Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny
MM13, 23. M채rz 2015 | www.migrosmagazin.ch
Hochbegabte Kinder habens schwer. Seite 24 Lachen hilft beim Gesundwerden.
Seite 34
Extra
20 Seiten Autonews
M채thu Schenk bringt frischen Wind in die Schweizer Musikszene.
Bild: Michael Sieber
Seite 126
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MM13, 23. MÄRZ 2015 | 5
Editorial
Ein Auto für 25 Dollar?
E
Menschen
Extra Auto
8 Diese Woche
81 Auto-Kunst Wie der Aargauer Künstler Fabian Oefner Ferraris erröten lässt.
Litteringbusse: Soll man Abfallsünder bestrafen? 10 Matterhorn-Jubiläum
Die Erstbesteigung des Matterhorns 1865 war der Startschuss für den alpinen Tourismus.
Es gibt da diese Anekdote, die Bill Gates zugeschrieben wird: Hätte General Motors (GM) mit der Technologie derart Fortschritte gemacht wie die Computerindustrie, so der Microsoft-Besitzer einst, müssten wir schon lange Autos fahren, die 25 Dollar kosten und 1000 Kilometer mit einem Liter Benzin fahren würden.
17 Porträt
Sandra Platter und ihre Hunde spüren Käferschädlinge auf. 20 Porträt
Robin und Lars Tschümperlin sind im Speedcubingfieber.
GM liess sich nicht lumpen und antwortete Gates umgehend: Dann würde das Auto aber auch ohne erkennbaren Grund zwei Mal am Tag einen Unfall bauen. Jedes Mal, wenn die Linien auf der Strasse neu gezeichnet würden, müsste man einen neuen Wagen kaufen. Und gelegentlich würde der Motor einfach absterben. Man müsste das akzeptieren, neu starten und weiterfahren.
24 Hochbegabte
Wie leben Kinder, die klüger sind als ihre Gschpänli? 33 Bänz Friedli 34 Interview Komiker und Arzt Eckart von Hirschhausen über Medizin, Magie und Voodoo im Alltag.
Natürlich gibt es physikalische Gründe, weshalb die Entwicklungsarbeit beim Auto nicht so schnell voranschreitet. Das Gewicht eines Menschen von A nach B zu bringen, ist nun einfach mal aufwendiger, als einen elektronischen Impuls zu verschicken. Trotzdem: Die Fortschritte, welche die Autoindustrie in den letzten Jahren gemacht hat, sind erstaunlich. Unter dem Druck höherer Benzinpreise erzielen die Autobauer zurzeit fast im Monatstakt auf allen Gebieten neue Erfolge: Der Luftwiderstand wird immer geringer, die Hybridmotoren werden effizienter, die Autos specken wieder ab, ein neuer Materialmix senkt die Baukosten, das 1-Liter-Auto ist in Sichtweite.
Migros-Welt 46 Alles für den Osterbrunch 55 Exotische Joghurts 59 Saisonküche Feine Forellenrezepte. 72 Der Frühling erwacht!
75 Neues aus Ihrer Region
87 Auto-Vision
Blick in die mobile Zukunft: Bald gibts ein bezahlbares Auto, das auf 100 Kilometer nur einen Liter verbraucht.
Leben 102 Reisen
Wattenmeer, Seehunde und jede Menge Tee: Willkommen in Ostfriesland! 108 Kinder
Miro ist mit seinen Eltern nach Bali ausgewandert. Wie gefällt es ihm dort? 110 Zootierärztin 112 Migros-Bank-Ratgeber 114 Beauty
Sagen Sie der Cellulite den Kampf an! Wir zeigen, wie. 117 Glücksgriff 119 Rätsel/Impressum 124 Cumulus 126 Meine Welt
Mathias Schenk, Sänger und Gitarrist der Bieler Rockband Death by Chocolate.
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch
In unserem 20-seitigen Auto-Extra zeigen wir unter anderem am Beispiel des Renault Eolab, was heute in Sachen Antrieb, Bautechnik und Aerodynamik technisch machbar ist (ab Seite 81).
Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch
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Menschen MM13
Darauf freuen wir uns Schloss Lenzburg
Ritterrüstungen, der Drache Fauchi und schöne Gärten – das alles ist ab dem 1. April wieder in Lenzburg zu sehen. ABBA – The Show
Das Spektakel ist bereits so legendär wie die Band und am 25. März in Zürich zu sehen.
Senden Sie uns Ihr Bild zum Thema Umweltschäden! Migrosmagazin.ch
Unnützes Wissen Mein Bild der Woche «Fährt hier ein Bauer die reiche Ernte ein? Bis an den Horizont
Bilder: Herbert Schulze, Reuters, Anita Affentranger, Ueli Christoffel
und Regisseurin von erfolgreichen Filmen wie «Die Herbstzeitlosen» und «Tannöd».
Hörprobe
Entschuldigung, was hören Sie gerade? Lukas Petrack (18) KVLehrling aus Wetzikon ZH a) HipHop b) Pop c) Heavy Metal
Auflösung: c) «Weil Heavy Metal gerade zu meiner Stimmung passt, sonst höre ich eigentlich alles.»
Bettina Oberli (42) ist Autorin
gestreut liegen Säcke mit Weizen, Roggen, Hafer da. Ist es Futter? Oder Saatgut? Nichts davon – darin befinden sich abgetragene verseuchte Erde, Stroh, Schutt. An Tausenden Orten in der Region Fukushima liegt der radioaktive Müll, keiner weiss, wohin damit. Diesen Monat jährte sich die Reaktorkatastrophe in Japan zum vierten Mal. Die verlassenen Landstriche werden nicht von Bauern bestellt, sondern von Nukleartechnikern entseucht. Was hier in den nächsten Genera tionen wächst, kann niemand essen. In Tschernobyl, sagt man, grünen und blü hen inzwischen die Felder. Die Menschen fehlen, dort wie hier, auf jedem Bild.»
Tierwelt
Die meisten Hunde ver schlucken ihre Milchzähne. Der Seriendelfin Flipper wurde von insgesamt fünf Delfinweib chen dargestellt. Nicht das Faultier, sondern das Riesengürteltier schläft am längs ten: 18,1 Stunden am Tag. Wal- und Delfinbabys schlafen
in den ersten Wochen über haupt nicht.
Hummer werden bis zu 100 Jahre alt. Quelle: Neon/Stern
8 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
Soll man mit Bussen gegen Littering vorgehen? Migrosmagazin.ch
Diese Woche
Höhere Bussen für Abfallsünder? Politiker sagen Littering den Kampf an. Wer in Zukunft eine PET-Flasche oder eine Zigarette achtlos wegwirft, soll landesweit 100 bis 300 Franken Busse zahlen müssen. Dies sieht eine Gesetzesvorlage vor, die jetzt in der Vernehmlassung ist. Text: Monica Müller
Zahlen
200 Mio.
Franken betragen die Kosten, die Littering jährlich verursacht.
331
Franken werden pro Kopf und Jahr für die Entsorgung von Abfall ausgegeben.
20
Franken werden pro Kopf und Jahr für Littering aufgewendet. Das entspricht 6 Prozent der gesamten Abfallkosten pro Person. Quelle: Bundesamt für Umwelt, 2015
Letzte Woche haben
wir gefragt: Fürchten Sie sich vor Alzheimer? 51%: Nein, sich im Vor aus Sorgen zu machen, hilft sowieso nicht. 36%: Ja, da ich es schon bei Verwandten mit erlebt habe. 13%: Ich habe mich noch nicht mit der Frage auseinandergesetzt.
M
it den Temperaturen steigt auch die Menge von Abfall, der in Pärken und an See- oder Flusspromenaden liegen bleibt. Littering – aus dem Englischen: fallen und liegen gelassener Abfall – ärgert viele und verursacht hohe Kosten. Die Gemeinden wenden jährlich 150 Millionen Franken für die Reinigung auf, der öffentliche Verkehr weitere 50 Millionen. Die Kantone Appenzell Innerrhoden, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Solothurn, St. Gallen, Thurgau und Zug kennen bereits eine Busse für
Littering. Nun hat die Umweltkommission des Nationalrats eine Gesetzesvorlage ausgearbeitet, welche die Verschmutzung des öffentlichen Raums national unter Strafe stellen will. 100 bis 300 Franken soll die Busse betragen und «spürbar» sein. Jugendliche unter 15 Jahren können gemäss dem Jugendstrafrecht nicht gebüsst werden. Für alle andern gilt: Werfen sie eine Dose oder eine Zigarette zu Boden und ein Polizist ertappt sie dabei, kann er ihnen direkt eine Busse erteilen. Die Kantone, die Littering bereits büssen, haben bisher
jährlich bloss etwa 100 Ordnungsbussen ausgesprochen. Wenig begeistert zeigt man sich beim Verband Schweizerischer Polizeibeamter. «Dies beisst sich ganz klar mit den immer wieder vorkommenden Sparmassnahmen in Kantonen und Gemeinden im Bereich des Personals», sagt Generalsekretär Max Hofmann. Die Politik könne nicht immer wieder neue Gesetze schaffen und dann das nötige Personal nicht zur Verfügung stellen. «Sonst ist die Umsetzung unmöglich, oder das Personal wird weiter ausgepresst.» MM
MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 9
Strassenumfrage
Experteninterview
«Einige Städte erwägen, den Sauberkeitsstandard aus Spargründen zu senken.» Alex Bukowiecki, was halten Sie von der Litteringbusse? Ich finde es gut, dass man nun auch national ein Instrument für Bussen schaffen will. Aber es wäre vermessen zu glauben, dass man allein damit das Litteringproblem lösen kann. Die Erfahrungen der Kantone, die bereits eine Litteringbusse kennen, sind nicht berauschend. Landesweit fehlen den Polizeikorps mehr als 1000 Beamte. Da stellt sich schon die Frage der Umsetzbarkeit. Auf der Prioritätenliste der Polizisten wird Littering bestimmt nicht zuoberst stehen. Die meisten Kantone, welche die Busse bereits im Gesetzeskatalog haben, setzen immer wieder wochenweise einen Litteringschwerpunkt. Im Alltag findet die Massnahme kaum Platz, höchstens vielleicht an gewissen neuralgischen Punkten.
Bilder: Markus Forte/Ex-Press, Karin Hofer
Wie kann man das Problem lösen? Littering ist ein Begleitphänomen der Urbanität – alle grossen Städte kämpfen damit. Drei Ansätze gelten als erfolgversprechend: Reinigen, Sensibilisieren, Partner in die Verantwortung nehmen. Oft führen Gespräche mit potenziellen Verursachern wie Nachtclubs oder Take-aways zu pragmatischen Lösungen. Viele sind bereit, zu Stosszeiten selbst vor dem Lokal sauber zu machen oder weitere Abfallkübel aufzustellen. Andere verwenden Mehrweggeschirr. Wie steht es um die Zivilcourage im öffentlichen Raum? Viele fürchten, sie könnten für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen. Sie wollen sich nicht exponieren, auch wenn sie etwas beobachten, das gegen ihre persönliche Überzeugung ist. Warum ist es so schwierig, den Abfall in einen Kübel zu werfen? Das ist eine gute Frage. Tagsüber klappt das ganz gut. Sobald die Nacht hereinbricht, schwindet die Disziplin. Alkohol senkt die Hemmschwelle, eine Dose oder Verpackung einfach fallen zu lassen.
Den typischen Abfallsünder gibt es also nicht? Nein. Viele halten Teenager für Abfallsünder, aber das stimmt nicht. Neuere Studien haben gezeigt, dass sich eine Person je nach Situation und Umfeld anders verhält. Die Verpackung vom Zmittag entsorgt sie im Eimer, die Bierdose im Stadion aber wirft sie achtlos zu Boden. Alle können plötzlich zu Litterern werden. Wo liegen die Gefahren des Litterings? In Städten und Dörfern stört Littering das Sicherheitsempfinden und schadet dem Image. Für die Umwelt stellt Littering in der Stadt keine reale Gefahr dar, eine PET-Flasche oder Pizzaschachtel ist dort kaum umweltschädlich – und wird bald weggeräumt. Es verursacht aber hohe Kosten. In Gewässern und auf dem Land kann es schon problematischer sein: Tiere können sich verletzen oder beim Fressen Schadstoffe aufnehmen. Kleine Plastikteile können mit der Zeit wieder in die Nahrungskette kommen. Es ist die Summe aller Abfälle, die Littering zum Problem machen. Gibt es erfolgversprechende Ansätze aus dem Ausland? Es wird aktuell viel über Pfänder diskutiert. Deutschland beispielsweise, das mehr Pfänder auf Getränkeflaschen kennt als wir, ist ebenso mit Littering konfrontiert. Eine entscheidende Frage ist: Wie viel Geld will man für die Reinigung ausgeben? Einige Städte erwägen, den Sauberkeitsstandard aus Spargründen zu senken. Wie beurteilen Sie den rigorosen Ansatz, für den Singapur bekannt ist? Ein ertappter Litterer muss dort 1000 Dollar Busse zahlen und zusätzlich gemeinnützige Arbeit leisten. Solch drakonische Strafen wären bei uns gesellschaftlich nicht mehrheitsfähig. Das Parlament will ja die Höchstbusse bei 300 Franken ansetzen. Im Vergleich zu Singapur sind wir ein liberaler und kein Polizeistaat. Daher scheint mir eine Busse von 100 bis 300 Franken angemessener.
Sind Sie für die Bestrafung von Litterern?
Alex Bukowiecki (44) ist Littering-
Experte des Schweizerischen Städteverbands.
Nadja Berger (24), Arztsekretärin aus Aarau: «Eine Busse wird wenig
ändern. Jeder hat schon Abfall liegen lassen. Die Chance, dabei erwischt zu werden, ist minim. Es gibt Schlimmeres, wie Hundedreck auf der Strasse.»
Deniz Yildiz (35), Account Manager aus Hunzenschwil AG: «Ich hasse es,
wenn Leute littern, und finde es richtig, wenn man sie büsst. 100 Franken Strafe scheinen mir aber übertrieben.»
Hildegard Gloor (59), Masseurin aus Kleindöttingen AG: «Ich hebe
oft Abfall vom Boden auf, versuche aber, mich nicht darüber aufzuregen. Eine Busse scheint mir ein guter Versuch, die Leute zu erziehen.»
10 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
150 Jahre Matterhorn-Erstbesteigung
Als der Alpinismus auf
Im Juli 1865 stand ein Engländer als Erster auf dem Gipfel des Matterhorns. Damit endete das Jahrzehnt Texte: Reto E. Wild
E
in Blick auf die Liste der Erstbesteigungen in den Schweizer Alpen gibt Interessantes preis: Von 1850 bis 1865 eroberten die Abenteurer von damals gleich rund ein Dutzend Gipfel – darun ter so bekannte wie den Piz Bernina, die Dufourspitze, Eiger, Dom und das Weisshorn. Der letzte Hauptgipfel der Alpen – das schwierig zu bestei gende Matterhorn – war vor 150 Jahren an der Reihe. Vier Engländer, ein Franzose und zwei Schweizer standen als erste auf dem 4478 Meter hohen Gipfel (Bild rechts). Doch Triumph und Tragödie lagen nah beieinander. Beim Abstieg stürzten die vor deren vier der Seilschaft über die Nordwand tödlich ab. Die Vor fälle rund um den Absturz sind bis heute nicht geklärt.
Der Berg als Sitz der Dämonen Trotzdem wird jene Zeit als «goldene Jahre des Alpinismus» bezeichnet. Dafür sorgten die Engländer, die 1857 den British Alpine Club lancierten. Es war die weltweit erste Vereinigung, die zum Ziel hatte, Erfahrungen am Berg auszutauschen. Die meist wohlhabenden Briten liessen sich von einheimischen Bergführern begleiten. Erst 1863 war das Geburtsjahr des Schwei zer AlpenClubs (SAC). Zu seinen Hauptzielen gehörte damals, die Alpen zu erforschen und sie mit Unterkünften zu erschliessen. Diese Neugierde und die posi tive Einstellung gegenüber den Bergen war neu, denn bis ins ausgehende Mittelalter haben die Menschen Alpengipfel gemieden. Sie galten als Sitz der Dämonen, waren Ursprung von Sagen und Legenden. Noch 1387 sperrte die Stadt Luzern den Mönch Niklaus Bruder und seine geistlichen Be gleiter ein, weil sie eine Bestei gung des Pilatus versucht hatten.
Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des sport lichen Bergsteigens zu. Als die Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg mit den Öster reichern Fritz Kasparek und Heinrich Harrer 1938 die Eiger nordwand bezwangen, war die letzte Herausforderung in den Schweizer Alpen geschafft. Für eine neue Zeitrechnung sorgte der Berner Ueli Steck, der die MatterhornNordwand 2006 alleine beging und sie drei Jahre später in weniger als zwei Stunden schaffte. Dazwischen kletterte er die EigerNordwand im Winter in 2:47 Stunden hoch. Heute gehört der Rekord dem Urner Daniel Arnold, der 20 Mi nuten schneller war, was mit den Anfängen des Alpinismus nur noch wenig zu tun hat. «DOK – Tatort Matterhorn», SRF 1, 26. März und 2. April um 20.05 Uhr Quelle: Präsenz Schweiz, Historisches Lexikon der Schweiz/Paul Meinherz
MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 11
Touren kam
Von hier aus sehen Sie die berühmtesten Gipfel am Migrosmagazin.ch besten!
der wichtigsten Erstbesteigungen. Der alpine Tourismus war geboren.
Das Matterhorn in Zahlen
381
Zentimeter hoch ist die «Countdown»-Uhr am Bahnhofplatz von Zermatt VS: Sie zählt seit Mitte Juli 2014 ein Jahr lang die Zeit bis zum exakten Jubiläumstag: Am 14. Juli 1865 um 13.40 Uhr standen die ersten Alpinisten zuoberst auf dem Matterhorn.
500 Alpinisten (mindestens) fanden am Matterhorn seit 1865 den Tod. Seit am Dach vor rund 30 Jahren fixe Seile installiert worden sind, kommen nicht mehr so viele Alpinisten um.
3000
Goldene Zeiten des Alpinismus: Im 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts waren vor allem britische Abenteurer in den Bergen unterwegs. Ausgerüstet einzig mit Pickel und Seil eroberten sie die wichtigsten Gipfel der Schweiz.
Bilder: Zermatt Tourismus, Alinari Archives
Alpinisten versuchen pro Jahr, den Gipfel des Matterhorns zu erreichen. 65 Prozent schaffen es aber nicht, hauptsächlich jene ohne Bergführer.
4478 Meter hoch ist das Matterhorn und gilt als meistfotografierter Berg der Welt, als Mythos für Alpinisten, als Wahrzeichen der Schweiz. In mittelalter lichen Schriften wird der Berg der Berge erstmals als «Mons Silvus» erwähnt.
12 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
150 Jahre Matterhorn-Erstbesteigung
400 Mal ganz oben Kurt Lauber ist seit bald 20 Jahren Hüttenwart der Hörnlihütte. Keiner kennt das «Horu» und die tragischen und komischen Geschichten am bekanntesten Berg der Welt besser. Bild: Marco Zanoni
D
Jahr nach einer mehrere Millionen Franken teuren Modernisierung wie gewohnt am 1. Juli eröffnen. Für Lauber beginnt der Arbeitstag dann um 3.30 Uhr in der Früh. Bis er ins Bett kommt, ist es meist nach 22 Uhr. «Abends ein Glas Wein liegt drin. Schliesslich sind wir ja im Wallis. Aber es rächt sich, wenn ich zu lange aufbleibe», sagt der Hüttenwart. Er fühle sich im Sommer wie auf einer Insel aus Gletscher und Felsen. Die Hörnlihütte befindet sich nur rund 200 Meter vom Einstieg zum Hörnligrat entfernt. Rund vier Stun den dauert es noch von da aus bis zum Gipfel des Matterhorns. Der Jüngste, der das geschafft hat, ist Laubers Sohn Kevin (23). Er war damals gerade mal acht Jahre alt.
ie obere Gesichtshälfte ist hell, die untere braun gebrannt: Kurt Lauber (53) arbeitet als Skilehrer sowie im Sommer als Bergführer und Hüttenwart der Hörnlihütte, Aus gangspunkt für die Besteigung des Matterhorns. Der berühmte Berg ist für ihn gleichzeitig Brötchengeber und Faszination. Er hat sein Leben geprägt. Er war bis vor drei Jahren Bergretter und bis 1995 Helikopterpilot. «Für mich ist das Matterhorn einer der schönsten Berge der Welt, ein Kraftort, an dem ich einen grossen Teil meines Lebens verbracht habe.» Faszinierend sei er, weil er einer der wenigen 4000er sei, den man vom Dorf aus bewundern kann – freistehend und mit seiner unverkennbaren Form. Lau ber weiss aber auch: «Das Matterhorn gilt auf der Normalroute als einer der schwierigsten Berge. Von der Hörnli hütte auf 3260 Meter bis zum Gipfel ist es eine reine Felstour.»
Am 14. Juli geht niemand hoch
Matterhorn ist nichts für Spontane
Kaum jemand weiss das so gut wie der Einheimische, war er doch als Berg führer selbst schon gegen 400 Mal zuoberst auf 4478 Metern. Während seinen 30 Jahren als Bergretter betei ligte er sich an über 1000 Rettungs einsätzen am Berg und auf dem Gemeindegebiet von Zermatt. Seit der Erstbesteigung des Matter horns im Jahr 1865 sind über 500 Menschen tödlich verunglückt. Die grosse Mehrheit davon war ohne Bergführer unterwegs wie ein Japaner letzten Sommer, der vom Anblick des Bergs so beeindruckt war, dass er kurzerhand in einem Sportgeschäft eine komplette Ausrüstung kaufte und sich schon am nächsten Tag ohne Erfahrung zum Gipfel aufmachte. Er bezahlte diese Naivität mit dem Leben. «Den Hinterbliebenen mitzuteilen, dass ihr Sohn oder Mann tödlich verunglückt ist, gehört zu den trau rigsten Momenten in meinem Berufsleben», sagt der Walliser.
