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Migros magazin 14 2018 d aa

Page 1

Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Fake News: Darum haben sie ein leichtes Spiel S. 20

Airbnb: ein Segen fĂźr die Schweiz? Seite 6

MM14, 3.4.2018 www.migrosmagazin.ch

Fabrice Zumbrunnen Ăźber die Zukunft der Migros Seite 38

Ex-Acapickel Fritz Bisenz

Barbara Hutzenlaub ganz privat Bild: Ennio Leanza / Keystone

Seite 102

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@migrosaare.ch


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V Editorial

5, 18, 382, 435 Von Joël Kiassumbua gibt es kein Panini-Bildchen. Die Demokratische Republik Kongo, für die der ­Goalie des FC Lugano spielt, hat sich nicht für die kommende Fussball-WM in Russland qualifiziert. Statt auf e­ inem Klebebildchen finden Tausende von Schweizer Sammlern, die seit vergangener ­Woche die l­ egendären Fussballerbildchen kaufen, tauschen und ein­kleben, das Porträt des 25-Jäh­ rigen im Migros-­Magazin (ab Seite 18). Aber ging in der abgelaufenen WM-Qualifi­kation überhaupt alles mit rechten Dingen zu? Hätten sich der Kongo, Holland oder Italien nicht doch qualifizieren müssen? War nicht dieser eine, matchentscheidende Penalty so gewollt, gesteuert gar? Vom Schiedsrichter, vom Fussballverband, von der Fifa oder vom Fussballgott höchstpersönlich? Auch der Fussball ist nicht frei von Verschwörungstheorien. Im Gegenteil!

Bilder: Christian Schnur, Alberto Bernasconi

Doch Verschwörungstheorien ranken sich nicht nur um den schönen Fussballsport, ­sondern auch um vermeintlich wichtigere Themen wie die Mondlandung oder al-Qaidas Angriffe auf die USA am 11. September 2001. Wegen des Internets und der sozialen Medien sind diese Theorien und ihre An­hänger so sichtbar wie nie zuvor. Was es mit Verschwörungstheorien auf sich hat und was ihr Ursprung ist, lesen Sie im Interview mit dem Amerika­nistik-Professor Michael Butter (ab Seite 20). Apropos Sichtbarkeit und ­Panini: Mir fehlen unter ­anderem noch die ­Bildli mit den Nummern 5, 18, 382 und 435.

MM14, 3.4.2018  3

Inhalt Menschen 6  Diese Woche

Ist die Plattform Airbnb gut für den Schweizer Tourismus?

8  Game over? Von wegen!

Dank Sammlern und Bastlern werden Flipperkasten, Pac Man und Co. noch lange klimpern

17  Bänz Friedli

18 69  Potz Blitz, ist das sauber! 70  Bereit zum Frühlingsputz

18  Joël Kiassumbua

Der 25-jährige Schweizer ­Fussballer hütet das Tor für die Demokratische Republik Kongo

73  Neues aus Ihrer Region

20 Interview

Leben

Der Amerikanistik-Professor ­Michael Butter über grassierende ­Verschwörungstheorien

Migros-Welt 32  Grosser Jahresrückblick 38  Migros-Chef im Interview Fabrice Zumbrunnen über die grosse Verantwortung der Migros

42  Delegiertenversammlung 45  Migusto: Spargeln 62  Brot des Monats 65  Farmer: weniger Zucker 66  Brainfood für Kreative

Reto Vogt, Mitglied der Redaktions­leitung Migros-Magazin a.i. reto.vogt@migrosmedien.ch

Aktionen, Reportagen, News

79  1, 2 oder 3? 80 Familie

Kinder lieben Waldspiel­gruppen

86  Powerfood fürs Hirn 89  Stadt, Land, Stutz 91  Migros Bank 93 Kinderfrage 95 Glücksgriff 96 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus 102  Meine Welt

Ex-Acapickel Fritz Bisenz

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns

Lesung Die chinesische Schriftstellerin und Filmerin Xiaolu Guo liest aus ihrer Biografie: am 6. April, um 19.30 Uhr, im Kulturzentrum Songtsen House, Zürich

MM14

Ausstellung im Aargauer Kunsthaus gibt es bis 8. April «Wild Thing» zu sehen: Schweizer Kunst der 1980er-Jahre

Unnützes Wissen

Scrabble ... ... gibt es auch in den Sprachen Arabisch, Chinesisch, Russisch und in Blindenschrift. Scrabble ist Nationalsport in Senegal.

Mein Bild der Woche «Beim Reisen fällt einem auf, was anderswo anders ist als zu

Bilder: Roberto Ricciuti/Getty Images, Ed Simons/Alamy, Marco Zanoni

Regula Bührer Fecker (38) ist ­Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommu­­ni­kation und ­zweifache Mutter.

Hause. In meiner ‹Déformation professionelle› als Werberin ist das der Umgang mit Sprache. Wie hier, auf Bussen. Wenn ich lese: ‹Sorry, ich bin nicht im Dienst›, finde ich das um Welten sympathischer als unser ‹Dienstfahrt›. Allein die Tat­sache, dass der Bus sich dafür entschuldigt, mich nicht fahren zu können, bewirkt bei mir eine Umstellung von Aufregen in Akzeptieren. Denn Sprache ist, wie wir die Welt erleben. Und darauf reagieren. Vielleicht sollten sich Schweizer Institutionen, Dienstleister und Behörden überlegen, mit Sprache nicht nur Infos rüberzubringen. Sondern die Stimmung aller zu beeinflussen.»

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie?

Liebste App: Mail-App

Dominique Kohler (60), Projektleiter, Bern So informiere ich mich: «Mit der ‹Tagesschau›, dem ‹Bund› und natürlich im Internet» Dafür bin ich zu alt: «Für Snapchat und Instagram» Da bin ich analog: «Die Zeitung lese ich immer auf Papier.»

Die Sängerin Taylor Swift hat zu Weihnachten 2012 ein Scrabble-Spiel und Katzenfutter von ihrer Familie geschenkt bekommen. Nigel Richards, Weltmeister im französisch­en Scrabble, spricht kein Französisch – er hat innerhalb von neun Wochen das Wörterbuch auswendig gelernt. Alfred Butts, der Erfinder des ScrabbleSpiels, hat die Buchstabenwahrscheinlichkeit im Englischen anhand des Buchstaben­ vorkommens in der «Sunday Evening Post» und in der «New York Times» ermittelt. Quelle: Neon/Stern


6  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

Gerade in den Bergen tauchen immer mehr Mietobjekte bei Airbnb auf.

Diese Woche

Der Fremde in meinem Bett

Zahlen und Fakten

2008

80000 Betten waren in der Schweiz im Juni 2017 auf Airbnb verfügbar. 23 000 davon im Kanton Wallis.

44

Prozent der Mietobjekte auf Airbnb werden von einer Person vermietet, die mehr als eine Unterkunft auf der Plattform anbietet. Quellen: Aargauer Zeitung, Tourobs

Mieterinnen und Mieter sollen ihre Wohnung künftig einfacher auf der Buchungsplattform Airbnb anbieten können – das will der Bundesrat. Aber was bringt Airbnb dem Schweizer Tourismus eigentlich? Text: Lisa Stutz, Andrea Freiermuth

W

er in die Ferien fährt, lässt seine Wohnung oft für Wochen leer stehen. Doch während man das eigene Bett nicht braucht, könnte jemand anderes darin schlafen – und dafür bezahlen. Deshalb bieten immer mehr Schweizerinnen und Schweizer ihr Zuhause Gästen aus der ganzen Welt an. Was ist aber, wenn man selber zur Miete wohnt? Nach geltendem Gesetz müssen Mieter bei jeder Untervermietung das Einverständnis des Vermieters einholen. Nun

will der Bundesrat das Mietrecht der Airbnb-Zeit anpassen und hat Änderungsvorschläge in die Vernehmlassung geschickt: Mieter sollen eine generelle Zustimmung zu wiederholter kurzzeitiger Untervermietung einholen können. Dies soll Angebote auf Buchungsplattformen vereinfachen. Die Änderung würde laut Bundesrat die Administration verschlanken. «Für Besitzer ist das nur nachteilig», findet hingegen Monika Sommer vom Hauseigentümer­ verband Schweiz. Der Vermieter

könne bereits heute eine generelle Zustimmung zur Untervermietung erteilen. Zudem lasse sich nicht prüfen, ob das Objekt gemäss vertraglichem Zweck genutzt werde. Positiv steht der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband der Änderung gegenüber: «Die heutigen Regeln bringen Mieter in Schwierigkeiten», so Generalsekretär Michael Töngi. AirbnbGäste jedes Mal zu melden, sei für den Mieter aufgrund der Fristen nicht möglich. «In dieser Zeit sind die Feriengäste schon längst wieder weg.»

Bilder: Gaetan Bally / Keystone (2), zVg (3)

ging die US-Firma Airbnb unter dem Namen Airbedandbreakfast als Couchsurfing-Plattform live.


MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  7

Martin Nydegger

Strassenumfrage

«In den Bergregionen haben die Vermieter gemerkt, dass Airbnb eine gute Plattform ist» Haben Sie selber schon mit Airbnb irgendwo übernachtet? Ich muss gestehen: nein. Ich habe zwar die App, bin aber leider noch nie dazu gekommen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich Airbnb nicht gut fände. Aber geschäftlich bin ich oft in Hotels und schätze den Service. Der Bundesrat will, dass Mieterinnen und Mieter ihre Wohnung einfacher auf Buchungsplattformen anbieten können. Ist das gut oder schlecht für den Tourismus in der Schweiz? Da gibt es kein Schwarz oder Weiss. Wenn deshalb der Wohnraum knapper wird, ist es schlecht. Wenn sich Leute illegal einmieten, ist es auch schlecht. Wenn aber mehr Menschen in der Schweiz eine Unterkunft finden, das Angebot plötzlich erschwinglich wird und bei Grossevents mehr Betten zur Verfügung stehen – dann ist es gut. Ich glaube, die Liste der Vorteile ist länger. Kämen durch die Änderung tatsächlich mehr Touristen in die Schweiz? Die grossen Plattformen wie Airbnb bringen ganz klar mehr Touristen. Sie betreiben aktiv Marketing, indem sie Kunden neue Reiseziele vorschlagen. Sehr viele Anbieter auf Airbnb sind kommerziell ausgerichtet. Es ist nicht so, dass nur Privatpersonen ihren Wohnraum anbieten. So auch die Migros-Tochter Interhome. Ist das gut, wenn Unternehmen auf Airbnb mitmischen? Warum nicht? Der Gast merkt nicht, ob er in einer Interhome-Wohnung lebt oder in einer anderen. Er ist froh, dass er in einer passenden Wohnung übernachten kann. Airbnb ist nur der Vertriebskanal. Stellt Airbnb eine Konkurrenz für Hotels dar? Klar, aber das gilt ganz grundsätzlich: Ferienwohnungen sind eine Alternative zu Hotels. Schliesslich geht es um die Vorlieben der Gäste. Viele mögen eine eigene Küche, andere

Nutzen Sie Airbnb?

ziehen das Frühstücksbuffet im Hotel vor. Aber haben Hotels und Airbnb-Vermieter die gleich langen Spiesse? Sagen wir es so: Sie haben zunehmend gleich lange Spiesse. Noch nicht am Ziel sind wir in Sachen Taxen. In Basel und Zug werden mittlerweile Taxen eingezogen. Die sollen möglichst bald auch in den anderen Kantonen eingeführt werden. Airbnb hat ein grosses Interesse, nicht in die Schmuddelecke gestellt zu werden. Das weiss ich aus erster Hand – ich bin in regem Austausch mit den Verantwortlichen.

Martin Nydegger (47) ist seit Januar 2018 Chef von Schweiz Tourismus.

Julia Schreieck (19), Maturandin, Innsbruck (A): «Airbnb ist super, wenn man ein kleines Budget hat. Weil man privat nächtigt, knüpft man leicht Kontakte zu Einheimischen und lernt das Land so besser kennen.»

Was können Hotels tun, um sich zu positionieren? Sie müssen sich jeden Tag neu bewähren. Gegenüber Airbnb, aber auch gegenüber dem Hotel auf der anderen Strassenseite und dem am Sandstrand. Es gibt Gäste – und da gehöre ich zufälligerweise dazu –, die das Hotel wählen, weil es vieles bietet. Vor allem in Bergregionen steigen die Airbnb-Angebote. Warum? Weil es dort meistens viele klassische Ferienwohnungen gibt. Und die Vermieter haben nun gemerkt, dass Airbnb eine gute Plattform für sie ist.

Justin Leslie (34), Künstler, Kapstadt: «Airbnb ist praktisch – und oft sehr persönlich. Mit etwas Glück erhält man vom Besitzer noch eine Einladung auf ein Glas Wein oder ein paar Sightseeing-Tipps.»

Städte wie New York oder Berlin kämpfen wegen Wohnungsmangels gegen Airbnb. Wer ist wichtiger: Einheimische oder Touristen? Die Bedürfnisse der Einheimischen haben natürlich oberste Priorität. Sonst werden beliebte Quartiere von Touristen überrannt. Ich denke aber nicht, dass dies bei uns passiert. Worin liegt eigentlich der Reiz, im Bett eines Fremden zu schlafen? Weltweit wächst der Tourismus. Die Leute reisen mehr und sind deshalb erfahrener. Hotels kennen sie schon. Sie suchen das Unbekannte und interessieren sich für den Lebensstil der lokalen Bevölkerung. Was liegt da näher, als in der Wohnung eines sogenannten Locals zu leben? MM

Till Zurbuchen (17), Hort-Angestellter, Winterthur ZH: «Ja, mit schlechtem Gewissen. Airbnb untergräbt den Markt. Privatanbieter sollten verpflichtet werden, die gleichen Abgaben wie Hotels zu zahlen.»


8  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

Im Spielsalon von Ivo Vasella in Zürich blinkts, klingelts und sprichts. Manchmal stöhnt es sogar.

Sammler

Spielhöllenhimmel

Professionell betriebene Spielhallen sind in der Schweiz rar geworden. Doch in Garagen, Stuben und Hobbyräumen haben Sammler private Spielsalons eingerichtet. Über eine fast schon nostalgische Faszination und die Lust am Automatenspiel. Text: Andreas Bättig  Bilder: Daniel Winkler


MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  9

Im Reich zweier ­Sammler:

www.migmag.ch/ spielsalon

Ivo Vasella

Der Sammler, der gern restauriert Es gibt keinerlei Hinweis darauf, was sich hinter der Stahltür eines Fabrik­ gebäudes in einem ehemaligen In­ dustriegebiet in Zürich verbergen könnte. Eine unscheinbare Treppe führt ins Untergeschoss. Nichts ver­ rät, dass sich hier die grösste private Spielhölle Zürichs, wenn nicht der Schweiz, befindet. Ein langer schma­ ler Gang führt zu einer weiteren Tür. Dahinter: ein Raum von 250 Quadrat­ metern. Hier stehen über 100 Spiel­ geräte, davon mehr als 50 Flipper­ kästen einer neben dem anderen, nach Jahrzehnten geordnet. Der älteste Kasten stammt aus dem Jahr 1932, der neueste aus 2016. Sie alle sind funktionstüchtig. Blinken, klin­ geln, sprechen. Der Raum beherbergt auch eine kleine Bar, die Theke besteht aus ausgedienten Flippern, in einer Ecke stehen rote Diner-­ Bänke, wie man sie aus amerikani­ schen Filmen kennt. Spielsalon, Bar, Museum

«Outlane» nennt Ivo Vasella sein Spielparadies, das er seit gut drei Jahren betreibt. «Das Outlane ist ein Drittel Bar, ein Drittel Museum und ein Drittel Spielsalon», sagt der 50-Jährige, der den Raum zusammen mit Freunden eingerichtet hat. Wer hier zocken will, der muss Vereins­ mitglied werden oder den Raum für einen privaten Anlass mieten. Der Mitglieder­beitrag beträgt 100 Fran­ ken pro Jahr. Für Vasella, gelernter Architekt und in der Kommunikation tätig, unkomplizierter Kumpeltyp, ist das Spiel­lokal ein Hobby. Geöffnet ist es zweimal im Monat, Donnerstag- und Freitagabend. «Mein Ziel ist es, dass ich jeden Monat auf eine schwarze Null komme. Damit ich die Miete von 2500 Franken bezahlen kann», sagt Vasella. Zwar können die 80 Vereinsmitglieder an den Flipper­

kästen nicht gratis spielen – ein Spiel kostet einen Franken – doch Geld lässt sich damit nicht mehr verdienen. «Das will ich auch nicht. Mir geht es eigentlich darum, diese wunderschönen Flipperkästen zu zeigen.» Jeder von ihnen wider­ spiegle den Zeitgeist, der in dem Jahrzehnt, in dem das Gerät gebaut wurde, gerade angesagt war. In den 60er-Jahren war es das Thema Weltraum, in den 80ern Fantasy, in den 90ern waren es vor allem Block­buster. Heutige Kästen haben Fernseh­serien zum Thema, etwa «Game of Thrones». Wenn der Flipperkasten stöhnt

Jeden der Flipper seiner Sammlung hat Ivo Vasella eigenhändig geflickt und restauriert. Er macht das schon seit 30 Jahren. Die Sammlung sei eigentlich nur ein Nebenprodukt seiner Leidenschaft für das Restau­ rieren von Flippern. «Mich fasziniert die Technik, die Mechanik, die in diesen Geräten steckt. Man muss sich das einmal vorstellen: Die Stahlkugel, die im Kasten hochgeschossen wird, ist 80 Gramm schwer und erreicht Geschwindigkeiten von 40 Kilome­ tern pro Stunde. Der Flipper muss also ziemlich robust sein. Gleichzeitig ist in moderneren Kästen sensible Elektronik verbaut.» Fast zu jedem Flipper kann Vasella eine Anekdote erzählen. Einer seiner Flipperkästen macht während des Spiels Geräusche, als würde jemand stöhnen. Das Gerät sei noch in den 80-Jahren nicht überall auf­gestellt worden: Die Geräusche fand man zu vulgär. In Vasellas Spielsalon hin­ gegen wird der Kasten noch lange stöhnen dürfen. «Solange ich die Miete zahlen kann, will ich den Raum weiter betreiben. Ich habe noch genug Flipper, die ich restaurieren will.»


Publireportage

BEI DIABETES DAS HERZ NIE VERGESSEN Die Zuckerkrankheit schädigt nicht nur Augen und Nieren, sondern auch Herz und Gefässe. Nur merken das die meisten nicht. Das hat Konsequenzen für die Therapie.

