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Migros-Magazin-12-2021-d-LU

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

migros.ch/magazin | MM12, 22.3.2021

ACHTUNG: FRÖSCHE IN GEFAHR Seite 22

Raffinierte Rezepte mit Eiern Seite 16

Was Sie über Allergien wissen müssen Seite 26

SO SCHÜTZEN SIE SICH VOR HACKERN

auf Frühling

Wie Düfte, Farben und Gezwitscher uns in Stimmung bringen Seite 10

Bild:iStock

Seite 55

Lust

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


Querbeet geniessen: Veganer Osterbrunch.

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4 | 22.3.2021 | MEINE MIGROS

P FA N N E N H I L F E Selbstgemachte ­Mayonnaise gerinnt mir manchmal. Gibt es einen gelingsicheren Tipp?

Bio-Ingwer Würzig, scharf und erfrischend: Bio-Ingwer trägt das Fairtrade-Gütesiegel der Schweizer Max-Havelaar-Stiftung, die für bessere Lebens- und Arbeits­bedingungen in den Produktionsländern einsteht. Ingwer verfeinert Currys und asiatische Pfannengerichte, verleiht Suppen, Drinks und Tees Schärfe und aromatisiert Wasser schnell und unkompliziert. Das geschmacksintensive Rhizom ist ganzjährig und unverpackt in der Migros erhältlich.

Verrückt nach Hüttenkäse Bernhardinerhündin Banana würde am liebsten in den Becher eintauchen, so sehr liebt sie den Cottage Cheese von M-Budget. Der Schnappschuss stammt von Hunde­besitzerin Susanna Schnurrenberger aus Schaffhausen. Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild. Wird das Foto abgedruckt, gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

Jetzt Kaffee testen Die neuen Café-Royal-Varianten in Aluminium­kapseln sind besonders vielfältig im Geschmack: Der «Peru Espresso» kombiniert seine Röst­ aromen zum Beispiel mit einem Hauch von Brombeere. Die Bohnen wurden in den Anden auf über 1300 Metern Höhe angebaut, sie haben das Bio- und das Fairtrade-Gütesiegel. Auf ­migipedia.ch kann man sich jetzt anmelden, um drei Café-Royal-Neuheiten gratis zu testen.

Bilder: iStock, Anna Tina Eberhard, zVg

Wichtig bei der Zubereitung von Mayonnaise ist, dass alle Zutaten die ­gleiche Temperatur haben. Besonders einfach ist die Zubereitung mit einem Stabmixer. Dazu gibt man ein ganzes Ei, 2 dl Öl (z. B. Sonnenblumenöl und ­Olivenöl gemischt) einige Spritzer Zitronensaft, etwas Senf, Salz und Pfeffer in einen hohen Mixbecher. Man hält den Stabmixer ­hinein, schaltet ihn ein und zieht ihn langsam nach oben. Fertig ist die Mayonnaise.


MEINE MIGROS | 22.3.2021 | 5

Festival für zu Hause

Nächtliche Erscheinung

Bei einer nächtlichen Werbeaktion projizierten Mitarbeitende von Digitec Galaxus kürzlich Kommentare aus der Shop-Community auf Hausfassaden. Hier trifft es gerade einen der Roche-Türme in Basel. Fast könnte man glauben, das berühmte Gebäude gehöre zum Digitec-Sortiment und sei von einer Kundin oder einem Kunden bewertet worden.

EINFACH NUR ERZÄHLEN

EI N FA C H G U T L EB EN

Die Erzählcafés sind Gemeinschaften auf Zeit: ­Fremde Menschen kommen zusammen, um Anekdoten und Erfahrungen aus ihrem Leben zu teilen. Das Thema ist jeweils vorgegeben. Bis auf Weiteres finden diese Gesprächsrunden noch virtuell statt, später sicher auch wieder an realen Orten. Interessierte können zudem online an einer Einführung für Moderatorinnen und Moderatoren teilnehmen. Das ­Projekt wird vom Migros-­Kulturprozent unterstützt. www.migmag.ch/erzaehlcafe

Das Festival «m4music» kann man sich dieses Jahr per Mausklick in die Wohnung holen: Vom 24. bis 26. März trifft sich die Popmusikszene im ­digitalen Raum. Zu den vielen Schweizer Bands, die auftreten werden, ­gehört etwa das Frauentrio Acid Amazonians, das Punk, ­Techno und ­Poesie vermischt. Der ­Zugang zum ­Festival ist gratis, e­ rmöglicht wird es vom Migros-Kulturprozent: m4music.ch

Romands lieben Digitec Galaxus Die Migros-Tochter Digitec Galaxus war 2020 ­jenseits des Röstigrabens besonders erfolgreich: Im ganzen Land nahm der Umsatz um 59 Prozent zu, in der Romandie sogar um 85 Prozent. Kundenfragen beantwortet seit vergangenem Jahr auch ein Callcenter in Lausanne. Ausserdem wurden die Produktbeschreibungen in den Onlineshops ­konsequent auf Französisch übersetzt. In der ­Romandie und auch der Deutschschweiz war ­Druckertinte das meistverkaufte Produkt.


6 | 22.3.2021 | AUGENBLICK

17:28 Uhr

Das Schaufenster eines ­Coiffeursalons an der Klostergasse wird auf unge­ wöhnliche Art dekoriert: Mitglieder des internationalen Zeichnerkollektivs Studio Pony hängen ihre Werke an die Scheibe. Vom 20. bis 28. März findet in Luzern das Comic-Festival Fumetto statt – diesmal vor allem als vielfältige Ausstellung in den Schaufenstern der Stadt. Der Event wird vom Migros-Kulturprozent ­unterstützt. Das Foto ist am 9. März entstanden. Migros-Moment in Luzern


Bild: Herbert Zimmermann

AUGENBLICK | 22.3.2021 | 7


Gemei nsa gegen m Corona .

Bitte planen Sie Ihre Einkäufe während der Osterzeit. So schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen: Einkäufe im Voraus planen und Stosszeiten vermeiden.

Besorgungen nicht in letzter Minute tätigen.

Reduzierte Öffnungszeiten über die Feiertage.*

Wenn möglich soll nur eine Person pro Haushalt einkaufen.

Mindestens 1,5 m Abstand halten.

Beim Filialeintritt Hände sorgsam desinfizieren.

Geschäfte nur mit MundNasen-Schutz betreten.

*Spezifische Öffnungszeiten finden Sie online unter filialen.migros.ch Mit Ihrer Rücksichtnahme helfen Sie dabei, Wartezeiten zu reduzieren und ein sicheres Einkaufen für alle Menschen zu gewährleisten. Vielen Dank für Ihre Mithilfe. Frohe Festtage, und bleiben Sie gesund, Ihre Migros


INHALT | 22.3.2021 | 9

49

Daumen hoch: Der Wasserverbrauch für die Produktion der WWF-Bananen konnte markant ­gesenkt werden.

INHALT 10  Lass es endlich Frühling werden Düfte, Blumen, Liebesbriefe und ­Vogelgezwitscher: So sehnen wir den Lenz herbei 16  Ei der Daus! Wissenswertes über Hühner und Eier sowie raffinierte Rezepte mit Ei 21  1, 2 oder 3? 22  Amphibien in Gefahr Augen auf: Zehntausende Frösche und Kröten sind aktuell auf Wanderschaft 26  Es ist Pollenflugsaison Hatschi! Tipps und Informationen zu Heuschnupfen und anderen Allergien 30  Wenn die Erdnuss tödlich ist Wie lebt man mit einer schweren ­Lebensmittelallergie? Eine junge Frau berichtet 36  Kreativ durch die Osterzeit Osternestli mal anders und weitere Bastelideen

56

39  Arbeitsbekleidung der Migros 45  Stadt, Land, Stutz 49  Bananen aus Kolumbien 55  Schützen Sie sich vor Hackern Sichere Passwörter kreieren und ­verwalten: Tipps vom Experten

Segensreicher Austausch: Valentine Koledoye ist Bischofsvikar im Bistum Basel. Er nimmt die Schweiz als sehr offen und grosszügig wahr.

56  Nachwuchssorgen bei Priestern 65  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 73  Rätsel und Spiele 78  Meine Welt Freeskierin Mathilde Gremaud mag Curry-Tofu und «Exploding Kittens»

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Bilder: Roger Hofstetter, Julius Hatt

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

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Kleider machen Leute: Die U ­ niformen der ­Migros-Mitarbeitenden sind funktional, ­bequem und sehen gut aus. Eine kleine Modenschau

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10 | 22.3.2021 | FRÜHLINGSGEFÜHLE

Sie bringen den Frühling Der Duft von Blumen und Gülle, Vogelgezwitscher und Liebesbriefe: Alles kündigt die neue Jahreszeit an. Sechs Fachleute wissen, weshalb. Texte: Rahel Schmucki, Andrea Söldi

Pastelltöne sind bei Céline Felber (23) g­ erade angesagt. Sie ist Floristin beim ­Online-Blumenshop SayFlowers und bindet jeden Tag bis zu 35 Blumensträusse. In dieser Jahreszeit duftet es in der Blumenhalle in Schwadernau BE nach Tulpen und Ranunkeln, rosa und gelbem Gingster, Freesien und Flieder. All diese Blumen kombiniert Felber auf Bestellung. In einer normalen Woche verschickt SayFlowers rund 600 Blumensträusse in die ganze Schweiz. Am Valentinstag sind es gar 600 an einem Tag. «Besonders beliebt ist zurzeit unser Strauss Meret», sagt Felber. Auch da kommen Pastellfarben vor: rosa Rosen und Nelken, weisse ­Nelken und Schleierkraut, umgeben von graugrünen Eukalyptusblättern. «Im Frühling sind vor allem farbige Sträusse gefragt, die gut riechen und die Jahreszeit ins Zuhause bringen», sagt Felber. Fast 70 Prozent ihrer Aufträge kommen von Frauen. Sie lassen die Blumen anderen Frauen zusenden, etwa zum Geburtstag oder weil man sich während der CoronaZeit schon lange nicht mehr gesehen hat. Einige bestellen sie aber einfach für sich selbst.

Bilder: Olivia Pulver, Marvin Zilm, zVg

Frühling verschicken


FRÜHLINGSGEFÜHLE | 22.3.2021 | 11

Floristin Céline Felber bindet für den OnlineBlumenshop SayFlowers täglich bis zu 35 Sträusse.

Mehr Energie Die helle Frühlingssonne sorgt dafür, dass wir tagsüber weniger Melatonin ausschütten. Das Schlafhormon wird bei Dunkelheit in der Zirbeldrüse gebildet, einer erbsengrossen Struktur auf der Rückseite des Mittelhirns. In der Regel erreicht der Melatoninspiegel zwischen ein und drei Uhr nachts den Höhepunkt und fällt dann gegen Morgen wieder ab. An düsteren Wintertagen kann er aber auch tagsüber leicht erhöht sein, was zu Müdigkeit oder gar depressiven Verstimmungen führen kann.


12 | 22.3.2021 | FRÜHLINGSGEFÜHLE

Das Zuhause im Frühlingskleid

Ein letzter Blick auf Google Maps. «Hier hinten muss es sein», sagt ­ avid Torcasso und biegt in die D ­kleine Seitenstrasse ein. Den Namen auf dem Briefkasten hat er schnell gefunden und steckt den Brief in den Schlitz. Liebesbrief ausgeliefert. Seit Mitte Februar ist der 36-jährige Journalist in Zürich als Liebesbrief­ Mit schöner kurier unterwegs. Auf seiner JoggingHandschrift: runde trägt er nebenbei handge­ David Torcasso schriebene Nachrichten und Gedichte überträgt die aus. «Ich gehe sowieso fast täglich Texte, die er ­joggen, dann geht das gleich in einem.» ­zugeschickt Ganz unterschiedliche Menschen ­erhält, auf sind auf seine Homepage gestossen schönes (liebesbriefkurier.ch) und schicken ­Briefpapier. ihm darauf per E-Mail einen Text, den sie gerne ihrem Partner, einer Freundin oder einem Bekannten ­senden wollen. Torcasso überträgt den Text dann in schwungvoller Schrift auf Briefpapier und joggt zur angegebenen Adresse. Geld verlangt er dafür keines. Angefangen hat alles im Lockdown. «Die Leute lassen sich Essen nach Hause liefern, den neuesten Bildschirm. Wieso soll man sich nicht auch Emotionen per Kurier nach Hause ­liefern lassen?», fragt er. Ein handgeschriebener Brief sei für ihn etwas ganz Besonderes. «Wir nehmen uns heute zu wenig Zeit, um Briefe zu schreiben. Ein paar hand­ geschriebene Zeilen sind doch viel ­bedeutsamer als eine Whatsapp-Nachricht.» In den letzten Wochen hat er ­jeden Tag einen Brief ausgeliefert. Die Menschen dahinter kennt er nicht, aber ihre Texte. Torcasso weiss nicht genau, wieso die Menschen ihm ihre Texte anvertrauen. «Wahrscheinlich haben sie nichts zu verbergen. Ich ­behalte aber alles für mich: Liebesbriefkurier-Geheimnis. »

Mit Flair fürs Auffrischen: Marianne ­Kohler rät etwa zur auf die Saison abgestimmten Bett­wäsche.

