Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny
MM10, 6.3.2017 | www.migrosmagazin.ch
Co-Eltern: Ja zu Kindern, Nein zur Liebe Seite 10
Raus aus der Stressfalle Seite 98
DJ Bobo alias Peter René Baumann
Bild: Yes Music AG / Michael H. Sinn
Seit 25 Jahren der «King of Dance» und kein bisschen abgehoben Seite 30 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59
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4 | MM10, 6.3.2017
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Editorial
Ein Aargauer halt Wir Aargauer sind ja die Klischee-Pinwand der Schweiz, sprich vor allem der Zürcher. Kein Vorurteil, kein Klischee, das man uns nicht mit billigem Spott anhängen könnte. Wir sind schlechte Autofahrer, haben zu viele Autobahnen und zu viele Kernkraftwerke. Wir tragen die falschen Socken und treiben uns – ganz Provinzclowns, als die wir gelten – mit den falschen Accessoires in den unangesagtesten Clubs herum. Allein schon deshalb spielt unter Aargauern eine gewisse Solidarität. Wenn über uns gelacht wird, halten wir zusammen. So habe ich die Karriere des gebürtigen Aargauers DJ Bobo immer mit grossem Wohlwollen beobachtet. Obwohl mir seine Songs nie wirklich gefallen haben. Wer auf Queen, Guns N’ Roses oder AC/DC steht, hat, gelinde gesagt, etwas Mühe mit «Chihuahua» oder «Somebody Dance With Me». Nein, niemand hatte Mitte der Achtziger auf den Bäckerstift aus Kölliken gewartet. Doch mit Hartnäckigkeit, Fleiss, einem gesunden Menschenverstand, einer guten Mannschaft und nüchternem Geschäftssinn hat er sich in 25 Jahren zum erfolgreichsten Schweizer Musiker hochgearbeitet. Mit 150 Gold-, 29 Platinalben und rund 15 Millionen verkaufter Alben, mit Millionen von Konzertbesuchern hat er den Award für sein Lebenswerk, der ihm kürzlich an den Swiss Music Awards verliehen wurde, mehr als verdient. Und wer ihm einmal persönlich begegnet, staunt, wie geerdet, unaufgeregt und im positiven Sinn normal er geblieben ist. Ein Aargauer halt (Seite 30). Ein anderes Thema: Tausende von Leserinnen und Lesern machen jede Woche eines unserer Rätsel im MigrosMagazin und schicken die Lösung ein. Sie alle haben nun die Möglichkeit, die Rätsel online zu lösen. Wie das funktioniert, ist praktisch selbsterklärend – sogar der Schreibende hat es spielerisch selbst herausgefunden (Seite 29). Ich kann Ihnen nur empfehlen: Versuchen Sie es einmal. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch
90
MM10, 6.3.2017 | 5
«Mein Vorteil ist, keine Leichen im Keller zu haben»
Menschen 8 Diese Woche
Wie wir jedes Frühjahr zu wahren Putzteufeln werden
DJ Bobo, Musiker
10 Co-Elternschaft
30
Vater oder Mutter sein, ohne eine Partnerschaft einzugehen: ein Familienmodell im Aufwind 16 Jürg Niklaus 50 Jahre war der Schweizer
68 Brot des Monats: Sur En 70 Delizio im neuen Gewand 73 Sojamousse von aha! 74 Biokleider für Kids 77 Pflege für gefärbtes Haar 78 Alles für Gross und Klein
83 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News
Leben
19 Bänz Friedli
89 Kolumne «1, 2 oder 3?»
Kreativ, witzig, ansteckend: Vier junge Frauen kämpfen auf erfrischende Weise für die Sache der Frau 27 Leserforum 30 Interview mit DJ Bobo
Der «King of Dance» feiert seit 25 Jahren Erfolge – und hat noch lange nicht genug
Migros-Welt
Bilder: Christian Kerber, Daniel Aeschlimann, Stephan Bösch; Illustration: Alice Wellinger
So gelingen Biskuittörtchen
Kapitän auf hoher See, jetzt wohnt er am Hamburger Hafen
20 Zum Tag der Frau
10
53 Migusto
41 Tierwohl
Ein Leben als Hockey-Mom?
90 Familie
An den «OpenSundays» können sich Kinder so richtig austoben 97 Brave New Girl 98 Gesundheit
Wenn der Alltagsstress aufs Herz schlägt 101 Südafrikas Kapregion 103 Migros-Bank-Ratgeber 104 Kinder: Tsunami 106 Auto: Toyota C-HR
Nahe am Ziel: Die Migros hat bei der Einführung der Schweizer Tierwohlstandards schon viel erreicht
109 Glücksgriff 111 Rätsel/Impressum 116 Cumulus
45 Adele Duttweiler
Internetstar Zeki Bulgurcu zeigt sein Zuhause in Basel
Hommage an Madame Migros
118 Meine Welt
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus
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Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
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der bekannteste Sportreporter der Nation. Am 15. März erscheint sein Buch «Hauptsache, es flimmert» über die Geschichte des TV in der Schweiz.
«Ein riesiger Parkplatz. Mehr nicht? Ein bisschen näher hin schauen lohnt sich. Die Wagen sind fast unnatürlich regelmässig hingestellt. Viele sind weiss, es gibt aber auch rote, blaue und schwarze. Es handelt sich bei allen um das gleiche Modell. Dies ist also kein öffentlicher Parkplatz, sondern die Abstellfläche eines Automobilherstellers. Was man aus so einem Bild nicht alles herauslesen kann! Ins Denken kommt man auch. Autos gehören zum teuersten, das sich die Menschen leisten, trotzdem will niemand darauf verzichten, auch in der Schweiz nicht. Sechs Millionen Autos gibt es in unserem Land, bald hat jeder der 8,4 Millionen Einwohner eines, inklusive Babys und 100Jährige!» Mein Bild der Woche
Hörprobe
Entschuldigung, was hören Sie gerade? Amira El Hachim (22), Studentin, Olten SO
a) «Hymn for the Weekend» von Coldplay b) «She Lit a Fire» von Lord Huron c) «24K Magic» von Bruno Mars
Antwort: b) Wenn man genauer hinhört, wird das Lied immer schöner.
Bernard Thurnheer (67) ist
Der höchste Berg des Sonnensys tems befindet sich auf dem Mars. Olympus Mons ist 22 Kilometer hoch. Der vermutlich kleinste Planet ausserhalb unseres Sonnen systems heisst Gliese 581. Auf ihm dauert ein Jahr nur 3,15 Tage. Nach Tom Hanks wurde ein Aste roid benannt. Die Sonne hat einen so grossen Durchmesser, dass
sie nicht zwischen Erde und Mond passen würde.
Die Erkundungsmission des Ro
vers Opportunity auf dem Mars soll te 90 Tage dauern. Er fährt seit 2004. Quelle: Stern/Neon
8 | MM10, 6.3.2017 | MENSCHEN
Wie halten Sie es mit dem Frühjahrsputz? www.migmag.ch/ umfrage
Umfrage
Diese Woche
So wird der Frühlingsputz zum Fest des Putzens Frühlingsputz … manchen grauts nur schon bei der Vorstellung. Das muss nicht sein, sagt Katharina Zaugg, die «Mutter des Wellness-Putzens»: Hören Sie Musik beim Putzen, setzen Sie den ganzen Körper ein – und nutzen Sie die Energie, die uns das intensivere Sonnenlicht im Frühling beschert. Text: Reto E. Wild, Dinah Leuenberger
Letzte Woche haben wir gefragt:
Sollen Kinder von Krankenkassenprämien befreit werden? 35% Der Ratsvorschlag mit 80 Prozent Rabatt für unter 18Jährige ist richtig. 34% Die steigenden Kosten betreffen alle. Familien sollen nicht entlastet werden. 31% Ja, bis 18 Jahre soll es für alle gar nichts kosten.
Zahlen und Fakten
88,7
Prozent der Schweizer nehmen sich laut einer Umfrage beim Früh jahrsputz die Fenster vor.
Haare fallen uns täglich aus. Sie bilden den Hausstaub, gemeinsam mit Hautschuppen und Esskrümeln.
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Millionen Bakterien tummeln sich pro Quadratzentimeter im Kühlschrank. Neun Millionen mehr hat der Küchenschwamm. Quellen: SanitasMagazin, www.marketagent.com
Mehr Sonnenlicht, mehr Energie, mehr Putzlust: Das Hormon Serotonin spornt uns an, die Wohnung zum Strahlen zu bringen.
S
chon die Kelten säuberten im Frühjahr ihre Hütten offenbar besonders gründ lich. Die erhöhte Putzwut in dieser Jahreszeit hängt nicht zuletzt mit der gesteigerten Ener gie und Lebenslust zusammen, die uns das intensivere Sonnen licht beschert. Dieses regt die Hormonproduktion an und sorgt für Frühlingsgefühle, erklärt Neuropsychologe Lutz Jäncke (59) von der Universität Zürich. Einen wichtigen Einfluss dabei hat der Botenstoff Serotonin. Die sen produziert der menschliche
Körper dank der längeren Tage überdurchschnittlich. Laut Jäncke kann Serotonin wie ein Rausch mittel wirken. Alles neu macht der Frühling
Wenn draussen die Knospen spriessen und die Farben leuchten, spornt das Serotonin uns an, un serem Heim eine Rundumerneue rung zu gönnen. In Hundert tausenden von Haushalten steht in diesen Wochen der Frühjahrs putz auf dem Programm. Zu tun gibt es reichlich, denn Bakterien finden sich überall.
Allein der Küchenschwamm, die grösste Dreckschleuder im Haushalt, bringt es auf 20 Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter. Auf einer WCBrille dagegen sitzen laut dem «SanitasMagazin» nur 200 pro Quadratzentimeter. Doch Vorsicht beim Putzen: Das Bundesamt für Gesundheit warnt, dass Chemikalien bei unsach gemässer Anwendung die Gesund heit gefährden können. Machen Sie es deshalb so wie Katharina Zaugg, die Mutter des WellnessPutzens (siehe Interview rechts): Sie be nutzt nur ökologische Mittel. MM
Bild: Getty Images
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 9
Strassenumfrage
Katharina Zaugg
«Wenn ein Mann den Putzlumpen in die Hand nimmt, gilt er als Weichei» Weshalb sprechen wir ausgerechnet vom «Frühjahrsputz» – und nicht etwa von der Winterreinigung? In der bäuerlichen Gesellschaft wurde am Ende des Winters das Haus vom Dach bis in den Keller durchgeputzt. Das hatte praktische Gründe. Heute hingegen können wir ein Putzfest ansetzen, wann immer uns die Putzlust packt – das muss nicht zwingend im Frühling sein. Schon in Ihrem Buch «Wellness beim Putzen» regen Sie an, aus jedem Putztag ein Fest zu machen. Was soll am Putzen so toll sein? Wellness beim Putzen entsteht mit dem Schwung und mit dem Einbezug aller Sinne. Beim Putzen setze ich den ganzen Körper ein und verlagere mein Gewicht schwingend. Putzen soll keine mechanische Schrubberei sein. Ich baue gern ein Stretching ein und reinige mit allen Sinnen: Zum Beispiel arbeite ich mit Düften von Orangenblüten, die an die Sommer ferien erinnern. Von der Weberei Daniel Jenny habe ich Baumwoll lumpen in 14 verschiedenen Farben. Dazu höre ich tolle Musik oder Hörbücher. Das macht richtig Spass! Ist es effektiver, alleine zu putzen? Nein. Ich betone in meinen Vorträgen immer wieder, dass es viel an genehmer ist, wenn man zu zweit oder zu dritt putzt und jeden Monat von Wohnung zu Wohnung zieht. So kann man auch Kinder einbeziehen, die je nach Alter ihre Kompetenzen und Feinmotorik entwickeln können – beispielsweise, indem man sie unter Aufsicht auf eine Leiter steigen lässt, von wo sie die Fensterscheiben mit grosser Freude besprayen. Was macht das Putzen besonders angenehm? Ich nehme als Rechtshänderin den Lumpen bewusst in die linke Hand oder putze beidhändig, was das Hirn
Werden auch Sie im Frühling zum Putzteufel?
entspannt. Wichtig dabei ist die Einstellung. Wenn ich mir sage: Ich arme Sau muss das jetzt machen, ist es ungleich schwerer, als wenn ich diesen Ärgerkreislauf durchbreche und positiv denke. «Wer vor dem Putzen keine Angst mehr hat, hat vor nichts mehr Angst», sagen Sie. Genau. Putzen ist ja eine Auseinan dersetzung mit dem Abgrund, dem Dreck. Wenn ich mit einer Sprühflasche und einem Lappen in der Hand unterwegs bin, grüssen mich die Leute weniger freundlich. In unseren Breitengraden ist Putzen mit so vielen Demütigungen verbunden: Schon in der Schule muss man zur Strafe die Toiletten putzen. Das ist eigentlich falsch. Sie sind auf ökologisches Putzen spezialisiert. Wie gehen Sie vor? Ich setze nur pflanzliche Substanzen ein. Zum Entkalken nehme ich zum Beispiel Zitronensäure und als Seifenersatz einen Neutralreiniger, den ich mit einem Tropfen ätheri schen Öls anreichere. Weshalb putzen noch immer so viel weniger Männer als Frauen? Wenn ein Mann den Putzlumpen in die Hand nimmt, wird er als Weichei behandelt und fühlt sich in seinem Stolz angegriffen. Deshalb nehmen weniger als zehn Prozent der Männer einen Lumpen in die Hand. In Bezie hungen wird das Putzen übrigens oft als Stellvertreterkrieg missbraucht: Man meint den Sex oder die Bezie hung und schimpft über das Putzen. Wie oft reinigen Sie? Ich putze je länger, desto weniger. Mir macht es nichts aus, wenn es bei mir zu Hause ein wenig staubig ist. Erst wenn ich Besuch habe, lege ich mich wirklich ins Zeug. MM Weitere Infos: www.putzschule.ch; Buchtipps bei Ex Libris: «Wellness beim Putzen» (Fr. 15.10), «Putzrezepte» (Fr. 22.80) und «Reinigungs-Trilogie» (Fr. 44.40)
Katharina Zaugg (66) ist Ethno-
login, Buchautorin und Inhaberin der ökologischen Putzschule in Basel. Sie gilt als Mutter des Wellness-Putzens.
Myriam Hagmann (83), Rentnerin, Zürich: «Ja, wegen der Hygiene und
damit man es schön hat. Ich war früher Innenarchitektin, da muss alles schön aussehen. Es macht mich zufrieden und ist wie ein Neuanfang.»
Samara Duran (25), kaufmännische Angestellte, Zürich: «Ja, aber
nicht nur im Frühling, sondern immer, wenn ich Zeit habe. Ich habe einen Putzfimmel, und es gibt mir auch eine Art Kontrolle, wenn alles sauber ist.»
Simon Glanzmann (42), Lehrer, Zürich: «Nein. Erstens, weil ich sowie-
so nicht so gern putze, und zweitens, weil die wichtigen Sachen beim normalen Putzen genug häufig drankommen – ausser vielleicht die Fenster.»
Eltern sein ohne Liebe – klappt das?