Prof. Roger Lehmann, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung, UniversitätsSpital Zürich

Knapp die Hälfte aller Menschen mit Diabetes weiss nichts von ihrer Erkrankung. Derweil schädigt der erhöhte Blutzucker die Blutgefässe und das Herz unaufhörlich und unwi­ derruflich. «Während die Schäden an Augen, Nerven und Nieren vor allem zu einer Beeinträchtigung der Le­ bensqualität führen, sind die Folgen für das Herz oder Hirn meistens töd­ lich», sagt Prof. Roger Lehmann von der Klinik für Endokrinologie, Dia­ betologie und Klinische Ernährung, UniversitätsSpital Zürich. Wiederum die Hälfte aller Patien­ ten mit Diabetes hat eine Gefässer­ krankung des Herzens, des Hirns oder der grossen Beingefässe. Bei über einem Viertel aller Personen mit Diabetes über 60 Jahre findet sich eine Herzinsuffizienz bezie­ hungsweise ein schwaches Herz. Die Prognose ist äusserst ungünstig. Prof. Lehmann: «Rund ein Drittel die­ ser Patienten versterben innerhalb von einem Jahr.» Herzinsuffizienz verläuft schleichend Verhängnisvoll ist, dass die Herzinsuf­ fizienz schleichend verläuft und häu­ fig gar nicht bemerkt wird. Typisch bei Diabetes ist, dass die Herzmus­ kulatur steifer und weniger elastisch wird, so dass die Füllung des Herzens beeinträchtigt ist. Das macht meist noch keine Symptome. Ist die Pump­

funktion des Herzens eingeschränkt, führt dies zu Beschwerden wie Leis­ tungsabfall, Müdigkeit, Atemnot bei Anstrengungen oder geschwollene Beine. Aber auch dann werden diese oft fälschlicherweise dem Alter zu­ geschrieben. Somit wird die Chance vertan, die Herzschwäche zu diagnos­ tizieren und zu behandeln. Wie kommt es bei Diabetes über­ haupt zur Herzinsuffizienz? Prof. Lehmann: «Zu viel Zucker, Fett und Produkte aus dem Zuckerstoffwech­ sel sowie oxidativer Stress schädi­ gen das Herz von Menschen mit Dia­ betes. Die Herzmuskelzellen sterben ab oder wandeln sich in Bindege­ webe um. Das Herz verliert so an Beweglichkeit, Elastizität und Kraft, was zu einer schlechteren Füllung des Herzens und zu einer reduzier­ ten Pumpfunktion führt – mit den entsprechenden Beschwerden.»

beziehungsweise das Fortschreiten von Herz­ und Gefässerkrankungen bei Diabetes möglichst frühzeitig verhindern. Inzwischen verfügt der Arzt über Wirkstoffe, die nicht nur den Blut­ zucker senken, sondern auch das Herz und die Gefässe schützen be­ ziehungsweise die Hospitalisations­ rate sowie die Sterblichkeit deutlich verringern. «Die Studienergebnisse haben dazu geführt, dass die Be­ handlungsleitlinien angepasst wur­ den», sagt Prof. Lehmann. «Heute muss man früher mit Kombinations­ behandlungen intervenieren, wenn ein Risiko für das Herz besteht. Und man sollte dazu Wirkstoffe ein­ setzen, die wissenschaftlich breit ab­ gestützt sind.» www.sgedssed.ch

Früherkennung und Frühbehandlung sind das A und O Wie so oft in der Medizin sind Früh­ erkennung und Frühbehandlung das A und O. Um die Prognose zu ver­ bessern, sollte man bei allen Per­ sonen mit Diabetes daran denken, dass eine Herzinsuffizienz vorliegen kann, die sich mit einfachen Labor­ untersuchungen und dem Ultraschall bestätigen lässt. Oder die Patienten sollten mit Medikamenten behan­ Mit freundlicher Unterstützung von delt werden, welche das Auftreten Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH


MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  11

Raymond Cornu

Der leidenschaftliche Spieler

In Raymond Cornus Garage stehen fünf Flipperkästen. Sie haben für ihn ein Geschlecht: «Die Flipperkästen sind weiblich.»

Auch Raymond Cornus Leben dreht sich um Flipperkästen. Er ist jedoch kein Restaurateur, sondern ein leidenschaftlicher Spieler. Für ihn sind seine Flipper keine kühlen Maschinen. Diese Apparate haben eine Seele. «Die Flipperkästen sind weiblich. Sie stecken voller Über­ raschungen. Man weiss nie, was als Nächstes passiert», sagt Cornu mit einem charmanten Waadtländer Akzent. «Ausserdem muss man beim Spielen mit ihnen gefühlvoll umgehen. Wie mit einer Frau eben.» Fünf Flipper stehen in Cornus Garage in Zofingen AG. Mehr passen nicht hinein. Hier spielt der 73-Jäh­ rige täglich im Neonlicht, zwischen Vorratsregal und Gartenschlauch. Im vergangenen Jahr hat er 640 Stunden gespielt. Woher er das so genau weiss? Der ehemalige Buchhalter hält die Spieldauer täglich in einem Notizbuch fest, und das seit Jahren. Laut Cornu besteht ein Flipperspiel zu 75 Prozent aus Können und zu 25 Prozent aus Glück. Fünf Kugeln hat ein normales Flipperspiel. Wer wissen wolle, wie gut er spiele, könne sich an folgende Formel halten: «Wenn das Spiel weniger als

15 Minuten dauert, ist das schlecht. 15 bis 20 Minuten ist ok. Zwischen 20 und 25 sind schon gut. Über 30 Minuten sind Spitzenklasse.» Cornu schafft die 30 Minuten in der Regel locker. Das Flippern hält ihn jung

Schon als Lehrling ist Cornu den Flipperkästen verfallen. Damals spielte er noch in Beizen. Ziel war es, sich Freispiele zu erflippern. «Am Flipperkasten kamen alle zusammen. Deutschschweizer, Romands, Italie­ ner, Spanier. Wir haben geflippert und Bier für 45 Rappen die Stange getrunken.» Das war 1963. Seinen ersten eigenen Flipperkas­ ten bekam Cornu zum 60. Geburtstag von seiner Frau und seinen Kindern geschenkt. Seither ist das Flippern seine Methode zu entspannen. «Wenn ich nervös bin, dann gehe ich in die Garage», sagt Cornu. Einen Finger kann Raymond Cornu mittlerweile nicht mehr zum Spielen gebrauchen. Zu sehr hat er ihn strapaziert. «Das macht nichts. Ich benutze einfach einen anderen.» Denn ans Aufhören denkt er nicht. «Flippern hält mich jung.»

Manuel Meyer

Der Tüftler und Bastler Ziemlich voll ist auch Manuel Meyers Garage in Tennwil AG. Hier stehen keine Flipper, sondern mehr oder weniger moderne Computerspiel­ automaten. Solche, die man aus klas­ sischen Spielhöllen kennt: Mit nach­ gebauten Gewehren lassen sich auf dem Computerschirm Zombies ab­ schiessen, in Simulatoren können Autorennen gefahren werden. Damit die 15 sogenannten Arcade-­ Automaten gerade stehen, hat der 38-Jährige extra einen Holzboden aus Span­platten in seine Garage gebaut. Im Winter schützt Meyer die Geräte mit einem Entfeuchter vor Schäden. Noch mehr Automaten passen in seine Garage nicht hinein.

Tor auf: Zum Vorschein kommt Manuel Meyers kleines Paradies mit Computerspielautomaten.


12  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

Manuel Meyers Garage ist voll. Er plant, sie zu vergrössern.

Deshalb möchte er sie vergrössern. «Früher standen meine Automaten noch in der Küche. Ich bin froh, dass mir nun eine grosse Garage zur Verfügung steht.» Münzen aller Art

Seine Liebe zu den elektronischen Spielkisten entdeckte Meyer bereits als Kind. «In den Ferien in Spanien und Italien standen an jeder Ecke solche Geräte. Sie waren ein Elternschreck. Ich musste immer gleich daran spielen. Damals habe ich mir nicht träumen lassen, dass ich selber einmal solche Automaten besitzen würde.» Vor sieben Jahren kaufte Meyer den ersten Spielautomaten. Seither sucht er online nach Schnäppchen. Je nach Zustand könne ein Gerät zwischen 150 und 2200 Franken kosten. Meyer, gelernter Informatiker, setzt die Automaten wieder instand. Er öffnet sie, überprüft die Elektronik. Dabei findet er manchmal in den Schlitzen Geld. «Aus einem Automaten konnte ich mal 40 Franken herausholen.» Manchmal sind es auch Münzen ausländischer Währungen, beispielsweise Yen. Bei Meyer steht das Basteln mehr im Vordergrund als das Spielen. «Klar game ich auf den Automaten auch. Ich muss ja schauen, ob alles funktioniert.» Etwa zweimal im Jahr kommen Freunde zu Meyer nach Hause zum «Game and Grill». «Wir fangen am Nachmittag mit dem Spielen an und hören irgendwann nach Mitternacht auf.»

Andy Osterwalder

Der Raritäten-Stöberer Dass Spieleautomaten nicht modern sein müssen, um cool zu sein, zeigt die Sammlung von Andy Osterwalder. Viele seiner Automaten sind fast 100 Jahre alt. Sie stammen aus einer Zeit, als Münzspielautomaten in Restaurants an den Wänden hingen, aus den 1920er- oder 1930er-Jahren. Gut 100 Stück gibt es in Osterwalders Wohnung in Basel – auch skurrile und nicht jugendfreie. An einem Gerät aus den 50er-Jahren muss der Spieler möglichst hohe Stromstösse aus­ halten. Dafür legt er seine Hände auf zwei Metallgriffe, durch Drehen des einen Griffs kann die Strom­stärke erhöht werden. «Das kann schon heftig werden», sagt der 50-Jährige. Bei einem anderen Automaten, dem «Circle of Pleasure» von 1905, können nach dem Zahlen eines Pennys durch eine Guckbrille zehn erotische Stereobilder von barbusigen Schönheiten bestaunt werden. Ein Foto nach dem anderen wird dem Betrachter ratternd präsentiert.

Andy Osterwalders Sammlung ist nicht nur zum Spielen da: «Circle of Pleasure» heisst der Automat mit Erotikbildern.

«Damals war das ein Highlight. Das kann man sich in Zeiten des Internets gar nicht mehr vorstellen.» Überraschungsfund Mäusegerippe

Osterwalder, gelernter Elektriker, der in der Informatik arbeitet, restauriert die Geräte und achtet darauf, nur Originalteile oder zumindest Materialien zu verwenden, die es zu der betreffenden Zeit gab. Manchmal gibt es eine eklige Überraschung, wenn er einen alten Automaten zum ersten Mal öffnet. «Ich entdeckte schon ein Mausgerippe und ein Mäusenest im Innern. Das war schon unangenehm.» Osterwalder wird im Internet oder bei befreundeten Händlern fündig. «Manchmal lagern die Geräte in Scheunen oder Dachböden.» Er investiert meist mehrere Hundert Franken. Sein wertvollstes Objekt ist mittlerweile mehr als 5000 Franken wert. Gespielt wird in seiner Wohnung übrigens selten. «Ich finde die Automaten optisch einfach schön.»

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MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  15

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Interview

«Flipperkästen stehen in ganz normalen Wohnungen, aber auch in Luxusvillen» Thomas Schwab, werden Spielautomaten wie Flipper­ kästen in Zeiten von Handy­ games und Computerspielen überhaupt noch gekauft? Ja. Aber mit dem Unterschied, dass heute mehrheitlich ­Private sich solche Automaten anschaffen. Früher standen die Flipperkästen in Spiel­ salons und vielen Restaurants. Das gibt es inzwischen fast nicht mehr. Flipperkästen fin­ den sich heute in der Stube oder in einem extra eingerich­ teten Spielzimmer. Wer interessiert sich für solche Flipperkästen? Viele Leute, die früher als ­Studenten in Beizen zur Ent­ spannung geflippert haben. Für sie sind die Geräte Nostal­ gie. Ansonsten sind die Käufer bunt durchmischt. Für Repa­ raturen bin ich sowohl in ganz normalen Wohnungen wie auch in Luxusvillen unterwegs. Grundsätzlich kann man sagen, dass eher Menschen ab 40 Flipperspieler sind. Sie haben den Platz und das nötige Kleingeld.

Bild: André Urech

Kaufen auch Frauen solche Kästen? Kaum. Aber wenn sie es tun, sind es so richtig Angefressene. Frauen interessieren sich mehr für die Jukeboxen. Was macht einen guten ­Flipperkasten aus? Er muss viele Spielmöglich­ keiten haben und logisch ­aufgebaut sein. Guter Sound gehört ebenfalls zu einem

Thomas Schwab (53) betreibt in Fraubrunnen BE ein Geschäft, wo Flipper- und Jukeboxautomaten gekauft, restauriert und gemietet werden können. Kunden begrüssen ihn oft mit «Flipperdoktor».

ordentlichen Kasten. In die Flipperkästen der neuesten Generation wird heute ­modernste Computertechnik verbaut. Früher war das alles elektromechanisch. Woher kommen die ­erfolgreichsten Flipper­ kästen? Aus den USA. Die sind im Bau der Kästen eindeutig die Nummer eins.

33%

Spielen Sie privat eigentlich auch? Nein, ich bin ein absoluter Nichtspieler. Mich interessiert mehr das Drumherum der Flipper: die Technik, die Geschichte. Wenn einer kaputt­ geht, liebe ich die technische Herausforderung und lasse nicht locker, bis das Gerät wieder läuft. MM

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Fotos : Alexandra Wey

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de n: Di re kt on lin e sp en nd e pe ns rie ca rit as .ch /sy Amal Mahmouds Mann wurde von einer Rakete getötet, ein Bruder im Krieg ermordet, ein anderer ist verschollen.

Amal (43): Weiterleben in den Trümmern von Aleppo

Syrien: Unmittelbare Hilfe in grosser Not Auch nach sieben Jahren Krieg ist das Leid vieler Menschen aus Syrien riesig. Sie kämpfen zwischen Ruinen oder als Vertriebene fern von ihrem Zuhause ums Überleben. 6,5 Millionen Menschen haben allein in Syrien nicht genug zu essen, 5,3 Millionen wohnen in mangelhaften, unsicheren Unterkünften. Weitere 5,5 Millionen flohen aus ihrem Land und leben ohne Hoffnung auf baldige Rückkehr in ähnlich prekären Verhältnissen. Mit Hilfe ihrer Spenderinnen und Spender unterstützt die Caritas die Menschen in Syrien und den Nachbarländern Libanon und Jordanien dabei, ihr Überleben zu sichern. Sie finanziert einfache, unverzichtbare Dinge des täglichen Bedarfs: Nahrungsmittel, Kleider, ärztliche Versorgung, Decken oder Windeln, ein sicheres Dach über dem Kopf. Sie sorgt dafür, dass Menschen auf der Flucht Arbeit bekommen und Flüchtlingskinder zur Schule gehen können.

Der Krieg hat Amal Mahmoud* (43) alles genommen: ihren Mann, ihr sicheres Zuhause, ein würdevolles Leben. Nun kämpft sie in den Trümmern von Aleppo um das Überleben ihrer Familie. Doch ihre Kräfte schwinden. Mit Spenden aus der Schweiz kann ihr die Caritas die Last etwas leichter machen. <wm>10CAsNsjY0MDQx0TUxtDSyMAAAmZbfKA8AAAA=</wm>

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«Sie haben mein Zuhause zerschossen», sagt Amal und blickt auf eines der behelfsmässig vernagelten Fenster ihres Hauses. Manchmal erkennt sie ihr Leben nicht wieder. Amal wohnt mit drei Töchtern, der Schwiegertochter, ihrer Enkelin und ihren Eltern in Ostaleppo – zwischen Trümmern, ohne Elektrizität oder ausreichende Wasserversorgung. Fast alles, was die Familie besass, hat sie verloren. Ihr Haus ist schwer beschädigt und bis auf ein paar Matten praktisch leer. Eng beieinander schlafen alle in einem kargen

Raum, um sich warmzuhalten. Das Gas zum Heizen ist ihnen ausgegangen. Geld für neues hat Amal nicht. Seit dem Krieg sind die Preise explodiert: Zehnmal mehr muss Amal heute für alles bezahlen. Sie arbeitet als Hausangestellte. Ihr Einkommen muss die ganze achtköpfige Familie ernähren. Fast fünf Jahre ist es her, seit Amal ihren Mann verlor. Als er ein paar Habseligkeiten vor der Zerstörung retten wollte, wurde er von einer Rakete getroffen. Amal kommen die Tränen, wenn sie davon erzählt. Auch ihre Brüder fielen dem Krieg zum Opfer. Seither lastet alles auf ihren Schultern: der Haushalt, die Kinderbetreuung und die Erwerbsarbeit. «Ich muss nun Vater und Mutter sein», sagt sie mit fester Stimme. Mit aller Kraft kämpft sie für ihre Familie. Von der Caritas bekommt sie immer wieder Hilfsgüter. Dafür ist sie sehr dankbar: «Mir tut alles weh. Ich bin erschöpft und froh, dass mir die Caritas etwas von meiner Last nimmt.» * Name und Vorname wurden zum Schutz der Person geändert.

Mehr Informationen über Amal Mahmoud und ihre Familie finden Sie unter: dasrichtigetun.caritas.ch

Spendenkonto: 60-7000-4 Für Online-Spenden: caritas.ch/syrienspende

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W

MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  17

Bänz Friedli

Das kleine blaue Shirt

Bild: Vera Hartmann

Wenn die Tage wärmer werden, wandert unser «Italia»-Shirt wieder durch den Siedlungsgarten. Vorigen Samstag habe ich es von meinem Fenster aus zum ersten Mal erspäht. Unverkennbar, das Leibchen: azurblau, mit weissen Bündchen an den kurzen Ärmeln, einem Italien-Wappen auf der Brust und der Rückenaufschrift «Italia». Ich wollte ihm schon zuwinken, dem vertrauten Trikot, denn ich weiss noch, wie ich es auf einem Markt für 10 000 Lire erwarb. Noch vor dem Euro war das, und mir ist, als wärs gest… Ach, lassen wir das ewige Von-früher-Erzählen. Wir Älteren nerven damit nur. Jedenfalls wollte ich dem blauen Shirt zuwinken, als ich merkte, dass ich den Buben gar nicht kannte.

Bänz Friedli (52) feiert ein Wiedersehen.

Aber das Shirt! Gekauft in der Nähe von Rom, im Sommer 1998. Unsere Tochter war noch nicht auf der Welt, doch sie wurde schon vor ihrer Geburt dazu verknurrt, mit meinen Azzurri zu fiebern. Damals meinte ich Anfänger noch, Väter könnten ihre Kinder beeinflussen. Und es funktionierte dann ja sogar eine Weile. An einem Juli-Abend des Jahres 2006 wurden wir zusammen Weltmeister, meine Tochter und ich. Wir mussten leise jubeln auf dem Sofa, als Grosso den entscheidenden Elfmeter versenkte; der Rest der Familie schlief schon. Sie aber, die Erstklässlerin, hatte sich noch mal zu mir in die Stube geschlichen. Ihr war das Shirt damals schon zu klein, sie hatte es ihrem Bruder vererbt, dann reichten

wir es dem Aaron vom oberen Stock weiter. Der gab es dann dem Finn, von da ging es ins Nach­barhaus und so fort. Anfänglich kannte ich die Kinder noch mit Namen, vergangene Woche habe ich nur noch das Trikot wieder­ erkannt, nicht aber den kleinen Blonden. Unsere Kinderkleider wandern, und das ist wunderbar, denn wenn ich winters im Quartier einem Mädchen in der knallgelben Daunenjacke begegne, die unserem Sohn gehörte, versetzt mich das in die Zeit zurück, da er zum ersten Mal auf ein Snowboard stand und auf Anhieb behände darauf fuhr. «Dr Hans kanns!», rief der Leiter der Snowboardschule begeistert vom Bügellift, und es wurde ein geflügeltes Familienwort. All die Erinnerungen an … Okay, ich wollte nicht von früher sprechen. Aber das Wiedersehen berührt mich, und ich bin froh, war es mir stets zu umständlich, Gebrauchtes im Internet zu verhökern und dann vielleicht für eine alte Packung Lego noch 13 Franken zu bekommen. Lieber verschenkte ich das Zeug in der Nachbarschaft. Und dank seines zweiten, dritten und nun schon siebten Lebens wird das alte «Italia»Shirt mich durch den Sommer begleiten und ein bisschen darüber hinwegtrösten, dass die Azzurri heuer … Aber darüber möchte ich wirklich nicht reden. MM Bänz Friedli live: 5.4. Schönenwerd SO, 6./7.4. Flaach ZH

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Danke


18  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

Joël Kiassumbua

Spagat zwischen zwei Kontinenten Joël Kiassumbua ist Goalie beim FC Lugano – und in der Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo. Dieses Hin und Her war zu Beginn nicht leicht, aber inzwischen hat sich der Schweizer mit kongolesischen Wurzeln an die scharfen Kontraste gewöhnt. Text: Ralf Kaminski  Bild: Alberto Bernasconi


MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  19

A

ls er 2015 erstmals mit der kongolesischen National­ mannschaft am Flughafen in Kinshasa ankam, traute Joël Kiassumbua seinen Augen nicht. Eine riesige Menschenmenge war zur Begrüssung gekommen, Leute weinten, warfen sich vor ihm auf die Knie und küssten ihm die Schuhe. «Ich war so überwältigt, dass mir die Tränen kamen. Es war völlig surreal.» Und das, bevor der Schweizer Fussballer, der als Goalie für den FC Lugano spielt, das erste Mal für den Kongo im Tor stand. «Für viele Menschen dort ist Fussball der Lebens­inhalt, ihr Ein und Alles, sie haben sonst nichts.» Also verfolgen sie die Karrieren von Spielern mit kongolesischen Wurzeln intensiv, egal, wo auf der Welt sie spielen. «Sie wussten wirklich alles über mich.»

