Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny
MM15, 10.4.2017 | www.migrosmagazin.ch
Unterbindung beim Mann – eine Reportage Seite 74
Was haben Hasen und Eier mit Ostern zu tun? Seite 8
OsterWettbewerb Finden Sie die Hasen – und gewinnen Sie! Seite 10
Hightech-Land Schweiz
Bild: Daniel Winkler
Margarita Chli bringt Drohnen das Sehen bei Seite 12 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59
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Seite 6
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MM15, 10.4.2017 | 5
G Editorial
Fakten gegen «Fake News» Gewisse Schwadronierer kann man in Zeiten von «Fake News» nur mit nackten Zahlen ausbremsen. Wenn ein neugewählter Präsident damit prahlt, er habe so viele Elekto renstimmen erhalten wie kein Präsident vor ihm in den letzten 30 Jahren, ist es zweck mässig, wenn man ihn mit den korrekten Statistiken zur Räson bringen kann. Wenn ein Politiker behauptet, dass die Zahl der Deut schen, die in die Schweiz eingewandert sind, abgenommen hat, dann muss man ihm statis tisch näherbringen, dass ein Rückgang der Zuwachsrate halt immer noch ein Zuwachs ist. Ich muss es gestehen: Ich bin ein Zahlenfetischist. Trotz Absturzes in allen Mathe matikprüfungen in meiner Jugendzeit. Ich liebe Hitparaden, Listen, folge den Inter pretationen volkswirtschaftlicher Daten wie andere den Schilderungen eines spannenden Fussballspiels. Deshalb kann ich auch die Begeisterung von Georges Simon Ulrich teilen. Wenn der Direktor des Bundesamts für Statistik (BfS) davon schwärmt, wie man mit Zahlen erfassbare Welten entstehen lassen kann. Wie Zahlen die Welt ordnen, ihr Bedeutung und Sinn verlei hen. Das Gespräch mit Ulrich lesen Sie auf Seite 30. Haben Sie übrigens gewusst, dass in der Schweiz 10 752 686 Hühner leben? Sagt das BfS. Gut, seit meinem Mittagessen gestern bin ich mir nicht sicher, ob die Zahl heute nicht schon «Fake News» ist ...
Bild: Matthieu Spohn
Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch
Menschen 8 Diese Woche
Warum der Hase und die Eier zu Ostern gehören 10 Osterwettbewerb
Finden Sie die Ostereier und gewinnen Sie tolle Preise 12 Drohnenland Schweiz
Post, Landwirtschaft, Militär: Schweizer mischen im Drohnenmarkt ganz vorne mit
30
18 Plötzlich allein
Wie Patrick Hiltebrand und seine Kinder den Tod der Ehefrau und Mutter verarbeiteten
61 Generation M 62 Wunderbare Spargelzeit 64 Coole Funktionswäsche
21 Bänz Friedli
67 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News
22 Der Dienstverweigerer
Ruedi Tobler wanderte zwölfmal ins Gefängnis, weil er nicht ins Militär wollte 30 Das Interview
Chefstatistiker GeorgesSimon Ulrich über Zahlen, die die Welt erklären
Migros-Welt 41 Migusto
Süsse Beerenträume 57 Ein guter Ruf
Migros zum vierten Mal mit Platz eins ausgezeichnet
Leben 73 Kolumne «1, 2 oder 3?» 74 Ein kleiner Schnitt
Wie Mann verhüten kann
77 Kolumne: Brave New Girl 79 Digital: Sprachassistenten 81 Kinder: Fechten 85 Leseraktion 87 Rätsel/Impressum 92 Cumulus 94 Meine Welt Orientierungslauf-Weltmeister Daniel Hubmann
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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bis zum Gipfelkreuz. Hier werden wir mit einer unglaublichen Rundsicht über das Zillertal und die umliegenden Alpenregionen verwöhnt. Der Weg führt uns über das «Heimjöchl» südseitig zur Bergbahn zurück, von wo wir wieder ins Tal fahren. Die Zeit bis zum Nachtessen bleibt zur freien Verfügung. (Gesamtgehzeit ca. 4 Stunden) 4. Tag – Rundwanderung Zellberg Frisch gestärkt vom ausgiebigen Frühstücksbuffet führt uns die heutige Tour nach Zellberg im hinteren Teil des Zillertals. Auf unserer Wanderung durch die schöne Berglandschaft treffen wir unter anderem auf die malerisch gelegene HerzJesu-Kapelle und den beeindruckenden Talbach Wasserfall, den wir hautnah erleben und über Stiegen überwinden. Kurz vor Hippach führt uns die Strecke wieder zurück ins Tal, von wo wir mit dem Bus zurück ins Hotel fahren. Nutzen Sie hier nochmals den tollen Wellness Bereich des Hauses und lassen Sie es sich bis zum Nachtessen gut gehen! (Gesamtgehzeit ca. 3.5 Stunden) 5. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.
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Menschen MM15
Darauf freuen wir uns Eiersuchen Fast noch schöner
als das Essen all der Schokoladenhasen und -eier ist die Suche nach ihnen. Viel Erfolg! Osterfestival In Andermatt UR
gibt es die ganze Woche lang Osterkonzerte, von Bach über Chopin bis Quincy Jones. Swisschamber-musiccircle.ch
Unnützes Wissen
Osterfuchs und -hase Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts brachte der Osterfuchs die Eier, nicht der Osterhase.
Mein Bild der Woche «Diese Hände und Arme gehören indischen Frauen in Bhopal.
Bilder: Sandeev Gupta/Epa/Keystone, Marco Zanoni, Fotolia
der bekannteste Sportreporter der Nation. Soeben ist sein Buch «Hauptsache es flimmert» erschienen.
Leseprobe
Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Elena Kosmea (32), Buchhändlerin, Moos BE a) «Der Geruch des Paradieses» von Elif Shafak b) «Das Paket» von Sebastian Fitzek c) «Stadt der Lügen» von Ramita Navai
Auflösung: c) «Das Buch erzählt die versteckten Geschichten der Menschen in Teheran und ist politisch hochaktuell.»
Bernard Thurnheer (67) ist
Was wie das Ritual eines Sportteams vor einem Wettkampf aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Diese Frauen, die alle der religiösen Jain-Gemeinschaft angehören, werden gleich in einer Massenhochzeit vermählt. Liebesheirat? Ist in Indien die Ausnahme. Meistens stellt ein Astrologe auf Wunsch und Kosten der Eltern die Paare zusammen. Bevor Sie nun ‹schrecklich!› oder Ähnliches rufen: Eine befreundete Inderin, die in England studierte und jetzt in der Schweiz lebt, erklärte mir, dass dies kein Problem sei. Dass sie es auch so handhaben würde, wäre sie noch in Indien – und dass die Scheidungsrate dort tiefer liege als bei uns.»
Da die Schwefelkonzentration im Boden hoch ist, legen Hühner in Peru manchmal blaue Eier. Einer von drei findet ein selbst verstecktes Osterei nicht wieder. Alfred Hitchcock ekelte sich vor Eiern: «Hat man je etwas Widerwärtigeres gesehen als ein Eidotter, das seine gelbe Flüssigkeit verschüttet? Blut ist vergnügt rötlich. Aber Dotter ist gelb, eklig ... Ich habe das noch nie probiert.» Ein hart gekochtes Osterei hat 94 Kalorien, ein Nougat-Ei 99 Kalorien. Quellen: Stern, die-infografik.de
8 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
Worauf freuen Sie sich an Ostern? www.migmag.ch/ umfrage
Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:
Diese Woche
Was der Osterhase mit Jesus zu tun hat In vorchristlicher Zeit feierte man statt Ostern die Fruchtbarkeitsgöttin – daher die Hasen und die Eier. Doch der Theologe Arnold Landtwing hat noch eine ganz andere Erklärung für die beiden Symbole. Und er sagt, warum Ostern heute noch so wichtig ist. Text: Ralf Kaminski
Wie haben Sie Ihren Schulweg in Erinnerung? 9% Er war zu lang und zu mühsam. 54% Mit den Gspänli wars immer lustig. Deshalb kamen wir auch mal zu spät ... 33% Wir gingen auch mal Süssigkeiten einkau fen oder machten Mist. 4% Schlimm: Bei uns gab es immer jemand, der andere terrorisierte.
Zahlen und Fakten
1091
startete die Tradition, dass am Aschermitt woch eine 40tägige Fastenzeit beginnt, an deren Ende Ostern gefeiert wird.
Prozent der Leute beis sen beim Schokohasen zuerst in die Ohren, nur 13 Prozent zerschlagen den Hasen in Einzelteile, bevor sie zugreifen.
12
Kilogramm Eier werden in der Schweiz pro Per son jedes Jahr gegessen – etwa 220 Stück.
Quellen: Bundesamt für Statistik, Chocolat Frey
D
as Problem beginnt schon mit dem Hasen: Nicht nur legt dieser keine Eier, er hat auch keinerlei christ liche Bezüge. Wieso also spielt er an Ostern, wo die christliche Welt die Auferstehung des gekreuzigten Sohn Gottes feiert, eine so promi nente Rolle? Ganz einfach, sagen einige Historiker: Die christliche Interpretation ist nur übergestülpt. Die Menschheit feiert schon seit Tausenden von Jahren den Früh lingsbeginn, wenn nach langem, hartem Winter alles wieder zu blü
hen beginnt. Was wir heute Ostern nennen, war in vorchristlicher Zeit eine Feier zu Ehren der Frucht barkeitsgöttin. Deshalb auch die Eier und der Hase, die beide diese Fruchtbarkeit symbolisieren – Letzterer schon im alten Ägypten. Wichtiger als Weihnachten
Der katholische Theologe Arnold Landtwing widerspricht und offe riert eine andere Erklärung (siehe Interview rechts). In jedem Fall gilt Ostern als wichtigstes christ liches Fest überhaupt – wichtiger noch als Weihnachten. Papst Fran
ziskus brachte in seiner Oster ansprache 2015 auf den Punkt, weshalb: «Jesus Christus ist auf erstanden. Die Liebe hat den Hass überwunden, das Leben hat den Tod besiegt, das Licht hat die Fins ternis vertrieben. Mit seinem Tod und seiner Auferstehung weist Jesus allen den Weg zum Leben und zum Glück: Dieser Weg ist die Demut.» Vielleicht nicht die schlechteste Botschaft in politisch unruhigen Zeiten, in denen jeder von seiner eigenen Interpretation der Welt felsenfest überzeugt ist. MM
Bilder: Randy Olson/Getty Images, Merly Knörle/SRF, zVg
58
Die Osterprozession von Mendrisio TI mit Hunderten von Laiendarstellern zählt zu den eindrücklichsten Bräuchen des Landes.
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 9
Strassenumfrage
Arnold Landtwing
«Der Tod hat nicht das letzte Wort, das Leben siegt und geht weiter»
Für viele besteht Ostern aus Eier suchen, dem Geniessen eines langen Wochenendes und vielleicht noch «Ben Hur» im Fernsehen – bedauern Sie das? Im Gegenteil, solange die Menschen suchend unterwegs sind, bestehen auch Chancen, dass sie den tieferen Sinn von Ostern wiederfinden. Sie denken, dass es doch Leute gibt, die mehr suchen als nur Ostereier? Ich denke, dass die Frage nach dem Sinn immer wieder auftaucht, ja. Denn ich zweifle, dass Vergnügen und Genuss in Krisenzeiten Halt und Hilfe bieten. Und solche Zeiten mit Schicksalsschlägen erlebt jeder. Was ist aus Ihrer Sicht die christ liche Kernbotschaft von Ostern? Der Tod hat nicht das letzte Wort, das Leben siegt und geht weiter. Jesus ist am Kreuz gestorben und drei Tage später auferstanden – das ist der eigentliche Grundstein des christlichen Glaubens. Hat diese Botschaft auch für säkulare oder wenig religiöse Menschen eine Bedeutung? Ich denke schon. Ich habe lange in der Seelsorge gearbeitet und Men schen beim Sterben begleitet – da gibt es auch bei säkularen Menschen Fragen, die sie nicht loswerden: Woher komme ich? Was mache ich hier? Wohin geht es? Wie kann es die Kirche schaffen, auch diesen Menschen ihre Botschaft näherzubringen? Wir sollten die Freude, die in dieser Botschaft steckt, als Kirche stärker leben. Häufig werden wir in der Öf fentlichkeit nur negativ wahrgenom men, dabei passiert so viel Positives im Hintergrund, das Freude, Leben und Mitmenschlichkeit ausstrahlt. Das müssen wir stärker und besser nach aussen tragen. Papst Franziskus macht es uns vor: Es gibt zwar eine kirchliche Lehre, aber zuerst kommt der Mensch. Und den muss man in seiner Situation abholen und respektieren.
Die Ostereier und hasen sind ein Überbleibsel aus vorchristlichen Feiern. Ist Ostern also ein heidni sches Fest, dem ein bisschen christ liches Makeup verabreicht wurde? Das wird in gewissen Untiefen des Internets behauptet. Aber diese These ist unzureichend belegt, und es gibt gute Gegenargumente. Der Ostertermin orientiert sich am jüdi schen Pessachfest. Mit diesem feier ten die Juden die Befreiung aus Ägyp ten bereits vor 3000 Jahren. Auch Jesus feierte dieses Mahl mit seinen Jüngern, deutete es aber neu. Daraus entwickelte sich die Messfeier zum Gedächtnis des Todes und der Auf erstehung von Jesus. Und die Hasen und Eier? Das Ei spielt beim jüdischen Seder mahl eine wichtige symbolische Rolle, in einigen Gegenden stand es später für die Auferstehung von Jesus. In der Ostkirche gibt es den Brauch, während der Fastenzeit auf Milchprodukte und Eier zu verzich ten, an Ostern setzen sich dann alle an ein riesiges Buffet und essen das wieder. Sogar zum Hasen gibt es eine Verbindung: Er gilt als besonders wachsames Tier, und als Christen sollten wir genauso wachsam sein. Es gibt aber offenbar Christen, die Ostern aufgrund seiner an geblich heidnischen Entstehungs geschichte gar nicht feiern. Das soll es geben, ich kenne aber nie manden, der so denkt. Und ich halte es auch für eine spirituelle Bankrott erklärung, wenn Christen das zentra le Fest ihrer Religion nicht mehr fei ern, nur weil es seit 200 Jahren eine alternative, historisch schlecht abgesicherte Interpretation gibt. Was machen Sie selbst an Ostern? Wir feiern die ganze Woche vom Palm bis zum Ostersonntag, an verschiede nen Anlässen und Gottesdiensten. Aber zu Hause haben wir natürlich auch Schokoladeneier und hasen – das gehört zu Ostern einfach dazu, da freuen wir uns auch drauf. MM
Wie feiern Sie Ostern?
Arnold Landtwing (55) ist
katholischer Theologe und spricht das «Wort zum Sonntag» auf SRF. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
Oswald Hönegger (57), AirlineBranche, Niederösterreich:
«Mit der Familie. Wir verstecken Hasen und Eier im Garten, obwohl unsere Kinder längst erwachsen sind. Aber die Suche macht einfach Spass.»
Lea Keller (19), Maturandin, Uetikon am See ZH: «Ich färbe
mit meiner Mutter und den jüngeren Schwestern Ostereier. Die gibts dann übers Wochenende verteilt – natürlich inklusive Eiertütschen!»
Silvia Ramseier (51), KV-Angestellte, Uster ZH: «Ich besuche meinen Vater und treffe ein paar Freundinnen. Auf das Reisen verzichte ich, das ist mir in diesen Tagen zu hektisch. Ich entspanne mich lieber hier.»
