Ausgabe Aare, AZA 3321 Schönbühl-Shoppyland. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
NR. 15 | 10. APRIL 2012
www.migrosmagazin.ch
E XT RA Nr. 15 | 10. April 2012
& Bauen ieren Renov
Investition in die Zukunft
Bild: Mathieu Rod
lles hat ein älteres Familie Macherel Combe heizt sie mit Haus umgebaut. Heute aufwand hat Sonne und Holz. Der Energiereduziert. | 4 he Achtfac das um sich so
EXTRA BAUEN & RENOVIEREN
Wer sein Haus richtig umbaut, spart Energie URBAN FARMING | 80
Junge Städter gärtnern auf dem Parkplatz
Bild: Hans Schürmann
TIPPS VOM PROFI | 86
Schlaflos? So klappts mit dem Sandmann Adressänderungen am Postschalter melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01 E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch
Ein süsser Österreicher Wenn Christian Hölbling auf der Bühne Helfried spielt, lacht das Publikum Tränen. Aber auch beim Kuchenbacken macht der Komiker eine gute Figur. | 58
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Wir versprechen Nuyen, bis 2013 die Gesamtumweltbelastung der Verpackungen der 250 meistverkauften Produkte um 10 % zu reduzieren. Verpackungen müssen nicht nur stabil sein, sie sollten auch möglichst umweltfreundlich sein. Um ihre Belastung gegenüber der Natur zu mindern, wird die Migros bis 2013 noch mehr auf umweltschonende und rezyklierte Materialien setzen und unnötige Verpackungselemente streichen. Mit diesem und zahlreichen weiteren verbindlichen Versprechen zu Gesundheit, Konsum, Mitarbeitenden, Umwelt und Gesellschaft engagieren wir uns für die Generation von morgen.
Geben auch Sie ein Versprechen ab auf generation-m.ch
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DIESE WOCHE
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
INHALT | 5
EDITORIAL
14 | Porträts Die Schweizer Musiker Scilla Siekmann, Fabian Egger und Manou Oeschger (von links) sind nach Los Angeles gezogen, um eines Tages auf der ganz grossen Bühne zu stehen.
Hans Schneeberger, Chefredaktor
Die Frau für die grossen Verträge Sagt Ihnen der Name Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch etwas? Nicht? Sollte er aber. Denn die 51-jährige Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ist eine der wichtigsten Figuren im Poker um die Wirtschaftsbeziehungen der Schweiz in der Zukunft. Nicht zuletzt in ihren Händen liegt unser Verhältnis zu den künftig wohl bedeutendsten Wirtschaftsnationen China und Indien. Und trotzdem: In der Öffentlichkeit ist Ineichen-Fleisch so gut wie unbekannt. Während Vorgänger Jean-Daniel Gerber des Öfteren für Zitate in den Medien sorgte, blieb Ineichen-Fleisch seit ihrem Debüt vor genau einem Jahr auffallend blass. Dabei gäbe es keinen Grund dafür, finden unsere beiden Redaktoren, die mit ihr ein ausführliches Gespräch geführt haben. Sie sei umgänglich und offen, sagt Ralf Kaminski, der auch schon ihren Vorgänger interviewt hat. Sie gebe freimütig Auskunft und könne aus dem Stegreif präzise Angaben über ihr Spezialgebiet machen. Und während Gerber etwas aristokratisch gewirkt und Privates nur zurückhaltend preisgegeben hatte, äusserte sie sich auch dazu offen und entspannt. Wer sich auf dem beruflichen Parkett so souverän bewegt wie die frühere Leiterin des Bereichs Welthandel im Aussenministerium, kann auch etwas mehr Privates preisgeben als andere. Neckisch ihre Antwort auf die Frage, ob sie denn nicht selber koche (ich weiss: ein etwas chauvinistischer Ansatz): Sie halte sich da ganz an die «Handelstheorie des Wettbewerbsvorsprungs» (diese besagt, dass sich eine Nation dort engagieren soll, wo sie einen Vorsprung herausholen kann, und nicht dort, wo sie keine Stärken hat): «Mein Mann kocht so gut, weshalb soll ich mich noch darum bemühen?» Gut pariert, Frau Ineichen-Fleisch! Ich freue mich auf mein erstes Gespräch mit Ihnen.
MIGROS-WOCHE 6 | Aktuelles
GENERATION M
8 | Es könnte so einfach sein Tipps und Tricks, wie Sie Ihren Stromverbrauch reduzieren.
FORUM
12 | Tolle Preise – nur im Internet
MENSCHEN
14 | Porträts Drei junge Schweizer in Los Angeles. 20 | Auf ein Wort 23 | Porträt Elisabeth Danz wohnt seit 64 Jahren in der gleichen Wohnung in Bern. 26 | Interview Seco-Chefin Marie-Gabrielle IneichenFleisch über Wirtschaftsaussichten.
AKTUELL hans.schneeberger@migrosmagazin.ch
Bild: Serge Hoeltschi
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch; * Normaltarif
30 | Jahr der Genossenschaften Mit ihren regionalen Genossenschaften ist die Migros eine kleine Schweiz. 34 | Tanzfestival Steps Noémie Ettlin tanzt in der Uraufführung von «Organizing Demons».
SCHAUFENSTER
38 | Die Bio-Zitronen aus Italien sind da 41 | Der beste Käse reift in der Höhle 43 | Mandelgebäck zum Träumen
45 | Bio in Restaurants und Take Aways 47 | Holen Sie den Süden in den Garten 48 | Helferlein für Ihr Wohlergehen 57 | Schick und schön daheim
SAISONKÜCHE
58 | Helfried Der Komiker aus Österreich würde für einen Cheese Cake fast alles tun. 62 | Exotische Vitaminbomben Mango, Papaya und Passionsfrucht.
IHRE REGION
67 | Neues aus Ihrer Genossenschaft
LEBEN
73 | Mix 80 | Urban Farming Urbane Gärtner verwandeln Schweizer Städte in blühende Natur. 86 | In Form Tipps gegen Schlafstörungen. 88 | Auto Im Familientest: Hyundai i40 Wagon.
MEINE WELT
102 | Lorenz Pauli Der Kinderbuchautor zeigt sein Bern.
RUBRIKEN
11 | Leserbriefe 93 | Leseraktion 95 | Rätsel & Impressum 100 | Cumulus
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MIGROS-WOCHE 6 |
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AKTUELLES
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
Bestnoten für die
Eine neue grosse Umfrage zeigt: Unter den bedeutendsten die Migros am meisten Ansehen.
Kultglace kehrt zurück
J
edes Jahr will das grösste Schweizer Marktforschunginstitut GfK wissen: Welches der 50 wichtigsten Schweizer Unternehmen geniesst in der Bevölkerung den besten Ruf? Die Antwort ermittelt GfK durch eine repräsentative Online-Befragung von 3500 Personen. 2012 heisst die Siegerin Migros. Die Detailhändlerin belegt bei der Erhebung «GfK BusinessReflector 2012» den Spitzenplatz vor der Swatch Group sowie Lindt & Sprüngli. Ausschlaggebend
Ab sofort gibts im Migros-Sortiment wieder Mixi-Maxi, eine Kultglace aus den 80er-Jahren. Sie hat einen Kern aus VanilleMilchglace und eine knallrote Hülle aus Erdbeer-Wassereis. Auf Migipedia, der Online-Plattform für Migros-Kunden, hatten im vergangenen Sommer über 1000 Nutzer darüber abgestimmt, welche Glacespezialität aus der Vergangenheit in die Tiefkühltruhen zurückkehren soll. Rund ein Drittel der Stimmen ging an Mixi-Maxi. Im Rennen waren auch Glaces mit so exotischen Namen wie Lover, Explosion oder Water Stixxs.
für die Reputation eines Unternehmens sind bei der Umfrage unter anderem die Nachhaltigkeit, Sympathiewerte und die nationale Verankerung. «Besonders bei der Nachhaltigkeit konnte die Migros punkten», erklärt GfK-Studienleiter Matthias Vonwil. «Hier hat sie einen klaren Vorsprung auf die anderen Unternehmen.» Dabei spielt zweifellos das vielfältige ökologische Engagement der Detailhändlerin eine wichtige Rolle. So führt die Migros viele Produkte, die
www.migipedia.ch
REGION AARE
Zarter Krauskopf
Die Top-TenUnternehmen 2012
Diese Firmen geniessen gemäss «GfK BusinessReflector 2012» den besten Ruf in der Schweizer Bevölkerung. 1 Migros 2 Swatch Group 3 Lindt & Sprüngli 4 Coop 5 Raiffeisenbank 6 Schindler Aufzüge 7 SBB 8 Swiss International Airlines 9 Kantonalbanken 10 Swisscom
Die Migros bekam Bestnoten beim Thema Nachhaltigkeit. Sie verkauft Produkte aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft oder von Fischereien mit dem Siegel der Umweltagentur MSC. Das Migros-Kulturprozent fördert Nachwuchstalente wie die Geigerin Elena Graf (links).
Bilder: Daniel Winkler, MSC, PD, StockFood
Die Zeit der leichten Salate ist wieder da und damit der zarte Batavia. Der grüne Salat mit den krausen Spitzen ist eine Kreuzung aus Kopf- und Eisbergsalat. Bataviasalat ist reich an Kalzium, Eisen, Vitamin A und Vitamin C. Der Batavia in den Gemüseregalen der Migros Aare stammt aus der Region. Er wird am Morgen geschnitten und täglich frisch an die Filialen geliefert. Der krause Blattsalat hält sich im Kühlschrank bis zu vier Tage frisch und knackig. Zubereitungstipp: Batavia waschen und klein zerpflücken, Äpfel entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Apfelstücke unter den Salat mischen und mit einem Dressing aus Essig, Öl und frischen Kräutern übergiessen.
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MIGROS-WOCHE
migros-magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
aKtuelles | 7
Migros
Schweizer Firmen geniesst den Anforderungen von Nachhaltigkeitsprogrammen genügen — von MSCzertifizierten Fischprodukten bis zu Möbeln, deren Holz aus schonend bewirtschafteten Wäldern stammt. Die Migros lenkt ihre Warenströme konsequent auf die Schiene und ist die wichtigste Kundin von SBB Cargo. Den Ruf der Nachhaltigkeit verdankt die Migros aber sicher auch der weltweit einmaligen Institution des Kulturprozents. Text: Michael West
FrisCH in Der migros
Spinatsalat Das würde Comic-Held Popeye freuen: Jetzt gibt es frischen Spinat aus der Schweiz. Traditionell wird das beliebte Grün blanchiert genossen. Doch wussten Sie, dass die jungen frischen Blätter auch roh fein sind? Rezepte unter www.saison.ch
«Oscar» für Ex Libris Beim «Best of Swiss Web 2012», der diesjährigen Oscar-Verleihung der Schweizer Internet-Branche, zählte die Ex Libris zu den Siegern. Die Migros-Tochter gewann in der Kategorie «Business Efficiency» Gold. In der Gesamtbewertung belegte die Ex Libris den vierten Platz – bei über 400 eingereichten Websites. Das Unternehmen vertreibt eine
Vielzahl von Medienprodukten über verschiedene Kanäle. Mit der Mobile-App von Ex Libris kann man zum Beispiel ein Buch bestellen, indem man das Cover fotografiert. Wer lieber in eine Filiale geht, kann vorher mit der App herausfinden, ob das gesuchte Produkt in einem bestimmten Laden verfügbar ist. Die Jury lobte «die klare Kunden- und Businessorientierung sowie den hohen Automatisierungsgrad im Hintergrund».
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Der Experte zieht den Stecker
Im Alltag Strom sparen und das Klima schützen ist ganz einfach. Stromexperte Jürg Nipkow erklärt, wies geht.
A
uf dem Pult liegt eine handtellergrosse, abgerundete Kunststoffscheibe. Unter der transparenten Oberfläche sind Solarzellen und eine Digitalanzeige zu erkennen. «Das ist ein Stand-by-Killer. Er zeigt den Stromverbrauch eines Geräts an und dient zugleich als Fernbedienung, um den Strom abzustellen», erklärt Jürg Nipkow, in dessen Büro in Zürich das futuristisch anmutende Gerät im Einsatz ist. Der 66-jährige Elektroingenieur ist Experte für Energieeffizienz. Dieses Thema liegt ihm seit seinem Studium an der ETH am Herzen. Stand in den 70er-Jahren nach der ersten Erdölkrise vor allem die Wärmedämmung von Gebäuden im Fokus, ist es heute das Stromsparen.
Viele kleine Massnahmen erzielen eine grosse Wirkung Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf liegt in einem Schweizer Haushalt mit zwei Personen bei 1500 Kilowattstunden. Nipkow hat seinen Verbrauch auf 500 Kilowattstunden pro Jahr gesenkt. Geschafft hat er dies mit zahlreichen kleinen Massnahmen, die gemeinsam viel bewirken. So schaltet er beispielsweise die Kaffeemaschine direkt nach Gebrauch aus. Für Licht sorgen Stromsparlampen, die er nach und nach durch noch modernere LEDLeuchtmittel ersetzt. Und natürlich gibt er sich Mühe «dass zu Hause keine Festbeleuchtung brennt», wie er es nennt.
Energieexperte Jürg Nipkow (mit Strommessgerät) geht mit gutem Beispiel voran: Er hat seinen persönlichen Stromverbrauch um zwei Drittel gesenkt.
Nr. 15, 10. April 2012 | Migros-Magazin |
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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Was also machen die Schweizerinnen und Schweizer falsch? Fehlendes Wissen sei einer der Hauptgründe, meint Nipkow: «Die meisten wissen gar nicht, welches Gerät wie viel Strom braucht. Dazu kommt die Bequemlichkeit als stärkstes Naturgesetz.»
Strom sparen für eine ganze Stadt Diese Bequemlichkeit gönnt sich die Migros nicht. Bis Ende 2020 will sie ihren Stromverbrauch gegenüber 2010 um zehn Prozent reduzieren. Dies ist eines von über 30 Versprechen, welches die Detailhändlerin im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M abgibt. Damit will sie einen Beitrag zum Wohlergehen der Generation von morgen leisten. Was sie dafür tut, zeigt sie auf der Website von Generation M. Nun ruft sie die Öffentlichkeit dazu auf, sich ebenfalls mit kleinen und grossen Taten zu engagieren. «Raum der Versprechen» heisst ein Bereich auf der Website, in dem alle zwei Wochen ein neues Wochenversprechen aufgeschaltet wird. Besucher können sich dem Versprechen anschliessen, sich mit anderen Benutzern austauschen und Freunde via Facebook, Twitter und Co. informieren. Los gehts mit «Ich verspreche, in meinem Haushalt diese Woche zehn Prozent Strom zu sparen». Mitmachen kann man bei diesem Versprechen noch
Was Sie tun können Im «Raum der Versprechen» von Generation M gibt es alle zwei Wochen ein neues Versprechen, dem sich jeder anschliessen kann. Noch bis am Freitag ist es das Thema Stromsparen. Hier die fünf Stromspartipps von Experte Jürg Nipkow. 1. Bei Geräteanschaffung auf Energieeffizienz achten. 2. Leuchtdioden-(LED-)Lampen und Stromsparlampen verwenden. 3. Elektrische Geräte komplett ausschalten. 4. Wäsche wenn möglich an der Luft trocknen. 5. Wasserkocher oder Dampfkochtopf benutzen. Sonst Deckel drauf. Das Video dazu und weitere Infos auf www.generation-m.ch
bis kommenden Freitag. Ziel ist es, gemeinsam so viel Strom zu sparen, wie ein ganzes Dorf oder eine Stadt verbraucht. Je mehr Menschen sich dem Versprechen anschliessen, desto grösser die entsprechende Stadt. Stromexperte Jürg Nipkow gibt dazu in einem Video fünf Stromspartipps (siehe Kasten). Zehn Prozent Elektrizität einzusparen, geht ganz einfach und ohne Komforteinbusse im Alltag, zum Beispiel beim Kochen. Anstatt das Wasser in einer Pfanne zu erhitzen und unnötig viel Energie zu verpuffen, kommt ein Wasserkocher zum Einsatz. Aus der Küche liefert Jürg Nipkow gleich noch ein eindrückliches Beispiel, wie sehr die Kochmethode den Energieverbrauch beeinflusst: Die Zubereitung von Kartoffeln im Ofen benötigt zehnmal mehr Energie als das Garen in der Isolierpfanne mit wenig Wasser.
Gärtnern ohne Gewissensbisse
Intelligente Technik hilft beim Sparen Beim Stromsparen helfen auch moderne Geräte. Energieetiketten geben Auskunft darüber, wie energieeffizient ein Produkt im Vergleich mit anderen Geräten derselben Kategorie ist. Die besten energiesparenden Produkte ermittelt die Online-Suchhilfe www.topten.ch der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz. Dort ist Nipkow Vorstandsmitglied: «Eine einwandfreie Deklaration muss für den Konsumenten Sinn machen und ihm eine Kaufhilfe bieten. Und für die Anbieter ist Topten eine Qualitätsauszeichnung», erklärt er die Beliebtheit der Suchhilfe. Der technologische Fortschritt nimmt den Menschen das Stromsparen mehr und mehr ab. «Geräte werden immer smarter und entlasten so den Verbraucher», sagt Nipkow. Seinen fünf Jahre alten LCD-Fernseher hat er kürzlich durch ein neueres Modell ersetzt. Obwohl dieses die doppelte Fläche hat, benötigt es nur noch halb so viel Energie. Trotzdem macht Jürg Nipkow klar, dass die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Stromsparen nicht aufhören darf, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Deshalb begrüsst er den Einsatz der Migros mit Generation M und gibt seine Stromspartipps gerne weiter: «Wir müssen auf allen Ebenen aktiv sein und vor allem auch die Jungen ansprechen. Sonst sind wir für den Klimaschutz plötzlich zu spät.» Text: Andreas Dürrenberger Bild: Siggi Bucher
Lesen Sie mehr zum Thema Energieeffizienz im beigelegten Extra «Bauen & Renovieren».
«Das stärkste Naturgesetz ist die Bequemlichkeit.»
Im Frühling beginnt der grüne Daumen der Hobbygärtner wieder zu jucken. Zum Eintopfen und Anpflanzen braucht es natürlich die richtige Erde. Häufig kommen dabei Produkte zum Einsatz, die Torf enthalten. Dieses organische Sediment bildet sich in Mooren unter Luftabschluss aus Pflanzenresten. Torf steigert zwar die Fruchtbarkeit der Gartenerde, doch beim Abbau werden die sensiblen Ökosysteme der Moore gestört. Zudem geraten klimaschädigende Gase in die Atmosphäre. Naturliebhaber, die trotzdem ohne Gewissensbisse ihren blühenden Garten geniessen möchten, finden alternative, torffreie Pflanzenerden in der Migros. Bereits Anfang der 90er-Jahre hat die Migros reinen Torf aus ihren Regalen verbannt. Seither stellt sie ihr Sortiment Schritt für Schritt auf torffreie Produkte um. Anstelle von Torf enthalten sie Holzfasern, Gartenkompost und Rindenhumus. Alle Bioerden von Migros Bio Garden sind bereits torffrei und vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick AG zertifiziert. Ab 2013 werden auch alle Erden der MigrosEigenmarke Mioplant gänzlich ohne Torf hergestellt. Die Umstellung ist bereits weit fortgeschritten. Lediglich bei zwei Produkten feilt die Migros mit ihren Lieferanten noch an der perfekten Zusammensetzung. Zwei Markenprodukte, welche die Migros führt, enthalten ebenfalls noch Torf. Bis 2016 werden auch sie torffrei sein.
Bio-Zitronen: Garantierte Qualität Unter der Sonne Siziliens wachsen die Bio-Zitronen der Migros. Unabhängige Kontrollen stellen sicher, dass Bio auch wirklich Bio ist. Mehr zu diesem Thema lesen Sie ab Seite 38.
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forum
Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
leserbriefe | 11
mm 14: «ruhe bewahren!», Artikel über Schreibabys.
«Schreibabys sind vielfach sehr sensible Kinder»
Bild: plainpicture
! Als Therapeut kenne ich dieses «Phänomen» sehr gut. Häufig habe ich Eltern in Behandlung, deren Baby mit dem vielen Schreien für viel Unsicherheit sorgt. Es sind Eltern, die besorgt sind, etwas falsch zu machen, oder nicht wissen, warum ihr Kind so schreit. Ich habe festgestellt, dass es sich vielfach um sehr sensible Kinder handelt, die alles um sich herum sehr intensiv wahrnehmen. Sie brauchen viel Ruhe, bewusste Zuwendung und liebevollen Körperkontakt. Das gibt ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen. Roland Jundt 4417 Ziefen
Jedes fünfte Elternpaar hat ein Schreibaby.
mm 13: «Nur noch kurz die Welt retten», Artikel zum Thema Burn-out.
«Reittherapie hat positive Wirkung»
! Eindrücklich, wie Frau Wetzel einen Weg zur Entschleunigung gefunden hat. Nur schade, dass sich nicht jeder ein Pferd leisten kann. Eine Möglichkeit, trotzdem die positive Wirkung des Pferdes auf Psyche und Körper zu erleben, bietet die Reittherapie. Diese ist in der Burn-out-Behandlung verbreitet. Claudine Ott Thöni 6205 Eich
Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben. Anzeige
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FORUM 12 |
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
ONLINE-GLÜCKSGRIFF
Gratiseintritt in die Messe oder kostenlos ins Kino
Die Website des Migros-Magazins wartet regelmässig mit Verlosungen auf, die allein Besuchern von www.migrosmagazin.ch vorbehalten sind. Diese Woche stehen Tageseintritte an die grosse BEA-Frühlingsmesse an. Und als Nächstes gibts Kinotickets für die Vorpremiere von «Hanni und Nanni 2».
