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Migros-Magazin-12-2019-d-OS

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Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

migrosmagazin.ch | MM12, 18.3.2019

Covergirls: Drei Generationen im Frühlingslook Seite 59

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Film und Familie: Die Leidenschaften des Dani Levy

Bild: Christian Schnur

Seite 102

100 Jahre Knie: Günstiger in den Zirkus mit Cumulus Seite 92 Baby-Tracking S. 83 | Kreuzallergien S. 85 | Gemüseshakes S. 43 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 0041(0)71 – 493 24 51, E-Mail: mireg@gmos.ch

Superhäslis Sticker sammeln und ­Häsli-Helden mit nach Hause nehmen. Seite 70


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4 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

Nachhaltige Fan-Shirts Dem Mundartmusiker Marco Kunz, der Ende März mit seinem Album «Förschi» auf Tournee geht, liegt die Umwelt sehr am Herzen. Seine Fan-­T-Shirts bezieht er von der Migros, in Bioqualität und bezahlbar. «Ich habe in der Migros eine Part­nerin gefunden, die viel in die Nachhaltigkeit ihrer Produkte investiert», sagt der Luzerner. «Bei Textilien ist das Umweltbewusstsein der Konsumenten noch nicht so ausgeprägt wie bei Lebensmitteln. Ich freue mich, wenn ich in diesem Bereich einen kleinen ­Beitrag leisten kann.»

Die Jowa macht die besten Berliner Eine Jury hat für den «Kassensturz» neun Berliner ­ egustiert. Keiner ist beim Test so gut weggekomd men wie der Berliner der Migros – mit Topnoten für Konsistenz und Aroma. «Wir freuen uns über das ­Resultat und geben das Lob gern weiter an unsere motivierten Mitarbeiter», sagt Corinne Harder, ­Sprecherin des M-Industrie­betriebs Jowa, der das süsse Gebäck in Ecublens VD herstellt.

Ein Hoch auf Miggy «Gemeinsam geht es besser, und Miggy scheint die Aussicht zu geniessen», schreibt uns Leser Miguel Ayala aus Meyrin GE zum Playmobil-Bild aus dem Kinderzimmer. Schicken auch Sie Ihr M ­ igros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

Bilder: MGB Archiv, Nik Hunger, Amanda Nikolic, Getty Images, zVg

Die Geschichte der Hasen Bis 1965 produzierte die Migros einen Teil ihrer Osterhasen in Meilen am Zürichsee (Bild), und zwar in der eigenen Schokoladen­ fabrik «Jonatal AG», von Gottlieb Duttweiler 1931 in Wald ZH gegründet. Jonatal in Wald, kurz Jowa. Heute ist alles etwas anders: ­ Die Hasen kommen von Chocolat Frey aus Buchs AG, Gebäck und Glace von der Midor aus Meilen, und die Jowa konzentriert sich auf Brot, Teigwaren und ...


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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 5

Welche Milchsorte ist am gesündesten: Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch? Schafmilch enthält mehr Fett, Eiweiss und Kalzium als Kuhmilch, aber auch mehr Kalorien. Ziegen­ milch dagegen enthält etwas weniger Fett und Eiweiss als Kuhmilch und damit auch etwas weniger Kalorien; der Kalzium­ gehalt ist vergleichbar. Es ist also in erster Linie eine Frage des Geschmacks, welche Milch man vorzieht. Zu beachten ist, dass alle drei Milcharten Lak­ tose enthalten und deshalb für Menschen mit Milchzuckerunver­ träglichkeit nicht geeignet sind.

46

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns. M-Infoline, der ­K­undendienst der ­Migros, erreichbar ­über Tel. 0800 84 0848 oder auf migros.ch/kundendienst

Bands spielten am Wochenende am «m4music» in Zürich und Lausanne auf. Das Popmusik­ festival des Migros-Kulturpro­ zents begeisterte auch dieses Jahr Tausende von Musikfans.

UMFRAGE

Wie häufig nutzen Sie Heimlieferdienste der Migros wie Leshop.ch und Amigos? Diese Frage stellten wir unseren Kundinnen und Kunden via Twitter. 321 haben geantwortet. Das ist das Resultat:

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12 %

74 %

Nutze ich ab und zu

Nur einmal probiert

Ich bevorzuge meine Filiale

5 % Nutze ich regelmässig

GESAGT

«Gottlieb Duttweiler war ein Disruptor wie Jeff Bezos.» Andrea Broggini, Präsident der Migros, verglich im Interview mit CNN Money Switzerland die Gründer von Migros und Amazon.


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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 7

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INHALT | 18.3.2019 | 9

88

INHALT Dossier So nicht!

Verpflegung quasi über die Schultheke: Auf dem Campus der ­Technischen H ­ ochschule in ­Lausanne gibts auch eine Migros. Die beiden Studis Najla ­Zedan und Georgi Pecev freuts.

12  Tatort Social Media So sieht die Rechtslage bei ­Anfeindungen im Netz aus 15  Der Wut ausgesetzt Wie gehen Prominente mit ­Hassbotschaften um?

102

21  Sagen Sies mit Stil! 23  Ist die Digitalisierung schuld? Autorin Ingrid Brodnig über ­Cybermobbing und warum es sich online enthemmter schimpfen lässt 27  «Das könnt ihr nicht machen!» An der Migros-Hotline heisst es nicht selten ruhig Blut bewahren

Ganz de Bappe: In seinem neuen Film «Sohn meines V ­ aters» spielt Dani Levy ­Familienoberhaupt Karl. Auch privat geht der Wahlberliner in seiner ­Vaterrolle auf.

Bilder: Jeremy Bierer, Gregory B. Waldis, Micha Freutel/Tina Aich Fotografen; Styling: Caroline Ziegler/Style Council; Hair and Make-up: Zakiya-Jordan Singleton/Style Council

30  Fürs Leben gezeichnet Was Mobbing mit Opfern und Tätern macht 39  Bänz Friedli 43 Frühlingssäfte 68 Leserforum

77  Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

84  Doppelt gebeutelt Was tun gegen Kreuzallergien? 91 Glücksgriff 92  100 Jahre Circus Knie

59 Drei Ladys, drei Generationen, drei neue Looks: Suzanne, Valérie und Jasmine (v. l.) sind unsere ­Covergirls!

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch

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DOSSIER | 18.3.2019 | 11

So c ni ! ht

Wi(e)der die Wut

Mobbing, Hetze, Hasstiraden im Netz: Warum sind wir so gemein zueinander? Ein Plädoyer für wohlwollende Kommunikation.

Prominente Zielscheiben Wer in der Öffentlichkeit steht, wird regelmässig angefeindet. Wie gehen Betroffene aus Medien und Politik damit um? Seite 15

Knigge für Aufgebrachte Es gibt stilvollere Wege als Hasskommentar und Cybermobbing, um dem Ärger Luft zu machen. Seite 21

Schreckliche Schulzeit Einstige Mobber und Gemobbte blicken zurück: Schuld und Schmerz sitzen oft noch heute tief. Seite 30


12 | 18.3.2019 | WIR WUTBÜRGER

Wenn die Hassbotschaft zum Rechtsfall wird Die Zahl der polizeilich registrierten Beschimpfungen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Meist jedoch reiche eine Abmahnung, ­um Hasskommentierer zu stoppen, sagt der Rechtsanwalt Urs Saxer. Text: Ralf Kaminski

N

iemand muss sich einfach so runtermachen lassen – schon gar nicht online oder in den sozialen Medien. Bereits Anwürfe wie «Idiot» oder «Dummkopf» können als Beschimp­ fung eingeklagt werden. «Ich weiss schon, dass man heutzutage das Gefühl hat, solche Ausdrücke seien überhaupt kein Problem, weil die Standards des Anstands sich ver­ schoben haben», sagt Urs Saxer (61), Rechtsanwalt und Professor für Staats- und Medienrecht an der Uni­ versität Zürich. «Aber das stimmt einfach nicht. Man muss sich nicht alles bieten lassen.» Eine Anzeige führt zu einem Straf­ verfahren, einer Vorladung vor Ge­ richt und schliesslich zu einer Busse, bei Ersttätern in der Regel im dreioder niedrigen vierstelligen Bereich. «Für notorische Wiederholungstäter

Urs Saxer (61) ist Rechtsanwalt, Uniprofessor und Mitgründer des Start-ups Silenccio.

«Bei Frauen zielen die Angriffe oft auf den Körper oder die Sexualität.» Jolanda Spiess-Hegglin Netzaktivistin

kann es aber deutlich teurer werden; auch Freiheitsstrafen sind möglich», so Saxer. Viele Menschen halten das Inter­ net für einen rechtsfreien Raum. «Doch das ist ein Irrtum. Nichts macht das so deutlich, wie wenn man plötzlich ein juristisches Verfahren am Hals hat.» Das Strafrecht schützt die persönliche Ehre, das Zivilrecht und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) schützen die ­Berufsehre. Gelegentlich kann auch die Anti-Rassismus-Strafnorm eine Rolle spielen. Silenccio fahndet nach Hetzern

Dennoch gilt weiterhin das Prinzip der Meinungsfreiheit. «Kritische Äusserungen, auch über andere Per­ sonen, müssen möglich sein», betont Saxer. «Wenn es sich um eine Sauerei handelt, kann man es auch als solche bezeichnen.» Im Zweifelsfall müsse eine sorgfältige Abwägung statt­ finden, was Verfahren zu Persönlich­ keitsverletzungen anspruchsvoll mache. «Und das Ergebnis kann von Richter zu Richter anders ausfallen.» Zudem müssten sich prominente Personen mehr gefallen lassen, ge­ rade auch in öffentlichen Debatten. «Am Ende ist der Wahrheitsgehalt entscheidend, man darf nicht einfach Unsinn in die Welt setzen.» Meist jedoch kommt es gar nicht zu einem juristischen Verfahren. «Eine Abmahnung reicht.» Dies ­ ist die Erfahrung von Saxer und drei Mitgründern beim Start-up Silenccio:

Hier kann man sich anmelden und ­ ab Fr. 11.90 (Privatpersonen) oder ­ Fr. 79.90 (Firmen) pro Monat ein ­Online-Monitoring samt Rechts­ schutzversicherung bei AXA buchen. Silenccio durchsucht dann regel­ mässig das Web und die wichtigsten Social-­Media-Plattformen nach nega­ tiven Äusserungen über die betreffen­ de Person oder das Unternehmen. Wird etwas entdeckt, erhält der Ur­heber eine mahnende E-Mail. ­«Darin steht, dass die Art der Äusse­ rungen unzulässig ist und dass er oder sie sofort damit aufhören und den Post löschen solle, ansonsten werde es juristische Konsequenzen haben», erklärt Saxer. «Mehr braucht es in der Regel nicht. Wir haben seit Beginn im April 2018 praktisch keine Rechtsfälle.» Sollte sich der Kunde dennoch für den juristischen Weg entscheiden, kommt der AXA-Ver­ sicherungsschutz ins Spiel. Konkrete Zahlen möchte Saxer nicht nennen, aber das Geschäft ist gut angelaufen. Ausserdem wurde das Start-up 2018 mit dem Innovationspreis der Schweizer Assekuranz ausgezeichnet. Knackpunkt anonyme Beschimpfung

Das von Silenccio entwickelte Tool funktioniert wie eine klassische Such­ maschine. «Die Herausforderung war, auch soziale Medien automatisiert zu durchforsten.» In halb­öffentlichen Räumen wie Whatsapp oder Facebook Messenger ist ein aktives Monitoring nicht möglich und nicht erwünscht. Betroffene können aber einen Screen-


WIR WUTBÜRGER | 18.3.2019 | 13

So c ni ! ht

Zahlen

3512 Verurteilungen wegen Beschimpfung verzeichnete die Schweiz 2017.

Kampf gegen Online-Hass

26

Strafanzeigen gab es 2017 im Durchschnitt pro Tag – insgesamt 9555.

65%

mehr polizeilich registrierte Beschimpfungen gab es 2017 gegenüber dem Jahr 2009, als man die Zahl erstmals aus­wies.

900

Franken Busse ­gab es schon für Beschimpfungen wie «Drecks­lügner», «Krimi­neller» oder «Dummkopf».

Illustration: Vectorstock; Bild: zVg

8 Mio.

Postings hat Facebook in den ersten neun Monaten d ­ es Jahrs 2018 beanstandet. Entweder wurden die Bei­träge gelöscht, oder der Nutzer wurde gesperrt. Quellen: Polizeiliche Kriminalstatistik (2017), «SonntagsZeitung»

shot an Silenccio schicken, um die Abmahnung auszulösen. Besonders herausfordernd sind anonyme Beschimpfungen. «Da kann man sich nur an die betroffene Plattform wenden und die Löschung verlangen.» Das sei zwar oft umständlich und langwierig, führe aber auch immer wieder zum Erfolg. Mehrheitlich männliche Täterschaft

Die Zahl der polizeilich registrierten Beschimpfungen nimmt unaufhaltsam zu. 2009 – im ersten Jahr, in dem die Daten erhoben wurden – waren es 5775, 2017 bereits 9555 (neuere Zahlen gibt es noch nicht). 75 Prozent der Beschimpfer waren Männer, die meisten zwischen 20 und 60 Jahre alt. Aber auch knapp 1000 Kinder und Jugendliche sowie 230 Personen über 70 wurden polizeilich registriert. Jolanda Spiess-Hegglin (38), die ­ als grüne Kantonsrätin in Zug selbst viel Hass erlebt hat, leitet heute den Verein #NetzCourage, der Opfer von Beschimpfungen und Verleumdungen

unterstützt. 2018 erhielt sie über 1000 Anfragen betreffend Soforthilfe; 90 Prozent stammten von Frauen, d ­ ie sich ­politisch äussern. Seit Bestehen des Vereins 2016 hat sie 200 Anzeigen eingereicht. Spiess-­Hegglin beschreibt den klassischen Täter so: «Plakativ ­gesagt ist der Beschimpfer im Netz ­ der alte, weisse Rentner, SVP-Wähler oder -Mandatsträger, wohnt im Aargau, Thurgau oder im Zürcher Oberland – in den SVP-Hochburgen.» Diese Menschen hätten schlicht zu viel Zeit und würden die Regeln des Internets zu wenig kennen. «Es ist für sie eine Alternative zum Stammtisch im Dorf. Erst recht, wenn sie dann Applaus von Gleichgesinnten bekommen. Ausserdem fühlen sich diese Männer von politisierenden Frauen in ihrer Wohlfühlzone bedrängt.» Generell werden Frauen ganz anders beschimpft. «Bei Männern wird die Kompetenz angezweifelt, bei Frauen zielen neun von zehn Angriffen auf den Körper oder die Sexua­ lität.» Cyberhass gegenüber Frauen sei deshalb tendenziell verletzender. Urs Saxer hält das Täterprofil für breiter. «Bei den politisch-medialen Auseinandersetzungen dürfte die Beschreibung recht gut zutreffen, aber beim Cybermobbing sind Täter und Opfer deutlich vielfältiger.» Es hapert mit der Durchsetzung

Wie kann man Gegensteuer geben? Saxer hält die bestehende Gesetz­ gebung für ausreichend. «Das Pro­ blem ist die Durchsetzung – Silenccio

Der Frauendachverband Alliance F lanciert mit der Unter­ stützung des Förderfonds Engagement Migros ein Pionier­ projekt zur Bekämpfung von Hasskommentaren im Internet. Dabei sollen Mensch und Technik Hand in Hand arbeiten: Mithilfe ­eines lernenden Algorithmus ­ wird so­genannter Hate Speech (englisch für: Hassrede) im Netz auf­gespürt. Gleichzeitig nimmt eine sprachübergreifende Gruppe­ von Freiwilligen Einfluss auf die betreffenden Diskussionen und bringt sie auf eine sachliche Ebene zurück. Algorithmus und Freiwil­ lige lernen laufend voneinander und ver­bessern sich fortwährend. In den nächsten Monaten wird ­ die Gruppe der Freiwilligen ­auf­gebaut; Mitte des Jahres wird die lernende Plattform «Stop Hate Speech» online gehen. Infos: stophatespeech.ch

versucht, sie etwas zu fördern.» E ­ in anderer Weg ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Deutschland. Es verlangt von Online-Plattformen, ­problematische Postings rasch aus dem Netz zu nehmen, andernfalls ­drohen Bussen. Doch auch das ist nicht unumstritten, weil das Risiko von Zensur besteht. Trotzdem sei es einen Versuch wert, findet Saxer. «Man wird erst in zwei, drei Jahren wirklich abschätzen können, ob ­dieses Gesetz eine gute Sache ist ­ oder nicht.» Letztlich seien alle Massnahmen heikle Balanceakte zwischen Durchsetzung von Persönlichkeitsschutz auf der einen Seite und Achtung der Meinungsfreiheit auf der anderen. «Bisher haben wir experimentiert. Am besten wäre eine klare inter­­na­tional gültige Regelung, wo was ­ wie geahndet werden kann – aber ­davon sind wir weit entfernt.» MM Infos: silenccio.com, netzcourage.ch


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Zubereitung: Marinieren der Pouletschnitzel: Den halben Beutel Guacamole Mix Würzmischung mit 2 EL Olivenöl vermischen, Fleisch mit der Mischung bestreichen, abdecken und für 15 Min. kaltstellen. Vorbereitung der Tortillaschälchen: Backofen auf 140 °C vorheizen. Die einzelnen Tortillas in eine Schüssel legen, vorsichtig in Form drücken und mit einem Pinsel leicht einölen. Dann mit einer Kugel Alufolie befestigen und für ca. 10 Min. in den Ofen geben. Die Temperatur auf 180 °C erhöhen und die Schälchen 4 Min. fertig backen bis sie goldbraun sind. Abkühlen lassen und aus der Form nehmen. Vorbereitung der Garnitur: Salatherzen und Tomaten kleinschneiden, Peperoni entkernen und in kleine Würfel schneiden, Mais und Bohnen abgiessen, Korianderblätter abzupfen. Den Quark mit

ein wenig Salz vermengen und die Mischung kaltstellen. Die Limette auspressen und den Saft mit 6 EL Olivenöl und ein wenig Salz vermischen. Garen der Pouletschnitzel: Fleisch in einer beschichteten Pfanne von allen Seiten anbraten und dann bei reduzierter Hitze weitere 8 Min. garen, dabei mehrmals wenden. Anschliessend in feine Streifen schneiden. Anrichten des Salats: Garnitur und Pouletsteifen auf die Tortillaschälchen verteilen und mit dem Limettenöl beträufeln. Dann den Dip Guacamole und den Quark hinzufügen. Tipp: Am besten gleich geniessen!

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DOSSIER | 18.3.2019 | 15

So c ni ! ht

Täglich eine Ladung Hass Wer in der Öffentlichkeit steht, wird fast schon routinemässig mit Wut und Häme überschüttet. Medienschaffende und Politiker berichten, wie sie damit umgehen. Text: Ralf Kaminski

Arthur Honegger «10vor10»-Moderator

Bild: Oscar Alessio/SRF

«Wir dürfen bei all den Hass­ kommentaren nicht vergessen, dass sie von einer pene­ tranten Minderheit kommen. Die Mehr­ heit der Menschen äussert sich differenziert und vernünftig.»

S

eit Arthur Honegger das Nachrichtenmagazin «10vor10» im Schweizer Fernsehen moderiert, wird er auf seinem TwitterAccount regelmässig beschimpft. Nach einer Sendung Ende Januar über die politische Krise in Venezuela hiess es: «Obwohl 100 000e in Massendemos den neuen legiti-

men Präsidenten u Mehrheitsführer #Guaido feiern, spricht Salonsozialist @honegger säuerlich von 10 000en. Wie lange lässt man H noch gewähren?» oder «H ist das widerliche sozialistische Pendant von Lanz! (Lanz Talk ZDF)». Solche Tweets sind noch harmlos, gelegentlich gibt es auch Morddrohungen. Oder eine Fotomon-

tage, auf der man seinen Kopf in einer Pissoirschüssel sieht. «Welcome to my world», sagt Honegger, der zuvor acht Jahre lang als USA-Korrespondent für SRF tätig war und dabei nur s­ elten Anfeindungen erlebt hat. Doch seit er «10vor10» moderiert, ist Hass der allgegenwärtige Beglei-

Arthur Honegger ist in seinem Job täglich Beschimpfungen und Hass­tiraden ausgesetzt.