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www.migmag.ch/ coeltern
Co-Elternschaft
Kein Kind der Liebe
Andrea will ein Kind, aber keine Partnerschaft um jeden Preis: Sie sucht einen Mann, mit dem sie gemeinsam Kinder grossziehen kann – ohne eine Liebesbeziehung einzugehen. Jochen lebt dieses Familienmodell mit einem lesbischen Paar. Er möchte es nicht missen. Text: Lucie Machac
A
Illustrationen: Alice Wellinger
ndrea * hat einen Entschluss gefasst. Einen, der mit den Wert vorstellungen vieler kollidiert. Andrea will ein Kind mit einem Mann zeugen, mit dem sie keine Liebes beziehung führt. Sie will mit diesem Mann nicht unbedingt zusammenleben, aber ge meinsam mit ihm ein Kind grossziehen. Sie wären kein Paar, sondern eine Art Team, das sich die Verantwortung für das Kind teilt. Andreas Entschluss ist kein verzweifelter Verlegenheitsplan. Im Gegenteil: Für Andrea ist diese Art von Elternschaft eine gleichwer tige Alternative zu konventionellen Familien modellen. CoElternschaft oder CoParenting nennt sich diese Lebensform, bei der von Anfang an keine Liebe im Spiel ist, aber der Wunsch, ein Kind zu «teilen» und es gemein sam grosszuziehen. Mit anderen Worten: Kindererziehung und Liebesbeziehung zu entkoppeln, ist bei CoEltern eine bewusste Wahl und nicht die Folge einer Scheidung. Dieser Trend schwappt aus den USA zu uns herüber, auch wenn er von der breiten Masse noch ignoriert wird. Quasi im Stillen sind im deutschsprachigen Raum aber bereits in den Nullerjahren speziell für CoEltern ein gerichtete Onlineforen und Datingportale entstanden, und die Anzahl der User wächst von Jahr zu Jahr. Erstaunlich ist das nicht. Denn die klassische Kleinfamilie erodiert seit den 1990erJahren. Weil das Bedürfnis nach
Selbstbestimmung wächst, akzeptiert die individualistische Gesellschaft immer mehr Familien und Lebensformen. Die Idee einer «Designfamilie» ohne Romantik mag be fremdend klingen, sie ist allerdings nicht neu: Bis ins 20. Jahrhundert wurden Ehen standardmässig von den Eltern arrangiert und oft auch aus ökonomischen Gründen geschlossen. Liebe war keine zwingende Bedingung. Unter schwulen und lesbischen Paaren, die sich gegenseitig oder dank einer dritten Person zu einem Kind verhelfen, ist Co Parenting mittlerweile ein relativ offen dis kutiertes Thema. Doch Andrea ist hetero sexuell – und damit noch für viele eine Exotin. Zum Treffen in einem Café erscheint allerdings keine Exotin, sondern eine attrak tive Frau Anfang 40, mit gelocktem Haar und einer warmen Stimme. Sie wohnt in einer mittelgrossen Stadt in der Deutsch schweiz, hat Freunde, Kolleginnen, Hobbys. Als Lehrerin hat sie viel Erfahrung mit Kindern gesammelt. Mr. Right lässt auf sich warten …
Wenn Andrea über ihr Vorhaben erzählt, wirkt sie echt und unverkrampft. Man ahnt schnell: Sie hat sich ihre Sache gut überlegt. «Die erste Paarungsrunde habe ich schlicht verpasst», gesteht Andrea gleich zu Beginn. Sie gehöre aber nicht zu den Frauen, die erst mit 40 Jahren realisieren würden, dass sie
noch ein Kind in die Welt setzen wollten. «Ich wollte immer Kinder haben. Leider hatte ich bisher nie den richtigen Partner dafür.» Es sei viel schwieriger gewesen, als sie angenommen hatte, ab Mitte 30 überhaupt noch einen Partner zu finden, «der sich bin den will, Geschweige denn einen, der auch bereit ist, eine Familie zu gründen», sagt Andrea. Ihren Partner einfach vor voll endete Tatsachen zu stellen und zu hoffen, dass sich das Leben als glückliche Klein familie irgendwie einspielt, das hätte sie sich nie vorstellen können. «Ich habe zwar einen grossen Kinderwunsch, aber ich sehe mich nicht als alleinerziehende Mutter und möchte das auch dem Kind nicht zumuten.» Andrea ist überzeugt: Ein Kind braucht stabile Verhältnisse mit mehreren Bezugs personen, die ihm eine verlässliche emotio nale Bindung bieten. Eine CoElternschaft biete diese Stabilität genauso gut oder schlecht wie eine konventionelle Partnerschaft. Dass es glückliche Partnerschaften gibt, die einem Kind Geborgenheit und Sicherheit geben, will Andrea nicht bestreiten. «Wenn man aber bedenkt, dass 50 Prozent der Ehen wieder geschieden werden, dann lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie weit die roman tische Elternschaft als Modell für Kinder und Partnerschaft taugt.» Und Andrea geht in ihren Überlegungen noch weiter: «Im Idealfall wachsen Kinder in einer CoElternschaft vielleicht sogar in stabi
MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 11
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leren Verhältnissen auf, weil die emotionalen Verletzungen und Enttäuschungen zwischen Eheleuten wegfallen.» Andrea ist keine Idealistin. Sie weiss, dass auch ihr Modell Schwächen hat. Ihre erste grosse Hürde ist, einen Co-Vater zu finden, der die Verantwortung für ein Kind ernst nimmt. Wie viele andere hofft sie, im Internet fündig zu werden. Co-Elternschaft-Portale funktionieren im Prinzip wie Datingplattformen: Interessierte melden sich an und geben ihre Wünsche an. Für Andrea ist wichtig, dass der Co-Vater ähnliche Werte und Erziehungsansichten hat, dass sie Vertrauen zu ihm fassen kann, dass er eine integre Person ist, die für das gemeinsame Kind ein Vorbild sein kann – und vor allem, dass sich der Co-Vater ernsthaft engagiert, und zwar so lange, wie ihr Kind sie beide braucht. «Ein Kind bindet Eltern die nächsten zwanzig Jahre, da braucht es klare Absprachen», meint Andrea dezidiert. Damit diese im Alltag oder bei Konflikten eingefordert werden können, würde sie die beidseitigen Verpflichtungen auch vertraglich regeln. Im Optimalfall wünscht sie sich eine Freundschaft mit dem Co-Vater, sie kann sich auch gemeinsame Ferien vorstellen. «Welche Wohnform die richtige ist, entscheidet sich erst aus der konkreten Situation heraus, das ist ja bei Patchworkfamilien nicht anders.» Von dieser konkreten Situation ist Andrea noch weit entfernt. Seit ein paar Monaten ist sie auf einer der Plattformen angemeldet. Sie hat rund 20 Zuschriften erhalten: von Männern zwischen 35 und 65, von auffallend vielen Akademikern, auch aus Deutschland und den USA. Doch der Richtige war bisher nicht dabei. Woran liegt das? Kein Sonntagsvater erwünscht
«Diejenigen, die mich anschreiben und von denen ich zwei auch getroffen habe, stellen sich unter Co-Vaterschaft etwas zwischen Samenspender und Sonntagsvater vor», sagt Andrea. Wenn sie sie auf die gemeinsame Verantwortung oder Alimente anspreche, bekämen viele Männer dann doch kalte Füsse. «Einmal im Monat Vater sein und mit dem Kind lustige Sachen unternehmen, das finden die meisten cool, aber Windeln wechseln oder täglich kochen soll dann doch lieber ich allein.» Bitter, aber wahr: Andreas Erfahrungen mit Männern in der realen Welt spiegeln sich auf Co-Eltern-Plattformen wider. «Das ist frustrierend, aber auch logisch», sagt sie. «Verbindlichkeiten und Verpflichtungen entsprechen nicht dem Zeitgeist – auf Männer trifft das offenbar noch mehr zu als auf Frauen.» Ihre Chancen, doch noch Mutter zu werden, schätzt Andrea realistisch ein. «Es wäre ein Glücksfall», sagt sie. Auf einen Deal mit einem «Sonntagsvater, dem ein Prestigekind vorschwebt», will sie sich nicht einlassen. «Dann stelle ich mich lieber auf ein Leben
Neue Familienmodelle
Die Kleinfamilie – bald Vergangenheit?
ohne eigene Kinder ein.» Und man denkt: Vielleicht hat sie doch noch Glück. Denn es gibt sie, die verantwortungsvollen Co-Väter. Ein Vater, drei Mütter, zwei Töchter
Jochen König ist so einer. Der Berliner Blogger und Autor ist sogar zweifacher Co-Vater. Wer seinen Blog kennt, weiss: Tochter Fritzi (7) stammt aus einer mehr oder weniger konventionellen Liebesbeziehung, die aber nach drei Jahren in die Brüche ging. Tochter Lynn (2) hat König mit einer Freundin gezeugt, die in einer lesbischen Partnerschaft lebt. Lynn hat also zwei Mütter. Tochter Fritzi lebt acht Tage am Stück bei Jochen König und sechs Tage bei ihrer Mutter. Die Erziehung von Tochter Lynn teilen sich der Co-Vater und die Co-Mütter fifty-fifty. Dass sich König auf das Abenteuer CoElternschaft eingelassen hat, sei Fritzis Schuld. «Sie wollte unbedingt ein Geschwisterchen», witzelt der 35-Jährige. «Aber im Ernst: Es war tatsächlich auch Fritzis Wunsch, der mich zu meinem Entschluss bewogen hat. Zu diesem Zeitpunkt hat einfach vieles gepasst.» Sein Umfeld habe zunächst sehr unterschiedlich reagiert. «Die einen hielten meinen Wunsch nach einer Co-Vaterschaft für eine Schnapsidee. Andere sahen darin eine Alternative für sich selbst, sollten sie in den nächsten Jahren keinen Liebespartner finden.» Als praktizierender Co-Vater ist König im Alltag fast immer in Erklärungsnot. «Natürlich gehen fremde Menschen, die ich etwa auf dem Spielplatz mit Lynn treffe, davon aus, dass ich in einer klassischen Paarbeziehung lebe. Manchmal lasse ich es die Leute auch glauben, weil es zu viel Aufwand wäre, meine komplizierte Familienkonstellation jedes Mal zu erklären.» Manchmal habe er aber auch explizit Lust zu erklären, dass er Lynn nach dem Spielplatz zu «ihren Müttern» bringe. Das klingt alles locker und pragmatisch. Doch wie lebt König mit der Angst, seine Töchter könnten wegen ihrer unkonventionellen Eltern gemobbt werden? Einen Moment lang ist es still am Telefon. «Ich denke, diese
Die Kleinfamilie mit Vater, Mutter und Kindern, die alle in einem Haushalt wohnen, ist heute nach wie vor das Standardmodell – rund 30 Prozent aller Schweizer Familien leben so. Doch seit den 1990er-Jahren gebe es einen klaren Trend zu mehr Haushalten pro Familie, sagt Dominik Schöbi, Familienforscher an der Uni Freiburg. In erster Linie, weil die Hälfte der Ehen geschieden wird und viele Kinder in zwei Haushalten aufwachsen. «Die Familie wird immer ein Modell bleiben, aber es gibt eine Diversifizierung. Alternativmodelle gewinnen immer mehr an Berechtigung», sagt Schöbi. Er gibt zu bedenken, dass sich das Kleinfamilienmodell erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgesetzt hat. «Davor wuchsen die meisten Kinder in einer Grossfamilie auf.» Die Co-Elternschaft hält der Familienforscher nicht für problematischer als andere Modelle. «Das kann genauso gut funktionieren wie das konventionelle Familienmodell, allerdings hat es erschwerte Startbedingungen, weil es keine natürlich entstandene Partnerschaft ist, die Co-Eltern aber trotzdem eng kooperieren müssen.» Damit das im Alltag klappe, brauche es ähnliche Erziehungsansichten. Bedenken hat der Familienforscher bei Menschen, die ein Co-Eltern-Modell wählen, weil sie nicht bereit sind, die Verpflichtungen einer Partnerschaft einzugehen. «Dann sind sie wahrscheinlich auch nicht für eine Elternschaft geeignet.» Und wie wirkt es sich auf die Kinder aus, wenn die Eltern kein Paar sind? «Kinder lernen am besten an vorgelebten Modellen», sagt Schöbi. Wenn sie schon von Anfang an in zwei Haushalten leben und wissen, dass sich ihre Eltern nicht lieben, können sie das klassische Familienmodell auch nicht im Alltag erlernen. «Sie erleben die Stärken einer funktionierenden Liebesbeziehung zwischen Mutter und Vater nicht. Sie lernen aber auch nicht die negativen Seiten kennen, die eine schlecht funktionierende Ehe mit sich bringt.»
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Unsere Leistungen · Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus – Spardaten mit Komfortklasse-Bus · Unterkunft in guten Mittelklasshotels · 6 x Halbpension, davon 1 Abendessen im Rest. (2. Tag) und 1 Abschiedsabendessen mit lok. Spezialitäten im Hotel (7. Tag), 1 x Frühstücksbuffet (5. Tag) · Ausflüge, Eintritte, Besichtigungen gem. Programm (ausg. fak. Panorama-Bootsfahrt, 5. Tag) · Deutschsprechende Lokalreiseleitung (3.-7. Tag, 5. Tag fak.) · Audio-System auf Rundgängen · Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen · DZ Meerseite (Makarska Riviera) · Fakultative Panorama-Bootsfahrt · Annullationsschutz und Assistance-Versicherung · Auftragspauschale (entfällt bei Online-Buchung)
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1. Tag: Fahrt via Tessin und Triest nach Umag an der Istrischen Riviera. 2. Tag: Wir bewundern die Baudenkmäler in der Altstadt von Poreč. Danach geht unser Ausflug weiter nach Rovinj, in die «italienischste Stadt» Kroatiens. 3. Tag: Panoramafahrt durch das bezaubernde, ursprüngliche Hinterland Istriens. Wir besichtigen das traumhaft gelegene Grožnjan und Motovun. In einer Weinkellerei degustieren wir einen feinen Tropfen mit kleinem Imbiss. 4. Tag: Freier Tag am Meer oder fak. Ausflug in die Römerstadt Pula mit ihrem beeindruckenden Amphitheater und zu den Inseln im Nationalpark Brijuni. 5. Tag: Fahrt nach Opatija für eine Stadtführung. Anschliessend fahren wir entlang der Opatija-Riviera in den kleinen Ort Moscenice. Ortsführung durch den hiesigen Bürgermeister, zu der auch ein Besuch im Istrischen Museum sowie eine Schnapsprobe in der alten Olivenölmühle gehören. 6. Tag: Rückfahrt via Triest und Tessin zu den Einsteigeorten. Ausflugsablauf Spardaten (Komfortklasse) in umgekehrter Reihenfolge Abfahrtsorte: Wil •, Burgdorf •, Winterthur, Basel, Pratteln •, Zürich-Flughafen •, Aarau, Baden-Rütihof •, Arth-Goldau
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 15
Angst haben alle Eltern. Wir leben in einer Gesellschaft, in der meine Kinder sicher mit Anfeindungen konfrontiert werden, aber das passiert auch Kindern aus klassischen Familien.» Seine Töchter könne er nicht vor allen Gefahren des Lebens beschützen. Aber wie alle anderen Eltern kann sie König in ihrem Selbstbewusstsein bestärken. Dass er Lynn mit seinem Lebensmodell eine Hypothek mit auf den Weg gibt, glaubt der Co-Vater nicht. «Wir alle haben die Hypothek, Kinder unserer Eltern zu sein. Eltern sind nie perfekt.» Wie eine Grossfamilie
Für die siebenjährige Fritzi ist ihre Familienkonstellation nichts Besonderes. Dass sie in zwei Wohnungen lebe, dass sie ihre Schwester nicht täglich sehe und dass diese zwei Mütter habe, seien für sie einfach Tatsachen, sagt ihr Vater. «Natürlich merkt sie, dass es bei ihr anders ist als bei den meisten Familien, aber sie geht locker damit um.» Auf dem Spielplatz habe sie mit ihrer speziellen Situation sogar schon angegeben: «In meiner Familie gibt es mehr Mütter als in deiner!» Die Mütter von Lynn nennt Fritzi bei ihren Vornamen, sie seien wohl wie Tanten für sie, sinniert König. «Wir funktionieren im Prinzip wie eine Grossfamilie. Letztlich ist es egal, wie die Mütter von Lynn bezeichnet werden, wichtig ist, dass Fritzi und Lynn für die nächsten 20 Jahre feste Bezugspersonen haben.» Momentan sehe Fritzi vor allem ganz praktische Vorteile: «Mit Lynns Müttern hat sie zwei zusätzliche Personen, von denen sie Weihnachtsgeschenke bekommt.» Für König war immer klar, dass er das nähere Umfeld seiner Töchter in alles einweihen muss. Auch, um Anfeindungen zu vermeiden. Doch das gelingt nicht immer, jedenfalls nicht auf Anhieb. Bei einem Elternabend in der Kita von Fritzi wollte König etwa erklären, dass Fritzi bald eine Schwester bekommt, die eben zwei Mütter hat. «Einer der Erzieher empfand das jedoch als Angriff auf sein konventionelles Familienkonzept und sagte in die Runde, das gehe ihm zu weit.» Es brauchte einige Gespräche und Diskussionen, bis der Konflikt geklärt werden konnte. Auch mit den Co-Müttern von Lynn hat König im Vorfeld mehrere intensive Gespräche geführt. «Wir haben sicher mehr besprochen als viele Liebespaare, die sich für ein Kind entscheiden.» König und die Mütter haben sogar Regeln aufgestellt, wie die
Immer auf Trab: Der Berliner Blogger Jochen König teilt sich die Erziehung seiner zweiten Tochter mit zwei Müttern.