O
nline bietet das Migros-Magazin stets informative und unterhaltende Extras zu ausgewählten Artikeln an. Doch Besucher profitieren im Web auch von speziellen Gewinnchancen: Neben der wöchentlichen Teilnahme an Rätseln, Quiz oder Sudokus sowie in der Zeitung veröffentlichten «Glücksgriffen» finden einige Verlosungen ausschliesslich im Internet unter www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff statt. Diese Woche gibts für die Gewinner zum Beispiel 100 Gratis-Tagespässe für die grosse Berner Frühlingsmesse BEA 2012. Die Messe mit der Gastregion Berner Oberland und vielen Ausstellungen eignet sich sehr gut für Familien. Da ist für jeden etwas dabei: Kochen, Brauchtum, Handwerk oder alte (Hornussen, Schwingen) sowie ganz neue Sportarten (Fahnenhissen!). Auch Kinder werden sich auf dem Messegelände glänzend amüsieren. Sie kommen dank Schnupper- und Spielmöglichkeiten auf ihre Rechnung.
www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff
Text: Reto Meisser
«Hanni und Nanni 2» in der Vorpremiere
schlagen sich mit der nervtötenden Cousine, einer inkognito im «Lindenhof» weilenden Prinzessin und der aufziehenden Ehekrise der Eltern herum.
Die Infos und die Teilnahme ab dem 23. April auf: www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff
©Ufa Cinema / Universal Pictures
Vom 23. bis 29. April 2012 verlost das MigrosMagazin insgesamt 332 Plätze für die drei Kinovorpremieren von «Hanni und Nanni 2» in Bern, Luzern und Zürich. Und das nur online. Auch Teil 2 bringt den Charme des Kinderbuchklassikers gekonnt ins Heute und auf die Leinwand. Die beiden Internatsmädchen
Publireportage
Entscheidend ist die Energiebilanz Schon 37 % der Schweizer Bevölkerung sind zu dick. Die Gründe: Wir essen zu viel, zu fettig und zu kohlenhydratreich. Ausserdem bewegen wir uns zu wenig. Der menschliche Körper bezieht seine Energie aus Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. Ob er dabei sein Gewicht hält, zu- oder abnimmt, hängt einzig und allein davon ab, ob die Energiezufuhr und der Energieverbrauch im Gleichgewicht sind. Dieses Verhältnis nennt man Energiebilanz. Positive Energiebilanz Über die Nahrung nehmen wir durchschnittlich 2750 Kilokalorien pro Tag zu uns; der Energiebedarf liegt jedoch oft deutlich tiefer. Dies führt über die Dauer zu einer positiven Energiebilanz – Übergewicht ist das Resultat.
Leben im Überfluss Noch nie in der Geschichte der Menschheit standen Lebensmittel in einem derartigen Überfluss zu Verfügung. Die Regale im Supermarkt quellen über vor Köstlichkeiten aus aller Welt. Neben naturbelassenen Lebensmitteln finden wir aber auch immer mehr verarbeitete Speisen. Diesen oft in den buntesten Farben designten und mit blühenden Versprechen ausgestatteten Versuchungen ist schwer zu widerstehen. Meist haben solche Lebensmittel jedoch einen hohen Energiegehalt bei kleinem Volumen, und überfordern damit unser Hunger-Sättigungs-Gefühl. Kein Wunder essen wir zu viel, zu fettig, und zu kohlenhydratreich! Zu wenig Bewegung Sofern unsere Essgewohnheiten unverändert bleiben, sorgt nur ausreichend Bewegung dafür, dass am Ende des Tages die Energiebilanz ausgeglichen ist. Im Beruf wird stattdessen gesessen, im Haushalt erleichtern uns Geräte und Maschinen die Arbeit, in der Freizeit wird am liebsten relaxt. Zwar sind Herr und Frau Schweizer überdurchschnittlich sportlich. Die Aktivität reicht jedoch nicht aus, um den Energieüberschuss zu kompensieren. Ein erfolgreiches Programm zur nachhaltigen Gewichtskontrolle Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind die Schlüssel zu einer nachhaltigen Gewichtskontrolle. Wirksame Unterstützung liefern pflanzliche Medizinprodukte, welche die Fett- und die Kohlenhydrataufnahme reduzieren oder die Nahrungsaufnahme drosseln.
Drei für eins Drei Strategien für ein und dasselbe Ziel: dauerhaft die Kalorienzufuhr zu vermindern. Die Aufnahme von Fett und Kohlenhydraten aus der Nahrung zu reduzieren ist der eine Weg, den Appetit und zwanghafte Essgewohnheiten zu kontrollieren der andere. Erstmals gibt es nun eine ganzheitliche, natürliche Unterstützung zur individuellen Prävention und Behandlung von Übergewicht.
Liposinol-Biomed™ Reduziert die Kalorienaufnahme aus Nahrungsfetten. Sein natürlicher Faserkomplex umhüllt das mit der Nahrung aufgenommene Fett und eliminiert bis 27 % davon auf natürlichem Weg.
Carbosinol-Biomed™ Senkt die Kalorienaufnahme aus Kohlenhydraten. Sein pflanzlicher Glykoproteinkomplex vermindert im Dünndarm die Aufspaltung der Stärke, so dass bis zwei Drittel der komplexen Kohlenhydrate ganz natürlich wieder ausgeschieden werden.
Appecal-Biomed™ Hemmt den Appetit und hilft, die Essgewohnheiten zu kontrollieren. Seine wasserlöslichen, pflanzlichen Faserkomplexe quellen im Magen auf und verursachen dabei ein angenehmes Sättigungsgefühl. Gleichzeitig wird die Magenentleerung verzögert – das Sättigungsgefühl hält länger an.
Erhältlich in Apotheken und Drogerien. www.natuerlichabnehmen.ch Biomed AG, Überlandstrasse 199, 8600 Dübendorf
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porträt
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Nr. 15, 10. April 2012 | migros-magazin |
Musik ist ihr Leben Los Angeles ist noch immer der Magnet für Musiker, die international durchstarten wollen. Zu ihnen gehören die Sängerinnen Scilla Siekmann und Manou Oeschger sowie der Schlagzeuger Fabian Egger. Doch die Stadt der Engel erweist sich für die Schweizer als hartes Pflaster.
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anou war schon einmal ganz weit oben: Als Mitglied des deutschen Popquartetts «beFour» trat sie 2007 vor kreischenden Fans und in der Super-RTL-Doku-Soap «Das Star-Tagebuch» auf. «Es war wie im Traum. Alles ging so schnell», erinnert sich die 28-jährige Aargauerin. Aus Tausenden in einem Castingprozess im Mai 2007 ausgewählt, stand sie zwei Tage danach im Aufnahmestudio und fünf Wochen später auf der Bühne. Im Juli war das Album «All 4 One» auf Platz eins der deutschen PopCharts; es verkaufte sich danach über 225 000 Mal. «Wir wurden ins kalte Wasser geworfen, aber durchs Machen lernt man auch viel. ‹beFour› war das Beste, was mir passieren konnte.» Nach zwei weiteren erfolgreichen Alben löste sich die Gruppe auf. Aber für Manou gab es nie etwas anderes als Musik. Sie wuchs im kleinen Dorf Wil im Fricktal auf. Als
kleines Kind sah sie das Musical «Spacedream» und damit ihre Zukunft vor sich. Von der Diplommittelschule ging sie an die Musicalschule in Freiburg im Breisgau und die Lee-Strasberg-Schauspielschule in New York. Mit der «beFour»-Kollegin Alina flog Manou 2010 nach Kalifornien, um Los Angeles als Duo zu erobern. «Der Anfang war sehr schwer. In Deutschland wurden wir auf der Strasse erkannt. Hier mussten wir ganz unten anfangen und alles selber organisieren. Schliesslich haben wir auch gemerkt, dass wir alleine schneller vorwärts kommen», sagt Manou. Zusammen mit ihrem Freund Taylor Carroll hat sie nun ein paar Songs geschrieben und diese im Studio ihres Bruders in der Schweiz aufgenommen. Das Kurzalbum «Red Handed» legt Manou nun als Visitenkarte potenziellen Managern vor. Zurzeit ist sie dabei, eine Band zusammenzustellen.
Manou Oeschger (Zweite von links) während ihrer Zeit als Mitglied des deutschen Popquartetts «beFour». Fans erkannten sie damals auf der Strasse.
«Es gibt so viele talentierte und schöne Menschen hier, man könnte schnell Depressionen bekommen», sagt die Sängerin über den enormen Konkurrenzkampf in L.A. «Es gibt immer jemanden, der besser ist — auch besser als Lady Gaga, aber sie gab nicht auf. Und ich gebe auch nicht auf. Das Wichtigste ist, dass man sich selber akzeptiert.» Und die Ziele hochsteckt: «Ich will ein Management, einen Plattenvertrag und weltweit touren. Ich möchte die nächste Lady Gaga werden!»
zum Vorspielen nach L.a. eingeladen Wie Manou, die an der Seite ihres Vaters in der Dorfmusik Klarinette spielte, stammt auch Fabian Egger (21) aus einer musikalischen Familie: «Meine Grossväter waren Sänger, meine Mutter spielt Klarinette, mein Vater war Tambour und spielt jetzt Schwyzerörgeli. Von mir gibt es Bilder, auf denen ich als
Zweijähriger zu sehen bin, wie ich auf Kesseln und Pfannen herumtrommle», sagt der Schlagzeuger. Statt wie Justin Bieber schon als Kind Schlagzeugvideos auf Youtube zu stellen, machte der Rheintaler zuerst einmal die Wirtschaftsmatur: «Ich hätte mir damals auch vorstellen können, Anwalt zu werden.» Dann besuchte er in Koblenz ein Lager für Schlagzeuger. Dort beeindruckte er als einer der jüngsten Teilnehmer einen der Organisatoren, einen Vertreter des Musicians Institute (MI) in Los Angeles. Dieser legte ihm nahe, es in der bekannten Talentschmiede zu versuchen, wo schon etwa der Red-Hot-ChiliPeppers-Schlagzeuger Chad Smith die Schulbank drückte. Fabian Egger reichte beim MI zahlreiche Aufnahmen ein und wurde zum Vorspielen eingeladen. Weil er für so gut befunden wurde, erliess man ihm auch einen Teil der Schulkosten, was bei 6000 Dollar pro Quartal eine echte
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Drei Schweizer, die in den USA Furore machen wollen: Manou Oeschger, Scilla Siekmann und Fabian Egger auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles.
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«Ein grosser Gig wäre wie ein Sechser im Lotto.» Fabian Egger Erleichterung war. Wie die Lee-Strasberg-Schauspielschule weiss auch das MI, wie man aus grossen Träumen Geld macht: «Am Anfang werden zu viele Schüler zugelassen. So wird viel Geld kassiert», sagt Fabian. Von den 200 Gestarteten schlossen nur 20 die eineinhalbjährige Ausbildung ab; Egger war einer von ihnen. Die Schule war auch für das Networking nützlich; Fabian Egger war mit 19 vor zweieinhalb Jahren allein nach Los Angeles gekommen. «Es war am Anfang schon komisch, gar niemanden zu kennen», sagt er. «Eine Cou-
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Die Fellmütze ist sein Markenzeichen: Fabian Egger mit dem 24-jährigen USRapper Big Sean. Die beiden sind befreundet und haben zusammen Rhythmen programmiert.
Fabian am Arbeitsplatz: an seinem Schlagzeug im Studio.
Cousine wohnt im Valley. Ich hatte sie noch nie zuvor getroffen, aber sie liess mich am Anfang bei ihr wohnen und half mir bei der Wohnungssuche.»
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«Ich möchte die nächste Lady Gaga werden!» Manou Oeschger Eine Woche nach der Diplomübergabe spielte Fabian Egger als Schlagzeuger für den R&B-Sänger Brian McKnight vor. Er wurde angeheuert, arbeitet seither mit den McKnight-Söhnen als Band BRKN RBTZ (sprich: Broken Robotz) zusammen und durfte an einzelnen Konzerten von McKnights «Just Me»-Tour mitspielen. «Es ist schon geil, wenn ich beim Soundcheck auf die Basstrommel schlage, und die leere Arena erzittert.» Der St. Galler fühlt sich auch vor grossem Publikum wie im Nokia Theatre von Los Angeles wohl. Die BRKN-RBTZSingle «Marry Your Daughter» war auf iTunes als «R&B/Soul Single der Woche» prominent platziert, und im Juni kommt das Album raus, das Fabian Egger mitproduziert hat. Daneben hat er Session-Jobs sowie Produktionsvorschläge für Justin Biebers DJ Tay James sowie für die Rapper Kreayshawn und Big Sean gemacht.
Bild: Samuel Trümpy
auch musiker leiden unter Wirtschaftsflaute Dass es nicht einfach sein würde, wusste der durchtrainierte Musiker. Aber ein bisschen leichter hatte er es sich schon vorgestellt. «Wegen der Wirtschaftskrise werden die Budgets zusammengestrichen, was im Hip-Hop und R&B bedeutet, dass statt Bandmusikern jeweils ein DJ angeheuert wird. Auch Topdrummer der Szene haben es momentan schwer.» So dauert nun alles etwas länger. Doch Fabian ist überzeugt: «Ich brauche einen grossen Gig, dann hätte ich es geschafft, das wäre wie ein Lottosechser.» Davon kann auch Scilla Siekmann (22) ein Lied singen. Auch sie ging ins MI
und studiert nebenbei Music Business und Songwriting an der University of California in Los Angeles. Das Studium ist ihr Plan B, sollte es mit der Karriere als Sängerin nicht klappen. Aber so schnell gibt die Tessinerin nicht auf. Die Tochter eines Italieners und einer Solothurnerin, die in Lugano aufgewachsen ist, hat sich das bisher Erreichte hart erkämpft. Nach der Matura folgte sie ihrem Herzen und bestand die Aufnahmeprüfung für die Scuola del Musical in Mailand. Nach anderthalb Jahren Schauspiel-, Gesangs- und Tanzunterricht reiste sie ebenfalls nach Los Angeles, ins Mekka für Mainstreammusiker. Während Manou und Fabian momentan ganz auf die Karte USA setzen, hat Scilla die Tür zur Schweiz immer einen Spalt offen gelassen. 2010 reichte sie einen Song für den Eurovision Song Contest ein. Dieses Stück produzierte sie mit Rafael Moreira, dem Gitarristen von Pink und Christina Aguilera. «Unser Song war etwas zu rockig für diesen Wettbewerb, aber es war eine gute Erfahrung. So habe ich jetzt ein Video, das mich live auf der Bühne zeigt.» Mit «Ziel erreicht» hakt sie auch ihre Teilnahme Anfang Jahrbeiden«grösstenSchweizer Talenten», der Castingshow des Schweizer Fernsehens, ab. «Ich habe einen Aguilera-Song gewählt, der mein Gesangsregister demonstriert», sagt Scilla. Zeit zum Grübeln hat sie nicht. Scilla besucht auch Schauspielklassen am Beverly Hills Playhouse, wo schon George Clooney und Michelle Pfeiffer an sich gearbeitet haben. «Ich bräuchte bald einen Assistenten», seufzt sie ob ihres vollgestopften Terminkalenders. «Aber den kann
Scilla Siekmann ist weiterhin auch in der Schweiz aktiv: 2010 machte sie bei der Ausscheidung für den Eurovision Song Contest (Bild) mit. Anfang 2012 trat sie bei den «grössten Schweizer Talenten» auf.
ich mir nicht leisten.» Fabian Egger hat eben ein Künstlervisum erhalten, womit er weitere drei Jahre in den USA bleiben darf. Manou und Scilla hingegen warten weiterhin auf ein Künstlervisum.
am anfang ass manou nur spaghetti Alle drei bekommen von zu Hause nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Unterstützung. Vor allem für Manou, die in Köln in einer luxuriösen Maisonettewohnung gelebt hatte, war der Umzug in die USA eine grosse Umstellung. «Am Anfang assen wir nur Spaghetti, weil es am billigsten war.» Fabian verzichtete in der Autostadt L.A. die ersten 18 Monate auf ein Auto, und Scilla jobbte im Sommer im Tessin als Seilbahnführerin und in der Migros. Frei haben sie mit all den Kursen, Terminen, Studioproduktionen, Networkinganlässen, dem Aufwand für Social Media und Websites
kaum. «Höchstens einmal am Sonntag, aber dann muss ich putzen», sagt Fabian. Scilla reicht die Zeit nicht mal zum Schminken: «Das mache ich meistens am Rotlicht im Auto.» Und Manou hat Schuldgefühle, wenn sie mal an den Strand geht. Trotzdem kämpfen alle für ihren Traum, von der Musik zu leben und um die Welt zu touren. «Diesem Traum muss man nachgehen, sonst bereut man es ein Leben lang.» Damit spricht Manou auch Scilla und Fabian aus dem Herzen. Text: Marlène von Arx Bild: Serge Höltschi
www.fabianegger.com www.scillamusic.com www.facebook.com/ ManouOeschger
Die Videoclips der drei jungen Talente zum Reinhören.
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aUF ein Wort
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | Migros-Magazin |
Mit nerVengiFt gegen FaLten
«Botox wird gerne bagatellisiert» Das Antifaltenmittel Botox wird immer mehr zum Alltagsprodukt, obwohl die Nebenwirkungen gefährlich sein können. Der Einsatz in Coiffeursalons etwa ist verboten.
Cathérine Manigley (60) leitet die Abteilung Marktkontrolle Arzneimittel bei Swissmedic in Bern. Swissmedic ist die schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel.
In der Schweiz dürfen nur Ärzte Produkte mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin spritzen, der in Medikamenten wie Botox, Dysport oder Vistabel vorkommt. Darüber, dass andere Personen solche Produkte einsetzen, haben wir noch keine Meldungen erhalten. Sobald das der Fall ist, werden wir handeln. Wo liegen die grössten Gefahren bei der Anwendung von Botulinumtoxin?
Die grösste Gefahr ist, wenn die Dosis zu gross ist oder der Stoff nicht an jener Körperstelle bleibt, wo er gespritzt wird: Laut Studien verursacht das Gift bei 13,3 Prozent der Patienten Kopfschmerzen, bis zu zehn Prozent müssen damit rechnen, ein Augenlid nicht mehr öffnen zu können. Das Gift kann zudem zu Augenschmerzen, Lidentzündungen und Lichtempfindlichkeit führen. Wann ist eine Behandlung mit Botox angezeigt?
Die Behandlung von Zornesfalten, die Kopfschmerzen verursachen kann, ist
FraU Der WoCHe
die einzige zugelassene Faltenanwendung. Beim Glätten übriger Gesichtsfalten wie Krähenfüssen oder Nasenfältchen trägt der behandelnde Arzt die alleinige Verantwortung. Solche Eingriffe werden bei der Anpreisung gerne bagatellisiert. Die Ärzte weisen Ihrer Meinung nach zu wenig auf die Gefahren hin?
Es ist schwierig zu beurteilen, wie gut die Ärzte ihre Patienten über mögliche Nebenwirkungen informieren. Immerhin hat ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vergangenen Herbst bestätigt, dass Ärzte bei Patienten keine Werbung für diese Medikamente machen dürfen. Ihnen ist es nur erlaubt, ihre Dienstleistung zu bewerben — mit sachlicher Information über Nutzen und Risiken. Wie gefährlich sind asiatische Billigpräparate, die man im Internet bestellen kann?
Grundsätzlich warnen wir vor jeder Bestellung von Medikamenten aus dem Ausland übers Internet. Diese sind oft von sehr schlechter Qualität. Sollten Produkte mit Botulinumtoxin übers Internet angeboten werden, die sich Privatpersonen selbst verabreichen, könn-
te dies zu schweren Gesundheitsschäden oder gar zum Tod führen. Tierschützer monieren, dass weltweit jährlich über 100 000 Mäuse sterben, damit Menschen weniger Falten im Gesicht haben.
Bei Botulinumtoxin handelt es sich tatsächlich um das stärkste Nervengift. In Tierversuchen, bei denen die Hälfte der Mäuse stirbt, ermittelt man die korrekte Dosierung dieser Substanz. Würden solch giftige Medikamente ohne diese Kontrolle freigegeben, könnten Patienten daran sterben, weil die Konzentration nicht stimmt. Liessen Sie sich auch schon Botox spritzen?
Nein. Nur für die Schönheit würde ich das nie machen, denn ein Gesicht mit Ausdruck finde ich sehr interessant. Alt werden mit einer gewissen Reife hat ja auch etwas Schönes. Wenn ich jedoch einen spastischen Muskel hätte, der mir grosse Schmerzen bereiten würde, würde ich mir eine Behandlung überlegen. Interview: Reto E. Wild
Die Homepage www.kompendium.ch informiert über die verschiedenen Präparate und deren Wirkstoffe.
Mann Der WoCHe
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Kaum jemand weiss, was Racketlon ist, obwohl eine Schweizerin die Weltrangliste anführt: Die Zürcherin Nicole Eisler (29) beherrscht den Vierkampf der populärsten Rückschlagsportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis am besten. In der «SonntagsZeitung» verriet die Mittelschullehrerin: «Ich bin in etwa acht Vereinen und trainiere 16 Stunden unter der Woche.» Ihr Preisgeld deckt die Kosten nicht. Doch darum geht es Eisler auch nicht. Sie will Spass haben.
Seit dem Beginn der Proteste vor 13 Monaten kamen laut Uno in Syrien gegen 10 000 Menschen ums Leben. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist als einzige internationale Organisation im Land präsent. Vor Ort war letzte Woche auch der Appenzeller IKRKPräsident Jakob Kellenberger (67) – zum dritten Mal. Er forderte von Präsident Assad täglich zwei Stunden Waffenruhe. Das syrische Regime hat eingelenkt.
Bilder: PD, Istockphoto, Martial Trezzini
Cathérine Manigley, inzwischen ist das Nervengift Botox in der Schweiz selbst bei Coiffeuren und in Zahnarztpraxen erhältlich. Weshalb schreitet Swissmedic als Aufsichtsbehörde nicht ein?
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Migros-Magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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Die treuste Schweizer Mieterin Sie zog ein, als der Zweite Weltkrieg eben zu Ende war. Seit 64 Jahren lebt die 91-jährige Elisabeth Danz in derselben Wohnung in der Berner Altstadt. Und hofft, noch lange bleiben zu können.