10 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
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MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 11
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12 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
Unbemannte Flugobjekte
Ein Himmel voller Drohnen
Die Fluggeräte eignen sich für fast alles: spektakuläre Filmaufnahmen, Transporte, um militärische Ziele zu finden oder zur Überwachung. Noch werden Drohnen mit Skepsis betrachtet. Doch sinnvolle Nutzungen nehmen zu, und die Schweiz spielt in der Entwicklung dieser Technologie eine führende Rolle. Text: Reto E. Wild
D
rohnen gehören mehr und mehr zu unserem Alltag. Seit Mitte März führt sogar die Post Testflüge mit diesen unbemannten Flugobjekten durch: Lieferdrohnen sollen in Lugano ab 2018 regelmässig Laborproben zwi schen zwei Kliniken transportieren – noch fehlt für diese Flüge die Bewil ligung der Behörden, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Zahlen von Onlinehändlern wie Digitec zeigen, dass 2016 landesweit fast siebenmal so viele ferngesteuerte Drohnen verkauft wurden wie 2014. Das Finanzmagazin «Swiss quote» schätzt, dass der Weltmarkt für Flugobjekte mit einem Gewicht von unter elf Kilogramm innert fünf Jahren von 3,6 auf 12,3 Milliarden Franken zunehmen wird. In der Schweiz sind diese Flugob jekte für ganz unterschiedliche Zwecke im Einsatz. Landwirt Thomas Widmer (25) aus Rickenbach ZH zum Beispiel setzt bei der Bekämpfung des Maiszünslers schon seit vier Jahren auf Drohnen; diesen Frühling will er nun neu Rehkitze im Feld aus der Luft aufspüren, um sie so vor der Mähmaschine zu retten. «Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Drohnen gemacht», sagt Widmer. Doch er weiss, dass es auch Skeptiker gibt. «Das liegt daran, dass viele Menschen diese
Bilder: Daniel Winkler
Geräte im Zusammenhang mit Flügen über private Grundstücke kennen und nicht realisieren, wie wichtig sie in der Landwirtschaft für ökologische und nachhaltige Projekte sind.» Widmer plant, künftig auch Droh nen einzusetzen, um Unkraut aus der Luft zu erkennen. Mit einer Multi spektralkamera ausgerüstet können die Fluggeräte sogar den Chlorophyll gehalt von Pflanzen ermitteln, sodass die Dünger und Wasserzufuhr besser geplant werden kann. Laut «Swiss quote» beträgt das jährliche Wachs tum von Drohnen in der Präzisions landwirtschaft 42 Prozent. Viele Institutionen nutzen Drohnen
Bei technischen Kontrollen, bei der Jagd, der Forschung, im Natur und Tierschutz sowie bei Polizei und Feuerwehr kommen Drohnen schon heute zum Einsatz. Und natürlich auch beim Militär: Die USArmee will die Nutzung in Kriegs und Krisen gebieten von derzeit 61 täglichen Flügen auf 90 im Jahr 2019 ausweiten. Dass zahlreiche zivile Drohnen «Swiss Made» sind, ist vor allem der Forschung an der ETH Zürich zu verdanken, die in diesem Bereich zum «Silicon Valley Europas» werden möchte, wie es Christian Eheim formuliert. Er ist Gründer des Jung unternehmens Sunflower Labs, das
Drohnen zum Aufspüren von Ein brechern entwickelt. Ebenfalls an der Zukunft forscht Margarita Chli, Leite rin des Vision for Robotics Lab an der ETH, während Fotograf Christian Mülhauser inzwischen hauptsächlich mit Drohnenfilmen Geld verdient. Rechtlich teilweise noch problematisch
Bis zu einem Gewicht von 30 Kilo gramm sind Drohnen rechtlich Modell flugzeugen gleichgestellt. Für die Zu kunft ist eine elektronische Regis trierungspflicht denkbar. «Das würden wir auf europäischer Ebene lösen», sagt Urs Holderegger, Kommunikations chef des Bundesamts für Zivilluftfahrt. Denkbar seien eingebaute Chips, die Rückschlüsse auf die Besitzer erlauben. Aktuell gilt: Der «Pilot» muss stets Sichtkontakt mit seiner Drohne haben, darf nicht näher als 100 Meter an Menschenansammlungen heran fliegen, und bei Flugplätzen und militärischen Einrichtungen muss er einen Mindestabstand von fünf Kilo metern einhalten. Und die Privat sphäre muss respektiert werden: Auf Bildern darf nichts zu sehen sein, das Rückschlüsse auf das Privatleben einer Person oder Aktivitäten eines Unternehmens zulässt. Um potenziel len Konflikten auszuweichen, lassen viele ihre Drohne deshalb lieber über unbewohntem Gelände fliegen.
Christian Mül hauser bei einem Übungsflug am Zürichsee: Die orange Weste verleiht ihm etwas Offizielles.
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 13
Flieg, Drohne, flieg: Kurzfilm eines Flugs
www.migmag.ch/ drohnen
Der Fotograf
Bilder und Filme mit Drohnen Ein Teil der Nachbarn ist nicht gut auf Christian Mülhauser (37) zu sprechen: Der freischaffende Fotograf lässt im grossen Garten seines Hauses in Kilchberg ZH zu Testzwecken ab und zu Drohnen fliegen. Er wohnt dort zusammen mit seiner Freundin in einer WG. Den vorbeibrausenden Zug und die Rasenmäher tolerieren die Nachbarn klaglos, aber das Geräusch der Drohne hat zu Beschwerden geführt. «Chrigu», wie seine Freunde den Freiburger nennen, lebt heute von Filmaufnahmen, die er mithilfe von Drohnen dreht. «Mittlerweile erziele ich damit über 50 Prozent meines Umsatzes, den Rest mit Fotografieren», sagt der ausgebildete Informatiker. Er sei schon immer technikbegeistert gewesen, und die
14 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
Die Fernsteuerung der Drohne (unten) unterscheidet sich kaum von der eines Modellflugzeugs.
der Luft. Die Handlung spielt in Hongkong und Zug. Für die Swiss drehte Mülhauser das offizielle Video, als die neue Boeing 777 in Kloten landete, dafür wurde sogar der Luftraum des Flughafens für zehn Minuten gesperrt. Auf Youtube gibt es drei weitere Werke von ihm zu sehen: Drohnenflüge im Mondlicht, einen Herbstfilm und sein durch spektakuläre Aufnahmen bekanntestes Projekt «Zurich by Night». Gemeinsam mit dem Fotografen Alessandro Della Bella (38) schoss Mülhauser über der Stadt Zürich in luftiger Höhe 42 einzelne Bilder, die die beiden zu einem Panoramafoto zusammensetzten. Arbeitet Mülhauser in der Nähe von Passanten, wendet er inzwischen einen simplen Trick an: Er trägt eine Leuchtweste mit der Aufschrift «Air Crew», so wie es der Drohnenverband der Schweiz in seinen Statuten fordert. «Seither gibt es keine Reklamationen mehr.»
Zahlen
2115
Drohnenmodelle gibt es weltweit. 31 davon stammen aus der Schweiz.
20 000
Drohnen kreuzen laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt derzeit am Himmel über der Schweiz.
12,3
Milliarden Franken soll 2020 der Weltmarkt kommerzieller Drohnen mit einem Gewicht von unter elf Kilogramm sein.
Quelle: «Swissquote»
Flugobjekte, die er seit drei Jahren nutzt, böten ihm ganz neue Perspektiven – im wahrsten Sinne des Wortes. Den Bausatz für ein Gerät bestellt sich Mülhauser online und bastelt ihn dann in zwei Tagen zusammen. Vor zehn Jahren hätte man dafür noch 30 000 Franken bezahlen müssen, als Occasion kostet das Gleiche heute kaum mehr als 500. An die Drohne montiert Mülhauser eine Sony-Vollformatkamera für 3500 Franken. Damit fängt er in einer Höhe von 50 bis 120 Metern und mit bis zu 70 Kilometer pro Stunde Bilder aus der Vogelperspektive ein. Über mangelnde Aufträge kann der Fotograf nicht klagen: Vor ein paar Wochen war er im finnischen Teil von Lappland, um für einen NordeuropaReiseveranstalter einen Drohnenfilm zu realisieren. Für den Haushaltsgerätehersteller V-Zug gestaltete er einen Werbefilm, überwiegend mit Bildern aus
Margarita Chli: «Drohnen gehören zu den Robotern die am meisten herausfordern, weil sie leicht und beweglich sein müssen.»
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 15
Die Wissenschaftlerin
Drohnen sehend machen Margarita Chli (33) leitet seit einem Jahr eine sechsköpfige Forschungsgruppe am ETHInstitut für Robotik und Intelligente Systeme. «In Zürich befindet sich das vermutlich grösste Zentrum für Robotik in Europa», sagt die Zypriotin aus Limassol, die in Cambridge und London studiert hat. «Dieses experimentelle Forschungsgebiet benötigt enorme finanzielle Mittel. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die das ermöglichen. Deshalb hat sie einen so guten Ruf im Bereich von Innovationen.» Von der ETH schwärmt sie als «einem fantastischen Ort zum Arbeiten mit super Studenten». Die Assistenzprofessorin will mit ihrem Team Drohnen sozusagen das Sehen beibringen. Die Objekte sollen auf ihren Erkundungsflügen verstehen, was hinten und was vorne ist, was ein offenes Loch oder ein Hindernis wie ein Baum, ein geschlossenes Fenster oder ein Drahtseil ist. Dieses Wissen soll es den Drohnen erlauben, sich in Zukunft autonom durch die Luft zu bewegen. «Wir befinden uns erst am Anfang der Entwicklung und sind im konstanten Austausch mit anderen Universitäten und Firmen», sagt Chli. Das Team arbeitet hart daran, bis in drei Jahren eine entsprechende Software zu entwickeln. Derzeit führt ihr Team Tests mit drei unterschiedlich grossen Drohnen durch, meist in einem turnhallenähnlichen Raum. Matratzen auf dem Boden sorgen dafür, dass die Flugobjekte bei einem Absturz nicht kaputtgehen; die teuerste Drohne kostet über 15 000 Franken. «Drohnen gehören zu den Robotern, die am meisten herausfordern, weil sie nicht schwer sein dürfen und trotzdem sehr beweglich sein müssen.» Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Chli spricht davon, archäologische Stätten dreidimensional zu rekonstruieren oder Drohnen nach einem Atomunfall oder Erdbeben einzusetzen. Diese guten Dienste sind in der Öffentlichkeit noch wenig bekannt. «Ich habe am WEF in Davos über Drohnen gesprochen und erhielt anfangs fast nur negative Reaktionen, weil diese Flugobjekte häufig mit dem Militär in Verbindung gebracht werden», sagt sie. «Die Menschen sollten sich vor Drohnen nicht fürchten. Aber klar, sie müssen so eingesetzt werden, dass sie die Privatsphäre respektieren und Menschen helfen.» www.v4rl.ethz.ch
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MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 17
Der Ingenieur
Die Drohne, die Einbrecher erwischen soll Ein Fünfeinhalb-Zimmer-Einfamilienhaus in einem verschlafenen Quartier in Birmensdorf ausserhalb von Zürich, in der Nähe ein Wald, wo ein Specht klopft – kaum jemand käme auf die Idee, dass hinter diesen Mauern Hightech entsteht: Das Start-upUnternehmen Sunflower Labs entwickelt hier ein Alarmsystem mit einer selbständig fliegenden Drohne. Das siebenköpfige Team besteht hauptsächlich aus Ingenieuren der ETH Zürich. Mitgründer und technischer Direktor ist Christian Eheim (43), sein Geschäftspartner ist Alex Pachikov, Sohn des Evernote-Gründers. Eheim studierte und lebte 20 Jahre in den USA, wo er beim Aerospace-Studium in Boulder (Colorado) Pachikov kennenlernte. Schnell wurden sie Freunde, lebten in einer WG und gründeten ihre erste Firma im Bereich Web Development. Vor vier Jahren kehrte Eheim mit Frau und Kind in die Schweiz zurück, weil «ich wollte, dass meine Tochter hier zur Schule geht, am Greifensee aufwächst und ihre Grosseltern kennenlernt». Firmengründung mit dem Hochschulkollegen
Eheim arbeitete drei Jahre als Projektleiter für den Schweizer Technologiekonzern Ruag in Emmen LU. «Vor anderthalb Jahren kam Alex Pachikov auf mich zu und fragte, ob ich mit ihm wieder eine Firma gründen möchte.» Als er von Drohnen hörte, die zwecks Einbruchsprävention ums Eigenheim fliegen, war er sofort begeistert. Der Bereich Haussicherheit ist nämlich immer noch auf dem Stand von vor 30 Jahren. Der Fokus liege immer noch auf stabilen Türen oder Fenstern, bestenfalls werde vielleicht mal eine Kamera installiert. «Dabei müsste man ein grosses Haus mit einem halben Dutzend Kameras ausstatten», sagt Eheim. «Unser System hat nun den Vorteil, dass die Kamera fliegt und das Haus von aussen bewacht. Die Drohne kann eine sich bewegende Person sogar verfolgen.» Das Alarmsystem besteht aus zwei Komponenten: mit Solarenergie betriebene Gartenleuchten, die rund ums Wohnhaus in den Boden gesteckt werden und deren Sensoren auf Bewegungen reagieren. Diese alarmieren den Hausbesitzer, der die Drohne via Smartphone zum Überwachungsflug losschickt. Eheim geht davon aus, dass seine
Christian Eheim und sein Team entwickeln eine Drohne, die per Smartphone zur Überwachung losgeschickt wird.
neuen Leuchten im Herbst 2017 auf den Markt kommen, die Drohnen erst nächstes Jahr. «Wir sind noch auf Investorensuche. Und wir möchten die Flugobjekte nicht verkaufen, sondern im Abonnement anbieten», erklärt der Sunflower-Mitgründer. Er geht davon aus, dass ein Abonnement monatlich rund 80 Franken kosten wird. Home Office in der Nähe der ETH
Noch klingt die Sunflower-Drohne so laut wie ein kleinerer Bienenschwarm, und ein gespanntes Seil oder ein Garten mit Bäumen könnte ein Problem für sie sein. Just daran tüfteln die Ingenieure derzeit. «Einer der Hauptgründe, dass wir vor den Toren Zürichs unseren Sitz haben, ist die ETH.» Dort wurde beispielsweise das Steuerungs-
zentrum der Drohne entwickelt. Und: «Der Austausch und die Rekrutierung von Personal ist in der Schweiz halb so teuer wie im Silicon Valley», betont Eheim. Das Einfamilienhaus in Birmensdorf hat noch andere Vorteile: Zieht sich der Arbeitstag für die Ingenieure einmal in die Länge, können sie in den oberen Stockwerken übernachten. Und zum Genuss stehen auf dem Cheminée im Parterre eine Auswahl von Whiskys. Im grossen Garten hinter dem Einfamilienhaus grillieren die Mitarbeitenden regelmässig gemeinsam. Für sie alle sei das mehr als nur ein Job, sagt Eheim. Dafür bleibt ihm wenig Zeit für anderes: In seiner spärlichen Freizeit geht er gern wandern, Velo- und Skifahren oder Pilze sammeln. MM
18 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
Patrick Hiltebrand
Weitermachen ohne Eveline
Seit dem plötzlichen Tod seiner Ehefrau zieht Patrick Hiltebrand seine beiden Kinder Leonie und Raphael allein auf. Ein Team des Schweizer Fernsehens hat die Familie dabei begleitet, wie sie ihr Leben neu organisiert und wieder Mut schöpft.
L
eonie und Raphael, damals neun und zehn Jahre alt, kamen von der Schule nach Hause und klingelten an der Haustür, wie immer. Doch an diesem 16. Juni 2015 öffnete niemand. Schliesslich gingen sie zu Nachbarn und baten sie um Hilfe. Ein Nachbar rief die Ambulanz, Sani täter brachen die Tür auf und konnten nur noch den Tod von Eveline Hiltebrand fest stellen. Auf dem Weg ins Badezimmer starb sie an einer plötzlichen Hirnblutung. Patrick Hiltebrand (39) ist Intensiv pflegefachmann bei der Rega und sass zu diesem Zeitpunkt in einem Jet von Singapur nach Zürich. Nach der Landung schaltete er sein Handy ein und sah die vielen verpassten Anrufe. Er ahnte, dass etwas Schlimmes passiert war. Sein Schwager fing ihn am Flughafen ab und informierte ihn. Zu Hause musste er Leonie und Raphael sagen: «Mami lebt leider nicht mehr.» Noch heute verfolgt ihn diese Szene in seinen Gedanken und Träumen. Sie sassen auf dem Sofa, und beide Kinder sagten: «Ich wusste es.» Leonie weinte nur. Raphael sagte: «Mami wird jetzt nie erleben, wie ich gross werde und einmal heirate.» Eveline Hiltebrand hatte sich immer wieder gern ausgemalt, wie sie eines Tages an der Hochzeit ihrer Kinder mitfeiern würde. Der Vater konnte nichts dazu sagen. Er wusste, dass es keine tröstenden Worte gab, die den Schmerz der Kinder lindern könnten. Heute, bald zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau, erinnert er sich nur bruchstück haft an diese erste Zeit. «Ich existierte, und ich kämpfte mich durch den Alltag.» Da sein für die Kinder, etwas zu essen auf den Tisch
Bild: Daniel Auf der Mauer
stellen. Mehr ging nicht. Vor allem während der ersten Tage organisierten sich einige Nachbarn spontan und brachten Essen vorbei. Dafür war er ihnen sehr dankbar. Auch dafür, dass sie Leonie und Raphael am Tag, als es passierte, bei sich aufnahmen und abschirmten. Bis zur Beerdigung wusste Patrick Hiltebrand, was zu tun war, die Anteil nahme war gross. Dann kam das grosse Loch. Es waren Sommerferien, und er war ratlos, wie er sein Leben neu organisieren und woher er die Kraft dazu nehmen sollte. Auf der Suche nach Hilfe fragte er auch beim Schweizer Fernsehen an, ob es Dokumentar filme zum Thema gebe. «Nein», hiess es, ein solcher Film sei aber schon lange vor gesehen. Man vermittelte ihm den Kontakt zur Regisseurin Ursula Brunner. Ein TV-Team als Trauerbegleiter
Leonie, Raphael und Patrick Hiltebrand entschieden gemeinsam, sich ein Jahr lang von einem Fernsehteam begleiten zu lassen. «Wir machen es fürs Mami», fanden die Kinder. «Sie hätte es auch gemacht, wenn es anderen helfen könnte.» Mindestens einmal pro Monat kam die Regisseurin zu Besuch und wurde zu einer Art Trauerbegleiterin. «Für die Drehs mussten wir uns aufraffen, das gab uns Stabilität», sagt Patrick Hilte brand. «Und wir fühlten uns weniger allein.» In den ersten Wochen folgte Leonie ihrem Vater Schritt auf Tritt. Nachts konnte sie nicht allein schlafen. Immer wieder legte sie sich ins Bett der Eltern, das noch nach Mami roch. Raphael reagierte ganz anders: Er suchte nach Ablenkung, verabredete sich
ständig, spielte Fussball mit den Freunden. Erst ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Mutter weinte er. Beide Kinder mochten den Vater erst nicht ans Grab begleiten. Dann, eines Tages, lag eine Rose auf dem Grab. Raphael hatte sie zum Valentinstag von seinem Taschengeld gekauft und hin gelegt, ohne darüber zu sprechen. Auch Leonie bringt immer wieder einmal etwas Selbstgebasteltes zum Grab. «Gehe ich zum Grab, fühle ich mich erleichtert», sagt sie. Drei Monate nach dem Tod seiner Frau nahm Patrick Hiltebrand seine Arbeit bei der Rega wieder auf. Seine Schwiegereltern und gute Freundinnen sind seither für Leonie und Raphael da, wenn er unterwegs ist. «Der Job ist ein toller Ausgleich für mich», sagt er, «er gibt mir Energie.» Bald zwei Jahre nach dem Schicksals schlag haben Leonie, Raphael und Patrick Hiltebrand wieder Anschluss im Leben gefunden. «Obwohl es nie mehr so sein wird, wie es war: Es wird einfacher», sagt der Vater. Die Trauer überkommt sie dennoch immer wieder. Patrick Hiltebrands Ziele seit dem Verlust sind ganz andere. Träumte er früher viel leicht von einer tollen Reise oder einem schönen Auto, so möchte er heute nur noch eins, «dass die Kinder wohlbehütet und zufrieden aufwachsen». Er bemüht sich, den Alltag immer wieder mit kleinen Freuden zu spicken: einem FCZMatch, einem Kochkurs für die Kinder oder einem Wochenende in den Bergen. «Kann man sich Wünsche erfüllen, sollte man es gleich tun», sagt er. «Das Leben kann so schnell vorbei sein.» MM
Bild: SRF/zVg
Text: Monica Müller
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 19
Auf dem Bild oben sind sie noch zu viert: Eveline Hiltebrand mit Leonie auf dem Schoss, Vater Patrick und Raphael. Inzwischen sind die beiden Kinder zu Teenagern geworden – und lernen, mit dem Verlust der Mutter umzugehen.