Stimmverteilung bei Entscheiden sein wird, wenn sich nicht alle einig sind. «Wir müssen uns aber nicht bei allem einig sein», findet König. Wichtiger sei, den eigenen Vorstellungen gegenüber eine gewisse Lockerheit zu entwickeln. «Wenn Lynn im Alltag mit unterschiedlichen Formen von Strenge umzugehen lernt, kann das ein Vorteil sein.» Bei ihm sei etwa der Morgenablauf viel strenger durchgetaktet als bei den Müttern, weil er zwei Kinder für den Tag parat machen müsse. Wie klassische Familien hat auch Königs Familie eine WhatsApp-Gruppe, um kleine Dinge effizient zu klären. Zusätzlichen Koordinationsaufwand habe sein Lebensmodell nicht, weil der Alltag wie bei anderen Familien feste Strukturen habe. «Allerdings können andere vieles nebenbei beim Abendessen klären. Wir müssen uns extra Zeit nehmen und uns bei grösseren Entscheidungen treffen, weil wir nicht zusammenwohnen.» Wenn Jochen König auf die letzten Jahre zurückblickt, stellt er vor allem fest, dass er sich das Kinderhaben ganz grundsätzlich viel einfacher vorgestellt hatte. «Es ist physisch und emotional extrem anstrengend», gibt er ohne Umschweife zu. Das bleibt es auch in einer Co-Elternschaft. «Mit meiner Ex-Freundin habe ich aber die Erfah-
rung gemacht, dass Liebesbeziehungen mit Kindern nicht zwingend einfacher werden, da beide sehr viel Arbeit erfordern und emotional belasten können.» Mit den Co-Müttern sei die Familiensituation nun entspannter, «weil in die Elternschaft mit Lynn keine Liebesbeziehung involviert ist». Alle acht Tage vaterfrei
Derzeit überwiegen die Vorteile seiner Co-Vaterschaft. Weil König im Grunde Teilzeitvater ist, kann er sich alle paar Tage mit seinen eigenen Interessen beschäftigen, länger arbeiten, er kann abends weggehen und morgens länger schlafen. «Im Prinzip habe ich alle acht Tage vaterfrei. Ich kann dann ganz anders leben als mit Kindern.» Es klingt, als hätte sich Königs Lebensmodell nach zwei Jahren gut eingespielt. Der Alltag ist straff organisiert, die emotionalen Familienbindungen sind stabil. Doch seit Kurzem ist der Co-Vater wieder in einer Beziehung. Ob die neue Partnerin alles durcheinanderwirbelt? Für eine abschliessende Antwort sei es zu früh, sagt König. «Die Kinder werden in meinem Leben aber weiterhin an erster Stelle stehen.» * Name der Redaktion bekannt Quelle: «Berner Zeitung»
16 | MM10, 6.3.2017 | MENSCHEN
Jürg Niklaus
Gestrandet im Seemannsheim
Über ein halbes Jahrhundert lang fuhr der Schweizer Kapitän Jürg Niklaus zur See. Dann wollte er in die Heimat zurück. Doch die Seefahrerei liess ihn einfach nicht los: Heute lebt er am Hamburger Hafen. Text: Kristina Reiss
V
or ein paar Monaten wollte er einen Schnitt machen. Über 50 Jahre seines Lebens hatte Jürg Niklaus, Kapitän a.D., auf den Weltmeeren verbracht: mit Holz, Eisen und Milchpulver vollbeladene Frachter durch Stürme navigiert, bestechliche Zöllner beschwichtigt, Kenterwinkel berechnet und die Besatzung bei Laune gehalten. Seine Heimat, das Seeland, schien Lichtjahre entfernt, eine Welt mit anderen Regeln und Gepflogenheiten. Als Reedereien den heute 72-Jährigen nur noch fürs Mittelmeer anheuern wollten, beschloss er, in die Schweiz zurückzukehren. In Basel-Kleinhüningen mietete er eine Dreizimmerwohnung, mit dem Hafen direkt vor der Tür. «Dort fahren zwar nur Rheinschiffe, aber immerhin», ermutigte er sich. 20 Quadratmeter plus Gemeinschaftsküche
«Gefixt» hat er es dann trotzdem nicht. Fixen – das englische Wort stammt aus der Seefahrt und meint wörtlich «etwas befestigen», etwa ein Tau, das sich gelöst hat. Ein Fixmann ist ein guter Seemann – wie Niklaus, der das Wort oft benutzt. Mit dem Auto machte er sich damals von Hamburg auf den Weg nach Basel. Doch in Mannheim bekam er kalte Füsse. «Eigentlich war es ja perfekt. Aber drei leere Zimmer: Womit sollte ich die füllen? So viel Platz hatte ich noch nie. Das war beeindruckend. Und gleichzeitig beängstigend.» Seit August 2016 bewohnt Jürg Niklaus 20 spartanische Quadratmeter plus Gemeinschaftsküche im Hamburger Seemannsheim Krayenkamp. Das unscheinbare Backsteingebäude direkt neben dem Michel, dem Wahrzeichen der Stadt, bietet 83 Zimmer für Seeleute. Rund 300 Euro zahlen sie pro Monat, während sie auf die nächste Heuer warten. Ausserdem gibt es 25 Dauerbewohner,
Bild: Christian Kerber
«Gestrandete», wie Niklaus sie nennt: Seeleute im Pensionsalter, die auf die Rente warten oder sich nichts anderes leisten können. Niklaus kann, will sich aber nichts anderes leisten: Das Asketische passt zu ihm. Am wichtigsten ist der nur einen Steinwurf entfernte Containerhafen. «Fernweh lässt sich nicht abstellen», sagt er. Für den Bauernsohn aus der Gemeinde Müntschemier BE spielte Wasser von klein auf eine grosse Rolle. Sein Vater war von den Seefahrerabenteuern des britischen Schriftstellers C.S. Forester fasziniert und steckte den Sohn damit an. Schon als 16-Jähriger heuerte Niklaus als Messejunge auf dem Rhein an, um bald darauf zu internationalen Reedereien zu wechseln. Die weite Welt lockte. Er arbeitete sich zum Leichtmatrosen hoch, erwarb den Matrosenbrief, wurde dritter, zweiter, erster Offizier und schliesslich Kapitän. Immer auf Frachtern, 9 bis 18 Monate lang, dazwischen wenige Wochen zu Hause. «Man bleibt sehr lange fort», sagt er. «In dieser Zeit kommt manchmal ein Kind zur Welt.» Die Sehnsucht nach dem Seemannsleben
Wie vermittelt man Daheimgebliebenen, was man auf hoher See erlebt? Das Gefühl, in der Strasse von Malakka zwischen Malaysia und Sumatra über Bord zu gehen und 30 Minuten lang um sein Leben zu schwimmen? Westafrika anzusteuern, von wo der Wind noch auf See Sand an Bord treibt? Oder in Shanghai von Bord zu gehen und nach wochenlanger Alkoholabstinenz die turbulente Fahrt mit Brandy zu begiessen – wie damals, 1965? Heute kann man dank moderner Medien mit der Familie einigermassen Kontakt halten. Aber früher, als Niklaus noch den sporadischen Funkkontakt für die Besatzung organisierte, wurde er oft Zeuge trauriger Dialoge:
«Menschen, die aneinander vorbeiredeten. Er erzählte von Stürmen auf hoher See, sie vom kaputten Kühlschrank.» Auch Niklaus versuchte, bürgerlich zu leben. Er heiratete, arbeitete in Bern, eine Tochter kam zur Welt. Doch nach zwei Jahren war die Ehe am Ende und Niklaus’ Sehnsucht nach dem Seemannsleben gross. Er heuerte wieder an. Gleiche Disziplin, andere Gedanken
Seither hat sich in der Seefahrt viel verändert: Besatzungen sind deutlich kleiner, Reedereien sparen an Personal, Jobs werden von Maschinen erledigt. Und Seeleute heuern meist nicht mehr wegen des Fernwehs an, sondern um ihre Familien zu ernähren. Jürg Niklaus bewältigt seinen Alltag mit der gleichen Disziplin, mit der er früher tonnenschwere Frachter navigierte: Er nimmt um acht Uhr die Fähre nach Finkenwerder, mit Blick auf Containerschiffe und Werften, und läuft anschliessend die grünen Villenhügel von Blankenese hoch, um fit zu bleiben. Ein paar Bücher sind stets dabei: Mathematik, Sprachen. «Man muss sich ja weiterbilden.» Er hat angefangen, Schwedisch zu lernen, seine sechste Sprache. Sie liegt ihm zwar nicht, aber aus Disziplin bleibt er dran. Gibt es Vorteile an Land? Der Kapitän a. D. überlegt lange. «Vielleicht mehr Kontakt mit Menschen.» Seine Tochter, die am Thunersee lebt, sieht er nun häufiger. «Auf See macht man sich keine Gedanken übers Alter», sagt er. «An Land ist man plötzlich mit so vielem konfrontiert.» Wichtig ist ihm: «Ich will alles noch selbst fixen.» Als er kürzlich wieder in Basel war, wurde ihm klar: «Ich bin da irgendwie daheim. Mein Grab muss dort sein.» Deshalb will er den Umzug noch mal versuchen. Ein guter Seemann gibt nicht auf. MM
MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 17
«An Land ist man plötzlich mit so vielem konfrontiert»: Jürg Niklaus im Aufenthaltsraum des Hamburger Seemannsheims Krayenkamp
Seemannsmission
Eine Unterkunft für Seeleute Das Seemannsheim Krayenkamp der
Deutschen Seemannsmission in Hamburg e.V. betreut Seeleute aus aller Welt: Wer anheuert oder vom Schiff kommt, findet hier für wenig Geld eine Unterkunft. Darüber hinaus werden die Seeleute auf ihrem Landgang unterstützt: Sie erhalten Hilfe bei Behördengängen und bei der Suche nach Arbeit, oder sie werden seelsorgerisch betreut. Insgesamt sind für die Deutsche Seemannsmission 800 hauptund ehrenamtliche Mitarbeiter in 32 Stationen weltweit tätig: 16 im Ausland, 16 in Deutschland, davon drei in Hamburg. Die Seemannsmission ist der evangelische Teil eines weltweiten Wohlfahrtsnetzwerks. Ein paar wenige Betten stehen auch Touristen zur Verfügung. Mehr Infos: www.seemannsheim.hamburg
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Weisseritztalbahn
Meissen & das Porzellan
1. Tag, Montag – Anreise nach Dresden Fahrt im komfortablen Extrabus nach Dresden, wo wir in unserem Hotel mit dem Nachtessen erwartet werden. 2. Tag, Dienstag – Dresden Wer nach Dresden kommt, spürt sehr bald das Besondere, Eigentümliche und Faszinierende dieser viel gerühmten Kunst- und Barockstadt. Das Stadtbild wird geprägt von historischen Baudenkmälern wie der Semperoper, der Frauenkirche, der Hofkirche und dem Zwinger, einer kunstvollen Barockanlage, in der sich heute mehrere Museen befinden. Freuen Sie sich nach dem Frühstück auf eine interessante Stadtführung unter kundiger Leitung und erfahren Sie mehr über die bewegte Geschichte der Stadt! Der Nachmittag bleibt Ihnen für eigene Entdeckungstouren zur freien Verfügung – Zeit zum Staunen und Geniessen. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Mittwoch – Meissen & Moritzburg Nach dem Frühstück geht es heute Morgen nach Meissen. Seinen Weltruf verdankt die Stadt dem Porzellan. Freuen Sie sich auf eine interessante Führung durch die berühmte Manufaktur. Anschliessend unternehmen wir
einen Bummel durch die malerische Altstadt. Am Nachmittag besuchen wir das nahe gelegene Märchenschloss Moritzburg, eines der schönsten Wasserschlösser Europas. Majestätisch thront der barocke Bau inmitten eines künstlich angelegten Sees und protzt mit seiner schönen Gartenanlage. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Donnerstag – Dampfzugromantik & Sächsische Schweiz Wir starten den Tag mit einem NostalgieErlebnis der Superlative: einer Fahrt mit dem legendären Dampfzug der Weisseritztalbahn. Bereits seit 1882 dampft die Schmalspurbahn auf 750 mm Spurweite durch fantastische Landschaftsstriche und begeistert jeden Fahrgast. In Dippoldiswalde steigen wir auf den Bus um und beginnen unsere Panoramarundfahrt durch das Osterzgebirge und das wildromantische Müglitztal. Vor uns liegt eine herrliche, skurrile Landschaft aus feinem Elbsandstein: die sächsische Schweiz! Sie zählt zu den schönsten Landschaften Europas. Nachtessen im Hotel. 5. Tag, Freitag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.
Wählen Sie Ihr Reisedatum: Reise a:
5. - 9. Juni 2017
Reise b:
22. - 26. Juni 2017 (Do - Mo)
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 19
I
Bänz Friedli
Der Einschlafkrimi
«‹Ist der Mann mit den Goldzähnen Ihr Chef?› Charly stiess ein höhnisches Lachen aus. ‹Der und Chef. Der tut höchstens mal so …› Als habe er schon zu viel gesagt, kniff er die Lippen zusammen und erhob sich. ‹Wollen Sie schon gehen?›, fragte der alte Mann, und zum ersten Mal kam es Webster zu Bewusstsein, dass er im Augenblick ebenso gefangen war wie sein Gegenüber.» Hier waren wir stehengeblieben, Seite 133. Dramaturgisch betrachtet, wäre das ein klassischer Cliffhanger: ein offenes Ende, welches bewirkt, dass man unbedingt die Fortsetzung kennen will. Für uns hiess es aber vor allem: Zeit zum Schlafen. Abend für Abend lasen wir unseren Kindern vor. Und es war nicht ganz einfach, eine Stelle zum Aufhören zu finden, die spannend genug war, damit sie am nächsten Abend mehr hören wollten, aber doch nicht so aufregend, dass sie die Kleinen am Einschlafen gehindert hätte. Hier waren wir im Krimi «Das unheimliche Haus von Hackston» also verblieben: Ein Gefangener hatte soeben seinen Wärter überwältigt, indem er ihm ein Stuhlbein über den Schädel zog, aber jetzt sassen sie beide fest …
Bänz Friedli (51) las gerne vor.
Wir lasen, genau genommen, nicht richtig vor. Wir übersetzten die Bücher nämlich laufend ins Berndeutsche, erzählten sie gleichsam im Dialekt nach: «‹Dr Maa mit de guldige Zähn, isch das öie Scheff?›
Dr Charly het fiis ggrinset.» Und wir tauchten ein in diese erzählten Welten von «Tintenherz» bis zu den «Schwarzen Brüdern», von Doctor Dolittle bis Perry Clifton. Welten, die mich dann auch tagsüber nicht losliessen. Wunderbar! Und er, der Warenhausdetektiv, der lieber grössere Fälle löst statt bloss Ladendiebe zu stellen, hatte es meinem Sohn und mir besonders angetan: Perry Clifton! Grandios, wie der Jugendbuchautor Wolfgang Ecke Jahrzehnte vor Youtube und Google Maps seine Schauplätze recherchiert hatte, eine neblige Hochebene im Norden von London etwa, wo in einem gespenstischen Haus Geigen farbig bemalt wurden, die dann dem Schmuggel dienten. Ecke hatte ein Herz für seine Figuren, besonders auch für die Gauner. «… Und zum ersten Mal kam es Webster zu Bewusstsein, dass er im Augenblick ebenso gefangen war wie sein Gegenüber.» Hier also waren wir stehengeblieben. Dann brach das Vorlesen ab, mitten im Buch. Die Kinder waren grösser geworden, waren abends öfter weg, lasen selber … Deshalb war auf Seite 133 plötzlich Schluss. Ist nun einige Jahre her. Ich müsste unbedingt mal fertig lesen. Wobei, ich hatte das Buch schon mal zu Ende gelesen, 1975, als Bub. Aber an den Ausgang kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. MM Bänz Friedli live: 8. 3. Sempach LU, 9. 3. Maur ZH
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20 | MM10, 6.3.2017 | MENSCHEN
Starke Frauen
Aktivistinnen rund um den Globus Ein Tag nach der Vereidi gung Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Ver einigten Staaten wurde Washington D.C. pink. Der Women’s March war die grösste Protestaktion der amerikanischen Geschich te. Die Frauen trugen selbst gestrickte «Pussyhats» – eine Anlehnung an Trumps Spruch «Grab them by the pussy». Hinter dem Strick projekt steckten die Dreh buchautorin Krista Suh (29) und die Architektin Jayna Zweiman (38). Die britische Journalistin Laurie Penny (30) gilt als derzeit lauteste Feministin. Die 30Jährige schreibt für renommierte Zeitungen wie «The Independent», «The Guardian», «The Times» und den «New Sta tesman». 2011 wurde sie mit ihrem Buch «Fleischmarkt» international bekannt. 2014 folgte «Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revoluti on». Penny sieht sich als Vertreterin des «Queer Feminismus», einer Bewe gung, die sich auch für Homo, Trans und Inter sexuelle einsetzt. Die kenianische Feministin Zawadi Nyong’o (36) war 2016 anlässlich der Po diumsreihe «Voix des Femmes» von Terre des Femmes in der Schweiz zu Gast. Die grosse Schwester der OscarGewinnerin Lupita Nyong’o engagiert sich seit 15 Jahren für sexu elle Rechte und Gesund heit. Zudem ist sie auf Social Media sehr aktiv.