D
ie Küchenuhr geht zehn Minuten vor, denn Elisabeth Danz kommt nicht gerne zu spät: zum Coiffeurtermin jeden Freitag um 9.30 Uhr oder zu den Kaffeekränzchen donnerstags um 10 Uhr. Sie steht am Küchentisch in ihrer Zweizimmerwohnung, legt einen Beutel Schwarztee in eine Tasse und füllt sie mit heissem Wasser. Hinter ihr, neben dem Lavabo, hängt ein Kalender aus dem Jahr 1987. Das Papier vergilbt, die Menschen, deren Geburtstage sie dort eingetragen hat, fast alle gestorben. Sie brauche einen neuen Kalender, sagt Elisabeth Danz. Draussen scheint die Sonne, doch die Sonnenstrahlen reichen nicht bis zu den Fenstern ihrer Wohnung im 1. Stock — typisch für die alten Häuser der Berner Altstadt. Aus dem Haus nebenan dringt dumpf Baulärm. Bis vor ein paar Monaten wohnten dort Studenten. Nun wird das alte Haus saniert. Moderne, teurere Wohnungen sollen entstehen.
Fast ein ganzes Leben in den gleichen vier Wänden 64 Jahre, so lange schon wohnt Elisabeth Danz in ihrer Wohnung, oder wie sie es nennt: in ihrem «Logis». Fast ein ganzes Leben. Die gleichen Wände, die gleichen 52 Quadratmeter, die gleichen 17 Steinstufen bis zu ihrer Wohnungstür. Sie weiss keine Antwort auf die Frage, wie es dazu kam. 64 Jahre? Sie denkt nach, lacht und sagt: «Ich hätte nicht einmal gedacht, dass ich so alt werden würde.» Was der Grund dafür sei, dass sie 91 geworden ist? Sie lacht wieder, diesmal leiser. «Keine Ahnung, keine Ahnung.
Sie mag es heimelig – und einige Teppiche hat sie selbst geknüpft: Elisabeth Danz im ehemaligen Kinderzimmer ihrer Wohnung in der Berner Altstadt.
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Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
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«Ich könnte nirgends wohnen, wo es zu ruhig ist.» Ab dreissig verging die Zeit …», sie macht eine Bewegung mit der Hand, ein Flugzeug das abhebt und davonfliegt. Elisabeth Danz, geborene Strebel, arbeitete als Aushilfsserviertochter im Ca fé Postgasse, als sie Ernst Danz kennen lernte. Täglich trank er sein Feierabend bier bei ihr. Er wohnte ganz in der Nähe, in dem Haus, in dem er geboren wurde. Sie zog 1947 bei ihm ein, da war sie 26 Jahre alt. Als Aushilfe verdiente sie an fangs 25 Franken im Monat. 20 Franken schickte sie ihren Eltern ins Aargauer Freiamt. Ihr blieb ein Fünfliber. Zusam men mit dem Gehalt, das ihr Mann als Magaziner verdiente, reichte es gerade. Sie begann die Wohnung nach ihrem Geschmack einzurichten. Er liess sie gewähren, obwohl er Veränderungen nicht mochte. Sie tapezierte die Wände, um die Risse im Holz zu kaschieren, das Innere der Wandschränke kleidete sie mit farbigem Papier aus, Vorratsdosen und die alte Suppenschüssel der Schwie germutter verzierte sie mit Blumen klebern. Lange gab es in der Wohnung kein Badezimmer. Familie Danz erhitzte Wasser auf dem alten Herd und wusch sich am Marmorbecken in der Küche. Erst 1999 baute der Vermieter ein Bade zimmer ein.
anfangs kostete die Wohnung 55 Franken Miete im Monat Kurz nach der Heirat mit Ernst Danz, sie war 29, gebar sie den gemeinsamen Sohn Eduard. Es wurde eng im Logis. Doch andere, grössere Wohnungen in der Stadt waren zu teuer. Und da der Weg zur Arbeit kurz war, blieb die Familie in ihrer kleinen Wohnung, die damals 55 Franken im Monat kostete. Elisabeth Danz blieb ihr Leben lang Aushilfe, ar beitete auf Abruf. Wenn kurz vor Mittag ein voller Reisecar vorfuhr, klingelte bei ihr das Telefon. Dann hiess es: alles ste hen und liegen lassen und schnell rüber in die Beiz. Hatte sie mal frei, setzte sie sich auf den Fenstersims, stickte, häkel te, knüpfte. Heute füllen die bestickten Frottee und Nastücher in allen Grössen und Farben, perfekt aufeinandergesta pelt, mehrere Schranktablare, die selbst gemachten Teppiche bedecken den Holzboden im kleinen Wohnzimmer. Der Sohn wuchs zu einem jungen Mann heran und war bald so gross wie
sein Zimmer breit war. Der Schreibtisch passte gerade vor das Fenster, viel Platz für das Bett blieb in dem 185 Zentimeter breiten Kinderzimmer nicht. Man muss te von der Küche durchs Kinderzimmer gehen, um ins Elternschlafzimmer zu kommen, die Türen blieben Tag und Nacht offen. Eduard heiratete sehr früh, wahrscheinlich, um von zu Hause weg zukommen, sagt Elisabeth Danz heute. Später besuchte er seine Mutter nur selten, zu eng und zu niedrig sind ihm die Räume. Ernst Danz starb 1973. Seither schläft sie allein im alten Ehebett, auf der rech ten Seite, die weiter weg ist vom Fenster und nicht direkt über der Laube liegt, wo es im Winter kalt wird. Die Kälte sei nicht gut für ihre rheumageplagten Gelenke, sagt sie. Viele tausend Nächte hat sie hier geschlafen. Nächte, in denen sie dem Klacken von Frauenschuhen auf dem Steinboden der Lauben lauschte, den Pärchen, die sich auf der Strasse stritten, den Betrunkenen, die rumjohlten. Ganz früher hörte sie die Pferdekutsche, die dem Lebensmittelhändler im Unter geschoss des Hauses Ware anlieferte. Das war, lange bevor Autos die Gasse hinabfuhren. Elisabeth Danz hat das Lä delisterben miterlebt, hat miterlebt, wie die älter gewordenen Bewohner in die Altersheime gezogen oder gestorben sind. «Jetzt bin ich die Einzige in der Strasse, die so richtig alt ist.» Elisabeth Danz liebt es, wenn ihre Wohnung aufgeräumt ist. Schliesslich will sie keinen schlechten Eindruck ma chen, vor allem nicht beim Vermieter. Manchmal hat sie Angst, dass ihr gekün digt wird. Man wisse ja nie, wann auch dieses Haus renoviert werde.
Den platz im altersheim hat sie schon vor Jahren reserviert Sie will zeigen, dass alte Menschen einen Haushalt gut alleine führen kön nen. Trotzdem hat sie mit der Nachba rin eine Abmachung. «Wenn morgens um 7.15 Uhr das Licht in meiner Küche nicht brennt, kommt sie nachschauen, weil dann ist es nicht mehr gut.» Ir gendwann einmal, wenn Elisabeth Danz nicht mehr für sich kochen kann, nicht mehr gehen kann, sagt sie, gehe sie ins Altersheim. Das sei selbstverständlich.
Die kleine Wohnung ist liebevoll dekoriert. Die Teller hat Elisabeth Danz von ihrem Sohn Eduard geschenkt bekommen.
Schon vor acht Jahren hat sie einen Platz dort reserviert. Ein Zimmer mit Aus sicht ins Grüne, darauf freut sie sich. Doch noch schätzt sie das Leben mitten in der Stadt, alles sei so nah. «Ich könn te nirgends wohnen, wo es zu ruhig ist.» Sie blickt auf die Küchenuhr. Es bleibt noch Zeit für einen kleinen Spaziergang. Vielleicht sei das ihr Erfolgsrezept: rausgehen, so oft wie möglich, sich be wegen, manchmal auch, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt. Zurück komme sie aber immer wieder gerne. Schliesslich sei das ihr Logis, ihr Zuhause. Text: Nathalie Bursac´ Bilder: Marco Zanoni
Kennen Sie jemanden, der länger als Elisabeth Danz in derselben Mietwohnung lebt?
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Nr. 15, 10. April 2012 | Migros-Magazin |
«Der Franken ist noch immer 15 bis 20 Prozent zu teuer»
Die Schweizer Wirtschaft leidet weiter unter dem hohen Frankenkurs. Weil sich das Ende der Finanzkrise abzeichne, gebe es aber Grund für Optimismus, sagt Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, die seit einem Jahr das Staatssekretariat für Wirtschaft leitet.
Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, die Zeichen mehren sich, dass die Finanzkrise überstanden ist. Wie optimistisch sind Sie?
Umfragen bei Unternehmen und Konsumenten zeigen, dass die Wirtschaft langsam wieder Tritt fasst. Das ent spricht auch der Einschät zung des Seco. Und das gilt für die Schweiz und die Weltwirtschaft insgesamt?
Die Rahmenbedingungen in der Schweiz waren auch zur Zeit der Krise immer sehr gut — ausser während der Fran kenhöchstkurse. Optimis tisch stimmt mich, dass die Eurozone die Probleme lang sam in den Griff zu bekom men scheint und die US Wirtschaft trotz riesiger Schuldenberge wieder in Gang kommt. Die Schwellen länder wachsen zwar nicht mehr zweistellig, aber sie wachsen. Es sieht also kurz fristig weniger schwarz aus, als ursprünglich befürchtet. Mittelfristig bleibt die Lage angespannt. Viele industria lisierte Länder müssen noch beweisen, dass sie über meh rere Jahre hinweg Sparmass nahmen umsetzen können. Wie gross sind die Risiken eines Rückfalls?
Das ist schwierig abzuschät zen. Je grösser die Ungleich gewichte sind und je länger sie bestehen bleiben, desto höher sind die Risiken. Mit der Schuldenbremse und der Arbeitslosenversicherung hat
die Schweiz jedoch zwei wichtige Instrumente, um die Auswirkung von negativen Schocks zu mildern.
Und China?
Das Reich der Mitte ist eher bereit, obwohl es anfänglich glaubte, die Schweiz sei zu wettbewerbsfähig. Aber Län der wie China oder Indien würden am liebsten gar nicht über geistiges Eigentum oder nachhaltige Entwicklung re den. Ich hoffe dennoch, dass wir die Verhandlungen bis Ende dieses Jahres abschlies sen können.
Wie schätzen Sie die Aussichten der Schweizer Wirtschaft ein?
Wir rechnen für 2012 mit einem leichten Wirtschafts wachstum von 0,8 Prozent und für 2013 mit einer weite ren konjunkturellen Verbes serung um 1,8 Prozent. Dabei haben wir allerdings zwei Hauptprobleme: einerseits den starken Franken, der noch immer 15 bis 20 Prozent zu teuer ist. Andererseits müsste die Weltwirtschaft stärker wachsen, damit wir als Exportnation mehr Absatzmärkte haben. Denn einen von zwei Franken ver dienen wir mit der Ausfuhr von Gütern und Dienstleis tungen. Wichtig ist, dass wir diversifizieren und weltweit nach Märkten schauen, nicht nur in Europa. Wir ver suchen, mit Freihandelsab kommen die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Wie kommen die Verhandlungen mit China und Indien voran?
Sie sind sehr schwierig, gera de mit Indien. Denn die wirt schaftliche Öffnung gehört nicht zu den Grundphiloso phien auf dem indischen Subkontinent. Die Inder möchten für die Öffnung ihres Marktes massgebliche Zugeständnisse der Schweiz sehen, etwa für ITSpezia listen.
«Mein Mann kocht so gut – weshalb soll ich mich auch darum bemühen?»
Auch mit der EU will die Schweiz Dossiers diskutieren. Allerdings scheint die Situation derzeit ziemlich festgefahren. Wo liegt das Problem?
Es ist wichtig, eine Balance der verschiedenen Anliegen zu erreichen. Noch haben wir dafür Zeit, allerdings nicht mehr unbegrenzt. Die Schweiz ist für die EU ein be sonderer Fall, weil wir weder EU noch EWRMitglied sind und trotzdem bei verschiede nen Bereichen im Binnen markt der EU mitmachen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten bezeichnen die Betreuung unserer Dossiers als aufwen dig. Doch man darf dabei nicht vergessen: Es ist die Schweiz, die gegenüber der EU ein Handelsbilanzdefizit hat, nicht umgekehrt. Die EU erwirtschaftet im Handel mit der Schweiz also einen Über schuss — den zweitgrössten überhaupt, den sie mit einem Staat erreicht. Es müsste des halb auch im Interesse der EU sein, weiter mit uns zu ver handeln.
Im Volk wächst die Skepsis gegenüber der Personenfreizügigkeit. Was muss getan werden, damit es diese weiterhin stützt?
Wir müssen aufzeigen, wie die Personenfreizügigkeit der Schweiz und namentlich der Schweizer Wirtschaft gehol fen hat. Dank dem Zugang zu ausländischen Fachkräften konnten in der Schweiz viele zusätzliche hochwertige Ar beitsstellen geschaffen und bestehende gesichert wer den. Das dynamische Wirt schaftswachstum hat natür lich auch Nebenwirkungen, mit denen wir uns auseinan dersetzen müssen. Wie steigende Immobilien- und Mietpreise in den Städten?
Oder überfüllte Züge. Aber auch hier muss man differen zieren: Die Einwanderung aus der EU ist nur ein Faktor von mehreren.Die Nachfrage nach Wohnraum und Mobilität hat in den letzten Jahren auch bei der einheimischen Bevölke rung sehr stark zugenommen. Die Antworten auf die Her ausforderungen müssen also primär in der Raumplanung und bei der Entwicklung der Infrastruktur gefunden wer den. Wird das Volk auch bei weiteren Abstimmungen zur Personenfreizügigkeit rational entscheiden?
Ich bin zuversichtlich. Wir müssen differenziert kom munizieren — gerade vor einer allfälligen Abstimmung über die EUErweiterung mit Kro
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Migros-Magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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atien oder der SVP-Masseneinwanderungsinitiative. Sie sind jetzt bald ein Jahr im Amt. Ihre Bilanz?
Sehr gut (lacht). Es ist eine ausserordentlich spannende und herausforderungsreiche Arbeit. Das Zusammenspiel der Binnen- und Aussenwirtschaft hat viele Facetten und ist sehr interessant. Was hat Sie in diesem Jahr am meisten beschäftigt?
Die Seco-Chefin Seit dem 1. April 2011 ist Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch (51) Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Seit 2007 war sie Leiterin des Bereichs Welthandel in der Direktion für Aussenwirtschaft im Seco und damit bereits Mitglied der Geschäftsleitung. Zuvor hatte Ineichen-Fleisch beim Bund während 13 Jahren das Ressort der Welthandelsorganisation (WTO) geleitet. Die passionierte Bergsteigerin studierte in Bern Rechtswissenschaften, die sie als Fürsprecherin abschloss, und absolvierte anschliessend ein MBA-Studium im französischen Fontainebleau. Ineichen-Fleisch spricht sechs Sprachen, ist verheiratet, kinderlos und wohnt in Hinterkappelen, nordwestlich von Bern.
Der starke Franken und die Folgen sowie die Freihandelsabkommen. Diese sind aufwendig auszuhandeln, aber wichtig, damit Schweizer Unternehmen gleich lange Spiesse wie ihre ausländischen Konkurrenten haben. Was haben Sie intern gegenüber Ihrem Vorgänger, Jean-Daniel Gerber, verändert?
Nicht viel. Ich setze auf Kontinuität. Klar, ich habe wahrscheinlich einen anderen Führungsstil als mein Vorgänger. Das müssten Sie aber meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen. Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?
Ich pflege einen partizipativen Führungsstil und beziehe die Mitarbeitenden in die Entscheidungsfindung ein. Wenn dann ein Entscheid getroffen ist, wird er umgesetzt. Sie sind die erste Frau in dem Amt und eine der wenigen Frauen beim Bund in einer so hohen Führungsfunktion. Wie reagieren Ihre Gesprächspartner?
Manchmal staunt jemand im ersten Augenblick. Das legt sich jedoch schnell. Frausein in dieser Position ist weder ein Vor- noch ein Nachteil. Ich gehe davon aus, dass ohnehin die Persönlichkeit und nicht das Geschlecht im Vordergrund steht. Wie ist das bei Verhandlungen mit anderen Staaten?
Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch: «Frausein in dieser Position ist weder ein Vor- noch ein Nachteil.»
Einmal verhandelte ich in Genf mit Saudi-Arabien, als es um den WTO-Beitritt
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Nr. 15, 10. April 2012 | migros-magazin |
ging. Dazu habe ich bewusst ein langes Kleid angezogen, und die Verhandlungen fanden in einer ganz normalen Atmosphäre statt. Ich habe bis anhin als Frau nur gute Erfahrungen gemacht.
Zudem bin ich mit Italienisch und Französisch aufgewachsen. Deutsch und Englisch lernte ich in der Schule.
Wie stehen Sie zum Thema Frauenförderung und Frauenquoten?
Ich habe heute weniger Zeit für Bergtouren als vor meiner Aufgabe als Seco-Chefin. Beeindruckt war ich vom Matterhorn mit seinen zwei Gipfeln, dem italienischen und dem schweizerischen. Bergsteigerisch schwierig war der über 4500 Meter hohe Lyskamm westlich der MonteRosa-Gruppe. Da fühlte ich mich wie eine Seiltänzerin, weil es rechts und links 1500 Meter in die Tiefe ging. Das brauchte gute Nerven.
Sie sind begeisterte Bergsteigerin. Was war ihre spektakulärste Tour?
Ich bin nicht überzeugt, dass Frauenquoten richtig sind — Frauenförderung hingegen ist nötig. Noch viel zu tun gibt es beim Angebot von Krippen und Tagesschulen. Denn wenn Frauen Kinder und Karriere nicht unter einen Hut bringen, können sie auch nicht aufsteigen. Sie reden sechs Sprachen, darunter Chinesisch und Russisch. Wie kam es dazu?
Beides lernte ich in jungen Jahren, habe aber heute leider sehr viel vergessen. Schon meine Mutter hatte eine grosse Affinität zu russischen Schriftstellern. Auf Chinesisch kam ich, als mein Vater als Forscher 1973 aus China zurückkehrte und sagte: «Dieses Land hat Zukunft, Mao hin oder her.» Ich hatte weitsichtige Eltern. Ich suchte mir dann einen Lehrer, der mir Chinesisch beibrachte.
Helfen die auch bei schwierigen Verhandlungen?
Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch im August 2007 auf dem Täschhorn VS (4491 Meter).
«Die letzten hundert Meter vor dem Gipfel sind die schwierigsten – wie bei Verhandlungen.»
Ja, ein gutes Gedächtnis und gute Nerven helfen. Eigentlich bin ich dagegen, immer bei allem Parallelen zu ziehen, aber in diesem Fall lässt sich tatsächlich einiges vergleichen: Eine gute Vorbereitung mit der richtigen Ausrüstung ist sehr wichtig, man braucht Ausdauer, und die letzten paar hundert Meter vor dem Gipfel sind die
schwierigsten. Das ist bei internationalen Verhandlungen genau gleich. Ich erinnere mich noch an jene über ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien morgens um drei Uhr. Wenn man es dann geschafft hat, kommt beim Verhandeln und beim Bergsteigen ein wunderbar euphorisches Gefühl auf. Haben Sie sonst noch Zeit für Hobbys?
Ich bin eine sehr gesellige Person und lade gerne Freunde zum Essen ein. Kochen Sie selber?
Nein, gar nicht. Ich habe einen Mann, der sehr gut kocht, und halte mich da ganz an die Handelstheorie des Wettbewerbsvorsprungs: Er kocht so gut, weshalb soll ich mich auch noch darum bemühen? Ich kümmere mich dafür ums Tischdecken und den Abwasch, das muss schliesslich auch jemand erledigen. Manchmal mache ich das Dessert, eine Zabaglione oder einen warmen Gratin, beides kann ich gut. Interview: Reto E. Wild Ralf Kaminski Bild: Ruben Wyttenbach
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NEUES AUS DER MIGROS
Werden Sie Migros-Genossenschafter! Die Mitgliedschaft in einer Migros-Genossenschaft ist kostenlos und bringt viele Vorteile: Genossenschafter haben Mitspracherechte und stimmen zum Beispiel über die Jahresrechnung ihrer regionalen Genossenschaft ab. Sie erhalten in der Schweiz das Migros-
Magazin, in der Deutschschweiz haben sie Anrecht auf die Aktionsbroschüre mit Rabatten für Freizeiteinrichtungen. Alle Infos unter: www.migros.ch/genossenschafter
Die Migros als Schweiz in der Schweiz Die Migros ist ein spiegelbild unseres landes: sie besteht aus zehn Genossenschaften, die in verschiedenen regionen verwurzelt sind. Diese Vielfalt macht das Unternehmen stark.
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in Konzern mit vielen Mitarbeitern und grossem Umsatz wirkt von aussen betrachtet manchmal wie ein Riese. Auch die Migros wird ab und zu «oranger Riese» genannt. Doch eigentlich ist die Detailhändlerin kein Gigant, der aus der Schweizer Landschaft ragt, sondern eher ein Abbild dieser Landschaft. Die Migros besteht aus zehn regionalen Genossenschaften, die im MigrosGenossenschafts-Bund (MGB) zusammengeschlossen sind. Ein Blick auf die hier abgedruckte Karte zeigt, dass sich diese Vereinigungen stark unterscheiden, was die Fläche, die Anzahl der Mitglieder wie auch die Grösse des Umsatzes betrifft. Jede der Migros-Genossenschaften ist mit einer anderen Schweizer Region verbunden. Es gibt viele Ähnlichkeiten mit der Einteilung der Schweiz in Kantone — nicht zuletzt weil auch die zehn Genossenschaften viel Autonomie besitzen. Jede dieser Genossenschaften hat ihre eigene Geschäftsleitung und eigene Marketingspezialisten, die das Sortiment in den Läden auf die Be-
dürnisse der regionalen Kundschaft abstimmen. Manche Spezialitäten gibts nur in den Filialen einer bestimmten Region — vom Rheintaler Ribelmais aus der Genossenschaft Migros Ostschweiz bis zu Gemüseartischocken (Cardy) in der Genossenschaft Migros Genf.
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
SERIE
Uno-Jahr der Genossenschaften Das Migros-Magazin widmet sich in diesem Jahr dem Thema Genossenschaften. In einer 12-teiligen Serie zeigen wir verschiedene Aspekte dieser in der Schweiz historisch verwurzelten Rechtsform. Teil 4: Die zehn regionalen Migros-Genossenschaften.