Bilder: Post, Olivia Pulver, Keystone, Getty Images

Frühlingsgefühle im Briefkasten

Die Winterkleider wandern in den ­Estrich, Osterglocken oder Hyazinthen kommen auf das Fenstersims, und helle Farben finden den Weg ins Wohnzimmer. «Den Frühling wollen viele auch in ihrem Zuhause spüren», erklärt ­ arianne Kohler. Sie ist Stylistin, M Wohnexpertin und Autorin des Blogs «Sweet Home» und kennt sich mit Trends aus. Und die Trends sehen im Frühling der Natur sehr ähnlich: Grün, Pastelltöne und kräftigere ­Farben. Und natürlich Blumen. «Das sind Dinge, die jedes Frühjahr wiederkommen. Wir alle haben nach dem kalten Winter Lust auf etwas Fröhliches», sagt Marianne Kohler. Woll­ decken und Felle werden weggeräumt, man mistet aus und schafft Platz in der Wohnung oder im Haus. Und da die Einrichtung nicht jede Saison ausgetauscht werden kann, freut man sich an den kleinen Dingen, mit denen man alles ein wenig auffrischen kann: an Frühlingskleidern für die Wohnung. So lassen sich die Kissen­bezüge ­einfach austauschen, oder man stellt frische Frühlingsblumen in die hübsche Vase. «Mein persönlicher Tipp ist neue Bettwäsche. Wählt man diese in zarten Farben, hellt man das ganze Schlafzimmer auf.»


FRÜHLINGSGEFÜHLE | 22.3.2021 | 13

Mehr Glückshormone Krokusse, Primeli und Tulpen, das Vogelge­ zwitscher und warmes Sonnenlicht auf der Haut: Das alles führt dazu, dass unser Gehirn mehr Endorphine bildet. Diese köpereigenen Hormone gleichen den Opioiden, die als starke Schmerzmittel einge­ setzt werden und auch für berauschende und euphorisierende Zwecke missbraucht werden. Auch körper­ eigene Endorphine ­können in schwächerer Form eine ähnliche ­Wirkung hervorrufen. Zudem stehen sie mit der Produktion von ­Sexualhormonen in ­Verbindung.

Weil sie den Winter hier verbringt, beginnt die Blaumeise früh mit Singen und Partnersuche.

Frühlingsgezwitscher Auch die Vögel spüren den Frühling. Sie singen und pfeifen jetzt von Sonnenaufgang bis -untergang. Was viele nicht wissen: Die singenden Vögel sind fast immer Männchen. Denn sie müssen ihr Revier verteidigen und die Weibchen für die Brutsaison anlocken. Schon im Winter hört man zwar regelmässig Rotbrüstchen, aber die meisten Vogelarten beginnen erst im Frühling zu singen. Als eine der Ersten meldet sich im Januar die Eule. Die Waldohreule etwa fällt am Abend mit ihrem Rufen auf. Bald darauf folgen Meise, Amsel oder auch der Grünfink am Morgen früh. Das sind alles Vögel, die im Winter bei uns geblieben sind und deshalb früh ein Revier verteidigen. «Ab März kehren dann

nach und nach die Kurzstreckenzieher und später die Lang­ streckenzieher zurück», weiss Stefan Bachmann von BirdLife Schweiz. Zu den Langstreckenziehern, die eine besonders ­lange Reise zurücklegen und ­daher erst spät zu uns gelangen, ge­hören zum Beispiel die Mehlschwalbe, der Trauerschnäpper oder der Kuckuck. Meist singen Vögel weniger intensiv, sobald sie ihre Partnerin gefunden haben und zu ­brüten beginnen. «Viele Vögel bauen jetzt bereits ihre Nester, so zum Beispiel die Türkentauben, Elstern oder Störche», sagt Bachmann. Doch bis das Frühlingsgezwischer langsam abebbt, dauert es noch lange – den bald eintreffenden Langstreckenziehern sei Dank.

Mit Wissen: Stefan Bachmann von BirdLife führt den langen Frühling voller Vogelgesang auf später heimkehrende Arten zurück.

Mehr Muntermacher Als weiterer Stimmungs­ aufheller gilt unter den Hormonen das Sero­ tonin – ein Botenstoff zwischen den Nerven­ synapsen. Es bewirkt, dass wir gelassener, aus­ geglichener, zufriedener und auch aktiver wer­ den. Das hellere Licht stimuliert die Ausschüt­ tung von Serotonin. Kombiniert man es mit Bewegung an der ­frischen Luft, kann man den Frühlingsgefühlen etwas nachhelfen.


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FRÜHLINGSGEFÜHLE | 22.3.2021 | 15

Bilder: Getty Images, iStock (2) Post CH AG, zVg (29

Frühling? Die wichtigste Jahreszeit

Der Duft des Frühlings Auch bei Andreas Wilhelm riecht der Frühling nach Blumen. Genauer: nach Mimosen. Der Parfümeur kreiert in Zürich Düfte. Für Menschen, aber auch für die in Duftkerzen, für spezielle Ausstellungen oder Virtual-RealityAnlässe. An seinem Laborplatz stehen rund 500 silbrige Fläschchen aufgereiht. «Narzissen», «Jasmin» und «Muskateller­ salbei» steht etwa auf den Etiketten. Seine Kreationen denkt sich Wilhelm aber am Computer aus. Die Rohstoffe, ätherischen Öle und deren Gerüche hat er alle im Kopf, kann sie in Ge­ danken beliebig kombinieren. Im Duftlabor hingegen ist sein ausgeprägter Geruchssinn ­spätestens nach 15 Minuten ­erschöpft. «Düfte sind immer Geschmackssache, und jeder und jede nimmt ein Parfüm ­anders wahr», sagt er. «Im ­Frühling sind eher ­frische und etwas leichtere ­Düfte gefragt.

Ein Parfüm besteht aus bis zu 160 verschiedenen Rohstoffen und Ölen. Je erfahrener der ­Parfümeur, desto weniger Stoffe seien drin. «Ich bin meistens so bei 40 bis 50 Rohstoffen», sagt Wilhelm. Für ihn ist ein guter Duft einer, der nicht langweilig wird, eine Spannung aufrecht­ erhält und nicht vollkommen harmonisch ist. «Wenn eine ­Person zum Beispiel Rosen und Hunde liebt, dann versuche ich einen Rosenduft zu kreieren, der ganz leicht nach nassem Hund riecht. Die Nase nimmt das nicht wirklich wahr, aber der Kontrast zwischen den beiden Noten erzeugt eine Spannung.» Seine sensible Nase mag keine zu extremen Düfte. «Meine Wohnung riecht zum Beispiel sehr neutral. Nur im Frühling stelle ich mir ab und zu Mimosen in die Wohnung. Die haben einen leichten, frischen Duft. Diese ­typische Grünnote.»

Grün riechts auch bei Landwirt Sebastian Hagenbuch (32) manchmal. Etwa, wenn er im Sommer das Gras schneidet. «Momentan riecht es aber eher nach Gülle», sagt er lachend. In Unterlunkhofen AG baut er Süsskartoffeln, Brau- und Futtergerste, Raps, Weizen, D ­ inkel, Kartoffeln, Mais und Schwarzwurzeln an. Daneben hält er noch Pensionspferde, Munis und Schweine. In diesen Tagen ist er viel draussen unterwegs, denn im Frühling fallen wichtige Arbeiten an. «Das ist für uns Bauern die wichtigste Jahreszeit. Denn im Frühling kann man viele Fehler machen, die sich dann auf das ganze Jahr auswirken», erklärt Hagenbuch. Jeden Morgen schaue er deshalb als Erstes auf seine WetterApp. Er muss den opti­malen Zeitpunkt für das ­Düngen erwischen. Weiter sollte er den Boden nicht bearbeiten, wenn er zu nass ist, und er darf keine Schädlinge übersehen – deshalb beobachtet er ­seine Pflanzenkulturen genau. «Ich bin im Frühling immer voller Vor­ freude, aber auch etwas nervös.» Seine Felder sind schon saftig grün, denn das Getreide hat er ­bereits im Herbst gesät. Im Februar sind die Pflanzen dank des warmen Wetter bereits sichtbar gewachsen. «Sie sind etwa fünf Zentimeter hoch.» Auch die Tiere spüren den Frühling. Die Pferde dürfen bald nach draussen auf die Weide, und Schweine erhalten eine Dusche, um sich a­ bkühlen zu können. MM

Mehr Begehren Der Männerkörper pro­ duziert im Frühling und Sommer mehr Testo­ steron als sonst. Das ­Sexualhormon steigert das Verlangen und regt die Spermienproduk­ tion an, aber auch die Bildung roter Blutkör­ perchen – womit etwa die sportliche Leistungs­ fähigkeit zunimmt. Ob­ wohl Frauen auch eine kleine Menge Testoste­ ron produzieren, ist ihre Libido weniger von den Jahreszeiten abhängig.

Mehr Kinder ? Obwohl der Frühling erotische Gefühle ­anregt, werden Frauen in dieser Zeit nicht ver­ mehrt schwanger. Heut­ zutage verteilen sich die Geburten einigermas­ sen gleichmässig über das Jahr, jedoch mit einer leichten Zunahme von Juli bis September. Die Gründe dafür sind nicht ausreichend geklärt. Die meisten Tiere dagegen «planen» ihre Nachkom­ men auf den Frühling, um deren Überlebens­ chancen zu steigern. Grosse Tiere paaren sich wegen der langen Tragezeit bereits im Herbst oder Winter. Kleinere wie die Vögel dagegen balzen mit ­Vorliebe im Frühling.


16 | 22.3.2021 | GENUSS

Am Anfang war das Ei

Wir essen knapp 200 Eier pro Jahr, besonders viele sind es an Ostern. Und sie können viel mehr als Tütschen: ein paar einfache und ausgefallenere ­Rezeptvorschläge für die Feiertage. Text: Claudia Schmidt

Couscoussalat mit Wachseiern Frühstück für 4 Personen 3,25 dl Wasser Salz 1 Sternanis 200 g Couscous Vollkorn 2 EL Olivenöl 1 Bund Radieschen 0,5 dl Aceto balsamico bianco 0,5 dl heisses Wasser 1 TL Salz 1 EL flüssiger Blütenhonig 8 Eier 3 EL Zitronensaft 6 EL Olivenöl 1 TL grobkörniger Senf Pfeffer 100 g saisonaler Schnittsalat 20 g Rettichsprossen Zubereitung 1. Für das Couscous Wasser

mit Salz und Anis aufkochen. Herdplatte abstellen. Cous­ cous dazugeben, zugedeckt ca. 5 Minuten quellen lassen. Öl dazugeben, Couscous mit der Gabel auflockern und ­auskühlen lassen.

Russische Eier dreimal anders Russische Eier sind ein Fingerfood-Klassiker für den Apéro. Sie lassen sich in Varianten zubereiten, etwa mit Seehasenrogen, Avocado oder Crevetten. Rezept auf migusto.ch

dünne Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben. Bal­ samico, Wasser, Salz und ­Honig dazugeben, mischen. Radieschen ca. 15 Minuten ­stehen lassen. Eier in kochen­ dem Wasser ca. 6 Minuten wachsweich kochen. Abgiessen und abkühlen lassen. Eier schälen und halbieren. ­Zitronensaft mit Öl, Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Dres­ sing mit etwas Honig ab­ schmecken. Couscous mit Schnittsalat, Eiern, marinier­ ten Radieschen und Sprossen anrichten. Mit Dressing ­beträufeln.

Bilder: Migusto/Claudia Linsi, Ruth Küng

2. Inzwischen Radieschen in


GENUSS | 22.3.2021 | 17

PassionsfruchtRoulade mit Meringue Süsses Gebäck, ergibt 8 Stück

Füllung ca. 8 150 g ½ 3 1 Prise 100 g 70 g 3 TL

Passionsfrüchte Gelierzucker 2:1 Biskuit Zitrone, Schale grosse Eier Salz Zucker Mehl Kokosraspel

Meringue 3 Eiweiss ½ TL Zitronensaft 180 g feinster Zucker

Zubereitung 1. Für die Füllung Passions­

früchte halbieren, bei sieben Fruchtfleisch herauslöffeln, durch ein Sieb passieren und Kerne entfernen. Fruchtfleisch der restlichen Passionsfrucht dazulöffeln. Ergibt ca. 240 g Fruchtfleisch. Mit Gelier­ zucker aufkochen. 3 Minuten sprudelnd kochen, Konfitüre in ein Glas füllen und aus­ kühlen lassen. 2. Backofen auf 190 °C mit Um­

luft vorheizen. Ein grosses, eckiges Backblech mit Back­ papier belegen. Für das Biskuit Zitronenschale fein abreiben. Mit Eiern, Salz und Zucker in eine Schüssel geben und mit Handührgerät ca. 5 Minuten hell und schaumig schlagen. Mehl portionenweise dazu­ sieben und unterheben. Masse sofort auf das Backpapier gies­ sen und gleichmässig ca. 1 cm dick ausstreichen. Kokosraspel darüberstreuen. Sofort in der Ofenmitte 6–8 Minuten hell backen. Herausnehmen. Biskuit samt Backpapier vom Blech auf eine hitzeresistente Unterlage ziehen. Backblech umgekehrt darauflegen, Bis­ kuit auskühlen lassen. 3. Backpapier sorgfältig vom

Biskuit lösen. Trockene Rän­ der wegschneiden (das Biskuit misst jetzt ca. 30 × 24 cm). Bis­ kuit dünn mit der Passions­ fruchtkonfitüre bestreichen, dabei einen Rand freilassen. Sorgfältig längs aufrollen. Die Roulade in Backpapier ge­ wickelt bis zum Fertigstellen kühl stellen. 4. Für die Meringue Eiweiss

mit Zitronensaft und ⅓ des Zuckers mit Handrührgerät zu Schnee schlagen. Einen wei­ teren Drittel Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzt. Restlichen Zucker dazugeben und nur noch kurz weiterschlagen. Masse in einen Spritzbeutel mit runder Tülle mit ca. 1 cm Durchmesser füllen. Merin­ guetupfer auf die Roulade spritzen. Meringue mit dem Gasbrenner leicht abflämmen. Roulade sofort servieren.