Internationaler Tag der Frau
Setzen sich für die Sache der Frau ein (von links): Irina Studhalter, Racha Fajjari, Jessica Zuber und Carmen Schoder.
Frauen fördern Frauen
Sie machen mit Guerilla-Aktionen und viel Humor auf Frauenthemen aufmerksam, sie betreiben Plattformen für Mütter oder gegen Hass im Netz – zum Tag der Frau vom 8. März vier junge Frauen, die sich erfrischend kreativ für ihre Geschlechtsgenossinnen engagieren.
Text: Andrea Freiermuth, Anne-Sophie Keller
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änner und Frauen sind seit 1981 laut Bundes verfassung gleichgestellt. Doch Gesetz ist nicht gleich Umsetzung. Darum finden am Internationalen Tag der Frau vom kommenden Mittwoch, 8. März, auch hierzulande zahlreiche Kundgebun gen statt. Ein breites Aktionsbündnis ruft unter dem Motto «We can’t keep quite» zum Protest auf der Strasse auf. Und am Samstag, 18. März, soll in Zürich ein «Women’s March» nach USVorbild stattfinden. Im Trubel der Aktionstage könnte leicht vergessen gehen, dass es Frauen gibt, die sich das ganze Jahr über für andere Frauen engagieren. Darunter sind auch einige junge Frauen, die das Thema im Vergleich zu den einstigen Kampffeministinnen erfrischend anders angehen. Etwa das Kollektiv Aktivistin.ch, das mit GuerillaAktionen und einer grossen Portion Humor auf Themen wie die
Bilder: Vera Hartmann
Lohndiskriminierung oder die Pink Tax (Mehrpreis auf Frauenproduk ten) aufmerksam macht. Auf unab hängige und eigensinnige Weise setzt sich Model und Betriebsökonomin Racha Fajjari für Frauen ein. Als sie Mutter wurde, hat sie eine Plattform für Mütter gegründet. Heute tau schen sich dort Mütter nicht nur über Babybrei aus, sondern auch über ihre BusinessIdeen. Praktische Hilfe leis tet auch Jungpolitikerin Irina Stud halter, die eine Anlaufstelle für Opfer von Cybermobbing aufgebaut hat. Die verschiedenen Beispiele zei gen: Die Frauenbewegung ist hetero gener und das Engagement konkreter geworden. Und frau kämpft heute nicht gegen die Männer, sondern mit ihnen: So etwa Jessica Zuber, die sich als CoPräsidentin von Alliance F für den Vaterschaftsurlaub einsetzt. Die neue Generation Vier junge
Aktivistinnen aus der Schweiz
MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 21
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 23
Carmen Schoder
Guerilla mit Humor
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as Kollektiv Aktivistin.ch besteht aus einem harten Kern von 20 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren und hat rund 2500 Facebook-Fans. Im Dezember 2015 liess die Gruppe falsche Banknoten im Wert von 7,7 Milliarden Franken auf den Zürcher Paradeplatz regnen, um auf die Lohndiskriminierung zwischen arbeitenden Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Am Tag der Frau vor einem Jahr spannte das Kollektiv ein riesiges Transparent um einen der Türme des Zürcher Grossmünsters mit der Aussage «Gott ist eine Frau» – und vor ein paar Monaten färbten sie 14 Brunnen in Zürich mit roter Lebensmittelfarbe ein, um das Tabu Menstruation und die 8 Prozent Luxussteuer auf Tampons zum Thema zu machen. «Wir sind den Frauen früherer Generationen extrem dankbar für das, was sie für uns mit dem Gang durch die Institutionen erreicht haben», sagt Carmen Schoder (25), die als Sprecherin des Kollektivs amtet. Gleichzeitig würden sich die Aktivistinnen klar von der alten Garde der Feministinnen unterscheiden: «Unsere Gruppe ist sehr heterogen. Wir sind Frauen mit verschiedenen Interessen, Hobbys, beruflichen und politischen Hintergründen. Es gibt solche, die Heavy Metal hören und Whisky trinken, oder solche, die auf Rosa, Glitter und Glimmer stehen.» Das sei kein Widerspruch zu den Zielen des Kollektivs. Im Gegenteil. «Wir möchten Vielfalt leben können und nicht irgendwelche Stereotypen bedienen müssen, um in dieser Gesellschaft ernst genommen zu werden.» Dass sich die jungen Frauen durchaus Respekt verschaffen, zeigt das mediale Echo zu ihren Aktionen, das zuweilen sogar bis weit über die Landesgrenzen zu hören ist. «Vor dem Gesetz gelten wir als gleichberechtigt. In der Praxis sind wir noch weit davon entfernt. Darum müssen wir den Diskurs, der in den vergangenen Jahren eingeschlafen ist, wieder in Gang bringen. Und das erreicht man am besten mit Guerilla-Aktionen und mit einer Portion Humor», sagt Sprecherin Carmen Schoder.
Aktivistin Carmen Schoder macht mit Guerilla-Aktionen auf Missstände aufmerksam, Model Racha Fajjari hat eine Plattform für Mütter kreiert.
Racha Fajjari
Starthilfe für junge Mütter
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odel und Betriebsökonomin Racha Fajjari (32) setzt sich vor allem für Mütter ein: Die Zürcherin mit nordafrikanischen Wurzeln hat vor sechs Jahren nach der Geburt ihres Sohnes die Mami-Plattform Mamalicious gegründet, aus der inzwischen rund ein Dutzend Facebook-Gruppen mit insgesamt 35 000 Mitgliedern hervorgegangen sind. Heute tauschen Mütter auf Mamalicious nicht nur Erfahrungen rund ums Baby aus, sondern entwickeln in der Gruppe «Business» auch Geschäftsideen oder verkaufen unter «Made with Love» auch ihre Handarbeiten. Zudem veranstaltet Racha Fajjari gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Nadia Kropf zweibis dreimal im Jahr einen Markt, an dem Restposten aus Lagerbeständen von Kleiderläden zu haben sind.
«Das ist eine Win-win-Situation: Wir decken damit einen Teil unserer Kosten, und die Frauen müssen auf der Schnäppchenjagd nicht durch die ganze Stadt rennen.» Unternehmerin Racha Fajjari lässt sich gerne im Umfeld von jungen Aktivistinnen porträtieren, meint aber gleichzeitig: «Ich würde mich nicht unbedingt als Feministin bezeichnen. Ich definiere mich grundsätzlich ungern über einen bestimmten Begriff. Allerdings finde ich, dass Solidarität unter Frauen wichtig ist und auch Mütter ernst genommen werden sollten.» Mit Mamalicious habe sie ihr eigenes Potenzial nach der Geburt ihres Sohnes nicht einfach brachliegen lassen. Und gleichzeitig biete sie damit anderen Frauen eine Plattform, um deren Produkte zu vertreiben und das eigene Geschäft zum Laufen zu bringen.
24 | MM10, 6.3.2017 | MENSCHEN
Jessica Zuber
Urlaub für Väter
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ür junge engagierte Frauen bietet das Internet viele Chancen: Ein Beispiel dafür ist Jessica Zuber (27), die seit dreieinhalb Jahren gemeinsam mit anderen Frauen für den LifestyleBlog Baerner-meitschi.ch schreibt: «Politischer Feminismus ist im Blog zwar kein Thema, schwingt zwischen den Zeilen aber trotzdem stets mit – schliesslich schreiben hier Frauen für Frauen.» Wie bei manchen Mitgliedern von Aktivistin.ch zeigt sich auch bei der Politikwissenschaftlerin Jessica Zuber, dass der Kampf für Frauenrechte und ein Interesse an Lifestyle gut miteinander vereinbar sind. Die Bernerin ist seit vergangenem Jahr Co-Geschäftsleiterin der Alliance F, des Bundes Schweizer Frauenorganisationen, mit 154 Mitgliederverbänden. Zudem engagiert sie sich ehrenamtlich für die «Operation Libero». «Minderheiten und Geschlech terstereotypen waren schon Thema meiner Bachelorarbeit», erklärt Jessica Zuber ihren Werdegang. Sie ist überzeugt, dass es noch ein langer Weg ist bis zur tatsächlichen Gleichberechtigung: «Die subtilen Ungleichheiten sind viel schwieriger wegzubringen, auch weil wir immer noch traditionelle Rollenklischees in unseren Köpfen haben.» So sei es auch durch den fehlenden institutionellen Rahmen nach wie vor selbstverständlich, dass Frauen spätestens nach der Geburt der Kinder zwangsweise in alte Rollenbilder verfallen würden. Am Beispiel der Familienarbeit zeigt sich auch, dass Frauen heute weniger gegen als mit den Männern kämpfen: Alliance F unterstützt gemeinsam mit anderen Frauen- und auch Männerorganisationen die derzeit laufende Unterschriftensammlung zur Initiative «Vaterschaftsurlaub jetzt!», die 20 Tage Urlaub für frischgebackene Väter fordert.
Jessica Zuber engagiert sich unter anderem als Co-Präsidentin von Alliance F, Irina Studhalter hat einen Verein für Opfer von Cybermobbing gegründet.
Irina Studhalter
Anlaufstelle für Cybermobbing
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ie Politologiestudentin und Jungpolitikerin Irina Studhalter (23) setzt sich dafür ein, dass weibliche Stimmen nicht verstummen. Sie hat gemeinsam mit der Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin (36) den Verein «#NetzCourage gegen Cybermobbing» gegründet. Wie die Zuger Ex-Kantonsrätin erlebte die Luzernerin einen Shitstorm im Internet. Anlass war ein Tweet, den sie anlässlich der Attentate in Brüssel vor einem Jahr verfasste. Sie schrieb damals: «Ich habe Angst. Nicht vor dem Islam, nicht vor Terror – sondern vor der rechtspopulistischen Hetze, die folgen wird. #Brussels». In der Folge seien im Sekundentakt Beleidigungen und Drohungen eingegangen. «Mit dem Hashtag #Brussels hatte ich in ein Wespennest gestochen,
denn ich erreichte damit vor allem Leute von Rechtsaussen.» Der Shitstorm hätte sie mundtot machen sollen. Tatsächlich habe sie sich zu Be ginn ohnmächtig gefühlt, wie wenn ihr gerade alles entgleiten würde. «Wir haben Netzcourage gegründet, damit Opfer von Cybermobbing eine Stelle haben, an die sie sich wenden können», erklärt Studhalter ihr Engagement. Sie würden die Betroffenen beraten, wie sie sich am besten verhalten, was strafrechtlich relevant ist – und im Extremfall den MailAccount für eine Weile übernehmen. Das Angebot steht zwar auch Männern offen, aber es melden sich vor allem Frauen: «Cybermobbing gegenüber Frauen wird sehr schnell sexuell und körperlich.» Damit seien Frauen sowohl im realen wie auch im virtuellen Raum einfach zu verletzen und einzuschüchtern. MM
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 27
Leserforum MM8: Dossier Globalisierung
«Unser sozialer Frieden ist in Gefahr» Endlich kommen auch die effektiven Verlierer dieser Globalisierung zu Wort. Wann werden unsere Poli tiker begreifen, dass auch hier der soziale Frieden in Gefahr ist? Anstatt nur damit beschäftigt zu sein, wie man noch mehr in noch kürzerer Zeit verdienen kann, sollten sie sich unter die Bürger mischen, sich deren Ängste und Nöte anhören und diese ernst nehmen. Noch geht es vielen Menschen gut in der Schweiz, aber das kann sich sehr schnell ändern.
Ausgesponnen: Die Hermann Bühler AG, die letzte grosse Baumwollspinnerei der Schweiz, musste schliessen.
Susanna Geser, Biel BE
Mit viel Mitgefühl habe ich die Geschichte über Martin Hugen tobler («Ich fühle mich im Stich gelassen») gelesen und muss ihm recht geben. Als Naturwissen schaftlerin und diplomierte Eng lischlehrerin habe ich im Alter von 57 Jahren dreimal hinter einander meine Arbeit verloren. Die erste Firma wurde verkauft, die zweite erlebte einen finan ziellen Engpass. Die dritte Firma schliesslich verlegte alle Arbeit nach Indien (billiger). Armut im Alter ist ein Affront, besonders wenn man sein Leben lang ge arbeitet, Steuern bezahlt, Steuer zahler grossgezogen und sein Bestes für sein Land gegeben hat. Constanée Malik Hemedi, Aesch BL Martin Hugentobler ist nur einer von Tausenden, den dieses Schicksal traf und noch treffen wird. Auch wenn man noch so flexibel ist oder sich via RAV eine nicht anerkannte SchnellbleicheWeiterbildung reinzieht: Man ist ein «un gelernter» Angelernter, ein zu teurer (Pensionskasse) und zu wenig leistungsfähiger Ar beitnehmer. Die Idiotie unseres Arbeitsmarkts ist ein Versagen
der wirtschaftsgesteuerten Po litikerelite und der bodenlosen Geldgier der Unternehmer. Kurt Wieser, via www.migrosmagazin.ch Genau aufgrund solcher Geschichten verwarf die Bevöl kerung so wuchtig die Steuer reform III. Weil immer mehr ältere Menschen ihren Job verlieren, nur noch die Besten bleiben können, Managerlöhne steigen, Stress, Unsicherheit und Druck am Arbeitsplatz herrschen. Weil Händler riesige Margen absahnen, von denen die Belegschaft wenig spürt. Weil immer mehr im Ausland produziert wird. Die Angst macherei hat die Wirtschaft selber geschürt. Das Pendel schlägt nun zurück. Sandra Schönbächler, per E-Mail Das Schicksal der Spinnerei Hermann Bühler («Ausgespon nen und abgewickelt») macht mich betrübt. Unsere Tochter hat sich vor rund vier Jahren einem ebenso alten Handwerk, der Posamenterie, verschrieben. Sie hat vom 75jährigen Peter Hermann die Posamenterie
Herma in Adliswil ZH über nommen und führt diese nun zusammen mit einer Partnerin weiter. Mit viel Freude und Herzblut lassen die beiden das alte Handwerk wieder aufblü hen. Dies als positives Beispiel in Zeiten der Globalisierung. Elsbeth Gloor, Seon AG MM9: Frauenstimmrecht
Der lange Weg an die Urne
«Die Schweiz ist überhaupt nicht rückständig» Ich bin Österreicherin und lebe seit 15 Jahren in der Schweiz. Ich kenne den Kommentar, den sich Zoë Jenny im Ausland manchmal anhören muss: «Du bist Schweizerin? Ihr habt das Frauenstimmrecht doch so spät eingeführt?» Aber es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. In vielen Ländern wurde das Frauenstimmrecht von oben herab erlassen. Wie das Volk, in diesem Fall die Män ner, wären sie denn gefragt wor den, entschieden hätten, wissen
wir nicht. Das Schöne und eben nicht Rückständige an der Schweiz ist, dass Entscheide vom Volk getragen werden. Sabine Lenherr-Fend, via www.migrosmagazin.ch An Nationalrätin Natalie Rickli: Die Gleichstellung ist überhaupt noch nicht erreicht. Frauen verdienen nach wie vor unerklärliche 18 Prozent weni ger als Männer. Anita Mattes, via www.migrosmagazin.ch Die wichtigsten Errungenschaften der letzten 50 Jahre waren das Frauenstimmrecht, das Recht auf sichere Ab treibung und – an erster Stelle – die Antibabypille. Susanne Alter, via www.migrosmagazin.ch Das Aufzwingen des Frauenstimmrechts wäre nicht nötig gewesen, haben die Männer in Appenzell Innerrhoden doch schon immer das gestimmt, was ihnen die Frauen an die Lands gemeinde «mitgegeben» haben. Wir waren schon immer gleich berechtigt. Margrit Rusch, via www.migrosmagzain.ch
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 29
MM8: Diese Woche Kinderprämien sollen endlich sinken
«Das Gesundheitswesen ist zu einem Selbstbedienungsladen verkommen» Dass die Krankenkassenprämien zu hoch sind, wird wohl kaum bestritten. Nur was gene rell als Lösung vorgeschlagen wird – auch von Anna Sax in die sem Artikel – packt die Probleme nie an der Wurzel, die da sind: zu grosser Leistungskatalog, zu hohe Medikamentenpreise, zu hohe Inanspruchnahme der Not fallstationen in den Spitälern bei Bagatellerkrankungen, zu viele unnötige Operationen. Unser Gesundheitswesen ist zu einem reinen Selbstbedienungsladen aller Leistungserbringer (inklu sive Krankenkassen) verkom men. Das Lobbying ist zu stark. Heinz Keller, per E-Mail Ich hoffe sehr, dass hier endlich etwas unternommen wird. Wir haben drei schulpflichtige Kinder und ein steuerbares Einkommen von 50 000 Franken
im Jahr. Der Kanton Freiburg hat uns die Prämienverbilligung gestrichen, da wir in unserem Wohneigentum wohnen. Familien, die gespart haben, werden so bestraft. Um über die Runden zu kommen, haben wir die höchste Franchise für die ganze Familie nehmen müs sen. Zum Zahnarzt und Arzt gehen wir ins Ausland, da wir es uns hier in der Schweiz einfach nicht mehr leisten können. Es ist traurige Tatsache, dass die Krankenkassenprämien für die meisten Normal oder Wenig verdiener nicht mehr zahlbar sind. Gerechter wären einkom mensabhängige Prämien. Claudine Merkhouf, via www.migrosmagazin.ch Die Gesundheit ist etwas vom Wichtigsten für alle. Deshalb ist das einzige Gerechte, dass die
Kosten dafür nach der wirt schaftlichen Leistungsfähigkeit getragen werden – so wie es via Steuern für Strassen und andere Infrastruktur gemacht wird. Urs Dupont, via www.migrosmagazin.ch
Familien profitieren schon heute am meisten von Prämienverbilligungen.
MM9: Martin Zutter Teamwork als Überlebenshilfe
«Sie sind für mich wahre Helden» Solche Berichte berühren das Herz! Ganz herzlichen Dank dafür. Wie hat Marie von EbnerEschenbach geschrieben: «Nicht, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.» Sie beide, lieber Martin, liebe Ruth, sind für mich wahre Helden. Ich wünsche Ihnen und dem ganzen Team weiterhin viel Liebe, Kraft und Zuversicht. Und für Ruth eine neue, gute Stelle. Ursula E. Luginbühl, via www.migrosmagazin.ch
www.migrosmagazin.ch
MM-Rätsel jetzt am Bildschirm ausfüllen Können die Teilnahmeformulare automatisch ausgefüllt werden? Wie lässt sich das PDF ausdrucken? Wir beantworten die fünf am häufigsten gestellten Fragen zu den neuen Online-Rätseln des Migros-Magazins. Warum kann ich Kreuzworträtsel, Sudoku, Paroli und Quiz nicht mehr herunterladen und ausdrucken?
1
Das ist immer noch möglich. Auf www.migrosmagazin.ch finden Sie das Feld «E-Paper». Tippen Sie Ihre Postleitzahl ein und klicken Sie auf «PDF». Im heruntergeladenen Dokument scrollen Sie bis zu den Rätselseiten hinunter. Diese können Sie einzeln ausdrucken. Wenn ich die Rätsel wie gewohnt in der Zeitung löse, muss ich sie komplett in die elektronische Form übertragen?
2
Das ist nicht notwendig. Sie können die Rätsel auf Papier lösen und online lediglich das Lösungswort einschicken und so am Wettbewerb teilnehmen. Via Smartphone gehts noch einfacher.
3
Wo finde ich die Gewinnerinnen und Gewinner der letzten Woche?
Nebst der Erwähnung im gedruckten MigrosMagazin können Sie wie oben beschrieben via Startseite entweder das PDF herunterladen oder sich das E-Paper anzeigen lassen. Ist es möglich, dass die Teilnahmeformulare der vier Rätsel automatisch ausgefüllt werden?
4
Ja, klicken Sie dazu Sie auf www.migrosmagazin.ch oben rechts auf «Anmelden». Dort registrieren Sie sich und loggen sich anschliessend mit Ihrer E-Mail-Adresse und dem gewählten Passwort ein. So sind die Teilnahmeformulare immer vorausgefüllt.
5
Warum wird die Lösung der Rätsel nicht automatisch ins Teilnahmeformular übertragen?
Aus technischen Gründen ist die automatische Übertragung des Lösungsworts vom Rätsel ins Teilnahmeformular leider nicht möglich. Das tut uns leid.
30 | MM10, 6.3.2017 | MENSCHEN
DJ Bobo
«Bei mir ist alles blumig und bunt – der Rest ist mir zu anstrengend» Peter René Baumann alias DJ Bobo ist seit 25 Jahren erfolgreich im Geschäft und der bekannteste Schweizer Musiker im Ausland. Der 49-jährige Aargauer über sein Saubermann-Image, den Sommerhit «Chihuahua», seine letzte Begegnung mit Michael Jackson und Fondue-Abende mit den Backstreet Boys. Text: Anne-Sophie Keller, Reto Vogt Bild: Daniel Winkler
MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 31
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 33
Verlosung 6 Familientickets für die Konzerte in Bern (3.6.) und Zürich (4.6.)
René Baumann, Sie sagten einmal, kein vernünftiger Künstler nenne sich Gaga oder Bobo. Bereuen Sie die Namenswahl heute? Nein, ich habe mich daran gewöhnt. Heute spricht man mich auch auf der Strasse als DJ Bobo oder einfach mit dem «Vornamen» DJ an. Bei Ihrem ersten Interviewtermin er kannte Sie die Journalistin nicht, weil Sie aufgrund Ihres SaubermannLooks nicht dem Klischee des Rapstars entsprachen. Warum klappte die Karriere trotzdem? Weil die Songs einfach gut waren. Mein Image war am Anfang der Karriere kein Thema – das gewann erst im Lauf der Zeit an Wichtigkeit. Ich glaube auch, dass sich Jugendliche besser mit mir identifizieren konnten als mit amerikanischen Rappern, die sie fast nicht auseinanderhalten konnten. Sie haben viele Künstler kommen und gehen sehen. Wie hält man sich 25 Jahre in der Musikbranche? Das Wichtigste ist, weitsichtig zu planen und eine klare Vision für die eigene Musik zu haben. Man kann nicht auf den nächsten Song oder Hit hoffen … … wie klingt DJ Bobo im Jahr 2020? Das wissen wir natürlich, aber das ist noch geheim. Ihre Outfits sind akribisch ausgesucht. Vermissen Sie die ausgefallene Mode der 1990erJahre? Dieses Jahrzehnt war eine sehr unbe schwerte Zeit: Alles war bunt, man spürte eine Aufbruchstimmung. Und entsprechend sah es bei uns auf der Bühne aus. Aber jedem Jahr seinen Look, deshalb vermisse ich die Outfits auch nicht.
Bild: PD
Apropos Look: Viele Schweizer dürften DJ Bobo immer noch mit langen Haaren vor Augen haben. Wann haben Sie sich eigentlich von Ihrer Mähne getrennt? Schon Ende der 1990er. Bei einem Foto shooting merkte der MakeupArtist plötzlich an, dass er auch Haare schneiden könne. Meine Frau fand die Idee toll, und wir haben kurzen Prozess gemacht. Der Erste, der mich danach sah, sagte: «Willkommen in den 90ern!» Gibts in Zeiten von Internet und Smartphone eigentlich noch Fanpost? Handgeschriebene Briefe erhalte ich nur noch selten. Die sozialen Medien werden immer wichtiger. Ich bin auf vielen Plattformen präsent und nehme sie sehr ernst. Dort habe ich engen Kontakt zu den Fans, um den ich mich grösstenteils selbst kümmere.
Teilnahme: www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff
«Wenn du wie ich dazu stehst, dass du nicht so gut singen kannst, greift dich deswegen auch niemand an.»
Nicht nur die Fanpost ist weniger ge worden. Auch die Albenverkäufe sind im Sinkflug. Wie stehen Sie zu Online Streaming? Und können die fehlenden Einnahmen damit aufgefangen werden? Wir sahen diese Entwicklung früh voraus und haben uns aktiv mit dem Wandel auseinandergesetzt. Natürlich gehen die Verkäufe zurück, aber die Musikbranche kam dadurch auch von ihrem hohen Ross herunter. Sich gegen neue Technologien zu wehren, funktioniert nie. Am Anfang Ihrer Karriere waren die da mals noch unbekannten Backstreet Boys Ihre Vorgruppe. Haben Sie noch Kontakt? Ja, sie kommen ab und zu für ein Fondue in die Schweiz. Und ich besuche sie manchmal auch in den USA. Auch mit Michael Jackson waren Sie auf Tour. Welche ist Ihre letzte Erinnerung an den «King of Pop»? Er war mein grosses Jugendidol. Ich stand vor dem Spiegel und übte seinen Moonwalk. Er hat mich inspiriert, seine visuellen Um setzungen haben unsere Shows stark be einflusst – auch heute noch. Das letzte Mal sah ich ihn in Moskau in einem Hotellift. Ich brachte fast kein Wort heraus. Gegenwind spürten Sie mit «Vampires Are Alive». In einer Petition protestierten 50 000 Schweizerinnen und Schweizer gegen die Zeile «Du bist hier, um mit deinem Leben zu kapitulieren». Sie bringe Junge auf Suizidgedanken, wurde kritisiert. Wenn ich die Zeile geändert hätte, wäre der Song wohl durchs Dach gegangen, und der weltweite Support wäre uns sicher gewesen. Nein, ich fand den Song an sich
einfach gut und wollte meinen sturen Kopf durchsetzen. Je öfter mir davon abgeraten wurde, desto mehr wollte ich es durchziehen. Ausgerechnet mit diesem Song traten Sie 2007 beim «Eurovision Song Contest» an und scheiterten gnadenlos. Wenn du am «Eurovision Song Contest» für ein Land antrittst, ist das etwas anderes, als wenn du einfach als Künstler ein Konzert spielst. Das hatte ich ganz klar unterschätzt. Zudem sahen uns alle Wettbüros als klare Sieger. Anfangs nahm ich das locker. Doch irgendwann glaubte ich, dass ich der Beste bin. Das setzt einen gewaltig unter Druck. Ich konnte dem nicht standhalten und brachte meine Leistung nicht. Die Favoritenrolle kam nicht von ungefähr. Ihr Song «Chihuahua» war der Sommerhit 2003. Und das ohne mein Wissen! Das Lied entstand ursprünglich für einen Werbe spot und wurde, ohne mich zu fragen, veröffentlicht. Wissen Sie, worums geht? Um einen Hund? Nein, das denken viele. Ein Rastamann trinkt eine Cola und sagt «Chihuahua». Mit einem Tier hat der Song also nichts zu tun. Spielen Sie das Lied heute noch? Oder haben Sie nach einer Million Mal genug? Wir stecken unsere Songs bei jeder Tour in ein neues Gewand: musikalisch und was die Kostüme betrifft. Wenn man einen Song immer wieder neu präsentiert, wird es einem nicht langweilig.
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MENSCHEN | MM10, 6.3.2017 | 35
Im Februar erhielten Sie an den Swiss Music Awards den «Outstanding Achievement Award». Normalerweise wird so ein Preis eher am Karriereende verliehen. Ist es Zeit zu gehen? Ihre letzte Nummer 1 liegt über 14 Jahre zurück … Tina Turner hörte mit 70 auf … So lange uns jemand zuhören will und die Menschen Freude an uns haben, machen wir weiter. 25 Auftritte im Hallenstadion müssen es am Ende schon sein, damit wäre Elton Johns Rekord gebrochen. 19 haben wir schon. Seit Ende 2006 sind Sie Botschafter des Welternährungsprogramms der Uno. Was bedeutet Ihnen dieses Engagement? In diesen elf Jahren konnten wir mit wenig Aufwand sehr viel bewegen. In Äthiopien zum Beispiel starteten wir ein sogenanntes Schulspeisungsprogramm, bei dem die Kinder nur noch dann etwas zu essen erhielten, wenn sie zur Schule gingen. Heute können fast alle Mädchen lesen, schreiben und rechnen. Ein grosser und schöner Erfolg. Wer gehört eigentlich zu diesem «Wir», von dem Sie dauernd sprechen? Meine engsten Mitarbeiter und ich. Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen und verstehen uns blind. Sind Sie ein politischer Mensch? Nein, ich würde mich auch nie zu politischen Themen äussern. Ich bezeichne mich als naiven und gutgläubigen Menschen.
Zur Person
Love, Peace und Happyness also? Ich habe stets das Gefühl, dass jeder um mich herum ein lieber Mensch ist. Diese Naivität will ich mir für den Rest meines Lebens erhalten. Bei mir ist alles blumig und bunt. So zu leben, macht mir Freude und ist sehr angenehm. Der Rest ist mir zu anstrengend.
Peter René Baumann, der «King of Dance» DJ Bobo wurde am 5. Januar 1968 als Peter René Baumann in Kölliken AG geboren. Aus der sogenannten Eurodance-Zeit ist DJ Bobo einer der wenigen Künstler, der bis heute erfolgreich Alben veröffentlicht. Er wird deswegen von Fans auch «King of Dance» genannt, obwohl er in letzter Zeit auch mehr Elemente aus Pop und Rock in seine Songs einfliessen lässt.
Trotzdem stehen Sie offen zu den Schattenseiten Ihres Lebens. In Ihrem Buch «Popstar – der ganz normale Wahnsinn» schreiben Sie unter anderem über Ihren alkohol süchtigen Stiefvater. Hat Ihnen diese Offenheit nie Probleme bereitet? Nein, zum Glück nicht. Aber ich kann schlecht Nein sagen und trage das Herz auf der Zunge. Mein Vorteil ist, keine Leichen im Keller zu haben. Und wenn du offen bist und zum Beispiel wie ich dazu stehst, dass du gar nicht so gut singen kannst, kann dich deswegen auch niemand angreifen.
Am 10. Februar hat er an den Swiss Music Awards (SMA) im Zürcher Hallenstadion den «Outstanding Achievement Award» erhalten. Wie die Veranstalter mitteilten, wird Baumann damit für seinen Beitrag zu 25 Jahren Musikgeschichte gewürdigt.
Sie sagen, Ihr Publikum bestehe aus allen Kulturen und Religionen. Ist das ein Statement für Offenheit? Ich bin auf der ganzen Welt mit offenen Armen empfangen worden. Und die vielen Reisen haben mich weltoffen gemacht. Ich durfte in meiner 25-jährigen Karriere so vieles sehen und entdecken – dafür bin ich dankbar. MM
DJ Bobos Bilanz: 15 Millionen verkaufte Tonträger, über 250 Gold-
und Platinauszeichnungen und mehr als fünf Millionen Zuschauer bei seinen Livetourneen. 2016 hat er sein 16. Studioalbum veröffentlicht. DJ Bobo lebt mit seiner zweiten Frau Nancy, die auch zur Crew gehört, und zwei Kindern (10 und 14) in Kastanienbaum LU.
Auftritte in der Schweiz: Postfinance-Arena, Bern, 3. Juni; Hallenstadion, Zürich, 4. Juni
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Migros-Lehrberufe
Feinsinnige Prüferin Alina Wyss (17) absolviert das erste Lehrjahr als Lebensmitteltechnologin EFZ bei der Delica AG in Birsfelden BL. Der M-Industriebetrieb röstet unter anderem Kaffee und portioniert diesen in Kaffeekapseln für unterschiedliche Kapselsysteme.
Bild: Daniel Kellenberger
«Ich trinke sehr gern Kaffee. Das ist gut so, denn wir degustieren bei der Qualitätsprüfung täglich die Kaffeeröstungen vom Vortag.»
38 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
Der Pöstler ortet das Auto digital und lädt die bestellte Ware in den Kofferraum. «Kassensturz»-Test
Total überzeugend Gute Noten für die beiden Migros-Vollwaschmittel Total und Migros Plus im «Kassensturz»Test: Beide erhielten das Prädikat «gut». Total platzierte sich mit der Note 5,2 sogar auf einem Spitzenplatz. Getestet wurden 12 der meistverkauften Vollwaschmittel
verschiedener Hersteller. Dabei galt es, 14 Standardflecken – von Fruchtsaft über Blut bis hin zu Rotwein – möglichst ohne Rückstände rauszuwaschen. «Ein gutes Waschmittel muss mit einer Vielzahl von Flecken fertigwerden», erklärt Testleiter Ralph Sontheim. Die Farbschonung war ein weiteres Kriterium, wobei verschiedene farbige Baumwoll- und Synthetikstoffe bis zu 20 Waschgänge durchliefen. Beim letzten Test wurde die glättende Wirkung der Waschmittel geprüft respektive, wie viele Fusseln sie auf den Textilien hinterlassen. In dieser letzten Testkategorie brillierten beide MigrosWaschmittel mit der Bestnote 6,0.
LeShop.ch
Lieferung direkt in den Kofferraum Ab sofort bietet der Online-Supermarkt LeShop.ch in Zürich, Bern, Genf und Lausanne zusammen mit der Automarke Volvo und der Post einen neuen Service an: Besitzer eines Volvos können sich Bestellungen direkt in den Kofferraum des parkierten Wagens liefern lassen. Die Dienstleistung funktioniert mit einem digitalen Schlüssel, der einen einmaligen Zugang zum Fahrzeug ermöglicht. Nutzer registrieren sich für «In-car Delivery», bestellen ihre Waren bei LeShop.ch und wählen
ihren Volvo als Lieferort. Der Postbote ortet das Auto durch Geolokalisation, öffnet den Kofferraum mit dem digitalen Einmalschlüssel und liefert die Bestellung. Danach erhält der Kunde eine Benachrichtigung, und die Gültigkeit des digitalen Schlüssels verfällt. Ausserhalb Skandinaviens ist LeShop.ch der einzige Anbieter von «In-car Delivery». Der Service soll den Online-Einkauf noch besser in den Alltag der Kunden integrieren. Alle Infos zum neuen Angebot: LeShop.ch
Einhörner
Endlich, ein Parkplatz für Fabelwesen! Zwei Parkfelder vor dem Einkaufscenter Shoppyland in Schönbühl BE sind neu für Einhörner reserviert. Seit dem 23. Februar sind die Felder mit Einhörner-, Sterne- und Regenbogensujets bemalt. Schälchen mit imaginärem Futter stehen Ein erstes Einhorn hat sich bereits eingefunden. bereit, und mit pinkfarbenen Kordeln lassen sich die Fabeltiere anbinden. Das hat nun ein Ende: Die bemalten Parkfelder bekamen den ersten BeAuslöser für die Aktion war der Beitrag eines Lokalradios, dessen such von einem Einhorn. Im Innern Moderator bemängelte, man könne des Tiers steckten Mitglieder des Fasnachtsvereins Moosseedorf BE. nirgends sein Einhorn abstellen.
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Mehr Leistung zum gleichen Preis Die M-Budget-Mobile-Abos Mini One und Maxi One bieten
ab sofort mehr Leistung zum gleichen Preis: Mini One beinhaltet für 19 Franken im Monat neu 600 Megabyte Daten, 60 Gesprächsminuten und 60 SMS. Maxi One beinhaltet neu 2 Gigabyte Daten, 2000 Gesprächsminuten und 2000 SMS zum bisherigen Preis von 29 Franken im Monat. Die beiden Abos sind vor allem für Kunden geeignet, die ein vergünstigtes Gerät benötigen und sich nicht an eine Mindestvertragsdauer binden möchten. Erhältlich sind beide One-Abos in den Melectronics-Filialen, bei der Post, bei Mobilezone und online. Weitere Infos: www.m-budget-mobile.ch/one
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 39
Ausstellung Was ist Heimat?
Steht dieser Begriff für einen Ort der Geborgenheit? Oder kann Heimat auch ein Gefängnis sein, aus dem man am liebsten ausbrechen möchte? Um solche Fragen geht es bei «Heimat. Eine Grenzerfahrung», der neuen Ausstellung des Stapferhauses in Lenzburg AG. Die Besucher erleben, dass Heimat mit Zuversicht, Sehnsucht, aber auch Angst zu tun hat. Auf einem Riesenrad begegnen sie Vorurteilen; in einem Spiegelgarten sind sie mit sich selbst konfrontiert. Die Ausstellung dauert vom 11. März 2017 bis zum 25. März 2018 und wird vom MigrosKulturprozent unterstützt. Weitere Infos: www.stapferhaus.ch
Blickfang
Mini Migros «Mein kleiner, selbst bemalter Laden ist der Migros-Filiale in Sempach Station LU nachempfunden. Mir ist dieses Geschäft ans Herz gewachsen, und ich tätige fast alle meine Lebensmitteleinkäufe dort. Die Produkte meines ‹Lädelis› stammen aus der Mini-ManiaAktion, die vor einigen Jahren stattgefunden hat. Nun hat alles seinen Platz in meinem persönlichen MMM gefunden.» Cornelia Müller, Sempach LU
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Klipp und klar
«Massnahmen gegen die Olivenfrucht fliege finden»
Remo Thalmann,
Category Manager Beilagen und Zutaten bei der Migros
1
Aufgrund der schlech ten Olivenernte in Südeuropa hat die Migros die Olivenöl preise im Januar erhöht. Sind weitere Preisanpassungen zu erwarten? Nein, die Verhandlun gen zur Ernte 2016/ 2017 sind abgeschlos sen, die Preise bleiben bis Ende 2017 auf die sem Niveau.
2
Kann die Nachfrage mit so geringen Ernte mengen noch befrie digt werden? Ja, aber es waren Mass nahmen notwendig, damit wir die Qualität sicherstellen können. So hat Monini die beste italienische Qualität für Gran Fruttato reserviert und bei Classico und Delicato mit einem Blend aus italienischen, griechi schen und spanischen Olivenölen gearbeitet.
3
Prüft die Migros Alternativen zum Olivenöl aus Italien? Wir schauen uns alter native Herkünfte an. Aber vielmehr inten sivieren unsere Liefe ranten in Italien und Griechenland die For schung, um geeignete Schutzmassnahmen gegen die Olivenfrucht fliege zu finden. MM
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 41
Tierwohl
Nahe am Ziel
Vor vier Jahren hat die Migros das Versprechen abgegeben, bis 2020 die hohen Schweizer Tierwohlstandards auch bei Produkten aus dem Ausland einzuführen. Seither hat sie viel erreicht, musste aber auch Grenzen erkennen. Text: Andreas Dürrenberger
D
ie Migros verkauft überwiegend einheimisches Fleisch. Beim frischen Schwein-, Kalb-, Rindund Pouletfleisch liegt der Anteil zwischen 85 und 100 Prozent. Bei anderen Produkten ist sie jedoch auf Importe angewiesen, beispielsweise bei Truten- oder tiefgekühltem Pouletfleisch. Hier ist zu wenig inländische Ware verfügbar, um die Nachfrage zu decken. Missstände in der Nutztierhaltung im Ausland sorgten wiederholt für negative Schlagzeilen. Auch die Migros war mit der Situation unzufrieden. Vor vier Jahren hat sie deshalb im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M ein ehrgeiziges Versprechen abgegeben: Bis 2020 sollen für das gesamte Sortiment an Fleisch, Milchprodukten und Eiern aus dem Ausland die Schweizer Tierschutzstandards gelten. «Wir haben gemeinsam mit dem Schweizer Tierschutz eine Risikoanalyse vorgenom-
Illustrationen: Mira Gisler
men und fünf Punkte definiert, bei denen unsere Lieferanten die Schweizer Tierschutzvorschriften einhalten müssen», sagt Bernhard Kammer, Nachhaltigkeitsexperte beim Migros-Genossenschafts-Bund, «Haltung, Tiergesundheit, Fütterung, Transport und Schlachtung.» Regelmässige Kontrollen durch unabhängige Institute stellen sicher, dass die Vorschriften eingehalten werden. Pionierleistungen der Migros
Seit der Lancierung des Versprechens konnte die Migros bei verschiedenen ausländischen Betrieben das Tierwohl auf das Schweizer Niveau heben. «Bei Geflügel, Pferde- und Kaninchenfleisch, Eiern und Büffelmozzarella werden wir unser Ziel bis 2020 voraussichtlich erreichen», sagt Kammer. «Aber leider werden wir bei anderen Sortimenten das Versprechen nicht vollumfänglich erfüllen können.» Betroffen sind gemäss Kammer Milchprodukte wie Käse sowie bestimmte
Rind- und Schweinefleischprodukte. Hat sich die Migros zu viel vorgenommen? «Wir wussten, dass die Herausforderung riesig ist», so Kammer. «Aber obwohl wir nicht alle Ziele erreichen werden, haben wir mit der Etablierung der Schweizer Tierschutzvorschriften im Ausland Pionierleistungen erbracht und werden das auch weiterhin tun.» Die Fortschritte würden sich zudem weit über den Schweizer Lebensmittelmarkt auswirken, meint Kammer. «Unsere Produzenten beliefern ja auch andere Detailhändler in Europa. Dank der Migros entsprechen nun auch deren Produkte den strengeren Tierschutzvorschriften.» MM
Lesen Sie auf den folgenden Seiten,
welche Erfolge die Migros erzielt hat und wo die Herausforderungen liegen.
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Büffel Nicht nur bei der Fleisch,
sondern auch bei der Milch produktion legt die Migros Wert auf das Tierwohl. Das betrifft insbesondere die Haltung von Wasserbüffeln in Italien, wo der Mozzarella di Bufala hergestellt wird. Noch im Laufe dieses Jahres werden die MigrosLieferanten die Schweizer Tierschutzvorgaben erfüllen. Der Schweizer Tier schutz (STS) hat die betreffenden Betriebe bereits begutachtet.
Legehennen Künftig werden auch alle ImportEier im MigrosSortiment aus Betrieben stammen, die gemäss Schweizer Tierschutzvorgaben bewirt schaftet werden. Derzeit ist die
Migros noch in Verhandlung mit ihren Lieferanten. Die Gespräche zeigen aber schon jetzt, dass die gewünschten Anpassungen möglich sind.
Erfolge
Vom Büffel bis zur Trute: Bei diesen Tiergattungen hat die Migros ihr Tierwohl-Versprechen umgesetzt oder wird ihr Ziel bis 2020 erreichen.
Poulet Wie bei der Trutenzucht
sorgten auch Missstände in der Pouletmast im Ausland schon oft für negative Schlagzeilen. Und wie bei den Truten schaut die Migros auch hier nicht weg, sondern hat mit Lieferanten in Deutschland, Frankreich und Ungarn Massnahmen ergriffen. Beim Frischfleisch stammen bereits alle importierten Poulet produkte aus Betrieben, die die strengen Schweizer Tierschutz vorschriften erfüllen. Die Umstel lung bei den Tiefkühlprodukten ist derzeit noch im Gang.
Schwein Nebst Schweizer Produkten verkauft die
Migros auch CharcuterieSpezialitäten aus dem Ausland. Vom italienischen Produzenten Beretta bezieht die Migros Salami und Parmaschinken. Speziell für die Migros hat Beretta Höfe in Italien nach den Vorgaben des Schweizer Tierschutz gesetzes umgestellt. Die Ställe verfügen über Tageslicht und einen vorgegebenen Anteil geschlos sener Böden statt der in Italien üblichen Gitter böden. Das Kastrieren ohne Betäubung ist verboten. Zudem erhalten die Schweine gepresste Grasballen als Spielzeug. Auch andere MigrosLieferanten im Ausland werden dem Beispiel von Beretta folgen.
Truten 2012 hat die Migros damit begonnen, gemeinsam mit Truten züchtern in Ungarn Ställe nach Schweizer Tierschutzstandards umzubauen. Waren früher bis zu 5000 Tiere in einem Stall unter gebracht, sind es nun maximal 3700. Die Truten haben also deut lich mehr Platz. Jeder Stall verfügt über einen überdachten Winter garten, wo sich die Tiere an der frischen Luft aufhalten können. Damit übertrifft die Migros sogar die Schweizer Tierschutzbestim mungen. Dafür gab es Lob vom «Kassensturz»: Bei einem unange kündigten Besuch machte sich das Konsumentenmagazin gemeinsam mit einer Tierschützerin selbst ein Bild von der Trutenmast des MigrosLieferanten in Ungarn. Seit 2016 erfüllen auch die Lieferanten in Frankreich die Schweizer Tierschutzvorgaben.
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 43
Herausforderungen
Schwierige Umsetzung des Versprechens Milchprodukte Neben einer Vielzahl Schweizer Käsesorten führt die Migros auch Käsespezialitäten aus anderen Ländern wie Frankreich. Die vollständige Umstellung auf Schweizer Tierschutzvorgaben wird beim Käse nicht gelingen. Das hat verschiedene Gründe. Die Milch für den Käse stammt von zahl reichen verschiedenen Bauernhöfen. Diese sind oft um ein Vielfaches grösser als in der Schweiz. Eine Anpassung an Schweizer Vorschriften nur für die Migros würde sich für sie kaum lohnen. Zudem sind die Unter schiede in der Tierhaltung geringer als bei anderen Tiergattungen, etwa bei Geflügel. Beispielsweise stehen in einem Freilaufstall im Ausland nur geringfügig weniger Liege plätze zur Verfügung als hierzulande. Ein weiterer Grund: Die Käsehersteller müssten die Milch für den MigrosKäse separat ver arbeiten, wozu sie wegen der hohen Kosten
und der geringen Menge nicht bereit sind. Deshalb wird die Migros die Schweizer Tier schutzvorgaben nur mit einzelnen Lieferan ten umsetzen können.
Rindfleisch Beim Rindfleisch wird die Umstellung auf die Schweizer Tierschutzvorgaben weitge hend gelingen. Bei verarbeiteten Produk ten – dazu zählt etwa Hackfleisch – wird die Migros ihr Ziel nicht erreichen. Wie beim Käse ist auch hier die Vielzahl der invol vierten Bauernhöfe der Grund. Zwar lässt sich bis zum einzelnen Hof zurückverfol gen, woher das Fleisch stammt. Da aber auch das Fleisch von Milchkühen verarbei tet wird, müssten Milchwirtschaftsbetriebe im Ausland auf die Schweizer Normen um gestellt werden. Dieser Prozess wäre für alle involvierten Höfe und Unternehmen zu teuer.
Importbeschränkungen Zu Spitzenzeiten wie an Weihnachten ist die Nachfrage nach Edelstücken vom Rind, Schwein und Kalb besonders hoch und über steigt das Angebot an Schweizer Fleisch. In diesem Fall ist der Import erlaubt. Daneben gibt es Zeitfenster, in denen der Import nicht gestattet ist. Diese Beschränkung macht es unmöglich, die Schweizer Tierschutzvorgaben bei den ausländischen Lieferanten umzusetzen. Die Kosten für die Umstellung sind bei den geringen Fleischmengen für alle Beteiligten zu hoch. Solche Projekte gelingen nur, wenn eine kontinuierliche Lieferung von Waren sichergestellt ist. MM
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 45
Adele Duttweiler
Mutter der Migros
Als starke Frau an der Seite von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler wurde Adele Duttweiler prominent. Gemeinsam mit ihrem Mann legte sie das Fundament für das soziale Engagement der Migros und hatte auch in vielen anderen Bereichen grossen Anteil am Erfolg des Unternehmens.
Text: Pierre Wuthrich
Bilder: Michael Sieber, Archives FCM
S
chon 1911 pendelten die Schweizer. So stieg auch die 18-jährige Adele Bertschi regelmässig an ihrem Wohnort Horgen ZH in den Zug, um nach Zürich zu fahren, wo sie im Auftrag der ETH Saatgut kontrollierte. Ebenso regelmässig nahm im gleichen Abteil ein gewisser Gottlieb Duttweiler Platz – und machte der jungen Frau Avancen. «Er hat mich die ganze Zeit mit seinen grossen Augen fixiert. Das mochte ich nicht wirklich, ich war ja fast noch ein Kind. Aber offenbar spornte ihn gerade meine Zurückhaltung an, weiterzumachen», erzählte Adele Jahre später. Ja, dieser Mann gehörte nicht zu denen, die leicht aufgeben. Deshalb machte er ihr geduldig weiter den Hof und mietete sich eines Tages sogar ein Pferd, um damit vor dem Haus der Familie Bertschi umherzustolzieren. Mit Erfolg, denn 1913 heirateten Adele Bertschi und Gottlieb Duttweiler. Die zufällige Begegnung im Zug war der Auftakt für das gemeinsame Leben eines der bedeutendsten Schweizer Ehepaare des 20. Jahrhunderts, eines Duos, das den Einzelhandel nachhaltig revolutionieren sollte. Schüchtern, aber entschlossen
«Ich hatte das Glück, Frau Duttweiler mehrmals an Delegiertenversammlungen und anderen Migros-Treffen zu begegnen. Sie war ein sehr zurückhaltender Mensch, der sich eher im Hintergrund hielt und in der Masse aufging», erinnert sich Charlotte Hug. Die heute 86-jährige Waadtländerin, die von 1962 bis 1993 Chefredaktorin von «Construire» und von 1977 bis 1993 Direktorin der damaligen Migros-Presse war, fügt hinzu: «Als der Adele-
Adele Duttweiler (1892–1990) im Garten ihres Eigenheims in der Zürcher Gemeinde Rüschlikon, wo sie Ehrenbürgerin war.
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Arbeitslosigkeit mu ss verschwinden. Je länger Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Deshalb schaffen wir mit verschiedensten Angeboten Perspektiven für Menschen ohne Stelle. Danke, dass Sie uns dabei unterstützen. www.sah-schweiz.ch, PC-Konto 30-241785-6
Arbeit und Integration
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 47
Duttweiler-Preis als Auszeichnung für Verdienste im Sozialund Bildungsbereich ins Leben gerufen wurde, machten wir ein langes Interview. Ich erinnere mich an eine sehr entschlossene Frau. Sie wusste genau, was sie wollte.» Adele war zwar die Ehefrau eines temperamentvollen und energiegeladenen Mannes, aber alles andere als unterwürfig. Sie galt als intelligent, unbestechlich, aber auch als lustig und lebensfroh. Vor allem verstand sie es, Menschen zuzuhören, sie aufzurichten, zu beraten und zu ermutigen. «Sie spielte in der Geschichte der Migros eine weit wichtigere Rolle, als man annimmt», erklärt Charlotte Hug. «Adele Duttweiler ist mitverantwortlich dafür, dass das soziale Engagement der Migros immer stärker ausgeweitet wurde.» Und ohne ihr Einverständnis wäre Gottlieb Duttweiler nie in der Lage gewesen, seine Aktiengesellschaft in eine Genossenschaft umzuwandeln.
Hintergrund
Zeichen der Wertschätzung Adele Duttweiler war
eine charismatische Frau, die schweizweit in der Migros-Familie hohes Ansehen genoss. Als Zeichen der Wertschätzung hat man eine Rose nach ihr benannt. Die Sorte «Adele» wurde anlässlich des 75-JahrJubiläums der Migros gezüchtet. Wer sie bewundern möchte, findet sie im Orangen Garten in Rüschlikon ZH*. Ihre Farbe? Orange natürlich! Sogar ein Schiff wurde auf ihren Namen getauft. Dabei handelte es sich um einen Frachtkahn der Migros, der im Jahr 1952 in Dienst gestellt wurde, um die Lebensmittelversorgung im Land zu optimieren. Das Schiff wurde später in «Sunadele» umbenannt.
«Das Gewissen der Migros»
Adele war nicht nur eine treue Ehefrau, sondern auch eine wertvolle Mitarbeiterin. Als 1925 die ersten Verkaufswagen in Zürich zum Einsatz kamen, zögerte sie nicht, selbst Hand anzulegen, und packte bei der Logistik mit an. Und bei der Eröffnung des ersten Ladens soll sie an der Kasse mitgeholfen haben. Dies ist zwar nicht eindeutig bewiesen, aber wahrscheinlich, spiegelt es doch den Charakter der bescheidenen Frau wider, die immer bereit war, einer ihrer Ansicht nach guten Sache zu dienen: dem Bemühen um eine bessere Welt, in der jeder Zugang hat zu möglichst vielen Waren und Dienstleistungen. Adele Duttweiler wusste, dass sie das Leben der Hausfrauen einfacher machte, indem sie den Schweizer Familien eine höhere Lebensqualität bot. So hat sie, ohne selbst Feministin zu sein, sich stets für die Frauen eingesetzt. Nach dem Tod ihres Mannes 1962 blieb sie das «Gewissen der Migros», sagt Charlotte Hug. «Alle Direktoren kamen zu ihr, um sie um Rat zu fragen. Adele Duttweiler war jemand, auf den
15 Thesen formulierten
Die 86-jährige Charlotte Hug war von 1962 bis 1993 Chefredaktorin von «Construire» und kannte Adele Duttweiler persönlich.
man hörte, jemand, der sehr geschätzt wurde.» Damit wurde die neunte, im Jahr 1950 verfasste Migros-These strikt befolgt: «Wenn der Gründer nicht mehr kann, dann die Mitgründerin und Mitkämpferin Frau Adele Duttweiler zum Rat in entscheidenden Dingen heranziehen». Die Mutter der Migros-Familie
Als entschieden werden musste, ob die Migros im Restaurant des Signal de Bougy VD Alkohol verkaufen könne oder nicht, begab sich der damalige Direktor Pierre Arnold persönlich zur Witwe. «Nach reiflicher Überlegung stimmte sie dem Verkauf
von Wein zu, wobei sie argumentierte, dass man, vor allem an einem so schönen, von Weinbergen umgebenen Ort, eine Ausnahme machen könne», erinnert sich Charlotte Hug lächelnd. Adele Duttweiler starb 1990 im Alter von 97 Jahren. Im Vorwort des 1992 erschienenen Buchs «Adele Duttweiler-Bertschi. Ein Jahrhundert Leben» fasste Jules Kyburz, ehemaliger Präsident der Generaldirektion der Migros, mit einfachen Worten zusammen, was viele Menschen in der Schweiz damals dachten und heute noch denken: «Es war, als hätte die Migros-Familie ihre Mutter verloren.» MM
Gottlieb und Adele Duttweiler im Jahr 1950. Darin stellt das Paar das geistige Vermächtnis der Migros dar. Die 9. These ist besonders schmeichelhaft für die Frauen, denn darin heisst es wörtlich: «Um Gottes willen die Frauen beiziehen!» Rund 114 Millionen Haselnussbiskuits
werden jedes Jahr von der Midor gebacken; bei 400 000 stützt sich der Backwarenhersteller der Migros auf ein handschriftlich verfasstes Rezept von Adele Duttweiler, das sie einst dem Unternehmen vermacht hat. Das Originaldokument wird heute in einem Safe aufbewahrt. * der Orange Garten befindet sich in Rüschlikon in unmittelbarer Nachbarschaft des «Park im Grüene», des GottliebDuttweiler Instituts (GDI) und der Migros-Filiale «Parkside».
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Enthalten die Fasnachtschüechli der Migros Alkohol? Ja, zur Aromatisierung der Fasnachtschüechli werden dem Teig kleine Mengen an 40-prozentigem Kirsch beigegeben. Der Alkohol verdunstet jedoch bei der hohen Frittiertemperatur, sodass die fertigen Chüechli höchstens noch Spuren davon enthalten. Wenn Lebensmittel einen Alkoholgehalt von weniger als 0,5 Volumenprozent haben, so gelten sie als alkoholfrei. Dies trifft auch auf die Fasnachtschüechli zu. MM
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Hat vor 19 Jahren «m4music» mitbegründet: Festivalleiter Philipp Schnyder
1998 Serie: Migros-Pioniere
Zum zwanzigsten Mal macht die Migros dieses Jahr das Popfestival «m4music» möglich. Philipp Schnyder (50) ist Chef einer Startrampe, von der Jungtalente abheben: Beim Migros-Kulturprozent ist er für das Festival «m4music» verantwortlich, das vom 30. März bis am 1. April zum zwanzigsten Mal stattfindet. Die Mundartrapper Steff la Cheffe und Knackeboul zählen zu den Schweizer Musikgrössen, die beim Festival entdeckt wurden. «‹m4music› soll ein Treffpunkt ohne Grenzen sein», sagt Schnyder.
«Junge Musiker treffen auf erfahrene Manager, Genfer auf Basler und Berliner, Rapper auf Rocker, und Musikfans entdecken neue Bands.» Bei dem vielseitigen Festival war Philipp Schnyder von Anfang an dabei: Er hat «m4music» 1998 mitbegründet. MM
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Traum-Törtchen
Wer regelmässig zu spät zum Kaffeekränzchen erscheint, mag vielleicht den Kuchen nicht. Aber die Biskuittörtchen mit Mokkacreme werden jeden Torten-Muffel überzeugen. Text: Claudia Schmidt, Annina Ciocco
Bilder: Daniel Aeschlimann
Herausnehmen und sammeln!
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Aus dem frisch gebackenen Vanillebiskuit werden Rondellen ausgestochen.
54 | MM10, 6.3.2017 | MIGROSWELT
Schritt für Schritt
So gelingen Biskuittörtchen mit Mokkacreme 1
2
3
Klassisch Backofen auf 190 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Eier, Salz, Zucker
und Vanillepaste in eine Schüssel geben, mit dem Handrührgerät ca. 3 Minuten hell und schaumig schlagen. Mehl portionenweise dazusieben und unterheben.
5
Für die Mokkacreme Butter und Puderzucker
mit dem Handrührgerät schlagen. Espresso löffelweise unter die Masse rühren.
Biskuitmasse sofort auf das Backpapier giessen, gleichmässig ca. 1,5 cm dick aus streichen. Biskuitmasse sofort in der Ofen
mitte ca. 8 Minuten backen. Herausnehmen.
Biskuit samt Backpapier vom Blech auf eine hitzeresistente Unterlage ziehen. Backblech
umgekehrt darüberlegen. Biskuit auskühlen lassen.
6
Mokkacreme gleichmässig auf 8 Biskuit rondellen streichen. Davon je 2 Rondellen
aufeinanderlegen. Mit je 1 Rondelle ohne Mokkacreme abschliessen, diese leicht an drücken. Nach Belieben dekorieren.
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Knorr Beutelsuppen im 3er-Pack, z.B. Fideli mit Fleischkügeli, 3 x 78 g, 4.90 statt 6.30 20% Alle Bio-Essiggemüse (ohne Alnatura), z.B. Gewürzgurken, 270 g, 1.80 statt 2.30 20% Gesamtes Mirador-Flüssig- und -Streuwürze-Sortiment, z.B. Flüssigwürze, 245 g, 1.80 statt 2.30 20% Bio-Chips-Nature und -Paprika im Duo-Pack (ohne Alnatura), z.B. Nature, 2 x 140 g, 4.20 statt 5.30 20% Alle Bio-Teigwaren, -Pastasaucen und -Tomatenkonserven (ohne Alnatura), z.B. Hörnli fein, 500 g, 1.55 statt 1.95 20% Alle Bio-Senfe, -Mayonnaisen und -Ketchup (ohne Alnatura), z.B. Mayonnaise, 265 g, 1.75 statt 2.20 20% Alle Bio-Essige und -Öle (ohne Alnatura), z.B. Apfelessig, 50 cl, 1.75 statt 2.20 20% Bio-Mifloc Kartoffelstock und -Rösti (ohne Alnatura), z.B. Rösti, 500 g, 1.95 statt 2.45 20% Alle Bio-Oliven, (ohne Alnatura), z.B. griechische Kalamata, 150 g, 2.15 statt 2.70 20% Alle Instant-Kakao- und -Malzgetränke, z.B. Califora au chocolat, 500 g, 4.70 statt 5.90 20% Bio-Kaltgepresstes Kokosöl, Fairtrade, und -Schweizer Bratbutter, z.B. kaltgepresstes Kokosöl, Fairtrade, 200 g, 5.50 statt 6.90 20% Alle Bio-Essige und -Öle (ohne Alnatura), z.B. Italienisches Olivenöl, 50 cl, 7.10 statt 8.90 20%
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 67
Profitipp
Schnell und doch schön Dessert für 4 Personen
4
2 1 Prise 65 g ½ TL 50 g
Eier Salz Zucker Vanillepaste Weissmehl
Törtchendekoration, z. B. Puderzucker, Schokoladenglasur und Deko Mokkacreme: 80 g Butter, weich 120 g Puderzucker 0,5 dl Espresso, z. B. Exquisito
Mit einem Ausstecher à ca. 6 cm Ø aus dem Biskuit 12 Rondellen stechen.
Hübsch dekoriert sind die Törtchen auch ein Augenschmaus.
Die Törtchen lassen sich auf vielfältige Weise dekorieren.
Etwas Puderzucker verleiht ihnen den momentan angesagten «Naked Cake»-Look. Blüten, Schokostreusel und Nonpareilles haften besonders gut auf einem Guss aus geschmolzener Schokolade.
Annina Ciocco,
Rezeptautorin
Die Dekoration von Torten ist eine Kunst für sich. Mich beeindrucken opulente Dekos in den unterschiedlichsten Varianten sehr, aber selber nehme ich mir die Zeit nicht. Mir ist es wichtig, dass die Dekoration schnell gemacht ist und trotzdem schön aussieht. Idealerweise nimmt sie das Aroma der Füllung auf und verleiht dem Gebäck einen kulinarischen Mehrwert. Für die kleinen Törtchen mit Mokkacreme gibt es verschiedene Möglichkeiten: Schnell geht es, wenn die obersten Biskuits mit wenig Quittengelée oder Pfirsich-Maracuja-Konfi bestrichen und mit Puderzucker bestreut werden. Etwas aufwendiger ist ein Schokoladenguss, der dem Törtchen eine knackige Hülle schenkt. Weisse Schokolade wirkt frühlingshaft und überdeckt das Kaffeearoma nicht mit einer bitteren Note. Leicht zerbrochene Kaffeebohnen weisen optisch auf die Mokkacreme hin. Ergänzt mit hübscher Zuckerdeko oder essbaren Blüten, sind wir dann ja doch schon fast bei einer opulenten Dekoration. MM
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68 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
Brot des Monats
Ein würziger Engadiner Sur En heisst nicht nur ein Dorf im Engadin, sondern auch eine alte Getreidesorte, die nun im gleichnamigen Brot des Monats der Migros-Hausbäckereien zum Einsatz kommt. Die regionale Weizensorte gibt dem Brot einen nussigen Geschmack. Text: Claudia Schmidt
Im ewigen Eis der norwegischen Spitzbergen lagert in einer Art Arche Noah seltenes Saatgut: Zum Beispiel schlummerten nur noch wenige Körner des Engadiner Weizens Sur En in dem Samenarchiv. Ganze fünf Jahre hat es dann gedauert, bis man aus den wenigen Samen genügend Körner rekultiviert hatte, um aus dem Sur-En-Weizen ein Brot zu backen. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Bündner Mehl in TerraSuisse-Qualität bringt fruchtignussige Aromen ins Brot. Dank der verarbeiteten Kleie – ballaststoffreiche Randschichten des Korns – verfügt das Brot zudem über süsse Röstaromen. Dieser kräftige Geschmack macht aus dem knusprigen Sur En einen Begleiter für salzige, währschafte Aufstriche. www.migros.ch/brot
Serviertipp
Brot mit Schinkenaufstrich Bauernschinken mit viel Peter silie und etwas Rahm im Cutter mittelgrob zu einem Aufstrich mixen. Brotscheiben grosszügig damit bestreichen und mit gehackter Petersilie bestreuen.
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 69
Serie So schmeckt das Brot des Monats Aktuell im März: Sur En
Yilmaz Kürtoglu (43)
ist Bäcker-Leiter der Hausbäckerei in der Migros-Filiale in Thalwil ZH und einer von rund 900 Bäckern, die in den 130 Hausbäckereien täglich mehrmals backen. So ist das Brot bis Ladenschluss frisch und warm erhältlich.
«Ich habe alle Brote gern, die wir hier backen» Wie sind Sie zum Bäckerberuf gekommen? Ich bin als Bauernbub aufgewachsen. Meine Mutter hat mich schon im Alter von drei Tagen mit aufs Weizenfeld genommen. Ich habe als Kind viel mit Weizenkörnern gespielt. Nach der Matura bin ich Bäcker geworden. Welches ist Ihr Lieblingsbrot? Ich habe wirklich alle Brote gern, die wir hier backen. Aber das Kartoffelbrot mit Nüssen oder das Biosonnenhofbrot mag ich besonders zum Zmorge am Sonntag.