BASEL
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 966 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 35,3 Mitarbeiter: 3451
NEUENBURG-FREIBURG
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 776 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 28,5 Mitarbeiter: 2637
WAADT
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 1164 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 88 Mitarbeiter: 3905
Föderalismus ist der Trumpf der Migros Die Mitarbeiter der zehn Genossenschaften sind am Puls ihrer Kundinnen und Kunden. Einzelne Konsumenten nehmen Einsitz im Genossenschaftsrat ihrer Region und bringen dort ihre Wünsche zum Sortiment oder auch zur Kulturförderung ein. Denn jeder «Migros-Kanton» engagiert sich vor Ort kulturell und sozial. Das Engagement reicht vom Basler Clubfestival «BScene», das die Genossenschaft Migros Basel ermöglicht, bis zum «Park Im Grünen» auf dem Gurten, den die Genossenschaft Migros Aare samt Gurtenbahn finanziert. Der föderalistische Aufbau der Migros ist ein Trumpf, denn jede Genossen-
GENF
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 1038 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 63,1 Mitarbeiter: 3692
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AKTUELL
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
NEUES AUS DER MIGROS | 31 Aare: Ostschweiz: Zürich: Luzern: Basel: Waadt Neuenburg/Freiburg: Genf: Tessin: Wallis:
Anzahl Mitglieder der zehn MigrosGenossenschaften: Die «Migros-Kantone» entsprechen verschiedenen Schweizer Regionen. Darum unterscheiden sich auch die Mitgliederzahlen.
AARE
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 3251 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 100,6 Mitarbeiter: 11 705
119 374 118 993 85 803 74 712
176 696 167 604 153 858
313 766
399 546
480 836
ZÜRICH
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 2543 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 108,2 Mitarbeiter: 8753
LUZERN
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 1331 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 45 Mitarbeiter: 5653
Die zehn MigrosGenossenschaften im Überblick: Jede ist in ihrer Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
OSTSCHWEIZ
TESSIN
WALLIS
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 505 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 63,3 Mitarbeiter: 2178
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 2355 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 96,9 Mitarbeiter: 9135
Inland-Nettoumsatz 2011 in Millionen Franken: 528 Investitionen 2011 in Millionen Franken: 13 Mitarbeiter: 1873
Quelle Zahlen: Migros-Geschäftsbericht 2011
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NEUES AUS DER MIGROS
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
SERIE
Uno-Jahr der Genossenschaften
Darum bin ich Migros-Genossenschafter
«Genossenschaften
Mauro Damiani (42), Postangestellter aus Cugnasco-Gerra TI: «Die Migros ist ein demokratisches Unternehmen: Die Mitglieder stimmen zum Beispiel über die Jahresrechnung ihrer Genossenschaft ab. Der Migros geht es nicht nur ums Geschäft, sie fördert Kultur und Bildung. Die Cooperativa Migros Ticino ist ein Teil der Tessiner Gesellschaft. Zudem bietet die Migros Qualitätsprodukte zu fairen Preisen an.»
Keiner kennt die Migros besser als Jules Kyburz. Der 80-Jährige stieg vom
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om Schiffsjungen zum Wirtschaftskapitän — so kann man die Laufbahn des heute 80-jährigen Jules Kyburz extrem verkürzt beschreiben. Als Teenager zog es den Aargauer in die Welt hinaus: Mit 17 Jahren heuerte er in London als Hilfskraft auf einem schwedischen Tanker an und fuhr sieben Monate lang zur See. Nachdem er in die Schweiz zurückgekehrt war und die Handelsschule besucht hatte, erfüllte er sich einen anderen Traum: Er ging mit 20 Jahren zur Migros. Denn als grosser Bewunderer von Gottlieb Duttweiler wollte Kyburz unbedingt für dessen Unternehmen arbeiten. Als Magaziner bei der Migros-Filiale in Wetzikon ZH half er am Anfang mit, Lastwagen zu entladen und Verkaufsregale einzuräumen. Seine weitere Karriere führte über viele Hierarchiestufen und durch etliche Migros-Genossenschaften: Kyburz war Filialleiter in Basel und Marktleiter des MM Zug; er arbeitete in der damaligen Genossenschaft Migros St. Gallen als Filialkontrolleur und Verkaufsleiter. Anfang der 70er-Jahre stieg er an die Spitze der damaligen Genossenschaft Migros Bern auf. 1984 wurde Kyburz dann MigrosChef und lenkte acht Jahre lang die Geschicke des Unternehmens. 1992 wechselte er in das Amt des MigrosPräsidenten, und ein Jahr später trat er in die Gottlieb-und-Adele-DuttweilerStiftung ein. Wie beurteilt dieser Mann, der die Migros auf der Ebene der Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bundes so intensiv erlebt hat, die regionale Gliederung des Unternehmens?
schaft bringt ihre unverwechselbaren Qualitäten ins Unternehmen ein. «Nach wie vor ist Basel das Tor zur Schweiz», sagt zum Beispiel Werner Krättli, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Basel. «Seit 81 Jahren behauptet sich die Migros Basel sehr erfolgreich als Grenzgenossenschaft, eingebettet zwischen Deutschland und Frankreich.» Die Genossenschaft Migros Genf ist von einer dicht bevölkerten Region mit internationaler Bevölkerung geprägt. «Die Kundschaft ist kosmopolitisch, allein schon wegen der vielen Uno-Organisationen, die hier ihren Sitz haben», erklärt Geschäftsleiter Guy Vibourel. «Unsere Genossenschaft betreibt nicht nur Balexert, das grösste Einkaufszentrum der Romandie, sondern zum Beispiel auch sechs Geldwechselbüros.»
Die Genossenschaftsidee eint die zehn «Migros-Kantone»
Illustration: Konrad Beck
Jules Kyburz, die Migros ist seit über 70 Jahren genossenschaftlich organisiert. Ist dieser Aufbau des Konzerns noch immer zeitgemäss?
Bild: Paolo Dutto
Zum Gebiet der Genossenschaft Migros Luzern gehören die sechs Zentralschweizer Kantone. «Hier wird die Migros Luzern als eigenständiges Unternehmen wahrgenommen», sagt Geschäftsleiter Ernst Weber. «Es ist somit kein Zufall, dass die Produktelinie ‹Aus der Region. Für die Region.› vor elf Jahren bei uns entstanden ist und danach schweizweit Verbreitung fand.» So unverwechselbar die zehn MigrosRegionen sind, so gross ist die Einigkeit beim Bekenntnis zur genossenschaftlichen Struktur der Migros. Ernst Weber sagt dazu: «Die genossenschaftliche Struktur erlaubt ein langfristiges Denken, langfristiger als bei anderen Rechtsformen.» Und Werner Krättli ergänzt: «Statt Shareholder-Value und kurzfristig ausgelegter Gewinnmaximierung für wenige liegt die Maxime im volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen für viele.» Texte: Michael West
Auf jeden Fall. Als Gottlieb Duttweiler sein Unternehmen 1940 zur Genossenschaft erklärte, wollte er vor allem eines sicherstellen: Die Migros sollte auch in Zukunft einem gemeinnützigen Zweck dienen. Die Detailhändlerin sollte erfolgreich wirtschaften, ihre Gewinne aber zum Wohl der Konsumenten einsetzen. Ein grosses Unternehmen, das
Als junger Mann entlud Jules Kyburz Migros-Lastwagen und räumte Verkaufsregale ein.
soziale Verantwortung wahrnimmt, das nicht nur auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist — diese Idee ist heute aktueller denn je. Trotzdem: Wäre die Migros als Aktiengesellschaft heute vielleicht noch grösser und erfolgreicher?
Im Gegenteil: Die Migros wäre als AG gar nie so gross geworden. Als Genossenschaft, die den Kunden gehört, hatte das Unternehmen im Volk immer viel Rückhalt. Nur darum konnte die Migros ständig wachsen. Der Aufstieg der Detailhändlerin zur grössten privaten Arbeitgeberin der Schweiz wurde vom Wohlwollen der breiten Bevölkerung gefördert und getragen. Fest steht auch: Als ganz normale AG würde sich die Migros nie eine Institution wie das Kulturprozent leisten.
Die Migros ist in zehn regionale Genossenschaften gegliedert, die sehr selbständig sind. Was halten Sie davon?
Das ist eine Stärke der Migros. Gottlieb
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aKtuell
migros-magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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neues aus Der migros | 33
sind Ideenlabors»
Magaziner zum Migros-Chef auf. Was hält er von der Gliederung in regionale Genossenschaften? Duttweiler hat sein Unternehmen nach dem Vorbild der Eidgenossenschaft organisiert. Die Genossenschaften entsprechen den Kantonen, die ja ebenfalls sehr eigenständig sind. Die föderalistische Schweiz ist bis heute ein Erfolgsmodell, und das gilt auch für die Migros: Die Mitarbeiter der regionalen Genossenschaften haben einen sehr direkten Draht zu den Kunden, können auf deren Wünsche und Bedürfnisse am besten eingehen.
«Die Migros wäre als AG nie so gross geworden.»
Haben Sie sich als Migros-Chef nie eine stärkere Zentralisierung gewünscht?
Nein. Mir war es immer recht, dass nicht nur in einer Zentrale, sondern an zehn verschiedenen Orten nachgedacht wird.
Die regionalen Genossenschaften haben sich oft als Ideenlabors bewährt. Immer wieder wurden in einer Migros-Region clevere Projekte realisiert, die später andere Genossenschaften und sogar die ganze Migros übernehmen konnten. An welche Projekte denken Sie konkret?
Da gibt es in der Vergangenheit und der Gegenwart viele Beispiele: Die sehr beliebte Migros-Produktelinie «Aus der Region. Für die Region.» ist ursprünglich in der Genossenschaft Migros Luzern entstanden. Die Voi-Kleinläden mit frischen Produkten und Bistroecke sind eine Idee der Genossenschaft Migros Aare. Oder denken Sie an die Erfolgsgeschichte der Migros-Golfparks, die
Golf in der Schweiz zum Breitensport gemacht haben. Diese Entwicklung begann mit dem Golfpark Holzhäusern in der Genossenschaft Migros Luzern. Wir erleben doch aber in der Wirtschaft eine immer stärkere Globalisierung. Hat die regionale Gliederung trotzdem eine Zukunft?
Ja, denn es gibt auch starke Gegentendenzen zur Globalisierung. Die Leute wissen es zu schätzen, wenn ein Unternehmen regional verwurzelt ist, sie kaufen gerne frische Produkte aus der Nachbarschaft. Es gibt sogar einen Trend hin zu kleinen Läden in Dörfern und Quartieren. Das zeigt der Erfolg der heute 170 Migrolino-Läden, deren Zahl weiter steigen soll.
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neues aus Der migros
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | migros-magazin |
Immer auf dem Sprung
Die Neuenburger Tänzerin Noémie Ettlin gastiert mit dem Ballet National de Marseille am Tanzfestival Steps. Ein Blick hinter die Kulissen kurz vor ihrer Schweizer Tournee.
Noémie Ettlin strebt nach Anmut und harmonischem Gleichgewicht.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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ine Insel des Friedens in einer hektischen Stadt — das ist der Sitz des Ballet National de Marseille, versteckt inmitten eines grossen Parks mit Bäumen. Das strahlend weisse Gebäude besitzt praktisch keine Fenster. Hier wurde an alles gedacht, damit die Tänzer sich konzentrieren können, ohne von den Widrigkeiten des Alltags abgelenkt zu werden. An diesem Montagmorgen besuchen 30 junge Leute die Technikklasse und üben zu Melodien, die alle mitsummen können. Die perfekte Bewegung, der ideale Sprung, das harmonische Gleichgewicht — unablässig streben die jungen Tänzer nach makelloser Grazie.
Bei der Uraufführung des Stücks «Organizing Demons» dabei Noémie Ettlin (23) ist eine davon, stiess 2009 zum Ballet und bereut es bis heute nicht: «Ich liebe die Freiheit in Verbindung mit neuen Kreationen», sagt die Neuenburgerin. Noémie liebte die Bewegung — soweit sie zurückdenken kann. «Mit vier Jahren habe ich Pirouetten versucht, später tanzte ich mit meinen Freundinnen in meinem Zimmer», ergänzt sie. Nach einer klassischen Ausbildung in Neuenburg und Genf und nach ihrer Matura schloss sie sich dem Collectif du marchepied von Lausanne an und absolvierte 2007 das europäische Programm D.A.N.C.E. in Dresden. Als sie für zwei Jahre einen Studienpreis des Migros-Kulturprozents erhielt, änderte sich ihr Leben: «Ich konnte meine Miete selber bezahlen und erhielt die Möglichkeit, mich zum Profi
ausbilden zu lassen», erzählt sie. «Da ich eher schüchtern bin, ist der Tanz für mich das geeignete Instrument, um mich ohne Worte auszudrücken und Menschen zu erreichen, die nicht die gleiche Sprache sprechen wie ich.» Natürlich ist es mitunter frustrierend, immer wieder dieselben Bewegungen üben zu müssen, manchmal wochenlang. Ebenso enervierend ist es, wenn sich die Tänzerin in den Windungen einer Choreografie verliert, die stets undurchsichtiger wird. Doch der alltägliche Kampf findet meist ein glückliches Ende. Nicht alle Tänzer machen bei jeder Performance mit; Noémie Ettlin etwa tanzt nicht in allen drei Stücken des Programms des Ballet National de Marseille, das dieses im Rahmen des Tanzfestivals Steps aufführt. Sie gehört zu den fünf auserwählten Tänzerinnen und Tänzern, die in einer Steps-Koproduktion mit dem Titel «Organizing Demons» auftreten. Dieses vom israelischen Tänzer und Choreografen Emanuel Gat geschriebene Stück wird in Anwesenheit des Autors als Uraufführung in Lugano gezeigt. Der Vormittag geht zu Ende. Nach einer kurzen Pause setzen die Tänzer ihre Arbeit fort, bis um 18 Uhr. So geht das an allen Wochentagen. Die Kunst stellt eben ihre Ansprüche. Text: Pierre Wuthrich Bilder: Lise Lacombe
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NEUES AUS DER MIGROS | 35
Üben, üben und nochmals üben: Noémie Ettlin mit der Tanztruppe des Ballet National de Marseille .
Steps – Schritt für Schritt Alle zwei Jahre organisiert das MigrosKulturprozent das grösste zeitgenössische Tanzfestival der Schweiz: Steps. 2012 steht es unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset und der Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch. Das diesjährige Festivalprogramm folgt dem Motto «Die Weiblichkeit in der Choreografie»; es gelangt in über 30 grossen und mittelgrossen Schweizer Städten zur Aufführung. Vom 12. April bis zum 5. Mai sind fast 100 Vorstellungen geplant. Nähere Informationen unter www.steps.ch
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Bio agrumen
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Die saftige Gelbe ist grün
Drei- bis viermal im Jahr werden auf Sizilien die Bio-Zitronen geerntet. Die Migros kennt ihre Produzenten, bezieht die Südfrüchte direkt bei den Kooperativen und testet sie bei der Ankunft in der Schweiz. Damit Bio drin ist, wo Bio draufsteht.
«Wir produzieren seit rund fünf Jahren biologisch-dynamisch.»
Damit dies eingehalten wird, werden die Produzenten von staatlich geprüften, unabhängigen Organisationen vor Ort kontrolliert. Nicht nur der Anbau, sondern alle Stufen vom Bauernhof bis hin zum Lieferanten, der die Ware verpackt, werden kontrolliert. So wird sichergestellt, dass die Bio-Zitrone auch hält, was sie verspricht. Bei der Ankunft in der Schweiz werden die Früchte dann gewogen, getestet und abgepackt. Da jeweils drei Stück zu je mindestens 150 Gramm in ein Gebinde kommen, besteht keine Gefahr, sie mit anderen Zitronen zu verwechseln oder zu mischen. Zusätzlich organisiert die Migros-Qualitätssicherung weitere Kontrollen und lässt diese im unabhängigen SQTS (Swiss Quality Testing Services) auf Pflanzenschutzmittelrückstände prüfen. Im Jahr 2011 gab es bei den Bioagrumen keine einzige Beanstandung.
Die feine gelbe gibt vielen gerichten das gewisse etwas Zitronen schmecken übrigens nicht immer gleich. Winterzitronen haben eine andere Farbe, ein anderes Aroma und eine andere Saftqualität als Sommerzitronen. Klar also, dass wohl keine andere Küche auf der Welt die Zitrone so vielfältig und virtuos einsetzt wie die sizilianische. Zu Huhn, Lamm oder Fisch, als Salat, mit Gemüse oder als Konfitüre. Die Verwendung kennt hier kaum Grenzen. Text: Heidi Bacchilega
Bilder: Basile Bornand
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ein anderer Teil Italiens ist so vom Anbau von Agrumen (Clementinen, Orangen, Grapefruits und Zitronen) geprägt wie die Insel Sizilien. Schon im Mittelalter stand das Prädikat «Zitrusfrüchte aus Sizilien» für höchsten Genuss und bescherte der Insel sichere und hohe Einnahmen. Speziell die Zitronen sind in Sizilien ein hoch geschätztes Allheil- und Lebensmittel. Sie sollen gegen Liebeskummer helfen und vieles mehr. Es gibt sogar Sizilianer, die nie ohne Zitronen im Gepäck in die Ferien fahren würden. Die Kooperation Ragazzi auf Sizilien liefert Bio Agrumi in die Schweiz. Die Zitronen von Gaetano Campisi, einem der Produzenten der Kooperation, wachsen in der Gegend um Siracusa. «Wir haben vor circa fünf Jahren auf biologisch-dynamische Produktion umgestellt. Wir sind überzeugt, mit diesem umweltfreundlichen Produkt auf dem Markt gute Chancen zu haben. Und weil viele Konsumenten auch die Schale verwerten, legen wir ganz besonderen Wert auf Bio.» Im Unterschied zum traditionellen Zitronenanbau wird beim Bioanbau auf chemischen Dünger oder Insektenvertilgungsmittel verzichtet. Gaetano Campisi: «Wir verwenden natürlichen Dünger und Nutzinsekten, die Schädlinge auf natürliche Art eliminieren.»
Nr. 15, 10. April 2012 | migroS-magazin |
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Migros-Magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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So wird Bio kontrolliert Staatlich anerkannte und unabhängige Organisationen kontrollieren und zertifizieren die Bioproduzenten und -verarbeiter im In- und Ausland mindestens einmal jährlich. Für Verarbeitung und Handel sind dies bei der Migros die Bio Inspecta in Frick AG, das Institut für Marktökologie (IMO) in Weinfelden TG und die Procert Safety in Bern. Im Ausland sind es von der EU akkreditierte Kontrollorganisationen wie IMO, Ecocert oder Skal. Zusätzlich macht die interne Qualitätssicherung der Migros Stichproben bei den ankommenden Produkten.
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Grosses Bild: Experten unter sich. Salvatore Ragazzi, Präsident der Cooperativa Ragazzi (rechts), im Gespräch mit Bioproduzent Gaetano Campisi. Untere Bildreihe: Der Weg der Zitronen, von den Hainen auf Sizilien direkt in die Migros. Bei Ankunft in der Schweiz werden die Zitronen auf Bioqualität geprüft, gewogen und in Dreiergebinde abgepackt. Nur einen Tag später sind sie verkaufsbereit.
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migros-magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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Höhlengold-Cave-d’Or-Spezialitäten werden je nach Sorte bis zu 14 Monate lang gereift. Dabei bieten diese natürlichen Höhlen punkto Luftfeuchtigkeit und Temperatur ein ideales Reifeklima für diese Spitzenkäse. Für die perfekte Veredelung oder Affinage sorgt der Käsermeister mit seinem grossen Know-how und der erforderlichen Geduld. Übrigens: Käse entfaltet sein bestes Aroma, wenn er eine halbe Stunde vor dem Genuss aus dem Kühlschrank genommen wird. Text: Dora Horvath
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migros-magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
Mini-Ferien vom Alltag
Mandoline steht drauf, viel Mandel steckt drin. Beim neuen Gebäck von Créa d’Or bettet sich eine feine Mandelcreme zwischen zwei MandelBiskuits. Wie gemacht für entspannte Stunden.
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elch zarte Klänge entlockten Komponisten wie Vivaldi, Mozart oder Beethoven der Mandoline: Das ist entspannender Musikgenuss. Ähnlich geformt wie das Saiteninstrument hat die Konditorei von Midor AG mit Créa d’Or Mandoline ein Biskuit in Mandelform kreiert, das wie gemacht ist für entspannten Genuss bei einem Cappuccino, einem Latte Macchiato oder einer schönen Tasse Tee. Schon beim Öffnen der neuen eleganten
Verpackung verströmen die Biskuits mit ihrem frischen Mandelduft eine Prise Vorfreude auf die Frühlingszeit. Die Patissiers haben aus besten Zutaten dieses raffinierte Biskuit gezaubert: Eine zart schmelzende Mandelcreme hält zwei knusprige Mandel-MürbeBiskuits zusammen. Dafür nimmt man sich gern ein wenig Zeit und lässt den hektischen Alltag hinter sich. Dazu eine schöne Musik, fertig ist das kleine Knusperkonzert. Text: Claudia Schmidt
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Koblenz – Nancy 28.04. 04.08. 12.05. 18.08. 26.05. 15.09. 23.06. 29.09. 07.07. 13.10. 21.07. 20.10.
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Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
Bio-Auswahl in Restaurants und Take Aways Das Bedürfnis nach ökologisch nachhaltig produzierten lebensmitteln steigt auch in der Gastronomie. Der Trend ist eindeutig: Gerade wer oft auswärts isst, versucht, sich möglichst bewusst zu ernähren. Um diesem Umstand gerecht zu werden, gibt es in den Migros-restaurants und den Migros-Take Aways ab sofort Speisen in Bioqualität. Als Erstes überall erhältlich sind ein feines Bio-Birchermüesli, knusprige Bio-Brötli und erfrischende Bio-Kaltgetränke. Zudem finden Sie vielerorts eine schöne Auswahl an saisonalen Bio-Salaten. Das Sortiment wird laufend ausgebaut und unterscheidet sich in den verschiedenen restaurants. Die neuen Bioprodukte beweisen einmal mehr, dass in den Migros-restaurants und Migros-Take Aways für jeden Geschmack etwas dabei ist: von ausgewogenen DélifitMenüs über eine grosszügige Salat- und Buffetauswahl, auch mit warmen Speisen, bis hin zu gluschtigen Desserts. Halten Sie Ausschau nach dem grünen Biolabel, das Sie von den Migros-Bioprodukten im Laden her kennen.