18 | 22.3.2021 | GENUSS

Avocado-Toast mit Rührei Wenn es schnell gehen soll, ist der Avocado-Toast mit Rührei die perfekte Lösung. Und das Schnellgericht ist erst noch gesund. Rezept auf migusto.ch

Dorschfilet mit pochiertem Dill-Ei Hauptgericht für 4 Personen 4 Dorschfilet oder Kabel jaurückenfilet à ca. 150 g Salz Pfeffer aus der Mühle 4 EL Sonnenblumenöl 1 l Wasser 4 EL Essig 4 Eier ½ Bund Dill 75 g Chips, beispielsweise Gemüse-Chips 8 essbare Blüten, etwa Borretsch (für Garnitur) Zubereitung

Steak, Ei und Karotten-Ketchup Selbstgemachtes Karottenketchup passt prima zu ­verschiedenen Arten von gebratenem Fleisch. Hier wird es mit Spiegeleiern zu Entrecôtes vom Rind serviert. Rezept auf migusto.ch

Alle Rezepte auf migusto.ch

2. Für die pochierten Eier Wasser und Essig aufkochen. Hitze reduzieren, das Wasser darf nicht mehr kochen. Jedes Ei einzel in ein Schüsselchen aufschlagen. Die Eier nach­ einander vorsichtig ins Essig­ wasser gleiten lassen. Eiweiss mit Löffeln ums Eigelb hüllen. Eier 3–4 Minuten pochieren. Mit einer Lochkelle aus dem Wasser heben und gut abtrop­ fen lassen. Dill hacken. Einige Chips grob zerbröseln. Fisch­ filets und Eier anrichten. Mit Dill, Chipsbröseln und Blüten garnieren. Restliche Chips ­dazu servieren.

Bilder: Migusto/Claudia Linsi, Lukas Lienhard, Martina Meier; iStockphoto

1. Den Fisch kalt abspülen und trocken tupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einer ­beschichteten Bratpfanne ­erhitzen. Filets beidseitig ca. 6 Minuten braten. Fisch warm halten.


FAKTEN ZUM EI | 22.3.2021 | 19

Legen braune Hühner braune Eier? Nein, es kommt auf die Rasse an. 8 Fakten zu Huhn und Ei

Die ersten Eier mit Schale wurden vor rund 400 Millionen Jahren gelegt – als ­einige Amphibien an Land gingen. Dort ­benötigten die Eier mehr Schutz. Eier sollte man auf keinen Fall waschen. Schon kleinste Verletzungen der Schale öffnen bakteriellen Erregern Tür und Tor.

Text: Claudia Schmidt; Bild: iStockphoto

Ein Ei besteht zu 75 Prozent aus Wasser, darin sind ­Zucker und Mineralien gelöst. Der Rest ist ­Eiweiss – Eigelb enthält mit 15 Prozent übrigens mehr als Eiklar (10 Prozent). Fast jeden Tag reift im Eierstock der Henne eine Eizelle heran: der Dotter. Nach dem Eisprung gleitet dieser durch den Eileiter, wo er mit Eiklar bedeckt wird. Nach etwa vier Stunden beginnt der Aufbau der Kalkschale. Und nach rund 20 Stunden ist das Ei fertig.

Grössere Eier haben meist eine dünnere Schale, denn der Gehalt an Kalzium – und damit Kalk – ist bei kleinen und grossen Eiern ungefähr gleich. Deshalb sind beim Eiertütschen die kleineren gegenüber den grösseren Eiern im Vorteil.

Eine Legehenne legt pro Jahr bis zu 300 Eier. Das Wort «Osterei» taucht erstmals zu Beginn des ­15. Jahrhunderts auf. Doch schon 5000 Jahre vor ­unserer Zeitrechnung ­dürften sich Menschen im Frühjahr mit gefärbten ­Eiern beschenkt haben.

Die Grösse eines Eis ist abhängig von Alter und Rasse der Henne. Je älter das Tier, desto grösser die Eier.


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wunderschönen Buchten & atemberaubenden Klippen. Abends Grillabend auf dem Bauernhof.

6. Tag, Donnerstag: Am Nachmittag herrliche Schifffahrt entlang der weltbekannten Kreideküste bis zum Königstuhl.

4. Tag, Dienstag: Ein Tag zum Ausspannen – verbringen Sie schöne Stunden am Strand!

7. Tag, Freitag: Fahrt nach Leipzig & interessante Stadtrundfahrt. 8. Tag, Samstag: Heimreise in die Schweiz

5. Tag, Mittwoch: Fahrt mit dem «Rasenden Roland», der ältesten Schmalspurbahn Deutschlands, durch zauberhafte Landschaften & Besuch bei einer typischer Fischräucherei inkl. Verkostung.

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KOLUMNE | 22.3.2021 | 21

Zu viele

1, 2 ODER 3 ? Nette Begegnungen mit Unbekannten sind durch Corona rar ­geworden. Habe ich früher mit der Marktfrau immer einige Worte über ihre Blumen gewechselt, nicken wir uns nun nur noch maskiert zu. Auch auf dem Sessellift hat sich diese Saison nie ein fremder Skifahrer zu mir gesetzt und geplaudert. Statt zu Hause mit Freunden zu brunchen oder zu apérölen, bleiben wir unter uns. Sogar der Kleine (5) hat die Fünf-Personen-Regel verinnerlicht. Er rechnet uns ständig laut vor: «Würde uns Lisa mit ihrer Familie besuchen, ­wären wir vier Leute zu viel.» Immer kommt er zum gleichen Schluss: geht nicht. Offenbar hinterlässt das Spuren. Als es kürzlich abends bei uns klingelt, zuckt der Kleine zusammen. An der Tür ist ein Freund, der mit seinem Werkzeugkoffer vorbeikommt, um ­etwas zu reparieren. Der Kleine mag ihn eigentlich. Er begrüsst ihn aber nicht, sondern fragt kritisch: «Was machst du in unserer Wohnung?» – Und jetzt? MM 1 Ich begrüsse ihn umso stürmischer.

Endlich etwas Abwechslung!

2 Der Kleine darf bei der Reparatur des Illustration: Lisa Rock

Hometrainers anpacken. Da taut er auf. 3 Ich verabrede mich sogleich noch mit Freunden zum Bräteln im Wald.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Es ist wirklich höchste Zeit, dass unser Sozialleben etwas Aufwind bekommt. Der Kleine war immer sehr gesellig, es ist schade, hat er den Corona-Groove so verinnerlicht. Anzeige

Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Sidra und ihre Familie: caritas.ch/sidra

Sidra (10), Syrien, ist so alt wie der Krieg in ihrem Land. Sie will Ärztin werden, um das Leid anderer zu lindern.


22 | 22.3.2021 | FROSCHWANDERUNG Renata Fulcri ­ von der Koordi­ nationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz mit einem Grasfrosch

Drei bekannte Amphibienarten in der Schweiz

Hilf mir

1  Erdkröte Die Erdkröte hat eine ge­ drungene Gestalt mit kurzen Hinterbeinen, einer stumpfen Schnauze und goldfarbenen Augen. Die Männchen tragen im Frühling dunkle «Schwie­ len» an den inneren zwei ­Fingern. Ihre Stimme – die Weibchen sind stumm – ist mangels äusserer Schallblase leise und ähnelt ein wenig ­Entenrufen. Die Weibchen sind deutlich grösser als die Männchen. Erdkröten sind auf der Roten Liste mit in der Schweiz g­ efährdeten Arten als verletzlich eingestuft.

20

2  Bergmolch

Amphibienarten leben in der Schweiz. Renata Fulcri: «Das Problem tritt überall in der Schweiz auf. Die Ver­ dichtung von Wohnraum raubt ­Tieren den Raum zum Leben und verhindert sichere Wanderungen.»

Bilder: iStock

Kämen Bergmolchmännchen aus einer exotischen Region, würden sie wohl als beson­ dere Kostbarkeit gehandelt. Denn während der Paarungs­ zeit zeigt das Männchen einen feinen, schwarz-gelblichen ­Rückenkamm, blau marmo­ rierte Flanken und einen ­orangen Bauch. Das deutlich grössere Weibchen ist mit ­dem marmorierten Rücken ­etwas unscheinbarer. Der Bergmolch kann in kleinen und grossen Gewässern ­beobachtet werden, von Tief­ lagen bis in die Alpen. Aber Achtung: Er ist nicht mit dem rundum schwarzen Alpen­ salamander zu verwechseln.


FROSCHWANDERUNG | 22.3.2021 | 23

über die Strasse! Um zu ihren Laichplätzen zu kommen, überqueren derzeit Zehntausende von Fröschen und Kröten die Strassen. Unzählige werden dabei von Autos überfahren. In Haldenstein GR hat sich die Bevölkerung zusammengetan, um die Amphibien zu retten. Text: Manuela Enggist  Bilder: Samuel Trümpy

E

in Massaker sei es jeweils gewesen, sagt Sara Bon­ derer (41) und zeigt auf die geteerte Strasse, die sich etwas ausserhalb von Halden­ stein GR ihren Weg durch die ­Wiesen bahnt. «In lauen Februar­ nächten, als die Partygänger zu später Stunde von der Fasnacht ­zurückkamen, waren die Strassen am darauffolgenden Morgen mit überfahrenen Fröschen bedeckt. Nicht nur hier, sondern auch mit­ ten im Dorf.» Das sei über Wochen so gegangen. «Das hat mich tief ­erschüttert.» Obwohl sie keine ­Expertin in Sachen Amphibien ist, wusste die Architektin, wo das ­Problem liegt: Die Tiere können nicht anders. Sie kehren zum ­Laichen dorthin zurück, wo sie selbst geschlüpft sind. Bonderer wollte nicht weiter ­tatenlos zusehen. «Ich habe pro­ fessionelle Hilfe gesucht.» Zuerst fürchtete sie sich davor, am Ende mit ihrem Anliegen allein dazu­ stehen. Über Bekannte gelangt sie an Renata Fulcri (33), die als Regionalvertreterin der Koordi­ nationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz Schweiz (karch) tätig ist.

Quelle: karch.ch

Jede Nacht auf Patrouille

Die Umweltnaturwissenschaftlerin erklärt Bonderer, wie sie am besten helfen kann: mit einem Kübel und in nächtlichen Patrouillen durch das Dorf. Die beiden Frauen eröff­ nen eine Whatsapp-Gruppe, um die Schichteinsätze zu organisieren

und weitere Dorfbewohner zum Mitmachen zu animieren. So zogen während der Amphibienwanderung schon bald jeden Abend fünf Hal­ den­steiner Naturschützerinnen und Naturschützer durch das Dorf, luden Frösche und Kröten in die Kübel und brachten sie zum Weiher. Das war vor drei Jahren. Mittlerweile ist die Gruppe auf 14 Personen angewachsen. Eine von ihnen ist Rosa Hunger (71). Die Rentnerin, die oft mit ihren beiden Enkelinnen auf Patrouille geht, steht mit Sara Bonderer und Renata Fulcri am Weiher. Sie wol­ len nachsehen, ob die Laiche im Wasser durch den Wintereinbruch erfroren sind. Noch sieht es gut aus, stellt Fulcri fest. Der Weiher liegt heute falsch

Der etwas ausserhalb des Dorfs ­liegende Weiher wirkt unscheinbar. Er ist keine sechs Quadratmeter gross und bloss wenige Meter vom Rhein entfernt. Die Bäume, die den Tümpel umgeben, verleihen dem ­Flecken einen Hauch von Idyll. Der Haldensteiner Weiher steht sinnbildlich für das grosse Problem der Amphibienwanderung in der Schweiz: ­2000 wurde er von einem Biologen als Laichplatz angelegt. «Damals war das noch ein guter Standort. Er war extra ausserhalb des Dorfs gewählt», sagt Fulcri. 21 Jahre später ist dem nicht mehr so. Das Dorf ist gewachsen. Häuser und Strassen sind entstanden. Der Verkehr hat zugenommen. «Es ist ein Problem, das überall in

3  Grasfrosch

Der Laubfrosch – mit seiner gras­ grünen Farbe ­gewissermassen das Urbild des ­Frosches – ist in der Schweiz leider ­selten geworden. Er zählt zu den stark gefährdeten Arten.

In Europa ist keine andere Amphibie derart vielfältig ge­ färbt und gezeichnet wie der Grasfrosch. Mit einer durch­ schnittlichen Körperlänge von 7 bis 9 Zentimetern ­gehört er unter den einheimischen ­Amphibienarten zu den statt­ lichen Erscheinungen. Er wird maximal 10 Zentimeter lang, das Gewicht erreicht knapp über 100 Gramm. Damit ist der Grasfrosch die häufigste Amphibie der Schweiz, er ist vom Mittelland bis in höhere Alpenlagen anzutreffen.

Der Laubfrosch quakt mit einer Lautstärke von sagenhaften 90 Dezibel.


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FROSCHWANDERUNG | 22.3.2021 | 25 Sara Bonderer (links) hat die Froschrettungsaktion in Haldenstein GR initiiert. Rosa Hunger (rechts) unterstützt sie immer wieder.

So können Sie helfen

Die Amphibienexpertin: ­Umweltnaturwissenschaftlerin Renata ­Fulcri u ­ nterstützt das Dorf Haldenstein bei seinen Rettungs­aktionen und meldet in ­einem Whats­app-Chat, wenn die Amphibien gerade ­unterwegs sind.

der Schweiz auftritt. Der verdichtete Wohnraum raubt den Tieren den Lebensraum und verhindert so ­sichere Wanderungen.» Ihre Winterruhe verbringen die meisten Amphibien in windund frostgeschützten Verstecken, etwa in Asthaufen, unter Holzhütten in Schrebergärten oder in Hohlräumen unter Baum­ wurzeln, solange es noch etwas feucht ist. Wenn der Frühling naht, Regen angesagt ist und die Temperaturen über fünf Grad steigen, brechen die Tiere in der Dämmerung oder in der Nacht zur Wanderung auf. Oft legen sie dabei Strecken von mehreren hundert Metern bis zu einigen Kilometern zurück. Regnet es, wollen sie hinüber

Für diese Jahreszeit organisieren sich die Haldensteinerinnen und Haldensteiner in ihrer Whatsapp-Gruppe. Immer wenn sich in den Frühlings­ wochen abzeichnet, dass es am Abend regnen und die Tempe­ ratur über fünf Grad steigen soll, schreibt dies Fulcri in den Chat. «Dann sagt jeweils jeder, ob und wie viel Zeit er hat», er­ klärt Rosa Hunger. Um Mitternacht ist ­jeweils Schluss, weil es ab dann praktisch keinen ­Verkehr mehr hat.