«Dok»-Film
Eine Familie lebt weiter Im «Dok»-Film «Trauern braucht Zeit – das erste Jahr ohne Eveline» begleiten Ursula Brunner und ihr SRF-Team die Familie von Patrick Hiltebrand durchs erste Jahr nach dem Tod der Frau und Mutter und zeigen, wie sie mit der Zeit wieder Halt findet. «Dok», 13. April, 20.05 Uhr, SRF 1
Fotos : Alexandra Wey
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de n: Di re kt on lin e sp en rie ns pe nd e ww w.ca rit as .ch /sy Ali Al-Ahmad und seine Frau leiden noch sehr unter dem Tod ihres ältesten Sohnes.
Ali Al-Ahmad (49 Jahre): «Wie lange noch?»
Caritas hilft mit dem Nötigsten In Dscharamana ist die Kluft zwischen den Ressourcen und den Bedürfnissen der Menschen immens. 5000 Familien sind bei der Caritas registriert. In Homs sind es mehr als 11 000 Familien. In Aleppo werden an 5 Tagen die Woche täglich 8000 Essen ausgegeben. Die Caritas leistet Direkthilfe über die Ausgabe von Gutscheinen im Wert von 50 bis 80 Franken. Damit können die Familien Kleider, Reinigungsmittel, Decken und Nahrungsmittel (keine Zigaretten oder Kosmetikartikel) erwerben. Die Gutscheine lassen den Menschen die Wahl, denn sie wissen am besten, was sie brauchen. Die Caritas konnte mit Spitälern und Kliniken Vereinbarungen über die Behandlungskosten abschliessen, die von der Caritas übernommen werden. Zu den wichtigsten Hilfsmassnahmen gehören zudem psychologische Unterstützung und die Hilfe beim Schulbesuch der Kinder.
Die Familie von Ali Al-Ahmad ist eine unter Millionen von Familien, die durch den Syrienkrieg ihr Zuhause verloren haben. Der älteste Sohn wurde im Krieg getötet. Tag für Tag versucht die Familie von neuem, ihre Trauer zu überwinden und nach vorne zu schauen. Ihr Leid ist unermesslich. «Wenn ich Arbeit finde, haben wir etwas zu essen, wenn nicht …» Tag für Tag stellt sich Ali Al-Ahmad erneut der Herausforderung. Stunde um Stunde durchstreift der schmächtige, vorzeitig gealterte Mann auf der Suche nach Arbeit das Quartier von Dscharamana, einer Vorstadt von Damaskus. Wenn er etwas Geld verdient, müssen seine Frau und die drei Kinder, die bisher den Krieg überlebten, nicht mit leerem Bauch einschlafen. Die Familie wohnt auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Obwohl ihre Wohnung kaum Schutz
gegen Regen, die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer bietet, ist Ali zufrieden, denn die Miete ist gering, und mit kleinen Hauswartarbeiten kann er etwas Geld verdienen. Alis Glück ist, dass er fast alles kann. Er repariert Waschbecken, macht Abflüsse frei und er ist sich nicht zu schade, auf dem Markt Waren zu schleppen. Aber selbst dieser unermüdliche Mann schafft es nicht, seine Familie durchzubringen. Er ist auf Hilfe angewiesen. «Vor dem Krieg lebten wir in der Region von Aleppo zwar sehr einfach, aber wir hatten das Nötigste. Olivenbäume, einige Tiere, etwas zu essen. Die Kinder gingen zur Schule», erzählt er uns voller Sehnsucht. Im August 2016 verlor der älteste Sohn im Krieg sein Leben. Gerade mal 22 Jahre alt wurde er. Tag für Tag versuchen die Familienangehörigen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und in die Zukunft zu blicken. Und jeden Tag fragen sie sich von Neuem, wann das Leiden endlich zu Ende ist. * Namen und Vornamen wurden zum Schutz der Personen geändert.
Mehr Informationen über Ali Al-Ahmad und seine Familie finden Sie unter: dasrichtigetun.caritas.ch
Spendenkonto: 61-483603-8 Für Online-Spenden: caritas.ch/syrienspende
Ali Al-Ahmad mit seinem jüngsten Sohn Hassan.
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A
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 21
Bänz Friedli
Alle Achtung
Als der kleine Finn, ein Nachbarsbub, noch nicht zur Schule ging – er war vielleicht vierjährig –, schrieb er mit Strassenkreide einmal gross auf die asphaltierte Fläche vor dem Haus: FINN. Und ich machte, hinzutretend, eine dieser unnötigen, gönnerhaften Bemerkungen, wie sie uns Erwachsenen halt so rausrutschen: «Dich können wir ja bald schon zur Schule schicken!» Darauf er, fast kleinlaut: «Aber ich kann doch noch nicht ‹Achtung› schreiben.» Der Satz fällt mir immer wieder ein. Er sagte ihn damals so prompt, ohne zu überlegen und ohne jeglichen ironischen Unterton. Auf Hochdeutsch sagte er ihn, weil seine Eltern aus Deutschland stammen. Ohne zu zögern: «Aber ich kann doch noch nicht ‹Achtung› schreiben.»
Bänz Friedli (51) erinnert Bild: Vera Hartmann
sich gern an einen Kindervers.
Er hätte ja sagen können, er könne noch nicht Zebra schreiben, Nussgipfel oder Fahrrad. Doch er sagte: «Achtung.» Das klingt nach Ehrfurcht mit Betonung auf Furcht. Nach Achtungsstellung. Schule als Zucht … Wie mag er bloss darauf gekommen sein? Zugegeben, kleine Kinder bekommen das Wort auf Schritt und Tritt zu hören: «Achtung, heiss!», «Achtung, Finger weg, die Autotür!», «Das Messer ist scharf … Achtung!» Dauernd impfen wir ihnen Achtung ein. Wobei Achtung im Sinn von Vorsicht angebracht ist, beim Velofahren, auf dem Rollbrett. Achtung
im Sinn von Respekt ist wichtig – vor der Umwelt, der Natur. Achtung im Sinn von Angst aber ist falsch. Uns geht es ja eigentlich gut. Wer derzeit in der Türkei als Journalist, als Schriftstellerin, Lehrer, Komödiantin etwas nicht Genehmes sagt, landet im Gefängnis. Denn dort ist einer gerade daran, alle Macht an sich zu reissen, er schüchtert sein Volk ein – Achtung! –, duldet keine Widerrede. Ähnlich in Russland, China, Nordkorea. Gewiss wurden auch hierzulande Abweichler und Andersdenkende fichiert. Dennoch glaube ich, dass wir uns glücklich schätzen können: Blinde Achtung wird nicht verlangt. «Achtung, steht! Dr Houptme schiisst i ds Bett …» Den blöden Kindervers werde ich nie vergessen. Mein Vater brachte ihn mir einst bei. Der Vers zeugt von gesunder Respektlosigkeit, und es ist schön, wenn Kinder so etwas lernen dürfen. Der Finn? Geht längst zur Schule, er ist ein hervorragender Schüler. Und er könnte, wenn er wollte, heute auch Bruttosozialprodukt schreiben. Womöglich hat er damals einen sehr schlauen Satz gesagt: «Aber ich kann doch noch nicht ‹Achtung› schreiben.» Achtung ist wichtig. Nicht Achtung vor falschen Autoritäten, sondern Achtung vor sich selbst. Ich wünsche sie ihm: die Selbstachtung. Und ein gesundes Selbstbewusstsein: Achtung, hier kommt der Finn! MM
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22 | MM15, 10.4.2017 | MENSCHEN
Ruedi Tobler
Widerstand als Lebensaufgabe
Er wollte das Militär weder mit Zeit noch mit Geld unterstützen. Darum ging Ruedi Tobler zwölfmal ins Gefängnis. Heute führen andere seinen Kampf weiter – etwa gegen den Plan des Bundesrats, säumigen Zahlern des Wehrpflichtersatzes den Ausweis zu entziehen. Text: Andrea Freiermuth
R
uedi Tobler wird hinter Gittern volljährig, im Sommer 1967 im Bezirksgefängnis Hinwil ZH. Er ist damals noch ein schmächtiger Bub mit blondem Schopf. In der Nachbarszelle sitzt eine Teufelsaustreiberin, die eine Jugendliche zu Tode geprügelt hat. Drei Monate Einzelhaft für den KV-Lehrling, nicht, weil der Junge so gefährlich ist, sondern weil man ihn schützen will, vor den Verbrechern nebenan. Sein Vergehen: Er hat den Militärdienst verweigert. Mitten im Kalten Krieg ein Sakrileg am Staat. Was der heute 69-Jährige damals noch nicht wusste: Seine Knastkarriere sollte mehr als zwei Jahrzehnte dauern. Bis 1990 wird er zwölfmal eingesperrt. Manchmal für ein paar Tage, für ein paar Wochen, einmal für fünf Monate, wobei er nach 132 Tagen wegen guter Führung entlassen wird.
Ein Fall für die Psychiatrie?
Ruedi Tobler will nicht ins Militär, weil er den Krieg ablehnt. Er nimmt an Ostermärschen teil und engagiert sich für den Frieden. Er schickt das Aufgebot zur Aushebung ans Kreiskommando zurück und schreibt: «Es ist mir nicht möglich, mich auf der einen Seite voll und ganz für die Abschaffung des Krieges und für den
Bilder: Daniel Auf der Mauer
Frieden einzusetzen und mich gleichzeitig am Militär zu beteiligen.» Der Auditor bietet den Teenager zur Voruntersuchung auf und will ihn anschliessend zum Militärpsychiater schicken. Der Jüngling ist so dreist, auch dies zu verweigern, mit der Begründung, er wolle erst wissen, warum er zum Psychiater müsse. In der Folge lässt ihn der Richter von der Polizei aus dem Unterricht holen. Der Psychiater befindet, dass der Klient tiefere psychologische Probleme habe, die ambulant nicht abzuklären seien, sondern nur stationär. Ruedi Tobler droht damit eine Einweisung in die Psychiatrie: «Da hatte ich zum ersten Mal richtig Angst.» Der Untersuchungsrichter will ihn doch nicht einweisen und schickt den Revoluzzer vor das Militärgericht. Was dort passiert, kann Ruedi Tobler abschätzen: Er engagiert sich schon lange in der Friedensbewegung und hat viele Prozesse mitverfolgt. Aber anders als bei vielen anderen Urteilen, wird der KV-Stift nach verbüsster Haft nicht unehrenhaft aus dem Militär entlassen, sondern man will ihm eine Chance geben, sich zu besinnen – er ist ja noch so jung. So kommt es, dass Ruedi Tobler noch in der Haft ein weiteres Aufgebot erhält. Er schickt es zurück.
Das macht er vier Jahre lang so. Ohne Folgen. 1972 heiratet er. Mit seiner Frau zieht er von Zürich nach Pfäffikon ZH. Dort nimmt man es genauer als in der Stadt. Er wird erneut verurteilt, diesmal zu fünf Monaten, in Winterthur. Das Jammern der Mörderin nebenan
«Die erste Haft war bedrückender. Da war diese Mörderin nebenan, die sonntags jammerte und schrie – und unglaublich viel Langeweile.» In Winterthur habe er tagsüber im Spital als Hilfspfleger arbeiten dürfen. Trotzdem sei es eine schwere Zeit gewesen, auch für seine Frau. «Wenige Wochen bevor ich ins Gefängnis musste, kam unser erster Sohn zur Welt. Da sass ich und wusste, dass Vreni mit dem Kleinen ganz allein war.» Die Haft ist das eine, die ungewisse Zukunft das andere. Wer das Militär verweigert, muss bis zu Beginn der 1990er-Jahre mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Söhne werden von ihren Vätern verstossen. Staatsangestellte verlieren ihren Job. Alpinisten wird der Zugang zur Bergführerprüfung verwehrt. Und da die Militärköpfe auch in der Privatwirtschaft sitzen, weiss man nie, wann einen die Vergangenheit einholen
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 23
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1 Pazifist im Ruhe
stand: Ruedi Tobler vor seinem Haus in Walzenhausen AR 2 Ruedi Tobler im Alter von 26 Jah ren: 1973 fand sein zweiter Militär prozess statt. 3 Ruedi Tobler sass 1967 im Bezirks gefängnis Hinwil, im Dorf demons trierten Kriegs dienstgegner gegen seine Haft. 2
1
wird – zumal der Gefängnisaufenthalt im Strafregister notiert ist. Ruedi Tobler macht den Widerstand zum Beruf: Er bildet sich zum Sozial arbeiter weiter und arbeitet ab 1977 für den Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste. Dort ist er als Sekretär für die Sektion Zürich Lehrberufe zuständig und Gegenspieler von Erziehungsdirektor und Oberst Alfred Gilgen, der Dienst verweigerer von den Schulen verban nen will. Die Teilzeitstelle erleichtert es ihm, sich als Präsident des Schwei zerischen Friedensrats noch stärker in der Friedensarbeit einzusetzen. Zwischen 1970 und 1991 kommt es zu rund 10 000 Verurteilungen wegen Verletzung der Pflicht zur Dienstleis tung. Nicht alle können das Urteil so
3
problemlos in ihren Lebenslauf in tegrieren wie Tobler. Es gibt Männer, die nach dem Gefängnis unter De pressionen leiden, den Job und den Halt verlieren, auswandern müssen. Der schlimmste Fall, der dokumentiert ist: ein Dienstverweigerer, der sich 1982 in der Strafanstalt Bellechasse FR erhängt. Ruedi Tobler glaubt an das Gute: Er engagiert sich für den Frieden, die Bildung, die Menschenrechte, gegen die Apartheid, in der SP, bei Pro Natura, in der Kirchenpflege. Sein Lebenslauf, auf dem er all seine Mit gliedschaften akribisch aufgelistet hat, umfasst heute fünfeinhalb Seiten, Garamond 12 Punkt, 13 936 Zeichen. Seit der Volljährigkeit erhält Ruedi Tobler jährlich eine Rechnung für
den Militärpflichtersatz. Er bezahlt sie nicht, auch die Betreibungen nicht. «Mich mit Geld freikaufen? Nein!» Um deutlich zu machen, dass es ihm nicht um die Hinterziehung von Steuern geht, hat er jeweils einen entsprechenden Betrag für einen guten Zweck einbezahlt und die Quit tung seiner Zahlungsverweigerung beigelegt. Achtmal muss er deshalb bis Mitte der 1980erJahre ins Ge fängnis, für jeweils ein paar Tage. Mit dem zweiten Militärprozess im Jahr 1973 wird Ruedi Tobler aus der Armee ausgeschlossen und unter steht fortan der ZivilschutzDienst pflicht, die er ebenfalls verweigert. In einem Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahr 1984 heisst es: «Die Weige rung, Schutzdienst zu leisten, ist an
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MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 25
gesichts des rein humanitären Zwecks des Zivilschutzes weder religiös noch ethisch zu rechtfertigen.» Im Gegenteil: den Schutzdienst zu verweigern sei eine besonders zu missbilligende Einstellung gegenüber der Gemeinschaft. In seinem letzten Prozess im Jahr 1990 strebt Ruedi Tobler die Revision dieses Urteils an. Aus seinem Plädoyer: «Zivilschutz war und ist ein Teil der Landesverteidigung. (...) Es beruhigt mich nicht, wenn andere an meiner Stelle das Töten übernehmen und ich dafür eine sogenannte Helferrolle zugewiesen erhalte.» Das Bundesgericht verwechsle zivil mit humanitär. Er wolle sich nicht auf den Atomkrieg vorbereiten, auch nicht als Zivilschützer. Drei Monate nach dem Fall der Berliner Mauer muss Ruedi Tobler zum letzten Mal einrücken, 30 Tage Halbgefangenschaft in Gmünden AR. Der Querschläger ist 43 Jahre alt und inzwischen dem Dienstalter entwachsen.
