und Kinder gibt. – ­ Solchen oder ähn­ lichen Fragen und Aus­ sagen begegne ich in meinem Alltag als Kin­ derphysiotherapeutin immer wieder. Wie für die Spezial­ bereiche Altersmedizin oder Neurologie gibt es auch im Fachbereich

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LEBEN | MM15, 9.4.2018  85

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Für eine Überweisung zum Kinderphysiothera­ peuten benötigt man eine ärztliche Verordnung (Hausarzt, Kinderarzt oder Spezialist), damit die Grundversicherung die Kosten übernimmt. Auch eine Beratung oder Einschätzung ohne Zuweisung durch den Arzt ist möglich. Die Kosten werden in diesem Fall privat verrechnet. Generell gilt: Wann immer Eltern das Gefühl haben, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, wenden sie sich am bes­ ten an ihren Kinderarzt. Er weiss, was zu tun ist. Kinderphysiothera­ peuten und weitere pädia­ trische Fachpersonen bie­

ten in verschiedenen Kantonen der Schweiz den Kurs «Bewegter Lebens­start» an. In den fünf Kurslek­tionen er­ fahren Eltern mit ihren Kleinkindern, welche Entwicklungs­phasen am wichtigsten sind, und hören Wissenswertes über eine aus­gewogene Ernährung. Eltern erhalten hier auch Anregungen, was sie aktiv zur Entwicklung ihres Kindes beitragen können. Im Vordergrund stehen die Freude an der Bewegung sowie das Spie­ len und der Austausch in der Gruppe. MM Infos: physiotherapia.paediatrica.ch; bewegter-lebensstart.ch

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Ausgewandert

Von Malters nach Uganda Der achtjährige Nelio aus Malters LU lebt in Kasubikamu, im ostafrikanischen Land Uganda. Seine Eltern sind vor zehn Jahren dorthin ausgewandert, um ein Projekt für Kinder und Familien zu realisieren. Nelios Mutter ist Primarlehrerin, der Vater Zimmermann. Zusammen gründeten sie die Njuba-Kinderhilfe, ein Schweizer Hilfswerk. Das Gelände des Hilfswerks bildet in Kasubikamu ein Dorf im Dorf: Hier leben Nelio, seine fünfjährige Schwester Yael, ihre Eltern und manchmal einige Volontäre oder Feriengäste aus der Schweiz. Nelio besucht hier mit 150 Schulkindern die Primarschule. 120 weitere Kinder werden extern betreut. Uganda gehört zu den 50 ärmsten Ländern der Welt, hat eine grosse Vielfalt an Landschaften und eine artenreiche Tierwelt.

Kinder

«Wir basteln Bälle aus Bananenblättern»

Der achtjährige Nelio aus Malters LU ist in Uganda der einzige Weisse in seiner Klasse. Die afrikanischen Tänze kann er schon fast so gut wie seine Freunde. Text: Gabriela Bonin Illustration: Olaf Hajek

Informationen über die Schule von Nelios Eltern: www.njuba.ch

Nelios Lieblingstier ist das Chamäleon.

«In der Schule lernen wir Rechnen, Lesen, Englisch und Luganda, die Sprache der Einheimischen. Aber auch auch Singen und Tanzen. Es ist mega schwierig, mit den Hüften wie die Afrikaner zu wackeln, aber ich kann es schon gut. In den Familien meiner Schulkollegen gibt es viel Armut, auch Streitereien. Sie tun mir leid, besonders die Mädchen, wenn sie geschlagen werden. Es gibt hier eben auch Leute, die zu viel Schnaps trinken.»

«In der Schweiz habe ich Schlittschuhlaufen gelernt. Und manchmal spiele ich Handörgeli. Im Sommer und Herbst lebe ich bei meinen Grosseltern in Malters LU und gehe dort in die Primarschule. Dann kann ich Älplermagronen, Guetsli und Smarties essen.»

«Ich spiele im Monkeyteam des FC Kasubikamu. Meine Schulkollegen und ich basteln manchmal Bälle aus Bananenblättern und spielen damit. Wir klettern auch gern herum oder spielen Fangis. Die Kollegen foppen mich manchmal und behaupten, Uganda sei besser als die Schweiz. Aber ich weiss, dass wir die beste Schoggi, sieben Präsidenten und tolle Uhren haben.»