16 | 18.3.2019 | DOSSIER Promis lesen Hassbotschaften

Regula Stämpfli

www.migmag.ch/ hass

Politologin

«Halt doch endlich die Klappe!» – Geh in die Klapse!» – «Linksextrem!» ter seiner Arbeit. Besonders viele Beschimpfungen kommen nach Beiträgen über den Klimawandel oder den russischen Präsidenten. «Die Hauptvorwürfe lauten meist, wir würden Informationen unterdrücken oder seien eine Propagandamaschine der Nato oder von George Soros.» Zu Beginn seiner Tätigkeit gab es auch Kommentare zu seinem Äus­seren, heute sind meist redaktionelle Inhalte Anlass der Wut. «Damit muss man leben lernen, wir können deswegen ja nicht aufhören, über diese Themen zu berichten.» Drohungen gegen seine Familie gehen dem 39-Jährigen jedoch näher als solche gegen ihn selbst. Und er ­achtet d ­ arauf, dass die Öffentlichkeit nicht erfährt, wo er wohnt. Aber besonders ernst nehme er das alles nicht. «Relevanter finde ich, dass sich in unserer Gesellschaft offensichtlich eine Subkultur gebildet hat, die für Verschwörungstheorien aller Art sehr zugänglich ist.» Und die von einigen Politikern gezielt gefüttert werde, um ihre Basis bei Laune zu halten. «Das sind Alarmsignale, die wir ernst nehmen müssen.» Auf Anzeigen hat Honegger bisher verzichtet, hingegen hat er Beschimpfer bei Twitter gemeldet, mit Konsequenzen für deren Accounts. Freund­ liche und konstruktive Kritik beantwortet und berücksichtigt er. Manchmal gibt es sogar Komplimente. «Wir dürfen vor lauter Hasskommentaren nicht vergessen, dass sie von einer penetranten Minderheit kommen. Die meisten Menschen reagieren nicht so; sie sind vernünftig, differenziert und anständig. Für sie machen wir unser Programm.»

Patronen in der Post

Anonyme OnlineKommentare

Angriffe sind zur Gewohnheit geworden Regula Stämpfli wird seit Jahrzehnten angefeindet. «Es gibt Männer, die mich seit 20 Jahren verfolgen und stets neue Wege suchen, um mich in die Pfanne zu hauen», sagt die Polito­login und Sachbuchautorin. «Mein WikipediaEintrag wurde zum Beispiel von einem Troll verfasst, und ich ringe derzeit mit den Be­ treibern um entsprechende Anpassungen.» Immerhin: In den vergangenen Jahren ist die Hasswelle etwas abgeebbt. «Ich habe in letzter Zeit auch keinen Skandal mehr verursacht», sagt Stämpfli und lacht vergnügt. Doch zu ihrer Kolumne im «Blick am Abend», die sie bis zur Einstellung des Gratisblatts im vergangenen Jahr schrieb, gab es jedes Mal bösartige anonyme Kommentare. «Im Stil von: Halt doch endlich die Klappe! Geh in die Klapse! Links­ extrem!» Oft wird auch aufs Äussere gezielt oder eine Vergewal­tigung angedroht. «Wie es g­ egenüber Frauen üblich ist. Es ist teilweise richtig grauslig.»

Das meiste perlt heute ohnehin an ihr ab. Mit der Zeit hat Stämpfli sich eine dicke Haut zugelegt. «Als Intellektuelle, die in der Öffentlichkeit steht, bin ich es gewohnt, angegriffen zu werden.» Damit müsse man leben, wenn man sich mit den Mächtigen anlege. Auch der schwarze Humor, den sie vom britischen Teil ihrer Familie geerbt habe, helfe. «Was mich immer noch trifft, sind Attacken aus gleichgesinnten Kreisen, von Kollegen quasi.» Ein Artikel aus der WoZ im Jahr 2017 etwa – die Klage d ­ agegen hat sie gewonnen. Wie auch alle anderen vier, die sie im Lauf der Jahre ­initiiert hat. Dennoch hat all die Wut ihre Arbeit verändert. «Der Fokus liegt heute stärker auf nichtöffentlichen Tätigkeiten.» Und ein Stück weit versteht sie ihre Angreifer sogar. «Denken muss wehtun. Dass die Leute so heftig auf meine Beiträge reagieren, bestätigt mir auch, dass ich eine gute Arbeit gemacht habe. Wenn ich schreibe, was der Mainstream lesen will, ist etwas schiefgelaufen.»

Andreas Glarner hat schon rund 20 Klagen wegen Beschimpfungen ausgelöst. «Nicht bei jeder Bagatelle, aber wenn man mich als Nazi, braunen Hetzer, Pädophilen oder üblen Profiteur bezeichnet, dann klage ich dagegen», sagt der 56-jährige SVP-­ Nationalrat und Unternehmer aus Oberwil-Lieli AG. Auch Morddrohungen gibt es, und ab und zu sogar eine Patrone in der Post. Viele Beschimpfungen sind anonym, aber längst nicht alle. Die «gröberen ­Sachen» gibt er an die Polizei weiter, die entscheidet, was sie weiterverfolgt. In der Öffentlichkeit ist der Politiker vorsichtiger geworden. «Ich laufe in Bern nicht mehr unbefangen herum.» Richtig heftige Beschimpfungen gab es 2015, als Glarners Gemeinde Oberwil-Lieli sich entschied, lieber Strafe zu zahlen als Asylbewerber aufzunehmen. «Man darf nicht so abgebrüht werden, dass einem Angriffe nicht mehr wehtun», sagt Glarner. «Denn Kritik kann manchmal berechtigt sein – gerade bei einem wie mir, der auch mal über die Stränge schlägt.» Vernünftig formulierte Kritik beantwortet Glarner in der Regel. «Ich habe mich mit Kritikern auch schon auf einen Kaffee getroffen und diskutiert. Das ist der beste Weg, mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen.»


DOSSIER | 18.3.2019 | 17

Sascha Ruefer Sportkommentator

«‹Du hast keine Ahnung› ist im Grunde schon eine Schmeichelei.»

Die Kommentare zielen oft auf das Äussere Jennifer Bosshard erhält ­abschätzige Kommentare vor allem auf Instagram. «Ich sei total unsympathisch oder hässlich oder schlimm angezogen oder ein naives kleines Kind, das keine Ahnung habe, was abgehe», fasst die 25-jährige Moderatorin der SRF-­ Sendung «Glanz & Gloria» zusammen. Das meiste komme jedoch von Fake Accounts. «Das finde ich feige. Da nimmt sich also jemand die Mühe, so ein Konto einzurichten, nur um mich gezielt fertigzumachen?»

Die Flut an Hass am besten ignorieren

Bilder: PD, Stahl Photographie, Oscar Alessio/SRF (2)

Sascha Ruefer (47) kann mittlerweile nicht mehr viel erschüttern. «Es gibt nach unten keine Grenzen beim Niveau der Kommentare, die über die sozialen Medien hereinfluten», sagt der SRFSportmoderator und -kommentator. «‹Du hast keine Ahnung› ist im Grunde schon eine Schmeichelei.» «Am Anfang konnte ich da­ mit nicht umgehen, es hat mich wirklich belastet.» Doch die Flut an Hass, die ihn erreicht, habe inzwischen zu einer gewissen Abstumpfung geführt. «Heute ist mir eigentlich egal, was da kommt. Ich nehme diese Leute nicht ernst und ignoriere sie einfach. Letztlich bauen sie einfach ihren Frust ab, und wir sind die Blitzableiter.» Doch es habe einige Zeit gedauert, bis er so weit gewesen sei. «Der Austausch mit einem Coach hat mir dabei geholfen.» Während Ruefer sich von den sozialen Medien heute weitgehend fernhält, nimmt er Rückmeldungen via E-Mail durchaus noch wahr. «Mir ist

auch klar, dass ich polarisiere, das liegt in der Natur meiner Arbeit. Und wenn sich jemand respektvoll aufregt, weil seine Mannschaft gerade verloren hat, ist das in Ordnung, darauf antworte ich auch.» Das sei jedoch selten. «Meist kommt nur pure ­Aggression.» Besonders starke Reaktionen gebe es nach ­Spielen des FC Basel gegen die Berner Young Boys. Ruefer kommentiert schon seit 1998 Sportsendungen am Fern­sehen. «Lange ging es sehr zivilisiert zu, auch noch als Internet und E-Mails gerade aufkamen.» Erst mit der Etablierung der sozialen Medien vor etwa zehn Jahren sei die Wut eskaliert. In der Öffentlichkeit hin­ gegen hätten sich die Reak­ tionen kaum verändert. «Wenn ich draussen unterwegs bin, erkennen mich die Leute und reagieren – meist positiv. Wenn jemand schimpft, gehe ich darauf ein. Sogar bei Meinungsverschiedenheiten ergeben sich daraus gute, respektvolle Gespräche.»

Sie habe auch schon ein paar Mal zurückgeschrieben, um herauszufinden, was das Problem sei. «Aber entweder kommt dann keine Antwort oder das Konto wird blitzartig gelöscht.» Die Kommentare zielten oft auf die Optik, wobei sie selten mit der Androhung von sexueller Gewalt konfrontiert sei. «Vielleicht weil ich äusserlich und mit meinen Posts kaum polarisiere. Da wird man weniger angegriffen.» Dafür gebe es bei ihr ab und zu anzügliche Kommentare: «‹Ach, könntest

Jennifer Bosshard SRF-Moderatorin

«Könntest du nicht mal Netzstrumpfhosen anziehen oder etwas mehr Bein zeigen?» Anonymer OnlineKommentar

du nicht mal Netzstrumpf­ hosen anziehen oder etwas mehr Bein zeigen?› – das ­finde ich auch widerlich.» «Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, es tangiere mich überhaupt nicht. Wenn auf meine Person gezielt wird, also ich sei naiv oder ein Dummchen, dann verletzt mich das. Weil ich genau das nicht bin.» Die Kommentare zum Aussehen hingegen liessen sie relativ kalt. In­ zwischen lösche sie alles, ­ was unter der Gürtellinie und weit weg von konstruktiver Kritik sei. «Und ich achte heute genauer darauf, was ich über mich und mein Leben preisgebe.» Angefangen hat das alles erst, seit sie im Mai 2018 als SRF-Moderatorin begonnen hat. Sie findet es zwar lästig, psychisch belastet es sie jedoch nicht. «Es regt mich im Moment auf, aber dann sage ich mir auch, dass es sich gar nicht lohnt. Das sind einfach Leute, die ihren Frust und ihre eigenen Komplexe auf mich abwälzen.»


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Jolanda Spiess-Hegglin Netzaktivistin

«Anzeigen bewirken etwas: Wer so aus der Anonymität gezerrt und vor­ geladen wird, hört in der Regel auf, zu hetzen.»

Hilfe für andere Opfer von Mobbing im Netz

Bilder: Gaetan Bally/Keystone, Peter Klaunzer/Keystone

Jolanda Spiess-Hegglin (38) ist noch immer fast täglich mit den Folgen der bis heute ungeklärten Ereignisse nach der Zuger Landammannfeier 2014 konfrontiert. Am Tag danach war sie mit Unterleibsschmerzen und Erinnerungslücken aufgewacht, ohne einen Kater zu haben. Ein SVP-Politiker wurde wegen des Verdachts auf Schändung festgenommen, später jedoch wieder freigelassen. ­ Es gab zwei Gerichtsverfahren, das erste endete mit ­einem Vergleich, das zweite stellte die Zuger Staatsanwaltschaft im vergangenen Frühling ein; sie hielt fest, dass Spiess-­Hegglin niemanden falsch beschuldigt habe. Der enorme Medienrummel um den Fall trat eine Lawine von Hass gegen die damalige Kantonsrätin der Grünen Partei los. «Die Mord- und Vergewaltigungsdrohungen kamen schon kurz nach dem ersten Artikel im ‹Blick›, also noch bevor die Kampagne gegen mich überhaupt Fahrt aufgenommen hatte.» SpiessHegglin hat sich mittlerweile aus der Politik zurückgezogen

und 2016 den Verein #NetzCourage gegründet, mit dem sie sich gegen Internethetze engagiert und andere Betroffene unterstützt. Zu Beginn löste die Flut an Hass bei ihr vor allem eins aus: Wut. «Ich musste ein Antiaggressionstraining machen, weil ich nicht sicher sein konnte, ob ich dem Nächsten nicht einfach die Nase breche. Das habe ich heute im Griff.» Sie hat ­ sich auch mit vielen Psychologen über das Phänomen unter­halten – eine gute Grundlage für ihre Arbeit bei #NetzCourage. «Eine solche Opferhilfestelle hat bisher ­gefehlt.» Sie hofft nun auf ­finanzielle Unterstützung durch den Bund, denn bisher arbeitet sie ehrenamtlich (siehe auch Seite 13). 200 Anzeigen hat SpiessHegglin mittlerweile er­ stattet, knapp die Hälfte davon für andere Betroffene. «Das hat auch einen gewissen therapeutischen Effekt. Mir ist es wichtig, den Leuten entgegenzutreten, die Unwahrheiten über mich verbreiten.»

Happige Bussen für die Täter Margret Kiener Nellen (65) hat im Nationalrat ein Postulat eingereicht, mit dem sie einen Bericht über den Umfang und die Art der Drohungen gegenüber Parlamentsmitgliedern verlangt. Sie erhofft sich davon kon­kretes Zahlenmaterial, um eine Diskussionsgrundlage für Gegenmassnahmen zu schaffen. «In anderen Ländern und im Europarat wurden solche Studien bereits gemacht», sagt die Berner SP-Nationalrätin und Rechtsanwältin. Das Thema betrifft sie gleich doppelt. Einerseits hat sie Opfer von Beschimpfungen und Gewalt als Anwältin oft vor Gericht vertreten, andererseits ist sie selbst jahrelang beschimpft und bedroht worden. Besonders heftig war es 2014 und im Wahljahr 2015. «Wir werden Sie vergewal­ tigen und töten. Sie, Ihren Mann und Ihre Kinder. Wir wissen, wo Sie wohnen. Auch wenn Sie Leibwächter an­ stellen, nützt das nichts, wir kriegen Sie», zitiert Kiener Nellen aus einem der Drohbriefe. Damals engagierte sie

Margret Kiener Nellen SP-Nationalrätin

«Wir werden Sie vergewaltigen ­ und töten. Sie, ­ Ihren Mann und Ihre Kinder.» Aus einem anonymen Drohbrief

sich an vorderster Front für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung und wurde deshalb von der Gegenkampagne persönlich angegriffen. «Das hat wohl die Schleusen für weitere Angriffe geöffnet», vermutet sie. Etwa 15 Strafverfahren hat die Politikerin in diesen zwei Jahren initiiert, davon sind zwei noch hängig. In einem Fall musste der Täter wegen seiner Drohungen eine Busse von insgesamt 11 500 Franken zahlen. Kiener Nellen stand ausserdem eineinhalb Jahre unter Polizei­schutz, nachdem sie und ihre Familie schwer ­bedroht worden waren. Das alles habe enorm viel Zeit und Energie gekostet. «Eigentlich wurde ich gewählt, damit ich mich für ­ eine gerechtere Schweiz und eine bessere Welt engagiere. Stattdessen muss ich mich jahrelang mit Anfeindungen herumschlagen. Damit muss Schluss sein. Es ist wichtig, dass solche Täter verurteilt werden und happige Bussen zahlen müssen.»


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Hass begleitet ihn seit Jahren

Das war selbst für Eberhard eine neue Dimension, obwohl er einiges gewohnt ist. «Ich habe schon in mehreren grossen Zeitungen über diese Themen

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geschrieben, Hass hat mich von Anfang an begleitet. Aber in jüngster Zeit hat er stark zugenommen, auch bei Themen, die gar nicht sonderlich kontrovers sind.» Eberhard sieht dahinter auch eine Grundstimmung gegenüber Journalisten, die von einigen Politikern gezielt geschürt werde. Inhaltlich fundierte Kritik gebe es natürlich auch. «Die ist immer willkommen», betont er. Aber es dominierten Verleumdungen und Vorwürfe dahin­ gehend, dass er Fake News oder systematische Lügenkampagnen verbreite. Konkrete Drohungen zeigt er hin und wieder an. Eberhards Wohnadresse findet man nirgends mehr. Und er postet

nichts Privates in den sozialen Medien. «Für mich ist auch wichtig, mit anderen darüber reden zu können, mit Redaktionskollegen oder Freunden. Manchmal gehe ich hinaus in die Natur und versuche, Distanz zu gewinnen.» Es sei wichtig, den Hass richtig einzuordnen, betont Eberhard. «In den sozialen Medien haben diese Leute quasi die Deutungshoheit, weil sie gut organisiert und laut sind. Aber sie vertreten nicht die Mehrheitsmeinung.» Vor allem dürfe man sich nicht ­davon abhalten lassen, weiterhin zu gewissen Themen zu recherchieren und darüber zu berichten. «Am besten versucht man, den Hass auszublenden.» MM

Bild: Philipp Rohner

Fabian Eberhard (35) hat sich im vergangenen Jahr für etwa drei Wochen von Twitter verabschiedet, um die Flut von Hass zu stoppen, der er ausgesetzt war. Der auf Extremismusthemen spezialisierte «SonntagsBlick»Redaktor hatte über einen Marsch von Rechten in Polen berichtet. Danach ergossen sich Zehntausende von Hassbotschaften über seine Social-Media-­Kanäle. «In der Hochphase waren es mehrere hundert pro Stunde. Darunter ­viele Morddrohungen.»


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So Sich ärgern ist menschlich. Doch es gibt bessere Wege als Hasskommentare und Cybermobbing, um der Wut Luft zu machen. Knigge-Expertin Susanne Abplanalp gibt Tipps. Illustrationen: Luca Bartulovic

1. Erst mal darüber schlafen

Wenn die Wut sehr gross ist, schreiben Sie zunächst auf, was Sie geärgert hat – und schlafen Sie eine Nacht darüber. Wenn wir etwas niederschreiben, findet ein grosser Teil der Verarbeitung bereits statt, verraucht der Zorn dadurch. Hingegen hat schon mancher seine impulsive Reak­ tion nachträglich bereut. 2. Ich-Form verwenden

Verwenden Sie keine Formu­ lierungen wie «Man stellt fest ...», «Wir finden ...» oder ­ «Sie machen alles falsch», ­sondern sagen Sie in der IchForm, was Sie stört. 3. Konkret sein mit Beispiel

«Gestern beim Frühstück ist mir aufgefallen, dass du Herrn Müller ins Wort gefallen bist.» Dieser Satz ist konkret, und die kriti­ sierte Person kann sich noch an den Vorfall erinnern. Vermeiden Sie Pauschalisierungen wie «Immer unterbrichst du ...». 4. Nichts bemängeln, was das Gegenüber nicht ändern kann

Gewisse Eigenheiten sind, wie sie sind. Also nicht: «Man ver­ steht Sie so schlecht, wenn Sie

Bild: zVg

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Viele Leute haben nicht den Mut, ihren Ärger direkt bei der Person anzubringen, die ihn ausgelöst hat. Stattdessen lästern sie oder schimpfen in den sozialen Medien. Das verbreitet schlechte Stimmung – die kritisierte Person erfährt unter Umständen davon und kann sich nicht wehren. Die optimale Lösung ist es, den Ärger immer direkt bei den Betroffenen loszuwerden. Dabei sollte man sich die Worte vorher gut überlegen und während des Gesprächs Stil b ­ ewahren. Am besten hält man sich an die Regeln der Feedbackkultur – so hilft man dem Gegenüber ­vielleicht sogar, an einer Schwäche zu arbeiten.