Kurt Lauber veröffentlicht im April sein zweites Bergbuch.
Kurt Lauber steht vor einer besonde ren Sommersaison: Die Erstbesteigung des «Horu» feiert am 14. Juli ihren 150. Geburtstag, und Lauber geht in das 20. Jahr als Gastgeber in der Hörnlihütte, die weitherum für ihre Rösti bekannt ist. Der Hüttenwart sagt zum Jubiläum: «Das ist nur eine Zahl. Ich war ein paar Mal in Nepal und habe Sherpas kennengelernt, die nicht wussten, wie alt sie sind. Dann ist man so alt, wie man sich fühlt. Das ist für mich eine interessante An sicht.» Die Hütte selbst wird dieses
In seiner langen Zeit in den Bergen hat Kurt Lauber enorm viel erlebt. Gerne erinnert er sich daran, wie er mit Gästen nachts mit einer Stirnlampe ausgerüstet zum Gipfel hochstieg und dort auf den Sonnenaufgang wartete. Über seine Erlebnisse liesse sich ein Buch schreiben. Und das hat er auch getan– nicht zum ersten Mal: Nach «Der Wächter des Matterhorns» kommt im April «Gipfelgeschichten» in die Buchhandlungen. Darin erzäh len 18 Bergführer ihre Erlebnisse. Das Jubiläum sei eine Chance, dem Berg die Ruhe zu geben, die er ver dient. Während der Saison nehmen täglich bis zu 140 Alpinisten den Berg der Berge in Angriff. «Wir werden ein Zeichen setzen: Am 14. Juli geht niemand hoch», sagt Lauber. Das sei auch ein Akt des Respekts gegenüber den Toten. Lauber war übrigens in den vergan genen zwei Jahren nicht mehr auf dem Matterhorn. 2013 nicht, weil man dann mit dem Umbau der Hörnlihütte be gonnen hatte und er darum keine Zeit fand. Und 2014 nicht, weil der Sommer auch im Wallis keiner war. MM www.zermatt.ch/150; www.hörnlihütte2015.ch
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 13
Pflegewochen für den Mann 23. März bis 4. April 2015.
Die Eroberung der höchsten Schweizer Gipfel im Zeitraffer Noch im 17. Jahrhundert hielt man den Titlis (3238 Meter) für den höchsten Schweizer Berg. Über die Erstbesteigung gibt es widersprüchliche Angaben: Engelberger Dokumente nennen eine Viererseilschaft von 1744 als Erstbesteiger.
Fabian Kauter
Mitglied der Schweizer Degen-Nationalmannschaft
Auf 3402 Meter liegt der Gipfel des Rheinwaldhorns. Im Juni 1789 gelang Pater Placidus a Spescha aus dem Kloster Disentis die erste nach weisbare Besteigung ei nes über 3000 Meter ho hen Berges in den Alpen. Am 3. August 1811 stan den Johann Rudolf und Hieronymus Meyer, Söhne eines Aargauer Textilfabrikanten, als Erste auf der 4158 Meter hohen Jungfrau. Kühne Idee, denn Bergsteigen war erst in den Anfängen.
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Glarner Alpen und wurde am 1. September 1824 von Augustin Bisquolm und Placi Curschellas erobert. Ende des 19. Jahrhunderts wird er zum Modeberg.
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Das Finsteraarhorn ist mit 4274 Metern der höchste Gipfel der Ber ner Alpen. Es ist nicht bekannt, ob der mar kante Gipfel 1812 oder erst am 10. August 1829 bezwungen wurde.
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Bilder: swissImage.ch (5), Keystone (1)
Datum, Unterschrift
«Um 6 Uhr standen wir auf dem höchsten Punkt des Kantons, 4052 Meter », schreibt Johann Coaz über den 13. Sep tember 1850, als er den höchsten Gipfel des Engadins schaffte. Coaz nennt ihn Piz Bernina .
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Die Dufourspitze in den Walliser Alpen ist mit 4634 Metern der höchste Gipfel der Schweiz, benannt nach dem Kartografen Guillaume-Henri Dufour. Erstmals bestiegen am 1. August 1855 durch eine Seilschaft von Charles Hudson.
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gung des dritthöchsten Bergs des SilvrettaHauptkamms gelang Joseph Anton Specht und Johann Jakob Weilenmann am 14. Juli 1865. MM
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 17
An der langen Leine hält Sandra Plattner ihren Spürhund Blikki bei seiner Arbeit am Hafen. Er soll den Asiatischen Laubholzbockkäfer (rechts) in den Holzverpackungen finden.
Porträt
«Suech Chäfer, suech!» Er reist als blinder Passagier im Verpackungsholz in die Schweiz ein: der Asiatische Laubholzbockkäfer. Sandra Plattners drei Spürhunde sorgen dafür, dass der brandgefährliche Waldschädling sich nicht ausbreitet. Text: Almut Berger
Bilder: Basile Bornand
P
ino, suech Chäfer, suech!» Mit Trippelschritten, das Näschen steil in die Höhe gereckt, umrundet der Terriermischling einen Stapel Lattenkisten. Er lässt sich auch nicht ablenken, als ein Hubstapler unter Motorengedröhn weitere Kisten heranführt. «EPSD-Spürhund» steht auf dem leuchtgelben Brustgeschirr, das ihm Hundeführerin Sandra Plattner (41) auf den weissbraungefleckten Leib geschneidert hat. Pino ist im Dienst. Als Angestellter des Eidgenössischen Pflanzenschutzdiensts (EPSD) wird er heute zusammen mit seinen tierischen Kollegen Lara und Blikki am Rheinhafen Birsfelden BL
eine Granitlieferung aus China auf Schädlingsbefall kontrollieren. 80 Prozent der asiatischen Steinlieferungen – Randsteine, Kopfsteinpflaster, Stellriemen – reisen über den Rhein in die Schweiz ein. Abnehmer sind Steinhändler, Strassenbauer, Gartenbaufirmen. Als Verpackungsmaterial der schweren Fracht dient vor allem Pappelholz. Das wiederum ist der bevorzugte Lebensraum des Asiatischen Laubholzbockkäfers, ALB genannt. Und der ist ein Albtraum, gehört er doch zu den weltweit gefährlichsten Waldschädlingen. Meist finden sich die Käfer oder ihre Larven im Verpackungsholz. Zwar wird dieses vor Reiseantritt jeweils
entweder während 30 Minuten auf 56 Grad erhitzt oder mit Methylbromid begast. Dennoch überstehen immer wieder einzelne Exemplare die Prozedur. Nach der langen Schiffsreise hat der ALB-Käfer erst einmal Hunger: Pappel, Ahorn, Platane, Weide, Rosskastanie – kein Laubbaum ist vor seinen Mundraspeln sicher. Irgendwann legt er dann seine Eier unter die Baumrinde ab, dort, wo der Saft fliesst. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich weiter ins Holz fressen, verpuppen, als Käfer schlüpfen. Ein Zyklus, der zwischen zwei und drei Jahren dauern und den Wirtsbaum so schwächen kann, dass er schlimmstenfalls abstirbt.
18 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
Im Video: Wo Spürnasen sonst noch brillieren Migrosmagazin.ch
Wann und wo der erste ALB in die Schweiz kam, weiss niemand. Erste Exemplare wurden 2011 in Brünisried FR entdeckt. Landesweit für Schlag zeilen sorgte sein Auftreten 2012 in Winterthur ZH. Ausgangsort waren Lattenkisten mit Randsteinen für den Strassenbau aus ostasiatischem Granit. Die Bilanz der kosteninten siven Bekämpfungsaktion: 140 Käfer, unzählige Larven und über 130 befalle ne Stadtbäume, die alle gefällt, gehäck selt und verbrannt werden mussten. Eine ähnliche Aktion dann letzten Sommer in Marly FR: Diesmal wurden gleich mehrere Hundert Bäume gefällt. Quelle des Übels auch hier: eine Stein lieferung aus Ostasien. Seit 2013 kontrolliert der Eidge nössische Pflanzenschutzdienst nahe zu 100 Prozent der Steinprodukte sendung aus Asien. Dazu wird jeder Schiffscontainer geöffnet, 2704 allein im letzten Jahr. Finden sich im
Container Spuren vom lebenden ALB wie beispielsweise Bohrspäne, wird er von einer Spezialfirma begast. An schliessend wird der Inhalt ausgeladen und die Lattenkisten vernichtet. Die Hunde lieben das Suchspiel
Heikel wirds, wenn sich die Larven be reits vor der Reise verpuppt und drum keine Frassspuren hinterlassen haben. Da können dann nur noch Pino, Lara und Blikki helfen: Zwei- bis dreimal pro Woche schnüffeln Sandra Plattners Hunde auf Verladeplätzen und bei Steinimporteuren nach dem ge frässigen Gast aus Fernost. Was für die Pflanzenschutzinspektorin ein ernst hafter Job ist, ist für die drei Hunde vor allem ein spannendes Suchspiel. Pino hat seine Suche abgeschlossen. Schwanzwedelnd setzt er sich neben seine Chefin. «Bisch en Feine», lobt ihn Sandra Plattner. Zur Belohnung gibt es Lachspaste aus der Tube.
«Hätte er den Geruch von Eiablagen, Larven, Käfern oder auch Bohrspänen wahrgenommen, hätte er das mit hef tigem Kratzen angezeigt», erklärt sie. «Die Ladung scheint sauber zu sein.» Die gelernte Gärtnerin und be geisterte Hobbyhündlerin las vor vier Jahren in einer Gartenfachzeitung über die Ausbildung von ALBSpür hunden in Österreich. Als die zwei eingeladenen Ausbildnerinnen gleich bei ihrer ersten Demonstration im Hafen Birsfelden lebende und tote Larven entdeckten, war auch für Sand ra Plattners Chefs klar: Der EPSD braucht vierbeinige Mitarbeiter. Kurz darauf reiste sie für eine zweiwöchige Schulung nach Kärnten. «Eigentlich sollte nur Lara ausgebildet werden, der kleine Pino wollte aber unbedingt auch mittun», erzählt sie. Heute arbeiten die beiden Hunde, die übrigens beide aus einem Tierheim stammen, perfekt Pfote in Pfote: Die
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 19
elegante Lara (4), in deren Adern Schäferhund- und Huskyblut fliesst, ist die Frau fürs Grobe, sprich grosse Flächen: Wie ein Wirbelwind fegt sie durch die Kistenreihen. Pino (11) wiederum ist der Mann fürs Feine: Stur trabt er auf seinen kurzen Beinen zwischen den Kisten hin und her, wie ein Roboter. Seit anderthalb Jahren wird das ungleiche Paar durch Blikki (2) verstärkt, Letzter eines Wurfs, der keinen Käufer gefunden hat. Sprungstark, schnüffelt der reinrassige Islandhund am liebsten ganz oben auf den aufgestapelten Lattenkisten herum. Sandra Plattner freuts: «Keiner wollte die drei, und jetzt sind sie unsere Geheimwaffen gegen den ALB.» Der nächste Käfer ist im Anmarsch
Beim Schnüffeln atmet Pino bis zu 300 Mal pro Minute ein.
Die Hundeführerin muss ihre Hunde sozusagen lesen können – und dementsprechend reagieren: «Zeigen sie durch Kratzen an, dass sie etwas ge-
funden haben, ordne ich umgehend ein Ausladen der betroffenen Charge an.» Was bei den Importeuren nicht nur auf Gegenliebe stosse, da jede Lieferverzögerung Mehrkosten generiere. Vor allem aber muss sie ihren vierbeinigen Mitarbeitern beim Einsatz Sicherheit vermitteln: Am Hafen ist es oft laut, dazu kommen die vielen Dieselpartikel in der Luft. Auch sonst ist der Job nicht ungefährlich. «In Hamburg kam vor ein paar Jahren ein Hafenarbeiter ums Leben», erinnert sich Sandra Plattner, «in einem Container hatte sich noch Restgas befunden.» Diesen Sommer wird sie mit ihrem Mann und den drei Hunden in Norditalien Ferien machen. In der Region wurde vor ein paar Jahren der Chinesische Laubholzbock (CLB) entdeckt, ein Verwandter des ALB. Sandra Plattner schmunzelt: «ALB und CLB haben die gleiche Duftspur.» Ob das erholsame Ferien werden? MM
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20 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
Porträt
Sie haben den Dreh raus
Der farbige Zauberwürfel ist zurück. Am kommenden Wochenende finden die ersten Schweizer Speedcubingmeisterschaften statt. Mit dabei: die flinken Finger der Schwyzer Brüder Robin und Lars Tschümperlin. Text: Silja Kornacher
D
F2 R2 U` D L2 F2 D U`B R U B` L` U` R` F`U R U`: Was sich wie eine chemische Formel liest, ist in Wirklichkeit eine Zugfolge für den Rubik’s Cube, den bekannten Zauberwürfel aus den 80er-Jahren. Down, front 2, right 2, upper inverted: ein Mal runter, zwei Mal nach vorne, zwei Mal rechts, ein Mal nach oben im Gegenuhrzeigersinn … Fast 200 solcher Zugfolgen kennen Robin (14) und Lars (16) Tschümperlin aus Alpthal SZ auswendig. Sie haben das sogenannte Speedcubing für sich entdeckt: «Jeder kennt den Zauberwürfel. Aber nicht jeder kann ihn auf Tempo lösen», sagt Robin Tschümperlin. Er ist Schweizer Rekordhalter beim 3x3x3-Würfel: 9,09 Sekunden brauchte er an den Swiss Science Open 2014 für die Lösung. Der Weltrekord liegt übrigens bei 5,55 Sekunden. Zu Hause, wenn die Nervosität weg ist, schafft Robin es in 5,72 Sekunden, den Würfel vom farbigen Chaos in seine Ursprungsform mit sechs gleichfarbigen Seiten zu bringen. Auch Bruder Lars ist schnell. Doch einen Konkurrenzkampf kennen die Geschwister nicht. Sie spornen sich lieber gegenseitig an. Wenn die beiden den Rubik’s Cube lösen, gibt es kein Stirnrunzeln, kein ratloses Wenden. Klack-Klack-Klack, die Finger wirbeln über die bunten Felder. In der Zeit, in der andere ein Mandarinli schälen, ist der Würfel fertig gelöst. Zum Rubik’s Cube kamen die beiden durch Robin: Er fuhr früher Skirennen und gewann dort vor drei Jahren einen Zauberwürfel. Eine Zeit lang lag das Ding zu Hause rum, bis Vater Eugen Tschümperlin erzählte,
Bild: René Ruis
er habe seinen Rubik’s Cube früher nie lösen können. Die Brüder fühlten sich vom Vater herausgefordert: Sie suchten im Internet nach Weltrekorden und waren überrascht, wie schnell Profis den Würfel lösen. Daraufhin schauten sie sich Youtube-Anleitungen an und lernten Zugfolgen auswendig. Ein guter Speedcuber braucht Geduld
Das «Würfeln» ist nicht das einzige Hobby der Brüder: Sechs Mal pro Woche ziehen die beiden auf dem Einsiedler Sihlsee im Rudertraining ihre Bahnen. Polymechlehrling Lars Tschümperlin erklärt sein Zeitmanagement: «Direkt nach der Schule oder der Arbeit gehe ich ins Rudertraining. Abends komme ich heim. Wenn ich keine Husi habe, dann würfle ich.» Selbst in der Schule unter der Bank oder im «Posti» wird fleissig gewürfelt. Sieben Stunden Würfeltraining pro Woche sind das Minimum. «Sonst wirst du nicht schneller», stellt Robin klar. Das Ziel der beiden: mehr Zugfolgen lernen und die Geschwindigkeit steigern. «Es ist ein cooles Gefühl, immer schneller zu werden», sagt Lars Tschümperlin. Ihr internationales Vorbild ist der Australier Feliks Zemdegs. «Der schaffts in 6,54 Sekunden!» Was braucht ein guter Speedcuber? «Fingerfertigkeit, Geduld und ein gutes Gedächtnis», finden die Brüder. Vor zwei Jahren nahmen Robin und Lars in München an ihrem ersten internationalen Wettkampf teil. Dort trafen sie zum ersten Mal ihre Youtube-Idole live. «All die guten Speedcuber zu sehen, motiviert unheimlich», sagt Robin. In der Schweizer Szene, die aus schätzungsweise 50 Speedcubern besteht, sind die beiden gut vernetzt.
Mit ein paar anderen Würflern sind sie in einer Whatsapp-Gruppe, in der sie sich ihre neusten Rekorde schicken oder über Wettkämpfe informieren. An Meisterschaften messen sich die Würfler auch in anderen Kategorien: Etwa im Blindfold, bei dem man sich den Würfel einprägt und ihn dann mit einer Augenbinde löst. «Darin sind wir aber noch ziemlich langsam», gibt sich Robin selbstkritisch. Mit «langsam» meint er vier Minuten. Es gibt dümmere Hobbys, findet Papa
Der perfekte Würfel liegt gut in der Hand, lässt sich mit allen Fingern bedienen und verkantet beim schnellen Umdrehen nicht. Einer der grössten Rubik’s Cube hat 13x13x13 Felder und wird von einem Profi in etwa anderthalb Stunden gelöst. «Das ist schon ein bisschen lang», findet Robin. Ihre Würfel bestellen die Brüder im Internet. Ein normales Exemplar kostet um die 25 Franken, ein 7x7x7-Würfel schon mal 70 Franken. Wenn Lars und Robin Tschümperlin würfeln, ertönt aus ihren Zimmern nur ein mechanisches Klappern. «Es gibt dümmere Hobbys», sagt Vater Eugen Tschümperlin. Beim gemeinsamen Familienabend vor dem Fernseher greift Mutter Priska Tschümperlin aber schon mal ein. «Das Geräusch stört. Würfeln können sie in ihren Zimmern.» Auch nachts ist das Klackern der Würfel manchmal zu hören. Wer sich im Speedcubing versuchen möchte, recherchiert am besten online nach der Anfängermethode. Lars Tschümperlin erklärt seinen Trick: «Ich schaue auf Weiss oder Gelb. Dann forme ich ein Kreuz und löse ihn nach dem Algorithmus.» Alles klar? MM
Robin Tschümperlin (links) löst den 3x3x3-Würfel mit 9 Sekunden schweizweit am schnellsten, Bruder Lars ist ihm dicht auf den Fersen.
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Video: Sehen Sie die Tschümperlins in Aktion! Migrosmagazin.ch
Rubik’s Cube
Man kann ihn drehen und wenden, wie man will Der Rubik’s Cube ist ein mechanisches Geduldsspiel, das vom ungarischen Bauingenieur und Architekten Ernö Rubik erfunden worden ist. Er lässt sich in insgesamt 43 Trillionen Stellungsmöglichkeiten drehen. In den 80er-Jahren erlebte er seinen Boom und wurde innerhalb eines Jahres rund 150 Millionen Mal verkauft. Seit ein paar Jahren gibt es das sogenannte Speedcubing, bei dem es darum geht, den traditionellen 3x3x3-Würfel möglichst schnell in seine Ursprungsform zu bringen: Alle Farben sollen auf einer Seite sein. Am 28. und 29. März findet in Wil SG die erste offizielle Schweizer Meisterschaft im Speedcubing statt. Robin und Lars Tschümperlin werden ebenfalls antreten. www.speedcubing.ch
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Hochbegabte
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Wie fühlt es sich an, klüger zu sein als Gleichaltrige? Und wie fördert man diese Hochbegabten? Drei Kinder erzählen vom Segen und Fluch ihres Lebens als Ausnahmetalent. Texte: Monica Müller, Andrea Freiermuth
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anchmal genügen zwei Buch staben, und schon gehen die Emotionen hoch. Beim IQ, zum Beispiel. Der Intelligenz quotient misst geistige Flexibilität und schlussfolgerndes Denken und wird mit Tests ermittelt. Die zwei Prozent, die bei einem IQTest am besten abschneiden, gelten als hochbegabt. Sie haben einen IQ von 130 oder mehr. So etabliert die Definition auch ist, so umstritten ist sie – und sind die Schlüsse, die man aus einem hohen IQ zieht. So fragt etwa die Intelligenzforscherin Elsbeth Stern: «Was hat man vom Label hochbegabt?» In jeder Klasse seien die Intelligenzunterschiede gross und es sei Aufgabe der Lehrperson, einen guten Unter richt für alle zu bieten. Intelligenz wird nicht zwingend vererbt Stern findet IQTests in zwei Fällen sinnvoll:
Erstens, um unentdeckte Potenziale auf zuzeigen. Hat ein Kind fremdsprachiger Eltern Mühe mit Deutsch, ist aber überdurch schnittlich gut in Mathematik, sollte der Test gemacht werden. Zweitens befürwortet Stern IQTests für Schüler, bei denen Zweifel bestehen, ob sie wirklich ans Gymnasium gehören. Stichproben hätten ergeben, dass ein Drittel der Gymnasiasten einen zu tiefen IQ fürs Gymnasium haben. IQTests für alle findet Stern hingegen unnötig. Sie ist überzeugt, dass gut betuchte Eltern mit ihren Kindern daraufhin üben würden. Doch bei der Vererbung werden die Karten von Generation zu Generation neu gemischt. «So können hochintelligente Eltern durchschnittlich intelligente Kinder
Bilder: Ruben Wyttenbach
haben, hochbegabte Kinder wiederum aus wenig intellektuellen Familien kommen.» Die Talenta in Zürich fördert seit 1998 hochbegabte Primarschulkinder. «Wir brau chen einen IQTest, weil wir sonst zu viele GymiAnmeldungen haben», sagt Gründerin Susanne Heer. Die Gymiquote von 80 bis 90 Prozent wirke auch auf überambitionierte Eltern wie ein Magnet: Immer wieder ver wechselten sie freches Verhalten mit Hoch begabung. Oft sei es aber so, dass Eltern mit der Diagnose Hochbegabung haderten. «Viele wünschen sich nichts sehnlicher als ein ganz normales Kind.» Langweile sich ein Mädchen oder ein Junge in der Schule, sei das vergleichbar mit einem ungeliebten Job, der einem an die Substanz geht. Ob ein Kind an die Talenta gehört, klärt unter anderem die Praxis Lichtblick ab, wo auch Ania Chumachenco arbeitet. Sie hat bisher die Begabungen von rund 900 Kindern untersucht. Der IQTest sei dabei nur eines von vielen Puzzleteilen. Mindestens so wichtig sei es herauszufinden, was ein Kind umtreibt, wie es tickt, was ihm liegt. «Das ist Detektivarbeit.» Chumachenco ist der Meinung, dass man ein Kind, bei dem man spezielle Begabungen vermutet, rechtzeitig von Fachpersonen abklären lassen sollte. «Hat sich die Unter forderung einmal eingeschliffen, wird es schwierig.» Die Kinder geraten in ein Fahr wasser von Langeweile, Demotivation und Flüchtigkeitsfehlern. Sie verlernen es zu lernen, weil immer alles so locker läuft. Finde man eine gute Lösung für ein Kind, bedeute das eine grosse Erleichterung für die Familie, so Expertin Chumachenco.