Bild: Sunday Alamba/AP/Keystone

Grosse Verehrung, plötzliche Wut

Die Begeisterung ist so gross, dass Fans schon mal 100 Kilometer zu Fuss marschieren, um ein Trainings­ spiel zu verfolgen. «Wenn wir in Kinshasa trainieren, schauen manch­ mal 30 000 Leute zu, das haben wir hier in der Schweiz, wenns gut läuft, bei einem Länderspiel», sagt Kias­ sumbua. Im Kongo sind es schnell mal 100 000. Um die Spieler von ihren begeisterten Fans abzuschirmen, ist die Mannschaft stets mit Polizei­ schutz unterwegs, teilweise sogar mit bewaffneten Soldaten. «Solchen Schutz kriegt im Kongo sonst nur die Regierung», sagt der 25-Jährige, «aber so ähnlich ist unser Status halt auch.» Das alles kann allerdings rasch kippen: Als die favorisierte Mann­ schaft im November die Qualifika­ tion für die WM 2018 verpasste, ergoss sich eine Welle von Wut und Enttäuschung über die Spieler. Kiassumbua sass beim entscheiden­ den Spiel zwar auf der Ersatzbank, war aber gleichermassen Ziel­ scheibe. «Was wir da zu hören be­ kamen, war weit unter der Gürtel­ linie und ist nicht druckbar», sagt er und seufzt. «Die Leidenschaft der Kongolesen ist enorm.» Enorm ist auch der Kontrast zwischen den beiden Welten. «Ein­ fach ist das nicht, wenn man vom euphorischen, bunten Kinshasa in die graue Schweiz zurückkehrt.» Doch sie ist seine Heimat, eine andere hat Kiassumbua nie gekannt. Seine Schweizer Mutter und sein Vater, ein Flüchtling aus der Demo­ kratischen Republik Kongo, haben

sich bei der Arbeit in einer Wäscherei in Luzern kennengelernt und ver­ liebt. Seine ältere Schwester und er sind in Luzern aufgewachsen, sie war bis heute noch nie im Kongo, er 2015 das erste Mal, als er das An­ gebot für die Nationalmannschaft erhielt. «Wir haben zwar Verwandte dort, aber eben auch an vielen ande­ ren Orten auf der Welt. Eine Reise dorthin hatte sich nie ergeben.» Entsprechend fremd war ihm der Kongo zunächst auch. Allein die Hauptstadt Kinshasa hat doppelt so viele Einwohner wie die Schweiz, das Land ist riesig, die Politik unruhig, im Osten gibt es bewaffnete Konflikte. Trotz reicher Bodenschätze ist der Grossteil der Bevölkerung bitterarm. Inzwischen hat Kiassumbua aber auch auch kongolesische Elemente an sich ent­ deckt: «Die Lebensfreude, das Über­ sprudelnde habe ich schon in mir, und das geniesse ich im Kongo.» Aber genauso wird er immer wie­ der damit konfrontiert, dass er eben doch «ein richtiger Schweizer» ist, auch wenn es sein ganzes Leben lang immer wieder Leute gab, die dies wegen seiner Hautfarbe an­gezweifelt haben. «Wenn ein Termin in Kin­ shasa um 13.30 Uhr beginnt, bin ich der Ein­zige, der wirklich pünktlich ist, die anderen kommen zehn oder fünfzehn Minuten später.» Dass sich Kongos Nationalmann­ schaft für ihn interessierte, ist seinen Erfolgen im Schweizer Fussball zu verdanken. Dem jungen Joël war immer alles leichtgefallen, in der Schule hatte er gute Noten, ohne sich gross anstrengen zu müssen, und auch im Fussball lief alles rund, bis er 2009 in Nigeria mit der Schwei­­zer U17-Nationalmannschaft Welt­ meister wurde. Nach einer Krise zu Gott gefunden

«Seither hatten mich die Kongolesen auf dem Radar», erzählt er. Doch das war auch der Beginn einer beruf­ lichen und persönlichen Krise. «Der Erfolg stieg mir zu Kopf, ich konnte als 17-Jähriger damit nicht umge­ hen.» Anstatt zu arbeiten und zu trai­ nieren, ging Kiassumbua an Partys, hatte diverse Frauengeschichten und liess sich mit Leuten ein, die ihm nicht guttaten. Als sich sein Lebens­ stil auch beruflich auswirkte und er 2011 plötzlich ohne Mannschaft dastand, zog er die Notbremse. «Gott hat mir dann wieder auf den richtigen Weg zurückgeholfen»,

sagt er heute. Kiassumbua ist in einer religiösen Familie aufge­ wachsen, die regelmässig eine Freikirche besucht. Doch während der Teenagerjahre trat der Glaube in den Hintergrund; mit Unter­ stützung seines Vaters fand er in der Krise wieder zu ihm zurück. «Seither hat sich mein Leben stark verändert, ich bin ruhiger geworden, fokussierter, habe andere Menschen um mich herum.» In Zürich entdeckte er dann die Freikirche ICF für sich, die der Single nun auch in Lugano besucht, wenn er Zeit hat. Die neue Erfolgssträhne nach der Krise führte Kiassumbua 2015 nicht nur in den Kongo, wo er von seinen bisher fünf Spielen drei gewonnen hat. Sie brachte ihm im vergangenen Sommer auch einen Wechsel vom FC Wohlen, wo er fünf Jahre lang sehr erfolgreich gespielt hatte, zum

FC Lugano in die Super League. Dort rechnet er sich gute Chancen für eine Weiterentwicklung aus, die ihm spä­ ter neue Türen öffnet, vielleicht so­ gar in die britische Premier League, der grosse Traum des Arsenal-Fans. Auch für den Kongo steht schon die nächste grosse Herausforderung an: Dieses Jahr beginnen die Quali­ fikationsspiele für den Afrika-Cup, der im Sommer 2019 in Kamerun stattfindet. «Das müssen wir schaffen, alles andere wäre eine Katastrophe», sagt Kiassumbua. «Wenn wir uns da nicht für die Gruppenphase qualifi­ zieren, dann brennt der Baum.» Denn als Nationalspieler habe er eigentlich nur eine Auf­gabe: «dem Land Glücks­ gefühle bescheren». Er wird alles daransetzen, das auch zu tun. MM

Joël Kiassumbua und Star­stürmer Dieumerci Mbokani bei einem Trainings­ spiel der kongole­ sischen National­ mannschaft beim Afrika-Cup 2017.


20  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

«Der Lauf der Welt wird von Zufall und Chaos bestimmt» Michael Butter

Das Bedürfnis, hinter allem einen Sinn zu sehen, ist der Ursprung aller Verschwörungstheorien, sagt der Amerikanistik-Professor Michael Butter. Ein Gespräch über weisse Männer ab 40, die Wunderwaffe Bildung und den smartesten Verschwörungstheoretiker der Schweiz. Text: Ralf Kaminski Bilder: Berthold Steinhilber


MENSCHEN | MM14, 3.4.2018  21

Behält Verschwörungstheoretiker im Auge: der deutsche Amerikanist Michael Butter


22  MM14, 3.4.2018 | RUBRIK

Michael Butter, haben Sie eine persön­ liche Lieblingsverschwörungstheorie? Ja, einen Klassiker: dass die Amerikaner gar nie auf dem Mond waren und die ­Landung 1969 in einem TV-Studio inszeniert worden ist. Weshalb gerade diese? Sie war die erste Verschwörungstheorie, die mir bewusst begegnete, als ich 1999 in Grossbritannien studierte. Auf der ersten Seite eines Magazins ­standen alle «Beweise» dafür, und ich war im ersten Moment total fasziniert und überzeugt. Dann blätterte ich um, und auf den nächsten Seiten wurde dann jeder einzelne dieser ­«Beweise» derart plausibel entkräftet, dass nichts davon übrig blieb. Ich mag sie auch, weil sie nicht rassistisch, sexistisch oder antisemitisch ist, also, verglichen mit anderen, relativ harmlos. Welche Verschwörungstheorien werden besonders gern geglaubt? Zu den bekanntesten gehört neben der zur Mondlandung die zu 9/11: dass nicht die al-Qaida die Flugzeuge ins World Trade Center steuerte, sondern dass die USA selbst ­dafür verantwortlich waren, um einen Vorwand für die Kriege in Afghanistan und im Irak zu haben. Laut einer Umfrage im ver­ gan­genen Jahr glauben nur 13 Prozent der Deutschen daran, dass die Mondlandung getürkt war, hingegen glauben ein Viertel bis ein Drittel, dass 9/11 sich anders abspielte als ­offiziell bekannt ist. In den USA gibt es eine Studie, nach der die Hälfte der Amerikaner an mindestens eine Verschwörungstheorie glaubt. Diese Ideen finden sich also nicht mehr nur an den Rändern der Gesellschaft. Welche ist in Europa weitverbreitet? Die vom «grossen Austausch», dass also eine grosse, gezielte Islamisierung des Kontinents stattfindet – entweder von der Nato, der CIA oder vom US-amerikanischen ­Investor George Soros geplant. Inzwischen bewegen sich die Anhänger dieser Theorie im zweistelligen Prozentbereich, in einigen Ländern, etwa Ungarn, sind es wohl mehr als in anderen, weil diese Ideen dort Teil der staatlichen Propaganda sind. Wie müssen Verschwörungstheorien be­ schaffen sein, damit sie funktionieren? Es braucht drei Elemente: Nichts geschieht durch Zufall. Alles ist miteinander verbunden. Nichts ist, wie es scheint. Da ist immer eine im Geheimen agierende Gruppe, die die Geschichte über Jahrzehnte hinweg kontrolliert. Ihr wird u ­ nterstellt, dass sie einen gezielten Plan verfolgt, etwa zur Weltherrschaft. Oft erhalten Ereignisse ohne offensichtlichen Zusammenhang dadurch einen tieferen Sinn: die Einführung des Euro, der Feminismus, die Kriege im Irak – alles wird

plötzlich Teil ­eines grossen Komplotts, das darauf abzielt, den deutschen Mann zu schwächen und j­ unge wehrfähige Syrer nach Deutschland zu bringen, damit sie die heimische Bevöl­kerung ersetzen. Diese Theorien geben also der chaotischen Welt einen Sinn. Genau, deshalb funktionieren sie so gut: Sie schliessen jede Art von Zufall aus und ­erlauben es ausserdem, dass man mit dem Finger auf bestimmte Gruppen zeigen kann. Man hat einen Sündenbock für seine ­Pro­bleme. Und es schwingt dabei immer die ­Hoffnung mit, dass man das Rad der Zeit wieder zurückdrehen kann. Damit möglichst alles so bleibt, wie es war. Verschwörungstheorien wollen immer ­bewahren oder wiederherstellen, sie sind also fast immer konservativ. Und sie gehen von einer enormen Handlungsfähigkeit aus. Menschen wissen, was sie wollen, und setzen alles daran, das ganz gezielt umzu­ setzen. In der modernen Psychologie gilt das als Humbug: Wir wissen oft gar nicht, was wir wollen und warum wir etwas tun. Und wenn wir etwas tun, passieren oft Dinge, die wir gar nicht beabsichtigt haben. Zudem ist die Planbarkeit geschichtlicher Ereignisse über Jahrzehnte doch ziemlich unwahrscheinlich. Es ist eben noch schwieriger zu akzeptieren, dass der Lauf der Welt von Zufall und Chaos bestimmt wird. So sind letztlich auch sämtliche ­Religionen entstanden. Richtig. Was letztlich hinter der Verschwörungstheorie steht, ist eine urmenschliche-

Zur Person

Experte für Verschwörungstheorien Michael Butter (40) ist Professor für Amerikanistik an der Universität Tübingen (D). Er hat sich seit vielen Jahren auf V ­ erschwörungstheorien spezialisiert, sein neuestes Buch zum Thema ist gerade e ­ rschienen. Butter ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in Tübingen. Michael Butters neuestes Buch «Nichts ist, wie es scheint: Über Verschwörungs­theorien», SuhrkampVerlag 2018; Fr. 21.20 bei www.exlibris.ch, Michael Butter in der Schweiz: 9.4., 9.30 Uhr, Pfalzkeller St. Gallen 29.5., 19 Uhr, Stadtbibliothek Winterthur Infos: www.suhrkamp.de

Eigenschaft: das Bedürfnis, hinter allem Sinnhaftigkeit zu sehen. Unser Gehirn ­versucht, überall Muster zu erkennen und Zusammenhänge herzustellen. Was unterscheidet reale Verschwörungen von den Theorien? Umfang und Reichweite. Verschwörungen hat es immer gegeben, aber meist waren nur ganz wenige Leute daran beteiligt, und die Vorhaben waren relativ überschaubar. ­Sobald sie sich über eine längere Zeit ­erstreckten, passierten Dinge, die nicht ­vorgesehen waren. Menschen können ­Geschichte nicht über solche Zeiträume ­hinweg kontrollieren. Wer glaubt an solche Theorien? In unseren westlichen Gesellschaften gibt es eine recht hohe Überlappung zwischen ­Anhängern von rechtspopulistischen Bewegungen und Leuten, die an Verschwörungstheorien glauben – und das sind mehrheitlich Männer über 40. Beides ist eine Reak­tion auf Krisen und Ängste, und Männer haben wohl in den letzten Jahren mehr solcher Krisenerfahrungen gemacht. Einige kommen mit den grossen Veränderungen der letzten Jahrzehnte nicht klar und finden in Verschwörungstheorien eine Erklärung für das, was ihnen widerfahren ist. Weshalb kann man jemanden kaum mehr von einer Verschwörungstheorie abbringen, wenn er mal an sie glaubt? Das hat auch mit dem Eindruck zu tun, man gehöre zu den wenigen Auserwählten, die verstanden hätten, wie die Welt wirklich funktioniert. Man verfügt quasi über Geheimwissen und ist denen überlegen, die mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen. An diese Theorien zu glauben, ist ausserdem meist ganz wichtig für die Identität dieser Menschen. Gegenbeweise stellen deshalb gleich die ganze Identität infrage, was man nicht zulassen kann. Sind solche Ideen heute verbreiteter als auch schon? Vor allem sind sie durch das Internet und Social Media sichtbarer geworden. Früher spielte sich das alles in geschlossenen ­Subkulturen ab, in Magazinen, die im ­Eigendruck vertrieben wurden. Man musste viel Zeit und Geld investieren, um an solche Schriften heranzukommen. Heute googelt man einmal und hat innert Minuten alles, was das Herz begehrt. Diese neue Sicht­ barkeit lockt sicherlich auch Leute an, die zuvor gar nie damit in Berührung gekommen ­wären, von daher hat ihre Verbreitung schon etwas ­zugenommen. Aber vor 100 oder 200 Jahren waren Verschwörungstheorien viel weiter verbreitet als heute, da waren sie tatsächlich Mainstream.


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24  MM14, 3.4.2018 | MENSCHEN

diese Zeit einst rückblickend so erklären, dass hier ein letztes Aufbäumen einer Partei der alten weissen Männer stattgefunden hat. Wie beurteilen Sie Deutschland und die Schweiz diesbezüglich? Deutschland ist vergleichsweise in einer komfortablen Situation, hier gibt es bei den politischen Parteien noch einen relativ ­breiten Konsens. Heikel wird es, wenn eine grosse etablierte Partei auf den Zug ­aufspringt, wie es in den USA passiert. ­Jemand wie Trump wäre nie Präsident ­geworden, wenn er nicht bei den Republi­ kanern untergekommen wäre. Die Schweiz kann ich hierzu nicht wirklich einschätzen. «Wenn Gesellschaften sich nicht mehr darauf verständigen können, was wahr ist, können sie auch die drängenden Probleme nicht meistern», sagt Michael Butter.

Wie kam es dazu? Sie entstanden zwischen Früher Neuzeit und Aufklärung. Die geistige Elite der damaligen Zeit hatte ein stark mechanistisches Welt­ bild, ging von Ursache und Wirkung und von der menschlichen Beeinflussbarkeit der Welt aus. Das machte diese Theorien so plausibel. Erschüttert wurde die Dominanz der Ver­ schwörungstheorien eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu dieser Zeit erhielten viel mehr Menschen eine Univer­ sitätsbildung, hinzu kam die Erfahrung der Gefährlichkeit von Verschwörungstheorien. Man hatte unmittelbar erlebt, was die Idee der «jüdischen Weltverschwörung» in ­Europa angerichtet hatte und wozu die Angst vor der kommunistischen Verschwörung in den USA unter McCarthy führte. So wurden ­Verschwörungstheorien nach und nach an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Das heisst aber auch, dass die westliche Gesellschaft viel länger mit solchen Theo­ rien gelebt hat als ohne. Richtig. Von daher darf man auch den ­ganzen Pessimismus hinterfragen, der die grös­sere Präsenz von Verschwörungs­theo­rien in der heutigen Gesellschaft be­ gleitet. Das heisst noch nicht, dass unsere Zivilisa­tion kurz vor dem Untergang steht. Kann man eine Verschwörungstheorie in der Regel auf eine Quelle zurückführen, eine konkrete Person, die das in die Welt gesetzt hat? Manchmal kann man herausfinden, wer sich dazu als Erstes schriftlich geäussert hat. Und einige sind ganz klar zuzuordnen. Die Idee etwa, dass Barack Obama und An­ gela Merkel in Wirklichkeit ausserirdische ­Reptilienwesen sind, die sich von unserer negativen Energie ernähren und so die Welt kontrollieren. In die Welt gesetzt hat das der

Engländer David Icke, ein ehemaliger F ­ uss­ballspieler sowie Ex-Pressesprecher der ­britischen Grünen. Manchmal sind Ver­ schwörungstheorien eben auch einfach gute Unterhaltung. Leute amüsieren sich darü­ ber, ohne sie tatsächlich ernst zu nehmen. Sie sprechen in Ihrem neuesten Buch «Nichts ist, wie es scheint» von einer Fragmentierung der Gesellschaft, die demo­kratiegefährdende Ausmasse angenommen habe: «Wenn Gesellschaften sich nicht mehr darauf verständigen können, was wahr ist, können sie auch die drängenden Probleme des 21. Jahrhunderts nicht meistern.» Ist die Lage so ernst? Ich fürchte, ja. Verschwörungstheorien sind ein deutliches Symptom dieses Problems. Mehr und mehr gibt es Gruppen in der ­Gesellschaft, die einander nicht mehr ver­ stehen, weil sie ganz anders funktio­nieren und an ganz andere Dinge glauben. Er­freulich ist immerhin, dass wir das jetzt auf breiter Ebene erkannt haben. Auch die pausen­lose Aufregung um Donald Trump, seine Aus­ sagen und Taten, macht uns diese Zerrissen­ heit nahezu täglich bewusst und führt zu einer entsprechend intensiven Auseinander­ setzung damit. Man muss nicht gleich den Untergang des Abendlandes aus­rufen. Aber wir müssen das Problem der Verstän­ digung ganz entschieden an­gehen. Haben Sie Hoffnungen, dass die USA aus ihrer Polarisierung wieder rauskommen? (seufzt schwer) Hoffnungen habe ich immer, aber ob die berechtigt sind, ist eine ganz ­andere Frage. Trump ist das Ergebnis eines Prozesses, der seit Jahrzehnten läuft, die Wissenschaftsfeindlichkeit, das Leugnen des Klimawandels. Ich fürchte, einzig der demografische Wandel kann diese Entwick­ lung stoppen. Vielleicht werden Historiker

Und bezüglich Verschwörungstheorien? Da hat die Schweiz mit Daniele Ganser einen der erfolgreichsten und smartesten Ver­treter im deutschsprachigen Raum, auch weil er vom Habitus her wie ein seriöser His­to­riker ­daherkommt. Er macht selten konkrete ­Behauptungen, sondern stellt primär Fragen. Dies aber auf eine Weise, die rasch zu gän­gigen Verschwörungstheorien führt und eine ganz bestimmte Position sugge­riert. Und er hat viele Fans. Jedenfalls habe ich selten so viele heftige Reaktionen erhalten wie damals, als ich mich im Schweizer Fern­ sehen über ihn geäussert habe. Wie kann man Gegensteuer geben? Mit Bildung. Wir müssen Jugendlichen die Fähigkeiten mitgeben, gesellschaftliche Pro­ bleme zu erkennen und zu unterscheiden, ob sie es mit Fake-News und Alternative Facts zu tun haben oder nicht. Das braucht kritisches Denken und Medienkompetenz. Auch deshalb gehe ich mittlerweile oft an Schulen und thematisiere diese Dinge. Eigentlich sind Sie Literaturwissen­ schaftler. Wie kamen Sie auf den Fokus Verschwörungstheorien? Ich schrieb eine Dissertation zu Darstellun­ gen von Adolf Hitler in der US-Literatur. In den 1970er- und 80er-Jahren gab es ganz viele Thriller, die mit Verschwörungsszena­ rien spielten – etwa dass Hitlers Tochter oder Sohn heimlich in den USA aufgewach­ sen sei und kurz d ­ avorstehe, Präsident zu werden. So begann ich, mich mit Verschwö­ rungstheorien zu b ­ eschäftigen und realisier­ te, dass es wissenschaftlich viele Lücken gab. Wie gehen Sie mit Leuten in Ihrem Umfeld um, die an eine Verschwörungs­ theorie glauben? Versuchen Sie, sie davon ­ab­zubringen, oder ist das hoffnungslos? Mal so, mal so. Manchmal ist es einfacher, das Thema einfach auszusparen. Aber ­mittlerweile wissen wohl so viele ­Leute, ­ was meine Position dazu ist, dass sie mir so etwas gar nicht mehr erzählen. MM


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Migros-Welt MM14

1259 Zahl der Woche

In 1259 Migusto-Rezepten kommen Zwiebeln vor, das heisst, etwa in jedem vierten Rezept. Damit sind Zwiebeln das meistverwendete Gemüse in der Migusto-Rezeptdatenbank.