Im letzten Jahr hat das Team 149 Erdkröten, einen Grasfrosch und zwei Bergmolche eingesammelt. Rund die Hälfte davon wäre laut Fulcri wohl überfahren worden. Diese drei Arten sind die einzigen Amphibien, die noch im Haldensteiner ­Weiher laichen. Da Kröten sich viel langsamer fortbewegen als Frösche, sind sie besonders gefährdet. Sie werden deswegen auch deutlich häufiger eingesammelt. Aktionsgruppen wie in Haldenstein zählt der Kanton Graubünden um die 20. Neben Freiwilligen engagieren sich auch Jägersektionen und Schulklassen für den Tierschutz. 63 besonders gefährliche Übergänge hat Fulcri in diesem

200

An über 200 Orten tragen Freiwillige in der Schweiz ­Amphibien über die Strasse und ­bringen sie zum Laichgewässer.

Jahr gezählt. An manchen Orten wie beispielsweise bei Waltensburg in der Surselva lässt der Kanton nun unterirdische Tunnels bauen, damit es die Frösche unter der vielbefahrenen Strasse hindurchschaffen. Auch dank sogenannter Amphibienzäune, welche die Tiere am Überqueren der Strasse hindern und sie in einem Becken auffangen, konnten schweizweit im letzten Jahr über 250 000 Amphibien ein­ gesammelt und an ihre Laichplätze gebracht werden. Bedroht von Klima und Pestizid

«Es ist eine enorm wichtige ­Arbeit», fährt Fulcri fort. «Die Zahl der Amphibien, die in der Schweiz allesamt unter Schutz stehen, ist rückläufig. So ist zum Beispiel der Laubfrosch im Churer Rheintal vor etwa 30 Jahren ausgestorben.» Das Überleben werde durch viele Faktoren bedroht: Klimakrise, Pestizide und das wilde Aussetzen von Fischen. Hinzu komme, dass Amphibien immer mehr an Lebensraum verlieren, weil Weiher zugedeckt oder ­Bäche eingedolt werden. «Wir müssen Amphi­bien da schützen, wo wir noch können: auf der Strasse. Jedes überfahrene Tier, ist eins zu viel.» MM

Wer sich auch für den Amphibienschutz engagieren will, meldet sich am besten bei der Fachstelle karch. Diese verweist dann an ihre regionale Zweigstelle. Wichtig ist, dass Frösche nicht wahllos in irgendwelche Teiche geworfen werden. Denn Amphibien sind Gewohnheitstiere und kehren zum Laichen ­immer wieder in den gleichen Weiher zurück. Grundsätzlich können die Tiere mit den Händen angefasst werden. Wichtig ist aber, dass man sich vorher und danach die Hände wäscht, da es sonst zu ­Pilzübertragungen (Chytridpilz) kommen kann. Idealerweise trägt man Handschuhe. Sollte man auf ­einer Strasse oder im Quartier vermehrt auf tote Amphibien treffen, kann dies der Fachstelle karch gemeldet werden. Nur wenn die Experten erfahren, wo gefährliche Übergänge sind, können sie überhaupt etwas ­unternehmen. karch.ch


26 | 22.3.2021 | ALLERGIEN

Wenn die Nase läuft Text: Susanne Schmid Lopardo

Können Putzmittel Allergien auslösen? Für die meisten Menschen ist es kein Problem, wenn sie mit Wasch- oder Reinigungsmitteln in Kontakt kommen. Menschen mit einer empfindlichen Haut können jedoch auf allergene Inhaltsstoffe sensibel ­reagieren. Meist handelt es sich dabei um Konser­ vierungsmittel, Duftstoffe, Farbstoffe oder Enzyme. Bei Betroffenen führt der Kontakt mit diesen Stoffen bisweilen zu einer Rötung, zu Hautausschlag mit ­Jucken und Brennen oder gar zu einem nässenden ­Ekzem. Man spricht dabei von einer sogenannten ­Kontaktallergie.

Was ist eine Hausstauballergie? Die eigentlichen Auslöser einer Hausstauballergie sind die Kot­ bällchen von Hausstaubmilben. Deshalb spricht man auch von einer Hausstaubmilbenallergie. Hausstaub ist ein Gemisch aus Haaren und Hautschuppen von Menschen und Tieren, aus Stofffasern, Pilzbestandteilen, Bakterien, Nahrungsmittelrück­ ständen und diversen Milben. Die allergieauslösenden Stoffe befinden sich vorab in Matratzen, Bettzeug, aber auch Polster­ möbeln und hochflorigen Teppi­ chen. In getrocknetem Zustand sind Kotballen von Milben sehr leicht und werden beim Staub­ saugen, Bettzeugaufschütteln oder Herumgehen aufgewirbelt.

Quellen: aha.ch, impuls.ch

Die Allergie auf Pollen ist bei uns am häufigsten. Bei vielen führt im Frühling schon ein kurzer Spaziergang zu Niesanfällen, bei anderen ruft das Streicheln eines Büsis Reaktionen hervor. Das Wichtigste aus der Welt der Allergien im Überblick.


ALLERGIEN | 22.3.2021 | 27

Kann eine Allergie erst bei Erwachse­ nen auftreten – und ­verschwinden? Das Immunsystem reagiert auf Infektionen, Erkran­ kungen und Einwirkungen der Umwelt, die in jedem ­Alter auch plötzlich auftre­ ten können. Warum es aber ­ausgerechnet zu einem ­bestimmten Zeitpunkt zur Allergie oder Kreuz­reaktion kommt, ist unklar. Genauso wie eine Allergie mit fortge­ schrittenem Alter auftreten kann, kann sie sich auch erst dann wieder auswachsen. Am ehesten geschieht dies wohl, wenn man über einen längeren Zeitraum den Kon­ takt mit dem betreffenden Allergen vermeiden konnte.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Was sind die Ursachen einer Katzen- oder Hundeallergie?

Was ist der Unter­ schied zwischen einer Allergie und einer Intoleranz?

Allergische Reaktionen auf Katzen sind häufiger als solche auf Hunde. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt. Pferde oder Nagetiere können auch ­allergische Reaktionen auslösen. Katzenallergene kommen übrigens bei ­allen Rassen vor. Das ­Allergen wird vor allem im Speichel, in den Talg­ drüsen sowie aus den Hautzellen ausgesondert und beim Lecken im Fell verteilt. Deshalb spricht man auch oft von einer «Tierhaarallergie». Bei Hunden findet sich das Hauptallergen grössten­ teils im Fell und im Spei­ chel. Je nach Katzen- oder Hunderasse schwankt die allergene Belastung für die Betroffenen. Generell weiss man, dass etwa kurzhaarige Hunde mehr Allergene produzieren als langhaarige.

Bauchschmerzen nach ­einem Glas Milch: Handelt es sich um eine Allergie oder um eine Intoleranz? Der grosse Unterschied zwischen einer Allergie und einer Intoleranz ­gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln liegt in den Abläufen im Körper. Bei der Allergie spielt das Immunsystem die zentrale Rolle. Das heisst, es reagiert auf eigentlich harmlose Eiweisse, und es kommt zu einer aller­ gischen Reaktion. Häufige Symptome sind Juckreiz und Schwellungen im Mundbereich. Es kann auch zu Hautausschlägen, Asthma oder im Extrem­ fall zum anaphylaktischen Schock und dabei gar zum Tod kommen. Wenn jemand hingegen unter einer Intoleranz ­leidet, kann der Körper bestimmte Stoffe nicht verdauen. Am häufigsten sind die Laktoseintole­ ranz und die Zöliakie (Glutenintoleranz). Bei der Laktoseintoleranz produziert der Organis­ mus das Verdauungsen­ zym Laktase nicht oder nur ungenügend. Bei der Zöliakie wird die Dünn­ darmschleimhaut durch Gluten – einen Bestand­ teil der meisten Getreide­ sorten – geschädigt.

Kann Dreck das Immunsystem stärken? Schmutz ist gut. Das belegte schon eine Studie in den 1990erJahren: Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, erkran­ ken weniger oft an Atemwegsallergien als Stadtkinder. Erklären lässt sich das durch den Kontakt mit Stall­ tieren und die grosse Vielfalt an Mikro­ organismen auf dem Hof. Allerdings reicht es nicht, Stadtkinder einfach einmal auf den Bauernhof in die Ferien zu schicken – der Kontakt mit Dreck muss über längere Zeit stattfinden. Die Prävention beginnt im Mutterleib. Verbringt eine werdende Mutter viel Zeit im Stall, ist das bereits hilfreich.

Sie wollen mehr über Allergien wissen? Im iMpuls-Dossier erfahren Sie, welche Anzeichen es zu beachten gilt und wie Allergien behandelt werden: migros-impuls.ch/allergiewissen


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ALLERGIEN | 22.3.2021 | 29

Wie äussert sich ­Heuschnupfen? Die meisten Allergiker und Allergikerinnen ­reagieren mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen. Heuschnupfen kann zu Niesattacken, ständig laufender Nase («Fliessschnupfen»), verstopfter Nase, juckenden, brennenden oder tränenden Augen führen. Viele ­Betroffene verspüren ­einen unangenehmen Juckreiz oder ein Brennen im Hals, an der ­Rachenschleimhaut. Manche Personen mit ­allergischem Schnupfen neigen zudem zu Entzündungen im HalsNasen-Ohren-­Bereich, etwa in den Nasen­ nebenhöhlen. Allergene können auch in den ­unteren Atem­wegen ­allergische Reaktionen auslösen und zu Husten und Anfällen mit Atemnot führen.

1 2 3 4

Kann eine ­Gesichtsmaske vor Heuschnupfen schützen? Eine Gesichtsmaske kann tatsächlich Pollen abhalten und eine mechanische ­Barriere bilden. Auch regelmässige Nasenduschen mit einer salzhaltigen ­Lösung können die Pollen aus den Schleimhäuten ­lösen, sodass das Atmen wieder leichter fällt. Bei der ­Behandlung können verschiedene Produkte in Form von ­Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten sowie ­antiallergische Tropfen zum Einnehmen eingesetzt werden.

DIESE PRODUKTE KÖNNEN HELFEN 1 Antiallergischer Nasenspray Reduziert die Beschwerden, die durch Pollen oder andere ­Allergene wie Hausstaub oder Tierhaare ausgelöst werden: Niesreiz, eingeschränkte Nasenatmung sowie eine starke Absonderung von Nasensekreten.

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3 Nasenspülung Enthält isotonisches Meerwasser mit reduziertem Salzgehalt, keine Konservierungsmittel. Das natürliche Pflegemittel ist für jede Nasen­ schleimhaut geeignet: Zum Reinigen und Spülen der Nase durch Entfernen von Sekret bzw. Reizstoffen sowie zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut. Sanactiv Nasenspülung, 125 ml Fr. 12.95 4 Augenspray Befeuchtet und erfrischt trockene und dehydrierte Augen und L­ ider, stabilisiert die schützende Lipidschicht des Tränenfilms. Auch für empfindliche Augen und Kontakt­ linsenträger geeignet, mit Augen-­ Make-­up anwendbar. E ­ nthält Aloe Vera, Hyaluronsäure und L­ iposomen. Sanactiv Augenspray, 10 ml Fr. 9.95


30 | 22.3.2021 | ALLERGIEN

Sophies Welt

Sophie von Waldkirch leidet seit ihrer Kindheit an einer schweren ­Erdnussallergie, die schlimmstenfalls tödlich enden könnte. Sogar feinste Spuren sind eine Gefahr. Wie beeinflusst diese Allergie ihr Leben? Text: Silvia Schütz Bilder:Mali Lazell

Die 27-jährige Sophie öffnet die Tür, lächelt unter der Maske und bittet hinein in Küche und Esszimmer des Hauses am Rand der Altstadt von Olten SO. Draussen vor dem Fenster befindet sich ein Naturgarten, den die Medizinstudentin selbst angelegt hat. Auch im Kühlschrank stammt das meiste aus der Natur: viel Gemüse und frische, unverarbeitete Nahrungsmittel wie Fisch oder Eier. Fertigprodukte hin­ gegen sind tabu. Denn Sophie ist schwere Allergikerin. Befinden sich nur Spuren von Erdnüssen in einem (Fertig-)Produkt, kann sie eine schwere allergische ­Reaktion erleiden, bis hin zum anaphylaktischen Schock, sofern sie nicht ein Gegenmittel einnimmt. «Es beginnt mit Jucken im Hals, dann erscheinen rote Flecken im Gesicht, Atemnot setzt ein», erklärt die 27-Jährige. Bei einer besonders schweren Reaktion drohen Bewusstseinsverlust und im schlimmsten Fall der Tod. Lebenswichtige Medikamente

Auf der Skala von eins bis sieben zählt Sophie zu den Allergikern auf der höchsten Stufe sieben. Allerdings ist sie bis anhin von einem schweren Verlauf ­verschont geblieben. Sobald sie Symptome feststellt, nimmt sie Medikamente ein, die sie stets bei sich trägt. «Sie sind wichtiger als mein Handy», sagt sie und lacht. Festgestellt wird die ­Erdnussallergie, als Sophie drei

­ ahre alt ist. Der Befund stellt J das Leben der sechsköpfigen ­Familie auf den Kopf. Während andere Kinder auf Spaziergängen oder Ausflügen ein Weggli oder Schoggistängeli kaufen dürfen, verzichtet Sophies Familie darauf. Die Gefahr, dass sich darin Spuren von Erdnüssen ­befinden könnten, ist zu gross. Gefährlicher Erdnussgeruch

Als Sophie neun Jahre alt ist, reizt sie bereits der Geruch von Erdnüssen dermassen stark, dass diese definitiv vom Familienspeiseplan verschwinden. «In Nase und Mund juckte es, sobald im Umkreis von einigen Metern eine Erdnuss auftauchte.» Damals schon und auch jetzt riecht sie Erdnüsse lange, bevor sie im Blickfeld erscheinen. ­Später verschwinden auch ­Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Cashew­ nüsse aus Sophies Welt. Und dann kommt auch noch Heuschnupfen dazu. Eine typische Kreuzallergie. Notfallmedikamente in der Freizeit und in der Schule werden zu ständigen Begleitern. In den Schränken i­ hrer Primarlehrerinnen und -lehrer liegen Notfallsets, die Klassen­ gschpänli sind informiert. In der Kantonsschule werden die Zimmer, in denen Sophie Unterricht hat, als erdnussfreie Zonen ­ausgewiesen. Am Samichlaustag nimmt sie nie teil, da die Säckchen in der Regel Erdnüsse enthalten. Auch der 7. Dezember ist

Wenn Sophie fliegt, gibt es an Bord keine Erdnüsse, und Airlines bitten die Passagiere, keine mitgebrachten zu knabbern.

für sie schulfrei, da erst dann die Putzequipe mögliche Reste von Erdnüssen entfernt hat. Kein Mobbingopfer

Anaphylaktischer Schock Gefährlich werden ­al­lergische Reaktionen, wenn sie nicht lokal ­bleiben und die Symp­­ tome sich andernorts im K ­ örper zeigen. Das ­Immunsystem reagiert dann nicht mehr lokal, sondern systemisch, also im ganzen Körper. Bei der anaphylakti­ schen Reaktion schüttet das Immunsystem ­verschiedene Über­ tragungsstoffe aus. ­Histamin ist einer davon. Dadurch schwellen die Schleimhäute an, die Gefässe werden erwei­ tert. Die Schwellungen im Rachenbereich kön­ nen zum Erstickungstod führen, die Gefäss­ erweiterungen zum ­«Versacken» des Blutes; die lebenswichtigen ­Organe werden dann nicht mehr genügend durchblutet, und es droht Herzversagen.