Für Margrit Stamm lautet die entscheidende Frage: «Wie geht es dem Kind?» Nicht alle brauchten eine besondere Förderung. Laut der Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education in Bern gehen neuere Studien da von aus, dass 15 bis 20 Prozent der Menschen sprachlich, naturwissenschaftlich, musisch, kreativ oder körperlich besonders begabt sind. Begabungen, die ein IQTest nicht misst. Bei vielen Kindern liegt die Begabung brach
«Etwa die Hälfte aller Begabungen bleibt unerkannt», sagt Victor MüllerOppliger. Der Dozent für Pädagogische Psychologie und Didaktik leitet den Master Begabungs förderung an der Fachhochschule Nordwest schweiz. Die Gründe dafür seien vielfältig: Die Kinder halten sich selbst nicht für begabt, wollen nicht herausragen oder halten sich absichtlich zurück. Ihre Familie ist wenig ambitioniert. Ihre Lehrpersonen übersehen ihr Talent. Rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen, deren Begabung brachliegt, falle anders auf: durch Leistungsverweige rung etwa, störendes Verhalten, häufige Kopf und Bauchschmerzen oder gar Depressionen. Der Umgang mit hochbegabten Kindern variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Ob und was an Schulen angeboten wird, liegt im Ermessen der lokalen Behörde. «Viele halten Hochbegabungen für ein Luxusproblem», sagt Victor MüllerOppliger. An einer Kultur der Anerkennung für besondere Talente und Leistungen fehle es vielerorts. Er hält das für höchst problematisch. «Wir werden den Kindern und Jugendlichen nicht gerecht und verpassen es, die klugen Köpfe von morgen aufzubauen.» MM
MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 25
Er verschlingt BĂźcher, seit er vier Jahre alt ist, und in Physik lernt er auf Maturaniveau. Trotzdem verbringt Juri (8, Mitte) die meiste Zeit mit gleichaltrigen Klassenkameraden.
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 27
Die Teenies nennen Juri Taschenrechner Am ersten Tag im Chindsgi war er in ein Spiel vertieft. «Kennst du das schon?», fragte die Lehrerin Juri. «Nein», sagte er. «Ich habe gerade die Anleitung gelesen.» Sabin Luternauer (42) und Christof Bünter (43) aus Rothenburg LU hatten rasch gemerkt, dass ihr Sohn Juri (8) besonders vif war. Mit anderthalb machte er 100-teilige Puzzles, mit zweieinhalb kannte er alle Kantonswappen, mit viereinhalb brachte er sich das Lesen selber bei. Im Kindergarten las er den anderen Kindern Geschichten vor. Zu Hause vertiefte er sich in die Anleitung für die Steuererklärung, las Zeitung, Comics und Bücher – blitzschnell, und was er las, blieb ihm. Gleichzeitig war er sehr verspielt, kochte stundenlang Stinksuppe im Garten und sändelte.
Der Start an der Schule war schwierig. Juri passte sich zwar an, zu Hause aber musste die ganze Anspannung raus. Er hatte immer öfter Wutausbrüche. Abklärungen zeigten eine Höchstbegabung. Das bedeutet, von 70 Hochbegabten ist er statistisch gesehen der Intelligenteste. Schule und Eltern suchten gemeinsam nach Lösungen. Fortan besuchte der 1.-Klässler den Mathematikunterricht und die Begabungsförderung mit den 4.-, später mit den 5.-Klässlern. Die älteren Kinder mochten ihn, bald kannten ihn viele im Dorf. Die Teenies nannten ihn Taschenrechner. Wenn Juri spricht, kommen die Worte wie aus der Kanone geschossen, und manchmal verhaspelt er sich. «Er kann nicht so schnell reden, wie er denkt», sagt seine Mutter. An Zahlen mag er, dass man damit Tricks machen kann. Zahlen kommen auch in seinen Träumen vor, erzählt er. Er weiss schon, was er mal werden möchte: Mathematikprofessor. «Der Mindestlohn beträgt 11 634 Franken, der Durchschnittslohn 14 987 Franken», sagt Juri.
Das habe er in der Zeitung gelesen. Und die Mutter ergänzt leise: «Die Zahlen werden stimmen, die hat er sich gemerkt.» Sie erzählt, wie er als Fünfjähriger eine Phase hatte, in der er zu Hause alles mit Fakten kommentierte. Schnetzelte die Mutter Gurken für den Salat, sagte Juri: «Die schwerste Gurke, die man je züchtete, wog 7 Kilo 180 Gramm.» Jetzt ist Juri acht Jahre alt. Jede Woche fährt er ein Mal zur Talenta in Zürich, tüftelt mit einem pensionierten Physiker auf Maturaniveau und besucht die Begabungsförderung mit den 6.-Klässlern. Dort realisiert er etwa einen Trickfilm mit Legofiguren. Die Stiftung für hochbegabte Kinder unterstützt die Fördermassnahmen finanziell. Den Rest der Woche verbringt er in seiner 3. Primarklasse und arbeitet dort zwischendurch an einem Akad-Fernkurs, in dem er anspruchsvolle Mathi-Aufgaben löst. Juri ist gut integriert und unbekümmert. Die Wutausbrüche sind vorbei. «Er hat seinen Platz gefunden», sagt der Vater. Am allerliebsten hat er dennoch Ferien.
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 29
Salma möchte kein Wunderkind sein Ihre Finger flitzen über das bundlose Griffbrett: Hier eine schnelle Tonabfolge, dort ein Vibrato, da ein Pizzicato. Mit dem Bogen streicht sie mal sanft, mal forsch über die Saiten und entlockt dem Cello damit weiche und warme, dann wieder spitze und harte Klänge. Die Kulisse: kein Kon zertsaal, sondern ein Kinderzimmer. Salma Flügel ist 12 Jahre alt und spielt «Tarantella» von David Popper – ein Stück, das normalerweise ins Reper toire von Mittelschülern gehört. «Als ich sechs war, besuchte ich mit meiner Mutter an der Musikschule Thun einen Tag der offenen Tür und beschloss, Cellistin zu werden», erzählt Salma mit feierlichem Ernst. Ihre Mutter Nicole Flügel ergänzt: «Wir hatten dann ein Gstürm mit der Schule, als es nach einem Jahr darum ging, die 30 Unterrichtsminuten zu verdop peln.» Man habe ihr gesagt, wenn da jede Mutter käme, wenn mal ein Kind die Tonleiter beherrsche: «Man hat mir unterstellt, ich sei überambitioniert, dabei war das mit den Zusatz minuten die Idee des Lehrers.» Cellolehrer Widar Schalit schwärmt von den Fähigkeiten seiner ehemaligen Schülerin: «Salma verfügt nicht nur
Primarschülerin Salma Flügel spielt das Cello auf Mittelschulniveau, Tamara Chitadze begleitet sie am Flügel.
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30 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
über eine enorme Begabung, sondern auch über einen wahnsinnigen Willen. Diese Kom bination macht sie aussergewöhnlich.» Viele Schüler brächten entweder das eine oder das andere mit, aber eben nicht beides. Mit Weh mut hat er seine beste Schülerin im vergange nen Jahr ziehen lassen. Professor Conradin Brotbek von der Hochschule der Künste in Bern hat sich inzwischen des Mädchens ange nommen. Er unterrichtet die Primarschülerin wöchentlich während 80 Minuten. Salma übt täglich bis zu zwei Stunden allein, spielt das 1. Cello im Orchester der Musikschule Thun BE und in einem Kammermusiktrio und wird jede Woche eine Stunde von einer Korrepeti torin begleitet, um die aufgetragenen Stücke mit Klavier einzustudieren. Salma sei schon im Kindergarten aufgefallen. Zuerst allerdings negativ, erinnert sich ihre Mutter. Die Lehrkraft hatte Schwierig keiten mit dem aufgeweckten Kind. Salma selber spricht nicht gern über diese Zeit. Dass sie Probleme verursacht hat, scheint ihr peinlich zu sein. Ihre Mutter füllt die Lücke: Eine Abklärung habe ergeben, dass Salma im kreativen Bereich enorm viel Potenzial hätte – worauf sich Nicole Flügel an die Stiftung für hochbegabte Kinder in Zürich wandte. Salma hat stets die Regelklasse besucht und zeitweise mit Mobbing zu kämpfen gehabt: «Die anderen Kinder waren neidisch, weil ich am Dienstagnachmittag wegen des Cellounterrichts nicht in die Schule musste», erzählt Salma, während ein Schatten über ihr Gesicht huscht. Derweil kämpft Nicole Flügel vor allem mit den Finanzen: Auf 15 000 Franken summieren sich die Aus gaben für Salmas Förderung pro Jahr. Dem nächst braucht das Mädchen ein Klavier – und das kostet wieder. Nicole Flügel ist zwar ausgebildete Primarschullehrerin, aber heute wegen chronischer Schmerzen und Hyper sensibilität zu 80 Prozent IVRentnerin. Von Salmas Vater lebt sie getrennt. Die Beziehung zu ihm ist belastet, unter anderem, weil er nicht an den Traum seiner Tochter glaubt. Ohne die Unterstützung diverser Stiftungen und Verwandter könnte Nicole Flügel das Geld für die Förderung von Salma nicht auf bringen. Salma selber will auf keinen Fall als Wunderkind gehandelt werden: «Das klingt so nach Mozart, eine Sensation. Das bin ich nicht.» Jeder könne etwas gut – bei ihr sei das halt das Cello. «Ich bilde mir aber darauf nichts ein.» Sie möchte lieber bescheiden sein, das käme immer gut an. Und überhaupt: So gut wie die Besten sei sie noch lange nicht.
MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 31
Bastian will ein lebendes Wikipedia werden Muss Bastian Eichenberger (14) erklären, wie es sich anfühlt, immer klüger als alle anderen zu sein, zuckt er erst mit den Schultern und sagt: «Ich bin das leider seit 14 Jahren gewohnt. Es ist nichts Spezielles.» Später wird er erzählen, dass man ihn manchmal auch für einen Besser wisser halte, aber dass er das nicht sei: «Es ist bloss so, dass ich es manchmal wirklich besser weiss.»
Bald ein Louis Pasteur? Chemiestudent Bastian Eichenberger ist mit seinen 14 Jahren der jüngste Hochschüler an der Uni Freiburg im Breisgau. Sogar die Presse war bei seinem Eintritt vor Ort.
Bastian wurde mit fünfeinhalb Jahren positiv auf Hochbega bung getestet. Im Primarschul alter lebte er mit seinen Eltern für knapp zwei Jahre in Singapur, wo er eine chinesisch und eng lischsprachige Schule besuchte. Zurück in der Schweiz, erhielt er zunächst Privatunterricht und wechselte später an eine Privat schule, wo er mit 13 die britische Matura ablegte. Er spricht in zwischen neun Sprachen. Seit vergangenem Herbst studiert Bastian Chemie an der Universi tät Freiburg (D). Zum Studien antritt veröffentlichte seine Mutter Renate Eichenberger ein Buch mit dem Titel «Fluch oder Segen? Das Leben mit einem hochbegabten Kind». Darin be schreibt sie, wie sie in den ver gangenen Jahren ständig bemüht war, ihrem Sohn genügend «Kopffutter» zu organisieren. Wie sie bei den Behörden auf Unverständnis traf. Und wie sich die Familie sogar von den Grosseltern väterlicherseits dis tanzierte, weil diese fanden, jetzt müsse das Kind auch noch ins Chinesisch. Seine Mutter beteuert, ihren Sohn nie zu etwas gedrängt zu haben. Dass man sie in die Schub lade «Ehrgeizige Mutter mit Projekt Kind» versorgt, ist sie
mittlerweile gewohnt: «Die Vorurteile sind gigantisch. Wenn Bastian nicht hochbegabt wäre, hätte ich ihn nie so weit gebracht.» Sie beherrsche kaum Fremdsprachen und habe von Naturwissenschaften keine Ahnung. Und überhaupt: «Ich habe mir für mich eigentlich anderes vorgestellt, als die Förde rung meines Sohnes zu organi sieren.» Aber ohne ihren Einsatz wäre das Kind zugrunde gegan gen. «Selbst unter den Hoch begabten fällt Bastian als beson ders schlau und schnell auf», sagt sie und fügt an: «Es stimmt, es gibt mehr Eltern von Hochbe gabten als hochbegabte Kinder.» Auch Bastian ist überzeugt, dass die Regelklasse für ihn unmög lich gewesen wäre: «Ich hätte erst die anderen Kinder aus dem Fenster geschmissen und dann mich selber hinterhergestürzt», sagt er. Und seine Mutter ergänzt, «weil du dich gelangweilt hät test». Auch an der Uni langweilt sich Bastian zuweilen. Er verfügt aber inzwischen über Lösungs strategien und hat kürzlich in einer Vorlesung, in der er sich unterfordert gefühlt hat, ein fach das Periodensystem auswen dig gelernt. Nerven tut er sich manchmal immer noch, etwa über den Professor, der das Ele ment Jod mit J abkürzt, obwohl im Periodensystem ein I steht. Bastian stellt hohe Ansprüche an seine Lehrpersonen, aber auch an sich selbst: «Ich will ein lebendes Wikipedia werden.» Er lese fast täglich die News und treibe Sport, aber Fussball und so normales Zeugs interessiere ihn nicht. Die Normalität versucht er trotzdem zu wahren: «Manchmal sage ich einfach, ich ginge im Dorf zur Schule.»
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 33
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Im falschen Film
Kind wälzt sich im Supermarkt am Boden, Mutter oder Vater steht fassungslos da neben. Man kennt es aus schlechten Filmen, und es ist der erzieherische GAU. Denn das Kind, täubelnd und schreiend, zieht alle Blicke auf sich, und als Eltern steht man auf jeden Fall blöd da. Entweder denken die Leute, man habe den Goof nicht im Griff. Oder sie bemitleiden das arme Hämpfeli und sind sich sicher, dass man es mies behandelt hat. Überforderter Vater! Raben mutter! Und man möchte vor Scham im Boden versinken.
Bänz Friedli (49) lässt sich
überraschen.
Der bedauernswerten Yvonne ist es passiert. «An der Kasse musste ich meinen Sohn etwas unsanft in die Schranken weisen, da sein Getäubele sonst komplett ausgeartet wäre», erzählt sie mir, «worauf er sich auf den Boden warf und weiterheulte.» Sie wähnte sich im falschen Film. «We nigstens konnte ich in der Zwischenzeit alle Lebensmittel einpacken …» Dann aber, unvermeidlich, geschah das Schreckliche. Der Bub wälzte sich noch immer am Boden. «Eine ältere Frau ging zu ihm hin und fragte ganz mitleidig, was er denn habe.» Yvonnes Kleiner stösst unter Tränen hervor: «D Mama hed mich tschuupet!» Sie ahnen, was nun kommt: «Die Frau drehte sich zu mir um, und ich wusste: Super, jetzt gibts eine Standpauke zum Thema Erziehung …!»
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34 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MENSCHEN
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«Man unterschätzt oft, wie wichtig Lachen für die Genesung ist» Der Arzt und Komiker Eckart von Hirschhausen amüsiert das Publikum nicht nur mit seinem medizinischen Kabarett, er will ihm damit auch zu mehr Gesundheit verhelfen. Interview: Silja Kornacher, Ralf Kaminski
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MENSCHEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 35
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Eckart von Hirschhausen, können Sie uns kurz was zu Ihrer Doktorarbeit über die «Wirk samkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endo toxinämie beim Schwein» sagen? (lacht) Es war ein grosser Irrtum, damit vier Jahre meines Lebens zu verbringen. Ich habe mir ein anspruchsvolles Thema gesucht, bei dem leider nichts Weltbewe gendes herauskam. Im Nachhi nein sehe ich das aber als prima Vorbereitung, um Kabarett zu machen. Der Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft mach te mich zu einem guten Vermitt ler zwischen Theorie und Praxis. Damals hatten Sie noch keine Vorstellung, dass Sie einmal als Komiker arbeiten werden? Überhaupt nicht. Ich hatte zwar parallel zum Studium immer Auftritte, in den Semesterferien etwa Strassenzauberei. Aber ich sah das nur als Hobby. Ärzte sind ja nicht notwendiger weise bühnentauglich. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie da gewisse Talente haben? Schon als Kind hab ich gezau bert, war fasziniert davon, wie leicht wir uns täuschen lassen.
Auch für Witze habe ich mich schon damals interessiert und selbst kleine Witzebücher herausgegeben. Humor und Unterhaltungskunst beschäftigen mich also schon sehr lange. Letztlich haben Sie nur andert halb Jahre lang als Arzt prak tiziert. Wieso? Als Arzt an der Berliner Charité kam mir mit dem Fall der Mauer ein historischer Zufall zugute: Mein Krankenhaus wurde fusio niert, ich konnte nicht übernom men werden. Also studierte ich Wissenschaftsjournalismus und schrieb meine Doktorarbeit. Dann bekam ich ein Angebot für ein Varieté als Moderator und dachte mir, das probierst du mal einen Monat. Es war nie geplant, aus der Medizin auszusteigen. Sie könnten auch heute noch als Arzt arbeiten? Wenn man approbiert ist, ist man ein Leben lang Arzt – eine Privat praxis dürfte ich aufmachen. Ich bin aber überzeugt davon, dass ich viel mehr für die Gesundheit der Menschen tun kann, wenn ich nicht im Krankenhaus bin. Es gibt einen schönen satirischen Arztroman aus den USA, «The House of God» von Samuel Shem.
Er vertritt eine mir sehr ein leuchtende Position: Die Kunst der Medizin ist nicht, wahnsinnig viel zu operieren, sondern mög lichst wenig zu tun. Menschen ge sund zu halten ist eine in Verges senheit geratene ärztliche Kunst. Wird bei uns zu viel operiert?
Momentan haben wir in Deutsch land und der Schweiz in einigen Bereichen eine enorme Überver sorgung. Wir operieren viel zu viele Hüften, Rücken und Knie, statt den Menschen zu helfen, sich mit Freude zu bewegen und so zu verhindern, dass solche Operationen überhaupt nötig werden. Als Arzt bekommt man halt viel Geld, wenn man operiert. Fürs Abwarten nicht. Man müsste also mehr präventiv arbeiten? Ja, der grösste Hebel, den man hat, ist die Lebensführung. Seltsamerweise lernt man in der Ausbildung wenig über Motiva tionspsychologie. Etwa: Wie kann ich mich akzeptieren, ohne mich unter Druck zu setzen? Ich versuche, solche Ansätze zu streuen. In der Kürze hören sie sich recht banal an, aber sie hät ten einen grossen Effekt, wenn man ein bisschen was umsetzt.
Zum Beispiel? Raucher sagen ja gern, dass Rauchen entspannt. Aber wenn sie ihre Zigarette nicht bekom men, sind sie oft unerträglich. Die Zigarette entspannt, weil sie den Entzug lindert. Dank ihr kann sich der Raucher kurzfristig wieder so fühlen wie ein Nicht raucher den ganzen Tag. Ich weiss, dass dieser Satz vielen Leuten geholfen hat aufzuhören. Helfen Sie mit Ihrem Programm öfters bei konkreten medizi nischen Problemen?
Immer wieder mal. Das drama tischste war ein Mann, der in der Show gehört hat, dass eine Herz massage im Rhythmus des Songs «Staying alive» gemacht werden muss. Die Leute haben beim Rea nimieren immer Angst, was falsch zu machen. Ich sage: Denkt an John Travolta, das Lied hat 100 Beats pro Minute. Dieser Mann hat das also später bei einem Notfall angewendet und einem Menschen so das Leben gerettet. Wow! Sie sorgen also für mehr als nur den Spass des Publikums?
Ja. Das Wichtigste ist: Wir müs sen aufhören, Gesundheit mit Moral zu koppeln. «Du musst, du solltest» erzeugen keine Verhal
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Eckart von Hirschhausen über:
Die deutsche Comedyszene «Sie ist sehr viel besser als ihr Ruf: Wir haben viele Kabaretttheater – das ist ein grosser Schatz der deutschen Kultur. Was in Deutschland fehlt, ist etwas wie die Migros mit ihrem Kulturprozent. Bei uns wird in der Kulturförderung leider viel gespart.»