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Das sagt Polit-Experte Lukas Golder

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Luca (5) aus Witwil LU

Freizügigkeit hat zwar mit Freiheit und Grenzen zu tun, aber wir wollen noch etwas genauer hinschauen. Du bist erst fünf und kennst das Wort bereits. Das finde ich eindrücklich. Vermutlich hörst du zu, wenn die Erwachsenen über Politik reden. In der Schweiz wird heftig über das Freizügigkeitsabkommen diskutiert: Es geht darum, ob die Rechte der Menschen in Europa an unserer Grenze enden. Wenn man über eine Grenze geht, sollte man die Kleider besser

anbehalten – zumindest darin sind sich die meisten einig. Es ist nämlich überall verboten, nackt in der Öffentlichkeit herumzuspazieren. Das Wort «Freizügigkeit» hat zwei Bedeutungen: Einerseits steht es für einen Lebensstil. Dafür, dass man frei denkt, was man will, und dass man locker und grosszügig lebt. Wer freizügig lebt, hält sich nicht immer an alle Regeln. Andererseits steht «Freizügigkeit» für das Recht, frei zu wählen, wo man leben möchte. Wir Schwei-

zerinnen und Schweizer haben die Freiheit, an jeden Ort in unserem Land zu ziehen. Unter welchen Bedingungen dürfen wir das auch in den Ländern, die zur Europäischen Union gehören, zum Beispiel in Deutschland oder Italien? Und in welchem Fall dürfen Europäer aus diesen Ländern bei uns leben? Beides klärt das Personenfreizügigkeitsabkommen – und setzt uns so auch Grenzen. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

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Auto

«Wir wollten nie wieder aussteigen»

Der Frontantrieb «Schade, dass es im Aircross nur Front­antrieb gibt. Zwar hilft eine elektronische Traktionshilfe mit Fahrprogrammen, aber im Winter bei Schnee wäre 4×4 sicher dienlich.»  Regula Bader

Mit dem Citroën C3 Aircross geht Leserfamilie Bader aus Düdingen FR auf grosse Testfahrt. Punktet der durchgestylte, komfortbetonte City-SUV aus Frankreich im Alltag? Text: Timothy Pfannkuchen   Bild: Marco Zanoni

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ie allermeisten Familien-SUV geben sich betont ausgewogen. Aber warum langweilig, wenns auch charismatisch geht? Der Citroën C3 Aircross getraut sich, zu polarisieren: Der nur 4,15 Meter kurze «City-SUV» (quasi ein höherer Kompakter) ist betont bunt und komfortabel. Auf Gegenliebe stösst bei Familie Bader aus Düdingen im Freiburger Sensebezirk, wie er aussieht (siehe Box) – und vor allem, wie er fährt: «Der Fahrkomfort ist schon unglaublich gut», sagt Studentin Melanie Bader (22). Ihre Schwester Jasmine (19), ebenfalls Studentin, ergänzt: «Der leichte Einstieg und der grandiose Sitzkomfort sind im Alltag toll.» Etwas Kritik gibts vom Mami: «Für täg­ liche Fahrten ist das Auto ideal, aber für eine Familie mit Gepäck wirds knapp», moniert Regula Bader (52). Sonst gefällt der Aircross der Sachbearbeiterin: «Ich finde die Heckscheibe zwar recht klein, aber die Rückfahrkamera gleicht das etwas aus.» Und weil die Grösse ideal sei und man hoch sitze, sei das Parkieren einfach. «Uns gefällt, dass das Fahren mit Touchscreen, Fernlichtautomatik, Head-up-Display und Freisprechanlage sicher ist», fügt Regula Bader an. Sparsam, schick und ein fairer Preis

«Der Dieselmotor tönt wie ein kleiner Traktor, aber uns störts nicht», sagt Melanie Bader. Jasmine Bader fügt hinzu: «Dafür hat er viel Kraft und braucht im Schnitt nur gut fünf Liter!» Steht also bald der Umstieg vom familien­ eigenen Skoda Fabia zum Aircross an? «Könnte durchaus sein», sagt Regula Bader, «das Auto ist der Wahnsinn! Schick, stylisch und vielseitig – und angesichts der Aus­ stattung für einen fairen Preis zu haben.» Ein zusätzliches Plus für die drei Damen: Aus­sen- und Innenstyling sind frei kombinierbar. Ihr Fazit: «Hier wollten wir eigentlich nie wieder aussteigen!» MM