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Höflich Dampf ablassen

immer stottern.» Besser: «Wenn Sie Augenkontakt aufnehmen und lauter sprechen, kann ich Sie besser verstehen.» 5. Positives erwähnen

Kritik kann man ein wenig ­ab­federn. Zum Beispiel so: ­«Der ­humorvolle Einstieg in ­deine gestrige Rede hat mir ­sehr ge­fallen. Ich bin überzeugt, dass ­ du mit einem starken Appell, ­einem pointierten Abschluss noch mehr Aufmerksamkeit ­erhalten würdest.» 6. Botschaft mit Wunsch verbinden

Geben Sie einen konkreten ­konstruktiven Vorschlag zur Verbesserung: «Ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie in Zukunft Damen und Herren mit der glei­ chen Wertschätzung begegnen.» 7. Stil bewahren

Bei öffentlicher Kritik: nichts formulieren, was Sie der Person nicht auch persönlich sagen würden. Fälschlicherweise ­neigen viele dazu, sich im ­Internet anonym zu fühlen. Wenn es um Feedback geht: ­Fragen Sie die betreffende ­Person, ob sie es auch hören möchte. Es sollte unter vier ­Augen erfolgen oder in Form ­eines freund­lichen E-Mails. Selbstkritische Menschen ­­lieben es, ernst gemeinte F ­ eedbacks ­­ auf hohem Niveau ­zu ­erhalten, die sie weiter­bringen. ­Es ist ­tatsächlich ­schon vorgekom­ men, dass d ­ er kritische Brief ­einer ­Leserin später ­zu ­einer Hochzeit mit dem Kritisierten geführt hat ... MM

Susanne Abplanalp (59) ist Knigge-Beraterin und Autorin des Buchs «Der ­Office-Knigge: Souverän mit Kunden und im Team» (SKV-Verlag, Fr. 26.40 bei ­ Ex Libris ). Sie unterrichtet ­ an Weiterbildungsinstituten und bietet Firmenseminare sowie Privatcoachings an. ­Zudem ist sie Mitglied des Rhetorik-Clubs Zürich, wo ­­ man unter anderem lernt, ­direktes ­Feedback aufbauend zu vermitteln. Infos: kniggetoday.ch, rczh.ch


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Bild: Ingo Petramer/Brandstätter Verlag; Videostill: Wu Tsang, «A Day in the Life of Bliss», 2014, Sammlung Migros Museum für Gegenwartskunst

Ausstellung zum Thema Hass im Netz: «Producing Futures», Migros-Museum, bis 12.5.; migrosmuseum.ch

«Wir sollten Opfer stärker in Schutz nehmen»

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Einen anderen Blick auf unser Zusammenleben im digitalen Zeitalter bietet die Ausstellung «Producing Futures – An Exhibition on Post-Cyber-­ Feminisms», ­die bis 12. Mai im Migros-Museum für Gegenwartskunst zu sehen ist: 14 Künst­le­ rinnen und Künstler spüren mit ­ihren Werken dem Zusammenleben im 21. Jahrhundert nach, das geprägt ist von der fort­ schrei­tenden ­Verschränkung von Online und Off­­­line.

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Spricht man über Interak­tion im ­Internet, landet man schnell bei Schlagzeilen über Cybermobbing und Hasstiraden, die in den sozialen Medien kursieren.

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Cyberspace gleich Cybermobbing?

Hass entfaltet besonders im Internet eine durchschlagende Kraft. Wie kann man darauf reagieren? Ein Gespräch mit ­ der Autorin Ingrid Brodnig, die sich für mehr Zivilcourage im Netz einsetzt. Text: Sabine Lüthi

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elche Form von Hass haben Sie selbst schon erlebt? Die Spannbreite reicht von sanften Beleidigungen wie «linker Gutmensch» oder «Schreib­hure» bis zu Sexismus gegen mich als Frau, etwa in Form von E-Mails mit klar sexistischem Inhalt. Was lösen die Angriffe bei Ihnen aus? Jeder ärgert sich, wenn er solche Anfeindungen erhält. Ich habe den Luxus, dass ich solche Dinge in Artikeln oder Büchern ver­ arbeiten kann – das tut gut. Wer so etwas anspricht, herum­ erzählt und -zeigt, erfährt oft sehr viel Solidarität – das hilft. Welche Gründe gibt es für Hass gegen andere? Hass und Wut stecken in jedem. Das Problem ist, dass wir diese negativen Gefühle online enthemmter ausleben. Es gibt die These des Online-Enthemmungseffekts, der mehrere Gründe auflistet, warum Menschen online Dinge sagen, die sie einem Menschen nie ins

­ esicht schmettern würden. ­ G Ein wichtiger Faktor ist die ­Unsichtbarkeit: Ich muss nicht mit ­ansehen, wie eine Frau ­reagiert, wenn ich sie als Schlampe bezeichne, oder wie sich ein Mann verhält, der sich anhören muss, er gehöre am nächsten Baum aufgeknüpft. Verleitet die Anonymität ­ im Netz also dazu, auf andere ­«einzudreschen»? Anonymität ist nicht der einzige Faktor. Auf Facebook sind viele mit echtem Namen unterwegs, auch da passiert Strafbares. Ich bin immer wieder überrascht, was Menschen alles schreiben, selbst wenn ihr Name danebensteht. Und Hass klickt gut, nicht? Ja, schlimm an der digitalen Debatte ist, dass Rüpel mit ­derben Kommentaren das bes­ sere Feedback erhalten, a­­ lso ­viele Likes oder viel Beifall in Zeitungsforen. Eine Auswertung von rund 75 000 Leserkommentaren in Zeitungen in Südkorea hat gezeigt, dass die Kommen­ tare, die Schimpfworte ent­ hielten, im Schnitt mehr Likes

be­kamen. Wut bringt Menschen zum ­Klicken, Wut aktiviert User. Belohnen auch die Algo­ rithmen Hassbotschaften? Die Gefahr ist tatsächlich, dass die Technik eine unbehagliche Nebenrolle spielt. Im Internet haben wir das Problem, dass viele Seiten von Algorithmen sortiert werden und wir nicht genau wissen, wie sie funktionieren. Bekannt ist zumindest, dass die Facebook-Software Posts bei mehr Menschen einblendet, wenn sie viele Likes und Kommentare erhalten oder geteilt werden. Die Software ist so programmiert, dass alles mit vielen Likes als relevant gilt. Es besteht also die Gefahr, dass Algorithmen wütendes Kommunizieren belohnen. Dieser Verdacht steht ­zumindest im Raum. Facebook ermöglicht es Forschern nicht, derartige Effekte zu untersuchen. Wir tappen hier im Dunkeln. ­ Die Plattformen behalten viele Informationen für sich. Könnte man Facebook vor­ werfen, durch Gleichgültigkeit und Wirtschaftsdenken Hass zu schüren?


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Ich denke nicht, dass Facebook das geplant hat, aber das Unternehmen war lange ­ignorant. Es hat das Thema nicht ernst ­genommen und erst auf immensen Druck, auch aus Europa, reagiert. Inzwischen ­ werden zum Beispiel Gewalt­androhungen ­gegen Flüchtlinge eher gelöscht als früher. ­Facebook hätte selbst auf die Idee kommen können, dass es nicht gut ist, wenn Menschen der Tod gewünscht wird. Das zweite Problem ist: Je mehr Zeit wir auf einer Plattform ­ver­bringen, desto mehr Werbung sehen wir. Jede werbe­basierte Website läuft Gefahr, dass sie eine Spur e­ motionalisierender, derber ist, dass die sachlichen Inhalte es schwerer ­haben. Was das für den gesellschaftlichen Austausch i­ n unserer Demokratie bedeutet, darüber wurde lange wenig nachgedacht. Könnte man also sagen, dass Donald Trump ein Glücksfall für Twitter ist? Twitter ist sicherlich dank Trump viel präsenter in den klassischen Medien und häufiger im Gespräch. Eine wichtige Frage ist, ob ­Twitter einzelne Trump-Tweets hätte entfernen

s­ ollen, selbst wenn sie vom Präsidenten stammen. Twitter sagt Nein: Donald ­­ Trump ­sei zu wichtig, er habe quasi eine ­Sonderstellung. Gibt es bestimmte Menschentypen, die Hass im Internet verbreiten? Ich unterscheide zwei Typen: die Glaubens­ krieger und die Trolle. Glaubenskrieger glauben wirklich, was sie posten. Sie bringen viel Wut in Diskussionen ein, weil das ­ihrer Ideologie entspricht. Ein Beispiel: ­Zu den aktiven Gruppen im Netz zählen

«Es besteht die Gefahr, dass Algorithmen wütendes Kommunizieren belohnen.» Ingrid Brodnig Autorin und Journalistin

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­ ntifeministen, die glauben, dass die Idee ­ A der Gleichstellung falsch ist. Sie fürchten die vermeint­liche Dominanz der Frauen in den Medien, in den Gerichten, in der Arbeitswelt. Sie glauben, dass die Männer bedroht sind ­ und dass es da­rum in Ordnung ist, brutal zu ­argumentieren. Antifeministen verharmlosen etwa häusliche Gewalt gegen Frauen, weil ­ sie der Meinung sind, das unterdrückte ­Geschlecht sei der Mann. Da sie tatsächlich an eine solche Bedrohung durch die Frauen glauben, scheint es ihnen auch angemessen, brutal gegen Feministinnen anzuschreiben. Und die Trolle? Die Trolle sind nicht ideologisch. Sie wollen provozieren und freuen sich, wenn sie viele Reaktionen auslösen. Sie behaupten häufig Dinge, die sie gar nicht glauben, aber sie wissen, dass sie damit Streit anzetteln können. In extremen Fällen machen Trolle ­andere Menschen fertig, weil sie das lustig finden. Sie sind Hacker der Gefühle, das heisst, sie posten etwas, um unsere Gefühle zu mani­pulieren. In schlimmen Fällen lachen


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Trolle sogar darüber, wenn jemand Suizid ­begangen hat. Zu welcher Kategorie gehört Trump? Trumps Kommunikationsverhalten erinnert eher an Trolle. Ich denke, dass er manches, was er sagt, überhaupt nicht glaubt. Aber er weiss, dass er ein Feedback e­ rhält. Man nennt das Bullshitting: Man sagt etwas, wovon man weiss, dass es falsch ist, nur um damit zu punkten. Was kann jeder Einzelne gegen Hass im Netz tun? Ist Schweigen eine Option? Schweigen kann dazu beitragen, dass etwas nicht sichtbar wird. Taktisches Schweigen kann sinnvoll sein. Auf provozierende Emotio­ nalität sollte man nicht einsteigen, vor allem nicht überstürzt. Wir können auch nicht jeden Aggressor mit blossen Argumenten dazu brin­ gen, weniger aggressiv zu sein, oder ihn von seiner «falschen» Welt­anschauung überzeu­ gen. Ich halte das für unrealistisch. Aber wir sollten Opfer stärker in Schutz nehmen. Wenn man sieht, dass mehrere User eine Politikerin fertigmachen oder dass ein Kumpel aus der

Klasse üble Kommentare auf seinem Profil er­ dulden muss, dann kann man sich einmischen und schreiben: «Ich finde es nicht in Ordnung, was XY gerade erlebt.» Oder: «Lass dich nicht unterkriegen.» Ich habe mit vielen Opfern ­ von Hasskommentaren gesprochen – für alle waren Solidarität und Zuspruch wichtig. Selbst berühmten Menschen, von denen man denken könnte, sie hätten ein dickes Fell, setzt es zu, wenn sie fertiggemacht werden. Welches sind für Sie die drei wichtigsten Werte in unserer Gesellschaft? Grosse Frage. Empathiefähigkeit ist etwas Wertvolles. Ein Mindestmass an Respekt ist ein weiterer wichtiger Wert in jeder demo­ kratischen Debatte. Und eben Solidarität. Dass man sich in jemanden hineinversetzen kann, dass man einer Person den Rücken stärkt, auch wenn man sie nicht kennt, fördert den gesellschaft­lichen Zusammenhalt. Ist das Zivilcourage? Ja. Im Netz fehlen diese Stimmen manchmal. Dort täte uns Zivilcourage besonders gut. MM

Preisgekrönt Ingrid Brodnig (35) beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Die Österreicherin hat drei Bücher zum Thema verfasst, zu­ letzt «Lügen im Netz» und «Hass im Netz». 2017 wurde sie von der Bundesregierung zum «Digital Cham­ pion» Österreichs in der EU-Kommission ernannt. Für ihr Werk hat sie mehrere Prei­ se erhalten. Das Buch zum Thema: Ingrid Brodnig: «Hass im Netz: Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können»; Brandstätter-Ver­ lag, Fr. 21.50 bei exlibris.ch

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«Wir möchten, dass die Leute mit uns im Gespräch bleiben» Die grosse Mehrheit der Kunden-Rückmeldungen an die Migros ist freundlich und respektvoll. Einige wenige Menschen werden jedoch ausfällig. Zwei Mitarbeiterinnen berichten, wie sie in solchen Fällen einen ruhigen Kopf bewahren. Text: Kian Ramezani

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ina ist Community-Managerin bei der Migros. Die 41-Jährige moderiert den Dialog auf den Social-­Media-Kanälen, wo pro Woche regelmässig mehrere hundert Fragen und Kommentare zu Migros-Themen ein­ gehen. Einige Schreiber vergreifen sich im Ton. Wie geht Nina damit um?

Geben Sie uns ein paar Beispiele v ­ on wütenden oder anderen schwie­ rigen Reaktionen, die Sie bei Ihrer Arbeit erhalten? Die Antwort an einen Kollegen auf Migipedia: «Was ist denn das für eine traurige und unprofessionelle Antwort von einer als Community Manager ­erkorenen Person?» Oder die Reaktionen auf ­unseren Post zur jungen schwedischen ­Klimaaktivistin Greta Thunberg auf der Facebook-Seite von Famigros; wir wollten von den Eltern wissen, was ihre Kinder über den Klimawandel denken. Leider k ­ am es vereinzelt zu sehr gehässigen ­Kommentaren, die zudem völlig an unserer Frage vorbeigingen, etwa: «Di würde gschider würklech öpis mache aus uf de ­strasse umelungere.» Als Reaktion riefen wir die User dazu auf, respektvoll miteinander umzugehen. Es ist wichtig, dass die Leute merken, dass unsere Seiten moderiert sind und hier nicht einfach Anarchie herrscht. Wir wollen nicht Polizei spielen, aber manchmal ist eine Interven­ tion nötig.

unseren Kanälen, und wenn ich daheim am Sonntagabend etwas sehe, dann weiss ich, dass mich das am Montag vermutlich beschäftigen wird. Also: liegen lassen oder ­anschauen? Nicht immer einfach. Kürzlich hätte ich etwas sein lassen sollen, tat es aber nicht. Prompt schlief ich schlecht, weil es sich im Kopf drehte und drehte. Gibt es seitens der Migros Vor­ gaben, wie solche Gespräche ­ zu führen sind? Das Wichtigste ist gesunder Menschenverstand, da ich mich immer wieder neu auf ein Indivi­ duum einlasse. Je nach Thema gibt es Sprachregelungen, aber die kann man natürlich nicht einfach «copy/paste» anwenden. ­ Wir sind hier ja eine Commu­ nity. Unser Ziel ist nicht, eine Frage zu beantworten und die Person zu verabschieden. Wir möchten, dass die Leute zurückkommen und mit uns im Gespräch bleiben.

Illustration: Vectorstock

«Di würde gschider würklech öpis mache aus uf de strasse umelungere»

Wie gehen Sie persönlich mit den ­Ge­hässigkeiten um – einerseits im ­betreffenden Moment, andererseits ­psychologisch, auf die Dauer? Es nicht persönlich nehmen. Pausen einlegen, eine Antwort formulieren und kurz zur Seite legen. Und ganz wichtig: die Arbeit nicht nach Hause mitnehmen, Social Media läuft ja rund um die Uhr. Ich folge allen

Kommentar zu einem Beitrag über die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf der Facebook-Seite von Famigros

Wie könnten diese Menschen ihrem Ärger auf bessere Weise Luft machen? Was würden Sie sich wünschen? Mehr Bewusstsein darüber, dass hinter den Migros-­Accounts auch nur Menschen stehen. Und mehr Verständnis dafür, dass wir nicht alles wissen können und spezifische Fragen bei den zuständigen Stellen in der Migros ab­klären müssen. Dafür können ­ wir dann eine korrekte und verbindliche Antwort geben. Manchen würde auch etwas mehr technische Kompetenz gut anstehen – vor allem, wenn es um Facebook geht: Ich frage mich manchmal, ob den Leuten ­bewusst ist, dass die ganze Welt mitlesen kann, was sie da gerade schreiben.

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Tag 1 Zürich–Porto Flug von Zürich nach Porto. Transfer mit einem Rabelo Boot zum Schiff. Tag 2 Porto Panoramarundfahrt* durch die schöne Hafenstadt am Atlantik.

Tag 8 Porto–Zürich Rückflug in die Schweiz. * Ausflugspaket inklusive

Tag 3 Porto–Guimarães–Régua Ausflug* in die Geburtsstadt Portugals. Abendessen auf einem herrschaftlichen Weingut bei Lamego. Tag 4 Régua–Barca d’Alva Im Douro-Museum* in Régua erfahren Sie viel über die Weinbautradition am Douro. Tag 5 Barca d’Alva–(Salamanca) Ganztagesausflug (Fr. 75) in die altberühmte spanische Universitätsstadt Salamanca. Jetzt bestellen: Katalog «Reisen auf dem Fluss 2019»! REISEN AUF 9 DEM FLUSS 201 eit Das Beste

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Tag 6 Barca d’Alva–Pinhão Fahrt nach Castelo Rodrigo*. Weiterfahrt durch das Herz des Naturparks Douro Internacional. Die Miguel Torga verfügt über klimatisierte Aussenkabinen mit 2 getrennten Betten, die nach Bedarf zusammengestellt werden können. Dusche/WC, Föhn, TV, Safe, mit 2 kleineren Fenstern auf dem Hauptdeck und frz. Balkon auf Mittel- und Oberdeck. Rezeption, gemütliche Lounge, Bar, Bibliothek. Im Restaurant beginnt Ihr Tag mit einem Frühstücksbuffet. Mittags und abends serviert Ihnen die ebenso gastfreundliche wie aufmerksame Servicecrew mehrgängige Menüs der internationalen und landestypischen Küche. Willkommen an Bord.

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Unsere Leistungen • Flussreise mit Vollpension an Bord • Charterflüge TAP Zürich–Porto–Zürich • Transfer zum Schiff inkl. Überfahrt mit einem Rabelo Boot • Am Anreisetag Verkostung portugiesischer Leckerbissen in einem typischen Restaurant • Weingutbesuch mit Abendessen • Gepäckservice am Hafen • *Inklusiv-Leistungen des Ausflugspakets • Free WiFi an Bord • Mittelthurgau-Reiseleitung • Deutschsprachige Bordreiseleitung Nicht inbegriffen • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– • Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgelder • Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung auf Anfrage Was Sie noch wissen müssen Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass.

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DOSSIER | 18.3.2019 | 29

An der Hotline

«Mein Lieblingsprodukt gibt es nicht mehr. Das könnt ihr doch nicht machen!»

«Ihr Arbeitskollege in der Filiale XY war unfreundlich! Wusste nicht Bescheid. Hat mich nicht zurückgegrüsst. Hat den Lehrling schlecht behandelt.» «Mein Lieblingsprodukt gibt es nicht mehr. Das könnt ihr doch nicht machen! Hat sich nicht mehr verkauft? Also ich habe es immer gekauft und meine Verwandten auch!»

«Bei manchen Kunden hat sich etwas auf­ gestaut, und das müssen sie zunächst einmal loswerden», sagt Michela. Es ist eine grosse Herausforderung, mit verärgerten Kunden zu sprechen, und in diesen Fällen kann man nicht nur auf die Sachebene eingehen. Vielmehr sind Empathie, Verständnis, Freundlichkeit und aktives Zuhören gefragt. Dies hilft fast immer, um die Situation im Verlauf des Gesprächs auf die sachliche Ebene zu führen und dem Anrufer eine Lösung anzubieten. Michela freut es ganz besonders,

wenn ein anfänglich aufgebrachter Kunde sich am Schluss des Gesprächs bei ihr bedankt. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen wird Michela persönlich angegriffen, obwohl sie für den monierten (möglichen) Missstand ­nicht verantwortlich ist. Das kann auf der Gefühls­ebene Spuren hinterlassen. In solchen Fällen hilft eine Pause, ein Gespräch mit den Vorgesetzten oder mit Kolleginnen und Kollegen. Dennoch bereitet ihr die Arbeit Freude. «Wir sind am Puls des Geschehens, und es ist wirklich spannend und abwechslungsreich, denn wir erfahren sehr direkt, was die Kundinnen und Kunden in Sachen Migros bewegt.» Die M-Infoline sei auch keine reine Beschwerde-­Hotline, die allermeisten wünschen einfach eine Auskunft. MM

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Michela (49) arbeitet im Call Center der M-Infoline, der zentralen Anlaufstelle für Kundenanfragen rund um die Migros. Pro Jahr ­gehen Zehntausende von ­telefonischen ­Anfragen ein. Auch Michaela hat manchmal mit auf­gebrachten Kunden ­ zu tun und ­versucht, d ­ eren Emotio­nalität ­ zu entschärfen. Beispiele aus dem Alltag im Call Center:

Kunde an der M-Infoline

0844 822 817


30 | 18.3.2019 | DOSSIER

«Das Mobbing hat meinen Charakter mitgeprägt.»