Seine Konkurrenz «Es werden sicher noch andere kommen, ich habe ja kein Patent dar auf und möchte das auch gar nicht. Es ist not wendig, dass es andere Formen der Wissens vermittlung gibt. Der grosse Vorteil der Bühne ist, dass die Leute mal zwei Stunden an einem Thema dran sind. In unserer Zeit der Infor mationsüberflutung ist Aufmerksamkeit die knappste Ressource.» Zur Person: Eckart von Hirschhausen (47) studierte Medi
zin und später Wissen schaftsjournalismus. Seit Mitte der 90erJahre tritt der deutsche Arzt als Komiker und Zauber künstler auf der Bühne und im Fernsehen auf. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter «Wo hin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist» oder «Glück kommt selten allein». Hirschhausen ist auch Redner an Seminaren und Kongressen – so kürzlich im Hotel Belvoir in Rüschlikon ZH, wo das MigrosMagazin ihn zum Gespräch getroffen hat. Hirschhausen ist verheiratet und lebt in Berlin. www.hirschhausen.com
tensänderung. Auch durch Beratung oder Psychotherapie ändert sich oft wenig. Viel wirksamer ist eine Ver änderung des Umfelds. Wenn man sich mit anderen zum Joggen ver abredet, hat man mehr Mühe, eine Ausrede zu finden, nicht zu gehen. Machen diese konkreten Tipps auch Ihren Bühnenerfolg aus? Die Menschen lachen, wenn sie sich wiedererkennen. Viele dachten vorher, dass nur sie so komisch ticken. Das Lachen ist die kollektive Erleichterung, dass dem nicht so ist. Deshalb ist mir das Liveprogramm so wichtig – es hat einen realen medizinischen Effekt. Das Lied «Wunder gibt es immer wieder» kommt in Ihrem Programm regelmässig vor. Welches ist Ihr persönliches Wunder? Nach einer Zaubershow in einem Krankenhaus erzählte mir ein Arzt, dass ein Junge, der über Wochen nicht gesprochen hatte, wieder an fing zu reden. Das war die Geburts stunde meiner Stiftung «Humor hilft Heilen». Man unterschätzt oft, wie wichtig positive Gefühle, Lachen und Gemeinschaft für die Genesung sind. Die Schweiz ist da ja Vorreiterin, etwa mit dem Clown Pello oder der Stiftung Theodora. Und eigentlich ist der menschliche Körper ein Wunder. Wir neigen dazu, uns über ihn zu wundern, wenn etwas nicht funktioniert. Ich rate immer, sich abends bei jenen Organen zu bedanken, von denen man nichts mitbekommen hat – etwa bei der Bauchspeicheldrüse oder dem Magen. Was genau macht Ihre Stiftung? Ich versuche, das Gesundheits wesen mit Humorseminaren für Pflegekräfte zu verändern. Sie sol len dadurch motiviert werden, als Menschen in Kontakt mit Patienten zu treten. Obwohl unser Gesund heitssystem sehr teuer ist, ist es nicht besonders wirksam, weil es den Wert von Zuwendung ignoriert. In Ihrer aktuellen Show «Wunderheiler» geht es um Schul- und Alternativmedizin. Sie haben Verständnis für beide? Wenn ich als Kind hingefallen bin, hat meine Mutter auf die schmer zende Stelle gepustet und gesagt: «Schau mal, Eckart, das Aua fliegt durchs Fenster.» Und ich hab das
«Aua» fliegen sehen. Manchmal nützt eben nicht das Verfahren, son dern die Zuwendung. Die Wissenschaft hat die Magie aus der Medizin vertrieben, aber nicht aus uns Menschen. Aber es gibt schon Scharlatane. Natürlich gibt es Leute, die den Glauben an Alternativmedizin aus nutzen, die Plaketten verkaufen gegen Erdstrahlen oder behaupten, dass ein Bleichmittel gegen Krebs hilft. Vor so was muss man warnen. Aber im Alltag darf etwas Voodoo durchaus sein.
Ursus und Nadeschkin sehr, mit de nen bin ich auch schon aufgetreten. Wie entwickeln Sie ein neues Programm? In der Regel über drei Jahre, und dann spiele ich es zwei bis drei Jahre. Ausserdem aktualisiere ich laufend: Wenn ich was Interessan tes in der Zeitung lese, integriere ich das. Als Nächstes kommt aber erst mal ein Buch, Arbeitstitel: «Medizin und Magie – wie sich das Unerklärliche erklärt». Da geht es um Heilungsprozesse in anderen Kulturen und was wir von Schama nen lernen können. Sie waren gerade in Zürich, um an einem Kongress aufzutreten. Ja, ein Training für Führungskräfte, wie sie Humor in Präsentationen einbauen können. Es ist erwiesen, dass so die Inhalte viel besser hängen bleiben. Ausserdem plane ich mit Willibald Ruch von der Uni versität Zürich eine Studie über die Wirkung von Humor in der Pflege. Er ist international einer der weni gen Psychologen, die sich wissen schaftlich mit Humor beschäftigen.
Eckart von Hirschhausen plant eine Studie über die Wirkung von Humor in der Pflege. Sie haben ein eigenes Genre erfunden, das medizinische Kabarett.
Es hat zwar nichts mit politischem Kabarett zu tun, aber es ist auf klärerisch im Sinne Kants, dass ich Menschen befähige, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Das wiederum wirkt durchaus politisch: Ich stelle Herrschaftswissen zur Verfügung, das normalerweise nur in Fach kreisen zirkuliert. Das motiviert die Leute, immer nachzufragen: Wo ist der Beweis für den Nutzen? Was passiert, wenn ich nichts tue? Oft ist Nichtstun eine sehr gute Option. Was hat Ihren Humor geprägt?
Ich habe drei Geschwister, darunter zwei ältere Brüder. Denen war ich als Kind immer unterlegen, also wurde der Humor meine Waffe. Geprägt haben mich auch grosse Komiker wie Loriot oder Dieter Hildebrandt. In der Schweiz mag ich
Jeder weiss, was gut für uns ist, doch keiner machts. Haben Sie mal gesagt. Wieso fällt es uns so schwer, gesund zu leben? Das hat viel mit unserem Beloh nungssystem zu tun. Unser intui tiver Impuls ist leider ein schlechter Ratgeber. Wenn vor uns Essen steht, denken wir: Gute Idee! Wer weiss, wann es das nächste Mal was gibt? Zwei Stunden später gibt es dann aber schon wieder was. Dabei wäre es sehr gesund, zwischendurch mal zu fasten – nur kommt es heute nicht mehr automatisch dazu. Und wir sind evolutionär nicht so ge baut, dass wir längerfristig denken. Deshalb folgen wir lieber dem kurz fristigen Impuls und belohnen uns. Die längerfristige Gefährdung blen den wir aus. Was tun Sie für Ihre Gesundheit? Mir gehts derzeit gesundheitlich gut, von einer Kniegeschichte abgesehen, über die ich ja auch auf der Bühne erzähle. Das Wichtigste ist, dass man etwas tut, das einem am Herzen liegt, das Spass macht und gebraucht wird. In der Hinsicht habe ich enormes Glück. Auf der Bühne bin ich in meinem Element – wie ein Pinguin im Wasser. MM
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Reisen in guter Gesellschaft
Frühlings-Hit Granada 1. Tag: Hinflug mit Swiss Zürich–Málaga. Fahrt im Twerenbold-Bus nach Granada. 2. Tag: Granada. Die Stadt ist vor allem bekannt für die Alhambra, den berühmten maurischen Palast und die Generalife-Gärten. Granada begeistert aber auch dank seiner herrlichen Lage am Fuss der Sierra Nevada. Ebenfalls sehenswert ist der faszinierende Stadtteil Albaicín, den wir am Nachmittag besuchen. 3. Tag: Fakultativer Ausflug Córdoba. ** Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Córdobas gehört die herrliche Moschee (Mezquita), die zu beiden Seiten von Hofgärten mit Orangenbäumen flankiert ist. Das prunkvoll geschmückte Innere besticht durch das Rundbogengewölbe und die Mosaike. Auf einer geführten Stadtbesichtigung sehen wir ausserdem das jüdische Viertel, einen malerischen Stadtteil mit Veranden und Springbrunnen. 4. Tag: Fakultativer Ausflug Panoramatag Las Alpujarras – Costa Tropical. ** Auf unserem Panoramaausflug entdecken wir die landschaftlichen Schönheiten der Region von Las Alpujarras. Unterwegs zur Costa Tropical durchqueren wir eine der fruchtbarsten Regionen Spaniens. Hier herrscht das perfekte Klima für den Anbau von Zimtäpfel, Papayas, Avocados und Mangos. Bei Salobreña, einem Dorf mit weissen Häusern, geniessen wir ein grossartiges Panorama. 5. Tag: Fakultativer Ausflug Ronda. ** Landschaftlich eindrückliche Fahrt nach Ronda, das in atemberaubender Lage am Rand einer tiefen Schlucht liegt. Die typisch andalusische Stadt Ronda ist weiter wegen ihrer weissgetünchten Häuser und den maurischen Ruinen eine Augenweide. Berühmt ist auch die zweitälteste Stierkampfarena Spaniens. Geführte Stadtbesichtigung. 6. Tag: Granada–Málaga – Rückflug nach Zürich.
Frühlings-Hit Apulien
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Einzelzimmerzuschlag 145.– Fakultatives Ausflugspaket mit 3 Ausflügen (muss im Voraus gebucht werden) 135.– Annullierungskosten- und Assistance Versicherung 49.–
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6 Tage
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Daten 2015 Sonntag – Freitag
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Im Land der Trulli
Alhambra in Granada
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1. Tag: Hinflug Zürich–Brindisi. Am frühen Morgen individuelle Anreise oder fakultativer Twerenbold-Bustransfer (muss im Voraus reserviert werden) zum Flughafen Zürich. Flug mit Air Berlin nach Brindisi. Fahrt mit unserem Twerenbold-Bus ins malerische Städtchen Ostuni. Anschliessend Mittagessen mit lokalen Spezialitäten. 2. Tag: Bari und Castel del Monte. Fahrt nach Bari, die Hauptstadt Apuliens. Wir unternehmen einen Spaziergang durch die Altstadt mit ihren engen, winkligen Gassen. Weiterfahrt zum imposanten Stauferschloss Castel del Monte und geführte Besichtigung. 3. Tag: Fakultativer Ausflug Altamura und Matera. ** Fahrt in die Kleinstadt Altamura, die bekannt ist für ihre Kathedrale. Anschliessend erreichen wir die malerisch über einer tiefen Felsschlucht gelegene Stadt Matera. Das Stadtbild wird geprägt von der lebhaften Oberstadt mit prächtigen Plätzen, breit angelegten Strassen und der Unterstadt Sassi, deren Behausungen und Kirchen in den Fels geschlagen wurden. 4. Tag: Fakultativer Ausflug Lecce und Salentinische Halbinsel. ** Lecce wird wegen ihrer Architektur gern als das «Florenz des Barocks» bezeichnet. Via Gallípoli erreichen wir Leuca, die südlichste Spitze der Halbinsel, den «Stiefelabsatz». Rückfahrt über Otranto mit Besichtigung der Altstadt und der Kathedrale mit dem berühmten Bodenmosaik. 5. Tag: Fakultativer Ausflug Castellana-Grotten und Alberobello. ** Heute Vormittag besuchen wir die Castellana-Grotten, den bedeutendsten Tropfsteinhöhlenkomplex Europas. Weiterfahrt nach Alberobello, der Stadt der «1000 Trulli». Die eigenartigen weiss gekalkten Steinhäuser mit ihren kegelförmigen Dächern sind hier überall zu sehen. 6. Tag: Rückflug mit Air Berlin Brindisi–Zürich. Individuelle Heimreise oder fakultativer Bustransfer zurück zu den Einsteigeorten.
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Katalog- SofortPro Person in Fr. Preis Preis* 6 Tage inkl. Halbpension 1085.– 975.– Daten 2015 Freitag – Mittwoch 1: 17.04.–22.04. 2: 24.04.–29.04. Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfortklasse-Bus ab/bis Brindisi Linienflug mit Air Berlin Zürich–Brindisi– Zürich in Economy-Klasse 1 x 23 kg Freigepäck Aktuelle Treibstoffzuschläge sowie Flughafen- und Sicherheitstaxen Unterkunft im guten Mittelklasshotel del Levante, Basis Doppelzimmer Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC Mahlzeiten: – 5 x Halbpension im Hotel (Abendessen und Frühstücksbuffet) – 1 x Mittagessen in einer typischen Masseria (1. Tag) Lokale, deutsch sprechende Reiseleitung (1. und 2. Tag) Eintritt Castel del Monte Erfahrener Reisechauffer ab/bis Brindisi Nicht inbegriffen 130.– Einzelzimmerzuschlag 50.– Zuschlag Zimmer zur Meerseite Fakultativer Flughafentransfer (Hin- und Rückreise) ab Basel, Rütihof, Wil oder Winterthur 90.– (muss im Voraus gebucht werden) Fakultatives Ausflugspaket (muss im Voraus gebucht werden) 125.– Annullierungskosten- und Assistance 49.– Versicherung
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Migros-Welt MM13
Zitat der Woche
«M4Music war für meine Karriere ein Katapult.»
Die Berner Rapperin Steff la Cheffe über das Popmusikfestival des MigrosKulturprozents, das vom 26. bis 28. März wieder in Zürich und Lausanne stattfindet.
Walter Dietrich (39), Programmierer aus Eschlikon TG, schwärmt für Schoggi aus der Migros.
Senden Sie uns ein Video oder ein Bild von Ihrem Lieblingsprodukt! Migrosmagazin.ch
Bilder: Salvatore Vinci, PD
Eingekauft*
«In Deutsch land und Frankreich aufgewachsen, hat es mich vor einigen Jahren in die Ostschweiz verschlagen. Das Klischee stimmt wirk lich: Nirgend wo auf der Welt ist die Schokolade besser als bei euch! Wenn ich heute auf Familien besuch im Ausland bin, bringe ich immer Schoggi mit. Und ja: Ab und zu gönne ich mir natürlich auch selber ein Stück.» *In der Migros-Filiale an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil SG
44 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROSWELT
Frischer Fisch auf den Tisch heisst es in der Osterzeit. Besonders beliebt: Edelfische wie Forelle und Saibling, die zu den Lachsfischen gehören. Sie sind unkom pliziert zuzubereiten, enthalten viel Eiweiss und wenig Fett. Und sie sind besonders gut im Geschmack. Studie
Umwelt schonende Eierverpackung Die Migros stellt aktuell sämtliche Verpackungen von Eiern, die in Klarsichtverpackungen angeboten werden, auf Recycling-PET um. Die Umstellung ist grösstenteils erfolgt – spätestens nach Ostern 2015 wird sie abgeschlossen sein. Die neuen Verpackungen weisen eine deutlich bessere Ökobilanz auf: Durch den Einsatz von rezykliertem PET können so jährlich rund 270 Tonnen neues PET-Material eingespart werden. Die Migros verspricht, bis Ende 2020, über 6000 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch zu optimieren. Dabei setzt sie auf vielfältige Lösungen: Sie setzt weniger Verpackung ein, nutzt rezyklierte Materialien oder verpackt ihre Ware anders, etwa mit FSC-zertifiziertem Papier, das aus nachhaltigen Quellen stammt.
Ein Teil von
24 g Eiweiss 3 g Fett 0 g Kohlenhydrate
Die Studie «Brand Predictor» zeigt: Migros und MBudget sind die Topmarken der Schweiz. Gold holte sich in dieser Kategorie die Dachmarke Migros, Silber ging an M-Budget. Die Studie wurde zum vierten Mal von der Werbeagentur Havas Worldwide Switzerland durchgeführt. In der Erhebung geht es um die Kriterien Vertrauen und Dynamik – beides entscheidet darüber, welches die Topmarken sind. Bereits 2014 belegte die Migros die Spitzenplätze – in umgekehrter Reihenfolge: Damals lag M-Budget vor der Dachmarke Migros. Für die repräsentative Studie wurden über 4000 Personen in der Schweiz zu über 500 nationalen und internationalen Marken befragt.
ca. 120 kcal pro 100 g
Zahl der Woche
10 000 Keine Kohlen hydrate, viel Eiweiss Forellen enthalten wenig Fett, viel Eiweiss und keine Kohlenhydrate. Das macht sie für alle interessant, die sich eiweissreich, aber kohlenhydratarm ernähren möchten.
Punkte und Streifen
Eine deutlich gepunktete Schwanzflosse und die rötlich schimmernde Seitenlinie sind Merkmale der Regenbogenforelle.
Rezepte ab Seite 59
So viele Mieter haben sich aktuell auf der Carsharing-Site Sharoo registriert. Die Plattform ermöglicht Autobesitzern, ihren Wagen zu vermieten, wenn sie ihn nicht selber benötigen. Insgesamt stehen aktuell 500 Autos zur Verfügung. Sharoo wurde im Mai 2014 von der MigrosTochter M-way lanciert.
Bilder: Christine Benz, Fotolia
Recycling
Migros ist top
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 45
Ausgewählte Beispiele Preisbarometer
Aktuelle Preisänderung Aufgrund des starken Frankens gibt die Migros ihre Vorteile im Einkauf an ihre Kunden weiter. Dies führt erneut zu Preisabschlägen bei diversen Artikeln. Unter anderem werden die Preise für die Marken Axe, Rexona und Listerine Mundspülung sowie für die Colorationen des Lieferanten Henkel & Cie. und die Colorationen der Marke Garnier Nutrisse um durchschnittlich zehn Prozent reduziert.
Preis alt*
Preis neu*
in %
Elnett Haarlack normaler Halt, 300 ml
7.40
6.50
–12,2
Elsève Total Repair Shampoo, 250 ml
4.75
3.95
–16,8
Schwarzkopf Blonde Extrem-Aufheller L1+, 1 St.
11.70
10.50
–10,3
Schwarzkopf Brillance 842 Kaschmir-Rot, 1 St.
11.20
10.00
–10,7
Nectra permanente Coloration Schwarz 100, 1 St.
11.20
10.00
–10,7
9.70
8.60
–11,3
Perfect Mousse Coloration Schokobraun 465, 1 St.
12.10
10.80
–10,7
Syoss Oleo Intense 7–10 Naturblond, 1 St.
12.40
11.10
–10,5
L’Oréal Revitalift Tagespflege, 50 ml
20.70
19.20
–7,2
Atrix Hand- und Nagel-Balsam, 100 ml
3.20
2.80
–12,5
Bic Flex O3 Control Einwegrasierer, 3 St.
4.40
3.95
–10,2
Wilkinson Hydro 5 Rasierer, 1 Pack
13.40
11.80
–11,9
Elmex Erosionsschutz Mundspülung, 400 ml
11.50
9.80
–14,7
Listerine Zahn- & Zahnfleischschutz Mundspülung, 500 ml
6.50
5.80
–10.7
Axe Deo Aero Africa, 150 ml
5.20
4.65
–10,6
Nivea Deo Dry Impact Roll-On, 50 ml
3.45
3.10
–10,1
Rexona Deo Roll-On Shower Fresh, 50 ml
3.45
3.10
–10,1
Axe Duschgel Black, 250 ml
3.95
3.50
–11,4
Nivea Men Dusch Energy, 250 ml
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2.70
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46 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROS-WELT
Ostern
Knuspergranola, Pancake-Röllchen, Schinkenmousse und Schichtsalat: Mit diesen Rezepten adeln Sie Ihr Osterbuffet.
Brunch-Tischlein, deck dich! Am Buffet für den Osterbrunch wird nicht geknausert. Ob Salziges oder Süsses, gekauft oder selber gemacht: Mit Vielfalt und Qualität verwöhnt man seine Gäste. Und mit ein wenig Planung lassen sich unsere kleinen Delikatessen im Glas sehr gut vorbereiten und teilweise schon am Vortag abfüllen (Rezepte ab Seite 48). Wer bruncht, hat keine Eile, denn der wiederholte Gang ans Buffet schliesst Hektik von vornherein aus.
Bio Fairtrade Smoothie Kiwi-Banane, 250 ml Fr. 3.30
Pain Création Knusperbrot, 400 g Fr. 3.70 Sarasay Florida Orangensaft, 1 l Fr. 2.95
Bilder: Christine Benz; Styling: Monika Hansen
Tipp
1
Zitronenbutter Butter schaumig rühren, mit Zucker, Zitronenschale und -saft mischen. 100 g Butter, 3 EL Zucker, 1 ½ EL Zitronensaft, 1 TL Zitronenschale
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 47
Extra-Erdbeeren, Schale à 350 g, aktueller Tagespreis
M-Classic Mandeln, 200 g Fr. 3.20
Sélection Konfitüre Pfirsich-Maracuja, 250 g Fr. 4.20 In grösseren Filialen
Sélection Rosmarin-Honig, 250 g Fr. 5.20 In grösseren Filialen
Bio-Rahmchäsli, 125 g Fr. 3.10
2
4
3
Gekühlt streichfähige Butter, 200 g Fr. 3.95
48 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROS-WELT
Tipp Aufbewahrung Restlichen Müeslimix in ein gut verschliess bares Glas abfüllen. Haltbarkeit: 2 Wochen.
