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Migros magazin 11 2016 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM11, 14.3.2016 | www.migrosmagazin.ch

Schnell, sozial, viral: Twitter feiert seinen 10. Geburtstag Seite 38

Bild: Basil St端cheli

Poetry-Slam-Meisterschaft

Mikro an! Sarah Altenaichinger misst sich mit den besten Slam-Poeten der Schweiz Seite 10 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch


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4 | MM11, 14.3.2016

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B Editorial

Ein # erobert die Welt

Bis vor genau zehn Jahren, als Twitter kam, hiess das Zeichen # einfach «Gartenhag». Erst mit Twitter wurde aus dem «Hag» ein «hashtag». Seither haben der Hashtag und Twitter zu einem Siegeszug angesetzt. Twitter ist zu einem der wichtigsten Newskanäle geworden. Jede Politikerin, jeder Schauspieler ist auf Twitter. Obama hat 71 Millionen Follower, Roger Federer steht bei 4,6 Millionen. Wenn ein Bundesrat etwas zu sagen hat, setzt er einen Tweet ab. Wenn Frau Merkel etwas mitteilen will – die Welt erfährt es als Erstes auf dem Dienst mit dem blauen Vogel. Wenn ein Schiff untergeht, eine Staatskrise sich anbahnt, ein Sportrekord fällt, kann man heute sicher sein: Auf Twitter erfährt man es zuerst. An meinen ersten Tweet kann ich mich nicht mehr erinnern. Anders als andere Journalisten wurde ich mit dem 140-Zeichen-Dienst nie ganz warm. Er engt ein, zwingt zur Kürze. Mit Facebook, dem Plaudern und Diskutieren im Freundes- und Bekanntenkreis, konnte ich mich besser anfreunden. Deshalb hat es @HSchneebi in den letzten Jahren auch nur zu ein paar Hundert Tweets gebracht. Was aber bewegt jemanden, der 75 000 Tweets abgesetzt hat – und das notabene in nur sieben Jahren, denn er ist erst seit 2009 bei Twitter? MM-Redaktor Ralf Kaminski hat sich mit Markus Felber (@Frechgeist), der jahrelang am Lausanner Bundesgericht als Korrespondent der «NZZ» tätig war, darüber unterhalten, was ihn antreibt, jeden Gedanken ins Publikum zu tragen. So viel vorweg: Twitter hat Felber ein Tor zum globalen Dorfplatz Internet geöffnet, hat ihm spannende Begegnungen eingetragen, hat ihn laut seiner Frau «kommunikativer und sozialer» gemacht (Seite 38). Ob die Twitter-Erfolgsstory weitergeht? Einiges spricht dagegen: Der Börsenkurs ist abgestürzt, die Firma überlegt sich, die 140-Zeichen-Grenze zu öffnen und wie Facebook die News mit einem Algorhythmus zu steuern. Egal, was passiert – wir werdens sicher zuerst in einem Tweet erfahren … Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

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Menschen 8 Modernes Familienrecht

Kommt jetzt die «Ehe light»? 10 Kampf der Poeten

In St. Gallen messen sich die jüngsten Wortakrobaten der Slampoeten an der Schweizer Meisterschaft 16 Osterwettbewerb 20 Kinder in der Reha Hirnschlag mit 12 Jahren!

Manuel Höchli fand in der einzigen Kinder-Reha-Klinik der Schweiz einen Platz 29 Bänz Friedli 30 Hygiene für die Ärmsten

«Ich war als Kind nicht wie die anderen Jungs»

Wie Jessica Altenburger aus Zürich die Lebensqualität von Slum-Bewohnern in Peru verbesserte 36 Leserforum 38 Kein Tag ohne Twitter

Jim Parsons

Der Journalist und Jurist Markus Felber hat seit seiner Frühpensionierung über 75 000 Tweets abgesetzt. Mit grosser Twitter-Grafik

von «The Big Bang Theory»

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44 Jim Parsons

Interview mit dem Star aus «The Big Bang Theory»

Migros-Welt 57 Saisonküche

Bilder: Dan Cermak, Samuel Trümpy, Ernesto Benavides, Daniel Aeschlimann

Tofu ist nicht nur Fleischersatz. Man kann ihn braten, frittieren oder zu veganen Smoothies verarbeiten. Mit Rezepten 73 Chia Bagel und Salat

Der ideale Frühlingslunch 74 Oster-Brunch

Mit originellen Rezepten und lustigen Backideen

80 Feines aus dem Meer 85 Beste Schweizer Milch 87 Wasser, das mehr bietet 89 Die Merinda-Tomate 91 Mehr für Allergiker

Die Migros baut ihr Sortiment laufend aus

93 Heuschnupfen, ade! 95 Mascara für alle Fälle 97 Exzellentes Total 98 Grünes für den Frühling

101 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen und Neuigkeiten aus Ihrer Migros-Genossenschaft

Leben 107 Knigge

Was man nie auf sozialen Netzwerken posten sollte

109 Kinder und Aufräumen Wie Sie Ihre Kinder zu mehr Ordnung in ihrem Zimmer ermuntern können 111 Essen und schlafen

Manche Lebensmittel sind richtige Schlafräuber 113 Sonnenhormon

Vitamin D ist wichtig für unsere Gesundheit 115 Zootierärztin Warum der Quittenwaran im Walter Zoo strandete 116 Kinder

Wie entsteht das Morgenrot, und was sind Rabeneltern? 119 Glücksgriff 120 Rätsel/Impressum 124 Cumulus 126 Meine Welt

Sein neuester Film heisst zwar «Nichts passiert» – aber für Regisseur Micha Lewinsky ist sehr wohl viel passiert

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

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Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM11

Darauf freuen wir uns ZAZ Die französische NouvelleChanson-Sängerin (35) tritt am

Mittwoch im Hallenstadion auf. «Bienvenue à Zurich!»

Schweizer Filmpreis Am Freitag

heisst es im Zürcher Schiffbau: «Der Quartz geht an…» Nominiert ist unter anderen Micha Lewinsky mit «Nichts passiert» (Seite 126).

Bernard «Beni» Thurnheer (66)

ist der bekannteste Schweizer Sportreporter. Seit Dezember hat der pensionierte Moderator beim Ostschweizer «Radio Top» eine eigene Sendung.

Mein Bild der Woche «Vulkane haben mich schon immer fasziniert. Wieso eigentlich?

Vielleicht lockt das Fremde, in der Schweiz gibt es ja keine wirklich herausragenden Exemplare. Auch finde ich die regelmässige, symmetrische, mächtige, runde Form einfach schön. Vulkane haben auch eine greifbare grosse zeitliche Dimension. Ihr Kegel verweist auf längst Vergangenes, ihre Präsenz kündet aber gleichzeitig von einem inneren Brodeln, das in der Zukunft gewaltig ausbrechen könnte. Wenn sich dann tatsächlich – in sicherer Distanz! – die feurige Lava über den Berg ergiesst, wie gerade jetzt beim Tungurahua in Ecuador, ist die Ästhetik perfekt.»

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Flavia Wirz (18), Detailhandelsfachfrau, Engelberg OW a) «Lowlife» von X Ambassadors ft. Jamie Commons b) «Don’t Let The Sun Go Down» von Elton John ft. George Michael c) «Astronaut» von Sido ft. Andreas Bourani

Antwort a): Diese Musik macht gute Laune.

Bilder: PD, Jose Jacome/EPA/Keystone, Salvatore Vinci

Hörprobe

Unnützes Wissen

Prominente und ihre Körperteile Napoleons Penis

wurde angeblich bei einer Autopsie 1821 abgetrennt und 1977 für 3000 Dollar an einen Urologen aus New Jersey verkauft. Lenins Gehirn

wurde nach seinem Tod in 31 000 Scheiben geschnitten, um es zu untersuchen. Chopins Herz

liegt in einer Säule der Heiligkreuzkirche. Quelle: Neon/Stern


8 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Braucht es Alternativen zur Ehe? Migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Familienrecht

«Ehe light» statt Bund fürs Leben? Immer mehr Menschen leben im Konkubinat. Das erfordert neue rechtliche Regeln. Der Nationalrat diskutiert in der letzten Sessionswoche über den Pacs, einen Vertrag für die Ehe ohne Trauschein nach französischem Vorbild. Text: Andrea Freiermuth, Anne-Sophie Keller

Worauf achten Sie bei der Taxiwahl? 19% Allein auf den Preis, deshalb fahre ich mög­ lichst mit Uber. 25% Sicherheit geht vor: Ich will Orts­ und Sprachkenntnis, Ver­ sicherung usw. 57% Dass Taxifahrer einen anständigen Lohn kriegen und abgesichert sind, ist mir wichtig. Das spricht gegen Uber.

Zahlen und Fakten

41%

der Schweizer Männer und Frauen haben bis zu ihrem 50. Lebens­ jahr noch nie eine Ehe geschlossen.

uneheliche Kinder ka­ men 2014 in der Schweiz zur Welt. Das sind rund 20 Prozent der Neu­ geborenen in jenem Jahr.

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Anspruch haben Konku­ binatspartner beim Tod ihres Gefährten auf des­ sen Erbe, ausser sie sind im Testament erwähnt. Auch eine Witwenrente erhalten sie nicht. Quelle: BFS und www.ch.ch

Ehe- oder Konkubinatsvertrag? In guten Zeiten geschlossen ist er in Krisenzeiten eine wichtige Rechtsgrundlage.

D

iese Woche steht im Na­ tionalrat die Modernisie­ rung des Familienrechts auf der Traktandenliste. Diskutiert wird auch über einen «Pacs nach Schweizer Art», einen Vertrag für die «Ehe light». Vorbild ist der in Frankreich beliebte Pacs (pacte civil de solidarité). 1999 für gleichgeschlechtliche Paare einge­ führt, wurde er bei heterosexuellen Paaren populär. Inzwischen sind 41 Prozent aller Paarbeziehungen in Frankreich mit einem Pacs geregelt. Der Nationalrat kommt damit der Aufforderung des Bundesrats

nach, der in seinem Bericht vom vergangenen Jahr «Handlungs­ bedarf» sieht: In der Schweiz gibt es inzwischen mehr Ledige und Geschiedene als Verheiratete. Viele davon leben in einer Partner­ schaft, scheuen aber den Gang zum Standesamt: Weil sie keinen zwei­ ten Versuch wagen. Weil die Ehe für sie ein alter Zopf ist. Oder einfach, weil sie nicht mehr Steuern zahlen möchten. Spätestens bei einer Trennung bereuen Konkubinatspaare unter Umständen, dass sie ihre Partner­ schaft nicht rechtlich geregelt

haben – insbesondere dann, wenn Kinder involviert sind. Wer während der Beziehung das Pensum reduzierte, um sich um die Kinder zu kümmern, hat im Fall einer Trennung klar das Nach­ sehen: So wird etwa das AHV­Gut­ haben, anders als bei einer Schei­ dung, nicht gesplittet. Dasselbe gilt für das Pensionskassenvermögen sowie die Ersparnisse. Rechtlich gesehen, sind die Konkubinats­ partner Einzelpersonen. Zudem stehen dem Partner, der für die Kinderbetreuung zuständig war, keine Unterhaltsbeiträge zu. MM

Bilder: Keystone, zVg

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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 9

Michelle Cottier

«Hat man nicht gut verhandelt, steht man nach Auflösung der Beziehung eventuell schlecht da» Michelle Cottier, warum ist der pacte civil de solidarité (Pacs) in Frankreich so populär? Mit dem Pacs ist die Beziehung recht­ lich und staatlich anerkannt: Damit signalisiert man gegenüber dem Part­ ner Verbindlichkeit. Gleichzeitig ist er nicht an die gleichen gesellschaft­ lichen Erwartungen geknüpft und mit den gleichen rechtlichen Folgen verbunden wie die Ehe. Was macht da genau Angst? Wer heiratet, riskiert eine Scheidung, die gesellschaftlich immer noch mit einem Stigma behaftet ist. Wer nicht heiraten will, kann einen Konkubinatsvertrag abschliessen. Warum reicht das nicht? Der Konkubinatsvertrag ist mit zahlreichen rechtlichen Unsicherheiten verbunden. Ein Beispiel: Sie haben für den Fall der Trennung zwar Unterhaltszahlungen verein­ bart, aber wissen nicht, ob sich diese Abmachung vor Gericht auch durch­ setzen lässt. Zudem lassen sich gewisse Aspekte gar nicht regeln: Die Gelder der beruflichen Vorsorge etwa lassen sich mit einem Konkubinats­ vertrag nicht teilen. Was ist der Unterschied zwischen einer Ehe und einem Pacs? Der Pacs ist als Vertrag konzipiert, der nur sehr beschränkte Wirkungen hat, die sogar zum Teil noch beim Ab­ schluss extra ausgehandelt werden müssen. Bei der Ehe genügt eine Unterschrift auf dem Standesamt, damit weitreichende gegenseitige Rechte und Pflichten gelten. Gestaltungsfreiheit klingt gut. Gibt es auch Nachteile? Die meisten Paare denken beim Ab­ schluss eines solchen Vertrags nicht daran, dass sie ihn dereinst vielleicht wieder auflösen werden. Das gilt natürlich auch für die Ehe, aber da sind gewisse Dinge wie Unterhalts­ zahlungen im Falle einer Trennung so geregelt, dass die finanziell schwä­ chere Partei geschützt wird. Beim

Pacs gibt es diesen Schutz nicht. Hat man beim Abschluss des Vertrags nicht gut verhandelt, steht man nach Auflösung der Beziehung eventuell sehr schlecht da. Befürworten Sie die Übernahme des französischen Modells? So wie der Pacs in Frankreich geregelt ist, würde er die Probleme nicht lösen. Er vernachlässigt zu viele wichtige Bereiche. Wie müsste der Pacs ausgestaltet werden, damit es sich lohnt, das Modell zu übernehmen? Die Rechtsfolgen müssten ausgebaut werden, damit im Moment der Trennung ein finanzieller Ausgleich zwischen den ehemaligen Partnern geschaffen werden könnte. Und das nicht nur, wenn Kinder da sind und die Partnerin ihre Erwerbstätigkeit deswegen eingeschränkt hat, sondern auch wenn der eine zum Beispiel die Pflege der Eltern des andern über­ nommen hat. Allerdings hat das Modell noch eine andere Schwäche. Nämlich? Der Pacs ist ein Opt­in­Modell, ein Modell, für dessen Abschluss sich beide Partner aktiv entscheiden müs­ sen. Das ist anders etwa in Neusee­ land, wo das Recht gar nicht mehr zwi­ schen einer Ehe und anderen Partner­ schaften unterscheidet. Rechte und Pflichten werden an die Übernahme von Verantwortung in einer Bezie­ hung geknüpft, statt an einen formel­ len Akt. Dies verhindert, dass ein Partner durch die Weigerung, eine Ehe einzugehen, sich seiner Verantwor­ tung einfach so entziehen kann. Wäre der Pacs auch eine Option für gleichgeschlechtliche Paare? Eine moderne Regelung würde keinen Unterschied zwischen hetero­ und homosexuellen Paaren machen. In Frankreich ist inzwischen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zugelas­ sen. Auch bei uns wird darüber disku­ tiert, und der Bundesrat hat sich bereits dafür ausgesprochen. MM

Michelle Cottier (42): Professorin

für Zivilrecht an der Universität Genf.

Annika Lütcke (44), Hebamme, Zürich: «Seit anderthalb Jahren. Die

Ehe macht die Beziehung verbindlicher. Zudem kann man gemeinsam für ein Kind Verantwortung übernehmen. Unser Sohn ist ein halbes Jahr alt.»

Johannes Sarenthein (50), Hirn­ forscher, Zürich: «Ich bin seit elf

Jahren verheiratet. Hauptsächlich aus traditionellen Gründen und wegen des rechtlichen Rahmens. Meine Frau und ich haben fünf Kinder.»


10 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Ladina Bösch (18), St. Gallen

«Schon als Kind habe ich Kurzgeschichten geschrieben. Das Schreiben hilft mir, Ordnung in meine manchmal überspru­ delnde Gedankenwelt zu bringen. Zudem spiele ich gern Theater. Beim Poetry Slam kann ich die Ausdrucksformen gut verbinden. Oft verarbeite ich in den Texten Dinge, die mich gerade umtrei­ ben oder auch nerven. Meine Texte sind meist nachdenklich; eher selten wage ich mich auch an humorvolle Themen. Ich halte es für eine hohe Kunst, geistreich und witzig zugleich zu schreiben. Manchmal ist es für mich beängstigend, in einer Generation aufzuwachsen, die erkennt, dass vieles falsch läuft, und doch nicht weiss, was sie ändern soll. Das einzige System, das uns zurzeit zu einen scheint, ist das kapita­ listische, kommer­ zielle. Das stört mich – und die Slam­Bühne ist ein guter Ort, um dies auszudrücken. Es wäre schön, wenn ich das Publikum mit meinen Texten zum Nachdenken bringen könnte. Gespannt bin ich jeweils auf das Feedback nach mei­ nem Auftritt. Zum Glück ist die Energie bei den Poetry Slams meistens gut, und ich kann auch mit Ironie gefärbte Texte vor­ tragen. Es gibt tolle Mundartwörter, die schon fast vergessen sind. ‹Chodder› ist so ein Wort. Das klingt schon so ‹gruusig›.»


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 11

Poetry Slam

Bühne frei für Wortakrobaten Ein Text, fünf Minuten Zeit: Beim Poetry Slam buhlen Bühnenpoeten um die Gunst des Publikums. Fünf Nachwuchstalente verraten, wie sie am Finale der Schweizer Meisterschaften punkten wollen. Text: Andreas Bättig

Bild: Pierre Lipuner

P

Bilder: Basil Stücheli

oetry Slam hat die Lyrik in die Jugend­ kultur zurück­ gebracht. Slam kann sein wie Rap, der ohne Musik und Beats auskommt», sagt der 19­jährige Joël Perrin. «Die Sprache selbst ist zugleich Politik, Poesie, Musik und Beat.» Joël Perrin (siehe Porträt Seite 12) ist Slampoet respektive Poetry Slammer. Wie Sarah Altenaichinger, Hannes Schraner, Mia Acker­ mann und Ladina Bösch steht er in der Kategorie U20 im Finale der Schweizer Poetry­Slam­Meisterschaften – im Wettkampf der Bühnen­ dichter.

Seit über 15 Jahren gibt es auch in der Schweiz eine Slamszene, und an Nachwuchs mangelt es ihr nicht. Die Bühne dient den jungen Poeten nicht nur als Plattform zur Unterhaltung eines Publikums, sie ist auch ein Forum, in dem sie sich kritisch mit politischen The­ men auseinandersetzen und die eigene Generation unter die Lupe nehmen können – inner­ halb eines Zeitlimits von nur wenigen Minuten. Rassismus, Umweltschutz, Meinungsfreiheit, Rebellion oder Geschlechterrollen sind nur einige der Themen, über die die Nachwuchskünst­ ler sich den Kopf zerbrechen –

um dann «selbstbewusst auf der Bühne zu stehen und dem Publikum klarzumachen: Hier stehe ich nun und sage euch meine Meinung», wie der erst 15­jährige Hannes Schraner die Auftritte beschreibt. Ihre Botschaften verpacken die Slampoeten nicht etwa in stumpfe Stammtischparolen, vielmehr vermitteln sie ihren Standpunkt mit sprachlicher Finesse und virtuoser Wort­ akrobatik – und mit dem Herzen auf der Zunge. Die Schweizer Meisterschaft in Poetry Slam findet vom 17. bis 19. März in St. Gallen statt: www.poetryslam.ch

Weitere Talente: nächste Seite

Slams im Video

Ladina über Gummistiefel: www.migmag.ch/ ladina Joël ist völlig überrascht: www.migmag.ch/ joel Sarah verliert ihr Weltbild: www.migmag.ch/ sarah


12 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Joël Perrin

(19), Männedorf ZH

«Sprache ist ein wich­ tiges Thema: Mein Vater ist Sprachwis­ senschaftler, beide Eltern haben als Journalisten und Mo­ deratoren gearbeitet. Zudem hatte ich am Gymnasium einen sehr guten Deutsch­ lehrer, der mit uns einen Schul­Poetry­ Slam durchführte – den ich gewann. Slamen kann poltern, kann laut sein, auch mal Schenkelklopfhumor – aber was mir daran so gefällt, ist die Tiefe, das Wechselspiel mit leisen Tönen. ‹Slam› für schlagen, ‹Poetry› für Dichtkunst: Ich kann den Men­ schen einen Gedan­ kenanstoss geben. Meine Texte sind oft politisch, mal hinterfrage ich den Rassismus, mal die Meinungs- und Redefreiheit. Ein Text ist zum Beispiel im Nach­ hall des Arabischen Frühlings entstanden und soll daran er­ innern, dass es nicht selbstverständlich ist, auf der Bühne Poesie vorzutragen. Es fühlt sich einfach gut an, wenn ich in den Gesichtern der Leute lesen kann, dass meine Texte sie berühren. Seit ich mit 15 Jahren meinen ersten Text ge­ schrieben habe, ist die Szene ständig gewach­ sen – und professio­ neller geworden, inter­ nationaler. Mittlerweile kann ich mir ein Leben ohne Poetry Slam nicht mehr vorstellen. Auch weil Kreativität ein guter Ausgleich zum Medizinstudium ist.»


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 13

Sarah Altenaichinger (19), Basel

«Mit 15 Jahren trat ich erstmals bei einem Poetry Slam auf. Es lief von Anfang an gut – 2012 wurde ich VizeSchweizer-Meisterin. Damals profitierte ich wohl noch vom Anfängerbonus. Mittlerweile muss ich zusehen, dass ich nicht im Mittelfeld untergehe. Aber ich mache mir keinen Druck. Wichtig ist, dass ich meinen Auftritt, meinen Text und meinen Stil selber gut finde. Das gibt mir Selbstvertrauen, das ich auch ausserhalb der Bühne nutzen kann. Hilfreich ist bestimmt, dass ich früher Theater gespielt habe und es gewohnt bin, auf der Bühne zu stehen. Zudem kenne ich meine Texte ziemlich gut und weiss, ob und wie sie beim Publikum ankommen. Im Gegensatz zu anderen Slam-Poeten bin ich keine Rampensau, die selber völlig ausflippt. Das würde auch nicht zu mir und zum lyrischen und lautmalerischen Stil meiner Texte passen. Ich spiele mit der Sprache, und ich versuche, mit einfachen Geschichten Bilder in den Köpfen der Zuhörer entstehen zu lassen, an denen sie entlanggleiten, in die sie eintauchen können. Ich werde vermutlich Germanistik und Psychologie studieren; definitiv entschieden habe ich mich noch nicht. So oder so werde ich aber weiterhin als Slam-Poetin auftreten. Die Szene ist sehr familiär. Deshalb nennen wir uns auch ‹Slamily›.»


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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 15

Mia Ackermann

Hannes Schraner

(16), St. Gallen

(15), Wiedlisbach BE

«Ich bin ein sehr politischer Mensch und deshalb auch bei den Jungsozialisten. In meinen Poetry-Slam-Texten verarbeite ich Themen, die mich und meine Generation betreffen – zurzeit etwa die Legalisierung von Cannabis oder Umweltschutz. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, dass es toll wäre, eine Revolution anzuzetteln. Aber keiner scheint gross Lust darauf zu haben. Wir reden immer davon, alles verändern zu wollen, aber letztlich sitzen wir faul und lustlos rum.

«Als 15-Jähriger habe ich noch kein Stimmrecht, was ich sehr doof finde. Poetry Slam ist eine gute Möglichkeit, politisch Stellung zu beziehen. Der derzeit vorherrschende Rassismus etwa macht mir zu schaffen. Oder ich thematisiere, wie die Gesellschaft mit den Geschlechterrollen umgeht: Ich habe lange Haare und werde manchmal für eine Frau gehalten, was ich sehr lustig finde. Humor ist ein wichtiger Bestandteil meines Auftritts. Ich kann mich hinter dem Humor immer etwas verstecken. Zugleich glaube ich, dass ich die Leute mit dieser Form gut erreiche. Wenn jemand über meine Pointen lachen kann, obwohl er eigentlich eine andere Meinung vertritt, ist schon ein grosser Schritt getan – er überdenkt dann womöglich seine eigene Position. Präzises Vortragen ist dabei extrem wichtig. Die Betonung muss stimmen, sodass die Pointe nicht einfach überlesen wird. Und: Man darf sich nicht hinter dem Mikrofon verstecken.»

Auch ich brauche manchmal etwas Druck: Viele meiner Texte entstehen in einer Nachtschicht ein bis drei Tage vor dem Slam. Meist sind es Wortspiele und Reime zu ernsten Themen; auf der lustigen Schiene fahre ich selten. Ich bin ein Mittelpunktsmensch, der jeden Moment auf der Bühne geniesst. Am liebsten würde ich nach dem Auftritt jeweils noch länger stehen bleiben. Ich finde es faszinierend zu beobachten, welche Emotionen die Texte beim Publikum wecken.»

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16 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

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Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Migros-Medien/Medias Migros sind von der Teilnahme ausgeschlossen.


Der neue VW Touran im Dauertest Während vier Monaten haben zwei Familien den neuen VW Touran getestet: Familie Heinz aus dem Aargau und Familie Farruggio aus Neuenburg. Sie haben das Familienauto dabei auf Herz und Nieren geprüft und ihre Erlebnisse und Eindrücke dokumentiert. Eine Zusammenfassung. Platzverhältnisse, Schnee und Assistenten

Fazit

Die Platzverhältnisse des neuen Touran begeisterten beide Testfamilien. Neben dem Grosseinkauf für 2 Wochen hatte es im Kofferraum auch noch gut Platz für alle Weihnachtsgeschenke. Und dank der zusätzlichen Sitzreihe konnte Familie Heinz sämtliche Schulgspänli ihres ältesten Sohnes herumchauffieren. Auch bei starkem Schneefall liess der neue Touran unsere VW-Family nicht im Stich:

Beide Testfamilien sind sich einig: Der neue Touran ist ein ideales Familienfahrzeug, das sich rundum bewährt. Familie Farruggio: «Es ist ein modernes Familienauto mit vielen Funktionen, die man nicht in jedem Auto findet. Der Parkassistent und auch der Stauassistent sind hervorragende Assistenzsysteme, die uns fehlen werden.» Familie Heinz: «Uns ist aufgefallen, dass wir während der ganzen Testzeit nur sehr selten an eine Tankstelle gefahren sind. Wir sind erstaunt darüber, wie wenig Treibstoff dieses Fahrzeug braucht. Der neue Touran ist in allen Belangen ein sehr angenehmes Auto.»

«Das Fahrverhalten im Schnee ist absolut zuverlässig. Sehr spurtreu, und das ABS/ESP ist eine erstklassige Unterstützung.» Besonders sicher fühlten sich die beiden Familien in ihren Test-Tourans nicht zuletzt wegen den verschiedenen Assistenz-Systemen, die sie in einzelnen Situationen unterstützten.

Fahrsicherheitstraining Bei strömendem Regen wurde bei DRIVESWISS in Wohlen ein Fahrsicherheitstraining organisiert. Perfekte Verhältnisse, um das Auto in schwierigen Situationen zu testen. Richtiges Kurvenfahren, Vollbremsung im Notfall und korrektes Beladen des Kofferraums standen auf dem Programm. Der neue Touran liess unsere Teilnehmer bei keiner Übung im Stich. Vor allem das Kurvenfahren überraschte Testfahrer Stephan Heinz:

«Bei dieser Übung wurde mir bewusst, dass ich seit 20 Jahren die Kurven immer falsch ausgefahren bin.» Man hat eben auch beim Autofahren nie ausgelernt.

Das 4-Liter-Auto unter den Vans Die jeweils drei Euro-6-Benziner (TSI mit 110 PS/81 kW, 150 PS/110 kW und 180 PS/132 kW) und Euro-6-Diesel (TDI mit 110 PS/81 kW, 150 PS/110 kW und 190 PS/140 kW) verbrauchen bis zu 19 Prozent weniger Treibstoff. Das sparsamste Modell, der Touran 1.6 TDI mit 110 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG), gibt sich mit wegweisend sparsamen 4,2 l/100 km zufrieden.


Wollen Sie mehr erfahren? Auf unserem Family-Blog vwfamily.volkswagen.ch können Sie alle Erlebnisse und Eindrücke unserer beiden Testfamilien nachlesen. Die Videos und Fotostrecken gewähren zusätzlich Einblick in die Testergebnisse. Jetzt QR-Code scannen und mehr erfahren!

Der Selbstparkierer

Platzverhältnisse

Ob seitlich oder rückwärts: Mit dem Parkassistenten fährt man den neuen Touran souverän in jede Lücke.

Die Kinder an Bord und trotzdem noch Platz für den Einkauf: In den neuen Touran passt mehr, als man denkt.

Nur ein kleiner Fusskick

Vernetzt beim Fahren

Wie in einem Flugzeug

Mit der Easy-Open-Funktion lässt sich der Kofferraum in jeder Lebenslage spielend leicht öffnen.

Das im Touran eingebaute Infotainment-System bietet nützliche Features für noch mehr Sicherheit.

Modernste Technik mit Wohlfühlfaktor. Das Familienauto bietet Komfort auf höchstem Niveau.


20 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Reha-Klinik für Kinder

Spielerische Schritte zurück ins Leben

Seit einem Schlaganfall ist Manuel Höchli halbseitig gelähmt. In Affoltern am Albis, in der landesweit einzigen Reha-Klinik für Kinder, kämpft der Zwölfjährige gegen die Behinderung an: Spezielle Geräte und spielerische Therapieformen sollen junge Patienten wie Manuel anspornen, in den Alltag zurückzufinden. Text: Andrea Freiermuth

Bilder: Samuel Trümpy


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 21

Glück im Unglück: Dank der Therapie in der Reha-Klinik wird Manuel Höchli (12) bald wieder durch die Gänge rennen können.


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22 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

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er Junge kurvt durch die Gänge – vorbei an einem zwei Meter hohen Plüschbären, einem Töggelikasten und Türen, die mit Kinderzeichnungen und Girlanden geschmückt sind. Er sitzt in einem Rollstuhl, in seinem «Ferrari». Der rechte Fuss am Boden ist sein Gaspedal, die rechte Hand am Rad sein Steuer. Seine linke Körperhälfte bleibt weitgehend inaktiv. Der zwölfährige Manuel ist halbseitig gelähmt. Darum lebt er seit drei Wochen im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Affoltern am Albis. Die Klinik gehört zum Kinderspital Zürich und ist das einzige Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in der Schweiz. 47 Betten, 140 Voll­ zeitstellen, 220 Mitarbeiter. Kinder, die hier thera­ piert werden, haben meist eine schwere Hirn­ verletzung, etwa nach einem Unfall oder infolge eines Geburtsfehlers. Viele haben körperliche und geistige Beeinträchtigungen davongetragen, manche haben die Sprache verloren oder sind teilweise gelähmt. Wie Manuel. Um 8.15 Uhr hat er noch Schlaf in den Augen, muss aber bereits zur ersten Therapiestunde anrollen. Sie findet in einem Raum statt, der einer Turnhalle im Kleinformat gleicht. Hier eine Sprossenwand, da ein Gymnastikball, dort ein Minitrampolin. Die Physio­ therapeutin lässt den Buben das Tagesprogramm mit ein paar Übungen auf einer Liege beginnen.

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Der Tag, an dem sich Minuten wie Stunden anfühlten

Vor vier Wochen stand Manuel noch auf den Ski. Morgens alpin, nachmittags nordisch. Der polyspor­ tive Primarschüler mit einer grossen Leidenschaft für Tennis und Golf freute sich schon auf den Skating­ kurs, den seine Mutter für ihn gebucht hatte. Dass er dann auf der Loipe stürzte, als es einmal etwas abwärtsging, verstand er nicht wirklich – und noch weniger verstand er, dass er anschliessend nicht mehr aufstehen konnte, obwohl ihm nichts wehtat. Der Langlauflehrer alarmierte Manuels Mutter. Daraufhin wurde der Junge zum Arzt im Dorf trans­ portiert. Der erstellte Röntgenbilder, konnte darauf aber keine Verletzungen erkennen. Er rief umgehend die Rega: Verdacht auf Schlaganfall.

Eleonorenstiftung

Bald 150 Jahre im Dienst von Kindern und Jugendlichen Kranke Kinder brauchen mehr als bloss medizinische Hilfe. Sie brauchen ein Umfeld,

in dem sie Kind sein dürfen und sich wohlfühlen können. Der Arzt und Visionär Conrad Cramer erkannte das schon früh. Er schenkte der Stadt Zürich 1868 im Andenken an seine jung verstorbene Gattin Eleonore die damals bedeutende Summe von 50 000 Franken zur Errichtung eines Kinder­ spitals. Daraus ist das grösste universitäre Kinder­ spital der Schweiz entstanden, zu dem auch das Rehabilitationszentrum Affoltern am Albis gehört. Die Eleonorenstiftung ist als Spitalträgerin auf private Spenden und Sponsoren angewiesen. Spendenkonto: 87­744900­1


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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 23

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Physiotherapie morgens um 8.15 Uhr: Für Manuel beginnt der Tag mit ein paar Übungen auf der Liege.

Pro Jahr erleiden rund 15 000 Menschen in der Schweiz einen Hirnschlag, darunter etwa 50 Kinder und Jugendliche. Dabei zeigt sich die Krankheit unabhängig vom Alter in zwei verschiedenen Aus­ prägungen: Entweder wird der «Schlag» durch eine Verstopfung in den Blutgefässen ausgelöst, oder die Gefässwände sind undicht, und es kommt zu einem Blutgerinnsel. Letzteres war bei Manuel der Fall. Wenn Helen Höchli (47) sich an den Tag des Unfalls ihres Sohns erinnert, stehen ihr Angst und Verzweif­ lung erneut ins Gesicht geschrieben: «Am schlimms­ ten war das Warten.» Wertvolle Minuten seien ver­ strichen, weil der Helikopter nicht gleich neben der Arztpraxis in Lenzerheide GR landen durfte. «Der Landeplatz ist vor Kurzem verlegt worden, weil sich Anwohner durch den Lärm gestört fühlten.» Die Eltern mussten sich eine Stunde lang gedulden, bis auch das Ambulanzfahrzeug aus Chur bereit war, Manuel von der Arztpraxis zum Helikopter zu transportieren. Eine Fahrt im Privatwagen kam in seinem Zustand nicht mehr infrage. Wenn einfachste Aufgaben zum Prüfstein werden

Manuel hatte Glück im Unglück: Das Gerinnsel kam von selbst zum Stillstand, bevor es allzu grossen Schaden anrichten konnte. Hätte es sich weiter ausge­ breitet, wäre wahrscheinlich auch das Sprachzentrum geschädigt, das Erinnerungsvermögen oder das Ar­ beitsgedächtnis beeinträchtigt worden. Im schlimms­ ten Fall hätte es sogar zum Tod führen können. Um 9.10 Uhr beginnt für Manuel in Affoltern am Albis der Unterricht, in einem Raum mit bloss vier Arbeitsplätzen. Kliniklehrerin Martina Leiser (58), vertraut mit 26 Lehrplänen aus 26 Kantonen, hat sich bei der Primarschullehrerin in Baden AG erkundigt, welcher Stoff in Manuels Abwesenheit behandelt wird. Heute steht Bruchrechnen auf dem Programm. Manuel begreift schnell, dass seine Auffassungsgabe durch den Hirnschlag nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Eine Aufgabe bereitet ihm trotz­ dem Mühe: Er soll mit dem Lineal einen Kreis in acht Teile zerschneiden. Um den Massstab fixieren zu können, braucht er seine linke Hand – und die ist dafür noch zu schwach.

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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 25

Die Klinik in Zahlen

240

Kinder und Jugendliche therapiert das Rehabilitationszentrum in Affoltern am Albis pro Jahr.

16

Millionen Franken betragen die jährlichen Betriebskosten.

1000

Franken pro Kind und Tag erhält die Klinik durchschnittlich von den Versicherungen.

1

1 Fortschritte mit dem

12

2 Unterricht in Motorik:

Hightechgeräte konnte die Klinik dank Spenden und der Kooperation mit der Universität und der ETH Zürich bisher anschaffen.

Lokomaten: Das Hightechgerät fördert Manuels Gehfähigkeiten. Einen Strich mit dem Lineal zu ziehen, ist eine grosse Herausforderung.

49

3 Ergotherapie: ärztlich 2

verordnetes Ballern – Manuels Lieblings­ programm.

Der ärztliche Leiter der Klinik, Andreas MeyerHeim (48), erklärt, warum die Schule so wichtig ist: «Ziel der Rehabilitation ist wenn immer möglich die Reintegration in den Beruf. Und da unsere Patienten von Beruf Schüler sind, gehen sie bei uns auch zur Schule – und können sich so in einem geschützten Rahmen auf allfällige Schwierigkeiten vorbereiten.» Ballerspiele am Computer – vom Arzt verschrieben

Der Leiter trägt keinen weissen Kittel, sondern meist nur Hosen und Pullover. Geht er durch die Gänge, macht er gern Faxen mit seinen Patienten, die er alle beim Namen nennt. Erst beim Gespräch mit den Angehörigen wird sein Gesicht zuweilen ernst, erkennt man in ihm die Autorität. «Manchmal haben

3

die Eltern zu hohe Erwartungen, dann müssen wir sie bremsen, um das Kind zu schützen.» Manuel macht sehr schnell Fortschritte. Das liegt auch daran, dass er eine hohe Frustrations­ toleranz hat und topmotiviert mitmacht. Vor allem bei Armeo, seiner Lieblingstherapie. Dabei handelt es sich um eine Art Nintendo mit einem Roboterarm. Sogar ein Ego-Shooter-Game ist unter den programmierten Spielen zu finden. Einzige Bedingung: Manuel muss die Piraten mit der linken Hand «erledigen». Der Roboterarm unterstützt ihn bei dieser für ihn sehr anspruchsvollen Aufgabe, indem er einen Teil des Gewichts seines Arms trägt. Gleichzeitig ermahnt ihn die Ergotherapeutin, die ihn nicht aus den Augen lässt, locker zu bleiben.

Tiere leben im Klinikpark, darunter drei Ponys, die für die Reittherapie eingesetzt werden.

2

Hunde sind regelmässig bei der tiergestützten Ergotherapie im Einsatz.

220 Mitarbeiter beschäftigt die Klinik derzeit, darunter 20 Lehrpersonen.


26 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Muskelkater hat Manuel nach diesen Übungen nicht. Denn die Kraft wäre theoretisch noch da. Das Problem sitzt vielmehr im Kopf. Auf dem Magnet­ resonanzbild ist ein baumnussgrosses Areal mitten in seinem Gehirn zu erkennen. Dort sind die Nerven­ zellen zerstört, für immer. Das Training soll die benachbarten, noch gesunden Zellen dazu anregen, die Aufgabe der kaputten zu übernehmen. Drei Tage zwischen Hoffen und Bangen

Nach der Game­Session rollt Manuel zurück in den sogenannten Delfin, in den Stock D, der im Lift mit einem blauen Meeressäuger gekennzeichnet ist. Hier befindet sich seine WG, in der er das Mittagessen ge­ meinsam mit acht Mitpatienten einnimmt: «Bis vor einer Woche war ich im ‹Chamäleon›. Da hat es mir nicht so gefallen, weil die meisten Kinder da nicht sprechen konnten.» Zudem habe sein Zimmergenosse oft im Schlaf geweint. Jetzt teilt Manuel sein Zimmer mit Kevin (14), der gern mit ihm plaudert. Manuel vermisst sein Zuhause. «Meine Familie, unser Hund und meine Freunde fehlen mir schon. Aber hier ist es viel besser als auf der Intensivstation. Dort wurde ich jede Stunde geweckt – die wollten

Kein Gott in Weiss: Der ärztliche Leiter Andreas MeyerHeim begegnet den Kindern in der Klinik auf Augenhöhe.

nachschauen, ob ich noch lebe.» Zudem habe er da­ mals noch nicht gewusst, was ihm fehle: «Das hat mir grosse Angst gemacht. Die ist jetzt zum Glück fort.» Es dauerte 36 Stunden, bis Manuel nach dem Hirn­ schlag im Unispital Zürich operiert wurde. Ein Spe­ zialistenteam schob ihm einen Mikrokatheter von der

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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 27

Leiste bis in die defekte Hirnarterie. Dort verstärkten sie die geschwächte Gefässwand mit einem Stent, den sie durch den Katheter nachschoben. «Manuels Leben hing an einem seidenen Faden», sagt seine Mutter. Sie habe drei Tage lang praktisch nur geweint und sei unendlich erleichtert gewesen, als ihr Jüngster ein paar Stunden nach der Operation aufwachte. Ob Manuel sich vollständig erholen wird, ist ungewiss. Seine Mutter hat die Situation akzeptiert. Sie weiss, dass es viel schlimmer hätte kommen können: «Er war ein talentierter Tennisspieler. In Zukunft geht er vielleicht zu den Pfadfindern, dafür hatte er bisher nie Zeit.» Manuel macht sich keinen Kopf. Er lebt im Hier und Jetzt. Und freut sich auf die nächste Therapiestunde. Auf den Lokomaten: Laufband, zwei Roboterbeine, eine Hebevorrichtung und ein Bildschirm. Knapp eine halbe Million Franken hat das Hightechgerät gekostet. Ein reduzierter Preis, den man der Klinik gewährte, weil sie mit der Herstellerfirma eng zusammenarbeitet und an der Produktoptimierung mitwirkt. «Vieles, was bei uns besonders viel Spass macht, muss durch Drittmittel finanziert werden»,

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erklärt der Kinderarzt. Seit vor drei Jahren die Tagespauschalen eingebrochen sind, sei das Budget noch knapper – und Extras wie die Ponys für die Reittherapie oder die Roboter für die Ergotherapie lägen ohne Spenden nicht drin. Therapeutinnen zurren Manuel mit unzähligen Bändern fest. Er verschmilzt mit dem Lokomaten und rennt mit einer Figur auf dem Bildschirm um die Wette. Auf der Zielgeraden zurück ins Leben. MM

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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 29

W Bänz Friedli

Der Wasserverkäufer

«Water for soccer, water for soccer!», ruft der kleine Bub mit dem asiatischen Gesicht und dem nordamerikanischen Akzent den Vorbeiflanierenden zu, ein ums andere Mal. Er hat es sich auch auf ein Stück Pappe gekrakelt und dieses am Geländer der Ufer­ promenade festgezurrt: «Water for soccer, 1$». Niemand hier ist in Eile, dennoch blei­ ben nur wenige stehen. Will ihm dann doch jemand Wasser abkaufen, zieht er aus einer offenen Kühlbox eine Petflasche, reicht sie dem Käufer und nimmt mit kaum merk­ barem Nicken den Dollarschein entgegen. In Seattle wars, an einem herbstlichen Som­ mertag – warm, aber nicht heiss. Die nahen Wolkenkratzer warfen harte Schatten, hoch am Himmel standen verschwindende Wol­ kenspuren wie Schlieren an ungeputzen Scheiben. Fern ragten Hafenkräne auf, gleich einem Schwarm gieriger Vögel.

Bänz Friedli (50) wünscht alles Gute.

Blasses Sonnenlicht bescheint die Planken einer Plattform, die in die Meeres­ bucht hinausragt. Darauf hocken Jugend­ liche im Schneidersitz, eine Alte liest blinzelnd die «Seattle Times» und muss sie festhalten, damit die auflandige Brise sie ihr nicht aus der Hand wischt. Touristen spazieren zum Vergnügungspark am Pier, heimische Jugendliche rollen auf Long­ boards vorbei. «Water for soccer!», ruft der Kleine ihnen zu und hebt eine seiner Fla­ schen in die Höhe. Ob er zu Hause leere Pet­

flaschen am Hahn abgefüllt hat oder ob die Fläschchen tatsächlich das Mineralwasser enthalten, das die Etikette verspricht, spielt keine Rolle. Der kleine Kerl ist rührend. «Water for soccer!» Wasser für Fussball? Was es mit der Losung auf sich habe, fra­ ge ich. Er sammle für seine Schwester. Die möchte ein Fussballlager besuchen, ein «soccer camp», und ihr fehle das Geld dazu. Ob er denn selber nicht auch gern in das Lager fahren würde, will ich wissen. «Doch, schon. Aber jetzt sammle ich für meine Schwester», sagt er ernst. Sie spie­ len beide bei Seattle United. Ihm ist egal, dass Fussball hier in den USA nicht den grössten Stellenwert hat. Er mag das Spiel. «Water for soccer!», ruft er einem vorbei­ gehenden Paar zu und blickt mich dann mit seinen schmalen, dunklen Augen von unten herauf an. Durst habe ich keinen. Aber ich drücke ihm zehn Dollar in die Hand und wünsche «Good luck!». Wie ein Refrain dringt der Ruf im Weitergehen noch viele Male ans Ohr: «Water for soccer!» Bis er schliesslich nicht mehr zu hören ist. Und man wünscht dem Buben, er möge eine grosse Karriere machen und, viel wichtiger noch, er möge den Spass am Sport nicht verlieren. Und vielleicht macht ja seine Schwester die grosse Karriere? MM

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Yara Shuja (11), Flüchtlingskind aus Syrien


30 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Trocken-WCs

Das Geschäft mit dem Geschäft

Die Zürcherin Jessica Altenburger stattet Slumbewohner in Peru mit WCs aus. Ihre Toiletten brauchen weder Wasser noch Strom. Und sie sind so bequem, dass man sogar darauf einschläft. Text: Andreas Bättig

W

ie wertvoll ein WC sein kann, wird Schweizern erst bewusst, wenn es mal nicht funktioniert. Ansonsten setzen wir uns darauf, verrichten unser Geschäft, betätigen die Spülung und denken keine Sekunde darüber nach, wie komfortabel die Toilettensituation hierzulande ist. Die Zürcherin Jessica Altenburger (33) kennt noch eine ganz andere WC-Welt. Eine, in der das kleine und grosse Geschäft hinter dem Haus verrichtet werden muss – in einer Latrine, die aus einem Loch im Boden besteht. Weltweit haben 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer sauberen Toilette. So auch in den Slums der peruanischen Stadt Lima. Weil die Wasserversorgung dermassen schlecht ist, bleibt rund zwei Millionen Bewohnern der Luxus einer hygienischen Toilette verwehrt. Das hat drastische Folgen: Das Wasser ist verschmutzt, Ungeziefer wird angezogen, Krankheitserreger verbreiten sich. Ein unhaltbarer Zustand für Jessica Altenburger, der die Sendung «Reporter» des Schweizer

Fernsehens SRF ein Porträt widmet: «Sanitäre Anlagen haben eine grosse Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen. Eine hygienische Toilette ist ein wichtiger Schritt zu einer besseren Lebensqualität.» Ein WC für zwölf Franken pro Monat

Altenburger leistet praktische Hilfe: Seit 2012 vermietet ihre Firma X-Runner in Lima Trockentoiletten. Das System ist so einfach wie effektiv: Das WC kommt ohne Strom, Wasser und Chemikalien aus. Setzt man sich darauf, öffnet sich eine Klappe, die sich nach dem Toilettengang wieder schliesst. Urin und Kot werden in zwei verschiedenen Behältern gesammelt. Das ist wichtig, denn die Verbindung von Kot und Urin lässt gefährliche Bakterien sowie unangenehmen Geruch entstehen. Einmal pro Woche werden die Fäkalien von X-Runner-Mitarbeitern eingesammelt und kompostiert. Den Urin können die Bewohner selber durch selbst gebaute Naturfilter aus Stein und Sand im Boden entsorgen. WC und Abholservice

1


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 31

Ein WC ver채ndert das Leben: Gut 500 Familien in Lima haben ihre unhygienische Latrine gegen ein kompaktes Trocken-WC eingetauscht.

1 Einmal pro Woche

holen die Mitarbeiter von X-Runner den in Eimern gesammelten Kot ab.

Bilder: Ernesto Benavides, Gabi Vogt, zVg

2 Die Z체rcher Jung-

unternehmerin Jessica Altenburger zeigt eine ihrer Trockentoiletten. 3 Umgerechnet

12 Franken kostet die Installation und Wartung der Toilette im Monat. Sie braucht weder Strom, Wasser noch Chemikalien.

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3


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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 33

kosten einen Haushalt umgerechnet zwölf Franken monatlich – für manche Familien nicht gerade günstig. «Für uns war von Beginn weg klar, dass der WC-Service etwas kosten wird», sagt Altenburger. «Wenn die Leute bereit sind zu zahlen, dann weisst du, dass sie deine Dienstleistung wirklich wollen.» Das bedeute allerdings auch, dass sie als Kunden das Recht haben zu reklamieren. «Solches Feedback ist wichtig, damit wir uns verbessern können.» Laut der Unternehmerin kommt es nur selten vor, dass der Monatsbetrag nicht pünktlich gezahlt wird. «Wer mit der Zahlung in Verzug ist, muss mit Mahngebühren rechnen. Zahlt eine Familie plötzlich nicht mehr, ist meistens etwas vorgefallen. Dann suchen wir das Gespräch.» Dass sich Jessica Altenburger mal mit Begeisterung mit WCs beschäftigen würde, hätte sie vor einigen Jahren nicht gedacht. Aufgewachsen in Zollikon ZH, studierte sie zuerst in New York nachhaltiges Produktdesign, später arbeitete sie in London für

einen Luxusmöbeldesigner. «Ich verdiente im Luxusmarkt besser. Ich merkte aber auch, dass diese Arbeit meine Ideale verletzte. Deshalb suchte ich einen anderen Weg.» Altenburger zog nach Berlin, wo sie sich in einem Innovationscamp zum ersten Mal mit den Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten von Fäkalien beschäftigte. Später lernte sie ihre heutige Geschäftspartnerin Isabel Medem kennen. Weil diese peruanische Wurzeln hat, kam Lima als erste Teststadt der Trockentoiletten infrage. Mittlerweile besitzen rund 500 Familien ein X-Runner-WC. «Viele neue Kunden setzen sich bei Verwandten auf unser WC – und wollen dann auch so eines.» Preisgekröntes WC-Modell

Die Mundpropaganda allein reicht aber als Werbemassnahme nicht aus. Fast jedes Wochenende bauen Mitarbeiter ShowToiletten in neuen Stadtteilen von Lima auf und zeigen, wie die Toiletten funktionieren. Da das Geschäftsmodell noch nicht selbst-

tragend ist, finanziert sich X-Runner über Stiftungsgelder und Entwicklungshilfe. Von Peru wurde die Firma bis jetzt kaum unterstützt. Für ihren Einsatz in den Slums haben Jessica Altenburger und ihr Team verschiedene Auszeichnungen erhalten, so etwa «Start-up Peru» oder den «SchmidheinyAward». «Mein Umfeld und meine Familie dachten ja am Anfang, dass ich total spinne, als ich erstmals von meiner Idee mit den Toiletten erzählte. Aber jetzt sind sie stolz und machen für die Firma Werbung.» Auch von den Besitzern der Trocken-WCs bekommt Jessica Altenburger positive Feedbacks. «Das schönste Kompliment für die Toilette, das ich bis jetzt bekommen habe, war von einer Frau. Sie sagte, dass ihr Mann immer darauf einschlafe.» Für ihn sei das WC zu einer Wohlfühloase geworden. MM «Ein sauberes Geschäft»: SRF-«Reporter» begleitete die WC-Vermieterin Jessica Altenburger in die Slums der peruanischen Stadt Lima und erlebte, wie eine Toilette ein Leben verändern kann, SRF 1, 20. März, 21.40 Uhr.

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36 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Leserforum MM10: Sexuelle Gewalt Diese Frauen haben genug

«Endlich greift eine nationale Publikation das traurige Thema auf. Zu lange wurde geschwiegen und abgewiegelt» Ich finde es gut, wird wieder mehr über Frauenrechte ge­ sprochen. Enttäuscht musste ich feststellen, dass etwa 6 der 24 Aussagen über sexuelle Beläs­ tigung auch auf mich zutreffen. Notta Caflisch, Chur Ich kann mich diesen Frauen nur anschliessen. Jedes Wochenende muss man als Frau das Machogehabe solcher Männer aushalten. Aber jetzt ist eindeutig genug! Lara Gut, via www.migrosmagazin.ch

Im verlinkten Artikel von Expertin Franziska Schutzbach verlangt diese einen Kulturwandel. Aber wie? Wir haben Religionsfreiheit in der Schweiz, und Religion ist die Basis der individuellen Werte und Weltanschauungen. Da können wir deren Frauenbild nicht so schnell ändern. Petra Bucher, via www.migrosmagazin.ch Was Genderforscherin Franziska Schutzbach in ihren Ausfüh­ rungen den Gegnern von Gender Studies oder aggressivem Sexual­ kundeunterricht unterschiebt, ist pauschalisierend. Auch die Aussage, mehr Sexualaufklärung würde Übergriffe verhindern

Wenn man die einzelnen Schilderungen liest, bekommt man nicht den Eindruck, dass es sich bei den Tätern vorwiegend um Ausländer, sondern eher um «Einheimische» handelt. Falls es so ist: Wäre es angesichts der extremen SVP­Propaganda nicht angebracht, darauf hinzuweisen? Hanspeter Müller, Luzern Ich als betroffene Frau, die dieses Thema sehr beschäftigt, bin froh, dass endlich darüber geredet wird. Heute wie hoffent­ lich auch in Zukunft! Sylvia Oldenburg-Marbacher, via www.migrosmagazin.ch

Endlich greift eine grosse, nationale Publikation dieses traurige Thema auf. Zu lange wurde geschwiegen und abgewiegelt. Zu hoffen ist, dass der Artikel den Betroffenen Mut macht; lasst euch nichts gefallen, es ist euer Körper, nichts davon ist zu rechtfertigen. Ich denke an meine Töchter: Mit wem werden sie einst den Ausgang verbringen können? Tanja Bianchi, via www.migrosmagazin.ch

helfen, kann ich so nicht stehen lassen. Die Frage, um die es bei den Auseinandersetzungen um das Thema «schulischer Sexual­ kundeunterricht» geht, ist letzt­ lich die, welche Art von Sexual­ aufklärung Kindern tatsächlich hilft. Ist die «Sexualpädagogik der Vielfalt», die missionarisch beworben wird, präventiv oder sexualisierend? Aufklärung ist nicht per se präventiv. Regula Lehmann, Herisau

Heute wagt ein Mann einer Frau nicht mal mehr zu sagen, sie habe schöne Augen. Er muss Angst haben, dass es als sexuel­ ler Übergriff gilt. Ich finde das total schade. Das verzeiht natür­ lich nicht die echten Übergriffe. Wenn mir einer an den Hintern langt, sage ich ihm meine Mei­ nung – nicht ladylike. Dass man davon aber ein lebenslanges Trauma hat, ist Blödsinn. Maggie Habermacher, Kloten

Höchste Zeit, dass sich jemand mit Einfluss diesem Thema an­ nimmt. Allerdings sollten Sie sich auch dafür einsetzen, dass in Fil­ men weniger – vor allem weniger provozierender – Sex gezeigt wird. Oft hat «Mann» das Gefühl, Frauen warten nur darauf, an­ gemacht zu werden. Heinz Hirt, Birsfelden BL Wenn ich das so lese, frage ich mich, wie viele anständige Män­ ner das ausbaden müssen … Und wie viele Frauen haben Männer aufgrund schlechter Erlebnisse, «falsch» eingeschätzt oder «falsch behandelt»? Dom Gartenweiler, via www.migrosmagazin.ch Ich finde es gut, dass sexuelle Belästigung im Alltag mal eine Plattform bekommt. Denn mir scheint, dass das Thema in der Gesellschaft viel zu oft völlig verharmlost oder einfach als Aus­ länderproblem dargestellt wird. Florian Schmitz, via www.migrosmagazin.ch

Bild: Sophie Stieger

Ich hätte nicht gedacht, dass eine solche Anzahl derartiger Vorfälle zusammenzutragen wäre. Das ist in der Tat ab­ scheulich. Bedenklich indes sind die Verallgemeinerungen, die Sie daraus ableiten. Keinem durchschnittlichen Mann käme es in den Sinn, sich so zu beneh­ men. Wenn davon auszugehen ist, dass es sich um Wieder­ holungstäter handelt, lassen sich diese demnach auf eine Minderheit von Flegeln, Rüpeln und Kriminellen reduzieren. Diesen ordnen Sie in Ihrem Subtext die Gesamtheit der Männer zu. Das ist Hetze. Rod Bonert, Oberrieden ZH

Ich danke Ihnen für den Artikel über die sexuelle Gewalt. Mit 14 Jahren wurde ich (heute 45) von einem Arbeiter in unse­ rem Haus sexuell belästigt. Bis zu meinem 18. Lebensjahr muss­ te ich fast täglich daran denken, ich schämte mich unglaublich. Dann erzählte mir ein anderes Mädchen eine ähnliche Ge­ schichte, und ich merkte zum ersten Mal, dass ich nicht die Einzige war. Ch. D., via E-Mail


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 37

MM09: Diese Woche «Alarm im Kindergarten – sie toben und triezen

«Nichts zu tun mit Einzelkindern» Bei dieser Umfrage war ich etwas irritiert. Was hat die schlechte Erziehung mit Einzel­ kindern zu tun? Verhaltensauf­ fälligkeiten sind meines Erach­ tens hauptsächlich auf mangeln­ de Erziehung und sicher noch auf andere Faktoren zurück­ zuführen. Ganz sicher hat das nichts damit zu tun, dass Kinder ohne Geschwister aufwachsen. Sibylle Weber, via Mail Seit auch in Schulhäusern Computer, W­Lan und andere Geräte zuhauf installiert werden, neh­ men auch die Klagen über gereiz­

te Kinder zu. Aus Erfahrung weiss ich, dass es Schutzmöglich­ keiten gibt, die seriös sind. Leider ist das Thema bei Lehrern, Be­ hörden und Beratern tabu, man gibt die Schuld einfach den Eltern oder anderen Kulturen. Walter Vetterli Baden MM09: Alzheimer Letzte Reise

ins Land des Lächelns

was sie hier bei uns erwartet. Ich bin entsetzt über unsere Gesellschaft, die sich zwar schier unbezahlbare Spitzen­ medizin leistet, aber auf der anderen Seite demente, alte Menschen «ruhigstellen» lässt. Iris Erdenbrink-Fricke, Giswil OW MM10: Beichten Wer fürchtet

noch das Höllenfeuer?

«Demente werden «Danke für ruhiggestellt» den Mut»

In Ihrem Bericht scheinen die Lebensumstände in Thailand für die dort lebenden Schweizer Demenzkranken geradezu para­ diesisch zu sein. Vor allem finde ich es sehr schön, dass die Kran­ ken dort zu neuem Leben auf­ blühen – im Gegensatz zu dem,

Den jungen Leuten und dem Pfarrer aus Steinen ein herz­ liches Dankeschön für ihr mu­ tiges Zeugnis – in einer Zeit, in der alle anderen Werte zählen. Hans Schorno, via www.migrosmagazin.ch

MM08: Knigge reloaded

Wie steht man richtig Schlange?

«Eine Lücke lassen» Ihre Empfehlungen zum Schlangestehen haben mich sehr geärgert. Ihre Aufforde­ rung, keine Lücken zu lassen, mag für sehr kurze Schlangen akzeptabel sein. Aber bei längeren Schlangen, die einen Quergang kreuzen, schliessen nur die grössten Rüpel auf. Jeder anständige Schlangen­ steher lässt beim Quergang eine Lücke, damit der Fuss­ gänger­ und Einkaufswägeli­ schiebeverkehr auf dem Quergang ungehindert fliessen kann. Peter Hediger, Birmensdorf ZH

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38 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

@Frechgeist

Kein Tag ohne Gezwitscher

Twitter wird diese Woche zehn Jahre alt. Viele der weltweit 320 Millionen Twitterer können sich ein Leben ohne den Kurznachrichtendienst nicht mehr vorstellen. Auch Markus Felber nicht. Als @Frechgeist hat der frühere NZZ-Korrespondent bis heute 75 000 Tweets verschickt. Text: Ralf Kaminski

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WEF – das #Dschungelcamp der wirklich Wichtigen.» – «So lange Red Bull erlaubt ist, rechtfertigt sich ein Teil des Preisaufschlags für die 1. Klasse aus olfaktorischen Gründen. #bahnales.» – «Wort zum Sonntag: Wer an religiöse Bekleidungs- und Essvorschriften glaubt, muss seinen Gott für ganz schön blöd halten.» So in etwa klingt das, wenn @Frechgeist twittert. In seinem Profil steht denn auch gleich als erstes eine Warnung: «Wer mir folgt, sollte mich nicht allzu ernst nehmen. Ich tue es auch nicht.» @Frechgeists Beiträge sind umso bemerkenswerter, als sein früheres schriftliches Schaffen in der Öffentlichkeit durch äusserste Seriosität geprägt war. Jahrelang informierte der Jurist und Journalist Markus Felber (65) in der NZZ über das Wirken des Schweizer Bundesgerichts. 2013 wurde er nur halb freiwillig frühpensioniert, heute schreibt er eine wöchentliche Kolumne in der «NZZ am Sonntag» und verfasst juristische Artikel für Fachzeitschriften – vor allem aber twittert er, oft über ein Dutzend Beiträge pro Tag. Sage und schreibe 75 000 Kurznachrichten hat Felber seit Juni 2009 vertwittert, im Schnitt über 30 am Tag, und dabei kaum je mal 24 Stunden geschwiegen. Es gibt noch fleissigere Twitterer in der Schweiz, aber viele sind es nicht. «Twitter ist zu einer Leidenschaft geworden», sagt Felber. «Ich habe auf diesem Weg Menschen kennengelernt, die ich sonst nie im Leben getroffen hätte.»

Bilder: Dan Cermak

Seine Frau habe ihm gar mal gesagt, er sei dank Twitter kommunikativer und sozialer geworden. Auf einer Reise nach Dresden vor zwei Jahren zum Beispiel hat er zwei seiner Twitter-Follower persönlich kennengelernt und dabei mehr über das Leben in der ehemaligen DDR erfahren, als er sich je hätte vorstellen können. «Das war auch deshalb so spannend, weil die beiden die DDR völlig anders erlebt haben – ohne Twitter hätte ich weder diese Begegnung noch diese spannende Geschichtslektion erlebt.» Twitter als sensibles Stimmungsbarometer

Heute fühlt er sich als Teil einer eigenen Community. «Man trifft sich sozusagen virtuell auf dem globalen Dorfplatz; und die Vielfalt an Themen und Menschen ist enorm.» Nicht zuletzt würden dort auch alle Fragen beantwortet, die man je haben könnte. «Egal, ob man nach guten Restaurants in einer fremden Stadt oder nach einer Lösung für ein obskures Computerproblem sucht, innert 10 Minuten erhält man gleich mehrere passende Antworten.» Die TwitterCommunity erweist sich zudem als sehr sensibles politisches Stimmungsbarometer. «Man konnte anhand der Tweets richtig zusehen, wie die Haltung gegenüber Flüchtlingen zwischen Herbst 2015 und Anfang 2016 von weitgehend positiv ins Negative kippte.» Felber mag auch die Begrenzung auf 140 Zeichen und hat die Ankündigung seitens Twitter, diese Begrenzung demnächst aufzuheben, wenig erfreut zur Kenntnis ge-

nommen. «Ich bin kein Vielschreiber, vermutlich bin ich einer der wenigen Journalisten, die vom Dienstredaktor ab und zu gefragt wurden, ob er zu dem Thema nicht etwas mehr schreiben könnte.» Felber bevorzugt auch als Leser eher kürzere Texte. Und sieht es als persönliche Herausforderung, seine Gedanken in den 140 Zeichen auf den Punkt zu bringen. «Manchmal feile ich ein oder zwei Tage daran, bevor ich etwas sende.» Erlaubte Twitter künftig längere Textbeiträge, würde sich dieses Medium massiv verändern, fürchtet er. «Ich wäre schlicht nicht bereit, so viel mehr zu lesen, und ich bin da sicher nicht der einzige. Aber bestimmt würden andere Twitters bisheriges Modell übernehmen und die würde ich mir dann anschauen.» Alles fing damit an, dass Felber 2009 seine juristischen Kontakte nach Deutschland verbessern wollte. Twitter schien ihm dafür ein interessanter Kanal, denn anders als in der Schweiz, wo der Nachrichtendienst noch ein Nischendasein fristete, waren dort schon viele aktiv. Zwar meldete sich Felber schon im Juni an, aber es verstrich nochmals ein halbes Jahr, bis er selbst richtig loslegte. «Ich fand lange keine Gebrauchsanweisung auf Deutsch, das war alles immer auf Englisch, und darin bin ich nicht so gut.» Die @Frechgeist-Tweets kamen allerdings nicht bei allen gut an. Das passe nicht zum Image eines NZZ-Bundesgerichtskorrespondenten, fanden einige. Felber akzeptierte die Kritik und eröffnete ein zweites


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 39

«In den Anfängen teilte ich der Welt auch mal mit, dass ich jetzt unter die Dusche gehe. So was mache ich nicht mehr – das ist mir zu banal.» Markus Felber alias @Frechgeist


Was ist und kann Twitter? Unser ABC klärt auf

40 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

www.migmag.ch/ twitter

@Frechgeist in Aktion

Markus Felbers persönliche Lieblingstweets Markus Felber @Frechgeist . 21. Februar 2010 Die Justiz leidet nicht an Realitätsverlust. Sie geniesst ihn.

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29

Markus Felber @Frechgeist . 6. Februar 2014 Sich unbelastet von ökonomischem Sachverstand zu allem zu äussern, war einst die Domäne der Justiz. #Twitter hat auch da die Welt verändert.

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5

Markus Felber @Frechgeist . 3. Dezember 2013

Nicht die Justiz ist schuld, wenn es keine salomo­ nischen Urteile mehr gibt. Der Gesetzgeber lässt das Halbieren von Kindern nicht mehr zu. 4

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Markus Felber @Frechgeist . 14. Juni 2014 Ein Insider nannte das Bundesgericht einmal eine selbstverwaltete psychiatrische Klinik. Aber der kannte Twitter nicht.

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Markus Felber @Frechgeist . 20. Februar 2014 Merkel telefoniert mit Obama und Putin wegen der Ukraine. Haben die drei eigentlich noch kein Twitter?

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8

Markus Felber @Frechgeist . 28. August 2015 Mein Traumfinal im US­Wahlkampf wäre Trump gegen Clinton: Showdown der Frisuren … #Kopfkino

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7

Markus Felber @Frechgeist . 30. November 2010 Sepp Blatter würde mit der Korruption in der #FIFA längst aufräumen, wenn ihm endlich genug dafür geboten würde …

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6

Markus Felber @Frechgeist . 30. Mai 2011 Wenn die Schweine anfangen, die Perlen zurück­ zuwerfen, ist das Ende der Welt nahe.

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Markus Felber @Frechgeist . 19. März 2014 Als Gott dem Menschen nur zwei Augen zum Lesen gab, aber zehn Finger zum Tippen, muss er an #Twitter gedacht haben.

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9

Twitter-Konto, auf dem er ausschliesslich beruflich und seriös twitterte. Aber die Beiträge dort sind vergleichsweise rar, und der letzte stammt vom Januar 2014. «Das zeigt ganz klar, wo meine Prioritäten liegen», sagt Felber schmunzelnd. Den eifrigen Social-Media-Nutzern wird ja gern Selbstdarstellungsdrang und Geltungssucht unterstellt, aber Felber weiss nicht mal, wie hoch sein Klout-Faktor ist, geschweige denn, wie dieser genau funktioniert. «Eine solche Bewertung muss einem egal sein, sonst wird das Twittern zum Sport – und das ist nicht so mein Ding.» Klout.com misst, wie einflussreich und beachtet jemand in den sozialen Medien ist. Je häufiger auf die Beiträge reagiert wird, desto höher ist der Klout-Faktor, desto höher der Einfluss. Felber liegt zurzeit bei 54. Das ist gut, aber nicht überwältigend. Roger Federer etwa liegt bei 89, DJ Bobo bei 78 und die SVPPolitikerin Natalie Rickli bei 63. Polemische Debatten mag @Frechgeist nicht

Felber weiss nicht mehr, wie lange es dauerte, bis er die ersten 1000 Follower hatte. Etwa ein Jahr schätzt er – heute folgen ihm 6495. «Bis 400 oder 500 achtete ich darauf, danach war es mir nicht mehr so wichtig. Da hat es sicher auch viele tote Konten drunter, die längst nicht mehr genutzt werden.» Er bezweifelt auch die in der Medienwelt weit verbreitete Vorstellung, dass Journalisten heute zwingend auf Social Media aktiv sein müssen – von Twitter abgesehen, nutzt er keine andere Plattform. Die Zahlen sind ihm also egal, was er hingegen schätzt, sind Reaktionen und Retweets. Ellenlange Diskussionen aber führt er nicht, schon gar nicht, wenn sie polemisch werden. Und würde der Kurznachrichtendienst mal für zwei, drei Tage ausfallen, hätte er ohne Zweifel Entzugserscheinungen. «Ohne Twitter würde ich mich von meiner Community abgeschnitten fühlen.» Zudem sei es eine ideale Beschäftigung, um tote Zeit zu füllen. «Ich twittere besonders gern, wenn ich im Zug sitze oder aufs Tram warte. Ich verpasste deswegen auch schon mehrfach Trams, weil ich so vertieft war.» Und es hat sich bei ihm ein Automatismus eingestellt, stets auf Vertwitternswertes zu achten, wenn er so durch den Tag geht, ein lustiges Schild, eine merkwürdige Begegnung – Hauptsache, leicht und unterhaltsam. «Das Heitere hat für mich Priorität.» Verglichen mit früher allerdings, verschickt er heute weniger Tweets. «In den Anfängen teilte ich der Welt auch mal mit, dass ich jetzt unter die Dusche gehe. So was mache ich nicht mehr – das ist mir zu banal.» Seine juristischen Interessen lebt er heute primär in Zeitungsbeiträgen aus. Zu Beginn haderte er mit seiner Frühpensionierung bei


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 41

Jubiläum

der NZZ, inzwischen aber findet er ganz gut, dass es so gekommen ist. «Ich bin freier und trotzdem vielfach engagiert.» Auch vermisst er den Tageszeitungsrhythmus nicht, und für seine juristische Kolumne in der «NZZ am Sonntag» geniesst er Carte blanche. Dass Felber seit ein paar Monaten eine weitere Aufgabe hat, merkt man der Frequenz seiner Tweets nicht an. Im November gründete er mit der Rechtsanwältin und ExMiss-Bern Mascha Santschi (35) die Agentur Santschi & Felber Justizkommunikation, die Gerichte und Anwälte im Umgang mit Medien berät. Das wolle er noch ein paar Jahre machen, dann sei Schluss, sagt Felber. «Ich habe mir vorgenommen, mich ab 70 nicht mehr als Jurist oder Journalist öffentlich zu äussern.» Twittern aber wird der @Frechgeist ganz sicher auch dann noch. MM

Zehn Jahre zwitschern mit 140 Zeichen Am 21. März wird Twitter zehn Jahre

alt. Wer sich dort registriert, kann Kurznachrichten von 140 Zeichen ver­ breiten, inzwischen auch Bilder oder Links zu weiterführenden Texten. Wer sich für einen bestimmten Nutzer interessiert, etwa für US­Präsident Obama, kann diesem «followen» und erhält dann im eigenen Nachrichten­ ticker sämtliche seiner Beiträge. Die Nachrichten erreichen aber nicht nur eigene Follower, sie können mit­ hilfe von Hashtags (#) auch thematisch markiert werden, zum Beispiel #Elections2016. Ein Beitrag erreicht so auch diejenigen Nutzer, die nach Tweets zu den US­Wahlen suchen. Twitter hat heute weltweit 320 Millio­ nen Nutzerinnen und Nutzer.

Infografik zu Twitter: Seiten 42/43

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42 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN Jahr 2015 Twitter weist immer noch offiziell 500 Millionen Tweets pro Tag aus.

Zehn Jahre Twitter

31. Dezember 2015 Die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer ist im vierten Quartal 2015 erstmals leicht rückläufig. Aktuell (Januar 2016) liegt die Zahl bei 320 Millionen. Trotzdem macht das Unternehmen aus Kalifornien noch keinen Gewinn.

Schau mal, wer da zwitschert Wie viele aktive User hat Twitter? Wie stark nutzt die Schweizer Jugend den Dienst? Wo wird er zensiert? Und wer hat die meisten Follower? Die wichtigsten Zahlen und Fakten.

15 20

Infografik: Daniel Röttele

2014

8. Juli 2014 Während des WM-Spiels Brasilien–Deutschland werden 35,6 Millionen Tweets gesendet.

1 Twitter steht weltweit an fünfter Stelle Anzahl aktiver Nutzer der zehn grössten Social-Media-Netzwerke (in Millionen pro Monat; Januar 2016)

653 QZone

555 Tumblr

20 13

1550 Facebook 222 Sina Weibo

2. März 2014 Rekord: Das Selfie von Ellen DeGeneres an der Oscar-Verleihung wird 2,4 Mio. Mal weitergeleitet.

6. November 2013 Twitter geht an die Börse.

300 Baidu Tieba 400 Instagram

100 Pinterest

100 VKontakte

320 100 Twitter LinkedIn

500

2 Die Schweizer mögen Twitter – doch Facebook ist der Topfavorit

3 Twitter und die Schweizer Jugend

Anteil an allen Seitenaufrufen auf Social-MediaPortalen in der Schweiz; Jahr 2015

Anteil der Schweizer Jugendlichen*, die soziale Netzwerke täglich oder mehrmals pro Woche nutzen (die sieben beliebtesten Netzwerke; 2014)

80,9% Facebook

5,5% Twitter 5,3% Tumblr 4,7% Pinterest 3,6% andere

16. August 2013 Erstmals werden 500 Millionen Nachrichten pro Tag gesendet.

Facebook

79%

Instagram

69%

Google+

19%

Twitter Tumblr

16% 12%

Pinterest

3%

Flickr

3%

* im Alter von 12 bis 19 Jahren Quellen: Statista, We Are Social (1), Statista, StatCounter (2), JAMES-Studie 2014 (3), Twitter (4), Statista, Twitter (5), Twitter Transparency Report, Freedom House: «Freedom on the Net», «Der Spiegel» (6)

500


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 43 21. März 2006 Start von Twitter. Der erste Tweet stammt von Mitbegründer Jack Dorsey.

50

0M

25. Juni 2009 45 0M Michael Jackson stirbt. io. 4 Nutzer aus aller Welt 00 M io. posten dazu ihre 350 Meldungen. Twitter Mi o. bricht zusammen. 30 0M io. 250 Mi o. 20 0M io. 150 Mi o. 100 Mi o. 50 Mi o. 2006– 200 0 35 9

io.

4 Nutzer und Tweets weltweit

5 Katy Perry, Barack Obama, Roger Federer: Wer hat die meisten Follower?

Obwohl Twitter bereits zehn Jahre alt ist, wurde der Dienst erst ab 2009 einer breiteren Masse bekannt. Ab 2010 ging es dann aufwärts mit den Nutzern und Nachrichten. Anzahl aktiver monatlicher Nutzer Anzahl durchschnittlicher Tweets pro Tag

Wer viele Follower hat, der scheint auch viele Fans zu haben. Doch dieser Schein kann trügen. Es gibt nämlich auch gefälschte Fans, sogenannte Fake-Followers. Diese lassen sich zum Beispiel kaufen, um damit das eigene Ansehen im Netz zu steigern. 6000 gefälschte Follower sind schon ab fünf Dollar zu haben. Auch gehen Experten davon aus, dass zwischen 15 und 40 Prozent der Follower von Computerprogrammen (sogenannten Bots) generiert worden sind. Egal, ob echte oder unechte Begleiter, diese fünf Prominenten führten im Januar 2016 die Rangliste der Anzahl Follower an:

50

10 20

25. Juni 2010 Die japanische Fussballmannschaft gewinnt an der WM gegen Dänemark: Das führt zu 3283 Tweets pro Sekunde.

81,11 Mio. Katy Perry

73,73 Mio. Justin Bieber 69,59 Mio. Taylor Swift

100

201 1

200

11. März 2011 Das Erdbeben in Japan führt mit 5530 Meldungen in einer einzigen Sekunde zu einem Rekord.

68,7 Mio. Barack Obama

Zum Vergleich: Schweizer Sportler und Politiker (Stand: 29.2. 2016)

4,58 Mio. Roger Federer

2012

250

54,87 Mio. Rihanna

597 000 Stan Wawrinka

589 000 Xherdan Shaqiri

32 700 26 200 19 300 Cédric Wermuth (SP) Christian Levrat (SP) Natalie Rickli (SVP) 10 700 Christophe Darbellay (CVP)

6. November 2012 Obamas WiederwahlTweet «Four more years.» stellt mit rund 260 000 Retweets in einer halben Stunde einen Rekord auf.

169 000 Lara Gut

8700 Christian Wasserfallen (FDP)

6 Zensur und Anfragen zur Löschung

340

Länder, die Twitter in den vergangenen fünf Jahren zeitweise oder ganz gesperrt haben (permanente Sperrung nur in China und Nordkorea)

400

Türkei

Iran China

Indien

Anfragen zur Löschung von Nachrichten 2015 erhielt Twitter 5620 Anfragen zur Löschung

von Inhalten. Die Balkengrafik rechts zeigt die sieben Länder, die die meisten Anfragen gestellt haben. Etwas mehr als die Hälfte stammt aus der Türkei. Die Anfragen betrafen zum Beispiel staatskritische Einträge oder Nachrichten von radikalen Gruppierungen.

1,3%

Mongolei

2,1%

Südkorea

2,1%

USA

2,2%

Frankreich Russland Türkei

Libyen

Pakistan

Ägypten

Nordkorea

Vietnam

Äthiopien

3,3% 32,1% 52,1%


44 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Jim Parsons

«Es gibt mehr heimliche Nerds, als man vermutet» Vor Kurzem lief in den USA die 200. Folge der Kultserie «The Big Bang Theory». Jim Parsons spielt darin einen eigenwilligen Physiker und Sci-Fi-Nerd. Der hochbezahlte Schauspieler – er verdient eine Million Dollar pro Episode – über Panikmomente, Gaststar Leonard Nimoy und seine Heimat Texas. Text: Marlène von Arx


Bild: Pal Hansen/Contour by Getty Images

MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 45

Ist mit seiner Rolle in «The Big Bang Theory» weltberühmt geworden: der Texaner Jim Parsons


46 | MM11, 14.3.2016 | MENSCHEN

Hat die Weltsicht von Sheldon die Ihre beeinflusst – zum Beispiel was ausserirdische Lebewesen betrifft? «Close Encounters of the Third Kind» ist einer meiner Lieb­ lingsfilme, aber das Universum ist zu gross für mich, um wirk­ lich ernsthaft darüber nachzu­ denken. Den Gedanken, dass es da draussen Leben gibt, finde ich seltsamerweise beruhigend. Aber ich habe keine Ahnung, wie es aussehen könnte. Ich habe auch keine Lust, ins All zu reisen, um es herauszufinden. Ich mache schon ein Tamtam, wenn ich nach London muss. Sie haben also doch auch Panikmomente wie Sheldon? Ja, okay, beim Reisen kriege ich Zwangsstörungen. Ich denke jeweils, ich habe vergessen den Ofen auszuschalten etc. Wenn ich aber mal an einem Ort an­ gekommen bin, gefällt es mir in der Regel ganz gut. Mit Prominenten wie Stephen Hawking oder Leonard Nimoy treten immer wieder Gaststars in der Serie auf. Welche haben Sie besonders beeindruckt? Solche hohen Besuche sind na­ türlich immer speziell und eine Ehre. Spock­Darsteller Leonard

Sheldon Cooper (rechts) und seine nerdigen Freunde in der Hit-Serie «The Big Bang Theory».

Zur Person

Der TV-Star und seine Kultserie Jim Parsons (42) stammt aus Houston (US-Bundes-

staat Texas). Nach einigen Nebenrollen in Film und TV folgte 2007 der Durchbruch als Physiker Dr. Sheldon Cooper in «The Big Bang Theory». Für seine Darstellung hat er vier Emmys und einen Golden Globe gewonnen; er verdient inzwischen eine Million Dollar pro Episode. Privat lebt er seit 16 Jahren mit dem Art Director Todd Spiewak zusammen. Die Ausgangslage der Hit-Sitcom: Als die attrakti-

ve, aber einfach gestrickte Möchtegern-Schauspielerin Penny (Kaley Cuoco) nebenan einzieht, steht die Nachbars-WG der etwas weltfremden Physiker Sheldon Cooper (Parsons) und Leonard Hofstadter (Johnny Galecki) plötzlich kopf. Die Serie wurde rasch zum Renner; in den USA lief kürzlich die 200. Folge, eine 10. Staffel (ab Herbst) ist bereits geplant.

Nimoy war ein wunderbarer Gentleman. Ich habe «Star Trek» zwar nie geschaut, aber ich erfuhr dann, was für ein toller Künstler er ist – ein grossartiger Fotograf und intel­ ligenter Mann. Dass er der Regisseur von «Three Men and a Baby» war, habe ich leider erst nach seinem Tod mitbekommen. Das war einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Und für meine Arbeit hat er auch eine grosse Bedeutung: Früh in der Serie gibt es eine Episode, in der Pen­ ny Sheldon ein Autogramm von Nimoy auf einer Serviette schenkt. Das war das erste Mal, dass Sheldon etwas emotional berührte – ein wichtiger Mo­ ment für mich als Schauspieler. Dass eine Show über Nerds ein Hit wird, war nicht von vornherein absehbar. Was ist der Schlüssel zum Erfolg? Wir waren ja nicht schon mit der ersten Staffel der grosse Hit, so konnten wir langsam wachsen, ohne von Anfang an unter dem Mikroskop zu sein. Die Serie beweist für mich, dass es mehr heimliche Nerds gibt, als man vermuten würde. Mir hat schon ein riesiger, tätowierter Typ zu­

gerufen: «Ich find dich toll, Mann!» Unsere Fans decken ein sehr breites Spektrum ab. Ich glaube, die Leute gehen nach Hause und schalten unsere Show ein, weil sie mit uns sie selbst sein können. In der aktuellen neunten Staffel erreichte die Beziehung zwischen Sheldon und der Neurobiologin Amy Farrah Fowler einen neuen Höhepunkt. Werden die beiden gar bald heiraten? Ich glaube, sie sind ein gutes Paar und passen zusammen. Ich würde es schön finden, wenn sie heiraten – sie verdienen das. Sie haben doch eigentlich eine ganz ehrliche und meiner Meinung nach auch die gesündeste Bezie­ hung in der Serie. Es ist ja alles im Beziehungsvertrag geregelt. ( lacht) Aber die Autoren hören natürlich nicht auf mich. Sie denken also, mit dem ersten Sex ist der Höhepunkt von Sheldons Liebesleben jetzt buchstäblich erreicht? Es geht ja immer einen Schritt nach vorn und zwei zurück bei ihm. Eine Hochzeit sehe ich jedenfalls nicht in absehbarer

Bild: Everett Collection/Keystone

Jim Parsons, seit 2007 spielen Sie Dr. Sheldon Cooper in «The Big Bang Theory», einen von sich selbst überzeugten Physiker mit kaum vorhandener Sozialkompetenz, der dafür fliessend die «Star Trek»-Sprache Klingonisch spricht. Was haben Sie mit ihm gemein? So gut wie nichts. (schmunzelt) Wir haben auch keine gemeinsa­ men Interessen. Oft verstehe ich gar nicht, wovon Sheldon über­ haupt redet. Zum Glück haben wir Naturwissenschaftler am Set, die sicherstellen, dass ich nichts Falsches sage. Mit ihnen zu kommunizieren, ist für mich allerdings nicht einfach, weil meine Gehirnkapazität wohl schlicht zu beschränkt ist. Ganz fremd ist mir Sheldon aber natürlich nicht: Schliesslich ist es der Schauspieler mit seinen persönlichen Erfahrungen, der die Wahrhaftigkeit einer Figur an die Oberfläche bringt.


MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 47

Zukunft. Und ich bete zu Gott, dass sie erst ein Kind haben, wenn wir nicht mehr auf Sendung sind. Ich will keine Staffel lang ein Baby mit mir herumschleppen. Ich will niemanden beleidigen, aber ich arbeite lieber mit einem Affen. Wie waren Sie selber als Kind? Ich bin in Houston aufgewachsen und lebte da, bis ich 27 war. Ich zeigte früh Neigungen zum Theatralischen und werkelte immer an irgendwelchen kleinen Produktionen. In der Schule gabs jedes Jahr eine Aufführung: In der ersten Klasse war ich ein Vogel und hatte sogar ein Solo. Das hat mir wohl den Ärmel reingezogen. Sie wollten immer Schauspieler werden?

Ja, oder Fernsehmeteorologe. Eine Weile wollte ich auch Lehrer werden – das passiert vielleicht eines Tages auch noch. Ich ging aufs College und liess das Theater einige Zeit sein, weil ich ja etwas «Anständiges» lernen wollte. Aber ich sagte mir nach einem Jahr, dass ich vermutlich ein sehr unglücklicher, alter Mann werden würde, wenn ich das mit der Schauspielerei nicht versuchte. Meine Eltern waren nicht begeistert und mahnten mich zur Vorsicht, als ich sagte, ich wolle Theater als Hauptfach wählen. Aber sie entmutigten mich auch nicht, und das machte den Unterschied. Haben Sie sich durch Ihre Wahl auch hin und wieder als Aussenseiter gefühlt?

Ja, immer ein bisschen, aber vielleicht fühlt sich jeder so, als gehöre er nicht richtig dazu. Sport interessierte mich nicht, ich fühlte mich zu den Künsten hingezogen. Ich war nicht wie die anderen Jungs. Doch ich hatte das Glück, immer Freunde zu haben – weil ich freundlich war und gern mit Leuten rede. Auch heute fühle ich mich manchmal nicht richtig integriert, inzwischen stört mich das allerdings nicht mehr. Ich verdiene ja auch mein Geld damit. Sheldon ist ein Memorabilesammler. Besitzen Sie auch schräge Erinnerungsstücke, die Ihnen viel bedeuten? Ich habe die «Mr. Proton»Puppe, die Gaststar Bob Newhart in der Serie verwendete. Ansonsten kommt mir nur der

laminierte Business-Card-Anhänger meines verstorbenen Vaters in den Sinn. Der Anhänger hing an einem Koffer, den ich offenbar mal ausgeborgt hatte. Er ist abgegriffen und finanziell wertlos, aber mit viel Emotionen beladen. Ich kann mich einfach nicht davon trennen. Apropos Trennung: Man sagt, man könne den Texaner aus Texas herausnehmen, Texas aber nicht aus dem Texaner. Wie zeigt sich das bei Ihnen nach Jahren in den liberalen Unterhaltungsmetropolen Los Angeles und New York? Das stimmt. Der Stolz des Texaners ist legendär. «Don’t mess with Texas!» Als ich noch da lebte, habe ich die Augen verdreht, wenn ich das hörte. Jetzt ist es mein Mantra: «Nichts

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MENSCHEN | MM11, 14.3.2016 | 49

gegen Texas!» Es ist ein toller Ort. Ich liebe Tex-Mex-Food und bin immer noch für die Rockets und die Texans, das Basketball- und Football-Team von Houston. Es ist mein sentimentales Daheim; meine Schwester hat mir ein T-Shirt geschickt mit dem texanischen Staat und dem Wort «Home». Ich trage es sehr oft. Brauchte es Mut, sich im konservativen Texas zur Homosexualität zu bekennen? Houston ist eine Metropole, ich hatte nie das Gefühl, dass ich kein Recht auf mein Leben hatte. Klar gab es Leute, die ein Problem damit haben konnten, wenn man sich an gewissen Orten aufhielt. Aber das schreckte mich nicht ab. Ich halte mich auch nicht für mutig,

Film «The Normal Heart» über die Aids-Krise in den 80er-Jahren drehte, setzten die Interviewer es als gegeben voraus und fragten, wie ich dieses oder jenes als schwuler Mann empfinde. Schliesslich fiel auch das weg. Ich bin dankbar, dass sich alles so natürlich entwickelt hat. Als Glisten, eine Studentenorganisation für Schwule und Lesben, mir und meinem Partner einen Inspirationspreis verlieh, war ich etwas perplex. Ich bin kein Aktivist. Wir leben einfach unser Leben. Und wenn das inspirierend ist, ist es rein zufällig – aber auch okay.

zu sein, wie ich bin. Denn ich stehe auf den Schultern derjenigen, die vor mir kamen und diesen Weg ebneten. Sie verheimlichten Ihre Sexualität auch nicht, als Sie berühmt wurden – als Vorbild für andere schwule Prominente? Nein, es war einfach die logische Folge. Ich war ja bereits Mitte 30, als «The Big Bang Theory» begann, schon lange als Schauspieler tätig und bereits fünf Jahre mit meinem Partner Todd zusammen. Es gab kein Zurück mehr, zum Glück. Ich nahm Todd zu den ersten Award-Shows als Date mit, und was geschah?

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft: «The Big Bang Theory» ist seit Jahren die quotenstärkste US-Sitcom, die zehnte Staffel ist bereits angekündigt.

Was denn? Absolut gar nichts. Es hat mich darauf auch nie jemand gefragt: Sind sie schwul? Als ich den TV-

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Denken Sie trotzdem schon an den Abschied von Sheldon? Ich glaube, dass ich mich unterbewusst bereits auf die nächste Etappe in meinem Leben vorbereite. Aber Sheldon macht immer noch Spass, wenn ich nicht gerade seitenweise Physikdialog lernen muss. Ich bin immer wieder überrascht, was als Nächstes mit ihm passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich je etwas bereuen werde. «The Big Bang Theory» war eine wertvolle Erfahrung. Ich habe von allen, die an der Serie arbeiten, viel mit auf den Weg bekommen. Es ging aber auch schnell vorbei: Ich war 34, als wir begannen. Und schwupp – schon liegt eine Dekade hinter uns. Wo sind all die Jahre hin? MM Staffel 9 läuft auf Pro 7, jeweils montags um 20.15 Uhr.


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Zutaten: 1 grosse Zwiebel, 50 g Speckwürfelchen, 1 EL Bratbut ter, 120 g grüne oder braune Linsen, 1 l Hühnerbouillon, Salz, 300 g festkochende Kartoffeln, 400 g Lachsfilet ohne Haut, 40 g Butter, weich, 25 g Mehl, 100 g Crème fraîche, 1 EL grobkörniger Senf, 2 Zweige Dill Zubereitung: 1. Zwiebel hacken. Speckwürfelchen in der Bratbut ter anbraten. Zwiebel und Linsen dazugeben und kurz mitbraten. Mit der Hälfte der Bouillon ablöschen. Linsen ca. 30 Minuten weich kochen. Erst nach dem Kochen salzen. Restflüssigkeit abgiessen. 2. Kartoffeln in grosse Stücke schneiden. In der restlichen Bouillon knapp weich kochen. Lachs in grosse Würfel schneiden. Butter und Mehl verkneten. Mehlmischung flockenweise zu den Bouillonkartoffeln geben, die Sauce sämig einkochen lassen. Crème fraîche und Senf darunter rühren und 5 Minuten kochen lassen. Lachs und Linsen dazugeben. Pfanne vom Herd ziehen. Fisch 10 Minuten gar ziehen lassen. Eintopf abschmecken. Dill darüber zupfen.

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Es sind imposante Zahlen, die die Klubschule Migros letzte Woche veröffentlichte. Zahlen die keine andere Weiterbildungseinrichtung in der Schweiz erreicht. Knapp 380 000 Menschen haben 2015 einen der rund 53 000 Klubschulkurse und Lehrgänge besucht. An der Spitze der beliebtesten Kurse stehen mit Deutsch und Englisch zwei Sprachangebote. Gefolgt von Pilates und Kochen. Deutschkurse weisen nicht nur die grösste Nachfrage auf, sondern auch das stärkste Wachstum. Sogar online wird intensiv an der Sprache gefeilt. 170 000 Personen testeten 2015 ihre Kenntnisse auf www.klubschule.ch


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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 53

Rückruf

Zeitschaltuhren und Steckerleiste Der Hersteller M. Schönenberger AG, der auch Do it + Garden Migros beliefert, ruft drei Produkte zurück: eine mechanische und eine digitale Zeitschaltuhr sowie eine Steckdosenleiste. Die mechanische Zeitschaltuhr (Artikel­ nummer 6121.087, Preis: 9.95 Franken) ist seit Mai 2014 im Verkauf. Die digitale Zeitschal­ tuhr (Artikelnummer 6131.594, Preis: 12.90 Franken) wird seit Juni 2015 angeboten. Die Steckdosenleiste Power Bar USB (Artikelnummer 6131.647, Preis 19.90 Franken) gehört seit November 2015 zum Sortiment. Unter be­ stimmten Umständen besteht bei diesen Pro­ dukten Stromschlag­ oder Überhitzungs­ und Brandgefahr. Die Migros bittet ihre Kun­ den, diese Artikel nicht mehr zu verwenden. Die bei Do it + Garden gekauften Artikel kön­ nen in einen der Fach­ märkte zurückgebracht werden; der Verkaufs­ preis wird dann zurück­ erstattet.

Ausstellung Das Migros­Museum widmet seine neue Schau dem aktuel­

len Thema «Virtual Reality». Die Besucher gehen mit Tablet­Computern durch einen leeren Raum mit geheimnisvollen Zeichen an den Wänden. Auf dem Bildschirm des Tablets erscheint gleichzeitig ein Hund, dem man durch eine künstliche Landschaft folgt. Hinter der Ausstel­ lung steht der US­Künstler Ian Chen, der das Zusammenspiel zwischen realer und virtueller Welt auf überraschende Art erlebbar macht. Die Ausstellung «Forking at Perfection» ist bis 16. Mai im Migros­Museum für Gegenwartskunst in Zürich zu sehen.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Beispiele

Die Migros senkt die Preise bei

verschiedenen Produkten. Weniger kosten unter anderem die Bio­Max­Havelaar­Quinoas (400 g), die Sélection­Sorbets Mango und Himbeere sowie die Nuss­Stengeli. Die Migros gibt hier günstigere Beschaf­ fungspreise an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Preis alt*

Preis neu*

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Bio Max Havelaar Quinoa rot, 400 g

5.60

4.95

–11,6

Bio Max Havelaar Quinoa weiss, 400 g

5.60

4.95

–11,6

Bio Max Havelaar Quinoa tricolore, 400 g

5.60

4.95

–11,6

Sélection Sorbet Mango, 500 ml

8.20

7.65

–6,7

Sélection Sorbet Himbeere, 500 ml

8.20

7.65

–6,7

Thunder Storm Glace, 8 x 77 ml

7.50

7.10

–5,3

Yupi Glowworms Wasserglace, 8 x 70 ml

6.70

6.50

–3,0

Nuss­Stengeli, 270 g

2.75

2.65

–3,6

Aha! Chocolate Chips Cookie, 150 g

3.50

2.70

–22,9

M­Budget Schokolade weiss, 100 g

0.90

0.80

–11,1

M­Budget Milchschokolade Haselnuss & Crispies, 100 g

0.85

0.80

–5,9

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Fr.

Kabinentyp Katalogpreis Sofortpreis Deluxe 2-Bett Hauptdeck 2745.– 1995.– Standard Doppel, frz. Balkon Mitteldeck 3245.– 2495.– Deluxe 2-Bett, frz. Balkon Mitteldeck 3545.– 2795.– Standard Doppel, frz. Balkon Oberdeck 3645.– 2895.– Deluxe 2-Bett, frz. Balkon Oberdeck 4145.– 3395.– Sofortpreis mit beschränkter Verfügbarkeit

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dem Freiheitsdenkmal. Ihr Hotelschiff erwartet Sie anschliessend in Oltenita. Tag 9 Tulcea–St. Georgs-Kanal/Donaudelta. Vormittags Bootsfahrt* im Delta. Am Nachmittag passiert die Excellence Melodia den Stromkilometer Null. Der St. Georgs-Kanal ist der längste, windungsreichste und einer der schönsten Mündungsarme im Donaudelta . Tag 10 Tulcea–Zürich. Katamaran-Fahrt am Saun See. Anschliessend Flughafen-Transfer und Flug nach Zürich. Route 2 Donaudelta–Wien Reise in umgekehrter Richtung. Detailprogramm auf Anfrage. * Ausflugspaket. Das Ausflugspaket kann nur im Voraus gebucht werden. Sie sparen mindestens 20%. Buchung einzelner Ausflüge an Bord möglich.

Tag 7 Vidin. Sie besuchen heute Belogradschik*, ein Ort fernab vom Tourismus. Inmitten einer einzigartigen Landschaft befindet sich die byzantinische Festung aus dem 6. Jh. Jetzt bestellen: Katalog «Flussreisen 2016»! FLUSSREISEN 2016

Tag 8 Giurgiu–Oltenita. Ankunft in Giurgiu. Überlandtour per Bus nach Bukarest und Stadtrundfahrt* vorbei an der Patriarchie, dem Parlamentsgebäude und Excellence Melodia****+ Auf diesem elegant-luxuriösen Flussschiff erwartet Sie ein erholsames und besonders ruhiges Reisevergnügen dank innovativer Schiffstechnologie. Geräumige Decks, gute Küche im behaglichen Panoramarestaurant, Lounge mit Bar, Vinothek, Cigar-Lounge und der Wellnessbereich mit Whirlpool und Sauna bieten Ihnen alles für Ihr Wohlbefinden. Die grosszügigen Kabinen Standard 12 m² mit Sofabett und Deluxe 15 m² (mit trennbarem Doppelbett ) bieten viel Komfort. Mittel- und Oberdeck-Kabinen sind mit französischem Balkon ausgestattet, die Kabinen auf dem Hauptdeck mit nicht zu öffnendem Fenster. Alle Kabinen mit WC/Dusche, Klimaanlage, Föhn, Safe, Minibar, Stromanschluss 220 V.

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 55

Frage der Woche

Warum nimmt die Migros keine leeren Aludosen zurück?

Schweizer Film Im Dokumentarfilm «Above and Below» geht es um

Menschen, die ganz unten oder ganz oben sind. Der junge Regisseur Nicolas Steiner porträtiert darin zum Beispiel Obdachlose, die in den Flutkanälen tief unter der Glitzerstadt Las Vegas hausen. Andererseits geht es um Raumfahrtenthusiasten, die genügend Geld und Musse haben, um eine Marslandung in der Wüste von Utah zu simulieren. Sie sind zwar auf der Erde, befinden sich in Gedanken aber schon auf einer Reise zum Roten Planeten. Der von krassen Gegensätzen geprägte Film läuft zurzeit in den Kinos. Er wurde vom Migros­ Kulturprozent unterstützt.

Zwischen dem Detailhandel und den Gemeinden besteht beim Recycling eine Arbeitsteilung. Bestimmte Verpackungen werden von den Gemeinden zurück­ genommen. Dazu zählen alle Hüllen aus reinem Aluminium oder mit einem Aluminiumanteil, also etwa Getränke­ dosen, Tuben oder Joghurtdeckel. Die Migros nimmt ihrerseits viele andere Verpackungen und ausgediente Produkte zurück, nämlich PET­Getränkeflaschen, Plastikflaschen, CDs, DVDs, Batterien, Leuchtmittel, Wasserfilterkartuschen, Rahmbläserkapseln und elektrische Geräte. Im Schweizer Detailhandel unter­ hält die Migros insgesamt das grösste Rücknahmesystem.

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Kaffeemaschine

Twin ist wieder erhältlich Kunden, die zwischen dem 16. und 29. Februar drei Packungen Twin­ Kaffee gekauft und dafür einen Gutschein für eine Twin­Kaffeemaschine zum reduzierten Preis von 9.90 Franken erhalten haben, können diesen jetzt einlösen. Den Gutschein­ besitzern wird empfohlen, sich ab 19. März in ihrer

Migros­Filiale zu erkun­ digen, wann sie ihre Maschine abholen können. Sollte es bei den Twin­ Kaffeemaschinen aufgrund der grossen Nachfrage erneut zu einem Liefer­ engpass kommen, wird die aktuelle Gültigkeitsfrist des Gutscheins von Ende März automatisch ver­ längert.