Im Unterschied zu anderen an Allergien leidenden Menschen wurde Sophie trotzdem nie ein Opfer von Mobbing. Eine europaweite Untersuchung zur Erdnussallergie zeigt: 77 Prozent der Allergiker fühlen sich ausgegrenzt, 43 Prozent sind mindestens einmal gemobbt worden. Dazu kommen oft Frustration, Stress und essensbezogene Angst. Häufiger als die allergischen Kinder sind die gesunden Eltern davon betroffen. «Mein erster Freund und ich hatten in der Schule zwar die Übernamen Nüssli und Nussknacker, doch das war scherzhaft gemeint und kein Mobbing», sagt Sophie. Ungetrübte Essenslust

Ihr bereitet Essen keine Angst, sondern macht Freude. «Ich ­koche und esse fürs Leben gerne und mag es, alles selber mit frischen Produkten zuzubereiten», sagt die junge Frau. In den Ferien streift sie über Märkte, kauft frisch ein und kocht in der ­Ferienwohnung. Ein lustvolles Unterfangen, auch für ihren Freundeskreis. Nicht in Hotels übernachten zu können, stört in ihrem Umfeld niemanden. Problematischer wird es beim abendlichen Ausgehen: «Bevor ich zum Apéro in eine Bar gehe, müssen Freundinnen sicher­


ALLERGIEN | 22.3.2021 | 31

Möchte die junge Frau ­ihren Freund küssen, darf er am Vortag k­ eine Erdnüsse gegessen haben.

Sophie schaut Kinofilme erst kurz vor d ­ eren Absetzung. Dann ist die Gefahr ­gering, dass jemand in ihrer Nähe sitzt, der Erdnüsse oder M&M’s verzehrt.

Freundinnen machen den Erdnuss-Check, bevor sie eine Bar ­betritt. Ist die Luft erdnussrein, dann Prost!

Sophie kocht mit frischen, unbearbeiteten Nahrungsmitteln wie Gemüse, Eiern und Fisch. Fertigprodukte sind tabu.

Im Restaurant trinkt sie meist nur etwas. Selten nimmt sie Selbst­gekochtes mit. Schräge Blicke des ­Personals nimmt sie in Kauf.

«Ich koche fürs Leben gerne und bereite auch in den Ferien alles selber frisch zu.»

Bilder: Mali Lazell, iStock (7)

Sophie Erdnussallergikerin


32 | 22.3.2021 | ALLERGIEN

Die häufigsten Allergien

• Geht sie ins Kino, dann sieht sie

sich die Filme an, kurz bevor sie abgesetzt werden. Dann gibt es meist nur noch wenige Zu­ schauer. Die Gefahr, in der Nähe einer Person zu sitzen, die Erd­ nüsse oder M&M’s isst, sinkt. • Beisst im Zug jemand in ein

­ nickers oder einen anderen erd­ S nusshaltigen Riegel, wechselt ­Sophie in einen anderen Wagen. • Bevor sie Lippenstift aufträgt,

testet sie ihn am Handgelenk.

«Isst im Zug jemand ein Snickers, wechsle ich den Wagen.»

• Die Medizinstudentin, die ihr

Studium nicht zuletzt wegen ihrer Allergie gewählt hat, geht gelassen damit um. «Ich kenne nichts ­anderes.» Für Aussenstehende ist jedoch kaum vorstellbar, wie ein­ schneidend eine schwere Allergie den Alltag beeinflusst.

Sophie von Waldkirch

• Möchte die junge Frau ihren

Freund küssen, darf er am Tag ­zuvor keine Erdnüsse gegessen haben. Die Allergene halten sich zwar «nur» rund vier Stun­ den lang im Mund, doch sicher ist sicher. deren Produktion ab, ob etwa vor dem Abfüllen der Mandeln Erd­ nüsse abgepackt wurden. Falls ja, sind die Mandeln tabu. Das Brot der Migros etwa, so hat Sophie abgeklärt, kann sie konsumieren. • Das Einkaufen im Laden dauert

lange, weil sie die Zutatenliste auf jeder Verpackung auf mögliche Spuren von Erdnüssen und ande­ rer Zutaten, auf die sie allergisch reagiert, durchforstet. Nahrungs­

• Zu Beginn des Studiums klärte

Sophie ihre Mitstudenten über ihre Allergie auf.

Sophies Massnahmen

• Bei Detailhändlern klärt sie bei

mittel, die im Laden neben offe­ nen Erdnüssen liegen, kommen nicht ins Wägeli.

Zwei bis sechs Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden unter einer Nahrungsmittelallergie, Kinder etwas häufiger als Erwachsene. Bei Kindern lösen Kuhmilch, Hühnereier, Weizenmehl, Erdnüsse und andere Nüsse Allergien aus; seltener Soja oder Fisch. Die häufigsten Allergene bei ­Erwachsenen sind Äpfel, Hasel- und Walnüsse, Sellerie, Kiwi und Rüebli. Manchmal kommt es nur zu allergischen Reaktionen, wenn andere Faktoren mitspielen. Körperliche Anstrengung kann zu einem lebensgefährlichen, anaphylaktischen Schock führen, wenn diese zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach dem Verzehr des Allergens stattgefunden hat. Mehr Infos: migros-impuls.ch/hauptallergien

Ihre Erfahrungen und ihr Wissen rund um Allergien gibt sie im Ver­ ein Erdnussallergie & Anaphylaxie (erdnussallergie.ch) weiter, wo sie im Vorstand sitzt. Der Verein ist Anlaufstelle für Menschen, die erst kürzlich erfahren haben, dass sie Allergiker sind. Wie gestalte ich meinen neuen Alltag? Worauf muss ich achten? Fragen, die ­Sophie bestens beantworten kann. Die Erdnussallergie bestimmt zwar teilweise Sophies Alltag, nicht aber ihr Leben. Sie joggt, macht Yoga und Ballett, Kraft­ training, rudert und trifft sich mit Freunden wie andere junge Frauen. Ihre grosse Leidenschaft ist der Naturgarten, in dem sie ihre Allergie inmitten von ­Blütenpflanzen und Insekten ausblenden kann. MM

Illustrationen: Getty Images

stellen, dass auf dem Tresen keine Erdnüsse stehen.» Ist ein Restau­ rantbesuch angesagt, nimmt sie manchmal das Essen selber mit. Meist aber bestellt sie nur ein Ge­ tränk. Schräge Blicke des Kellners muss sie dafür in Kauf nehmen. Fliegt sie in die Ferien, stellt sie bei Fluggesellschaften sicher, dass an Bord keine Erdnüsse ver­ zehrt werden. «Bei Easy Jet bittet die Crew die Passagiere zusätzlich in mehreren Sprachen, keine mit­ gebrachten Erdnüsse zu verzeh­ ren». Mit dabei sind neben Corti­ sol und Antihistaminika jeweils zwei Adrenalinspritzen für den Notfall. Bis die Tabletten wirken, dauert es 40 Minuten. Eine Spritze wirkt in der Regel sofort für maxi­ mal 20 Minuten. Falls nach 5 bis 15 Minuten keine Besserung eintritt, folgt die zweite Spritze. Danach muss sie sofort die Am­bulanz­ ­rufen oder ein Spital aufsuchen. An Ferienorten macht Sophie die ­Spitäler immer im Vorfeld aus und schreibt deren Telefonnummern für ihre mitreisenden Freunde auf. Darauf zurückgreifen musste sie bis anhin noch nie.


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Das brauchts

Alles, was es für die moderne Variante eines Nests braucht, sind ein leeres Konfiglas in beliebiger Grösse, Moos­ gummi, Wackelaugen, Pompons, Leim und Bleistift. Wer seinen Hasen und Bibeli etwas Glanz und Glamour ver­ passen will, kann sich zusätzlich mit Farben, Pfeifenputzern, Feder­n, Bor­ düren, Glitterstaub und weiterem Zierrat austoben.

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MEINE MIGROS | 22.3.2021 | 39

«Mir gefällt meine Uniform sehr. Definitiv besser als jene, die wir vor 20 Jahren in meiner Lehrzeit in der Migros hatten.» Suthan Mohan Stellvertretender Filialleiter Migros-Supermarkt, Pfungen ZH

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40 | 22.3.2021 | MEINE MIGROS

Elbasan Mazreku Fachleiter Do it + Garden, Pfungen ZH

Andrea Schär Fachmarktleiterin Melectronics, Ibach SZ

Hüseyin Kurt Car-Wash-Berater Migrol, Schaffhausen

Jonas Schmidt Instruktor und Personal Trainer Migros-Fitnesscenter Clarastrasse, Basel

«Ich trage meine Uniform gerne, weil ich es schön finde, wenn man eine Einheit bildet.»

Ramize Deliu Anlagenführerin Chocolat Frey, Buchs AG

Nicolas Dey Teamleiter Micasa, Delémont JU

Melanie Perren Logistikerin Migros-Verteilzentrum, Suhr AG


MEINE MIGROS | 22.3.2021 | 41

Patric Egger Chefmetzger MMM Marktgasse, Bern

«Meine Uniform sieht gut aus, nur die Schürze ist im Sommer ziemlich warm. Nadine Scheiber Verkaufsstellenleiterin Alnatura, Luzern

Emilio Lattarulo Mechaniker Migros-Verteilzentrum, Schönbühl BE


42 | 22.3.2021 | MEINE MIGROS

Dénise Sauermoser Teamleiterin Ex Libris Bahnhofplatz, Zürich

Yaw Ofosu Koch Migros-Restaurant Limmatplatz, Zürich

«Meine Uniform ist praktisch und bequem. Ausser die Hosen, die sind für Männer geschnitten.» Nadine Sigrist Chauffeurin Genossenschaft Migros Zürich

Dorota Sendor-Müller Produkte-Entwicklerin Mibelle Group, Frenkendorf BL


MEINE MIGROS | 22.3.2021 | 43

«Ich finde meine Uniform elegant und trage sie gerne. Aber nur zum Arbeiten.» Clément Douine Head Greenkeeper Migros-Golfpark, Bougy VD

Cristina Mazzardis Marktleiterin MM Cassarate-Lago, Lugano

Zeljko Kovarcek Mitarbeiter Verkauf migrolino, St. Moritz

Gentiana Neziraj Fachleiterin Backwaren & Convenience Migros-Supermarkt, Pfungen ZH

Eléa Guex Hausbäckerin MMM, Conthey VS

Christopher Leutenegger Verkäufer M-Budget Pop-up, Lausanne

Anna Nikolic Stellvertretende Leiterin Réception Hotel Säntispark, Abtwil SG


44 | 22.3.2021 | MEINE MIGROS

Bild und Styling: Claudia Linsi

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Die würzigen Bärlauch-Farm-Chips sind zurück. Das Frühlingskraut für die Chips wird von Hand gesammelt. Es stammt wie die Kartoffeln der Farm Chips aus der Schweiz. Die Kartoffeln werden samt Schale verarbeitet und etwas dicker geschnitten – das sorgt für den besonders knusprigen Biss. Die Bärlauchchips sind nur für kurze Zeit erhältlich.