1
Knuspergranola
2
Pancake-Röllchen mit Ahornsirup
Zutaten für ca. 12 Portionen à ca. 45 g (550 g) 50 g getrocknete Cranberries 100 g getrocknete Apfelstücke 100 g gezuckerte Kondensmilch 50 g Erdbeersirup 1 Prise Salz 50 g gemahlene Mandeln 200 g Dinkelmischung 50 g Hafernüssli
Zutaten für 8 Stück 60 g Mehl 20 g Zucker ½ TL Backpulver
1 Prise 1 1 dl wenig 1 dl
Zubereitung
Zubereitung
Salz Ei Buttermilch nature Öl zum Backen Ahornsirup
Backofen auf 160 °C vorheizen. Cranberries und Apfelstückli fein schneiden. Kondensmilch, Sirup und Salz mischen. Mandeln, Trockenfrüchte, Dinkel mischung und Hafernüssli beigeben, mischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen, ca. 10 Minuten backen. Masse nach 5 Minuten wenden. Müesli heraus nehmen, vollständig auskühlen lassen und danach in die Gläser füllen. Milch oder Joghurt dazu servieren.
Mehl, Zucker, Backpulver und Salz mischen. Ei und Buttermilch verrühren, dazugiessen. Zu einem glatten Teig rühren. Zugedeckt ca. 30 Minuten ruhen lassen. Backofen auf 60 °C vorheizen. Einen Teller im Ofen wärmen. Für die Pancakes etwas Öl in einer grossen beschichteten Bratpfanne erwärmen. Pro Pancake je 2 EL Masse in Streifen von ca. 20 cm Länge in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze beidseitig hell braun backen. Warm stellen. Pancakes aufrollen, mit einem Spiesschen fixieren und zugedeckt warm stellen. Kurz vor dem Servieren je 1 Röllchen in ein Glas stellen. Ahornsirup darüberträufeln.
Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 10 Minuten backen + auskühlen lassen
Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + 30 Minuten ruhen lassen
Pro Portion ca. 4 g Eiweiss, 4 g Fett, 27 g Kohlenhydrate, 700 kJ/170 kcal
Pro Stück ca. 2 g Eiweiss, 1 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 350 kJ/80 kcal
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 49
Brunch-Nebenfiguren
Unscheinbar, aber unverzichtbar Exquisito, Kaffeebohnen, 500 g Fr. 7.50
Bio Dinkelmischung, 375 g Fr. 4.85 In grösseren Filialen
Schweizer Ostereier, Freilandhaltung, 4 Stück à 50 g+ Fr. 3.30
TerraSuisse Butterzopf, 300 g Fr. 2.30
Thomy Mayonnaise à la française, 265 g Aktion Duopack Fr. 4.– statt 5.–
TerraSuisse Hinterschinken, Maxischale, per 100 g Fr. 2.80
Aktion
24. bis 30. 3.
Bio Emmentaler, 250 g Aktion Fr. 1.60 statt 2.– per 100 g
Sun Queen Cranberries Fr. 2.15
Bio Ahornsirup, 25 cl
Fr. 6.30
Bio Schweizer Karotten, Beutel à 1 kg Aktion Fr. 2.60
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MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 51 Rezepte www.saison.ch
3
Schinkenmousse
Zutaten für 4 Gläser à ca. 1 dl 100 g gekochter Schinken in Tranchen 50 g saurer Halbrahm ½ TL Worcestershire-Sauce
wenig 0,5 dl 1 wenig
Paprikapulver Salz Pfeffer Vollrahm kleiner Apfel für die Garnitur glattblättrige Petersilie
Zubereitung
4
Schichtsalat
Zutaten für 4 Gläser à ca. 3 dl 150 g Emmentaler 50 g Rotkabis 100 g Rüebli 50 g Bataviasalat 50 g Radiesli 4 EL Sprossen, z. B. Zwiebelsprossen 2 EL Rapsöl 1 ½ EL Weissweinessig 2 EL Joghurt nature 1 TL Senf 1 Prise Zucker ¼ Bund Schnittlauch Salz, Pfeffer Zubereitung
Schinken grob schneiden, mit Halbrahm, Worcester shireSauce, Paprika, Salz und Pfeffer fein pürieren. Rahm steif schlagen, vorsichtig darunterziehen. 30 Minuten kühl stellen. Mousse in Gläser spritzen. Einen Viertel des Apfels in dünne Streifen schneiden, auf dem Mousse verteilen. Petersilie fein schneiden, darüberstreuen.
Emmentaler in Würfelchen schneiden. Rotkabis fein hobeln. Rüebli grob reiben. Batavia in Streifen schnei den. Radiesli in feine Scheibchen hobeln. Alle Zutaten in die Gläser schichten, mit Sprossen abschliessen. Salate zugedeckt kühl stellen. Für die Salatsauce Öl, Essig, Joghurt, Senf und Zucker gut verrühren. Schnitt lauch dazuschneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 30 Minuten kühl stellen
Zubereitungszeit ca. 25 Minuten
Pro Glas ca. 5 g Eiweiss, 6 g Fett, 2 g Kohlenhydrate, 3350 kJ/80 kcal
Pro Glas ca. 12 g Eiweiss, 17 g Fett, 4 g Kohlenhydrate, 900 kJ/210 kcal
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1. Tag: Schweiz–Passau.
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2. Tag: Melk–Wien. Ausflug zum Benediktinerstift Melk (*). Abends Ankunft in Wien und Fahrt zum Heurigen (Fr. 35.–) oder Klassisches Konzert (Fr. 75.–). 3. Tag: Wien. Stadtrundfahrt (*). Nachmittags Ausflug ins Burgenland mit Weindegustation und Rundgang in Rust am Neusiedlersee (Fr. 45.–). 4. Tag: Budapest. Vormittags Ankunft in der Hauptstadt Ungarns. Nachmittags Ausflug in die nahe gelegene Apajpuszta auf eine typische ungarische Czarda (*). Abends steht der Ausflug Budapest by night auf dem Programm (Fr. 25.–). 5. Tag: Budapest–Esztergom. Das malerische Budapest erleben Sie auf einer Rundfahrt (*). Am Nachmittag können Sie am fakultativen Ausflug zum «Donauknie» in Esztergom teilnehmen (Fr. 45.–). 6. Tag: Bratislava. Morgens Ankunft in Bratislava. Stadtführung (*). 7. Tag: Dürnstein. Entdecken Sie Dürnstein auf einem Rundgang mit anschliessender Weindegustation (*).
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2. Tag: Wien. Stadtrundfahrt (*). Abends Ausflug zu einem typischen Heurigen (Fr. 35.–). 3. Tag: Budapest. Stadtrundfahrt (*). 4. Tag: Kalocsa–Mohacs. Ausflug in die Puszta (*). 5. Tag: Belgrad. Stadtrundfahrt (*). Nachmittags Ausflug nach Topola und Oplenac (Fr. 35.–). 6. Tag: Passage Eisernes Tor. 7. Tag: Giurgiu–Bukarest–Oltenita. Busfahrt nach Bukarest und Stadtrundfahrt (*). 8. Tag: Sulina-Kanal/Donaudelta–Tulcea. Morgens passieren Sie den Stromkilometer Null der Donau. Nachmittags fahren Sie mit Booten zum Donaudelta (*). 9. Tag: Rousse. Stadtrundfahrt (*). 10. Tag: Kreuzen durch die Walachei. 11. Tag: Belgrad–Novi Sad. Nachmittags Stadtrundfahrt (*) mit Besuch Kloster Krusedol. 12. Tag: Kreuzen auf der Donau. 13. Tag: Komarno–Gabcikovo–Bratislava. Ab Komarno Ausflug nach Bratislava inkl. Stadtrundgang (*).
8. Tag: Passau–Schweiz. Nach dem Frühstück Ausschiffung und Rückreise mit modernem Komfort-Reisebus zu Ihren Einstiegsorten.
14. Tag: Krems–Melk. Ausflug Schönheiten der Wachau (Fr. 35.–). Benediktinerstift Melk (*).
(*) Ausflüge des Ausflugspakets.
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Die «MS Mozart****» ist das grösste Flussschiff auf der Donau. Durch ihre Grösse bietet die «MS Mozart» Aussergewöhnliches: grosszügige Kabinen, mehrere öffentliche Räumlichkeiten, Boutique und Friseur sowie einen Fitness- und Wellness-Bereich inkl. Swimming Pool, Sauna und Whirlpool. Die Kabinen (Standard und Deluxe) sind 20m² gross und bieten viel Komfort. Die 2 Suiten sind 40m² gross und es befinden sich auf der «MS Mozart» sogar einige Innenkabinen. Das Mitteldeck ist mit frz. Balkonen ausgestattet, die Kabinen auf dem Hauptdeck mit grossen, nicht zu öffnenden Panorama-Fenstern. Alle Kabinen mit WC/Dusche, Satelliten-TV, Radio, W-LAN, Minibar, Klimaanlage, Telefon, Föhn, Safe und Schreib-/Schminktisch (ausser in Innenkabinen).
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Unsere Leistungen • An- und Rückreise mit Komfort-Reisebus • Schifffahrt in der gebuchten Kabine • Vollpension an Bord, Gebühren, Hafentaxen • Willkommenscocktail, Kapitänsdinner • Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung Nicht inbegriffen • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– (entfällt bei Buchung über www.mittelthurgau.ch) • Persönliche Auslagen und Getränke • Trinkgelder, Ausflüge • Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung (auf Anfrage) • Sitzplatz-Reservation Car 1.–3. Reihe Abfahrtsorte 06:30 Burgdorf p; 06:45 Basel SBB 07:20 Aarau SBB; 08:00 Baden-Rütihof p 08:30 Zürich-Flughafen, Reisebusterminal p 08:55 Winterthur-Wiesendangen SBB; 09:15 Wil p Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass.
Internet Buchungscode Donau: fmzpas1 www.mittelthurgau.ch www.mittelthurgau.ch Donaudelta: fmzpas2
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Top-Aktion
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 53
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«Wo kann ich Café-Royal-Kapseln entsorgen?»
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Die Café-Royal-Kapseln können im normalen Hauskehricht entsorgt werden. Sie bestehen zu über 90 Prozent aus Polypropylen – dem gleichen Material, aus dem zum Beispiel auch Joghurtbecher hergestellt werden. Kaffeekapseln der Marke Delizio bestehen sogar zu 100 Prozent aus Polypropylen. Die Migros betreibt im Schweizer Detailhandel zwar das grösste Rück nahmesystem für leere Verpackungen; Kaffeekapseln können allerdings nicht an den Recyclingwänden in den MigrosFilialen retourniert werden. Dies liegt unter anderem daran, dass Polypropylen ein Kunststoffgemisch ist, das zur Wiederverwertung in einem aufwendigen Verfahren getrennt werden müsste. Dabei würde so viel Energie verbraucht, dass die Entsorgung im Kehricht letztlich umweltfreundlicher ist.
M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0848 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–17.00 Uhr, 8 Rp./Min.* Samstag: 8.30–12.30 Uhr, 4 Rp./Min.* * Bei Anrufen aus Mobil funknetzen fallen unterschiedliche Gebühren an.
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Zubereitung: Backofen auf 100 °C Umluft vorheizen. Zitrone in Scheiben schneiden. Fisch in eine Form legen. Mit Fleur de sel und Pfeffer würzen. Mit Zitronenscheiben belegen. Mit der Hälfte des Öls beträufeln. Klarsichtfolie darüberspannen und die Form damit gut abschliessen. Lachs in der Ofenmitte ca. 25 Minuten garen. Schalotte hacken. Restliches Öl, Essig, Senf und Schalotte verrühren. Salzen und pfeffern. Fenchel in dünne Scheiben schneiden und mit der Sauce mischen. Fisch mit dem Fenchelsalat anrichten. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten Pro Person ca. 24 g Eiweiss, 22 g Fett, 4 g Kohlenhydrate, 1300 kJ/310 kcal
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 55
Passion Joghurt
Exotische Abwechslung Die Mehrfrucht-Joghurtlinie der Migros, Passion Joghurt, bietet eine grosse Auswahl an fruchtigen Sorten. Ihren intensiven Geschmack verdanken die Joghurts einer hochwertigen Fruchtmasse mit grossen Fruchtstücken. Sie sind aber auch wegen ihrer cremigen Konsistenz sehr beliebt. In der Frühlings- und Sommersaison bietet die Migros zwei neue Sorten an: Limette-Grüntee mit Limettensaft und Grüntee sowie Café Crocant mit Kaffee-Extrakt und knackigen Kaffeebohnensplittern. Wie alle anderen Passion-Joghurts werden auch sie in der Schweiz aus Schweizer Milch hergestellt.
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MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 59
Saisonküche
Fischers Liebling
Ob gebacken, gebraten oder pochiert: Süsswasserfische wie die Forelle sind schmackhafte Botschafter der leichten Küche und empfehlen sich für alle möglichen Zubereitungsarten. Text: Claudia Schmidt
Bilder und Styling: Claudia Linsi
Zeitaufwand 30 Minuten
Herausnehmen und sammeln!
Hauptgericht für 4 Personen
Keine Angst vor dem ganzen Fisch: Forellen lassen sich im Ofen schnell und unkompliziert zubereiten.
60 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROS-WELT
Knoblauchforelle aus dem Ofen
Pochiertes Lachsforellenfilet mit Reis
Gebratene Bachforelle auf Kartoffelstock
ca. 30 Minuten
ca. 50 Minuten
Hauptgericht
Hauptgericht
ca. 40 Minuten Hauptgericht
Hauptgericht für 4 Personen 4 küchenfertige Forellen à ca. 250 g Salz Pfeffer 6 Knoblauchzehen ½ Bund Kräuter, z. B. Dill und Petersilie 1 Zitrone 8 EL Olivenöl Zubereitung 1. Backofen auf 220 °C vorheizen. Fische innen und aussen mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauchzehen in dünne Scheiben schneiden. Forellen auf beiden Seiten an mehreren Stellen mit einem Messer einstechen. Knoblauchscheiben in die Einschnittstelle drücken. Kräuter von den Zweigen zupfen und mit den restlichen Knoblauchscheiben in die Bauchhöhlen der Fische geben. Zitrone in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls in die Bauchhöhlen verteilen.
2. Forellen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und rundum mit Öl bestreichen. In der Mitte des Backofens ca. 15 Minuten backen. Dazu passt Baguette. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 15 Minuten backen
Pro Person ca. 49 g Eiweiss, 28 g Fett, 4 g Kohlenhydrate, 1950 kJ/470 kcal
Hauptgericht für 4 Personen
Hauptgericht für 4 Personen
4 2 dl
500 g
1 2 EL 200 g
1 300 g 1 EL 2 TL 8 dl 1 25 g
Zwiebel Olivenöl Blattspinat Salz, Pfeffer, Muskatnuss Lachsforellenfilets à ca. 180 g ohne Haut Fischfond Reis: kleine Zwiebel Langkornreis Olivenöl Kurkuma Wasser Salz kleine Zitrone gehackte Pistazien
Zubereitung
1. Zwiebel fein hacken. Mit dem Reis im Öl dünsten. Kurkuma dazugeben, kurz mit dünsten. Wasser und Salz beigeben. Den Reis ca. 20 Minuten weich kochen. Abgiessen. Zitronenschale fein dazureiben. Zitrone aus pressen. Saft und Pistazien unter den Reis mischen. Mit Salz abschmecken, warm halten. 2. Backofen auf 160 °C vorheizen. Zwiebel fein hacken, in Öl dünsten. Spinat tropfnass beige ben. Zugedeckt dünsten, bis er zusammenfällt. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss abschmecken. Fisch mit Salz und Pfeffer würzen. Spinat darauf verteilen, die Filetenden zur Mitte hin einschlagen. Wenden, in eine Gratinform geben. Mit Fischfond umgiessen. Im Backofen ca. 20 Minuten zugedeckt pochieren. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten
Pro Person ca. 43 g Eiweiss, 18 g Fett, 66 g Kohlenhydrate, 2500 kJ/600 kcal
1,2 kg 8 EL 6 EL
4 EL
mehligkochende Kartoffeln Butter Kapern Salz, Pfeffer tiefgekühlte Bachforellen mit Haut, vor Gebrauch aufgetaut Weissmehl
Zubereitung
1. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Mit wenig Wasser in einem Siebeinsatz zugedeckt ca. 20 Minuten weich garen. Mit der Hälfte der Butter in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel leicht zerdrücken. Kapern abspülen und grob hacken. Unter den Kartoffelstock mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten.
2. Forellenfilets beidseitig würzen und im Mehl wenden. In der restlichen Butter beidseitig ca. 2 Minuten braten. Filets aus der Butter heben und warm halten. Butter bei kleiner Hitze leicht braun werden lassen (Nussbutter). Filets mit der Butter und dem Kartoffelstampf servieren. Zubereitungszeit ca. 50 Minuten
Pro Person ca. 32 g Eiweiss, 21 g Fett, 51 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/530 kcal
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Tipps
Schuppen oder nicht schuppen?
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Küchenlexikon
Kleine Lachse
Lagerung
Fisch sollte man fangfrisch einkaufen und am besten noch am selben Tag zubereiten. Im kältesten Bereich des Kühlschranks aufbewahrt, ist Fisch auch einen Tag lang haltbar. Ist er nicht fangfrisch zu bekommen, kann man auch auf tiefgefrorene Produkte zurückgreifen. Vorbereitung
An der Fischtheke der Migros kann man Fische gleich ausnehmen lassen. Bevor man sie zubereitet, sollte man sie innen und aussen unter fliessendem Wasser abspülen und anschliessend mit Küchenpapier trocken tupfen.
Forellen und Saiblinge sind verwandt mit dem Lachs.
Wie bei allen Edelfischen ist ihr Fleisch besonders fein und fest. Dennoch gibt es auch typische Unterscheidungsmerkmale.
Bachforelle Salmo trutta fario
Ihr festes Fleisch und ihr feiner Geschmack machen die Bachforelle zu einem der beliebtesten Speisefische. Typisch sind die roten Punkte auf der Flanke.
Schuppen
Forellen haben wie die meisten Fische Schuppen. Weil diese aber sehr klein und weich sind, braucht man sie nicht extra zu entfernen. Dasselbe gilt für Saiblinge. Man kann also den ganzen Fisch unkompliziert braten. Seine Haut wird schön knusprig und kann ebenfalls verzehrt werden.
Regenbogenforelle
Oncorhynchus mykiss
Die Regenbogenforelle stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa gezüchtet. In Bächen verdrängt sie schnell die kleinere Bachforelle. Man erkennt die Regenbogenforelle an der rötlichen Seitenlinie.
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Das Fleisch des Saiblings ist besonders fest, weshalb er sich auch sehr gut zum Grillieren eignet. Charakteristische Merkmale sind die rötliche Färbung und die hellen Seitenkanten der Brust- und Bauchflossen.
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MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 71
Zeitreise
Dutti als Kind Auch die ganz Grossen fangen klein an: Das Foto zeigt Gottlieb Duttweiler (1888 bis 1962) als Bub im Vorschulalter. Er trägt mädchenhafte Kleider, wie es der damaligen Kindermode entsprach. Der spätere Migros-Gründer wuchs in einer weiblich geprägten Familie auf: Er hatte vier Schwestern und eine Mutter mit starker Persönlichkeit. Frauen spielten in Duttis Leben auch später immer eine wichtige Rolle. Seine Frau Adele, die er 1913 heiratete, war fast ein halbes Jahrhundert lang seine wichtigste Vertraute und Beraterin. Duttweilers Lebenswerk wurde aber auch entscheidend von der Ökonomin Elsa Gasser mitgestaltet: Ihr wird unter anderem die Idee für die ersten Migros-Selbstbedienungsläden zugeschrieben. Als Unternehmer und Politiker setzte Dutti stark auf die Schweizer Frauen. Er sah sie als Verbündete, die den Fortschritt im Land vorantrieben. 1953 sagte er dazu in einem Vortrag: «Ich gebe gerne zu, dass ich den Lebensmittelhandel nur deshalb revolutionieren konnte, weil ich einen gescheiten Partner fand: die Schweizer Hausfrau.» MM
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Frühlingserwachen
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MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 73
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76 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROS-WELT
Berufsbildung
Experiment mit Happy End Drei Wochen lang führten 25 Lernende die Migros in Naters – ganz alleine. Das Fazit: zwei Pannen und ein Rekordumsatz. Text: Denise Jeitziner
Bilder: Didier Bérard
A
usgerechnet kurz vor Abschluss des Projektes geschah das Malheur. Paul Albrecht, der die Migros-Filiale in Naters normalerweise leitet, sah sofort, dass die Lernenden viel zu viel Tiefkühlbrot auf der Bestellung hatten; die Menge reicht normalerweise für ein halbes Jahr. Paul Albrecht versuchte die Lernenden noch zu warnen, ihnen einen Wink zu geben, wie Günther Jauch in «Wer wird Millionär». Aber eingreifen durfte er nicht. So lauteten die Regeln des Experiments: 25 Lernende sollten drei Wochen lang die Migros in Naters leiten, und zwar ganz auf sich gestellt, denn alle Angestellten waren ausser Haus. «Das war nicht einfach für mich», gab Albrecht bei der Abschlussbesprechung ein paar Wochen später zu. Zumal am allerletzten Tag das Malheur mit dem Tiefkühlbrot ein zweites Mal passierte. Strahlen konnte er trotzdem: «Ihr habt mehr Umsatz gemacht als in denselben drei Wochen vor einem Jahr. Der Betrag entspricht fast einem ganzen Tagesumsatz.» Völlig neue Aufgaben
Nicht selbstverständlich für ein solch gewagtes Experiment mit gleich mehreren Herausforderungen. Nicht nur, dass die Lernenden sich vor dem Projekt ent-
Drei Wochen intensive Erfahrungen liegen hinter den Lernenden, die alleine die MigrosFiliale in Naters führen durften.
weder gar nicht oder nur von der Schule her gekannt hatten. Manche von ihnen mussten Rayons führen, in denen sie nie zuvor gearbeitet hatten oder völlig neue Aufgaben übernehmen. Zudem stand die Schule an, und mehrere unvorhergesehene Absenzen erschwerten die Planung. «Ich hätte gedacht, es gäbe ein grösseres Chaos, wenn nur
Lernende das Sagen haben», bemerkte einer der Lehrlinge bei der Nachbesprechung. Eine Lernende sagte, sie hätte sich die Arbeit im Rayon viel einfacher vorgestellt, während eine andere davon überrascht war, was alles dahinter steckt, damit ein Geschäft jeden Tag gut aussieht. Viele lobten, dass sie Verantwortung hatten übernehmen dürfen.