Christoph Müller
Ist er bald seine Ausweise los?
Rund 10 000 Männer haben im Jahr 2016 die Militärdienstersatzabgabe nicht bezahlt. Christoph Müller (50) aus Trogen AR hat dies jahrzehntelang auch nicht gemacht. Er hat das Militär 1991 nach der RS und einem ersten WK verweigert: «Ich habe bei einem Manöver fast jemanden aus Versehen erschossen. Das hat mir die Augen geöffnet.» Weil Müller keine weiteren WKs absolvieren wollte, wurde er zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Mit Einsprachen versuchte er, das Urteil in Zivildienst umzuwandeln, blitzte damit aber überall ab. Nach zwei Dritteln wurde er wegen guter Führung entlassen. In den folgenden Jahren hätte er zehnmal rund 300 Franken Militärpflichtersatz bezahlen sollen. Er kam diesen Zahlungsaufforderungen jedoch nie nach. Wegen der Verfahrenskosten wird er inzwischen um mehr
Dienstverweigerer Christoph Müller: «Die letzten Kalten Krieger kämpfen immer noch.» als 10 000 Franken betrieben. «Ich habe meine Strafe abgesessen und damit meine Pflicht getan. Ich schulde dem Staat nichts mehr», begründet Müller seine Haltung. Damit man ihn nicht pfänden konnte, hat der selbständige IT-Spezialist und Teilzeithausmann stets unter dem Existenzminimum gelebt. Teilrevision: Strafen für säumige Zahler
Derzeit ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes über die Wehrpflichtersatzabgabe in der Vernehmlassung, mit der man Schlupflöcher stopfen will: Der Entwurf sieht vor, dass säumigen Zahlern die Ausweispapiere verweigert oder entzogen werden können. Christoph Müller wäre davon wahrscheinlich betroffen: «Die letzten Kalten Krieger kämpfen immer noch. Das ist ein Verstoss gegen das Bürgerrecht.»
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MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 27
1903 wurde die erste Petition für die Schaf fung eines Zivildienstes eingereicht. Aber erst nach unzähligen Anläufen nahmen Volk und Stände 1992 die Ergänzung der Bundes verfassung an, die dessen Einführung ermöglichte. Seit gut 20 Jahren haben Wehr pflichtige die Möglichkeit, statt Militär oder Zivilschutz einen Zivildienst zu leisten, der allerdings anderthalbmal so lange dauert. Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung ist seine Beliebtheit stark gestiegen. Aber auch noch heute landen Männer im Gefängnis, weil sie dem Marschbefehl nicht Folge leisten. Nur noch wenige aus Gewis sensgründen. Die meisten verhühnern die Briefe, verschlampen den Termin oder sind aus psychischen Gründen nicht fähig. Pazifist Tobler muss den Kampf heute anderen überlassen. Er hat jetzt einen anderen Gegner: Krebs. Enervieren kann er sich aber noch immer, aktuell über die Teil revision des Bundesgesetzes über die Wehr pflichtersatzabgabe, die noch bis am 12. April in der Vernehmlassung ist. Artikel 35 Absatz 1
Das Dienstbüchlein von Ruedi Tobler: Zwischen 1967 und 1984 musste er Militärpflichtersatz bezahlen.
soll neu lauten: «Die Ausstellung eines Schweizer Passes/einer Identitätskarte kann bei Wehrpflichtigen von der Bedingung abhängig gemacht werden, dass die geschul deten Ersatzabgaben bezahlt oder sicher gestellt werden. Wird die Schriftensperre vom Richter bewilligt, können auch die gül
tigen Ausweispapiere eingezogen werden.» Auf die Erneuerung ihres Passes mussten säumige Zahler schon früher verzichten. Neu ist, dass ihnen künftig auch die ID verweigert und bereits existierende Papiere entzogen werden können. «Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen.» MM
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Leserforum MM14: Familie Raufen ist ganz normal
Das Kräftemessen ist wichtig für die Entwicklung der Kinder.
Danke für diesen Artikel! Unter unseren sechs aktiven Kindern, Jungs und Mädchen, gibt es immer wieder mal ein Kräftemessen. Wir haben dafür speziell eine Matratze im Wohnzimmer. An dem Ort dürfen die Jungs, bald 15 und 12 Jahre, sogar mit mir «rutzen». Allerdings gilt die ganz klare Stoppregel. Ich merke, das Raufen tut beiden Seiten gut.
Yvonne Bättig, via www.migrosmagazin.ch
Sich raufen ist sicher nicht dasselbe wie seine Wut an seinem Widersacher auslassen. Klar, Kinder müssen lernen, mit ihrer Wut umzugehen. Doch einen Schlagabtausch gewähren zu lassen, sendet ein falsches Signal, nämlich: «Es ist in Ordnung, wenn ich jemanden schlage.» Und genau das will (hoffentlich) jede pädagogisch geschulte Person verhindern. Ich kann alle Ihre Tipps im Umgang mit einem wut entbrannten Kind beherzigen und trotzdem: Es gibt andere Kanäle, als seine Wut an anderen Lebe wesen auszulassen. Kinder (und Erwachsene) müssen das lernen. Anita Singer, via E-Mail
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«Kinder müssen lernen, mit ihrer Wut umzugehen»
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 29
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Reality» ausprobieren und mit Bild im Migros-Magazin erscheinen möchten. Als Zückerli verlosen wir unter allen Teilnehmenden eine
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reto.vogt@migrosmedien.ch. Das Migros-Magazin wählt aus allen Einsendungen nach dem Zufallsprinzip bis zu zehn Teilnehmende aus und meldet sich bei ihnen.
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Georges-Simon Ulrich
«Ohne Statistik wäre die Welt voller Demagogen, die irgendwas behaupten» Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht jährlich über 400 Publikationen. Für Direktor Georges-Simon Ulrich beinhalten diese nicht bloss nackte Zahlen – Statistiken repräsentieren für ihn das pralle Leben. Ein Gespräch über seine Leidenschaft für Zahlen, «Fake News» und seine Zeit als rebellischer Jugendlicher. Text: Andrea Freiermuth, Daniel Röttele
Bilder: Matthieu Spohn
MENSCHEN | MM15, 10.4.2017 | 31
Chefstatistiker Georges-Simon Ulrich in seinem Element: ÂŤStatistik erlaubt uns, uns und unsere Umwelt besser zu verstehen.Âť
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Georges-Simon Ulrich, 10 752 686 Hühner lebten im Jahr 2015 in der Schweiz. Was nützt uns dieses Wissen? Die Hühner sind ein kleiner Teil vom Ganzen. Letztlich geht es um die Frage, was die Schweizer Landwirtschaft produziert. Es gibt verschiedene Meinungen, wie die Landwirtschaft in Zukunft aussehen soll – aber nur, wenn Sie Zahlen zum Istzustand haben, gibt es eine Basis für diese Diskussion. Wieso werden derart genaue Zahlen publiziert? Man kennt ja wohl kaum jedes Huhn der Schweiz. Je genauer die Zahl, desto qualitativ hochwertiger ist sie. Zudem hat die BSE-Krise gezeigt, dass es durchaus wichtig sein kann zu wissen, wie viele Tiere von wo kommen. Statistiker sind eben doch Erbsenzähler. Sie müssten mal bei uns vorbeikommen, dann würden Sie schnell merken, dass dem nicht so ist. Es gibt in unserem Amt Leute aus Wirtschaft, Politik, Soziologie und vielen weiteren Wissenschaftsbereichen. Was uns eint, ist die Leidenschaft für Zahlen. Woher kommt die? Wenn Sie an Menschen interessiert sind, interessieren Sie sich auch für Zahlen. Statistik ist eine Art Sprache, die uns erlaubt, uns und unsere Umwelt besser zu verstehen. Der Vorteil dieser Sprache ist, dass sie relativ einfach ist: 1 und 1 macht 2. In einem Radio-Interview gestanden Sie einst, dass Sie Ihre erste Matheprüfung vermasselt haben. War das bloss beim Einmaleins so? Ich hoffte, diese Frage würde nie mehr kommen ( lacht). Es wurde erst ab der Fachhochschulstufe besser. Eigentlich erst ab dem Moment, als ich Zahlen nicht mehr als Zahl an sich begriff, sondern das Leben in ihnen entdeckte. Aber Zahlen können doch die Realität nicht abbilden. Sie können nur über die Dinge eine Aussage machen, die messbar sind – und Messen ist fehleranfällig. Und darum sollte man es gleich ganz lassen? Und was ist überhaupt die Realität? In einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft wissen Sie nicht mehr, ob Ihre eigene Wahrnehmung überhaupt noch stimmt. Sie leben in Ihrer subjektiv individuellen Filterblase. Wenn Sie die Leute fragen würden, wie viele Hühner es in der Schweiz gibt, würden Sie ziemlich unterschiedliche Antworten erhalten. Wollen Sie herausfinden, wie viele es tatsächlich gibt, brauchen Sie Zahlen. Aber alles, was im Leben wirklich bewegt, wie etwa Liebe oder Leid, können Zahlen nicht abbilden.
Sie kennen den Spruch: Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Die Statistik selbst lügt nie. Das sind harte Fakten. Man kann die Zahlen aber falsch interpretieren oder verzerrt darstellen.
«Vom Punksänger bis zum Bundesangestellten ist es gar nicht so weit.»
Das stimmt nicht ganz. Für komplexe Fragen, etwa wie es um die Lebensqualität steht oder wie nachhaltig unsere Lebensweise ist, werden immer wieder ganze Indikatorensysteme aufgebaut. Ist Glück ebenso gut messbar wie die Anzahl Hühner? Nein, weil Glück aus mehreren Faktoren besteht, etwa Stabilität, Mitbestimmung oder Wohlstand. Nehmen wir den Wohlstand als Beispiel: Um ihn zu messen, kann man das Geld zählen, auch dieses, das in Form von Gütern vorhanden ist – und dann kann die Zahl der Hühner plötzlich wichtig werden. Zahlen lassen sich verzerren, etwa indem man sie so oder anders erhebt. Die Methode ist extrem wichtig. Dessen sind wir uns bewusst. Nehmen Sie zum Beispiel das Wetter: Je nachdem, ob Sie die Sonnenstunden oder die Temperatur messen, erhalten Sie ganz andere Werte. Darum ist es wichtig, dass wir unabhängig und nach wissenschaftlichen Prinzipien transparent und möglichst auch international vergleichbar über die Methode entscheiden können.
Zur Person
Vom Punk zum Chefstatistiker Georges-Simon Ulrich (49) leitet seit vier Jahren das Bundesamt für Statistik (BFS).
Der promovierte Betriebswirtschaftler war zuvor unter anderem als Dozent und Unternehmer sowie in verschiedenen leitenden Positionen in der Markt- und Meinungsforschung tätig. Noch immer unterrichtet er mit einem kleinen Pensum an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Der Chefstatistiker war in den 1980er-Jahren Sänger in einer Punkband. Heute ist er verheiratet und Vater zweier Kinder im Schul- und Vorschulalter.
Das BFS interpretiert die Zahlen nicht selbst. Warum nicht? Unsere Aufgabe ist es, Fragen wo möglich mit statistischen Informationen zu beantworten. Wir liefern Zahlen und zeigen auf, wie wir sie erhoben haben. Was Sie dann daraus lesen, hat sehr viel mit Ihrer eigenen Perspektive zu tun. Jemand anders kommt zu einem anderen Schluss. Diese verschiedenen Interpretationen dürfen und sollen in einer Demokratie verhandelt werden. Sie haben aber auch schon interveniert. Etwa als die SVP 2014 im Vorfeld der Masseneinwanderungsinitiative basierend auf BFS-Daten das Bevölkerungswachstum linear hochgerechnet hat und vor 16 Millionen Einwohnern im Jahr 2060 warnte. Diese Hochrechnung kann man so nicht machen. Sie war offensichtlich falsch. Wir selbst machen nie Prognosen, wir entwickeln höchstens Szenarien. Da gilt es, ganz viele Variablen miteinzubeziehen, etwa die Entwicklung der Wirtschaft. Wird in der Schweiz oft mit falschen Zahlen operiert? Ob das zunimmt, ist schwierig zu sagen. Aber die Kontrolle funktioniert relativ gut. Wir sind auch nicht die Einzigen, die reagieren. Da sind meist noch andere, die sagen: Halt, da stimmt was nicht. Und dann gibt es noch den Ethikrat der öffentlichen Statistik, der solche Fälle untersucht und richtigstellt. Vor zwei Jahren wollte die SVP das Budget des BFS halbieren. Ist dieser Sturm inzwischen vorbei? Nein, der hat sich nicht gelegt. Es ist grundsätzlich gut, regelmässig zu hinterfragen, was man tut. Das ist eines der Prinzipien unserer wissenschaftlichen Tätigkeit. Das Parlament ist unser Auftraggeber. Wenn es unsere Tätigkeit ändern will, dann müssten aber nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch der Inhalt unserer Tätigkeit diskutiert werden. Das BFS kostet den Steuerzahler jährlich rund 170 Millionen Franken. Wie lässt sich dieser Betrag rechtfertigen? Man will qualitativ hochwertige, unabhängige Information mit unabhängiger Methodenwahl. Wenn das Geld die Methode bestimmt, bestimmt es auch das Resultat. Aber warum braucht es überhaupt so viele Zahlen? Stellen Sie sich vor, es gäbe überhaupt keine Statistik. Dann wäre die Welt voller Dema-
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gogen, die irgendwas behaupten würden, das niemand überprüfen könnte. Solche Behauptungen gibt es schon jetzt. Wie gehen Sie damit um, dass immer weniger Leute Zahlen und Fakten vertrauen? «Fake News» sind nichts Neues. Schon im 2. Weltkrieg manipulierte man die Wahrheit. Was sich verändert hat, ist die Zahl der Ka näle. Vor 30 Jahren sprach Leon Huber um 19.30 Uhr in der «Tagesschau» die Wahrheit. Heute können Sie Ihre Informationen irgendwoher holen. Aber wenn man sieht, dass die traditionellen Medien in den USA nach der Wahl von Donald Trump wieder mehr Abonnenten haben, bin ich zuversicht lich, dass die Leute zwischen den verschiede nen Quellen unterscheiden können. Hat das Parlament auch die Vornamensliste der Neugeborenen bestellt? Das ist ein Abfallprodukt. Es macht keinen Aufwand, diese Liste zu erstellen, weil die Daten schon da sind. Bei den Mädchen ist der Name Mia schon länger in den Top Ten. Ihre Tochter heisst Mia-Sheila. Hat die Liste Sie inspiriert? Nein (lacht). Das ist voneinander unab hängig. Würde ich nach der Statistik leben, wüsste ich auch, wann ich statistisch be trachtet sterben müsste. Darüber mache ich mir aber keine Gedanken. Theoretisch sind Bürger und Unternehmer gesetzlich verpflichtet, die Frage-
bögen des BFS auszufüllen. Was passiert, wenn man sich weigert? Längst nicht jede Statistik ist obligatorisch, aber jeder, der sich nicht beteiligt, verzerrt die Resultate. Zudem wird der Aufwand grösser: Wenn 30 Prozent nicht mitmachen, müssen wir die Stichprobe erhöhen. Glück licherweise reicht es in der Regel, wenn wir den Leuten das erklären. Und es ist ja nicht nur so, dass wir bloss Informationen absaugen, wir geben sie in Form von Zahlen zurück – letztlich sind alle daran interes siert, dass diese möglichst genau sind. In Kommentarspalten wird das Bundesamt für Statistik zuweilen als Bundesamt für Propaganda verunglimpft. Was entgegnen Sie solchen Kritikern? Was heisst Propaganda? Wir sind unab hängig und unparteiisch. Die Leute, die solche Kommentare schreiben, sollen mal herkommen, dann erkläre ich denen gern, wie wir hier arbeiten. Grosse Diskussionen gibt es etwa beim Lohnvergleich zwischen Männern und Frauen. 2014 verdienten Frauen im Schnitt 1400 Franken weniger als Männer. 40 Prozent davon, also 560 Franken, sind nicht erklärbar. Aber das heisst nicht, dass es sich dabei um Diskriminierung handelt. Könnten Sie Genaueres herausfinden? Das könnten wir, wenn uns das Parlament und der Bundesrat diesen Auftrag erteilt. Dann müsste unser Auftraggeber aber auch
klar sagen, was er unter Diskriminierung genau versteht, erst dann können wir überlegen, wie sich ein solches Phänomen messen lässt. Das wird zum Teil von Ver bänden schon gemacht, aber diese Zahlen sind dann nicht unabhängig, weil Interessen dahinterstecken. Sie waren in Ihrer Jugend als Sänger einer Punkband unterwegs. Jetzt stehen Sie im Staatsdienst. Wie lässt sich das eine mit dem anderen vereinbaren? Punk stellt bestehende Strukturen infrage, das machen Wissenschaft und Politik auch, einfach etwas weniger radikal. Wer sich nicht immer wieder neu erfinden kann, der bleibt zurück. Gleichzeitig muss man wissen, wo man steht, damit man nicht einfach in irgendeine Richtung losrennt. Statistik hilft der Wissenschaft, der Wirt schaft, der Politik und letztlich auch dem Punk, Chaos zu strukturieren, um es nach her wieder zu hinterfragen. Wollten Sie damals in den 1980er-Jahren auch Gurkensalat aus dem Staat machen? Natürlich. Ich habe rebelliert gegen den Staat, weil ich seine Wirkung negativ erfah ren habe. Erst später habe ich verstanden, dass man den Prozess betrachten muss, der zu dieser Wirkung führt. Heute liefere ich mit meiner Arbeit die Grundlage, auf der man diskutieren kann, damit dieser für eine Demo kratie so wichtige Prozess überhaupt möglich ist, insofern ist es vom Punksänger zum Bundesangestellten gar nicht so weit. MM
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Migros-Welt MM15
Zahl der Woche
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Rund 20 Millionen Franken hat die Migros in den Neubau des Panoramarestaurants «Fiore di pietra» auf dem Monte Generoso im Tessin investiert. Die Mittel stammen aus dem Migros-Kulturprozent.