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Bild: Getty images
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ewächse aus dem Mittelmeerraum bekommen weder einen Sonnenstich, noch lassen sie bei Trockenheit sofort den Kopf hängen. Oleander, Zitruspflanzen, ChamaeropsPalmen, Bougainvillea, Margeritenbüsche, Fuchsien oder andere im mediterranen Klima beheimatete Gewächse eignen sich hierzulande sehr gut für die Kübelhaltung auf Südterrassen. Die Pflanzen benötigen Wärme und Sonnenlicht, kommen meist mit wenig Wasser aus und beeindrucken mit einer attraktiven Blütenpracht. Ob südseitiger Balkon oder windgeschützte Terrasse — mediterrane Pflanzen halten es auch bei brütender Mittagshitze aus. Achten Sie jetzt aber darauf, dass diese Gewächse langsam an ihren Sommerstandort gewöhnt werden — besonders dann, wenn sie im Wintergarten oder im Keller überwintert haben. Dazu sollten die Pflanzen zunächst an einem noch nicht ganz so stark der Sonne ausgesetzten Platz aufgestellt und regelmässig gegossen werden. Die Erde sollte gut durchlässig und leicht sandhaltig sein. Die Kübelgrösse hängt von der Pflanzenart und der gewünschten Grösse des Solitärs ab — je grösser der Topf, desto stärker das Wachstum. Text: Jacqueline Jane Can
Der Süden zieht ein
Mediterrane Kübelpflanzen erwachen jetzt wieder zum Leben und verbreiten auf der Dachterrasse, dem Balkon oder im Garten entspannte Ferienatmosphäre.
SCHAUFENSTER 48 |
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FOOD
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
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Randen-Risotto Nachtessen für 4 Personen ■ 3 Schalotten und zwei kleine, gekochte Randen fein würfeln und in zwei Esslöffeln Olivenöl andünsten. Circa Fr. 2.10 ■ 400 g Risottoreis (z. B. Carnaroli) beigeben und glasig dünsten. Circa Fr. 1.70 ■ Mit 1 dl Weisswein ablöschen und einkochen lassen. 3 dl Randensaft und 9 dl heisse Gemüsebouillon nach und nach unter Rühren beigeben. Den Reis insgesamt ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis er gar, aber noch bissfest ist. Circa Fr. 3.– ■ 100 g geriebenen Sbrinz und 20 g Butter unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Circa Fr. 2.45 Tipp: Ein besonderes Risotto wirds, wenn Sie 100 g Ziegenfrischkäse in kleinen Stücken über das fertige Risotto geben.
Genuss ohne Reue
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Randen lassen das Risotto farbig leuchten.
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Migros-Magazin | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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Korrekt gekleidet, mit perfekt gescheiteltem Haar sorgt Christian Hölbling alias Helfried für Lacher auf Kleinkunstbühnen – und in der Küche.
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rüss Gott!» Ein schlaksiger Mann steht wie ein erlebnishungriger Junge zu Beginn einer Schulreise vor uns und heisst uns im ehemaligen Casino am Wörthersee, dem heutigen Hotel Villa Bulfon, willkommen. Mit braunem Anzug, die Hosenbeine mit Wäscheklammern fixiert, und dem korrekt gescheitelten Haar kommt einem sofort ein klassisch überspitzter Spiesser oder ein pedantischer Lehrer in den Sinn. Wir kochen mit Helfried, der mit Beharrlichkeit und Engstirnigkeit die schrille Diva und den Erbsenzähler in einem auf der Bühne verkörpert. Helfried ist die Kunstfigur des Österreichers Christian Hölbling (39). Seit über einem Jahrzehnt schlüpft er in die Rolle des alters- und zeitlosen Helfried. «Helfried ist alterslos, vielleicht zwischen 35 und 60 Jahre alt, manchmal aber so emotional wie ein Kind», erklärt Christian Hölbling. Da meldet sich sein Alter Ego zu Wort. Helfried sagt nicht ohne Stolz in der Stimme und auch, wenn es gerade nicht passt: «Tante Hedwig sagt immer: Der Junge braucht Luft und Liebe.» Tante Hedwig ist die Bezugsperson in Helfrieds Leben, ebenso sehr geliebt wie manchmal gehasst. Inzwischen war «Saisonküche»-Köchin Janine Neininger in der Hotelküche schon fleissig. «Ich habe einen feinen Cheese-Cake gebacken, ich bräuchte jetzt Hilfe beim Belegen», sagt sie und guckt Helfried aufmunternd an. Der errötet leicht. Da ihm Kuchen in Aussicht gestellt wird und er dann so richtig über
NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
Und jetzt Sie! «Saisonküche»-Köchin Janine Neininger belegt den Cheese-Cake mit Mangoschnitzen, nachdem Helfried schon eine Hälfte belegt hat.
Aufgetischt ■ Was haben Sie immer auf Vorrat? Margarine und Melissentee. ■ Wie oft kochen Sie pro Woche? Wenn ich Zeit habe täglich, und ich habe immer Zeit. ■ Kochen ist für Sie … … Notwendigkeit mit kulinarischem Zusatznutzen. ■ Was würden Sie nie essen? Dinge, die Tante Hedwig eingefroren hat. ■ Mit wem würden Sie gern mal essen gehen? Mit Bismarck. Den würde ich gern nach dem Rezept für Bismarckheringe fragen. Frische Passionsfrüchte und Mango machen aus dem Cheese-Cake eine exotische Delikatesse. Zur Frischkäsemasse kommt Mohn. Die Schoggiguetsli gibt man in einen Gefrierbeutel und zerbröselt sie mit einem Wallholz.
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Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
HeLFrieD | 59 Bei Kaffee und Kuchen schlägt Helfried gerne mal über die Stränge.
die Stränge schlagen kann, folgt er ihr strammen Schrittes in die Küche. Jetzt kann es ihm nicht schnell genug gehen. «Da müssen Sie schon ihre Hand wegnehmen», weist Helfried die «Saisonküche»-Köchin schulmeisternd an, damit er den Kuchen belegen kann. Bald schon gehen ihm die MangoScheiben aus. «Und jetzt Sie!», fordert Helfried Janine Neininger auf. Der macht die Teamarbeit sichtlich Spass. «Sind Sie Lehrer?», will sie wissen und grinst.
«Ich war Lehrer an der Volkshochschule für Käferkunde», vertraut Helfried ihr mit trocken-monotoner Stimme an. «Leider war nur ein Schüler da. Ab der zweiten Stunde hat er geschwänzt.» So skurril und emotionslos Helfried bei der ersten Begegnung wirken mag, so emotional kann er sein, wenn er auf der Bühne steht. Dann gibt es für ihn kein Halten mehr, und er schmettert mit glasklarer Stimme auch mal ein «Ave Maria» ins Mikrofon. Helfried scheint
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SAISONKÜCHE
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
religiös erzogen worden zu sein. Hat ihn seine Tante Hedwig christlich erzogen? Christian Hölbling, sein Alter Ego, gibt sich bedeckt: «Das Schöne an so einer Kunstfigur ist, dass man alles hineininterpretieren kann. Die Leute fragen sich, warum er bei seiner Tante Hedwig aufgewachsen ist, was mit seinen Eltern ist, was er beruflich macht, wie alt er ist. Diesen Raum braucht die Figur.»
Text: Claudia Schmidt Bilder: Hans Schürmann
www.helfried.net; www.im-hochhaus.ch
HELFRIED | 61
Mohn-Cheese-Cake Das Migros-Magazin verlost vier Nächte (Halbpension) in einem PremiumHotel am Wörthersee für zwei Personen (27. April bis 1. Mai). Wert: 1000 Franken. Zusätzlich gibt es gratis zwei Tickets zum Wörthersee Sommeropening-Festival.
«Fast besser als mein Leibgericht – eine Wurst mit Senf» Helfried ist über die Grenzen Österreichs beliebt, heimste schon viele Kleinkunstpreise ein. Den Schweizern ist er aus diversen Auftritten im TV bekannt, unter anderem bei «Giacobbo/ Müller», und letzten November durch «Die grosse Helfried-Gala», die er «Im Hochhaus», der Kleinkunstbühne des Migros-Kulturprozents, präsentierte. Christian Hölbling weiss sein Publikum hier sehr zu schätzen: «Die Schweizer hören viel besser zu — ich bekomme von den Zuschauern immer wieder Reaktionen zu Helfried.» Und wie sieht er selbst Helfried? «Der ist ein geiziger Knacker, der keine Gelegenheit auslässt, den grossen Mann zu geben.» Christian Hölbling verkörpert ihn so überzeugend, dass er nach einem Auftritt zur Verabschiedung des Direktors des Naturhistorischen Museums in Bern eingeladen wurde, sich die Käfersammlung anzuschauen. «Das habe ich freundlich abgelehnt. Ich bin ja nicht Helfried», erzählt der Kabarettist. «Eine exklusive Führung durch die Sammlung mit den Riesenkristallen habe ich aber gern mitgemacht.» «Saisonküche»-Köchin Janine Neininger hat bereits die Kaffeetafel angerichtet und den Cheese-Cake angeschnitten. «Mmh, das ist ja fast besser als mein Leibgericht <gekochte Braunschweiger mit Senf und Schwarzbrot›», schwärmt Helfried nach dem ersten Löffel. Er ist eben eine ehrliche Haut.
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So machen Sie mit:
Ergibt 12 Stück Für 1 Springform à 24 cm Durchmesser Zubereitung ca. 30 Minuten + ca. 80 Minuten backen + ca. 3 Stunden kühl stellen. Pro Person ca. 11 g Eiweiss, 29 g Fett, 32 g Kohlenhydrate, 1800 kJ/430 kcal
ZUTATEN: Butter und Mehl für die Form 110 g Butter 285 g Schokoladenguetsli, z. B. Chocino 400 g Frischkäse, z. B. Philadelphia 200 g Halbfettquark 120 g Zucker, 2 EL Mehl 3 Eier, 1 Glas Mohn à 42 g, 1 Mango 3 Blatt Gelatine 130 g Passionsfrüchte (3–4 Stück) 1 EL Zucker, 0,5 dl Mangonektar 1 Boden der Springform mit einem Backpapier belegen. Rand mit Butter bestreichen und mit Mehl bestäuben. Butter schmelzen.
Guetsli in einen Plastikbeutel geben und mit dem Wallholz zerdrücken. Mit der Butter mischen. Auf dem Boden der Springform gleichmässig verteilen und gut andrücken. 2 Backofen auf 160 °C vorheizen. Frischkäse, Quark, Zucker, Mehl, Eier und Mohn mit dem Handrührgerät zu einer glatten Masse rühren. Diese auf die Bröselmischung giessen und glattstreichen. In der unteren Ofenhälfte 70–80 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. 3 Mango schälen. Fruchtfleisch vom Kern und in dünne Scheiben schneiden. Kuchen dekorativ damit belegen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Passionsfrüchte halbieren. Fruchtmark samt Kernen herauslösen. Mit dem Zucker mischen und durch ein Sieb streichen. Gelatine gut ausdrücken. Im heissen Mangonektar auflösen. Passionsfruchtmark unter Rühren beigeben. Etwas abkühlen lassen, bis das Fruchtpüree beginnt, fest zu werden. Gleichmässig auf dem CheeseCake verteilen. Mindestens 3 Stunden kühl stellen. Zum Servieren in Stücke schneiden.
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Per Telefon: Wählen Sie Nummer 0901 560 039 (1 Fr./Anruf vom Festnetz) und nennen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN und Ihrer Adresse an die Nr. 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN Beat Beispiel, Beispielgasse 1, 9999 Exempelstadt Online: unter www. migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 15. April 2012. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.
KÜCHENKUNDE 62 |
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EXOTISCHE FRÜCHTE
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Reif für die Insel
Exotische Früchte wie Mango, Papaya und Passionsfrucht strotzen vor Vitamin C. Ein guter Grund, sie täglich auf den Speiseplan zu setzen – oder sich öfter mal einen Smoothie zu gönnen.
K
eine duftet betörender, schmeckt aromatischer und liefert saftigeres Fruchtfleisch als die Mango. In ihrer Heimat Urindien verehrt man sie seit über viertausend Jahren, und schon Buddha ruhte gerne im Schatten der bis zu 25 Meter hohen Mangobäume. Die tropische Frucht mit dem köstlichen Aroma bringt den Stoffwechsel mächtig auf Trab. Mangos liefern viel Vitamin C, A und Betacarotin, unterstützen so die Sehkraft und das körpereigene Immunsystem. Die ayurvedische Lehre ist sogar überzeugt, dass Mangos das Herz stärken und die Gehirnfunktion verbessern können.
FoodRedaktorin Sonja Leissing
Foto und Styling: Lotti Bebié
In der Küche sind Mangos exotische Aromabomben Natürlich lässt sich die Mango wunderbar und vielseitig in der Küche einsetzen. Im Fruchtsalat schmeckt sie in Scheiben geschnitten göttlich, ein Mango-Chutney verleiht Fleischgerichten und asiatischen Speisen ein exotisches Flair, und zwischendurch gibt uns ein Mango-Smoothie Power. «Smoothies» nennt man übrigens Ganzfrucht-Mixgetränke. Auch flambiert ist die saftige Frucht ein Gedicht.Die Farbe der Mangoschale mit Grün-, Gelb- und Rottönen sagt nichts über den Geschmack des Fruchtfleisches aus. Darum sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die Mango einen angenehmen Geruch verströmt und sich leicht eindrücken lässt. Spitzenköche sind aber nicht nur von der Mango angetan, sondern ebenso von
der Papaya und der Passionsfrucht. Sie lassen sich mit unseren hiesigen Lebensmitteln hervorragend kombinieren. Der Name Papaya stammt vom Wort «ababei» ab und bedeutet bei den karibischen Ureinwohnern Baum der Gesundheit. Tatsächlich hat die Papaya gesundheitlich einiges zu bieten. Sie bringt Magen und Darm ins Gleichgewicht, reguliert den Säure-Base-Haushalt unseres Körpers und hilft bei Übergewicht. Ganz toll sind Curryvarianten oder grüne Papaya geraffelt als Salat. Und noch etwas sollten Sie wissen: Beträufeln Sie eine frisch aufgeschnittene Papaya immer mit etwas Limettensaft. Der Geschmack wird Sie bezaubern. Auch nach einem schweren Essen empfehle ich Ihnen Papaya. Die enthaltenen Enzyme regen im «Turbogang» die Verdauung an.
NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
Mango Der grosse Kern ist mit dem Fruchtfleisch fest verwachsen. Um an den köstlichen Inhalt zu gelangen, schneiden Sie eine Mango am besten nahe dem Kern ungeschält durch. Dann stülpen Sie das Fruchtfleisch nach aussen und schneiden es gitterförmig ein. Nun können Sie die kleinen Quader löffeln oder direkt aus der Schale schlürfen. Tipp: Falls Sie eine unreife Mango erwischt haben, können Sie diese in Zeitungspapier wickeln und bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Mangos haben es nämlich gerne warm und gehören nicht in den Kühlschrank.
Ein Mixshake bringt das Gefühl von Ferien und Dolcefarniente
Passionsfrucht
Die Exotin namens Passionsfrucht oder auch Maracuja gibt es rund, oval, gross und klein. Die Haut kann purpurrot, weinrot oder purpurviolett sein. Ihr Geschmack ist einzigartig. Mit dem Reifegrad wird die glatte Haut etwas schrumpelig. Passionsfrüchte, als Saft gepresst oder in Joghurt und Milchshakes untergerührt, bringen uns mit ihrem leicht säuerlichen Geschmack und dem Tropenaroma ein Gefühl von Ferien, Frische, Energie. Auch im Fruchtsalat, als Konfitüre oder Sirup schmeckt die Passionsfrucht köstlich.
Um an das Fruchtfleisch zu gelangen, müssen Sie die meist schrumpeligen und damit schön reifen Früchte mit einem Messer halbieren. Das geleeartige Fruchtfleisch samt den Kernen können Sie direkt aus der Schale löffeln. Tipp: Aus Passionsfrüchten lassen sich tolle Getränke mixen. Ihr säuerlicher Geschmack passt püriert auch zu anderen Früchten wie Banane, Ananas oder Mango.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
KÜCHENKUNDE
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EXOTISCHE FRÜCHTE | 63
Smoothies Früchte (aber auch Gemüse) werden für diese Drinks nicht entsaftet, sondern püriert. Je nach Rezept wird das Püree mit Wasser, Rahm, Joghurt oder Glace gemixt. Eisgekühlt schmecken Smoothies am besten.
Papaya Sie hat eine grüne bis gelbgrüne Haut, ist oval und kann mehrere Kilogramm schwer sein. Vor dem Verzehr die Frucht halbieren und die vielen schwarzen Kerne mit einem Löffel entfernen. In Scheiben geschnitten wird die Papaya als Gemüse oder Obst verwendet. Tipp: Bereits 150 Gramm der Frucht decken den Tagesbedarf an Vitamin C ab. Auch Vitamin A, Kalium und Magnesium sind reichlich enthalten.
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IHRE REGION
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
MIGROS AARE | 67
NEWS
InterMezzo Die Migros Aare ist das einzige Unternehmen der Schweiz, das eine wöchentlich erscheinende Mitarbeiterzeitung veröffentlicht. Und wie es sich für eine krea(k)tive Redaktion gehört, wurde in der Ausgabe vom Freitag, 30. März, auf eine Grossveranstaltung im Freizeit- und Einkaufscenter Westside hingewiesen, die nur zwei Tage später über die Bühne gehen sollte: Mitarbeitende hatten die Gelegenheit zu einem Meet&Greet mit Xenia Tchoumitcheva und
Fernando Alonso. Doch damit nicht genug: Es gab bei sofortiger Mail-Anmeldung sogar die Möglichkeit, ein Go-Kart-Rennen in der Einstellhalle mit/gegen den Ferrari-F1Fahrer zu bestreiten. Über 50 Mitarbeitende wollten dabei sein, an jenem 1. April.
Auf dem Golfpark Moossee können junge Talente bei einem Kids-Flight Platzluft schnuppern.
Golf für junge Talente Jetzt können sich auch Kinder - ganz wie die Grossen - im Golfpark Moossee beim Abschlag auf dem Grün üben.
D
er Frühling ist da und die Golfsaison hat begonnen. Frei nach dem Motto «Golf für alle» bringt der Migros-Golfpark Moossee in Münchenbuchsee auch dem Nachwuchs die Freude am Golfsport näher. Seit dem August 2011 bietet der Golfpark allen jungen Golftalenten die preiswerte Möglichkeit, bei einem Kids-Flight Platzluft zu schnuppern. Jedes Kind bewegt sich mit einer erwachsenen und erfahrenen Begleitperson auf dem Green. So wird die schwungvolle Sportart zum Familienspass unter freiem Himmel. Mit Kon-
zentration, Geschick, gezielter Bewegung und wertvollen Tipps können die Kids bald erste Erfolge auf dem Golfplatz feiern. Ein Kids-Flight kostet pauschal 15 Franken und beinhaltet eine Runde Golf auf der 6-Loch-Anlage für ein bis zwei Kinder mit jeweils einer Begleitperson. Das Angebot gilt für Kinder von 4 bis 8 Jahren, die bereits etwas Golferfahrung besitzen, aber noch keine Platzerlaubnis haben. Die Kids bringen ihre eigene Golf-Ausrüstung mit und spielen von Junior-Tees. Die jeweiligen Begleitper-
sonen sind volljährig und verfügen mindestens über die Platzreife. Sie sind dafür verantwortlich, dass die wichtigsten Golfregeln eingehalten werden, achten auf Sicherheit, Spielfluss und die Schonung des Greens. Reservationen für den Kids-Flight werden telefonisch unter 058 568 40 00 oder direkt im Golfpark entgegengenommen. Der Golfpark Moossee freut sich auf viele junge Golftalente, die frischen Wind in die idyllisch gelegene Anlage bringen und den Aufenthalt in vollen Zügen geniessen. Text: sb
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migros aare
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Nr. 15, 10. April 2012 | migros-magazin |
Forum elle und Genossenschaftsrat
Die 53. Sitzung des Genossenschaftsrats der Migros Aare war von den verschiedensten Themen geprägt, angefangen beim Abschluss zum Geschäftsjahr 2011 über die Verabschiedung der Wahlvorschläge für die Amtsperiode 2012–2016 bis hin zu einer Information über das UNO-Jahr der Genossenschaften.
W
ir verzichten an dieser Stelle, z’Längem u z‘Breitem über den Abschluss zum Geschäftsjahr 2011 der Migros Aare zu schreiben. Zum einen haben die Medien in den letzten Tagen ausführlich darüber berichtet, zum anderen werden im Migros-Magazin Nr. 20 vom 14. Mai die detaillierten Zahlen veröffentlicht.