MIGROS-WELT | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 77
Wie gibt man nochmal einen Storno ein?
Wo finden bloss diese Kekse Platz? «Für mich war es ein spannendes Erlebnis. Ich habe viel gesehen, was ein Lehrling normalerweise nicht sieht», sagte die 21-jährige Isabelle Holtmann, die als Filialleiterin die Hauptverantwortung getragen hatte. Sie bemerkte jedoch auch, dass es für sie nicht ganz einfach gewesen sei, streng zu sein mit ihren Kolleginnen und Kollegen.
Geteilte Meinungen
Schliesslich erzählte Paul Albrecht den Lernenden, wie seine Mitarbeitenden reagierten, als diese nach dem Projekt wieder nach Naters zurückgekehrt waren. «Manche waren hellbegeistert, manche haben geflucht.» Während die einen ein piccobello geführtes Rayon vorfanden, mussten andere erst wie-
der Ordnung schaffen. Die Kundinnen und Kunden hätten sich über den frischen Wind und die freundlichen Jugendlichen gefreut, andere hätten sich etwa über die längeren Wartezeiten an der Kasse beklagt. «Aber im Grossen und Ganzen war es ein tolles Projekt!» Und was geschah mit der zu viel bestellten Ware? Die ist den
Lernenden quasi in ihre eigenen Filialen gefolgt. «Wir beziehen unser Tiefkühlbrot nun vorerst bei der Migros-Filiale in Naters statt von der Zentrale», erzählte Isabelle Holtmann lächelnd. Sie ist nun wieder als Lernende in der Migros Visp im Einsatz. Und was sagt sie zu dem Experiment? «Das würde ich jederzeit wieder wagen.» MM
78 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | MIGROS-WELT
Raclettekäse
Köstlich und preiswert Diese Woche wird in den Supermärkten der Migros Wallis eine grosse Aktion auf Raclettekäse der Marke Aletsch organisiert, einer der beliebtesten Käse aus der Walker-Produktepalette. «Diesen Käse kann man das ganze Jahr über geniessen», sagt Produzent Alexander Walker. «Zum Beispiel in einem Fondue, pur oder mit einem Stück Brot.» Der Aletsch-Raclettekäse ist sehr geschmackvoll, so dass er sich für alle Zubereitungsarten eignet.
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einen kreativen, frechen Schriftzug und lerne, wie man ein Riesengraffiti für das Zimmer malen kann. Man will Helden im ComicStil und Prinzessinnen mit Manga-Blick als meterlange Geschichte auf einer Kassen-Papierrolle zentimeterweise gestalten. Dieser Kurs zeigt die Techniken von Graffiti und Comic-Figuren, um eine Ideen auf die Wand und auf Papier zu bringen. Der Kurs «Graffiti und Comic ab 12 Jahren» startet am Mittwoch den 29.4.2015 um 13.30 Uhr.
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Ab durch die Mitte Letzter Schuss: Seit zwei Monaten
schon preschen junge Skitalente im Rahmen des Grand Prix Migros die Schweizer Pisten herunter. Das allerletzte Qualifikationsrennen fand am Samstag, den 21. März, in Nendaz statt. Die drei schnellsten Kinder pro
Rennen und Kategorie können am grossen Finale teilnehmen: Dieses findet am Samstag, den 28. März, in Les Crosets statt im Skigebiet Portes du Soleil. Mehr Informationen über den Grand Prix Migros: www.gp-migros.ch
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Ein bunter Hund
Mit seiner Farb- und Fotokunst darf der Aargauer Fabian Oefner brandneue Ferraris mit Farbe 체bergiessen und Oldtimer in die Luft sprengen.
82 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | EXTRA AUTO
BesprĂźht Fabian Oefner im Windkanal einen Ferrari California T, ist es kein Vandalismus, sondern Kunst.
EXTRA AUTO | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 83
Auto-Kunst
Wie ein Ferrari errötet
Vor gut zweieinhalb Jahren machte sich Fabian Oefner mit seinen Kunstprojekten selbständig. Mittlerweile ist der 30-jährige Aargauer ein weltweit gefragter Künstler mit Ausstellungen von Mailand über Dubai bis New York. Bilder: Laurent Burst
Bild: Ferrari
Text: Andreas Engel
84 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | EXTRA AUTO
An diesem Modell, das dem Sportwagen Ferrari California T nachempfunden ist, experimentierte Fabian Oefner in seinem Aargauer Studio mit verschiedenen Farben (unten). Nach dreimonatiger Vorbereitung durfte er zu Ferrari nach Maranello in den Windkanal.
Bis der Mercedes 300 SLR scheinbar explodierte, brauchte es zwei Monate Arbeit.
KĂźnstler Fabian Oefner (r.) zeigt MigrosMagazin-Redaktor Andreas Engel das detailliert nachgestellte 1:18-Modell eines Ferraris 330 P4.
EXTRA AUTO | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 85
Fabian Oefner
Der Mann hinter der Kunst Seine Werke sind in Ausstellungen rund um
Für seine Kunst gibt Fabian Oefner vollen Körpereinsatz.
den Globus zu sehen, an Unis ist er ein gefragter Referent. Das ahnte der studierte Produktdesig ner Fabian Oefner (30) noch nicht, als er sich vor zweieinhalb Jahren selbständig machte. Für Aufsehen sorgte er
im vergangenen Früh ling mit seinen Bildern scheinbar explodieren der Oldtimer: In minu tiöser Kleinarbeit zerleg te er die detailgetreuen Modelle im Massstab 1:18, legte von jeder kleinsten Schraube die Position fest und lichtete sie ab. «Bei den Fotoauf nahmen habe ich einen Moment kreiert, der so nie stattgefunden hat», erklärt Oefner. Alle 75 Bilder waren in Windes eile ausverkauft. Neben seiner Arbeit
In seinem lichtdurchfluteten Atelier in Oberentfelden AG plant und erstellt Oefner seine Kunstprojekte. Im hinteren Teil seines Studios hat Oefner Platz für komplexe Versuchs aufbauten: gesammelte Handskizzen, Pläne und Bilder realisierter Projekte (kl. Bild links).
als freischaffender Künstler kreiert Oefner immer wieder Projekte für renommierte Fir men. Auch da führt sein Weg zum Auto. Ferrari fragte ihn an, das neue Modell California T in den USA zu inszenieren. Idee: Das Fahrzeug über seinen Speed zu visua lisieren. Mit UVFarbe, die via selbst konstruier ter Düsen aufgespritzt wird. Nach drei Monaten Vorbereitung ging es ins Hauptquartier nach Maranello (I), wo das Projekt im Windkanal bei Geschwindigkeiten von 200 km/h umge setzt wurde.
Die Kunstwerke sind dieses Jahr noch am Salone in Mailand (14. bis 19. April) und ab Herbst in der M.A.D. Gallery in Dubai zu sehen. Mehr zu Fabian Oefners Kunst: fabianoefner.com
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Mix-Verbrauch: 3.6 l / 100 km Tiefer CO₂-Ausstoss von nur 84 g / km Energieeffizienzklasse A Grösster Innenraum seiner Klasse Auch als Automat Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis Kompaktester Suzuki
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ENERGIEEFFIZIENZKLASSE Der New Celerio ist das weltweit erste Fahrzeug der von Suzuki initiierten ECO-Fahrzeugklasse. Er zeichnet sich aber nicht nur durch besondere Energieeffizienz aus, sondern auch durch ein für seine Klasse beeindruckendes Raumangebot. Auch bei der Sicherheit spart der Celerio nicht: ESP, Berganfahrhilfe und 6 Airbags sind serienmässig (Compact Top).
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EXTRA AUTO | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 87
Auto-Vision
Mobil für morgen
Ein bezahlbares Auto, das nur 1 Liter Sprit verbraucht? Keine Utopie, verspricht Renault. Und liefert den Beweis mit seinem innovativen Supersparer Eolab. Texte: Raoul Schwinnen
E
Illustrationen: Mathis Rekowski/2agenten, Renault
rinnern Sie sich an den VW XL 1? Der zigarrenförmige, keine 800 Kilo leichte Zweisitzer mit E-Motor (27 PS) und 2-Zylinder-Diesel (48 PS) ging vor drei Jahren als erstes sogenanntes 1-Liter-Auto in die Geschichte ein (siehe Seite 83). Es wird heute in einer limitierten Kleinstserie von 250 Stück produziert, kommt mit einem Normverbrauch von 0,9 Liter auf 100 Kilometer aus, fährt bis zu 160 km/h schnell, davon 50 Kilometer rein elektrisch, lässt sich an der Steckdose aufladen – kostet in Europa aber stolze 111 000 Euro. Der damalige VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg sagte bei der XL-1-Präsentation vor drei Jahren: «Wir sind bei der Entwicklung unseres Formel-1-Autos unter den Spritsparern überall an die Grenzen des Machbaren gegangen. Alles ist extrem.» Das gilt auch für den Preis. Seit Kurzem verfügt Renault mit der auf dem aktuellen Clio basierenden Studie Eolab ebenfalls über ein 1-Liter-Auto. Der Projektverantwortliche Laurent Taupin ist nicht minder stolz als sein VW-Kollege
Hackenberg. Allerdings verfolgten Taupin und sein Team bei der Entwicklung des Eolab eine grundlegend andere Strategie als VW. «Wir wollen mit unserem zukunftsweisenden Technologieträger beweisen, dass man auch mit Verzicht auf teure Materialien ein Auto mit extrem niedrigem Verbrauch und dennoch akzeptabler Fahrleistung realisieren kann», sagt er. Schliesslich soll später eine breite Käuferschicht vom revolutionären Technikpaket des Renault Eolab profitieren. In Serie wird der Eolab zwar nie zu kaufen sein, «aber bis 2022», verspricht Taupin, «werden rund 90 Prozent seiner Komponenten und Ideen in die Grossserie von Renault eingeflossen sein». Während der bisherigen drei Entwicklungsjahre konzentrierten sich der 47-jährige Projektleiter und sein Team beim vierplätzigen Versuchsträger, der in immerhin neun Sekunden auf Tempo 100 sprintet, auf drei Hauptgebiete: Aerodynamik, Leichtbau und Antrieb. Auf diese Themen möchten wir auf den folgenden Seiten näher eingehen. MM
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Aerodynamik
Raffinierte Lösungen Karosserie: Ein ganzes
Bündel an Massnahmen (siehe rechts) trägt zu einem minimalen Gesamtluftwiderstand (cwWert 0,47) bei. Luftfederung: Steht
der Eolab, ist er zum Einsteigen 25 mm höher. Setzt sich das Auto in Bewegung, senken sich die Stossdämpfer auf Normalstellung. Ab Tempo 70 senkt sich der Eolab nochmals um 25 mm, um den Luft strom unter dem Fahr zeug zu minimieren. Räder: Für eine opti
male Bremskühlung sind beim stehenden Auto die Felgen offen. Während der Fahrt schliesst ein raffinierter Mechanismus die Felgen.
Perfekt geformt Auf gleicher Länge (4,06 m), aber weniger Höhe als
beim Basismodell Renault Clio, entstand für den Eolab eine im Windkanal optimierte, tropfenförmige Karosserie mit bogen förmigem Dach, sichelförmigem Dachspoiler und einer hinten um zehn Zentimeter schmaleren Spur. Der sensationell tiefe cwWert von 0,235 liegt rund 30 Prozent unter dem Wert des Clio. Das Resultat dieser aerodynamischen Optimierung: Bei Tempo 130 verringert sich der Verbrauch um 1,2 Liter pro 100 Kilometer.
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VW XL 1
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Optimierte Aerodynamik 1 Bogenförmiges Dach 2 Luftleitblech ober halb des Radlaufs 3 Scharfe Kanten verringern bremsende Luftverwirbelungen 4 Strömungsgünsti gere Kameras ersetzen die Rückspiegel 5 Optimale Luftein lässe kanalisieren den Luftstrom um die Vorderräder 6 Spezielle Reifen opti mieren den Wider stand gegenüber dem Clio um 15 Prozent
7 Aktiver (ab 70 km/h), bis um 10 cm verstell barer Frontspoiler 8 Luftfederung hebt oder senkt die Karos serie um bis zu 25 mm 9 Beim Fahren schliesst ein raffinierter Mechanismus die Felgen und verringert so den Luftwiderstand 10 Aktive, um 6 cm ausfahrbare Klappen verhindern bremsartig wirkende Luftverwir belungen 11 Strömungsgünstiger flacher Fahrzeugboden
DAS ERSTE 1-LITER-AUTO Die Idee des 1-LiterAutos ist nicht neu: Bereits im April 2002
fuhren der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch und sein Nachfolger Bernd Pischetsrieder mit der VW-Konzeptstudie 1L von Wolfsburg nach Hamburg. Das nur 290 Kilo leichte Fahrzeug hatte zwei hintereinander angeordnete Sitze, ein 1-ZylinderDieselchen mit 8,5 PS und verbrauchte nur gerade 0,89 l/100 km.
2009 folgte die weiterentwickelte Studie L1 – mittlerweile 380 Kilo schwer und
ausgerüstet mit einem 2-Zylinder-Diesel sowie einem zusätzlichen Elektromotor mit 39 PS Leistung. Der Verbrauch dieses Zweisitzers lag nun bei 1,38 l/100 km. Nach weiteren zwei Jahren wurde 2011 an
der Automesse in Katar die seriennahe Version XL1 mit Diesel-Plug-in-HybridAntrieb sowie zwei nebeneinander angeordneten Sitzen präsentiert. Aber erst vor zwei Monaten durfte schliesslich der erste Schweizer Kunde, der Aargauer Unternehmer Hanspeter Setz, seinen VW XL 1 zum offiziellen Preis von 111 000 Euro in Empfang nehmen.
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Effizient angetrieben Als Referenz
dient ein normaler, 1205 Kilo schwerer Renault Clio TCe mit 120 PS, der in 9,0 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und 5,2 l/100 km verbraucht. «Unser Eolab», erklärt Taupin die Heraus forderung beim Antrieb, «muss genau dieselben Fahrleistungswerte erreichen – bei deutlich tieferem Verbrauch.» Ein geringeres Fahrzeug gewicht erlaubt den Einsatz einer kleineren Motorisierung und eines PlugInHybridmoduls für 60 km rein elektrisches Fahren.
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8 1
7
3 2
4
Hybrid-Antrieb 1 1,0-Liter-3-ZylinderBenziner mit 78 PS und 95 Nm 2 Elektromotor mit 54 PS und 200 Nm für bis zu 60 km rein elektrischem Fahren 3 Elektronische Steuereinheit
4 3-Stufen-Automatikgetriebe. Die ersten zwei Stufen sind an den E-Motor gekoppelt, die dritte an den Benziner 5 Lithium-IonenBatterie mit 6,7 kW/h Energiegehalt
6 Benzintank 7 Auspuffanlage 8 Energie-Rekuperations-System 9 Anschlussbuchse, um die Batterie an der Steckdose aufzuladen
Antrieb
«Schon 50 unserer 100 Innovationen sind zur Patentierung angemeldet.» Laurent Taupin
Clevere Kombination Zwei Motoren: Die
Verbindung aus 1-Liter3-Zylinder-Benziner (78 PS) und E-Motor (54 PS) ermöglicht dank weniger Gewicht und besserer Aerodynamik die gleiche Fahrleistung wie beim Referenz-Clio TCe 120. Dank 60 km Elektro-Reichweite liegt der Normverbrauch nur bei 1,0 l/100 km und 22 g/ km CO₂. Zwei Programme: Vor der Fahrt wählt man zwischen «Werktagmodus» für Kurzstrecken mit umweltfreundlichem E-Antrieb und «Weekendmodus». Dieser wird auch im E-Modus gestartet, doch der Benziner schaltet früher zu und sorgt für mehr Boost.
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Erfolgreich abgespeckt Der Eolab wiegt nur 955 Kilogramm.
Gegenüber dem Basis-Clio speckte die Studie also um 400 Kilo ab – 130 bei der Karosserie, 110 bei Ausstattung und Interieur sowie 160 Kilogramm bei Fahrwerk und Antriebsstrang. Für die Gewichtsreduktion wurden auf exotische oder kostspielige Materialien wie Titan oder Kohlefaser verzichtet. Stattdessen besteht der Aufbau aus ultrahochfesten Stählen, Aluminium und Magnesium, die Karosserie aus Kunststoff und Verbundmaterial.
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–130 kg Karosserie Zu den Highlights der Eolab-Karosserie gehört neben dem Aufbau mit verschiedenen Stahlstrukturen das lediglich 4,5 Kilo schwere Dach aus Magnesium. Magnesium kommt bisher vor allem für Cockpitkomponenten wie Lenkräder zum Einsatz. Sein Vorteil: Es ist 60 respektive 20 Prozent leichter als Stahl und Alu, aber aufwendiger zu verarbeiten. Für das Eolab-Dach wird das Magnesium in einem neu entwickelten Verfahren zu Blech gewalzt.
–160 kg
Chassis Beim Fahrwerk, das im Schnitt bis zu 20 Prozent des Fahrzeuggewichts ausmacht, wurde beim Eolab Stahl gegen Alu ausgetauscht. Resultat: Der Vorderachsträger wurde um 5,3 Kilo leichter, die vorderen Querlenker um 1,8, die Achslenkergehäuse um 5,0 und die hinteren Längslenker um 9,0 Kilo. Ohne Sicherheitsabstriche spart auch die Alubremsanlage 14,5 Kilo – allein die automatische Park- anstatt der manuellen Handbremse bringt 1,3 Kilo.
Leichtbau
Intelligenter Materialmix Ganzheitliche Strategie: Nicht ein
einziger Aspekt bringt weniger Gewicht, sondern viele Kleinigkeiten beim Exterieur, Interieur und Antrieb. Nur bei der Sicherheit wird nicht gespart.
Ausrüstung Neben schmaleren Scheiben aus Verbundglas oder Polycarbonat konnte das Eolab-Team auch bei der Inneneinrichtung Gewicht sparen. Als Beispiel die Sitze: Deren Rahmen aus Aluminium, Kohlefaser und Magnesium ist 35 Prozent leichter als beim Clio. Ohne Komfort- oder Sicherheitseinbusse wurden weitere 40 Prozent Gewicht allein bei der Sitzschale gewonnen – etwa durch eine kompaktere Konstruktion mit halbfesten, eng anliegenden Polstern.
Kosten: Alu- oder
–110 kg
Kohlefaser-Alu-Karosserien gibt es bereits heute. Diese sind aber teuer und erfordern oft kostspielige Produktionsprozesse. Deshalb wurden beim Eolab Lösungen realisiert, die auch in der Serie für einen breiten Kundenkreis erschwinglich sind. Das Erfolgsrezept: ein sorgfältiger Mix aus vergleichsweise konventionellen Materialien.
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Vernetzt im Auto
App-gefahren Smartphones sind heute allgegenwärtig. Schon bald werden Mobiltelefone und Apps auch unser Fahrverhalten bestimmen. Text: Rafael Künzle
M
it demMotorola DynaTAC 8000X kam 1983 das erste Mobiltelefon auf den Markt. Sein Erfinder, Martin Lawrence Cooper, liess sich damals von «Star Trek» inspirieren. Würden Captain Kirk und Mr. Spock heute ihr Raumschiff Enterprise gegen ein Auto tauschen, sie wähnten sich wohl selbst in einem Science-FictionFilm. Schon heute ist das Smartphone während der Fahrt nicht nur Jukebox, Pfadfinder oder Wetterfee. Neue, fahrzeugspezifische Apps werten auch das Fahrverhalten aus und animieren den Lenker zum umweltbewussten Fahren. Da die Generation Facebook ständig auf dem Laufenden sein will, können Feeds, Tweets oder Statusmeldungen während der Fahrt abgehört werden. Wer es leid ist, stundenlang nach einem Parkplatz oder der günstigsten Tankstelle zu suchen, darf sich von einer der zahlreichen Apps direkt zum gewünschten Ziel führen lassen. Doch auch der Spass soll nicht zu kurz kommen. Deshalb bieten einige Autohersteller Apps an, welche die Musik dem Fahrstil des Lenkers anpasst. Helfer in Not
Die zahlreichen Applikationen sind jedoch weit mehr als nur eine profane Spielerei. Sie können im Notfall wichtige Helfer sein. So werden Rettungs-
Dank MirrorLink-Technologie lässt sich der Inhalt von Smartphones – wie hier Fotos – auf den Fahrzeugbildschirm «spiegeln».
kräfte via App alarmiert, wenn der Airbag ausgelöst oder die Benzinzufuhr unterbrochen wird. Auch ein verloren gegangenes Fahrzeug kann durch Apps wieder aufgespürt werden. Bald sollen die smarten Programme auch eine Ferndiagnose bieten, die den Fahrzeugzustand direkt an die Werkstatt weiterleiten, oder den Autoschlüssel ersetzen. Doch das Automobil wird bald mehr als nur App-gefahren sein. Bereits heute kann mittels Mirror-Link-Technologie das Smartphone-Display auf dem Fahrzeugbildschirm gespiegelt
werden. Bei einigen Autoherstellern ersetzt das Smartphone das Fahrzeugdisplay sogar schon komplett. Das alles sind aber erst die Anfänge des vernetzten Autofahrens. Verschiedene Hersteller tüfteln bereits emsig an einem autonomen Fahrzeug, das sowohl Fahrer als auch Smartphone ersetzt. Ob sich die Hersteller dabei auch wieder von Captain Kirk und Co. inspirieren liessen? Schliesslich schwebte die «Enterprise» bereits vor einem halben Jahrhundert mittels Autopilot völlig autonom durch das Weltall. MM
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Apps fürs Auto
Kleine Helfer Smartphone-Applikationen sind längst mehr als nur ein Zeitvertreib für Spielsüchtige. Hier sind sechs besonders nützliche Apps für das Auto – vom Staumelder bis zum Parkplatzfinder. Text: Rafael Künzle
SRF Verkehrsinfo Wer nicht im Stau stehen will, sollte vor der Abfahrt einen Blick auf die kostenlose SRFVerkehrsinfo-App werfen. Dank GPS-Unterstützung zeigt das Programm sofort an, wo es in der näheren Umgebung staut. Zudem kann eine Staumeldung einfach via Touchscreen an die SRF-Verkehrsinfo-App übermittelt werden.