Migros-Besitzerin

«Das Lilibiggs-Konzert war ein schönes Erlebnis» Wann wurden Sie zur MigrosGenossenschafterin? Oh, das ist schon lange her. Das muss irgendwann in den 90er-Jahren gewesen sein. Weshalb sind Sie Migros-Besitzerin? Ich finde es gut, wie Gottlieb Dutt­ weiler die Migros aufgebaut hat, gerade mit den Verkaufswagen am Anfang. Und dass die Migros nach wie vor keinen Alkohol verkauft, finde ich sympathisch. Was mögen Sie an der Migros? Es gibt gute Produkte und ich finde immer alles, was ich brauche. Ausserdem sind die Filialen alle sehr übersichtlich. Die Migros ist auch ein Treffpunkt, wo man Leuten begegnet.

Name: Michèle Zumbrunnen (48) Wohnhaft: Füllinsdorf BL Beruf: Familienfrau Lieblingsprodukt: M-Budget Käsemischung für Pizza/Gratin

Haben Sie eine besondere Migros-Erinnerung? In meiner Kindheit haben wir immer die Glace mit dem Seehund darauf gegessen. Ein sehr schönes Erlebnis war auch das Lilibiggs-­Konzert im Park im Grünen in Münchenstein, das ich mit meiner sechsjährigen Tochter besucht habe.

Bäckerei

Bild: René Ruis

Neuheit aus dem Steinofen Die Jowa-Bäckerei der Migros sorgt immer wieder mit neuen Brotkreationen für Begeisterung. Seit Anfang März ist das TerraSuisse-Steinofen-­ Sennenbrot aus nachhaltigen Zutaten in den Supermärkten der Migros Aare erhältlich und schon sehr beliebt. Das helle Weizenbrot mit Roggen wird täglich mehrmals frisch gebacken. Zur Herstellung benötigt die Jowa geschickte

Bäckerhände, Mehl, Hefe, Salz, Wasser und viel Ruhezeit für den Teig, damit er leicht und luftig wird. Das neue knusprige Steinofen-Sennenbrot eignet sich dank seines Gewichts von 250 Gramm optimal für Kleinhaushalte. Mehr von der Migros Aare ab Seite 73


28  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Genossenschafter

Viele neue Migros-Besitzer Die Migros ist eine Genossenschaft und gehört damit den Leuten. Mehr als zwei Millionen Menschen sind Besitzer der Detailhändlerin. Und es werden ständig mehr: Die regionalen Migros-Genossenschaften verzeichneten allein im Januar rund 8000 Neuanmeldungen. Im Vergleich zum Januar 2017 entspricht das einer Steigerung von über 70 Prozent. Es scheinen vor allem jüngere Leute zu sein, die den genossenschaftlichen Ge­danken für sich entdecken. Denn mehr als die Hälfte der neuen Genossenschafts­ mitglieder ist zwischen 18 und 35 Jahre alt. Der Grund für den deutlichen Anstieg dürfte die neue Dachkampagne der Migros sein, die Ende Dezember gestartet ist. Sie stellt die Migros-Besitzer in den Mittelpunkt und zeigt, dass das Unternehmen den Menschen gehört. Migros-Besitzer werden: Alle Infos und Anmeldung auf www.migros.ch/de/ genossenschafter-werden

Festival M4MusicDie

28-jährige Musikerin Jessiquoi lässt sich in keine Schublade ­stecken: Die Bernerin mit australischen Wurzeln mischt Electronic mit Punk; in ihren Videos beschwört sie schillernd bunte Traumwelten. Nun hat die New­comerin beim Festival M4Music des Migros-Kulturprozents eine wichtige Auszeichnung gewonnen. Mit einem Song, den sie beim Wettbewerb «Demotape Clinic» einreichte, überzeugte sie eine Jury aus erfahrenen Branchenprofis und bekam den mit 5000 Franken dotierten Hauptpreis «Demo of the Year». Insgesamt 797 Künstler hatten sich mit ihren Demos am Wettbewerb beteiligt. www.m4music.ch

Haben Sie eine Frage?

Frage der Woche

Was passiert mit den nicht verkauften «Schoggihasen» nach Ostern – ­werden sie eingeschmolzen? Nein, die Osterhasen werden nach dem Fest niemals eingeschmolzen, sondern mit einem Preisabschlag verkauft. Viele Kundinnen und Kunden haben auch nach Ostern noch Lust auf «Schoggihasen». So gelingt es der Migros, alle Hasen zu verkaufen – keiner bleibt auf dem Regal sitzen. MM

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.


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fügbar. Dazu gibt es Ernährungs­ tipps und Degustationen vor Ort. «Mit dem ‹Vitamin-Franken› ­können Kunden sich gesund und vielfältig ernähren, und das zu ­einem günstigen Preis», sagt ­Philipp Schmidlin, Produkt­ verantwortlicher Früchte beim Migros-Genossenschafts-Bund.

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32  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Migros 2017

Persönlicher Rückblick

Ob Regionalität, Gesundheit oder Nachhaltigkeit: Was die Migros im vergangenen Jahr alles geleistet und bewegt hat, erzählen die Besitzerinnen und Besitzer am besten gleich selbst. Text: A. Dürrenberger, K. Ramezani, D. Sidler, M. West, P. Wuthrich  Illustrationen: Corina Vögele

Preis/Leistung

600

Tonnen M-Classic ­Teigwaren gingen 2017 bei einer nationalen 50-Prozent-Aktion zusätzlich über den Tisch.

4602

verschiedene Rezepte waren 2017 auf Migusto, dem Migros-Kochklub, verfügbar.

30 000 Fussanalysen führten Spezialisten 2017 in den SportXX-Filialen schätzungsweise durch, um die geeigneten Laufschuhe für ihre Kunden zu finden.


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  33

Jahresergebnis 2017

Grossfamilie

«Mein Sohn Luca sammelte 2017 die Storybox-­Figuren und hört jeden Tag eine Geschichte zum Einschlafen.» Sandra Sonder (40) aus Appenzell, Mutter von Noah (1 ½), Nina (11), Nadine (13) und Luca (7)

Sandra Sonder aus Appenzell ist Mutter von vier Kindern im Alter von eineinhalb bis dreizehn Jahren, die sie in der Regel beim Wocheneinkauf in der Migros begleiten. Das ist gar nicht so einfach, denn die Kleinen laufen voraus und sagen, was sie gern hätten. Gelegentlich muss sie auch Nein sagen, vor allem beim Spielzeugregal. Sandra Sonder schätzt es sehr, dass Kunden und Angestellte in der Migros Appenzell einander kennen. Da liegt auch ein kleines Schwätzchen mit dem Personal oder später eine Tasse Kaffee mit Freundinnen im Restaurant drin.

Solide Basis Umsatzmässig hat die Migros-Gruppe zugelegt: in einem er­ neut anspruchsvollen Marktumfeld hat der Erlös im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent zugenommen, der Umsatz beläuft sich auf 28,1 Milliarden Franken. Um 24,2 Pro­ zent auf 503 Millionen Franken reduziert hat sich der Gewinn der Gruppe. 2017 hat die Migros rund 1,5 Milliarden Franken investiert, etwa in grosszügige und moderne Laden­ flächen sowie ins Onlinegeschäft. Im ­zukunftsträchtigen Onlinegeschäft be­ hauptet sich die Migros mit einem um 5,1 Pro­ zent gestiegenen Um­ satz von rund 1,95 Mil­ liarden Franken wei­ terhin als Schweizer Marktführerin. Wichtig bleibt der Migros auch in Zukunft die sinn­ volle Verbindung von stationärem und Onlinehandel.

«Unsere 105 000 Mitarbeitenden engagieren sich täglich mit grossem Einsatz für die Kunden und das Gemeinwohl», sagt Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen. Das zeigt sich auch bei den stets beliebter werdenden regional und nachhaltig hergestellten Produk­ ten: mit total 4 Milliar­ den Franken steigerte sich der Umsatz dieser Produkte im vergan­ genen Jahr um 3,3 Pro­ zent. Gleichzeitig in­ vestierte das Migros-­ Kulturprozent 2017 total 122 Millionen Franken in Kultur, Ge­ sellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft.


34  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Umweltschützer

Martin Stöckli (61) sorgt dafür, dass aus Sonnenlicht sauberer Strom wird. Er ist Betriebselektriker des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf (MVN) und überwacht die Solaranlage auf den Dächern des riesigen Logistikunternehmens. Auf einer Fläche von der Grösse von sechs Fussballfeldern wird hier Energie produziert. «Dank unserer rund 30 000 Solarpanele entsteht nicht nur sauberer Strom», sagt Stöckli. «Im Schutz der Panele nisten ausserdem Vögel. Ich habe immer wieder das Gefühl, dass wir der Natur mit der Solaranlage etwas zurückgeben.»

Umwelt

27

Millionen Kilowattstunden Solarstrom hat die Migros 2017 insgesamt produziert, mehr als jedes ­andere Schweizer ­Unternehmen.

16 018

Tonnen Verpackungen und ausgediente Produkte haben Kunden 2017 in Migros-Filialen zurückgebracht. Das entspricht dem Gewicht von 3000 Elefanten.

13 307

Kilometer weit wurden Migros-­Waren 2017 auf dem Schweizer Schienennetz befördert – weiter als von Bern nach Hawaii.

«Im letzten Jahr hat unser Logistikunternehmen sauberen Strom für 1900 Haushalte produziert.» Martin Stöckli, Betriebselektriker des ­Migros-Verteilbetriebs Neuendorf


Fitness-Fan

Gesundheit

1,5

Millionen Konsulta­ tionen und Behand­ lungen haben die Therapeuten, Hausund Spezialärzte von Medbase im ­ver­gangenen Jahr durchgeführt.

MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  35

Isabelle Vionnet ist ein besonders treues Mitglied des Fitnessparks Heuwaage der Genossenschaft Migros Basel. Seit zehn Jahren ist sie dabei. «Die Stimmung im Fitnesspark ist angenehm, weil so viele unterschiedliche Leute dort trainieren», erzählt die 34-Jährige. «Die Öffnungszeiten finde ich super, so kann ich schon früh am Morgen Sport treiben.» Auch wenn sie gern allein trainiert, schätzt sie Gruppenkurse, zum Beispiel Yoga.

242 000 Personen nahmen 2017 an den 25 Volks­ läufen teil, die die ­Migros als Haupt­sponsorin unterstützte.

«Auch vergangenes Jahr habe ich bis zu fünf Mal in der Woche im Fitnesspark Heuwaage trainiert.»

134

Freizeitanlagen be­ treibt die Migros in der Schweiz. Dazu zählen Fitnessanlagen, Aqua-, Sport- und Golfparks.

Isabelle Vionnet, dipl. Hotel- und Restaurantfachfrau, Basel

Digitalisierung

«Ich habe 2017 auf Digitec Galaxus mehrere Tausend Fragen von Usern beantwortet.»

800 000

Superuser Brimstone

120 432

Mal wurde die Migros-App 2017 heruntergeladen.

registrierte User zählte die Community von Migipedia, der Kundenplattform der Migros, 2017.

Superuser

Brimstone (zu Deutsch «Schwefel», siehe Profilbild) ist der aktivste User auf der Onlineplattform von Digitec Galaxus. Er beantwortet Fragen von Kunden und bewertet Beiträge. Ihn beeindruckt das Wachstum, das der Onlinehändler in den vergangenen Jahren hingelegt hat, und er freut sich neben dem stetig wachsenden Sortiment auch über die oft amüsanten Artikel und Reportagen.

46 450

Quadratmeter Nutz­ fläche hat das Verteil­ zentrum von Digitec Galaxus in Wohlen AG seit dem Ausbau 2017. Das entspricht fast sieben Fussball­ feldern.


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Kultur

30 038 Personen haben 2017 die 23 Konzerte der MigrosKulturprozentClassics besucht.

40

MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  37

Klassiker

Seit mehr als zehn Jahren verpasst Peter Mosimann kein Konzert der Migros-Kulturprozent-Classics in der Victoria Hall von Genf. «Mir gefällt das Konzept sehr gut, dass man grosse klassische Komponisten hören kann und zugleich auch junge Schweizer Musiker fördert. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar: Die Tickets sind viel erschwinglicher als bei vergleichbaren klassischen Konzerten.»

junge Talente erhielten 2017 einen Studienpreis, der es ihnen ermöglicht, ihre künstle­ rische Ausbildung unter guten Bedingungen fortzu­setzen.

845

Mal hat die ­Fach­stelle Vitamin B des Migros-­ Kulturprozents im vergangenen Jahr Vereine aus der ganzen Schweiz beraten und unterstützt.

«Ich habe vergangenes Jahr alle Klassik­ konzerte der Migros besucht. Man bekommt die besten Orchester und Solisten zu hören.» Peter Mosimann (58), Jungrentner aus Cologny GE

Regionalität

«Ich bin stolz, meine Erzeugnisse in der Migros zu sehen.» Jean-Daniel Jäggi (46), Käsermeister in Grandcour VD

96 487 Tommes «Aus der Region. Für die Region.» wurden 2017 von Laiteries Réunies Genève hergestellt.

915

Handwerker

Jean-Daniel Jäggi arbeitet seit fünf Jahren mit der Migros zusammen und beliefert die Genossenschaften Waadt und Neuenburg-Freiburg mit dem «Broyard» und dem «Bon Vaudois», zwei Halbhartkäsespezialitäten. «Früher war es schwierig, Absatzmöglichkeiten für meine regionalen Produkte zu finden. Dank der Begeisterung für lokale Produkte ist es einfacher, das eigene Handwerk zur Geltung zu bringen.»

Produkte «Aus der Region. Für die Region.», darunter Biokiwis, wurden von der Migros Waadt verkauft.

42

Tonnen Kirschen wurden vergangenes Jahr von den Basler Produzenten «Aus der Region. Für die Region.» gepflückt.


38  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Fabrice Zumbrunnen

«Die Migros ist in Bewegung»

Warum soziales und ökologisches Denken und Handeln zur Migros gehören und was die Digitalisierung für die grösste Schweizer Detailhändlerin bedeutet, erklärt Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen. Interview: Hans Schneeberger Bild: Veronique Hoegger

Fabrice Zumbrunnen, Sie sind jetzt seit drei Monaten im Amt. Wie geht es der Migros? Es geht ihr gut. Sie ist gesund. Die Menschen haben im vergangenen Jahr so viel bei der Migros-Gruppe eingekauft wie nie zuvor. Die Migros hat Marktanteile gewonnen. Und sie ist mit Platt­formen wie Digitec ­Galaxus oder LeShop.ch auch online die beliebteste Anbieterin. Das klingt nach der perfekten ­Ausgangslage für den neuen ­Migros-Chef. Die Ausgangslage ist tatsächlich gut. Und doch bin ich nicht euphorisch. Wir dürfen uns keine Sekunde auf den Lorbeeren ausruhen, sondern müssen uns jeden Morgen von ­Neuem fragen, wie wir noch besser werden können. Und wie lautet Ihre Antwort? Die geben uns unsere Kunden. Sie verlangen von uns das beste Preis-­ Leistungs-Verhältnis – und dies ­jederzeit und zu Recht. Unabhängig davon, wo und wie sie mit der Migros in Kontakt treten. Noch vor ein paar Jahren hätten wir uns nicht vorstellen können, dass sich die Einkäufe, ins­ besondere im Nichtlebensmittel­ bereich, dermassen schnell von lokalen Geschäften ins Internet verlagern.

Hat die Migros diesen Trend hin zur Digitalisierung verschlafen? Trotz des schnellen Wachstums des Online-Handels werden 90 Prozent der Einkäufe in den Läden getätigt. Wir haben die Bedeutung des ­Online-Handels früh erkannt. Mit Digitec Galaxus und LeShop.ch ­gehören die Schweizer Marktführer zur Migros-Gruppe. Doch dieser Vorsprung darf uns nicht zur Untätigkeit verleiten. Wir werden noch mehr in den Auf- und Ausbau unserer ­Online-Aktivitäten investieren. Heisst das auf der anderen Seite, es wird keine neuen Migros-Filialen mehr geben? Wir haben auch im letzten Jahr neue Filialen eröffnet und sind nun an über 700 Standorten präsent. Die persön­ liche Nähe zu den Leuten ist uns sehr wichtig. Das gehört für uns zum guten Kundenservice. Wie ist das möglich, wenn doch immer öfter im Internet ­eingekauft wird? Wir wollen die Kunden überall gut bedienen. Egal, wann, wo und wie sie einkaufen möchten. Heute schon können unsere Kundinnen und Kunden dank PickMup an 750 Stellen Produkte abholen, die sie online in verschiedensten Shops bestellt ha-

ben. Nicht nur in der Migros, sondern beispielsweise auch im Fitnesscenter, bei M-way oder an Migrolino-Stand­ orten. Wir verknüpfen den digitalen und den stationären Handel, um ­unseren Kunden ein möglichst angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten. Diese Entwicklungen haben doch bestimmt auch Auswirkungen auf die Mitarbeitenden. Das ist so, die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche: die Art und ­Weise, wie wir arbeiten, aber auch die Berufsfelder, in denen wir heute tätig sind. Wir dürfen uns keine ­Illusionen machen. Es wird Arbeiten geben, die es nicht mehr braucht. Gleichzeitig werden neue Stellen ­geschaffen, etwa im Bereich E-Commerce. Da muss die Migros fit und in Bewegung bleiben. Gehört zu den Jobs, die verschwinden, auch derjenige der K ­ assiererin – weil wir dereinst u ­ nsere Waren ­selber einscannen werden? Der menschliche Kontakt an der ­Kasse hat nach wie vor einen hohen Stellenwert für viele Kundinnen und Kunden. Klar, die Aufgaben der ­Fachleute im V ­ erkauf verändern sich. Heute schon b ­ eraten sie unsere ­Kunden zum B ­ eispiel am Subito-­ Terminal oder sie helfen im Kunden-

Migros-Chef ­Fabrice Zum­ brunnen: «Wir ­nehmen unsere ­soziale Verant­ wortung wahr und schauen voraus.»


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  39

dienst aus. Das bringt Abwechslung in den Alltag. Es ist unsere Verantwortung als Arbeitgeber, unsere Mitarbeitenden im Wandel zu begleiten und sie auf die Aufgaben der Zukunft vorzubereiten. Das liegt mir persönlich am Herzen. Da spricht der ehemalige ­Personalchef der Migros aus Ihnen. Womöglich ja, doch ich sehe das ­heute auch so. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Das heisst, wir nehmen unsere soziale Verantwortung wahr bei aktuellen Veränderungen und schauen voraus. Darum investieren wir viel in die Aus- und Weiter­ bildung. Zurzeit bilden wir 3860 Ler-

nende in 50 Berufen aus und h ­ aben im vergangenen Jahr sogar noch 85 neue Lehrstellen geschaffen. Ein Bereich, den Sie in der Migros aufgebaut haben, ist die ­Gesundheit. Wie sind Sie zufrieden mit der Entwicklung? Ich bin sehr zufrieden. Obwohl wir erst am Anfang stehen, stellen wir fest, dass die Nachfrage nach preiswerten Dienstleistungen im Gesundheitssektor sehr hoch ist. Wir bieten von der Prävention über die medizinische Versorgung bis zur Rehabilitation alles an. Allein im letzten Jahr sind 29 neue Standorte mit Fitnessanlagen und Medbase-Gesundheitszent-

ren hinzugekommen. Auch ­unsere Gesundheitsplattform «iMpuls» entwickelt sich gut. Damit unter­ stützen wir unsere Kunden auf ihrem Weg zu einem gesünderen Lebensstil. Warum bauen Sie auch im Bereich Velos und Gastronomie aus? Wir erweitern das Angebot bewusst dort, wo wir ein Kundenbedürfnis feststellen und es zur Migros und ihren Werten passt. Das trifft für die Gesundheitsförderung zu, es stimmt aber ebenso für die neuen Gastro­ formate oder Bike World: Ein derart breites Angebot mit Online-Shop, ­gepaart mit der Beratung und den Services durch ausgebildete Velofach-


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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  41

Im Mittelpunkt der neuen Kampagne ­stehen die Migros-Besitzer. Ist es ein ­Zufall, dass sie genau auf Ihren ­Amts­antritt lanciert wurde? ( lacht) Der Eindruck liegt wohl auf der Hand. Ich stehe voll und ganz hinter dieser Kampagne. Die Migros gehört nicht ­gewinnorientierten «Shareholders», sie ­gehört als genossenschaftliche Institution den Kundinnen und Kunden. Ihnen sind wir verpflichtet, auf ihre Bedürfnisse ­müssen wir uns voll und ganz ausrichten. Genau darum können die Kunden die ­Migros aktiv mitgestalten. Zum Beispiel helfen sie über Migipedia.ch mit, unsere Produkte noch besser zu machen. Dieser Dialog ist für uns wichtig. Und bevor Sie mir die Frage stellen: Ich bin überzeugt, dass man als Genossenschaft genügend agil sein kann, um auch in einer Welt ­erfolgreich sein zu können, die sich rasch wandelt. Apropos Welt: Die Migros-Besitzer sind in der Schweiz, die M-Industrie verkauft ihre Produkte mittlerweile unter anderem auch in China. Passt das zusammen? Die Migros hat ihre Wurzeln in der Schweiz, unser Kerngeschäft ist und bleibt in der Schweiz. Für die Industriebetriebe der ­Migros hat sich der Export zu einem ­wichtigen Standbein entwickelt. Das ­wiederum sichert Arbeitsplätze in unseren Produktionsbetrieben in der Schweiz. Wir stellen fest, dass unsere Produkte und Eigenmarken nicht nur hier beliebt sind, sondern in vielen Ländern, wo Schweizer Qualität sehr geschätzt ist.

das letzte Wort hat. Wenn ein Produkt nicht mehr verkauft wird, hat es logischerweise keinen Platz mehr in unserem Sortiment. Bezüglich Umwelt bleibt es eine Grat­ wanderung: Wir müssen die richtige Balance finden zwischen Kundenbedürfnissen, Produktauswahl und perfekten Nachhaltigkeitsmassnahmen.

Vier Fragen

Zum Schluss wagen wir noch einen Blick in die Zukunft. Wo sehen Sie die Migros in zehn Jahren? Mir schwebt eine kerngesunde Migros vor, die auch in zehn Jahren das volle Vertrauen ihrer Besitzerinnen und Besitzer, sprich: der Kundinnen und Kunden, geniesst. Die Migros steht für faire Preise und guten ­Service. Dies ungeachtet dessen, wo und wie die Leute in Zukunft bei uns einkaufen. Dabei wird die Migros weiterhin ökologisch denken und handeln. Sie wird in der schnelllebigen Zeit agil und ­flexibel agieren – und trotz des steten Wandels ein ­Leuchtturm für soziale Verantwortung in der Schweiz sein. Dafür engagiere ich mich. MM

... das Kulturprozent: «Eine weltweit einzigartige Institution, mit der wir der Gesellschaft etwas Gutes tun können.»

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen über ... ... Kultur: «Ein Lebenselixier. Für mich ­Genuss und Inspirationsquelle zugleich.»

... das Leben als Romand in ­Zürich: «Eine pulsierende Stadt, sie passt also ganz gut zu meinem heutigen Job.» ... Gottlieb Duttweiler: «Eine faszinierende Persönlichkeit. Ich empfinde es als Privileg, ‹Duttis› Überzeugungen und Werte auch in der heutigen Zeit vertreten zu dürfen.»

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In den letzten Jahren hat die Migros viel in die Nachhaltigkeit investiert. Werden Sie dieses Engagement fortsetzen? Unbedingt. Soziales und ökologisches ­Denken und Handeln gehören zur DNA der Migros. Das schliesst unsere Super- und Fach­märkte mit ein, die dank cleverer Techno­logie und Baumassnahmen mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Auch ­unsere Bemühungen für die Arbeits­ bedingungen der Menschen zum Beispiel auf den Bananenplantagen in Kolumbien fallen in diesen Bereich. Produkte mit ­regionaler und nachhaltiger Herkunft sind bei unseren Kunden sehr beliebt. Trotzdem gibt es Kunden, die denken, die Migros sollte aus Rücksicht auf die Umwelt gewisse Produkte nicht mehr verkaufen. Auch wenn ich dafür Verständnis habe, ist es mir wichtig zu sagen, dass der Kunde immer

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händler vor Ort. Das gibt es sonst nirgends und wird von unseren Kunden sehr geschätzt.


42  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Delegiertenversammlung

Ein Blick zurück Insgesamt 111 Delegierte aus zehn Genossenschaften zählt das oberste Organ der Migros. Wir haben Vertreter jeder Genossenschaft gebeten, die Höhepunkte des vergangenen Jahres aus ihrer Sicht zu beschreiben. Text: Pierre Wuthrich, Daniel Sidler  Bilder: Caroline Minjolle

Starke Marke «Nostrani del Ticino»

Familienfreundliche Migros

Die Migros Tessin konnte Vorteile und Qualität ihrer Angebote im vergangenen Jahr weiter verbessern. Die Preise konnten auch 2017 gesenkt werden. Unsere grosse Stärke bleibt die Marke «Nostrani del Ticino» mit Spezialitäten aus der lokalen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Gabriella Malacrida Migros Tessin

Anspruchsvoll war meine Rolle als Präsidentin der Migros-­ Frauenorganisation Forum elle. Wir haben im vergange­ nen Jahr 16 Anlässe organi­ siert. Und ganz toll war die Wahl des Tessiners Ignazio Cassis zum Bundesrat.

Das erste Medbase-Zentrum

Ich habe auch im vergangenen Jahr wieder gestaunt, wie stark unsere Migros als Wegbereiterin auftritt. Seit August 2017 bietet die Migros Aare ihren Mitarbei­ tenden zusätzliche umfang­ reiche Unterstützungsangebote.

Adrian Bhend Migros Aare

Beste Arbeitgeberin der Romandie

Über ihre Tochtergenossen­ schaft hat die Migros Genf konkrete Massnahmen ergriffen, um ihre Geschäfts­ tätig­keit in Frankreich aus­­zu­bauen. Vorgesehen ist etwa eine Vergrösserung des Freizeit­zentrums Vitam im französischen Neydens. Ein weiteres Highlight war 2017 die Eröffnung des ersten Medbase-­Zentrums der Romandie am Bahnhof Genf-Cornavin. William Monnier Migros Genf

Das ist ein Beweis dafür, dass sich die Migros nicht nur auf den Detailhandel beschränkt, sondern ihren Grundwerten treu bleibt und sich auch für die Gesundheit ihrer Kunden einsetzt. Das schätze ich sehr.

Dazu zählen unter anderem finanzielle Beiträge für externe Betreuung. Die Familienunter­ stützung wird mit diesem Angebot auf ein im Vergleich zu anderen Grossunternehmen überdurchschnittliches Niveau angehoben. Damit übernimmt die Migros Aare schweiz­weit eine Vorreiterrolle als familien­ freundliche Arbeitgeberin.

Im letzten Jahr hat die Migros Waadt viel in die Reno­vation und Umwandlung der Supermärkte investiert, vor allem bei den Filialen M Cour, MM Montagny, M Malley, MM Chailly und MM Vevey Midi-Coindet. Zudem haben wir einen Take-away und einen Supermarkt in Renens neu eröffnet. Zum Schulanfang 2017 begrüsste die Klubschule im Lausanner Quartier Flon die Kursteilnehmer in neuen Räumlichkeiten. Nicole Rimella Migros Waadt

Und last, but not least ist die ­Migros Waadt im Rahmen einer vom Wirtschaftsmagazin «Bilan» durchgeführten Um­ frage schon zum dritten Mal als beste Arbeitgeberin der Roman­ die in der Kategorie Grossunter­ nehmen gewählt worden.


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  43

DV

Herausfordernder Grenzmarkt

Peter Seitz Migros Ostschweiz

Der sehr anspruchsvolle, her­ ausfordernde Grenzmarkt verlangt von uns als flächen­ mässig grösster Genossen­ schaft laufend Investitionen in bestehende und neue Stand­ orte, damit wir noch attrak­ tivere Einkaufserlebnisse bie­ ten können. Dennoch haben wir 2017 unsere führende Po­ sition in den Bereichen Super­ markt, Fachmärkte, Gastro­ nomie und Freizeit gefestigt.

50 Jahre Verteilzentrum

Yvonne Rebetez Migros Wallis

Unser Personalchef Frédéric Favre ist im vergangenen Jahr zum Staatsrat gewählt worden. Sein Abgang hat eine Neustrukturierung der De­ partemente unserer Genos­ senschaft mit sich gebracht. Die Verteilzentrale von Migros Wallis in Martigny konnte 2017 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Bei dieser Gelegenheit hat man das Gebäude – insbesondere die Heiz- und Kälteanlagen – einer konsequent auf Nach­ haltigkeit ausgerichteten Modernisierung unterzogen.

Brotteig zum Selberbacken

Bild: zVg

Pierre Frund Migros Basel

Ein Höhepunkt war die Revitalisierung der Migros Delémont. Sie wirkt jetzt nicht nur moderner und geräumiger – auch das Sortiment ist speziell für die jurassische Kundschaft erweitert worden. So gibt es unter anderem frischen Brotteig zum Selberbacken.

3345 neue Migros-Besitzer

Karin Helfenstein Migros Luzern

Im Jahr 2017 hat die Migros Luzern vier neue Standorte eröffnet. Sie betreibt nun 131 Läden in der Zentral­ schweiz. Sehr erfreulich ist auch der Zuwachs an Genos­ senschaftern: Die Migros Luzern konnte per Ende des vergangenen Jahrs 3345 neue Besitzerinnen und Besitzer begrüssen und zählt nun insgesamt 191 580 Genossen­ schafter.

Wahl in die Verwaltung Am 24. März hat in Zürich die 184. Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) unter dem Vorsitz der Präsidentin Ursula Nold stattgefunden. Nach Annahme des

Die Wahl des Präsidenten

Florence Aubert Migros Neuenburg-Fribourg

Im vergangenen Jahr hat Jean-Marc Bovay die Nachfol­ ge von Marcelle Junod an der Führungsspitze der Genos­ senschaft angetreten. Der Genossenschaftsrat organi­ sierte einen Ausflug ins Tes­ sin, wo wir unter anderem das eben erst eröffnete «Fiore di pietra» von Mario Botta auf dem Gipfel des Monte Gene­ roso bewunderten. Einen ganz besonderen Grund zur Freude und zum Stolz hatte unsere Genossenschaft mit der im vergangenen Jahr erfolgten Wahl unseres ehemaligen Di­ rektors Fabrice Zumbrunnen zum Präsidenten der General­ direktion des MGB.

Grösste Fitnessanbieterin

Mirko Lehnherr Migros Zürich

Unsere Genossenschaft konnte die Marktführerschaft in ihrem Wirtschaftsgebiet festigen. Activ Fitness hat mit der Übernahme von «Silhouette» ihre Standorte weiter ausgebaut und ist die grösste Schweizer Fitness­ anbieterin. Tegut hat den Umbau abgeschlossen und eine Milliarde Euro Umsatz erwirtschaftet. Und das Kul­ turprozent hat über 13 Millio­ nen Franken für Bildung, Kul­ tur und Soziales aufgewendet.

Roelof Joosten, neues Mitglied der MGBVerwaltung per 1. Juli Jahresberichts und der Jahresrechnung 2017 sowie der Entlastung der Generaldirektion und der Verwaltung hatten die anwesenden Delegierten einen Nachfolger für den nach 15 Jahren ausgeschiedenen Heinz Winzeler als Mitglied der Verwaltung zu wählen. Die Wahl fiel mit deut­ lichem Stimmenmehr auf Roelof Joosten. Der erfahrene Unternehmer aus den Niederlanden verfügt über ein grosses Know-how im Industriebereich. So stand er unter anderem der Genossenschaft FrieslandCampina vor, einem holländischen Milch­verarbeitungsunter­ nehmen mit rund 23 000 Mitarbeitenden. Roelof Joosten tritt sein neues Amt am 1. Juli 2018 an. Er ist bis 30. Juni 2020 gewählt.


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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  45

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46  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

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Kapern Obwohl sie für gewöhnlich nur in geringen Mengen ­verwendet werden, liefern die eingelegten Blüten­ knospen viel Aroma. Vor ­allem die eher milden ­weissen Spargeln profi­ tieren von ihrem kräftigen ­Geschmack. So lässt sich zum Beispiel eine ­her­kömmliche Sauce ­hollandaise ganz her­ vorragend mit ein paar ­Kapern verfeinern.

Erdbeeren Die saisonalen Kollegen der Spargeln sind als Dessert stets ein besonderer Genuss. Feinschmecker schätzen das Aroma der erfrischend fruchtigen Kombination aus Erd­beeren und Spargeln in einem lauwarmen Salat.

Zitronen Mit ihrer frischen Säure h ­ eben Zitro­ nen die nussigen Aromen der grünen Spargeln hervor. Auch ­geriebene ­Zitronenschalen ver­ leihen Spargeln eine spezielle Note.


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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  59

Profi-Tipp

Geschmacksache

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Raffiniert

Salat aus rohen Spargeln mit Fenchel Zutaten für 4 Personen 400 g grüne Spargeln 300 g weisse Spargeln 2 Fenchel 50 g Pinienkerne 1 Knoblauchzehe 1 Zitrone 3 Zweige Pfefferminze 1 dl Olivenöl Salz Pfeffer

Schon unsere Grossmütter wussten: Süsses rundet Saures ab, mildert Bitteres ab und verstärkt Salziges – und manchmal auch umgekehrt. Sie kannten die Basisregeln für das, was heute Food Pairing genannt wird: das gekonnte Paaren unterschiedlicher Zutaten mit dem Ziel, neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Spargeln ­mögen Zitronen, Tomaten flirten mit Himbeeren, und Erdbeeren harmonieren mit Spargeln. Doch das Kombinieren kulinarischer Gegensätze will geübt sein: Spargeln sind nicht gleich Spargeln, und nicht jede Zitrone gleicht im Aroma und Säure­ gehalt der anderen. Ein paar reife, saftige Erdbeeren zu w ­ eissen Spargeln, die ich vorgare und dann in einer Bratpfanne zusammen mit den Erdbeeren kurz schwenke, werden zu einer delikaten Vorspeise. Ein paar Spritzer Zitronensaft zu ofengerös­ teten grünen Spargeln bringen Frische ins Spiel – aber nicht zu viel. Dann macht sauer nämlich nicht mehr lustig. MM

Zubereitung

1. Grüne Spargeln in der unteren Hälfte schälen. Enden anschneiden. Weisse Spargeln vom ­Köpfchen weg schälen und Enden anschneiden. Von beiden Spargelsorten die Spitzen ca. 3 cm lang abschneiden und längs halbieren. Spargelstangen schräg in ca. 5 mm breite Scheibchen schneiden. Fenchel fein hobeln. 2. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten. Knoblauch zu den noch ­heissen Kernen pressen. Alles mischen und ­abkühlen lassen. 3. Zitronenschale fein abreiben, Zitrone auspressen. Minze in feine Streifen schneiden. Spargel und Fenchel mit Zitronenschale und -saft, Öl, Pinienkernen und Minze mischen. Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ca. 10 Minuten ziehen lassen. Dazu passt Kernenbrot. TIPP Spargeln, Fenchel und Minze harmonieren nicht nur farblich, auch geschmacklich passen die drei sehr gut zusammen.

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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  61

Migros-Bio

Natürlich griechisch Im Joghurt-Regal der Migros tut sich etwas: Das Sortiment wird um eine griechische Biojoghurt-Linie erweitert. In den Geschmacksrichtungen Nature, Himbeere und Mandel-Honig hätten die cremigen Joghurts bestimmt auch Hera, Zeus und Co. geschmeckt. Wie bei allen Migros-Bio-Produkten stammen die Rohstoffe aus zertifizierter biologischer Landwirtschaft. Vom 6. bis 14. April werden die neuen Biojoghurts freitags und samstags in grösseren Migros-Filialen zum Degustieren angeboten.

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Migros-Bio Joghurt nach griechischer Art, Nature, 150 g Fr. –.85

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Migros-Bio Joghurt nach griechischer Art, Himbeere, 150 g* Fr. –.95 * in grösseren Filialen Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen.

Bild und Styling: Tina Sturzenegger

Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser.

Die griechischen Biojoghurts sind mild, cremig und natürlich.

Ein Teil von

Die Migros ist mit ­ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


62  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Ein Brot will hoch hinaus Mit dem Bio-Vitalturm setzen die Hausbäckereien beim Brot des Monats auf Vollkornmehl, Saaten und Kleie. Das ideale Brot zum Start in den Frühling und in einen aktiven Tag. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Veronika Studer, Gaëtan Bally

Der Bio-Vitalturm kommt rustikal in der Papierkapsel daher. Doch er ist ein modernes Brot, das vielen Wünschen gerecht wird. Es gefällt mit würzig-nussigen Aromen. Seine Rezeptur mit Weizenvollkornmehl, ­Weizenflocken, Weizenmehl, Sonnen­ blumenkernen, Leinsamen und ­Sesam sowie Kleie, den Randschichten des Korns, ist ballaststoffreich. Deshalb sättigt das Brot gut. «Ich mag es vor allem vor dem Sport», sagt Bäckerin ­Bettina De Bona aus der Migros-Haus­bäckerei Rhein­felden. Mit Hüttenkäse, Radiesli und frischen Sprossen belegt, lässt sich mit ihm sogar schnell eine ganze ­Mahlzeit zubereiten. Der Bäckerin gefällt auch die runde Form, dank der optisch ­attraktive Sandwiches zubereitet werden können.

Bio-Vitalturm, 420 g Fr. 3.90


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  63

Mehr zum Thema Brot www.migros.ch/ brot

Serie Spezialitäten aus den MigrosBäckereien Aktuell: Bio-Vitalturm

Bettina De Bona (27) ist Bäckerin in der Migros-Filiale Rheinfelden und eine von rund 900 Backprofis in 130 Haus­bäckereien.

Bettina De Bona

«Wenn ich die Hände im Teig habe, weiss ich blind, was für ein Teig es ist»

Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser.

Die Schicht in der Haus­ bäckerei beginnt um vier Uhr morgens. Wie garantieren Sie, dass abends noch frisches Brot in den ­Regalen liegt? Wir arbeiten in drei Schichten. Die erste beginnt um vier Uhr, die zweite um sechs, die dritte um neun Uhr. Die dritte Schicht backt dann bis zum Abend frisches Brot.

Was fasziniert Sie am Brot? Es ist eines der wichtigsten Lebensmittel und lässt sich nur aus Wasser, Mehl, Hefe und Salz herstellen.

In den Hausbäckereien wird viel von Hand geformt. ­Woran merken Sie, ob der Teig reif zum Backen ist? Man entwickelt ein Gespür da­ für. Wenn ich die Hände im Teig habe, weiss ich blind, was für ein Teig es ist und ob er ­genug lang geruht hat.

Und welches Brot backen Sie am liebsten? Ich zöpfle gern. Das habe ich schon während meiner Lehre besonders gern ge­ macht. Mit der Zeit kann man es sehr schnell.

Das aktuelle Brot des Monats ist der Bio-Vitalturm. Was ist das Besondere daran? Ähnlich wie etwa das Marroni­ brot wird der Vitalturm in der Form gebacken, in der das Brot schliesslich auch verkauft wird. Das Brot ist zudem aus Vollkornmehl – das macht es gehaltvoll.

Haben Sie ein Lieblingsbrot? Das Rhybrot – in anderen ­Filialen ist es als Centerbrot bekannt. Ich mag es am ­liebsten mit Honig oder Konfi.

Was ist das Geheimnis von gleichmässigen Zöpfen? Man muss die Teigstränge gut hinbekommen. Sie sollen zum Ende hin leicht dünner wer­ den. Ist der Teigstrang aber zu dünn, läuft man Gefahr, dass der Zopf ungleichmässig bräunt. Als Bäcker trainiert man das sehr häufig, manch­ mal macht man über hundert Stück pro Schicht.  MM


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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  65

Farmer

Der Beliebte mit weniger Zucker Als Proviant aus dem Bauchtäschli oder dem Wanderrucksack sind die Farmer-Riegel seit den 1980er-Jahren bei den Kleinen und ­Grossen beliebt. Neu gibt es für alle, die auf eine zuckerreduzierte Ernährung achten, den Farmer-Riegel Soft Apfel mit 33 Prozent ­weniger Zucker. Der zuckerreduzierte ersetzt ­jedoch den klassischen Riegel nicht, sondern ist zusätzlich im Regal zu finden.

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66  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT M-Industrie

Delica: Von hier kommen die beliebten Sun-QueenTrockenfrüchte

Von uns. Von hier.

Kreatives Werken Das «Schmuckwerken» ist seit Jahrzehnten Karin Bergersen Stadlers Leidenschaft. Dafür stellt sie ihre Werkbank auch mal ins Schlafzimmer, verzichtet dabei aber ungern auf Migros-Brainfood. Text: Thomas Tobler  Bilder: Raffael Waldner

Total 560 Personen, darunter 14 Lernende, sorgen beim Migros-­ Industriebetrieb Delica dafür, dass in den Migros-­Regalen ein ­viel­fältiges Sortiment an Trockenfrüchten, Nüssen und auch Kaffee zu finden ist. Die Delica befindet sich in Birsfelden BL, direkt am Rhein. Über 9 Millionen ­Packungen Sun Queen Trockenfrüchte und Trockenfrucht-Nuss-­ Mischungen verlassen die Delica jährlich. Die beliebtesten ­Trockenfrüchte sind Datteln, Cranberries, Feigen, Aprikosen und Mango. 6 bis 8 Personen sind durchschnittlich das ganze Jahr mit der Qualitätskontrolle und dem Abpacken der Trockenfrüchte beschäftigt. Auf 1500 Quadrat­ metern werden in der Delica Trockenfrüchte und Nüsse der Marke Sun Queen produziert, davon auf 600 Quadratmetern nur Trockenfrüchte. Regelmässige Kontrollen bei den Bauern und Produzenten in den Ursprungsländern der Rohstoffe sorgen dafür, dass Qualität und Produktionsweise den hohen Migros-­ Richtlinien entsprechen.


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  67

Star des Monats

Süsssaure Denkhelfer Die getrockneten ­Aprikosen von Sun Queen gehören in jeden Rucksack. Ihr süss­saures Aroma, der ­sanfte Biss und die lange Haltbarkeit von fast sechs Monaten machen die Aprikosen besonders beliebt.

F

rüher stand Karin Berger­ sen Stadlers Werkbank im Schlafzimmer. Mitsamt den zur Schmuckher­stel­ lung nötigen Utensilien, auch Gas- und Sauerstoff­flasche. Bis ihr Mann sein Veto einlegte und die gelernte Goldschmiedin das ­Atelier ins Nebenzimmer verleg­ te. «Aber die Werkbank gehört zu meinem Leben, seit ich in Zürich die Ausbildung zur Goldschmie­ din in Angriff genommen habe», sagt die 54-Jährige. Mittlerweile lebt sie mit Familie und Werkbank in Genf, und aus der Lehre ist ein Beruf geworden. Ber­ gersen Stadler fertigt Schmuck. Für sich in ­einer B ­ ijouterie und als Kurs­­leiterin auch an der Klubschule ­Migros. «Meine El­ tern haben mir die Handwerks­ kunst mit­gegeben.» Der Vater war ­Silberschmied und Email­ leur, die Mutter Emailleuse.

18 bis 30 Prozent beträgt der Restwasser­ gehalt einer getrock­ neten Aprikose, die restliche Feuchtigkeit wird den Aprikosen im Trocknungsvorgang entzogen.

1

Wettbewerb: Wie gross ist die ­Produktionsfläche, auf der nur Sun-Queen-­ Trockenfrüchte her­ gestellt werden? Be­antworten Sie die Frage und ge­winnen Sie eine Migros-­ Geschenkkarte. Es werden Karten im Wert von 500 Franken verlost. Teilnahme auf: vonuns­vonhier.ch

Fotos: zVg (2)

Früchte auf der Werkbank Als 29-Jährige zog sie von der

Zwingli- in die Calvin-Stadt. Ihre Grosseltern wohnten in Genf, sie wuchs zweisprachig auf und hatte Freunde in der Stadt. «Eine völlig neue Welt wars ­daher nicht.» Mitgenommen hat Karin Bergersen Stadler den Drang zum Schmuck­ werken, wie sie sagt. Zu ihrer Kreativ­arbeit im Atelier gehören auch ­Naschereien. «Ich brauche ein bisschen Brainfood. Gedörr­ te Aprikosen von der ­Migros passen perfekt und liegen oft auf meiner Werkbank.» Die bevorzugten Materialien von Karin Bergersen Stadler sind 925er-­Silber, Halbedelsteine und Perlen. Ein vielseitiges Material ist das «Art Clay», eine Art Knete aus Feinsilber, die geformt und im Ofen erhitzt wird. Ihre fer­ti­ gen Werke präsentiert und ver­ kauft Karin Bergersen Stadler vor allem an Aus­stel­lun­gen. ­«Allein von meinen Kreationen zu leben, wäre schwierig, auf die Stelle als Goldschmiedin bin ich angewiesen, sie gibt mir finanzi­ elle ­Sicherheit, um meine Krea­ tivität aus­leben zu können.» MM

Zirka 110 000 Kilogramm der getrock­ neten Aprikosen wer­ den jährlich hergestellt.

2

Sun Queen Aprikosen, getrocknet, 200 g Fr. 4.10

3

1 Wunderschöne Originale: Die erlesenen Mond­steine sind in 925er-Silber ­gefasst. 2 Ein Künstleratelier, wie es aussehen sollte: die Zangen feinsäuberlich aufgereit in allen Grössen. 3 Hier ist Handarbeit gefragt: stanzen und pressen wie zu Grossvaters Zeiten.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die getrockneten Aprikosen von Sun Queen.


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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  69

Potz

Wie ein frischer Frühlingshauch Die Wirkung von Gerüchen auf die Stimmung ist nicht zu unterschätzen. Minze- und ­Grünteeduft etwa sagt man eine belebende Wirkung nach. Nun gibt es die beiden ­Düfte vereint in einem Reinigungsmittel. Der ­Allzweckreiniger Potz Fresh eignet sich – in allen Duft­varianten – für a­ bwaschbare Oberflächen in Küche und Bad sowie für T ­ üren, Böden und Gartenmöbel aus Kunststoff.

Bilder: Yves Roth, Getty Images, iStock (2) Styling: Mirjam Käser

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Tipp Steinchen, Sand und anderer grober Schmutz wirken wie Schleifpapier und ­können empfindliche Böden beschädigen. Achten Sie darauf, dass der Boden frei ­davon ist, bevor Sie ihn nass aufwischen.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch der ­Allzweckreiniger von Potz.


70  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Frühlingsputz

Damit alles strahlt und glänzt Klopft der Frühling an, ist es Zeit für einen gründlichen Putz. Diese Helfer machen es einfacher.

Helfer gegen Schweissperlen Wenn beim Saubermachen der Puls steigt und der Schweiss tropft, hilft das Hals- und ­Kopftuch aus der AccessoiresKollektion von Ellen Amber. Ellen Amber Hals-/Kopftuch Fr. 14.80 In ausgewählten Filialen

Staubfänger für die Füsse Die Pantoffeln mit Mikrofasern sind angenehm zu tragen und ­sorgen für saubere Böden beim Gang durch die eigenen vier Wände.

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Sauger für klare Scheiben Der Fensterreiniger sorgt für streifenfreies Glas und saugt das Schmutzwasser direkt ab.

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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  71

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Erfrischer nach dem Putz Das Duschpeeling mit Limettenextrakt, Citrus- und Zypressenöl entfernt Hautschuppen und reinigt die Haut porentief.

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MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  73

Produkt der Woche

Joghurt & Quinoa Pfirsich-Aprikose Eine Masse aus Pfirsich und Aprikose, unterlegt mit Quinoa: Das You-Joghurt bietet nicht nur Frucht­genuss, sondern ist auch eine Proteinquelle und enthält zusätzlich Leinsamen. 170 g kosten Fr. 1.55.

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Die Formation Wang Ramirez vereint Tanz und asiatische Kampfkunst. Steps

Tourdaten 19. April Nederlands Dans Theater 2, Stadt­ theater Bern 22. April Take Off!, Tanzinolten Kulturzentrum Schützi, Olten 24. April Stopgap Dance Company, Stadt­theater Solothurn 24. April Cie. Greffe/Cindy van Acker, Dampfzentrale Bern 1. Mai L-E-V/Sharon Eyal & Gai Behar, Dampf­zentrale Bern 3. Mai Wang Ramirez, Dampfzentrale Bern 5. Mai Stopgap Dance Company, Dampfzentrale Bern Komplettes Programm und Tickets: www.steps.ch

Kulturprozent

Hypnotische Moves zu dunklen Beats Vom 12. April bis 5. Mai bietet Steps, das Tanzfestival des MigrosKulturprozents, spannende Einblicke in das internationale Tanzschaffen. Text: Gerda Treml  Bild: Denis Koneé Kuhnert

S

teps ist mit sechs Ensembles in Bern, Olten und Solothurn zu Gast. Tanzbegeisterte dürfen sich auf «Love Chapter 2», das neueste Werk des israelischen Künstlerpaars Sharon Eyal und Gai Behar freuen. Die Stopgap Dance Company – eine britische Formation, bestehend aus Tänzerinnen und Tänzern mit und ohne Behinderung – berührt mit dem poetisch-schrägen Kammerspiel «The Enormous Room» über menschliche Stärke und Verletzlichkeit. Das deutschfranzösische Choreografenduo Honji Wang und Sébastien Ramirez mixt für «Everyness» zeitgenössischen Tanz, Hip-Hop und asiatische Kampfkunst.

Mit technischer Brillanz besticht das eigens für Steps zusammengestellte Programm des Nederlands Dans Theater 2, «I New Then». Die aus Belgien stammende Choreo­ grafin Cindy van Acker bringt mit ihrer Compagnie Greffe bei Steps unter dem Titel «Speechless Voices» ein Werk zur Uraufführung, das sich mit Trance und Ritual befasst. Ansteckend wirkt die jugendliche Energie und un­bändige Tanzlust von «Take Off!». Die Tanz-­Bachelors der Manufacture in Lausanne und der Zürcher Hochschule der Künste beweisen erstmals ihr Können in einem gemeinsamen Bühnenprogramm. MM

Klubschule

Voice of You Wie holt man alles aus seiner Stimme heraus? Indem man seine Lieblingssongs singt und dabei den Alltag vergisst. Eine Lektion «Gesang online» hat die gleichen Inhalte und Ziele wie ein herkömmlicher Stimm­ bildungsunterricht. Über ein Videoanrufprogramm wie Skype werden Teilnehmer individuell und sorgfältig bei der Stimm­ bildung unterstützt. 1 Lektion kostet 47 Franken. Infos: www.klubschule.ch Tel. 0844 844 900


74  MM14, 3.4.2018 | MIGROS-WELT

Berufsbildung

«Motivation ist das A und O»

Frühling

Vielfalt in der Welle 7 Im urbanen Center Welle 7 im Bahnhof Bern Postparc lässt sich der Frühling in vollen Zügen geniessen. Wer nach einem stressigen Arbeitstag oder einem Einkaufsbummel entspannen will, gönnt sich in der Washbar den erfrischenden Hugolicious, einen Hugo mit Ingwer.

Bei der Migros Aare arbeiten 630 Lernende, jedes Jahr werden rund 300 Lehrstellen neu besetzt – derzeit sind noch rund ein Drittel offen. Miryam Noth, Leiterin Berufsbildung, sagt, was von den Auszubildenden erwartet wird.

Im Restaurant The Flow zaubert Küchenchef Paul Jurt eine PokéBowl auf den Tisch. Die hawaiianische Delika­ tesse gibt es je nach Geschmack mit rohem Fisch, Rindfleisch, Surf & Turf oder als vegetarische Variante.

Bei Onlyhair gibt es 50 Prozent Rabatt auf den Kinderhaarschnitt, wenn Mama oder Papa sich ebenfalls die Haare schneiden lassen. Im Kampf gegen die kleinen Winterfettpölsterchen hilft zum Beispiel ein Breakletics-Kurs der Migros-Klubschule. Hier können sich die Teil­nehmenden so richtig auspowern und an ihrer Fitness feilen. Wer im Juni an die Fussball-WM in Russland reisen wird, lernt in einem Russisch-Crashkurs der Klubschule das Wichtigste, um sich zurechtzufinden. Weitere Infos zu den Frühlingsangeboten: www.welle7.ch/fruehling

Miryam Noth Leiterin Berufsbildung Migros Aare

Was erwarten Sie in der heutigen Zeit von Lernenden? Wenn Lernende scheitern, dann an den kleinen Dingen, beispielsweise am Ein­ halten von Terminen oder an der Kommu­ nikation, etwa bei einer Krankheitsmel­ dung. Darum erwarte ich von Lernenden, dass sie sich an diese Regeln halten. Das A und O sind aber die Motivation und ein Grund­interesse für den Beruf. Was hat sich in den vergangenen Jahren bei den Lernenden verändert? Dank der digitalen Fitness sind die Jugend­ lichen heute sehr gut informiert und des­ halb vielleicht einen Tick selbstbewusster. Sie kennen ihre Rechte genau und pochen auch darauf – da muss man sie manchmal auf den Boden zurückholen. Die Lernenden haben sich aber nicht grundlegend verändert. Schon als ich die Lehre absol­ vierte, lächelten die Erwachsenen und sagten: «Ach, diese Jungen.» Die Lernenden wachsen heute mit digitalen Geräten auf und wissen diesbezüglich teilweise mehr als die Erwachsenen. Zu meiner Zeit war das mit dem Walkman aber genau gleich. Was gefällt Ihnen besonders an den Lernenden? Ihre Neugierde, die Entdeckungsfreude und das Ausloten von Möglichkeiten. Und manchmal erzählen mir die Lernenden, dass sie in der Schule gesagt hätten, die Migros sei cool. Oder sie bezeichnen sich bei Veranstaltungen als «Migros-Kind». Das ist schön zu hören. Wo gibt es die meisten Probleme? Die Lernenden müssen sich an der Schwelle zwischen Schule und Arbeitswelt zurecht­ finden. Sie sind zwar schon recht selb­ ständig, aber mit dieser Selbständigkeit klarzukommen, ist nicht einfach. Ob in der

Paulina Jozic, Lernende Detailhandelsfachfrau: «Meine Lehre erlebe ich als sehr spannend und sehr vielfältig.»

Schule, in der Branchenkunde oder im Betrieb: Überall repräsentieren sie das Unternehmen und tragen einen M-Stempel. Das fällt ihnen besonders im ersten Lehrjahr manchmal schwer. Zudem ist die Migros Aare ein grosses Unternehmen, da braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich zurecht­ findet. Schwierigkeiten kann es auch geben bezüglich der Arbeitszeiten, weil sie zum Beispiel am Samstag arbeiten müssen. Dann kommt die Pubertät hinzu, das Alter, in dem die Jugendlichen sich ohnehin finden müssen. MM

Bilder: Remo Neuhaus, zVg

Im Restaurant Cha chà Thai wird den Gästen eine bekömmlichleichte Mango-AvocadoBowl serviert. Wer es lieber deftig und süss mag, wird bei Dunkin’ Donuts oder Wurst & Moritz fündig.

Text: Pia Schüpbach & Dominic Ramel


MIGROS-WELT | MM14, 3.4.2018  75

Coach Ivo Sommer, gespielt von Oliver Stein

Samuel Loosli, Lernender Detailhandelsfachmann Garden EFZ: «Besonders gut gefällt mir, dass ich viele Arbeiten mit dem Lernen kombinieren kann.»

Lehrstellen

Nachwuchs gesucht Für den Lehrbeginn im August 2018 gibt es bei der Migros Aare noch offene Stellen. Für den Detailhandel in den Branchen Nahrungs- und Genuss­mittel, Fleischwirtschaft sowie Do it + Garden führt die Migros Aare sogenannte «Meet & Greet»-Anlässe durch: Interessierte Jugendliche, die noch eine Lehrstelle suchen, erhalten Informationen über die Arbeitgeberin Migros Aare, sie können ihr Bewerbungsdossier einreichen und sich persönlich vorstellen. Bern: Mittwoch, 25. April, Welle 7, 8.30 bis 10 Uhr oder 10.30 bis 12 Uhr Aarau: Donnerstag, 26. April, Klubschule Migros, 8.30 bis 10 Uhr oder 10.30 bis 12 Uhr

Zudem organisiert die Migros Aare Schnuppernach­mittage im Detailhandel. Die Teilnahme ist ab der 7. Klasse möglich. Während eines halben Tages erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie viel­seitig eine Lehre im

Detailhandel ist, sie lernen die Migros Aare kennen und er­ fahren, wie das Bewerbungs­ prozedere funktioniert. Supermarkt: Mittwoch, 16. Mai, Migros Brugg, 13.30 bis ca. 16.30 Uhr Mittwoch, 23. Mai, Centre Brügg, 13.30 bis ca. 16.30 Uhr Mittwoch, 30. Mai, Migros Marktgasse Bern, 13.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Baumarkt: Mittwoch, 16. Mai, Do it + Garden Wankdorf Bern, 13.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Mittwoch, 23. Mai, Obi Thun, 13.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Mittwoch, 30. Mai, Obi Oftringen, 13.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Voranmeldung für alle Anlässe erforderlich auf: migrosaare.ch/berufsbildung Anmeldeschluss: 13. April Keine Zeit an diesen Daten? Alle Informationen über die Ausbildungsberufe und offenen Lehrstellen sind online abrufbar: www.new-talents.ch

Theater Gurten

Entspannen jenseits der Komfortzone Im Sommer kehrt die Autorin und Regisseurin Livia Anne Richard mit der Uraufführung «Abefahre! – Stressfrei in 5 Tagen» auf den Berner Hausberg zurück. Text: Theater Gurten  Bild: Hannes Zaugg-Graf

M

it «Abefahre! – Stressfrei in 5 Tagen» kommt bereits die zehnte Produktion auf die Bühne des Freilichttheaters Gurten – nach Stücken wie «Dällebach» (2006/2007), «Einstein» (2010) und «Paradies» (2014). In der Komödie geht es um die Frage, was mit Menschen passiert, wenn sie (un)freiwillig die Handbremse ziehen, um ein Burn-out zu vermeiden. Weg mit dem Ausrufezeichen

Ohne Handy der Natur aus­ gesetzt, sollen sie mittels Rollenspiel, Gruppentherapie und Heilfasten wieder zurück zu sich selbst, zur eigenen Mitte finden – und dies natürlich möglichst effizient. Inmitten der Natur ist die Komfortzone unerreichbar und Gewohntes weit entfernt. Titel sind Schall

und Rauch. Masken fallen. Hinter vermeintlichen Arbeitstieren treten Menschen mit ihren Gefühlen und Geschichten zutage. Und langsam, aber sicher beginnt man zu verstehen, dass es mit dem «Abe­ fahre!» eben nur dann klappt, wenn man als erste Mass­nahme mal das Ausrufezeichen hinter dem Wort entfernt. Das Migros-­Kulturprozent ist seit den Anfängen Partnerin des Freilichttheaters Gurten und unterstützt auch die Jubiläums­ produktion. MM Aufführung: «Abefahre! – Stressfrei in 5 Tagen», 20. Juni bis 30. August Tickets: www.theatergurten.ch


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Leben MM14

Umfrage

Glauben Ihre Kinder an den Osterhasen? Meine Kinder lieben ihn!

69% 1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei ­Buben, ­einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (2) hat ein grosses Selbstvertrauen – auch dank des Grossen (7): Der spielte mit dem Baby gern Armdrücken. Er stellte das Ärmchen des Brüderchens auf, verkeilte seine Hand in dessen Händchen und zog sie dann auf die Verliererseite. «Er ist das stärkste Baby der Welt!», rief er. Heute spielt er mit ihm Unihockey, und wenn der Kleine den Ball Richtung Goal schiebt, wirft er sich so zur Seite, dass es zum Treffer kommt. «Goal!», brüllen dann ­beide begeistert. Bringt der Grosse dem Kleinen «how are you?» bei, klingt das wie «Herbarium», aber der Grosse schreit: «Er spricht Englisch!» Jetzt hat der Grosse den Pumptrack bei uns, auf dem Biker wilde Fahrten trainieren, wiederentdeckt. Kürzlich hat er auch das vierrädrige Velo des Kleinen hervorgeholt und gesagt: «Er will auch auf den Pumptrack. Er kann das.» Und jetzt?

Nicht mehr so ganz.

26%

Wir feiern Ostern nicht.

3% Wir erzählen den Kindern die Wahrheit.

2% 1   Ich zurre den Helm des Kleinen fest – und schaue weg. 2   Ich renne neben dem Kleinen her und bin jederzeit bereit, ihn zu retten.

335 Abstimmende

3   Ich bringe die beiden vom Projekt ab. Mit Charme oder einem Machtwort. Eine Umfrage von

Antwort 1: Der Helm ist sturzerprobt und die Erde weich, also lasse ich die beiden machen. Ab und zu braucht der Kleine wohl eine Realitätsprüfung, sonst nimmt das Selbstbewusstsein gefährliche Dimensionen an.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Selbstvertrauen


80  MM14, 3.4.2018 | LEBEN

Familie

Kleine Abenteurer im Wald

Waldspielgruppen sind beliebt: Dort sollen Kinder die

Natur kennenlernen, Selbstvertrauen entwickeln und spielend die Zeit vergessen – auch bei garstigem Wetter. Text: Claudia Weiss  Bilder: Marco Zanoni

Tipps

Für OutdoorEinsteiger • An einen Bach gehen und das Wasser stauen • Ein Feuer machen ­ und aus Pizzateig Schlangenbrot backen • Draussen im Schlafsack übernachten • Einen Stecken schnitzen und so mit dem Sack­ messer umgehen lernen • Einen Ausflug an einen See oder Fluss machen • Dürfen Kinder G ­ spänli mitnehmen, lassen sie sich leichter zu Aus­ flügen motivieren Buchtipps: • Antje Damm, «Was wird aus uns?», Moritz Verlag. Bei www.exlibris.ch für Fr. 21.20 • Sigrid Tinz, «Wildkräu­ ter und Natur­aben­ teuer», Ulmer ­Eugen. Bei www.exlibris.ch für Fr. 10.–

E

s ist drei Grad unter Null, auf den Wegen liegt Schnee. Die Kinder der Waldspielgruppe «DusseVerusse» in Zollikofen bei Bern stört das nicht. Sie haben sich soeben mit einem gemeinsamen Lied von ihren Eltern verabschiedet und stapfen nun fröhlich durch den verschneiten Wald: warm verpackt, wie eine bunte Schar Zwerge. Allen voran Kaa Schuler. Die 55-Jährige ist die Gründerin der Waldspielgruppe. Zusammen mit Claudia Marbot, die ebenfalls eine ausgebildete Naturpädagogin ist, leitet sie die Gruppe. «Da war ein Reh!», ruft der vierjährige Louis, und alle scharen sich um ein paar Tierspuren. Etwas weiter vorn sind kleine Pfotenprofile zu sehen – ein Hund vielleicht? Oder ein Fuchs? Manchmal sehen die Kinder ein Reh vorbeihuschen, im Frühling lauschen sie den Vögeln. In diesem Semester sind 15 Kinder in der Waldspielgruppe dabei, mehr als das übliche Dutzend. ­Deshalb hilft im Moment Colin Schwab mit. Der junge Mann ist an­gehender Lehrer. Nach dem Znüni versorgt der 27-Jährige die Sit­z­unterlagen auf einem Sack­ karren und zurrt die Plane darüber

fest. Da­runter stapeln sich Werkzeug, Ersatzkleider, Esswaren, Notfallapotheke, ein Toilettensack: Wenn man im Wald sein Geschäft verrichten muss, wird es vergraben, das Klo­papier verbrannt. Das lernen hier schon die Kleinen. Weiter gehts. Eine Schar B ­ uben hat sich mit Stecken aus­gerüstet, sie schleichen durch die Büsche am Wegrand, auf der Suche nach Piraten. Im Wald ­können die Kleinen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Da wird schnell aus einem verästelten Zweig eine Waldspinne oder aus einem Stecken ein Schwert. So kommt die Gruppe erst nach mehr als zwei Stunden beim Waldsofa an, dem eigentlichen Domizil der Waldspielgruppe. Der flexible Zeitplan hat System: «Viele Kinder haben heutzutage ein enorm durch­getaktetes Programm», sagt Claudia Marbot, «hier dürfen sie einfach sein, ohne dass Zeit eine Rolle spielt.» Eiseskälte, Schnee: Ist das wirklich gut für Kinder? «Überlebenstraining machen wir hier nicht», sagt Kaa Schuler. Als ­Johann kalte Füsse bekommt, nimmt sie zwei ­Wärmebeutel aus ihrem Rucksack, aktiviert sie durch Schütteln und legt sie um die kalten kleinen

Zehen. Schliesslich soll der Waldmorgen für kein Kind eine Qual sein. Als Aruna beim Stapfen durch den Schnee jammert, nehmen Kaa Schuler und Claudia Marbot sie in die Mitte. Und wenn ein Kind wirklich friert, lassen sie es abholen. Bis minus acht Grad führt «DusseVerusse» den Waldmorgen durch. Wird es kälter oder weht eine Bise, weicht die Gruppe auf einen Indoorspielplatz aus. Beim Waldsofa hat Claudia Marbot inzwischen ein Feuer entfacht und einen Topf Spätzli aufgesetzt. Derweil versammelt Colin Schwab die Kinder für eine MitLesen Sie weiter auf Seite 83


LEBEN | MM14, 3.4.2018  81

Warm verpackt inmitten der Natur. Kindern lieben es, ziellos draussen zu spielen.

Das sagen die Eltern

«Das Wetter ist egal, nur die Erlebnisse zählen» Kristin Paredes (33) «In der Waldspielgruppe können sich Kinder auspowern. Die frische Luft tut ihnen gut und härtet sie ab. Sie sind ja sonst so oft drinnen. Hier dürfen sie einfach mal ohne Zeitdruck sein oder unbeschwert ­spielen. Und gleichzeitig gibt der fixe Ablauf mit Liedern und Geschichten den Kindern einen guten Rahmen und ­damit Sicherheit.»

Adrian Glauser (42) «Wir bringen alle vier ­Kinder in den Wald, damit sie Erfahrungen in einer grösseren Gruppe machen können. Neben sozialen ­Erlebnissen haben die ­Kinder die Gelegenheit, die Natur besser kennen-­ zulernen und die Jahres­ zeiten zu erleben. So gewöhnen sie sich an ­Um­welt-­ bedingungen und sind dementsprechend wenig krank.»

Nina Güdel (31) «Die Innenspielgruppe gefiel meinem Sohn, aber draussen zu spielen, gefällt ihm einfach besser. Aus der Waldspielgruppe kommt er jedes Mal total dreckig, aber gut gelaunt zurück. Das Wetter ist ihm völlig egal, nur die Erlebnisse zählen. Kann er mit Stecken spielen oder an einem ­Regentag in Pfützen hüpfen, ist er glücklich.»

Monika Truninger (36) «Wir sind sehr oft draussen, unser Sohn freut sich auch bei grösstem Regen auf den Waldmorgen. Blätter und ein paar Stecken genügen ihm bereits zum Spielen. Heute geht er ganz anders mit der Natur um und beobachtet auch mal im Garten gedul­dig eine ­Ameise. Toll, dass die K ­ inder im Wald ziellos sein und spielen dürfen.»


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LEBEN | MM14, 3.4.2018  83

tagsgeschichte unter einem Baum. Gebannt lauschen ihm die Kinder, als er vom Elefanten und der Maus erzählt. Zwischen ­Geschichte und Essen tollen die Kinder ausgelassen umher. Aufenthalte im Freien stärken das Immunsystem. Augen­ ärzte haben ausserdem heraus­ gefunden, dass Kinder, die viel Zeit draussen verbringen, selte­ ner von Kurzsichtigkeit ­betroffen sind. Die Erklärung: Wer mit den Augen öfter ein Ziel in der Ferne anpeilt, entspannt die Augen. Studien haben gezeigt, dass sich Tages­licht günstig auf die Ent­ wicklung des Augapfels auswirkt. Nach dem Essen geht es zu­ rück. Die Kinder sind noch voller Energie. Das abschüssige Wegstück lockt zum Plastiksack­ schlitteln. Alle freuen sich auf ihre Eltern, die am Waldrand auf sie warten. MM

Runya (4) «Ich habe gerade keine Zeit zum Reden, weil wir an einem so guten Spiel sind – wir spielen Familie, und ich bin das Kind. Aber heute ist es anstrengend, so durch den Schnee zu rennen! Im Sommer, wenn es schön warm ist, macht mir das Draussensein im Wald eigentlich ein bisschen mehr Spass. Aber vor lauter Spielen habe ich trotzdem schön warm.»

Gregory (4) «Ich bin ganz neu dabei, aber wir gehen auch mit der Familie oft in den Wald. Heute habe ich extra meine Schneeschaufel mitgenommen. Aber am lustigsten war es, mit den anderen durch die Büsche zu schleichen und Abenteuerspiele zu spielen – ja, wir haben sogar Büffel und Wölfe gesehen!»

«DusseVerusse» richtet sich an Kinder im ­Alter von drei bis fünf Jahren. Demnächst startet in Andwil TG eine G ­ ruppe für Eltern mit Kindern ab anderthalb Jahren. Weitere Infos: www.dusse-verusse.ch

Interview zum Thema auf Seite 85

«Am besten ­gefällt mir immer das Znüniessen mitten im Wald. Im Sommer gefällt es mir noch ein bisschen besser draussen, weil man nicht so viel anziehen muss. Aber wenn wir dann beim Waldsofa sind, helfe ich Claudia immer gern beim Holzsammeln und Kochen, meistens macht mir das fast noch mehr Spass als zu spielen.»

Leandro (4) «Ich finde es sehr cool im Wald, wenn es so schön schneit, und ich bin ja ganz warm angezogen. Wir haben vorhin Tier­spuren gefunden, und einmal habe ich sogar ein Reh gesehen. Jetzt freue ich mich auf das Feuer, das brennt so schön – einmal ­durfte ich es mit Claudias Hilfe a­ nzünden. Und Megahunger habe ich auch!»

Aruna (3½)

Johann (4) «Ich säge aus diesem Ast ganz viele ­ olzrädchen und überlege, was ich mit denen mache. H Ich bin gern im Wald, auch im Winter finde ich es s­ uper. Heute haben wir im Schnee ganz viele Tier­s­puren ­gesehen: Rehe, Hasen, Hunde, und die eine war, glaube ich, sogar von einem Fuchs.»


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LEBEN | MM14, 3.4.2018  85

Das sagt der Experte

«Zu viele Verbote hemmen die Kinder»

Nicolas Lätt (42) ist Lehrer, ­Erlebnispädagoge, ­Outdoorguide und ehemaliger Spitzenruderer.

Warum ist das Spielen in der Natur für Kinder wichtig? Draussensein fördert die Gesundheit, die Koordination, soziale Interaktionen und das Selbstbewusst-­ sein der Kinder. Und es ist sehr wichtig, dass Kinder einfach einmal ziellos sein dürfen, erst dann können sie kreativ werden und ­Ideen entwickeln. Lernen sie hier anders als in der Schule? Tatsächlich. In der Natur kommt eine innere Motivation hinzu, etwas zu lernen, wenn sie auf einen Baum klettern wollen, beispielsweise. Und draussen kön-

nen sich Kinder in ihrem eigenen Tempo weiterentwickeln. Ganz nebenbei lernen sie Tiere und Pflanzen kennen und die Natur zu respektieren. Wie können Eltern einem Stubenhocker die Natur schmackhaft machen? Dazu müssen Eltern selbst bereit sein, mit den ­Kindern etwas zu unternehmen. Auch weniger abenteuer­ lustige Eltern können das. Sie müssen sich aber nicht gleich zumuten, sich von einer Felswand abzuseilen. Auch u ­ nterwegs mal einen Bach zu stauen, ein Feuer zu machen, Tierspuren zu suchen oder einen Brotofen

aus Steinen zu bauen, sind ­bereits kleine Abenteuer. Was, wenn die Eltern selbst nicht rausgehen? Dann können sie die Kinder in die Waldspielgruppe oder in die Pfadi schicken. Abenteuer klingt gut, aber was ist mit Gesundheit und Sicherheit? Selbstverständlich sollen Kinder zum Velofahren ­einen Helm und im Kanu eine Weste tragen. Aber zu viel Angst und zu viele Verbote hemmen die Ent­ wicklung der Kinder. Wenn wir ihnen alles verbieten, können sie nie lernen, mit Gefahren umzugehen.

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Also auch einmal die ­Augen zudrücken und ein Risiko eingehen? Es klingt eher gewagt, aber tatsächlich riskiere ich lieber, dass einer meiner Söhne sich ein Bein bricht, als dass ich ihnen alles ver­ biete. Selbstverständlich würde ich sie niemals in Lebensgefahr bringen. Aber was sie in der Natur lernen, können sie später im Leben brauchen: Selbstsicherheit und die Fähigkeit, Probleme kreativ zu bewältigen. MM Buchtipp: Nicolas Lätt: «Outdoor Kids. Bushcraft und Abenteuer mit Kindern für jede Jahreszeit», für Fr. 24.– bei Exlibris.ch erhältlich


86  MM14, 3.4.2018 | LEBEN Naturbelassen sind Nüsse eine wertvolle ­Bereicherung für die tägliche Ernährung.

Walnuss

1

Sie stammt aus Persien und wird heute weltweit angebaut. Walnüsse ­gehören zu den ­nährstoffreichsten ­Lebensmitteln mit viel Eiweiss und einem ­hohen Gehalt an un­ gesättigten Fettsäuren.

Gesundheit

Powerfood in Schale

Trotz ihres hohen Fettgehalts sind Nüsse keine Dickmacher. Sie enthalten wichtige Nährstoffe und Spurenelemente. Text: Susanne Wagner

N

üsse sind Kraftpakete und ­Superfood zugleich. Mit einer Handvoll Nüssen als Zwischen­ mahlzeit stillt man nicht nur den Hunger, sondern versorgt den Körper auch mit wichtigen Nährstoffen. Weil sie als kalorienhaltig gelten, haben viele Nüsse zu Unrecht einen schlechten Ruf. Doch es kommt auf die Zusammen­ setzung der Fettsäuren an. Das in den Nüssen enthaltene Fett besteht zum grös­ seren Teil aus ungesättigten Fettsäuren und zum kleineren Teil aus gesättigten Fettsäuren. Dieses günstige Verhältnis

kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen ­vorbeugen. Zudem sind Nüsse reich an Nahrungsfasern, Eiweiss, Mineralstoffen wie etwa Magnesium und Kalium, Vita­ minen und sekundären Pflanzenstoffen. Sogar Abnehmen ist mit Nüssen mög­ lich: Die Berner Ernährungsberaterin Sarah Kunz ist in ihrer Bachelor­arbeit zum Schluss gekommen, dass Nuss­ konsum die Prävention und Behandlung von Über­gewicht unterstützen kann. 30 Gramm unverarbeitete Nüsse können also eine der fünf empfohlenen Tagespor­ tionen Früchte oder Gemüse ersetzen. MM

100 g 742 Kalorien 70 g Fett, davon 61 g ­ungesättigte Fettsäuren, 15 g Eiweiss, 2 g Zucker, 6 g Nahrungsfasern, Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Magne­sium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Folsäure, Vitamin E und C sowie B-Vitamine

Haselnuss

6

Sie ist die älteste aus Europa stammende Nussart und galt bereits in der Steinzeit als wich­ tiges Grundnahrungs­ mittel. Haselnüsse ­haben viele Ballaststoffe und sind ein guter Kalzium­lieferant.

100 g 643 Kalorien 59 g Fett, davon 53 g ­ungesättigte Fettsäuren, 15 g Eiweiss, 4 g Zucker, 9 g Nahrungsfasern, ­Natrium, Kalium, Chlo­ rid, Kalzium, Magne­ sium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Vitamin E und C sowie B-Vitamine


LEBEN | MM14, 3.4.2018  87

Ökologie

Pistazie

2

3

100 g 580 Kalorien 45 g Fett, davon 37 g ­ungesättigte Fettsäuren, 20 g Eiweiss, 7 g Zucker, 10 g Nahrungsfasern, Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Magne­sium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Vitamin E und C sowie B-Vitamine

100 g 692 Kalorien 72 g Fett, davon 62 g ­ungesättigte Fettsäuren, 9 g Eiweiss, 2 g Zucker, 9 g Nahrungsfasern, Folsäure, Kalzium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Phospor, Schwefel, ­Eisen, Fluor, Kupfer, Jod, Zink, Vitamine A, C, E und K, B-Vitamine

Paranuss

Mandel

7

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Sie wird in der ­orientalischen Küche, für Süssspeisen verwendet und auch ­ge­röstet und gesalzen als Snack verkauft. ­ Die Pistazie ist stark eiweisshaltig und enthält viele Ballaststoffe.

Sie wächst wild in den Regenwäldern Südamerikas. Die Paranuss hat eine sehr dicke Schale und ist in vielen Nuss­ mischungen enthalten. Sie ist dank hohen Fettund Eiweissanteils nahrhaft und kalorienreich.

Bilder: Getty Images (2), iStockphoto (2)

Pekannuss

100 g 692 Kalorien 66 g Fett, davon 47 g ­ungesättigte Fettsäuren, 16 g Eiweiss, 2 g Zucker, 7 g Nahrungsfasern, ­Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Magne­ sium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Vitamin E und C sowie B-Vitamine

Sie ähnelt der Walnuss, ist aber eher länglich. Die Pekannuss schmeckt milder und süsser. Sie wird in der Praliné­ herstellung geschätzt und stammt aus Nordamerika, Israel, Australien und Südafrika.

Sie sind in vielen Backwaren enthalten. Mandelmus oder Mandelmilch sind bei Veganern als Milch- und Rahm­ ersatz beliebt. Heute ­findet man Mandel­ plantagen von den USA bis in den Iran.

100 g 576 Kalorien 49 g Fett, davon 44 g ungesättigte Fettsäuren, 21 g Eiweiss, 3 g Zucker, 13 g Nahrungsfasern, Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Folsäure, Vitamin E sowie B-Vitamine

Cashewkern

Macadamianuss

4

5

100 g 593 Kalorien 45 g Fett, davon 31 g ­ungesättigte Fettsäuren, 18 g Eiweiss, 5 g Zucker, 3 g Nahrungsfasern, ­Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod, Zink, Vitamine C und E, Folsäure, B-Vitamine

100 g 719 Kalorien 73 g Fett, davon 59 g ­ungesättigte Fettsäuren, 8 g Eiweiss, 5 g Zucker, 11 g Nahrungsfasern, Folsäure, Natrium, ­Ka­lium, Kalzium, Magne­ sium, Phosphor, Kupfer, Chlorid, Fluorid, Man­ gan, Schwefel, Eisen, Jod und Zink, Vitamin E und B-Vitamine

Früher kannte man ­­sie nur als Teil des Studentenfutters, heute nutzt man sie oft als Zutat für asiatische Gerichte. Ursprünglich stammt die Cashewnuss, ge­ nauer der Cashewkern, aus Brasilien. Cashews sind relativ energiearm.

Die kugelförmige Nuss wird auch Königin der Nüsse genannt. Sie stammt ursprünglich aus Australien. Die ­Macadamianuss hat den höchsten Fettgehalt ­aller Nüsse.

Erdnuss

9

Bevor sie auf den Markt kommen, werden Erdnüsse geröstet, um Bitterstoffe zu entfernen und sie haltbarer zu machen. Versteinerte Erdnüsse fand man schon in 3500 Jahre alten ­Gräbern in Peru.

100 g 600 Kalorien 48 g Fett, davon 35 g ungesättigte Fettsäuren, 26 g Eiweiss, 4 g Zucker, 7 g Nahrungsfasern, ­Natrium, Chlorid, ­Kalium, Kalzium, Magne­ sium, Phosphor, Eisen, Jod und Zink, Vitamine E und B-Vitamine

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10 Liter Wasser für ein Gramm Mandeln Was bei aller Beliebtheit von Nüssen oft vergessen wird, ist der ökologische Aspekt. Besonders der Anbau von Mandeln ist sehr wasserintensiv. Das hat Auswirkungen auf die Anbauregionen wie etwa Kalifornien, wo die ­lokalen Wasser­reserven wegen einer langen Trockenheit ­inzwischen ohnehin b ­ egrenzt sind. Auf Basis der Zahlen des «Water Footprint Networks» errechnete das Institut für Energie und Umweltforschung in Heidelberg (D), dass in einem Kilogramm Mandeln aus Kalifornien rund 10 000 Liter Wasser stecken. Das entspricht etwa 10 Litern Wasser pro Gramm Mandeln. Darin ein­ gerechnet ist das Regen­wasser, das ­Wasser aus Seen und Flüssen und das ­Grundwasser sowie das Wasser, das man braucht, um die an­ fallenden Schadstoffe im Wasser auf ein un­schädliches Mass zu ­verdünnen. Rund die Hälfte des Wasser­ bedarfs wird durch ­Bewässerung gedeckt. Die regionale Wasserknappheit in Kalifor­ nien ist in diesen Zahlen berücksichtigt. Denn Wasser ist eine regio­ nale Ressource und auf der Welt unterschiedlich verteilt. Gerade in R ­ egionen mit hoher Wasserknappheit ver­ursachen wasserinten­sive Produkte hohe Nutzungskonkurrenzen und damit auch soziale und ökologische Probleme.


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LEBEN | MM14, 3.4.2018  89

Kolumne

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Lange Zeit war ich psychotestabstinent. Doch neulich bin ich online auf einen gestossen, der mich aufhorchen liess. Die Kollegen von Watson.ch fragten: «Welches Kaff bist

du?» Wie bitte?, dachte ich zuerst und sah im Bildschirm, wie meine Stirn sich runzelte. Wenn, dann bin ich eine Grossstadt! Zürich oder Genf oder, wenn es sein muss, auch Basel. Trotzdem machte ich mich ans Ankreuzen. Frage: «Welches dieser Essen würdest du jetzt am liebsten verputzen?» Antwort: «Rüebli­ torte» (immerhin bin ich Aargauerin). Frage: «Es ist Mitternacht, und du bist stockbesoffen. Wie kommst du nach Hause?» Antwort: «Mit dem Taxi» (bin ich stockbesoffen, ist mir mein Kontostand egal). Frage: «Welches Zitat spricht dich am meisten an?» Antwort: «Glück ist Liebe, nichts anderes.» (Die Alternativen waren schlimmer, und ja: keine Ahnung, was das mit den Käffern zu tun hat.) Sieben Fragen später war ich am Ziel. Respektive in Kaiserstuhl AG. 430 Einwohner, schöne Altstadt, gute ÖV-Verbindungen. Ich bin also Kaiserstuhl. Könnte schlimmer sein. MM

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LEBEN | MM14, 3.4.2018  91

Migros Bank

Warum die langfristigen Zinsen wieder steigen werden

Irina Martín ist als Ökonomin für die Migros Bank tätig.

Vor diesem Hintergrund steigen auch die Zinsen hiesiger Festhypotheken. Denn höhere langfristige Zinsen machen Kredite von Geschäftsbanken tendenziell teurer. Wir erwarten, dass sich diese Ten-

Mehr Rendite für langfristige Anleihen Die Zinsen für 5- bis 30-jährige Staatsanleihen steigen seit Januar, der Drei-Monats-Libor bleibt im Negativbereich, in Prozent * 3

30 Jahre 10 Jahre 5 Jahre 3 Monate

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-1 20

Der Leitzins bleibt vorläufig unverändert: Das hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) in der jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung am 15. März verlauten lassen. Das bedeutet, dass Zinsen für Finanzierungen mit kurzer Laufzeit (bis ein Jahr) auf tiefem Niveau verharren werden. Die SNB kann allerdings nur die kurzfristigen Zinsen (den Libor) steuern. Die langfristigen Zinsen werden hingegen durch Angebot und Nachfrage an den Finanzmärkten bestimmt. Diese sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen: So notiert die Rendite eidgenössischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei rund 0.11 Prozent. Nach Jahren meist im Negativbereich hält sich also die Rendite zehnjähriger Eidgenossen wieder deutlich über der Nullprozentschwelle. Auch in der Eurozone und den USA sind die Langfristzinsen bereits höher, dank guter Konjunkturlage und höheren Inflationserwartungen.

* Quelle: Thomson Reuters Datastream

denz in den kommenden Monaten fortsetzt, weil die Geldpolitik weltweit restriktiver wird und man mit weiter zulegender Inflation rechnet. Dass die Zinsen anziehen werden, ist also absehbar. Schnell steigende Zinsen führen gern zu Unsicherheiten an den Aktienmärkten. BörsenAnleger müssen sich aber vorerst

nicht vor einem Zinsanstieg fürchten, denn dieser wird moderat ausfallen. Um die Finanzstabilität nicht zu gefährden, werden sich die Notenbanken davor hüten, zu schnell an der Zinsschraube zu ­drehen. Gut für Wohn­ eigen­tümer: In Erwartung steigender Langfristzinsen lassen sich mit Festhypotheken jetzt noch attraktive Konditionen für Jahre sichern. MM

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LEBEN | MM14, 3.4.2018  93

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Ja und Nein. Ich habe für dich einen Piloten gefragt. Er fliegt seit 32 Jahren sehr oft und hat schon viele Regenbögen gesehen. Aber er konnte noch nie durch einen hindurchfliegen. Das geht nämlich nicht. Trotzdem ist es möglich, dass wir von der Erde aus sehen, wie ein Flugzeug das tut. Was stimmt jetzt also? Mit dem Regenbogen ist es wie mit einem Zaubertrick: Man sieht etwas Fantastisches. Weil man es sehen kann, glaubt man, dass es das

wirklich gibt. Dabei ist es nur ein Trugbild, also eine Täuschung. Der Regenbogen ist ein Zaubertrick der Natur. Du siehst ihn nur, wenn du in einem bestimmten Abstand zwischen der Sonne und dem Regen stehst. Wenn du die Sonne im Rücken und den Regen vor dir hast, siehst du dort, wo es regnet, Farben. Das ist so, weil die Tropfen von der Sonne bestrahlt werden und sie dieses Licht in vielen Farben zurückschicken. Diese sogenannte Reflexion er-

scheint uns wie ein farbiger Bogen. Wenn du dich aber der Stelle näherst, an der es regnet, verschwinden die Farben. Auch der Pilot, der mit dem Flugzeug auf einen Regen­bogen zusteuert, fliegt letztlich nur durch graue Regentropfen, wenn er die Stelle erreicht, die für entferntere Beobachter als Regenbogen sichtbar ist. Wir kön- Eine Mutter nen diesen Zauber bestaunen, aber erklärt die Welt: Journalistin fassen können wir ihn nicht. MM ­Gabriela Bonin (50) * Hast du auch eine Frage zu einem beantwortet aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an ­Kinderfragen. kinderfragen@migrosmedien.ch

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LEBEN | MM14, 3.4.2018  95

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Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und Hotelplan verlosen unter den Leserinnen und Lesern des MigrosMagazins zwei Start­ plätze am BerlinMarathon inklusive Flug und Übernachtung im Einzelzimmer (4 Tage/ 3 Nächte) im Wert von je 1495 Franken.

Preisfrage:

Zum wievielten Mal findet der BerlinMarathon statt?

So machen Sie mit Mit über 40 000 Teilnehmenden zählt der Berlin-Marathon zu den berühmtesten der Welt.

Deutsche Hauptstadt

Auf zum Berlin-Marathon

Bild: Tilo Wiedensohler

Urban, flach und ultraschnell: Der Berlin-Marathon bietet ideale Voraussetzungen für eine neue persönliche Bestzeit. Die 45. Ausgabe des Wettkampfs verspricht, noch spektakulärer zu werden. Mit über 40 000 Teilnehmern zählt der Marathon zu den berühmtesten der Welt. Die Läufer starten nach dem Brandenburger Tor und durchqueren historische Stadt­ teile. Die Strecke wird von über ­einer Million Zuschauern und unzähligen Musikbands gesäumt. Ein einmaliges Erlebnis, das Hotelplan mit einem umfassenden Rahmenprogramm noch ausser­gewöhnlicher macht:

geführtes Morgenfooting rund um den Zoologischen Garten. Nach einer Informationsstunde zum Marathon steht der Rest des Tags zur freien Verfügung. 16. September: Frühstück im Hotel, anschliessend Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Ticket nicht inbegriffen) zum Startgelände. Der Marathonstart erfolgt in mehreren Etappen. Nach dem Rennen individuelle Rückkehr zum Hotel. Dort gibt es einen Apéro, um auf den Abschluss des Marathons anzustossen.

14. September: Direktflug mit Swiss von Zürich nach Berlin, wo Sie von einem Hotelplan-Vertreter erwartet und zur Marathon-Expo begleitet werden. Nach Verteilung der Start­ unterlagenTransfer zum Hotel Mark oder zum Hotel H10Ku’Damm.

17. September: Frühstück im Hotel, anschliessend Zeit zur freien Verfügung. Geniessen Sie Berlin, nutzen Sie den Aufenthalt für einen Museumsbesuch oder ­entspannen Sie sich in einem der vielen Cafés. Transfer zum Flug­hafen und Direktflug mit Swiss nach Zürich Flughafen.  MM

15. September: Frühstück im Hotel und anschliessend ein

Detailliertes Programm: www.hotelplan.ch/berlinmarathon

Das Migros-Magazin und Hotelplan ­ver­losen zwei ­Start­plätze am Berlin-­Marathon ­inklusive Flug und Übernachtung im Wert von je 1495 Franken.

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. /  ­Anruf) und nennen Sie Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der ­Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Post: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-­Magazin, «Berlin Marathon», ­ Postfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 8. April 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mehrfach­teilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom ­Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei ­Mo­nate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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1. Wer oder was gehört nicht zu den Insekten? I

A Seidenbiene

Wildbiene

B Konkubine

2. Was kann, gemäss Redewendung, der Glaube versetzen? E

S

Berge

U Priester

Täler

3. Was ist Dänemark in Bezug auf Grönland? L

T

das Elternland

R das Mutterland

das Vaterland

4. Für welches Symbol steht das Einhorn? S

A das Gute

das Einfältige

E

das Nachdenkliche

Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.4.2018, 24 Uhr

5. Was findet man in der Bündner Ortschaft Falera? F

T

Obelisken

M Dolinen

Megalithen

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Was sind «Basler Laubfrösche»? O Tiere

U Gericht

I

Guggenmusik

E

Clinch

7. Wie wird ein Unentschieden in einem Boxkampf bezeichnet? N Draw

D Cut

Auflösung Nr. 13: KONGRESS

8. Wie hiess der Trickbetrüger und Hochstapler, der 1925 den Eiffelturm verkaufte? T

S

Fröhlich

Gewinner Nr. 12: Hermann Schüpbach, Rüfenacht BE; Susanne Jesse, Meikirch BE; Irma Bossart, Hörhausen TG

G Lustig

Witzig

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

BAST I L L E E I N I GUNG EG T I die I N S Sie EFüllen R O N Ein A B OWörter Gzehn RAROT N FRätselgitter I das RST EN B EDas Oein. Lösungswort OS T T I MOR aus E T OM H A N sich Pergibt den Buchstaben ROTM I L AN R T ON T E Feldern UinN den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

1 2 3 5

4

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 13: STERN

5 5

O

BAST I L LE E I N I GUNG E I NST I EG GABORONE I NFRAROT OBERSTEN O S T T I MO R P H A N T OME RO TM I L AN UNT ERTON

Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans2 Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf 3 Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 ZürichO 5 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 4

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.4.2018, 24 Uhr

2 3 4 Gewinner Nr. 12: Erwin Bruderer, Wil SG;1 Ursula Stucki, Duggingen BL; Hans Stricker, Herisau AR

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Es dauert Hunderte von Jahren, bis sich Plastikabfall zersetzt. Unsere Ozeane drohen zu gigantischen Mülldeponien zu werden – mit tödlichen Folgen für die Meeresbewohner. Unterstützen Sie unsere Kampagne für saubere Meere: oceancare.org


LEBEN | MM14, 3.4.2018  99

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 13: 529

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 12: Vahida Kiiski, Unterägeri ZG; Corinne Forney, Puidoux VD; Pia Heider, Guntershausen b. Aadorf TG; Marianne Furer, Hindelbank BE; Marianne Horn, Schönried BE

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.4.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 3 miteinander verbunden 2 2 sein. Verboten: Kreuzungen, 3 4 2 diagonale Brücken und 1 3 3 2 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 13:

3 2 2

2 4 1

1 2 5

2 4 4

1 4 1

2

2 1 2

3

3

2

3

2

3

Auflösung Nr. 13: 2

3

3

1

3

2

3

4

1

3 1

1 2

2 2

2 3

2 3

3

4

2

4 5 1

4 4

1 2

2 1 2

1 3 3 3 11010002621

Conceptis Puzzles

11010002622

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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102  MM14, 3.4.2018 | LEBEN

Mein Lieblings­ produkt «Ich starte den Tag mit Tee und beende ihn mit Tee, und ­zwischendurch trinke ich Kaffee. Doch beim Tee ist vom Munterüber den Frisch- bis zum Müdmacher alles dabei. Diese Sorten hat die Buddha Box.»

Meine Welt

«Meine Programme sind jedes Mal wie eine Geburt» Vor 30 Jahren stand Fritz Bisenz als Barbara Hutzenlaub zum ersten Mal im Scheinwerferlicht. Seit März 2018 tourt das frühere Mitglied der Acapickels zum Jubiläum erstmals solo quer durch die Schweiz. Sie lebt in Zürich und liebt Kuba. Text: Reto E. Wild­ Bilder: Ennio Leanza


LEBEN | MM14, 3.4.2018  103

1 Mein Trinkwasser «Die Brunnen in Zürich werden mit Quellwasser ge­ speist. Mit diesem Korb und den Glas­ flaschen gehe ich zum Brunnen, um ­meinen Wasservorrat aufzufüllen.» 2 Mein Fluchtort «Ich reise seit 20 Jah­ ren nach Havanna, weil ich die Menschen dort liebe, deren Kultur und die musika­ lischen Talente. Diese Schutzheilige und die Gottheiten sind in meinem Wohn­ zimmer und erinnern mich an Kuba.»

1

3 Meine Bühnenfigur «Barbara Hutzen­ laub darf auf der Bühne all das ausleben, was wir im Leben nicht wagen würden.

2

Name Fritz Bisenz (55) Sternzeichen Fisch Lebenslauf «Ich bin im süddeutschen Reutlingen aufgewachsen und im September 1986 in die Schweiz gezo­ gen – der Liebe wegen. Während der Theaterausbildung in Zürich kreierte ich 1988 die Figur der Barbara Hutzen­ laub, kurz darauf gründete ich die Band Covergirls. Daraus sind die ­Acapickels entsprungen, mit denen ich bis 2008 tourte. Dann kam es zur Trennung, und ich trat bis 2017 mit ­Jasmin Clamor alias Lotti Stäubli auf. Nun feiere ich als Barbara Hutzenlaub mein 30-jähriges Bühnenjubiläum und gehe erstmals allein auf Tournee. ­Meine Programme sind jedes Mal wie eine Geburt: Erst ist man schwanger, dann, kurz vor der Geburt, will man es einfach nur noch gebären, egal, wie weh es tut.»

3 4

5

Sie spricht, wie ihr der Schnabel ge­ wachsen ist.» 4 Mein Ausgleich «Yoga ist Teil meines Lebens, bringt mir Ruhe und erdet mich. Der Rückenspezialist Dietrich Gröne­ meyer sagt: ‹Turne bis zur Urne›. So sehe ich das auch. Ich praktiziere jeden Mor­ gen eine halbe Stunde Yoga. Denn ich will auch noch mit 100 die Treppen zu meiner Wohnung hochsteigen.»

Bild: Christian Knecht

6

5 Meine Sammlung «Die Hundetäschli finde ich lustig – ich bestelle sie in Eng­ land. Die Handtasche ist nebst der Flöte mein Markenzeichen auf der Bühne.» 6 Mein Haustier «Diese Katze hat vor unserem Haus um Asyl gebeten. Sie ist deshalb eigentlich eine Asylantenkatze. Die Nachbarin füttert sie, und wenn es bitter kalt wird, nehme ich die Katze in meine Wohnung.»  MM


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Migros magazin 14 2018 d aa by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu