Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny
MM12, 20.3.2017 | www.migrosmagazin.ch
Wie der Hass im Netz den Alltag vergiftet Seite 18
Welcher E-Bike-Typ sind Sie? Seite 36
Extra Migros-Magazin Nr. 12
Mobilität
Frau Schwede ist mobil Das Green-Class-Abo verbindet Zug, Auto und Velo
Bild: Marco Zanoni
Die grosse Verbrauchslüge 11 Tricks: So schummeln die Autohersteller
24 Seiten Mobilität über Carsharing, Verbrauchslügen und Neuheiten am Genfer Autosalon 2017
Bilder: Dan Cermak, Keystone; Montage: Reto Mainetti
Klub der grossen Frauen
Fabricia da Silveira litt einst unter ihrer Grösse – heute liebt sie den Blick von oben Seite 10
Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59
Ostern wird zucke
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4 | MM12, 20.3.2017
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Editorial
«Eins aufs Maul»
W Wissenschaftlich ist noch nichts erhärtet, bis jetzt ist es nur eine Vermutung: Das SocialMedia-Verhalten hat einen unmittelbaren Einfluss darauf, wie Menschen sich im normalen Leben geben. Wer sich auf Facebook unflätig gebärdet, auf Twitter Leute zusammenstaucht, wer die normalsten Umgangsformen nicht einhält, der trägt diesen Ton irgendwann auch ins Privatleben hinein. Darüber beklagen sich immer mehr Angestellte und Leute im öffentlichen Dienst. Polizisten, die angepöbelt werden, Serviceangestellte, denen man vorlaut über den Mund fährt, Gemeindemitarbeiter, die angespuckt oder bedroht werden. Seit 2007 hat sich zum Beispiel die Zahl der Übergriffe auf Menschen in öffentlichen Ämtern vervierfacht. Wer an den elektronischen Stammtischen auf dem Web damit prahlen kann, es sei Zeit, «diesem Beamten mal eins aufs Maul zu geben», und dafür rundum «Daumen hoch» kriegt, für den sinkt die Hemmschwelle, vielleicht doch mal zuzulangen (Bericht Seite 18). Die Social-Media-Kanäle machen diesen Trend nicht, aber sie verstärken ihn. Facebook etwa blendet alles aus, was uns nicht interessiert oder was uns ärgern könnte. Sprich, wir bewegen uns meist in einer Blase von Gleichgesinnten. Man hat die gleichen politischen und gesellschaftlichen Grundwerte, man bestätigt sich gegenseitig («Well done, Dude!»), man suhlt sich gemeinsam in Abneigungen gegen – bitte aussuchen – Linke, Rechte, Schwule, SVPler, Grüne, Ausländer, «die in Bern oben». Keine Gruppe, die man nicht mit leidenschaftlich geteiltem Hass überschütten könnte.
«Bis in 20 Jahren schliessen wir unser Gehirn direkt ans Internet an» Patrick Kramer, Cyborg
Toleranz ist die Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens. Toleranz und klares Festhalten an einigen unverrückbaren Werten wie Gemeinsinn, Rücksichtnahme, Rechtsstaatlichkeit. Vielleicht sollten wir diesen Wertemantel wieder mal aus der geistigen Schublade holen, abstauben und umhängen. Und wenns nur darum geht, bei der nächsten Schimpftirade einen Gegenpol zu setzen. Zivilcourage nennt man das, glaube ich. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger @migrosmedien.ch
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18
Menschen 8 Diese Woche
Mit dem Frühling kehren die Zugvögel zurück: Gesucht werden Beobachter 10 Grosse Frauen
So lebt es sich als Frau, wenn man über 1,80 Meter gross ist 17 Kolumne: Bänz Friedli
49 Migusto
Häppchen für den Apéro 65 Ice Tea neu mit Grüntee 67 Feiner, dünner Pizzateig 69 Power-Mix als Proviant 71 Cracker immer griffbereit 73 Handymatic für jeden Fall 74 Erotische Wäsche 77 Frische für die Haut ab 50 78 Nützliches im Regal
18 Warum dieser Hass? Polizisten, Beamte, Politiker im Kreuzfeuer der Pöbler: Wie konnte es zu dieser Verrohung unserer Gesellschaft kommen?
81 Neues aus Ihrer Region Åktionen, Reportagen, News
26 Interview Patrick Kramer über Implantate, die Haustüren öffnen, und Gehirne, die sich selbst vernetzen
87 Kolumne: «1, 2 oder 3?»
Migros-Welt 36 Trend Elektrovelo
Vier gute Gründe, sich für ein Velo mit Motor zu entscheiden 41 Wachgeküsst Bilder: Daniel Winkler, Christian Kerber, Christine Benz; Illustration: Rinah Lang
46 Das aha!-Sortiment
Wie der Film «Der Frosch» dank des Kulturprozents seinen letzten Schliff erhielt 45 Blévita-Forschung
Lebensmittelingenieurin Helen Peter entwickelte BlévitaSnacks für Laktoseintolerante
Leben Hochzeitsglocken läuten
88 Städte entdecken Acht Destinationen, die eine Reise wert sind 94 Gesundheit
Wieso Schmerz auch hilft 97 Kolumne: Brave New Girl 99 Migros-Bank-Ratgeber 100 Kinder
Der Waldkauz
15 Leseraktion 24 Leserforum 103 Rätsel und Impressum 108 Cumulus 110 Meine Welt
Sara Hildebrand
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch
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Menschen MM12
Darauf freuen wir uns Aliens Im neuen Sci-Fi-Thriller
«Life» begegnen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal ausserirdischem Leben: ab 23.3. im Kino. Gedichte Am 21.3. feiern wir
den Welttag der Poesie. Beglücken Sie Ihre Lieben doch mal mit etwas Selbstgedichtetem!
Unnützes Wissen
Aus dem Promi-Alltag Jamie Olivers Kinder heissen Poppy Honey, Petal Blossom Rainbow und Daisy Boo. Mein Bild der Woche «Was ist Heimat? Für manche sind es Landschaften, für andere
Pascale Bruderer Wyss (39) ist
Ständerätin des Kantons Aargau.
Menschen. Oder Gerüche, Klänge, Erinnerungen, Traditionen. Auf diesem Bild lädt ein Riesenrad zur Entdeckung der eigenen Heimatgefühle ein. Ist Heimat nur eintöniges Drehen an Ort und Stelle? Oder so vielfältig, farbig und wandelbar wie eine Chilbi? Es ist eine Herausforderung, den Heimatbegriff festzumachen. Und noch schwieriger, ihn abzugrenzen: Wo hört Heimat auf? Und wer schreibt das vor? Es lohnt sich, diesen Fragen auf den Grund zu gehen – sei es in der Ausstellung im Stapferhaus Lenzburg oder in uns selbst. Dort hat sich ‹meine Heimat› schlicht als Gefühl entpuppt: Vertrautheit, Verlässlichkeit, Verbundenheit.»
Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Gertrud Bähler (72), Pensionierte, Schwarzenburg BE
a) «Elefant» von Martin Suter b) «Jim Knopf» von Michael Ende c) «Das Tagebuch der Menschheit» von Carel van Schaik und Kai Michel
Auflösung: b) Das kann ich meinem Enkel (10) vorlesen.
Bilder: iStockphoto, Anita Affentranger, Marco Zanoni
Leseprobe
Tilda Swinton war mit Lady Diana in einer Schulklasse. Jede Frau von Tom Cruise war genau elf Jahre jünger als ihre Vorgängerin. Uma Thurmans
Vater ist einer der bekanntesten Buddhismusforscher der Welt. Jack Lemmon
wurde in einem Aufzug geboren. Walt Disney
wollte Mickey Mouse erst Mortimer Mouse nennen – seine Frau fand den Namen aber zu altmodisch. Quelle: Neon/Stern
8 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
Wissen Sie, welche Vögel in Ihrem Quartier leben? www.migmag.ch/ umfrage
Klimawandel
Gemeinsam Zugvögel zählen und schützen In diesen Wochen kehren die Zugvögel aus Afrika zurück. BirdLife Schweiz fordert die Bevölkerung auf, den Himmel zu beobachten und Sichtungen von fünf Vogelarten online zu melden. Diese Daten zeigen die Folgen des Klimawandels auf. Text: Ralf Kaminski
Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:
Finden Sie Jahres gespräche sinnvoll? 32% Ja, so habe ich die Chance, mal länger mit meinem Chef zu reden. 43% Nein, das Ganze ist eh nur eine Alibiübung. 25% Wir tauschen uns ständig aus – da braucht es keine Institutionalisierung.
Zahlen und Fakten
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Zugvogelarten gibt es in der Schweiz. Dies entspricht rund 60 Prozent aller Brut vogelarten im Land.
Störche wurden diesen Frühling in der Schweiz bereits bei «Spring Alive» gemeldet.
500
Millionen Vögel werden jedes Jahr im Mittel meerraum auf ihrem Zug gefangen und getötet. Oft wird dabei gegen internationale Abkommen verstossen. Quelle: www.springalive.net
Weissstörche sind eigentlich Zugvögel, überwintern inzwischen aber mehr und mehr auch in der Schweiz.
Z
ugvögel leisten Erstaun liches: Jedes Jahr fliegen sie Tausende von Kilo metern von Europa nach Afrika und wieder zurück. Ein 21 Jahre alter Mauersegler hat in seinem Leben Distanzen überwun den, als wäre er fünfmal zum Mond und wieder zurück geflogen. Doch viele Zugvögel gelten als gefährdet, weil ihre Lebensräume bedroht sind – im europäischen Brutgebiet ebenso wie an den Überwinterungsorten in Afrika. «Spring Alive» von BirdLife Schweiz verfolgt deshalb gleich
zwei Ziele: Einerseits will sie die Bevölkerung mobilisieren, um möglichst umfassende Daten über die Zugvögel zu erhalten. Anderer seits sollen die Menschen damit auch für den Vogel und den Um weltschutz sensibilisiert werden. Das Beobachtungsprojekt begann schon 1987 in Deutschland, inzwischen beteiligen sich 50 europäische und afrikanische Länder an der Aktion. Fünf Vogel arten stehen im Fokus: Weiss storch, Rauchschwalbe, Kuckuck, Mauersegler und Bienenfresser. Die ersten Störche und Schwalben
sind in der Schweiz bereits ge sichtet worden, im April werden Kuckuck und Mauersegler erwar tet. Der in der Schweiz seltene Bie nenfresser taucht erst im Mai auf. Jedes Jahr machen Zehntausen de Kinder und Erwachsene mit und melden mehrere Hundert tausend Sichtungen. Diese können ganz einfach auf der Website von «Spring Alive» registriert werden, wo sich schon jetzt viele interes sante Daten und Informationen finden lassen. MM Beobachten und mitmachen: www.springalive.net / www.birdlife.ch
Bilder: Michael Gerber, zVg
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MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 9
Strassenumfrage
Eva Inderwildi
«Bepflanzen Sie den Garten möglichst vielfältig und mit einheimischen Gewächsen» Ihr Projekt versucht, die Bevöl kerung für die Forschung zu mobi lisieren. Wie gut klappt das? International sehr gut, es machen je des Jahr mehr Leute mit. 2016 haben 115 000 Kinder und Erwachsene aus Europa und Afrika teilgenommen. Wie fleissig sind die Schweize rinnen und Schweizer dabei? Hier gibt es seit Jahren konstant 100 bis 200 Beobachtungen pro Früh ling, darunter auch einige von Schul klassen. Momentan läuft es gut, es wurden bereits 53 Vögel gemeldet, vor allem Störche und ein paar Schwalben. Den einen gemeldeten Bienenfresser zweifle ich allerdings an: Diese Vögel sind in der Schweiz sehr selten, und andere Beobach tungsplattformen haben noch keine gesichtet. Das heisst, die Leute irren sich auch. Wie wirkt sich das auf die Zuverlässigkeit der Daten aus? Richtig, die Beobachtungen stammen oft von Laien. Und mit den Schweizer Daten allein bekämen wir kein aus sagekräftiges Bild. Aber in ganz Euro pa registrierten wir im letzten Jahr 78 000 Beobachtungen, so lassen sich Ausreisser in der Regel herausfiltern. Wie repräsentativ ist dieses System? Kann man daraus Schlüsse ziehen über die Zahl der Zugvögel und deren Zustand? Nein, das wird mit anderen Zählun gen ermitteln. Ziel unseres Projekts ist es herauszufinden, wann die Vögel wo ankommen und daraus Verände rungen beim Vogelzug abzuleiten. Die Frage ist vor allem, ob und wie sich der Klimawandel bemerkbar macht. Und wie sieht das aus? Trends muss man über einen langen Zeitraum anschauen, von daher gibt es noch keine abschliessende Er kenntnis – aber schon einige auffäl lige Beobachtungen. Weissstörche zum Beispiel überwintern häufiger in der Schweiz, fliegen weniger weit in den Süden oder kommen früher
Hatten Sie schon Erlebnisse mit Vögeln?
zurück. Das hat mit dem sich erwär menden Klima zu tun, was die Nah rungssuche im Winter in der Schweiz einfacher macht. Die Mauersegler dagegen kommen und gehen noch immer zur gleichen Zeit – bei ihnen scheint die genetische Komponente, ihre innere Uhr, wichtiger zu sein. Warum werden gerade diese fünf Vogelarten beobachtet? Weil es Langstreckenflieger sind, die eigentlich immer wegziehen und bis weit in den Süden fliegen. Beim Storch scheint sich das nun allerdings zu ändern, jedenfalls in der Schweiz. Und wie geht es den Zugvögeln? Bei rund 40 Prozent haben die Bestän de abgenommen. Dabei sind Insek tenfresser stärker unter Druck als Körnerfresser, weil die Insekten bei uns stark zurückgegangen sind, dies wegen des Einsatzes von Pestiziden und der Veränderungen der Lebens räume durch den Menschen. Deshalb geht es auch Waldvogelarten besser als den Arten, die im Landwirtschafts bereich leben. Es gibt auch Zugvogel arten, die zunehmen, etwa die Mönchs grasmücke und der Zilpzalp. Aber es gibt mehr Verlierer als Gewinner. Was kann der Einzelne tun, um zu helfen? Garten oder Balkone vielfältig mit einheimischen Bäumen, Sträuchern und Blumen bepflanzen. Generell respektvoll mit der Natur umgehen, beim Konsum auf naturschonende Bioprodukte fokussieren, sich in der Natur an die offiziellen Wege halten. Das Projekt wird ja gemeinsam mit afrikanischen Ländern durch geführt – wie leicht oder schwierig ist die Zusammenarbeit? Das läuft ganz gut. Und in Afrika konnte mit «Spring Alive» für Naturschutz sensibilisiert werden, da entwickelten sich Gruppen und Strukturen, die es vorher nicht gab. Es entstanden dadurch auch span nende Kontakte zwischen Schul klassen in Afrika und Europa. MM
Eva Inderwildi (41) ist Biologin
und Koordinatorin von Spring Alive bei BirdLife Schweiz
Nora Leibundgut (33), Casting Director, Zürich «Ich habe in den
letzten Monaten beim Stillen zu Hause immer drei Elstern beobachtet, die im Baum gegenüber gezankt haben. Das war beste Unterhaltung!»
Michael Caviglia (43), DatabaseMarketing-Experte, Zürich «Kürzlich
habe ich eine verletzte Möwe aus dem Schanzengraben gezogen und zur Vogelstation am See gebracht. Ob sie überlebt hat, weiss ich aber nicht.»
Philippe Bassand (51), Versicherungs-Underwriter, Stallikon ZH
«Ich beobachte von zu Hause aus immer Rotmilane, die nachmittags mit der Thermik in die Höhe steigen. Tolle, majestätische Vögel!»
10 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
Grosse Frauen
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Sind Sie gross? Schildern Sie uns Ihre Erlebnisse www.migmag.ch/ amazonen
Sie sehen das Leben aus einer ganz eigenen Perspektive: Frauen, die mehr als 1,80 Meter messen. Fünf überdurchschnittlich grosse Frauen über die Vor- und Nachteile ihres Andersseins – und wie es sich anfühlt, wenn der Körper früh hoch hinaus will. Text: Anne-Sophie Keller
W
enn Leonie, Armanda, Fabricia, Isabelle und Andrea zusammen unterwegs sind, gibt es keinen Kopf, der sich nicht nach dem Fünfergespann umdreht – und nach oben schaut. Die fünf Frauen sind zwischen 180 und 190 Zentime ter gross. Somit bewegen sie sich eine ganze Kopflänge über dem landes weiten weiblichen Durchschnitt von 166 Zentimetern. Doch die Körper grösse ist mehr als nur eine Zahl; sie
Bilder: Dan Cermak; Montage: Reto Mainetti
beeinflusst Karriere, Partnersuche, Kindheit, Mode, Selbstbild, Gesundheit und nicht selten den ganz normalen Alltag. Auf den ersten Blick scheint ja alles viel einfacher: Grosse Menschen werden generell als dominanter, gesünder, belastbarer und intelli genter angesehen. Ergo verdienen sie im Schnitt auch mehr. Weiter gilt Grösse als Zeichen von Wohlstand. Bei der Partnersuche ist die Sache dann schon nicht mehr so einfach:
Während grössere Männer und Frau en als attraktiv gelten, ist es für grosse Frauen bedeutend schwieriger, einen passenden Partner zu finden. Noch immer gilt die Norm, dass der Mann die Frau überragen sollte. Grosse Frauen scheinen hier abschreckend. Endlich auf gleicher Augenhöhe
Grösse ist ein Thema, das bewegt – und zusammenführt: Vor zwei Jahren trafen sich die Studentinnen Leonie Mathis (22) und Armanda Capaul (23)
Bilder: iStockphoto (3), Keystone (1)
Leonie Mathis (1,84 m) hat zusammen mit ihrer Schwester einen Klub für grosse Frauen gegründet.
MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 11
Armanda Capaul (1,83 m) thront nicht nur an Konzerten weit über dem Durchschnitt.
12 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
Fabricia da Silveira (1,81 m) machte aus der Not eine Tugend: Sie modelt im Nebenjob.
in einer Bar. «Wir hatten einen super Abend. Endlich konnten wir mal auf Augenhöhe feiern», erzählt Mathis. Sie entwickelte darauf die Idee für den One-Eighty-Up-Club und gründete ihn mit ihrer Schwester Jasmine. Das Beitrittskriterium für den Klub: eine Körpergrösse von mindestens 180 Zentimetern. Im Klub dabei sind etwa Gärtnerinnen, Polizistinnen oder Sportlerinnen jeder Altersklasse. Mittlerweile versammeln sich die rund 50 Mitglieder regelmässig in Zürich und Luzern zum Tanzen, Reden, «Zusammen-gross-sein». Besonders beliebt waren jeweils die «Ü178»Partys, ein Event mit Grössenlimite. Ihre Grösse wird den Frauen täglich bewusst: «Es fängt am Morgen an, wenn ich die Duschbrause hochschrauben muss. Und sobald man
rausgeht, wird man gemustert», berichtet Leonie Mathis. Armanda Capaul erzählt von den Vorteilen im Alltag: «An Konzerten hat man immer die beste Sicht. Allgemein kriegt man eher, was man will. Man hat ein überzeugenderes Auftreten. Wenn ich vor den Toren eines VIP-Clubs auf die Türsteher hinunterschauen kann, komme ich auch rein.» Im Club drin muss sie sich jedoch bücken – sonst versteht sie kein einziges Gespräch. Wie ist die Luft da oben?
Andrea Schilter (20) ist der Neuzugang des Klubs. Sie war mit 13 bereits 181 Zentimeter gross – und hatte die Mutter somit längst überholt. Als Kind wurde sie immer älter geschätzt; an der Traktorprüfung, die sie mit 14 absolvierte, hielt man sie für die Leiterin. «Mir wurde mehr Verantwortung
übertragen, was nicht immer toll war. Und ich habe oft gehört, dass ich kindisch sei – obschon ich mich altersgerecht verhalten habe. Mein Benehmen hat halt nicht zum Aussehen gepasst», erzählt sie. Mittlerweile habe sie sich mit der Grösse angefreundet: «Ich freue mich, wenn ich Leuten Dinge von hohen Regalen holen kann.» Mit der Grösse komme auch eine klare Rollenverteilung: im Auto vorne sitzen, auf dem Gruppen bild hinten stehen, in der Schule die Leinwand des Beamers herunter ziehen. Und natürlich die lahmen Sprüche: Wie ist die Luft da oben? Wie ist das Wetter? Spielst du Basketball? Bei Fabricia da Silveira (20) kam der Wachstumsschub mit 16: «Es hörte nicht mehr auf, und plötzlich war ich die Grösste. Das war nicht einfach», erzählt die Serviceangestellte,
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Partnerschaften
Grosse Frau liebt kleinen Mann
Nicole Kidman überragte ihren einstigen Ehemann Tom Cruise um 10 Zentimeter.
Sie waren das Hollywood-Traumpaar schlechthin: Nicole Kidman (49) und Tom Cruise (54). Der 1,70 Meter grosse «Mission: Impossible»-Star habe seiner rund zehn Zentimeter grösseren Partnerin jeweils verboten, auf dem roten Teppich hohe Schuhe zu tragen. Seine spätere Partnerin Katie Holmes (38/1,75 m) erlebte dasselbe Schuhschicksal.
Bilder: Ron Galella, Ltd./Kontributor/Getty Images, Laurent Rebours/Keystone
Apropos Schuhe: Das Paradebeispiel des mächtigen kleinen Mannes und seiner grossen Frau sind Nicolas Sarkozy (62) und Carla Bruni (49). Der ehemalige französische Staatspräsident wurde zum Gespött, weil er an öffentlichen Anlässen Schuhe mit Absätzen trug. Oder wars ein historisches Vermächtnis? Zur Zeit des französischen Königs Louis XIV trugen hohe Ränge hochhackige Schuhe.
die nebenbei als Model arbeitet. Ein mal verschanzte sie sich einen ganzen Sommer lang zu Hause. «Meine Beine waren viel zu lang für kurze Sachen, und im Bikini fand ich mich furchtbar. Bei meinen Kolleginnen passte alles, bei mir sah das blöd aus.» Als sie für ihr Aussehen Komplimente erhielt, habe das enorm geholfen. «Hundert Prozent wohl fühle ich mich noch nicht. Aber man lernt, damit um zugehen.» Die ewig zu kurzen Hosen krempelt sie heute selbstbewusst hoch und betont die Fussknöchel mit schönen Socken. Sogar Overknee Stiefel, welche die Beine noch weiter strecken, trägt sie heute. «Der Kleiderkauf ist immer ein Glückstreffer oder Überraschungs kauf», sagt hingegen Isabelle Braun (21). Wenn sie etwas Bestimmtes brauche, werde es schwierig. «Mein
Kleid für den Maturaball habe ich eine halbe Ewigkeit gesucht. Und bei den Schuhen kauft man dann oft das Modell, das einem am zweit besten gefällt, weil der Favorit eh nicht in deiner Grösse erhältlich ist.» Braun wurde im Ausgang von der Gruppe des OneEightyUpClubs angesprochen und war sofort dabei: «Wir sind auf einer Augenhöhe und haben dieselben Problemchen.» Geküsst wird nicht auf Zehenspitzen
Zu diesen Problemchen gehört hie und da auch die Partnersuche. Die Durchschnittsgrösse von Schweizer Männern liegt mit 178 Zentimetern weit unter dem Schnitt der Gruppe. Fabricia da Silveira fragt, um Ent täuschungen vorzubeugen, bereits vor dem ersten Date nach der Körper grösse ihres Gegenübers. Leonie
Andrea Schilter (1,81 m) hat ihre Grösse bereits mit 13 erreicht – und wurde so früh für erwachsen gehalten.
Auch Schuhe mit Absätzen helfen Nicolas Sarkozy nicht: Carla Bruni ist grösser.
Der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (86/1,59 m) hat ein Faible für grosse Frauen. Aktuell ist er mit der gut 20 Zentimeter grösseren Fabiana Flosi (40) verheiratet. Auch seine Exfrauen überragten ihn um mindestens eine Kopflänge. Die «Felicità»-Sänger Romina Power (65) und Al Bano (73) haben ihren
Grössenunterschied von zehn Zentimetern auf Bildern gern kaschiert. Auf Russisch soll die Bezeichnung «italienisches Paar» sinnbildlich für «grosse Frau liebt kleinen Mann» stehen – dank Romina und Al Bano.
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Als Jugendliche nannte man sie Giraffe, heute liebt Studentin Isabelle Braun (1,85 m) ihre Grösse – auch wenn Schuhe kaufen schwierig ist.
Mathis hält bei Dates jeweils den Regenschirm. «Und beim Küssen steht man wohl besser nicht auf den Zehenspitzen. Das sind Preise, die man gern zahlt – wenn es sonst stimmt.» Dass sie Männern positiv auffallen, merken die fünf Frauen regelmässig. Teilweise seien sie stolz darauf, die «Amazone erobert zu haben». Die Kehrseite davon: die Eifersucht der Mitbuhlerinnen. «Wenn man als grosse Frau die Aufmerksamkeit eines Mannes will, dann kriegt man sie auch. Man muss da fast nichts mehr dafür tun. Kleine Frauen donnern sich extrem auf, damit sie auffallen. Ich kann ganz casual weggehen und werde gesehen. Bei anderen Frauen sind wir nicht unbedingt beliebt. Die töten mit Blicken», erzählt Leonie Mathis. Als sie 13 Jahre alt war, riet ihr ihre Ärztin, wachstumshemmende Hormone zu nehmen. «Im Nachhinein würde ich das wohl nicht mehr tun. Aber wie will man als Mädchen
wissen, wie gross man als Frau sein möchte?» Sowieso hatte sie damals andere Sorgen. «Die Primarschule war nicht immer angenehm. Ich glaube, Mädchen sind vor allem beliebt, wenn sie herzig und zart sind. Vor mir hatten die Jungs immer irgendwie Angst.» Bachstelze oder Wolkenkratzer nannte man sie. Isabelle Braun dagegen hänselte man mit der Bezeichnung Giraffe. Ausgrenzung haben viele des Klubs erlebt – früher und heute. Auch darum sei ihnen die Gruppe so wichtig: Alle erlebten Ähnliches wegen ihrer Grösse, das verbinde. High Heels für Transfrauen
In der Gruppe werden allerlei Tipps ausgetauscht. Dass man im Flugzeug Plätze mit mehr Beinfreiheit buchen kann. Welche Läden lange Hosen verkaufen. Dass man die High Heels in Onlineshops für Transfrauen findet. Wie man mit bösen Blicken umgeht. Und wie man dumme Sprü-
che kontert. Klar sei jedoch, dass der Klub eine männerfreie Zone bleiben soll. Die Frauen reden über Körperbilder, Konkurrenzkämpfe, Selbstfindung, Vergleiche, Eifersucht und Idealvorstellungen. «Die Probleme in der Pubertät und bei der Partnersuche ergeben sich vor allem durch das Umfeld und ein veraltetes Frauenbild», sagt Leonie Mathis. «Deshalb der Klub. Wir zeigen, dass es viele wie uns gibt.» Sie würde keinen Zentimeter abgeben wollen. Schliesslich werde sie durch die Grösse ernst genommen. Isabelle Braun mag es, an der Pädagogischen Hochschule in Luzern die Grösste zu sein. Armanda Capaul findet auch, sie würde trotz mancher Umstände niemals klein sein wollen. Und ihre 17-jährige Schwester möchte eines Tages so gross werden wie sie. MM Mehr Infos: www.oneeightyup.club; www.ue178.ch
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1. Tag – Anreise nach Holland Fahrt im komfortablen Extrabus in unser schönes 4-Stern Hotel, das direkt an der holländischen Nordsee, etwas westlich von Amsterdam liegt. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – Haarlem, Dampfeisenbahn-Romantik, Käse & Klompen Wir starten unsere Bilderbuch-Tour mit der bekannten Stadt Haarlem, ein wunderbares Beispiel für eine typisch holländische Stadt. Unter kundiger Führung entdecken wir die malerischen Zugbrücken, idyllischen Grachten und belebten Plätze, die schon im Goldenen Zeitalter Inspirationsquelle für viele Künstler waren. Danach wird es nostalgisch – im historischen Ort Medemblick wartet die stolze Museumsbahn auf uns, die sich von Dorf zu Dorf durch die malerische Ijsselmeer-Region bis nach Hoorn schlängelt – ein unvergessliches Erlebnis wie zu Grossvaters Zeiten. Auf einem historischen Bauernhof erhalten wir zum Abschluss des Tages Einblicke in zwei urtypische Traditionen: Wir erleben die Herstellung der Klompen, jener bekannten holländischen Holzschuhe und die Geheimnisse guten Goudas kennen – Käse Kostprobe inbegriffen! 3. Tag – Amsterdam & Den Haag Heute morgen geht es nach Amsterdam, wo sich Kunst, Kulturen und Weltoffenheit zu einem einzigartigen Cocktail der Lebensfreude vermischen. Sie haben im Zentrum Amsterdams etwas Freizeit, bevor
wir die Hauptstadt Hollands auf die wohl schönste und stimmungsvollste Weise kennenlernen – bei einer herrlichen Grachtenfahrt! Königlich geht es später in Den Haag weiter – rund um den Buitenhof spazieren wir begleitet von einer versierter Stadtführerin vom imposanten Ridderzaal zum Renaissancegebäude Oude Stadthuis und zur Grote Kerk. Anschliessend fahren wir zum Stadtteil Scheveningen an der Nordseeküste. Hier besuchen wir das bekannte Nordseebad und geniessen Kaffee und Kuchen in einem der schönen Strandrestaurants. Der pittoreske Hafen mit dem langen Pier und den kleinen Fischerbooten bietet uns eine wunderschöne Kulisse zum Verweilen. 4. Tag – Windmühlen von Kinderdijk Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an. Nutzen Sie die Zeit für einen Spaziergang am nahgelegenen Strand und oder testen Sie die tolle Infrastruktur des Hotels. Unsere Holland-Reise wäre nicht komplett, wenn wir zum Abschluss nicht noch einen Abstecher zu den weltberühmten Mühlen von Kinderdijk machen würden. Die Mühlen aus dem 18. Jahrhundert sind mittlerweile Weltkulturerbe der UNESCO und noch voll funktionstüchtig! Freuen Sie sich auf eine romantische Kutschenfahrt durch diese Bilderbuchlandschaft und halten Sie dabei Ihren Fotoapparat bereit! Am Abend werden wir im Hotel mit einem feinen Abschlussessen erwartet. 5. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.
Wählen Sie Ihr Reisedatum: Reise a:
3. - 7. Juni 17 (Pfingsten)
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MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 17
D Bänz Friedli
Irgendwo in Tennessee
Diana gestorben? Lady Diana? Das gibts doch nicht! Die Liebste und ich, noch kinderlos und tags zuvor in Amerika gelandet, hielten an einem Sonntagmorgen an einer Texaco-Tankstelle irgendwo in Tennessee an, und neben der Zapfsäule hing die Schlagzeile, dass die britische Prinzessin tödlich verunfallt sei. Ich sage noch: «In den europäischen Zeitungen hat es nicht für die Sonntagsausgabe gereicht, hier schon – dank der Zeitverschiebung», steige wieder in den gemieteten Ford Mustang …
... und weg waren wir. Einfach fort und weg, viele Wochen lang. Keine Ahnung, was im Büro los war. Keinen Schimmer, welche Resultate mein Fussballverein erzielte. Null Erinnerung an den Schweizer Herbst. Wir waren ja weg. Unerreichbar weit weg. An die Gischt erinnere ich mich, die im AtchafalayaSumpf vom Bootsbug aufspritzte, an Blues unter freiem Himmel und rabenschwarzen Kaffee, an schnurgerade Highways und The Chemical Brothers ab Tonbandkassette. Und an den freundlichen Cop in Austin, den ich mit einem 20-Dollar-Schein dazu bewegen konnte, unseren Mustang wieder herunterzukurbeln, den er im Parkverbot schon mit seinem Abschleppkran aufgegabelt hatte.
Bänz Friedli (51) blickt 20 Jahre
zurück.
Nicht auszudenken, welchen Sturm von Entrüstung und geheucheltem Beileid Dianas Tod heute auslösen würde, sekundenschnell in alle Erdteile verbreitet. Unsere Reise durch
den amerikanischen Süden hat er damals nicht weiter überschattet. Wir hatten ihn schon vergessen, als wir bei Marjorie und Coerte eincheckten, einem älteren Paar, das in Lafayette, Louisiana, ein Bed and Breakfast betrieb. Aus ihrer Küche schickte ich meinem Chef ein Fax, wegen irgendeines Versäumnisses. Sonst hatten wir nie Kontakt mit zu Hause. Wir waren immer voll und ganz dort, wo wir gerade waren. Im Lokal, das auf Stelzen über dem Brackwasser gebaut war und wo wir «blackened catfish» assen. Im Spielcasino auf einem Mississippidampfer. Bei Marjorie und Coerte. Der war ein bärtiger Kerl von vielleicht 70 Jahren, liess sich Kurt rufen, Kurt wie Cobain, und raunte zum Abschied salopp: «Drop me a line on the internet!» Ich wusste nicht mal genau, was das war, «im Internet schreiben», darum hab ich den Satz nie vergessen. Im vergangenen Jahr, auf Stippvisite in Louisiana, habe ich Coerte wiedergesehen. Er geht gegen die 90 und sieht noch immer aus wie mit 70. Wir wollen gerade ins Gespräch kommen über einen Bootsunfall, den er gehabt hat, da blinkt auf meinem Handy die Mitteilung auf: «Anfrage für Anlass in Sursee», und ich gäbe viel darum, noch einmal so losgelöst zu sein wie damals, neunzehnhundertsiebenund … Verdammt! Ist noch gar nicht so lang her. MM Bänz Friedli live: 22.3. Möhlin AG, 23.3.; Winterthur, Casinotheater, «Satirisch gut essen»
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Das Richtige tun
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Ali Al-Ahmad (49), Syrien Hat seinen Sohn im Krieg verloren
18 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 19
Verrohte Gesellschaft
Die tägliche Dosis Hass
Im Internet ist schlechtes Benehmen an der Tagesordnung. Einiges davon schwappt mittlerweile ins reale Leben über, wie die wachsende Zahl von Übergriffen und Pöbeleien zeigt. Wissenschaftler untersuchen das Phänomen. Text: Andrea Freiermuth
Illustrationen: Rinah Lang
Ü
bergriffe auf Pflegepersonal, Belei digungen von Polizisten, Aggres sionen gegenüber Feuerwehrleuten: In vielen Branchen beklagt man sich über das zunehmend unflätige Verhalten von Kunden oder Zaungästen. «Müssen wir Strassen sperren, wird dies von vielen Auto mobilisten nicht verstanden. Manch einer rastet aus – die Hemmschwelle ist definitiv gesunken», sagt etwa Feuerwehrinspektor Peter Frick aus dem Kanton Bern. Ähnlich klingt es bei der Zürcher Kan tonalbank: «Wir beobachten, dass unsere Mitarbeiter zunehmender Aggressivität am Schalter ausgesetzt sind.» Und bei Postauto Schweiz heisst es: «Die Aggressionen und Tätlichkeit gegen unser Personal reichen von Beschimpfungen über Spucken bis zu tätlichen Angriffen. Es gibt auch Personen, die ihre Wut am Fahrzeug abreagieren.» (Weitere Beispiele finden Sie auf Seite 15.)
Enthemmt, gehässig, aggressiv: Bei übermässigem Computerkonsum verliert der Mensch sein Einfühlungsvermögen.
Bilder: Getty Images (7)
Social Media fördert die Enthemmung
Klar gab es das schon immer. Aber warum nimmt die Zahl dieser Vorfälle gerade in letzter Zeit zu? Eine Vermutung ist, dass die «Verrohung der Gesellschaft» durch das Internet vorangetrieben wird. Oder anders gesagt: Der Hass aus dem Netz schwappt allmählich ins reale Leben über. Die deutsche Wirtschaftspsychologin Sarah Diefenbach (34) ist eine Verfechterin dieser These. In ihrem Buch «Digitale Depression» zeigt sie auf, wie Action und Drama den Traffic auf Facebook und Twitter ankurbeln. Wie die Kommunikation via Social Media die Enthemmung fördert. Und wie neue Medien unser Gefühlsempfinden
verändern. Kurz: Warum das Internet «eine Einladung zum Hassen» ist. Und dann fragt sie rhetorisch: «Was pas siert mit uns, wenn wir einen grossen Teil un seres Lebens in so einem Umfeld verbringen? In dem nur Extreme wertgeschätzt werden und in dem wir lernen, selbst extrem zu werden? Wir passen uns an, kommentieren in schärferem Ton, bewerten alles, was uns vor die Maus kommt.» Es sei ein grosser Irrtum zu denken, wir könnten diese erlernten Verhaltensweisen in der Onlinewelt zurück lassen und abschalten wie das Tablet nach der FacebookSession. «Unser Gehirn kennt die Unterscheidung zwischen Offline und Online nicht.» Um das Gehirn im Speziellen ist die bri tische Neurowissenschaftlerin Susan Green field (66) besorgt. In ihrem Buch «Mind Change» schreibt sie: «Der Wandel, der derzeit in unseren Köpfen stattfindet, ist vergleichbar mit dem Klimawandel. Er ist global, umstritten, nie da gewesen und facet tenreich.» Was Greenfield sagt, hat Gewicht. Sie sitzt im britischen Oberhaus und gilt als eine der einflussreichsten Frauen Gross britanniens. Ihre Argumentation baut Baroness Greenfield auf Studien auf, die zeigen, wie formbar das Gehirn ist. Taxifahrer aus London, die im Verkehr ständig viel Information verarbeiten müssen, haben ein grösseres Arbeitsgedächtnis als gleichaltrige Kandidaten aus einer Kontrollgruppe. Musiker, die Saiteninstrumente spielen, benutzen ihre linke Hand öfter als die rechte. So ist bei ihnen das Hirnareal, das für die linke Hand zuständig ist, grösser als dasjenige für die rechte Hand.
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MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 21
Darauf basierend spinnt Greenfield den Gedanken weiter: «Manche Menschen verbringen den ganzen Tag vor dem Computer, ohne ein menschliches Wesen zu sehen. Das hinterlässt zwangsläufig Spuren im Gehirn und hat einen Einfluss darauf, wie sie denken, fühlen und kommunizieren.» Die Hirnforscherin warnt unter anderem davor, dass wir vor dem Computer unser Einfühlungsvermögen verlieren könnten: «Nur zehn Prozent der menschlichen Kommunikation basiert auf der Bedeutung von Wörtern. Der grosse Rest ist Körpersprache, Betonung und Pheromone. Kommunizieren sie die meiste Zeit via Computer, geht die Fähigkeit verloren, diese Signale zu entziffern.» In ihrer Argumentation schliesst Wissenschaftlerin Greenfield oft von einem auf das andere. Das führt dazu, dass vieles, was sie sagt, zwar plausibel klingt, aber empirisch nicht belegt ist. Es gibt wenige Studien, die sich explizit mit dem Einfluss des Computers auf das Gehirn beschäftigen. Eine Untersuchung stützt die Befürchtungen Greenfields in Sachen Empathie jedoch klar. Präsentiert man Menschen Bilder, schlagen ihre Hirnströme normalerweise beim Anblick von Gesichtern schneller und stärker aus als beim Anblick von
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MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 23
Übergriffe im Alltag
Objekten. Bei jungen, exzessiven Internetnutzern unterscheiden sich die Hirnströme beim Anblick von Objekten und Gesichtern hingegen nicht. Weil dies auch bei Autisten der Fall ist, folgert Hirnforscherin Green field, dass der Computer ein dem autistischen ähnliches Verhalten fördert und verweist auf die steigenden Zah len von Autismus in der vergangenen Dekade. Weder Wirtschaftspsychologin Diefenbach noch Hirnforscherin Greenfield sehen sich als pessimistische Technikfeinde, sondern eher als kritische Beobach terinnen: «Ich bin nicht generell negativ eingestellt gegenüber dem Internet, aber wir müssen die Nebenwirkungen im Auge behalten», sagt Diefenbach. Wir sollten uns überlegen, was die Technik mit uns
macht, damit wir bei Bedarf bewusst Gegensteuer geben könnten. Hirnforscherin Greenfield hat drei einfache, kon krete Vorschläge entwickelt, wie diese Gegensteuer aussehen könnte: «Lesen Sie Romane, das fördert die Vorstellungskraft, den Perspektivenwechsel und damit das Einfühlungsvermögen. Nehmen Sie das Essen gemeinsam ein, damit Sie regelmässig von Angesicht zu Angesicht kommunizieren. Und gehen Sie raus und bewegen Sie sich, damit Sie alle fünf Sinne nutzen.» Vor allem Kindern beziehungsweise ihren Eltern lege sie diese Tipps ans Herz. Denn: Je jünger das Gehirn, desto formbarer und damit anfälliger für negative Einflüsse sei es. MM
Die Zahl der Vorfälle steigt Im Einkaufszentrum: «Die Jugendlichen beschimpfen unsere Kunden und Mitarbeiter mit Wörtern, die ich lieber nicht nennen möchte», sagte der Leiter Shoppyland in Schönbühl BE gegenüber der «Berner Zeitung». Im Spital:
Eine Studie des Berner Inselspitals zeigt: Mussten Securitas-Mitarbeiter vor zwei Jahren noch 372-mal eingreifen, waren es im vergangenen Jahr schon 642-mal. Auf dem Amt: 2808 Übergriffe wurden 2015 auf Behörden-
vertreter registriert. Seit dem Jahr 2000 (774) hat sich die Zahl also fast vervierfacht, wie die Kriminalstatistik der Schweiz zeigt. Im Bundeshaus:
Insgesamt verzeichnete Fedpol bei den Drohungen gegenüber Bundespolitikern im letzten Jahr 1063 Meldungen, darunter fallen Briefe, E-Mails und Telefonate. Die Zahl ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren – 2015 waren es 202 Meldungen. Auf Streife: Polizisten
werden immer öfter in ihrer Ehre verletzt. Das geht aus der Diplomarbeit des Winterthurer Stadtpolizisten Daniel Kindlimann hervor. Er befragte über 900 Beamte; 88 Prozent gaben an, dass Ehrverletzungen in den letzten Jahren zugenommen hätten. Im Bus: «Die Ausraster
der Passagiere sind kaum mehr zu ertragen», sagte Busfahrer Oliver Wyss am 8. November 2016 gegenüber dem «Blick».
24 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
Leserforum MM11: Diese Woche Hat das Jahresgespräch bald ausgedient?
«Leider ist das Jahresgespräch zur Farce und Alibiübung verkommen» Der Vorgesetzte, der nur einmal im Jahr mit seinen Mitarbeitern spricht, nimmt seinen Job nicht richtig wahr. Wie will er seine Mitarbeiter an diesem einen Gespräch richtig beurteilen und ihnen Feedback geben können, wenn er das ganze Jahr über nicht mit ihnen spricht? Noch schlimmer wird die Sache, wenn aufgrund dieses einen Gesprächs Boni und Löhne definiert werden. Hier wird es definitiv untauglich, unglaubwürdig und sicher eher kontraproduktiv.
Das alljährliche Gespräch um Eignung und Leistung finden viele Leser unnötig.
Einfach überflüssig und zeitraubend, diese Jahresgespräche – auch in unserer Bude. Aber wichtig, damit jemand wieder eine Statistik für die Schublade machen kann. Christoph Steiner, via www.migrosmagazin.ch Dass gerade die ZKB das Jahresgespräch abschafft und es nicht mehr als zeitgemäss findet, wundert mich gar nicht. Es sind Unternehmen wie Banken, deren Maxime darin besteht, auf Kosten guter Zusammenarbeit und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, nur noch mehr Geld zu generieren. Das fördert nur Einzelkämpfer und Machtmenschen. Man(n) und Frau schaut nur darauf, mög lichst viel Geld zu machen ohne Rücksicht auf Verluste. Ursula Wirthner, 3363 Oberönz BE Leider ist das Jahresgespräch zur Farce und Alibiübung ver kommen und dient schon lange nicht mehr der Sache. Die zählt ja gar nicht mehr, sondern um jeden Preis der Gewinn. Das ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit ja normal. Grundwerte,
Stabilität und Ehrlichkeit werden mit Füssen getreten, und der, der am kräftigsten tritt, gewinnt. Andreas Martini, 5502 Hunzenschwil AG Offenbar geht Unternehmensberater Reinhard Sprenger davon aus, dass alle Menschen gleich ticken: Aber nicht jeder schafft es, ein Haus zu bauen, Freundeskreis und Familie zu organisieren und im Sportverein Verantwortung zu übernehmen. Was tun, wenn Menschen nicht bereit oder nicht fähig sind, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu führen? Das hat nichts mit Infantili sierung und Anpassung zu tun. Ein Führungsexperte ist für mich jemand, der schon auf den unterschiedlichsten Stufen Teams in unterschiedlicher Grösse und mit unterschied licher Zusammensetzung geführt hat; erkannt hat, dass jeder Mitarbeiter eine andere Art von Führung braucht, und dies erfolgreich, das heisst zur Zufriedenheit beider Seiten, anwendet. Yvonne Hochheuser, 8165 Schöfflisdorf ZH
MM11: Marco Hauenstein Eine
unendlich traurige Geschichte
«Ich zweifle daran, dass Marco auch nach einer Aufklärung seinen Frieden findet» Die Geschichte berührt – ohne Zweifel. Der Medienrummel, der um Marco entstanden ist,
Marco Hauenstein sucht nach seiner verschwundenen Mutter.
hat wohl das Gegenteil aus gelöst, hat Marco aus der Bahn geworfen. Er hat sich sehnlichst gewünscht, Mutter und Vater zu finden. Wie es für ihn aussehen wird, wenn es diese wirklich nicht mehr geben würde, darauf war er zu wenig oder gar nicht vorbereitet. Es gab für ihn nur eins, er wollte seine Mutter finden. Und daran hält er offen bar fest. Er misstraut der Polizei, nimmt die Suche nun selbst auf. Ich hoffe sehr, dass ein kompe tenter Mentalcoach Marco Hilfe anbietet. Wenn die Aussage, dass er es seiner Mutter schuldig sei, alles zu tun, um ihren Fall auf zuklären, seine eigene Aussage ist, zweifle ich daran, dass Marco auch nach einer Aufklärung seinen Frieden findet. Es geht hier nämlich darum, sich mit der Vergangenheit, mit sich selbst und der Mutter – ob sie noch lebt oder nicht – zu versöhnen, den IstZustand zu akzeptieren. Dazu braucht er genau das Gegenteil, was er zu tun gedenkt – nämlich Ruhe. In der Ruhe liegt die Kraft. Und diese kann, richtig eingesetzt, sein Leben verändern. Erica Camenisch, via www.migrosmagazin.ch
Bilder: Getty Images, Mischa Christen
P. Wick, via www.migrosmagazin.ch
MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 25
MM11: Kolumne Brave New Girl Äuää
«Ich mag Dialekte und verabscheue dieses ‹Globish›» «Man bringt schliesslich nicht unter Schmerzen ein Bärner Meitschi zur Welt, damit es bei der erstbesten Gelegenheit zu zürchern anfängt.» – Da hat Ihre Mutter, Frau Keller, absolut recht! Bleiben Sie bei Ihrem schönen Dialekt. Ich bin als eingeborene Zürcherin gegen die sprachliche Integration. Reden Sie alle weiterhin Ihre Muttersprache, sei es Bern deutsch, Walliser, Bündner oder Innerschweizer Dialekt. Das macht es vielfältiger und musi
kalischer. Ich mag Sprachen und Dialekte – und verabscheue dieses sogar in Firmen, Hoch schulen, Jugendkulturen sich durchsetzende «Globish». Ruth Obrist, 8001 Zürich MM10: Internationaler Tag der Frau Frauen fördern Frauen
«Nach eigener Definition bin ich Radikalfeministin» Die vier jungen Aktivistinnen sind wunderbare Beispiele für patente, kluge, engagierte, lebensfrohe Frauen der jungen Generation. Ich war in der Zeit nach Einführung des Stimm rechts bis in die Nullerjahre ak tiv. «Verstehen Sie sich als Femi
nistin?», wurde ich gelegentlich gefragt. «Es kommt drauf an», antwortete ich. Und: «Nach der Fremddefinition bin ich lieber keine. Nach eigener Definition bin ich eine; eine Radikalfemi nistin sogar.» Wer wachen Auges um sich blickt, weiss, die braucht es heute nicht weniger als damals. Ingrid Rusterholtz, 4000 Basel Absolut richtig, dass Frauen für Frauen einstehen. Es ist ihnen auch absolut zu gönnen, wenn sie ihr Ziel von Gleichstellung, Gleichbehandlung und Gleich bezahlung auch erreichen. Wer den sie auch, wenn ihnen Mann nicht im Weg steht. Wichtig ist, dass nicht eine Diskriminierung des anderen Geschlechts, in die sem Fall des männlichen, ent steht, ansonsten könnte das
Spiel um Verteilung von An erkennung, Lob und Wertigkeit in einer Endlosschleife enden. Jürg Frey, 8428 Teufen ZH MM10: Diese Woche Frühlingsputz wird zum Fest des Putzens
«Männer sollen für anständige Löhne sorgen» Solange sich die Herren der Schöpfung zu fein finden, den Putzlappen in die Hand zu nehmen, sollten sie dafür sor gen, dass die Frauen, die ihren Dreck putzen, anständige Löhne bekommen. Da sind wir noch sehr weit von Gleichberechti gung entfernt. Elsi Meier, per E-Mail
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26 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
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«Die Evolution ist zu langsam – wir helfen ein bisschen nach» Patrick Kramer bezeichnet sich selbst als Cyborg. Seit zwei Jahren trägt er einen Chip unter der Haut, mit dem er etwa seine Haustür öffnet. In Zukunft soll noch viel mehr möglich sein. Ein Gespräch über upgegradete Menschen, Erleichterungen im Alltag und die Chancen und Risiken der neuen Technologien. Text: Ralf Kaminski Bilder: Christian Kerber
MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 27
Das Implantat in der Hand (rechts unten) erleichtert Patrick Kramer den Alltag.
28 | MM12, 20.3.2017 | MENSCHEN
Patrick Kramer, sind die Leute eher irritiert oder fasziniert, wenn Sie erzählen, dass Sie ein Implantat in der Hand tragen? Das ist eine Frage des Alters. Leute über 40 finden: Oh Gott, schon wieder was Neues, das ich nicht brauche. Zwischen 20 und 40 reagiert etwa die Hälfte neu gierig und interessiert. Noch jüngere sind richtig aufgeschlos sen, da wollen zwei Drittel das sofort auch haben. Aber das Thema polarisiert, das ist klar. Was sagen Sie den Irritierten, um Verständnis zu wecken? Wenn die Ablehnung eindeutig ist, diskutiere ich eigentlich nicht mehr. Ansonsten erkläre ich, dass das für mich im Alltag eine Erleichterung darstellt, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Nur schon, dass ich meinen Haustürschlüssel nie wieder verlieren oder vergessen kann, ist einfach sehr praktisch. Spürt man, dass da in der Hand ein Fremdkörper ist? Wenn man mit dem Finger und etwas Druck darüberstreicht schon, ansonsten nimmt man das Implantat nicht wahr, es ist ja auch nur 2x12 Millimeter klein. Die Stelle zwischen Zeige finger und Daumen ist ideal, weil dort sehr wenig Nerven und Blutgefässe sind, sie ist relativ unempfindlich. Wenn man das Implantat mittels einer Spritze einsetzt, fühlt sich das an, als würde man kurz gekniffen, das ist alles – es sitzt ja in der obersten Hautschicht. Benötigt es eine Wartung? Nein, ein gutes Implantat funk tioniert immer, ohne dass ich mich um irgendetwas kümmern muss. Es ist umhüllt mit bio kompatiblem Glas, verwächst nicht und kann jederzeit ganz einfach wieder entfernt werden. Was kann man damit tun? Man kann es nutzen fürs Ent sperren von Türen oder Schlös sern, als Zugangskontrolle bei Fitnessstudios oder am Arbeits platz, zur Anmeldung bei Com putern oder als Kunde im Laden, zur Steuerung des Smart Homes zu Hause. Es geht eigentlich im mer um Zugang oder Identifika
tion. Man kann aber auch Daten hinterlegen, auf die man etwa mittels Handy zugreifen kann. Zudem gibt es erste Bezahlmög lichkeiten, aber das steht noch ganz am Anfang und ist von Land zu Land verschieden. Jetzt mal ehrlich: Ist das die Spielerei eines Techfans oder wirklich richtig nützlich für den Alltag? Jeder moderne Mensch schleppt drei Dinge täglich mit sich her um: seinen Wohnungsschlüssel, sein Smartphone und sein Por temonnaie. Wer eins davon ver gisst oder verliert, hat in der Re gel ein grösseres Problem. Eins dieser drei, den Schlüssel, habe ich aus meinem Leben verbannt, ich muss mir darum keine Ge danken mehr machen. Für mich ist das ein Stück Lebensqualität, die ich nicht mehr missen möch te. Aber was ich da trage, ist die allererste Generation – ver gleichbar mit den ersten Handys vor 30 Jahren, riesige Klötze, mit denen man nicht viel mehr tun konnte, als zu telefonieren. Was wird in fünf, zehn, zwanzig Jahren möglich sein? Sehr viel mehr. Denken Sie nur mal daran, was Sie vor fünf oder zehn Jahren mit dem Handy noch nicht konnten und was heute selbstverständlich ist. So ähnlich wird es auch hier laufen. Bis in fünf Jahren werden Bezahlfunktionen selbstver ständlich sein, zudem wird es aktive Implantate geben mit Sensoren, die Körperwerte mes sen. Werden zum Beispiel Herz rhythmusstörungen registriert, bekomme ich eine Warnung aufs Smartphone. Bis in 20 Jahren werden wir Gehirnimplantate haben, die am Kortex sitzen und mein Hirn sozusagen direkt ans Internet anschliessen. Das klingt jetzt schon sehr nach Science Fiction. Vieles, was für uns heute selbst verständlich ist, wäre einem Menschen vor 20 Jahren wie Science Fiction vorgekommen. Wir neigen dazu, uns die Zu kunft mit den Möglichkeiten von heute vorzustellen – und verschätzen uns zuverlässig dabei, wie stark und schnell
«Eine globale Studie ergab, dass 70 Prozent der Teenager ein Implantat möchten, falls das ihre digitale Erfahrung im Leben steigert», sagt Kramer.
sich die Technologien weiter entwickeln. Diese Gehirnim plantate werden ganz anders sein als die heutigen in meiner Hand. Sie werden als mikrosko pisch kleine Nanoroboter ins Blut gespritzt und suchen sich den Weg ins Gehirn. Dies wird es ermöglichen, mich übers Gehirn direkt mit anderen zu verknüp fen, es braucht dann keine Gerä te mehr dazu. Die Gehirnleis tungsfähigkeit, die heute bio logisch begrenzt ist, lässt sich quasi erweitern – je nachdem habe ich ein hundert oder ein tausendfach leistungsfähigeres Hirn. Vielleicht dauert es bis dahin noch 30 Jahre, vielleicht aber auch weniger als 20. Da muss bei Forschung und Technik aber noch einiges passieren, nicht? Klar. Bisher beschäftigen sich nur Nischenplayer mit diesen Themen. Aber wenn dann die grossen Konzerne aufspringen, wird sich die Entwicklung enorm beschleunigen. Mensch und Maschine werden also veschmelzen. Richtig. Die reguläre Evolution ist zu langsam – wir helfen ein bisschen nach. Und die Leute mit den upge dateten Gehirnen werden den «normalen» Menschen natür lich massiv überlegen sein. Können Sie nachvollziehen, dass das vielen Angst macht?