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.


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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 57

Saisonküche

Tofu total

Während man ihn in Asien seit Jahrtausenden kennt, gehört Tofu bei uns noch zu den kulinarischen Newcomern. Wer die Proteinbombe als essbaren Radiergummi abtut, weiss nicht, wie man ihn zubereitet.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Nicole Ochsenbein

Bilder & Styling: Daniel Aeschlimann Rezepte: Annina Ciocco

Zeitaufwand ca. 40 Minuten für 4 Personen

Noch mehr Rezepte In Asien bezeichnet man Tofu nicht als Fleischersatz. Dort gilt er als eigenständiges, proteinreiches Lebensmittel.

Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.–. www.saison.ch/abo


58 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Räuchertofu-Suppe mit Chinakohl und Udon

Gebackener Tofu mit Pinienkernenkruste

Geschmorte Tofuwürfel Zeitaufwand

Zeitaufwand

ca. 40 Minuten

ca. 25 Minuten

für 4 Personen

für 4 Personen

Zeitaufwand ca. 17 Minuten Hauptgericht

1,5 l Gemüsebouillon 1 Knoblauchzehe 20 g Ingwer 80 g Lauch 150 g Udon-Nudeln 60 g Chinakohl 200 g Räuchertofu ca. 2 EL Reisessig ca. 1 EL Sojasauce Zubereitung

1. Bouillon aufkochen. Knoblauch dazu­ pressen. Ingwer in feine Streifen schneiden und beigeben. Lauch längs halbieren und quer in feine Streifen schneiden. Zur Bouillon geben. Ca. 5 Minuten köcheln lassen. Udon­ Nudeln beigeben. Ca. 6 Minuten mitköcheln lassen. 2. Chinakohl längs halbieren und quer in feine Streifen schneiden. Tofu in dünne Streifen schneiden und mit dem Chinakohl zur Bouillon geben. Ca. 2 Minuten heiss werden lassen. Mit Reisessig und Sojasauce abschmecken und anrichten. Tipps

•Anstelle von Udon­Nudeln Chinesen­ Nudeln verwenden. •Anstelle von Räuchertofu Seidentofu verwenden. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten

Pro Person ca. 12 g Eiweiss, 6 g Fett, 34 g Kohlenhydrate, 1000 kJ/240 kcal

Hauptgericht 500 g Tofu nature

für 4 Personen

1 2 EL

Zitrone Olivenöl Salz, Pfeffer 50 g Paniermehl 30 g Pinienkerne ½ Bund Koriander 1 Knoblauchzehe Zubereitung

1. Tofu in dünne Scheiben schneiden. Die Hälfte der Zitronenschale fein dazureiben. Die Hälfte des Öls, Salz und Pfeffer dazu­ mischen. Kurz marinieren.

2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Restliche Zitronenschale fein reiben. Mit Paniermehl, Pinienkernen, Koriander, Knoblauch und restlichem Öl in einem Cutter fein hacken. Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tofuscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Masse auf dem Tofu verteilen und nach Belieben etwas andrücken. In der Ofenmitte ca. 7 Minuten backen, bis die Pinienkernenkruste leicht Farbe annimmt. Dazu passt Blattsalat. Zubereitungszeit ca. 10 Minuten + ca. 7 Minuten backen

Pro Person ca. 20 g Eiweiss, 14 g Fett, 14 g Kohlenhydrate, 1150 kJ/270 kcal

Hauptgericht 500 g Tofu nature 2 EL HOLL-Rapsöl

2 Frühlingszwiebeln 1 Knoblauchzehe 25 g Ingwer 1 Stängel Zitronengras 1 rote Chilischote 1 dl Gemüsebouillon 4 EL Sojasauce 1 Limette Zubereitung

1. Tofu in grosse Würfel schneiden. Öl in einer beschichteten Bratpfanne erhitzen. Tofuwürfel darin braten, bis sie goldbraun werden. Herausheben. 2. Knollen der Frühlingszwiebeln in dünne Schnitze schneiden. Zwiebelgrün in Ringe, Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Ingwer und Zitronengras fein hacken. Chili längs halbieren, entkernen und in Streifen schneiden. Mit Ingwer und Zitronengras im verbleibenden Öl in derselben Pfanne anbraten. Knoblauch und Zwiebelschnitze beigeben und mitbraten. Bouillon und gut die Hälfte der Sojasauce dazugiessen, auf­ kochen. Die Hälfte der Limette auspressen, Saft dazugiessen. Sud köcheln lassen, bis er ca. zur Hälfte eingekocht ist. Tofuwürfel beigeben und ca. 5 Minuten zugedeckt mitschmoren. Mit Sojasauce abschmecken. Mit Frühlingszwiebelgrün anrichten. Rest der Limette in Schnitze schneiden, dazu­ servieren. Dazu passt Parfümreis. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

Pro Person ca. 16 g Eiweiss, 15 g Fett, 8 g Kohlenhydrate, 950 kJ/230 kcal


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Grana Padano, z.B. gerieben, 120 g, 1.90 statt 2.25 15% Alle Joghurt, 250 g, z.B. Marroni, 1.– statt 1.30 20% Poulet-Nuggets, hergestellt in der Schweiz mit Pouletfleisch aus Brasilien, 1 kg, 10.60 statt 21.20 50% Rapelli-Osterpastete mit Morcheln oder -Morchelterrine geschnitten im Duo-Pack, Schweiz, z.B. Osterpastete mit Morcheln, 500 g, 14.90 statt 25.– 40% TerraSuisse Siedfleisch durchzogen, per 100 g, 1.40 statt 2.15 30% M-Classic Fleischkäse geschnitten, Schweiz, per 100 g, 1.15 statt 1.65 30% M-Classic Kalbs-Saltimbocca, Schweizer Fleisch, per 100 g, 5.25 statt 7.50 30% TerraSuisse Fleischkäse hauchdünn geschnitten, per 100 g, 1.40 statt 2.– 30%

TerraSuisse Kalbssteak, per 100 g, 6.40 statt 8.05 20%

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Neuheiten

Tilsiter Surchoix, per 100 g, 1.30 statt 1.65 20%

M&M’s Oster-Geschenkpackung oder Celebrations Osterhase, z.B. Celebrations Osterhase, 220 g, 5.60 20x PUNKTE

Anna’s Best Ostersalat, 250 g, 3.25 statt 4.10 20%

Gesamtes Smarties Oster-Sortiment, z.B. Rassel-Ei, 50 g, 1.60 20x PUNKTE

Rexona Active Shield Deos, z.B. Aerosol Spray, 75 ml, 2.85 NEU **

Tête de Moine Rosetten im DuoPack, 2 x 120 g, 9.25 statt 11.60 20%

Contrex im 6er-Pack, 6 x 1.5 Liter, 4.60 statt 6.90 33%

I am Creme-Öl Bad Cocos & Vanilla, 500 ml, 3.90 NEU **

Käse in Bedienung: üse Bärgtroum, «Aus der Region.», per 100 g, 2.40 statt 2.85 15%

Alle Tetley Tees, z.B. English Breakfast, Packung à 25 Beutel, 2.05 statt 2.95 30%

American Favorites Cheesecake Bites, 180 g, 5.20 NEU **

Käse in Bedienung: Gorgonzola Reale, Italien, per 100 g, 2.20 statt 2.60 15%

Alle Café Royal Bohnen UTZ, z.B. Sir Edward, 500 g, 6.20 statt 8.90 30% *,**

Alle Pain Création Brote (ohne Kleinbrote Selbstwahl), –.40 günstiger, z.B. Rusticobrot, 400 g, 3.40 statt 3.80

M-Classic Buttergipfel, tiefgekühlt, 1080 g, 9.50 statt 13.60 30%

Blumen und Pflanzen

TerraSuisse Rindsragout, per 100 g, 2.10 statt 2.65 20% M-Classic Forellenfilet geräuchert im 3er-Pack, ASC, Dänemark/Zucht, 3 x 125 g, 8.80 statt 11.10 20%

TerraSuisse Weissmehl 1 kg oder im 4er-Pack, 4 x 1 kg, z.B. 1 kg, 1.45 statt 1.85 20%

Holi-Passionsfrucht, -Pfirsich oder -Green Apple, z.B. Passionsfrucht, 250 ml, 1.– 20x PUNKTE *

Fisch, Fleisch und Geflügel

Gesamtes Glacetta Sortiment, z.B. Cappuccino, 800 ml, 4.– statt 5.– 20%

Near-/Non-Food

Ofenschinken geschnitten, Schweiz, per 100 g, 2.95 statt 3.70 20% TerraSuisse Rindssiedfleisch mager, per 100 g, 1.95 statt 2.40

Tradition-Zitronenherzli oder -Spitzbuben im Duo-Pack, z.B. Zitronenherzli, 2 x 200 g, 5.10 statt 6.40 20%

TerraSuisse Bramata, 500 g, 1.40 statt 1.80 20% Bischofszell Appenzeller- oder Butterrösti, TerraSuisse, z.B. Butterrösti, 400 g, 2.20 statt 2.80 20%

Anna’s Best Dinkelblätterteig mit Dinkelvollkornmehl, 320 g, 3.20 NEU ** American Favorites Cereal Cookie, 60 g, 1.80 NEU ** American Favorites Waffel, 80 g, 2.90 NEU ** Aproz O2 Kiwi-Passionsfrucht, 50 cl, 1.40 NEU *,**

TerraSuisse Rapsöl, 50 cl, 2.65 statt 3.35 20%

Primeln, im 9-cm-Topf, «Aus der Region.», pro Pflanze, 1.10 statt 1.90 40%

Alle TerraSuisse Teigwaren, z.B. Hörnli Urdinkel, 500 g, 2.30 statt 2.90 20%

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 71

Wissenswertes Hintergrund

Rund um Tofu Herstellen

Für Tofu werden Soja­ bohnen mit Wasser zu einem Püree vermahlen und gefiltert, sodass sich feste und flüssige Bestandteile trennen. Gibt man ein Gerin­ nungsmittel wie Nigari (eine Salzlösung) bei, gerinnt die «Sojamilch». Dabei entsteht eine Art Bohnenquark. Je weniger Gerinnungs­ mittel verwendet wird, desto flüssiger der Tofu. Das ausgeflockte Soja­ eiweiss ist die Masse, die zu Blöcken gepresst wird – je stärker, desto kompakter der Tofu.

Mehr Rezepte auf www.saison.ch

Block-Party Weich wie Pudding oder fest in Form gepresst: Der facettenreiche Tofu lässt sich nicht nur braten, rührbraten, frittieren oder marinieren, sondern auch zu veganen Omeletten und Smoothies verarbeiten. Spezial-Tofu*

Fester Tofu

Mit Nüssen, Bärlauch oder luftig frittiert? Der Variantenreichtum von Tofu kennt keine Grenzen. Eine japanische Spezialität ist fermentierter, «stinky Tofu» – eine für den westlichen Gaumen eher gewöhnungsbedürftige Variante.

… ist hierzulande das bekannteste Format. Während der Herstellung wird ihm besonders viel Flüssigkeit entzogen. Fester Tofu gilt als Allrounder, mit dem sich fast alles anstellen lässt: rührbraten, backen, frittieren …

Verarbeiten

Bild: Cynthia van den Berg

Man möchte meinen, dass die schwammartige Beschaffenheit den Tofu zu einem idealen Geschmacksträger macht. Dem ist jedoch nicht grundsätzlich so. Kochprofis raten, selbst festen Tofu vor dem Verarbeiten weiter zu entwässern, damit er Marinaden besser annimmt. Dafür legt man den Block zwischen zwei Teller auf Küchen­ papier und presst die Flüssigkeit heraus. Aufbewahren Legt man ihn in eine Schüssel mit Wasser, kann man Tofu rund eine Woche im Kühl­ schrank lagern. Wasser am besten täglich wech­ seln. Räuchertofu, der länger haltbar ist, lässt sich gekühlt in Folie gewickelt aufbewahren. Auch einfrieren kann man Tofu. Kleiner Nach­ teil: Ein Block braucht rund 24 Stunden zum Auftauen. Danach presst man die angesammelte Flüssigkeit aus. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Seidentofu*

Geräucherter Tofu

… heisst auf Japanisch Kinugoshi und hat die Konsistenz von Pudding. Er enthält viel Feuchtigkeit und ist deshalb besonders weich. Er eignet sich für Marinaden, Smoothies oder als Eierersatz für Omeletten.

… ist ein gepresster, fester Tofu, der während der Herstellung meist mit Teeblättern geräuchert wird. Dadurch gewinnt er an Aroma und Festigkeit und wird bevorzugt als Speckersatz verwendet.

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 73

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Für einen frühlingshaften Lunch hat Anna’s Best zwei neue schmackhafte Angebote parat.

Anna’s Best

Lunch an der Frühlingssonne Bald locken uns die ersten warmen Frühlingstage mittags an die frische Luft. Die passende Verpflegung zum Lunch bietet Anna’s Best unter anderem mit zwei Neuheiten: Der Chia Bagel ist mit Schweizer Geflügelaufschnitt und Friséesalat gefüllt und mit Zitronenmayonnaise verfeinert. Wer eine leichte Mahlzeit bevorzugt, wählt den Mischsalat Printemps, eine frische Komposition mit grünem Spargel und Schweizer Rohschinken.

Bild und Styling: Claudia Linsi

… Chia Chia-Samen stammen ursprünglich aus Südamerika. Sie enthalten reichlich Omega3-Fettsäuren, wertvolles Protein und Ballaststoffe. Da die geschmacksneutralen Chia-Samen in Verbindung mit Flüssigkeit stark quellen und eine gelartige Masse bilden, werden sie auch gern als vegane Backzutat, für vegane Puddings oder Smoothies verwendet.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für beide Neuheiten von Anna’s Best bis 21. März

Neu Anna’s Best Saladbowl Printemps, 170 g Fr. 5.70

Neu Anna’s Best Chia Bagel Chicken, 135 g Fr. 4.20


74 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Familienbrunch

Für Leib und Seele

Wer an einem derart stimmungsvoll gedeckten Tisch Platz nehmen darf, ist vor kulinarischen Genüssen und fröhlicher Festtagslaune nicht gefeit. Bei den Laugenhasen im FleischkäseGemüse-Bett und Randen-Tartelettes mit Hüttenkäse ist jeder Widerstand zwecklos. Text: Sonja Leissing Bilder: Martina Meier Styling: Monika Hansen Rezepte: Feride Dogum

Sarasay Florida Orangensaft, 1 l Fr. 2.35* statt 2.95

Laugenhasen im Fleischkäse-Gemüse-Bett

Rezept nächste Seite

Randen-Tartelettes

Rezept

Rezept nächste Seite TerraSuisse Butterzopf, 500 g Fr. 3.40

Gefüllte Avocados 100 g Rauchlachs auf 4 Avocadohälften verteilen. 2 wachsweich gekochte Eier halbieren, darauf legen. 1 Frühlingszwiebel in feine Streifen schneiden, mit 4 Zitronenschnitzen auf den Avocados verteilen. Mit Fleur de sel und Pfeffer würzen.


MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 75

Ein Osterbrunch ist für die Familie ein willkommener Anlass zum fröhlichen Beisammensein. Mit Ostereiern in allen möglichen Farben und einem Strauss Narzissen ist rasch ein schönes Ambiente geschaffen. Die Häppchen kann die Gastgeberin bequem vorbereiten, und der Tisch ist rasch gedeckt. Sollten viele Kinder mit von der Partie sein, lohnt es sich, für die Kleinen einen eigenen Brunchtisch herzurichten. So können alle die Köstlichkeiten in vollen Zügen geniessen und sich auf den Osterhasen freuen.

Ostern Diese Woche: Familienbrunch Heft 12:

Schlemmermenü für die Familie

Kokosreispudding mit Kiwipüree Für 8 Förmchen à ca. 2 dl

Schweizer Ostereier Bodenhaltung, 6 Stück à 50 g+ Fr. 3.50

Zutaten

Tête de Moine Rosetten, 2 × 120 g Fr. 9.25* statt 11.60 Tilsiter surchoix per 100 g Fr. 1.30.–* statt 1.65

Sélection Fruchtaufstrich Aprikose 70% Fr. 3.20 Sélection Fruchtaufstrich ErdbeerRhabarber 70% Fr. 3.20 In grösseren Filialen

TerraSuisse Bratspeck geschnitten per 100 g Fr. 1.60* statt 2.30

Schweizer Ostereier Freilandhaltung, 4 Stück à 53 g+ Fr. 3.25

Heidelbeeren, Schale à 250 g aktueller Tagespreis

* Aktionspreise gültig vom 15. bis 21. 3.

5 dl Kokosmilch 1 Prise Salz 125 g Milchreis, z. B. Originario 2 Kiwis 5 EL Agavendicksaft 1 Zitrone 50 g Kokosraspel 50 g Butter, weich 2 Eier Puderzucker zum Bestäuben Zubereitung

1. Kokosmilch mit Salz auf­ kochen. Reis hinzufügen und ca. 20 Minuten köcheln lassen, sodass der Reis weich ist, aber noch etwas Biss hat. Inzwischen Kiwis in Würfel schneiden, mit 1 EL Agavendicksaft pürieren, kühl stellen. 2. Backofen auf 200 °C vorheizen. Reis in eine Schüssel geben. Zitronenschale fein abreiben, mit dem Kokosraspel und der Butter zum Reis geben, mischen, abkühlen lassen. Eier mit rest­ lichem Agavendicksaft schaumig schlagen. Eischaum vorsichtig unter den Reis mischen. Masse in die Förmchen füllen. Pudding in der unteren Ofen­ hälfte ca. 20 Minuten backen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäu­ ben. Kiwipüree dazuservieren. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten + ca. 20 Minuten backen

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 12 g Fett, 15 g Kohlenhydrate, 700 kJ/170 kcal


76 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Randen-Tartelettes mit Hüttenkäse 1

Vorspeise für 8 Personen Ergibt 8 Küchlein à 7 cm Ø (1 Muffinblech) Zutaten 125 g helles Urdinkelmehl 50 g gemahlene Haselnüsse ½ TL Salz 75 g Butter, kalt 2 EL Wasser

½ Bund 1 250 g 1 1,5 dl 200 g 1 EL ½ EL

Mehl zum Auswallen Petersilie kleine Zwiebel gekochte Randenwürfel Ei Rahm Salz, Pfeffer Hüttenkäse Olivenöl Kräuteressig

Zubereitung

1. Mehl, Nüsse und Salz in eine Schüssel geben. Butter in Würfeln zugeben. Zwischen den Händen bröselig reiben. Wasser beifügen. Alles rasch zu einem Teig kneten. Zugedeckt ca. 30 Minuten kühl stellen. 2. Backofen auf 200 °C vor­ heizen. Teig auf wenig Mehl

Laugenhasen im Fleischkäse-Gemüse-Bett 2

à ca. 30 cm formen und damit eine enge Schlaufe legen. Teig­ oval mit einer Schere einschnei­ den, damit Ohren entstehen, und an den oberen Teil der Schlaufe andrücken. Die restlichen sieben Teigstücke gleich verarbeiten. Auf zwei mit Backpapier belegte Bleche legen und mit Natron bestreichen. Meersalz darüber­ streuen. Haselnüsse als Augen in den Teig drücken. Ofen auf 200 °C einschalten, Hasen bei aufsteigender Hitze ca. 35 Minu­ ten backen. Auskühlen lassen.

ca. 4 mm dünn auswallen. 8 Rondellen à 10 cm Ø aus­ stechen. Förmchen damit aus­ legen. Petersilie fein hacken, davon die Hälfte zugedeckt beiseitestellen. Zwiebel hacken. Randenwürfel abtropfen lassen, mit zweiter Petersilienhälfte und Zwiebel mischen, in die Förmchen verteilen. Ei und Rahm verrühren. Mit 1 TL Salz und wenig Pfeffer würzen, über das Gemüse giessen. Tartelettes in der unteren Ofenhälfte ca. 25 Minuten backen.

Zutaten für 8 Hasen 500 g Halbweissmehl 1 ½ TL Salz ½ Hefewürfel, 20 g 1 TL Zucker

3. Hüttenkäse in einem Sieb mit kaltem Wasser abspülen, gut abtropfen lassen. Mit beiseite­ gestellter Petersilie, Öl und Essig mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Auf Tartelettes verteilen und servieren.

1. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Hefe und Zucker zur Milch geben, verrühren, in die Schüssel geben, Butter beigeben, zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mit feuchtem Tuch bedeckt bei Zimmertemperatur auf das Doppelte aufgehen lassen.

3. Rüebli mit dem Sparschäler in feine Streifen hobeln. Radies­ chen vierteln. Essiggurken in Scheiben schneiden. Alles mit dem Fleischkäse und den Hasen auf einer Platte anrichten.

2. Natron mit 1 dl Wasser auf­ kochen, bis es aufgelöst ist. Teig in 8 Stücke schneiden. ¼ eines Teigstücks abschneiden und zu einem Oval formen. Restliches Teigstück zu einem Strang

+ ca. 1 Stunde aufgehen lassen + ca. 35 Minuten backen + auskühlen lassen

Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 30 Minuten kühl stellen + ca. 25 Minuten backen

Pro Person ca. 7 g Eiweiss, 22 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 1200 kJ/290 kcal

3 dl 50 g 15 g 8 100 g 80 g 4 150 g

Milch Butter, weich Natron, wenig Meersalz Haselnüsse Rüebli Radieschen Essiggurken geschnittener Fleischkäse

Zubereitung

Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Stück ca. 13 g Eiweiss, 13 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 1500 kJ/360 kcal


MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 77

Produkte

Feines zum Brunch Mit ausgesuchten Spezialitäten und diversen Lebensmitteln aus dem Vorratsschrank lässt sich ein attraktives Osterfrühstück gestalten.

M-Classic Blätterteig ausgewallt, 320 g Fr. 1.60

M-Classic Originario Milchreis, 1 kg Fr. 2.40 In grösseren Filialen

Sélection Fleur de Sel, 75 g Fr. 6.60 Valflora Vollrahm UHT, 500 ml Fr. 3.25

TerraSuisse DelikatessFleischkäse, hauchdünn geschnitten, per 100 g Fr. 2.–*

Bio Avocados, pro Stück aktueller Tagespreis

* Aktionspreise gültig vom 15. bis 21. 3.

In grösseren Filialen

Anna’s Best Randenwürfel, 400 g Fr. 2.90

Bio Max Havelaar Chop Stick Kokosmilch, 400 g Fr. 2.80

M-Classic Cottage Cheese nature, 200 g Fr. 1.35

Bio Schweizer Karotten Beutel à 1 kg aktueller Tagespreis


78 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Kinderbrunch

Ei, wie lustig Bei Lachs-Türmchen oder Avocados mit pochiertem Ei rümpfen die meisten Kinder die Nase. Wenn da nichts Kindgerechtes auf dem Tisch steht, schnappen sich die Kleinen lieber ein Schöggeli und würdigen den Rest keines Blicks. Wer also extra einen kinderspezifischen Brunchtisch aufbaut, kann davon ausgehen, dass der Nachwuchs auch tüchtig zugreifen wird. Ein einfaches Gericht wie ein falsches Spiegelei zum Beispiel weckt die Neugier – und sorgt dafür, dass die Erwachsenen ungestört schlemmen können.

Lilibiggs Honey Squeezer, 250 g Fr. 3.35 In grösseren Filialen

Lilibiggs Chocomalt, 1 kg Fr. 6.90 In grösseren Filialen

Valflora Crème Fraîche, 200 g Fr. 2.60

Lilibiggs Äpfel, Tragtasche à 1,5 kg aktueller Tagespreis

Für 18 Sticker gibt es einen Plüschhasen gratis. Mehr Infos siehe Spalte rechts aussen.


MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 79

Falsche Spiegeleier Zutaten für 8 Personen

4 kleine Äpfel, 1 Beutel Safran, 1 EL Lilibiggs Honey, 2 Eier, 60 g Zucker, 1 Prise Salz , 50 g Mehl, 25 g gemahlene geschälte Mandeln, ½ TL Backpulver, 150 g Crème fraîche, 2 EL gehackte Pistazien Zubereitung

1. Äpfel schälen, halbieren, Kerngehäuse ausstechen. 3 dl Wasser mit Safran und Honig aufochen. Äpfel beigeben und köcheln lassen, bis sie weich sind. Äpfel im Sud auskühlen lassen, kühl stellen. 2. Backblech mit Backpapier belegen. Ofen auf 200 °C vorheizen. Eier, Zucker, Salz mit dem Mixer zu einer hellen Creme aufschlagen. Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und löffelweise unterheben. Masse auf dem Backpapier ca. 1 cm dick zu 8 Rondellen ausstreichen. In der Ofenmitte ca. 5 Minuten backen. Biskuits auf ein zweites Backpapier stürzen. Oberes Papier sorgfältig abziehen. Biskuits mit dem Blech zudecken, auskühlen lassen.

Famigros

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3. Crème fraîche verrühren. Biskuits auf Teller verteilen. Crème fraîche darauf ausstreichen. Apfelhälften gut abtropfen, auf die Crème fraîche legen. Pistazien darüberstreuen.

Supermärkten oder bei LeShop jeweils einen Sticker zum Sammeln. Pro Einkauf gibt es maximal 10 Sticker. Sobald das Sammelheft, das ebenfalls in der Migros erhältlich ist, mit 18 Stickern komplett ist, können Sie dieses in Ihrer Filiale abgeben und gegen einen Plüschhasen Ihrer Farbwahl eintauschen. Sie können so viele Sammelhefte einlösen, wie Sie möchten. Die Aktion läuft, solange der Vorrat an Plüschhasen reicht.

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten + ca. 5 Minuten backen + auskühlen lassen

Pro Person ca. 5 g Eiweiss, 12 g Fett, 34 g Kohlenhydrate, 1100 kJ/260 kcal

Kinderbuch Auf 20 kunterbunt

Die Stülphasen aus Plüsch, die in drei Farben erhältlich sind, lassen sich in wenigen Schritten zum Ei und wieder zurück zum Hasen stülpen.

Rezepte www.saison.ch

illustrierten Seiten wird die Geschichte der lustigen Plüschhasen Lotty, Ricky und Willy erzählt. Man erfährt, wie sie sich kennengelernt haben, und ob sie sich schon immer in ein Osterei verwandeln konnten. Das Kinderbuch ist für Fr. 1.– in allen Filialen oder als E-Book auf www.migros.ch/ hasenfreunde erhältlich. Mehr Informationen auf www.migros.ch/hasenfreunde oder www.famigros.ch/ostern


80 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Clubsandwich mit Fisch Zutaten für 4 Personen 1 Orange 3 EL Mayonnaise 3 EL Crème fraîche Salz, Pfeffer 80 g Weisskabis 1 EL Butter 500 g Fischfilets (z. B. 80 g Goldbutt, 120 g Pangasius, 150 g Thunfisch, 150 g Lachs) 4 Jakobsmuscheln à ca. 25 g 4 grosse Crevetten Tail-on 8 Tranchen Bratspeck 12 Scheiben Toastbrot 40 g Blattsalat 4 Zweige Dill 8 Holzspiesse Zubereitung

1. Von der Hälfte der Orange Schale abreiben. Orange mit einem Messer schälen, in Scheiben schneiden, dabei Saft auffangen. Für die Sauce Orangenabrieb, Saft, Mayonnaise und Crème fraîche verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kabis in feine Streifen schneiden. Mit der Orange beiseitestellen. 2. Fisch mit kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen und in Stücke schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Speck in einer weiten Bratpfanne braten. Herausnehmen, auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Butter, Fischstücke, Muscheln und Crevetten beigeben, ca. 2 Minuten braten. Brot toasten. 4 Scheiben beiseitestellen. Restliche Scheiben mit Sauce bestreichen und mit Salat, Orangenscheiben, Weisskabis, Dill und Fisch belegen. Jeweils 2 belegte Scheiben aufeinanderstapeln und mit einer Toastscheibe bedecken. Je 1 Tranche Speck und je 1 Crevette oder Muschel auf Holzspiesse stecken. Je 2 Spiesse in 1 Clubsandwich stecken, Sandwich quer halbieren und sofort servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 41 g Eiweiss, 23 g Fett, 43 g Kohlenhydrate, 2300 kJ/ 540 kcal Rezept www.saison.ch

Fischtheke

Schatzkammer Meer An den Fischtheken der Migros werden ausschliesslich Fische und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen verkauft. Auf Wunsch gibt das fachkundige Personal kostenlos Tipps für die Zubereitung und anregende Rezeptempfehlungen ab. Text: Claudia Schmidt

Thunfisch Der am häufigsten in der Migros

verkaufte Thunfisch ist der Gelbflossenthun. Er ist in allen subtropischen und tropischen Meeren heimisch. Ein ausgewachsenes Exemplar dieser Spezies bringt es auf bis zu 200 Kilogramm. Das Fleisch ist fest und eignet sich gut zum Braten oder Grillieren.

Kabeljau Der auch als Dorsch bekannte

Fisch erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit. Er lebt in den kalten Zonen des Nordatlantiks und der Ostsee. Der Kabeljau erreicht eine Länge von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von knapp 100 Kilogramm. Das weisse Fleisch lässt sich ausgezeichnet braten, pochieren oder frittieren.

Goldbutt Auch als Europäische

Scholle bekannt, gehört der Goldbutt zu den Plattfischen. Er kommt fast überall an den europäischen Küsten vor. Im Vergleich zu Kabeljau oder Thunfisch bringt es der Goldbutt nur auf knapp vier Kilogramm Gewicht. Sein Fleisch ist zart und ideal zum Braten und zum Dünsten.


MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 81

Vanessa Trüeb (23) ist Fachleiterin Fisch in der Migros Shoppyland in Schönbühl und gelernte Köchin. Vanessa Trüeb

«Wir geben gern Tipps für die Zubereitung» Vanessa Trüeb, welchen Vorteil hat es, Fisch an der Fischtheke zu kaufen? Der Fisch ist frisch und nicht tiefgefroren. Zudem kann man genau so viel kaufen, wie man benötigt. Bei Bedarf filetieren wir auch ganze Fische.

Lachs Der Edelfisch zählt weltweit zu den beliebtesten Speisefischen. Es gibt ihn aus Wildfang und aus Zuchten. Der Lachs kann bis zu 1,5 Meter lang werden. Sein festes Fleisch eignet sich zum Räuchern, Braten, Pochieren sowie für die Zubereitung im Ofen und in Suppen.

Crevette Die kleinen Krebstiere

leben auf dem Meeresgrund. Ihre dunkelgraue Farbe wechselt beim Erhitzen in den charakteristischen rötlichen Ton. Crevetten sind in vielen Länderküchen etabliert. Sie lassen sich gut braten, dünsten oder frittieren.

Und was bieten Sie noch an? Wir marinieren frische Fischfilets selbst und bereiten Pfannengerichte mit frischem Fisch und Gemüse zu. Profitieren die Kunden auch von Ihrem Kochwissen? Wir geben gern Tipps für die Zubereitung oder empfehlen einen bestimmten Fisch, falls der Kunde nicht genau weiss, welcher sich wofür eignet.

Bilder: Giulia Marthaler, Beat Schweizer Styling: Irène De Giacomo Rezepte: Katrin Klaus Illustrationen: Rolf Joray

ASC steht für eine zertifizierte, verantwortungsvolle Zucht, die ökologische und soziale Richtlinien befolgen muss.

Jakobsmuschel Die fleischigen

Muscheln sind im Mittelmeer und an der gesamten Atlantikküste beheimatet. Ihr kräftiger Schliess­ muskel erfordert beim Öffnen einiges an Geschick. Die Muschel eignet sich zum Kurzbraten, aber auch zum Überbacken.

Pangasius Der aus Südostasien

stammende Fisch ist wegen seines milden Geschmacks beliebt. Stattliche Exemplare bringen bis zu 44 Kilogramm auf die Waage. Die Filets eignen sich zum Braten, Frittieren und Pochieren sowie für Currygerichte.

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 85

Valflora

So schmeckt die Heimat Die Valflora-Milch stammt ausschliesslich von Schweizer Kühen. Produziert wird sie vom Migros-Industriebetrieb Elsa im freiburgischen Estavayer-le-Lac, einem der grössten Milchverarbeiter der Schweiz.

1

Was ist der Unterschied zwischen Milchdrink und Vollmilch?

Ein Deziliter Vollmilch hat einen Fettgehalt von 3,5 Prozent. Der kalorienreduzierte Milchdrink enthält nur 2,5 Prozent Fett.

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2

Was bedeutet die Bezeichnung UHT (ultrahochtemperiert)?

Bei der Ultrahocherhitzung oder auch Uperisierung wird die Milch zur Eliminierung der Keime kurz auf 135 ºC erhitzt und sofort wieder abgekühlt – so schonend, dass der volle Geschmack erhalten bleibt.

3

Wer produziert die Valflora-Milchprodukte? Sie werden von der Elsa AG , dem

Milchverarbeitungsbetrieb der Migros in Estavayer-le-Lac FR, produziert. Der Betrieb beschäftigt 592 Mitarbeitende in 20 Berufen und bildet zurzeit 29 Lernende aus.

Woher kommt die Milch für Valflora?

4

Die Valflora-Milch besteht zu 100 Prozent aus Schweizer Milch. Sie wird alle zwei Tage mit Kühltransportern direkt bei den Produzenten abgeholt und täglich im Dreischichtbetrieb in der Elsa AG verarbeitet.

5

Was füttern Milchproduzenten ihren Kühen im Winter?

Bild: Yves Roth

Silage – das ist ein hochwertiger Ersatz für frisches Gras. Dafür wird Gras durch Vergärung für den Winter konserviert. So garantieren die Produzenten das ganze Jahr über ein bedarfsgerechtes Angebot an Milch.

Valflora M-Drink UHT, 1 l Fr. 1.30*

6

Wie viel Milch verarbeitet die Elsa? 2015 hat die Elsa 265 Millionen

Kilogramm Milch zu mehr als 600 verschiedenen Produkten verarbeitet. Der grösste Abnehmer ist die Migros, weitere Kunden sind Gastrobetriebe. Ein geringer Teil geht in den Export.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Milchprodukte von Valflora.


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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 87

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Wem ein Softdrink zu süss und reines Mineralwasser zu neutral schmeckt, der findet mit dem leicht aromatisierten Aproz O2 eine gute Alternative. Jetzt ist das Erfrischungsgetränk auch mit einer exotischen Geschmacksnote von Kiwi und Passionsfrucht erhältlich. Zur Auswahl stehen ausserdem die Sorten Himbeer-Limette, Zitrone und Apfel. Im Vergleich zum Aproz Classic enthält das kohlensäurehaltige Aproz O2 die zehnfache Menge an Sauerstoff. Dank Sportscap-Verschluss ist das Aproz O2 ein idealer Durstlöscher für unterwegs.

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 89

Migros Sélection

Die Tomate für Feinschmecker

Panzanella Tomaten achteln und mit Zwiebelstreifen, Balsamicodressing, Oregano, Pinienkernen sowie gerösteten Ciabattawürfeln mischen

Aussergewöhnlich fleischig und aromatisch ist Merinda, die Tomatensorte im Sélection-Sortiment der Migros. Merindas werden in Sizilien angebaut, wo sie noch grün geerntet werden. Erst in der Schweiz reifen sie aus und entfalten dann ihr besonderes Aroma. Die mittelgrossen, stark gerippten Tomaten eignen sich für rustikale Brotsalate wie Panzanella (siehe Rezept links) ebenso wie für Caprese, die beliebte Kombination aus Tomaten, Mozzarella und frischem Basilikum. Dank ihrem ausgewogenen SäureZucker-Verhältnis lässt sich die frisch geschnittene Merinda ausgezeichnet pur geniessen. Es braucht dann nur noch etwas Pfeffer und allenfalls nach Belieben eine feine Prise Salz.

Sélection Tomaten Merinda, Schale à 350 g Fr. 4.90 Hintergrund

Rund um die Merinda-Tomate Herkunft

Die Merinda-Tomate wird hauptsächlich im Südosten von Sizilien, in der Region Pachino, angebaut. Die Pflanze wächst auf Böden, die in der Nähe des Meeres liegen und besonders salzhaltig sind. Man nennt sie deshalb auch saline Böden. Der hohe Salzgehalt verleiht der Tomate ein starkes Aroma. Lagerung

Bild und Styling: Veronika Studer

Tomaten sind bei sachgemässer Lagerung bis zu 14 Tage lang haltbar. Sie sollen möglichst bei Zimmertemperatur getrennt von anderem Obst und Gemüse aufbewahrt werden, da sie während der Lagerung Ethylen ausscheiden. Dabei handelt es sich um ein Pflanzenhormon, das die Reifung von Gemüse und Früchten beschleunigt. Nicht zu empfehlen ist die Aufbewahrung im Kühlschrank, denn dort verlieren Tomaten deutlich an Geschmack, Textur und Haltbarkeit.

Palermo SIZILIEN

Merinda-Tomaten sind besonders aromatisch, gerade wenn sie noch grüne Stellen haben.

Pachino

Auf Sizilien, in der Region Pachino, wird die Tomate Merinda angebaut.


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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 91

Tag der Allergie

Einkaufen ohne Verzicht: Die Migros bietet zum Beispiel Milchprodukte für Menschen mit Laktose-Intoleranz an. Allergien

Der Aha-Effekt Die Migros baut ihr Sortiment für Allergiker stark aus: 120 Produkte mit dem «aha!»-Gütesiegel hat sie bereits im Angebot. Text: Michael West

F

Aktionen an sieben Bahnhöfen Am Donnerstag, 17. März, ist natio­ naler Tag der Aller­ gie. Das Allergie­ zentrum Schweiz plant an sieben Bahnhöfen Aktionen mit Unterstüt­ zung der Migros: In der Deutsch­ schweiz können Pendler dann in Zürich, Bern, Basel und Luzern an elektronischen Infotafeln mehr über das Thema erfahren. In aus­ gewählten Migros­ Filialen gibts zu­ dem gratis «aha!»­ Blévita mit Kürbis­ kernen sowie eine Rezeptkarte.

Bild: Salvatore Vinci

ür die meisten Kunden ist es völlig selbstverständlich, im Supermarkt eine Literpackung Milch oder einen Laib Brot in den Warenkorb zu legen. Doch manche Menschen stossen beim Einkaufen auf unsichtbare Barrieren: Sie vertragen zum Beispiel keinen Milchzucker oder kein Gluten, das in den meisten Brotsorten enthalten ist. Laut der Institution «aha! Allergiezentrum Schweiz» sind in unserem Land rund drei Millionen Menschen von Lebensmittel-Intoleranzen und Allergien betroffen. Unerwünschte Reaktionen auf Nahrung können ganz verschieden sein. Sie reichen von relativ harmlosen Verdauungsstörungen bis zum allergischen Schock. Im Ex-

tremfall kann die Wahl der richtigen Lebensmittel eine Frage von Leben und Tod sein. Immer grössere Auswahl in den Verkaufsregalen

Die Migros engagiert sich dafür, dass Betroffene in den Einkaufsregalen verträgliche Produkte finden. Als Teil des Programms Generation M hat sie Mitte 2014 versprochen, ihre Auswahl an Produkten mit dem «aha!»-Gütesiegel bis Ende 2016 um 30 Prozent auszubauen. Mit der Umsetzung ist die Detailhändlerin auf gutem Weg. Zurzeit umfasst das «aha!»Sortiment 120 Artikel; im Lauf dieses Jahres sollen noch mindestens 25 weitere Produkte hinzukommen. Aktuell verfügbar sind zum

Beispiel laktosefreie Milchprodukte, glutenfreie Back- und Teigwaren oder verschiedene Glacesorten ohne Milch. Hinzu kommen Sonnencremes und Hautpflegeprodukte ohne Konservierungsund Duftstoffe, die allergische Reaktionen auslösen könnten. «Alle sollen bei uns problemlos einkaufen, auch Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen», sagt Teresa Herger, Projektleiterin Ernährung und Gesundheit beim Migros-Genossenschafts-Bund. In den Lokalen der Detailhändlerin können sich Allergiker ebenfalls willkommen fühlen: Bereits 40 Migros-Restaurants und TakeAways bieten laktose- und glutenfreie Menüs an. MM

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Das Gütesiegel von aha! kennzeichnet Produkte, die auch bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.

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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 93

Interview

«Sprays und Tropfen helfen meist» Sanactiv

Wenn die Pollen plagen Wer unter Heuschnupfen leidet, muss nicht unbedingt auf Aktivitäten im Freien verzichten. Sanactiv-Produkte helfen, Momente in der Natur zu geniessen. Die Sanactiv Nasencreme lindert

trockene, wunde Hautstellen. Lanolin und Sesamöl wirken gegen raue Stellen und unterstützen die Regeneration gereizter Haut. Die Kombination aus Glycerin und Meersalz versorgt die Nasenschleimhaut mit Feuchtigkeit. Geeignet für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren. Nasencreme, 10 ml Fr. 5.20

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bei tränenden und juckenden Augen. Der in den Augentropfen enthaltene Naturstoff Ectoin wird unter anderem zur Vorbeugung und Behandlung von allergischen Bindehautentzündungen eingesetzt.

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André Dietschi, wie kriegt man Heuschnupfen am besten in den Griff? Allergenen kann man oftmals aus dem Weg gehen – etwa, indem man nicht bei offenem Fenster schläft, wenn etwas blüht, auf dessen Blütenstaub man allergisch ist. Eine Nasenspülung abends befreit die Schleimhäute von Pollen. Auch Nasensprays und Augentropfen helfen meist, die schlimmsten Symptome zu lindern. Gute Erfolge erzielt man mit Desensibili­ sierungskuren. Dabei werden kleine Dosen des Allergens injiziert, sodass sich der Körper an sie gewöhnen kann. Ist unsere hygienische Lebensweise Schuld, dass es immer mehr Allergiker gibt? Es zeigt sich, dass Kleinkinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und auch von der Stallumgebung nicht fern­ gehalten werden, später weniger unter Allergien leiden als Stadtmenschen. Kann man vorbeugen, indem man Babys gewisse Nahrung vorenthält? Es heisst, dass Kinder weniger Allergien entwickeln, wenn sie während der ersten vier bis sechs Monate gestillt werden. Ein eindeutiger Zusammen­ hang zwischen bestimmten Lebensmitteln und grösserer Allergiehäufigkeit lässt sich aber nicht beweisen.

Bilder: zVg

reduziert die Beschwerden, die durch Pollenflug oder andere Allergene ausgelöst werden. Der darin enthaltene natürliche Wirkstoff Ectoin hat entzündungshemmende und pflegende Eigenschaften und wird unter anderem zur Vorbeugung und Behandlung von Schnupfen und Heuschnupfen eingesetzt. Antiallergischer Nasenspray, 20ml Fr. 6.90

André Dietschi ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Sportmedizin SGSM und Leiter des Santémed-Gesundheitszentrums Diepoldsau TG.


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MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 95

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1. Tag, Donnerstag 5. Mai 2016 – Anreise Gemütliche Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Bozen, wo wir im Hotel mit einem Begrüssungsgetränk und einem feinen Nachtessen erwartet!

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Ihr Reiseprogramm: Verona. Bei einer interessanten Stadtführung werden uns alle weiteren Sehenswürdigkeiten dieser tollen Stadt nähergebracht. Danach bleibt Ihnen genügend Zeit zur freien Verfügung für eigene Entdeckungstouren. Gegen Abend Rückfahrt ins Hotel und Nachtessen. 4. Tag Sonntag 8. Mai 2016 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

1. Tag, Freitag 6. Mai 2016 – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus ins Puster-/Eisacktal im Herzen des Südtirols, wo uns der Hotelier bereits mit einem feinen Nachtessen erwartet. 2. Tag, Samstag 7. Mai 2016 – Brixen & Kloster Neustift Heute morgen zeigen wir Ihnen die Bischofsstadt Brixen. Alleen und Parks säumen die Altstadt und laden zum Ausruhen und Verweilen ein.

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Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag nur Fr. 60.Tickets Kat 1 fürs Konzert: Fr. 20.Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person

Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag nur Fr. 75.Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person

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Die grösste Sehenswürdigkeiten Südtirols ist das barocke Augustiner-Kloster Neustift. Freuen Sie sich auch hier auf eine packende Führung! Neustift ist aber nicht nur für Kunst- und Kulturliebhaber ein Besuch wert sondern natürlich auch für Weinkenner. Das Kloster zählt zu den bedeutendsten Weingütern im Südtirol. Wir besichtigen die Kellerei und werden im Anschluss die edlen Tropfen verkosten. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Sonntag 8. Mai 2016 – Muttertagsfest mit Oswald Sattler Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an. Gegen Mittag beginnt das Programm in der Konzerthalle in Meransen. Erleben Sie ein tolles Konzert mit Künstlern wie Oswald Sattler, Geschwister Niederbacher und S´Kleeblatt. Eine traditionelle Schuhplattlergruppe und eine böhmische Musikkapelle treten ebenfalls auf. Der Tag wird abgerundet mit leckeren Snacks und einem besonderem Muttertagsgeschenk. Am Abend erwartet uns der Hotelier mit einem feinen Abschlussessen im Hotel. 4. Tag, Montag 9. Mai 2016 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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98 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

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Hallo, Frühling!

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Auch kreative Ideen und Inspirationen finden sich im Do it + Garden.

Klubschulangebot Frühling

Wenn der Daumen juckt Kaum stossen die ersten Sprösslinge durch die Erde, erwachen Hobbygärtner aus ihrem Winterschlaf und setzen den grünen Daumen in Bewegung. Gartenfieber ist angesagt! Text: Sarah Baur

W

er einen Garten pflegt, hat schon früh im Jahr viele Möglichkeiten, ihn auf eine vielversprechende Ernte und einen blühenden Sommer vorzubereiten. Am meisten Spass macht die Arbeit im Garten oder das Bepflanzen von Balkonkistchen. Vielleicht bietet sich an den Ostertagen eine Gelegenheit, mit der ganzen Familie ein paar Stunden mit der Gestaltung des Aussenbereichs zu verbringen. Das passende Werkzeug sowie Baumaterialien, Saatgut, Kübel und Töpfe gibts bei Do it + Garden Migros. Im Sortiment finden sich

ausserdem viele Blumen- und Gemüsesetzlinge aus regionalem Anbau, die optimal gedeihen. Ein Insektenhotel bauen

Neben den klassischen Hecken, Rasenflächen und Gartenbeeten werden individuelle Gärten in der Stadt immer beliebter. Denn auch der kleinste Balkon bietet Platz für Kistchen und Töpfe, in denen sich Tomaten oder Kräuter ziehen lassen. Platznot macht erfinderisch, und mit den passenden Hilfsmitteln entstehen auch in urbanen Wohnanlagen blühende Oasen.

Die Fachleute von Do it + Garden Migros beraten gerne und sorgen dafür, dass auch Gartenneulinge in ihrer ersten Saison mit Erfolg anpflanzen und ernten. Mit etwas grösseren Kindern können die Eltern ein Bienenoder Insektenhotel bauen und gemeinsam beobachten, wie die kleinen Bewohner einziehen und darin leben. Baumaterialien, Gartenerde, Werkzeug, Samen und Setzlinge sind bei Do it + Garden Migros erhältlich. Nützliche Tipps kennt das Fachpersonal oder finden sich rund um die Uhr auf www.doitgarden.ch MM

Überdosis PowerPoint? «PowerGähn – anders präsentieren»: Sie möchten

Ihr Publikum auf eine abenteuerliche Reise durch den Vergnügungspark der grossen Zahlen oder den Kosmos Ihres Projekts mitnehmen? In diesem Kurs lernen Sie, begeisternde und informative Präsentationen zu erstellen. 4 Lektionen kosten Fr. 140.– Weitere Infos: www.klubschule.ch oder Tel. 0844 844 900


102 | MM11, 14.3.2016 | MIGROS-WELT

Forum elle

Veranstaltungen Sektion Bern Stamm: 5. April, 9 Uhr:

Die Kids können es kaum erwarten, den Park im Grünen wieder in Beschlag zu nehmen.

Martin Schläpfer, Leiter Direktion Wirtschaftspolitik MGB, referiert zum Thema: «Die Migros und die Konsumentinnen und die Politik». Ort: Hotel Kreuz, Zeughausgasse 41, Bern. Keine Anmeldung erforderlich. Schnupperinnen sind herzlich willkommen. 12. April: Spaziergang Vinelz–Erlach. Besammlung: 12.55 Uhr, HB Bern Treffpunkt; Rückkehr: 16.52 Uhr.

Anmeldung und Auskunft: Doris Rieder, Telefon 031 901 38 00 Sektion Aargau Bildvortrag über Burma von Robert

Schmid-Sandherr, Geograf und Fotograf Aarau: Dienstag, 12. April, 14.15 Uhr, Klubschule Migros, Saal 1, Parterre, Bleichemattstr. 42, 5000 Aarau Baden: Donnerstag, 14. April, 14.15 Uhr, Klubschule Migros, Zimmer 406, 4. Stock, Nordhaus 3, 5400 Baden Vortrag «Heilsteine und Kräuter»

mit Christina Flury Aarau: Dienstag, 10. Mai, 14.15 Uhr, Klubschule Migros, Saal 1, Parterre, Bleichemattstr. 42, 5000 Aarau Baden: Mittwoch, 18. Mai, 14.15 Uhr, Klubschule Migros, Zimmer 406, 4. Stock, Nordhaus 3, 5400 Baden Weitere Informationen bei Sektionspräsidentin Katja Theiler, Tel. 077 491 63 79

O Mit Steven Park im Grünen

auf dem Spielberg

Ab dem kommenden Wochenende wissen Eltern wieder, wo sie ihre Kinder finden: Der Park im Grünen auf dem Gurten eröffnet die neue Spielparksaison. Text: Sarah Baur

b im luftigen T-Shirt oder in Gummistiefeln, es kann wieder nach Herzenslust geklettert, gerutscht und entdeckt werden: Am kommenden Sonntag wird der Spielpark auf dem Berner Hausberg wiedereröffnet – bei jedem Wetter. Die Kugelbahn ist wieder in Bewegung, die Kids-Cars sind startbereit, und die beliebte Kleineisenbahn zieht friedlich ihre Runden … Natürlich bietet der Park im Grünen auf dem Gurten das ganze Jahr über viele Möglichkeiten zum Spielen und Rumtoben. Aber die Zeit, in der die Gleise der Kleineisenbahn frisch revidiert glänzen, die Wiesen von der Frühlingssonne erwärmt werden und


MIGROS-WELT | MM11, 14.3.2016 | 103

Circus Harlekin

«Kuuuhl …»? Cool! Kinderwochen

Mit dem Circus Harlekin hautnah dabei sein! Bald sind Sommerferien – auf in die Zirkus-Kinderwochen! Im Jahr 1993 hat der

Wieder auf Tournee mit einem originellen Programm: Circus Harlekin

die grosse Lust zum Rausgehen erwacht, ist jedes Jahr wieder ein Grund, ausgelassen zu feiern. Deshalb wartet der Spielpark bei der Wieder­ eröffnung am Sonntag, 20. März, mit einem bunten Programm für die kleinen Besucher auf. Der Berner Hausberg wird zum Spielberg

Wollte Tim nicht schon immer einmal auf einem Esel reiten? Alina zieht dem Grautier ein kuschliges Lama vor. Mia möchte sich gern als Schmet­ terling schminken, und Steven will Lieder mitsingen: Die kleinen und grossen Wünsche werden am Eröffnungsfest auf dem Gurten gratis erfüllt. Von 10 Uhr bis 17 Uhr wird an verschiedenen Ständen

geschminkt und gebastelt. Es finden Wettbewerbe und ein Kasperlitheater statt, und beim Lama­ und Eselreiten können die Kinder sogar etwas über die Tiere lernen. Um 11.30 Uhr und 15 Uhr geben Roland Zoss und die Jimmy­Flitz­Band mit Stargast Steff la Cheffe ein Konzert, das Gross und Klein begeistern wird. Damit der Tag für die ganze Familie zu einem rundum gelungenen Fest wird, braucht es am kommenden Sonntag nur noch eine Fahrkarte für die Gurtenbahn und etwas Taschengeld für die Verpfle­ gung im Selbstwahlrestaurant Tapis Rouge. MM Alle Infos rund um die Wiedereröffnung des Spielparks auf www.gurtenpark.ch/events

Der beliebte Berner Circus Harlekin blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück: 1993 feierten der ehemalige Kauf­ mann Peter Pichler und die Lehrerin Monika Aegerter Weltpremiere mit ihrem Circus Harle­ kin. Viele wirtschaft­ lich teils sehr schlechte Jahre liessen das Wagnis Zirkus oftmals nur ganz knapp am Scheitern vor­ beischlittern, doch mit unerschütter­ lichem Optimismus und Mut hielten die beiden Gründer Pedro und Monika ihr Lebenswerk aufrecht. Und auch

2016 können sie mit einem originellen, hochstehenden Pro­ gramm aufwarten. Liebenswerte Tierdressuren, etwa ein wunderschöner Sechserzug Friesenpferde oder lustige Haustiere, wechseln mit verblüffenden, seltenen Darbietungen ab. Mit dabei ist auch wieder Frank Bogino, einer der besten Bauchredner, der in Las Vegas grosse Erfolge feiern konnte: Die Ein­ trittspreise sind, wie schon immer, fami­ lienfreundlich. Das diesjährige Motto des rund zweistündi­ gen Programms: «Kuuuhl …». MM

Circus Harlekin mit den beliebten Kinderwochen begonnen. Mehrere tausend Kinder konnten bis heute einen richtigen Zirkus hautnah erleben, eine Woche lang mit Profiartisten trainieren und jeweils ein eigenes Programm einstudieren, das dann im schmucken Zirkuszelt unter Mitwirkung des Orchesters einem staunenden Publikum präsentiert wurde. Für die Kinderwochen 2016 sind noch einige Plätze frei: Woche 1 vom 11. bis 16. Juli in Leukerbad. Woche 2 vom 8. bis 13. August in Sörenberg. Die Kinder wohnen im oder beim Zirkus, werden von der Zirkusküche verpflegt und nehmen an weiteren interessanten Aktivitäten teil. Mehr Infos zu den «Kinderwochen» auf: www.circusharlekin.ch, Ticket-Line: 078 742 27 60


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Hansestadt Danzig

1. Tag: Schweiz–Prag. 2. Tag: Prag mit Altstadtbesichtigung, fakultative Moldau-Schifffahrt. Zum imposanten Stadtbild der Hauptstadt Tschechiens gehören die Karlsbrücke mit 29 Heiligenstatuen, die Prager Burgstadt, die Altstadt mit den fröhlichen Märkten sowie historische Kirchen, u.a. die Teynkirche mit den Klängen der ältesten Orgel Europas. Geführte Besichtigung. Moldau-Schifffahrt am Nachmittag (fak.). 3. Tag: Prag–Krakau. Fahrt über die tschechisch-polnische Grenze nach Krakau. 4. Tag: Krakau. Am Vormittag Besichtigung der romantischsten Stadt Polens. Wir sehen u.a. die Altstadt, die Marienkirche sowie die Königsräume in der Wawelburg. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. 5. Tag: Krakau–Warschau. Fahrt nach Auschwitz. Hier, rund 60 km westlich von Krakau, liessen die Nationalsozialisten 1940 das grösste Konzentrationslager in der Zeit des zweiten Weltkrieges errichten. In Tschenstochau, dem bekanntesten Wallfahrtsort des Landes, besichtigen wir die Paulinerkirche mit dem Gnadenbild der Schwarzen Madonna, dem zahlreiche Wundertaten zugeschrieben werden. Abends erreichen wir Warschau. 6. Tag: Warschau. Die Altstadt von Warschau wurde nach dem zweiten Weltkrieg vollständig restauriert. Sie wird dominiert von den beeindruckenden Bauwerken des königlichen Schlosses und der Sankt-Johannes-Kathedrale. Der Marktplatz wird von Restaurants und Strassencafés gesäumt und in den angrenzenden malerischen Gassen gibt es zahlreiche Geschäfte, die zum Einkaufen einladen. Ausführliche Besichtigung. 7. Tag: Warschau–Masurische Seenplatte. Fahrt über Plonsk und Mlawa nach Olsztynek. Hier

besichtigen wir das Freilichtmuseum. Wir macheen uns mit der Holzbaukunst der Masuren vertraut, seehen u.a. Wasser- und Windmühlen, Bauernhäuseer, en eine Schenke und eine Holzkirche. Wir erreichen Olsztyn (Allenstein), Tor zur Masurischen Seenplatte. Tausende klare Seen ziehen Naturliebhaber magisch an. Die «Grüne Lunge Polens» ist ein Paradies für Wanderer. Auf rund 1500 km² findet man 3000 grössere und unzählige kleine Seen. 8. Tag: Masurische Seenplatte. Den heutigen Tag widmen wir der Masurischen Seenplatte: Grüne Wälder, blaue Seen und Storchennester, ein Land von unglaublicher Schönheit und Faszination. Nach einer erholsamen Schifffahrt Besichtigung der Wolfsschanze in Gierloz (Görlitz). Im Frühjahr 1940 wurde der Bunker als militärisches Lagerzentrum errichtet und als eines der Führerhauptquartiere genutzt. Anschliessend Besichtigung des Klosters Swieta Lipka (Heilige Linde). Das Jesuitenkloster mit der barocken Wallfahrtskirche aus dem 17. Jh. wirkt in der Landschaft ungewohnt heiter. 9. Tag: Masurische Seenplatte–Danzig. Fahrt via Olsztyn nach Malbork (Marienburg). Die Marienburg zählt zu den schönsten Profanbauten des Mittelalters und ist eine der schönsten und beeindruckendsten Wehranlagen Europas. Ab 1309 war hier die Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Fahrt nach Danzig. 10. Tag: Danzig. Im Zentrum der alten Hansestadt befindet sich der Marktplatz mit dem beeindruckenden Rathaus. Die Uferpromenade wird von Cafés, Geschäften, alten Kornspeichern und Lagerhäusern sowie dem ältesten hölzernen Kran Europas gesäumt. Geführte Stadtbesichtigung. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. 11. Tag: Danzig–Dessau. Fahrt durch Nordwestpolen nach Dessau. 12. Tag: Dessau–Schweiz. Fahrt in die Schweiz zu den Einstiegsorten.

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Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus Unterkunft in guten Mittel- und Erstklasshotels 11 x Halbpension, davon 3 x Abendessen in lokalen Restaurants (4., 6. und 10. Tag) Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Moldau-Schifffahrt, 2. Tag) Eintritte: Marienkirche und Wawelburg Krakau, Auschwitz und Paulinerkloster Tschenstochau, Freilichtmuseum Olsztynek, Wolfsschanze und Marienburg Deutschsprechende lokale Reiseleitung am 5. und 8. Tag Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

Nicht inbegriffen ■

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Einzelzimmerzuschlag Fakultative Moldau-Schifffahrt Annullationsschutz und AssistanceVersicherung Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung)

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Posten Sie Privates in den sozialen Medien? www.migmag.ch/ knigge

8% 55% Wenn es für mich interessante Aktionen gibt, dann schlage ich so richtig zu

37% Ja, ich richte meine Einkäufe nach den Aktionen

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Knigge reloaded

Was sollte man nie auf sozialen Netzwerken posten?

Richtig oder falsch?

Für ein Bad braucht es drei Mal mehr Wasser als für eine Dusche.

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

Richtig!

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Nichts bringt Unbescheidenheit so stark zur Geltung wie soziale Netzwerke. Seien Sie also zurückhaltend, wenn es darum geht, Ihre Mitmenschen mit dem trivialen Überschuss an Gegenwart zu behelligen, den wir alle mittels indiskreter Technologien heute mit uns herumtragen. Dies sollten Sie nie auf Twitter, Facebook oder Instagram posten: 1. Alles, was Sie nicht im wirklichen Leben zu einer wirklichen Person sagen würden. 2. Bilder von Essen. Es sei denn, es handle sich um missglückte Rezeptversuche. 3. Bilder von Ihnen beim Training. 4. Tägliche Ferienschnappschüsse mit Bildunterschriften wie ‹Tag 4 im Paradies›. 5. ‹Wir sind so stolz, dass Beat es nach Harvard geschafft hat.› Mit seinen eigenen Kindern anzugeben, ist immer unmanierlich. Es ist schwer, es nicht zu tun; aber Sie müssen es versuchen. Viel Glück!»

Im Durchschnitt benötigt ein Bad 140 bis 200 Liter Wasser. Eine Dusche verbraucht dagegen nur 30 bis 80 Liter. Man spart dabei aber nicht nur Wasser, sondern auch Energie. Die Aufbereitung von Warmwasser macht einen grossen Teil des Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Wer die Dusche während des Einseifens abstellt und einen Sparbrausekopf verwendet, reduziert den Wasser- und Energieverbrauch beim Duschen zusätzlich. Darum gilt:

Im Alltag lieber duschen und das heisse Bad als seltenen Luxus ansehen, den man sich nur hin und wieder gönnt.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


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LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 109

N Mamma mia

Kreidekunst

Familie

Niemand weiss, wie das Stück Kreide auf den Pausenplatz ge­ langte. Ist auch egal, gepresstes Kalzium­ sulfat ist in Schulen tonnenweise vorhan­ den. Von den Tafelstif­ ten geht keine Gefahr aus. Es sei denn, Erst­ klässler benützen den Stängel, um damit das F­Wort auf den Boden zu kritzeln. Das Grüppchen war schnell ermittelt, das Corpus delicti (Kalziumsul­ fat!) sichergestellt. Alles nachvollziehbar und sinnvoll. Zumin­ dest theoretisch.

Tipptopp aufgeräumt – geht doch! Für Kinder ist Ordnung im Zimmer nicht entscheidend. Umso wichtiger ist es, die Kleinen spielerisch zum Aufräumen zu bewegen. Text: Claudia Weiss

Alles an seinem Platz: Ordnung kann auch Kindern Freude machen.

Bild: Getty Images

D

ie sorgfältig aufgebaute Play­ mobillandschaft bedeckt seit Tagen den Boden im Kinder­ zimmer. Heute möchte die Mut­ ter staubsaugen, Sara und Tobia möchten noch spielen. Wer gewinnt? Das ist die falsche Frage, findet Caroline Märki (45), Familienberaterin und Leiterin Familylab Schweiz. «Es geht nicht darum, Kinder zu ‹besiegen›. Denn diese kooperieren, wenn Eltern eine gute Beziehung pflegen und im richtigen Ton mit ihnen reden.» Rennt die Mutter genervt ins Kinder­ zimmer und zetert: «Was ist das für eine Sauordnung!», stehen die Chancen schlecht. Besser kommt an, wenn die Eltern ruhig, aber bestimmt fordern: «Räum bitte deine Kleider weg.» Ob das die Kinder und Jugendlichen gern oder gar freiwillig tun, spielt keine Rolle: Sie dürfen ruhig lernen, dass sie manche Din­ ge erledigen müssen – gern oder nicht. Streikt ein Kind trotzdem, steckt laut Caroline Märki manchmal ein klarer Grund dahinter: «Vielleicht ist es gestresst von der Schule – oder hungrig.»

Ihr Rat: «Dann kann das Kinderzimmer gut noch einen Moment warten. Oft wird es nach dem Essen oder nach einer Er­ holungspause ohne Murren aufgeräumt.» Wohnzimmer soll chaosfreie Zone sein

Während kleine Kinder Hilfe brauchen wie «Komm, wir räumen zusammen dei­ ne Legosteine weg», haben Sechsjährige im Kindergarten gelernt, ihre Sachen selbständig wegzuräumen. «Doch es muss nicht überall dieselbe Ordnung herr­ schen», betont Märki. Sie selber definier­ te für ihre drei Kinder das Wohnzimmer als chaosfreie Zone. Was dort liegenblieb, landete in einem Sammelkörbchen. Dafür respektierte sie das Kinderzimmer als «Reich der Kinder», das nicht piekfein aufgeräumt sein muss. Für die grossen Playmobil­Land­ schaften fand Caroline Märki eine prag­ matische Lösung: Sie stellte eine Fest­ bank ins Spielzimmer. Dort dürfen Spiel­ welten tagelang stehen bleiben. Und der Boden ist frei, damit die Eltern ungestört staubsaugen können. MM

Tipps

So kommt man zum Ziel Gute Beziehung pflegen, dann kooperieren Kinder meistens Freundlich auf­

fordern ohne Meckertiraden

Beim Verhör stellte sich heraus, dass die Kinder keinen Schim­ mer hatten, was das «böse» Wort bedeute­ te. Die Lehrpersonen hatten nun den Job, aus dieser Nummer wieder rauszukom­ men – und scheiterten beim Versuch, dem bösen Wort einen In­ halt zu geben. Warum? Weil es sich kaum mit zwei Sätzen erklären lässt. Das Wort kann z. B. im Imperativ ste­ hen, zum Partizip wer­ den. Und dann kommt erst die Bedeutung … Am Ende waren dennoch alle schlauer: 1. Kalziumsulfat kann gefährlich sein. 2. Das F­Wort darf man nicht auf den Pausenplatz schreiben.

Aufräumen ja. Aber nicht immer sofort «Chaosfreie Zonen» und «Kinder­ Reiche» definieren Sammelkorb für

Liegengebliebenes einrichten

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


Apulien – Gargano

Steile Felsküsten, weite Sandstrände, mächtige Kastelle und die einzigartigen Trullis. 1. Tag Schweiz – Chianciano Terme Ihre Reise führt Sie durch den Gotthard-Tunnel nach Italien. Sie überqueren die Apenninen und gelangen nach Chianciano. 2. Tag Chianciano Terme – Apulien Durch das Tibertal erreichen Sie die Region von Rom. Vorbei am bekannten Kloster von Montecassino erreichen Sie die Gegend von Neapel, wo Sie nach Osten abbiegen und den Apennin überqueren. Am Abend erreichen Sie die Apulien. 3.Tag Ausflug Alberobello – Itriatatal – Ostuni Sie fahren ins Land der «Trulli», der eigenartigen kleinen Steinhäuser mit kegelförmigem Dach. Sie besuchen Alberobello, die Hauptstadt der Trullis, die heute zu den touristischen Hauptattraktionen Italiens und zum UNESCOWeltkulturerbe gehört. Danach Fahrt durch das Itriatal nach Ostuni, einem malerischen Städtchen mit orientalisch wirkenden, gestaffelten Terrassenhäusern und verwinkelten Gassen.

4. Tag Ausflug Otranto – Santa Maria di Leuca (fakultativ) Über die Provinzhauptstadt Lecce fahren Sie nach Südwesten auf die salentinische Halbinsel, wie der «Absatz» des italienischen «Stiefels» heisst. Bei Gallipoli erreichen Sie den Golf von Taranto. Anschliessend führt die Fahrt nach Santa Maria di Leuca an der Südostspitze Italiens. Am Nachmittag fahren Sie hinaus an die Küste nach Otranto, der östlichsten Stadt Italiens. Von hier aus kann man bei gutem Wetter über die Strasse von Otranto bis hinüber zu den Bergen Albaniens blicken. 5. Tag Apulien – Castel del Monte – Gargano Vorbei an Fasano und Bari gelangen Sie zum Castel del Monte, der «Krone Apuliens». Weithin sichtbar thront die Burg von Kaiser Friedrich II. Nach dieser Besichtigung gelangen Sie nach Trani, einer kleinen hübschen Hafenstadt. Am Nachmittag fahren Sie dann auf einer grandiosen Küstenstrasse mit immer wieder wunderschönen Ausblicken nach Vieste.

8 Tage Fr. 925.–

6. Tag Vieste Sie verweilen in Vieste, dessen reizvolle Altstadt malerisch auf einer felsigen Halbinsel liegt. Im Verlaufe des Tages unternehmen Sie einen Ausflug mit dem Boot, der Sie entlang der fantastisch schönen Küste mit ihren bizarr geformten Kalkklippen und Felsentoren und vorbei an vielen Buchten und kleinen Stränden zu den Meeresgrotten führt. 7. Tag Vieste – Adria Sie verlassen den Gargano und fahren entlang dem Lago di Varano Richtung Norden. Die Reise führt nun immer der Adriaküste entlang. Immer wieder haben Sie schöne Ausblicke auf die Küste und die sie säumenden Ferienorte. Auf der anderen Seite begleiten Sie die Bergrücken des Apennins auf denen vielfach alte Dörfer und Städtchen thronen. Am Abend erreichen Sie Riccione. 8. Tag Adria – Schweiz Über Bologna und durch die Po-Ebene gelangen Sie nach Mailand und bei Chiasso wieder zur Schweizer Grenze zurück.

Reisedaten 2016 22. – 29. April

Das ist alles dabei...

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8-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar 7 Übernachtungen in sehr guten Mittelklassehotels Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Farb-TV etc. Halbpension in den Hotels Ganztägiger Ausflug nach Alberobello, ins Itriatal und nach Ostuni Bootsausflug zu den Meeresgrotten in Vieste Besichtigung des Castello del Monte

Nicht inbegriffen: ✘ Annullationsschutz Fr. 28.– ✘ Ganztägiger Ausflug nach Otranto und Santa Maria di Leuca Fr. 38.–

Abfahrtsorte Zürich, Olten, Bern, Basel, Luzern

Griechenland

Einmalige Fahrt durch die schönsten Gegenden des klassischen Griechenlands. 1. Tag Schweiz – Riccione Fahrt durch die Po-Ebene an die beliebte Küste der Adria.

führt die Weiterreise über Nafpaktos in die Umgebung von Korinth.

2. Tag Riccione – Gradara – Ancona Nach einem Besuch im hoch über der Adriaküste gelegenen Städtchen Gradara Fahrt zur Einschiffung nach Ancona.

5. Tag Kanal von Korinth und Loutraki Gemütlicher Tag mit kurzem Ausflug zum Kanal von Korinth, einem Meisterwerk der Technik, und zum bekannten Ferienort Loutraki.

3. Tag Igoumenitsa – KataraPass – Meteora-Klöster Am Morgen erreicht Ihr Schiff die Nordküste Griechenlands. Sie fahren über Ioannina nach Kalambaka. Schon von weitem erblicken Sie die bizarren Felsformationen auf denen die weltberühmten Meteora-Klöster wie Schwalbennester thronen. Auf einer kleinen Rundfahrt werden Sie eines dieser geheimnisvollen Klöster besuchen. 4. Tag Kalambaka – Delphi – Korinth Durch die Thessalische Ebene und über Lamia erreichen Sie Delphi, einen der bedeutendsten Orte des klassischen Griechenlands. Sie lernen viel über die Bedeutung des Orakels bei den alten Griechen. Danach

6. Tag Ausflug Athen Ganztägiger Ausflug nach Athen. Während der Stadtrundfahrt besuchen Sie die interessantesten und bedeutendsten Sehenswürdigkeiten wie die Akropolis, das Wahrzeichen der Stadt, den Präsidentenpalast, sowie das alte Olympiastadion. Die Mittagszeit verbringen Sie in der Plaka, der Altstadt Athens mit ihren vielen gemütlichen Restaurants.

10 Tage Fr. 1’095.–

ten Hafenstädtchen. Sie besuchen darauf das Theater von Epidauros, das berühmt ist durch seine vorzügliche Erhaltung und seine aussergewöhnlich gute Akustik. Danach Rückfahrt ins Hotel auf einer grandiosen Panoramastrasse.

8. Tag Korinth – Olympia – Patras Am Morgen fahren Sie durch Arkadien, ein gebirgiges Hochland im Zentrum der Halbinsel Peloponnes, und gelangen so in das antike Olympia, ein grosses panhellenisches Heiligtum, der Ursprung der Olympischen Spiele. Über Pyrgos erreichen Sie am Nachmittag Patras. 9. Tag Auf See – Ancona – Riccione Heute bleibt Ihnen der fast ganze Tag um die Annehmlichkeiten des Bordlebens zu geniessen, während Ihr Schiff Kurs auf Ancona nimmt. Nach der Ausschiffung kurze Fahrt zur Übernachtung in Riccione.

7. Tag Argolisrundfahrt (fakultativ) Heute besuchen Sie die Argolis, eine der bedeutensten Kulturlandschaften Griechenlands. Nach einem Aufenthalt in Myke- 10. Tag Riccione – Schweiz Fahrt durch die Po-Ebene und ne fahren Sie über Argos nach Nafplion, einem der malerischs- über Mailand in die Schweiz.

Reisedaten 2016 07. – 16. Mai 15. – 24. September

Das ist alles dabei...

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10-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar Schiffspassagen Ancona – Igoumenitsa / Patras – Ancona in Doppelkabinen innen (ohne Mahlzeiten) 7 Übernachtungen mit Halbpension in guten Mittelklassehotels Deutschsprachige Reiseleitung in Griechenland Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm

Nicht inbegriffen: ✘ Annullationsschutz Fr. 34.– ✘ EZ-Zuschlag Fr. 180.– (ausgenommen Fähre) ✘ Aussenkabine Fr. 80.– ✘ Argolisrundfahrt Fr. 48.–

Abfahrtsorte Bern, Olten, Zürich, Luzern, Basel


LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 111

Tipps

So i(s)st die Jugend

G Verweigerer am Tisch

So schlafen Sie besser Verzichten Sie nach 16 Uhr auf anregende Getränke und Lebensmittel wie Kaffee, Schwarztee, Cola oder Schokolade.

Gemeinsame Mahlzeiten sorgen für Frieden in der Familie, sagt der Volksmund. Erfahrungen im Be­ kanntenkreis zeigen, dass auch das Gegen­ teil vorkommt. Wäh­ rend im Vorschulalter das aus Kindersicht «zu gesunde» Gemüse zu Reibereien am Familientisch führt, gefährden im Jugend­ alter realitätsferne Ernährungsideologien die Harmonie am Familientisch.

Meiden Sie gegen Abend VitaminC-reiche Lebensmittel und Getränke wie Orangensaft, Hagebuttentee, Mandarinen, Peperoni oder Vitamin-CBrausetabletten. Kräutertees helfen zu entspannen und stabilisieren die Nerven. Hilfreich sind: Orangenblüten, Melisse, Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblume. Reichern Sie das

Abendessen mit Nüssen, Kernen und Samen wie Mandeln, Paraund Baumnüssen, Cashew- und Sonnenblumenkernen an.

Bild: Anne-Sophie Bost/Getty Images

Auf grössere Mengen Alkohol verzichten. Während kleinere Mengen müde machen, bewirken grössere das Gegenteil.

Hier schreiben die Vivai-Experten über Ernährungsfragen. Dieses Mal die Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta. In Zusammenarbeit mit

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

Tiefer guter Schlaf: Richtig essen heisst oft das Zaubermittel. Ernährung

Schlafräuber, ade Schlechter Schlaf ist oft auch die Folge von falscher Ernährung. Eine Änderung der Essgewohnheiten kann Wunder wirken. Text: Marianne Botta

V

ielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, die sich abends ins Bett legen, sich umdrehen und einschlafen. Tatsächlich ist das nicht selbstverständlich, denn viele Menschen leiden unter Schlaf­ problemen. Das kann viele Ursachen haben. Es lohnt dabei auch, die Ernäh­ rungsgewohnheiten anzuschauen. Manche Lebensmittel halten uns eher wach, weil der Körper aufgrund gewisser Inhaltsstoffe wie Coffein stärker aktiviert wird. Auch spielt der Zeitpunkt des letz­ ten Essens eine Rolle – und wie viel man isst. Ein allzu voller Bauch lässt uns genauso wenig einschlafen wie ein hung­ riger Magen. Je schwerer verdaulich ein Gericht ist, umso länger sollten wir warten, bis wir uns hinlegen. Es ist also sinnvoll, ein Fondue schon um 17 Uhr zu geniessen. Ein leichtes Gemüsegericht, 1 bis 2 Stunden vor der Nachtruhe geges­ sen, wird wahrscheinlich noch gut ver­ tragen. Allgemein gültige Rezepte gibt es jedoch nicht. Während die einen nach ei­

nem Salatteller wunderbar schlafen, ver­ tragen andere Rohkost am Abend über­ haupt nicht. Wer nicht gut einschlafen kann, profitiert von einem ErnährungSchlaf-Tagebuch. Damit kommt man den individuell schlafraubenden Lebens­ mitteln am ehesten auf die Spur. Umgekehrt gibt es Lebensmittel, die als Schlafhilfe dienen. Nach deren Genuss bleibt der Stoffwechsel eher ruhig, Blutdruck und Puls werden ge­ senkt und das Hinübergleiten in den Schlaf wird erleichtert. Schlaffördernd sind Lebensmittel, die den Serotonin­ spiegel erhöhen. Genügend Serotonin kann die Einschlafdauer verkürzen und ist Ausgangssubstanz des Nachthormons Melatonin. Um Serotonin herzustellen, benötigt der Körper das «Entspannungs­ molekül» Tryptophan. Lebensmittel, die das Tryptophan­Serotonin­System optimal aktivieren, sind zum Beispiel Banane, Avocado, ein mit wenig Honig gesüsstes griechisches Joghurt oder eine warme Honigmilch. MM

Auf der Suche nach der Balance essen sich junge Leute durch verschiedene Konzepte der Nahrungsauf­ nahme. Oft entspricht die für die ganze Fami­ lie gekochte Mahlzeit nicht ihren Vorstellun­ gen: zu fettig, zu viele Kohlenhydrate, zu we­ nig Würze. Also berei­ tet man sich seine Spei­ sen halt selber zu. Diese Fahrt im Sonderzug führt in die Sackgasse. Sorgen der Eltern äussern sich in Kritik an den Spröss­ lingen, was diese kränkt und noch mehr verunsichert. Wie ge­ lingt der Ausstieg aus dem Teufelskreis? Die Zeit arbeiten lassen? Das Gespräch suchen? Verständnis zu zeigen, scheint mir ein erster Schritt zu sein.

Flavia von Gunten (17),

Gymnasiastin aus Steffisburg BE


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LEBEN| MM11, 14.3.2016 | 113

Regelmässige Sonnen­ bäder braucht es, um gesund zu bleiben.

Gesundheit

Die richtige Dosis Sonnenhormon Nur knapp die Hälfte der Schweizer hat Ende Winter genug Vitamin D im Blut. Das kann sich fatal auf die Gesundheit auswirken – speziell bei älteren Menschen, Kleinkindern und stillenden Müttern. Text: Eugen Renz

sonnigen Tagen Arme, Hände und das Gesicht für 5 bis 20 Minuten (Sommer) beziehungsweise für 5 bis 30 Minuten (Herbst) der Sonne aussetzt. Empfehlenswerter als die Mittagssonne ist die Sonnenbestrahlung am Vor- oder Nachmittag. Da die Fähigkeit der Haut zur Bildung von Vitamin D mit zunehmendem Alter nachlässt und Sonnencremes und Tagescremes mit Schutzfaktor ab 6 die hauteigene VitaminD-Produktion deutlich vermindern, kann es insbesondere im Winter auch bei Nicht-Risikogruppen zu einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung kommen. Durch den Mehrverzehr von angereicherten Lebensmitteln oder Vitamin-D-Präparaten kann dies abgedeckt werden. Zusammengefasst empfiehlt das BAG für Menschen, die nicht ausreichend Sonnenlicht erhalten, folgende ergänzende Vitamin-DEinnahme: 1. Lebensjahr 400 IE/Tag 2. bis 59. Lebensjahr 600 IE/Tag Ab 60. Lebensjahr 800 IE/Tag Entsprechende Präparate sind als Tabletten, Tropfen und Kapseln erhältlich. Personen einer Risikogruppe wird empfohlen, die optimale Dosierung und die geeigneten Präparate für die Vitamin-D-Zufuhr mit ihrem Arzt zu besprechen. Weiterführende Infos: www.bag.admin.ch/uv_strahlung

Bild: Getty Images

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Dr. med. Eugen Renz, Spezialist für Allgemeine Innere Medizin, Ärzte­ praxis Wattwil, Santémed Gesundheits­ zentren AG. Co­Autor: Rainer Schregel, Spezialist für Allgemeine Innere Medizin, Leiter Ärzte­ praxis Wattwil

itamin D ist genau genommen ein Hormon, das vom Körper unter Einfluss von UVB-Licht über die Haut gebildet wird. Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und den Einbau in die Knochen. Vitamin D stärkt auch die Muskelkraft und fördert die Umsetzung der Nervenimpulse auf den Muskel. Beobachtungsstudien in den letzten Jahren deuten zudem darauf hin, dass Menschen mit einer guten Vitamin-D-Versorgung ein geringeres Herzinfarktrisiko, weniger Bluthochdruck, weniger Krebs und weniger Infekte aufweisen. Diese Effekte müssen noch belegt werden. Ein anhaltender Mangel an Vitamin D kann aufgrund eines er­ höhten Knochenabbaus zu Osteo­ porose und insbesondere bei älteren Menschen zu Muskelschwäche mit erhöhtem Sturzrisiko führen. Bei Kindern kann es aufgrund einer

gestörten Knochenentwicklung zu Rachitis kommen. Zu den Risikofaktoren gehören: seltener Aufenthalt an der Sonne, Übergewicht, Alter (Säuglinge, Senioren), Schwangerschaft und Stillzeit, dunkler Hauttyp, Medikamenteneinnahme (z. B. Cortison) sowie bestimmte Krankheiten wie chronische Darm-, Leber- und Nierenerkrankungen. Personen mit Risikofaktoren wird die Messung der VitaminD-Konzentration im Blut empfohlen. Die normale Ernährung reicht nicht

Zwar speichert sich Vitamin D im Fettgewebe, trotzdem kommt es zu grossen jahreszeitlichen Schwankungen mit den niedrigsten Werten im Frühling. Laut den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erreicht man je nach Hauttyp und Tageszeit eine ausreichende Vitamin-D-Bildung, wenn man sich von Mitte März bis Mitte Oktober an

Tipps

Sonne, fetter Fisch und falls nötig Medikamente • Bei längerer Sonnenlichtexposition auf ausreichenden Sonnenschutz achten, um einem Sonnenbrand und anderen Folgen exzessiver Sonnen­ lichtexposition vorzubeugen • Lachs und andere fette Meeres­ fische, Eier, Pilze, Käse und Butter enthalten Vitamin D • Zögern Sie nicht, sich bei Fragen zur Vitamin­D­Zufuhr und zum geeig­ neten Sonnenschutz an Ihren Arzt oder Apotheker zu wenden In Zusammenarbeit mit


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LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 115

Tierhaltung

So ersparen Sie sich Ärger In den Terrarien des Walter Zoos gestrandet: ein Quittenwaran, wird bis zu 150 Zenti­ meter lang wird.

Wer Tiere transportieren oder halten möchte, sollte sich über die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Tierart informieren. Dies gilt auch für Heim- und Nutztiere.

Zootierärztin

Asyl für exotische Tiere Der Walter Zoo unterhält eine Quarantänestation. Hier werden illegal in die Schweiz eingeführte oder gesetzeswidrig gehaltene exotische Tiere vorübergehend untergebracht. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

E Karin Federer (29) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

s gibt verschiedene Gründe, weshalb exotische Tiere in unserer Quaran­ tänestation landen. Meist sind sie am Zoll abgefangen worden, nachdem profes­ sionelle Tierhändler am Werk waren. Oder geschütz­ te Tiere wurden von Touris­ ten als «Souvenirs» aus den Ferien mitgebracht. Andere exotische Tiere stammen aus illegaler Haltung oder wurden aus­ gesetzt vorgefunden. In all diesen Fällen arbeiten wir Hand in Hand mit den Behörden zusammen. Für die Tiere stellen der oft unprofessionelle Transport und die nicht artgerechte Haltung eine enorme Belastung dar. So­ wohl für die Transporteure wie auch für die Halter hat

dies strafrechtliche Kon­ sequenzen. Egal, woher die Tiere kommen, bei der Ankunft im Zoo erhalten sie zuerst einen sauberen, artgerecht eingerichteten Platz mit Futter, Wasser und allem, was sie brauchen. Einige dürfen bleiben

Danach führe ich einen Allgemeincheck durch, bei dem ich Alter und Geschlecht sowie Nähr­, Pflege­ und Gesundheits­ zustand festhalte und gegebenenfalls auch eine medizinische Behandlung durchführe. Schliesslich folgt oft anspruchsvolle Pflege, bei der mir unser Pflegerteam mit Rat und Tat zur Seite steht. Sobald das Tier unter­ sucht und erfasst ist und

nicht mehr zu seinem ursprünglichen Halter zurückkehren darf, suchen wir zusammen mit den Behörden eine permanente Unterbrin­ gungsmöglichkeit. Gelegentlich sind auch sehr seltene Exoten bei uns zu Gast. Die Haltung vieler dieser Tiere ist sehr an­ spruchsvoll, was die Wahl der zukünftigen Unter­ bringung nicht immer leicht macht. Wenn wir Platz und Bedarf haben, nehmen wir auch Tiere in unserem Zoo auf – wie zum Beispiel den abgebildeten Quitten­ waran. Oder die Mona­ meerkatze Nanga, die vor einigen Jahren von Touris­ ten per Flugzeug illegal aus Afrika in die Schweiz ein­ geführt worden war. MM

Insbesondere bei exotischen Tieren ist oft eine Bewilligung für den Import und die Haltung nötig. Für internationale Transporte über die Landesgrenze hinaus gelten besondere Vorschriften, die je nach Tierart und Herkunftsoder Bestimmungsland variieren können. Viele Wildtiere sind

durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt und dürfen nur mit Bewilligung gehalten und transportiert werden. Sämtliche internationalen Transporte von Nutztieren und exotischen Tieren müssen im elektronischen tierärztlichen Informationssystem Traces erfasst werden. Die Webseite des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen bietet eine Vielzahl von Informationen zum Thema Tiertransport und -haltung: www.blv.admin.ch/ themen/tierschutz


116 | MM11, 14.3.2016 | LEBEN

Kinder

Wann gibt es Morgenrot? Manchmal leuchtet der Himmel am Morgen in vielen prächtigen Rottönen. Das nennt man Morgenrot. Für das Spektakel lohnt es sich, früh aufzustehen. Text: Yvette Hettinger

Illustration: Jan Kruse

Neue Rubrik:

Phänomene der Natur

Eigentlich erkennen wir das Sonnenlicht als Weiss,

aber in Wirklichkeit setzt es sich aus allen Regenbogenfarben zusammen. Jede Farbe hat eine andere Wellenlänge – Rot die längste und Blau die kürzeste. Am frühen Morgen müssen die Sonnenstrahlen einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen als am Mittag,

Atmosphäre

Blaues Licht hat kürzeste Wellen Starke Streuung Himmel wirkt blau!

Abends/morgens Fast nur noch Rot und Orange kommen jetzt an

Blaues Licht wird früh ausgefiltert und gelangt auf längerem Weg kaum noch bis zur Erde

Längerer Weg des Lichts Staub Wassermoleküle

ERDE

und du siehst nur die langwelligen Strahlen, also die Rottöne. Die Strahlen mit der kürzeren Wellenlänge verlieren sich auf dem Weg, weil sie von Teilchen in der Luft abgelenkt werden. Fachleute sagen: Sie werden gestreut. Am Mittag ist der Weg durch die Atmosphäre kürzer, und wir sehen auch die blauen, kurzen Wellen.

Bevor du am Abend deinen Wecker auf ganz früh stellst, erkundige dich noch, wie das Wetter am

nächsten Tag wird. Wenn die Prognosen schlechtes Wetter voraussagen, hast du gute Chancen auf ein schönes, kräftiges Morgenrot. Denn die Farben sind nur dann so intensiv, wenn es in der Luft bereits Wassertröpfchen hat, also wenn Wolken im Anzug sind. Das sieht zwar schön aus, bedeutet aber, dass es später am Tag wahrscheinlich regnen wird. Aus dieser Erfahrung heraus hat sich eine sogenannte Bauernregel gebildet, «Morgenrot, schlecht Wetter droht». MM

Bild: Getty Images

wunderschöne Farbkombinationen kann man mit etwas Glück am Morgenhimmel sehen. Erkundige dich doch mal, wann die Sonne aufgeht, und steh dann etwas früher auf: Das Leuchten, das man Morgenrot nennt, erscheint ungefähr eine Dreiviertel- bis eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang.

Mittags Kürzerer Weg des Lichts

Rot, Rosa, Violett, Orange, Pink: Ganz


LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 117

Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede publizierte Frage gibt es einen 20-FrankenGutschein. Robin (10) aus Seedorf UR

Eigentlich sind Raben fürsorg­ liche Vogeleltern. Trotzdem redet man bei den Menschen von «Rabeneltern», wenn Väter oder Mütter ihre Kinder schlecht behandeln. Selten sind damit richtig böse Eltern gemeint. Vielmehr solche, die nach Ansicht der Kritiker ihre Kinder falsch erziehen. Doch wie erzieht man Kinder «richtig»? Raben und Hühner zum Beispiel machen es gut. Sie geben den Jungen genau das, was sie brauchen.

Rabenküken schlüpfen nackt und blind. Darum bieten ihnen die Eltern Wärme, Schutz und Nahrung. Hühnerküken kommen hingegen topfit im warmen Flaumkleid zur Welt, können sofort herumwuseln und selber Futter picken. Die Hennen sorgen sich richtigerweise wenig um ihre Küken, die Raben viel. Werden die Rabenküken aber grösser, verziehen sich ihre Eltern in den Hintergrund: Die Jungvögel wagen sich schon früh allein aus

dem Nest, wirken dabei aber noch hilflos. Man könnte meinen, ihre «Rabeneltern» hätten sie ausgesetzt. In Wirklichkeit beobachten die Eltern ihre Jungen genau, warnen sie aus der Ferne vor Gefahren und füttern sie weiterhin. Sie lassen aber zu, dass die Kinder eigene Erfahrungen machen – auch eigene Fehler. Und davon lernen die Halbwüchsigen am meisten. MM * Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine Mail an www.kinderfragen@migrosmedien.ch

Gabriela Bonin (48) beantwortet

Kinderfragen zu aktuellen Themen.

PFLANZ DEN SAMEN

Rät selspa ss HUGOS FRÜHLINGSQUIZ

Hugo stellt dir in seinem Quiz ein paar Frühlingsgemüse vor – sein Spezialgebiet. Aber er will dich ein bisschen reinlegen und hat beim Aufschreiben immer einen Buchstaben extra vergessen. Findest du trotzdem heraus, um welches Gemüse es sich handelt? Schreibe den richtigen Namen jeweils auf die nebenstehende Zeile.

Erben ___________________

Kohlabi __________________

Sargel ___________________

Boccoli __________________

Gure ____________________

Lach ____________________

Enchel __________________

Spint ___________________

Radeschen _______________

Karoffel _________________

Endlich ist der Boden warm. Tobi hat einen Sonnenblumenkern, den er in die frische Erde pflanzen möchte. Die Streichhölzer bilden seine Schaufel. Mit dem Verschieben von zwei Zündhölzchen kannst du die Lage der Schaufel so verändern, dass sie leer wird. Wer hat die zündende Idee?

Selerie __________________ Lösung: Erbsen, Spargel, Gurke, Fenchel, Radieschen, Sellerie, Kohlrabi, Broccoli, Lauch, Spinat, Kartoffel

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LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 119

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Mitmachen und gewinnen Gewinnen Sie eine Schnupperwoche in einer der Maxisuiten des «Ortner’s Lindenhof»: 7 Übernachtungen inkl. GenussHalbpension sowie 3 x Naturfango, 3 x intensive Rückengrossmassage, 1 x Urquellbad Luftsprudelbad mit quellfrischem Thermalwasser, 1 x Pediküre mit Aromafussbad, 1 x Gesichtspflege Beauty sowie je ein 250-EuroGutschein für weitere Kosmetikanwendungen. Gesamtwert: 2704 Euro.

Beste Adresse für Liebhaber bayerischer Küche: das kürzlich eröffnete «Wirt z’Füssing»

Zu gewinnen 1 Woche Wellness für 2 Personen

Glücksgriff

Wohlfühltage in Bayern Hauseigene Thermalbäder, kulinarische Köstlichkeiten, schöne Natur: Das Migros-Magazin und «Ortner’s Lindenhof» verlosen sieben Übernachtungen im 4-Sterne-Superior-Hotel.

D

ie bayerische Biergarten­ zeit beginnt, sobald sich im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen zeigen. So auch im «Wirt z’Füs­ sing», dem kürzlich eröffneten Restaurant des Hotels «Ortner’s Lindenhof» im niederbayerischen Bad Füssing. Unter mächtigen Kastanien, bei einem frisch ge­ zapften Bier und einem herzhaften Snack aus der Küche von Chef Torsten Petri lässt sich der Früh­ lingsanfang wunderbar geniessen. Wer in Sachen Wohlbefinden noch eins drauflegen will, dem empfiehlt Hausherrin Bettina Ortner­Zwicklbauer ein Bad in den vier hauseigenen Thermalbecken mit warmem Heilwasser, das seit 75 Jahren aus der stärksten Schwefelquelle

Europas in knapp 1000 Meter Tiefe sprudelt. Das Quellwasser unter­ stützt die professionellen Therapieanwendungen wie Krankengymnastik, Lymphdrai­ nagen und Akupunkturmassagen, die im Beauty­ und Therapiezent­ rum des 4­Sterne­Superior­Hotels angeboten werden. Wellness­ programme und kosmetische Behandlungen runden den Verwöhnaufenthalt ab. Golf, Tennis und viel frische Luft

Der Frühling ist auch die Zeit, in der die Lust auf Bewegung an der frischen Luft wächst. Der Thermen Golf Club Bad Füssing­ Kirchham e.V. ist nur vier Kilo­ meter entfernt und gewährt «Lindenhof»­Gästen 30 Prozent Ermässigung auf das Greenfee

des anspruchsvollen 18­Loch­ Golfplatzes. Ein Tennis­Match, Radtouren, Wanderungen oder Nordic­Walking­Runden locken ebenso in die freie Natur. Für den erholsamen Schlaf sorgt das gute Klima der einzelnen Häuser des «Lindenhofs». Im Haupthaus, dem Haus Wappen, macht die Verwendung von Altholz den besonderen Charme der Zimmer aus. Im Haus Therme sind es die neu renovierten Kirsch­ baumzimmer und ­suiten. Im Bio­Haus Linde fördert die als «Wohlfühlholz» bekannte Zirbe die Schlafqualität. Und die exklusiv ausgestattete Villa Sophia besticht vor allem durch absolute Ruhe und die Lage im Grünen. MM Weitere Infos: www.ortners-lindenhof.de

Wettbewerbsfrage: Wie heisst das Haupthaus des «Ortner’s Lindenhof»? So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf)

und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Ortner’s Lindenhof», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 20. 3. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


120 | MM11, 14.3.2016 | LEBEN

Kreuzwortr채tsel

Gewinnen Sie eine von 10 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

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LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 121

So nehmen Sie am Kreuzworträtsel links teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.3.2016, 24 Uhr

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

oder gewinnen Sie eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.3.2016, 24 Uhr

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LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 123

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3

7 1 4 8 9 4 7 2 1 3 9 8 7 8 6

Auflösung Nr. 10: 917

1 4 3

3 4 2 9 6 5 8 7 1

5 2

9 7 2 7 3 9 5 9 6 4 5

5 6 9 1 8 7 3 4 2

6 8 7 5 9 3 1 2 4

7 1 8 3 4 2 5 9 6

1 3 5 2 7 4 6 8 9

9 2 4 6 1 8 7 5 3

2 7 1 8 3 9 4 6 5

4 5 3 7 2 6 9 1 8

8 9 6 4 5 1 2 3 7

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.3.2016, 24 Uhr

Gewinner Nr. 9: Annelies Basig, Valendas GR; Ursina Eggenweiler, Gondiswil BE; Verena Aebischer, Ramsei BE; Cécile Clottu, Bernex GE; Hedy Indlekofer, Riehen BS

Teilnahmebedingungen: Auf der zweiten Rätselseite

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 4 1 2 5

Auflösung Nr. 10: ELITE

3

N

Gewinner Nr. 9: Helena Ruf, Chur; Walter Helbling, Winterthur ZH; Urs Bührer, Zürich

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Lösungswort: 1

2

3

4

5

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 375 000 (WEMF, MACH Basic 2015-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Sonja, Leissing, Anna Meister, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Verlag: Layout: Doris Oberneder (Creative Director), Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Werner Gämperli, Nicole Gut, Tel.: 058 577 13 70, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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126 | MM11, 14.3.2016 | LEBEN

1

Meine Welt

«Mit Oriana teile ich die Leidenschaft fürs Kino»

Sein neuester Streich «Nichts passiert» ist für den Schweizer Filmpreis nominiert. Auch privat dreht sich bei Regisseur Micha Lewinsky alles ums Thema Filmkultur: Mit seiner Frau, der Schauspielerin Oriana Schrage, sitzt er gern selbst im Kinosaal. Text: Andrea Freiermuth Bilder: Paolo Dutto


LEBEN | MM11, 14.3.2016 | 127

2

3

1 Meine Frau «Oriana (38) ist Schauspielerin und Sängerin. Mit ihr teile ich die Leidenschaft fürs Kino. Am liebsten schauen wir uns Filme im Kino Riffraff in Zürich an. Dort läuft zurzeit auch mein neuester Streifen, ‹Nichts passiert›.» 4

2 Mein neuester Streich «Für ‹Nichts

passiert› habe ich mit Devid Striesow (42) und Annina Walt (19) im Prättigau gedreht. Im Zentrum des Films steht die Frage: Was passiert, wenn man von einem Verbrechen weiss, das man nicht begangen hat? Wann wird man vom Zeugen zum Mittäter?» 3 Mein Arbeitsplatz «Beim Schneiden

fängt die Arbeit erst richtig an. Mit Cutter Gion-Reto Killias habe ich drei Monate am Schnittplatz verbracht.» 5

4 Meine Ohrwürmer «Vor rund 20 Jahren habe ich diese CD mit Kinder-

Bilder: Ona Pinkus, Kevin Foy/Alamy/ mauritius images, Kulturbüro

liedern produziert. Heute erfreuen sich meine eigenen Kinder Mila (6) und Yonathan (2) daran.»

Name: Micha Lewinsky (43) Sternzeichen: Schütze Beruf und Lebenslauf: Ich

wurde in Kassel (D) geboren und bin in Zürich aufgewachsen. Nach der Matur studierte ich einige Semester Filmwissenschaft, danach arbeitete ich als Journalist, Kulturorganisator und Musiker. Ich bin familiär vorbelastet: Mein Vater ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Dass man den Lebensunterhalt auch mit Schreiben und Filmen

bestreiten kann, war mir also schon früh bewusst. Das hat mir sicher geholfen, meinen Weg zu finden. Die Sporen habe ich mir aber selber verdient. Mein neuer Film «Nichts passiert» unterscheidet sich völlig von meinen bisherigen Filmen: Er ist weniger harmonisch, viel abgründiger. Das hat viele Zuschauer überrascht; nach «Die Standesbeamtin» hatten sie etwas anderes von mir erwartet. Gerade deshalb mag ich den Film aber.

5 Mein «Lieblingsprodukt» «Eindeutig das Kulturbüro: Es wird vom Kulturprozent finanziert und ist eine Anlaufstelle für Kulturschaffende, die hier die Infrastuktur nutzen und Geräte ausleihen können. Ich habe 1998 mitgeholfen, das erste Kulturbüro aufzubauen. Inzwischen gibt es schweizweit fünf davon.» 6

6 Meine zweite Heimat «Eigentlich

lebe ich gern in Zürich. Aber manchmal fällt mir einfach die Decke auf den Kopf. Dann muss ich nach Berlin, wo ich mir eine Wohnung mit Michael von der Heide und Heidi Happy teile.» 7 Mein Stolz «2008 habe ich für ‹Der

7

Freund› bereits einen Quartz gewonnen. Natürlich hoffe ich auf einen weiteren, auch weil das Design des Schweizer Filmpreises heute etwas hübscher ist.»


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