Migros-Lehrberufe
Ein süsser Job Ramize Deliu (17) absolviert das erste Lehrjahr zur Lebensmittelpraktikerin beim M-Industriebetrieb Chocolat Frey AG in Buchs.
Bild: Daniel Kellenberger
«1000 Liter flüssige Schokolade riechen gut. Mit dem Schaber können wir auch die letzten Reste aus dem Tank entfernen.»
38 | MM15, 10.4.2017 | MIGROS-WELT
Klipp und klar
«Verpackte Produkte sind geschützt»
Preisbarometer
Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Produkte
Projektleiterin Umwelt beim Migros-Genossenschafts-Bund
1
In vielen Schweizer Städten öffnen sogenannte UnverpacktLäden. Verzichtet die Migros zukünftig auch ganz auf Verpackungen? Wir passen unsere Verpackungen laufend an und optimieren, wo immer möglich. Rein ökologisch betrachtet, ist es aber nicht sinnvoll, ganz auf Verpackungen zu verzichten.
2
Weshalb nicht? Verpackungen schützen Produkte beim Transport und vor vorzeitigem Verderb. Zudem tragen sie nur rund vier Prozent zur gesamten Umweltbelastung des Produktes bei. Ein wegen fehlender Verpackung verdorbenes Produkt würde der Umwelt viel mehr schaden als die Verpackung.
3
Können MigrosKunden für Produkte im Offenverkauf auch eigene Verpackungen mitbringen? Die Migros muss strikte Hygienevorschriften einhalten und erlaubt darum in der Regel keine mitgebrachten Behälter an den Offentheken. Möglich ist dies jedoch bei Früchten und Gemüse.
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2.60
2,0
Griess-Creme Erdbeere, 150 g
1.05
1.10
4,8
* in Franken
Blickfang
MiniMania in Peru Auf unserer Reise durch Peru 2013 besuchten wir eine Schule für benachteiligte Kinder. Im Gepäck waren einige MiniMania-Produkte von der Migros. Mit den Kindern bauten wir einen Verkaufsstand auf: Es war eine Freude, wie sie mit den kleinen Migros-Produkten «Verchäuferlis» spielten. Thomas Gahlinger
Meimuna aus Choëx VS holte sich den Hauptpreis «Demo of the Year 2017». m4music
6500 Menschen feiern 20 Jahre Pop Die 20. Ausgabe des Popmusikfestivals «m4music» ist Geschichte. 6500 Musikbegeisterte und rund 1000 Fachleute aus der Musikbranche besuchten den dreitägigen Anlass in Lausanne und Zürich. Das Migros-Kulturprozent fördert mit dem jährlich stattfindenden Festival bewusst auch Schweizer Künstler und den einheimischen Musiknachwuchs. Von insgesamt 50 Festivalbands stammten 30 aus der Schweiz, und für den ins
Festival integrierten Nachwuchswettbewerb «Demotape Clinic» reichten 753 einheimische Musiker ihre Demos ein. Die Walliserin Meimuna gewann dabei den Hauptpreis «Demo of the Year 2017». Weitere Preisträger waren Verveine aus Vevey VD, Dirty Sound Magnet aus Freiburg und Zola aus Basel.
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MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 39
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SlowUp Am 23. April startet im Tessin die SlowUp-Serie: Auf Velos und Inlineskates rollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über eine Strecke, die sich zwischen Locarno und Bellinzona durch zwölf Gemeinden schlängelt. Bis am 24. September folgen 16 weitere Events im ganzen Land. Die Routen sind autofrei, das Tempo spielt keine Rolle. Eine Anmeldung ist nicht nötig, und die Teilnahme ist kostenlos. Rund 400 000 Menschen nehmen jeweils an den SlowUps teil. Migros und SportXX sind seit über zehn Jahren nationale Hauptsponsoren. Die Migros sorgt mit Spielzonen für Abwechslung, und SportXX garantiert mit seinen Servicegaragen, dass niemand auf der Strecke bleibt. Weitere Infos: www.slowup.ch
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MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 41
Migusto
Traum aus Beeren Die Erdbeersaison beginnt. Ăœberraschen Sie Ihre Liebsten mit einem Dessert, das rasch zubereitet ist und immer gelingt.
Herausnehmen und sammeln!
Texte: Annina Ciocco, Claudia Schmidt
Bilder: Martina Meier
STEP-BY-STEP ZUM KOCH-PROFI WERDEN! Tolle Kochvideos auf migusto.ch
Zu Beginn der Erdbeersaison vertragen Erdbeeren neben Zucker auch etwas Zitronensaft. Er intensiviert das Aroma.
42 | MM15, 10.4.2017 | MIGROS-WELT
Schulküche
So gelingt ein Erdbeerdessert mit Baiserhaube 1
2
3
Frisch Erdbeeren rüsten und vierteln. Puderzucker
zu den Erdbeeren sieben.
5
Pistazien in einer Bratpfanne ohne Fett rösten. Etwas für die Garnitur beiseitelegen.
Restliche Pistazien mit den marinierten Erdbeeren unter das Erdbeerpüree mischen. In feuerfeste Förmchen verteilen.
Schale von der Zitrone fein dazureiben. Zitrone auspressen und Saft beigeben. Pfeffer dazumahlen. Mischen und ca. 30 Minuten ziehen lassen.
6
Eiweiss auf die Erdbeeren geben. Die bei-
seitegestellten Pistazien darüberstreuen. In der oberen Hälfte des Ofens mit Grillfunktion (ohne zusätzliche Temperatur) sehr kurz überbacken. Ab einer halben Minute in den Ofen schauen, um den Bräunungsprozess zu überwachen. Das Eiweiss nimmt schnell Farbe an.
Knapp die Hälfte der Erdbeeren mit einem Stabmixer pürieren und durch ein
Sieb streichen.
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MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 55
Profi-Tipp
Heisse Haube 4
Dieses Dessert kommt zwar aus dem Ofen, aber da einzig die obere Grillschlange des Backofens Hitze abgibt, wird nur der Eischnee mit Zucker leicht gebräunt und warm – und das ist auch die Idee!
Zutaten für 4 Personen 800 g Erdbeeren 2 EL Puderzucker
½ ½ TL 1 30 g 2 EL
Zitrone rote Pfefferkörner Eiweiss Zucker gehackte Pistazien Annina Ciocco (42),
Rezeptautorin
Wenn Sie dieses Dessert vor bereiten möchten, dann kühlen Sie die gerüsteten Erdbeeren samt Püree und mischen Sie die Pistazien erst kurz vor dem Auftragen der Baiserhaube dazu. Da der Eischnee mit Zucker luftig geschlagen wird, kann dieser für kurze Zeit noch beiseitegestellt werden. Vor dem Verwenden muss der Schnee aber nochmals verrührt werden, damit er wieder geschmeidig wird und sich schön auf die Erd beeren drapieren lässt. Das Wichtigste bei diesem Des sert ist, dass die Beeren darunter kühl sind und die Haube oben warm ist. Vor allem an schönen Frühlingstagen mit sommer lichen Temperaturen ist so ein fruchtiges und erfrischendes Dessert besonders delikat. MM
Eiweiss fast steif schlagen. Zucker portionen-
weise einrieseln lassen. Weiterschlagen, bis die Masse glänzt und steif ist.
Auch Apfel oder Kiwi schmecken
Dieses Dessert kann auch mit anderen Früchten zubereitet werden, zum Beispiel mit Äpfeln oder Kiwis. Dann sollte man aber auf den Pfeffer verzichten und gegebenenfalls auch die Pistazien weglassen. Den Puderzucker je nach Süsse der Früchte reduzieren.
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MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 57
Nachhaltigkeit
Siegerin in Serie Die Migros hat den besten Ruf unter den hiesigen Unternehmen. Zum vierten Mal in Folge schafft sie es in einer Studie des grössten Schweizer Marktforschungsinstituts auf Platz eins. Text: Michael West
E
s geht um einen Wert, der schwer zu gewinnen und leicht zu verlieren ist: Jährlich ermittelt das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland die Reputation der führenden Unternehmen im Land. Auf dem Spitzenplatz landet nun zum vierten Mal in Folge die Migros. «Sie erzielt durchgehend Bestwerte», sagt Studienleiterin Anja Reimer. «Besonders geschätzt wird ihr Bemühen um Nachhaltigkeit.»
Bilder: Gailli Benedetto/TiPress/Keystone, Monika Flückiger, Christian Schnur, Christian Altorfer, Veronique Hoegger, zVg
In vielen Bereichen engagiert
Doch was zeichnet dieses Engagement aus? «Einzigartig ist sicher unsere Vielfalt», meint Cornelia Diethelm, Leiterin Direktion Nachhaltigkeit und Issue Management bei der Migros. «Wir setzen uns in vielen Bereichen für Umwelt und Gesellschaft ein.» Es gibt das nationale Nachhaltigkeitsprogramm Generation M, das 65 Versprechen umfasst (siehe Seite 61). Dabei geht es um so verschiedene Themen wie nachhaltigen Fischfang oder die Schaffung von Lehrstellen. Doch auch regional engagiert sich die Migros. Ein Beispiel ist die Initiative «Gartenkind», bei der Mädchen und Buben unter anderem in den Kantonen Bern und Aargau für Gartenarbeit begeistert werden. Das Engagement der Migros hat eine lange Tradition: Als Genossenschaft ist sie schon seit über 75 Jahren dem Gemeinwohl verpflichtet. Seit 1957 ist etwa das Migros-Kulturprozent in den Statuten verankert: Jahr für Jahr fliessen grosse Summen in die Förderung von Kultur und sozialen Projekten –
120 Millionen Franken waren es 2016. «Das Kulturprozent ist an den Umsatz und nicht an den Gewinn der Migros gekoppelt», betont Fabrice Zumbrunnen, Mitglied der Generaldirektion des Migros-GenossenschaftsBunds. «Dieses Fördermodell ist einzigartig und trägt viele Früchte.» Jüngstes Beispiel ist das Bauwerk «Fiore di pietra» des Architekten Mario Botta auf dem Gipfel des Monte Generoso sowie die Instandhaltung der Generoso-Bahn, die Gottlieb Duttweiler durch Kauf im Jahr 1941 vor der Verschrottung rettete. «Das Kulturprozent versucht stets, das Traditionelle und das Visionäre zu verbinden», fasst Zumbrunnen zusammen, «und es vermittelt zwischen den Kulturregionen der Schweiz.» MM
GfK Business Reflector
Rangfolge der Reputation Der GfK Business Reflector ist eine repräsentative Erhebung zum Ruf der 50 wichtigsten Schweizer Unternehmen. 3500 Personen wurden dafür befragt. Hinter der Migros kamen diesmal die Rega und Ricola auf den zweiten und dritten Platz. Neben GfK Switzerland, dem grös sten Schweizer Marktfor schungsinstitut, ist auch das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesell schaft der Universität Zürich an der Studie beteiligt.
Die Migros setzt sich für Umwelt und Gesellschaft ein, etwa mit dem neuen MonteGeneroso-Gipfelbau, Bananen und Fischen von nachhaltiger Herkunft, dem Tanzfestival Steps, der Initiative «Gartenkind» und vielen neuen Lehrstellen.
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MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 59
Frage der Woche
Wie viel Kalzium enthält ein Sojadrink? Ein Sojadrink enthält nur sehr wenig Kalzium – ungefähr 17 Milligramm pro Deziliter. Zum Vergleich: Milch liefert pro Deziliter etwa 120 Milligramm Kalzium, also rund siebenmal mehr. Im Gegensatz zu Milch tragen Milchersatzprodukte auf Sojabasis daher kaum zur Versorgung mit Kalzium bei. Eine Ausnahme bilden nur die Sojadrinks, die mit Kalzium angereichert sind, was jeweils auf der Ver packung vermerkt ist. MM
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Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.
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MIGROSWELT | MM15, 10.4.2017 | 61
So gross wie 185 Tennisplätze: das Solarkraftwerk auf den Dächern des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf
Generation M
Zahlen & Fakten
Auf dem Prüfstand
67 Versprechen seit 2012
Das Nachhaltigkeitsprogramm Generation M der Migros umfasst zahlreiche Versprechen. Ob die Migros diese auch einhält, wird zweimal pro Jahr geprüft – und das Ergebnis wird veröffentlicht.
Bild: zVg
Text: Andreas Dürrenberger
Produkte mit weniger Zucker, Salz und Fett
Umweltfreundlichere Verpackungen
Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen
Zu viel Salz, Zucker und Fett können HerzKreislaufKrank heiten und Übergewicht verursachen. Oft nimmt man sie über verarbeitete Lebensmittel auf, ohne sich dessen bewusst zu sein. Daher hat die Migros vor vier Jahren versprochen, bis 2019 150 Produkte mit weniger Salz, Zucker und Fett, dafür mit mehr Nahrungsfasern herzustellen.
Die Migros hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2020 mehr als 6000 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch zu optimieren. Das tut sie ganz unterschiedlich. So hat die Migros etwa die Glasdicke bei Konfitürengläsern der Marke Favorit reduziert und spart so 126 Tonnen Glas pro Jahr ein. Durch eine Verpackungsumstellung bei Biofrischfleisch wurden 70 Prozent des Kunststoffs durch FSC-Karton ersetzt.
Das Hauptziel der Migros im Bereich Energie ist es, den eigenen Stromverbrauch zu senken. Gleichzeitig verspricht sie, erneuerbare Energien zu fördern. Dazu gehören beispielsweise Solaranlagen im Besitz der Migros.
Seither hat die Migros bei 210 Eigenmarken-Produkten die Rezepturen angepasst. So hat sie den Salz- und Fettgehalt bei Fertiggerichten reduziert, bei Suppen und Saucen die Salzmenge verkleinert und bei Milchprodukten wie Joghurt und Quark den Zuckeranteil verringert. Damit hat die Migros ihr Versprechen erfüllt.
Zwischen den Jahren 2013 und 2016 hat die Migros bereits 2726 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch optimiert. Damit liegt sie knapp unter ihrem Zwischenziel von 3000 Tonnen. Bei diesem Versprechen ist die Migros nicht auf Kurs.
Insgesamt 220 Anlagen sind inzwischen in Betrieb. Sie produzieren 25 300 Megawattstunden Strom, was dem Stromverbrauch von 8400 Haushalten entspricht. 2016 hat die Migros das leistungsstärkste Solarkraftwerk der Schweiz auf den Dächern des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf AG nochmals deutlich vergrössert. Es bedeckt eine Fläche von 185 Tennisplätzen. Dieses Versprechen ist auf Kurs.
Generation M ist das Nachhaltigkeitsprogramm der Migros. Darin gibt die Detailhändlerin verbind liche Versprechen zu verschiedenen Themen ab. Vom Umweltschutz über nachhaltigen Konsum und Gesundheit bis hin zu vorbildlichem Verhalten gegenüber Gesellschaft und Mitarbeitenden. Seit der Lancierung im Jahr 2012 hat die Migros 67 Versprechen abgegeben. Davon hat sie bereits 38 erfüllt, bei acht Versprechen hat sie ihr Ziel nicht erreicht. Derzeit sind noch 21 Versprechen offen. Bei 18 Versprechen ist die Migros auf Kurs, bei drei nicht. Alle Versprechen auf: www.generation-m.ch
Ein Teil von
Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.
62 | MM15, 10.4.2017 | MIGROS-WELT
Freude am Geschmack
Mit Spargeln kennt sich Christine Goepfert, Rayonleiterin des MischeliCenters in Reinach BL, bestens aus.
Perfekte Partner Spargeln zählen zu den beliebtesten kulinarischen Frühlingsboten. Stellt man ihnen die aromatisch passenden Begleiter zur Seite, laufen sie geschmacklich zur Höchstform auf. Texte: Claudia Schmidt
Christine Goepfert
«500 Gramm pro Person müssen sein»
Die Migros-Rayonleitern Christine Goepfert wuchs auf einem Bauernhof auf. Früchte und Gemüse schätzt sie seit ihrer Kindheit. Die Liebe zu Spargeln hat sie erst später entdeckt.