Wahlvorschläge verabschiedet Die Rätinnen und Räte verabschiedeten anlässlich ihrer Sitzung die verschiedenen Wahllisten und -vorschläge des Genossenschaftsrats. Beat Zahnd, Geschäftsleiter der
Migros Aare, informierte die Anwesenden über den aktuellen Geschäftsgang. Zusammengefasst: Trotz nach wie vor günstiger werdenden Produktepreisen liegt der Umsatz über Vorjahr. Vor allem aber hat die Migros Aare im Vergleich zum wichtigsten Konkurrenten weitere Marktanteile gewonnen. Er konnte ebenso erste – ermutigende und erfolgreiche – Erkenntnisse zu den Familienkassen, zu den Kunden-Wunschbäumen (Pilot in drei Migros-Supermärkten) und zu den Versuchsfilialen Selfscanning aufzeigen. Die Genossenschaftsrätinnen und -räte erhielten an-
schliessend einen vertieften Einblick in unser Engagement «Generation M», mit verbindlichen Versprechen der Migros zu Gesundheit, Konsum, Mitarbeitenden, Umwelt und Gesellschaft. Auch «faMigros» wurde im Detail erklärt, der Familienklub der Migros, der am 15. Januar erfolgreich lanciert und mit dem Gratiseintritt für 24 000 Leute (!) am 24. März in den Europa Park einen ersten Höhepunkt erreichte. Rolf Bernhard, Leiter Event Marketing und Labelführung, erinnerte die Anwesenden ans UNO-Jahr der Genossenschaften und zeigte die Vorteile einer Genossenschaft für
die Öffentlichkeit im Vergleich zur Aktiengesellschaft auf, und dennoch gibt es noch zu viele Leute, die nicht um die Vorteile einer Zugehörigkeit zur Migros Aare wissen. Das Forum elle – die Schweizerische Vereinigung der Migros-Genossenschafterinnen, eine Frauenorganisation der Migros mit über 10 000 Mitgliedern – und der Genossenschaftsrat der Migros Aare werden deshalb zusaMMenspannen und am Mittwoch, 4. Juli, in elf Einkaufscentern der Migros Aare mit Informationsständen um weitere Genossenschafterinnen und Genossenschafter werben. Text: Bo
Sie haben gut lachen: Der Familienklub der Migros «faMigros» ermöglichte am 24. März einen Gratiseintritt in den Europa Park für 24 000 Leute.
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IHRE REGION
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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MIGROS AARE | 69
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Das Migros-Kulturprozent verlost 800 Gutscheine für Opern-, Schauspiel- und Tanzvorstellungen. Sie sind sowohl im Stadttheater als auch in den Vidmarhallen gültig.
Backstage: Was wohl die neue Saison 2012/13 bringen wird?
S
eit dem 1. Juli 2011 sind das Stadttheater Bern und das Berner Symphonieorchester zur neuen Institution Konzert Theater Bern zu einem Vierspartenhaus, bestehend aus Konzert, Oper, Schauspiel und Tanz, zusammengeführt. Direktor von Konzert Theater Bern ist der Schweizer Stephan Märki, der ab der kommenden Saison in künstlerischer Hinsicht für die Neuausrichtung von Konzert Theater Bern verantwortlich zeichnet. Konzert Theater Bern will für ein möglichst vielfältiges und heterogenes Publikum zu einem Ort der Begegnung, des gemeinsamen Erlebens und des Gedankenaustauschs werden. Das Publikum darf also gespannt sein. Die Migros Aare kann, dank dem Migros-Kulturprozent, auch für die kom-
mende Spielzeit wieder 800 Gutscheine à Fr. 50.– für Oper-, Schauspiel- und Tanzvorstellungen verlosen. Die Gutscheine sind sowohl im «Grossen Haus» am Kornhausplatz als auch in den Vidmarhallen in Köniz gül-
tig und können für den Erwerb von Abonnementen und Billetten eingesetzt werden. Ausgenommen sind Abonnemente und Billette für Konzertveranstaltungen des Symphonieorchesters. Text: ls
Verlosung Senden Sie bis spätestens am Freitag, 20. April 2012, eine Postkarte Format A6 (keine Briefe!) versehen mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an: Migros Aare, K+K, Konzert Theater Bern Industriestrasse 20 3321 Schönbühl Die Gutscheine werden aus den eingegangenen Karten verlost und im Mai den Gewinnerinnen und Gewinnern per Post zugestellt. Pro Person kann nur 1 Gutschein abgegeben werden. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Viel Glück!
Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS AARE, 3321 Schönbühl, Tel. 058 565 84 01. E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch
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LEBEN
MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
MIX | 73
IT’S A WILD WORLD
Das ewige Kreuz mit den Flugtarifen
Tourismusprofi und Redaktor Reto E. Wild
«Geschwisterkinder» kommen häufig erst an zweiter Stelle. Doch nicht nur behinderte Kinder brauchen Liebe.
Schattendasein
Geschwister behinderter Kinder fühlen sich oft vernachlässigt. Ein regelmässiger Abend allein mit Mutter oder Vater wirkt Wunder.
E
Bilder: Keystone (2)
Die Fluggesellschaft Swiss hat per 2. Ap ril 2012 die Tarife auf Langstreckenflü gen in EconomyKlasse zwischen zehn und 30 Franken verteuert. Bereits per 1. März mussten die Passagiere um 8 auf 172 Franken erhöhte Treibstoffzuschlä ge pro Flugstrecke schlucken. Damit nützt die LufthansaTochter die starke Stellung aus, die sie insbesondere im Flughafen Zürich einnimmt. Der Preis überwacher Stefan Meierhans hat be reits moniert, dass Flüge ab Zürich und Basel 2,75 und 3,5mal teurer sind als im EUDurchschnitt.
ltern sterben, Freunde oder Partner kommen und gehen. Geschwister hingegen begleiten einen meist während des ganzen Lebens. Sie sind die ersten Freunde, aber auch die ersten Konkurrenten. Sie lehren sich Liebe und Gemeinschaft, aber auch Abgrenzung und Eifersucht. Schwierig wird es, wenn in diesem sozialen Trainingscamp nicht für alle die gleichen Spielregeln gelten, etwa weil ein Kind behindert ist. Nicht alle kommen damit klar, eine Nebenrolle zugunsten eines kranken Bruders oder einer behinderten Schwes ter zu spielen. «Es gibt Geschwister, die sich übermässig anpassen, andere reagieren eher mit auffälligem Verhal ten», sagt Erziehungswissenschafterin Nora Haberthür (41), Autorin des Buchs «Kinder im Schatten — Geschwister be hinderter Kinder». «Ein Kind erlebt auch einem behin derten Geschwister gegenüber Wut und Eifersucht», so die Expertin. «Oft darf es aber diese Gefühle nicht zeigen, da ja das Geschwister behindert ist, sich nicht wehren kann.» Aufgestaute Aggressio nen und Schuldgefühle können die Fol
ge sein. In Deutschland stellen Fach leute wie der Sozialpädagoge Eberhard Grünzinger, der sich seit zehn Jahren in tensivumsogenannteGeschwisterkinder kümmert, vermehrt Depressionen fest.
■ Die Konsumenten sind diesen Tarifen
Überlastete Eltern sollten sich nicht immer ausgeliefert. Als Alternatientlasten und besser organisieren ven bieten sich Air Berlin an, EasyJet ab Darum spielen die oftmals selber über lasteten Eltern eine zentrale Rolle. «Die Lösung», so Haberthür «heisst deshalb immer Entlastung suchen und organi sieren.» Es braucht nicht viel, um Ge schwisterkindern das Gefühl von Beach tung und Wertschätzung zu schenken. Regelmässig ein Abend allein mit einem Elternteil kann schon viel bewirken. Wie viele Kinder davon betroffen sind, ist nicht bekannt. Aber es dürften in der Schweiz rund 150 000 bis 200 000 Kinder sein, leben doch in 122 000 Haushalten behinderte Kinder; bei 85 000 beeinträchtigt die Behinderung das Leben. Text: Thomas Vogel
www.facebook.com/MigrosMagazin Wie sieht es bei Ihnen aus? Schenken Sie Ihren Kinder allen gleich viel Aufmerksamkeit?
Genf oder Basel, und ab BernBelp fliegt beispielsweise SkyWork Airlines. Für einen groben Überblick auf die Tarifsitu ation hilft www.ebookers.ch weiter. ■ Es ist nicht so, dass Swiss grundsätz lich stets teuer ist. Um von günstigen Ta rifen zu profitieren, lohnt es sich, mindestens drei Monate im Voraus zu buchen und tendenziell Werktage auszuwählen. Wer beispielsweise heute vom 14.September (Freitag) bis zum 18.September (Dienstag) Zürich–Istan bul–Zürich bucht, bezahlt inklusive Ta xen und Zuschläge 250 Franken. Grund für den Spottpreis: Ab der Schweiz flie gen türkische Fluggesellschaften wie Pe gasus Airlines, die teilweise noch billiger sind. Hat Swiss ein Monopol wie ab Zü rich oder Basel nach Brüssel, lohnt sich die Anreise mit der Bahn.
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LeBen
migroS-magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
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miX | 75
5 fragen an Antje Brüning (45), Psychologin und Mitarbeiterin bei der Kinderberatungsstelle Pinocchio in Zürich, über die wichtige Rolle von Puppen und Teddybären für die kindliche Entwicklung.
«Kinder brauchen Bäbi und Teddy» 1
Verdrängen Kuscheltiere tatsächlich die erzieherisch wertvolle Puppe? («Berner Zeitung» vom 22. März) Ganzer Beitrag auf: www.migrosmaga zin.ch
Antje Brüning, Psychologie-Professorin Insa Fooken sagt, Kuscheltiere würden die Puppe verdrängen, Letztere sei aber für das Lernen von Einfühlungsvermögen wichtig. Plüschtiere dienten mehr als Trost- und Schutzspender. Ist das «Bäbi» dem Untergang geweiht?
Nein. Ich arbeitete 20 Jahre in Krippen, wo Mädchen und auch Buben mit gleichbleibender Begeisterung mit Bäbis spielten. Auch in unserer Beratungsstelle ist die Bäbi-Ecke nach wie vor sehr beliebt.
2
Soll man Puppen und Plüschtiere überhaupt gegeneinander ausspielen?
3
Sie sprechen von Teddys – gibt es denn gute und schlechte Plüschtiere?
Nein — Kinder können mit Teddys genauso einfühlsam umgehen wie mit Puppen. Sie sind ihrem Teddy innerlich oft sehr verbunden, sie füttern, wickeln und streicheln ihn genauso wie eine Puppe.
Je weniger Details eine Figur hat, desto mehr Projektionsfläche bietet sie, wodurch Kinder ihre Fantasie brauchen. Gut ist, wenn die Rolle eines Plüschtiers nicht fixiert ist — wie beim Teddy. Figuren mit festgelegtem Charakter und vielen Details lassen weniger Spielraum.
4
Soll man Kinder aktiv zum Spiel mit Puppen und Teddys hinführen?
Das wäre paradox: Symbolisches Spiel entsteht aus sich heraus. Es geht eher um die Anregung, die bei manchen Spielsachen stärker vorhanden ist als bei anderen. So sollten sich auch Eltern nicht zu sehr von billigen Massenkonsumprodukten verführen lassen.
5
Bis zu welchem Alter spielen Kinder heute überhaupt noch mit Bäbis?
Viele Zwölfjährige haben keine Spielsachen mehr zu Hause, weil sie sich dafür «zu gross» fühlen. In der Beratungsstelle oder mit jüngeren Kindern sieht man sie dann aber plötzlich hingebungsvoll spielen, auch mit Puppen. Interview: Karin Aeschlimann
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Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
neues voM zoo-Doktor
«Energy passt immer» Maurus Helfenstein (31), Fachmarktleiter Do it+Garden/ SportXX Länderpark 6370 Stans
Zoo-Tierarzt Martin Wehrle (49) berichtet jede Woche aus dem Tierpark Goldau über seine spannende Arbeit.
«
Im Horst der Bartgeier tue sich was, am Ei sei ein erstes Loch sichtbar. Dies erfuhr ich am Sonntagmorgen, zum Ende meiner Ferien, per SMS. Es war eine riesige Freude. Denn das Brutgeschäft des grössten Alpenvogels war dieses Jahr im Tierpark nicht gerade erfolgsverwöhnt — zwei Eier gingen zu Bruch. So können wir nur noch auf unser TopBrut- und -Aufzuchtpaar Mascha und Hans setzen. Nun heisst es abwarten, denn der Schlupf ist für ein Bartgeierküken Schwerstarbeit. Am Montagmorgen ist die Eischale bereits zu einem Drittel gebrochen.
1
Welches Internetradio ist Ihr Geheimtipp?
Energy Radio auf meinem Smartphone. Da finde ich für jeden Moment den passenden Sound.
2
Welches Musikstück holt Sie aus der Krise?
3
Welches ist Ihr Lieblingsinstrument?
4
Welcher Film rührt Sie zu Tränen?
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Meine Lieblingsserie im Fernsehen heisst …
6
Ihre genialste App?
«Bakerman» — von Laid Back.
Das Sousaphon, das ist ein ziemlich grosses Blasinstrument mit einem enormen Schalltrichter eine Art Tuba. Ich spiele es selber.
Der bartgeiervater steht wie ein riese neben dem flaumbällchen
Bild: Tierpark Goldau
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gefällt Mir
Bald ist das Küken ein Riesenvogel
Mit dem sogenannten Eizahn, einer zahnähnlichen Erhebung auf dem Schnabel, ritzt das Kleine die Schale Millimeter um Millimeter und stemmt sich dann mit aller Kraft gegen die beiden Eihälften, bis sie auseinanderbrechen. Auf einem Monitor im Besucherzentrum lässt sich der faszinierende Prozess live mitverfolgen. Am Dienstagmorgen ist es so weit: Das Küken ist draussen und wird von seinen Eltern gefüttert. Doch dann berichtet mir Revierleiter Martin Meister Beunruhigendes: Beim Frischgeschlüpften sei ein weisser Fleck zu sehen, genau da, wo das eine Auge sein sollte. Es könnte sich um Eischalenhaut handeln. Ich packe sterile Kochsalzlösung, Tupfer, Handschuhe und Spritze in meine Jackentasche und mache mich auf den Weg zur Voliere. Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Wir öffnen die Volierentür und klettern über die kleine Felsstufe zum Horst. Hans, der Vater, steht wie ein Riese neben dem kleinen Flaumbällchen. Er kommt auf uns zu. Mit ruhiger Stimme kann ihn Martin Meister dazu bewegen, auf einen Felsen zu fliegen. Martin steht beim Horsteingang, um einen Verteidigungsangriff der Eltern zu verhindern. Tatsächlich kommt im nächsten Augenblick Bartgeiermutter Mascha angerauscht.
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Wenn Annemarie Wildeisen auf Tele M1 Zwiebeln schneidet.
… «South Park»
… SoundHound. Diese App erkennt praktisch alle Lieder, die irgendwo zu hören sind.
Das kleine Bartgeierli ist ausser Gefahr: Die Haut der Eischale klebte zum Glück nicht auf, sondern über dem Auge.
Nun kann ich mich gefahrlos auf das Küken konzentrieren. Zum Glück klebt die Schalenhaut nicht direkt auf dem Auge, sondern knapp darüber. Durch Befeuchten mit der Salzlösung lässt sie sich leicht ablösen. Rasch verlassen wir den Horst. Am Monitor sehen wir, wie der Vater zurückkommt und das Küken sofort wieder wärmt. Wir sind erleichtert. In drei Monaten wird das momentan 150 Gramm leichte Küken hoffentlich zu einem sechs Kilo schweren Bartgeier herangewachsen sein, den wir in die Natur entlassen dürfen.
»
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Wann möchten Sie auf keinen Fall von Ihrem Handy gestört werden?
Im Kino.
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In meiner Freizeit liebe ich es …
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Meine Lieblings-Website ist …
… die Natur mit meinem Bike zu erkunden, Musik zu machen und wenn immer möglich meinen Horizont in Form von Reisen zu erweitern. … diese Frage nutze ich gerne als kleine PR-Aktivität für unsere Kleinformation: www.Drockusgle.ch
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Was machen Sie abends als Letztes?
Meiner Freundin einen Gutenachtkuss geben. Aufgezeichnet von: Daniel Schifferle
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MIGROS-MAGAZIN | Nr. 15, 10. April 2012 |
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MIGROS-BANK-RATGEBER
Bitte schafft den SMI ab! Der Swiss Market Index ist auf einem tieferen Stand als vor zehn Jahren. Das zeigt doch: Es lohnt sich nicht, in Aktien zu investieren. Ich finde, darüber sollten Sie in Ihrer Kolumne schreiben.
illustration rebekka Heeb
Daniel Lang, Leiter Produktmanagement bei der Migros Bank
Diese und ähnliche Zuschriften zeigen mir: Es ist höchste Zeit für ein Plädoyer, um die Ehre der Schweizer Aktien zu retten. Zwar gebe ich gerne zu, dass die letzten zehn Jahre für den Aktionär äusserst schwierig waren. Trotzdem: In Wirklichkeit sind Aktien viel besser als ihr Ruf. Es gäbe eine einfache, aber wirksame Massnahme, um die Aktien von ihrem schlechten Image zu befreien: Die Schweizer Börse sollte den Swiss Market Index (SMI) in seiner heutigen Form als Leitindex abschaffen. Der Vorschlag ist keineswegs so verrückt, wie er im ersten Moment erscheinen mag. Denn der SMI gibt ein irreführendes Bild über die Performance der Schweizer Aktien. Weshalb? Der SMI ist ein so genannter Preisindex: Er zeigt lediglich, wie sich die Aktienkurse entwickeln, vernachlässigt aber die Dividendenausschüttungen. Und diese machten in der Zeitperiode von 1970 bis heute nicht weniger als 40 Prozent der Gesamtrendite aus. Kurz: Der SMI stellt die Aktionäre
viel ärmer dar, als sie effektiv sind. Eine korrekte Aussage zur Vermögensentwicklung, also inklusive Dividenden, erbringt dagegen der Total-Return-Index. Zu dieser Kategorie zählen der von der Schweizer Börse stiefmütterlich behandelte Swiss Performance Index oder auch der deutsche Dax.
Über zehn Jahre eine zusätzliche Rendite von 25 Prozent Was geschähe, wenn die Börse als neuen Leitindex den SMI inklusive Dividenden verwenden würde? Statt eines Kursverlusts von 7,5 Prozent über die letzten zehn Jahre würde so für Schweizer Aktionäre ein Gewinn von immerhin 17,5 Prozent ausgewiesen. Ein erheblicher Unterschied! Noch besser sähe es aus, wenn man die Dividenden in die Punkteberechnung des SMI seit seiner Lancierung Mitte 1988 einfliessen liesse. Dann stünde der SMI aktuell nicht mehr bei 6200 Punkten, sondern viel höher: bei 10 200 Punkten (siehe Grafik). Deshalb, liebe SIX Swiss Exchange (das ist der offizielle Name unserer Börse), sorgen Sie dafür, dass die Schweizer Aktien ins rechte Licht gerückt werden. Eine Berücksichtigung der Dividenden im SMI wäre auch ein Zeichen der Anerkennung für die vielen
Hier ist der «wahre» Leitindex Der Schweizer Leitindex müsste so aussehen, wie die rote Kurve in der Grafik zeigt. 14 000 12 000 10 000 8000 6000 4000 2000 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012
SMI inklusive Dividenden
heutiger SMI
Entwicklung der Aktien im Swiss Market Index mit und ohne Dividenden. (Basis Mitte 1988)
dividendenstarken Blue Chips in der Schweiz, wie Nestlé, Novartis, Roche oder Swisscom. Freuen wir uns auf den Tag, an dem die aktuelle Börsenentwicklung in den Nachrichten wie folgt kommentiert wird: «Der SMI legte heute um 100 Punkte auf 10 300 Punkte zu.» Finden auch Sie, dass der SMI als Schweizer Leitindex die Dividenden berücksichtigen sollte? Dann unterstützen Sie unser Plädoyer unter: www.facebook.com/migrosbank
ÖKOLOGIE IM HAUSHALT
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Guter Stiel beim Gartengerät
Schritt 28: Verbessern Sie Ihre Ausstrahlung
Im April startet für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner nach den ruhigen Wintermonaten wieder die Hochsaison. Viele nutzen beim Grosseinkauf des Saatguts die Gelegenheit und ergänzen ihren Gerätepark. Ob Rechen, Gartenhäueli oder Schaufel: Echte Naturliebhaber achten dabei auf die ökologische Herkunft des Holzstiels. Das FSC-Gütesiegel bürgt dafür, dass bei der Waldwirtschaft ökologische und soziale Kriterien eingehalten werden. Tipps und Tricks für noch mehr Umweltschutz im Alltag finden Sie auf: www.wwf.ch/tipps
Energiegeladene Menschen wirken sympathischer und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Fünf Regeln. ihr Auftreten bei Anlässen der Firma, des Vereins oder bei Familienfesten prägt das Bild, das andere von ihnen haben. Ob Sie energielos oder energiegeladen rüberkommen, hängt von relativ leicht zu beeinflussenden Faktoren ab: ! ihre Kleidung: ist sie zu leger, wirken Sie «schlaff», sind Sie «overdressed», wirken Sie zu «steif». Erkundigen Sie sich, ob ein bestimmter Dresscode, eine bestimmte Kleidung erwünscht ist. ! ihr Bewegungstempo: Wenn Sie angemessen schnell gehen, signalisiert das Motivation, Zielorientierung und freudige Stimmung – aber übertreiben Sie es nicht, das kann leicht gestresst und hektisch wirken.
! ihr Gang: Ein aufrechter Gang signalisiert
Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich ein in der Mitte ihres Schädels befestigtes Schnürchen vor, das den Kopf nach oben zieht. Spüren Sie, wie sich ihr ganzer Körper aufrichtet und eine selbstbewusste Haltung einnimmt? ! ihr Blickverhalten: Suchen Sie den Blickkontakt zu den anderen. Den Blick senken wirkt abweisend. ! ihr Distanz- und Kontaktverhalten: Herumstehen und darauf warten, bis Sie angesprochen werden ist keine gute Strategie. Sie wirken interessierter, energiegeladener und aktiver, wenn Sie auf andere zugehen, besonders, wenn Sie es mit einem lächeln auf den lippen tun. In Zusammenarbeit mit www.focus.de
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Nr. 15, 10. April 2012 | Migros-Magazin |
Wenn mitten in der Stadt der Mangold blüht
Gärtnern in der Stadt, das sogenannte Urban Farming, lässt Schweizer Städte aufblühen. In Basel hat sich die junge Bewegung im Verein Urban Agriculture Basel zusammengeschlossen und kümmert sich um 25 verschiedene Projekte in der Rheinstadt.