KOLUMNE | 22.3.2021 | 45

Illustration: Rinah Lang

Der Osterhase ist ein Städter

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Wie konnte uns das so lange nicht auffallen? Ich war gerade im Schokoladenrausch – bekanntlich basieren viele Erkenntnisse auf der Einnahme von ­besonderen Substanzen –, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Osterhase ist ein Städter! Man gucke sich nur einmal sein mit Eiern gefülltes Hipsterrucksäckli an. Es ist kein 08/15-Rucksack, sondern ein Korb, den er auf dem Rücken trägt. Und Korbtaschen sind voll im Trend, das weiss der Hase, denn als Städter ist er am Puls der Fashionhypes. Die Eier stapelt er in seinem Stylo-Rucksack natürlich unverpackt – also ganz ohne Plastik oder Karton. Das entspricht total dem Zeitgeist. Trotzdem ist er äusserst konsumfreudig: Ein bisschen Fake-Gras hier, ein paar Zuckereili und Deko da – das macht den Osterhasen happy. Die gekauften Eier belässt er ­natürlich nicht braun und weiss, wie sie von Natur aus sind. Wo bleibt denn da die Indivi­

dualität? Er malt sie bunt an, bis alle Eier ­anders aussehen und doch irgendwie gleich. Kommen wir zu seiner Unart, alles zu verstecken. Von der Stadt ist er es gewohnt, dass die hippsten Angebote nicht so einfach zu ­finden sind. Der Insider-Restaurant-Tipp führt niemals an die Bahnhofstrasse, sondern in irgendeinen Hinterhof. Darum versteckt er dort auch unsere Osternestchen. Und dann das ganze Tamtam um seine Identität: Er nimmt sich offenbar sehr wichtig, da er ein solches Geheimnis um sich selbst macht. Gibts mich, gibts mich nicht? Ein ziemlich schlaues Marketing, Herr Hase! Obwohl er an Ostern kommt, hat der Hip­ sterhase mit der Bibel nichts am Hut. Er ist ein cooler Atheist. Fromm war gestern, unser Osterhase ist lieber nachtaktiv. Erst im Morgengrauen verteilt er die letzten Nestchen. Und wenn wir schon dabei sind: Besondere Substanzen sind da wohl auch im Spiel. MM

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MEINE MIGROS | 22.3.2021 | 47

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M-Budget Mandeln gemahlen, 400 g Fr. 3.50 bisher 4.40 –20,5 % Sun Queen Edelnussmischung, 170 g Fr. 4.80 bisher 4.95 –3,0 % Sun Queen Nussmischung Curry, 170 g Fr. 4.80 bisher 4.95 –3,0 % Bio Cranberries getrocknet, 150 g Fr. 2.95 bisher 3.40 –13,2 % Alnatura Mango Stücke, 100 g Fr. 3.– bisher 3.40 –11,8 % M-Classic Sultaninen hell, 300 g Fr. 2.10 bisher 2.20 –4,5 %

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BANANENANBAU | 22.3.2021 | 49

Hier wachsen die beliebten WWF-Bananen, die es in der Migros zu kaufen gibt: Auf der Farm Sami nahe Santa Marta in Kolumbien werden jede ­Woche im Schnitt 114 Tonnen geerntet.

«Eine Investition in unsere Zukunft» Im Norden von Kolumbien ist der wasserintensive Bananenanbau die wichtigste Einkommensquelle für die Bevölkerung, aber Wasser wird zunehmend knapp. Zwölf Farmen, auf denen auch Migros-Bananen wachsen, haben unter Anleitung des WWF Massnahmen ergriffen. Text: Martina Schäfer Bilder: Mauricio Marín

A

m Nordzipfel Südamerikas treffen Gegensätze aufeinander: karibische Sandstrände und verschneite Berggipfel, Touristenstädte und arme Dörfer, Wüste und Dschungel. In dieser Ecke von Kolumbien, unweit der Stadt Santa Marta, ­befindet sich die Bananenzone. Hier wird die Tropenfrucht auf riesigen

­ armen angebaut. Eine von ihnen ist F Sami. Sie produziert auf 133 Hektaren Bananen der Sorte Cavendish und ­beschäftigt dafür 145 Mitarbeitende. Geleitet wird sie von Betsy Villanueva Granados, einer der wenigen Frauen in diesem Metier. Sami ist zusammen mit elf weiteren Farmen in Kolumbien Teil des WWF-


50 | 22.3.2021 | BANANENANBAU

Bild unten: Frisch geerntete Büschel werden auf ihrem Weg zu den Wasserbecken schon ein erstes Mal abgespritzt. Bild rechts: Die Bananen werden für den Verkauf vorgewogen.

DAS WWF-PROJEKT Für eine «bessere Banane» Ziel des WWF-Projekts für eine «bessere Banane» ist es, die konventionelle Produktion der Tropenfrucht sozialverträglicher und ökologischer zu machen. Es umfasst folgende Massnahmen: • Natürliche Ökosysteme; z. B. Schutzzonen zwischen Anbauflächen und Flüssen einrichten • Wassermanagement; z. B. AWS-Standard umsetzen • Integrierter Anbau; z. B. ­Einsatz von Pestiziden und Insektiziden reduzieren, Herbizide verbieten • Klimaschutz; z. B. Einsatz künstlicher Düngemittel ­reduzieren • Abfallmanagement; z. B. Schutzmaterial sicher ­entsorgen • Soziales Engagement; z. B. Gesundheitsprogramme für Mitarbeitende, feste ­Anstellungsverhältnisse • Schulung von Mitarbeitenden in Themen wie Arbeitssicherheit und -recht • Kontrolle der Massnahmen durch unabhängige Fachleute zweimal im Jahr www.migmag.ch/Banane

Ein Grossteil der Migros-­ Bananen wird im Rahmen des WWF-Nachhaltigkeitsprojekts «Bessere Banane» in Kolumbien produziert.

Projekts für eine «bessere Banane», aus dem ein Grossteil der MigrosBananen stammt. Auf rund 15 Quadratkilometern, einer Fläche so gross wie der Sempachersee, kultivieren die beteiligten Farmen ­Bananen für den Export. Begleitet von Expertinnen und Experten des WWF bemühen sie sich bereits seit sieben Jahren darum, die ­intensive landwirtschaftliche Produktion nachhaltiger zu gestalten. Pioniere in Sachen Wasserschutz

Für Betsy Villanueva und ihr Team gehören heute der Schutz von ­Biodiversität, Boden, Klima und Mitarbeitenden sowie ein geregeltes Abfallmanagement zum Alltag. Besondere Sorge tragen sie zum Wasser. Im März 2020 erhielten Sami und die anderen elf Farmen als Erste weltweit das Zertifikat der «Alliance for Water Steward­ ship» (AWS) für nachhaltige Wassernutzung . Für Villanueva ein wichtiger Schritt: «Der AWS-Standard ist eine Investition in unsere Zukunft. Er gibt uns Werkzeuge, um das Wasser zu schützen, damit es uns langfristig erhalten bleibt.» Der Klimawandel mache ihr Sorge, Wasser könnte knapper werden.

Um 6 Uhr, wenn es noch frisch ist, beginnt die Arbeit auf der Farm. 220 000 Stauden wachsen hier. Die Fruchtstände stecken in blauen Plastikhüllen, die sie vor schädlichen Insekten und Witterungseinflüssen schützen. Ein Fruchtstand heisst «Büschel» und besteht aus mehreren «Händen». Jede Hand hat zehn bis zwanzig «Finger», also Bananen. Durchschnittlich werden jede Woche 114 Tonnen Früchte geerntet, das ganze Jahr hindurch. Bedarf wird täglich berechnet

Auf unserem Rundgang durch die Plantage tragen wir Gummistiefel, weil wir in die nasse Erde einsinken. Es ist inzwischen 8 Uhr, die Stauden wurden von Wassersprengern bewässert. Nur an wenigen Tagen im Jahr braucht es das nicht. «Der letzte Regen fiel hier vor vier ­Monaten», sagt Villanueva. In den letzten Jahren hat sich die Art der Bewässerung grundlegend verändert. «Früher haben wir die Farmen mit so viel Wasser aus dem Fluss versorgt, wie uns richtig erschien», erklärt Villanueva. «Wir dachten, das sei das Beste und Effizienteste, aber es war ein falsches Konzept.

Heute bewässern wir nur so viel, wie die Pflanzen eben brauchen.» Wie hoch der Wasserbedarf ist, wird täglich für jede der zwölf ­Farmen berechnet. Denn obwohl jede Banane der anderen gleicht, wirtschaftet jede Farm unter individuellen Bedingungen. Massgebend sind Verdunstungsraten, Boden­beschaffenheit, Leitungskapazität, Anzahl der Bewässerungsmotoren usw. Zehn Wetterstationen liefern zusätzliche Daten wie Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, S ­ onneneinstrahlung und Regenmengen und ermöglichen


BANANENANBAU | 22.3.2021 | 51

«Der AWS-Standard gibt uns Werkzeuge in die Hand, damit uns das Wasser langfristig erhalten bleibt.» Betsy Villanueva, Leiterin der Bananen-Farm Sami

Abgeerntete Stauden bleiben liegen und führen so dem Boden natürliche Nährsftoffe zu.

verantwortlicher bei Tecbaco. Er und Kelis Navarro Salcedo, der für die Zertifizierungen der Projektfarmen verantwortlich ist, haben eineinhalb Jahre an der Umsetzung des Standards gearbeitet. Ein Mix aus Salz- und Süsswasser

Fernando Gonzalez, ­Umweltverantwortlicher beim Bananenproduzenten Tecbaco, überprüft, ob die Bananen erntereif sind.

eine ­präzisere Prognose. Morgens um 5 Uhr erhalten die Farmen eine ­automatisierte E-Mail mit Angaben zu den Wassermengen und dem ­Bewässerungszeitraum. Die Software dahinter ist eine Eigenentwicklung des Bananenproduzenten Tecbaco, zu dem die Farmen gehören. «Der AWS-Standard verlangt eine detaillierte Analyse auf jeder Farm. So haben wir unsere Be­ wässerungsdaten verfeinert und sparen jetzt bei allen zwölf Farmen gegenüber der ursprünglichen ­Methode 40 Prozent Wasser ein», sagt Fernando Gonzalez, Umwelt-

Auf unserem Weg durch den Bananenwald kommen wir zum Wasserreservoir. In dem naturnahen Teich wird Grundwasser, das ­wegen der Nähe zum Meer einen zu hohen Salzgehalt aufweist, mit Flusswasser vermengt und ins Bewässerungssystem gepumpt. Im Pumphaus stehen leere Tanks und Fässer. «Hier haben wir ­ früher Düngerzusätze ins Wasser ­gemischt», erklärt Villanueva. Heute wird das Unkraut auf den Feldern mit einer Motorsense ­geschnitten und liegengelassen. Gleiches passiert mit Bananenstauden am Ende ihres Lebens­ zyklus. Der Boden erhält so zusätzliche Nährstoffe und trocknet weniger schnell aus. Im Gegenzug wird auf Unkrautvertilger ­verzichtet. Auch mit Insektiziden und Fungiziden gehen die Farmen ­heute zurückhaltender um. Nur bestimmte Stoffe sind zugelassen

und nur so viel wie nötig. Grösster Gegner ist ein Pilz: die Schwarze Sigatoka. Er schwächt die Pflanzen, die Produktion bricht ein. Wie im biologischen Anbau ganz auf Pestizide zu verzichten, ist auf grossen Farmen wie Sami nicht möglich. Aber auch hier wird mit manuellen Methoden gegen den Pilz vorgegangen. Kranke, dunkle Blattteile werden täglich von Hand entfernt. Am Eingang der Farm und zwischen den einzelnen Sektoren gilt: Stiefel waschen und desinfizieren. Eine Massnahme gegen die Ausbreitung ­eines noch gefährlicheren Pilzes, des Tropical Race 4, ­abgekürzt TR4. Die von TR4 ausgelöste Pflanzenkrankheit bedroht den Anbau der Cavendish-Banane weltweit. Der Pilz hat längst auch Kolumbien erreicht, nicht aber die Projektfarmen. Schwebende Bananenbüschel

Vom Reservoir geht es zurück zwischen die Bananenstauden. Ein Scheppern ist zu hören. Es kommt von einer horizontalen Seilbahn, mit der Bananenbüschel transportiert werden. Für die Ernte steigt ein Arbeiter auf eine Bambusleiter, schneidet das Büschel ab und lässt


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BANANENANBAU | 22.3.2021 | 53 Eine von zehn Wetterstationen auf den Projektfarmen, die ­präzise Daten zum Wasser ­liefern. Dank der Technik konnte die Farm den Verbrauch für die Wässerung der Bananen markant senken.

es dann an einer Kette hinuntergleiten. Seine Kollegen transportieren es an einer Stange zur Seilbahn, wo sie es einhängen. Hat der «Zug» eine bestimmte Länge erreicht, wird er zum Verpackungsbereich gezogen. Dort werden die Büschel gewogen. Sie wiegen im Schnitt 24 Kilo. Danach folgt die Reifekontrolle: Eine Banane wird längs halbiert. Gibt das Fruchtfleisch auf Fingerdruck nach, wird das ganze Büschel aussortiert, weil die Bananen auf ihrer Reise in die Läden in Übersee zu früh reifen würden. Früchte, die durch die strengen Kontrollen fallen, werden in der Region konsumiert, wo auch grüne Bananen ein Grundnahrungsmittel sind. «Sie werden gekocht, frittiert, gemahlen – es gibt viele Rezepte», so Villanueva. Ein flüssiges Förderband

Den überdachten Verpackungsbereich dominieren riesige Wasserbecken. Die feuchte Frische lockt Vögel und Frösche an. Laut trällert Musik. Rund 20 Mitarbeitende mit Schürzen, Handschuhen, Haarnetzen und den obligatorischen Pandemiemasken zerteilen die ­Bananenhände, prüfen und sortieren sie, stutzen sie zurecht, etikettieren sie oder umwickeln sie mit Klebeband, je nach Kundenwunsch. Wasser ersetzt das Förderband zwischen diesen Arbeitsschritten. Es reinigt die Bananen und transportiert sie schonend von Station zu Station. Das Wasser wird dabei immer wiederverwendet – dank ­einer Aufbereitungsanlage, die 2017 in Betrieb genommen wurde. «Die Farm Sami verbrauchte fürs Waschen normalerweise zwischen 2800 und 3000 Kubikmeter pro Woche», erklärt Kelis Navarro, der

«Mit der Wasseraufbereitung haben wir den Verbrauch beim Waschen auf 140 bis 150 Kubikmeter Wasser pro Woche gesenkt. Das sind 95 Prozent weniger!» Kelis Navarro, Umweltverantwortlicher der Projektfarmen

Lagergebäude auf der Farm Sami

Umweltverantwortliche der Projektfarmen, über den Lärm der Pumpe hinweg. «Mit der Aufbereitung haben wir den Verbrauch auf 140 bis 150 Kubikmeter Wasser pro Woche gesenkt. Das sind 95 Prozent weniger!» Nachhaltiges Wassermanagement setzt nicht nur Investitionen in die Infrastruktur voraus. Genauso wichtig ist das Engagement von der Führung bis auf die Stufe Mitarbeitende. «Es brauchte einen Kulturwandel in den Köpfen der Farmverantwortlichen», sagt ­Navarro. «Wir mussten sie erst vom Standard überzeugen.» Mit einem Ausbildungsplan wurde auch allen Mitarbeitenden das Thema vermittelt. «Wir haben ihnen erklärt, dass wir nicht mehr einfach im Jetzt leben können», sagt Farmleiterin Betsy Villanueva. «Die nächsten Generationen ­sollen noch gleich viel von der Ressource zur Verfügung haben wie wir.» Die Botschaft ist bei den Angestellten angekommen. «Wenn jemand ein Leck entdeckt, melden wir das sofort, damit es schnell geschlossen werden kann», erklärt Verpackerin Nely Garcia. «Was wir hier lernen, setzen wir auch zu Hause um».