Schon. Aber eine solche Frage hätte man sich vor 25 Jahren auch in einem Interview über Mobiltelefone vorstellen kön nen. Diese Technologie ist jedoch so günstig geworden, dass wir heute alle eins haben. So wird es einst auch mit Im plantaten sein. Dennoch müssen wir die Diskussion um solche ethischen Fragen natürlich führen. Ob wir diese Entwick lung gut oder schlecht finden, ist nicht entscheidend – sie wird kommen, es ist die logische technische Weiterentwicklung. Werden solche Gehirnim plantate dereinst Standard, dürfte man in vielen Teilen der Arbeitswelt ohne so etwas keine Chance mehr haben. Das denke ich auch. Allerdings wird sich angesichts der grossen Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz die Arbeitswelt bis dahin ganz generell stark ver ändern. Deshalb ist es schwierig, mit unserem heutigen Wissen zu beurteilen, wie das Leben in 20 oder 30 Jahren aussehen könnte. Ich finde, wir sollten eher auf die Chancen fokussieren, die eine solche Entwicklung bringt. Die neue Technologie wird zudem von Generation zu Generation mehr akzeptiert werden: Eine globale Studie zeigte kürzlich, dass 70 Prozent der befragten Teenager ein Implantat möchten, falls das ihre digitale Erfahrung im Leben steigert. Sie sehen sich eben auch als digitale Wesen.
MENSCHEN | MM12, 20.3.2017 | 29
Kramers Alltag im Video
www.migmag.ch/ cyborg
Unsere Söhne, zwei und vier Jahre alt, halten ihre Hände genauso an die Haustür wie wir, wenn sie nach Hause kommen – und wundern sich, warum bei ihnen nichts passiert. Sie nehmen das Nichtvor handensein eines Implantats bereits als Defizit wahr? So ist es. Wenn die mit der Uni fertig sind, wird unsere Welt technologisch eine ganz andere sein, und sie werden dabei aufgeschlossen mitmachen. Ich bin überzeugt, dass die positiven Auswirkungen für die Mensch heit überwiegen werden. Haben Sie mit Digiwell im deutschsprachigen Raum irgendwelche Konkurrenten? So weit ich weiss, bin ich der Einzige in Europa, der von der Marktaufsichtsbehörde die offizielle Genehmigung hat, solche Implantate zu vertreiben. Dem ging allerdings ein viermonatiges Ringen mit einem Beamten voraus, der immer noch ein altes Nokia-Mobiltelefon hatte. Da prallten also Welten aufeinander. ( lacht) Verdienen Sie Geld mit dem Unternehmen?
Ich kann davon leben, aber wir machen ja auch einiges mehr, als nur Implantate einzusetzen. Unter anderem vertreiben wir Superfoods, NeurofeedbackEquipment oder digitale Tattoos. Ausserdem kann man uns buchen für Upgrade-Partys, Vorträge oder Transformationssimulationen – alles Dinge, mit denen wir unsere Kunden bei der digitalen Transformation unterstützen. Was sind die Motive Ihrer Kunden für ein Implantat? Die Mehrheit ist zwischen 20 und 40, technisch affin und findet es praktisch und nützlich – oder auch einfach nur cool. Gerade kürzlich hatte ich einen Bauunternehmer hier, der sein Implantat so gut findet, dass er bei seiner nächsten Siedlung den Bewohnern anbieten will, Implantate statt Schlüssel zu tragen. Die Kunden kommen aus ganz Europa, auch aus der Schweiz. Dort ist man übrigens ziemlich aufgeschlossen für das Thema, anders als in Österreich. Braucht es irgendwelche Voraussetzungen dafür? Am ehesten würde ich den Vorgang mit einem Piercing ver-
gleichen. Ich mache vorher medizinische Abklärungen, arbeite mit Mundschutz und Handschuhen, alles Material ist steril. Unter 18 braucht man das schriftliche Einverständnis der Eltern, unter 16 erwarte ich, dass sie mitkommen; meine jüngste Klientin war 14 oder 15. Jünger finde ichs heikel, auch wenn viele Eltern schon ihren Kleinkindern Ohrlöcher schiessen lassen. Bisher hat es erst einer wieder herausgenommen – weil ihm seine Frau mit Scheidung gedroht hat. Da haben Sie ja Glück, dass Ihre Frau diesem Thema auf geschlossen gegenübersteht. Allerdings. In den USA gibts sogar einen Fall, wo sich eine Frau deswegen nicht nur von ihrem Mann getrennt, sondern ihm nun auch noch die Kinder weggenommen hat. Was umso skurriler ist, da sich die Familie in einem Umfeld bewegt, wo man den Kindern schon recht früh beibringt, wie man Tiere jagt, und tötet. Meine Frau akzeptierte es bei mir immer – hatte aber zuerst ein Jahr lang zugesehen, bis sie sich von mir ein Implantat einsetzen liess. Heute findet sie es ganz selbstverständlich und nutzt es täglich. MM
Trendtage Gesundheit
Interessierte für Implantate gesucht Patrick Kramer (46) ist
einer der Referenten an den Trendtagen Gesundheit Luzern am 29. und 30. März im KKL. Er wird dort zu Demonstrationszwecken jemandem gratis ein Implantat einsetzen. Zudem bietet er auch seine kommerziellen Dienste an. Wer sich dafür interessiert, meldet sich bei: service@digiwell.com Kramer ist Gründer und
Chief Cyborg Officer von
«Digiwell – upgrading people», einem Hamburger Unternehmen, das sich auf das Upgraden von Menschen «mittels innovativer Technologie und bewährter Biologie» spezialisiert hat (Implantate, Brain Enhancers, Superfoods). Bevor er sich damit 2016 selbständig gemacht hat, war er 15 Jahre Unternehmensberater. Der Ökonom ist mit einer Werbefachfrau verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hamburg. Weitere Infos: digiwell.com; www.trendtage-gesundheit.ch
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Weindegustation falt in Bordeaux erfahren. Nach der Begrüssung nehmen Sie an einer geführten Besichtigung teil, und erfahren Wissenwertes über die Geschichte des Chateaus. Entdecken Sie die Weinberge und Weinlager, bevor es mit einer Kleinbahn durch Blaye und weiter zur Zitadelle geht. Als Abschluss geniessen Sie ein Mittagessen, inklusiver Präsentation und Probe verschiedener Weine. Danach fahren Sie nach Saint-Emilion, nicht nur bekannt für den guten Rotwein sondern auch eine reizende Kleinstadt im Herzen des Weinbaugebiets. 3. Tag: Bassin d`Arcachon Ausflug zur Bucht von Arcachon, welche mit ihrer aussergewöhnlichen Vielfalt an Naturräumen zum Verweilen einlädt. Die bemerkenswert ausgeprägte Flora und Fauna ist teilweise ein Naturschutzgebiet und dient zahlreichen Vogelarten als Nist- und Brutplatz, die Sie bei einer Bootsfahrt beobachten können. Die Bucht von Arcachon ist ein Paradies für Fisch- und Austernliebhaber, welche anschliessend bei einem Mittagsimbiss gekostet werden. Als ein weiteres, unvergleichliches Natur-
Austernprobe
schauspiel zeigt sich die Wanderdüne von Pilat. Die höchste Düne Europas bietet eine herrliche Aussicht auf die abwechslungsreiche Landschaft, bestehend aus weiten Sandstränden, tanzenden Schiffen, Pinienwäldern und dem blauen Atlantik. 4. Tag: Bordeaux – Zürich Geniessen Sie noch freie Zeit in Bordeaux. Lassen Sie in einem Café die letzten Tage Revue passieren oder schlendern Sie durch die Strassen der Stadt, bevor es «Au revoir» heisst. Am späten Nachmittag erfolgt der Transfer zum Flughafen Bordeaux mit anschliessendem Flug nach Zürich.
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Migros-Welt MM12
Zahl der Woche
70 000
70 000 Menüs in 7 Jahren – das ist die Zwischenbilanz der 320 Tavolata-Tischrunden für Senioren, die auf Initiative des Migros-Kulturprozents landesweit entstanden sind.
Migros-Lehrberufe
Speditiver Verteiler Steve Rieille (17) ist bei der Aproz-Mineralwasser AG als Logistiker im zweiten Lehrjahr in der Material- und Lagerbewirtschaftung tätig.
Bild: Dom Smaz
«Bei der Warenerfassung in der Spedition sieht man Fahrzeuge aus der ganzen Schweiz und dem Ausland. Das ist faszinierend.»
32 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
Mitmachen und gewinnen auf Instagram: #OsternWirdJöö
aha!-Produkte
Clever verpackt Die Migros bietet vier Brote in einer neuen Verpackung an, die weniger Material benötigt. Es handelt sich um glutenfreie Backwaren für Allergiker, die darum das aha!-Gütesiegel tragen: Ciabatta rustica, Baguette, Zöpfli und Pane rustico. Bei den vier Broten wurde das beschriftete Kartonband durch ein schmaleres und leichteres Band aus Papier ersetzt. So konnten 27 Prozent Verpackungsmaterial eingespart werden, was eine Entlastung für die Umwelt bedeutet. Bis Ende 2020 will die Migros Verpackungen im Gesamtgewicht von 6000 Tonnen ökologisch optimieren.
Fotowettbewerb Die Migros lanciert auf der Fotoplattform Instagram einen Osterwett-
bewerb. Gesucht werden die herzigsten Bilder rund ums Thema Ostern – egal, ob ein süsser Osterbaum, ein hübsches Ostermenü, ein selbstgebackener Osterhase oder ein knuddeliges Bild mit einem Migros-Hasenbaby. Um am Wettbewerb teilzunehmen, lädt man sein Foto mit dem Hashtag #OsternWirdJöö auf Instagram hoch. Unter allen geposteten Bildern kürt eine Jury jede Woche drei Sieger, die je einen Plüschhasen der Migros gewinnen. Am Ende der Aktion, nach Ostern, wählt die Jury unter allen Siegern einen Hauptgewinner, der zusätzlich eine 200-Franken-Geschenkkarte erhält.
Iba AG
Migros-Tochter ausgezeichnet Die Iba AG, ein Unternehmen der MigrosGruppe, gewinnt den europäischen «Reseller of the Year Award». Der Schweizer Bürobedarfsanbieter für Firmenkunden gewinnt in der Kategorie Umsatz unter 100 Millionen Euro. Mit diesem Preis zeichnet die Dachorganisation der globalen BusinessProdukte-Industrie herausragende Leistungen im Bereich Bürobedarf aus.
Blickfang
Café Royal
CumulusJüngling
Produkt des Jahres in Holland
«Die ältere Schwester ist für eine Stunde im Kinderhort. Also nichts wie los – zum Einkaufen in die Migros. Der kleine Brian ist ganz stolz, dass er als Passagier im Einkaufswagen dabei sein darf – und ganz besonders darauf, dass er Inhaber einer Cumulus-Karte ist.» Renate Schlüchter, Wichtrach BE
Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild
und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Zusammenhang mit der Migros zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang
Das Marktforschungsinstitut The Nielsen Company fragt in Holland einmal pro Jahr 5000 Konsumenten nach ihrem «Produkt des Jahres». Zur Auswahl stehen Produktneuheiten, die über grosse Vertriebskanäle erhältlich sind. Gleich drei Produkte des M-Industriebetriebs Delica haben eine Auszeichnung gewonnen. Die Kaffeekapseln der Marke
Café Royal in den Geschmacks-
richtungen Almond, Vanilla und Caramel haben die holländischen Konsumenten überzeugt. Das freut Delica-Chef Raphael Guggerli: «Wir bieten unseren Kunden besten Kaffee für jeden Geschmack. Umso mehr freut es uns, dass wir nun in Holland diesen besonderen Preis entgegennehmen dürfen.»
MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 33
Klipp und klar Neuer Migros-Chef
Garant für Kontinuität
«Wunsch nach Transparenz wächst»
Wechsel an der Spitze des Migros-Genossenschafts-Bundes: Der 47-jährige Fabrice Zumbrunnen wird Nachfolger von Herbert Bolliger, der Ende Jahr in Pension geht.
F
abrice Zumbrunnen wird neuer Präsident der Generaldirektion des MigrosGenossenschafts-Bundes (MGB). Er übernimmt seine neue Funktion am 1. Januar 2018. Der 47-jährige Westschweizer wird damit Nachfolger von Herbert Bolliger, der am 31. Dezember nach 13 Jahren an der MigrosSpitze in Pension geht. Zumbrunnen ist der bisher jüngste Migros-Chef und ein profunder Kenner des Unternehmens. Seit fünf Jahren leitet er das Departement HR, Kulturelles & Soziales, Freizeit beim MGB. Dabei befasste er sich intensiv mit dem Gesundheitsmarkt und erschloss mit den Akquisitionen der Gesundheitszentren Medbase und Santémed für die Migros einen neuen, gesellschaftlich relevanten Bereich. Vergangenes Jahr wurde unter seiner Federführung auch die digitale Gesundheitsplattform Impuls lanciert.
Roland Pfister
ist Leiter Unter nehmens kommunikation bei der Micarna.
1
Der Fleischkonsum wird heute oft kritisch hinterfragt. Was ist der Grund dafür? Der Wunsch der Konsumenten nach Transparenz wächst, und die Leute wollen vermehrt wissen, woher unsere Produkte stammen. Gleichzeitig wächst aber auch der Einkaufstourismus und damit die Zahl derer, die lieber Billigprodukte im Ausland kaufen.
2
Wie reagiert die Micarna auf diese Entwicklungen? Wir begrüssen das wachsende Interesse und setzen auf eine offene Kommunikation und wenn möglich auf Schweizer Landwirtschaftsbetriebe, deren Haltungsformen über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.
Bilder: zVg
Den Erfolgskurs weiterführen
Zuvor war Zumbrunnen 16 Jahre für die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg tätig. Zuerst als Verkaufschef, dann als Verantwortlicher für das Marketing und die Logistik, bis er 2005 zum Geschäftsleiter gewählt wurde. Während dieser Zeit erneuerte er das gesamte Filialnetz und trieb die Expansion erfolgreich voran. Fabrice Zumbrunnen studierte an der Universität Neuenburg Betriebswirtschaft und Soziologie, ist mit einer Musikerin verheiratet und Vater zweier Kinder. In seiner Freizeit treibt er Sport und beschäftigt sich mit Musik, Kunst und Literatur. «Fabrice Zumbrunnen verfügt über alle Fähigkeiten, um Herbert Bolligers Erfolgskurs weiterzuführen», freut sich Andrea Broggini, Präsident der Verwaltung MGB, über die Wahl. «Er wird die in der Migros-Gruppe
Ab 2018 neuer Präsident der Generaldirektion des MGB: Fabrice Zumbrunnen
stark verankerten Grundwerte hochhalten, sich für die Anliegen der Konsumenten einsetzen und gleichzeitig klare betriebswirtschaftliche Ziele verfolgen. Er versteht den klassischen Detailhandel, hat sich aber auch stark
in das Thema Digitalisierung vertieft», sagt Broggini weiter. «Deshalb ist Fabrice Zumbrunnen ein Garant für Kontinuität. In Zeiten des sich stark verändernden stationären wie auch digitalen Geschäfts ist das umso wichtiger.» MM
3
Was unternimmt die Micarna zur Qualitätssicherung? Wir wollen die Verbraucher vor gesundheitlichen Gefahren durch von uns hergestellte Lebensmittel schützen. Das ist das Ziel des Qualitätsmanagements. Dabei müssen sichere Abläufe gewährleistet sein – vom Bauern über den Lieferanten bis zur Verarbeitung. MM
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2.50
Philadelphia luftig, nature 140 g
3.90
Pain Création Olivenbaguette 380 g
36 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
M-way
Jedem das richtige Elektrovelo
Jedes vierte gekaufte Velo ist mittlerweile ein Velo mit Elektromotor – und die Auswahl ist riesig. Vier Fahrerinnen und Fahrer berichten, warum sie auf E-Bikes umgesattelt haben und was sie an ihren Modellen besonders schätzen. Texte: Andrea Freiermuth, Estelle Dorsaz
Bilder: Paolo Dutto
Rentnerin Käthi Klaus (70)
Passfahrten sind wieder möglich «Mein Mann und ich waren schon immer leidenschaftliche Velofahrer. Die Welt auf zwei Rädern zu entdecken, macht einfach Spass. Unter anderem, weil man die Natur mit allen Sinnen erfahren kann. Früher reichte unsere Kraft und Energie, um grössere Höhenunterschiede zu meistern. Nach und nach wurden wir zu Flachfahrern. Vor gut zwei Jahren haben wir nun auf E-Bikes umgesattelt. Wir wohnen in der Innerschweiz. Die Topografie im Kanton Nidwalden ist ziemlich anspruchsvoll. Seit wir mit elektrischer Unterstützung unterwegs sind, sind unsere Routen wieder abwechslungsreicher geworden, da wir grössere Steigungen nicht mehr meiden müssen. Wir erkunden gerne Routen in der Schweiz, etwa von Yverdon VD an den Genfersee, durchs Vallée de Joux bis nach La Brévine NE. Den Akku müssen wir jeweils erst am Abend wieder aufladen – und das nach einer Distanz von rund 60 Kilometern pro Tag, vielen Steigungen und mit gefüllten Packtaschen. Die Routenplanung übernimmt mein Mann. Sein Ziel ist immer, möglichst wenig Autos anzutreffen. Das führt dazu, dass wir manchmal auch auf dem Wanderweg landen und das Bike stossen müssen. Darum bin ich froh, dass man uns bei M-way gut beraten hat und wir uns letztlich für ein Modell entschieden haben, bei dem uns der Elektroantrieb auf Wunsch auch beim Stossen unterstützt.»
MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 37
90 Modelle im Angebot Das E-Bike boomt. Fast jedes vierte Fahrrad, das im vergangenen Jahr in der Schweiz verkauft wurde, war ein Velo mit Elektromotor. Es gibt E-Bikes als Cityflitzer, Pendlerräder, Sportgeräte, HipsterBikes oder Familienkutschen. Wahlweise sind die Bikes mit Tretunterstützung bis 25 oder 45 Kilometer pro Stunde schnell und in diversen Rahmenformen, mit Federung und in sportlichen, eleganten oder modischen Farben erhältlich. Damit die Wahl nicht zur Qual wird oder
gar zu einem Fehlkauf führt, empfiehlt sich eine Beratung, zum Beispiel bei M-way: Die auf Elektromobilität spezialisierte MigrosTochter ist schweizweit an 28 Standorten präsent und führt 90 E-BikeModelle von 13 verschiedenen Marken. Alle in den Shops verfügbaren Bikes stehen für Probefahrten bereit. Tourenbiker Fritz Kurt (60)
Ohne viel Training auf anspruchsvolle Touren «Meine Frau und ich sind 2011 auf ein Bike mit elek trischer Unterstützung umgestiegen. Vorher fuhren wir während sechs Jahren ein normales Mountain bike. Um Touren mit über 1000 Höhenmetern oder mehrtägige Alpenüberquerungen zu meistern, wird der Trainingsaufwand mit zunehmendem Alter immer grösser. Wir haben aber wegen Beruf und Familie mit drei Grosskindern keine Zeit, so viel zu trainieren. Dank EMountainBike (EMTB) müssen wir nicht auf solche Touren verzichten, und es macht mächtig Spass, im Jura, Wallis oder in den Dolomiten zu biken. Auf Touren mit ‹normalen› Bikern muss ich mir wegen des Motors nur selten Sprüche anhören. Und wenn, dann sind es nicht die jüngeren Biker, die meckern, sondern eher Gleichaltrige. Sie ärgern sich wohl manchmal etwas, dass ich mithalten kann, ohne mich in langen Trainingsstunden quälen zu müssen.
Einige Biker befürchten, dass die EMTBs zu mehr Konflikten mit Wanderern führen könnten. Ob es Streit auf dem Trail gibt, ist jedoch nicht vom Motor abhängig, sondern vom Verhalten. Man muss halt einfach Rücksicht nehmen. Mein Enduro EMTB wiegt mit 23 Kilogramm rund 10 Kilogramm mehr als ein normales Bike. Falls mal Schieben angesagt ist, hilft die eingebaute Schiebe hilfe ganz gut mit. Einzig beim Tragen in schwierigem Gelände artet es etwas in Schwerarbeit aus – meine Frau ist dann darauf angewiesen, dass ich mithelfe. Wegen des höheren Gewichts sind EMTBs sicher einen Tick weniger agil auf technischen Trails. Da ich aber solche Strecken erst fahre, seit ich auf EBike umgestiegen bin, stört mich das nicht. Und dank viel Federweg, starker Bremsen und guten Reifen fühle ich mich auch auf hochalpinen Trails sehr wohl.»
Natürlich ist auch praktisches Zubehör
in den Shops erhältlich. Die Ausrüstung komplettieren eine aufs Velo farblich abgestimmte Tasche, ein grosser Korb, ein strapazierfähiger Rucksack, ein bequemer Helm, eine windabweisende Jacke und ein Regenschutz. Verfügbar ist auch das sogenannte Cobi-System, das das Smartphone direkt mit dem E-Bike verbindet. Infos zum Sortiment und zu den Standorten der Filialen: www.m-way.ch
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 39
Pendlerin Anouk Delarue (40)
Dank E-Bike sportlich geworden «Es ist schon zehn Jahre her, dass mein Mann und ich auf das Elektrovelo umgestiegen sind. Diese kleine Revolution verdanken wir unseren Kindern. Damals brauchten wir ein Verkehrsmittel, um sie zur Krippe zu bringen. Mit unseren Rädern, die mit einem kleinen Anhänger für die Kinder ausgestattet waren, waren wir punkto Fortbewegung sehr flexibel. Und so sind wir sehr schnell echte Fans geworden. E-Bikes sind umweltfreundlich, praktisch und während der Stosszeiten in der Stadt schneller als ein Auto. Wir wohnen in einem Vorort von Genf, in Versoix, und fahren jeden Tag nach Pâquis, wo wir ein Restaurant führen. Mein Mann benutzt das Velo sogar, um für unser Restaurant einzukaufen. Mit den täglichen Hin- und Rückfahrten zwischen unserem Haus und der Arbeit kommt auf dem Kilometerzähler schnell einiges zusammen. Ich fahre im Schnitt 22 Kilometer, mein Mann 44. Wir waren ursprünglich nicht sehr sportlich, aber durch das E-Bike sind wir zu überzeugten Radfahrern geworden. Seit wir sie haben, hat sich unser Leben ganz einfach verändert. Wir erkunden neue Gegenden und betreiben Sport. Das ist in geistiger und körperlicher Hinsicht genial. Vor fünf Monaten habe ich mir ein neues, besseres Fahrrad gekauft. Komfort, Sicherheit, leichte Bedienung, Schnelligkeit, Technologie – mit ihren unzähligen Vorteilen hat sich diese Investition für mich mehr als ausgezahlt. Eines steht fest: Sobald unsere Kinder gross genug sind, bekommen sie ihre eigenen E-Bikes.»
Familienmann Jeffrey Koenigs (40)
Kind und Gepäck? Kein Problem!
«Seit ich ein E-Bike habe, bin ich in und um Winterthur ZH praktisch nur noch auf zwei Rädern unterwegs. Oft mit Anhänger und unserem jüngsten Sohn Gian (2) im Schlepptau. Kind und Wagen bringen zusammen rund 30 Kilogramm auf die Waage. Ein Gewicht, das mich ohne elektrische Unterstützung vom Radfahren abhalten würde. Ich habe mich für ein Mountainbike mit Tretunterstützung bis zu 25 Kilometer pro Stunde entschieden, mit dem ich auch gut auf Waldwegen fahren kann. Denn mit den Kindern nehme ich es lieber gemütlich. Fix in unserem Wochenplan sind zwei Fahrten in den rund drei Kilometer entfernten Hort. In der warmen Jahreszeit sind wir am Wochenende oft mit dem Bike unterwegs und fahren dann etwa zum Bräteln an die Töss. Für längere Strecken steigt auch unser älterer Sohn Marlon (6) mit in den Anhänger. Noch hat er knapp Platz. Sein Velo, die Picknicktasche und Badesachen stecken wir jeweils in den Kofferraum des Wagens. Mit unserem ganzen Bagage erreichen wir so Orte in der Natur, an die wir mit dem Auto wegen Fahrverboten gar nie gelangen würden. Wo immer wir hinfahren, finden wir garantiert einen Parkplatz – und das Abenteuer beginnt bereits vor der Haustür und nicht erst, wenn wir aus dem Auto steigen.»
Impuls-Tipp
Fit in den Frühling Ob Velofahren, Nordic Walking oder Jogging: Der Frühling lockt nach draussen. Nach langer sportlicher Pause empfiehlt es sich, das Training langsam zu steigern. www.migros-impuls.ch
Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.
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40 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
1948 Serie: Migros-Pioniere
Seit 69 Jahren gibt es die Klubschule Migros.
Baut Brücken zwischen den Kulturen: Die Kursleiterin Souifa Nadifi bringt Schweizern bei, wie man Arabisch spricht.
Tartare gibts in Ihrer Migros
Schon 1944 bot die Migros erstmals günstige Sprach kurse an, die auf grosses Interesse stiessen. Das Angebot wurde laufend erweitert und bekam 1948 den Namen Klubschule. Inzwischen besuchen jährlich 400 000 Menschen an 50 Standorten in der ganzen Schweiz die viel fältigen Kurse und Lehr gänge. Die Klubschule Migros ist damit die grösste Schweizer Institu tion für Weiterbildung. MM Ein Teil von
Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.
Bild: Paolo Dutto
Natur Pur
Souifa Nadifi (45) will Menschen die Angst vor einer fremden Sprache nehmen. Seit 14 Jahren unterrichtet sie Arabisch an der Klubschule Migros. «Manche Anfänger mei nen, sie müssten sich unzählige Schriftzeichen einprägen», sagt die gebürtige Marokkanerin. «Aber das arabische Alphabet umfasst nur 28 Buchstaben. Der Ein stieg in diese Sprache ist einfacher, als manche glauben.» Ihre Arbeit versteht Nadifi auch als Brückenschlag zwi schen Kulturen.
MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 41
Schriftsteller Jonas (Urs Jucker) kommt dank der Liebe zu Gina (Liliane Amuat) wieder in Fahrt. Regisseur Jann Preuss (unten) verbindet geschickt Komik und Tragik.
Kino
Liebe statt Krise Im einfühlsamen Film «Der Frosch» schöpft ein brotloser Poet neuen Lebensmut. Ihren Feinschliff bekam die Tragikomödie dank des Migros-Kulturprozents. Text: Michael West
D
er kahlköpfige Mann sieht aus wie die Verkörperung der Schwermut: Zusammengesunken sitzt Jonas (Urs Jucker) im Sprechzimmer seiner Therapeutin. Wie er sich fühle, will die Frau wissen. «Matt, traurig, leer», sagt der Patient mit tonloser Stimme. Jonas hat auch allen Grund zur Traurigkeit: Die Ehe des Mitt vierzigers ist gescheitert. Der einst gefeierte Schriftsteller lei det seit Jahren unter Schreibstau und bringt keinen Satz mehr zu Papier. Mit Kursen für Hobby dichter hält er sich über Wasser. Jonas ist die Hauptfigur in «Der Frosch», dem neuen Film des Zürcher Regisseurs Jann Preuss (45). Glück und Tragik liegen darin stets nahe beeinan der. Denn ganz unerwartet ent
steht zwischen Jonas und der jungen Kursteilnehmerin Gina (Liliane Amuat) eine Romanze. Kann sie den Literaten aus dem Tal seiner Lebenskrise hin ausziehen? Wichtiges passiert erst nach den Dreharbeiten
Einen Monat dauerten die Dreh arbeiten für die einfühlsame Tragikomödie. Über sechs Monate war die Filmcrew da nach mit der sogenannten Post produktion beschäftigt. Dazu zählen etwa der Schnitt, die Ergänzung einzelner Szenen mit Musik und auch digitale Farbkorrekturen. «In der Post produktion bekommt der Film erst seinen Rhythmus und seinen einheitlichen Stil», erklärt Preuss. In dieser Phase unterstützte das MigrosKultur
prozent das Kinoprojekt. Denn Postproduktion ist in der Kultur prozentFilmförderung einer der Schwerpunkte (siehe Box). Preuss findet diese Gewich tung richtig: «Die Postproduk tion wird immer wichtiger. Das Publikum ist an die Perfektion von HollywoodSpektakeln gewöhnt und erwartet auch von Schweizer Filmen einen gewis sen Schliff.» Hinzu kommen neue kreative Möglichkeiten in der Phase nach den Dreharbeiten. In einer Szene von «Der Frosch» kommt zum Beispiel ein Kroko dil vor, das nur eine Attrappe war. Nachträglich wurde mit digitalen Mitteln ein lebendig wirkendes Auge eingesetzt. Nun glaubt das Publikum, ein richtiges, lebendes Tier zu sehen. MM «Der Frosch» startet am 23. März im Kino.
Filmförderung
Lücken schliessen Das Migros-Kulturprozent unterstützt pro Jahr rund 40 einheimische Kinoprojekte. Dabei sollen gezielt Lücken in der Schweizer Filmförderung geschlossen werden. Aus diesem Grund leistet das Kulturprozent Beiträge an die Postproduktion von Filmen. Ein anderer Schwerpunkt ist die Förderung guter Ideen für Spielfilmdrehbücher.
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 43
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 45
M-Industrie
Tüftlerin für Naschkatzen Helen Peter entwickelt neue Gebäcke beim M-Industriebetrieb Midor. Dank ihr können auch Menschen mit Laktoseintoleranz Blévita-Snacks knabbern. Text: Michael West
Bild: Daniel Kellenberger
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ie Aufgabe war knifflig: Ein volles Jahr arbeitete Helen Peter (33) immer wieder an dem Projekt. Es ging um einen neuen BlévitaSnack. Das kleine Knuspergebäck sollte im Geschmack an ein Müesli erinnern und auch für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet sein. In ihrem Labor beim M-Industriebetrieb Midor in Meilen ZH experimentierte die Lebensmittelingenieurin mit verschiedenen Zutaten. Rosinen, Haferflocken, Cornflakesstücklein und Kokosraspeln sorgten für den gewünschten Müesligeschmack. Die Herausforderung bestand darin, auf Butter zu verzichten. Helen Peter arbeitete in ihrem Labor mit einer kleinen Knetmaschine und einem Backofen. Aus Silikongel machte die Entwicklerin probehalber erste Negativformen für den Keks. Sie wollte einen Teig mischen, der nach dem Backen knusprig, locker und nicht zu trocken war. Als Ersatz für Butter wählte die Spezialistin Sonnenblumenöl. «Das Problem ist jedoch, dass dieses Öl austreten kann, wenn der Teig in einer industriellen Anlage mit hohem Druck ausgewalzt und in Durchlaufbacköfen erhitzt wird», erklärt sie. Um das Sonnenblumenöl zu binden, verwendete Helen Peter als Zutat schliesslich Haferschrot. Bei Testläufen auf den Midor-Produktionsanlagen bewährte sich die Rezeptur. Immer mehr Produkte mit Gütesiegel
Belohnt wurde Helen Peters Ausdauer im vergangenen Herbst: Die Migros lancierte das neue Produkt Blévita Biscuit Mini Müesli. Der laktosefreie Snack ist vom «Service Allergie Suisse SA» zertifiziert und vom «aha! Allergiezentrum» empfohlen; auf der Verpackung ist darum das «aha!»Gütesiegel abgebildet. «Es macht mich schon ein wenig stolz, das Produkt im Verkaufsregal zu sehen», sagt die Expertin. «Und ich finde es
Im Midor-Backlabor entwickelte Helen Peter die laktosefreien Blévita Biscuit Mini Müesli.
wichtig, dass Kunden mit Allergien und Intoleranzen im Supermarkt eine möglichst grosse Auswahl haben.» Genau daran arbeitet die Migros schon seit Jahren: 2014 versprach die Detailhändlerin im Rahmen von Generation M, ihr Allergikersortiment bis 2016 um 30 Prozent zu ver-
grössern. Das Ziel wurde weit übertroffen: Im vorgesehenen Zeitraum baute die Migros das betreffende Sortiment sogar um 60 Prozent aus. Die Auswahl soll weiterhin wachsen. Entwickler und Entwicklerinnen wie Helen Peter sind also auch in Zukunft gefordert. MM
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aha!
Sorglos geniessen
Wer an einer Nahrungsmittelallergie oder -intoleranz leidet, muss heute kaum mehr auf den Genuss verzichten. Das aha!-Sortiment bietet eine ständig wachsende Palette von Produkten, die diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Text: Sonja Leissing
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 47
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spielen Gemüse, Kräuter, Oliven öl und Knoblauch eine wichtige Rolle. Für das Buffet empfehlen sich Pizzette, gefülltes Gebäck und grilliertes Gemüse. Immer eine gute Wahl sind zudem dünne Baguettescheiben oder geröstete Crostini mit einer zitronensäuer lichen Thonmousse, einer aroma tischen Auberginencreme oder einem griechischen Tzatziki.
Orientalischer Fingerfood wie gebratene Lammfiletstücke mit Minze, Hummus mit Granat apfelkernen oder mit Kreuz kümmel marinierte Auberginen sorgt für aromatische Abwechs lung. Orientalische Häppchen bestehen in der Regel aus ein fachen Zutaten wie Kichererbsen, Couscous, Bulgur, Linsen oder Kartoffeln. Die Verwendung von Gewürzmischungen wie Raz el Hanout, Harissa oder Curry ist bei der Zubereitung obligatorisch.
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Weitere Lebensmittel M-Classic Käsekuchenmischung im Duo-Pack, 2 x 250 g, 7.– statt 8.80 20%
TerraSuisse Butterweggli, 3 x 65 g, 1.20 statt 1.80 3 für 2 Caprice des Dieux, Frankreich, 330 g, 3.95 statt 5.65 30% Cornatur im Duo-Pack, z.B. Vegane Knusperstäbchen nach Meeresart, 2 x 300 g, 8.80 statt 11.80 25%
Cucina & Tavola-, M-Classic- oder Brita-Kartuschen im 3er-Pack, z.B. Brita Classic, 3 x 2 Stück, 23.70 statt 35.60 3 für 2 ** I am Natural Cosmetics in Mehrfachpackungen, z.B. Duschgel Grapefruit & Bambus im Duo-Pack, 2 x 200 ml, 5.85 statt 7.80 25% ** Nivea Hair Styling im Duo-Pack, z.B. Volume Care Haarspray, 2 x 250 ml, 6.30 statt 7.90 20% **
Schokoladen-, Marmor- oder Zitronenkuchen, 450 g, z.B. Schokoladenkuchen, 3.30 Hit Alle M-Classic-Torten, -Törtli und -Tortenböden, z.B. Linzertorte, 400 g, 3.– 20x Punkte
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Frey Suprême Tafelschokoladen in Mehrfachpackungen, UTZ, z.B. Noir Noisette im Duo-Pack, 2 x 180 g, 6.30 statt 8.40 25%
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 63
Profitipp
Das Auge isst mit
Sonja Leissing, Foodjournalistin Häppchen
Spargel-Rauchlachs-Spiesse mit Kapern-Vinaigrette Zutaten für 4 Personen 8 weisse Spargeln ½ Zitrone Salz, Pfeffer 120 g Rauchlachs, z. B. Sockeye-Wildlachs 4 EL Olivenöl 50 g Kapern, abgetropft 1 EL Kräuteressig ¼ Bund gemischte Kräuter, z. B. Dill und glattblättrige Petersilie
Bei allem, was wir planen, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Egal, ob Sie einen Apéro für sechs Personen oder ein Buffet für Ar beitskollegen planen: Es gibt ein paar Dinge zu beachten. Wichtig ist, dass die Kühlkette eingehalten wird. Vor allem rohes Fleisch wie etwa eine Hacktätschlimasse oder vorgebratene Spiessli müssen bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank gelagert werden. Ein eiskalter Kartoffelsalat oder Gemü sespiess dagegen ist kein Genuss – er sollte Zimmertemperatur haben. Ob Mousse, Creme oder Quark: Füllen Sie die Masse in Spritz beutel mit einer Zackentülle und spritzen Sie die Brotscheiben erst kurz vor dem Eintreffen der Gäste. Dies gilt auch für Fingerfood mit Fisch. Dekorblüten, feine Sprossen und Kapern veredlen Salate. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Darum stelle ich zu allen Häppchen ein Kreidetäfelchen, damit jeder Gast weiss, was er zu sich nimmt. Mit Klebpunkten markiere ich, welche Speisen gluten oder lak tosefrei sind.
Zubereitung
1. Spargeln ab den Spitzen schälen. Enden frisch anschneiden. Zitronenschale fein abreiben und Schale beiseitestellen. Zitrone auspressen. Reichlich Wasser mit Salz und wenig Zitronen saft aufkochen. Spargeln darin ca. 10 Minuten bissfest kochen. Abgiessen und gut abtropfen lassen. Spargeln dritteln. Mit beiseitegestellter Zitronenschale, Salz und Pfeffer würzen. 2. Lachs in Streifen schneiden und um die Spargelstücke ohne Spitzen wickeln. 2 Spargel stücke mit Lachs abwechselnd mit 1 Spargel spitze auf ein Spiesschen stecken. In wenig Öl bei mittlerer Hitze kurz anbraten. 3. Inzwischen Kapern grob hacken. Mit rest lichem Öl, Essig und Zitronensaft mischen. Kräuter hacken und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu den Spargel RauchlachsSpiessen servieren. Warm oder kalt servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 65
Ice Tea
Klassiker in Grün Die Ice-Tea-Familie erhält Zuwachs: Der frisch aufgebrühte Grüntee mit Jasmin wird mit Matcha-Tee verfeinert und bekommt so seinen leicht süsslichen Geschmack. Dieses Aroma wussten schon im siebten Jahrhundert die buddhistischen Mönche zu schätzen, die den Tee auch als Energiequelle nutzten, um länger meditieren zu können. Zubereitungstipp: Den Eistee mit etwas Fruchtsaft wie Limetten-, Zitronen- oder Cranberrysaft auffüllen und frische Früche und Kräuter dazugeben.
Kult Ice Tea Green Tea JasminMatcha, 50 cl Fr. 1.10 In grösseren Filialen
Was ist Matcha?
Bild: Giulia Marthaler Styling: Esther Egli
Matcha ist eine japanische grüne Teesorte, die zu Pulver vermahlen wird. Dieser Extrakt gilt als Munter macher und gesundheitsfördernder Superdrink. Auf MatchaPlantagen wird vier Wochen vor der Ernte der Boden mit dunklen Tüchern abgedeckt. Auf diese Weise wird die Sonneneinstrahlung um bis zu 90 Prozent reduziert, und die Pflanze bildet viel Chlorophyll, Theanin und Koffein, aber wenig Gerbstoffe. Diesem Vorgang hat der Matcha seinen herbsüssen Geschmack und seine leuchtend grüne Farbe zu verdanken.
Übersetzt aus dem Japanischen heisst Matcha «gemahlener Tee».
Die MIndustrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehört auch der Kult Ice Tea.
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Frühlings-Aktion Italien Gardasee–Valpolicella Abwechslungsreiche Rundfahrten Verona und Valpolicella Malerische Lagunenstadt Venedig (fak.) 1. Tag: Schweiz–Gardasee 2. Tag: Tagesausflug zum südlichen Lago di Garda mit Salò, Sirmione, Mavino und Garda. 3. Tag: Fahrt zum nördlichen Teil des Gardasees nach Riva del Garda, Panoramafahrt zu den Brenta Dolomiten und geführte Besichtigung von Trient. 4. Tag: Geführte Stadtbesichtigung von Verona und Fahrt zum Weinanbaugebiet des Valpolicella, wo wir in einer Weinkellerei die Weine der Region degustieren werden. 5. Tag: Fakultativer Ausflug nach Venedig mit geführtem Rundgang. 6. Tag: Gardasee–Schweiz
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 67
Anna’s Best
So dünn wie eine italienische Pizza Der neue Pizzateig von Anna’s Best ist extra dünn – für alle Fans einer typischen Pizza. Bereits rechteckig ausgewallt, kann der Teig sofort belegt werden. Pizzaiolos verteilen übrigens den fein geschnittenen Mozzarella noch vor den übrigen Zutaten auf dem dünn verstrichenen Sugo. So kommen diese optisch am besten zur Geltung. Zum Belegen verwendet man lieber wenige, dafür hochwertige und frische Zutaten. Fürs Backen gilt: Hohe Temperaturen bis zu 240° C und eine kurze Backzeit garantieren eine knusprige Pizza.
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Bild und Styling: Claudia Linsi
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In Zürich führten in den 1950er-Jahren nur gerade zwei italienische Restaurants Pizza auf ihrer Speisekarte. Erst 1965 konnten die Gäste des Restaurants Santa Lucia in die schweizweit erste Holzofenpizza beissen. Die damaligen Pizzarezepte, wie sie beispielsweise auch in der MigrosZeitung «Brückenbauer» publiziert wurden, muten heute eher bizarr an: Den Hausfrauen wurde empfohlen, für den «wähenähnlichen Fladen» Blätteroder Kuchenteig, Tomatenpüree, Gruyère oder Schachtelkäse zu verwenden.
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Mit jeder körperlichen Bewegung beanspruchen wir ein oder mehrere Gelenke. Bei stetiger Überbeanspruchung, Fehlbelastung und mit zunehmendem Alter können Abnutzungserscheinungen auftreten und die Gelenkbeweglichkeit wird eingeschränkt. Insbesondere Sportler und Menschen im fortgeschrittenen Alter sollten daher auf den Erhalt ihrer Gelenkbeweglichkeit achten. Axamine Mobility® Brausetabletten* mit 600 mg Glucosamin und 450 mg Chondroitinsulfat, Vitamin C und E, Zink, Selen, Kupfer und Mangan. Glucosamin und Chondroitinsulfat sind wichtige Bestandteile des Bindegewebes, der Bänder und Gelenkknorpel. Eine genügende Versorgung kann dem Erhalt der Gelenkbeweglichkeit dienen. Die ergänzenden Vitalstoffe tragen zu folgendem bei: einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knorpel, Knochen und Haut; Erhaltung normaler Knochen, Haare, Nägel und Haut; Erhaltung von normalem Bindegewebe; einem normalen Energiestoffwechsel und Säure-Basen-Stoffwechsel; die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
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Das neueste MSC-Kreuzfahrtschiff
MSC Seaside****+ Die «MSC Seaside» setzt in Sachen Design und Innovation neue Massstäbe. Sie ist 323 m lang, 41 m breit, verfügt über 2067 Kabinen und fasst 4134 Passagiere. Kabinenausstattung: Klimaanlage, Dusche/WC oder Bad/WC, Föhn, Minibar, Safe, TV und Telefon. Stromspannung 220V. Bordausstattung: Meerespromenade, diverse Bars und Restaurants, Theater, Disco, Aquapark & Pools, Fitness & Wellness Center.
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1595.– 2285.– 2725.– 3895.– 4395.–
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MSC Armonia**** Eleganz und Komfort erwarten Sie auf der MSC Armonia einem Kreuzfahrtschiff der renommierten italienischen Reederei MSC. Ausspannen im Liegestuhl an Deck, oder im modernen Fitness-Center mit Panoramasicht. Nach einem feinen Abendessen lassen Sie sich im Theater in eine Welt von Cabaret, Zauberei oder Tanz entführen. Alle Kabinen sind ausgestattet mit Dusche/WC, Föhn, Minibar, Safe, TV, Telefon.
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Unsere Leistungen: Busanreise von der Schweiz nach Venedig • Flug in Economy Class Rio de Janeiro–Zürich • Stadtrundfahrt und Transfers gemäss Programm • Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord • Gepäckservice am Hafen • Kapitänsempfang, Galadinner • Bordveranstaltungen • Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung ab 30 Gästen
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Reisedatum 2017
Internet Buchungscode: lmsven2 – www.mittelthurgau.ch
Kat.
Kabinentyp
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Zuschläge: Touristenkarte für Kuba 50.– Unsere Leistungen: Busanreise von der Schweiz nach Venedig • Flug in Economy Class Havanna–Zürich • Transfers gemäss Programm • Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord • Gepäckservice am Hafen • Kapitänsempfang, Galadinner • Bordveranstaltungen • Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung ab 30 Gästen Reisedatum 2017 001.12.–22.12. Preise pro Person P KKat.
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2-Bett Bella, innen 2-Bett Fantastica, innen 2-Bett Fantastica, aussen 2-Bett Bella, Balkon 2-Bett Fantastica, Balkon 2-Bett Aurea 2-Bett Aurea, Suite
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1995.– 2180.– 2790.– 3090.– 3280.– 4290.– 4580.–
Unsere Leistungen: Busanreise von der Schweiz nach Venedig • Flug in Economy Class mit Swiss Miami–Zürich • Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord • Kapitänsempfang, Galadinner • Stadtrundfahrt und Transfers gemäss Programm • Bordveranstaltungen • Gepäckservice am Hafen • Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung ab 30 Gästen
Nicht inbegriffen: Auftragspauschale pro Person Fr. 20.- (entfällt bei Buchung über www.mittelthurgau.ch) • Persönliche Auslagen und Getränke • Trinkgelder (ca. EUR 10.- p.P./Nacht) • Serviceentgelt von 15% auf Dienstleistungen • Landausflüge • Flüge in Business Class auf Anfrage • Annullationskosten-Versicherung auf Anfrage • Zuschlag Kabine zur Alleinbenützung auf Anfrage • Bus Abfahrtsorte auf Anfrage
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 71
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 73
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Handymatic Supreme All in 1 Power Gel, 500 ml Fr. 8.90
Handymatic Supreme Express All in 1 Mini Tab, 44 Tabs Fr. 13.80 Bild: Yves Roth
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74 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
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Träume aus Spitze und Satin Verführerisch, sinnlich, erotisch und sexy, Träume aus schwarzer Spitze, Tüll und fliessendem Satin. Die Dessous der Linie «Secrets for special moments» von Ellen Amber verhüllen das, was enthüllt werden will. Die Corsagen, BHs, Slips, Negligés und Bodys sowie ausgewählte Accessoires steigern die Erotik.
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 75
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Ellen Amber Secrets Set, Manschette und Fliege, Gr. one size* Fr. 14.80
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 77
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78 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 79
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80 | MM12, 20.3.2017 | MIGROS-WELT
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis
Trockenfleisch & Co.
Handwerk mit Tradition
Die Gabriel Fleury SA stellt seit mehr als 50 Jahren Walliser Spezialitäten her. Vergangenes Jahr wurde der Betrieb von Micarna übernommen. Geschäftsleiter Patrick Wilhem setzt die Tradition der Fleischtrocknereikunst mit Leidenschaft fort. Text: Mélanie Zuber
G
ute Ideen entstehen aus einer Notwendigkeit. Die sehr guten Ideen hingegen bleiben, auch wenn die Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist. Unsere Vorfahren trockneten früher Fleisch, damit es länger haltbar blieb. Sie verwendeten damals so köstliche Rezepte, dass die Tradition auch heute noch gepflegt wird. Die aus der Not entwickelten Wurstwaren und Trockenfleischspezialitäten sind heute Delikatessen. In den 60er-Jahren stellte Gabriel Fleury fest, wie schwierig es für die Arbeiter auf den Staudämmen war, sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Trockenfleisch, das sich in der Vorratskammer relativ lange aufbewahren lässt, erschien ihm als Lösung für das Problem. Deshalb gründete er 1963 eine Fleischtrocknerei. Im Laufe der Jahre und der Generationen überzeugten Fleurys Rezepte immer mehr Menschen, und der Betrieb setzte sich schliesslich als einer der ganz grossen Namen in der Trockenfleischherstellung im Wallis durch.
Vor einem Jahr ging die kleine Gesellschaft mit Sitz in Granges VS an die Micarna über, den Fleischverarbeitungsbetrieb der Migros-Gruppe. Neue Leitung, bewährte Rezepte
Bei Fleury werden die Geschäfte nun von Patrick Wilhem geführt. Der gelernte Metzger ist bei Micarna Stufe um Stufe bis zur Geschäftsleitung aufgestiegen und kann sich auf sein solides berufliches Fundament verlassen. Der dynamische, leidenschaftliche und herzliche Chef von Fleury beschreibt sich als «Freiburger, der sich ins Wallis verliebt hat». Auch wenn er nicht aus dem Kanton stammt, ist er entschlossen, dessen regionale Spezialitäten zur Geltung zu bringen. «Mein Ziel für den kleinen Betrieb ist die Herstellung von qualitativ einwandfreien Premiumprodukten», erklärt er. «Wir verarbeiten einen wertvollen Rohstoff und führen eine Tradition weiter.» Seit zwölf Monaten zeichnet Patrick Wilhem die Konturen des Unter-
nehmens neu. Er überdenkt den Warenfluss, sucht neue Märkte und arbeitet daran, dass die Mitarbeitenden eine echte Produktkultur entwickeln. «Die Rezepte rühre ich aber nicht an», versichert er. «Was gut ist, sollte man niemals ändern!» Bei den Rezepturen handelt es sich um streng gehütete Geheimnisse – wie es im Wallis üblich ist. Einzig Patrick Wilhem, die Prüfgesellschaft des Unternehmens und die ehemaligen Besitzer würden die Zusammensetzung der Gewürzmischung für das Trockenfleisch kennen. Dem Geschäftsleiter lässt sich nur eine Information entlocken, nämlich, dass der Salzgehalt sehr niedrig sei, «einer der niedrigsten unter den Produzenten im Kanton». Elegantere Verpackungen
Im Gegensatz zu den Rezepturen wurden bei den Verpackungen diskrete Modernisierungen vorgenommen. Einige Produkte sind neu in einen eleganten schwarzen Karton abgepackt, wie zum Beispiel das Eringer
MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 81
Neuheit
Walliser Carpaccio
Trockenfleisch. «Eringer Fleisch verdient einen Karton», sagt der Geschäftsleiter. «Die Eringer Kühe gehören zu den stärksten Symbolen des Kantons. Für uns ist es wich tig, die Tradition nicht nur fortzusetzen, sondern auch hervorzuheben.» Die Arbeitsprozesse hingegen werden optimiert. «Wenn wir einen undankbaren oder mühsamen Prozess automatisieren können, ohne dass Geschmack und Tradi tion verloren gehen, dann tun wir es», ver sichert Patrick Wilhem. «Wir planen zum Beispiel, eine Maschine zu kaufen, die das Fleisch für das Trocknen im Hängen in Netze packt. «Für unsere Mitarbeitenden ist das ein mühseliger Arbeitsschritt, und die Mechanisierung ändert nichts an der Qualität des Produkts.»
Bilder: zVg
Arbeit mit den Sinnen
Für die Zubereitung der Spezialitäten stützt sich der Betrieb schon seit Langem auf die Technik. In den Trockenräumen beispiels weise werden Temperatur und Feuchtigkeit
von einem Computer reguliert. Die guten Rahmenbedingungen werden also von der Informatik gewährleistet. Das Knowhow bleibt aber eine Sache der Menschen. «Wir überprüfen den Verarbeitungsprozess mit unseren Sinnen», erklärt der Leiter des Betriebs. «Wenn ich einen Raum betrete, weiss ich haargenau, wie es riechen muss. Wir brauchen unseren Geruchs-, Sehund Tastsinn, um die Fleischstücke zu kontrollieren und die Trocknungsparameter anzupassen. Die Zubereitung unserer Spezialitäten ist Handwerkskunst.» Zur Pflege dieses Handwerks setzt Wil hem auf ein 18köpfiges Mitarbeiterteam. Trotz der anspruchsvollen Arbeit herrscht eine herzliche und motivierte Stimmung. «Ich freue mich über die Bereitschaft, Flexibilität und Motivation meiner Mit arbeitenden», sagt der Geschäftsleiter. «Sie helfen bei der Einrichtung all dieser Ver änderungen gerne mit. Ihr Enthusiasmus ist die Schlüsselzutat für die Produktion unserer Spezialitäten.» MM
Claude-Olivier Gillioz ist verantwortlich für das Trocknen und Pressen des Fleischs.
Seit Kurzem bietet Fleury in den Supermärkten der Migros Wallis ein Walliser Carpaccio an. Es wird aus Schweizer Fleisch hergestellt, mit Walliser Kräutern gewürzt, und danach fein geschnitten. Die Trocknungszeit ist kürzer als beim Trockenfleisch. Ein Carpaccio ist ideal zum Apéro, mit einem kleinen Saisonsalat oder im Sandwich. Für eine Gourmet-Vorspeise beträufelt man das Carpaccio mit ein wenig Olivenöl und serviert es mit Walliser Hobelkäse.
Für Patrick Wilhem, Geschäftsleiter von Fleury, steht der Respekt vor der Tradition im Vordergrund. Während des Trocknens werden die Fleischstücke zwei- bis dreimal gepresst, wodurch sie ihre Quaderform erhalten.
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MIGROS-WELT | MM12, 20.3.2017 | 83
Wettbewerb
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30 Prozent Rabatt auf Caprice des dieux vom 21. bis 27. März
Vom 21. bis 27. März kommen beliebte französische Käsesorten zum Zug. In dieser Woche gibt es 30 Prozent Rabatt auf Caprice des Dieux, Tartare, Saint Albray, Fol Epi und Chavroux. Ausserdem können die Kundinnen und Kunden in den Supermärkten an einem grossen Wettbewerb teilnehmen, bei dem es Migros-Geschenkkarten in der Höhe von maximal 2000 Franken zu gewinnen gibt.
Renovation
Bilder: Bertrand Maître, zVg
Migros Savièse in neuem Glanz
Die Migros Savièse öffnet wieder am 24. März.
Nach mehrwöchigen Renovierungsarbeiten ist der Supermarkt in Savièse nicht nur moderner, er bietet auch viel mehr Einkaufskomfort als zuvor. Kundinnen und Kunden können sich ab dem 24. März davon überzeugen. Zur Feier der Wiedereröffnung gibt es vom 30. März bis zum 1. April einen grosszügigen Rabatt auf eine Auswahl von Artikeln. Doch damit nicht genug: In den darauf folgenden Tagen werden noch weitere Überraschungen folgen.
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Familienumfrage Spielen Sie zu Hause oft Gesellschaftsspiele?
1 In den Ferien oder an trüben Tagen spielen wir manchmal gern ein Spiel zusammen. 74% 2 Und wie! Fast in jeder freien Minute. 17% 3 Eher selten. Uns fehlt die Geduld – und wohl auch das richtige Spiel. 7% 4 Nein, nie. Meine Familie und ich finden Gesellschaftsspiele langweilig. 2%
In Zusammenarbeit mit
1, 2 oder 3?
Hochzeitsglocken
Die energieeffizienteste Methode, eine Pizza zu backen, ist Umluft.
Wie würden Sie entscheiden?
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Monica Müller (42)
hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
Richtig!
Der Grosse (6) hält den Kleinen (1) für das Grösste. Das war schon immer so. Als wir ankündigten, dass ein Brüderchen unterwegs sei, brach er in Tränen aus. «Das sind Freudentränen!», sagte er und lächelte. Während der Schwangerschaft drückte er sich immer wieder an meinen Bauch und plauderte mit dem Brüderchen. Als der Kleine zur Welt kam, wich er kaum von seiner Seite. Er misstraute den Hebammen, beäugte die Kinderärztin bei der Impfung kritisch und inspizierte die Krippe argwöhnisch. Dann verkündete er: «Ich möchte mein Brüderchen heiraten.» Und jetzt, wie weiter? 1, 2 oder 3? 1 2 3
Ich erkläre ihm, dass Geschwister nicht heiraten dürften, und versuche mich in einem Exkurs über Inzest. Ich sage ihm, dass es nichts bringe, wenn er den Kleinen heirate: «Ihr seid ja schon Familie.» Ich kläre ihn über die Scheidungsrate auf.
Antwort 3: Auf diese Weise dämpfe ich seine Euphorie und nehme Tempo aus dieser «Amour fou». Der Grosse und der Kleine kennen sich schliesslich erst seit einem Jahr. Und der Kleine ist auch ganz angetan von einem Mädchen in der Kita. «Annasopa», sagt er ständig. Annasopa.
Illustrationen: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis
Richtig oder falsch?
Eine Studie zur Energieeffizienz verschiedener Kochmethoden hat sich ausführlich mit dem Backen von Fertigpizza beschäftigt. Mit Umluft backen erwies sich dabei als energieeffizientere Methode als die Verwendung von Ober- und Unterhitze. Dies liegt vor allem daran, dass die Temperatur bei Umluft rund 20 Grad Celsius tiefer eingestellt werden muss und die Backdauer kürzer ist. Am meisten Strom spart, wer zusätzlich auf das Vorheizen des Ofens verzichtet. Darum gilt:
Energiebewusste Pizzabäcker verwenden den Ofen ohne Vorheizen und mit Umluft. Sie wählen dabei eine um 20 Grad tiefere Temperatur, als mit Ober- und Unterhitze nötig wäre. Je nach Ofenmodell und Backdauer lassen sich so rund 15 Prozent Energie einsparen.
In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch
88 | MM12, 20.3.2017 | LEBEN
Die Fürstliche
Tipps für Monte Carlo Unterkunft: Monte Carlo Bay Hotel & Resort: Fünf-Sterne-Gefühl im Vier-Sterne-Haus, ruhige Lage direkt am Meer, 334 Zimmer und 22 Suiten ab 237 Euro, Michelin-Sterne-Gastronomie im «Blue Bay», schmackhafte unkomplizierte Küche im «L’Orange Verte» Restaurants: «L’Avenue 31», 31 Avenue Princesse Grace, Tel. +377 97 70 31 31: trendiges Lokal mit
1
Monte Carlo
Fisch- und Fleischgerichten oder auch nur Pizza (unbedingt reservieren!); «Huit et Demi», 4 Rue Langle, Tel. +377 98 06 76 23: kleines, unprätentiöses Lokal, Weintipp: Château Rasque aus der Provence; «Café de Paris», Place du Casino: eine Institution! Empfehlung: fangfrischer Fisch und Austern
C Liebe auf den Städtereisen
zweiten Blick
Zu den beliebtesten Frühlingsreisezielen in Europa gehören die Hauptstädte. Doch als wahre Juwelen entpuppen sich oft Orte, an die man zunächst gar nicht denkt. Acht Geheimtipps für Leute, die Neues entdecken wollen. Text und Bilder: Reto E. Wild
arré d’Or – goldenes Viertel – nennt sich der nobelste Ort in Monte Carlo mit dem Casino, der Luxusherberge Hôtel de Paris und dem Restaurant Café de Paris. An dieser Ecke des nur zwei Kilometer langen Fürstentums Monaco reihen sich Bentleys an Porsches, Ferraris und Rolls-Royces. Dennoch ist Monte Carlo mit seinen 300 Sonnentagen nicht nur ein Reiseziel für Gutbetuchte. Im zehn Fussminuten vom Casino entfernten Restaurant Planet Pasta kosten die Tagliatelle 14.50 Euro, ein Cocktail im angesagten Nachtclub Twiga ist bis Mitternacht für 10 Euro zu haben; wer mit dem Bus fährt, zahlt 2 Euro. Gratis ist der Eintritt in die Jardins de la Petite Afrique, in den Japanischen Garten oder in die Jardins St-Martin. In den Monaten Februar und März, wenn der Frühling mit Wucht
2
LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 89
Tel Aviv
Charts 2017
London rangiert vor New York Die Top 10 der
Städtereiseziele, gemäss den Buchungen bei Hotelplan Suisse:
1. London 2. New York 3. Dubai 4. Lissabon 5. Wien 6. Barcelona an der Côte d’Azur Einzug hält und die Touristenmassen noch ausbleiben, zeigt sich Monaco von seiner schönsten Seite und lockt zum Tapetenwechsel. Die Seele des Fürstentums erkundet man am besten, wenn man zwei Übernachtungen einplant, etwa im sportlich-eleganten Monte Carlo Bay Hotel & Resort, das direkt am Mittelmeer liegt und über ein grosses Spa und einen Pool verfügt: Man wähnt sich in einem Luxushotel – und stellt erstaunt fest, dass das Haus mit nur vier Sternen bewertet worden ist. Von hier aus lassen sich die Attraktionen erkunden: die Wachablösung um 11.55 Uhr vor dem Fürstenpalast, die Altstadt, das Meereskundemuseum. Die Monegassen trifft man am Marché de la Condamine, der täglich bis 15 Uhr geöffnet ist. Bei «Chez Roger» stehen sie Schlange für Socca, eine pizzaähnliche Spezialität. MM
7. Hamburg
Die Trendige
Kilometerlange Sand strände, eine dynamische Restaurant und Mode szene, rund 4000 Gebäude aus der BauhausÄra und Sommer von Mai bis November: Tel Aviv zählt zu den attraktivsten Städ ten. Kaum an einem ande ren Ort am Mittelmeer sind Strandferien so attraktiv. Unterkunft: Boutique
hotel Artplus (zentral, aber nicht am Strand ge legen, Zimmer ab 150 Dol lar). Alternative: Airbnb Restaurants: «Claro» HaArba’a 23, Nähe Sarona, Tel. +972 3 601 77 77:
trendiges Lokal mit Fisch und Fleischgerichten, bei der Sommelière Yael Ido nach einem israelischen Wein fragen; «Port Sa’id», Har Sinai Street 5: mehr Bar als Restaurant, junges Publikum, ideal für kleine Speisen in der Gruppe Attraktionen: Künstler
markt Nachlat Binyamin (dienstags und freitags, 10–18h); Sarona: Die von Templern gebauten Häuser beherbergen heute Boutiquen, Cafés und Restaurants; Spazier gang nach Jaffa; Bauhaus Center Tel Aviv, 77 Dizen goff Street
8. Berlin 9. Amsterdam 10. Paris Die Top 3 der
Städte, die im Ver gleich zu 2016 am deutlichsten auf gestiegen sind:
1. Ljubljana (Slowenien)
2. Sofia (Bulgarien)
3. Vilnius (Litauen)
Quelle: Hotelplan Suisse
90 | MM12, 20.3.2017 | LEBEN
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Dijon, die grösste Stadt im Burgund, zählt um die 500 Restaurants. Ein Dreigänger im Michelin-Sterne-Lokal kostet mittags 29 Euro.
Dijon
Für Weinliebhaber und Gourmets
Dijon liegt quasi auf halbem Weg in Richtung Paris. Die grösste Stadt im Burgund zählt rund 500 Restaurants. Restaurants: «Loiseau des Ducs»,
Rue Vauban (1 Michelin-Stern, mittags kostet der Dreigänger 29 Euro!); Vinothek Le Trou an der Rue Vannerie 15 Sehenswürdigkeiten: Altstadt mit
Einkaufsstrasse Rue de la Liberté, von Gustave Eiffel errichtete Markthalle, Kathedrale St-Bénigne, Herzogspalast Spezialitäten: Senf von der Moutarderie Edmont Fallot an der Rue de la Chouette, 200 Käsesorten bei «Le Chalet Comtois» an der Rue Musette 28
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 91
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Nirgendwo in der Welt ist die Dichte an Tapas-Bars und Michelin-Sternen so hoch wie in dieser baskischen Stadt.
San Sebastián
Die Gourmethochburg
Die Bucht «La Concha» erinnert an die Karibik, und nirgendwo auf der Welt ist die Dichte an Tapas-Bars so hoch wie im baskischen San Sebastián. Zwei der zehn besten Restaurants der Welt befinden sich hier. Schade nur, dass es hier an 149 Tagen im Jahr regnet. Trotzdem sind die Temperaturen im Frühling und im Herbst in der Regel höher als im Mittelland. Unterkunft: Hotel Niza, an der Conchabucht:
mit britischem Charme vergangener Tage, drei Sterne, ab 75 Euro
Restaurants: «Rekondo», Paseo de Igueldo 57: oberhalb des Stadtzentrums, baskische Fisch- und Fleischgerichte, Weinkellerbesuch auf Anfrage möglich; «Casa Vergara», Mayor 21: moderne Tapas wie Habanito in Zigarrenform; «Gandarias», Calle 31 de Agosto 23: Tapas, Tipp: Rindsbäggli/Carrillera
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Die Nationalestraat in Antwerpen gilt als Zentrum der Mode. Gemütlich ist ein Spaziergang entlang der Schelde.
Antwerpen
Stadt der Mode und des Designs
Menschen aus über 160 Nationen: Antwerpen ist nach Amsterdam, aber vor New York, die Stadt mit der grössten Vielfalt. Sie begeistert aber auch durch das historische Ensemble am «Grote Markt» und den Stadtteil «Het Eilandje», wo Napoleon vor über 200 Jahren Docks anlegte und heute das dem Hafen und der Schifffahrt gewidmete «Museum aan de Stroom» steht. Die Nationalestraat gilt als Zentrum der Mode. Gemütlich ist ein Spaziergang entlang des Flusses Schelde. Am SanktAnna-Strand geniessen die Antwerpener «Mosselen»: frische Muscheln. Unterkunft: Hotel Matelotel, Haarstraat 11a: zentrale Lage, nur 9 Zimmer im schlichten Design, aber mit neuester Technologie, ab 90 Euro Essen: Restaurant Aan de Stroom, an der Schelde: sehen und gesehen werden, schöne Terrasse
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Das einst hässliche Bordeaux erstrahlt in neuem Glanz. Tipp: ein Besuch des Marché des Chartrons am Sonntag.
Bordeaux
Hauptstadt des Weins
Bordeaux erstahlt in neuem Glanz. Die Rue Sainte-Cathérine in der Altstadt (Unesco-Welterbe!) ist eine der längsten Fussgängerzonen Europas. Unterkunft: «La Cour Carrée»: Boutiquehotel an zentraler, aber ruhiger Lage, ab 79 Euro, Frühstück 8 Euro Restaurants: Brasserie L’Orléans, Allée d’Orléans 36: sechs Austern für 10 Euro!; «Aux Quatre Coins du Vin»,
8 Rue de la Devise: Weinbar mit Häppchen; «Mama Shelter», 19 Rue P. Molière: Hotel, Restaurant, Party auf dem Dach
Diverses: Marché des Chartrons, sonntags 9–12 h; «Bordeaux City Pass» (diverse Attraktionen ab 21 Euro)
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Porto
Heimat des Portweins
Porto am Douro ist nach Lissabon die zweit grösste Stadt in Portugal. Viele Attraktionen: die Kirche Clerigos (schöne Aussicht vom Turm, frühmorgens hingehen!), die eiserne Brücke (Bild) und die diversen Portweinkeller erreicht man gut zu Fuss. Auffallend: die historischen Häuserzeilen und die Sauberkeit der Stadt. Tipp: joggend, per Taxi oder mit der Stras senbahn zur Douromündung Foz do Douro Unterkunft: Hotel Infante dos Sagres, Praça D. Filipa de Lencastre 62: in die Jahre gekommenes historisches FünfSterneHaus, ab 105 Euro Restaurants: «Palco», Rua Sá da Bandeira 84,
BARCELONA Reisen Sie in diese absolute Trendmetropole und erleben Sie das spanische Lebensgefühl. Lassen Sie sich vor Ort in den unzähligen Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen. Unternehmen Sie einen Ausflug auf den Hausberg Monjuic und geniessen Sie den atemberaubenden Ausblick. An zahlreichen Sandstränden erholen Sie sich von den Grossstadt-Abenteuern. Barcelona ist so vielseitig wie seine Besucher. Überzeugen Sie sich selbst.
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Viele Attraktionen in der zweitgrössten portugiesischen Stadt erreicht man zu Fuss.
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 93
FRANKREICH BARCELONA
MADRID
VALENCIA SEVILLA
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im Hotel Teatro: kleiner, intimer Speisesaal, zu zweit zahlt man für vier innovative Gänge 120 Euro; «O Paparico», Tel. +351 22 540 0548: ausserhalb des Zentrums (Anreise lohnt sich!), portugiesische Küche
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Altstadt entfernt
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den passenden Wein im Laden nebenan. Ausflug: Unbedingt die südsteirische
Weinstrasse einplanen und dazu im «Jaglhof» oberhalb des Winzerdorfs Gamlitz, nahe der slowenischen Grenze, übernachten. Alternative: Hotel Restaurant und Weingut Sattlerhof in Gamlitz. Tipps: Essigmanufaktur Gölles in Riegersburg und Franz Tinnauers Fruchtbrennerei
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94 | MM12, 20.3.2017 | LEBEN
Gesundheit
Schmerz schützt
Schmerz ist überlebenswichtig und zwingt uns zum Handeln: Als Teil unseres menschlichen Alarmsystems schützt er uns vor aktuellen oder potenziellen Verletzungen und Gefahren. Text: Sebastian Cormier
Impuls-Tipp
Was tun, wenn die Achillessehne reisst? Damit Patienten
nach einem Achillessehnenriss Sport treiben können wie vorher, müssen Muskeln und Standfestigkeit intensiv trainiert werden. www.migros-impuls.ch
S
chmerzen sind Teil eines cleveren und komplexen Systems, das sich über Millionen von Jahren entwickelt hat. Viele Betroffene glauben, dass es Schmerzrezeptoren in der Haut gibt, die über die Nervenbahnen dem Gehirn melden, wann es zu einem Gewebeschaden gekom men ist. Und dass dieser Schmerz – ausnahmslos – mit dem Ausmass des Schadens korreliert. Das stimmt so nicht. Schmerz als Warnsignal
Schmerz ist kein «Schadensignal», sondern ein Warnsignal. Bei 90 Prozent der Patienten, die mit Rückenschmerzen in die Praxis kommen, handelt es sich nicht um spezifische, strukturelle Gewebe schäden. Ein Hexenschuss zum Beispiel ist extrem schmerzhaft und körperlich beeinträchtigend, jedoch in den wenigsten Fällen mit einer ernsthaften Ver letzung verbunden. Vielmehr können wir Schmerzen verspüren, wenn andere Faktoren auf unser Leben negativ einwirken. Schlafstörungen, Dauerstress, depressive Verstimmungen und Angst können den Körper als Ganzes beeinflussen: Er fühlt sich bedroht, fordert uns zum Handeln auf und reagiert mit Schmerz. Teufelskreis verhindern
Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.
Eine dauerhafte Sensibilisierung des Alarmsystems hat oft multifaktorielle Gründe und kann in ausser gewöhnlichen Fällen zu einem chronischen «über schützten» Zustand führen. In diesem «fehlerhaften»
Schmerzlinderung ist auch mit Tapen möglich.
Zustand verkörpern wir oft bewusst oder unbewusst unseren derzeitigen Gefahrenzustand. Wir suchen nach vermeintlich sicheren Alternativen zu normaler weise automatischen Alltagsbewegungen. Wir ver steifen uns und machen uns Gedanken über die Konsequenzen einer möglichen Wiederverletzung. Nicht immer ist der gut gemeinte Ratschlag von Freunden, Familie, aber auch Ärzten oder Thera peuten sinnvoll: «Vorsichtiger zu sein» kann auch heissen, dass man den immobilen Zustand des Be troffenen fördert. Dies kann zu einem Teufelskreis führen. Motivieren ist angesagt: Verständnis für den Schmerz zeigen und Vertrauen in die Selbstheilungs kräfte fördern. MM
LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 95
Tipps
Keine Panik und geduldig bleiben •Akute Schmerzen sind schlimm und haben im-
mer ein schlechtes Timing. Aber die gute Nachricht: Sie werden oft schnell wieder besser. Akzeptieren Sie die Reaktion von Mutter Natur und kämpfen Sie im frühen Zustand nicht gegen die Schonhaltung an. Bleiben Sie positiv. Finden Sie Bewegungen oder Positionen, die Ihnen keine Schmerzen bereiten. Wärme, Taping, Atemübungen oder entlastende Positionen sind oft hilfreicher als Medikamente. •Klein anfangen und langsam Belastung
steigern. Selbst im akuten Zustand werden Sie Bewegungen finden, die sich ertragen lassen. Wenn eine Beugung nach vorne nicht geht, versuchen Sie es in der Seitenlage, dann im Vierfüsslerstand und dann im Sitzen. Gehen Sie spazieren. Zeigen Sie Ihrem Körper, dass er sicher ist!
Bilder: iStockphoto; Getty Images
•Bewegung ist trotz Schmerzen erwünscht.
Jeder Mensch hat eine persönliche Schmerzerfahrung. Deshalb ist es wichtig, selbst seine Grenzen zu erkunden. Nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen, aber auch nicht nur im Bett liegen und hoffen, dass es besser wird. Wir sind eine Anpassungsmaschine. Unser Körper ist stark und reagiert auf ein individualisiertes Training äusserst positiv, und damit verringert sich die Gefahr eines Rückfalls. Sebastian Cormier, Physio-
therapeut, Sportwissenschaftler, Medbase
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Wenn der Rücken schmerzt, ist eine Akupunkturanwendung sinnvoll. News aus der Welt der Medizin
Nadeln statt Pillen Wärmeanwendungen, Massagen, Akupunktur oder Manualtherapie – gegen akute Rückenschmerzen empfiehlt die US-Ärztevereinigung neu primär diese vier Methoden. Auch bei chronischen Rückenschmerzen sollte man vor dem Griff zu Tabletten erst Physiotherapie, Akupunktur, Stressreduktion, Tai Chi, Yoga und andere Methoden probieren, raten die US-Experten. Quelle: «Annals of Internal Medicine», 2017 www.migmag.ch/nichtinvasiv
Der beste Wochentag für eine Operation. Frühere Studien haben ergeben, dass Operationen am Freitag riskanter sind als an anderen Wochentagen. Eine grosse Studie widerlegt dies nun. Bei über 400 000 grösseren Operationen, ausgeführt von fast 1700 Chirurgen, spielte der Wochentag keine Rolle. Was auffiel: Freitags operierten viele Chirurgen mit wenig Berufserfahrung, dienstags und mittwochs eher die «alten Hasen». Quelle: «CMAJ», 2017 www.migmag.ch/eingriff
Mandeln schneiden? Haben Kinder immer wieder Halsentzündungen, hilft kurzfristig eine Mandeloperation. Sie haben im ersten Jahr danach weniger
Halsentzündungen und fehlen weniger in der Schule. Dieser Effekt hält aber nicht an, und ob der Eingriff langfristig nützt, ist offen. Zu diesem Schluss kommen Forscher, die sieben Studien dazu analysiert haben. Quelle: «Pediatrics», 2017 www.migmag.ch/mandel-op
Sport ist gut fürs Hirn. Trainieren Kinder mit ADHS Koordination und Bewegungsabläufe, verbessern sie ihr Gedächtnis und ihre Sprachfähigkeit. Der Sport ersetzt zwar nicht andere Behandlungen, aber er wirkt unterstützend und steigert bei hyperaktiven Kindern die geistige Leistungsfähigkeit. Quelle: «Deutsches Ärzteblatt» online, 2017. www.migmag.ch/sport-bei-adhs
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 97
Brave New Girl
Apropos Frauentag
A
Am 8. März war Internationaler Frauentag. Ich habe in den Tagen danach oft über die Reaktionen dazu nachgedacht und gemerkt: Noch immer macht das Wort Feminismus einigen Menschen Angst.
Anne-Sophie Keller (27) glaubt
an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.
Es sind Menschen, die nicht begriffen haben, dass alle von der Gleichstellung profi tieren. Zum Beispiel Buben, die gehänselt werden, wenn sie weinen. Jungs, die in der Pubertät einen enormen Druck verspüren, den Vorstellungen von «Männlichkeit» zu entsprechen. Männer, die jahrelang Unterhaltszahlungen leisten müssen. Oder Väter, die das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren. Der Vorwurf also, es richte sich gegen die Männer, wenn man sich für ausgeglichene Geschlechterverhältnisse einsetze, ist etwa so absurd wie die Behauptung, dass man
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etwas gegen die Schweiz habe, wenn man sich für Asylsuchende einsetzt. Oder dass man Weissen feindlich gesinnt sei, wenn man #BlackLivesMatter teilt. Diese Schlussfolgerung wird jedoch seit Jahrzehnten gezogen. Und das ist ein Problem. Weil wir mit der Diskussion keinen Schritt weiterkommen und deshalb immer und immer wieder von vorn anfangen müssen. Fakt ist aber: Man erreicht keine Gleichheit, wenn man die benachteiligten Gruppen nicht pusht. Und solange diese Sensibili sierung nicht stattfindet, braucht es mehr Expertinnen an Podiumsdiskussionen, mehr Musikerinnen auf Bühnen, mehr Chefinnen in der Teppichetage. Weil alles andere eine klare Botschaft vermittelt: Dort oben gehört Frau nicht hin. Dort gehöre ich nicht hin. MM
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 99
Migros-Bank-Ratgeber
Steuern 2016: Neu sind auch die Kosten für freiwillige Aus- und Weiterbildung abzugsfähig
Jeannette Schaller (53)
ist Leiterin Finanzplanung bei der Migros Bank.
Kosten für Kurse zur Ausübung von Hobbys bleiben hingegen ausgeschlossen. Der Lehrgang muss der Sicherung oder Verbesserung der beruflichen Perspektiven dienen, damit der Steuerabzug geltend gemacht
Steuern auf kantonaler Ebene: Obergrenzen für den Abzug von Aus- und Weiterbildungskosten (in Franken)
20 000 18 000 16 000 14 000 12 000 10 000 8000 6000 4000
SG SH SZ SO TG UR VD VS ZH ZG
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Damit ist nun Schluss. Neu sind sämtliche beruflichen Bildungslehrgänge gleichermassen abzugsfähig. Die Unterscheidung zwischen Aus- und Weiterbildung entfällt, ebenso deren zwingender Bezug zum aktuellen Beruf. Umgekehrt gilt: Ausbildungskosten, die der Arbeitgeber übernimmt, müssen nicht als Einkommen versteuert werden.
Aus- und Weiterbildung zahlt sich auch bei den Steuern aus
BS AG AR
Der Bundesrat hat die steuerliche Behandlung berufsorientierter Ausund Weiterbildung im Hinblick auf das Steuerjahr 2016 vereinheitlicht und damit erheblich vereinfacht. Bisher war Weiterbildung abzugsfähig, Ausbildung hingegen nicht. Allerdings galt dies nur, wenn die Weiterbildung direkt mit der aktuellen beruflichen Tätigkeit, dem Wiedereinstieg oder einer zwingend notwendigen Umschulung zusammenhing. Freiwillige Umschulung und Weiterbildung waren bisher ausgenommen. Dies führte zu erheblichen Abgrenzungsproblemen und teilweise auch zu einer unterschiedlichen Handhabung in den Kantonen.
Quelle: kantonale Steuerbehörden
werden kann. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige über einen ersten Abschluss auf Sekundarstufe II, etwa Matura oder eine Berufslehre, verfügt und das 20. Altersjahr vollendet hat. Bei der Bundessteuer beträgt der maximale Abzug für Aus- und Weiterbildung 12 000 Franken pro Steuerperiode. Die Kantone können die
Obergrenze für die kantonalen Steuern selbst festlegen. Die meisten von ihnen haben die Vorgaben des Bundes übernommen und die Höchstgrenze ebenfalls bei 12 000 Franken festgelegt. Einzig in Basel-Stadt kann auf kantonaler Ebene ein höherer Abzug von 18 000 Franken geltend gemacht werden. Und im Tessin wiederum liegt die Obergrenze unter dem Limit des Bundes. MM
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Kinder
Der verborgene Kauz Gesehen hast du den Waldkauz wahrscheinlich noch nie, obschon er häufig vorkommt und einer der grössten Vögel bei uns ist. Aber du hörst ihn, vor allem jetzt im März, wenn er auf Brautschau ist. Text: Andrea Fischer
Bilder: bunterhund.ch
Feinde des Waldkauzes Uhu, Habicht, Sperber, Bussard:
Sie fressen die Vögel.
Baummarder:
Sie stehlen manchmal den Inhalt der Nester.
Rotfuchs und Hauskatzen: Sie erwischen
vor allem Jungvögel.
Mensch: Er zerstört den Lebensraum des Kauzes, und jeder dritte Waldkauz stirbt im Strassenverkehr!
Im Tarnkleid: Das Federmuster des Waldkauzes ähnelt einer Baumrinde.
Gesehen hast du ihn wahrscheinlich noch nie. Aber vielleicht hast
du ihn gehört und es nicht einmal bemerkt. Früher sagten die Leute, wer einen Waldkauz hört, der stirbt. Das ist natürlich Unsinn. Der Waldkauz ist kein seltener Vogel und mit seinen 40 Zentimetern recht gross. Er lebt gern an Orten mit vielen alten Bäumen und jagt in der Nacht. Sein
Federmuster gleicht einer Baumrinde, das ihn gut tarnt. Am Tag hält der Waldkauz sich meist in seiner Höhle auf. Dort lebt er sein Leben lang, am liebsten mit der gleichen Partnerin. Zur Höhle gehört ein eigenes Jagdgebiet, das Revier. Jetzt im März beginnt die Balz, das heisst, der Waldkauz singt für das Weibchen, damit es sich mit ihm paart. Hier kannst du
hören, wie das tönt: www.strixaluco. ch/ruf.html. Zwischen April und Juni legt das Weibchen dann etwa vier Eier, die es allein ausbrütet. Das Männchen bringt ihr in dieser Zeit Futter, zum Beispiel Mäuse, Insekten, Ratten, Eichhörnchen und auch kleine Vögel in die Höhle. Mit knapp fünf Monaten sehen die Waldkauzjungen dann schon ganz erwachsen aus. MM
LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 101
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Aber sicher! Und stell dir mal vor, was du alles mit deinen eingefange nen Träumen anstellen könntest: Die schönen träumst du weiter, immer wieder neu. Du teilst sie mit einer Freundin. Oder du bewahrst sie in deinem Herzen auf und holst sie immer dann hervor, wenn du abheben willst. Manche Träume werden auch Wirklichkeit – es soll nun bloss kein Spielverderber behaupten, dass das nicht funktio niert! Nutze ihre Kraft und träume mutig! Denn mutlose Träumer fantasieren einfach so daher,
ohne etwas zu tun. Demgegenüber stehen die Träumerinnen und Träumer, die auch mal richtig etwas wagen: Sie treiben diese Welt seit jeher voran. Oder zumindest ihr eigenes Leben. So fängst du Träume ein: Bastle dir dafür einen Traumfänger (Anleitungen dazu stehen im Internet). Das machen die Indianer schon seit langer Zeit für ihre Kinder. Eine Traumfalle kann die bösen Träume fangen und im ersten Sonnenlicht des Tages neutralisie
ren. Umgekehrt kann sie die guten Träume durch ihr Loch hindurch in dich hineinfliegen lassen. Sie ist deine Dienerin. Du bist ihre Herrin. Gehorcht sie immer? Nein, aber je mehr du an deine innere Kraft glaubst, desto besser arbeitet deine Traumfalle. Denn Träume ent stehen in deinem Kopf. Dort drin nen bestimmst du allein, welche Träume du fortschickst und welche du gross werden lässt. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch
Eine Mutter erklärt die Welt:
Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 103
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Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was sucht ein Fotograf? B Dativ
F
Motiv
S
Ablativ
2. Wie nennt man eine Person, die mit ihrem Namen ein Projekt unterstützt? R Schirmherr
U Hausherr
A Bauherr
3. Wie bezeichnet man abwertend etwas, das nicht mehr zeitgemäss ist? E
altbacken
S
altruistisch
M altklug
So nehmen Sie teil
4. Welcher Fluss fliesst in und aus dem Zugersee? R Sihl
L
Reuss
I
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.3.2017, 24 Uhr
Lorze
5. Welcher pH-Wert bezeichnet eine Lösung, die neutral ist? S
null
Z
sieben
B dreizehn
6. Wo liegt der Weltrekord der Männer über 10 000 Meter? N unter 24 Minuten
E
über 26 Minuten
A bei 25 Minuten
7. In welcher Region Spaniens liegt das Weinbaugebiet Rioja? I
Norden
L
Süden
R Osten
8. Als was tritt «Jimmy Jump» immer wieder in Fussballstadien auf? N Werbeträger
E
Moderator
T
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Flitzer
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Gewinner Nr. 10: Thomas Markus Meier, Obergösgen SO; Silvia Fürst, Schaffhausen; Edith Rüttimann, Hildisrieden LU
Auflösung Nr. 11: SKISCHUH
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 3
E 5
2 4
Auflösung Nr. 11: OTTER Gewinner Nr. 10: Madeleine Gfeller, Stetten SH; Pia Michel, Melchtal OW; Andreas Müller, Kirchberg BE
1
AMT S E I D E ASKAN I ER I N I T I ANT I TAL I SCH KAREN I NA LUZ ERNEN ME T R O N YM ROTKAB I S SCHNE I EN SELEKT I V
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.3.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Lösungswort: 1
2
3
4
5
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LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 107
Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 11: 126
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.3.2017, 24 Uhr
Gewinner Nr. 10: Pia Steiner, Schänis SG; Therese Hostettmann, Ipsach BE; Willy Damond, Préverenges VD; Walter Hager, Biel BE; Denise Kopp, Emmenbrücke LU
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 3 3 miteinander verbunden 2 1 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 1 3 1 und mehr als zwei Linien.
4
Auflösung Nr. 11:
3 2
2
4
3 3
2 3 1
2 3 1
3
3 2 1
4
2 3 3
1
2 1
2
Auflösung Nr. 11:
3
2
2 1
1
3
3
3 2
5 3 2
3 3
1 1
2 3 3 2
3
3 4 4 3 4
2 3 3
3
2
5
3 3 3
2 1
3 2
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West
Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Bildredaktion: Heinz Stocker (Korrektor) Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freier- Susanne Oberli, Helen van Pernis muth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Layout: Dinah Leuenberger (Volontärin), Doris Oberneder (Creative Director), Monica Müller, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Online: Werner Gämperli, Saskia Goslings, Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser
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110 | MM12, 20.3.2017 | LEBEN
Meine Welt
«Wir verstehen uns auf einer einzigartigen Ebene» Von der «Glanz & Gloria»-Moderatorin zur Zirkusnomadin: Sara Hildebrand tourt mit dem Circus Knie durch die Schweiz, lebt in einem Wohnwagen und geniesst die Zeit mit ihrem Liebsten, dem Schauspieler Anatole Taubman.
1
Bild: zVg
Text: Laila Schläfli Bilder: Daniel Winkler
LEBEN | MM12, 20.3.2017 | 111
1 Mein Partner «Vor dreieinhalb Jahren habe ich Anatole Taubman (46) kennen und lieben gelernt. Wir verstehen einander auf einer einzigartigen Ebene – so, wie uns sonst keiner versteht.»
3
2 Meine Geige «Ursprünglich wollte ich das Konservatorium absolvieren. Doch Rückenprobleme zwangen mich, diesen Traum aufzugeben. Nun spiele ich für mich allein, zum Ausgleich.»
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3 Meine Ringe «Ich trage sie täglich. Es sind Erbstücke meiner kürzlich verstorbenen Grossmutter. Meine Grosseltern waren der Inbegriff von Liebe. Ihr Tod war schwer für mich.» Name Sara Hildebrand (29) Sternzeichen Widder Biografie und Lebenslauf «Auf gewachsen bin ich in Altstätten SG.
Nach meiner SpanischMatura begann ich 2006 die Ausbildung zur Radiomoderatorin am MAZ und arbeitete bei Radio Ri, später FM1. Vier Jahre danach, mit 23, wechselte ich zum Fernsehen und moderierte die Peoplesendung ‹Glanz & Gloria› auf SRF. Zeitgleich begann ich, Ger manistik, Geschichte und Pädagogik an der Uni Zürich zu studieren. 2014 schloss ich mein Masterstudium ab, ein Jahr später wechselte ich hinter die Kamera zur SRFSendung ‹Puls›. Seit Oktober 2016 bin ich ‹Head of PR› beim Circus Knie. Daneben schliesse ich noch meinen zweiten Master ab: für das höhere Lehramt.»
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4 Mein Land «2015 war ich in Island.
Das Land hat eine Magie, die mich nicht mehr loslässt. Ich fühlte mich dort sehr irdisch, verortet. Die Natur ist so präsent, die Energie so einzigartig.» 5 Mein Wohnwagen «Hier erledige ich alles selber: WC leeren, Strom und Wasser anschliessen, putzen – Letzteres mache ich ohnehin gern. Ich steuere auch den Bus, der den Wohnwagen zieht.»
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Mein Lieblingsprodukt «Die Bärentatzen sind kultig und mit Kindheitserinne rungen verbunden: Sie waren mein allerliebstes Lebens mittel überhaupt. Immer wenn ich von der Schule nach Hause kam, ass ich eine kleine Schale davon.»
6 Mein Arbeitsort «Mich fasziniert das Traditionelle und zugleich Innovative des Circus Knie: Er repräsentiert seit 100 Jah ren etwas Beständiges, das sich dennoch verändert und mit der Zeit geht.» 7 Mein Velo «Ich liebe es, mit dem Rad
unterwegs zu sein: Man ist schnell und hat frische Luft. Ich pedale auch, wenn es regnet. Zudem gefällt mir mein Velo: ein Pashley – very british.»
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