Wer in der Schule schikaniert wurde, spürt die Folgen oft sein Leben lang. Gemobbte und Mobber blicken

zurück auf die Zeit als Opfer und Täter.

Text: Ralf Kaminski Bilder: Christian Schnur

Und manche leiden noch immer


DOSSIER | 18.3.2019 | 31

So c ni ! ht

Rahel Acher (34), Wabern BE, Lehrerin; gemobbt, weil sie «nervte»

«Ich wurde als Zwölfjährige gemobbt – eine Erfahrung, die für mich später als Leh­ rerin sehr wesentlich war, damit ich einen besseren Weg fand, in meinen Klassen mit diesem Thema umzugehen. Meine Oberstufenlehrerin hatte damals im Kreis der ganzen Klasse gefragt, was genau meine Kameraden an mir störe. Ich sass da und hörte von 20 Kindern, was für eine Niete ich sei und wie sehr ich nerve. Das war ein sehr prägendes Erlebnis. Ich war damals nicht die Schlankste, nicht sehr selbstbewusst und hatte kein Gefühl für Grenzen, habe mich wohl gelegentlich auch auf­ gedrängt. Irgendwie empfand ich mich als komisch und anders – möglicherweise habe ich das ausge­ strahlt und damit auch diese Reak­ tionen provoziert. Der Schullei­ Rahel Acher im ter hatte noch eine andere Erklärung; Jahr 1996, in einem er sagte mir damals: ‹Du wirst es weit Fotoautomaten bringen, das wissen sie schon jetzt.› Wenn ich heute zurückblicke, bin ich ‹dankbar› für diese Mobbingerfahrung, denn sie hat mir ermöglicht zu erkennen, dass die Welt grösser sein kann als das eige­ ne Heimatdorf. Und sie hat mich auch offen und tolerant gemacht, einen Teil meines Charakters geprägt. Aber ich fühle mich bis heute in Gruppen anfangs nicht wohl und brauche viel Sicherheit, bevor ich mich öff­ ne. Allerdings ist das dank vieler positiver Erfahrungen weniger geworden. Und alles in allem ist mein Leben seither positiv verlau­ fen. Zudem verstehe ich als Erwachsene die Motive meiner Mitschüler und weiss, dass sie selbst zu Hause viele Probleme hatten oder mit sich selbst. Sie waren nicht so per­ fekt und glücklich,wie ich es mir vorstellte. Meinen damaligen Mobbern würde ich gerne sagen: ‹Ja, ich war speziell und ich kann verstehen, dass ihr mich seltsam fandet. Aber genau dann, als ihr mich ge­ mobbt habt, hätte ich ein paar Freunde am nötigsten gehabt.› Direkt ausgesprochen haben wir uns nie, aber später als Erwach­ sene konnten wir normal ‹smalltalken›.»

Stellungnahme einer Mobberin Rahels, die anonym bleiben will: «Ehrlich gesagt, kann ich heute nicht einmal mehr sagen, was ich persönlich gegen Rahel hatte. In meiner Erinnerung war sie damals ruhig, aber auch klug und witzig. Sie hatte ihre Lieblingsfächer, aber auch liebe Mühe in anderen, und irgendwie ist sie in meinen Erinnerungen mit einem festen, klaren Platz in unseren Reihen immer mit dabei. Aber ja, es gab eine Zeit, da haben wir gegen sie gestänkert. Mir ist vor allem ein Bild in Erinnerung, beim Gebäude der Bibliothek, aber an den ganzen Zusammenhang kann ich mich nicht mehr erinnern. Auch wer damit anfing, weiss ich nicht mehr, aber dass ich mitgemacht habe, auch das eine oder andere böse Wort gesprochen und die eine oder andere Tat gegen Rahel ‹vollbracht› habe. Voller Überzeugung, einen Menschen so ändern zu können. Doch warum will man einen Menschen eigentlich ändern? Weil er nicht in unsere Vorstellungen passt? Um Machtspielchen auszuüben und sich dabei gut zu fühlen? Das ist doch krank! Es sind keine Erinnerungen, die Stolz in mir wecken, denn im Grunde ist doch der Mensch, der gegen den Strom schwimmt, der wirkliche Held, nicht der, der mit der Gruppe geht und andere mobbt. Heute wünschte ich mir, ich wäre damals auf Rahels Seite gewesen und hätte ihr beigestanden, trotz des Risikos, deswegen meine damaligen Freundinnen zu verlieren und nicht mehr bei der ‹coolen Truppe› dabei sein zu können. Deren Wege trennten sich später ohnehin bald. Aber damals war das unsere Welt. Und wir dachten nicht daran, was das bei Rahel auslösen könnte. Ich bin ehrlich froh, dass sie das alles so vorbildlich mit sich und ihrem Leben geregelt hat. Ich gratuliere Rahel zu ihrer Kraft und ihrem Mut und vor allem dafür, dass sie nicht aufgegeben hat.»


32 | 18.3.2019 | DOSSIER

Claudia Seitz (57), Ermatingen TG, Luftverkehrsangestellte; als «Streberin» gemobbt

«Ich kann mich wieder leiden.»

Claudia Seitz 1967 in den Ferien im Tessin

Katharina Wellstein 2009 – die schlimmste Phase der Ess­ störung war gerade überwunden.

Die dummen Sprüche von wegen Streber versuchte ich zu ignorieren – es stimmte ja, ich lernte gern. Und wenn dann die Lehrerin wieder einen Aufsatz von mir vorgelesen hatte, war ich eben auch stolz auf mich. Ge­ genüber meinen Eltern mochte ich nicht viel erwähnen. Es war auch ein­ fach eine andere Zeit, man war sich dieses Themas noch nicht so bewusst.

Katharina Wellstein (30), Zürich, Doktorandin in Neurowissenschaften; ausgegrenzt wegen Aussehen und Interessen

«Ich habe nie recht verstanden, warum ich in der Schule keinen Anschluss fand. Die anderen gaben mir zu verstehen, dass ihre Gruppe mit mir uncool wäre, und machten sich hintenrum lustig über mein Verhalten, mein Aussehen, meine Interessen. Schliesslich versuchte ich durch Abnehmen, besser rein­ zupassen, und entwickelte dadurch eine Ess­ störung. Zum Glück hatte ich in dieser Zeit eine Freundin ausserhalb der Schule. Zwar habe ich mit ihr nie über all das gesprochen, aber sie bot mir eine willkommene andere Welt. Gleichzeitig fand ich, dass ich eigentlich schon gut sei, wie ich war, und dass viele der anderen Jugendlichen einfach Mitläufer wa­ ren. So blieb ich mir also selbst treu, verlor aber eine gewisse Leichtigkeit. Ich baute eine harte Schale auf, die auch heute keinen richtig rein­ lässt. Zwar bin ich glücklich verheiratet und habe gute langjährige Freundschaften. Meine harte Schale erschwert aber manchmal den Umgang mit Freundinnen und Freunden. Das ist schade und macht mich traurig. Eine frühere Klassenkameradin, die ich kürzlich getroffen habe, bestätigte mir die damalige Ausgrenzung und entschuldigte sich. Ich musste weinen, was mich selbst überraschte. Es gibt auch einige positive Konsequenzen: Ich habe mich gut kennengelernt, meine Ess­ störung überwunden, erkenne Mobbing schneller als andere und greife ein – und ich kann mich inzwischen wieder ganz gut leiden.»

«Ich wurde ab dem Kindergarten über die gesamte Schulzeit hinweg bis Ende der Se­ kundarschule gequält. Als gute Schülerin, die immer gern gelernt hat, war ich schnell als Streberin verschrien und erlebte physi­ sche und psychische Schikanen durch ver­ schiedene Mitschüler. Ich war eher scheu und getraute mich nicht, mich zu wehren. Da flogen schon mal Schneebälle, gefüllt mit Steinen. Einmal gab mir der Anführer der Mobber – wir waren sechs­, siebenjährig – in einem gelben Kesselchen gar seinen Urin zu trinken. Ich naives Ding dachte, es sei Was­ ser! Immerhin habe ich ihm den Kessel post­ wendend an den Kopf zurückgeschossen.

«Ohne das Mobbing wäre ich heute vermutlich selbstbewusster.»

Jahre später, bei einer Klassenzusammenkunft, hatte ich dann aber meinen späten Triumph über alle Spötter. Mein Traumberuf in der Sekundarschulzeit war Flight Attendant – so bekam ich immer ‹Hä hä, d Hoschtess chunnt› und an­ dere Nettigkeiten zu hören. Doch ich verfolgte meinen Plan konsequent und hob im Juli 1984 mit knapp 23 Jahren das erste Mal mit der Swissair ab. Die Arbeit gab mir Selbstvertrauen und Weltgewandtheit. Bei der Klassenzusammenkunft erzählte ich Anekdoten aus der Fliegerei, und alle hörten mir beeindruckt zu. Vermutlich wäre ich ohne das Mobbing heute selbst­ bewusster, würde mein Licht weniger unter den Scheffel stellen und mir mehr zutrauen. Aber ich arbeite daran. Und ich möchte aufrütteln: Lehrer und Eltern, schaut und hört hin, fragt nach und greift ein, wo es nötig ist!»


DOSSIER | 18.3.2019 | 33

Mara Bollinger im Jahr 2007 – damals kleidete sie sich wie ein Junge.

Mara Bollinger (23), Therwil BL, Köchin; gemobbt wegen ihres männlichen Looks

«Auch zu mobben, war meine Überlebensstrategie.»

«Bis zur zweiten Oberstufe hatte ich kurze Haare, zog mich wie ein Junge an und benahm mich auch so. Dadurch gab ich mir mehr Möglichkeiten, wild zu sein oder Blödsinn zu machen. Dass ich anders war, bekam ich oft zu spüren. Der Grund war offensichtlich mein Äusseres: Für die anderen in der Klasse, und auch für viele Lehrer, war es schwierig, mich als Mädchen wahrzunehmen. Stattdessen wurde ich verspottet. Wenn ich ins Klassenzimmer kam, war mein Pult zum Beispiel völlig mit Kaugummis verklebt, und alle riefen ‹Du Zwitter!›. Zum Glück hatte ich auch einen besten Freund, den Klassenclown, der mich immer sehr verteidigte und mit dem ich heute noch befreundet bin. Mit 14, 15 Jahren begann ich dann allmählich, mich zu schminken und wie ein Mädchen zu kleiden – aber im Emo-/GothicStil, das war dann auch wieder nicht recht. Ich habe aber teilweise auch bei anderen mitgemobbt. Wir hatten zwei in der Klasse, die immer zusammenhingen und ziemlich stark rochen. Über die wurde auch dauernd hergezogen, und da habe ich als Mitläuferin ab und zu mit dummen Sprüchen mitgemacht – schlicht, weil ich wusste, dass ich dann selbst nicht drankommen würde; es war quasi eine Überlebensstrategie. Damals war mir nicht bewusst, was ich damit anrichte, heute habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen. Einem meiner grössten Quälgeister begeg­ nete ich in einer höheren Schulstufe wieder, doch er erkannte mich nicht und flirtete vor allen anderen mit mir. Ich habe ihn dann konfrontiert, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass ich dieselbe Person bin. Entschuldigt hat er sich nicht. Auch ich habe mich bei den anderen beiden nicht entschuldigt, ich habe sie aus den Augen verloren. Um dennoch damit abschliessen zu können, habe ich ihnen einen Entschuldigungsbrief geschrieben und ihn dann verbrannt. Das Mobbing hat dazu geführt, dass ich mich eher zurückziehe und nicht gut darin bin, Beziehungen zu anderen aufzubauen. Aber ich habe durch all das auch viel über Rollenbilder gelernt und vielleicht auch schneller zu mir selbst gefunden.»


34 | 18.3.2019 | DOSSIER

«Ich genoss es, Macht auszuüben» Joachim P.* (72), Kanton Aargau, pensionierter Ingenieur «Ich habe in meiner Jugend mehrmals gemobbt. In der Mittelschule, mit etwa 14 Jah­ ren, verspottete ich einen Mitschüler regelmässig als ‹Fettsack›. Er war etwas rund­ lich und kam aus dem Aus­ land. Andere machten mit, aber ich war der Rädelsfüh­ rer. Zu meinen Opfern zählte auch meine jüngere Schwes­ ter. Sie war als Teenager eher zurückhaltend. Unter der Woche wohnte sie in einem Internat, und wenn sie am Wochenende heimkam – ich war damals ein Student Anfang 20 –, piesackte ich sie, und das ohne jeglichen Grund, eigentlich war sie ein liebenswürdiges Mädchen.

Claudia Potzmann im Jahr 1997 – sie mochte es damals gar nicht, fotografiert zu werden.

«Ich wünsche mir, dass sie sich schämen.»

Das ging so lange, bis mein Vater nach etwa einem halben Jahr ein Machtwort sprach und mich zur Rede stellte. Dann hörte ich auf und bat sie um Entschuldi­ gung. Und schliesslich ent­ wickelte ich ein überdurch­ schnittlich gutes Verhältnis zu ihr. Leider hatte ich nie die Gelegenheit, mein Verhal­ ten bei meinem Mitschüler wiedergutzumachen, was ich noch heute sehr bedaure. Der Grund für mein Mobbing war reine Machtgier. Ich genoss es, über einen Schwächeren Macht auszu­ üben. Und ich muss gestehen, dass dies auch später ab und zu vorkam – es gehört wohl ein Stück weit zu meinem Charakter. Seit ich mir dessen bewusst bin, kann ich diese Impulse aber recht effektiv zügeln. Ausserdem habe ich dadurch gelernt, wie man am besten mit Leuten umgeht, die ihre Macht missbrauchen. Man muss entschieden auftreten und klarmachen: Mit mir nicht! Dann ist rasch Ruhe.» *Name der Redaktion bekannt

Claudia Potzmann (37), Sarmenstorf AG, Tierschützerin; gemobbt, weil sie dick war

«Mein grösster Wunsch ist es, dass meine ehemaligen Mitschüler mich hier sehen und sich in Grund und Boden schämen für das, was sie mir angetan haben. Ich war ein dickes Kind, habe immer gern gegessen, und es fehlte wohl damals in der Familie das Bewusstsein für gesunde Ernährung. Das Mobbing ging in der Primarschule los, wurde immer schlimmer und endete erst am letzten Schultag in der Oberstufe. ‹Fette Sau› bekam ich zu hören, meine Pausen verbrachte ich versteckt auf der Toilette, auf dem Heimweg wurde ich geschlagen; auf meinem Körper wurden Zigaretten ausgedrückt, ich wurde eingesperrt und ausgelacht. Und niemand half mir …

Ich leide noch heute an diesen Erfahrungen und werde sie wohl trotz Traumatherapie ein Leben lang mit mir herumtragen. Nach vielen Diätversuchen habe ich mit einer Ernährungsumstellung und viel Disziplin mein Idealgewicht erreicht und bin richtig zufrieden damit. Aus dem hässlichen, dicken Entchen ist ein strahlender Schwan geworden. Ab und zu bin ich sogar als Model aktiv, was ich als schöne Bestätigung empfinde. Ich habe mich mit den Mobbern nie ausgesprochen, würde auch niemals an einem Klassentreffen teilnehmen, denn ich will diesen Leuten nie wieder begegnen. Aber ich hoffe, dass sie mich hier sehen und sich Gedanken machen. Wenn nur einer deswegen ein schlechtes Gewissen hätte, wäre das eine Genugtuung für mich.»


DOSSIER | 18.3.2019 | 35 Katja Bätschmann im Jahr 1984. Sie hasste das Bild so sehr, dass sie es zerriss (Foto wiederhergestellt).

Katja Bätschmann (47), Villnachern AG, Hausfrau und Mutter, IV-Rentnerin; gemobbt wegen ihres Aussehens

«Ich wurde in der Oberstufe fünf furchtbare Jahre lang gemobbt. Warum genau, weiss ich eigentlich bis heute nicht – ich war einfach nicht beliebt. Vielleicht lag es an meinem Aussehen: Ich war sehr dünn, trug eine Brille, hatte kurze Haare, und man fand, ich sähe aus wie ein Bub. Dauernd kamen dumme Sprüche, ich sei hässlich und dumm; niemand wollte mit mir auf dem Pausenplatz zusammen sein, ich gehörte zu keiner der Gruppen. Am schlimmsten war das zehnte Schuljahr in der Berufswahlschule. Nach einem halben Jahr wollte ich mich umbringen und nahm eine Überdosis Schlaftabletten. Ich wurde rechtzeitig gefunden und ins Spital gebracht, aber am nächsten Tag musste ich gleich wieder zur Schule, damit niemand etwas merkte – obwohl ich noch fix und fertig war von den Tabletten. Meinen Eltern habe ich nie etwas erzählt, ich habe mich zu sehr geschämt. Erst seit einem Jahr wissen sie von dem Mobbing. Auch in der psychia-

trischen Behandlung nach dem Suizidversuch erzählte ich nichts. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie ich überlebt habe. Aber es war wirklich nur ein Überleben. Ich bekam dann Bulimie und habe seit 30 Jahren Essstörungen.

«Nach einem halben Jahr wollte ich mich umbringen.»

Heute habe ich erstmals einen richtig guten Psychologen, mit dem ich über alles reden kann. Seither wächst mein Selbstvertrauen, und ich habe etwas Hoffnung für die Zukunft. Aber ich sehe auch, wie viel ich im Leben verpasst habe, weil ich mir nichts zugetraut habe. Ich hatte immer Angst, etwas Falsches zu sagen, und fand mich dumm und hässlich. Meinen eigenen Kindern habe ich immer erklärt, dass sie niemanden mobben dürfen und Schwächeren zur Seite stehen sollen. Das haben sie auch getan. Ausgesprochen habe ich mich mit meinen Mobbern nie, mit denen würde ich auch heute nichts zu tun haben wollen. Sie haben mein Leben zerstört.»

Gina Hasler (67), Rupperswil AG, pensionierte Marketingmanagerin; gemobbt wegen ihrer roten Haare

«Ich wurde in einem stock­ katholischen 500-Seelen-Dorf geboren – als einziges rothaariges Mädchen unter lauter braunhaarigen Kindern. Nicht nur andere Kinder, auch Erwachsene nannten mich Hexe und bekreuzigten sich, wenn sie mich sahen. Das belastete mich besonders. Eine Mutter brachte regelmässig ihre Kinder vor mir in Sicherheit, wenn sie mich kommen sah. Auslachen und an

den Haaren ziehen war schon fast Alltag. Zu Hause konnte ich nichts erzählen; bei meinem Vater hätte das ungute Gefühle ausgelöst, da die roten Haare aus seiner Familie vererbt waren. Und meine Mutter hatte genug andere Probleme. Hoffnung machte mir einzig die Dorfcoiffeuse. Mit etwa elf Jahren flehte ich sie an, mir die Haare schwarz zu färben. Das

«Sie nannten mich Hexe und bekreuzigten sich.»


36 | 18.3.2019 | DOSSIER

«Ich bin gut darin, wunde Punkte zu finden.» durfte sie natürlich nicht, aber sie prophezeite mir, dass ich dereinst wegen meiner Haare ein von Männern um­ schwärmter Teenager sein würde – womit sie tatsächlich nicht Unrecht hatte: Ich konnte es nicht glauben, als es mir zum ersten Mal pas­ sierte, und fragte mich zuerst besorgt, ob der Typ mich hochnehmen will. Als Kind legte ich mir schliesslich eine Überlebens­ strategie zu. Anstelle von Rückzug und Mauerblüm­ chendasein wählte ich die Vorwärtsstrategie: Nichts kann mir etwas anhaben! Immer setzte ich ein Poker­ face auf. Als Folge dieser 13 Jahre Mobbing, die erst mit dem Umzug in ein viel grösseres Dorf endeten, hat mein Aussehen und das von anderen bis zum heutigen Tag eine unangemessen grosse Bedeutung. Möglicherweise war es deshalb schwieriger, Beziehungen zu knüpfen, jedenfalls war ich meistens ein glücklicher Single. Nach 30 Jahren gab es ein erstes Klassentreffen. Bei dieser Gelegenheit offenbarte ich, dass mir dieses Mobbing damals sehr zugesetzt hatte. Niemand konnte sich erin­ nern, dass das überhaupt pas­ siert war. Aber das ist egal – ich bin heute eine zufriedene Frau, die beruflich einiges erreicht hat. Und ich kann mit Überzeugung sagen: Was einen nicht umhaut, macht einen stark.»

Andrea H.* (38), Kanton Zürich, Personenschützerin; gemobbt wegen ihres Aussehens

«Ich lieferte in meiner Jugend eine grosse Angriffsfläche: rote Haare, Sommerspros­ sen, schiefe Zähne mit Spange. Ausserdem lasse ich mich seit je vonGruppendynamiken nicht vereinnahmen, ich verbiege mich nicht und passe mich auch bei Widrigkeiten nur selten an. Im Reich der Pferde fand ich den Ausgleich zur schwierigen Menschenwelt, und im Beruf als Baumalerin konnte ich mich körperlich wie auch kreativ ausleben. Vor allem diejenigen, die es daheim selbst nicht leicht hatten, suchten mich als Opfer aus – sie gaben das weiter, was sie selber er­ fahren hatten. Die Mobberei ging auch in der Lehre weiter und zog sich bis zur Meister­ schule hin, da war ich 25. Allerdings war ich dort nicht nur Opfer, sondern auch Täterin. Wir hatten einen anstrengenden Schüler in der Klasse, einen Besserwisser, der seine kleine Statur mit einer grossen Klappe kompensierte. Es nervte mich, dass er sich

immer so in den Vordergrund drängte, das war rückblickend wohl der Grund für mein Verhalten. Ich bin sehr gut darin, bei anderen die wunden Punkte zu finden und auf ihnen herumzureiten. Noch heute erwische ich mich ab und zu dabei, dass mir Menschen in meinem Umfeld auf die Nerven gehen. Dann jedoch drehte sich der Wind. In der Meisterschule war ich die einzige Frau in der Klasse, und es gelang dem Besserwisser, die anderen gegen mich aufzubringen. Die Situation eskalierte so sehr, dass ich meinem Lehrer einen Brief schrieb, um ihm mit­ zuteilen, dass ich das Mobbing nicht mehr aushalte und nicht mehr kommen würde. Daraufhin kam es zu einer Aussprache in der Klasse, und ich konnte die Schule doch noch beenden. Eine Frau, die auch zu meinen Opfern zählte, konfrontierte mich später und sagte mir, dass sie meinetwegen zum Psy­ chiater musste, weil sie es nicht mehr aus­ hielt. Das hat mich schockiert, umso mehr, als mir mein Verhalten ihr gegenüber gar nicht so bewusst gewesen war. Seither achte ich viel stärker darauf, wie ich mit anderen umgehe. Ich bin generell eher undiploma­ tisch, und wenn mir dann wieder mal etwas herausrutscht, spreche ich das gleich an und entschuldige mich – meistens jeden­ falls. Wenn ich feststelle, dass ich nicht recht habe, stehe ich dazu.» *Name der Redaktion bekannt Bilder: Privat (Jugenfotos)

Gina Hasler im Jahr 1962, am Tag ihrer Firmung


Kerey McCorri (27), Zürich, Coiffeur; gemobbt, weil er sich wie ein Mädchen gab

«Ich bin Transgender und stehe auf Männer. Während meiner Schulzeit sah ich aus wie ein Mädchen und verhielt mich auch so. Ich wurde ständig beschimpft, ab und zu auch geschlagen. Erst gegen Ende wurde es besser, da kam ich dann in eine recht coole Klasse. Einige Lehrer haben mir da auch geholfen, einer allerdings hat mich gegen meinen Willen gegenüber meinen Eltern geoutet, was zu grossen Schwierigkeiten mit meinem muslimischen Vater führte. Inzwischen ist er darüber hinweg; das Ver­ hältnis ist heute entspannt. Dafür bin ich immer wieder mal mit Trans­ oder Homo­ phobie konfrontiert, wenn ich ausgehe.

Letztlich hat mich das Mobbing stärker gemacht. Es hat mir gezeigt, wie ich niemals werden will, und es hat mich zum Denken angeregt. Ich habe mich nie bloss als Opfer gesehen und finde es wichtig, dass Schwule und Transmenschen sich nicht einschüchtern lassen, sondern sich zeigen. Vielleicht hat auch der Karatekurs geholfen – das verleiht mehr Selbstbewusst­ sein. Inzwischen habe ich von einer früheren Mit­ schülerin etwas über einen Jungen gehört, der mich damals in der Schulzeit mobbte: Er habe jetzt total Respekt vor so starken Schwulen wie mir.»

Kerey McCorri auf einem Selfie aus dem Jahr 2007

«Das Schreiben war meine Art, alles zu verarbeiten.»

Petra S. auf einem Klassenfoto aus dem Jahr 1992

Petra S. (38), Wigoltingen TG, Hausfrau und Mutter; gemobbt wegen ihrer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

«Ich habe mich nie bloss als Opfer gesehen.»

«Ich bin mit einer LippenKiefer-Gaumen-Spalte (LKGS) auf die Welt gekommen. Ab der vierten Primarklasse wurde ich deswegen gemobbt. Die schlimmste Zeit war die Oberstufe: Da wurde ich von einer Mitschülerin in der Parallelklasse und von ihren Lemmingen regelmässig ge­ demütigt. Nach dem Turn­ unterricht etwa wurde ich samt Kleidern unter die Dusche gestellt, und alle schauten zu. Es ging so weit, dass ich mich ein paar Tage lang weigerte, überhaupt in die Schule zu ge­ hen. Also intervenierte meine Mutter, aber dadurch wurde es leider auch nicht besser. Vermutlich waren meine Leh­ rer einfach überfordert. Ich biss mich durch – auch durch die Lehre als kaufmännische Angestellte, in der ich erneut angemacht wurde.

Mein Selbstbewusstsein war und ist entsprechend unter­ irdisch, deshalb konnte ich auch in der Arbeitswelt nie wirklich Fuss fassen. Es ist aber auch etwas Positives entstan­ den: Als Kind verbrachte ich viel Zeit allein in meinem Zimmer und fing an zu schrei­ ben, zuerst Kurzgeschichten, später Gedichte. Das war meine Art, alles zu verarbeiten. Teilweise konnte ich das später auch veröffentlichen. Mein fünfjähriger Sohn ist auch mit LKGS auf die Welt gekommen. Ich hoffe wirklich sehr, dass er eine bessere Schulzeit haben wird als ich, bisher ist alles so weit gut gegangen. Und für mich ist es heute einfacher, neue Kontakte zu knüpfen. Viele Menschen sind offener geworden gegen­ über dem anderen.» MM


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Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag, Sonntag 5. Mai 2019 – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus ins Südtirol, wo wir im beliebten Hotel Saxl mit dem Nachtessen erwartet werden. 2. Tag, Montag 6. Mai 2019 - Bozen mit Obstmarkt und Südtiroler Weinstrasse Wir starten den Tag mit einem reichhaltigen Frühstück und fahren dann nach Bozen. Jahrhunderte lang war die Stadt einer der wichtigsten Knotenpunkte zwischen Nord- und Süd. Heute ist Bozen eine liebliche Alpenstadt, die sich ihren besonderen Charme bewahrt hat. Davon überzeugen wir uns bei einer interessanten Stadtführung. Anschliessend bleibt genügend Zeit den bekannten Wochenmarkt der Stadt zu erkunden - lassen Sie sich vom vielfältigen Angebot an Obst, Gemüse, Käse,

Fleischspezialitäten und Bäckereiwaren verführen! Entlang der zauberhaften Südtiroler Weinstrasse geht es dann weiter nach Kaltern, wo wir bei einem Besuch in einer Weinkellerei sehr viel Wissenswertes erfahren. Natürlich werden wir dabei die edlen Tropfen auch degustieren und dazu eine typische Südtiroler Brettljause mit Speck, Kaminwurst, Käse und Schüttelbrot geniessen – schöne Momente in guter Gesellschaft! Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Dienstag 7. Mai 2019 – Meran, Sissis Traumschloss, Apfelstrudel & Spezialitätenabend Nach dem ausgiebigen Frühstück fahren wir heute zuerst nach Naturns, wo wir in einem traditionellen Speckladen zu einer Südtiroler-Speckprobe erwartet werden. Anschliessend entdecken wir die wunderschöne Stadt Meran. Nach dem Mittagessen bleibt noch

etwas Zeit zur freien Verfügung für einen Bummel durch die herrlichen Laubengasse. Auf den Spuren von Kaiserin Sissi geht es am Nachmittag weiter zum Schloss Trauttmansdorff. Der botanische Garten, welcher zu den schönsten Gärten der Welt gehört, wird Sie begeistern! Im Schlossrestaurant werden wir danach mit Südtiroler Apfelstrudel mit Vanillesauce verwöhnt. Im Hotel erwartet uns der Küchenchef mit einem Südtiroler-Abend inklusiv leckeren Spezialitäten, Wein und Musik! 4. Tag, Mittwoch 8. Mai 2019 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck die Heimreise an.

Schloss Trauttmansdorff ✓ Apfelstrudel mit Vanillesauce im Restaurant der Botanischen Gärten Schloss Trauttmansdorff ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung für während Unser Sonderpreis Sie:

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BÄNZ FRIEDLI | 18.3.2019 | 39

Goodbye, Olivia! «Hi, I’m Olivia!» Forsch und ziemlich über­ raschend kam es unter dem grossen Helm und hinter der dicken Skibrille hervor: Olivia stellte sich mir vor, sie sass neben mir auf dem Sessellift, und ich hätte nicht ­erwartet, dass das kleine Mädchen mich ­anspricht. Eben noch hatte ich mich gewun­ dert, dass sie sich überhaupt allein auf den Lift getraute. Und die gewitzte Technik ­bestaunt, mittels der sie, die dazu eigentlich zu klein war, sich rittlings auf den Sessel ­katapultierte. Kaum waren wir nun losgefah­ ren, platzte sie mit ­der Information heraus, die ich schon dem Kleber auf ihrem Helm entnommen hatte, mit dem jedes Skischul­ kind benamst ist: dass sie Olivia heisse.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (53) über eine kurze Begegnung

«Bist du erkältet?», fragte sie in elastischem Englisch. «Nein, eigentlich nicht», gab ich zurück. «Du siehst aber krank aus», erwiderte sie, «oder bist du nur alt?» Und ­vermutlich hat man mein lautes Lachen bis nach Falera hinunter gehört. «Ich bin wohl nur alt.» – «Wie alt?» – «Bald vierund­ fünfzig.» Nun schrie Olivia es förmlich in die Schneelandschaft hinaus: «Oh! My! God! Sooo alt? Dann bist du älter als Daddy. Und der ist uralt. Er wird nächste Woche vierzig.» Über meine Familie fragte Olivia mich aus, meine Stadt. Sie erzählte, dass sie in Austra­ lien lebe, bald sieben werde und in wenigen Monaten zur Schule komme. Später wolle sie

auch snowboarden, wie ich. «Dann kannst du ja bei euch daheim mal das Surfen auf den Wellen ausprobieren», schlug ich vor. «Viel zu gefährlich, wegen der Haie», fand Olivia. In der kurzen Zeit brachte sie mich zum ­Lachen und zum Nachdenken. Denn es war mehr als die übliche Drolligkeit, die vorlauten Kindern eigen ist. Olivia strahlte Lebens­ weisheit und Heiterkeit aus. Wie offen sie mir, dem Wildfremden, begegnete! Sie wurde mir eine gute Freundin für die Dauer von ­sieben, vielleicht acht Fahrminuten. Oben half ich ihr noch vom Sessel, holte ihre Ski aus der Halterung … Und fort war sie. Seither muss ich oft an das kleine Mädchen denken. Und ich trage ihr Bild im Herzen, jetzt, in den Frühling hinein. Das feste schwarze Haar, die dunklen Augen, die zum Vorschein kamen, als sie die Skibrille ­hochschob. Ihre Unerschrockenheit, ihre Entschlossenheit. Ich hoffe, es geht dir gut, liebe Olivia, nun, im australischen Herbst, der bald Winter wird. Du wirst ein gutes Leben haben und in vielen Menschen Freude wecken. Du musst das nicht wissen, aber ich sage es dir trotz­ dem; jeden Morgen schmunzle ich beim Blick in den Spiegel und murmle: «Du siehst krank aus – oder bist du nur alt?» MM Bänz Friedli live: 22. 3. Weinfelden TG, 29./30. 3. Olten SO

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40 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

Mit 50 so knackig wie eh und je Blévita ist der Snack der Wahl für Gross und Klein, unterwegs oder daheim – und das seit bereits fünf Jahrzehnten. Das liegt auch an den vielen Sorten im Blévita-Angebot – zum Beispiel an der neuen Bio-Blévita Curry mild. Die Currymischung sorgt für Würze, die gelbe ­Farbe kommt hauptsächlich vom neuen Getreide Tritordeum, einer Kreuzung aus Hartweizen und Wildgerste. Es braucht weniger Wasser im Anbau und ist reich an Ballaststoff.

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Jubiläum: 50 Jahre Blévita Als 1969 die ersten Blévita-Cracker ­Einzug in die Migros-­ Filialen hielten, waren die Leute begeistert. Die erste Sorte war ­Blévita 5-Korngebäck. Schon bald folgte die noch heute beliebte Sorte mit Sesam.

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Mit den sich ändernden Ansprüchen der Kunden entwickelte die Midor AG in Meilen, die die Cracker herstellt, neue Rezep­turen. Mehrheitlich sind die Blévita aus Dinkelmehl, Dinkel­ flocken, Fünfkornmehl oder aus trendigen Mehlsorten wie Kicher­ erbsenmehl. Neben den klassischen Crackern eignen sich auch Blé­ vita-Biskuits und -Sandwiches für unterwegs.

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Im Lauf der Jahre ­kamen kontinuierlich Varianten hinzu.­ Heute sind es rund 40 Sorten. Ob klassisch nature, süss, salzig, gefüllt als kleine Sand­ wiches oder auch in Tierform, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Absoluter Favorit der Migros-Kunden sind die Blévita Gruyère.


MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 41

Für den Grill oder das Sandwich Wer auf Fleisch verzichtet, kann auf ein immer breiteres Sortiment ­zurückgreifen. Dazu zählen auch die Produkte von Cornatur. Neu gehört das «Vegi Filet Chicken ­Style», das hauptsächlich aus ­ Soja- und Weizenproteinen ­besteht, zum Angebot. Es lässt sich auf mehrere A ­ rten zube­ reiten: Kurz angebraten oder ­grilliert e ­ rgibt es mit Beilage ein ­feines Haupt­gericht. Nach der Zubereitung in Streifen g­ e­schnitten, ­rundet es jeden b ­ unten Salatteller ab. Als Ganzes schmeckt es auch in einem ­Sandwich gut.

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GENUSS | 18.3.2019 | 43

Im Saft liegt die Kraft Gemüsesäfte sind Muntermacher. Wir vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit mit zwei Drinks, die sich leicht daheim mixen lassen. Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Styling: Vera Guala Rezepte: Andrea Pistorius

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Für S ­ moothies braucht es einen Mixer. Aus ­fertigen Gemüsesäften lassen sich aber auch ohne Geräte Drinks mischen.

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44 | 18.3.2019 | GENUSS

Gemüse zum Bechern

Grüner Gemüseshake Zutaten für 4 Gläser à 2,5 dl ½ Salatgurke 1 kleiner Fenchel 2 Stängel Stangensellerie 1 Birne, z. B. Conférence 2 Zweige Pfefferminze 100 g Nüsslisalat 1 Becher griechisches Joghurt nature 1 EL weisses Mandelmus 2 dl kaltes Wasser Selleriegrün oder Minze für die Garnitur Zubereitung

Gemüse und Früchte nicht schälen. Gurke, Fenchel und Sellerie in S ­ tücke schneiden. Birne vierteln, entkernen, in Stücke schneiden. Minzeblättchen abzupfen. Alle Zutaten bis und mit Wasser in einen leistungsfähigen ­Mixer geben und sehr fein pürieren. Wenn nötig mit wenig Wasser ­verdünnen. Gemüseshake kühl, nach Belieben mit Eis servieren.


GENUSS | 18.3.2019 | 45

Saft als Suppenzutat

Claudia Schmidt Foodjournalistin

Fruchtiger Gemüsesaft mit Ingwer Zutaten für 4 Gläser à 2,5 dl ½ Zitrone 3,3 dl Randensaft 3,3 dl Karottensaft 3,3 dl naturtrüber Apfelsaft 10 g Ingwer Zubereitung

Zitrone auspressen. Zitronen- mit Randen- und Karottensaft in einer grossen Karaffe oder Flasche ­mischen. Apfelsaft dazugiessen. ­Ingwer fein dazureiben und gut ­umrühren. Mindestens 1 Stunde kühl stellen. Nochmals umrühren und sofort servieren. TIPP

Alle Zutaten schon vorher kühl stellen.

Gemüsesäfte haben mich nie ­interessiert, bis ich einen ­Ent­safter bekam. Ich mochte das ­frische Aroma von Karotten, die erdige Note von Randen und den würzigen Selleriekick. Meist mische ich, was das Gemüse­fach des Kühlschranks hergibt. Für mich aber fast immer ein Muss: ein Stück Apfel oder eine andere süsse Frucht. Oder Ingwer zum Wachwerden am Morgen. Die fertigen Säfte entdeckte ich ­später. Und zwar als schnelle ­Helfer, um eine Suppe interessanter und frischer zu machen. Einen Teil der Bouillon ersetze ich durch ­Karottensaft in der Karotten­ suppe. Das intensiviert das Aroma und rundet es lieblich ab. Für ­Randensuppe gilt das ebenso: Ein wenig Randensaft macht die Suppe gefälliger. Eine Linsen­ suppe mit Karotten habe ich auch schon mit gemischtem Gemüsesaft aufgepeppt. Im Sommer wird mit wenig G ­ ewürzen aus den ­fertigen ­Ge­müsesäften schnell ein kühler ­Gemüseshot. MM

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Sie haben die Wahl ✔✔ gemütliche oder vitale Etappen ✔✔ eigenes Velo oder Mietvelo ✔✔ E-Bike oder Tourenvelo 1. Tag: Schweiz–Issoire. 2. Tag: Besse-et-Saint-Anastaise– Boudes. Busfahrt ins mittelalterliche Städtchen Besse-et-Saint-Anastaise. Erste Velostrecke durch eine hügelige Landschaft mit grossartigen Ausblicken. (Velostrecke gemütlich: ca. 50 km, vital: ca. 70 km) 3. Tag: Monlet–Arvant. Velofahrt durch den Naturpark Livradois-Forez und das verwunschene Senouire-Tal. (Velostrecke gemütlich: ca. 60 km, vital: ca. 90 km) 4. Tag: Vulkan von Lemptégy– Montaigut. Busfahrt zum Vulkan von Lemptégy. Mit einem Touristenzug und einem 4D-Film ergründen wir die Geheimnisse eines Vulkans. Velotour entlang der Vulkankette «Chaîne des Puys». (Velostrecke gemütlich: ca. 55 km, vital: ca. 70 km) 5. Tag: Allanche–Ardès. Ab Allanche durchqueren wir mit den Velos die typischen, bewaldeten Hügel und erreichen das hübsche Dorf Blesle. (Velostrecke gemütlich: ca. 60 km, vital: ca. 85 km) 6. Tag: Le Puy-en-Velay– Vieille-Brioude. Am Morgen geführte Besichtigung in Le Puy-en-Velay. Veloetappe durch kleine, charmante Dörfer bis nach Vieille-Brioude. (Velostrecke ca. 45 km) 7. Tag: Issoire–Clermont-Ferrand– Rütihof.

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COVERGIRL | 18.3.2019 | 59 Contentpartnerschaft

Unsere Covergirls

Drei Frauen aus drei Generationen in einem neuen Look: Die Covergirls 2019 des Migros-Magazins haben sich für den Frühling stylen lassen. Text: Susanne Schmid Lopardo

Suzanne, Valérie und Jasmine (von links) sind die Covergirls des Migros-­ Magazins.

S

uzanne, Valérie und Jasmine gehen nie ungeschminkt aus dem Haus. «Ohne Make-up fühle ich mich nicht wohl», gesteht Suzanne (82). Die drei Frauen aus Neuenburg haben den Wettbewerb zum 50-Jahr-­Jubiläum «Covergirl in der ­Migros» gewonnen. Die Familie wurde aus über 250 originellen Einsendungen ausgewählt. Sie mögen es natürlich und schmin-

ken sich im Alltag dezent. Doch man spürt: Die drei geniessen das professionelle Foto-­ shooting mit Up-Styling in Zürich, eins von vieren, das sie gewonnen haben. Sie sind selbstbewusst und offen für die vorgeschla­ genen Looks. Und sie sind begeistert, sich ­einmal anders zu sehen. Es wird viel g­ elacht, und nicht nur die 20-jährige Jasmine versteht es, sich vor der Kamera in Szene zu

s­ etzen. Auch Valérie (49) zeigt sich aufgeschlossen und freut sich über das neue und ungewohnte Styling. Und die Grossmutter flirtet charmant mit dem Fotografen. «Diesen Tag werden wir nie vergessen», sagt sie. Sie schwebe wie auf Wolke sieben. Vor allem aber freut sie sich für ihre Enkelin und ihre Tochter, dass sie Covergirls 2019 geworden sind. «Damit haben wir nicht gerechnet.»


60 | 18.3.2019 | COVERGIRL

Suzanne (82)

Valérie (49) Valérie benützt im Alltag nur eine leicht getönte Tagescreme. Dafür schminkt sie sich nach einer Anleitung von Covergirl die Augen. Gefunden hat sie diese vor Jahren auf einer Verpackung für Lidschatten. «Ich schminke die Augen heute noch genau so», sagt sie. Aus Nostalgie hat sie die Verpackung aufbewahrt. Wirklich brauchen tut sie sie nicht mehr. Dafür haben wir hier für Sie die ­Beschreibung für ihren «Cover­girlBlick»: 1. tragen Sie einen mittleren Farbton vom Lidrand ausgehend bis zur Lidfalte auf. 2. schattieren Sie nun zusätzlich einen dunkleren Farbton bis über die Lidfalte hinaus.

Valérie schminkt sich im Alltag dezent und benützt nur eine BB-Cream. Für das Shooting greift die ­Visagistin zu einer ­Anti-Aging-Foundation von Covergirl.

Bilder: Micha Freutel/Tina Aich Fotografen; Styling: Caroline Ziegler/Style Council; Hair and Make-up: Zakiya-Jordan Singleton/Style Council

Suzanne geht nie ungeschminkt aus dem Haus. Hier wird fürs Shooting ein wenig Rouge aufgetragen.

Da Suzanne immer berufstätig war, hat sie sich schon früh täglich ­geschminkt. «Aber immer diskret.» Wann genau sie damit begonnen hat, weiss sie nicht mehr so genau. Noch heute trägt sie jeden Tag etwas Fonds de teint und Puder auf. Und: «Seit über 18 Jahren verwende ich eine ­Anti-Age-Creme von ­Covergirl.» Von der langen Zugreise von Neuenburg nach Zürich ist ihr nichts anzumerken. Die 82-Jährige ist fit, sogar am Abend nach dem ­langen Shooting noch. Ihr Geheimnis? Sie geht täglich drei Stunden am Neuenburgersee spazieren, bei ­jedem Wetter! Im Sommer schwimmt sie zudem regelmässig im See.


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COVERGIRL | 18.3.2019 | 61

Aktion

Jasmines Augen werden mit Mascara und Lidschatten betont. Bild unten: beim Verblenden

Jasmine (20) Enkelin Jasmine benützt für ihr Gesicht normalerweise ­weder Foundation noch ­Rouge. Ihr Fokus liegt auf den Augen, die sie mit einem schwarzen Eyeliner betont. Die Augenbrauen zieht sie mit einem dunklen Stift nach. Einen ­Lippenstift verwen­det sie nie. «Mich einmal pro­ fessionell schminken zu ­lassen, das war schon immer mein Traum.» Sie war denn auch begeistert, als ihre ­Mutter Valérie vorschlug, sich mit der Grossmutter auf die Ausschreibung zu melden.

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günstiger Auf das gesamte Augensortiment von Covergirl Ab 2 Stück, 3.00 günstiger, gültig bis 1.4.2019 Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 19.3. BIS 1.4.2019, SOLANGE VORRAT


62 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

Dem Frühling gewidmet

Hübsche Dekorationsartikel, praktische Accessoires und Kleinmöbel: Die Migros führt alles im Sortiment, was es für das Osterfest und einen farbenfrohen Frühling braucht.

Perfekt für den Oster­ brunch: Die Servietten sind mit liebevoll ­gestalteten Osterhasen­ sujets bedruckt. Bunnies Papierservietten, 33 × 33 cm, 20 Stück Fr. 4.50

Bunter Hingucker: Die Serviertabletts mit den hübschen Motiven bringen Gäste in Stimmung . Cucina & Tavola Serviertablett, 29 × 22 cm Fr. 4.95

Die stylishen Becher sind ideal für ­frühlingshafte und sommerliche Drinks. Der Deckel schützt vor Insekten.

Beflügelndes Tischgedeck: ­ Tischsets mit passenden Servietten sorgen für beschwingte Tafelrunden. Schmetterling Tischsets und Servietten, je 12 Stück Fr. 7.95

Humpen aus Glas mit Röhrchen, verschiedene Farben* Fr. 2.95 * in grösseren Filialen

Tipp In den verschliessbaren Gläsern kann man aromatisiertes Wasser selber machen: Einfach ein paar klein geschnittene Früchte oder Gemüse in die Humpen füllen und mit Wasser aufgiessen. Im Kühlschrank ziehen lassen. Eiskalt servieren!

Frühling auf dem Esstisch: Der Tischläufer ist mit bunten Tulpen oder zarten Stiefmüt­ terchen bedruckt. Cucina & Tavola Tischläufer Fr. 12.95


MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 63

Glitzernde Dekorstücke: Diese Osterhäschen setzen glanzvolle Akzente im Haus. Cucina & Tavola Glitzerhasen mini, 4 Sujet, 1 Stück Fr. 3.95

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Die Wiege der Weinkultur, das moderne Tiflis, traditionell lebende Bergvölker und Batumi, die wohl schönste Stadt an der Schwarzmeerküste: Das macht Georgien aus. Die verlassene Höhlenstadt Wardsia und die pulsierende Hauptstadt Georgiens lassen die Mischung von altehrwürdig und aufstrebend erahnen.

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2. TAG: TIFLIS Stadtrundgang mit Besuch der Metechi Kirche, dem Bezirk der Schwefelbäder sowie den Strassen der Altstadt bis zur modernen «Friedensbrücke». Freier Nachmittag.

6. TAG: WARDSIA – KUTAISSI Unterwegs Halt in Achalziche, auch Rabath genannt. Eintauchen in die Festungsstadt mit ihrem Palast.

3. TAG: AUSFLUG KACHETIEN Ausflug ins Weinanbaugebiet Kachetien. Spaziergang in Sighnaghi, wo Sie die gewaltige Festungsmauer mit den 23 Türmen sehen. Besuch von einem Weingut mit Degustation. Abendessen mit lokalen Spezialitäten. 4. TAG: TIFLIS – WARDSIA Über das Javakheti Plateau und am Parawani See, dem grössten See Georgiens vorbei, gelangen Sie nach Wardsia. Unterwegs Besuch eines Nonnenklosters.

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STADT, LAND, STUTZ | 18.3.2019 | 65

Und täglich grüsst der Spurt

Illustration: Rinah Lang

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

«Bitte, bitte, bitte», sage ich in ­Gedanken mantraartig, während ich zur Bushaltestelle eile. Hätte ich Zeit, einen ganzen Satz zu denken, würde der so gehen: «Bitte, lieber Busfahrer, fahr nicht ohne mich los!» Es ist jeden Morgen das Gleiche: Ich döse bis zur absolut letzten Minute, dusche, föhne und schminke mich in Rekordzeit. Wie schnell ich bald rennen muss, weiss ich dank der nahen Kirche: Wenn die Glocken erklingen, fährt in genau vier Minuten mein Bus. In ­seltenen Fällen habe ich zu dem Zeit­ punkt schon die Jacke an. Dann wird der Weg zum Busbahnhof einigermas­ sen angenehm. In den allermeisten Fällen aber werweisse ich noch mit Zahnbürste im Mund, ob die schwar­ zen Stiefeletten oder die rosafarbenen Sneaker besser zum Outfit passen. Dass ich jeden Morgen einen solchen Stress habe, ist dumm. Aber sagen Sie das mal meinem schlaftrunkenen Ich, das die Macht über die Schlum­

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mertastenfunktion hat. Ich vertraue darauf, dass dieses Problem sich mit zunehmendem Alter lösen wird. ­Meine Gedanken kreisen eher um die Busfahrer, die meinen Zieleinlauf jeden Morgen beobachten. Komme ich hechelnd bei ihrem Gefährt an, haben sie immer bereits die Tür für mich geöffnet. «Guten Tag!», sagen sie mir entgegengrinsend, bevor sie den Bus starten und losfahren. Ganz ehrlich: Wenn ich Busfahrerin wäre und jeden Morgen dieselbe ­Tussi wie eine Irre auf mich zurennen würde – ich weiss nicht, ob ich ihr nicht einmal absichtlich vor der ­Nase wegfahren würde. Da haste ’ne Lek­ tion, Mädchen!, würde ich denken und aufs Gas drücken. Hämisch ­würden ich und alle meine Passagiere lachen. Zum Glück bin ich nicht ­Busfahrerin. Sondern Kolumnistin, die sich schriftlich bedanken kann fürs Nicht-im-Regen-stehen-Lassen: Danke, danke, danke!­ MM


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MIGROS BANK | 18.3.2019 | 67 Contentpartnerschaft

Nachhaltigkeit lohnt sich für Hausbesitzer Bis 2040 wird der weltweite Energiebedarf um rund ein Drittel zunehmen, vor allem getrieben durch den steigenden Verbrauch in China, Indien und anderen Teilen Asiens. Gut drei Viertel des Anstiegs entfallen auf die Energieversorgung für Industrie und Gebäude. Gleichzeitig schwillt die Energienachfrage im Verkehrssektor weiter an. Weil die Fahrzeuge effizienter werden und die Nachfrage nach Elektroautos zunimmt, verlangsamt sich da aber das Wachstum. Die gute Nachricht: Rund 85 Prozent des Wachstums bis 2040 werden durch erneuerbare Energien und Erdgas abgedeckt. Zu diesem Schluss kommt der britische Öl- und Gas­ konzern BP in seiner Studie «Energy Outlook 2019» (siehe Grafik rechts).

Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

BP zufolge werden erneuerbare Energien in gut zwei Jahrzehnten die grösste Quelle der weltweiten Strom­ erzeugung sein. Bei der Marktdurchdringung geht die Europäische Union gar als die führende Weltregion ­voran: Der Anteil der erneuerbaren Energien am EU-Strommarkt soll bis 2040 auf mehr als 50 Prozent klettern. Die weltweite Ölnachfrage wird

Energiekonsum nach Quellen Der weltweite Energieverbrauch wird bis 2040 weiter steigen. 85 Prozent dieses Wachstums werden durch erneuerbare Energien und Erdgas gedeckt. 20 000

In Millionen Tonnen, umgerechnet in Ölequivalente 2040

18 000

2030

16 000

2020

14 000

2010

12  000 10  000

1990

8000 6000

2000

1980 1970

4000 2000 0 Öl

Erdgas

Kohle

Nuklearenergie

Wasserkraft

Erneuerbare Energien

Quelle: BP Energy Outlook 2019

in der ersten Hälfte des Beobachtungszeitraums ebenfalls wachsen, aber deutlich langsamer als früher. Der Kohleverbrauch wird dagegen weitgehend stagnieren. Energiesparen und moderne Technologien schützen die Umwelt. Doch trotz der bisherigen Fortschritte nehmen die globalen CO2-Emissionen

nach wie vor zu. Umsomehr sind Politik, Wirtschaft und Private gefordert, durch Förderung und Einsatz von umweltschonenden Energien den globalen Schadstoffausstoss weiter zu reduzieren. Umweltbewusstsein kann sich auch für Sie auszahlen: Die Migros Bank belohnt Besitzer von energie­ effizientem Wohneigentum mit Eco-­ Hypothekarvergünstigungen. MM

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68 | 18.3.2019 | LESERFORUM

MM 11 Bänz Friedli: «Den Rotstift ansetzen»

«Wo ist die Schädelinstrasse?» Eigenartig: Findet jemand diese Klaus-Schädelin-­ Strasse in Bern? Weder Google Maps noch Swisstopo, nicht einmal der Kartendienst des ­Kantons Bern scheint sie zu kennen – und die letzten beiden sollten ja nicht auf Verzeichnissen der Wohnadressen ­aufbauen.

Die Schädelin­strasse ist tatsächlich (noch) nicht auf den gängigen Karten-Apps oder -Websites zu finden. Sie verbindet die Hoffstrasse am Wankdorf Bahnhof Nord mit der Stauffacher­strasse, die im Norden entlang der A1 verläuft. (Anm. der Red.)

Andreas, auf migrosmagazin.ch

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LESERFORUM | 18.3.2019 | 69

MM 10 Interview mit Hartmut Rosa: «Viele Menschen sind ­wütend und frustriert, weil ihr ­Leben nicht gelingt»

Ich habe selten einen so guten Artikel über Begeg­ nungen, über Sich-Berühren-­ Lassen und über den Mut, sich auf etwas Unbekanntes ­einzulassen, gelesen. Es ist so einfach, sich hinter einer Fas­sade oder tausend E ­ rklärungen zu ver­stecken oder Unange­ nehmes a­ bzublocken. Dank dem Artikel ist mir wieder ein­ mal bewusst geworden, dass es auch für ­Begegnungen mit mir selbst ­Impulse von aussen braucht. Der Mensch wird am Du zum Ich.   Irene Z.,  auf migrosmagazin.ch

«Für Begegnungen mit mir selbst braucht es Impulse von aussen.» Ein Interview mit einem ­wachen Geist. Gerade in Bezug auf Normen und Regeln, das Hamsterrad der Arbeit und die Unfreiheit durch Regelwahn treffen seine Worte voll zu. Ich war gerade in Südasien und musste beim Lesen wieder daran zurückdenken. In manchen Din­ gen sind die Menschen dort viel kreativer und freier als hier bei uns – kein Wunder, ­lachen die Asiaten auch mehr.     Patricia G., migrosmagazin.ch Die Bemerkung, dass Leute, die AfD, SVP oder Trump ­ wählen, generell frustrierte

Wutbürger sein müssen, deren Leben nicht gelungen ist, ist eine Anmassung. Einmal mehr ist links gut und rechts schlecht. Eine höchst undemokratische Betrachtungsweise! Dass Leute zum Beispiel rechtsbürgerlich wählen, weil sie realisieren, dass uns der linke Weg ins finanzielle, gesellschaftliche und wirtschaft­ liche Chaos führt, scheint nicht in die enge Sichtweise des klu­ gen Professors zu passen. Bernadette Anliker, auf migrosmagazin.ch Wahl des Präsidiums im ­Verwaltungsrat des Migros-­ Genossenschafts-Bundes

Liebe Delegierte, Ich war in verschiedenen Funk­

tionen genau 60 Jahre lang in der Migros tätig, die ersten zehn noch unter und mit Gottlieb Duttweiler. Das heisst: Ich ­kenne die Migros «à fond». Auch Frau Nold kenne ich seit vielen Jahren – und komme zum Schluss: «Der Dutti würde Ursula Nold wählen.»   Jules Kyburz, Ex-Präsident  der Migros, Bern

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder via Website: www.migmag.ch/leser Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche ­Korrespondenz geführt.

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70 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

Häsli mit Superkräften Die «Superhäslis» sind da! Am 22. März beginnt die neue Sammelpromotion der Migros. Sie läuft bis 22. April. Fünf Heldenhäschen stehen zur Auswahl.

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Die Welt braucht neue Superhelden! Und zu Ostern bekommt sie gleich fünf – die «Superhäslis». Sie heissen Sami, Mo, Mira, Max und Kiki. Die fünf flauschigen Hasen kommen in fünf Farben und ver­ fügen über unterschiedliche Superkräfte. Wie es sich für Super­ helden gehört, tragen sie eine Maske und einen Umhang. Sie sind abnehmbar und können unter den Häschen ausgetauscht werden.

Max hat einen Pinsel. Und zwar nicht irgendeinen ­normalen Pinsel. Denn was Max damit malt, wird real.

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Sami ist der Musische im Team der «Superhäslis». Er spielt virtuos Trompete. Damit zieht er seine Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann.

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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 71

Sticker sammeln und «Superhäslis» mit nach Hause nehmen Ab Freitag, 22. März, können Sie beim Ein­ kauf in der Migros ­Sticker sammeln und eine volle Sammel­ karte gegen ein Plüschhäschen ein­ tauschen. Zur Auswahl stehen fünf Varianten, jede mit einer anderen Farbe. Famigros-Mitglieder erhalten pro Einkauf einen zusätzlichen Sammelpunkt.

Tierische ­ uperhelden: S «Superhäslis» tragen abnehmbare Umhänge und Masken.

Mira kann fliegen. Flügel hat sie zwar nicht, und sie kann auch nicht mit den Ohren ­flattern. Nein, sie erschafft Schmet­ terlinge und lässt sich von ihnen durch die Lüfte tragen.

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Mo bringt den Frühling an jeden Ort. Seine Superkraft? Er lässt überall Blumen spriessen und macht die Welt zu einem ­bunteren, duftenden Ort.

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Kiki ist wahrscheinlich das Süsseste der Häschen, auch wenn sie alle herzig sind. Sie kann durch Berührung alles in Schoko_ lade verwandeln.

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Bild: Yves Roth, Styling: Miriam Vieli-Goll

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So einfach gehts: Bis 22. April gibt es pro Einkauf im Wert ab Fr. 20.– an jeder Migros-Supermarkt­ kasse oder bei ­LeShop.ch einen ­Sticker (maximal 15 Sticker pro Einkauf, solange Vorrat, Käufe von Gutscheinen und Geschenkkarten ­ausgeschlossen). Bis 23. April können die mit 20 Stickern ge­ füllten Sammelkarten gratis gegen eine Figur eingetauscht werden. (Angebot nur solange Vorrat, nicht käuflich erwerbbar)


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1, 2 ODER 3? | 18.3.2019 | 73

TOP DREI

Im Bauch Die drei in der Migros meistgekauften Süssgebäcke im Februar:

1   Rädli Gebäck (Bild) 2   Petit Beurre 3    M-Budget Chocolate Cookies

Im Kopf

1, 2 ODER 3?

Monica Müller (44) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Ich möchte meinen Buben vorleben, dass ihr Geschlecht bei der Entscheidung, was eines Tages aus ihnen wird, keine Rolle spielt. Für beide ist es ganz alltäglich, dass mal der Papi, mal das Mami arbeitet oder zu Hause ist. Oder dass der Papi öfter und auch ­besser kocht. Als vor einem Hockey-Plauschturnier für ­Eltern ein Vater ausfällt, zögere ich erst einzuspringen. Zwar habe ich als Mädchen Eiskunstlauf gemacht, doch ich bin noch nie ­einem Puck nachgejagt. Aber hey, ich will ja zementierte ­Rollenmuster aufweichen. Leider bin ich auf dem Feld die einzige ­Mutter – und ich kann kaum mit den im Hockey erfahrenen Vätern mithalten. Als ich zum Schluss des Turniers in meiner ­improvisierten ­Ausrüstung erledigt zur Bande gleite, sagt der Grosse: «Mami, du warst ja richtig schlecht!». Und jetzt? 1   Ich reisse mich zusammen und sage: «Stimmt, aber es hat Spass gemacht!» 2   Ich zeige auf dem leeren Eisfeld die wenigen Kunststücke aus meiner ­

Eisprinzessinnenzeit, die ich noch kann.

3   Ich lasse mich gehen und heule los.

Antwort 1: Tatsächlich fühle ich mich nach einigen Checks und Stürzen nicht gerade bombig, aber mein ­Ehrgeiz ist geweckt: Ich werde mehr mit dem Grossen aufs Eis gehen und mir von ihm einige Kniffe zeigen l­ assen. Wer weiss, wie das nächste Plauschturnier ausgeht …

Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

Glatteis

Die drei meist gegoogelten Begriffe am Frauentag (8. 3. 19) in der Schweiz: 1   Frauentag 2019 Wo ist der Weltfrauentag ein gesetzlicher Feiertag? 2   Swisscom-Störung Eine Stunde lang konnten viele nicht aufs Netz. 3   Journée des femmes Ein sexistischer Tweet von ModeratorBernard Pivot wird kritisiert.

Im Ohr Die drei in der Schweiz meistgestreamten Songs auf Spotify (11. 3. 2019):

1   «Wolke 10» von Mero 63 091 Streams 2   «Con Calma» von Daddy Yankee & Snow 32 224 Streams 3   «Shallow» von Lady Gaga 30 423 Streams


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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 75

Rückruf: diverse Lachsprodukte Der Lieferant Ospelt Food AG hat die Migros informiert, dass bei einer Kon­trolle in verschiedenen ­Lachsprodukten krankheitserregende Listerien festgestellt wurden.

regalen entfernt. Kunden, die ­einen der Artikel zu Hause haben, können ihn in ihre Filiale zurückbringen und erhalten den Verkaufspreis zurückerstattet.

Am 23. März findet der Schweizer Pfadi-Schnuppertag statt. Neugierige können die Pfadi kennenlernen. Pfader verbringen viel Zeit in der Natur und treffen sich regelmässig zu gemeinsamen Erlebnissen. Spiel, Spass und Abenteuer stehen bei den Aktivitäten der Abteilungen im Vordergrund, aber auch praktisches Wissen für das Leben im Freien wird vermittelt. Das Migros-­ Kulturprozent unterstützt Pfadis in der ganzen Ostschweiz mit Beiträgen für Lager sowie die Leiterweiterbildung.

Obwohl die Werte der Proben unter den gesetzlichen Grenz­ werten lagen, nimmt die ­Migros einen vorsorg­lichen Rückruf aller betroffenen Artikel vor. Sie bittet Ihre Kundinnen und Kunden, diese Lachs­produkte nicht zu konsu­ mieren. Eine Liste der Artikel ­finden Sie unter dem folgenden Link: migros.ch/rueck­ruf-­ ­­lachs­produkte Auskünfte zum Rückruf ­erteilt auch die M-Infoline u ­ nter Telefon 0800 84 08 48.

Die Produkte waren in M ­ igrosund Migrolino-­Filialen erhältlich und ­wurden aus den Verkaufs­

Lust auf Pfadi-Luft?

Infos: pbs.ch

Beispiel eines Lachs­ produkts, das vom ­Rückruf betroffen ist.

Mehr von der Migros Ostschweiz ab Seite 78

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78 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

Ein schöner Salat! R Der März ist der Frühlingsmonat schlechthin, und mit ihm beginnt die Gartensaison. Im Do it + Garden Migros Buchs erklärt Profi Ramon Büchel, wie in jeder Wohnsituation das eigene Gemüsereich kultiviert werden kann: Tipps und Tricks zum Saisonstart. Text und Bilder: Isabelle Zarn

amon Büchel steht an diesem sonnigen Nachmittag mit Schüfeli, Hochbeeterde und einer Kiste Grünzeug bereit. Das Bouquet würde auch als Zierde durch­gehen, ist aber doch zu lecker, um es der Salatschüssel vorzuenthalten. «Es braucht nicht viel, um sein Gemüse auf dem Balkon oder der Terrasse selbst anzubauen», sagt der stellvertretende Fachmarktleiter des neu eröffneten Do it + Garden Migros im sanktgallischen Buchs. Man müsse sich lediglich für das Passende entscheiden, wobei die Fachleute des Do it + Garden Migros gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen: welche Art von Hochbeet am besten gefällt, welche Kräuter, Salate, Gemüse oder Früchte man gerne anpflanzen würde. So stellt sich dem Anfänger gleich die erste Frage: Was kann ich zum aktuellen Zeitpunkt bedenkenlos anbauen? Das sei einfach, erklärt Ramon Büchel: «Alles, was man bei uns findet, kann man pflanzen.» Lediglich bei Nachtfrost ist noch Vorsicht geboten. «Dann die Pflanzen mit einem Fliess abdecken und nahe an der Hauswand deponieren», sagt der 41-Jährige. Im Moment seien kopfende Gemüse wie Salate beliebt: So zeigt er an diesem Nachmittag ein Bouquet mit besonders pflegeleichten und ertragreichen Sorten. «Baby Leaf, Lollosalat, Krach- und Eichblattsalat, Nüssli oder auch Kohlrabi sind zurzeit geeignet. Auch der Evergreen Eisbergsalat ergibt mit geringem Pflege­aufwand einen schönen Ertrag», verrät der Rheintaler. Weniger ist mehr

Bevor an Ertrag gedacht werden kann, müssen die Setzlinge richtig gepflegt werden. «Dafür eignet sich unsere biologische Hochbeeterde. Jungpflanzen fühlen sich darin besonders wohl», sagt der Fachmann. Aber reicht das bisschen Erde? «Natürlich gehört regelmässiges Wässern dazu. Hier empfehle ich die Fingerprobe: Fühlt sich die Erde einige Zentimeter unter der Oberfläche noch leicht feucht an, kann man mit dem Nachgiessen noch warten. Im Sommer ist jedoch tägliches Tränken Pflicht.» Besonders gute Erträge ergeben sich bei bedarfsgerechtem

Ramon Büchel ist seit fast 20 Jahren Gartenexperte.


MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 79

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z ei w So individuell wie der Balkon sind auch die Anpflanz­ möglichkeiten.

Düngen. Ramon Büchel empfiehlt biologi­ schen Dünger. «Dieser wandelt Nährstoffe im Boden so um, dass die Pflanze sie ver­ werten kann. Generell ist weniger hier mehr; am besten die Anweisungen auf der Packung befolgen», rät Büchel. Er­fah­rungs­ gemäss düngten die Kundinnen und Kunden eher zu viel. Zuerst die Arbeit, dann der Genuss

Wachstum ist schön und gut, aber was, wenn wegen gefrässiger Gartenmitbe­ wohner gar nichts spriesst? Schnecken kriechen natürlich auch ins Hochbeet. Körner müssten aber nicht sein, sagt Ramon Büchel, der einen eigenen Garten hat. «Bei uns sind Kupferumrandungen erhältlich, die Schnecken von den Pflanzen fernhalten. Das scheint mir eine schöne Lösung des Problems.» Sind die Pflanzen gesetzt, gewässert, ge­ düngt und geschützt, kann man bereits nach drei bis vier Wochen mit der ersten Ernte rechnen. Bei kopfenden Gemüsen können fortlaufend die äusseren Blätter gepflückt werden. Erst wenn der Spross in die Höhe schiesst, sollte man den Salat ganz abschnei­ den. «Es ist ein Genuss, eigenes Gemüse oder eigene Früchte zu essen. Dank ver­ schiedener Hochbeete und Topfsysteme ist das auch ohne grossen Garten möglich.» Büchel schätzt besonders den Lollo, weil er besonders lange frisch bleibt. Zum Schluss gibt der Experte noch einen per­ sönlichen Tipp: «Ich empfehle Hobby­ gärtnern, Tagetes mit ins Beet zu setzen. Die Helferpflanze sieht nicht nur schön aus und duftet gut, sondern macht auch die Erde fruchtbarer.» MM

Grillworkshops im Do it + Garden Ob beim Gärtnern oder am Grill: Gemeinsam gehts besser. In den inspirierenden Workshops von Do it + Garden Migros und Weber Grill lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr übers Räuchern, Braten und Kochen auf dem Grill und erhalten Tipps und Tricks aus erster Hand vom Weber-Grillmeister. Die Workshops sind kostenlos, die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen beschränkt. Infos und Anmeldung: migros-ostschweiz.ch/­ grillkurs


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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 81

Migros-Restaurantleiter Wolfgang Usznula und Chefmetzger Marcel Gämperle sind sich einig: Cordon bleu geht immer. Mit ihren Teams haben sie Gästen und Kunden viel zu bieten. Text und Bild: Natalie Brägger

D

ie Kruste des Cordon bleu ist goldbraun, beim Aufschneiden fliesst der Käse langsam auf den Teller. «Das hast du jetzt aber gut gemacht», scherzt Marcel Gämperle, Chefmetzger in der Migros Wil, mit Restaurant­leiter Wolfgang Usznula – im Wissen, dass ihm ein Kochprofi gegenübersteht. Auf dem Teller liegt ein Wiler HuusCordon-­­bleu. Die Spezialität der Migros Wil enthält neben Käse und Schinken auch Kräuterbutter. «Die Kunden lieben es», sagt Marcel Gämperle, der das Cordon bleu hergestellt hat. Wäh-

rend der Cordon-bleu-­Wo­chen vom 19. bis 30. März gibt es in der Migros-­ Metzg täglich zwischen neun und zwölf verschiedene Variationen des Klassikers. Alle werden in Wil von Hand hergestellt. Aus Schweine- und Kalbfleisch, gefüllt mit Rösti, Ananas, Peperoni und mehr, für jeden Geschmack ist eine Variante dabei. Hungrige wählen die Jumbogrösse (400 g). Im Restaurant geniessen

Auch wer nicht selbst brutzeln möchte, muss nicht auf ein feines Cordon bleu verzichten. In Wil kann man sich von

den Kochkünsten von Wolfgang Usznula und seinem Team im Migros-Restaurant überzeugen lassen. «Das Appenzeller-Cordon-bleu mit Mostbröckli und rezentem Appenzeller Käse ist sehr beliebt», sagt der Koch und langjährige Restaurantleiter und ergänzt: «Das mag ich auch selbst am liebsten.» Bis 30. März ist in allen Ostschweizer Migros-Restaurants täglich eine Cordon-bleu-­Variation im Angebot. Wer auch später Lust darauf hat, dem ist ein Besuch am Dienstag empfohlen: Dann ist in den Migros-Restaurants traditionell Cordon-bleu-Tag. MM

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Kreativ kombiniert

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Rund 40 Minuten geben die Mitarbeitenden in den Migros-Hausbäckereien das Säntisbrot in den Backofen, damit dessen zartbraune Kruste entsteht. Das Brot enthält Weizen, Dinkel, Sonnenblumenkerne, braune Leinsamen und Weizenmalzflocken.

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WISSEN AUS DER REGION

Cordons bleus gibts in der Migros Wil bei Chefmetzger Marcel Gämperle und Restaurant­ leiter Wolfgang Usznula.


82 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

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FAMILIE | 18.3.2019 | 83

Weg mit dem ­ abyfon: Viel B ­körperliche Nähe macht nicht nur das Kind, s­ ondern auch die Eltern ­ruhiger.

Das gläserne Baby Big Brother im Stubenwagen: Mit modernen Geräten kann man Kleinkinder heute lückenlos überwachen. Doch wo liegt die Grenze zwischen sinnvoller Technik und Kontrollwahn? Text: Kristina Reiss

Bild: Pascal Broze/Onoky/Getty Images

E

s gibt Söckchen für Säuglinge, die permanent den Puls messen, und Sen­soren, die volle Windeln mit einem Piepsen melden. Mit solchen technischen Systemen lassen sich heute die Aller­kleinsten überwachen. Was eigentlich nur konsequent ist – schliesslich kann man sich auch den Kinderwunsch mithilfe von Armbändern erfüllen, die Zyklusdaten erheben, und auch die Geschehnisse im Mutterleib sind mit einer App minutiös nachverfolgbar. Einige Tracking-Methoden können nützlich sein, gerade beim ersten Kind. Apps etwa, die festhalten, mit welcher Seite man aufgehört hat zu stillen, oder wie viel das Kleine zugenommen hat. Wurde früher der Grössenzuwachs des Töchterchens mit Bleistift am Türrahmen markiert, erfolgt dies nun eben per Smartphone. So weit, so harmlos. Wo aber liegt die Grenze zwischen sinnvoller Technik und Kontrollwahn? Braucht es etwa ein Fieberthermometer, das die ganze Nacht die Temperatur des kranken Nachwuchses misst und an das elterliche Smartphone funkt? «Nein», sagt Cyril Lüdin (65), seit über 30 Jahren Kinderarzt in Basel, «solche Geräte wiegen Eltern nur in falscher Sicherheit. Gleichzeitig verursachen sie aber Stress und Angst, weil jederzeit ein Alarm losgehen könnte.» Lüdin ist Spezialist für Eltern-Kind-Bindung und warnt:

«Angst blockiert die Selbstwirksamkeit – das überträgt sich aufs Kind und stresst es ebenfalls.» Den Eltern geht mit der Technik sozu­ sagen der Glaube verloren, auch schwierige ­Situationen mit dem Baby selbständig meistern zu können. Kinder mit modernen Gadgets zu überwachen, hält der Arzt nur für angebracht, wenn es einem medizinischen Zweck dient. «Dies ist jedoch ­äusserst selten notwendig.» Der Kinderarzt hinterfragt sogar das Babyfon

Lieber sollten sich Eltern auf ihr Bauchgefühl verlassen, findet Lüdin. «Doch in unserer auf Äusserlichkeiten ausgerichteten Welt haben wir das verlernt.» Angesichts unzähliger Mehrfachbelastungen, die Eltern heute schier erdrücken, sei ihre Selbstwahrnehmung herabgesetzt und damit auch die Feinfühligkeit gegenüber kindlichen Bedürfnissen. Die Lösung? «Das Kind möglichst lange im elterlichen Bett oder Zimmer behalten, statt es nebenan per Babyfon zu überwachen», empfiehlt Lüdin. Durch die Nähe lernten Eltern ihr Kind besser einschätzen und würden selbst­ sicherer. «In angstfreierer Umgebung fühlt sich auch das Kleine sicherer und mutiger», erklärt der Arzt, «dann wird es später auch eher hie und da einen kurzen Entzug an Aufmerksamkeit ­tolerieren.» MM

Beziehung statt Technik – trauen Sie sich! • Das Kind zu lesen ver­ suchen. Schon Neu­ geborene können ihre Bedürfnisse gut aus­ drücken. • Dem Nachwuchs et­ was zumuten. Ihm blei­ ben sonst wichtige Er­ fahrungen verwehrt. • Sich selbst zutrauen, die Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen • Sich aber auch nicht scheuen, Hilfe zu ho­ len. Emotionelle Erste Hilfe kann die Bezie­ hung zum Baby stärken. emotionelle-­erstehilfe.org • In Stresssituationen empfiehlt sich der ­Elternnotruf. Er steht rund um die Uhr zur Verfügung: Telefon 0848 35 45 55. Buchtipp: Thomas Harms: «Keine Angst vor Babytränen». Wie ­Eltern einen sicheren Umgang mit den Gefüh­ len des Säuglings lernen. Psychosozial-Verlag, 2018, Fr. 22.30. Erhältlich bei exlibris.ch


84 | 18.3.2019 | ALLERGIEN

Live-Chat Haben Sie Fragen zu ­Allergien und Ernährung? Stellen Sie sie bis 21. 3. um 14 Uhr auf ­migros-impuls.ch/ livechat

Eine Allergie gegen ­ aumnüsse ist meist die B Folge ­einer Pollenallergie.

Das Kreuz mit den Allergien Menschen, die wegen Baumpollen niesen müssen und rote Augen bekommen, können auch auf Äpfel oder Nüsse allergisch reagieren. Wie kommt es zu solchen Kreuzreaktionen, wie geht man damit um, und wann ist Vorsicht geboten? Text: Susanne Schmid Lopardo

Von einer Kreuzallergie – oder einer Kreuzreaktion – spricht man, wenn jemand zum Beispiel auf Pollen allergisch ist und ­parallel dazu auf ein bestimmtes Lebensmittel wie etwa Nüsse oder Äpfel empfindlich reagiert. So kommt es dazu

Die allergieauslösenden Sub­ stanzen mancher Pollen und ­Lebensmittel ähneln sich zum Teil so stark, dass es über die ­ursprüngliche Allergie hinaus zu einer Kreuzreaktion kommen kann. Dabei kann das Immun­ system die Oberflächenstruk­ turen der Allergene nicht mehr ­unterscheiden, wie Oliver Das, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH mit Spezial­ gebiet Allergologie, erklärt.

Die häufigsten Kreuzreaktionen Rund 70 Prozent der Baumpollen­

allergiker haben Kreuzreaktio­ nen auf Nahrungsmittel. Speziell stark allergen sind Birkenpollen. Sie sind laut dem Allergiezen­ trum Schweiz (aha) eine häufige Ursache für Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel wie Äpfel, Nüsse, rohes Kern- und Steinobst oder Erdbeeren. Bei Gräserpollen kann es ebenfalls zu Kreuzreak­ tionen kommen, sie sind jedoch weniger häufig. Die typischen Symptome

Bei den meisten Kreuzreaktio­ nen kommt es zu einem soge­ nannten oralen Allergiesyndrom: Es beginnt im Mund- und Rachen­ raum zu jucken, die Z ­ unge fühlt sich pelzig an und es kann zu Schwellungen der Mundschleim­

haut oder der Lippen führen. ­Daneben kann es zu auch zu ­Bindehautentzündungen oder asthmatischen Beschwerden kommen. Diese Symptome sind zwar unangenehm, aber nicht ­gefährlich. Dann wirds gefährlich

Wenn sie nicht lokal bleiben und die Symptome sich andernorts im Körper zeigen, werden allergische Reaktionen gefährlich. Das Immunsystem reagiert dann nicht mehr lokal, sondern syste­ misch, also im ganzen Körper. Eine lebensgefährliche Schock­ reaktion (anaphylaktischer Schock) mit Kreislaufversagen kann die Folge sein. Auch Insek­ tengift- und Medikamentenaller­ gien können zu einer solchen Schockreaktion führen.  MM

Was tun, wenn das Essen Probleme macht? Experten beantworten am 21. 3. von 14 bis 15 Uhr im Chat Ihre Fragen zu Lebens­ mittelunverträglichkeiten und Allergien auf migros-impuls.ch/livechat. Fragen können Sie bereits vor dem Chat stellen.

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Bilder: GoodMoodPhoto/iStockphoto, zVg

Das ist eine Kreuzallergie


ALLERGIEN | 18.3.2019 | 85

Das Rätsel ist noch nicht gelöst Oliver Das, warum kommt es bei manchen Menschen zu Kreuz­ reaktionen und bei anderen nicht? Das Immunsystem ist sehr komplex, und wir wissen noch nicht bis in alle Einzelheiten, wie es reagiert. Es ist seine Aufgabe, ­unseren Körper vor Krankheiten zu schützen. Bei einer Allergie reagiert es auf eigentlich harmlose Eiweisse, als wären diese gefährlich. Als mögliche Ursachen kommen die gene­tische Veranlagung sowie Umwelt­faktoren infrage, zum Beispiel wie und wo jemand aufgewachsen ist. Wie kommt es, dass Aller­gien ganz plötzlich – auch bei Erwachsenen – auftreten können?

Als dynamisches System reagiert das Immunsystem auf Infektionen und Erkrankungen, die ja in jedem Alter auftreten können. Warum es ausgerechnet zu einem ­bestimmten Zeitpunkt zu Kreuzreaktionen kommen kann, ist noch nicht geklärt. Weshalb können Allergien auch einfach wieder verschwinden? Wegen dieser Dynamik kann es passieren, dass sich eine Allergie auch wieder «verwächst». Am ehesten, wenn man während eines längeren Zeitraums den Kontakt mit dem betreffenden Allergen meiden konnte. Macht es Sinn, präventiv auf ein Lebensmittel zu verzichten, etwa

keine Äpfel mehr zu essen, wenn man allergisch auf Birkenpollen reagiert? Es ist schon so, dass ein Verzicht auf Äpfel das Risiko verringert, eine solche Allergie zu entwickeln. Allerdings ist es ja nicht sicher, ob es zu ­einer Kreuzreaktion käme. Würden Sie nun ganz zum Verzicht auf den Apfel raten oder eher nicht? Als Arzt würde ich eher empfehlen, zu verzichten oder die Äpfel zu ­kochen. Durch das Erhitzen verändern sich die Eiweissstrukturen. Schliesslich aber muss jeder individuell entscheiden und für sich das Risiko abwägen. MM

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MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 87

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iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.


88 | 18.3.2019 | MEINE MIGROS

SERIE Das Migros-­Magazin zeigt, wie ­unverwechselbar ­Migros-Filialen sind.

Basel Bern

Ecublens

Zürich Luzern

Lausanne Lugano

Genf

Ecublens

Migros-Supermarkt

Wo alle jung sind

Die Studierenden Najla Zedan und Georgi Pecev ­haben sich in der Campus-Migros etwas zu trinken gekauft.

Migros-Filialen gibt es auf dem Land und mitten in der Stadt. Einen eigenen Supermarkt mit orangem M hat sogar die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) . Text: Estelle Dorsaz  Bilder: Jérémy Bierer

W

ährend des Studienjahrs ist immer viel Leben in der ­Migros-Filiale, auch weil es auf dem gesamten Lausanner Campus keinen weiteren Supermarkt gibt. Die Kunden tragen oft Turnschuhe an den Füssen, Kopfhörer auf den Ohren und ein Skateboard unter dem Arm; sie sind selten ­älter als 25 Jahre. Die Studentinnen und Studenten streifen durch den Laden, um sich zwischen zwei Vorlesungen einen ­kleinen Snack zu besorgen. Oder sie stürzen sich am Abend ins Getümmel, um ihren ­Wocheneinkauf zu erledigen. «Einen Ansturm auf M-Budget-Produkte gibt es hier nicht», erklärt Filialleiter Pedro Pereira. «Frisches Obst, Gemüse und ganz allgemein Biolebensmittel stehen bei unserer Kundschaft sehr hoch im Kurs. Wir haben sogar einen eigenen Bereich für Alnatura-Produkte eingerichtet, die besonders

gut laufen.» Zählen Qualität und Herkunft also am Ende doch mehr als Menge und Tiefpreise? Offenbar legen die Studierenden der Generation Z oft so viel Wert auf ihre ­Ernährung wie auf ihren Look. Junge Kunden und auch Mitarbeiter

Im Laden herrscht eine entspannte Atmosphäre. Die meisten Beschäftigten sind ebenfalls Studierende. «Wegen des geringen Altersunterschieds zwischen der Kundschaft und dem Personal haben die Leute kein Problem damit, uns anzusprechen», sagt die 23-jährige Ophélia Hellinge, die an der Universität Lausanne Philosophie und Kognitive Wissenschaften studiert und ­parallel dazu bei der Migros arbeitet. «Es kommt nicht selten vor, dass man hier Freunde trifft oder Bekanntschaften schliesst. Wenn wir abends in eine Bar ­gehen, erkennen uns die Leute und grüssen

uns. Das ist schön.» Gegen 18 Uhr geht es im bis dahin recht ruhigen Laden plötzlich zu wie in einem Bienenstock. «Innerhalb von zwei Stunden erzielen wir rund 40 Prozent unseres Tagesumsatzes», so der Filialleiter. Nach den Examen im Sommer brechen die Studierenden auf und überlassen das Feld ganz den Familien aus der Umgebung. Sie bilden ein weiteres Kundensegment, das zwar weniger auffällt, aber treu in der Filiale einkauft. Die Semesterferien verschaffen dem Migros-Team eine Verschnaufpause, bevor es im September wieder losgeht. MM


MEINE MIGROS | 18.3.2019 | 89

Wieso ist diese Migros so besonders?

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«Mich haben die flexiblen Arbeits­ zeiten überzeugt. Ich arbeite abends von 17 bis 20 Uhr. Diese MigrosFiliale ist toll, weil hier fast nur ­Studierende sind und wir uns alle gut verstehen.» Ophélia Hellinge (23), Studentin und Migros-Mitarbeiterin

«Ich komme aus Lyon und habe hier während des Studiums die Migros für mich entdeckt; ich mag die Qualität der Produkte. Ich bin Sportler und achte auf meine Ernährung. Darum versuche ich, nur Bioprodukte zu kaufen – vor allem Obst, G ­ emüse und Teigwaren.» Alexandre Druenne (19), Student

Steckbrief Ort: Ecublens – EPFL, Louis Favre 8A, 1024 Ecublens VD Jahr der Eröffnung: 2012 Fläche: 560 Quadratmeter Sortiment: 7000 Artikel Mitarbeitende: 36, darunter zahlreiche Studierende mit ­T­eilzeitverträgen

1 Viele Studenten bevorzugen Self-Scanning. 2 D­er Campus von oben, in der Mitte rechts die Migros 3 Alnatura-­ Produkte sind bei den jungen Kunden besonders beliebt.

«Ich kaufe hier häufig Getränke ein, zum Beispiel Red Bull, um mich ­während der Vorlesungen wach­ zuhalten. Eine Einkaufsliste schreibe ich nie. Ich mag es, durch den Laden zu schlendern. Und dann kaufe ich spontan, worauf ich gerade Lust habe.» Najla Zedan (19), Studentin


90 | 18.3.2019 | WHATSAPP Contentpartnerschaft

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Ferienfotos versenden, die Jassrunde einladen oder eine Verabredung treffen – dank Whatsapp lässt sich der Kontakt mit einzelnen Menschen oder ganzen Gruppen sehr einfach pflegen. Whatsapp ist die beliebteste kostenlose Anwendung (App) für das Smartphone. Mit ihr kann man gesprochene oder geschriebene Nachrichten, ­Fotos und Filme ver-

Umgang mit Whatsapp

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senden. Swisscom Academy erklärt drei wichtige Funktionen: 1. Fotos und Filme: Motiv mit dem Handy aufnehmen, im Whatsapp-Chat das Pluszeichen anklicken, Bild oder Film auswählen, abschicken. Oder direkt in der geöffneten App das Fotosymbol rechts der Textzeile anklicken, Aufnahme machen, versenden.

2. Gruppenchats: App öffnen, rechts oben «Neue Gruppe» anklicken, dann die gewünschten Teilnehmer über die Kontaktliste auswählen. Die Nachrichten, die man hier versendet, gehen an alle Mitglieder der Gruppe.

3. Sprachnach­richt: Erst die Person, an die die Nachricht gehen soll, auswählen, dann das Mikrofon-­ zeichen unten rechts antippen und halten, solange man spricht. Anschliessend kann man die Aufnahme versenden. MM

Anmeldung und Infos auf www. swisscom.ch/migrosmagazin Gratisnummer: 0800 33 55 77

Nicholas Chicherio, Trainer Swisscom Academy

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GLÜCKSGRIFF | 18.3.2019 | 91

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Einsendeschluss: 24. März 2019

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des MigrosGenossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


92 | 18.3.2019 | 100 JAHRE CIRCUS KNIE

Nicht genügend Platz im Zelt: der Publikums­ ansturm auf die erste Vorstellung im Juni 1919.

Fredy Knie jr.

Der Circus Knie feiert seine hundertjährige Geschichte

mit einer Jubiläumstournee. Schon seine allererste Vorstellung im Jahr 1919 war ein Grosserfolg – der Ansturm verängstigte damals sogar die Kassenleute. Text: Michael West

Bilder: Katja Stuppia, Zirkus Knie(5)

Geburt einer A Legende

uf der Berner Schützenmatte stand am 14. Juni 1919 ein stattliches Zelt für 2500 Menschen. Doch das ­Gedränge vor dem Kassenhäuschen wurde immer grösser. Bald zeigte sich, dass längst nicht alle Leute auf den Tribünen Platz fanden. Der Ansturm war vorhersehbar. Schliesslich hatte die ­berühmte Artisten­familie Knie in I­ nseraten die Gründung des «Grande Cirque Nationale Suisse» angekündigt und ein E ­ röffnungsprogramm voller Wunder versprochen. So sollte das Publikum über «­ chinesische Gaukler» und den «kleinsten J ­ ockey-Reiter der Welt» staunen. «Für mich ist diese allererste Zeltvor­ stellung ein weit entferntes Ereignis», meint Fredy Knie jr. (72), langjähriger Direktor des Circus Knie. «In unserer Familie wurde vor allem von der Wut der Leute erzählt, die ­keinen Platz mehr im Zelt hatten. Sie rüttelten so stark am Kassen­häuschen, dass die Verkäufer in Panik gerieten.» Fest steht, dass der Zirkus ­über den e­ rsten Abend hinaus ein Kassen­erfolg blieb, denn


100 JAHRE CIRCUS KNIE | 18.3.2019 | 93

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«Die Spässe der Clowns waren 1919 noch viel derber.» Fredy Knie jr. ­

schon im November 1­ 919 konnten die Knies das Darlehen für das Zelt zurückzahlen. Doch was in der Manege wirklich geboten wurde, ist zum grössten Teil in Vergessen­ heit geraten. Die Gaukler, die an Bambus­ stäben durch die Luft schnellten, gehörten wohl zu einer chinesischen Artistenfamilie, die sich in Europa niedergelassen hatte. Das «Berner Tagblatt» schrieb in einem kurzen Bericht auch von «Trapezkünstlern, Equili­ bristen und Seiltänzern», kritisierte aber,

dass «die Clownspässe einen etwas zu brei­ ten Raum einnahmen». Doch die Zuschauer hatten offenbar ihre Gaudi damit. «Clowne­ rien waren damals viel derber als heute», meint Fredy Knie jr. «Da konnte schon mal ein A ­ nzugträger mit Wasser übergossen oder ­einem kahlen Mann die Perücke vom Kopf gerissen werden.» Auf exotische Tiere muss­ te das Publikum von 1919 verzichten: Nur sechs Ponys und einige dressierte Hunde ge­ hörten zum Programm. Erst 1920 schafften die Knies einen ersten Elefanten an. Magischer Knie-Moment

Fredy Knie jr. sagt, eines sei schon 1919 unter der Zirkuskuppel richtig wichtig gewesen: «Das Publikum vergisst seine Sorgen, es wird aus dem Alltag herausgerissen und in eine Traumwelt katapultiert.» Der Aufwand der Shows hat sich seither vervielfacht, und die Clowns sind bei ­ihren Spässen zurück­ haltender. Doch das Ziel ist das gleiche geblieben: Auch auf der J ­ ubiläumstournee 2019 wird der Alltags­ärger keinen Zutritt zum Zelt haben.­ MM

Bilder aus den Jahren 1919 und 1920: 1 Artist Friedrich Knie 2 «Dicky», der erste Elefant 3 Mitglieder der Familie Knie und ihre Mitarbeiter 4 Inserat für eine Zürcher Vor­stellung

Günstig an die Knie-Jubiläumstournee Der Circus Knie feiert seine hundert Jahre mit einer glanzvollen Tournee durch die ganze Schweiz, die am 22. März in Rapperswil ­beginnt. Im Deutsch­ schweizer Abendprogramm ­erobern zwei bewährte Fernseh­satiriker die Manege: Viktor Giacobbo und Mike Müller sind diesmal die Stars, die durch die Show führen. Besitzer einer Cumulus-­ Karte können Tickets für die Vorstellungen mit einem Preisvorteil von 20% kaufen. Tourneedaten, Orte und Kauf der ver­ günstigen T ­ ickets auf cumulus-ticketshop.ch


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GLÜCKSGRIFF | 18.3.2019 | 95

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Verlosung Preisfrage: Wie heisst der Inhaber des Traditionsunternehmens 3W Motosport?

Das schöne Wetter lockt erste Töfffahrer auf die Strasse. Eine gute Schutzkleidung ist ein Muss.

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Gut geschützt unterwegs Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt bei leidenschaftlichen Töfffahrern die Vorfreude auf die neue Saison. Bei 3W Motosport, einer der grössten und ältesten Motorradbekleidungsfirmen der Schweiz, ist man für die neue Töffsaison bestens gerüstet – mit Neuheiten, Trends und Klassikern. Patrik Wäckerlig führt das Geschäft in zweiter Generation. Er ist einer der grössten Fachhändler in der Schweiz und setzt unter anderem auf Marken wie Dainese,

Shoei, IXS oder Belstaff. «Die Motorradbekleidung ist heute viel vielfältiger», sagt Wäckerlig. «Sie ist nicht nur sicher, funktionell und praktisch, sondern auch trendig, cool und sogar teilweise multifunktionell einsetzbar.» Besonders gefragt sind Klassiker wie der Airoh-Rev-Helm, RetroLederjacken und Erfindungen wie die Jacken von Dainese mit eingebautem Airbag-System. MM Infos: 3w-motosport.ch

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Auflösung Nr. 11:

So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten: http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.3.2019, 24 Uhr

UNIFORM

Gewinner Nr. 10: Hauptpreis: Christa Liechti, Erlinsbach AG; Livia Meister, Luzern; Hedy Fuchs, Oberarth SZ; Beat Thalmann, Riehen BS; Walli Lehmann, Obergerlafingen SO Zusatzpreis: Trudy Christen, Luzern; Brigitte Sauder, Affoltern am Albis ZH; Willi Steiger, Rheinau ZH; Hedwig Gallob, Kreuzlingen TG; Caroline Bernath, Winterthur ZH

Was koche ich heute?

migusto.ch

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


RÄTSEL | 18.3.2019 | 97

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

×6

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wer hat einen Kopf und keine Füsse? W Puppe

O Frosch

M Nagel

2. Wenn jemand nicht auf dem Damm ist, ist er … A fröhlich

U dünn

E

krank

3. Wenn zwei Konkurrenten gleichzeitig ins Ziel kommen, ist dies ein …-Rennen. L Kopf-an-Kopf

S

Hals-an-Hals

W Auge-an-Auge

4. Welchen Kanton umfasst die Grossregion Nordwestschweiz nicht? N Aargau

C Schaffhausen

A Basel-Stadt

3 × 100 Franken zu gewinnen So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.3.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wie heisst eine gekrümmte Fläche eines Kugelabschnitts? K Meridiane

H Kalotte

S

Segment

T

Skydiving

6. Wie nennt man das sportliche Fallschirmspringen? E Paraglide

I

Light Airs

Auflösung Nr. 11:

7. Welchen Begriff gibt es im Pokern? A Broadway

S

Walk of Fame

O Freeway

8. Wie wurde der VW-Käfer in der Türkei genannt? R Dachs

L

Schildkröte

N Eidechse

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

ZARTHEIT Gewinner Nr. 10: Elsbeth Wetter, Niederurnen GL; Eiko Gastaldi, Bülach ZH; Anita Schär, Ursenbach BE

8

Paroli

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.3.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 11: TANNE

Gewinner Nr. 10: Heinz Siegrist, Herisau AR; Roland Schmid, Zürich; Hanna Wunderle, Oberkirch LU


SPINAS CIVIL VOICES

Superhirn

Plastikabfall verschmutzt die Meere. Unsere Ozeane drohen zu gigantischen Mülldeponien zu werden – mit tödlichen Folgen für die Meeresbewohner. Unterstützen Sie unsere Kampagne für saubere Meere: oceancare.org

Hirnlos


RÄTSEL | 18.3.2019 | 99

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

×5

5 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 11: 578

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 10: Anita Rütschi, Zollikerberg ZH; Henri Terrier, Allschwil BL; Jean-Pierre Reusser, St-Blaise NE; Laurent Kleiber, Develier JU; Corinne Meier, Oberentfelden AG

Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.3.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 3 1 mehr als zwei Linien

2 2

2

1 3 2

Auflösung Nr. 11:

2

2

2 3 1 3

5

1

1

0

1

4

1

2

3

1

2 2

3

4

2

2

2 6 6

3

4

4

2 1

3 3

3

2

5 3 2

2 1

2

2

4 3 1

Auflösung Nr. 11: 3

2

3 5

5

4

2

2

2 3

1

3 3 2

2

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4 2

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4 4 2

1

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1

2

4 4 2

3 2 3 3

© raetsel.ch 1336

raetsel.ch 392931

© raetsel.ch 1337

raetsel.ch 392932

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 371 000 (WEMF, MACH Basic 2018-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser E-Mail: leserforum@migrosmedien.ch

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Bild Olivier Paky

Leitung Redaktionen Franz Ermel Redaktionsleitung Migros-Magazin Yvonne Samaritani

Leitung Layout Pablo Tys Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner

Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin Leitung Business Thomas Brügger

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


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102 | 18.3.2019 | MEINE WELT

2 5

6

1

«Ich bin ein sehr anhänglicher Vater»

Im neuen Schweizer Kinostreifen «Sohn meines Vaters» spielt Dani Levy das Familienoberhaupt Karl. Auch privat geht der B ­ asler Filmemacher und Wahlberliner in seiner Vaterrolle auf. Text: Ricardo Tarli Bilder: Gregory B. Waldis


MEINE WELT | 18.3.2019 | 103

1 Mein Kiez «Mit dem Spielplatz vor der ­Apostel-Paulus-Kirche im Stadtteil ­Schöneberg verbinde ich viele schöne Erin­nerungen: Hier habe ich mit meinen ­Kindern gespielt, als sie klein waren.» 2 Mein Velo «Ich fahre bei Wind und Wetter Fahrrad – das ist mit Abstand die beste Art, sich in Berlin fortzubewegen. Mein Velo ist ein Unikat, das ein befreundeter Mechaniker aus gebrauchten Einzelteilen zusammengebaut hat.» 3 Mein Stammlokal «Das Café Oro Nero ist so etwas wie mein zweites Wohnzimmer. Mit den beiden italieni-

3

NAME Dani Levy (61) WOHNORT Berlin DAS LÄUFT BEI MIR «Ich bin in Basel geboren und lebe seit 40 Jahren­ in Berlin. Ich bin Teilhaber einer ­Berliner Filmproduktionsfirma, die ich zusammen mit drei anderen ­Filmemachern gegründet habe. In der Deutschschweiz wurde ich durch die Rolle des Küchenburschen ­Peperoni in der Fernsehserie ‹Motel› bekannt. Mein bislang erfolgreichster Film ist die Komödie ‹Alles auf ­Zucker!›, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Im Schweizer Film ‹Sohn meines V ­ aters›, der seit­ 14. März im Kino läuft und vom ­Migros-Kulturprozent ­unterstützt wurde, spiele ich eine Hauptrolle. Für mein privates Glück sorgen meine Frau Sabine Lidl und meine Kinder Hannah (19) und Joshua (13).» 4

schen Wirtinnen bin ich seit der Gründung des Lokals befreundet. Ihre italienischen Musikabende sind legendär.» 4 Mein Sohn «Ich bin ein sehr anhäng­ licher Vater und ziemlich vernarrt in ­meine Kinder. Mit Sohn Joshua (13) ­spiele ich ab und zu Fussball. Ich keuche zwar ganz schön hinter ihm her, trotzdem spiele ich sehr gerne mit ihm.»

Bild: TILT Production

5 Mein Sackmesser «Auf Wanderungen oder im Urlaub habe ich immer ein Schweizer Sackmesser dabei. Ich besitze fünf unterschiedliche Exemplare, auch welche von der Migros.» Mein Lieblingsprodukt «Die M-Budget-Feinschreiber sind toll. Ich mag die bunten ­­ Stifte, weil sie so wenig kosten ­ und gut schreiben.»

6 Mein Metermass «Ich bin handwerklich ziemlich geschickt, vor allem im Schreinern. Ich hatte mal ein Holzhaus ­ in Puerto Rico, da habe ich vieles selber gebaut, zum Beispiel die Holz­böden, ­ die Verandas und die Fenster.»  MM


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