B
eete wölben sich zu kleinen Hügelzügen, Gemüsepflanzen strecken ihre Blätter in die Frühlingssonne, dichter Klee überwuchert in leuchtendem Grün ein Beet, ein anderes ist mit kälteschützendem Stoff bedeckt. Bald wird sich der Ort in eine kräftig spriessende und blühende Oase verwandeln. An einem runden Holztisch mitten im Garten sitzen Dominique Oser (27), Tilla Künzli (26) und Bastiaan Frich (24). Alle drei sind leidenschaftliche Stadtgärtner und im Verein Urban Agriculture Basel (UANB) aktiv, der die städtischen Gartenprojekte koordiniert. Wir befinden uns im verkehrsreichen Kleinbasel im Gemeinschaftsgarten Landhof, der versteckt hinter Häuserblöcken mitten im Wohnquartier liegt. Eine Interessengemeinschaft rund um den Quartierverein und die Stadtgärtnerei hatte vor gut einem Jahr die urbanen Landwirte des UANB um Mithilfe angefragt. Sie schlugen die Schaffung eines sogenannten Permakulturgartens vor, ein Anbaukonzept, das ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit verbindet. Die Idee überzeugte sofort.
in diesem garten sind alle willkommen Und so verwandelte die Interessengemeinschaft vor einem Jahr den Teerplatz beim ehemaligen Stadion des FC Basel in eine grüne Insel. Im Mai 2011 wurde der Asphalt entfernt und der Platz mit frischer Erde gefüllt. Oser und Frich bepflanzten den Stadtacker mit Freunden und Anwohnern zusammen. Willkommen waren alle. «Am Anfang mussten wir die Anwohner richtiggehend anlocken, sie getrauten sich nicht so ganz mitzumachen», sagen die Initianten.
Doppelt profitieren: Das urbane Gärtnern im Landhof Kleinbasel ist ein Erlebnis – und füllt ausserdem den Kochtopf in der Küche.
Denn das war neu: ein Garten, in dem jeder dabei sein kann — einfach so. Auch beim Ernten. Der Gemeinschaftsgarten im Landhof war schnell ein grosser Erfolg. Nicht nur gärtnerisch, wie Bastiaan Frich betont: «Er ist mittlerweile ein sozialer Treffpunkt. Die Leute kommen am Feierabend vorbei, schwatzen, trinken eins, helfen aus oder geniessen einfach den Ort.» Jeden Mittwochnachmittag sowie samstags sind Frich und Co. hier, erklären die Pflanzen, das Funktionieren dieses Ökosystems, zeigen, welche Gemüse, Kräuter und Beeren zueinanderpassen. Experimentieren ist erwünscht: «Es gibt kein Richtig oder Falsch, die Pflanze gibt dir die Antwort.» Dominique Oser erneuert jeweils die Ämtliliste auf der grossen Wandtafel: «Jeder kann selbst auswählen, was er machen
Urban Farming erobert die Welt Die Bewegung des Urban Farming (oder Gardening) hat ihren Ursprung in New York: Die ersten Stadtgärten entstanden dort in den 70er-Jahren. Heute gibt es in vielen amerikanischen Städten Gemeinschaftspflanzungen, Dachgärten, Selbstversorgerprojekte und lebensmittelkooperativen. In der früheren Autometropole Detroit wird derzeit die weltgrösste Stadtfarm aufgebaut. Der Trend zur Selbstversorgung hat längst auch in Europa Wurzeln geschlagen. Ob in Berlin, Amsterdam, Wien oder paris: Urban Gardening ist im Trend. Auch das pflanzen zu Hause ist angesagt: Balkongemüse oder Kräuter, die in Tetrapaks oder aufgeschnittenen pet-Flaschen wachsen, gehören heute schon fast zum städtischen lebensgefühl.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
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Mit Fachwissen und Leidenschaft im Gemeinschaftsgarten: Dominique Oser, Bastiaan Frich und Tilla K端nzli (von links).
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Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
will.» Letzten Sommer ernteten sie haufenweise: «Wir waren überrascht, wie viel der Boden hergab. Wir hatten zu viele Lebensmittel», sagt Dominique Oser. Die Basler bewirtschaften den Boden mit der Technik der Permakultur. Diese Bebauung ist naturnah und nachhaltig: Es wird ein dauerhaftes, eigenes Ökosystem kreiert. «Das ist im Grunde genommen ganz einfach, wir tun das, was beispielsweise meine Innerschweizer Grossmutter aus ihrem Garten gemacht hat: einen Ort schaffen für eine grosse Vielfalt an Lebewesen, der Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen ist, und den Boden schonend bearbeiten. So bleibt das System langfristig stabil und gesund.»
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Mobile Kleingärten im Landhof, dem früheren Stadion des FC Basel: Die Pflanzkisten auf Paletten lassen sich auch auf kleinem Raum aufstellen.
Der gemeinschaftsgarten wertet das Quartierleben auf Das notwendige Fachwissen liefern Dominique Oser und Bastiaan Frich. Sie ist biodynamische Landwirtin, er studiert Biologie und Permakultur. «Der Garten deckt viele Bedürfnisse ab und ist ein
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gutes Mittel für vieles: Er wertet das Quartierleben auf, belebt, bildet, sorgt für Sicherheit, ist integrativ und führt Generationen zusammen», sagt Frich. Und nebenbei kann man im Sommer
frische Tomaten und Zucchetti fürs Znacht ernten. Zudem hat der Garten einen hohen ästhetischen Wert. «Er ist einfach schön», sagt Dominique Oser. So schön, dass kein Vandale ihn bisher
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Urbanes Gärtnern in der Schweiz ! In Basel wird am intensivsten städtisch gegärtnert. Der Verein Urban Agriculture Basel (UANB) koordiniert über 25 projekte, mehrere hundert Mitglieder und Sympathisanten sind aktiv. Es gibt regelmässig Kurse in permakulturgärtnern, gemeinsame pflanztage und Gartenfeste. Das Grundprinzip des permakulturgartens ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen ressourcen. Neben dem Gemeinschaftsgarten landhof gibt es unter anderem die UniGärten (Experimentier-, Schau- und lehrgarten für Studierende), die Essbaren inseln (pflanzinseln auf dem Areal der Gewerbe-
schule), das Nutzdach (ein projekt, das Gemüse- und Kräutergärten auf Flachdächern fördert), den perlengarten (Anlage mit mobilen pflanzkisten auf paletten für Gemüse, Kräuter und Blumen auf dem Areal Erlenmatt in Basel Nord) oder die mobilen Module Momo, die wenig platz beanspruchen, schnell aufgebaut und mit Gemüse bepflanzt werden können. Die bekannteste initiative sind wohl die «Keinkaufswagen»: Umweltdesignerin Tilla Künzli hat letzten Frühling 160 ausrangierte Einkaufswagen in mobile Gemüsegärten verwandelt und an leute in der ganzen Schweiz verteilt.
Gemüsegarten und Fischfarm in einem: Das mobile HightechGewächshaus der Hochschule Wädenswil ZH.
Bilder: Matthias Willi (2), Bastiaan Frich (1), leonore Wenzel (1), Uf Media images (1)
Sommer in den Basler Uni-Gärten: Hier können Studierende der Uni Basel im Gartenbau experimentieren – und den Kopf lüften.
verwüstet hat. Bei aller Schönheit wird aber eines oft unterschätzt: In einem Garten steckt unheimlich viel Arbeit. Zusammengezählt leisteten Oser und Frich letztes Jahr 800 Arbeitsstunden — praktisch ohne Lohn. Nur ausnahmsweise, etwa wenn sie einen Kurs leiten, erhalten sie eine kleine Entschädigung. Frich sieht das aber locker: «Das ist bei Pionierarbeit halt so.»
Chor, Jassabend, grillparty oder Yogastunde – alles ist möglich Gemeinschaftsgärten wie derjenige im Landhof sind laut der Berner Umweltpsychologin Franziska Oswald (38) ein Glücksfall für Natur und Anwohner. «Urban Farming und Gardening muss unbedingt weiter gefördert werden, denn hier entwickeln Menschen ganz unbeschwert ein Bewusstsein für die
Natur mit ihren Kreisläufen», sagt sie. Beim Gärtnern knüpften die Anwohner Kontakte. «Netzwerke wachsen, die über das Gärtnern hinaus gepflegt werden. Und die Erträge an Gemüsen und Früchten wirken sich nicht zuletzt positiv auf die Haushaltsbudgets der Beteiligten aus», sagt Franziska Oswald. Es weht viel Pioniergeist durch den Flecken Grün in Kleinbasel. Jeder ist mit seinen Ideen willkommen. Chor, Jassabend, Yogastunde, Grillpartys, Lesungen — alles ist möglich. Jedes Jahr steigen vier grosse Feste, die sogenannten Nachbarschaftsfeste. Geplant sind für die nahe Zukunft eine Sirupbar und ein Bildungsprogramm für umliegende Schulen. Urbanes Gärtnern ist aber nicht nur hip und sinnvoll, oft ist es schlicht und einfach nur schön. Texte: Claudia Langenegger
! In Bern gibt es am Centralweg im lorrainequartier im Sommer einen mobilen Gemeinschaftsgarten. Anwohner und Gartenfreunde bepflanzen das Brachland, das Ende 2012 überbaut wird, mit mobilen Beeten: Gartenkisten, mit Erde gefüllte Einkaufswagen, Töpfe. ! In Zürich sind die urbanen Farmer vielfältig aktiv: in der Gemeinschaftspflanzung Dunkelhölzli in Altstetten beackern die Städter seit 2010 kooperativ ein Feld, auf dem Hönggerberg bestellen ETH-Studierende und Mitarbeitende mit Bewohnern und Bewohnerinnen einen permakulturgarten, die Firma Urban Farmers, ein Ableger der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Wädenswil, setzt voll auf Hightech: ihre Gewächshausbox ist Fischfarm und Gemüsegarten in einem. in Zürich und Berlin steht je eine Box, eine weitere ist in Basel geplant. Urbanes Gärtnern geht aber auch ganz einfach: Seit 25 Jahren bepflanzt der Guerillagärtner Maurice Maggi in Zürich kleine Brachen auf Trottoirs und plätzen mit bunten Malven – zur Verschönerung der City.
Infos und Adressen ! Basel: Vielfältige projekte und Veranstaltungen: www.urbanagriculturebasel.ch ! Zürich: Gemeinschaftsgarten Hönggerberg: www.seedcity.ethz.ch; Gemeinschaftspflanzplatz Altstetten: www.dunkelhoelzli.ch Selbstverwaltete Gemüsekooperative: www.ortoloco.ch Hightech-Containerfarm, infos: http://urbanfarmers.ch Guerillagärtner der ersten Stunde: www.maurice-maggi.ch ! Bern: Mobiler Quartiergarten: www.centralweg.ch Gemüseanbau-initiative: www.radiesli.org ! Lausanne: Diverse projekte: www.equiterre.ch ! Genf: Gemüsekooperative: www.charrotons.org ! Nachhaltiges Gärtnern: Anpflanztipps und infos: http://balkoneden.wordpress.com ! Kurse und Infos zum Permakultur-Gartenbau: www.permakultur.ch www.permakultur-design.com www.urbanagriculturebasel.ch pflanzenkalender, Kurse und Sorteninfos: www.prospecierara.ch
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IN FORM
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Schlaflos? Später ins Bett!
Jeder fünfte Erwachsene in der Schweiz leidet unter chronischen Schlafstörungen. Ausgelöst werden diese von Stress, begünstigt aber von zu langen Schlafzeiten. In Therapien lernen Betroffene, zur Ruhe zu kommen.
G
abriela Künzli starrt auf die möglich Hilfe zu suchen — am besten beDigitalanzeige ihres Weckers: vor eine Schlafstörung chronisch wird. 01:00, 01:01, 01:02. Die 50-JähriGabriela Künzli wurde von ihrem ge ist hellwach. In ihrem Kopf fahren die Hausarzt in die Klinik für Schlafmedizin Gedanken Karussell: «Was muss ich Luzern überwiesen. «Wenn Patienten zu morgen alles erledigen? Wie geht es mit uns kommen, analysieren wir in Gespräunserem Jüngsten und seiner Lehrstelle chen und anhand standardisierter weiter?» Irgendwann schläft sie ein, für Fragebögen zunächst, ob ihre Schlafstöein, zwei Stunden, ehe um 5:45 Uhr der rung organische oder nicht organische Wecker klingelt. Tagsüber ist sie tod- Ursachen hat», erklärt Birrer die Vorgemüde, unkonzentriert, fühlt sich aus- hensweise der Luzerner Schlafexperten. gelaugt, niedergeschlagen. Vier Monate Liegen organische Probleme wie eine Schilddrüsenfunktionsstölang litt Gabriela Künzli aus Root LU unter einer schweren rung, nächtliche Atemaussetzer oder unruhige Beine Durchschlafstörung. «Etwa jeder zweite vor, müssen diese zuerst weiSchweizer klagt über geleter abgeklärt und behandelt gentliche Ein- und Durchwerden. Oftmals leiden die Patienschlafprobleme, jeder fünfte Erwachsene leidet sogar an ten jedoch unter einer sogeausgeprägten und chronannten psychophysiologinischen Schlafstörungen», Eva Birrer, schen Insomnie, einer durch betont Eva Birrer, leitende Leiterin der Klinik Stress und Konflikte im BePsychologin und operative für Schlafmedizin rufs- sowie Privatleben oder Leiterin der Klinik für Schlaf- (KSM) Luzern. durch Schicksalsschläge ausmedizin (KSM) Luzern. Tengelösten Ein- und Durchdenz steigend. Schlafmittel gehören schlafstörung. Die Betroffenen befinden mittlerweile zu den am häufigsten ver- sich in einer Art Teufelskreis. Sie können ordneten Medikamenten. In anderen In- stressbedingt nicht schlafen, setzen sich dustrieländern sieht es nicht anders aus: deshalb unter Druck. Hinzu kommen Die Anforderungen in der Berufswelt Gedanken wie «Warum liege ich ständig steigen stetig, hinzu kommen wirt- wach?», «Und was passiert, wenn ich schaftliche Unsicherheiten, die mehr nächste Nacht wieder nicht schlafen und mehr den erholsamen Schlaf rau- kann?». ben. Die Folgen des Schlafentzugs sind Darauf reagieren Betroffene meist mit gravierend: Abnahme der Konzentra- Verhaltensweisen, die dem Schlaf weiter tions- und Leistungsfähigkeit, Nervosi- abträglich sind — wie viel zu langen tät, Gereiztheit bis hin zur Depression. Bettzeiten. «Sie erhoffen sich so mehr Leiden Betroffene unter diesen Fol- Ruhe zu bekommen, um doch wieder gen, so sprechen Schlafmediziner von wach zu liegen», beschreibt Eva Birrer einer Ein- und Durchschlafstörung. Ist das Dilemma. Folge: Der Schlaf-Waches einmal so weit, helfen altbekannte Rhythmus gerät mehr und mehr durchHausmittel wie heisse Milch mit Honig, einander. Um diesen wieder ins GleichBeruhigungstees oder ein Glas Rotwein gewicht zu bringen, unterziehen sich die am Abend wenig. Psychologin Eva Birrer Patienten in der KSM Luzern einer amrät deshalb Betroffenen, so schnell wie bulanten, kognitiven Verhaltenstherapie
Zwei Wochen lang musste Gabriela Künzli ein Schlaftagebuch führen und am Handgelenk ein Aktometer tragen. Dieses zeichnete Tag und Nacht jede Bewegung auf (unten). Danach wurde der SchlafWach-Rhythmus ausgewertet.
NR. 15, 10. APRIL 2012 | MIGROS-MAGAZIN |
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– ohne Medikamente. 14 Tage lang wird in einem Schlaftagebuch alles rund um den Schlaf notiert: «Wie fühle ich mich abends, welche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich wach liege, wie fit fühle ich mich morgens?» Gleichzeitig zeichnet ein Aktometer — ein Bewegungsmesser, der wie eine Uhr ums Handgelenk getragen wird — Tag und Nacht jede Bewegung des Patienten auf. Nach zwei Wochen wird der SchlafWach-Rhythmus in der Klinik ausgewertet. «Dabei kam heraus, dass ich immer viel zu früh ins Bett gegangen bin», berichtet Gabriela Künzli, «oft schon um 21 Uhr, weil ich todmüde war.»
«schlafdruck aufbauen», lautet das rezept des Psychologen
Tipps für einen erholsamen Schlaf ! Hände weg von Kaffee und Co.: Am besten sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffein- oder teeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Schwarztee oder Cola trinken. Die Hälfte des um 19 Uhr konsumierten Koffeins ist um 23 Uhr nämlich immer noch im Körper und hält ihn wach. Achtung: Auch Nikotin wirkt auf den Körper stimulierend. ! Kein Sport am späten Abend: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Sport beim Einschlafen und Durchschlafen hilft, wenn man vier bis sechs Stunden vor dem Zubettgehen aktiv war. Trainiert man hingegen in den letzten zwei Stunden seines Tages, bringt das den Körper auf Touren. ! Leichte Speisen sind bekömmlicher: Scharfe und schwer verdauliche Nahrungsmit-
tel können Sodbrennen verursachen und den Schlaf stören. Wer also spätabends noch Hunger hat, greift besser zu leichten Snacks wie Joghurt, Crackers oder etwas Müesli. Achtung: Ein Glas Rotwein am Abend ermüdet zwar. Generell gilt der Schlaf unter Alkoholeinfluss aber als unruhiger. ! Rituale helfen: Allabendliche Spaziergänge, Yoga oder Meditation unterstützen den Körper beim Entspannen, die Gedanken kommen zur Ruhe. ! Das Schlafzimmer ist zum Schlafen da: Beim Einschlafen vor dem Fernsehgerät bleibt der Körper in erhöhter Weckbereitschaft. Deshalb sollte der Fernseher nie im Schlafzimmer stehen, ebenso wenig ein Computer, der dauernd an unerledigte Arbeiten erinnert.
In der Klinik bekam sie «spätes Zubettgehen» verordnet. Zunächst musste sie bis Mitternacht aufbleiben, dann durfte sie eine Viertelstunde früher schlafen gehen, nach einigen Wochen eine halbe Stunde. Einen Schlafdruck aufbauen, nennen das die Psychologen. «Und es hat geholfen!», sagt Gabriela Künzli. An die erste Nacht, in der sie bis halb vier durchschlief, erinnert sie sich noch heute. Ausserdem lernte sie Entspannungsübungen und viel über sogenannte Schlafmythen. Etwa, dass der Schlaf vor Mitternacht immer der erholsamste ist, was aber nicht für alle gilt. Und: Nicht jeder braucht gleich viel Schlaf, um erholt aufzuwachen. «Ich habe erkannt, dass für mich sechs bis sieben Stunden ausreichend sind», so Gabriela Künzli. «Mehr als 80 Prozent unserer Patienten kommen nach dieser Behandlung klar», freut sich Schlafexpertin Eva Birrer. Ob bestimmte Menschen eine Veranlagung für Schlafstörungen haben, ist unklar. Es sei aber auffällig, so die Psychologin, dass viele Insomniker viel von sich verlangen. Und sie schenken dem Schlaf mehr Beachtung als andere. Gabriela Künzli schläft heute wieder besser. Sie nehme das Schlafen auch nicht mehr so wichtig, sagt sie. «Wenn ich mal eine schlechte Nacht hatte, ist das kein Drama.» Auch diese Einstellung sollen die Patienten in der Schlafklinik lernen. Und was wäre, wenn sie wieder Schlafprobleme bekäme? «Dann gehe ich halt wieder später ins Bett.» Text: Evelin Hartmann Bilder: Tina Steinauer
Was bei leichten Ein- und Durchschlafstörungen hilft – hier finden Sie Tipps.
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AUTO
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Bequemer Familienwagen
Mit dem i40 Wagon lanciert der südkoreanische Autohersteller Hyundai einen Kombi den Wagen getestet. Ihr Fazit: günstig und komfortabel, aber etwas wenig Stauraum.
N
ormalerweise gehen wir ohne Auto in den Wald», sagt Roger Kluser lachend, als wir die St. Galler Familie mit dem Hyundai i40 Wagon ablichten. Die Klusers testen eine Woche lang, ob der Kombi das ihm gesteckte Ziel erreicht: Damit will Südkorea in der Mittelklasse zu Europa und Japan aufschliessen. «Er sieht sportlich aus», findet Roger Kluser. «Über die Front kann man streiten, Design ist halt Geschmackssache.»
Der Hyundai lenkt sich selbst in die Parklücke Die erste Prüfung ist der Einstieg. «Ich bin 1,86 Meter gross, da wird es um den Kopf eng», sagt der 37-jährige Elektroniker. Kaum drin, strahlt er übers ganze Gesicht. «Alles wirkt hochwertig und sauberverarbeitet.»Undauchdie40-jährige Daniela Kluser fühlt sich sofort wohl: «Das Raumgefühl ist toll, selbst hinten gibt es viel Platz für lange Beine.» Sie vermisst aber eine Durchladeluke in der Rückbank, und wenn man die Rücklehnen umklappe, sei die Fläche nicht ganz eben. «Der Laderaum ist nicht klein, aber eben durchschnittlich und für uns mit den Kindersachen eher knapp», sagt sie. Der fünfjährige Luca und der dreijährige Gian finden den Panoramablick durch das Glasdach prima. Alle vier loben die gute Geräuschdämmung, die den Kombi leise macht.
Familie Kluser (Daniela, Gian, Luca, Roger) schätzt die bequeme Fahrweise des Hyundai i40
EXPERTE
CO2-Richtwerte 170 160 150 140 130 120
161 155 149 142
134 g/km 136
130
110 100 90 80 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Hyundai i40 Wagon 1.7 CRDi 2015 sollen Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km CO2 ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten Werts (2010: 161 g/km) aus, bedeutet das für 2012 einen Richtwert von 149 g/km. Der i40 liegt mit 134 g/km bereits darunter. Weitere Infos zu unserem Bewertungssystem finden Sie unter www.migrosmagazin.ch
Kombinieren spart Sprit Das Stopp-Start-System zur automatischen Motorabschaltung – zum Beispiel beim Halt am Rotlicht – setzt sich immer mehr durch. Trotzdem schlägt es bei manchem Autohersteller noch mit einem Mehrpreis von bis über 1000 Franken zu Buche. Im Mittelklassekombi i40 von Hyundai ist sie je nach Modellversion serienmässig eingebaut oder als Option ohne Mehrpreis zu haben. Ideal ist, wenn zusätzlich Kurt Egli, Leichtlaufreifen zum Einsatz kommen und die Umweltberater Regeln des Ecodrive (www.ecodrive.ch) beherzigt werden. So wird die Fahrt zur Zapfsäule dann zum selteneren Erlebnis.