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Das Cockpit «Das stylische Interieur macht enorm was her und zaubert eine schöne, edle Atmosphäre. Die Bedienung ist sehr einfach und das Sitzen auf den breiten, weichen Sesseln ­­ super!»  Melanie Bader


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Das Design «Uns gefällt die Form. Sie macht den Aircross einzig­artig und lässt ihn edler wirken, als man bei dem Preis erwartet. Das Highlight ist der Innenraum: auf ganzer Linie stilsicher..» Jasmine Bader

Im neuen Citroën C3 Aircross eine Woche lang und fast 600 Kilometer weit auf Testfahrt: Regula Bader (r., 52), aus Düdingen FR, mit ihren Töchtern Melanie (22) und Jasmine (19) Testfamilie gesucht

Eine Woche lang gratis testen Testen Sie von 14. bis 21. Mai das neue Elek­tro­ auto Nissan Leaf mit bis zu 378 Kilometern Reichweite. Sie verfügen über eine Lademöglich­ keit, sind mindestens zu dritt und erscheinen später im Migros-­ Magazin. Wir wählen die Familie aus. Bewerben Sie sich bis Sonntag, 8. April 2018, auf www. migmag.ch/autotest.

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Buchungsadresse Imbach Reisen AG, Tel. 041 418 00 00, info@imbach.ch, www.imbach.ch Buchungscode wawals2 Stichwort Migros-Magazin

Leserangebot

Österreich

Auf alten Walserpfaden im Vorarlberg Herrliche Täler, attraktive Passübergänge, wunderschöne Alplandschaften: Nach der Ankunft in Feldkirch erfolgt der organisierte Transfer zur Probstei St. Gerold, dem «geistigen Eigentum» des ­Grossen Walsertals. Nach einer interessanten Führung gibt es einen kleinen Imbiss sowie eine reizvolle Talwanderung durch die Kulturund Naturlandschaft des Bio­ sphärenparks. Abends verwöhnt das Hotel Faschina seine Gäste nach dem Willkommensapéro mit ­einem feinen Gourmetmenü. Am zweiten Tag steht eine Almwanderung zur Breithornhütte an – Martha Bickels wunderbare Käsespätzle sind vielgerühmt. ­Zurück im Hotel, lädt das «höchstgelegene Freibad im Gros­sen ­Walsertal» sowie die einzigartige ­Vitaloase mit Hallenbad und S ­ auna zum Entspannen und ein.

Von der Alpsiedlung Lazug führt am darauffolgenden Tag eine ­anspruchsvolle Bergwanderung hinauf zur Langen Furka und weiter zum Formarinsee und der Freiburger-Hütte. Busfahrt nach Lech und Fortsetzung der Wanderung zur ehemals höchstgelegenen Walsersiedlung Bürstegg und hinunter nach Warth. Unterwegs stärken sich die Imbach-Wanderer mit ­einem vom Hotel liebevoll zube­ reiteten Picknick. Rund einstündige Rückfahrt nach Fontanella. Am letzten Tag heisst das Motto «Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur». Besuch der Alpsennerei Stafel, wo Gelegenheit besteht, Käse zu kosten und auch für Familie und Freunde nach ­Hause mitzunehmen. Nach einem leichten Mittagessen Transfer nach Feldkirch und individuelle Rück­ reise in die Schweiz.  MM

Reise 1) 10. 6. bis 13. 6. Reise 2) 17. 6. bis 20. 6. Reise 3) 24. 6. bis 27. 6. Reise 4) 9. 9. bis 12. 9. Reise 5) 16. 9. bis 19. 9. Reise 6) 23. 9. bis 26. 9. Preis/Person Fr. 850.– Zuschlag ohne ­Halbtax-Abo Fr. 65.– Reduktion mit GA 2. Klasse Fr. 30.– Annullierungskosten­ versicherung Fr. 25.– Das ist inbegriffen • Bahnfahrt 1. Klasse vom Wohnort nach Feldkirch • Busfahrten • Gepäcktransport • Seilbahnfahrt • Drei Nächte im Alpen­ resort Faschina **** • Gourmet-Halbpension • Alpbesuch mit Käse­Degustation • Einheimischer Wanderführer/Naturpädagoge Wanderungen Die Wanderungen auf markierten Bergwegen erfordern gute Kondition und Trittsicherheit. ­Wanderzeiten zwischen zwei und 4 ½ Stunden. Auf- und Abstiege bis 800 Höhenmeter.


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Verlosung

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Das Migros-Magazin und die SBB RailAway verlosen unter allen Leserinnen und Lesern vier Mal eine Reise für zwei Personen mit dem «Gotthard Panorama Express», inkl. Übernachtung und Frühstück in Lugano im Gesamtwert von über 3000 Franken.

Preisfrage Wo startet die Reise im «Gotthard Panorama Express»?

So machen Sie mit Der «Gotthard Panorama Express» passiert mehrere Kehrtunnels um die berühmte Kirche von Wassen.

Gotthard

Bild: Dominik Baur/Keystone

Die Natur in einem Zug geniessen Machen Sie sich auf die Reise durch einige der schönsten Regionen der Schweiz. Mit Schiff und Zug geniessen Sie die Berg­ welten der Zentralschweiz und des Tessins. Freuen Sie sich auf Natur­ schönheiten und Wunderwerke der Eisenbahnbaukunst. Im Panorama­ zug erblicken Sie dreimal die Kirche von Wassen, die ihren Weltruhm der kühnen Streckenführung der Gotthardbahn mit ihren vielen Kehrtunnels verdankt. Weiter ­Richtung Süden erreichen Sie die abwechslungsreiche mediterrane Tessiner Landschaft. 1. Tag Anreise mit öffentlichen Verkehrs­ mitteln in der 1. Klasse von Ihrem Wohnort in der Schweiz nach ­Luzern. Von Luzern aus reisen Sie

mit dem Dampfschiff vorbei an Rütliwiese, Tellskapelle und weite­ ren geschichtsträchtigen Orten. In Flüelen wechseln Sie in die 1. Klasse eines ­Panoramazugs und ­geniessen die atemberaubende Landschaft bis ins milde und ­«mediterrane» Tessin nach Lugano. Übernachtung mit Frühstück in ­Lugano. 2. Tag Rückreise von Lugano mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der 1. Klasse zu Ihrem Wohnort in der Schweiz oder Verlänge­ rungsaufenthalt.  MM Weitere Details und Buchung beim STC Service Centre unter 0848 777 077 (zum Ortstarif) oder online auf sbb.ch/gotthard-panorama-express

Das Migros-Magazin und die SBB RailAway verlosen vier Reisen für zwei Personen mit dem Gotthard Panorama Express inklusive Übernachtung und Frühstück in einem Vier-Sterne-Hotel in Lugano.

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. /  ­Anruf) und nennen Sie Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der ­Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Post: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit dem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-­Magazin, «Panorama Express», ­ Postfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 15. April 2018 Die Gewinner werden schrift­ lich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mehrfach­teilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom ­Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei ­Mo­nate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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2. Wenn man jemandem schaden will, dann spuckt man ihm in … O die Suppe

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3. In welchem Kanton ist die Landsgemeinde die gesetzgebende Versammlung? I

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Luzern

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Zug

4. Welches ist die grösste Garnisonsstadt der Schweizer Armee? R Dübendorf

N Brugg

M Thun

Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2018, 24 Uhr

5. Was ist die Grundlage für einen Arzt, um eine Diagnose zu stellen? D Orthese

I

Involution

E

Anamnese

S

Zwerge

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Wie nennt man einen kurzen Sinnspruch? T

L

Gnome

Trolle

7. Welches Gewürz ist in einer St. Galler Kalbsbratwurst zwingend vorgeschrieben? N Anis

D Kümmel

I

Auflösung Nr. 14: BERATUNG

Macis

8. Nach wem sind Einschlagkrater auf dem Merkur benannt? G Wissenschaftler

K Künstler

Gewinner Nr. 13: Ueli Leuenberger, Gstaad BE; Raphaela Lötscher, Glis VS; Jeannette Vonlanthen, Reinach BL

R Politiker

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

A B E RMA L S ABSTEHEN BE E L die E R S Sie DFüllen B U N Gin R H EWörter Ezehn E RMA L E URätselgitter Fdas I TAER A NDas Sein. AKELAGE TLösungswort aus S ATO H A N sich Tergibt den Buchstaben VENDE T TA EL I G T T Feldern ZinO den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

2 4 1

E 3

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 14: SATIN

5 5

5

A B E RMA L S ABSTEHEN DERSELBE ERHEBUNG F E U E RMA L SAN I TAER TAKELAGE THANATOS VENDE T TA ZOTTEL I G

Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. 4Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf 1 Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich E 5 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 3

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2018, 24 Uhr

2 3 4 1 Gewinner Nr. 13: Heinrich Hilty, Thalwil ZH; Richard Ruh, Greifensee ZH; Mike Frischknecht, St. Gallenkappel SG

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

2


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LEBEN | MM15, 9.4.2018  99

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 14: 895

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 13: Beatrice Battaglia, Sils im Domleschg GR; Pia Fischer, Sempach Station LU; Renate Matt, Kriens LU; Jean-Claude Maurin, Peseux NE; Brigitte Renggli, Greifensee ZH

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 4 3 2 1 Schluss sollen alle Inseln 1 miteinander verbunden 2 4 2 sein. Verboten: Kreuzungen, 3 2 3 2 diagonale Brücken und 3 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 14:

3 3 2

2 4 3

2 3 2

2 1 3

2 5 4

2

3 2 3

1

3

3 2

3 2

1

2

Auflösung Nr. 14: 2

3

2

2

3

2

2

4

2

1

1 2 5

3 3 2 4 4

4 1 4 1 2

3 3 2 1 2

3

3 3 3

2 1

2 3 2 2 11010002622

Conceptis Puzzles

11010002623

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG


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VORTEIL


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Meine Welt

«Der Glaube gibt mir Kraft und Hoffnung» Der Walliser Elia Zurbriggen kann nicht nur Ski fahren, sondern auch Musik machen: Der gläublige Katholik spielt den Bass in der Familienband Wintershome. Vater Pirmin ist stolz auf die Jungschar, die jetzt mit ihrem ersten Album auf Tour geht. Text: Andrea Freiermuth Bilder: Dominic Steinmann/Keystone


LEBEN | MM15, 9.4.2018  103

1 Mein Zuhause «Wenn ich in Zermatt bin, wohne ich im Dachstock des Elternhauses. Von hier aus habe ich einen freien Blick auf den schönsten Berg der Welt.» 2 Mein Vater «Viele denken, ich müsste als Sohn von Pirmin (55) schneller Ski fahren. Aber ich lasse mich dadurch nicht unter Druck setzen. Papa ist seinen Weg gegangen, ich gehe meinen.» 3 Mein Glaube «Gott gibt mir Kraft und Hoffnung. Darum besuche ich sonntags wenn immer möglich die Messe. Ich finde es wichtig, dass man sich im Leben nicht nur am Materiellen orientiert.»

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Name Elia Zurbriggen (27) Sternzeichen Waage Lebenslauf «Ich bin gemeinsam mit meinen vier jüngeren Geschwistern in Zermatt VS aufgewachsen. Nach der Handelsschule in Brig setzte ich voll auf den Sport und bin heute als Profiskifahrer unterwegs. Meinen ­bisher grössten Erfolg feierte ich in der Saison 2016/17: Ich stand vier Mal auf dem Podest des Europacup-­ Riesenslaloms, was mir den Sieg in der Gesamtwertung einbrachte. Mit zwei Geschwistern, zwei Cousins und einer Skikollegin formierten wir uns vor rund drei Jahren zur Band Wintershome. Eben haben wir unser erstes Album ‹Around You I Found You› veröffentlicht. Jetzt gehen wir ­damit auf Tour. Wir spielen unter ­anderem auf dem Gurten in Bern und natürlich am ‹Zermatt Unplugged›.»

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4 Meine Freundin «Ich teile mein Leben seit fünf Jahren mit Loredana (28). Die Liebe zu ihr gibt mir viel Rückhalt.» 5 Meine Band «Wintershome besteht aus Bruder Pirmin, Cousine Romaine, Schwester Maria und Cousin Joel (von links). Einzig Rebecca (hinten Mitte) ist nicht mit uns verwandt, aber sie ­gehört praktisch auch zur Familie.»

Bild: Max Parovsky

6 Mein Instrument «Als wir die Band gründeten, war ich am Schlagzeug. ­Rebecca spielte aber bald viel besser als ich. Darum wechselte ich zum Bass.»

Mein Lieblingsprodukt «Die Seehund-Glace. Sie erinnert mich an meine Kindheit und an meine Oma.»

7 Meine Passion «Skifahren, was sonst. Es ist ein grosses Privileg, den Sport zum Beruf machen zu dürfen. Auch meine ­Geschwister Alain (19) und Leonie (10) trainieren für eine Profikarriere. Pirmin (25) und Maria (23) sind wegen Verletzungen leider bereits aus dem Rennen.»  MM


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Migros magazin 15 2018 d bl by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu