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Migros magazin 11 2017 d vs

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Der Fall Hauenstein

Jahrelang suchte er seine vermisste Mutter – die berührende Geschichte des Marco Hauenstein Bild: Mischa Christen

Seite 12


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6 | MM11, 13.3.2017

G Editorial

Suche ohne Happy End

«Bei mir sollen sich die Leute selbst anschauen» Josef Hader, Kabarettist

Gerechnet hatte er mit etwa 200 Reaktionen. Es kamen Tausende, 2000 schon am ersten Tag. Marco Hauensteins Schicksal berührte in den vergangenen Wochen weltweit viele Menschen. Der Junge, der als Baby von seiner heroin­ süchtigen Mutter getrennt wurde, schon in den ersten Wochen seines Lebens einen Entzug machen musste. In eine Pflegefamilie kam, dann wieder in ein Heim. Der seine Mutter auf Facebook suchte – bis die Polizei ihm endlich mitteilte, dass sie tot sei.

Die Geschichte von Marco Hauenstein wurde von vielen Medien aufgegriffen. Von Deutschland über Griechenland bis nach Thailand. Das Schicksal des 19­Jährigen liess fast niemanden unbeeindruckt. Doch es ist wie mit vielen Geschichten, die in den News auftauchen: Jeder weiss einige Bruchstücke der Story, aufbereitet und verständlich gemacht wird sie meistens nicht. Jeder hat ein Schreckmümpfeli zu bieten, die Zusammenhänge und Hinter­ gründe aber bleiben im Dunkeln. Die Jour­ nalistin Barbara Lukesch hat für das Migros­ Magazin mit Marco Hauenstein gespro­ chen und seine bedrückende Lebens­ geschichte für das Migros­Magazin aufgezeichnet (Seite 12). Noch heute will Marco nicht wahrhaben, dass seine Mutter wirklich tot ist. Die Beweise sind zwar auf den ersten Blick stichhaltig, doch Marco will sie so noch nicht akzeptieren. Zu zehrend ist noch immer sein Wunsch, die Mutter zu finden. Es ist zu befürchten, dass dieser Wunsch unerfüllt bleibt. DNA­Spuren sind meist unbestechlich. Immerhin: Seine Suche hat ihn zu seiner Gross­ mutter, einem Onkel und einer Tante geführt. Marco hat nun schon fast eine Familie. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

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MM11, 13.3.2017 | 7

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Menschen 10 Diese Woche

Sinnvoll oder nicht? Erste Firmen schaffen das Jahres­ gespräch mit Angestellten ab

73 Ei, Ei, Ostereili! 75 Frühlingsdüfte von Elan 76 Alles im grünen Bereich

12 Der Fall Gina Hauenstein Marco zweifelt am Tod seiner vermissten Mutter: Geschichte einer tragischen Suche

79 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen und News aus Ihrer Migros-Genossenschaft

17 Bänz Friedli

Leben

18 Georg Schlunegger

Der «Heimweh»­Sänger hat Heimweh nach seiner Familie und sagt der Bühne ade

85 Kolumne «1, 2 oder 3?»

24 Bilder einer fernen Welt

Handschrift oder Compi: Was ist schneller? Eine Klasse macht den Schreibtest

Erstmals veröffentlicht: Fototrouvaillen aus dem Bern der 1920er­ bis 1960er­Jahre 30 Infografik: Millionäre

Wo das grosse Geld sitzt: Wissenswertes und Lustiges über Millionäre in der Schweiz 33 Leserforum 34 Interview mit Josef Hader

Von Eisprung und Eiertütschis

86 Familie

92 Gesundheit

Gegen jedes Boboli ist ein Kraut gewachsen: der grosse Heilkräuterüberblick 97 Brave New Girl

Anne­Sophie Keller ist das geborene WG­Girl

Von der Bühne hinter die Linse: der österreichische Kabarettist über seinen ersten Spielfilm

99 Digital

Migros-Welt

101 Zootierärztin Flugtraining für zwei neue Papageiendamen

44 Recycling

Tipps und Tricks für die ideale Nutzung von Browsern

Aus alten Folienresten werden neue Migros­Säcklein. Der Erlös fliesst in Umweltprojekte

für sein Leben gern

48 Total innovativ

105 Glücksgriff

Das bewährte Waschmittel wird laufend weiterentwickelt

Bilder: Michael Sieber, Joseph Khakshouri, Marco Zanoni, Daniel Aeschlimann

70 Ab nach draussen! Schuhe schnüren, losrennen: alles für die Laufsaison

50 Fruchtige Durstlöscher Die Jarimba­Softdrinks gibts jetzt in der Halbliterflasche 53 Migusto

Würziges zum Osterbrunch: So gelingt gefüllter Camembert

102 Kinder Der 14­jährige Jonas schwingt

Gewinnen Sie eine Waschmaschine von Miele! 109 Rätsel/Impressum 114 Cumulus

116 Meine Welt Familienmensch, Naturkind, Sänger: Andreas Ritschard zeigt sein Berner Oberland

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

53

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM11

Darauf freuen wir uns Natur als Filmfestival Ab Donnerstag wird die Rote Fabrik in Zürich grün: mit dem Nebenrolle Natur Filmfestival. Gezeigt wird etwa «The Borneo Case» (Bild). Rock the pistes Ab Sonntag gibt es in den zwölf Dörfern der Region Portes du Soleil heisse und rockige Rhythmen auf der Skipiste.

Unnützes Wissen

Südkorea tickt so anders Als 2010 herauskam, dass sich iPhone-Displays auch mit Würstchen bedienen lassen, entstand ein Würstchenboom.

Mein Bild der Woche «Wir gähnen im Durchschnitt zehnmal pro Tag – aus MüdigBettina Oberli (44) ist Autorin

und Regisseurin von erfolgreichen Filmen wie «Die Herbstzeitlosen», «Tannöd» und «Lovely Louise».

keit, aus Langeweile, in dunklen Räumen. Bis jetzt hat die Chasmologie, die Wissenschaft des Gähnens, nicht restlos geklärt, warum. Es entspannt den Körper und löst Stress oder Angst. Oft tränen dazu die Augen. Früher fürchtete man sich vor Dämonen, die uns aus dem gähnenden Rachen die Seele rauben wollten. Es gibt den schönen Ausdruck ‹Massengähnen›. Mitfühlende Menschen gähnen schneller als andere. Treue Hunde tun es gleichzeitig wie das Frauchen. Schauen Sie eine Weile lang auf diese Katze: Wenn Sie nicht bald gähnen müssen, verfügen Sie über eine beeindruckende Selbstbeherrschung.»

Hörprobe

Christian Häderli (27), Journalist, Münchenbuchsee BE

a) «7 Years» von Lukas Graham b) «Clair de Lune» von Claude Debussy c) «That Part» von Schoolboy Q

Auflösung: c) Es ist zeitgemässer Rap mit einem coolen Beat.

Bilder: AMP Film, Ozan Kose/AFP, Marco Zanoni

Entschuldigung, was hören Sie gerade?

In der Stadt Suwon, gibt es ein toilettenförmiges Gebäude. Es beherbergt ein Museum für Toilettenkultur. Nach dem Willen der Regierung soll bis 2020 in jedem Haushalt ein Roboter arbeiten. Es ist verboten, die eigenen Eltern und Grosseltern anzuzeigen. Eltern dürfen ihre Kinder aber schon anzeigen. Der Glaube ist weitverbreitet, man könne durch einen laufenden Ventilator nachts im geschlossenen Raum sterben. Quelle: Stern/Neon


10 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

Finden Sie Jahresgespräche sinnvoll?

www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Hat das Jahresgespräch bald ausgedient? Das Mitarbeitergespräch ist in vielen Firmen ein fest verankertes Führungsinstrument. Die Zürcher Kantonalbank bricht nun mit diesem Ritual. Ein positives Signal, meint der Führungsexperte Reinhard K. Sprenger. Hans-Rudolf Castell, Leiter Human Resources der Migros-Gruppe, ist anderer Meinung. Text: Andrea Freiermuth

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Machen Sie einen grossen Frühlingsputz? 62 % Nein, ich putze alles sehr regelmässig – dann braucht es keine Grossaktion. 24% Ja, der steht jeden Frühling auf dem Programm. 14 % Frühlingsputz? Ich reinige das Nötigste – wenn es strotzt vor Dreck oder Staub.

Zahlen und Fakten

1400 17

Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen kein jährliches Mitarbei­ tergespräch stattfindet.

40

Prozent der Studienteil­ nehmer sagten, dass sie das Jahresgespräch wenig konstruktiv und hilfreich erleben. Quelle: «Travail.Suisse», 2016

In den meisten Unternehmen Bestandteil der Führungskultur: das Gespräch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern

D

ie Zürcher Kantonalbank (ZKB) schafft die Ziel­ vereinbarungs­ und Qualifikationsgespräche ab: Das passe nicht mehr ins heu­ tige Umfeld und enge die Mit­ arbeiter stark ein. Künftig sollen sich die Führungskräfte und Mitarbeitenden in kurzen Zeit­ abständen austauschen. Die ZKB ist vorerst die Ausnah­ me: Der «Tages­Anzeiger» hat acht grössere Unternehmen zum Thema befragt. Alle wollen am bisherigen System festhalten. Auch die Migros: «Wir halten das Jah­

resgespräch, wie es in der Migros gelebt wird, ganz und gar nicht für überholt. Es bildet einen wichtigen Bestandteil unseres Führungs­, Entwicklungs­ und Entlöhnungs­ instruments M­FEE», sagt Hans­ Rudolf Castell (60), Leiter Direk­ tion HR­Management der Migros­ Gruppe. «Ein beidseits vorbereite­ tes und offenes Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist die Basis für eine gute Zusammen­ arbeit, die Förderung und Motivie­ rung unserer Mitarbeitenden.» Umfragen zur Zufriedenheit zeigten, dass dieses Vorgehen unter

den Mitarbeitenden eine breite Akzeptanz geniesse und Feedback generell sehr erwünscht sei. «Unsere Jahresgespräche sind keine Diktate. Die Ziele werden gemeinsam vereinbart, und auch das Feedback geht nicht bloss in eine Richtung. Zudem sind die Gespräche nicht bonusrelevant, da es bei der Migros keine Boni gibt.» Und natürlich würden sich Vor­ gesetzte und Mitarbeitende bei der Migros auch während des Jahres ständig über die Zusammenarbeit austauschen, sowohl bilateral als auch innerhalb der Teams. MM

Bilder: Thomas Barwick/Getty Images, zVg

Personen hat «Travail. Suisse», eine Dachorga­ nisation der Arbeitneh­ mer, 2016 zur Arbeits­ zufriedenheit befragt.


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 11

Reinhard K. Sprenger

«Das Jahresgespräch ist genau das Instrument, das hoch angepasste Leute erzeugt» 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten das Jahresgespräch für wenig konstruk­ tiv und hilfreich. Was läuft falsch? Eine ganze Menge. Vielen Vorgesetz­ ten und Mitarbeitern ist das Verfah­ ren lästig. Sie füllen die Formulare in aller Eile aus. Oft werden einfach die Formulierungen des vergangenen Jahres übernommen. Das heisst, das Instrument wäre eigentlich gut, aber die Einstellung dazu lässt zu wünschen übrig? Nein, das kann man so nicht sagen. Ein jährlich aufgezwungenes und standardisiertes Feedbackgespräch richtet mehr Schaden an, als es nützt. Warum? Weil man die Beteiligten in der Regel zwingt, dieses Gespräch durch­ zuführen. Zwang erzeugt mit mecha­ nischer Sicherheit Widerstand. Zudem greifen bilaterale Gespräche zwischen Chef und Mitarbeiter zu kurz. Oft fällt nach fünf Minuten der Name eines Dritten, der aber leider nicht anwesend ist. Wie aber soll man Mitarbeiter füh­ ren, wenn nicht durch Gespräche und Feedback? Im Gespräch mit den Mitarbeitenden zu sein, ist eine Daueraufgabe von Führungskräften. Aber dann muss es auch wirklich ein Gespräch sein, also ein wechselseitiger Austausch. Das Jahresgespräch hingegen ist eine institutionelle Einladung zum situati­ ven Schweigen – weil eben einmal im Jahr substanziell abgerechnet wird. Bergen eher informelle Gespräche im Jahresverlauf nicht die Gefahr, dass alles vage bleibt und nichts verbindlich wird? Im Gespräch Klarheit und Konse­ quenz herzustellen, ist eine Führungs­ aufgabe. Vorgesetzte, die das im informellen Gespräch nicht schaffen, werden diese Aufgabe auch nicht mithilfe des standardisierten Jahres­ gesprächs bewältigen können.

Was halten Sie von Zielverein­ barungen? Mit Zielvorgaben wollte man ur­ sprünglich Energien bündeln und eine Richtung vorgeben. Das bleibt sinnvoll. Problematisch wird es dann, wenn Zielvereinbarungen messbar und zählbar gemacht und damit bonusrelevant werden. Dann geht es nicht mehr darum, Energien zu bündeln, sondern ums Geldverteilen. Warum soll es schlecht sein, die Leistung nach objektiven Kriterien zu entlöhnen? Weil es keine Objektivität gibt. Und weil bloss ehrgeizige Einzelkämpfer gefördert werden. Das war der Grund, warum etwa Daimler die Bonus­ systeme abgeschafft hat. Ein Unter­ nehmen ist eine Kooperationsarena, deren Erfolg auf einer guten Zusam­ menarbeit basiert. Es nützt nichts, wenn ein Verteidiger 98 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen, die Mann­ schaft aber null zu drei verloren hat. In Ihrem Bestseller «Das anständige Unternehmen» schreiben Sie, dass das einzige legitime Ziel der Füh­ rung die Selbstführung sein müsse. Gibt es nicht auch Leute, die Orien­ tierung und Leitplanken brauchen? Erstaunlicherweise schaffen es die Leute, im privaten Rahmen Häuser zu bauen, Freundeskreise und Fami­ lien zu organisieren und im Sport­ verein Verantwortung zu überneh­ men. Aber in dem Moment, in dem sie durch die Pforten des Unterneh­ mens gehen, infantilisieren sie sich. Das Jahresgespräch ist genau das Ins­ trument, das hoch angepasste Leute erzeugt. Mit solchen Leuten lässt sich der Wettbewerb der Zukunft nicht gewinnen. Welches Vorgehen anstelle des Jah­ resgesprächs schlagen Sie denn vor? Ich würde in regelmässigen Abständen Teamsitzungen durchführen, bei denen über die Form der Zusammen­ arbeit diskutiert wird. Auf diese Weise würde die Kooperation mit Vorrang behandelt. MM

Reinhard K. Sprenger (61)

ist Lehrbeauf­ tragter für Betriebswirt­ schaftslehre und als Referent, Buchautor und Unternehmens­ berater tätig.

Strassenumfrage

Finden Sie das Jahresgespräch sinnvoll?

Rachel Obranovich (35), Fitnessinstruktorin, Zürich «Es ist gut,

einmal im Jahr ein ausführliches Feedback zu erhalten. Dann kann man über Grundsätzliches diskutieren und die Erwartungen klären.»

Stéphane Braune (47), Bauingenieur, Zürich «Ich führe selbst solche

Gespräche durch, aber nicht von oben nach unten. Bei uns setzen sich die Mitarbeiter die Ziele selber. Unsere Erfahrungen damit sind sehr gut.»

Maksup Bushati (30), Kellner, Benglen ZH «Die Rückmeldungen

beim Jahresgespräch helfen, sich zu verbessern. Man lernt etwas. Wenn man ein gutes Feedback erhält, kann das sehr motivierend sein.»


12 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

Marco Hauenstein

Eine unendlich traurige Geschichte

Marco Hauensteins Facebook-Suche nach seiner vermissten Mutter hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Für die Behörden ist der Fall abgeschlossen: Die Frau ist tot. Doch wie ist sie umgekommen? Wer war Gina Barbara Hauenstein? Und wie hat sie gelebt? Für Marco beginnt mit der Suche nach der Wahrheit auch eine schmerzhafte Aufarbeitung seiner Kindheit. Text: Barbara Lukesch

M

arco Hauenstein (19) wirkt gehetzt. Wiederholt beisst er während des Gesprächs auf seine Unterlippe, sein Blick ist rastlos. Er redet schnell, manchmal verschlägt es ihm fast den Atem. Dabei ist er bemüht um Höflichkeit, entschuldigt sich, als er kurz aufs WC muss. Seine Kleidung hat er sorg­ fältig ausgewählt: eng geschnittenes, weisses Hemd, graublaue Hose und dazu passende Wildlederschuhe. Der taillierte, dunkelblaue Mantel verleiht ihm eine gewisse Italianità. Hauenstein ist sozusagen über Nacht zu einem Social­Media­Star geworden. Am 6. Januar 2017 hatte er auf Facebook einen Aufruf gepostet, in dem er die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach seiner Mutter, seinem Vater, seinen Grosseltern, ja, am liebsten seiner ganzen Familie bat. Seither ist sein Leben aus den Fugen gera­ ten. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Medien aus aller Welt berichteten über ihn

Sein Aufruf wurde weltweit 2,1 Millionen Mal geteilt. Er habe mit maximal 200 Reaktionen gerechnet, sagt er. Doch bereits am ersten Tag waren es 2000. Im Minutentakt wünsch­ ten ihm wildfremde Menschen Glück bei der Suche, äusserten ihr Mitgefühl und gratulierten ihm zu seinem Mut. Prominente wie der deutsche Rapper Kay One boten ihre Hilfe an. Gleichzeitig wurde er über­ schwemmt mit Hinweisen. Viele erwiesen sich als unbrauchbar, an­ dere aber waren Gold wert und bescherten ihm ein Wiedersehen mit seiner Oma, wie er sie nennt, einem Onkel und einer Tante. Diese Teilerfolge versetzten ihn regelrecht in Euphorie. Da hatte er sein Leben lang keinen Kontakt zu seinen Verwandten ge­ habt, und plötzlich stand er seiner leiblichen

Bild: Mischa Christen

Grossmutter gegenüber: «Da sind natürlich viele Tränen geflossen», erzählt er, «alle waren gerührt und aufgewühlt.» In der Schweiz berichteten mehrere Tageszeitungen über ihn, und das Schweizer Fernsehen fragte an, ob er bereit sei, bei einem Dokumentarfilm über sein Leben mitzumachen. Aus Deutschland kontaktier­ ten ihn «Die Welt», «Spiegel Online» und der TV­Sender RTL, die BBC kam mit einer Fernsehequipe aus England, eine norwe­ gische und eine griechische Tageszeitung schrieben Artikel über den jungen Schwei­ zer, ein spanisches Online­Magazin und selbst thailändische Online­Medien infor­ mierten ihre Leser regelmässig. Marco Hauenstein hat eine herzzerreis­ send traurige Lebensgeschichte. Seine Mutter war drogenabhängig und hatte offen­ bar auch während der Schwangerschaft Heroin konsumiert. Als er 1997 auf die Welt kam, litt er monatelang unter schwersten Entzugserscheinungen und schrie Tag und Nacht. Er kam schon als Säugling in ein Zür­ cher Heim, wo ihn seine Mutter manchmal besuchte. Von seinem Vater fehlte jede Spur. Als er drei Jahre alt war, verschwand seine Mutter Gina Barbara plötzlich von der Bildfläche, und der kleine Marco war allein auf der Welt. Er hatte Glück im Unglück: Eine Mitarbeiterin des Heims nahm ihn als Pflegekind bei sich auf, und er bekam so etwas wie eine eigene Familie: Vater, Mutter und drei Geschwister. Er habe eine schöne Zeit mit ihnen erlebt, erzählt er voller Dankbarkeit. Doch mit 16, als er in der Schule mit schlechten Noten zu kämpfen hatte und die Lehrer wiederholt zur Weissglut brachte, kam es zum Bruch mit seinen Pflegeeltern. Marco zog aus, lebte während knapp zwei Jahren erneut in einem

Heim, diesmal in Goldau SZ, und nahm dann mit einem Kollegen in Zug eine Wohnung. Diese Episode endete, als der Freund nachts über einen Zug der SBB kletterte, um eine Abkürzung zu nehmen. Er erlitt einen starken Stromschlag und überlebte schwer verletzt. Marco war total geschockt. Auch beruflich lief es nicht so gut. Seine Lehre als Spengler musste er nach einem Sturz von einem Hausdach beenden. Und der Versuch, sich zum Detailhandelsfach­ mann ausbilden zu lassen, endete in einem Abbruch. Danach jobbte er als Kellner – mal hier, mal dort, nichts sagte ihm richtig zu. Die Idee mit Facebook

In dieser Zeit der Verunsicherung wuchs in ihm der Wunsch zu erfahren, wo sich seine leibliche Mutter aufhielt. Lebt sie überhaupt noch?, habe er sich mitunter bang gefragt. Und sein Vater? Würde er ihn jemals kennen­ lernen? Marco Hauenstein machte sich auf die Suche, kontaktierte zahllose Ämter, unter anderem die Einwohnerkontrollen ver­ schiedener Gemeinden und die Polizei. Ergebnislos. Es sei zum Verzweifeln gewesen. Zu niemandem In seinem Bekanntenkreis sagte er ein Wort: «Das Ganze ging mir viel zu nahe. Wenn ich abends allein war, kamen oft die Tränen, und ich war todtraurig.» Am 24. Dezember letzten Jahres sass er mit einem Kollegen zusammen. Die vielen Gefühle, die Weihnachten halt so auslöse, hätten ihn zum Reden gebracht. Erstmals erzählte er jemandem seine ganze Geschich­ te. Wenige Tage später war die Idee mit dem Facebook­Aufruf geboren. «Der Entscheid war richtig», sagt er, auch wenn er einen Rückschlag erlitten habe: Anfangs Februar teilte ihm die Kantonspolizei Aargau mit,


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 13

Marco Hauenstein zweifelt an der Arbeit der Polizei und sucht weiter nach Hinweisen Ăźber den Verbleib seiner Mutter.


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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 15

Seltene gemeinsame Bilder aus Kindertagen: Marco und seine Mutter Gina Barbara (rechts). Er kam schon als Säugling ins Heim.

Roland Pfister

«Ein Fehler, für den wir uns entschuldigt haben»

Bilder: zvg (2)

Wie viele Vermisstenmeldun­ gen erhält die Kantonspolizei Aargau pro Jahr? Im Schnitt sind es pro Monat 20, wobei die meisten Gesuchten innert Tages- oder Wochenfrist wieder auftauchen – zum Beispiel Jugendliche, die vorübergehend abgetaucht sind.

dass seine Mutter wohl tot sei. 2013 habe eine Spaziergängerin im deutschen Waldshut einen Oberschenkelknochen gefunden, den man Gina Barbara Hauenstein zuordnen müsse. Zu diesem Schluss habe der Abgleich mit seiner DNA geführt. Marco wurde überrollt von unbeantworteten Fragen: War seine Mutter Opfer eines Verbrechens geworden? War sie überhaupt tot? Ein Oberschenkelknochen war ja noch lange kein Beweis dafür. Solange man die restlichen Knochen nicht finde, glaube er überhaupt nichts, hält er trotzig fest. Überhaupt macht er Fragezeichen zur Arbeit der Polizei: Hatte man den Fall schleifen lassen, weil es «nur» um eine Drogensüchtige ging und niemand daran glaubte, sie jemals wiederzufinden? Warum dauerte es Jahre, bis die Herkunft des Knochens untersucht beziehungsweise festgestellt wurde? Und woher hatte die Polizei seine DNA? Er habe den Eindruck, die Polizei nehme ihn nicht ernst und verweigere ihm Informationen, die ihm als Angehörigen zuständen. Marco redet nun schneller und gestikuliert immer heftiger. Bald werde er nach Waldshut fahren, um sich die Akte der Staatsanwaltschaft anzuschauen. Grosse Hoffnungen setzt er aber auch auf Informationen, die ihm Menschen weiterhin zukommen lassen. Eine Frau aus Waldshut habe ihm erzählt, es seien damals mehrere Knochen gefunden worden, nicht nur einer. Eine Behauptung, die der Sprecher der Polizei Waldshut-Tiengen in Abrede stellt. Zurzeit widmet Marco Hauenstein seine ganze Energie dem «Fall», wie er sich ausdrückt. Gemeinsam mit Kollegen überprüft er alle Hinweise. Er fährt ins Ausland, um keine noch so kleine Chance ungenutzt zu lassen. Wie lange will er sich das noch antun? Er seufzt und sagt, er werde erst aufgeben, «wenn ich absolut sicher bin, dass meine Mutter tot ist und ich die Todesursache kenne». Er sei es seiner Mutter schuldig, alles Menschenmögliche zu unternehmen, um den Fall aufzuklären: «Wenn ich keinen Druck ausübe, passiert überhaupt nichts – das haben die letzten Jahre bewiesen.» MM

Gina Barbara Hauenstein wurde 2000 als vermisst ge­ meldet und ist nie mehr auf­ getaucht. Wie geht die Polizei in einem solchen Fall vor? Als Erstes wird eine interne Ausschreibung erstellt, die an alle Schweizer Polizei- und Grenzdienststellen geht. Darin enthalten sind der Name der vermissten Person, ein Foto und ihre Lebensumstände. Im Fall Hauenstein war bekannt, dass die Frau drogenabhängig war und sich vermutlich prostituierte. Das machte die Suche nicht einfacher. Wann wird eine Fahndung öffentlich ausgeschrieben? Nach einigen Tagen ergebnisloser Suche fragt man die Angehörigen, ob sie einer Öffentlichkeitsfahndung zustimmen würden. Sobald ihr Einverständnis vorliegt, geht die Vermisstenmeldung raus. Wie viele vergleichbare Langzeitvermisstenfälle sind bei der Kapo Aargau hängig? Zwei. Markus Staudenmann wird seit 2009 vermisst, Mirjam Scherrer seit 2012. Beide Fälle sind auf unserer Website mit Foto beziehungsweise Porträtzeichnung aufgeführt. 2013 wurde im Landkreis Waldshut ein menschlicher Oberschenkelknochen gefun­ den, den die deutschen Un­ tersuchungsbehörden keiner Person zuordnen konnten. 2015 trat die Kapo Aargau auf den Plan. Wie kam es dazu? Wir hatten ja den ungeklärten Fall Hauenstein in unseren Akten, zu dem damals bereits ver-

Roland Pfister (46), Medien­

sprecher Kantonspolizei Aargau

schiedene Abklärungen getroffen worden waren – allerdings ergebnislos. So wurden wir auf den Knochenfund in Waldshut aufmerksam. Wir liessen uns Proben schicken, die dank eines Abgleichs mit der DNA des Sohns mit 99,9-prozentiger Sicherheit der vermissten Frau zugeordnet werden konnten. Warum hat die Staatsanwalt­ schaft Marco Hauenstein nicht von sich aus über den Knochenfund informiert? Das wäre ein Übergriff in eine im Landkreis Waldshut laufende Strafuntersuchung gewesen. Das hätten wir nicht gedurft. Marco Hauenstein erfuhr erst Anfang dieses Jahres vom Fund des Oberschenkelkno­ chens beziehungsweise dem wahrscheinlichen Tod seiner Mutter. Auch andere Ange­ hörige tappten im Dunkeln. Das war ein Fehler, für den wir uns entschuldigt haben, es war sehr unglücklich. Als wir uns aufgrund der aktuellen Medienberichte dessen bewusst wurden, haben wir sowohl dem jungen Mann wie auch seiner Grossmutter persönlich die traurige Nachricht überbracht. Daraufhin haben wir gleichentags eine Medienmitteilung versandt, in der wir unseren Fehler eingeräumt haben. MM


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1. Tag, Freitag – Anreise nach Brüssel Fahrt im komfortablen Extrabus nach Brüssel. Nach der Begrüssung erwartet uns in der ausgezeichneten Orangerie unseres schönen 4-Sterne Hotels ein schönes 3-Gänge Menü bei Kerzenschein. 2. Tag, Samstag – Stadtführung & Belgische Waffeln Wir starten den Tag mit einer herrlichen Stadtführung und merken schnell: Brüssel ist einzigartig. Doch was macht Brüssel aus? Man denkt an den unvergleichlichen Grand Place, den schönsten Marktplatz der Welt. Man denkt an Pralinen- und Schokoladenkunst. Man denkt an das Atomium, Pommes Frites und Tintin. Doch das wahrlich Besondere ist einfach das Flair, welches über der ganzen Stadt schwebt - das französische „Savoir Vivre“ ist überall und in allen Facetten spürbar. Unsere Stadtführung beenden wir mit einem ganz besonderen Leckerbissen: in einem gemütlichen Café geniessen wir feine belgische Waffeln und eine heisse Schokolade – herrlich. Der Rest des Tages steht Ihnen für eigene Entdeckungstouren zur freien Verfügung.

Wählen Sie Ihr Reisedatum: 3. Tag, Sonntag – Rathaus & Nationalbasilika Freuen Sie sich heute morgen auf ein ausgiebiges Frühstück und danach auf den Besuch im historischen Rathaus im Herzen der Stadt. Bei der Führung durch die Empfangshalle und das Schöffenzimmer bestaunen wir wertvolle Schätze der Brüsseler (Kunst)-Geschichte. Später führt unser Weg zu einer der grössten Kirchen der Welt - der Nationalbasilika des Heiligen Herzens, gelegen inmitten des herrlichen Elisabethparks. Nach einer eindrücklichen Führung in den kunstvollen Räumen begeben wir uns auf die Aussengalerie der ca. 50 m hohen Kuppel und geniessen einen fantastischen Blick über Brüssel. Der Rest des Tages steht Ihnen wiederum zur freien Verfügung. 4. Tag, Montag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

Reise a:

23. - 26. Juni 2017

Reise b:

7. - 10. Juli 2017

Reise c:

18. - 21. August 2017

Reise d:

25. - 28. August 2017

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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 17

D Bänz Friedli

Im Mondlichtschatten

Das Schlimme ist: Ich weiss dann jeweils gar nicht mehr, wann und wo er mich angesprungen hat, der Bastard. Aber er will, einmal da, nicht mehr aus meinem Kopf: «Moonlight Shadow», der Song von Mike Oldfield. Keine Bange, ich werde hier keine Diskussion über den künstlerischen Wert des Stücks anzetteln und auch das Genie nicht in Frage stellen, das manche in dessen Schöpfer sehen. Aber ich habe das Lied nie besonders gemocht … Und genau solche Songs setzen sich dann, gleichsam als fiese kleine Rache, im Gedächtnis fest und lassen einen nicht mehr los.

Vermutlich wurde er wieder mal am Radio gespielt, letzte Woche, und ich habs zunächst nicht mal bemerkt. Aber dann hat er mich während mehrerer Tage gepeinigt. Im Treppenhaus: Ich pfeife «Moonlight Shadow». In der Waschküche: Ich summe «Moonlight Shadow». Beim Gang zur Kompostanlage: Ich säusle «Moonlight Shadow». Immer und überall gebe ich, ohne mir dessen bewusst zu sein, die Tonfolge von mir: E - E - F- G - F - G - A - A - G C … Bis Nachbar André leicht irritiert fragt: «Ähm, Bänz … Alles guet bi dir?»

Bänz Friedli (51) hasst Ohrwürmer.

Nichts ist gut, nein. Ich singe andauernd «Moonlight Shadow». Ausgerechnet! Wo ich es doch schon damals, 1983, für eine furchtbare Schnulze hielt. (Jetzt ist es doch raus.) Meinen Sie, ich könnte stattdessen «Jesus in New Orleans» singen, den Song der Gruppe Over the Rhine, «Easy

Target» von John Mellencamp oder sonst einen Song, der mir momentan besonders am Herzen liegt? Mitnichten. Doch diese blöde Kuh von einer Strophe, die bringe ich nicht aus dem Kopf: E - E - F- G - F - G A-A-G-C… Aber, halt! So kann ich Sie nicht in den Tag entlassen. Sonst ergeht es Ihnen genauso. Soll ich Ihnen rasch einen anderen Hit in den Kopf setzen? «Te Deum», die Erkennungsmelodie der Eurovision? «Go West», «Bring en hei»? Alles Ohrwürmer. Und für die Älteren unter uns: «Popcorn». Was heisst «für die Älteren»? Letzthin, noch bevor Mike Oldfield mich in Beschlag nahm, trällerte ich es vor mich hin, das erste Synthesizerstück, an das ich mich erinnern kann: «Pu pu pu pu, pu-ru tuu, pu pu pu pu, pu-ru tuu …» Nichts als die blöde Tonfolge H - A - A - Fis - D - Fis - H, ohne Gesang. Und mein Sohn fiel gleich mit ein: Er kannte das Stück, ohne es zu kennen. «Was war das gleich?», wollte er hinterher wissen. «‹Popcorn› von Hot Butter, 1971!», triumphierte ich. Und wenn ich dereinst meinen eigenen Namen nicht mehr weiss, ich werde sie im Altersheim noch mit heiserer Greisenstimme wiedergeben, die Melodie von «Popcorn». Oder, schlimmer noch, diejenige von «Moonlight Shadow» … MM Bänz Friedli live: 16. bis 18.3. Basel, «Tabourettli»

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Video zum Heimweh-Hit «Rosmarie»:

18 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

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Georg Schlunegger

Der Chorchef hat Heimweh

Mit einer hippen Mischung aus Folklore und Pop hat der Männerchor «Heimweh» die Hitparade gestürmt. Jetzt, auf dem Höhepunkt des Erfolgs, zieht sich Produzent und Frontmann Georg Schlunegger überraschend von der Bühne zurück. Text: Monica Müller

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Bild: Joseph Khakshouri

Z

wei Seelen wohnen in Georg Schluneggers Brust. Der 36-jährige Berner Oberländer lebt ausgesprochen gern in der Stadt Zürich, vermisst aber seine Eltern und Freunde in Grindelwald BE. Und die Berge. «Ihnen haftet etwas Mystisches, Melancholisches an, das mir hier fehlt», sagt er. «Heimweh» heisst denn auch sein Männerchor: Er besingt das Gefühl der Entwurzelung, die Sehnsucht nach dem Glück, die Freuden und Leiden des Alltags. Zwei Jahre lang hat der Musikproduzent nach den idealen Sängern für sein Herzensprojekt gesucht. Gefunden hat er sie im Muotatal, im Emmental, im Appenzell: urchige Jodler, tiefe Bass- und hohe Tenorstimmen aus sieben Kantonen. Das jüngste der elf Chormitglieder ist 25, das älteste 55 – sie alle vereint die Nähe zur Volksmusik und zu den Bergen. Vor dem ersten Auftritt in der Sendung «Donnschtig-Jass» im Schweizer Fernsehen vergangenen Sommer war Georg Schlunegger nervös: Vielleicht interessiert sich ja keiner für diese Musik, dachte er.

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Doch mit dem Song «Rosmarie» landete der Männerchor einen Überraschungshit. Innerhalb von vier Wochen wurde sein Album 10 000-mal verkauft und mit Goldstatus ausgezeichnet. Mittlerweile hat sein Debütalbum Platinstatus erreicht. Bei den Swiss Music Awards gewann «Heimweh» in den Kategorien «Best Group» und «Best Breaking Act». Das Urschweizerische entstauben

Volksmusik in der Schweiz sei etwas Konserviertes, das kaum wirklich gelebt werde, sagt Schlunegger. Er wollte das Urschweizerische entstauben, Lieder komponieren, die Volksmusik und Pop verbinden und lebensnah sind. «Rosmarie» etwa erzählt eine unaufgeregte Liebesgeschichte, die mit einem Tanz beginnt und ein Leben lang dauert – wie die Liebe seiner Eltern. Der Männerchor besingt auch weniger glückliche Beziehungen, zum Beispiel im Lied «Rote Wyy»: «Die ewigi Liäbi hett dä glich nur für äs paar Jahr ... Rote Wyy, än guätä Fründ bisch immer gsi.» Mit einem nur aus Männern bestehenden Chor wollte Schlunegger

tiefe Stimmen vereinen, die gut zu nachdenklichen Texten passen. Dazu die sanfte Begleitung durch Akkordeon, Kontrabass, Gitarre und ein reduziertes Drumset. Seit Abschluss seines Geschichtsstudiums vor sechs Jahren ist Georg Schlunegger Komponist, Produzent und Mitinhaber bei der Musikfirma Hitmill. Vor allem in der Popszene hat er sich einen Namen als Hitproduzent gemacht. Er hat Sängerinnen wie Anna Rossinelli (29) und Francine Jordi (39) oder den Luzerner Sänger Kunz (28) in die Hitparaden katapul-


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 19

tiert. Er hat den Eurovision-Song der Heilsarmee, «You and Me», und den Migros-Weihnachtssong geschrieben. Was es braucht, um einen Hit zu komponieren, kann Georg Schlunegger nicht genau sagen. «Sonst würde ich jeden Tag einen schreiben.» Manchmal hat er eine Melodie im Kopf und sucht nach Worten, die passen. Manchmal spielt er ein paar Akkorde am Klavier, zwei Griffe auf der Gitarre – und merkt augenblicklich: «Das funktioniert.» Schreibt er Lieder für andere Musiker, muss er erst den Menschen kennenlernen, wissen,

was ihn beschäftigt, traurig oder fröhlich macht. «Sonst wird es unecht.» Als Jugendlicher in einer Rockband

Er hält es für Selbstschutz, wenn Künstler auch hierzulande englische Songs vorziehen. «Auf diese Weise müssen sie nicht viel von sich preisgeben.» Ihm persönlich sind Mundartlieder sympathischer. «Sie kommen so direkt und ehrlich rüber.» Als Jugendlicher spielte Georg Schlunegger in einer Rockband, nun tritt er als Jodler in einer Sennenkutte auf. Für ihn kein Widerspruch:

«Ich finde jede Musik spannend und mache gern eingängige Sounds. Stilrichtungen haben mich noch nie interessiert.» Manchmal sitzt Georg Schlunegger bereits um sechs Uhr früh am Mischpult und tüftelt an Melodien. So kann er abends noch Zeit mit seiner Frau Olivia (34) und der gemeinsamen Tochter Elif (17 Monate) verbringen. Ihr hat er das berührende Lied «Mis Chind» gewidmet («Wänn öppär dini Tränä tröchnä muäss, immer wänn du än Umarmig bruchsch, bin ich da, mis Chind ...»). Abends setzt er sich

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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 21

gern an Elifs Bett und besingt das, was er erlebt hat. Im Sommer erwartet das Paar sein zweites Kind. Um in Zukunft mehr für die Familie da sein zu können, wird Schlunegger fortan nicht mehr mit dem Chor auf der Bühne stehen, sondern nur noch Songs für ihn schreiben und produzieren – aus «Schluneggers Heimweh» wird «Heimweh».

Bild: PD

«Andere singen besser als ich»

Wird ihm die Bühne nicht fehlen? «Nein», sagt Georg Schlunegger. «Meine Stärke ist das Schreiben, ich bin eher der Intellektuelle als der Livemusiker.» Obwohl er die Auftritte bisher sehr genossen habe, fühle es sich richtig an, zum jetzigen Zeitpunkt auszusteigen. «Andere singen besser als ich.» Er sei froh, dass er nicht schon mit 20 Jahren einen solchen Erfolg gefeiert habe: «Damals hätte ich das überbewertet.» Heute wechsle er jeden Tag Windeln und entsorge Abfall – «das schafft Bodenhaftung». Die Chormitglieder zeigen Verständnis für seine Entscheidung. Stefan Renevey (55), Landwirt und Bassstimme aus dem Aargau, sagt: «Ich bin Grossvater, bei Georg geht es jetzt erst so richtig los. Sein Schritt ist bemerkenswert, besonders heute, wo alle nur ihrer Karriere hinterher-

rennen. Er ist einfach richtig Mensch.» Auch Markus Stadelmann (34), Radiomoderator, Musiklehrer und Bassstimme aus Glarus, bewundert Georg Schlunegger für seinen Entschluss, diesen Schritt jetzt zu machen. «Es braucht sehr viel menschliche Qualität, sich nicht vom Erfolg und vom Rampenlicht blenden zu lassen. Es ist für mich der Beweis, dass er die Songtexte, die wir singen, nicht einfach nur dahinschreibt, sondern deren Inhalt tatsächlich auch lebt.» Nun sucht der Chor nach weiteren Mitgliedern. Da die Männer berufs-

tätig sind und fast alle von ihnen eine Familie haben, ist es für sie kaum möglich, jeden Termin wahrzunehmen. «Die Idee, dass nun weitere Stimmen auf der ‹Heimweh›-Bühne ihren Platz finden sollen, gefällt mir», sagt Ricardo Sanz (48), Musiker und Tenorstimme aus Luzern. Am Samstag tritt «Heimweh» eine Tournee durch die Deutschschweiz an – ohne Georg Schlunegger auf der Bühne. «Nun muss das Publikum halt einfach noch einen Tick lauter klatschen», sagt Markus Stadelmann, «damit Georg es auch hinter der Bühne mitbekommt.» MM

Besingen starke Gefühle: Georg Schlunegger und sein Chor

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24 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

Fototrouvaillen

Schätze aus dem Bunker Über eine Million Fotos lagern unterirdisch und streng

gesichert im Staatsarchiv des Kantons Bern. Ein Bildband bringt nun einige Exemplare ans Tageslicht – ein faszinierender Einblick in den Alltag längst vergangener Zeiten. Text: Claudia Langenegger

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ir schiessen sie täglich und überall, schicken sie Freun­ den, posten sie an unsere virtuellen Pinnwände oder lassen sie in unseren Smartphones und Computern «verstauben»: Fotos sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass zuerst ein komplexer Prozess stattfin­ den musste, bevor man ein Foto betrachten konnte. Mit dem Klick auf dem Fotoapparat hatte man das Bild zunächst auf der Negativ­ rolle, die dann entwickelt werden musste, bevor der Papierabzug es sichtbar machte.

Über 200 Fotos, die alle zwischen 1920 und 1960 auf solche Weise entstanden sind und heute im Hochsicherheitsbunker des Berner Staatsarchivs im Untergrund lagern, sind nun ein zweites Mal sichtbar geworden – gesammelt und publiziert im Bildband «Berner Foto Geschichten». Motive sind etwa der Bau der Seilbahn aufs Stockhorn, Torfstechen im Seeland, polnische Internierte im Zweiten Weltkrieg, Bewohner in Waisenhäusern und Altershei­ men, Demonstrationen zum Frauenstimm­ recht, der Bau der Berner Lorrainebrücke oder das Innere der Zuckerfabrik Aarberg.

1 Käsestand beim Markt auf dem Bundesplatz, 1944 2 Pfadfinder helfen bei der Kleidersamm­ lung für die Arbeits­ losen, 1934 3 Zwei Teilnehmer des Schwerathletik­ Matchs zwischen Bern und Solothurn im Restaurant Rebstock, Bern, im Mai 1948 4 Der Verband fürs Frauenstimmrecht am Eröffnungsumzug der Ausstellung für Frauenarbeit, im September 1928 5 Torfstecher im Seeland während des Zweiten Weltkriegs 6 Arbeiter beim Bau der Luftseilbahn Erlenbach–Stockhorn, Mitte der 1960er­Jahre

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Man sieht Fabrikarbeiterinnen mit Häub­ chen in Reih und Glied, Männer, die zentner­ schwere Leinensäcke buckeln, muskulöse Turner im damals trendigen Dress oder Se­ nioren mit leerem Blick in altmodischen Rollstühlen im Asyl «Gottesgnad». Eine Zeit, die lange her scheint, aber doch noch nicht so lang her ist. «Wir wollten Emotionen wecken und einen Wieder­ erkennungseffekt schaffen», sagt Daniel Gaberell (47), Herausgeber und Initiator des Bildbands. «Unsere Grosseltern und Eltern können sich an diese Zeit erinnern oder waren bei gewissen Ereignissen sogar dabei.»


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 25

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Bilder: Staatsarchiv des Kantons Bern

Die Fotos geben mit ihren Geschichten auch ein Verständnis fürs Heute, findet Gaberell: «Diese Fotos aus dem Staatsarchiv gehören uns allen, dir und mir.» Jedes Jahr ein weiterer Kilometer Papier

Das Prinzip des Sharing respektive der ge­ meinsamen, öffentlichen Nutzung heisst im Amtsjargon «Öffentlichkeitsprinzip» und wurde in Bern noch im analogen Zeitalter eingeführt. Da war man für einmal der schnellste aller Kantone – bereits 1993 wurde beschlossen, dass Archivalien nicht mehr geheim, sondern grundsätzlich der Öffent­

lichkeit zugänglich sind. Vertraulich be­ handelt wird nur noch, was unter Personen­ oder Datenschutz steht: Dokumente aus der Fürsorgedirektion, aus neueren Gerichtsfällen oder aus Spitälern. 27 Kilometer misst die Reihe der Akten, die unter dem unscheinbaren Rasenviereck am Berner Falkenplatz gelagert ist. Jedes Jahr kommt ein Kilometer Papier dazu. Man findet da nicht nur trockene Fakten, sondern auch Erstaunliches wie den Polizei­ eintrag sowie Fotos von Benito Mussolini oder das Einbürgerungsgesuch von Chris­ toph Blochers Ururgrossvater, der sich hier

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halb heimisch fühlte und daher in der Schweiz bleiben wollte. Umgeben von Aktenschränken befindet sich ein schlichter, hermetisch abgeschlosse­ ner Raum, in dem konstant ein spezielles Kli­ ma herrschen muss, um die Qualität seines Inhalts zu sichern: 14 Grad Celsius, 45 Pro­ zent Luftfeuchtigkeit. Hier lagern über eine Million Fotos – in Form von Negativen, Origi­ nal­ und Kupferplattenabzügen, Glasplatten und Diapositiven. «Die Fotos sind noch heik­ ler als Bücher», erklärt Barbara Studer Im­ menhauser (44), die Leiterin des Archivs. Sie ist eine von nur einer Handvoll Personen,


Vollkorn trifft auf 20x Chia und Cranberrys. PUNKTE

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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 27

«Diese Fotos aus dem Staatsarchiv gehören uns allen, dir und mir.» Daniel Gaberell, Herausgeber des Bildbands «Berner Foto Geschichten»

1 Winston Churchill

zu Gast in Bern, im September 1947 2 Ein französischer Leichtpanzer auf dem Bieler Zentral­ platz während des Zweiten Weltkriegs 3 Fotograf auf dem Berner Bun­ desplatz während des Neujahrs­ empfangs 1933

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«Wir können die Öffentlich­ keit mit Bildern gut erreichen, das Publikum damit an­ sprechen und abholen»

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Bilder: Staatsarchiv des Kantons Bern

Barbara Studer Immenhauser, Historikerin und Archivarin

«Wir müssen die Bilder im Archiv ständig kontrollieren. Bei einigen ist es aller­ dings bereits zu spät.» Silvia Bühler, Kulturmanagerin und Archivarin

denen hier der Zutritt gestattet ist. «Lange war man sich nicht bewusst, welchen Stellenwert audiovisuelle Dokumente haben», sagt die Histo­ rikerin. Die Wissenschaft habe in Bildern lange etwas Frivoles gese­ hen. Im Berner Staatsarchiv genies­ sen Bild­ und Filmmaterial dank Studer Immenhauser Priorität. «Wir können die Öffentlichkeit mit Bildern gut erreichen, das Publikum damit ansprechen und abholen.» Ihr ist es zu verdanken, dass schon 70 000 Bilder digital erfasst und on­

line zugänglich sind. Vor 15 Jahren hat das Archiv angefangen, zerfalls­ gefährdete, kaputte Negative, die nicht mehr restauriert werden konn­ ten, auf Mikrofichen umzukopieren. Segensreiches Nebenprodukt

«Das digitale Format war ein Neben­ produkt der Sicherung», sagt Barbara Studer. Sie setzte sich damals dafür ein, dass diese Dateien ebenfalls archiviert wurden. Wie sinnvoll das war, zeigt sich erst heute so richtig: Damit wurde der Grundstein für das

Onlinearchiv gelegt, das nun von jedem Computer her zugänglich ist. «Papier und Pergament kann man problemlos aufbewahren. Bei Fotos ist es etwas anderes», sagt die Ber­ nerin. Auf den Fotoabzügen läuft der chemische Entwicklungsprozess teilweise weiter, Trägermaterialien bergen zudem die Gefahr, dass sie sich zersetzen. «Filme aus Celluloseacetat können Säure bilden», erklärt Studer. «Diese zerstört Fotos und steckt die benachbarten Bilder an.»


28 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

1 Schulkinder im Dorf

Abländschen, 1932 2 Kinderwagenparade beim Berner Frauenspital, 1945 3 Krankenzimmer im Asyl «Gottesgnad» Beitenwil, um 1935

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Nitratfilme hingegen sind selbstentzündend und brandgefährlich, sie ersetzten vor über 100 Jahren die Glasplattennegative. Beschränkte Mittel für wichtige Aufgabe

«Nitratnegative lagern wir nach Möglichkeit nicht mehr – wir haben aber noch ein paar Beispiele in unserem Gruselkabinett», sagt Informationswissenschaftlerin und Kultur­ managerin Silvia Bühler (38), die sich um die Fotoarchivierung kümmert. Sie führt die Be­ sucher aus den Tiefen des Kellers hinauf ans Tageslicht in den fünften Stock, wo die Res­ tauratorinnen sich um die Bestände küm­

mern. «Wir müssen die Bilder regelmässig kontrollieren», sagt Bühler. «Bei einigen ist es allerdings bereits zu spät.» Ein Foto sieht aus wie ein Stück dünnes Krokodilleder, ein anderes ist mit sternchenartigem Pilzbefall übersät, eins hat Daumenabdrücke mitten im Bild, bei einem weiteren hat sich die Schrift des Etiketts der Rückseite bis auf die Vorderseite gefressen, ein anderes sieht aus, als wäre es in der Mitte explodiert. Probleme, wie sie jedes andere Staatsarchiv in der Schweiz hat. Überall muss mit sehr be­ schränkten Mitteln für den Erhalt wichtiger analoger Dokumente gesorgt werden. Ein On­

linearchiv mit direktem Link zu den Fotos haben bisher nur wenige grosse Archive wie die in Zürich, Basel, Luzern oder St. Gallen. Überall tauchen immer wieder Forscher, Ausstellungsmacher, Quartiervereine, Me­ dienschaffende oder Maturandinnen auf und fragen nach Bildern. In Bern kommen nun ausgewählte Fototrouvaillen in einem Bild­ band zu den Leuten nach Hause. Auf abge­ droschene Sujets wie Bärengraben, Geranien­ markt und Zibelemärit wurde verzichtet – um ungesehenen Themen Platz zu geben. MM Links zu weiteren historischen Archiven: www.migmag.ch/bildarchiv

Bilder: Staatsarchiv des Kantons Bern

Berner Foto Geschichten, Trouvaillen aus dem Staatsarchiv des Kantons Bern. Autoren: Silvia Bühler, Barbara Studer Immenhauser, Konrad Tobler; Kulturbuchverlag Herausgeber.ch 2016, bei Ex Libris für Fr. 39.20


1. Tag Schweiz – Südtirol Über den Arlberg und vorbei an Landeck erreichen Sie den Reschenpass. Bei der Ortschaft Graun eröffnet sich Ihnen einer der schönsten und bekanntesten Ausblicke der Alpen: der Reschensee, überragt vom schneebedeckten Gipfel des Ortlers. Der Weg führt Sie nun hinab ins Vinschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen, die vor allem im April ein riesiges Blütenmeer bilden, nach Brixen. 2. Tag Tagesausflug zum Gardasee Entlang der Etsch und vorbei an Trient gelangen Sie ins Sarcatal. Vorbei am malerischen Lago Toblino erreichen Sie Riva, die «Perle des Gardasees». Nach einem Aufenthalt führt Sie die Panoramafahrt entlang der berühmten Uferstrasse nach Malcesine. Am Nachmittag fahren Sie weiter entlang des von Olivenhainen gesäumten Gardasees ins lebhafte Städtchen Garda. Nach einem schönen Aufenthalt kehren Sie wieder ins Hotel zurück. 3. Tag Ausflug Schloss Trauttmansdorff – Meran – Brixen Am Morgen besuchen Sie die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die 2005 zum «Schönsten Garten Italiens» gekürt wurden. Auch das Schloss kann besichtigt werden, in dem Kaiserin Sissi zur Winterkur wohnte. Danach fahren Sie nach Meran, mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen. Am Nachmittag fahren Sie zur Südtiroler Weinstrasse und kehren nach einem letzten Halt im schmucken Städtchen Brixen in Ihr Hotel zurück. 4. Tag Südtirol – Schweiz Heute heisst es Abschied nehmen von dieser einmaligen Gegend. Nach einem Besuch in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruckt kehren Sie über die Arlbergroute wieder in die Schweiz zurück.

4 Tage Fr. 435.–

09. – 12. April 14. – 17. April 19. – 22. April 25. – 28. April

Route Route Route Route

A B A B

Das ist alles dabei... • 4-tägige Fahrt mit mo-

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dernem 4-Sterne-Fernreisecar 3 Übernachtungen im Hotel Löwenhof Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farb-TV etc. Halbpension mit Frühstücksbuffet im Hotel Ausflug zum Gardasee mit Aufenthalten in Riva, Malcesine und Garda Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff (inkl. Eintritt), nach Meran und nach Brixen

Auf Wunsch: • Einzelzimmerzuschlag

•

Fr. 90.– Annullationsschutz Fr. 24.–

Abfahrtsorte

Route A: Bern, Olten, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen Route B: Bern, Olten, Luzern, Zürich, Winterthur, St. Gallen

1. Tag Schweiz – Toskana Ihre Reise führt Sie ins Tessin und über die Apenninen ans Mittelmeer. Entlang der Versiliaküste gelangen Sie an die Etruskische Riviera, wo Sie im Örtchen San Vincenzo Ihr Hotel beziehen. 2. Tag Ausflug Siena (fakultativ) Heute fahren Sie nach Siena. Die Stadt, ein gotisches Gesamtkunstwerk, erstreckt sich auf drei Hügeln. Innerhalb seiner erstaunlich umfangreichen Stadtmauer und aus dem rostfarbenen Dächermeer tauchen der elegante Turm des Stadtpalastes und das schwarz-weisse Zebramuster des gewaltigen Doms auf. Im Verlaufe des Nachmittags fahren Sie durch die von Zypressen, Olivenhainen und Rebbergen geprägte Hügellandschaft der Toskana wieder nach San Vincenzo zurück. 3. Tag Ausflug Insel Elba Von Piombino aus bringt Sie eine Fähre nach Portoferraio. Elba ist die grösste Insel des Toskanischen Archipels. Unberührte Landschaften, die Stille, das trockene, milde Klima und die abwechslungsreiche Gebirgslandschaft machen diese Insel zu einem beliebten Aufenthaltsort. Auf einer Inselrundfahrt erhalten Sie einen Eindruck von der landschaftlichen Vielfalt und der kulturellen Sehenswürdigkeiten. Am späteren Nachmittag bringt Sie die Fähre wieder zurück aufs Festland. 4. Tag Ausflug Massa Marittima – Castiglione della Pescaia Heute Vormittag besuchen Sie Massa Marittima. Die mittelalterliche Stadt liegt in landschaftlich schöner Umgebung hoch auf einem Hügel. Zur Mittagszeit fahren Sie danach hinaus ans Meer nach Castiglione della Pescaia. Das Fischerstädtchen an der Bruna-Mündung ist unumstritten der schönste Badeort der Maremma. 5. Tag Toskana – Schweiz Heimreise über den Cisa-Pass und durch die Po-Ebene in die Schweiz.

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5 Tage Fr. 525.– 07. – 11. Mai

Das ist alles dabei... • 5-tägige Fahrt mit mo-

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dernem 4-Sterne-Fernreisecar mit Toilette, Klimaanlage etc. 4 Übernachtungen in sehr gutem Mittelklassehotel Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farbfernseher etc. Halbpension mit Frühstücksbuffet während der ganzen Reise Ganztagesausflug zur Insel Elba inklusive Reiseleitung und Fährüberfahrten Ganztagesausflug nach Massa Marittima und Castiglione della Pescaia

Auf Wunsch: • Einzelzimmerzuschlag Fr. 110.–

• Fakultativer Ganztages•

ausflug nach Siena inklusive Stadtführung Fr. 48.– Annullationsschutz Fr. 24.–

Abfahrtsorte

Bern, Olten, Basel, Zürich, Luzern


30 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

Infografik

Wir und das Geld Die Reichen werden immer reicher – auch in der Schweiz. Woher kommen die Millionäre dieses Landes? Wie wurden sie so reich? Warum waren einige von ihnen richtige Pechvögel? Und wie oft geht ein Millionär im Durchschnitt bankrott? Text: Anne-Sophie Keller, Andrea Freiermuth

Infografik: Pia Bublies

20%

Der durchschnittliche Millionär

aller Millionäre haben ihr Vermögen geerbt.

33

Millionen Dollar-Millionäre gibt es weltweit. Davon besitzen 1810 Personen mehr als eine Milliarde Dollar.

80%

61

aller Millionäre haben sich ihr Vermögen selbst verdient.

Jahre alt sind Millionäre im Durchschnitt.

3,5

Mal geht ein Millionär im Schnitt bankrott. Studium fakultativ Um Millionär zu werden, muss man nicht zwingend studieren. Bloss 80% haben das Gymnasium beziehungsweise ein College besucht, 18% haben einen Masterabschluss und 6% ein Doktorat.

91,5%

der Milliardäre sind Männer.

8,5%

der Milliardäre sind Frauen.

Die reichsten Männer 2016

Die reichsten Frauen 2016

Die reichsten Schweizer 2016

1. 2. 3. 4. 5.

1. 2. 3. 4. 5.

1.

~86 Mrd. Franken Bill Gates (61): Microsoft ~76 Mrd. Franken Warren Buffett (86): Berkshire Hathaway ~74 Mrd. Franken Jeff Bezos (53): Amazon ~70 Mrd. Franken Amancio Ortega (80): Zara ~57 Mrd. Franken Mark Zuckerberg (32): Facebook

~39 Mrd. Franken Liliane Bettencourt (94): L’Oréal ~35 Mrd. Franken Alice Walton (67): Wal Mart ~27 Mrd. Franken Jacqueline Mars (77): Mars Incorporated ~25 Mrd. Franken Maria Franca Fissolo (99): Nutella ~21 Mrd. Franken Susanne Klatten (54): BMW, Pharma

~46 Mrd. Franken Familie Kamprad Mit 17 gründete Ingvar Kamprad (90) das Möbelhaus IKEA. Heute verwalten seine drei Söhne das Firmenimperium.


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 31

Länder mit den meisten Millionären

Schweizer Lotto-Pechvögel Werner Bruni gewann 1979 im Lotto 1,7 Millionen Franken. Der Sanitärinstallateur verspekulierte sich mit Immobilien und war sieben Jahre später pleite. 2010 veröffentlichte Bruni das Buch «Lottokönig: Einmal Millionär und zurück».

11,6%

der Erwachsenen in der Schweiz sind Dollar-Millionäre (716 310 Personen).

Dieter Heiniger gewann 1981 im Lotto 1,8 Millionen Franken. Er kündigte seinen Job, kaufte einen Nachtklub und plante, sein Vermögen als Bootsverleiher in Israel zu vermehren. Das ging schief, denn das Boot lief auf ein Riff und ging unter.

In der Schweiz leben rund 6 Millionen Erwachsene.

6,2% Australien: 1,06 Mio. Millionäre/17,1 Mio. Erwachsene 5,7% Dänemark: 240000 Millionäre/4,2 Mio. Erwachsene 5,5% USA: 13,55 Mio. Millionäre/246 Mio. Erwachsene 5,1% Norwegen: 195000 Millionäre/3,8 Mio. Erwachsene 5,0% Neuseeland: 166000 Millionäre/3,3 Mio. Erwachsene 4,5% UK: 2,22 Mio. Millionäre/49 Mio. Erwachsene 4,4% Luxemburg: 18000 Millionäre/403000 Erwachsene 4,0% Kanada: 1,12 Mio. Millionäre/28 Mio. Erwachsene 3,9% Schweden: 290000 Millionäre /7,4 Mio. Erwachsene

Schweiz USA UK Schweden Belgien

Fr. 181 870.– Fr. 171 600.– Fr. 101 920.– Fr. 95 890.– Fr. 90 650.–

Japan Dänemark Taiwan Niederlande Singapur

Fr. 89 440.– Fr. 86 670.– Fr. 86 610.– Fr. 85 480.– Fr. 84 500.–

* durchschnittliches Nettovermögen pro Kopf im Jahr 2015

Wo die Reichtümer liegen ZH: 382,5 BE: 156,4

ZG: 57,4

LU:75,3

SH: 12,5

OW: 10,6

AR: 13,4

UR: 6,1

FR: 28

SZ: 96,5 NW: 27,9 GL: 7

TG: 48,9

AI: 4,3

SO: 24,1

NE: 17,2

TI: 55,7

SG: 94,1

BS: 54,5

VS: 45,4

AG: 108,5

GE: 105,4

VD: 132,8

JU: 6,7

GR: 55,4

BL: 40,7

Kantone: Reinvermögen in Milliarden Franken

2.

~28 Mrd. Franken Jorge Lemann (77) Der Brasilianer mit Schweizer Wurzeln lebt den amerikanischen Traum: Erst war er Wirtschaftsstudent in Harvard. Dann spielte er sich als Tennisspieler bis zum Davis Cup hoch. Sein Vermögen hat er unter anderem mit Aktien von Burger King und Heinz- Ketchup gemacht.

3.

~24 Mrd. Franken Familien Hoffmann und Oeri Der Reichtum der beiden Familien geht auf die Basler Pharmafirma HoffmannLa Roche zurück. Heute trägt André Hoffmann (58) die Rolle des Familiensprechers. Er führt auch das Erbe seines 2016 verstorbenen Vaters im Naturschutz weiter, unter anderem als Präsident der Mava-Stiftung.

4.

~16 Mrd. Franken Familie Brenninkmeijer Die Grossfamilie besitzt unter anderem das Bekleidungsunternehmen C&A. Einzelne Familienmitglieder treten als Bauherren in Erscheinung. So auch Marcel Brenninkmeijer (58), der in Meggen LU ein 6300 Quadratmeter grosses Grundstück mit Anstoss an den Vierwaldstättersee besitzt.

5.

~14 Mrd. Franken Hansjörg Wyss (81) Der gebürtige Berner machte sein Vermögen als Präsident des Medizinalherstellers Synthes in den USA. Heute engagiert sich Wyss als Kunstmäzen und Förderer von politischen Aktivitäten. Seine Stiftung will rund 100 Millionen Dollar einsetzen, um die Demokratisierung in den USA zu unterstützen.

Quellen: Forbes, Global Wealth Report Credit Suisse, Bilanz, Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Allianz Global Wealth Report, www.factretriever.com

Länder mit den höchsten Nettovermögen*


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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 33

Leserforum MM10: Co-Elternschaft Kein Kind der Liebe

«Ich als Kind würde mich fragen: Bin ich nur ein neuer Modetrend?» Ein Kind, mehrere Elternteile, keine Liebesbeziehung: Das Familienmodell Co-Elternschaft spaltet die Gemüter.

Die in der Gesellschaft verankerte Familienform wurde stark durch die Kirche geprägt und entspricht nicht mehr den heutigen Lebens­ weisen. Viele Menschen kriegen Depressionen, weil sie sich nicht trauen, einen unkonventionellen Weg zu gehen. Aus eigener Er­ fahrung kann ich sagen, dass es für die Kinder wichtig ist, stabile Bezugspersonen im Leben zu haben. Das setzt aber nicht zwin­ gend eine Liebesbeziehung/Ehe der Eltern voraus. Also nur Mut! Peter Huber, via www.migrosmagazin.ch

Illustration: Alice Welllinger; Bild: René Ruis

Kinderwunsch um jeden Preis ist egoistisch. Es geht nicht um das Wohl des Kindes. Ich bezweifle, dass diese Familien­ form, wo der Wunsch der Erwachsenen im Vordergrund steht, langfristig erfolgreich sein wird. Auch wenn viele Ehen geschieden werden, fühlen sich doch viele Eltern einfach als El­ tern verantwortlich – und nicht, weil sie als Familiengeschäfts­ partner «angestellt» wurden. Elena Kast, via www.migrosmagazin.ch Wieder ein neuer Trend aus den USA. Aber wo bleiben Werte wie Vertrauen, Liebe, einander gemeinsam unterstützen? Ich als Kind würde mich fragen: Bin ich nur ein neuer Mode­ trend, ein Produkt der nicht bodenständigen Gesellschaft? Manuela Sieber, via www.migrosmagazin.ch Dieser Bericht tut richtig weh. Diese Eltern wollen ein Kind, aber nicht zu 100 Prozent. Vielleicht für gewisse Tage? Werte können so jedenfalls nicht vermittelt werden. Die Kinder werden orientierungslos. Maya Furrer, Visp VS

MM9: Gesundheit Vitiligo –

Plötzlich spielt die Haut verrückt

«Ich habe mich mit dieser Krankheit angefreundet» Ich finde diesen Bericht sehr gut und fühle mit Nicole Schwob. Ich habe Vitiligo, seit ich 16 bin, und es wurde von Jahr zu Jahr stärker. Am Anfang hatte ich Mühe, damit umzugehen. Nun sind aber schon zehn Jahre

Nicole Schwob Sennhauser geht offen mit ihrer Krankheit Vitiligo um

vergangen, und ich habe mich gut damit angefreundet. Die Flecken werden immer mehr, doch ich sehe dies positiv: Ich wäre nicht die Person, die ich jetzt bin ohne Vitiligo. Sie ist ein Teil von mir. Ich gehe offen damit um und kläre meine Mit­ menschen auf. Daher bin ich auch der Meinung: Diese Krank­ heit muss bekannter werden. Sandrine Türk, via www.migrosmagazin.ch Bei mir ist Vitiligo im Alter von 15 Jahren ausgebrochen, zuerst an Kinn und Hals. In meiner jugendlichen Naivität glaubte ich, es wäre aufgrund des elektrischen Rasierens. Dank Hautärzten in meiner nächsten Verwandtschaft konnte ich in Erfahrung bringen, ob ich etwas gegen die vermehrt befallenen Hautstellen machen könnte. Einhellige Antwort: nein, nur guten Sonnenschutz auftragen, aber vor allem auf das Seelen­ leben achtgeben. Denn diese sogenannte «schmerzfreiste Krankheit» bricht normaler­ weise durch seelischen Stress aus. Deshalb mein Rat: Keep calm and enjoy your life. Frank Hochuli, Safenwil AG

Danke für diesen wichtigen Artikel. Ich habe Vitiligo seit meinem dritten Lebensjahr. Gerade für junge Leute wünsch­ te ich mir, dass etwas dagegen gefunden wird. Barbara Brogle, via www.migrosmagazin.ch MM10: Internationaler Tag der Frau Frauen fördern Frauen

«Ungleichheiten in Lohn und Bildung dürfen nicht sein» Absolut richtig, dass Frauen für Frauen einstehen. Für mich ist klar: In der heutigen Zeit darf Lohnungleichheit für gleiche Arbeitsleistung nicht mehr sein. Auch Bildungsunter­ schiede sollten der Vergangen­ heit angehören. Wichtig ist aber auch, dass durch den ganzen Geschlechterkampf nicht eine Diskriminierung des anderen Geschlechts, in diesem Fall des männlichen, entsteht. Ansonsten könnte das Spiel um Verteilung von Anerkennung, Lob und Wertigkeit in einer Endlosschleife enden. Jürg Frey, Teufen AR


34 | MM11, 13.3.2017 | MENSCHEN

Josef Hader

«Ich möchte, dass das Publikum über sich selbst lacht» Der Kabarettist Josef Hader lotet menschliche Abgründe aus und nimmt alle und alles aufs Korn – auch sich selbst. Jetzt bringt der Österreicher mit «Wilde Maus» seinen ersten eigenen Film ins Kino. Hader über Angst als Antrieb, die Unterschiede zwischen Schweizern und Österreichern – und weshalb er Witze über Donald Trump lieber anderen überlässt. Text: Ralf Kaminski, Reto Meisser

Bilder: Michael Sieber


MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 35

Interaktion mit Schaf: Josef Hader, wie üblich ohne Furcht, sich selbst zum Narren zu machen.


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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 37

Josef Hader, als Schauspieler und Kaba­ rettist lieben Sie es, menschliche Abgründe zu erkunden. Wie und weshalb haben Sie sich darauf spezialisiert? Menschliche Abgründe sind interessant, egal ob in Kabarett oder Film: Ich mag es, mich mit den menschlichen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, weil es ja auch meine eigenen sind. So habe ich beim Drehbuchschreiben auch etwas davon. Sie haben mal gesagt, dass Sie gern an Grenzen gehen, an jenen Ort, wo es unangenehm wird. Weil Sie sich dem aussetzen möchten, aber auch, weil Sie eine diebische Freude daran haben, das Publikum damit zu quälen. Richtig. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich als erste Form von Theater die katholische Messe miterlebt habe. Auch da ging es darum, die Welt zu verbessern oder zumindest etwas zu lernen – was ja typisch war für die 70er-Jahre, wo auch jedes Buch und jeder Film den Menschen verbessern wollte. Gleichzeitig spielt bei mir ein Element aus dem 19. Jahrhundert rein: Ich versuche, mein Privatleben privat zu halten. Künstler, die sich bei der Gesellschaft anbiedern, kann ich nicht ernst nehmen – etwa Autoren, die angeblich Literatur schreiben, aber mit ihren Frauen ständig in den Gesellschaftsrubriken auftauchen. Zum Beispiel? ( lacht) Die ganz berühmten Leute machen das ja Gott sei Dank nicht, die wissen, was sich gehört. Aber deshalb hat Thomas Bernhard immer so eine Faszination auf mich ausgeübt. Der wohnte abgelegen auf einem Gehöft und hat von dort aus die Welt betrachtet und beschimpft. Dort werde ich nie hinkommen – ich wohne gern in der Stadt und habe ein Sozialleben. Aber ich find es eine schöne Richtschnur für die Position, die man als Künstler haben sollte. Aber doch nochmals zu den Abgründen … Genau, sehr gerne. Ich möchte keinesfalls den Abgründen ausweichen. ( lacht) Loten Sie die auch deshalb aus, damit das Publikum etwas lernt? Je mehr wir von uns erfahren, desto besser. Jeder, auch ein Bäcker, sollte seine Kunst so betreiben, dass er über sich selbst und die Menschen etwas lernt – man backt dann bessere Brötchen mit besseren Inhaltsstoffen. Begonnen als Kabarettist habe ich in der Schule, mit Witzen über Lehrer. Damit hatte ich grossen Erfolg, erstmals auch bei den Mädchen. Dann ging es weiter mit Witzen über Politiker. Das war nicht ganz so erfolgreich, aber auch immer noch okay. Schon als Schüler aber wurde ich das Gefühl nicht los, dass dem allem eine gewisse Billigkeit inne-

Hader: «Jeder sollte seine Kunst so betreiben, dass er über sich und die Menschen etwas lernt.»

wohnt: Man macht über diejenigen Witze, die nicht da sind. Aber was ist mit uns, die wir hier sitzen? Und so knöpften Sie sich stattdessen die Gewissheiten des Mittelstands vor. Ich möchte, dass die, die im Publikum sitzen, sich erkennen. Dass sie gezwungen sind, über sich zu lachen. Als Kabarettist kann man das gut erreichen, wenn man die Leute über einen selbst lachen lässt, indem man jemanden spielt, der auch im Publikum sitzen könnte. Die Idee, dass die Menschen dadurch ihre eigene Lächerlichkeit erkennen, hat auch meine Arbeit an «Wilde Maus» beeinflusst. Weniger anfangen kann ich mit Filmen, die mir eine fremde Welt zeigen, etwa über Menschen, die Kinder in ihre Keller einsperren. So was bestärkt die Leute ja nur in ihrer Ansicht, dass sie, wie sie da in der Innenstadt im Arthouse-Kino sitzen, der Gipfel der Zivilisation sind. Und gegen Eintrittsgeld dürfen sie zuschauen, wie grauslich es in der Provinz zugeht. Das versuchen Sie zu unterlaufen. Genau. Bei mir sollen sich die Leute selbst anschauen. Woher kommt es, dass man als Zuschauer so gerne zusieht, wie sich Ihre Figuren durch ihr schwieriges Leben schlagen? Spielt da auch die Erleichterung mit, dass man selbst nicht betroffen ist? Ganz klar, so läuft das bei Filmen generell. Man erlebt wilde, gefährliche Dinge im Kino, ohne sie selbst erleiden zu müssen. Das Kino begann ja auch ursprünglich in den Vergnügungsparks, direkt neben der Achterbahn. Es geht immer um eine Art

von Erschütterung, aus der man rauskommt: Man ist erleichtert, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Und um eine Erfahrung bereichert, die man in der Realität nur unter Verlust des Lebens machen könnte, zum Beispiel bei einem ScienceFiction-Blockbuster von Roland Emmerich. Nach dem Emmerich­Film ist man froh, dass die Aliens die Erde nicht angegriffen haben. Was ist die Erleichterung nach «Wilde Maus»? Dieselbe: Man hat überlebt. Es gibt ja auch eine Art Happy End. Ein Paar, das sich sein Leben lang belogen und kaum geredet hat, fängt plötzlich an, sich zu erzählen, was ihm wichtig ist. Man weiss nicht, wo das endet, aber es besteht Hoffnung. Das finde ich auch wichtig. Sie müssen allerdings bedenken, dass ich in Österreich ein Blockbuster bin. Und da beklagen sich dann auch viele Leute, das Ende sei zu unbestimmt, und fragen, ob ich ein Sequel plane. Und? Was? Nein, um Gottes willen! Können Sie in Österreich tatsächlich mit den US­Blockbustern konkurrieren? Ich war an manchen Tagen auf Platz 1, vor «Fifty Shades of Grey», aber nur an den Wochentagen. ( lacht) Bei «Wilde Maus» haben Sie ja nicht nur die Hauptrolle gespielt, sondern auch das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Was hat das für Sie verändert? Ich habe mir die Geschichte selbst ausgedacht, hatte deshalb auch die Möglichkeit, Dinge, die mir im Kabarett wichtig sind,


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MENSCHEN | MM11, 13.3.2017 | 39

Mehr zu «Wilde Maus» und Kabarett: www.migmag.ch/ hader

im Film umzusetzen. Und ich habe bis zum Schluss die Entscheidungen selbst getroffen. Somit ist das Ergebnis eines, das ich wirklich selbst bestimmt habe – mit allen Vor- und Nachteilen. Ich weiss nun, welche Fehler ich nicht nochmals machen werde. Beim zweiten Film wird es dafür dann andere geben. Sie machen also weiter. Auf jeden Fall, aber es gibt derzeit nur ein paar vage Ideen. Gleichzeitig möchte ich auch ein neues Kabarettprogramm machen. Die Frage ist, ob ich das beides gleichzeitig machen kann – oder welches zuerst. Es hängt vermutlich davon ab, wo ich als Erstes die bessere Idee habe. Wie war das, mit Ihrer realen Lebens­ partnerin ein Paar in der Krise zu spielen? Das kann man problemlos trennen. Man arbeitet ja immer mit Leuten, die man kennt, von daher ist man es gewohnt, das zu abstrahieren. Als Schauspieler verwendet man von sich selbst, was nützlich ist. Den Rest fantasiert man dazu, daraus entsteht ein wilder Mix. Ihre Hauptfigur wird von einem Deut­ schen entlassen, und in einem Interview sagten Sie, «wenn der Böse ein Deutscher ist, gehen in Österreich mehr Leute ins Kino». Haben Österreicher zum grossen Nachbarn ein ähnlich gespaltenes Verhält­ nis wie Schweizer? Die Österreicher sind voller Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den Deutschen – ausser bei der Sprache und der Kultur. Da fühlt man sich den Nachbarn überlegen, weil man Ausdrucksmöglichkeiten hat, die sie nicht haben. Man glaubt auch, dass man unbedingt den besseren Humor hat – und auch die tolleren Autoren und Filme. Das Selbstbewusstsein hört allerdings sofort auf, wenn es um Fussball geht. Gibt es weitere Gemeinsamkeiten zwi­ schen Österreich und der Schweiz? Ich glaube, dass aufgrund der Geschichte das Verhältnis zur eigenen Nation bei den Schweizern viel ungebrochener ist – zu Recht. Bei den Österreichern kämpft man, bedingt durch die Entstehung des Staates, noch viel mehr um ein normales Selbstbewusstsein. Österreich ist aus einem Betriebsunfall der Geschichte entstanden. Und solche Nationen wissen nie so recht, weshalb es sie eigentlich gibt. Die Schweizer wissen das sehr genau. Da haben sich ein paar Bauerndickschädel zusammengerottet und einen eigenen Staat gegründet. Das ist ja eine Erfolgsgeschichte – zumindest als Mythos. Wir hingegen haben nur Verlierer anzubieten, und es wird noch einige Jahrhunderte dauern, bis wir ein ähnliches Selbstbewusstsein entwickeln. Hat der Österreicher mal

bei irgendwas Erfolg, etwa im Sport, glaubt er dafür gleich, er regiere die Welt. Aber anders als Schweizer machen Öster­ reicher auch mal richtig «böse» Filme. Was haben Sie, Michael Haneke oder Ulrich Seidl, was wir nicht haben? Ich habe natürlich eine Aussensicht auf die Schweiz, aber ich empfinde es überhaupt nicht so, dass da etwas ärmer wäre. Ich bewundere den Theaterregisseur Christoph Marthaler oder den Autor Markus Werner. Aber düsterer und gemeiner sind Sie schon – wie schaffen Sie das? Das ist jetzt eine unangenehme Botschaft für die SVP, aber Österreich ist schon seit vielen Jahrhunderten ein Schmelztiegel von Völkern. Was unsere Kultur ausmacht, ist eine Mischung aus jüdischen, ungarischen und galizischen Einflüssen. In der Schweiz nimmt man die Durchmischung erst bis zur Fussball-Nationalmannschaft wahr. Die Politik bietet derzeit mit Trump, Brexit oder Wahlen in Europa wunderbare Zielscheiben fürs Kabarett. Schon, aber das löst in mir nicht das Gefühl aus, jetzt dringend politisch Stellung beziehen zu müssen. Ich muss keine Witze über Trump machen, das tun schon genug andere. Aber es würde mir Spass machen, eine Geschichte mit dieser Zeitstimmung zu erzählen. Ich denke, wir erleben derzeit den stärksten Bruch in der Nachkriegsgeschichte. Und wenn man schon an einer historischen Schnittstelle leben muss – was ja auch ins Auge gehen kann, wie man aus der Geschichte weiss –, dann sollte man wenigstens ein Programm darüber machen.

Vielen macht die aktuelle Lage Angst. Zuerst einmal ist Angst ja etwas sehr Hilfreiches. Hätten die Leute 1914 mehr Angst gehabt, wäre das richtig gut gewesen. Furcht ist oft ein guter Ratgeber, deshalb habe ich nichts dagegen, wenn die Leute Angst haben, und ich habe auch gern etwas Angst. Dies funktioniert auch als Motor, um unsere Zivilgesellschaft am Leben zu erhalten. Spannend ist ja, dass der Populismus nun in den USA eine so wichtige Rolle spielt, einer der ältesten Demokratien der Welt mit einer sehr vitalen Zivilgesellschaft. Wenn schon Populismus, dann dort – soll er jetzt mal zeigen, was er kann. Sie setzen also darauf, dass die USA diesen Populismus unbeschadet übersteht? Sicher! Ob ihn die Welt genauso überstehen wird und mit welchen Opfern, das weiss man nicht. Erfahrungsgemäss geht es nie lange gut, wenn ein Staat sagt, wir bevorzugen unsere Nation besonders. Aber das ist ja das Schöne an der Demokratie: Wenn die Leute merken, dass etwas nicht funktioniert, verschwindet es nach vier Jahren wieder. Und man kann ja heute nicht mehr wie Hitler Milliarden an den üblichen Kanälen vorbeischleusen, in die Wirtschaft stecken und es als eigenen Erfolg ausgeben, dazu ist die Weltwirtschaft viel zu verzahnt. Hoffe ich einmal. Eigentlich bin ich ein grosser Optimist, merke ich gerade. ( lacht)

Josef Hader (55) unterhält das Publikum seit bald 30 Jahren mit seinem abgründigen

Wen kennen Sie eigentlich so aus der Schweizer Kabarettszene? Als ich noch ganz jung war, bin ich mal mit Lorenz Keiser in einer Fernsehsendung aufgetreten. Wir solidarisierten uns damals, weil wir beide darunter litten, dass wir längere Geschichten basteln, während die anderen nur kurze Nummern machten. Bei «Giacobbo/Müller» war ich mehrmals zu Gast, und schon in der Jugend gab es Emil Steinberger – der ist auf seine Art durchaus auch abgründig. Und wenn die Schweizer an die Abgründe herangehen, dann wird es richtig spannend. Das geschieht auf eine schroffere, sprödere Art als bei uns.

«Wilde Maus» läuft derzeit in den Schweizer Kinos.

In einem Ihrer Programme sagen Sie: «Das Leben verliert ein bisschen dadurch, dass man es kennenlernt: Alles ist immer ein bisschen kleiner und dreckiger als im Prospekt». Ihr Lebensmotto? Das war Ausdruck eines bestimmten Lebensabschnitts Mitte dreissig. Glaubte man in den Zwanzigern noch, alles sei unlimitiert, erkennt man zehn Jahre später: Es ist alles limitiert. Inzwischen habe ich diese Krise schon längst überwunden und bin jetzt nicht mehr von den Jungen der Älteste, sondern von den Alten der Junge. Das lässt mich viel hoffnungsfroher in die Zukunft blicken. MM

Zur Person

Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Humor und ist in seiner Heimat Österreich ein Superstar. Mit seinen Kabarettprogrammen steht er regelmässig auf den Bühnen des deutschsprachigen Raums, zudem war er schon mehrmals als Detektiv Simon Brenner im Kino zu sehen. Bei den Verfilmungen der Romane von Wolf Haas hat er an den Drehbüchern mitgeschrieben. Nun hat er in der Tragikomödie «Wilde Maus» erstmals Regie geführt. Haders Filmpartnerin Pia Hierzegger ist auch im realen Leben seine Partnerin, die beiden leben in Wien. Zudem hat er zwei Söhne aus früheren Beziehungen.


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Migros-Welt MM11

Zahl der Woche

753

753 Songs haben Newcomer-Bands für das Festival «M4Music» eingereicht, das am 31. März und 1. April in Zürich und Lausanne stattfindet. Eine Fachjury wird die Stücke bewerten.

Migros-Lehrberufe

Geschickter Allrounder Vedran Blazevic (19) absolviert das zweite Lehrjahr zum Fachmann Betriebsunterhalt. Er arbeitet beim M-Industriebetrieb Chocolat Frey in Buchs.

Bild: Daniel Kellenberger

«Ob Reinigungs- oder Reparaturarbeiten, mein Job ist abwechslungsreich. Ich bin ein Handwerker für alle Fälle. Meine Bohrmaschine kommt dabei oft zum Einsatz.»


42 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Migros-Pensionskasse

Eine gute Anlagerendite im 2016 Die Migros-Pensionskasse (MPK) erzielte im Geschäftsjahr 2016 eine Anlagerendite von 5,3 Prozent. «Wir hatten ein erfreulich gutes Anlagejahr, auch im Quervergleich mit anderen Pensionskassen», sagt Christoph Ryter, Leiter der MigrosPensionskasse. Zwar sank der Deckungsgrad von 120,5 auf 111,5 Prozent. Dies

allerdings nur weil die Kasse aufgrund der tiefen Zinsen in Zukunft tiefere Vermögenserträge erwartet und deshalb mehr Geld zurückstellt, um die versprochenen Leistungen auch künftig bei tieferen Vermögenserträgen ausrichten zu können. Die Kapitalanlagen der MPK belaufen sich auf 22,2 Milliarden Franken (Vorjahr: 21,1 Milliarden Franken). Hiervon entfallen 8,1 Milliarden Franken (36,7 Prozent) auf die Nominalwertanlagen und 7,1 Milliarden Franken beziehungsweise 7,0 Milliarden (31,7 % bzw. 31,6 %) auf die Aktien- und Immobilienanlagen. Der Versichertenbestand der Kasse betrug Ende 2016 80 900 Personen, davon waren 28 500 Rentner.

Eine Mitarbeiterin im vom WWF gelobten MigrosIndustriebetrieb Elsa. Sie überwacht den Abfüllprozess von Milch. Hier werden Trinkmilch, Rahm, Joghurt und Dessert hergestellt. Umwelt-Rating

Lob für Migros-Industriebetriebe Der WWF hat die 15 umsatzstärksten Schweizer Lebensmittelverarbeiter einem Umwelt-Rating unterzogen. Gute Noten gab es dabei für die vier Migros-Industriebetriebe Bischofszell Nahrungsmittel (Bina), Elsa, Jowa und Micarna. Sie wurden in die zweitbeste Kategorie «ambitioniert» eingestuft, wobei keines der analysierten Unterneh-

men eine bessere Platzierung erhielt. «Wir freuen uns sehr über das Resultat. Es belegt, dass unsere gruppenweite Nachhaltigkeitsstrategie auch in den einzelnen Betrieben wirkungsvoll umgesetzt wird. Das motiviert uns sehr, diese gezielt weiterzuführen und durch zusätzliche Massnahmen noch zu intensivieren», sagt Manfred Bötsch,

Nachhaltigkeitsbeauftragter der M-Industrie. Der WWF nahm für sein Rating sechs umweltrelevante Bereiche unter die Lupe. Nachhaltigkeitsstrategie, betriebliches Management und Investitionen, Produktentwicklung und Zulieferketten, Rohstoffe, Einbindung der Angestellten und Geschäftspartner sowie Politik und Rahmenbedingungen.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Produkte

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3,6

Caprice Des Dieux, 200 g

3.35

3.45

3,0

Tartare Kräuter & Knoblauch, 150 g

2.60

2.65

1,9

Chavroux, 150 g

3.20

3.35

4,7

Tartare Apérifrais Saveurs de Provence, 100 g

3.70

3.80

2,7

* in Franken


MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 43

Comics Vom 1. bis 9. April

findet in Luzern das Comicfestival Fumetto statt. Das Thema des Festivalwettbewerbs lautet: «Wo lebst du und wo lebe ich?» Gezeigt werden verschiedene Welten, die aufeinanderprallen. So ist das auch im Beitrag der 28-jährigen Italienerin Cecilia Valagussa (Ausschnitt links): Auf einem Bücherbord erwachen Souvenirs aus verschiedenen Ländern zum Leben. Sie erzählen einander von ihrer Herkunft und geraten dabei in Streit, bis eine Buddhafigur Frieden stiftet. Fumetto würdigt auch verschiedene Stars der Comicszene – etwa die kanadische UndergroundKünstlerin Julie Doucet. Das Migros-Kulturprozent unterstützt das Festival. Programminfos: www.fumetto.ch

Blickfang

Bilder: Nicolas Righetti, Fumetto 2016/Cecilia Valagussa, zVg (3)

Halt auf der Alp «1960 arbeitete ich als Migros-Lastwagenchauffeur. Mein Gebiet war das Appenzeller Hinterland. Das Foto zeigt die höchstgelegene Haltestelle meiner Tour auf der Schwägalp. Umsatz im Winter: 1.50 Franken. Die Frau von der Wetterwarte Säntis kaufte zwei Gianduja-Schöggeli. Im Sommer war der Umsatz besser, dann kauften die Ferienhausbewohner bei mir ein.» Othmar Schwizer, Goldach SG

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und

gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

Klipp und klar

«Rückruf als letztes Mittel»

Christian Blenn,

Spezialist für Qualitätsmanagement bei der Migros

1

Ruft die Migros heute mehr Produkte zurück als noch vor einigen Jahren? Nein, es gibt keine kontinuierliche Zunahme. Die Zahl der Rückrufe schwankt mal nach unten und mal nach oben. Die Medien beachten Rückrufe heute aber stärker.

2

Unter welchen Umständen ruft die Migros Produkte zurück? Wenn eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt vorliegt. Die Gründe sind dabei sehr verschieden: Es kann sein, dass aller­ gene Zutaten eines Lebensmittels nicht richtig deklariert sind oder dass bei einem Elektrogerät ein Stromstoss möglich ist. Es können Eigen­ produkte oder Artikel von internationalen Konzernen betroffen sein.

3

Sind Rückrufe auch ein Mittel der Imagepflege, weil sie Vorsicht beweisen? Nein, Rückrufe sind für uns immer das letzte Mittel. Wir wollen durch Quali­ tätskontrollen Fehler von Produkten erken­ nen, bevor sie in den Handel kommen.


44 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Recycling

Für den Abfall zu schade Verwerten statt wegwerfen: Die Säcklein, die an den Migros-Kassen erhältlich sind, entstehen aus alten Folien. Text: Michael West

Bilder: Paolo Dutto, Daniel Winkler

2

Die zerschnittenen Folien gelangen als Ballen nach Morbach im deutschen Bundesland Rheinland­Pfalz. Dort befindet sich eine Fabrik der Firma Papier­Mettler. Der Betrieb ist auf Recycling und auf die Herstellung von Säcken und Tragtaschen spezialisiert. In der Schweiz existiert kein Unternehmen mit vergleichbaren Anlagen und dem nötigen Know­how. In Morbach werden die Folienballen zuerst geschreddert.

Solothurn sind viele verschiedene Produkte eingelagert – von tief­ gekühlten Lebensmitteln bis zu Kosmetikartikeln. Die Waren sind mit einer sogenannten Stretchfolie umwickelt und meist auf Paletten gestapelt. Werden Produkte an Migros­Filialen ausgeliefert, müssen MVN­Mitarbeiter zuvor die Folie aufschneiden.

nur mit Regenwasser. Das Wasser gelangt anschliessend nicht in die Kanalisation, sondern es wird aufbereitet und für weitere Reini­ gungsvorgänge verwendet. Dieser geschlossene Wasserkreis­ lauf schont die Umwelt.

Maschinen schmelzen die gereinigten Folienfetzen ein

und verarbeiten sie zu Granulat. Diese Kügelchen lassen sich gut zwischenlagern. Bei Bedarf wird das Granulat erneut zu einer flüssigen Masse eingeschmolzen.

4

Bilder: zVg

1

Im riesigen Migros-Verteilbetrieb Neuendorf (MVN) im Kanton

3

Eine Waschanlage reinigt die Folienfetzen ohne Chemikalien,


MIGROS­WELT | MM11, 13.3.2017 | 45

Der aufgerollte Schlauch wird mit dem Migros­Logo bedruckt und

6

5

Ein sogenannter Blaskopf bläht die Plastikmasse wie einen Ballon auf. So entsteht ein Schlauch aus Folie, die nur etwa so dick wie ein

menschliches Haar ist.

anschliessend mit heissen Klingen durchtrennt. So entstehen schmalere Folienschläuche. Eine Maschine perforiert die Bahnen, sodass sich Säcklein abreissen lassen. Dann gelangen die Rollen zurück zum Migros-Verteilbetrieb Neuendorf und von dort in die Supermärkte.

Bezahlpflicht

Kleiner Preis mit grosser Wirkung Vergangenen November ersetzte die Migros die bisherigen Einwegtüten durch Säcklein aus Recyclingmaterial. Zugleich wurde eine Kostenpflicht eingeführt: Die Säcklein sind nicht mehr gratis, sondern kosten pro Stück 5 Rappen. So wurde ein Anreiz für die Kunden geschaffen, Mehrwegtaschen zu verwenden und auf die Wegwerfsäcklein zu verzichten. Die Abfallmenge lässt sich so reduzieren und die Umwelt entlasten. Der kleine Preis hat eine grosse Wirkung: Um über 80 Prozent ist der Verbrauch der Säcklein seit Novem­ ber zurückgegangen.

An den Migros­Kassen können Kunden für 5 Rappen ein Säcklein kaufen. Die Detailhändlerin verdient damit kein Geld. Was nach Abzug

der Selbstkosten übrigbleibt, fliesst als Spende an Umweltprojekte.

Die Säcklein aus rezyklierter Stretchfolie sind nicht kompos­ tierbar und müssen im Kehricht entsorgt werden. Dennoch verursachen diese Tüten die geringste Umweltbelastung. Sie sind ökologischer als Einwegsäcklein aus Papier oder Biokunststoff. MM


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St. Margrethen. Einschiffung und um 18.00 Uhr heisst es«Leinen los!». 2. Tag Melk–Wien Ausflug* zum Benediktinerkloster Stift Melk (UNESCO-Weltkulturerbe). Abends in Wien freie Zeit. 3. Tag Wien Stadtrundfahrt/-gang* durch die Hauptstadt Österreichs. Ausflug+ zum Barockschloss Schönbrunn. 4. Tag Budapest Rundfahrt/-gang.* Ausflug+ zum Opernhaus und zur betriebsamen Markthalle. Lichterrundfahrt.+ 5. Tag Budapest– Visegrád Ausflug* in die Puszta mit traditioneller Reitvorführung. Ausflug+ nach Esztergom. 6. Tag Bratislava Stadtrundfahrt/-gang.* Fahrt zur imposanten Burg, Altstadtrundgang. Ausflug+ zum Schloss Hof. 7. Tag Dürnstein Rundgang* mit Weinverkostung. 8. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung und Busfahrt nach St. Margrethen/Zürich. Individuelle Heimreise. * Im Ausflugspaket enthalten (Fr. 180.–), vorab buchbar

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booten oder optional Delta intensiv.° Ausflug+ Schwarzes Meer, Stadtrundgang Constanta. 8. Tag Rousse Stadtrundfahrt/-gang.* 9. Tag Eisernes Tor Passage 10. Tag Novi Sad Rundfahrt-/gang.* 11. Tag Mohács Ausflug* Pécs. 12. Tag Budapest Stadtrundfahrt.* 13. Tag Bratislava Rundfahrt/-gang.* 14. Tag Weissenkirchen Ausflug Kloster Melk* und Burgruine Aggstein.• 15. Tag Passau– Schweiz Ausschiffung, Busfahrt nach St.Margrethen/Zürich und individuelle Heimreise. * Im Ausflugspaket enthalten (Fr. 340.–), vorab buchbar + Fak. Ausflug (Fr. 55.–) vorab und an Bord buchbar • Alternativer Ausflug an Bord wählbar ° Gegen Aufpreis (Fr. 40.–) zum Ausflugspaket vorab buchbar Programmänderungen vorbehalten

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MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 47

Haben Sie eine Frage?

Frage der Woche

Kontaktieren Sie uns!

Enthalten die laktosefreien Joghurts der Migros auch Kalzium?

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Ja, die mit dem «aha!»-Gütesiegel gekennzeichneten Produkte enthalten ebenso viel Kalzium und Eiweiss wie herkömmliche Joghurts.

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Milchzucker in den «aha!»-zertifizierten Joghurts mithilfe eines aus Hefe gewonnenen Enzyms fast vollständig abgebaut wurde. So können auch Menschen, die unter einer Laktoseintoleranz leiden, vom hohen Kalziumgehalt des Joghurts profitieren. MM

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48 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Von uns. Von hier.

Fortschritt in der Waschtrommel

Total ist eines der ältesten Migros-Produkte. Das Waschmittel kam 1931 unter dem Namen «Ohä» ins Regal und wird seitdem laufend weiterentwickelt. Wie das geht, erklärt Michael Lang, Leiter Forschung und Entwicklung beim Migros-Betrieb Mibelle Group. Text: Thomas Tobler Bilder: Paolo Dutto

Michael Lang, welche Flecken sind besonders hartnäckig? Zum Beispiel Rotwein, Curry oder Tomaten­ saucen, die Olivenöl enthalten. Die roten Farbstoffe werden vom Pflanzenöl umhüllt und gelöst, das Waschmittel muss zuerst diese Mixtur aufbrechen, um anschliessend den roten Farbstoff herauszuwaschen. Im Prinzip alle Flecken, die von mehreren Inhaltsstoffen eines Waschmittels behan­ delt werden müssen. Wie bricht ein Waschmittel eine Pflanzenfaser auf? Mit einem Enzym, in diesem Fall mit der Amylase. Enzyme sind Eiweisskörper, ähnlich, wie sie in der Milch oder im Fleisch vorkommen. Waschmittelenzyme sind speziell dazu da, Verschmutzungen bei niedrigen Temperaturen abzulösen.

Seit wann wäscht man mit Enzymen? Standard sind sie seit ungefähr 20 Jahren. Ihre Reinigungsleistung hat sich im Laufe der Jahre so stark entwickelt, dass wir bei Total bereits bei einer 30­ oder sogar 20­Grad Wäsche gute Ergebnisse erhalten. Diese stetige Weiterentwicklung der Leistungen bedeutet auch, dass Sie laufend neue Waschmittel herstellen müssen. Natürlich befassen wir uns mit Innovationen und haben den Anspruch, Produktneuheiten auf den Markt zu bringen. In der Mehrzahl der Fälle entwickeln wir aber existierende Produkte weiter und versuchen so, immer besser zu werden. Grundsätzlich wurde das

Michael Lang, Total-Experte und Leiter Forschung und Entwicklung bei der Mibelle Group

Problem des Waschens schon mit der Erfin­ dung der Kernseife gelöst. Was bedeutet «besser werden»? Wir wollen zum Beispiel den Energiever­ brauch beim Waschen weiter reduzieren. Die mit Abstand grösste Energiemenge wird für das Aufheizen des Wassers benö­ tigt. Die Energiekosten halbieren sich, wenn man statt mit 90 Grad mit 40 Grad wäscht. Und wir produzieren unsere Ver­ packungen immer ökologischer. Keine andere Detailhändlerin hat so viele Nach­ füllbeutel im Sortiment wie die Migros.

Wie lange ist ein Waschmittel auf dem Markt, bis es überarbeitet werden muss? Wir passen die Rezeptur der Total­Wasch­ mittel ungefähr alle zwei Jahre an – mal mehr, mal weniger. Hinzu kommen Über­ legungen, wie wir den Waschvorgang für den Konsumenten weiter vereinfachen können. Etwa mit vordosierten Produkten, sogenannten Caps, damit Kunden ihre Waschmittelmenge nicht mehr selber dosieren müssen. Weiter arbeiten wir an sogenannten Waschmittelkonzentraten, die eine deutliche Reduktion der Wasch­ mittelmenge mit sich bringen. MM

Bilder: Bildarchiv Migros Genossenschaftsbund

Wirken solche Enzyme auch bei Vollwaschmitteln? Ja und nein. Das heisst, im Vollwaschmittel ist Bleiche enthalten. Diese bleicht die Schmutzflecken sozusagen heraus und eignet sich daher zusammen mit höheren Temperaturen für weisse Wäsche. Die Enzyme hingegen wirken bereits im kalten Wasser und verlieren ab ungefähr 40 Grad langsam ihre Funktion.


MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 49

Innovativ seit Jahren Riesig die Verpackung und strahlend das Lächeln des Fotomodells: Diese TotalWerbung stammt aus dem Jahr 1967 und verwies mit dem Hinweis «Bio-Enzym» schon damals auf die Fortschritte in der Waschmittelforschung. Nur wenige Jahre später, nämlich 1971, kam das erste Total «o.P.», ohne Phosphat, auf den Markt.

Star der Woche

Das Bewährte Seife gehörte 1925 zu den ersten sechs Produkten der Migros. 92 Jahre später

sorgt die Migros-Hausmarke Total für saubere Wäsche und ist seit Jahren das meistverkaufte Waschmittel der Schweiz.

Total hat eine sehr lange Migros-Tradition. 1931 hiess es «Ohä», 20 Jahre später Linda Maximal, und 1962 wurde daraus das Waschmittel Total. Heute gibt es den bewährten Saubermacher der Migros für verschiedenste Fleckenarten und Waschprogramme. Mehr Infos zu Total auf www.vonuns-vonhier.ch Bilderrätsel Wie teuer war Total in der Grosspackung im Jahr 1967? 1934 fand die Herstellung der Migros-Waschmittel

im Migros-Betrieb Gifa statt (Bild oben). Drei Jahre zuvor hatte die Migros «Ohä» lanciert. Das Waschmittel war nur halb so teuer wie das marktbeherrschende «Persil» der Firma Henkel. «Ohä» stand für «Ohne Hänkel». Diese Aufschrift musste die Migros jedoch nach einer Klage von Henkel entfernen, respektive sie wurde einfach mit einem Feigenblatt überdeckt (Bild links). Das Waschmittel hiess aber weiterhin «Ohä».

Die Antwort versteckt sich auf einem Bild auf dieser Doppelseite. Mitmachen auf www. vonuns-vonhier.ch/total Mitmachen lohnt sich, denn es gibt Migros-Geschenkkarten im Gesamtwert von 150 Franken zu gewinnen.


50 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

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Die Jarimba-Softdrinks überraschen mit neuen fruchtigen Geschmacksnoten und einem praktischen Halbliter-Flaschenformat. Das Wasser dafür bezieht Hersteller Aproz seit über 70 Jahren aus den Walliser Alpen. 4

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Bilder: zVg

Aproz Sources Minérales wurde 1947 in Aproz VS gegründet und elf Jahre später in die MigrosGruppe aufgenommen. Das Unternehmen ist längst Marktführer für Mineralwasser in der Schweiz und produziert neben Mineralwasser auch Sirupe und Softdrinks. Der beliebte HimbeerSoftdrink wurde 1975 eingeführt und ab 1986 unter dem Namen «Himbo» verkauft. Seit 2007 sind die Süssgetränke unter der Marke Jarimba in den Migros-Regalen zu finden. Ab sofort sind OrangeMango und Himbo in der praktischen Halbliterflasche erhältlich. Die Sorten Orange, KiwiErdbeer, Citron und Grapefruit komplettieren das fruchtige Softdrink-Sortiment. MM


MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 51

1 Bis 1997 wurden die Süssgetränke in Glas­ flaschen abgefüllt. 2 Blick in die alte Produk­ tionshalle 3 Seit 1961 transportiert die Aproz Sources Minérales SA ihre Güter mit der Eisenbahn.

1

4 Die Aproz­Fabrik vor

der Erweiterung im Jahr 2006. Aktuell sind 134 Mitarbeiter beschäftigt.

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2

3

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Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Softdrinks von Jarimba.


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MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 53

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Natürlich weich

Ist der Camembert noch jung, lässt er sich leicht schneiden; ist er sehr reif, läuft er einem fast davon. Wie alle Weissschimmelkäse ist er nicht nur auf Käseplatten unverzichtbar, sondern weiss auch als Solist zu überzeugen.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Claudia Schmidt Bilder: Daniel Aeschlimann Rezept: Annina Ciocco

WISSENSWERTES ÜBER DEN WEICHKÄSE. UND VIELE REZEPTE auf migusto.ch

Seine weiche weisse Rinde verdankt der Camembert einem Schimmelpilz: einem Edelschimmel, der essbar ist.


54 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Glossar

Weissschimmelkäse Vacherin Mont d’Or

Ziegenkäse

Die typische Ziegenkäserolle erhält ihre Rinde wie der Camembert von Weissschimmelkulturen. Nicht zu verwechseln sind diese «Bûches» mit dem Ziegenfrischkäse, der die gleiche Form hat. Der Ziegenkäse eignet sich gut zum Apéro, aber auch in ganzen Scheiben zum Gratinieren.

Der Kuhmilchkäse ist fast ein Fondue mit eigenem Caquelon: In Alufolie gewickelt, wird er im Ofen zu einem unkomplizierten Fondue. Dieser Weichkäse kommt hauptsächlich aus dem Jura, sodass es zwei geschützte Herkunftsbezeichnungen gibt: den Vacherin Mont d’Or Suisse aus dem Schweizer Jura sowie den französischen Vacherin du Haut-Doubs.

Wissen Camembert

Kaum ein anderer Käse wurde zum Oberbegriff für Weissschimmelkäse wie der Camembert. Seine charakteristische Rinde verdankt er einem Edelschimmel: Die Laibe werden mit Penicillium camemberti geimpft, sodass sich die essbare Rinde bildet. Der Kuhmilchkäse wird mittlerweile überall hergestellt, jedoch nur «Camembert de Normandie AOC» ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung.

Der junge Käse Während Hartkäse bis zu drei Jahre oder länger reifen kann, benötigt ein Weissschimmelkäse nur zirka drei Wochen. Er reift von aussen nach innen, sodass in der Mitte der kleinen Laibe oft ein harter Kern bleibt. Je wärmer der Käse gelagert wird, desto cremiger und fliessender wird das Innere, der Teig. Der Käse ist nicht für eine lange Lagerung geeignet.

Unterschiedliche Formen Weissschimmelkäse kann in verschiedene Formen gebracht werden: Neben Exemplaren in Torten- und Rollenform gibt es auch ovale, quadratische sowie rechteckige. Zudem werden einige Käse auch aromatisiert: mit Wein oder Knoblauch, Blauschimmel, Pfeffer, Kräutern oder – ganz edel – mit Trüffeln. Tomme

Auf Bauernhöfen wurde früher die Milch entrahmt, um Butter herzustellen. Die entrahmte Milch diente der Produktion des Tomme. Er war traditionell nicht besonders fett. Heutzutage wird er aber auch mit Rahm angereichert.

Brie de Meaux

Zwar ähneln sich Brie und Camembert, doch sie sind recht verschieden: Der Brie wird in grossen Torten mit einem Durchmesser von 28 bis 38 Zentimetern produziert und in kleinen Tortenstücken verkauft. Im Vergleich zum Camembert ist der Anteil der Rinde geringer. Der Brie enthält zudem mehr Fett und ist milder als der würzige Camembert.


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Das mit Käse und Schinken gefüllte, panierte Cordon bleu ist für sich schon fast eine Mahlzeit. Deshalb darfs dazu etwas Leichtes sein: Spinat-Radieschen-Salat mit Zitronendressing. Das Rezept für den Salat finden Sie auf migusto.ch und alle Zutaten frisch in Ihrer Migros.

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MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 67

Profi-Tipp

Reifeprüfung

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Für den Osterbrunch

Gefüllter Camembert Zutaten für 8 Personen 2 Camemberts à 300 g

¼ 150 g 1 EL

Schalotte grüne Spargeln Olivenöl Salz, Pfeffer 1 TL Zitronensaft 1 TL flüssiger Honig 30 g Baumnüsse 30 g getrocknete Tomaten mit Kräutern 4 Zweige Thymian

Ohne Weichkäse ist eine Käseplatte nicht komplett. Ich schneide gern jeweils kurz vor dem Servieren ein bis zwei Tortenstückchen aus dem Käse heraus. Nur so bekommt man nämlich den Geschmack aller Reifephasen des Käses. Er reift von aussen nach innen, sodass er in der Mitte meist anders schmeckt als am Rand. Der Käseliebhaber stellt so fest, ob der Käse ausgereift ist und vollen Genuss bietet. Anders als bei vielen anderen Frischeprodukten greife ich beim Weissschimmelkäse gern zu Exemplaren, die bereits gut reif sind und sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern. Sie sind perfekt für den baldigen Verzehr. Ein reifer Camembert sollte schnell verzehrt werden, denn er entwickelt mit zunehmendem Alter eine Ammoniaknote. Ein Tipp für Reste von Weissschimmelkäse, bevor sie weglaufen: Für bayerischen Obatzten wird Camembert oder Brie mit der Gabel zerdrückt, mit Butter, Paprika und Zwiebeln gemischt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Fertig ist die währschafte Brotzeit. MM

Zubereitung

1. Camemberts ca. 2 Stunden vor dem Verarbeiten in den Tiefkühler stellen. Inzwischen Schalotte sehr fein hacken. Spargeln im unteren Drittel schälen, Enden frisch anschneiden. Spargeln von unten leicht schräg in dünne Scheiben hobeln. Spitzen längs in Tranchen schneiden. 2. Öl erhitzen, Schalotte darin dünsten. Spargeln zugeben, kurz mitdünsten und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Zitronensaft, Honig, Salz und Pfeffer abschmecken. Gemüse aus der Pfanne nehmen. Auskühlen lassen. Die schönen Spargelspitzen für die Dekoration beiseitestellen. 3. Nüsse fein hacken, in einer beschichteten Pfanne leicht rösten. Dörrtomaten in kleine Stücke schneiden, mit den Nüssen mischen. Thymianblättchen ab dem Stiel dazuzupfen. Alles mischen und mit Pfeffer abschmecken. 4. Camemberts mit einem langen, scharfen Messer waagrecht dritteln. Untere Drittel mit je der Hälfte der Dörrtomatenfüllung belegen. Mittelteile der Camemberts aufsetzen und mit Spargelfüllung belegen. Deckel aufsetzen, leicht andrücken. Mit beiseitegestellten Spargelspitzen belegen und satt in Klarsichtfolie einpacken. Mindestens 30 Minuten kühl stellen. Camemberts vor dem Servieren Zimmertemperatur annehmen lassen.

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tionelle Shirts, Jacken und Hosen sind leicht, halten Wind und Regen ab und trocknen schnell. Trainingsanzüge aus Baumwolle sind weniger geeignet, da sie den Schweiss aufsaugen. Für die Wahl der Schuhe empfiehlt sich eine professionelle Beratung. Ernährung ist wichtig

Ob Anfänger oder Profi: Laufsportler sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten und reichlich Obst, Gemüse, Proteine und Kohlenhydrate zu sich nehmen. Letztere sind bei regelmässigem Laufen nötig, um die Glykogenspeicher zu füllen. So kann der Organismus auch unter Dauerbelastung optimal von den eigenen Energiereserven profitieren. Laufen wird belohnt SportXX präsentiert

schweizweit eine Laufserie nach dem Motto «Mehr laufen, mehr profitieren». Die Teilnahme wird mit Gutscheinen von SportXX, Migros-Fitnesspark und weiteren Anbietern belohnt. Infos: www.sportxx.ch/de/cp.laufserie

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MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 73

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Süsse Grüsse vom Osterhasen Die gepunkteten Freylini-Eili sind der Klassiker im Ostersortiment der Migros. Als neue Geschmacksrichtung kommt dieses Jahr die Limited Edition Mango Crunchy Nuts dazu: eine fruchtige Kombination aus Milchschokolade und cremiger Mangofüllung mit Haselnusskrokant. Die Freylini-Eili sind in diversen Geschmacksrichtungen im Beutel und in hübschen Geschenkboxen erhältlich. Die beliebten Adoro-Pralinés in Eiliform präsentieren sich diese Ostern von ihrer besten Seite.

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Highlands und mythisches Loch Ness Einmalig schöne Landschaft Royal Deeside (fak.) 1. Tag: Schweiz–Rotterdam – Einschiffung. 2. Tag: Ankunft in Hull und Fahrt nach Edinburgh. Fak. Abendessen. 3. Tag: Stadtbesichtigung in Edinburgh. Fahrt nach Crieff, wo wir die nächsten drei Nächte logieren werden. 4. Tag: Fahrt entlang dem Loch Earn und durch die Trossachs. Besuch der Gartenanlage des Drummond Castle. 5. Tag: Fak. Ausflug ins Tal «Royal Deeside». Wir sehen das Balmoral Castle, die königliche Sommerresidenz (bei Anwesenheit der Königsfamilie Besuch des Crathes Castle). 6. Tag: Fahrt nach Pitlochry. Besuch der kleinen Whisky-Destillerie Edradour. Individuelle Besichtigung des Blair Castle. 7. Tag: Fahrt entlang dem Loch Ness zum Urquhart Castle. Entlang dem Loch Lomond erreichen wir die Region Glasgow. 8. Tag: Besuch der Heiratsschmiede in Gretna Green. Fahrt nach England und durch den Lake District. 9. Tag: Fahrt nach Chester und Besichtigung der schönen Altstadt. 10. Tag: Besuch des Warwick Castle und Fahrt nach Stratford-upon-Avon. Besuch des Shakespeare Museums. 11. Tag: Solihull–Region Lens. 12. Tag: Region Lens–Schweiz. Abfahrtsorte: Wil , Burgdorf , Winterthur, Zürich-Flughafen , Aarau, Baden-Rütihof , Basel, Pratteln , Internet-Buchungscode

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Pflanzenpracht im Inverewe Garden (fak.) 1. Tag: Flug mit Edelweiss Air nach Edinburgh. Fahrt nach Glasgow. Stadtführung. 2. Tag: Fahrt in die Schottischen Highlands zum Loch Lomond. Bootsfahrt auf dem See. Weiterfahrt durch das Tal Glen Coe mit Halt beim Besucherzentrum. Übernachtung im Raum Fort William. 3. Tag: Mit der Fähre fahren wir auf die Insel Isle of Skye, wo uns mit den Cuillin Hills eine grossartige Berglandschaft erwartet. Anschliessend kurzer Foto-Stopp beim Eilean Donan Castle. Gegen Abend erreichen wir Aviemore, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. 4. Tag: Mit dem «Strathspey Steam Train» fahren wir durch den Cairngorms National Park (Reise 1: Fahrt mit der «Cairngorm Mountain Railway»). Danach Besuch einer Whisky Destillerie. Weiterfahrt zum mystischen Loch Ness. Besuch der Ruinen des Urquhart Castle. 5. Tag: Heute fahren wir zum Inverewe Garden (fak. Ausflug). Exotische Pflanzen aus Australien, Südamerika und Asien blühen hier in einem der nördlichst gelegenen botanischen Gärten der Welt. 6. Tag: Auf dem Weg nach Edinburgh besuchen wir das Blair Castle. Weiterfahrt in den Ferienort Pitlochry. Individuelle Mittagspause. Die letzten zwei Nächte verbringen wir in Edinburgh. 7. Tag: Stadtrundfahrt in Edinburgh und Führung im Edinburgh Castle. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. 8. Tag: Rückflug Edinburgh–Schweiz. Internet-Buchungscode

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MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 75

Elan

«Heute spielen wir viel mehr mit Düften als früher»

Aktion* 50% auf Elan-Waschmittel beim Kauf ab zwei Elan-Produkten (beliebig kombinierbar) bis 20. März

Der Duft ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg eines Waschmittels. Als Produktentwicklerin für Flüssigwaschmittel bei der Mibelle Group sorgt Karin Hess dafür, dass Elan-Waschmittel nach Frühling oder Sommer duften. Interview: Dora Horvath

Bild: Basile Bornand

Die Produkte von Elan unterscheiden sich von anderen Migros-Waschmitteln durch ihren lang anhaltenden Duft. Er ist in Mikrokapseln eingefangen, die durch Berührung oder Reibung der Textilien platzen.

Elan Spring Time, 2 l Fr. 6.95* statt 13.90

Karin Hess, wie duftet saubere Wäsche? Mit Sauberkeit verbinden wir traditionell frische, seifige, zitrische oder blumige Noten. Zeichnet sich hier ein Wandel ab? Mit Düften spielen wir heute viel mehr als früher: Wir entführen den Konsumenten in ganz neue Duftwelten. Er soll einen Moment aus dem Hier und Jetzt in eine andere Welt entfliehen, wenn er an der frisch gewaschenen Wäsche riecht. Das kann zum Beispiel eine Tropeninsel, ein blühendes Lavendelfeld in der Provence oder eine Bergwiese sein. Wo lassen Sie sich inspirieren? Für unsere Produktideen beobachten wir die allgemeinen Entwicklungen auf dem Markt. Dazu gehören Bereiche wie Lebensmittel, Körperpflege, Farbtrends oder Trendreportagen von Parfümhäusern. Daraus entsteht eine Bild- oder Farbwelt, wie zum Beispiel Berge und Blau. Zu dieser Welt entwickeln wir eine Idee zu einem Duft. Wie geht es dann weiter? Diese Ideenskizze geht als Auftrag ans Parfümhaus, das den Duft entwickelt. Ich gebe aber nicht zu viel vor, damit der Parfümeur im Rahmen des Möglichen genug Spielraum für eigene Ideen hat. Übrigens ist auch bei einem Waschmittel der

Elan Flower Moments, 2 l Fr. 6.95* statt 13.90

Verspricht die neue Duftkreation auch Erfolg? Mibelle-Produktentwicklerin Karin Hess schlüpft in die Rolle des Verbrauchers.

Duft pyramidenförmig aus einer Kopf-, Herz- und einer Basisnote aufgebaut. So wie bei einem Parfüm. Wir bekommen immer mehrere Vorschläge. Danach testen wir, ob die Düfte ins Waschmittel eingearbeitet werden können. Wir prüfen den Dufteindruck an der Flasche oder am Beutel, an nasser und an trockener Wäsche. Kopieren Sie auch Düfte? Nein. Manchmal nehmen wir einen Trend auf, wie zum Beispiel 2015 mit «Fresh Lavender». Lavendelduft erlebte damals gerade eine Renaissance. Doch

Elan Summer Breeze, 2 l Fr. 6.95* statt 13.90

ansonsten entwickeln wir eigenständige Düfte, die sich klar von der Konkurrenz abheben. Sind schwere Holz- oder Ledernoten, die bei Parfüms gerade boomen, ein Thema für Sie? Nein. Bei der Parfümierung von Waschmitteln ist der Eindruck von Frische nach wie vor das A und O. Zudem sollen die Kleider anders duften als das Eau de Toilette. Gab es auch schon Flops? Nein, denn wir machen immer Konsumententests. Dazu gehört auch der Duft. MM

Elan Fresh Lavender, 2 l Fr. 6.95* statt 13.90

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Universalwaschmittel von Elan.


76 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Dies & das

Alles in Grün

Jetzt zücken wir die rote Karte für Schneeweiss und Nebelgrau. Es ist Zeit, den Frühling zu begrüssen!

Grüner Strom Nicht ganz, aber fast:

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Damit das Ersparte trotz Negativzinsen nicht weniger wird: Burgwächter Geldkassette Money 5015 Fr. 14.90 Im Do it + Garden

Für Grünschnäbel Damit das Sackgeld immer griffbereit ist: Kinderlederbörse Fr. 12.80


MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 77

Alles grün oder was? Ist das Duschgel auch tatsächlich grün?*

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* ja, das Duschgel ist grün.


78 | MM11, 13.3.2017 | MIGROS-WELT

Saisonbeginn

Spektakuläres Idyll Der Park im Grünen auf dem Signal de Bougy ist ein kleines Paradies für Familien. Hier kann man spazieren, fein essen und jede Menge Spektakel erleben. Am 8. April beginnt die Saison. Text: Mélanie Zuber

N

ach den Wintermona­ ten wächst unsere Lust auf eine grosse Portion frische Luft und Bewegung. Das Wetter lädt zwar noch nicht zum «Sünnele» ein, doch wenn es nach dem Kalender geht, ist der Frühling nicht mehr weit. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler liebte weite Grünflächen und wusste um den positiven Einfluss eines Spaziergangs auf Körper und Stimmung. Daher schenkte er dem Schweizer Volk kostenlose und allen zugängliche Erho­ lungsparks. Diese Parks im Grünen befinden sich auf dem Gurten oberhalb von Bern, in Rüschlikon am Ufer des Zürich­ sees, in Münchenstein vor den Toren der Stadt Basel und auf dem Signal de Bougy zwischen Lausanne und Genf. Der einzige Westschweizer Park im Grünen ist ein regel­

rechtes Paradies. Er umfasst stolze 110 Hektaren, thront über dem Genfersee und bietet eine spektakuläre Aussicht. Die Park­ anlage ist ideal für ausgedehnte Spaziergänge und Picknicks, aber sie bietet auch viele andere Entspannungsmöglichkeiten. Seilpark, Mini- und «Maxi»-Golf

So kann man hier Minigolf spielen, einen traditionellen Brotofen entdecken, sich im Seilpark von Baum zu Baum schwingen oder Bekanntschaft mit Bauernhoftieren machen. Die Kleinen können sich auf den Spielplätzen stundenlang austoben, während den Er­ wachsenen ein 18­Loch­Golf­ platz zur Verfügung steht – dank der attraktiven Preise eine ideale Gelegenheit für jedermann, diesen Sport einmal kennenzulernen. Für Familien ist der Jardin de Madame ein wunderbarer Ort

für Spaziergänge. Im Frühling stehen im Garten 40 Skulpturen der Künstlerin Malbine. Pizzakurs und Tanznachmittage

Kleine Backfans können an einem Workshop ihre eigene Pizza backen, und im Miniland übernehmen kleine Rennfah­ rerinnen und Rennfahrer das Steuer eines Autos, Töffs oder Boots. Ginger und Fred hin­ gegen treffen sich an den Thés dansants, um gemeinsam auf dem Parkett herumzuwirbeln. Der erste Thé dansant findet am 3. April statt. Frische Luft und Bewegung machen Hunger und Durst. Im Restaurant oder auf dessen grosser Terrasse mit Blick auf den Montblanc können sie gestillt werden. Das Selbstbedie­ nungsrestaurant bietet ein war­ mes und ein kaltes Buffet an. Für kleine und grosse Geniesser stehen Gerichte wie Eglifilets,

Rindsentrecôtes und Kinder­ menüs zur Auswahl. Ab dieser Saison werden neu Brunchs organisiert. Der erste findet am Sonntag, 30. April, ab 9.30 Uhr statt. Eine Reservation ist emp­ fehlenswert. MM Mehr Infos: www.signaldebougy.ch

Signal de Bougy

Mehr Informationen Eintritt und Parkplätze sind auf dem Signal de Bougy kostenlos. Der Adventure-Park öffnet am 8. April. Der Park auf dem Signal de Bougy wird seit 1971 vom Migros-Kulturprozent finanziert. Sponsoring by


MIGROS-WELT | MM11, 13.3.2017 | 79

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Der Genossenschaftsrat vertritt die 79 000 Genossenschaftsmitglieder der Migros Wallis. Genossenschaftsrat

Engagement für Kultur und Soziales Die Genossenschaftsräte tagen viermal im Jahr, um sich über die Geschäftsentwicklungen und Aktivitäten der Migros Wallis zu informieren. Die erste Sitzung des Jahres fand vor gut drei Wochen statt. Text: Mélanie Zuber

Bilder: zVg

A

Ob mit der Familie oder mit Freunden: Der Signal de Bougy ist ein Ort, wo bleibende Erinnerungen entstehen.

m 22. Februar traf sich der Genossen­ schaftsrat der Migros Wallis zum ersten Mal in diesem Jahr. Präsidentin Fanny Moret eröffnete die insgesamt 259. Sitzung und legte einige Überlegungen zur aktuellen Lage des Detailhandels dar. Max Alter, Geschäftsleiter der Genossenschaft, gab der Versammlung anschliessend einen detaillierten und aktuellen Überblick über den Geschäftsgang der Migros auf kantonaler und nationaler Ebene und nutzte die Ge­ legenheit, um die Fragen der Präsidentin zu beantworten. Nach dieser Diskussion stellte die Kommission für Soziales und Kulturelles ihre

jüngsten Tätigkeiten vor. An der letzten Sitzung hatte sie entschieden, vier Projekte finanziell zu unterstützen: die Produktion eines Bilder­ Hörbuchs von Marc Aymon, die Renovation der Kapelle Chamoille, die Produktion einer CD des Vereins Asso­ ciation valaisanne d’aide aux personnes handicapées mentales und schliesslich die Eröffnung eines Café­Restau­ rants für Kinder und Jugend­ liche mit einer Behinderung. Vorteile für Mitarbeitende

Frédéric Favre, Verantwort­ licher Human Resources, umriss anschliessend die Arbeitsbedingungen bei der Migros Wallis und betonte dabei die zahlreichen Vorteile

für die Mitarbeitenden. Es sind Leistungen in verschie­ denen Bereichen, die oft weit über die gesetzlichen Vor­ schriften hinausgehen. Er wies auch auf die Karriere­ chancen hin, die eine Wei­ terbildung öffne. So könnten ehemalige Lernende in eine Führungsposition wie die Filialleitung aufsteigen. Zum Abschluss der Sitzung wurde Genossenschaftsrätin Carole Bagnoud Aeby eingeladen, das Buch über den Umgang mit Emotionen vorzustellen, das sie mit Frédéric Favre verfasst hat. Das Werk richtet sich an Unternehmensleitungen und spricht auch ganz konkrete Erfahrungen in der Migros Wallis an. MM


Lammfleisch «Aus der Region.» Die Migros arbeitet mit mehreren Fleischproduzenten aus der Region zusammen und kann den Konsumenten daher Lammfleisch unter dem Label «Aus der Region.» anbieten. Die Lämmer verbringen ihre ersten Lebensmonate mit ihrer Mutter im Schafstall. Wenn der Frühling Einzug hält, zieht die ganze Herde auf die Alp. Jedes Tier trägt ein Ohrchip, damit die Migros die lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleisten kann. So weiss man bei

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jedem Fleischstück, aus welcher Herde es stammt. Die Lämmer tragen mit ihrem Grasen zur Landschaftspflege bei und ermöglichen so, eine wunderschöne Alplandschaft aufrechtzuerhalten und im Winter die Lawinengefahr zu verringern, weil der Schnee auf geweidetem Gras besser hält.

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MIGROS­WELT | MM11, 13.3.2017 | 81

Hochgebirgssport

Nichts für Weicheier: Patrouille des Aiguilles rouges Alle ungeraden Jahre wird die Patrouille des Aiguilles rouges durchgeführt. Der Wettkampf für Hoch­ gebirgssportlerinnen und ­sportler führt von Arolla nach Evolène. Am 26. März stehen den Teilnehmenden zwei Strecken zur Auswahl. Beim

kürzeren Parcours müssen 2000 Höhenmeter Aufstieg überwunden werden. Beim zweiten Parcours, der über den Pic Artsinol führt, sind es gar 700 Höhenmeter mehr. Infos: www.aiguilles-rouges.ch

Famigros

Bilder: zVg

Familienfreundliche Preise Der Familienclub Famigros bietet seinen Mitgliedern einen unvergesslichen Skitag und ein Plauschrennen für nur 85 Franken pro Familie. Inbegriffen sind Tageskarten für Eltern und Kinder, Mittagessen und weitere Überraschungen. Im Wallis findet der Ski Day am 25. März im Skigebiet Morgins statt. Mehr Infos: www.famigros-ski-day.ch

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Ihr Reiseprogramm: 1. Tag – Anreise nach Livorno Fahrt im komfortablen Extrabus vorbei an Mailand, Parma und entlang der schönen Versiliaküste nach Livorno, wo am Abend unsere Fähre Richtung Sardinien abfährt. Übernachtung an Bord. 2. Tag - Olbia – Costa Smeralda – Orosei Frühmorgens erreichen wir Olbia an der Ostküste Sardiniens. Wir starten unsere Rundfahrt etwas nördlich mit einem der exklusivsten Küstenabschnitten der Welt – der Costa Smeralda. Sie ist der Inbegriff von türkisblauem Meer, traumhaften Buchten, glasklarem Wasser und unbezahlbarem Luxus. Wir gesellen uns in Porto Cervo zu den «Schönen und Reichen» und sehen mondäne Einkaufsstrassen und im Hafen Luxusjachten. Wieder vorbei an Olbia fahren wir am späten Nachmittag in südlicher Richtung bis zu unserem ersten Etappenziel Orosei.

3. Tag – Orosei – Cagliari Dieser Tag bildet einen tollen Kontrast zum Vortag und zeigt wunderschön die Vielfältigkeit Sardiniens auf. Mit der Fahrt durch das Gennargentu- Gebirge erwartet uns eine der landschaftlich schönsten Strecken der Insel. Auf kurvigen Strassen geht es bis auf 1100m in die Berge. Spektakulär ist dann die Abfahrt zurück auf Meereshöhe - Serpentinen mit schönen Ausblicken auf die Berge und das Meer bringen uns nach Tortoli. Über Muravera erreichen wir am Abend den Raum Cagliari. 4. Tag – Erholung oder Cagliari Heute haben Sie die Wahl zwischen Erholung am schönen Strand oder auf eine interessante Stadttour durch das quirlige, altehrwürdige Cagliari (fakultativ und inbegriffen). Für diejenigen, die das Stadterlebnis vorziehen, warten Monumente, die eine tausend jährige Geschichte von Invasoren und verschiedenen Kulturen erzählen. Nach der interessanten Stadtführung bleibt genügend Zeit für eigene Entdeckungstouren.

5. Tag – Cagliari – Tharros -Alghero Aus dem flachen Süden fahren wir heute an die schöne Westküste Sardiniens. Wir besuchen auf der Halbinsel Sinis die beeindruckende Ausgrabungsstätte der Hafenstadt Tharros. Später verkosten wir in Bosa, ein kleines Handwerks- und Weinstädtchen, den typisch sardischen Likör Malvasia ehe wir entlang der Küste Alghero erreichen. 6. Tag – Alghero & Schifffahrt Bei einem gemütlichen Rundgang in Alghero fühlen Sie sich heute morgen in die spanische Vorherrschaft zurückversetzt. Am Nachmittag laden wir Sie zum Abschluss zu einer tollen Schifffahrt entlang der Küste ein. Bei ruhiger See wird die weltberühmte Grotta di Nettuno angefahren. Am Abend in Porto Torres Einschiffung auf die Fähre nach Genua. Übernachtung an Bord. 7. Tag – Heimreise Am Morgen erreichen wir Genua, von wo aus wir die Heimreise antreten.

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Leben MM11

Familienumfrage

54%

Wie oft gehen Sie einkaufen? 1 Mehrmals pro Woche. 54%

2 Einmal pro Woche machen wir einen Grosseinkauf. 36% 3 Täglich. Ich mag es stets frisch und spontan. 6% 4 Sogar noch weniger als einmal pro Woche. Alles eine Frage der Planung. 4%

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1, 2 oder 3?

Eisprung Wie würden Sie entscheiden?

Die nächtliche Beleuch­ tung von Gärten und Häusern kann nacht­ aktiven Tieren schaden.

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Richtig!

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Die Ohrwürmer der Kinder verfolgen auch uns. So summen wir im Bus «S hät Schnee, juhee!» oder rühren den Risotto zum Takt von «Ich wett, ich hett en Papagei». Um Würmer und Papageien wieder loszuwerden, lassen wir Radio 200 000 laufen. Dem Kleinen (1) gefallen die Beats, dem Grossen (6) die Texte. Sie tanzen zu «Im Huus», und der Grosse singt mit: «Zürifäscht, Zürifäscht, ä paar ad Schnurre am Zürifäscht.» Nun gut, der Text ist pädagogisch nicht ganz ideal, aber griffig. Die Zürcher rappen weiter, und wir hören nicht mehr so genau hin. Abends im Bett schmettert der Grosse: «Nimm sie, wänn sie dä Eisprung hätt.» Leider auch ein sehr griffiger Refrain. Er fragt: «Was singt er da?» Und jetzt? 1, 2 oder 3? 1 2 3

«Der Mann mag die Frau, die beim Eiertütschis immer gewinnt», sage ich. Statt aus «1001 Nacht» erzähle ich von 400 Millionen Spermien und einer Eizelle. Ich singe voller Inbrunst «Ich wett, ich hett en Papagei» und hoffe, das lenke ihn ab.

Antwort 1: Ostern steht vor der Tür, und die ganze Familie liebt Eiertütschis. So bringe ich den Grossen auf andere Gedanken. Und bevor er mehr Fragen zum Eisprung-Lied stellt, steigen wir besser auf englische Songs um.

Monica Müller (42)

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Richtig oder falsch?

Nächtliches Kunstlicht kann für nachtaktive Tierarten störend bis schädlich sein. Verschiedene Kriterien gilt es zu berücksichtigen, um Aussenbeleuchtungen umweltfreundlicher zu gestalten und so unnötige Licht­ emissionen einfach und schnell zu tilgen. So sollte man darauf achten, dass das Licht von oben nach unten ausgerichtet ist. Auf Wandleuchten ohne Abschirmung oder nach oben gerichtete Strahlerleuchten verzichtet man besser ganz. LED-Lampen, Nachtabschaltungen oder Bewegungsmelder unterstützen eine gezielte Beleuchtung und reduzieren unnötige Lichtemissionen. Darum gilt:

Eine geschickte Planung von Beleuchtungsanlagen trägt dazu bei, unnötige Lichtemissionen zu minimieren. Hilfreiche Inputs dazu liefert www.darksky.ch.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


86 | MM11, 13.3.2017 | LEBEN

Gian (1) und Anja (4) bevorzugen die Hand­ schrift, Michelle (2) und Mike (3) greifen lieber zu Maus und Tastatur.

1

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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 87

Nachgefragt

Wie schreibt ihr lieber: von Hand oder mit dem Compi?

Familie

Handschrift vs. Tastatur 1:1

Können Schulkinder im digitalen Zeitalter überhaupt noch von Hand schreiben? Ein Besuch im Klassenzimmer einer Oberstufe im bernischen Koppigen zeigt: Es ist halb so wild, wie Experten befürchten. Text: Claudia Weiss

B

litzschnell fliegen neun Hände in die Luft, als Oberstufenlehrer Urs Rohrbach (58) seine siebte Deutschklasse fragt, wer lieber mit dem Computer schreiben möchte. Sieben Laptops stehen an diesem Tag für die Klasse der Oberstufe Koppigen BE zur Verfügung. Zufrieden tragen drei Schülerinnen und vier Schüler diese an ihren Platz. Zwei Jungs haben etwas zu spät reagiert, sie müssen heute zu ihrem Pech von Hand schreiben. Die Übrigen haben sich freiwillig fürs Handschreiben entschieden. Gleich findet ein spezieller Test statt: Er soll zeigen, was schneller läuft: Computer oder Handschrift – zuerst beim Diktat und dann beim Abschreiben eines projizierten Texts. Alle schreiben ungefähr gleich schnell

Konzentrierte Stille im Klassenzimmer. Deutschlehrer Rohrbach diktiert sorgfältig, mit deutlicher Aussprache, eine Stelle aus «Tintenherz» von Cornelia Funke: «Erschrocken pustete sie das Streichholz aus, kniete sich vor das regennasse Fenster und blickte hinaus. Und da sah sie ihn.» Eifriges Schreiben, Köpfe sind über Blätter gesenkt,

Bilder: Marco Zanoni

Tastaturen klicken leise. Die beiden Gruppen wirken ungefähr gleich schnell, niemand wird unterwegs abgehängt. Als das Diktat zu Ende ist, wirft Lehrer Rohrbach kurz einen Kontrollblick in die Runde. Das Resultat: Alle sind ungefähr gleichzeitig fertig geworden, zwischen Computer- und Handschreibern zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede bezüglich Geschwindigkeit. Für Urs Rohrbach ist das keine grosse Überraschung: «Beim Schreiben geht es nicht allein um das Tempo mit Stift oder Tastatur», erklärt er. «Eine sehr wichtige Rolle spielen auch die Breite des Wort­ schatzes und die Geläufigkeit der Sprache.» Diesbezüglich scheint es in dieser Klasse keine schreibschwachen Schülerinnen und Schüler mehr zu geben. Ob per Computer oder von Hand – alle schauen bei der zweiten Aufgabe immer wieder konzentriert zum projizierten Text hoch und übertragen ihn erstaunlich rasch und fehlerarm. Flink flitzen Kugelschreiber, hüpfen Finger; auch hier ist kein grosser Unterschied zu erkennen. In beiden Gruppen sind einige etwas schneller als andere, aber ein klares Plus ergibt sich

1 Gian Ruch (12) «Ich schreibe gern von Hand – zwar nicht sehr schön, aber ich finde das einfach persönlicher. Ausserdem macht es mir Spass zu sehen, wie viel ich geschrie­ ben habe, das ist doch eine Leistung. Zum Glück mache ich wenige Fehler und muss daher nicht viel durchstreichen. Klar, auch mit dem Computer werde ich immer schneller, ich habe ein praktisches Dreifingersystem. Aber wenn ich auswählen kann, greife ich spontan zum Stift.» 2 Michelle Banderet (13)

«Vor allem für längere Texte oder Briefe ist für mich die Wahl eindeutig klar: Computer! Von Hand schreibe ich höchs­ tens kurze Notizen, bei langen Texten tut mir nachher die Hand weh. Ausserdem kann ich mit dem Computer ganze Zeilen verschieben oder Textteile ein­ setzen. Der einzige Vorteil der Handschrift: Textteile können nicht plötzlich verschwinden …» 3 Mike Lehmann (13)

«Meistens greife ich lieber zum Computer: Damit kann ich viel schneller schreiben. Nur wenn es sehr, sehr schnell gehen muss, komme ich mit meinem speziellen Sechsfingersystem beim Tippen nicht mehr nach. Sonst ist der Computer immer praktischer, obwohl ich meis­ tens nur Kommafehler mache, die ich auch von Hand gut korri­ gieren könnte. Aber ich habe eine Steinschrift, die sich nur zum Abschreiben von Gedich­ ten eignet.» 4 Anja Stähelin (13)

«Einen Brief schreibe ich immer von Hand – das ist viel persön­ licher. Für Notizen nehme ich einen Bleistift, sonst meinen Lieblingskugelschreiber. Damit probiere ich immer wieder Schriften aus, beispielsweise schreibe ich mal wie mein Vater, also schräg und zackig, und mal wie meine Mutter, also grad und exakt. Es macht mir einfach Freude, eine eigene Schrift zu entwickeln und damit einen Text schön zu gestalten.»


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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 89

Was Lehrer Urs Rohrbach diktiert, schreibt die eine Gruppe von Hand nieder, die andere mit dem Laptop.

weder auf der einen noch auf der ande­ ren Seite. Es gibt zwar immer wieder Ex­ perten, die davor warnen, die Hand­ schrift gehe vor lauter Computer verloren. Aber Lehrer Urs Rohrbach sieht das in seinem Alltag nicht so tragisch: «Die Wahl muss zweckmäs­ sig sein und für die Schülerinnen und Schüler passen. Dann fühlen sie sich wohler, und das Resultat ist besser.» Aber letztlich müssten sie beides beherrschen, denn schreiben heisst kommunizieren. Manchmal werden auch heute bei Bewerbungen noch handschriftliche Lebensläufe verlangt. Einigen macht das Schreiben von Hand sowieso mehr Freude. «Ich bin viel schneller von Hand und finde es einfach persönlicher», sagt etwa Vivienne Hardimann (12). Nicole Scheuner (12) ergänzt: «Beim Computer bin ich nie zufrieden mit dem Geschriebenen und lösche es immer wieder.» Von Hand passiere ihr das kaum. Manchmal legt Lehrer Rohrbach Wert darauf, dass die ganze Klasse von Hand schreibt, beim gestalteten Abschreiben eines Gedichts etwa: «Hier braucht es den ganz speziellen,

persönlichen Ausdruck.» Dann wer­ den sich alle Köpfe über das Papier beugen und die Stifte möglichst ele­ gant darüberfahren. «Schön» ist dann wichtiger als «schnell». Auch heute zählt nicht nur Effizienz. Rohrbach kann allerdings den­ jenigen nachfühlen, die sich damit etwas schwertun. Er selbst mochte früher seine Schrift auch nicht besonders. «Aber aus einer eher verkrampften Schrift kann sich mit der Zeit eine Charakterschrift ent­ wickeln.» Vor allem die neue Basis­ schrift komme allen entgegen, die etwas mehr Mühe hätten. Handschrift bremst vor allem Buben

Demnächst will Urs Rohrbach seine Klasse jedoch einen Text abtippen lassen und damit ganz gezielt die Anwendungsmöglichkeiten des Com­ puters testen: Korrekturprogramm, Umstellen von Absätzen und Über­ arbeiten am Bildschirm sind dann angesagt. Loona Rentsch (12) freut sich schon darauf, sie hat sich auch an diesem Tag blitzschnell für einen der Laptops gemeldet. «Mit dem Computer werden meine Texte so schön regelmässig», sagt sie. Hans

Nyffenegger (14) in der hintersten Reihe nickt eifrig. Für ihn hatte es heute keinen Computer. Und ob­ schon er ziemlich gleichzeitig mit den anderen fertig geworden ist, macht ihm das Schreiben von Hand einfach keine Freude: «Ich habe keine schöne Schrift, und wenn ich Fehler mache, muss ich sie durchstreichen, und das Blatt sieht sofort wüst aus.» Sein Banknachbar David Hess (13), auch er ein unfreiwilliger Handschreiber, ergänzt: «Von Hand zu schreiben, finde ich insgesamt sehr mühsam.» Urs Rohrbach bestätigt: «Hand­ schrift kann vor allem Buben stark bremsen, sie haben dann gar keine Freude mehr am Schreiben.» Das sei beim Computerschreiben glück­ licherweise ganz anders: «Da kommt die Faszination des Neuen dazu.» Dabei hat er schon erlebt, wie einige, ohne es zu merken, sechs, sieben Seiten vollgetippt haben. «Sie kamen so richtig in den Flow.» Und das, findet Rohrbach, sei letztlich wichtig: die Freude am Schreiben. «Ob mit Computer oder Kugelschreiber ist dann zweitrangig.» MM Interview zur Handschrift: Seite 91


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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 91

Wie wichtig ist die Handschrift noch? www.migmag.ch/ handschrift

Voll konzentriert: die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Koppigen BE beim Wettschreiben Judith Sägesser Wyss

«Handgeschriebene Notizen prägen sich besser ein»

Judith Sägesser Wyss (52) ist

Dozentin für Psy­ chomotorik und Grafomotorik an der Pädagogischen Hochschule Bern und Psychomoto­ riktherapeutin EDK.

Wie wichtig ist die Handschrift heute, wo doch alles mit Computern läuft? In der Arbeitswelt verliert die Hand­ schrift tatsächlich an Wichtigkeit. Kaum ein Geschäftsbrief wird noch von Hand geschrieben. Für die Schullaufbahn bleibt eine zügige, gut leserliche Handschrift jedoch weiterhin wichtig, sowohl für Notizen wie für Prüfungen. Ausserdem ver­ langt das Schreiben von Hand eine grosse Koordinationsleistung zwischen Hirn und Hand und fördert dadurch die Feinmotorik. Es gibt sogar Studien, die besagen, man lerne besser aus handgeschriebenen Notizen. Ja, diese Studien zeigen, dass Ler­ nende, die sich Notizen von Hand machen, das Gelernte besser ver­ innerlichen als Lernende, die dies mit dem Computer tun. Wenn man Skripts von Hand schreibt, geht man anders vor: Man stellt Worte zusammen und kann ganz einfach Pfeile, Verweise oder andere Mar­ kierungen einfügen. So prägt sich der Stoff offensichtlich besser ein. Die Schnüerlischrift hingegen muss es offenbar nicht mehr sein. Soll die Basisschrift künftig genügen?

Heute ist es wichtiger, dass die Kin­ der zügig und lesbar schreiben und nicht mehr nur wunderschön. Bei der nur teilweise verbundenen Basisschrift bleiben die Buchstaben­ abläufe immer gleich, was zu einer rascheren Automatisation führt. Ist die Schrift automatisiert, lässt das den Kindern Luft zum Überlegen, was sie schreiben, und sie müssen nicht ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Gestalten der Buchstaben legen. Die total verbundene Schnüerli­ schrift war alles andere als zügig und bewirkte, dass sich Kinder mit motorischen Schwierigkeiten völlig verkrampften und dadurch viel mehr Fehler machten.

Ab der dritten Klasse ist es sinnvoll, das Tastaturschreiben dazuzulernen. Aber Achtung: Auch das muss auto­ matisiert werden, sonst ergibt es keinen Sinn. Wenn sich einige Kinder verbessern, weil sie weniger über die Schreibbewegungen nachdenken müssen, ist das tatsächlich hilfreich. Allerdings ist es daneben auch wichtig, die Kinder gleichzeitig ohne Druck schreibmotorisch zu fördern, damit sie eine möglichst lockere, zügige Handschrift hinbekommen.

Dann ergibt die Basisschrift heute mehr Sinn? Ja, weil sie dank gleichbleibender Bewegungsabläufe und Buchstaben­ formen direkter zu einer teilverbun­ denen, persönlichen Handschrift entwickelt werden kann. Die Kinder finden während des Lernprozesses selbst heraus, welche Verbindungen für sie am besten laufen.

Wie sehen Sie das für die Zukunft – wird uns die Handschrift erhalten bleiben, oder ist sie eines Tages völlig veraltet? Ich hoffe natürlich, dass sie uns er­ halten bleibt. Schrift ist ein wichtiges Kulturgut und beinhaltet zudem einen ganz persönlichen Ausdruck. Das Schreiben von Hand ist neben dem Sprechen die komplexeste feinmotorische Leistung, die der Mensch in seinem Alltag erbringt. Neben dem vernetzten Denken fördert Schreiben auch künstlerische und kreative Fähigkeiten. MM

Trotzdem ist Schreiben von Hand für einige Kinder eine echte Plage. Ist für sie der Computer die Rettung?

Als Forschungsschwerpunkt untersucht Judith Sägesser Wyss, wie sich die Schreibfähig­ keiten von Schulkindern entwickeln. Soeben ist dazu ihr Diagnostikinstrument «Grafos» für Fachpersonen im Hogrefe Verlag erschienen.


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Heilkräuter

Wo wachsen sie denn?

Gegen viele Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen – auch in der Schweiz: Die zehn beliebtesten Heilkräuter im Überblick. Text: Martina Frei

Illustrationen: Bunterhund und Illustra

Nachtkerze Oenothera biennis (Samenöl) Standort/Herkunft: Stammt aus Nordamerika, wo sie von Indianern bei Prellungen und Quetschungen benützt wurde. Bevorzugt Bahndämme, Ödland, Strassenränder und Böschungen. Die Blüten gehen erst abends auf. Blüten, Blätter, Samen und Wurzeln sind essbar. Anwendung: Nachtkerzenöl wird eingenommen oder aufge­ tragen. Es kann bei Neuroder­ mitis oder trockener Haut guttun (Wirkung teils erst nach zwölf Wochen). Auch bei schmerzen­ den Brüsten wird es verwendet. Vorsicht bei Epilepsie oder Schizo­ phrenie: Es kann vor allem in Kombination mit bestimmten Medikamenten nach der Einnah­ me zu Krampfanfällen kommen. Wirkung: Nachtkerzensamen enthalten die antientzündlich wirkende Gamma­Linolensäure.

Arnika

1

Rosskastanie Aesculus hippocastanum (Früchte)

Standort/Herkunft: Schattige, feuchte Lagen bis 1200 Meter ü.M.

Ihren Namen bekam sie durch die Feldzüge der Osmanen, die Kastaniensamen als Tiermedizin mitbrachten. Rosskastanien­ mehl diente in Kriegszeiten als «Bolusseife» für raue Hände. Anwendung: Die Extrakte können Beschwerden bei leichter Venenschwäche und Krampfadern lindern, wie Schweregefühl und Schwellungen. Wirkung oft erst nach mehrwöchiger Anwendung. Auch bei juckenden oder brennenden Hämorrhoiden wird Rosskastanie verwendet. Wirkung: Die wichtigste Wirkstoffgruppe heisst Aescin. Aescin dichtet die Gefässwände ab. Bei Venenschäden bilden sich dadurch weniger Ödeme, und es wirkt leicht entzündungshemmend.

Arnica montana (Blüte) Standort/Herkunft: Kaum gedüngte Bergwiesen, kalk­ arme Weiden und saure Moorböden. Zur Herstellung von Arzneimitteln werden Zuchtsorten verwendet. Anwendung: Äusserlich, zum Beispiel als Salbe nach Sport­ verletzungen und Unfällen mit Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen, bei Ödemen nach Brüchen und bei Muskelschmerzen. Reine Arnikatinktur kann Hautrei­ zungen verursachen, deshalb sollte man sie gut verdünnen. Bei längerer Anwendung ent­ wickeln sich oft Entzündungen oder Ekzeme. Allergien gegen Arnika sind häufig. Vorsicht, wenn bereits eine Allergie auf Korbblütler bekannt ist! Wirkung: Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, ab­ schwellend und antibakteriell.

2


LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 93

Baldrian

3

Weissdorn

Crataegus monogyna/oxyacantha (Blätter mit Blüten) Standort/Herkunft: Der dornige Strauch mag wärmere und trockene Lagen in lichten Gebüschen, Laub­ wäldern und an Waldrändern bis auf etwa 1500 Meter Höhe. Anwendung: Laut Lehrmeinung kann sich bei Herzschwäche nach mehr­ wöchiger Anwendung die Leistungs­ fähigkeit verbessern. Die europäische Arzneimittelagentur empfiehlt den Ein­ satz bei nervösen Herzbeschwerden wie Herzklopfen, wenn schwerwiegen­ de Erkrankungen ausgeschlossen wurden, sowie zum Lindern leichter Stresssymptome und als Schlafhilfe. Wirkung: Steigert die Pumpkraft des Herzens und sorgt dafür, dass Herz­ arterien und Herzmuskel besser durchblutet werden. Auch der arterielle Blutdruck sinkt.

Valeriana officinalis (Wurzel) Standort/Herkunft: Baldrian liebt feuchte Waldböden, moorige Wiesen, Bach­ oder Flussufer. Er kann fast zwei Meter hoch werden. Katzen geraten von seinem Geruch oft in helle Aufruhr, auch Fische sollen sich damit anlocken lassen. Anwendung: Schwach dosiert, fördert er bei nervöser Anspannung oder Angst (zum Beispiel vor Prüfungen) die Leis­ tungsfähigkeit. Bei leichten Schlafstö­ rungen gehört er zu den bekanntesten Heilpflanzen, zusammen mit Melisse, Passionsblume und Hopfen. Wirkung: Baldrian wirkt beruhigend und konzentrationsfördernd. Seine Inhaltsstoffe beeinflussen die Wirkung bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Stärker dosiert steigert er abends die Schlafbereitschaft.

5

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Efeu Hedera helix (Blätter) Standort/Herkunft: Efeu klettert mit­ hilfe seiner Wurzeln an Bäumen, Felsen und Mauern bis zu 20 Meter hoch. Der Name bedeutet übersetzt «Kletterlaub». Er bevorzugt lichte Laubwälder und kann 450 Jahre alt werden. Anwendung: Lindert die Symptome bei chronisch­entzündlichen Bronchial­ erkrankungen und bei akuten Atem­ wegsentzündungen. Patienten mit Magenschleimhautreizungen oder ­geschwüren sollten Efeu mit Vorsicht anwenden, Kinder unter zwei Jahren sollten damit nicht behandelt werden. Wirkung: Wegen seiner bronchien­ erweiternden, schleimlösenden und auswurffördernden Wirkung wird Efeu als Hustenmittel eingesetzt. Ebenfalls schleimlösend wirkt Primelwurzel.

6


7

94 | MM11, 13.3.2017 | LEBEN

Beinwell

Symphytum officinale (Wurzel) Standort/Herkunft: Die echte Wallwurz bevor­ zugt Uferzonen oder nasse Wiesen. Sie ist in der ganzen Schweiz verbreitet. Anwendung: Der Beinwell hilft bei Sehnenscheidenent­ zündungen, Gelenk­ und Muskel­ schmerzen sowie bei Schleimbeutel­ entzündungen. Er fördert die Auflösung von Blutergüssen. Wirkung: Beinwell begünstigt die Wundheilung und wirkt antientzündlich. Er enthält die leberschädigenden und potenziell krebserregenden Pyrrolizidin­ alkaloide. In Apotheken und Drogerien erhältliche Fertigprodukte mit Beinwell enthalten aber nur Spuren dieser giftigen Substanzen.

Lavendel Lavandula officinalis (Blüten, ätherisches Öl) Standort/Herkunft: Blüht an trockenen, sonnigen, warmen und windge­ schützten Hängen mit kalk­ haltigen Böden. Der Name rührt her vom lateinischen «lavandula», das bedeutet waschen und weist ver­ mutlich auf Lavendel als Badezusatz hin. Anwendung: Bei Kopfweh Öl oder zerriebene Blüten auf die Schläfen auftragen. Kann auch bei Blähungen helfen und bei Durchfall krampflösend und stop­ fend wirken. Vorsicht mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl bei Babys, Kleinkindern und Asth­ matikern: Sie können Atemnot bekommen. Wirkung: Beruhigend bei Stress und innerer Unruhe sowie bei Erschöp­ fung. Hat schlaffördernde und auch antibakterielle Effekte sowie eine Anti­Pilz­ Wirkung, vertreibt Fliegen und Mücken.

8

Johanniskraut Hypericum perforatum (Kraut) Standort/Herkunft: Wächst auf sonnigem Brachland, an Wiesen­ oder Waldrändern. Anwendung: Äusserlich, etwa als Öl, soll es Muskel­ und Nervenschmerzen lindern, bei stumpfen Verletzungen helfen und entzündete, trockene Haut beruhigen. Im Öl sind andere Wirkstoffe als in Kapseln oder Tabletten. Diese helfen bei leichten und mittelschweren De­ pressionen, wobei sich die Wirkung meist erst im Lauf von Wochen entfaltet. Das Kraut macht die Haut licht­ empfindlicher. Es verändert bei etlichen Medikamenten den Wirkspiegel im Blut. Wirkung: Die Pflanze hat antibakterielle, antivirale und abschwellende Effek­ te. Sie kann die Gemütslage verbessern, Ängste lösen und Nervosität lindern.

9

Kamille

10

Chamomilla recutita/ Matricaria recutita (Blüten) Standort/Herkunft: Stammt ursprünglich aus Süd­ und Osteuro­ pa, kommt inzwischen in fast ganz Europa vor. Wächst auf Getreidefel­ dern, Brachland und Schuttplätzen. «Chamomilla» bedeutet übersetzt etwa «niedrig wachsender Apfelbaum». Anwendung: Kamillentee bei Blähungen und zum Gurgeln bei Zahnfleisch­ und Halsentzündungen. Bei Schnupfen und Husten warme Kamillendämpfe inhalieren (Vorsicht vor Verbrühungen). Wer auf andere Korbblütler, wie etwa Beifuss, allergisch reagiert, sollte Kamille besser meiden. Wirkung: Kamille hilft bei Entzün­ dungen. Sie wirkt abschwellend, antibakteriell sowie krampflösend im Magen­Darm­Trakt, und sie fördert die Wundheilung bei verletzter Haut.


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Webseiten ansteuern. Hier ein paar Tipps und Tricks, die den Spassfaktor erhöhen. Text: Philipp Rüegg

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ie meisten von uns benutzen ihn jeden Tag: den Browser. Egal ob Chrome, Firefox, Safari, Internet Explorer oder Edge – auf dem Computer und auf dem Smartphone sind sie unsere Portale ins Internet. Freilich kratzen viele Benutzer nur an der Oberfläche all der Möglichkeiten, die diese Programme bieten: von attraktiven Erweiterungen über prakische Shortcuts bis hin zu versteckten Minispielen. WhatsApp-Web: Ein Webclient für WhatsApp, mit dem man seine Nachrichten ganz einfach auf der Tastatur schreiben kann. https://web.whatsapp.com US-Netflix schauen: Mit Programmen wie Zenmate kann jeder mit einem normalen Schweizer Account auf das amerikanische Angebot zugreifen. Das Programm gaukelt

Illustration: Supertotto / 2 agenten

Netflix vor, dass man sich in den USA befindet. Eine beliebige Anzahl von Artikeln lesen: Surft man im InkognitoModus, lassen sich damit die meisten Paywalls von Newssites umgehen – womit die Limitierung des Artikelangebots pro Monat entfällt. Wikipedia aufhübschen: Die Wikipedia-Site gewinnt wohl nie einen Designpreis. Mit Wikiwand wird die Seite nicht nur optisch attraktiver, auch die Navigation wird deutlich besser. www.wikiwand.com Werbung blockieren: Ob auf Newssites oder Youtube: Mit Adblock verschwindet die nervige Werbung. https://adblockplus.org/de Sichere Passwörter: Lastpass gibt es auch als App fürs Handy. Es ver-

waltet alle Passwörter. Zudem generiert Lastpass sichere Passwörter und füllt sie automatisch in die betreffenden Felder ein. www.lastpass.com/de Sicherer und schneller surfen: Mit HTTPS Everywhere surft man sicherer und schneller. Damit werden standardmässig die verschlüsselten https-Versionen von Websites aufgerufen. www.eff.org/https-everywhere Minispiele: Google ist bekannt dafür, in Chrome sogenannte Easter Eggs zu verstecken. Meistens sind es Minispiele. Geben Sie «Atari Breakout» in der Bildersuche ein, um das Kultspiel zu spielen. Und wenn mal wieder die Meldung im Chrome erscheint, dass Sie kein Internet hätten: Drücken Sie einfach die Leertaste, und ein Spiel beginnt. MM

Egal, ob es draussen Katzen hagelt: Weather Wiz stellt selbst das mie­ seste Wetter wunder­ schön dar. Daneben gibt es praktische Widgets für den Homescreen und zahlreiche Informa­ tionen wie UV­Wert, wie warm sich das Wetter wirklich anfühlt sowie Radar­Ansichten. Die App ist kostenlos. wwww.migmag.ch/ weatherwiz

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


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Maritimer Norden mit Besuch des Elbphilharmonie-Plaza

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Hamburg. Hinreise via Frankfurt und Hannover nach Hamburg. 2. Tag: Hamburg. Heute steht die Besichtigung der Hansestadt Hamburg mit anschliessender Hafenrundfahrt auf dem Programm. Danach Transfer zur Elbphilharmonie für eine individuelle Besichtigung (Vorreservation nicht möglich) und zum Hotel. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. 3. Tag: Hansestadt Lübeck. Auf einer geführten Besichtigung lernen wir Lübeck mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten kennen. Am Nachmittag startet bei der Moltkebrücke eine romantische und gemütliche Wakenitz-Schifffahrt bis zum Ratzeburger See.

4. Tag: Nordseeküste und Insel Sylt. Fahrt auf die dänische Insel Römö. Wir fahren mit der Autofähre bis nach Sylt zum Lister-Hafen. Unter kundiger Führung entdecken wir die Schönheiten der Insel. Mit dem Autozug geht es anschliessend von Westerland über den Hindenburgdamm bis nach Niebüll. Wir durchqueren so das Naturschutzgebiet Nordfriesisches Wattenmeer. Auf der Rückreise geniessen wir ein Nachtessen im lokalen Restaurant. 5. Tag: Fakultativer Ausflug ins Alte Land. In der über 1000 Jahre alten Stadt Stade haben wir nach einer geführten Besichtigung Zeit für einen kleinen Bummel. Fahrt durch die idyllische Landschaft des Alten Landes bis nach Jork. Kaffee und Kuchen auf einem Obsthof. Anschliessend entdecken wir die vielen stattlichen Höfe mit dem Altländer Fachwerk, die Mühlen und die Obstgärten. 6. Tag: Hamburg–Celle–Fulda. Heute verlassen wir Hamburg. In der Herzogsstadt Celle haben wir Zeit für einen Bummel durch die Altstadt mit ihren malerischen Fachwerkhäusern. Weiterfahrt nach Fulda. 7. Tag: Fulda–Rothenburg ob der Tauber–Schweiz. Fahrt nach Rothenburg ob der Tauber. Individuelle Mittagspause und anschliessend Rückfahrt zu den Einsteigeorten.

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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 101

Nickerchen unter einer mit Narkosegas gefüllten Kunststoffglocke: Emma verschläft ihre Untersuchung.

Tipps

Krankheiten erkennen und vermeiden

Zootierärztin

Check-up vor dem Flug Über das Zoogelände fliegen – das ist das Ziel von Emma und Luzie, die neu zu uns gestossen sind. Bevor die beiden Papageiendamen jedoch abheben dürfen, brauchen sie eine Untersuchung – und spezielles Training. Text: Karin Federer

Bild: Walter Zoo

I Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmäs­ sig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

n Südamerika sieht man die Gelbbrust­ aras häufig zu zweit durch die Lüfte fliegen. Der Name sagt schon fast alles über das Aussehen der bis zu 90 Zenti­ meter grossen Vögel. Ihr Lebensraum sind tropische bis subtropische Wälder entlang von Flussläufen und offene Halbsavannen. Und am liebsten bekommen sie Früchte, Nüsse und Beeren in ihren schwarzen Schna­ bel. Zu zweit durch die Lüfte fliegen – das sollen auch Emma und Luzie im Walter Zoo bald können. Heute sind die beiden Gelb­ brustaras hier angekommen, und wir wollen sie Schritt für Schritt für den freien Flug fit machen. Ziervögeln drohen fünf Krankheiten

Wie bei allen Tieren, die bei uns einziehen, mache ich zuerst einen Eintrittscheck. Bei Vögeln ist diese Untersuchung sehr strikt, denn auch bei ihnen können einige Erkran­ kungen vorkommen. Viele Vögel sind Träger einer Krankheit, ohne dass sie bei ihnen selbst ausbricht. Bei Ziervögeln drohen die «gefährlichen fünf P»: die Schnabel­ und Federkrankheit PBFD, das Polyomavirus, die Psittakose (Ch. Psittaci, ein Bakterium), die neuropathische Drüsenmagenerkrankung

(PDD, ein Bornavirus) und die Pacheco­ Erkrankung (Herpesvirus). Auf diese fünf P muss ich Emma und Luzie nun untersuchen, ihnen dafür Blut und Federproben nehmen und Abstriche machen. Für Vögel würde das einen grossen Stress bedeuten, daher narko­ tisiere ich sie für den Untersuch. In einer Box, die ich mit Narkosegas fülle, schlafen sie ein. Beim Untersuch wägen wir die beiden Papageien, ich schaue die Augen und den Schnabel genau an. Alles in Ordnung, die Vögel sehen gesund aus, und auch die Tests verlaufen alle mit einem negativen Befund. So können wir bereits in der Quarantäne­ station mit dem Training für den Freiflug beginnen. Emma und Luzie lernen hier, auf die Hand des Tierpflegers zu fliegen. Ausser­ dem geht es darum, die Muskeln aufzubauen. Weil Vögel auch in der Natur nicht einfach aus Spass fliegen, sondern vor allem weil sie Futter oder einen Partner suchen, geht es auch bei uns ums Futter. Wie gut sich Vögel damit zum Fliegen motivieren lassen, können die Zoobesucher heute schon beim Flugtraining mit dem Wüs­ tenbussard erleben. Wann die beiden Gelb­ brustaras so weit sind, ist noch offen, aber ich wünsche ihnen jetzt schon: guten Flug! MM

Es gibt einige Krankheiten, die unsere Vögel befallen können. Einigen kann man durch ausgewo­ gene Fütterung, gute Hygiene, Ver­ meidung von chro­ nischem Stress sowie durch eine geeignete Haltung mit viel Abwechslung und Beschäftigung vorbeugen. Andere bedingen vor allem eine gute Kontrolle der Neu­ zugänge. Jeder Vogel sollte des­ halb zuerst einmal in eine separate Quarantäne­ haltung, damit mögliche Infektio­ nen erkannt wer­ den. Grundsätzlich können Pilzinfek­ tionen und bakte­ rielle Infektionen behandelt werden. Viren sind hin­ gegen schwierig. Es gibt praktisch keine Medikamente, die direkt gegen Viren wirken. Umso wich­ tiger ist es, dass eine gründliche Untersuchung am Anfang jeder Vogelhaltung steht.


102 | MM11, 13.3.2017 | LEBEN

Mein Name ist Jonas, und ich bin 14 Jahre alt. Seit Anfang 2014 schwin­

ge ich. Ich habe schon an vielen Wettkämpfen teil­ genommen. Schwingen wird oft als etwas Bünzli­ ges angesehen. Doch ich mag den Sport, deshalb ist mir dieses Klischee egal. Neben dem Schwin­ gen spiele ich in der Stadtjugendmusik Zürich Klarinette und stehe an zahlreichen Umzügen als Fähnrich im Einsatz.

Kinder

«Man ist ganz auf sich allein gestellt» Böser Bub im Sägemehl: Jonas schwingt leidenschaftlich gern und oft. Der 14-Jährige hat sogar schon in einem Dokumentarfilm über seinen Sport mitgewirkt. Text: Andrea Fischer Bilder: Gabi Vogt

Mein Klub

Nicht nur für Grosse und Kräftige

«Zum Schwingen bin ich über eine Schulkollegin gekommen. Beim ersten Mal wollte ich nur zuschauen, aber dann hat es mich so gepackt, dass ich gleich selbst in die Schwinghosen gestiegen bin. Das sind kurze Hosen aus Zwilchstoff, die man über normale Hosen streift. Schwingen ist ein Einzelsport, doch beim Training herrscht ein starker Teamzusammenhalt.

Sicher denkst du, es sei wichtig, dass

man gross und kräftig ist, um Schwingen zu können. Aber ich war es auch nicht und konnte mit guter Technik trotzdem sehr viel er­ reichen. Was man aller­ dings mitbringen muss, sind Ehrgeiz, Durch­ haltewillen und Spass am Einzelkampf. Der Rest ergibt sich mit der Zeit von allein. Ich trainiere im Schwingklub Zürich, den gibt es seit 120 Jah­

ren, und er zählt zu den grössten des Landes: www.sk-zuerich.ch Wenn du einen Klub in deiner Nähe suchst, findest du beim Eidgenössischen Schwingerverband passende Adressen: www.esv.ch

Das wöchentliche Training läuft in etwa so ab: Zuerst machen wir Mannschafts­ spiele zum Warmwerden, danach ein kurzes Gelenk­ aufwärmen und eine kleine Konditions­ und Krafteinheit. Anschliessend trainieren wir Technik. Und zum Schluss schwingen wir noch ein bisschen wettkampfmässig.

Bei einem Kampf greifen sich die zwei Rivalen an den Hosen und versuchen, den Gegner auf den Rücken zu bringen. Je nach Resultat gibt es zwischen 8,5 und 10 Punkte. Diese Punkte werden nach sechs Kämpfen zusammengezählt. Ich durfte letztes Jahr im Dokumentar­ film «Der König der Schweiz – Vom Schwingen und seinen Hel­ den» von Andrea Pfalzgraf mitwirken. Der Film war auf SRF zu sehen.» MM


LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 103

Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede

publizierte Frage gibts einen 20-Franken-

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Levin (10), Thalwil ZH

Das waren mehrere Leute zu verschiedenen Zeiten. Wie gut, dass sie einen Anfang machten – sonst müsste ich heute meine Kinder selbst unterrichten. So wie ich wären wohl viele Mütter und Väter damit überfordert. Früher war es für Eltern einfacher, ihre Kenntnisse weiterzugeben. In der Steinzeit lehrten sie ihre Kleinen beispielsweise, wie man Werkzeuge macht oder jagt.

wurden Lehrer nötig. Sie sollten ein neues, geistig anspruchsvolleres Wissen weitergeben. Darum schufen sie in Mesopotamien die ersten Schulen. Ihre Hochkultur blühte in der Gegend der heutigen Krisengebiete rund um den Irak. Später brachten auch andere grosse Kulturen «neue» Schulen hervor: die alten Griechen und Römer etwa oder die katholische Kirche. Allerdings durften über Jahrtausende meist nur die Söhne der Reichen zur Schule gehen.

Als die Sumerer vor rund 4000 Jahren die erste Schrift erfanden,

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SUDOKU Fülle die Zahlen von 1 bis 4 in die Felder ein. In allen Reihen (waagrecht, von links nach rechts und senkrecht, von oben nach unten) und allen Kästchen kommt jede Zahl genau ein Mal vor.

Vor gut 350 Jahren «erfand» der europäische Gelehrte Johann Amos Comenius eine Schule, die allen Kindern gleiche Chancen geben sollte und auf deren Wesen einging. Über ein Jahrhundert später machte der Zürcher Johann Heinrich Pestalozzi den Anfang für unser modernes Schulwesen. Ihm war wichtig, dass alle Kinder ganzheitlich mit «Kopf, Herz und Hand» lernen durften. MM

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*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

WER IST WER? A

Ui, da hat Hugo mit seinem Fotoapparat wohl etwas zu nah an die Tiere herangezoomt. Erkennst du, was er fotografiert hat?

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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 105

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Maschine ist mit einer ThermoSchontrommel ausgestattet; das bedeutet, dass sich die Trommel nach dem Schleudergang erwärmt. Dadurch wird die Wäsche gelockert und geglättet, was nachher das Bügeln bzw. Glattstreichen der Textilien erheblich erleichtert. Das Migros-Magazin und das Online-Warenhaus Galaxus.ch verlosen drei dieser hochwertigen Miele-Waschmaschinen im Wert von jeweils 1969 Franken. MM Info: www.galaxus.ch/haushaltgrossgeräte

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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 109

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Auflösung Nr. 10: STEINOBST

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Gewinner Nr. 9: Elisabeth Lehmann, Starrkirch-Wil SO; Elisabeth Lanz, Balsthal SO; Paul Roth, Steffisburg BE; Birgit Dobler, Amden SG; Karin Basig, Chur Gewinner «Zusatz» Nr. 9: Bruno Steffen, Nürensdorf ZH; Beat Bühler, Weiningen ZH; Walter Erny, Riehen BS; Verena Brunner, Wimmis BE; Sandra Beatrice Quadranti, Rümlang ZH


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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 111

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wer hört alles und sagt nichts? S

Ohr

R Mund

W Auge

2. Wenn jemandem nichts entgeht, passt er auf wie …? A ein Schiessstand

K ein Schiesshund

E

eine Schiessbude

S

Landschaft

3. Was wird in England als evergreen bezeichnet? I

immergrüne Pflanze

H Teenager

So nehmen Sie teil

4. In welchem Kanton befindet sich das Guldental? S

Solothurn

T

Glarus

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 19.3.2017, 24 Uhr

R Schwyz

5. Wen nannte man im Mittelalter einen Beutelschneider? G Taschenmacher

C Dieb

O Beamter

6. Wo ist der «Tatort»-Kommissar Stefan Gubser (Reto Flückiger) im Einsatz? A Bern

I

Basel

H Luzern

7. Welches dieser Länder der EU ist am dichtesten bevölkert? U Niederlande

L

Belgien

N Ungarn

8. Wann wurde der Roman «Das Jahr 2440: ein Traum aller Träume» geschrieben? D 1968

S

1887

H 1771

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 10: JUWELIER

Gewinner Nr. 9: Sebastian Stoop, Flums SG; Karin Howald, Thöringen BE; Theresia Schneider, Oberburg BE

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5

E

1 4 2

Auflösung Nr. 10: LOTSE Gewinner Nr. 9: Markus König, Bad Zurzach AG; Therese Hostettmann, Ipsach BE; Irene Kuster, Münchenstein BL

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LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 113

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 10: 895

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 19.3.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 9: Annemarie Roth, Pruntrut JU; Ruth Kägi, Nuolen SZ; Margrit Eberhard, Wildhaus SG; Fredy Surber, Bönigen BE; Michel Rosset, Vullierens VD

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 5 3 3 3 miteinander verbunden 2 1 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 1 3 4 2 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 10:

3 3 2

2 3 3

1 1

3 3 2

4 3 4

2 3 3

5

3 3 3

2 1

3 2

Auflösung Nr. 10: 2

1

3

1

3

4

2

3

3

4

2

1

1

4

4 3

2

2 4 3

2

2

4 4

2

3 3 1

1 4 3 3 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Bildredaktion: Heinz Stocker (Korrektor) Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freier- Susanne Oberli, Helen van Pernis muth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Layout: Dinah Leuenberger (Volontärin), Doris Oberneder (Creative Director), Monica Müller, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Online: Werner Gämperli, Saskia Goslings, Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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116 | MM11, 13.3.2017 | LEBEN

Meine Welt

«Ängste zu überwinden, gehört zu meinem Job» Ritschi auf allen Kanälen: Soeben hat der Mundartsänger sein drittes Soloalbum veröffentlicht. Und aktuell überrascht der wirblige Berner in der SRF-Samstagabendshow «Ich schänke dir es Lied» ahnungslose Menschen.

4

Bilder: Michael Sieber

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7

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Bilder: zVg, Pascale Amez/liveit.ch, Paragliding Interlaken GmbH

Texte: Reto E. Wild

2


LEBEN | MM11, 13.3.2017 | 117

1 Mein Ruheort «Meine Familie und

ich sind oft am und auf dem Thunersee. Wir alle mögen das Wasser.» 2 Mein Treffpunkt «West-End heisst

das italienische Restaurant in Interlaken – in der angegliederten Vinothek treffe ich mich häufig mit Freunden zum Apéro. Obwohl Genussmensch, trinke ich keinen Alkohol. Zuoberst auf der Genusskarte steht bei mir Schoggi.» 3 Mein Zuhause «Der Garten ist unser erweitertes Wohnzimmer. Und auf diesem Grill bereite ich auch Pizza, Brot oder Fondue zu. Ich bin ein Familien-

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Name Andreas «Ritschi» Ritschard (38) Wohnort Unterseen BE Lebenslauf «Von 1997 bis 2001 ab-

solvierte ich eine Schreinerlehre. Ebenfalls 1997 gründete ich mit vier Musikern die Mundartpopband Plüsch. 2009 erschien mein erstes Soloalbum ‹Probier mi doch mal us›. Im gleichen Jahr heiratete ich Andrea (36). Wir haben zwei Kinder: Neo (4) und Mila (1). 2014 folgte ‹Öpfelboum u Palme›, das den ersten Platz der Schweizer Albumcharts erreichte. 2015 und 2016 war ich im Musical ‹Io Senza Te› in einer der Hauptrollen zu sehen. Kürzlich kam mein drittes Soloalbum ‹Ritschi› raus. Aktuell bin ich an der Seite von Anna Rossinelli und Folksänger Kunz in der fünfteiligen SRF-Samstagsabendsendung ‹Ich schänke dir es Lied› zu sehen. mensch und versuche, nach Konzerten, möglichst schnell heimzukommen.» 4 Meine Möbel «Als gelernter Schreiner fertige ich viele Möbel selbst an – ich habe sogar den Innenausbau meines Hauses eigenhändig gemacht.» 5 Mein Video «Im Salle Versailles des

Mein Lieblings­ produkt «Ich bin

ein Migros-Kind. Kenner würden den Chuscht Redli vielleicht als langweilig bezeichnen. Ich hingegen finde den Käse besonders gut und, wie es der Name schon sagt: chüschtig.»

Hotels Victoria Jungfrau Interlaken haben wir das Video zur aktuellen Single ‹Tränemeer› gedreht.» 6 Meine Bühne «Die Mühle Hunziken BE ist ein cooles Lokal. Ist sie ausverkauft, fühlt es sich dort an wie im Hexenkessel.» 7 Meine Angst «Ich leide zwar unter Höhenangst, mache aber trotzdem Paragliding. Ängste zu überwinden, gehört zu meinem Job: Vor 20 000 Zuschauern einen neuen Song vorzutragen braucht, genauso viel Überwindung.»


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