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leben
Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
aus Fernost
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auto | 89
neWs
der Mittelklasse. Leserfamilie Kluser aus St. Gallen hat
Die beiden Buben sind begeistert vom aufklappbaren Panoramaglasdach.
steCKbrieF
Kleiner Mercedes in frischem Look
Die neue A-Klasse ist eine der grossen Überraschungen des Autojahrs 2012: Der kleinste Mercedes wurde radikal neu konzipiert und ist kein Microvan mehr, sondern ein Kompaktwagen. Der 4,28 Meter kurze Fünftürer startet im September mit 109 bis 211 pS und soll ab nur 3,7 liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Die preise sind noch unbekannt.
Mitsubishi setzt auf Ökologie
Hyundai i40 Wagon 1.7 CrDi
Wagon, bräuchte aber mehr Platz, um Ausflüge zu unternehmen.
Etwas enttäuscht sind die Klusers vom Benzinverbrauch. «Statt der versprochenen 5,1 Liter benötigten wir 6,4 Liter», sagt Roger Kluser nach 850 Testkilometern. Der Mehrverbrauch hat mit den breiten Winterpneus des Testautos zu tun und damit, dass es über kein Stopp-Start-System verfügt (optional). «Unser siebenjähriger Skoda Octavia Combi ist sparsamer. Dafür gefällt der 136-PS-Diesel mit viel Kraft, sobald er das Leistungsloch bis 2000 Touren überwunden hat», sagt Roger Kluser. Gut ist hingegen das Fahrgefühl. «Der Hyundai fährt sich sehr angenehm, es ist mehr ein Gleiten als ein Fahren. Gleichzeitig wirkt er ziemlich sportlich», sagt Daniela Kluser. Zum Parkieren meint sie:
Antrieb: r4-Turbodiesel, 1685 cm3, 136 pS, 325 Nm bei 2000/min., 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: 0–100 km/h in 10,6 s, Spitze 198 km/h. Masse: l x B x H = 4,77 x 1,82 x 1,47 m, laderaum 553–1719 l, Gewicht 1723 kg. Umwelt: Verbrauch 5,1 l/100 km = CO2Ausstoss 134 g/km (Werksangaben), Energieeffizienz A. Preis: ab 39 990 Franken (Basismodell 1.6 GDi ab 30 990 Franken).
«Die Übersicht wird durch die breiten Fenstersäulen behindert. Trotzdem ist das Parken dank der Sensoren leicht.» Genial findet sie den Parklenkassistenten: «Knopf drücken, das Auto misst die Lücke und lenkt selbst hinein.» Alles in allem kommt das Auto bei den Klusers gut an. Mit knapp 40 000 Franken (das Basismodell gibts ab rund 31 000 Franken) ist der i40 preiswert; fünf Jahre Garantie sind inklusive. «Der i40 hält locker mit der Konkurrenz mit», lobt Roger Kluser: «Aber für uns käme er kaum in Frage: Unser eigener Kombi hat ein paar entscheidende Liter mehr Ladevolumen.» Text: Timothy Pfannkuchen Bilder: Oliver Lang
Mitsubishi-präsident Osamu Masuko (63, Bild) setzt auf günstige, vor allem aber grüne Autos: «Wir konzentrieren uns auf Umweltfreundlichkeit.» Bereits 2010 war Mitsubishi mit dem i-MiEV Elektropionier. Anfang 2013 startet der neue Outlander, der auch als plug-in-Hybrid kommt, und im gleichen Jahr rollt ein E-Kleinwagen an.
Toyota kommt mit Ladestation im Juli bringt Toyota den prius als plug-inHybrid, der zu Hause aufladbar ist, auf den Markt. in der Schweiz wird im (noch nicht definierten) preis eine Heimladestation (inkl. Montage) inbegriffen sein, die Alpiq liefert und installiert. Auch M-way, das Migros-Kompetenzzentrum für E-Mobilität, arbeitet bei der ladeinfrastruktur mit Alpiq E-Mobility zusammen.
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migros-magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
leseraktion
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Gemütlich: Die alten Bauernhäuser stehen mitten in der Burgen- und Vulkanlandschaft Hegau.
Action auf dem Bauernhof
tiere streicheln, armbrust schiessen und kutsche fahren zum spartarif: erleben sie auf einem 400 Jahre alten süddeutschen Gutshof einen tag lang spass und erholung für die ganze Familie.
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Abenteuerlich: Schussfahrt auf dem Flying Fox in saftig grüner Natur.
D
en Alltag weit hinter sich lassen, ohne eine lange Reise zu unternehmen? Dann ist die Lochmühle Eigeltingen genau das Richtige. Es handelt sich um einen rund 400 Jahre alten Bauernhof mit 350 000 Quadratmeter Fläche, der nur eine halbe Stunde Autofahrt von der Schweizer Grenze entfernt im Süden des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg liegt. Das traditionsreiche Anwesen mitten in einer idyllischen Landschaft ist heute ein vielfältiger Freizeitpark für kleine und grosse Besucher. Hier gibts neben feinem Essen verschiedenste Arten von Spiel, Spass, Spannung und Action. Wer will, entspannt sich bei einer gemütlichen Kutschenfahrt oder erfüllt sich den Bubentraum, selber mal einen Traktor zu lenken. Abenteuerlustige wagen die Teilnahme an einem Motocross mit Vierradmotorrädern, oder sie erkunden den Steinbruch. Dort gibts auch den Flying Fox, eine Seilbahn, die Freizeitparkgäste in rauschender Schussfahrt über das Krebsbachtal und wieder zurück befördert. Auch die kleinen Gäste kommen auf ihre Kosten: Für sie gibts
Rasant: Motocross mit dem Vierradtöff auf der Schotterbahn.
einen grossen Spielplatz und einen Streichelzoo, sie können auf einem Pony reiten, auf einer Mini-Eisenbahn mitfahren oder einen kleinen Traktor lenken. Der Besuch des Parks lohnt sich aber auch wegen der Umgebung: Hier gibts viel unberührte, saftig grüne Natur. Denn die Lochmühle Eigeltingen liegt im Naturschutzgebiet Krebsbachtal im Herzen der Burgen- und Vulkanlandschaft Hegau. Text: Michael West Weitere Infos unter: www.erlebnisagentur.ch
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migros-magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
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Auflösung Nr. 14: LEGENDE Gewinner Nr. 13: Katharina Gaus, Lyss BE; Etelka Lerch, Wilen b. Wollerau SZ; Yvonne Pfister, Bellach SO; Hans Hartmann, Diepoldsau SG; Rico Wüst, Oberriet SG Gewinner «Zusatz» Nr. 13: Sonja Wälti, Ostermundigen BE; Lucie Thomaser, Gränichen AG; Heidi Bachmann, Pfungen ZH; Griselda Bachmann, Zug ZG; Rudolf Münger, Grüningen ZH
rätsel & spiele 96 2 |
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UnterhaltUng
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Nr. 15, 10. April 2012 | Migros-Magazin |
QUIZ: GESAMTWERT 300 FRANKEN
Gewinnen Sie 3 × eine Migros-Geschenkkarte im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was kann einem vor Wut hoch kommen? T
Galle
S Leber
G Niere
2. Wo arbeitet ein Gemmologe in der Regel? A Bäckerei
U Juweliergeschäft
T
Zoo
3. Wie heisst der Meister des «Rösslein Hü»? R Peter
S Paul
M Thomas
4. Wie viele Asteroiden sind bis heute in unserem Planetensystem bekannt? P 13
E
ca. 1000
M über 500’000
5. Welcher Künstler trug den Spitznamen «Jack the Dripper»? E
Jack London
B Jack Butler Yates
A Jackson Pollock
Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2012, 24 Uhr
6. Wo liegt die «Schneekoppe»? S Glarner Alpen
L
Riesengebirge
D Schwarzwald
7. Von welchem Tier wird das Haar für einen Violinbogen benötigt? A Fuchs
E
Marder
I
Schimmel
8. In welcher Stadt war von 1992 bis 2004 der Kaugummiverkauf verboten? N Singapur
M Bangkok
L
Hongkong
2
3
4
5
6
7
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Auflösung Nr. 14: FLOETIST Gewinner Nr. 13: Sabine Möckli, Frauenfeld TG; Hans Hönger, Worblaufen BE; Dieter Bucher, Zuchwil SO
Lösungswort: 1
Und so nehmen Sie teil
Telefon Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD2 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel
8
PAROLI: GESAMTWERT 300 FRANKEN
Gewinnen Sie 3 × eine Migros-Geschenkkarte im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Raster ein. Der Lösungscode ergibt sich aus den orangen Feldern von links unten nach rechts oben. Die Lösung ist eine Buchstabenfolge, die kein Wort ergibt.
R
ADENAUER AL T ERUNG ATHLET I K BUKAREST ERLAUBEN MA C L A I N E ME U T E R E R NACHREDE OBERHALB RE LAT I ON
Auflösung Nr. 14: TTCCT Gewinner Nr. 13: Martial Amsler, Mörigen BE; Werner Glaus, Brienz BE; Pascal Mösli, Gossau SG
Und so nehmen Sie teil
Telefon Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD3 gefolgt vom Lösungscode, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 AHESR Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2012, 24 Uhr Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.
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rätsel & spiele
Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
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BIMARU
BRÜCKEN
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen. www.bimaru.ch
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Linien (Brücken) dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Kreuzungen, diagonale Brü3 cken und Verbindungen mit mehr 3 3 2 4 als 2 Linien sind nicht erlaubt. 3 2 1 www.raetsel.ch/bruecken
1 3 0
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Auflösung Nr. 14:
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3
0
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RÄTSELSPASS UH
S
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2
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2 3
Auflösung Nr. 14: 3 6 5 3
3
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5 2 2 2
3 4
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4 1 4
2
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3 3
3
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C
B
Deutschland D E G
N
Frankreich Italien
H
I M
Z R
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L L I
Z
A
BELLINZONA
MONTREUX
T
B
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N
BERN
X
K
J
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Deutschland: C, E, G, M; Frankreich: B, F, K, N; Österreich: A, H, I, O; Italien: D, J, L, P
E
ZERMATT
M
H
LUZERN
BASEL
L Z N
R
ZÜRICH
L
T
Österreich
F
NEUHAUSEN
S B
Z
7
A
Hast du gewusst? Der Lago Maggiore mit 193 Metern über Meer ist der tiefste und die Dufourspitze ist mit 4634 Metern über Meer der höchste Punkt der Schweiz. Und dazwischen gibt es eine Menge zu entdecken. Und entdecken ist eines von Ninas Lieblingshobbys in den Ferien. Kennst du die Ortschaften, die sie schon besucht hat? Sie hat dir zur Hilfe ein paar Buchstaben eingetragen und je ein Wahrzeichen der Region fotografiert.
M
3
3
Die Schweiz ist mehrsprachig und das ist sehr praktisch. Weisst du warum? Wenn du mehrere Landessprachen beherrschst, kannst du dich mit den Menschen aus den Nachbarsländern unterhalten. Tobi macht das wahnsinnig gerne und lernt dabei viel über andere Kulturen. Darum hat er aus jedem unserer Nachbarländer typische Dinge mitgebracht. Weisst du, welche Gegenstände zu welchem Land gehören?
AUF ENTDECKUNGSREISE
B
2
3
3
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GUTE NACHBARSCHAFT
KINDEREGGE
N
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KOMM IN DEN LILIBIGGS CLUB
Auf dich warten Prämien, Spiele, Rätsel, das Club-Magazin und tolle Veranstaltungen. Kostenlos anmelden unter:
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Kompetente Journalisten und Journalistinnen schreiben für Sie in Schweizer Zeitungen und Zeitschriften über Aktualitäten und ihre Hintergründe. Damit Sie besser informiert sind und sich eine eigene Meinung bilden können. Bestellen Sie jetzt per Mausklick ein Probeabo Ihrer gewünschten Zeitung oder Zeitschrift auf www.presseabo.ch. Ihre Schweizer Zeitungen und Zeitschriften.
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rätsel & spiele
Migros-Magazin | Nr. 15, 10. April 2012 |
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SUDOKU: GESAMTWERT 500 FRANKEN
Gewinnen Sie 5 × eine Migros-Geschenkkarte im Wert von je 100 Franken! 7 4
1
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6
Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.
2
8 5 2 7 6 5 3 1 7 8 4
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Und so nehmen Sie teil
8 6
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Telefon Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD4 gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 234 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel
Auflösung Nr. 14: 421 5 3 7 8 6 1 9 2 4
4 9 8 2 3 7 5 1 6
2 6 1 4 9 5 8 7 3
1 2 5 7 4 6 3 8 9
9 8 6 5 2 3 7 4 1
3 7 4 9 1 8 6 5 2
7 4 3 6 8 2 1 9 5
Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.4.2012, 24 Uhr Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.
8 1 2 3 5 9 4 6 7
6 5 9 1 7 4 2 3 8
Gewinner Nr. 13: Miriam Rothen, Allschwil BL; Roland Brunner, Gossau SG; Beatrix Mattmann, Steffisburg BE; Betty Jeanneret, Cressier NE; Christine Pricaz, Genf GE
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iMpressUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 558 918 Exemplare (WEMF Oktober 2010) leser: 2 349 000 (WEMF, MACH Basic 2011-2) Adresse Redaktion und Verlag: limmatstrasse 152, postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12
Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch
Produzent: Andrej Abplanalp (AA) Korrektorat: Heinz Stocker
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Leiter Migros-Medien: lorenz Bruegger
Ressort Reportagen: Sabine lüthi (sbl, leitung), Almut Berger (AlB), ruth Brüderlin (brü), Nathalie Bursac´(nb, Volontärin), Yvette Hettinger (YH), ralf Kaminski (rK), Daniel Schifferle (dse, verantw. leben), reto E. Wild (rw)
Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Schmid (leitung), rea Tschumi Chefredaktor: Hans Schneeberger (HS) Stv. Chefredaktorin: Jacqueline Jane Can (jjc) Chef vom Dienst: philipp Jordan (pj)
Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (si, leitung), Jean-Sébastien Clément (jsc), Béatrice Eigenmann (be), Andreas Dürrenberger (DÜ), Christoph petermann (cp), Daniel Sägesser (ds), Michael West (M.W.)
Ressort Shopping & Food: Jacqueline Jane Can (jjc, leitung), Gerda portner (Gp), Heidi Bacchilega (HB), Anna Bürgin (AB), Dora Horvath (DH), Sonja leissing (Sl), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein (NO), Claudia Schmidt (CS), Jacqueline Vinzelberg (JV), Anette Wolffram (A.W.) Layout: Daniel Eggspühler (Art Director), Marlyse Flückiger, Werner Gämperli, Nicole Gut, petra Hennek, Gabriela Masciadri, Tatiana Vergara Lithografie: rené Feller, reto Mainetti Prepress: peter Bleichenbacher, Marcel Gerber, Felicitas Hering Bildredaktion: Olivier paky (leitung), Franziska Ming,
Susanne Oberli, Helen van pernis New Media: Sarah Ettlinger (leitung), reto Meisser, Nicole Demarmels, pascal Ochsenbein Sekretariat: Stefanie Zweifel (leitung), imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Nadja Thoma Geschäftsbereich Verlag: patrick Wehrli (leitung), verlag@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 70 Fax: 058 577 13 71 Anzeigen: Thomas Brügger (leitung), Yves Golaz, Hans reusser, Gian Berger, Kurt Schmid anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73
Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Nicole Thalmann (leitung), Verena de Franco, Christine Kummer, Janine Meyer, Danielle Schneider, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Carina Haid (leitung), Maya Bächtold Media-Services: patrick rohner (leitung), Tabea Burri Abonnemente: Sonja Frick (leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01 Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Druck: Büchler Grafino AG, Bern Tamedia AG, Zürich, ringier print Adligenswil AG
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Termine: Diverse Daten in Zürich 6. Mai (18.30 Uhr), 10. Mai (19.30 Uhr), 22. Mai (19.30 Uhr), 24. Mai (19.30 Uhr), 28. Mai 2012 (14.30 Uhr) Preis: Fr. 104.– statt Fr. 130.– / Fr. 88.– statt Fr. 110.– / Fr. 64.– statt Fr. 80.– / Fr. 52.– statt Fr. 65.– / Fr. 40.– statt Fr. 50.– Profitieren: Tickets erhalten Sie bis zum 16. Mai 2012 oder so lange der Vorrat reicht unter www.migros.ch/cumulus im Bereich «Veranstaltungen». Geben Sie bei der Bestellung Ihre Cumulus-Nummer ein. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass zu den im Cumulus-Ticketshop kommunizierten Ticketpreisen eine Bearbeitungsgebühr pro Bestellung anfällt. Pro Cumulus-Karte maximal vier Tickets. Mehrfachbestellungen werden ohne Rücksprache storniert. Weitere Informationen: www.topact.ch Viele weitere Events zum Vorzugspreis gibt es unter www.migros.ch/cumulus und an ausgewählten Vorverkaufsstellen.
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meine Welt 102 |
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lorenz pauli
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NR. 15, 10. APRIL 2012 | migros-magazin |
«Ich bin ein Hin und ein Her»
Kinderbuchautor, Kindergärtner, Verslischmied: Ex-Banker Lorenz Pauli ist ein Tausendsassa. Mit Geschichten Elefanten und Tram, die sich ineinander verlieben, holt der Stadtberner Kinder jeden Alters ab. Seine beiden
Name: Lorenz Pauli (45) Sternzeichen: Nähmaschine, Aszendent: Rollschuh. Wohnort: 3012 Bern
Warum leben Sie in Bern? Weil ich ein Überzeugungstäter bin: Ich bin in Bern zur Welt gekommen, bin in Bern zur Schule gegangen, habe meine Stifti bei der Berner Kantonalbank gemacht. Wenn ich mal nach Ostermundigen muss, kriege ich schon nasse Hände. Wo würden Sie gerne leben? Ausser in Bern? In Astrid Lindgrens Bullerbü. Beruf und Lebenslauf: Kindergärtner, Schriftsteller, Schausteller. Nach einer Banklehre besuchte ich das Kindergartenseminar Marzili in Bern. Seit 1989 arbeite ich als Kindergärtner in Zollikofen, aktuell 40 Prozent. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf der Bühne stehe, schmeiss ich unseren 4-Personen- und 2-KatzenHaushalt. Was ich mag: Leben und Lachen. Pizza Frutti di Mare, die versetzt mich in unsere Ferien in Kalabrien zurück. «Dr. House» schauen, das Montagsritual meiner Frau Claudia und mir. Zusammen glotzen tut manchmal einfach gut. Was ich nicht mag: Hochnebel. Wenn er sich aber zu mir runter getraut, der Hochnebel, dann finde ich ihn völlig okay. Was ich an mir mag: Meine Fantasie und der daraus resultierende gute Draht zu Kindern. Dass ich sehr gut mit dem Chaos umgehen kann, das ich jeweils überall veranstalte. Was ich an mir nicht mag: Ich bin ein Hin und ein Her, sprich sehr unentschlossen. Die Inspiration für meine Texte: Meine Kinder Luzia (7) und Emil (9), meine Kindergärtler, aber auch meine eigene Kindlichkeit, die ich mir recht stark bewahrt habe. Inspiration lässt sich aber auch erzwingen: Durch einen Schreibbeginn ergibt sich automatisch auch eine -fortsetzung. Mein Motto: Ich bin einzigartig, aber nichts Besonderes. Text: Almut Berger Bilder: Christian Benedikt
www.mupf.ch
meine passion
«Füürle. Wenn ich im Chochöfeli in unserem Ferienhaus stochern darf, bin ich ein glücklicher Mensch. Ab und zu heizen wir auch mit meinen Drechselarbeiten: Ich drechsle schlecht, aber gern.»
mein FluCHtort
«Unser Ferienhüsli bei Schwarzenburg BE. Meine Frau Claudia hat es vor fünf Jahren in der Zeitung entdeckt. Während die übrigen Interessenten vor allem wissen wollten, wie es mit den Ausbaumöglichkeiten und dem Handyempfang aussieht, kam ich mit dem Verkäufer, einem Bauern aus der Gegend, übers Holzen und Füürle ins Gespräch. Das hat uns wohl schlussendlich den Zuschlag verschafft.»
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 15, 10. APRIL 2012 |
MEINE WELT
LORENZ PAULI | 103
MEINE LIEBSTEN
«Emil und Luzia kommen jeweils über Mittag nach Hause. Meine Frau und ich wechseln uns beim (Be-)Kochen ab, bei mir ist das Chaos in der Küche aber jeweils das grössere. Heute wollte ich eigentlich gesunden Spinat unter die Lasagne schummeln, habe ihn aber im Frigo vergessen.»
vom Chamäleon-Mädchen Emma oder vom eigenen überzeugt er mit seinen Kochkünsten.
MEIN AUSSENARBEITSPLATZ
«Zweimal pro Woche trifft man mich im Kindergarten in Zollikofen an. Eigentlich sollte ich hier nur für drei Monate einspringen. Unterdessen sind es 22 Jahre.»
MEIN TICK
«Ich sammle Emailleschilder mit der Aufschrift ‹Défense d’afficher – Plakatieren verboten.› Als ich die Wand in meiner Werkstatt neu getäfert hatte, weckte das bei allen Familienmitgliedern Begehrlichkeiten. Nun ist allen klar: Hier wird nichts aufgehängt!»
MEIN PRODUKT
«Blévita-Guetsli. Nachdem die Migros die Sorte mit dem rosa Pfeffer aus dem Sortiment genommen hat, bin ich auf Mohn umgestiegen. Darf ich einen Antrag stellen, liebe Migros? Versuchs doch mal mit einer Variante mit Curry!»
MEIN GRÖSSTER FAN
«‹Kokosnuss mit Ryssverschluss› heisst meine aktuelle CD. Einen Reissverschluss hat auch diese Kokosnuss. Gebastelt hat sie mein grösster Fan. Wer das ist? Das ist ein Geheimnis!»
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