Sharoo Die Sharoo-App ermöglicht Privatpersonen und Organisationen, ihr Fahrzeug zu teilen und über die gleichnamige Onlineplattform zu verwalten. Mit Hilfe des «Sharoo Access Kit» (SAK) kann das Fahrzeug via Smartphone geöffnet und wieder abgeschlossen werden – eine Schlüsselübergabe wird somit hinfällig.
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Philipp Tingler (44) ist Autor
und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.
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«Das Anfertigen und virtuelle Verbreiten von spontanen und pseudospontanen Selbstporträts (also: Selfies) mit dem Smartphone oder Tablet ist ein popkulturelles Phänomen unserer Tage. Selfies werden überall gemacht. Aber das heisst nicht, dass sie überall zulässig wären. Ein Selfie ist seinem Wesen nach eine Selbstdarstellung und deshalb immer dann tabu, wenn der Kontext Pietät erfordert. Sie erinnern sich an Pietät? Das ist diese alte Haltung von Takt, Respekt und Ehrfurcht. Man macht keine Selfies beim Besuch von Gedenkstätten, Heiligtümern oder Grabanlagen. Das sind keine Sightseeing-Attraktionen, sondern Orte der Kontemplation und des Gedenkens. Und man verzichtet auf Selfies, egal wo, sobald Menschen mit aufs Bild geraten könnten, die das in ihrem Schamgefühl oder Persönlichkeitsrecht verletzen würde. Zum Beispiel im Umkleideraum.»
Eva kommt in den Chindsgi. Logisch, braucht sie ein Täschli. Sie weiss genau, wie das Motiv aussehen soll: «Ich will ein Ein horn, auf dem eine Prinzessin sitzt, die Elfenflügeli hat.» Wenn das Zauberross nach Erdbeeren riecht – noch besser. Sie bleibt beratungsresistent: Einhorn mit geflügelter Prinzessin, oder Eva geht nicht in den Chindsgi. Der Sohn meiner Kollegin Ursi fand zuerst alle Taschen doof. Beim plüschigen Zebramo dell nickte der Knirps. Wenn ich ihn nun sehe, denke ich an Gross wildjäger. «Wenigstens wollte er kein Spider mansujet», tröstet sich Ursi. Unter uns: Es gibt Schlimmeres, etwa David Hasselhoff oder Angela Merkel. Wir haben nun ein Prinzessinnentäschli bestellt – ohne Einhorn, das gabs nicht. Ich habe Eva angeboten, selbst einen Zaubergaul aufzunähen. «Lieber nicht, Mami, du kennst dich mit Einhörnern nicht aus.» Bettina Leinenbach (38) ist Journalistin und zweifache Mutter.
Reisen
Watt für ein Abenteuer!
Platt wie eine Flunder ist sie, die ostfriesische Landschaft, und für ein fröhliches «Moin» haben die Ostfriesen allemal Zeit. Wer einmal am Wattenmeer war, wird möglicherweise zum Stammgast. Oder bleibt gleich ganz. Wie das Zürcher Ehepaar Zinsli. Text und Bilder: Inge Jucker
Seit über 100 Jahren ist Norden ein beliebter Badeort. Im Strandkorb lässt sichs auch bei Starkwind entspannen.
P
eter Zinsli (65) ist als SBB-Lokführer mehr als ein halbes Leben lang kreuz und quer durch die Schweiz gefahren. Nach seiner Frühpensionierung 2006 zog es ihn und seine Frau Brigitta (65) aus Oberrieden ZH ans ostfriesische Wattenmeer. Ihre neue Heimat heisst Norden – das älteste Städtchen in Ostfriesland. Seit Jahrzehnten war dies ihre liebste Gegend für Ferien mit dem Wohnwagen. Als sie dann ein Haus kaufen konnten, war klar: «Wir wandern aus.» Die Schweizer Berge vermissen
sie nicht. «Hier fühlen wir uns einfach wohl», sagt Peter Zinsli. Das Meer liegt vor der Haustür, das Land ist flach und weit, und oft weht eine steife Brise. Das raue Klima ist gut für Körper und Geist, die Ost friesen sind zurückhaltend und sympathisch. Und: In Norden stehen auch die historischen Lokomotiven des Vereins Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland (MKO). Der Zürcher hat hier natürlich umgehend angeheuert. Er fährt die Züge zwar nicht, ist aber für die Instandhaltung der alten Lokomotiven und Motoren zuständig.
«Da wird es mir bestimmt nie langweilig», sagt Peter. «Aber es soll ein Hobby bleiben.» Brigitta nickt beipflichtend. Schliesslich braucht er ja noch Zeit für die kleinere Version seines Eisenbahnfiebers: die Modelleisenbahn im Dachstock seines Einfamilienhauses. «Die wird nie fertig werden, denn ich baue immer mal wieder um», meint er schmunzelnd. Das Paar hat sich in der ostfriesischen Kleinstadt gut eingelebt. Peter spricht sogar fliessend Plattdeutsch. Wenn er im lokalen Dialekt drauflospalavert, sorgt er bei seinen
LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 103
In der Seehund station in Norden finden verwaiste Robbenjunge ein vorübergehen des Zuhause.
Wahrzeichen mit Starpotenzial: Der Pilsumer Leuchtturm ist ein begehrtes Foto und Filmobjekt. In «Otto, der Ausserfriesische» (1989) etwa diente er als Ottos Wohnung.
Online
Gut zu wissen
Kollegen der MKO mit seinem Schweizer Akzent oft für Gelächter. Teatime auf Ostfriesisch
Und natürlich mögen die beiden den Ostfriesentee. Sie trinken ihn wie die Einheimischen: Zuerst den Kandiszucker in die Tasse geben, dann mit Tee auffüllen. Mit einem speziellen Löffelchen fügt man Rahm dazu, der im Tee Wolken bil det. Und das Wichtigste: nicht um rühren! Beim ersten Schluck ist der Tee herb, wird aber mit jedem Schluck rahmiger und süsser. Will man nicht mehr nachgeschenkt
bekommen, stellt man den Teelöffel in die Tasse. Bei den Ostfriesen ist Tee beliebter als Kaffee, sie nennen ihn auch Nationalgetränk. In Nor den hat es gar ein Teemuseum. Hier erfährt man alles über Kluntjes (Kandiszucker), Sahnewölkchen und die ganze Teezeremonie. Einen Stopp wert ist das legen däre Norder «Café ten Cate» mit seiner reichen Auswahl an Hefe gebäck, Torten, Schokoladen und Marzipan. Die beliebtesten Süssig keiten sind der MarzipanSeehund und das Praliné namens Deichgraf, welche der Autor KlausPeter Wolf
in einem seiner Ostseekrimis ver ewigt hat. «Es wäre geradezu eine Sünde, sich den Seehund und den Deichgraf entgehen zu lassen», schreibt dieser. Seine Krimis sind die idealen Reisebegleiter: Die authentisch wiedergegebenen Schauplätze und Figuren lassen den Alltag Ostfrieslands aufleben. Zu Besuch bei den Fellnasen
Ein weiteres Must für jeden Reisen den ist das Walomuseum. Hier kann man nicht nur ein 15 Meter langes Skelett eines Pottwals bestaunen, der Ort ist auch die erste Auffang
Norddeich Norden Greetsiel
Neuharlingersiel
OSTFRIESLAND Hamburg
NIEDER LANDE
Bilder: Norden-Norddeich Tourismus; Seehundstation Norddeich
Spiekeroog
Groningen NL DEUTSC HL AND 20 km 10 Meilen
Sightseeing in Norden
Infos zu Anreise, Sehenswertem, Essen, Unterkunft und aufgefundenen Heulern finden Sie unter: Migrosmagazin.ch/reisen
104 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
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LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 105
Reich der Keltenkönige
Die Ebbe machts möglich: Zu Fuss gehts über den schlickigen Grund mit Muscheln, Austern und Wattwürmern.
In Wales sind die Legenden und Sagen der keltischen Zeit allgegenwärtig. Diese Gegend ist auch die Urheimat der englischen Könige. Die Reise führt zu mittelalterlichen Städten wie Bath, Salisbury und Oxford und ins romantische Cotswolds.
Die Alte Inselkirche auf Spiekeroog ist die älteste Kappelle auf den ostfriesischen Inseln.
REISEDATUM: 8. 8.–15. 8. 2015 Begleitete Gruppenrundreise mit HotelplanReiseleitung ab/bis Zürich. Mindestteilnehmerzahl 20 Personen; Kleingruppenzuschlag möglich.
Der pensionierte Lokführer bei seinem liebsten Hobby: Peter Zinsli wartet historische Lokomotiven im Norder Museum. Schnittwunden verursachen. Und der Untergrund ist streckenweise so nachgiebig, dass man bis weit über die Knöchel einsinkt. Ist die erste «schmatzende» Schlick strecke einmal überwunden, sticht unser Tourenführer mit seiner Garten gabel in den Sand und fördert Watt würmer zutage. Wie Muscheln sind auch sie Filteranlagen. Sie fressen den Sand und filtern die organischen Stoffe heraus, die sie anschliessend verwerten. Übrig bleiben spaghettiartige Sand häufchen. Ein einziger Wattwurm filtert pro Jahr 25 Kilogramm Sand. Auf einem Quadratmeter leben etwa 40 Watt würmer, alle zusammen filtern den gesamten Sand des Watts bis auf eine Tiefe von 20 Zentimeter. Zum Abschluss nimmt der Kutter Kurs auf die Sandbänke mit den See hunden. Die Tiere recken ihre Köpfe und scheinen uns Fremde aus der Ferne zu begutachten. Respektvoll hält der Kutter Abstand, die Tiere sollen nicht gestört werden. Wir schauen zurück und freuen uns, dass auch die Jungtiere hier zufrieden leben. Wohlgenährt liegen sie, ohne zu heulen, bei ihren Eltern am Strand. Ein Anblick, der auch Peter und Brigitta Zinsli immer wieder aufs Neue begeistert. Und mit ein Grund, weshalb sie von Ostfriesland nicht mehr wegwollen. MM Diese Reportage wurde von der Deutschen Zentrale für Tourismus (www.germany.travel) sowie von den Tourismusbüros Norden-Norddeich und Spiekeroog unterstützt.
IM PREIS INBEGRIFFEN: • Direktflug mit Swiss Zürich–Birmingham und zurück • Rundreise im klimatisierten Reisebus • 7 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels, Halbpension • Hotelplan-Reiseleitung ab/bis Zürich NICHT INBEGRIFFEN: • Kombi-Versicherungspaket • Evtl. Bearbeitungsgebühren lhrer Buchungsstelle Auskünfte, Detailprogramm, Reservationen und weitere Gruppenrundreisen mit Hotelplan-Reiseleitung: Hotelplan Direktverkauf Sägereistrasse 20, 8152 Glattbrugg Tel. 0848 82 11 11
Bild: Shuttershock
station für Seehundejungen, auch Heuler genannt. Das sind verwaiste Jungtiere, die tagelang nicht mehr gesäugt und am Strand aufgefunden worden sind. Ihren Namen tragen sie aufgrund der eindring lichen Laute, die sie ausstossen. Die unterernährten Tiere werden in der See hundestation aufgepäppelt und danach so rasch wie möglich wieder ausgewildert. Seit 2009 zählt das Niedersächsische Wattenmeer zum Unesco-Weltnaturerbe. Einen Grossteil davon macht das ostfriesische Wattgebiet aus, das im Rhythmus der Gezeiten vom Meer über flutet wird. Bei Ebbe liegt es trocken – der ideale Moment, um die seichten See gebiete zu Fuss zu begehen. Eine beson ders schöne Wattwandertour lässt sich von der autofreien Insel Spiekeroog aus unternehmen. Sie ist eine der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln und nur per Fähre erreichbar. Ein ehemaliger Fischkutter bringt die Besucher vom Hafen in tieferes Gewässer. Dort lässt Tourenführer Carsten ein kleines Schleppnetz kurz ins Wasser und de monstriert, was sich hier alles tummelt: Krebse, Krabben, Plattfische, Seenadeln und kleine Aale flutschen auf Deck aus dem Netz in einen grossen Behälter mit Meerwasser. An einer Muschelbank am Rand des Watts hält der Kapitän an und lässt die Passagiere über eine Leiter in den schlammigen Grund hinab. Nun ist das richtige Schuhwerk angesagt. Im Schlick stecken Austern, Mies und andere Muscheln mit scharfen Kanten – teilweise senkrecht. Sie können tiefe
PREIS: 8 Tage/7 Nächte ab Fr. 3050.– pro Person im Doppelzimmer Frühbucherrabatt von Fr. 100.– pro Person für Neubuchungen bis am 31. 3. 2015.
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108 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
Kinder Ausgewandert Von Samstagern ZH nach Sanur auf Bali
«Mein Vater arbeitet als Projektleiter für ein Entwicklungsprojekt auf der Insel Flores. Das ist eine Nachbarsinsel von Bali. Deshalb zogen meine Eltern und ich vor vier Jahren nach Sanur. Das ist eine Stadt im Süden von Bali. Meine Schwester Tanja war damals schon 19 und mein Bruder Jan 21 Jahre alt. Sie blieben in der Schweiz, kommen uns aber öfter auf Bali besuchen. In der ersten Zeit auf Bali hatte ich einen Kulturschock. Mich nervte der Abfall, der hier herumliegt, der Mangel an öffentlichen Verkehrsmitteln und dass man viel Auto fahren muss. Ausserdem konnte ich nicht gut Englisch. Inzwischen kann ich es besser und bin sehr happy hier.»
«Die erste Zeit war hart»
Vor vier Jahren ist Miro Nützi (16) mit seinen Eltern nach Bali ausgewandert. Der junge Surfer zeigt euch seine neue Heimat. Illustration: Olaf Hajek
«Surfen ist das Beste, das ich je angefangen habe. Wenn ich surfe, lebe ich vollkommen im Moment. Dann bin ich glücklich. Danach hänge ich gern mit Surferkollegen am Strand von Serangan Island herum. Manchmal machen wir ein Feuer und verbringen den Abend dort. Blöd ist nur, dass wir immer ein Taxi oder die Eltern brauchen, um von einem Ort zum andern zu gelangen. Ich freue mich darauf, ab 17 mit dem eigenen Roller unterwegs zu sein.»
«Ich gehe sehr gern in die Green School. Sie liegt mitten im Dschungel, fast eine Autostunde von meinem Zuhause entfernt. Sie ist ganz aus Bambus gebaut, architektonisch extrem schön und familiär organisiert. Die Lehrer lassen uns viele Freiheiten und können uns den eigentlichen Sinn eines Fachs sehr gut näherbringen. Ich liebe Mathi, weil es so logisch ist. Die erste Zeit an der Schule fand ich hart, weil ich fast kein Englisch verstand. Im Herbst haben wir gemeinsam mit allen auf Bali angesiedelten internationalen Schulen eine riesige Halloween-Party gefeiert.»
«Die Balinesen sind hinduistisch. Ich nehme gelegentlich an ihren Zeremonien teil oder besuche ihre heiligen Stätten wie den Wasserpalast in Tirta Gangga. Dabei trage ich traditionell als Kopfbedeckung einen «udeng». Ich denke viel über Religion nach, bin aber selbst nicht so spirituell. Die Zeremonien sind farblich wunderschön, dauern aber manchmal mehrere Stunden. Dann fange ich an, mich zu langweilen.»
LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 109
Vor langer Zeit in einem fernen Land zogen die Händler durch die Dörfer, um Süssigkeiten zu ver kaufen. Derweil sich überall kleine Schleckmäuler um sie scharten, erzählten sie ihnen Märchen von gruseligen Drachen, mutigen Waisenkindern und eingesperrten Prinzessinnen. Die Zuhörer verlang ten noch mehr Geschichten. Und noch mehr Bonbons. Aha, dachten die Händler: Je bessere Märchen wir erzählen, desto mehr Zucker zeug verkaufen wir. So erfanden sie eine neue Form von Werbung und
zugleich eine neue Form von Thea ter: Kamishibai. Das ist ein Mini wandertheater, das sich vor über 100 Jahren in Japan entwickelt hat. Die Händler stellten dafür einen Holzkoffer auf, öffneten ihn vorne, schoben Bildtafeln aus Papier hinein und erzählten dazu eine Ge schichte. «Kami» bedeutet «Papier». «Shibai» heisst «Theater». Inzwischen gibts dieses Papierspieltheater auch bei uns. Erste Bibliotheken bieten Kamishibai Tafeln an. Immer mehr Kinder
Rät selsp ass ACH, DU DICKES EI! Weisst du, welches Tier, welches Ei legt? Übertrage die Lösungsbuchstaben des Rätsels in die Kästchen. Wenn du richtig geraten hast, ergibt es ein Frühlingsgemüse. 1. O Dinosaurier T Adler S Wachtel
2. B Frosch P Huhn A Rochen
3. K Osterhase A Pinguin I Geier
4. R Emu H Papagei C Wellensittich
5. L Schildkröte S Rotkehlchen G Amsel
6. E Strauss M Spatz H Blindschleiche
gärtnerinnen bauen die hölzernen Erzählkasten vor ihren Klassen auf. Für die Zuschauer ist Kamishi bai wie Fernsehen ohne Strom. Du denkst jetzt vielleicht, das ist weniger spannend als ein Film vol ler Action und 3DEffekte. Wo aber findet deine Fantasie mehr Raum? In den Kasten darfst du übrigens auch deine eigenen Zeichnungen hineinstellen und eine Geschichte erzählen. Aber passt gut auf, ihr Kinder: Die Lehrer haben einen wesentlichen Teil vergessen: Er innert sie an die Süssigkeiten! MM
Gabriela Bonin (47) beantwortet
die Fragen ihrer Töchter (14, 9, 6).
TOBIS BLUMENSUDOKU Tobi hat vier Blumenbeete. In jedem der Beete müssen die vier verschiedenfarbigen Blumen mindestens ein Mal vertreten sein, aber auch ein Mal in jeder senkrechten (von oben nach unten) und jeder waagrechten (von links nach rechts) Reihe. Kannst du Tobi helfen und die Blumen richtig ausmalen? Tipp: Wenn du keine Farbstifte hast, kannst du den einzelnen Blumen auch Zahlen zuordnen.
7. V Elster L Krokodil B Spinne 2
3
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110 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
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Zafira geht lahm Unsere neugierigen Zebras teilen sich ihr zu Zuhause mit den eher zurückhaltenden Stachelschweinen. Eine spannende Konstellation, die aber nicht ganz ungefährlich ist. Text: Karin Federer
Bilder: Walter Zoo
Das Team um Karin Federer (links) kümmert sich um die verletzte Zafira.
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LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 111
D
Karin Federer (29) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.
ie unterschiedlichsten Tie re leben in freier Wildbahn nahe beisammen. In modernen Zoos dient die Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in gemeinsamen Anlagen dazu, die Umweltreize zu steigern und den Tieren natürliche Verhaltens muster zu ermöglichen. Bei uns im Walter Zoo leben Zebras und Stachel schweine friedlich nebeneinander – sie vertragen sich einwandfrei. Einzig die spitzen Stacheln der Schweine können gelegentlich eine Herausforderung für ihre Mitbewohner darstellen. Entzündungsgefahr durch Stachel Ein Tierpfleger berichtet, dass Zafira, eine der Zebrastuten, hinkend in der Herde unterwegs ist. Ausser einer Schwellung am Hinterbein kann ich aus der Ferne nichts feststellen. Was ist passiert? Ob sie wohl einem der Sta chelschweine zu nahe gekommen ist?
Damit wäre nicht zu spassen. Denn eine Verletzung durch einen Stachel – oft von aussen nicht sichtbar – kann rasch zu Entzündungen und Infektio nen führen, da die Stacheln viele Bakterien tragen. Und falls eine Sehne oder Sehnenscheide betroffen wäre, könnte das unbehandelt schlimm enden. Ich entschliesse mich daher, das verletzte Bein des Zebras genauer zu untersuchen. Das ist einfacher gesagt als getan. Wie so oft bei unseren Schützlingen im Zoo geht auch hier ohne Narkose gar nichts. Einige Tage später ist alles organi siert. Die Stute wird mit einem Blasrohr narkotisiert. Es ist nicht ganz einfach, das sich bewegende Ziel zu treffen, denn Zafira merkt natürlich, dass etwas im Busch ist. Aber der erste Schuss sitzt, und der Pfeil trifft direkt in den Muskel. Zafira schläft innert kurzer Zeit ein. Wir lagern sie sanft in ihrer Box. Tierarzt Martin Kummer ist
Pferdespezialist und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Eine Ultraschallun tersuchung bestätigt meinen Verdacht: Zafiras tiefe Beugesehne und die Sehnenscheide sind entzündet. Die Zeit drängt, denn ich möchte das Zebra nicht zu lange in Narkose behalten. Wir spülen die Sehnenscheide gründlich mit Kochsalzlösung und verabreichen dem Tier eine erste Dosis Antibiotika und Schmerzmittel. Dann bringen wir einen Holzkeil am Huf an, damit die verletzte Sehne beim Gehen entlastet wird. Nach einer Stunde ist die Arbeit getan. Zafira wacht nach kurzer Zeit aus ihrer Narkose auf und kann schon bald wieder in ihre Gruppe zurück. Bereits unmittelbar nach dem Eingriff läuft sie wieder viel besser. Glücklicherweise verläuft die Genesung nach Plan. Zafira gehts in der Zwischenzeit bereits viel besser, und ich freue mich sehr über den Erfolg dieser Behandlung. MM
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112 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
Migros-Bank-Ratgeber
Hilfe, die Steuerklärung wird immer komplizierter! Wie behalte ich in diesem Steuerdschungel die Orientierung?
Die Folge: Bei der Steuerbelastung gibt es enorme Unterschiede, wie auch die Grafik verdeutlicht. Eine ledige Person mit einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken zahlt in Zug gut 8000 Franken Steuern, in Neuenburg dagegen sind es 21 000 Franken. Eindrücklich ist vor allem, wie ungleich die Steuerlast ausfällt, je nachdem, ob man Single ist oder eine Familie hat. Der Kanton Genf zum Beispiel ist für eine ledige Person mit einer Steuerbelastung von 17 000 Franken ziemlich teuer. Für eine Familie mit dem gleichen Einkommen jedoch sinken die Steuern auf 3000 Franken − das entspricht dem zweittiefsten Tarif in der Schweiz. Teuer für Singles, aber günstig für Familien sind ebenso die Kantone Baselland oder Wallis.
Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.
Genau umgekehrt ist es im Kanton Obwalden: Für Singles gehört der Kanton zu den fünf steuergüns tigsten. Eine Familie hingegen bezahlt in Obwalden fast drei Mal so viel wie in Genf. Das entspricht Rang 20 im nationalen Vergleich. Hohe Steuern bezahlen Familien auch in den Kantonen Bern, Waadt, Solothurn, Jura und Neuenburg (siehe Grafik).
So viel Steuern bezahlen Sie je nach Kanton Steuern für Familien in Fr. 12 000 10 000
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0 0 5000 Steuern für Singles in Fr.
10 000
15 000
20 000
25 000
Enorme Unterschiede zwischen den Kantonen: Der Vergleich zeigt die Steuerbelastung für einen Single und eine Familie mit zwei Kindern bei einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken (kantonale Medianwerte). Lesebeispiel: Der Kanton Obwalden ist teuer für Familien, dafür aber günstig für Singles. Der steuerliche Wildwuchs äussert sich nicht nur beim Kriterium Sing le vs. Familie. Auch bei den Pendlerabzügen, der Säule 3a oder den Krankheitskosten – um nur ein paar Beispiele zu erwähnen – kennt jeder Kanton wieder andere Vorschriften, die überdies ständig ändern. Um Ihnen deshalb die Orientierung bei der Steuererklärung zu erleichtern, habe ich im Internet unter Blog.migrosbank.ch eine Liste mit 50 nützlichen Steuertipps publiziert. Weiter finden Sie auf dem Blog der Migros Bank eine detaillierte Rangliste zur Steuerbelastung in den
einzelnen Kantonen. Daraus ersehen Sie nicht nur den Mittelwert, sondern zusätzlich die Spannbreite zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde in jedem Kanton. Zudem zeigen wir als weitere Kategorie die Steuerbelastung von verheirateten Personen ohne Kinder. Die Rangliste ändert zwar nichts daran, dass das Ausfüllen der Steuererklärung einen grossen Aufwand erfordert. Doch wissen Sie damit wenigstens, ob Sie im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt eher viel oder wenig Steuern bezahlen. Lesen Sie jetzt auf Blog.migrosbank.ch: 50 nützliche Tipps für Ihre Steuern.
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Unser Steuersystem ist ein riesiger Wirrwarr. Die Liste an Vorschriften, die man bei der Steuererklärung beachten muss, wird länger und länger. Ausserdem kennt jeder Kanton wieder ganz andere Regeln.
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114 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
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Essen Sie nur das, was schon Ihre Urgrossmutter gegessen hat. Also alles ausser: Fertignahrung! Salzkartoffel: ja. Pommes frites: nein. Mais: selbstverständlich. Aber: keine Cornflakes. Sie erkennen das Prinzip? Möglichst wenig unverarbeitete Nahrung zu sich nehmen. Die Hälfte des Tellers soll immer mit Gemüse gefüllt werden. Kohlenhydrate gibt es höchstens eine Handvoll.
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Versuchen Sie, auf raffinierten Zucker, Alkohol und Nikotin zu verzichten. Nikotin lässt das Gewebe erschlaffen. Ausserdem werden Sie erstaunt sein, wie fit Sie sich plötzlich fühlen. Sport ist mitunter die wichtigste Waffe im Kampf gegen Cellulite. «Kombinieren Sie Kondition mit Kraft», empfiehlt die diplomierte Personaltrainerin Julie Meyer-Leclair. «Intensive Übungen wie der sogenannte Burpee, eine Art Liegestütz, vereinen das in einem.»
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LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 115
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Auch Eincremen hilft: Die remodellierende Anti-CelluliteCreme von Zoé Slim-it hat einen grossen Vorteil: Sie glättet und strafft die Haut und reduziert das Erscheinungsbild von Cellulite.
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Essen Sie wenig Salz, baden Sie dafür darin. Salz bindet im Körper Wasser, entzieht es ihm aber auch, wenn es äusserlich angewendet wird. So wird der Stoffwechsel angekurbelt. Kneipp etwa bietet eine grosse Auswahl an Badesalzen an.
Abgesehen davon entscheide ich mich für Sonnenschutz 50+ im Sommer und Körpercreme im Winter. Das haben mir schon meine Mutter und Grossmutter mitgegeben. Diese weisen Frauen lehrten mich, dass man natürlich am schönsten ist. Meine Mutter trägt kein Make up und hat zu Hause kein Sammelsurium an Produkten herumstehen.
Atmen Sie tief durch! Ja, auch das hat mit Orangenhaut zu tun. Denn gezieltes Atemtraining baut Stress ab und produziert im Körper Säuren, die mitverantwortlich für Cellulite sind.
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Je weniger man sie wäscht, desto weniger fettig werden sie. Denn Haare gewöhnen sich an zu häufi ges Waschen, werden trocken und spröde. Ausserdem gehe ich ab und zu mit nassen Haaren ins Bett, damit ich am nächsten Morgen mit ein paar Locken aufwache, die ich mir immer gewünscht habe.
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2. Tag, Sonntag – Hull, York & schottische Borders Am Morgen erreichen wir Hull. Auf unserem Weg Richtung Norden halten wir im zauberhaften York und entdecken die herrliche Altstadt. Auf der Weiterfahrt durch die schottischen Borders erleben wir unberührte Naturlandschaften. Übernachtung im Raum Edinburgh.
6. Tag, Donnerstag – Mit dem Dampfzug übers Glenfinnan VIadukt Heute halten wir einen ganz besonderen Höhepunkt für Sie bereit. Auf der wunderschönen Strecke von Fort William nach Mallaig überqueren wir mit der legendären West Coast-Dampfeisenbahn das weltbekannte Glenfinnan Viadukt, ein Fotosujet erster Güte, welches aus vielen Filmen bekannt ist. Übernachtung im Raum Fort William.
3. Tag, Montag – Edinburgh & Whiskey Trail Heute morgen erleben wir Edinburgh bei einer eindrücklichen Stadtführung. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung begeben wir uns auf den bekannten Whiskey Trail, besuchen eine bekannte Destillerie und kosten die edlen Brände. Übernachtung im Raum Inverness.
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4. Tag, Dienstag – Nordwestliche Highlands & Inverewe Gardens Bei unserem tollen Tagesausflug durch die nordwestliche Highlands erwarten uns heute traumhafte und unberührte Bilderbuchlandschaften, tosende Wasserfälle und die tropischen Inverewe Gärten mit ihrer aussergewöhnlichen Pflanzenpracht. Übernachtung im Raum Inverness. 5. Tag, Mittwoch – Loch Ness Heute unternehmen wir auf dem sagenumworbenen Loch Ness eine schöne Bootsfahrt und begeben
Highlands
7. Tag, Freitag – Loch Lomond & Glasgow Mit dem Tal der Tränen und dem Loch Lomond erwarten uns heute nochmals unberührte Traumlandschaften. In Inveraray zeigen wir Ihnen das bekannte Castle, ein wahrer Prachtbau. Später erreichen wir das pulsierende Glasgow und erleben bei einer Stadtführung sämtliche Höhepunkte. Übernachtung im Raum Glasgow. 8. Tag, Samstag – Lake District Auf unserem Weg nach Hull durchfahren wir die den idyllischen Lake District. Am Abend erwartet uns in Hull unsere Fähre für die Überfahrt nach Rotterdam. 9. Tag, Sonntag – Heimreise Nach der Ankunft am Morgen in Rotterdam treten wir die Heimreise in Richtung Schweiz an.
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LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 117
Wettbewerbs frage: Für welches Getränk ist die Region Bordeaux bekannt?
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Blick auf die Altstadt von Bordeaux mit der Basilika SaintMichel (oben). Der beliebte Treffpunkt am Place de la Bourse (links) und eines der vielen gemütlichen Cafés (rechts).
Glücksgriff
Zu Besuch in Bordeaux Das Migros-Magazin und Helvetic Airways verlosen sechs Rückflugtickets nach Bordeaux. Bonne chance!
Bilder: PD, Getty Images (1)
N
och immer als Geheimtipp gehandelt, ist die Stadt an der Garonne der perfekte Ort für Entdecker und Geniesser. Bordeaux steht für guten Wein, köstliches Essen und den Zauber alter Traditionen. Die Strassen, Gebäude und Denkmäler der seit 2007 zum Unesco-Welterbe zählenden Altstadt erzählen Geschichten von längst vergangenen Zeiten. Bordeaux ist allerdings alles andere als altertümlich. Beim Spaziergang durch die Stadt wechseln sich imposante Altbau-
ten mit moderner Architektur ab. Genuss garantieren hervorragende Weinbars, schicke Restaurants oder Cafés zu jeder Tages- und Nachtzeit. Shoppingvergnügen bietet die knapp zwei Kilometer lange Fussgängerzone Rue Sainte-Catherine. Eine der grössten Attraktionen von Bordeaux ist «le miroir d’eau». Der Brunnen am Place de la Bourse wird liebevoll auch die «schönste Pfütze der Welt» genannt. Die Region um Bordeaux gilt mit dem fruchtbaren Boden, dem milden Klima und der wunder-
schönen Atlantikküste als Schlaraffenland, indem sich neben dem bekannten Austernzuchtbassin von Arcachon auch die höchste Sanddüne Europas befindet. Ab dem 30. April fliegt Helvetic Airways zwei Mal wöchentlich direkt von Zürich nach Bordeaux. Abflüge am Donnerstag und Sonntag ermöglichen sowohl ein verlängertes Wochenende in der Stadt als auch eine ausgedehnte Variante mit erholsamen Tagen am Meer und Besuchen auf den zahlreichen bekannten Weingütern im Umland der Stadt. MM
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LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 119
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Bitte ausfüllen und einsenden oder faxen an: Ringier AG, Leser-Service, Postfach, 4801 Zofingen, Fax 062 746 35 71
LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 121
Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wie nennt man in Österreich ein Bonbon? A Schmankerl
L
Schwankerl
Z
Zuckerl
2. Welche Stadt liegt nicht an der Mittellandlinie? M Bern
A Zürich
U Lausanne
3. Eine Faust bedeutet beim Tauchen welche Zahl? N zwei
H fünfzig
T
tausend
So nehmen Sie teil
4. Wo isst man pro Kopf am meisten Chicorée? N Belgien
D Italien
S Slowakei
T
A Spiegel
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.3.2015, 24 Uhr
5. Was stellt das Venussymbol ♀ dar? W Schutzschild
Sonnenrad
6. Wie nennt man eine eingängige Melodiephrase bei einem Musikstück? I
Earline
R Hookline
U Airline
7. In welcher Wissenschaft kommt die Clerici-Lösung zum Einsatz? R Physik
D Mathematik
Z
Chemie
8. Wie viele Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle schwimmen in den Weltmeeren? M unter 20
S ca. 50
T
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
über 100
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Gewinner Nr. 10: Andrea Schmid, Freimettigen BE; Urs Giesker, Giswil OW; Sonja Burri, Ebnet LU
Auflösung Nr. 11: BEGABUNG
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5
E
2
1 3
Auflösung Nr. 12: RIESE Gewinner Nr. 11: Markus Ineichen, Binz ZH; Karin Friz, Disentis GR; Ursula Huser, Mollis GL
4
GAS AR T I G GE B AE R DE I TERAT I V L I NI EREN REAL I TER R UHE GE L D S T R I E GE L T R AG I S CH UE B E R S E E V OR E S S E N 1
2
3
4
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.3.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
5
SPINAS CIVIL VOICES
«Fühlen Sie sich einsam? Die beiden Mittelsätze aus Tschaikowskys Vierter Sinfonie spenden Trost. Probieren Sie’s aus.» Ein Tipp von Elisabeth K., blind
Wir Blinden helfen gerne, wenn wir können. Bitte helfen Sie uns auch. www.szb.ch Spenden: PK 90-1170-7
LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 123
Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 12: 376
1 1 6 5 3 4 9 6 8 2 1 4 7 8 9 6 5 3 2 8 3 6 2 9 3 7 4 5 7
7 1 3 5 2 9 4 8 6
5 6 9 3 4 8 7 1 2
2 4 8 7 1 6 9 5 3
6 7 2 8 3 5 1 4 9
3 5 4 9 7 1 6 2 8
9 8 1 2 6 4 5 3 7
4 9 7 1 8 3 2 6 5
8 2 6 4 5 7 3 9 1
1 3 5 6 9 2 8 7 4
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 29.3.2015, 24 Uhr
Gewinner Nr. 11: Werner Mühlemann, Züberwangen SG; Urs Furrer, Marin NE; Margrit Rieser, Zürich; Violette Zeller, Coreyrier VD; Hubert Haas, Luzern
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 1 3 4 2 miteinander verbunden 2 3 1 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 4 3 3 2 und mehr als zwei Linien.
3 2 1 1 0 4
3
Auflösung Nr. 12:
0
6
5 1 3 3
1
3
0
4
1
3
2
0
3
3
4
2 1
2
5 3
3 3 2
4
2 2 2
4 3
3 3
1 2
4 2 2
Auflösung Nr. 12: 3
5
6
4
3 4
4
1
1
2 1
1 2
2 5 6 2
5 3
1
3
2 3 4
2
2 1
2 3
1 1 3 5 2
3 5 5 3
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2014-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Andrej Abplanalp (Leitung), Bettina Langenbach (Chefin vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Migros-Welt: Ressort M-Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, Anna Meister, Sabine Müller, Christoph Petermann, Thomas Tobler, Michael West
Ressort Shopping & Food: Larisa Matkovic-Kilibarda (Leitung a. i.), Stefan Kummer (Produktionsleiter), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, AnnaKatharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber
Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia Online: Almut Berger, Reto Meisser, Reto Vogt anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Sekretariat: Fax: 058 577 13 72 Stefanie Zweifel (Leitung), Innendienst: Nicole Thalmann Imelda Catovic Simone, (Leitung), Verena De Franco, Nicolette Trindler Michael Glarner, Christine Kummer, Honorarwesen: Janine Meyer, Jasmine Steinmann Verena Hochstrasser Lesermarkt: Carina Schmidt Kommunikation & (Leitung), Marianne Hermann Medien-Koordination: Media-Services: Patrick Rohner Eveline Zollinger (Leitung), Larisa (Leitung), Tabea Burri, Aisha Matkovic-Kilibarda, Rea Tschumi Kaufmann, Theresa Wuitz Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Alexa Julier, Laila Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere Müller-Boonya, Margrit von Holzen abo@migrosmagazin.ch verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71 Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01
Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis
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Aktionsdauer: 23. März bis 5. April 2015 Preis: Fr. 18.55 statt Fr. 28.50 Profitieren: Sie erhalten beim Kauf des Romans «Die sieben Schwestern» von Lucinda Riley 35 Prozent Cumulus-Vorteil, wenn Sie in einer Ex Libris-Filiale die Cumulus-Karte und den Vorteilcoupon vorweisen oder bei der Bestellung im Online-Shop www.exlibris.ch bzw. in der App den Vorteilcode EXLMM1315 eingeben. Hinweis: Nur zusammen mit der Cumulus-Karte einlösbar. Pro Person ist nur ein Vorteilcoupon gültig. Nicht kumulierbar. Weitere Informationen: www.exlibris.ch
35 % VORTEIL Mindesteinkauf: Der Roman «Die sieben Schwestern» von Lucinda Riley Gültig: 23. März bis 5. April 2015
Lucinda Riley zum Vorzugspreis Profitieren: Sie erhalten 35% CumulusVorteil, wenn Sie in einer Ex Libris-Filiale diesen Vorteilcoupon und Ihre CumulusKarte vorweisen bzw. bei der Onlinebestellung oder in der App den Vorteilcode EXLMM1315 und die Cumulus-Nr. eingeben. Hinweis: Pro Person ist nur ein Vorteilcoupon gültig. Nicht kumulierbar.
VORTEIL
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126 | MM13, 23. MÄRZ 2015 | LEBEN
Sehen Sie Mathias Schenk beim Fotoshooting im Tonstudio.
Migrosmagazin.ch
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Meine Welt
Mathias Schenk ist Frontmann der Bieler Rockband Death by Chocolate. Am 27. März rocken die fünf Giele beim M4Music-Festival im Zürcher Club Moods ab. Text: Almut Berger
Bilder: Michael Sieber
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Bild: Nils Sandmeier
«Vinyl tönt einfach geiler»
LEBEN | MM13, 23. MÄRZ 2015 | 127
1 Mein Zuhause «Im November bin ich mit zwei Musikerkollegen in eine WG gezogen. In Biel sind die Mieten zum Glück noch moderat, selbst für Musiker.» 2 Mein Lieblingsort «Das Café du Commerce in der Bieler Altstadt gehört meinem Kumpel Nils Sandmeier. Nils ist ein cooler Typ. Immer am Donnerstag ist Konzertabend: Oft stehe ich unten im Zuschauerraum, oft aber auch oben auf der Bühne – und beides fägt!»
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Name: Mathias «Mäthu» Schenk (28) Wohnort: Biel BE Berufs- und Lebenslauf: Aufgewachsen bin ich in Dotzigen BE. Nach dem Gymi
folgte die Ausbildung zum Lehrer an der Pädagogischen Hochschule Bern. Heute unterrichte ich in einem 50-ProzentPensum Englisch, Musik und Geografie. Death by Chocolate war ursprünglich eine Schulband: Mit Keyboarder Daniel Wyttenbach war ich im Kindergarten, die Schläppibrüder Daniel (Bassist) und Thomas (Gitarrist) kenne ich aus der 7. Klasse, Schlagzeuger Kevin Chesham kam dann vor zwei Jahren dazu. Unser erstes Album «From Birthdays to Funerals» erschien 2012, «Among Sirens» letzten Herbst. Mein Traum: Wenn ich «Rockstar» sagen würde, käme das eher schräg rüber, oder? Drum sage ich jetzt einfach mal «von der Musik leben können» – inklusive Luxusjacht auf dem Bielersee! 6
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3 Mein Lieblingsprodukt «Die getrockneten Bio-Mango-Schnitze der Migros finde ich einfach gut. Ich nehme sie immer zum Klettern mit.» 4 Mein unglaublichster Gig «2011 haben wir einen schweizweiten Bandwettbewerb gewonnen. Der Preis: ein Auftritt als Vorband von Bon Jovi im Zürcher Letzigrund. Wir fünf Giele und 45 000 Zuschauer – es war voll crazy!» 5 Meine Gitarre «Die Gibson ES-345
Walnut hat mich schon immer fasziniert. Leider wird sie in dieser Form schon lange nicht mehr produziert. Ein Kumpel erzählte mir, er wolle nach Zofingen in ein Musikinstrumentegeschäft. Aus Jux sagte ich, er solle mir doch eine ES345 mitbringen. Eine Stunde später kam dann ein Handyföteli von – zweien! Was für ein Luxusproblem, sich für eine entscheiden zu müssen!» 6 Mein Ausgleich «Die Region Biel ist ein wahres Klettereldorado: 10 Minuten
Fahrt, und schon findet man anspruchsvolle Kletterwände. Im Winter trainiere ich in der Boulderhalle Crux. Hier gehts völlig entspannt zu: Den Schlüssel gibts gegen zehn Franken in einer benachbarten Bar, geduscht wird daheim.» 7 Meine Sammlung «Meine Vinyl-
plattensammlung ist klein, aber fein. Erst Vinyl wird dem Albumformat wirklich gerecht, man hört die Songs viel bewusster. Vor allem aber tönt Vinyl einfach geiler! Deshalb gibt es ‹Among Sirens› neu auch als Schallplatte.»
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8 Mein Ding «Auf der Bühne trage ich immer meine geliebten Chelsea Boots. Ich habe sie in einem Sixties-Laden in Paris entdeckt. Sie waren brutal teuer, trotzdem: ‹Je ne regrette rien!›» M4Music wird getragen von:
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