Wie viele Sorten bieten Sie denn an? Das ist von Filiale zu Filiale verschieden. Im Mischeli-Center in Reinach bieten wir sechs verschiedene Spargeln an, darunter auch Spargeln in Bioqualität. Unterschiede bestehen nicht nur bezüglich der Farbe, sondern auch der Dicke der Spargeln – gerade bei den weissen. Zudem führen wir feine Spargelspitzen. Wie haben Sie es mit den Spargeln? Ich habe sie sehr gern, kam aber erst spät auf den Geschmack. Ich bin zwar auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber wir hatten damals keine Spargeln. Ich habe sie erst viel später kennengelernt – und sofort geliebt! Wie bereiten Sie weisse Spargeln am liebsten zu?
Die Extra-Spargeln mag ich sehr gern mit Schinken, Sauce Hollandaise oder auch mit Mayonnaise. Die traditionellen Kartoffeln lasse ich oft weg und nehme dafür mehr Spargeln. 500 Gramm pro Person müssen sein! Wenn ich Spargeln esse, dann esse ich Spargeln – ganz ohne Beilagen. Das ist natürlich ein Festessen … Und welche weiteren Variationen können Sie empfehlen? Im Frühjahr kombiniere ich gern Frühjahrsgemüse mit Spargeln und einer Bärlauchsauce. Oder ich nehme grüne Spargelspitzen, die ich vorkoche und dann mit einem Eier-RahmGemisch und etwas geriebenem Parmesan überbacke. Es gibt viele feine Möglichkeiten. Was ist das Spezielle an den grünen Spargeln? Grüne Spargeln sind schnell zubereitet, weil man sie nicht schälen muss. Die unteren Enden brechen unter leichtem Druck von selbst ab. Diese Enden lassen sich gut für eine Spargelsuppe verwenden. MM
Ei Das Ei geht geschmacklich immer eine harmonische Beziehung mit Spargeln ein. Dank seiner cremigen Textur unterstützt es die feinen Kräuteraromen seiner Partnerinnen.
Bilder: René Ruis, Getty Images
Warten Ihre Kunden bereits ungeduldig auf die neuen Spargeln? Sobald sich der Frühling ankündigt, freuen sich die Kunden auf Spargeln. Besonders dann, wenn die weissen Spargeln aus dem Inland in den Verkauf kommen und das Wetter gut ist.
MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 63
Grün und Weiss
Das Geheimnis der Farbe Zitrone
Mit ihrer frischen Säure hebt die Zitrone die nussigen Aromen der grünen Spargeln besonders hervor. Auch geriebene Zitronenschalen machen aus Spargeln etwas Besonderes.
Bei grünen Spargeln handelt es sich meist um dieselbe Sorte wie beim weissen. Letztere lässt man unterirdisch wachsen, sodass sie keine grüne Farbe entwickeln können. Sie schmecken deshalb milder und süsslicher als ihre grünen Kolleginnen. Schweizer Spargeln gibt es bis circa 21. Juni.
Extra-Spargeln sind die Kolosse unter den Spargeln, denn sie sind besonders dick.
Orange Was den grünen Spargeln an Süsse fehlt, bringt die Orange mit. Gleichzeitig verstärkt ihre milde Säure das Spargelaroma und bringt es noch besser zur Geltung.
Erdbeere
Die saisonale Kollegin der Spargeln passt nicht nur gut als Dessert nach dem Spargelhauptgericht, sondern bildet mit den Spargeln auch eine erfrischend-fruchtige Kombination in Salaten.
Grüne Spargeln haben einen intensiveren, kräftigeren Geschmack als die weissen Stangen.
Weisse Spargelspitzen sind zart und süss. Sie eigenen sich besonders für Salate. Auch grüne Spargelspitzen sind erhältlich.
Weisse Spargeln zählen zum beliebtesten Schweizer Frühlingsgemüse.
Spargelstangen in Grün und Weiss gibt es schweizweit auch in Bioqualität.
Weitere Infos zum Geschmack von Früchten und Gemüse: www.freude-am-geschmack.ch
64 | MM15, 10.4.2017 | MIGROS-WELT
Ellen Amber und John Adams
Immer schön cool bleiben
Bilder: Juventino Mateo; Styling: Mirjam Käser
Vor allem in der warmen Jahres zeit sorgt der Dresscode im Job für unerwünschte Hitzewallungen. Davor bewahren die Textilien der «Keep Cool»-Linie: Funktionswäsche von John Adams für den Herrn und Strumpfwaren von Ellen Amber für die Dame sorgen für ein angenehm kühles Klima und ein anhaltendes Frischegefühl unter der Businessgarderobe. Die Wirkung beruht auf Fasern mit speziellen Eigenschaften, die auch für die Herstellung von Sportbekleidung Verwendung finden (siehe «Wissenswertes», rechts).
Die Funktionswäsche der Linie «Keep Cool» wirkt wie eine Klimaanlage unter der Businesskleidung.
* in grösseren Filialen
John Adams Short*, weiss, schwarz, marine, Gr. S–XL Fr. 17.80
John Adams Tank Top*, weiss, schwarz, marine, Gr. S–XL Fr. 17.80
John Adams Achselshirt*, weiss, schwarz, marine, Gr. S–XL Fr. 17.80
John Adams V-Neck-Shirt*, weiss, schwarz, marine, Gr. S–XL Fr. 17.80
MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 65
Wissenswertes
Fasern mit integriertem Kühleffekt Damit Mann nicht ins Schwitzen kommt:
Die Unterwäsche von John Adams besteht aus einem atmungsaktiven Fasergemisch, das Körperwärme und Feuchtigkeit nach aussen transportiert und auf diese Weise die Haut kühl und trocken hält. Zugleich reduziert das Gewebe aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften unangenehmen Körpergeruch. Schöne und kühle Beine
Ellen Amber Strumpfhose 7 Denier*, schwarz, skin, cognac, Gr. S–XL Fr. 17.80
Ellen Amber Stay Up 10 Denier*, schwarz, skin, cognac, Gr. S–XL Fr. 17.80
Ellen Amber Kniestrümpfe*, schwarz, skin, cognac, 2 Paar, one size Fr. 9.80
Ellen Amber Strumpfhose 15 Denier*, schwarz, skin, cognac, Gr. S–XL Fr. 17.80
wünschen sich alle Frauen. Erst recht, wenn sie trotz hoher Temperaturen ein Businesskostüm und dazu die obligatorischen Strumpfhosen tragen müssen. Die Strumpfhosen, Strümpfe und Stay-ups der Linie «Keep Cool» von Ellen Amber bestehen aus dem Hightech-Garn Lycra Fusion. Es ist mit Mikrokapseln ausgestattet, die beim Tragen durch leichte Reibung auf der Haut Menthol abgeben. Daraus resultiert ein wohltuender Kühleffekt. Das hauchdünne Strumpfgarn deckt zudem Hautunebenheiten sehr gut ab und verleiht somit den Beinen einen glatten, ebenmässigen Ton. Dank des speziellen Garns und einer besonderen Stricktechnik verfügen die Strümpfe über einen Laufmaschenstopp und sind daher sehr strapazierfähig.
66 | MM15, 10.4.2017 | MIGROS-WELT
Glis
Einkaufen mit allem Drum und Dran Zweieinhalb Jahre nach der Gesamteröffnung hat sich das Simplon Center in Glis längst etabliert. Kein Grund, stillzustehen. Text und Bilder: Denise Jeitziner
M
arktleiter Urs Weissen ist immer irgendwo im Gebäude unterwegs: eben noch vor dem Eingang in den Migros-Supermarkt, dann mit zwei Handwerkern beim Kundendienst, hier ein «Wie gehts?» zum Mitarbeiter, der eine lange Schlange aus Migros-Wägeli vor sich herschiebt, da ein «Salü zämu!» zu einem Paar, das sich einen Stock tiefer an einen der Tische vor dem Migros-Restaurant gesetzt hat. Das Handy an seinem Hosenbund hat Weissen so schnell zur Hand wie die Cowboys bei einem Duell ihre Pistolen.
Sportartikel, und auch eine Apotheke, ein Coiffeur und ein «Xpresso»-Restaurant befinden sich im Gebäude. «Die Erwartungen an das Simplon Center waren hoch, aber ich denke, wir konnten ihnen gerecht werden», sagt Urs Weissen während einer kurzen Pause. Es sei aber wichtig, immer ein offenes Ohr für die Kundenbedürfnisse zu haben. Auch deswegen ist Weissen lieber an der Front, als sich den ganzen Tag in seinem Büro zu verkriechen. Stillstand ist nicht seine Art, und auch das Simplon Center soll in Bewegung bleiben.
17 Geschäfte unter einem Dach
Dazu tragen unter anderem regelmässige Animationen bei, zu denen auch die saisonal wechselnden Dekorationen zählen. Für Ostern hängt eine Art Riesenmobile von der Decke im Lichthof, die Girlanden mit grünen, eiförmigen Papierknospen, violetten Schmetterlingen, Holznestern und Vögeln reichen von der obersten Etage bis hinunter zum lichtdurchfluteten Bereich vor dem Restaurant. Bei den Eingängen zu den Geschäften stehen dezent halbe Silhouetten von Osterhasen. «Die Kunden sollen sich hier wohlfühlen, also nicht nur einkaufen,
Eigentlich könnte der Marktleiter sich ja etwas zurücklehnen. Zweieinhalb Jahre nach der Gesamteröffnung läuft im Simplon Center alles in geordneten Bahnen. Der Mix aus Supermarkt und insgesamt 16 Partnergeschäften, darunter beliebte Ketten wie H&M, C&A oder Fielmann, die zuvor noch nicht in der Region vertreten waren, ist unverändert. Der Mix kommt bei der Oberwalliser Kundschaft gut an: Neben Lebensmitteln gibt es Schuhe, Kleider, Brillen, Deko, Schmuck, Elektronik- und
Plattform für lokale Vereine
sondern auch flanieren und verweilen», sagt der Marktleiter. Daneben gibt es aber auch Animationen, bei denen die Kundschaft noch unmittelbarer profitieren kann: Regelmässig werden Wettbewerbe oder Präsentationen von Migros-eigenen Produkten wie Chocolat Frey oder Total veranstaltet, aber auch externe Unternehmen und Vereine können sich im Haus präsentieren. «Es ist eine tolle Plattform, von der die Oberwalliser Privatwirtschaft noch mehr profitieren könnte», findet Urs Weissen. Wenn immer möglich versuche man Platz zu bieten. Eine Harley-Davidson-Ausstellung war bereits im Simplon Center zu Gast, ebenso wie der Oberwalliser Rollstuhlclub mit einem Parcours, und bei der Aktion «Alles steht kopf» konnten sich die Kundinnen und Kunden in einem speziell arrangierten Wohnraum so fotografieren lassen, dass es aussah, als stünde alles auf dem Kopf. Manche der Animationen sind speziell für Kinder – Ende Juni beispielsweise können sie unter Anleitung ein Bienenhotel basteln. «Solche Animationen bringen immer Leben ins Haus. Das ist für alle eine tolle Sache.» MM
Marktleiter Urs Weissen ist immer in Bewegung.
MIGROS-WELT | MM15, 10.4.2017 | 67
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis
Ein breiter Mix, der auf Anklang stösst: 17 Geschäfte sind im Simplon Center unter einem Dach. Einkaufen, flanieren und verweilen im licht durchfluteten Gebäude. Saisonale Dekorationen und Animationen sorgen für Abwechslung.
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MIGROSWELT | MM15, 10.4.2017 | 69
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Migros Wallis und FC Sion verlängern Partnerschaft
Christian Constantin, Präsident des FC Sion, und Max Alter, Geschäftsleiter der Migros Wallis.
Die Migros Wallis sponsert den Fussballclub FC Sion über ihre Marken SportXX und Micasa. Kurz vor Ablauf des Partnerschaftsvertrags haben beide Parteien beschlossen, den Vertrag zu ver längern. Die Logos von SportXX und Micasa werden also weiterhin auf den Spielertrikots prangen. Die enge Bindung
der Migros Wallis zum FC Sion wird auch an den speziellen Fanshops der SportXX-Filialen deutlich, wo es zahlreiche Artikel in den Farben des Vereins zu kaufen gibt. Und im Stadion Tourbillon sind es die Küchenchefs der Migros, die für die Verpflegung der prominenten Gäste sorgen.
Neuheit
Feinste Barsche aus Raron
Familie
Die grosse Jagd nach dem Ei
Bilder: BlueOrange Studio | 123rf.com, BlueOrange Studio, Didier Bérard, zVg
Bereit für ein tolles Abenteuer im Freien? Der TCS veranstaltet am kommenden Sonntag an vier Orten im Kanton eine grosse Ostereiersuche. Auch die Klubschule Migros ist vor Ort und bietet Bastelworkshops zum Thema Ostern an. Die Eiersuche findet am 16. April von 9.30 bis 13 Uhr an folgenden Orten statt: St-Maurice: Rôtisserie du Bois-Noir, Sitten: Lac de Montorge, Siders: Camping Pfynwald, Brig: Stockalpergarten Mehr Infos: www.tcsvs.ch
Sponsoring
Ring frei für die Kühe Zwei Tage dauert das Finale, bevor am 7. Mai die Königin
des Kantons feststeht. Nach den Ausscheidungskämpfen, die vor sieben Monaten begannen, messen sich an diesem prestigeträchtigen Anlass nun die besten Ringkampfkühe. Das diesjährige Eringer-Kuh-Fest in Aproz wird vom Val d’Anniviers organisiert. Ab dem 6. Mai zeigt sich, welche Kuh die Standhafteste ist. Mehr Infos: www.finale-cantonale.ch
Im frischen Bergwasser herangezüchtet, entzücken die Barsche aus Raron die Gaumen jedes Fischliebhabers. Unter dem Markennamen «La Perche Loë» ist die Spezialität seit sechs Jahren an den bedienten Fischtheken der Migros erhältlich. Diese Woche, speziell zu Ostern, gibt es sie zudem in allen Supermärkten des Kantons im Körbchen zu kaufen. Eine weitere Neuheit, die jedoch nur in den grössten Läden angeboten wird, sind geräucherte Filets «La Perche Loë» aus dem Hause Viking Fish in Agarn.
Ostern wird schmackh 30%
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Lammfilet Import, per 100 g
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Rindfilet Schweiz, per 100 g
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Boursin apéritif 100 g
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30%
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Krevetten Tail On Vietnam, per 100 g
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Entenfilet Frankreich, per 100 g
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Hähnchen Minifilet «Le Gaulois» Frankreich, per 100 g
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Tête de moine Schweiz, per 100 g
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Fondue moitié-moitié Schweiz, 600 g
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Walliser Raclettekäse AOP «Aus der Region.» per 100 g
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Familienumfrage Was kommt bei Ihnen ins Osterkörbchen? 1 Hauptsächlich viele Süssigkeiten – und der Osterhase darf auch nicht fehlen. 62% 2 Schön gefärbte Eier für den Osterbrunch 26% 3 Kleine Spielsachen 10% 4 Bei uns gibts nur grosse Geschenke, die nicht ins Körbchen passen. 1% 5 Keine Zeit für Ostern. Wir stehen dann meistens im Stau. 1 %
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Richtig oder falsch?
Insekten sind eine umweltgerechte Alter native zu Fleischpro dukten. Sie dürfen in der Schweiz aber nur im privaten Rahmen kon sumiert beziehungs weise zum Konsum angeboten werden.
Wie würden Sie entscheiden?
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Richtig!
hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
1 2 3
Ich ziehe die BallonGuillotine über und ziehe das durch. Ich verkaufe den Lachanfall als unbändige Freude, stülpe mir das Ding über und streife auf dem Weg ins Büro absichtlich eine Dornenhecke. Ich danke ihm überschwänglich, fotografiere das Kunstwerk und poste es auf Instagram. In zwei Wochen werden alle so rumlaufen.
Antwort 2: Bei aller Liebe gibt es Grenzen des guten Geschmacks. Er hat mich mit der Ballonkette gese hen und weiss, dass ich mich darüber gefreut habe. Dass sich die Kette mit einem Knall in Luft aufgelöst hat, wird er nie erfahren.
Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis
Monica Müller (42)
Weil ich keine begnadete Handwerkerin bin, schätze ich Selbstgebas teltes sehr. Ich sehe weniger die Produkte vor mir, sondern den Auf wand dahinter. So trage ich in der Küche die Schürze mit den Fuss abdrücken meines Göttibubs (stempeln Sie mal mit einem Babyfuss) und würdige die Monsterkerze meines Gottenmädchens mit einem Ehrenplatz im Regal (sie investierte mehrere Mittwochnachmittage in das Werk). Kürzlich hat mir der Grosse (6) strahlend eine Ballonkette überreicht. Fünf lange Ballone, zu einem Ungetüm verwurstet. «Das kannst du morgen im Büro tragen», sagt er stolz. Und jetzt? 1, 2 oder 3?
Aktuell sieht das Schweizer Lebensmit telrecht Insekten nicht als Lebensmittel vor. Wer Insekten zu Le bensmittelzwecken vermarkten will, muss deshalb erst eine Be willigung einholen. Am 1. Mai 2017 ändert sich dies. Ab dann sind drei Arten von Insekten (Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschre cken) als Lebensmittel zugelassen. Der Kon sum von Insekten im privaten Rahmen ist bereits jetzt erlaubt, weil Eigengebrauch nicht unter das Le bensmittelgesetz fällt. Darum gilt:
Insekten dürfen im Rahmen eines privaten Anlasses zum Verzehr angeboten werden. Ab dem 1. Mai wird dies auch ausserhalb des privaten Raums erlaubt sein. Guten Appetit!
In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch
74 | MM15, 10.4.2017 | LEBEN
Hintergrund
Verhütung beim Mann
So werden die Samenleiter durchtrennt www.migmag.ch/ vasektomie
Gesundheit
Schnitt ohne Einschnitt
Dipl. med. Daniel Emmerich, Uroclinic Winterthur ZH Die Unterbindung (Vasektomie) ist eine Methode zur dauerhaf ten Verhütung beim Mann. Im Gegensatz zur Sterilisation bei der Frau, die einen opera tiven Eingriff unter Narkose erfordert, sind die Samenleiter beim Mann leicht zugänglich. Beim Eingriff werden die Samenleiter ertastet. Nach der lokalen Betäu bung gibt es einen klei nen Schnitt, eine Klem me öffnet die Haut – und ein 1,5 Zentimeter kurzes Stück kann aus den Samenleitern entfernt werden. Anschliessend verödet der Arzt die Enden und unterbindet sie mit einem Faden. Nach sorgfältiger Über prüfung der Blutstillung wird die Haut verschlos sen. Die ersten 24 Stun den schützt ein Pflaster die Wunde. Eine Vasek tomie kostet 600 bis 1400 Franken. Zusatz versicherungen über nehmen einen Teil. Rückgängig machen ist
(ohne Erfolgsgarantie) möglich: Die Vasova sostomie erfolgt meist in Vollnarkose. Über zwei Hautschnitte am Hodensack werden die Samenleiterenden ge sucht und mikrochirur gisch wieder aneinander genäht. Die Operation dauert rund zwei Stun den und kostet 5000 bis 10 000 Franken.
Viele Männer haben Angst vor einer Unterbindung. Sie fürchten, eine Vasektomie verändere ihre Sexualität oder gar ihr Mannsein. Reto Vogt (32), Online-Chef des Migros-Magazins, liess sich nicht abschrecken und übernahm Verantwortung – seiner Frau zuliebe. Text: Reto Vogt
Z
willinge. Als uns die Ärztin bei der ersten Schwangerschaftskontrolle eröffnete, dass wir zwei Kinder aufs Mal erwarten würden, sagte ich zu meiner Frau Claudia: «Super, da können wir ja schon bald einen Schieber jassen.» Die Nachricht war kein Schock – im Gegenteil: Wir finden es bis heute toll, Zwillinge grosszuziehen. Während sich viele Eltern nach einem Jahr überlegen, ob es nicht doch noch ein Geschwisterchen geben sollte, konnten wir uns also gleich auf die Verhütungsfrage konzentrieren. Dem Entscheid, eine Vasektomie machen zu lassen, ging nämlich keine Diskussion voraus – oder zumindest keine, die ihren Namen verdient hätte. Denn nachdem ich mich informiert hatte, wie simpel die Unterbindung von Männern ist, stand für mich fest, die Verantwortung zu übernehmen. Hauptargument: So kann ich Claudia die langjährige Einnahme von Hormonen ersparen. Nach Gesprächen mit Freunden wurde ich zwar kurz stutzig, weil es durchaus zu Nachwehen in Form von Blutergüssen oder Schmerzen kommen kann, die Velofahren
Bilder: Basil Stücheli
kurzfristig undenkbar machen. Doch mein Entscheid stand fest. Der Urologe erklärte mir, dass drei Termine nötig sind: das Vorgespräch, der Eingriff und drittens – nach drei Monaten – die Kontrolle, ob ich noch «scharf schiesse». Nach 30 Minuten war es vorbei
Ersteres war nach fünf Minuten abgehakt: Der Arzt wiederholte, was ich im Internet gelesen hatte, tastete nach den Samenleitern – «Sie haben zwei, das ist nicht immer so» – und liess mich per Unterschrift bestätigen, dass ich wirklich zum Eingriff bereit bin. Ich war es. Am Tag X fuhr ich ganz normal zur Arbeit, da der Eingriff erst am Nachmittag durchgeführt wurde. Ich legte mich also auf den Schragen, wurde lokal betäubt, und eine halbe Stunde später konnte ich bereits wieder gehen. Tags darauf fühlte ich mich arbeitsfähig – zwar noch am Stehpult und mit «Ponstan»-Support, aber ich musste keine Jogginghosen anziehen. Zwar spürte ich während einer Woche hier noch ein Ziehen und dort etwas Druck – doch Schmerzen hatte ich keine. Und auch sonst funktioniert wieder alles wie vorher. MM
Zahlen und Fakten
1000
Franken kostet eine Vasek tomie im Durchschnitt. Zusatzversicherungen übernehmen meist einen Teil der Kosten.
20
Minuten dauert der ambulant durchgeführte Eingriff. Tags darauf ist Mann bereits wieder arbeitsfähig.
3
Monate nach dem Eingriff sind Männer noch zeu gungsfähig. Es benötigt etwa 30 Orgasmen, bis die OP wirksam wird. Zur Sicherheit wird das Ejakulat analysiert. Quelle: Uroclinic.ch
LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 75
Die Hochzeit
Claudia und Reto heiraten am 20. Februar 2015.
Die Kinder Am 6. September 2015 kommen Bastian und Felix zur Welt.
Familienplanung in 6 Bildern Die Stationen einer Entscheidung
Die Entscheidung
im November 2016: Zwei Kinder sind genug. Drum lautet die Antwort auf die Frage: «Ich?» ganz klar: «Ja, du!»
Das Vorgespräch
31. Januar 2017: Urologe Emmerich klärt über den Eingriff und dessen Risiken auf.
Die Nachwehen
Der Eingriff
22. Februar 2017: Eine Vasektomie braucht Scheren, viele Scheren.
23. Februar 2017: Für die ersten Tage nach dem Eingriff hilft ein Stehpult.
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LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 77
S Brave New Girl
Die glücklichen Tage
Suchen Sie sich einen Sommerflirt! Das ist ein Befehl. Gehen Sie allein in ein Café und warten Sie, bis Sie ange sprochen werden. Stecken Sie dem unbe kannten Menschen im Tram Ihre Nummer zu – und schauen Sie, ob er sich meldet. Laden Sie Tinder herunter, und wischen Sie nach rechts, als gäbe es kein morgen. Sagen Sie Ihrer Arbeitskollegin endlich, dass Sie sich in sie verknallt haben. Und – meine Güte! – schreiben Sie ihm halt zuerst, wenn er sich nicht von selbst meldet.
Bild: Andrea Monica Hug
Anne-Sophie Keller (27) glaubt
an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.
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Der Frühling eignet sich perfekt, um einen Sommerflirt zu beginnen. Man kann in Blumenwiesen liegen, Himbeeren essen und zusammen Wolken beobachten. Man kann in der Nacht durch die Stadt spazieren und irgendwo den Sonnenaufgang bestaunen. Man kann spätabends in den See huschen, in Pärke einbrechen, sich ins
Kino schleichen und die zweite Hälfte eines schlechten Actionfilms knutschend verpassen. Risiken und Nebenwirkungen einer exzessiven Rekrutierungsphase? Womöglich kriegen Sie auch mal einen Korb. Aber auch den werden Sie über leben. Womöglich hat der Sommerflirt ein Ablaufdatum. Aber so hat der graue Alltag gar nicht genügend Zeit, sich einzuschleichen. Womöglich werden Sie Ihren Sommerflirt später nicht heiraten – die Institution der Ehe ist sowieso veraltet. Und wer weiss schon, was die Zukunft bringt. Vernunft hat im Frühling und im Sommer nichts zu verlieren. Der Herbst, in dem oft auch der Sommerflirt welkt, kommt dann früh genug. MM
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LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 79
Digitale Assistenten: Cool oder gfürchig?
App-Tipps
Super Mario Run
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Sprachassistenten wie Google Home sehen unauffällig und harmlos aus. Dabei haben sie ein hohes Zukunftspotenzial. Digital
Die Zukunft hört zu Sie stecken in Smartphones und Lautsprechern und können fast alles. Die Programme namens Siri, Alexa und Cortana reagieren auf Sprachbefehle. Was bringen sie wirklich?
S
Bild: PD
Welche Assistenten gibt es?
Nebst Siri für AppleGeräte gibt es den GoogleAssistant für Android Betriebssysteme, Cortana für WindowsPCs oder Alexa, die in einem zylindrischen Lautsprecher namens Amazon Echo wohnt. Letzterer ist ein sogenannter
HomeAssistant, der auch in der Version Google Home erhältlich ist. Sie werden daheim aufgestellt und mit dem Internet verbunden. In Hörweite kann man sie mit den Kommandos «Hey Alexa» respek tive «Ok Google» steuern. Um auf die Befehle reagieren zu können, müssen die Geräte ständig mit hören – ein Eingriff in die Privat sphäre, der Bedenken wecken kann. Was können sie?
Auf den Smartphones haben die Sprachassistenten primär die Auf gabe, Fragen zu beantworten und Apps zu steuern. Das ist beim Autofahren praktisch. Man kann Textnachrichten diktieren statt schreiben. Benutzt man das Gerät als Navigationshilfe, kann man einfach sagen, wohin es gehen soll. Google Home und Amazon Echo setzen zusätzlich auf die Verknüpfung mit anderen Geräten. Je nach Kompatibilität können sie das Licht steuern, den Fernseher
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Adobe Photoshop Fix
Text: Philipp Rüegg
prachassistenten sind intelligente, sprechende Programme, die auf die Stimme reagieren. Eine der bekanntesten ist Siri, die auf iPhones vorinstalliert ist und auf Knopfdruck oder mit dem Befehl «Hey Siri» aktiviert wird. Die Assistenten lassen sich mit all den Fragen bombardieren, die man sonst bei Google eintippt. Im Ideal fall erhält man eine Sprachant wort, ansonsten passende Web resultate. Die Programme können aber weit mehr. Auf dem Smart phone verfassen sie Textnach richten, tätigen Anrufe, erstellen Termine oder spielen Musik ab.
Der berühmteste Klempner der Welt hüpft nun auch auf Android-Smartphones herum. Während sich iPhone-Nutzer bereits seit Dezember am Jump-and-Run-Game freuen, können Android-User erst jetzt ihr Geschick beweisen. Das bekannte Spielprinzip wurde für den MobileAbleger etwas vereinfacht, sodass man es mit nur einer Hand spielen kann. Die ersten Levels sind gratis, das volle Spiel kostet 10 Franken.
einschalten oder die Heizung pro grammieren. Man kann sie auch nach dem Wetter fragen oder Einkaufslisten erstellen lassen. Was bringt die Zukunft?
Die intelligenten Sprachassisten ten stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Bisher gibt es auch kein Programm, das Schweizer deutsch versteht. Sie lernen aber durch regelmässige Benutzung und Anbindung an riesige Daten zentren laufend dazu. Doch braucht jeder Haushalt einen Sprachassistenten? Nein, schon aus Datenschutzgründen spricht vieles dagegen. Ausserdem steckt in jedem Smartphone Soft ware, die Sprache erkennt und dik tierte Nachrichten tippt. Wer expe rimentierfreudig ist und sich zum Beispiel ein Rezept vorlesen lassen will oder die Musiksteuerung auf Zuruf ausprobieren möchte, macht mit Amazons Alexa oder Google Home nichts falsch. MM
Dieser Gratis-Ableger der Bildbearbeitungssoftware hilft, Schnappschüsse zu retuschieren. Mit wenigen Griffen kann man beispielsweise Elemente entfernen, Schatten verändern oder die Haare neu einfärben. www.migmag.ch/photoshop
Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.
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Ich heisse Alois und bin 11 Jahre alt. Mein
liebstes Hobby ist Fechten. Zudem bin ich seit Jahren leidenschaftlicher Schwimmer. Ich spiele auch gern Fussball und Unihockey. Ich bin der Jüngste von vier Brüdern, mit uns leben noch eine Katze, Fische und ein Hund – der ist genauso alt wie ich. Ich bin auch gern daheim und game. Oder ich lese – im Moment ist es die Spionageserie «Top Secret».
Kinder
«Fechten ist cool»
Im vergangenen Sommer, während der Olympischen Spiele, hat sich Alois zum ersten Mal die Disziplin Fechten angesehen. Seither ist er fasziniert vom Sport mit dem Degen. Text: Andrea Fischer Bilder: Gabi Vogt Das Coole am Fechten ist, dass man einerseits im Kopf schnell sein muss, aber auch eine gute Körperspannung braucht. Und das Ganze sieht einfach schön aus. Mein erstes Training war recht beinlastig. Man muss ja zuerst die Schritte lernen: Da gibt es bestimmte Abfolgen. Aber schon nach dem dritten Training durften wir erste kleine Gefechte ausüben.
Mein Klub
Taktik, Teamund Einzelkampf Ist Fechten etwas für dich? Wenn du mindes-
tens acht Jahre alt und eine Mischung aus Einzelkämpfer und Teamplayer bist, könnte dir Fechten gefallen. Du musst auch taktisch denken und einstecken können. Denn Fechten kann wehtun. Aber es ist eine der sichersten Sportarten der Welt. Ich bin Mitglied beim Fechtclub Bern. Hier
Wir üben, auf verschiedene Arten auf einen Angriff zu reagieren. Man nennt das «parieren». Dabei trägt man eine Maske, einen Brustschutz, ein Oberleibchen, Hosen und Handschuhe. Das alles kann man sich gratis im Klub ausleihen. Nur die Turnschuhe und die Fechtsocken kauft man selbst.
Wir kämpfen mit Sportdegen, die einen sogenannten französischen Griff haben. In den Turnieren messen eingebaute Sensoren, ob man damit getroffen worden ist. Man darf den Gegner überall angreifen, ausser auf der Rückseite. Das Kämpfen an Turnieren ist schwieriger als im Training, denn da kennt man ja die Taktik des Gegners nicht. Das gefällt mir. Ich träume davon, mal am internationalen «Grand Prix de Berne» kämpfen zu dürfen. MM
gibt es Kurse für Kinder und Erwachsene. Auf unserer Website www.fechtclub-bern. squarespace.com kannst du dich über das Fechten, über die Ausrüstung und die Regeln informieren. Bei uns darf man die Sportart drei Monate lang kostenlos testen. Klubs in deiner Nähe: www.swiss-fencing.ch
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Man bemalt dann Eier, dekoriert den Esstisch mit Hasen, und die Kinder dürfen Osternester suchen. Solche Frühlingsfeste feiern die Menschen schon seit Jahrtausen-
den, weil dann jeweils neue und fruchtbare Zeiten kommen. Es geht dabei um das ständige Wechselspiel von Tod und Leben: Der Winter stellt den Tod dar, der Frühling das neue Leben. Da Hasen sehr fruchtbar sind und viele kleine Hasen gebären, sind sie ein Sinnbild für die Fruchtbarkeit. Das Gleiche gilt für das Ei, weil es eine Quelle des Lebens ist. Für gläubige Christen geht das Fest tiefer. An Weihnachten feiern sie die Geburt von Jesus Christus, an
Ostern seine «Auferstehung». Das bedeutet: Jesus, Gottes Sohn, war tot und kam ins Leben zurück. Gekreuzigt und getötet wurde er am Karfreitag. Drei Tage später, an Ostern, überwand er den Tod: Er kehrte lebend zu seinen Freunden zurück. Er versprach allen Menschen, die an ihn glauben, ewiges Leben. Dieses Versprechen feiern sie seit fast 2000 Jahren – immer an Ostern. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch
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Das wissen heute viele Leute nicht mehr, dabei geht es um ganz grosse Themen: um Lebenskraft und die Frage, ob wir den Tod überwinden können. Manche Leute interessiert das nicht, oder sie kennen die Hintergründe nicht. Dennoch feiern sie Ostern. Sie betrachten es als Frühlingsfest.
Eine Mutter erklärt die Welt:
Die Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.
EINLADUNG FÜR HAUSEIGENTÜMER
WIR PRÄSENTIEREN KOSTENLOSE INFOABENDE
PROGRAMME
DER WEG ZUR TRAUMKÜCHE Die Küche ist und bleibt das Herzstück. Was aber, wenn Ihre Küche in die Jahre gekommen ist, Ihre Küchengeräte nicht mehr leisten, was sie sollten, und Ihnen die Farbe der Küchenschränke verleidet ist? Höchste Zeit, sich über eine neue Küche Gedanken zu machen. Kein einfaches Unterfangen in einem nahezu unüberschaubaren Markt mit sich rasant entwickelnden Technologien – und schliesslich muss die neue Traumküche auch in Ihr Budget passen. DONNERSTAG, 4. MAI 2017 IN DIETLIKON ZH
Piatti Küchen, Riedmühlestrasse 16, 8305 Dietlikon
DONNERSTAG, 22. JUNI IN ST. GALLEN
18:00 Uhr
Türöffnung
18:30 Uhr
Begrüssung / Einleitung
18:40 Uhr
Küchenplanung bei Renovationen
19:00 Uhr
Neue Trends im Küchenbau
19:25 Uhr
Neue Technologien und Geräte
anschl.
Apéro riche
Piatti Küchen, Breitfeldstrasse 13, 9015 St. Gallen
Moderationen: Beatrice Müller, Ex-Moderatorin Tagesschau SRF
GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE? Eine Gebäudemodernisierung will geplant sein. Nur so können Fehler und Folgekosten vermieden werden. Wir klären Sie auf, wie erneuert werden kann und sich die Investition langfristig lohnt. Unsere Fachspezialisten zeigen wie richtig saniert und umgebaut wird – und wie viel Energie resp. Kosten durch eine optimale Dämmung und moderne Fenster eingespart werden können sowie welche Heiztechnologien mit erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. DONNERSTAG, 27. APRIL 2017 IN VOLKETSWIL
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MITTWOCH, 31. MAI 2017 IN EGERKINGEN
Mövenpick Hotel & Resort, Höhentrasse 12, 4622 Egerkingen
18:00 Uhr
Türöffnung
18:30 Uhr
Begrüssung / Einleitung
18:45 Uhr
Analyse Energieverbrauch / Angebote Energieberatung
19:10 Uhr
Richtige Sanierung der Gebäudehülle
19:30 Uhr
Renovation der Fenster
19:50 Uhr
Erfolgreicher Heizungsersatz / Förderprogramme Bund/Kanton
anschl.
Apéro riche
MEHR INFORMATIONEN: hausmagazin.ch/infoabend
ANMELDUNG Ja, ich möchte am Informationsabend zum Thema teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und an keinerlei Bedingungen geknüpft. Die Anmeldungen werden nach ihrem Eingang erfasst und schriftlich bestätigt.
DER WEG ZUR TRAUMKÜCHE
GEBÄUDE ERNEUERN – ABER WIE?
4. Mai in Dietlikon ZH
27. April in Volketswil
22. Juni in St. Gallen
31. Mai in Egerkingen
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15 Jahre Wissen NZZ am Sonntag 11. September 2016
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Vertiefend, kompetent und verständlich. NZZ am Sonntag Wissen.
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Teenager wissen genau, mit welchen Posen sie im Internet Erfolg haben.
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ange Zeit waren es die Eltern von Buben, die seufzten, wenn die Rede auf den Medienkonsum von Kindern kam: Buben und Gamen, das bedeutet tägliches Kämpfen Kämpf um Bildschirmzeit. Eltern von Mädchen dagegen sorgen sich am meisten wegen Cybermobbing und Sexting. Beides kann verheerende Auswirkungen haben, jedoch ist nur eine Minderheit der Mädchen davon betroffen. ff ffen. So haben bei der letzten grossen Studie zum Mediennutzungs- und Freizeitverhalten von Jugendlichen in der Schweiz lediglich 5 Prozent der Mädchen angegeben, schon einmal erotische Bilder oder Videos von sich verschickt zu haben; bei den Buben waren es 12 Prozent. Mehr Betroffene off offene gibt es beim Cybermobbing, das von Schikanieren bis zur Hetze reicht. Allerdings gehen wegen unterschiedlicher Definition des Begriffs die Zahlen auseinander, in der Schweiz variieren sie zwischen 5 und 22 Prozent. Eine soeben publizierte Langzeitstudie des britischen Erziehungsdepartements zeigt, dass Mobbing allgemein unter Teenagern kontinuierlich abnimmt – sogar wenn
Schlank und sexy: Der Zwang zur Perfek Perfektion rfektion in sozialen räbt rä ihr Netzwerken setzt Mädchen unter Druck und untergräbt Selbstbewusstsein. Von Regula Freuler
man Cybermobbing, das es zu Beginn der Studie im Jahr 2005 noch nicht gab, dazurechnet. Was beim Mobbing auffällt, ist Geschlechtergraben: Insgesamt werden mehr Mädchen schikaniert und gemobbt, zumeist wegen ihres Aussehens. Dieser gender gap ga weist auf ein viel verbreiteteres Problem hin: Nämlich wie durch soziale Netzwerke das Selbstbewusstsein von Mädchen untergraben wird. So sind 14-jährige Mädchen – das ist die in der britischen Studie befra befragte bef gte Altersgruppe – heute gestresster als noch vor zehn Jahren: Deutlich über ein Drittel fühlt sich psychisch belastet (siehe Grafik). Die Buben hingegen sind heute weniger gestresst als früher. Auch empfinden heute mehr Mädchen, dass sie die Dinge in ihrem Leben nicht kontrollieren können, als bei ihren Altersgenossinnen vor zehn Jahren. Die Langzeitstudie zeigt, wie soziale Netzwerke den Alltag der Jugendlichen in der letzten Dekade grundlegend verändert haben. Bilderplattformen wie Instagram und Snapchat lösten bald nach ihrem Aufkommen Facebook in der Gunst der Teenager ab. «Zwar haben mehr Jugendliche ein Profil bei Facebook als bei Instagram», sagt Medienpsychologe Daniel Süss von der Zürcher
Christliche Werte SBB-Kühlwagen SBB-Kühl -Kühlwa -Kühl ühlwagen Churchills Vision von Waggons fahren in Europas Einigung 56 die Cloud 58
Im Jahr 2000 starteten Softw f areingenieure ftw Softwareingenieure die Website Hot or Not, um Fotos von Frauen zu bewerten. Diese Idee prägt soziale Netzwerke.
Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), (ZHAW) HA , wo seit 2010 alle zwei Jahre HAW) die Jugend-Aktivitäten-Medien-Erhebung Schweiz (James) durchgeführt wird, «aber Instagram wird viel intensiver gepflegt.» pf pflegt.» Vor zwei Jahren waren 89 Prozent der befragten befragt bef efragten Schweizer Teenager bei mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet, die meisten bei Facebook, dann folgte Instagram; bei jüngeren Teenagern verhält es sich gerade umgekehrt. Und auch die Mädchen zeigen eine deutliche Vorliebe für bildorientierte Netzwerke: 85 Prozent der Schweizer Mädchen haben ein Profil of ofil bei Instagram, bei den Buben sind es 71 Prozent. Am aktivsten unterwegs in sozialen Netzwerken sind also weibliche Teenager, die chatten und Bilder austauschen. Laut dem neusten «Suchtpanorama Schweiz» haben sie die Buben als OnlineSüchtige überholt. Auch die vielen sprachlichen Neuschöpfungen aus dem Bereich des Selfies Selfi lf es zeigen, wie das weibliche Aussehen und aufre aufreiauf izende Posen an Bedeutung gewonnen haben. Bald gilt der thigh h gap a (Oberschenap kellücke) als ideal, dann der bikini gap a ap
Fortsetzung Seite 55
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Meniskus Operationen sind oft überflüssig 59
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NZZaS.ch
LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 89
Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Das Ei des Kolumbus steht für eine einfache, intelligente …? T
Reise
V Idee
P Speise
2. In einigen Teilen der Schweiz brachte früher … die Ostereier. A der Igel
E
der Kuckuck
O der Wolf
3. Woraus besteht der grösste Teil eines Hühnereis? L
Mineralstoffe
R Wasser
I
Fett
So nehmen Sie teil
4. Wie nennt man undokumentierte Zusatzfunktionen in Software? S
Easter Eggs
E
Easter Trolls
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.4.2017, 24 Uhr
N Easter Bugs
5. Wie hiess der römische Statthalter, der Jesus zum Tode verurteilte? M Porcius Festus
T
Pontius Pilatus
U Tiberianus
6. Wem wird der Begriff «einen Eiertanz aufführen» zugesprochen? I
Brecht
E
Goethe
A Gotthelf
7. Wo wurde der Bilby (Kaninchennasenbeutler) als Osterhasenersatz eingeführt? C Australien
D Rumänien
S
Kanada
8. Wie wird das Osterfest in einigen slawischen Sprachen genannt? E
Heilige Nacht
R Weisses Fest
K Grosse Nacht
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Auflösung Nr. 14: EIDECHSE
Gewinner Nr. 13: Maria Meier, Degersheim SG; Priska Frey-Frei, Sarnen; Sepp Schacher, Alberswil LU
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 3 1
T
4 2
Auflösung Nr. 14: BASIS Gewinner Nr. 13: Karin Howald, Thörigen BE; Rebekka Zwygart, Krauchthal BE; Lisbeth Rohrer, Flüeli-Ranft OW
5
AKT I N I EN ANLOE T EN ERDR I NNE ME T E O S A T REEDERE I RETRA I TE SCHARADE STADTRAT STRE I CHE TATENLOS
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.4.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Lösungswort: 1
2
3
4
5
Bambuskissen
Das Bambuskissen kann Ihnen zu einem besseren Schlaf verhelfen, wachen Sie ganz ausgeruht auf und beugen Sie N Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und sogar Sc Schnarchen vor.
kann Ihr Leben verändern 4 Nichts ist weicher als Bambus Herrlicher Komfort, weich, absorbiert die Feuchtigkeit der Haut, schnell trocknend. 4 Das Kissen ist antibakteriell und milbenfrei Hypoallergen. Eignet sich für jeden, auch für Allergiker. 4 3-Kissen in Einem Stützendes Kissen (doppelt falten). Normales Kissen (flach legen). Extra weiches Kissen (erhöht auflegen). 4 Perfekte Stütze für Nacken und Kopf Die Muskeln entspannen sich, Schmerzen und Schnarchen verringern sich und Sie wachen ganz ausgeruht auf. 4 Ökologisch Bambus wächst ganz natürlich ohne Pflanzenschutzmittel oder andere Chemikalien. Grösse: ca. 60 x 45 cm
Für einen ruhigen Schlaf ist es wichtig, dass die Wirbelsäule gerade ist. Somit ist es garantiert, dass die Durchblutung ausreichend ist und die Nervensignale ins Gehirn und wieder zurück gelangen. Die Atemwege sind ebenso geöffnet und frei, sodass die Atmung optimal verläuft und nicht durch Schnarchen behindert wird. Das Bambuskissen hat folgende Doppelfunktion: Der Bambus Bezug kühlt beim Schlafen und ist mollig weich. Das ganze Kissen ist mit Memory-Form Flocken gefüllt und passt sich automatisch ihrer Schlafstellung an. Sie wachen fit und ausgeruht auf.
Memory-Schaum ist ein speziell entwickeltes viskoelastisches Material, welches unmittelbar auf Druck reagiert und dadurch elastisch wird und sich Ihrer Körperkontur anpasst. Wenn das Kissen nicht benutzt wird, erhält es seine ursprüngliche Form zurück. Der Unterschied zum normalen Memory-Schaum Kissen ist, dass die Luft beim Bambuskissen einfach zwischen dem Memory-Schaum frei zirkulieren kann und Ihnen dadurch ein kühles Gefühl gibt. Das Bambuskissen ist das erste Kissen, das alle Vorteile des Memory-Schaum-Materials hat ohne Nachteile. Der Kissen- bezug kann in der Waschmaschine mit 30 Grad gewaschen werden.
Das Bambuskissen ist das perfekte Kissen, welches Sie einfach höher oder tiefer, weicher oder härter benutzen können.
Schluss mit Rückenschmerzen!
Durch das Formen wird es Ihnen möglich sein, in allen gewünschten Positionen zu schlafen: auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch. Wenn Sie gerne halb sitzend im Bett lesen, gibt Ihnen das Kissen, doppelt gefaltet, den perfekten Halt.
Bestellschein
Bestellen Sie das Bambus Rückenstützkissen gleich mit und entlasten Sie damit Ihren Rücken durch eine konfortable und gesunde Sitzposition, Zuhause oder im Büro. Grösse ca. L: 33 cm - B: 31 cm - T: 10 cm
391-63
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❑ Bambuskissen, 1 Stück (Art.Nr. 1436) nur Fr. 49.–
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❑ Bambus Rückenstützkissen (Art.Nr. 1433) nur Fr. 39.90
Bambus Rückenstützkissen
Vorname:
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LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 91
Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 14: 631
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.4.2017, 24 Uhr
Gewinner Nr. 13: Ernst Nüesch, Zürich; Esther Müller, Veltheim AG; Katja Andreetto, Volketswil ZH; Lydia Etter, Winterthur ZH; Eliane Varé, Coeuve JU
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 3 3 3 4 2 miteinander verbunden 1 sein. Verboten: Kreuzun2 2 3 2 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.
Auflösung Nr. 14:
3 3 2
3
1
1 2
2 3
4 3 3
1
2
2 2 3
1
3
3 3 3
Auflösung Nr. 14: 2
2
4 3
4 2 3
1 3 2 2
3 1 2
3 3 4 1 2
2
2 2 3 3 4
3 2
2 3
1 2
1 3 3 2
2 3 3 2
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West,
Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Bildredaktion: Heinz Stocker (Korrektor) Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freier- Susanne Oberli, Helen van Pernis muth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Layout: Dinah Leuenberger (Volontärin), Doris Oberneder (Creative Director), Monica Müller, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Online: Werner Gämperli, Saskia Goslings, Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser
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94 | MM15, 10.4.2017 | LEBEN
Meine Welt
«Es fällt mir schwer, mich von Schuhen zu trennen» Orientierungslauf-Weltmeister Daniel Hubmann hat für jedes Gelände den passenden Schuh, entsprechend gross ist seine Sammlung. In diesen Tagen fährt er ins Trainingslager nach Estland. Dort findet im Juli die WM statt. Text: Reto E. Wild
1
Bilder: Ephraim Bieri
LEBEN | MM15, 10.4.2017 | 95
1 Mein Trainingsort «Der Frienisberg wald bei Meikirch BE ist gut zum Trai nieren, weil er nicht so stark mit Dornen überwachsen ist. In diesem Gebiet laufe ich fünfmal pro Woche.» 2 Mein Zuhause «Wir wohnen erst seit dem 1. Dezember 2016 in Bremgarten BE.
Wir sind hier sehr glücklich: Der Bahnhof Bern, Einkaufsmöglichkeiten und die Kita von Lina befinden sich in der Nähe. Für mich als Spitzensportler ist Effizienz sehr wichtig.» 3 Meine Liebste «Meine Frau Annette unterstützt mich jederzeit, im Sport und zu Hause im Alltag. Annette ist begeisterungsfähig und zieht bei neuen Ideen mit. Das schätze ich.» 2
3
4 Mein Team «Ich bin gern im Micarna Team, weil hier eine Gruppe von ver Name Daniel Hubmann (33) Sternzeichen Widder Lebenslauf «Aufgewachsen bin ich in Eschlikon TG. Seit ich elf Jahre alt
bin, zähle ich zu den Mitgliedern der OL Regio Wil. Nach meiner Aus bildung als Schreiner entschied ich mich 2007, ganz auf die Karte Orien tierungslauf zu setzen. Dem Schwei zer Nationalkader gehöre ich bereits seit 2004 an. Inzwischen bin ich sechsfacher Weltmeister sowie Gesamtweltcupsieger: Ich habe ins gesamt 28 Weltcupsiege erreicht. 2015 haben meine langjährige Part nerin Annette (33) und ich geheiratet. Sie unterrichtet Sport am Gymnasi um Neufeld in Bern. Im Jahr unserer Hochzeit kam auch unsere Tochter Lina auf die Welt.»
4
Mein Lieblingsprodukt «Wir fahren wöchentlich zum Grosseinkauf. Wird ein Freitag mit zehnfachen Cumulus ausgeschrieben, füllen wir unser Teig warenlager im Keller auf.»
schiedenen Sportlern zusammen kommt. Dank dieser Begegnungen findet ein wertvoller Austausch statt, etwa über neue Trainingsformen.» 5 Meine Sammlung «In diesem Gestell stehen 75 Sportschuhe. Ich bin schon seit über zehn Jahren Profisportler. Es fällt mir schwer, mich von den Schuhen zu trennen. Das OLGelände ist mal hart, sumpfig oder glitschig, da braucht es diverse Schuhprofile.» 6 Mein Gerät «Mein Stüelirucksack mit
5
6
seinem Klappstuhl ist sehr praktisch. Ein paar Läufer belächeln mich deswegen, der Rucksack sieht nicht so stilvoll aus. Ich brauche ihn vor und nach den Wett kämpfen, was gut für die Erholung ist.»
Montag, 10.4.
30% Alle Frey Schokoladen-Eili im Beutel, 165 g, 500 g und 1 kg z.B. Freylini und Giandor Mix, assortiert, 500 g, 7.55 statt 10.80, gültig am 10.4.2017
Donnerstag, 13.4.
40%
4.40 statt 7.35
Dienstag, 11.4.
Mittwoch, 12.4.
5x PUNKTE
50%
66.95 95 statt 13.95
Bündner Rohschinken Surchoix in Sonderpackung Schweiz, 190 g, gültig am 11.4.2017
Freitag, 14.4.
Gesamtes Migros-Supermarkt-Sortiment Ausgenommen sind Gebührensäcke und -marken, Vignetten, Depots, Taxkarten, Serviceleistungen, iTunes-Karten, SIM-Karten, Gutscheine, Geschenkkarten und Smartboxen, gültig am 12.4.2017
Samstag, 15.4.
Karfreitag 20x PUNKTE
Gesamtes Bio-Sortiment (ohne Alnatura sowie Bio-Labels von Fremdmarken), z.B. Eier, 63 g+, im 4er-Pack, 3.30, gültig vom 15.4. bis 16.4.2017
Rindshuft und -entrecôte Uruguay/Paraguay, per 100 g, z.B. Entrecôte, gültig am 13.4.2017
Roastbeef mit Frühlingssalat Passende Reze pte zu den Tages-Jo kern auf migros.ch /joke r
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