Auf regionaler Ebene hat sich zudem eine Wasserplattform etabliert, über die öffentliche, private und kommunale Wassernutzer eines Einzugsgebiets dreimal im Jahr zusammenkommen. Der AWS-Standard fordert die Vernetzung. Obwohl die Teilnahme und die Umsetzung von Massnahmen freiwillig sind, haben die Dialogplattformen eine äusserst wichtige Funktion. «Gerade in Trockenperioden kommt es auch zu Konflikten zwischen den Nutzern», berichtet Fernando Gonzalez von Tecbaco. «Solche Konflikte können dank der Plattform besser gelöst werden.» Weitere Verbesserungen geplant

Auf Sami und den anderen Farmen geht die Arbeit am Projekt nicht aus. Das Netz der Wetterstationen und Niederschlagsmesser wird ausgebaut und das Bewässerungssystem automatisiert. Ausserdem werden die Schutzzonen an den Flussufern erweitert. Und in zwei Jahren steht die Erneuerung des AWS-Zertifikats an. «El agua es vida», sagt Mitarbeiterin Nely Garcia: «Wasser ist Leben. In der Zukunft, für unsere Kinder, für unsere Enkel, für alles braucht es Wasser. Ohne Wasser sind wir nichts.» MM

Nachhaltigkeit

AWS: Ein Standard für Wasserschutz Der internationale AWS-Standard, der allen Branchen offensteht, ist ein fünfstufiger Prozess, mit dem Wassernutzer ihren Verbrauch ­analysieren und ihre Nutzung optimieren können. Zudem zielt der Standard darauf ab, dass verschiedene Wassernutzer eines Gebiets ­gemeinsam an einer nachhaltigeren ­Süsswassernutzung ­arbeiten. So soll die Wasserqualität ­verbessert und der Wasserverbrauch ­reduziert werden. Weitere Infos: a4ws.org


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Einfach sicher «123456» und «hallo» zählen zu den zehn häufigsten Passwörtern der Schweiz. Das Migros-Magazin erklärt, wie Sie es besser machen und wie Sie ein Manager dabei unterstützt.  Text: Reto Vogt

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acker nutzen derzeit die Homeoffice-Pflicht von Schweizerinnen und Schweizern aus, um an private und geschäftliche Daten zu gelangen. Dabei vergessen viele Anwender, dass zum effektiven Schutz vor Angriffen nebst Antivirenprogrammen und Betriebssystem-Updates auch sichere Passwörter zählen. Ein sicheres Passwort zeichnet sich dadurch aus, dass es ­erstens lang genug ist, zweitens aus kleinen und grossen Buchstaben, Zahlen sowie Sonder­ zeichen besteht und drittens einmalig ist. Das bedeutet, dass Sie bei Logins für das E-Banking, für Netflix, Facebook, Gmail,

I­ nstagram und alle weiteren Dienste jeweils stets ein neues Passwort wählen sollten. So ­können sich Hacker maximal auf eines Ihrer Konten Zugriff verschaffen statt auf alle. Wer merkt sich 50 Passwörter?

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56 | 22.3.2021 | KIRCHE

Mathai Ottappally leitet seit Januar die Seelsorgeeinheit Bazenheid-GähwilKirchberg SG.


KIRCHE | 22.3.2021 | 57

Die halbe Welt auf der Kanzel

Zu Ostern zieht es viele Menschen in die Kirche. Doch weil es in der Schweiz an Priester­ ­­ nachwuchs mangelt, leiten immer mehr aus­ländische Pfarrer den Gottesdienst. Wir haben drei von ihnen getroffen. Text: Ralf Kaminski Bilder: Julius Hatt

A

ls Ignatius Okoli 2016 in die Kirchgemeinde Hei­ liggeist in Interlaken BE kam, sollte es nur für zwei Jahre sein – danach wollte er zurück nach Nigeria, um dort am Priester­ seminar in Onitsha Theologie zu ­unterrichten. «Doch dann hat die Gemeinde gebeten, ob ich nicht ver­ längern könnte – schon zweimal.» Seine Rückkehr nach Nigeria ist nun für 2023 geplant. Okoli ist für rund 6000 Gemein­ demitglieder zuständig, derzeit ­dürfen wegen Corona allerdings nur 50 auf einmal in die Kirche. «Und ausser Gottesdiensten und persön­ lichen Gesprächen mit Abstand und Maske, ist derzeit kaum etwas mög­ lich. Das tut schon weh», sagt der 45-jährige Priester. Mathai Ottappally trat sein neues Pfarramt in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg SG ­sogar mitten in der Pandemie an, ­Anfang Januar. «Ich habe mich trotz­ dem ganz gut eingelebt, auch wenn normalerweise vieles über Kontakte mit Menschen läuft, was derzeit ein wenig fehlt», erklärt der 44-jährige Inder, der für 4500 Katholikinnen und Katholiken zuständig ist. «Normalerweise besuche ich die Menschen zu Hause, damit ich sie und ihre Situation besser kennenler­ nen kann.» Er nehme auch gerne an Dorfanlässen teil, hat sogar schon indische Kochkurse gegeben. «So lerne ich die Menschen anders ken­ nen und sie mich.» Er hofft, dass all das bald wieder möglich sein wird. Beide Priester fühlen sich gut auf­ genommen in ihren Gemeinden. Für

Okoli war es seine erste überhaupt in der Schweiz. «Ich musste die ­Kultur erst kennenlernen, die Leute mussten mich kennenlernen, das dauerte schon ein Jahr.» Aber ­seither vertiefe sich das Verhältnis immer mehr. Beide Welten zusammenbringen

Doch die Unterschiede zu seiner Heimat sind gross. «In Nigeria feiern wir den Gottesdienst und lesen ihn nicht», sagt Okoli und lacht. «Es ist ein richtiges Fest, man tanzt, singt, berührt einander. Die Menschen sind sehr fröhlich, es herrscht ein grosses Gemeinschaftsgefühl.» In der Schweiz hingegen seien Ordnung, Genauigkeit und Regeln wichtig. Okoli versucht, beide Welten zusam­ menzubringen – «ideal wäre ein ­bisschen mehr Fest und Fröhlichkeit hier, ein bisschen mehr Ordnung und Pünktlichkeit in Nigeria.» Ottappally empfindet den Kon­ trast zu Indien als weniger scharf. «Klar, die Kirchen in Indien sind meist sehr voll, aber Christen sind nur eine kleine religiöse Minderheit,

«Missbrauchsfälle sind keine Werbung für Priesternachwuchs.» Arnd Bünker Leiter des SPI

und ­kulturell oft eng verbunden mit Hindus und Muslimen.» Zudem gebe es innerhalb des riesigen Landes un­ terschiedliche Mentalitäten. «In Süd­ indien ist man auch eher diszipliniert und ordentlich, im Nordosten wird mehr gesungen und gefeiert.» Menschen wie Mathai Ottappally und Ignatius Okoli ist es zu verdan­ ken, dass es überhaupt noch genü­ gend Priester in der Schweiz gibt. Laut einer Statistik des Schweize­ rischen Pastoral­soziologischen ­Instituts in St. Gallen (SPI) waren es vor 30 Jahren 2106 Priester, 2019 nur noch 1375, inklusive aller Aus­ länder und Pensionierten. «Viele ­davon schon alt bis sehr alt», sagt Arnd Bünker (51), Leiter des SPI. 2029 werden es laut einer SPI-Prog­ nose gerade noch 911 sein. Schweiz kein reines Paradies

Offizielle Zahlen, wie viele auslän­ dische Priester im Einsatz stehen, gibt es nicht. Je nach Schätzungen dürften es zwischen einem Fünftel und einem Drittel aller Pfarrer sein. Der Rückgang begann schon in den 1960er-Jahren. «Heute hat der Glaube viel weniger Alltagsbedeu­ tung, das wirkt sich auch auf die Ins­ titution Kirche aus», sagt Bünker. Hinzu kämen die negativen Schlag­ zeilen. «Missbrauchsfälle sind keine Werbung für Priesternachwuchs.» Für ausländische Priester ist die Schweiz kein reines Paradies. Das Land bietet zwar einen hohen Le­ bensstandard, aber wenig Anerken­ nung für das Amt. «Für viele ist das eine kalte Dusche im Vergleich zu ihrem Status in Westafrika, Indien


58 | 22.3.2021 | KIRCHE

Ignatius Okoli ist Pfarrer in ­Interlaken BE.

oder Polen», sagt Bünker. Einige kämen auch nicht aus eigenem Antrieb, sondern würden von ihren Bischöfen geschickt. Sie sollen Geld in die alte Heimat senden und gut ausgebildet zurückkehren. «Der Kultur­ schock ist oft gross. Die meisten kommen aus Grossstädten, hier sind sie häufig auf dem Land im Einsatz und fühlen sich im Pfarrhaus dann recht einsam.» Gelegentlich gebe es auch Probleme. «Es hängt von Priester und Gemeinde ab, ob es klappt oder nicht», sagt Bünker. Beide Seiten müssen offen sein, sich auf etwas Neues ein­ zulassen.» Ihm ist jedoch kein Fall bekannt, bei dem Rassismus Grund für den Ersatz ­eines Priesters gewesen wäre. Und durch die hohe Zahl der Gläubigen mit Migrations­ hintergrund sei die katholische Kirche ohne­ hin bunt gemischt. «Inzwischen sind es knapp 40 Prozent – von daher passen aus­ ländische Priester gut ins Bild.» In der Schweiz amtet auch der höchst­ rangige dunkelhäutige Vertreter der ­katholischen Kirche im deutschsprachigen

Raum, wenn nicht von Europa: Seit 2020 ist der Nigerianer Valentine Koledoye Bischofs­ vikar von St. Urs im Bistum Basel. Als direk­ ter Stellvertreter des Bischofs ist er mit ­grosser Autorität ausgestattet und Ansprech­ partner für alle administrativen und organi­ sato­rischen Belange der Kirche in den ­Kantonen Aargau, Baselland und Basel-Stadt. Der Bischofsvikar staunt noch immer

Zuvor war Koledoye Priester in mehreren Schweizer Kirchgemeinden, zuletzt in ­Zuchwil SO. Die Anfrage des Bischofs habe auch ihn vollkommen überrascht, sagt der 52-Jährige, der seit 2007 in der Schweiz lebt. «Ich staune ehrlich gesagt noch immer ein bisschen.» Die Besetzung liege ganz allein in der Hand des Bischofs. Von sich aus hätte er ein solches Amt gar nie in Betracht gezo­ gen, erzählt er mit einem fröhlichen Lachen. Koledoye wurde als Sohn eines Diploma­ ten in Nigeria geboren, verbrachte jedoch viele Jahre seiner Kindheit und Jugend in den USA. Rassismus ist ihm in all den Jahren

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KIRCHE | 22.3.2021 | 59

in der Schweiz kaum begegnet. «Vielleicht gab es zwei, drei Fälle, die danach aussahen», sagt er. «Aber verglichen mit den USA, erlebe ich die Schweiz als weit, weit offener. Die Welt sollte sich an der hiesigen Grosszügig­ keit ein Beispiel nehmen.» Könnte er gar noch Bischof werden? ­Koledoye lacht. «Es gibt da einen Spruch, der für mich Lebensmotto ist: Gestern ist Ver­ gangenheit, morgen ist Geheimnis, aber ­heute ist ein Geschenk. Es ist das Jetzt, das zählt. Alles andere wird man sehen.» Zwischen Tradition und Moderne

Auf die grosse Debatte zwischen Traditio­ nalisten und Modernisierern in der katho­ lischen Kirche Schweiz angesprochen, posi­ tionieren sich Koledoye, Ottappally und ­Okoli alle «in der Mitte». Okoli verweist da­ rauf, dass auch die reformierte Kirche mit vielen Austritten konfrontiert ist, obwohl dort die Regeln lockerer sind. Dennoch ist er offen, Veränderungen zu diskutieren. Das sieht auch Ottappally so. «Ich schätze

die Traditionen, bin aber auch offen für Neues und organisiere vieles mit Laien.» Koledoye betont, die Kirche müsse sehen, dass sie die Bedürfnisse der Gesellschaft bes­ ser verstehe und sich entsprechend anpasse. «Gesellschaftliche Fragen sollten gemeinsam mit den Menschen in ihrer Situation dis­ kutiert werden, auf Augenhöhe.» So versteht er auch die christliche Botschaft. Konkrete Rückkehrpläne in die alte Hei­ mat hat von den dreien lediglich Ignatius Okoli. Mathai Ottappally möchte bis zur Pensionierung in der Schweiz arbeiten. Er besucht seine Familie in Indien ein Mal im Jahr, verspürt aber kein Heimweh und ­bezeichnet gar Raclette als sein Lieblings­ essen. «Es gibt hier alles, was ich brauche – und bis zur Pensionierung habe ich hier ­vermutlich mehr Freunde als in Indien.» Auch Valentine Koledoye fühlt sich hier längst zu Hause, vermisst jedoch ab und zu ein wenig die menschliche Wärme und Spon­ tanität aus Nigeria. «Und wie die Zukunft aussieht, bestimmt letztlich Gott.» MM

Valentine Koledoye ist Bischofsvikar im Bistum Basel.

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22.3.2021 | 65

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Tipp Fischrezepte zu Ostern auf migusto.ch

Sie tun ihr Möglichstes

Ralf Bossart ge­staltet die Auslage an der Fischtheke.

Karfreitag ist Fischtag Vor Ostern ist Ralf Bossart an der Fischtheke im Surseepark ganz in seinem Element. Text und Bild: Christoph Riebli

L Ralf Bossart Fachleiter Fisch, Surseepark

achs, Kabeljau, Forelle, Rotbarsch, ­Jakobsnüsse, Krabben, Felchen, Egli … ganze Fische, Filets mit oder ohne Haut.» Die Liste ist lang, Ralf Bossart kennt alles aus dem Effeff. Als gelernter Koch und Fachleiter Fisch im Surseepark bringt er nicht nur grosses Fachwissen an die Theke, sondern auch Freude und Berufsstolz: «Fischverkäufer ist für mich e­ twas Wunderschönes und Lebendiges», erzählt der 56-Jährige. «Wenn ich vom Kind bis zur 85-jährigen Rentnerin alle für Fisch begeistern kann, dann geht mein Herz auf.» Besonders in der Corona-Zeit: Die Leute seien experimentierfreudiger und wagten sich auch einmal an einen speziellen Fisch oder eine selbst­ gemachte Paella. Sein Rat ist also gefragt. Stolz ist Ralf Bossart auf die Fischaus­lage, die er mit Hingabe pflegt. «Das ist mein Schaufenster: Kaum ein Kind geht vorbei, ohne kurz einen Blick darauf zu werfen.»

Früher war freitags das Mittagessen gesetzt: Fisch. Der christliche Brauch geht auf Karfreitag zurück, Gedenktag zu Jesu Kreuzigung und Tod. Da sollten Gläubige maximal eine sättigende Mahlzeit zu sich nehmen und auf Fleisch verzichten. Fisch aber war erlaubt. Obschon katholische Fastenordnung und Fleischverzicht an Gebotskraft eingebüsst ­haben, gehören die Tage vor Karfreitag für Ralf Bossart zu den geschäftigsten. «Auch ­organisatorisch ist es eine Herausforderung.» Je nach Wetter werde grilliert, entsprechend gilt es, genügend hausgemachte Spezialitäten wie marinierte Spiesse und Seeteufel-Filets vorzubereiten. An 23 Fischtheken der Migros Luzern gibts kompetente und freundliche ­Beratung, hochwertige Produkte und Spezialbestellungen. Fischplatten und Spezialitäten können online bestellt und frisch in einer ­Filiale in der Nähe abgeholt werden. MM Mehr Infos an der Fischtheke oder auf theke.migros.ch

So lautet das pragma­ tische Motto der Stanser Musiktage. Fest steht: Auch wenn wegen der Corona-Regeln keine Konzerte möglich wären, bleibt es in Stans nicht still. Die motivierte Festivalcrew gibt alles, damit Musik und ­­­ kul­tu­relle Anlässe auf die eine oder andere Art erlebbar werden. Das vom MigrosKulturprozent unter­ stützte Festival findet vom 7. bis 10. April und vom 14. bis 17. April statt. Programm und Infos: stansermusiktage.ch

Festivalgäste vor der Kirche in Stans


66 | 22.3.2021 | MIGROS LUZERN

Dürfen täglich ins Grüne: die rund 2800 Freilandhennen der Familie Blum

Das kleine ovale Wunder

Nur noch Freilandeier Seit November 2020 führt die Migros ausschliesslich Eier aus Freilandhaltung im Sortiment. Dies gilt sowohl für die frischen und ge­ kochten Hühnereier aus der Schweiz als auch für Importeier. Bei vielen verarbei­ teten Produkten mit Eiern, etwa Mayonnaise und Eierteigwaren, wurde ebenfalls auf Freilandhaltung umgestellt.

Sie sind bunt, genussfertig und zu 100 Prozent regional: die Ostereier der Familie Blum. Auf dem Hof in Gunzwil LU leisten Huhn und Mensch Ausserordentliches, um der grossen Nachfrage gerecht zu werden. Text: Lisa Savenberg  Bilder: Thomi Studhalter, zVg

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in Familienbetrieb, wie er im Buche steht: Adrian Blum leitet die Blum Eier AG ­gemeinsam mit seiner Frau Tanja und mit tatkräftiger Unterstützung seiner Eltern Romy und Paul, die den Betrieb in Gunzwil bis

2020 geführt haben. Die Blums sind «Aus der Region. Für die Region.»Produzenten der ersten Stunde und seit der Gründung des AdR-Labels 1999 alle vier Feuer und Flamme, wenn es um ihre Freilandhennen geht. «Wir haben höchsten Respekt

vor ihnen. Dass ein Huhn fast täglich ein Ei produziert, ist ein kleines Wunder, über das ich auch heute immer wieder staune», so Adrian Blum. Nicht verwunderlich also, dass Tierwohl bei Blum grossgeschrieben wird: Die rund 2800 Legehennen er-


22.3.2021 | 67

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«Meine Eltern haben früher noch von Hand Eier gefärbt, mit Kochtopf und Handschuh.» Adrian Blum Blum Eier AG, Gunzwil

Saisonal erhältlich: «Joie»-Eierbecher

Tierische Eierbecher Für alle, die Drei-Minuten-Eier bevor­­ zugen, gibt es im Ostersortiment jetzt die farbigen «Joie»-Eierbecher mit Löffel für Fr. 4.95. In Ruhe und ohne sich die Finger zu verbrennen, kann man das Ei so voller «Joie» (Freude) geniessen. Die Becher sind in allen grösseren Filialen der Migros Luzern erhältlich.

Gross im Geschmack

Hektische Zeiten vor Ostern: Tanja und Adrian Blum mit Adrians Eltern Paul und Romy (v. l. n. r.)

halten täglich Zugang zur grünen Wiese und ebenso zum gedeck­ ten Wintergarten. Derzeit haben jedoch nicht nur die Hennen, sondern auch die Mitarbeitenden des Fami­ lienbetriebs jede Menge zu tun. «Ostern steht vor der Tür – da herrscht hier Hochbetrieb», ­erklärt Adrian Blum. Die Blum Eier AG verkauft nämlich nicht nur rohe Eier, sondern kocht und färbt einen Teil davon auch. Letztere gelangen als Oster­respektive Picknickeier bereits genussfertig in grössere Filialen der Migros Luzern. Früh gelagert schält sich besser

Erhältlich ist das beliebte «Aus der Region»-Produkt das ganze Jahr, aber gerade um Ostern ­ziehen die Verkäufe nochmals an. «Deshalb bereiten wir uns rechtzeitig auf die grosse Nach­ frage vor. Wir lagern schon zwei bis drei Wochen zuvor genügend

Eier ein. Die Lagerung vor dem Kochen ist übrigens wichtig, ­damit die Eier am Frühstücks­ tisch auch gut geschält werden können», so Blum. Danach werden die Eier an ­einer modernen Eierkoch- und Färbeanlage vollautomatisch weiterverarbeitet, es sind rund 30 000 Stück pro Woche. Das war nicht immer so: «Tatsäch­ lich haben meine Eltern früher noch von Hand Eier gefärbt. Ganz klassisch mit Kochtopf und Handschuhen», sagt A ­ drian Blum und lacht. Diese wurden dann an Kleinkunden verkauft. Genau wie früher ist aber noch heute jedes gefärbte Ei ein Unikat: Durch das Rollen auf dem Farbband erhält es seine ganz eigene Musterung. Was ­viele nicht wissen: Die spezielle Lebensmittelfarbe schliesst auch die Poren der Schale und trägt so zu einer besseren Halt­ barkeit bei. MM

Die AdR-Pick­nick­eier sind im 6er- und im 4er-Pack in grösseren Filialen der Migros Luzern erhältlich.

Mit ihnen werden Salate, Suppen oder auch Pasta aufgepeppt: Microgreens sind kleine, geschmacksintensive Pflänzchen im Entwicklungsstadium zwischen Keimling und ausgewach­ sener Pflanze – mit einer viel höheren Konzentration an ätherischen Ölen, Vitaminen, Proteinen und Mineral­ stoffen. Den Umami-Powermix und -Vital-Mix gibt es in allen grösseren Filialen der Migros Luzern. Er besteht aus kleinen Rettich-, Radiesli- und Ruccolapflänzchen. Speziell ist bei Umami die Herkunft: Sie wachsen mitten in der Stadt Zürich. Das Start-up Umami hat ein ausgeklügeltes Ökosystem ­­ er­schaffen, das Fischzucht und Pflanzenkulturen in Einklang bringt. Das Wasser, das für die Bewässerung der Pflanzen verwendet wird, dient gleichzeitig als Lebensraum für Fische. Diese Technik erübrigt den Einatz von Dünger und Chemie.

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.3.2021, 24 Uhr


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RÄTSEL | 22.3.2021 | 75

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn zwei Personen gut zusammenpassen, dann stimmt die … G Chemie

M Physik

P Astronomie

Was ist charakteristisch für die Berner Altstadt? A Hauben

O Lauben

E Gauben

Wer gewann den Schweizer Sports Awards 2020 bei den Frauen? R Vreni Schneider

S Ariella Käslin

N Denise Biellmann

T Reactionchain

I

1 1

Blockchain

E Koseil

L Vertikalwinkel

I

Masse

In welcher Ortschaft wuchs der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt auf? T Dürrenäsch 1

2

N Ins 3

4

A Stalden 5

6

3 1

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

1 2

2 2

3 3

4 4

5 5

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Bimaru Lösung Nr. 11

Sudoku Lösung Nr. 11

Was

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 11

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Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.3.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Was kann man mit einem Tachymeter (Geodäsie) ermitteln? R Widerstand

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Eine tiefe Verbeugung nennt sich … U Koschnur

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Wie heisst eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen? Z Bitcoin

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78 | 22.3.2021 | MEINE WELT

Name: Mathilde Gremaud (21) Wohnort: La Roche FR Das läuft bei mir «Zum ersten Mal auf den Ski stand ich mit zwei Jahren. Bei meinen ersten Versuchen im Freestyle-Skiing war ich un­ gefähr zehn. Mich hat es sofort gepackt. Über eine Schanze ­fahren und Tricks versuchen: Für mich gibts nichts Schöneres. In der Luft ­fühle ich mich frei und erlebe ein ultimatives Glücksgefühl. Seit einem Jahr habe ich meinen Schulabschluss vom Sportgymnasium in Engelberg OW in der Tasche und kann mich voll auf den Spitzensport konzentrieren. Ich starte stets in zwei Disziplinen, im Slopestyle und im Big Air. Auch wenn ich vor den Wettkämpfen nicht ­nervös bin, bin ich trotzdem sehr ehrgeizig. Im September 2020 gelang es mir, einen Switch ­Double Cork 1440 zu stehen – als erste Frau überhaupt. Das war neben der Silbermedaille an den Olympischen Spielen 2018 einer der besten Momente in meiner bisherigen Karriere.»

«In der Luft fühle ich mich frei»

Freeskierin Mathilde Gremaud hat an den Weltmeisterschaften in Aspen am 14. März die Silbermedaille im Slopestyle gewonnen. Ihre Freizeit v­ erbringt die Freiburgerin am liebsten auf dem Mountainbike. Text: Manuela Enggist


MEINE WELT | 22.3.2021 | 79

Bild: FIS Freeski World Cup Stubai/Tom Bause

Mein MigrosLieblingsprodukt «Wenn ich Tofu esse, dann immer den Bio-CurryTofu. Ich habe bisher noch keinen ­feineren finden können.»

1 Meine Vorbereitung «Vor jedem Wettkampf, egal ob im Ausland oder in der Schweiz, wachse ich meine Ski bei uns zu Hause in der Garage selbst.» 2 Meine Leidenschaft «Mountainbiken ist meine zweite grosse ­Passion. Im Sommer bin ich ständig damit unterwegs und fahre im nahe gelegenen S ­ kigebiet die Trails hinunter.» 3 Mein Halt «Meine Mutter ­ Chantal hat von Anfang an viel für meine Karriere getan. Es ist schön zu wissen, dass die Familie, auch mein Papa und beide Schwestern, ­immer hinter mir stehen.» 4 Mein Zeitvertreib «Das Kartenspiel ‹Exploding Kittens› ist immer in meiner Tasche. Auf den ­Reisen mit dem Swiss-Freeski-­ Team spielen wir es dauernd, wenn wir im Flugzeug sind oder ­irgendwo warten müssen.» 5 Meine Sammlung «Die Medaillen der X-Games habe ich über meinem Bett drapiert. Auf sie bin ich

6 schon sehr stolz. Meine Silbermedaille von den Olympischen Spielen in Pyeongchang bewahre ich aber in e ­ iner Box auf. Ich will nicht, dass es so ausschaut, als würde ich ­damit ­angeben.» 6 Meine Lektüre «Ich halte nicht viel von mentalem Training, aber das Buch ‹Mind Gym: An Athlete's Guide to Inner Excellence› finde ich super. Denn darin erzählen ­Spitzensportler wie Tiger Woods, wie sie mit Druck umgehen.» 7 Mein Begleiter «Den Zauberwürfel habe ich überall dabei. Ich lenke mich damit ab, wenn mir langweilig ist. M ­ eine Rekordzeit, um ihn zu lösen, liegt bei 30 Sekunden.»  MM


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