TerraSuisse steht für eine naturnahe, tierfreundliche Landwirtschaft und stützt sich auf die Richtlinien von IP-Suisse.
Ein Teil von
Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.
Bilder: Veronika Studer (Food) / Gaëtan Bally (Porträt) Serviertipp: Regula Brodbeck
Was essen Sie besonders gern dazu? Zum Sonnenhofbrot mag ich Käse, zum Kartoffelbrot passt auch Konfi. So bringt der Begleiter das Aroma der Brote besonders gut hervor. Welche Brote sind zurzeit besonders gefragt? Momentan liegen Brote mit alten Getreidesorten wie Urdinkel oder eben Sur En im Trend.
TerraSuisse Sur En, 360 g Fr. 3.20 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei
70 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
Delizio
Mehr Genuss im Regal Die Delizio-Kapseln gibt es neu in einer wiederverschliessbaren Verpackung. Zudem schaffen die schlankeren Boxen mehr Raum für Kaffeevielfalt im Regal. Der Preis pro Kapsel bleibt gleich.
Neue Verpackung mit gleichem Inhalt zum gleichen Preis
Die Delizio-Box ist jetzt kompakter, schmaler und wiederverschliessbar – und das bei gleichbleibender Anzahl Kapseln
und gleichem Preis. Sie nimmt nun weniger Platz im Regal ein. Ein klarer Vorteil, denn so lässt sich der Delizio-Vorrat um weitere Geschmacksvarianten erweitern. Die Sorte «Fair & Organic» wird neu mit 12 statt 16 Kapseln und unter dem Namen «Coffee Bio & Fairtrade» angeboten.
Rezepte mit Kaffee
Aromatische Verführungen
Bandbreite der Kaffeearomen. Wie viele davon es tatsächlich gibt, können selbst Experten nur schätzen. Die Rede ist von über 800 Aromakomponenten, die übrigens in kaltem Kaffee geschmacklich ganz besonders gut zur Geltung kommen. Rezeptempfehlungen für das Vanille-Kaffee-Tiramisu (Bild rechts) und eine Auswahl weiterer aromatischer Verführungen mit Kaffee bietet die Website www.delizio.ch/rezepte
Bild: Claudia Linsi
Tiramisu, Fudge und zig weitere Köstlichkeiten aus der weiten Welt der Desserts und Süssspeisen profitieren von der ganzen
MIGROSWELT | MM10, 6.3.2017 | 71
Intensiv, vollmundig und aromatisch präsentiert
sich der Lungo Crema. Für alle, deren Kaffeedurst mit einem Espresso nicht gestillt ist. Delizio Lungo Crema, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.30
Fruchtig, erfrischend und aromatisch – das sind die charak-
Süssliche Vanille aromen entfaltet der
teristischen Eigenschaften des Pure Origin Colombia Excelso. Für seine Herstellung werden ausschliesslich Kaffeebohnen aus der Region Huila in Kolumbien verwendet. Delizio Pure Origin Colombia Excelso, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.90
Lungo Vaniglia im Café Crème ebenso wie im Milchkaffee oder Espresso. Delizio Lungo Vaniglia, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.90 In grösseren Filialen
Würzig, röstig und intensiv sind die
Temperamentvoll und rassig präsentiert
sich der Ristretto Forte. In der Tasse macht er solo eine ebenso gute Figur wie im beliebten Lattemacchiato-Glas. Delizio Ristretto Forte, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.30
Aromen des Coffee Bio & Fairtrade (vormals Fair & Organic). Er empfiehlt sich für Lungo und Espresso. Delizio Coffee Bio & Fairtrade, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.60 In grösseren Filialen
Mild, dezent und angenehm schmeckt
der Lungo Decaffeinato. Auch als Espresso schenkt er vollen Kaffeegenuss ohne Koffein. Delizio Lungo Decaffeinato, 12 Kapseln, 72 g Fr. 5.30
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Nach etwas Freizeit fahren wir mit dem Bus ins Piemont, wo wir mit dem Nachtessen erwartet werden. 3. Tag – Langhe, Alba & Barolo Heute lernen wir mit der Langhe-Region das Piemont von seiner allerschönsten Seite kennen. Wir zeigen Ihnen das herrlich Alba, die „Stadt der hundert Türme“. Weiter geht es durch das weltbekannte Barolo Weinanbaugebiet – hier gedeihen die königlichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine renommierte Weinkellerei und erfahren bei einer Führung alles über die Herstellung der edlen Tropfen. 4. Tag – Cuneo & Fahrt mit der legendären Tenda Bahn Am Vormittag zeigen wir Ihnen die schöne Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die Fahrt mit der legendären Tenda Bahn bis nach Ventimiglia an der italienischen Riviera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre Bahnstrecke mit herrlichen Gebirgslandschaften und malerischen Dörfern. Fantastisches Piemont
5. Tag – Monaco & San Remo Den heutigen Tag beginnen wir mit einem Besuch im Fürstentum Monaco. Entdecken Sie dabei die pittoreske Altstadt und tauchen Sie in eine Welt voller Glamour und Lebensgefühl ein. Am Nachmittag erwartet uns San Remo – die Hauptstadt der Blumenriviera liegt majestätisch eingebettet zwischen azurblauen Meer und dem malerischen, saftig-grünen Hinterland. 6. Tag, Donnerstag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 73
aha!
Mehr als nur Ersatz Ob feine Fruchtmousses, luftige Dips oder eine erfrischende Glace: Die Vorbilder für viele Klassiker verwenden oft cremige Milchprodukte wie Frischkäse. Eine Alternative ist die Sojamousse von aha!. Sie ist rein pflanzlich und sowohl für die vegane als auch laktosefreie Ernährung geeignet. Vorteil: Mit SojamousseKreationen muss ein Apéro nicht mehr für Veganer separat geplant werden, weil ihr Aroma auch Flexitarier und Fleischtiger überzeugt. Die Sojamousse ist auch eine gute Empfehlung für die Zubereitung von Bärlauchpesto, Kräuteraufstrichen oder fruchtigen Desserts wie eines Halbgefrorenen (siehe Rezepttipp unten).
Halbgefrorenes mit Brombeeren Ergibt 8–10 kleine Gläser
100 g Zucker und 200 g Brombeeren aufkochen, ca. 5 Minuten weich kochen lassen. Anschliessend pürieren. Nach Belieben passieren und erkalten lassen. Das kalte Brombeerpüree unter zwei Schalen Sojamousse (360 g) ziehen. In kleine gefriergeeignete Gläser oder Förmchen giessen und mindestens sechs Stunden oder über Nacht tiefkühlen. Vor dem Servieren nach Belieben mit frischer Zitronenmelisse oder Minze und Brombeeren dekorieren.
Halbgefrorenes mit Brombeeren kommt in kleinen Gläsern optisch sehr gut zur Geltung.
Das V-Label der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) kennzeichnet Produkte für Vegetarier und Veganer. Sämtliche Zutaten, Zusatz- und Hilfsstoffe sind vegetarisch oder vegan.
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Bild: zVg
Das Gütesiegel von aha! kennzeichnet Produkte, die auch bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.
aha! Soja Line Mousse Nature, 180 g Fr. 3.90
Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehört auch die Soja Line Mousse von aha!.
74 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
Migros-Bio-Cotton
Faire Wahl Wem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, wählt Kinderkleider mit dem Bio-Cotton-Label. Die Herkunft der schadstofffreien Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau ist bis zur Anbaufläche rückverfolgbar.
Was können Sie dazu beitragen, um die Umwelt zu schonen? Waschen Sie Kleider schonend und bei niedriger Temperatur. Manchmal genügt auch einfach nur Auslüften. Verzichten Sie aufs Tumblern – der Umwelt und den Kleidern zuliebe.
Migros-Bio-Cotton, Duopack Knaben Shirts, Gr. 68–98 Fr. 19.–
Migros-Bio-Cotton, Mädchen-Ensemble, 4-tlg., Gr. 68–98 Fr. 25.–
Migros-Bio-Cotton, Mädchen Shirt, Gr. 68–98 Fr. 9.–
Der weiche Baumwollstoff ist genau das Richtige für die zarte Haut der Kleinen – damit sie sich rundum wohlfühlen.
Migros-Bio-Cotton, Knaben Shirt, Gr. 68–98 Fr. 9.–
Migros-Bio-Cotton, Mädchen Shirt, Gr. 68–98 Fr. 9.–
Bild: Christian Dietrich; Styling: Mirjam Käser
Migros-Bio-Cotton, Langarm-Shirt, Gr. 68–98 Fr. 11.–
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 75
Vivekanand Palanisamy
«Wir zahlen gerechte Preise»
Die Migros setzt sich für nachhaltigen Anbau von Baumwolle ein und garantiert eine sorgsame Weiterverarbeitung. Die Umstellung auf Bio kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch den Bauern zugute. Biobaumwollproduzent Vivekanand Palanisamy von Armstrong Knitting Mills kennt die Vorteile. Interview: Heidi Bacchilega
Bilder: Thomas Eugster
Die Firma Armstrong Knitting Mills in Südindien produziert seit 2005 Bio baumwolle für die Migros. Das Familien unternehmen wurde 1969 gegründet. Vivekanand Palanisamy, was war der Grund für die Umstellung Ihres Betriebs auf Biobaumwolle? Wir wollten die negativen Umwelt auswirkungen des konventionellen Baumwollanbaus bekämpfen und den Bauern ein gerechtes und geregeltes Einkommen garantieren. Worin besteht der Hauptunterschied zwischen dem Anbau von Biobaum wolle und konventioneller Baumwolle? Für die Anzucht der Pflanzen wird kein gentechnisch verändertes Saatgut eingesetzt. Zudem verzichten wir ganz auf den Einsatz von Pestiziden und benutzen pflanzliche Düngemittel wie Humus und Jauche.
Vivekanand Palanisamy, Geschäftsführer Armstrong Knitting Mills in Tirupur, Indien
Biobaumwolle wird separat hergestellt und weiterverarbeitet.
Welche Vorteile haben die Bauern, wenn sie auf biologischen Anbau umsteigen? Mit der Umstellung sorgen wir für einen besseren Lebensstandard der Bauern: Die Biobaumwollbauern erhalten einen höheren Preis für ihre Baumwolle. Neben fairem Lohn und geregelter Arbeitszeit bieten wir auch medizinische Leistungen und regel mässigen Schulunterricht für die Kinder an. In einer mobilen Klinik werden kranke Bauern und deren Familien behandelt. Medizinische Aufklärungs programme runden das Angebot ab. Wie sehen sie die Entwicklung des Biobaumwollmarkts? Werden gerechte Preise für Biobaum wolle bezahlt, werden zukünftig immer mehr Bauern auf ökologischen Anbau umstellen. Dadurch wächst und ent wickelt sich der Biobaumwollmarkt kontinuierlich. Und der Markt wächst bereits: Gemäss dem Bericht der Non profitOrganisation «Textile Exchange» stieg die Anzahl der Biobaumwollbauern von 2013 bis 2015 um 13 Prozent. MM
Das Eco-Programm der Migros sorgt dafür, dass Textilien ökologisch einwandfrei, sozialverträglich und rückverfolgbar hergestellt werden.
Migros-Bio-Cotton garantiert kontrolliert biologischen Baumwollanbau mit Respekt vor Mensch und Umwelt. Ein Teil von
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Armin Morbach ist Ex-Juror bei «Germany’s Next Topmodel» und SchwarzkopfHaarexperte.
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78 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 79
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 81
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Die Migros in Berlin Ein typisches Bild aus der Frühzeit der Migros: In einer Halle sind Verkaufslastwagen aufgereiht; Mitarbeiter beladen die Camions mit Lebensmitteln. Später werden die rollenden Läden ihre Waren direkt zur Kundschaft bringen. Erstaunlicherweise ist dieses Foto jedoch nicht in der Schweiz, sondern in Berlin entstanden: 1932 expandierte die Migros in die deutsche Hauptstadt. Eine Flotte von 85 Lastwagen bediente dort 2000 Haltepunkte. Auch deutsche Hausfrauen standen Schlange, um gute und günstige Migros-Produkte zu kaufen. Doch schon ein Jahr später nahm die Erfolgsgeschichte ein jähes Ende: Die Nazis griffen nach der Macht, und die Schweizer Detailhändlerin war in Berlin nicht mehr erwünscht. SA-Männer blockierten die Standplätze der Camions und schüchterten Kunden ein. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zog sich mit seinem Unternehmen aus Deutschland zurück. MM
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82 | MM10, 6.3.2017 | MIGROS-WELT
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis
Genossenschaftsrat
«Oberwalliser Projekte haben gute Chancen!» Als eine von 30 Kundenvertreterinnen schaut Charlotte Pichel hinter die Kulissen der Migros. Sie ist auch in der Kommission für Soziales und Kulturelles tätig.
Text und Bild: Denise Jeitziner
Wie kommt ausgerechnet jemand, der sein Leben in einem Dorf ohne Migros verbracht hat, dazu, sich für die Interessen von MigrosKundinnen und -Kunden einzusetzen? Bei der Salgescherin Charlotte Pichel (45) hat dies mit Kindheitserinnerungen und einer Portion Neugier zu tun. Charlotte Pichel, hier in der Nähe gibt es keine Migros. Warum fühlen Sie sich trotzdem als Migros-Kind? Weil die Migros schon früh Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich kann mich gut erinnern, dass wir früher jeden Samstag nach Siders in die grosse Migros fuhren und dann in Mamas Einkaufswagen sitzen durften. Das war immer ein Abenteuer für mich. Die Aufgabe als Migros-Genossenschaftsrätin habe ich vor vier Jahren sozusagen von meiner Tante geerbt. Nach ihrer Amtszeit suchte sie einen Ersatz und fragte mich an. Wie hat sie Ihnen die Aufgabe schmackhaft gemacht? Sie sagte, als Genossenschaftsrätin könne man hinter die Kulissen der Migros schauen. Das hat mich gereizt.
Wo genau haben Sie Einblick? An den vier Genossenschaftsratssitzungen pro Jahr erfahren wir jeweils von der Geschäftsleitung, welche neuen Projekte in der Migros anstehen oder wie sich der Geschäftsgang entwickelt. Können Sie auch Einfluss nehmen? Immerhin sind Sie eine von 30 Vertreterinnen und Vertreter der Migros-Kundschaft. Ja, wir können Anregungen geben oder Fragen stellen, die uns persönlich beschäftigen oder die uns Migros-Kundinnen zugetragen haben, zum Beispiel, warum gewisse Produkte aus dem Sortiment genommen oder zurückgerufen worden sind. Ausserdem validieren wir den Jahresabschluss, bevor er zur Urabstimmung gelangt. Und schliesslich können wir gemeinsam mit der Verwaltung über alle Fragen befinden, die sich wesentlich auf das Unternehmen auswirken können. Kaufen Sie anders ein, seit Sie Kundenvertreterin sind? Ich achte vielleicht etwas genauer darauf, ob die Angestellten freundlich sind oder ob alle
Regale aufgefüllt sind. Würde mir etwas Negatives auffallen, würde ich dies direkt vor Ort mitteilen. Aber bis jetzt hatte ich noch nie etwas zu beanstanden. Haben Sie noch weitere Aufgaben? Ja. Nachdem ich in den Rat gewählt wurde, hatte ich die Wahl zwischen der Geschäftskommission, die sich auf Migros-Betriebe oder -Lieferanten konzentriert, oder der Kultur- und Sozialkommission. Weil ich einen besonderen Bezug zur Musik habe und selber Querflöte spiele, habe ich mich spontan für die Kulturkommission entschieden. Was genau macht Ihre Kommission? Vor jeder Sitzung erhalten wir vier bis acht Dossiers von Vereinen, die sich für einen finanziellen Beitrag aus dem Migros-Kulturprozent-Fonds beworben haben. Mit einem Prozent des Geschäftsumsatzes werden ja jeweils kulturelle oder soziale Projekte unterstützt. Zum Beispiel? Oft erhalten wir Anfragen von Vereinen, die Kulturgüter instand setzen möchten,
MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 83
Hält das Vermächtnis von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler hoch: Fanny Moret, Präsidentin des Genossenschaftsrats der Migros Wallis. Engagement
«Die Migros Wallis ist verpflichtet, Projekte zu unterstützen» Seit mehr als vier Jahren in der Kultur- und Sozialkommission des Genossenschaftsrats: die 45-jährige Charlotte Pichel aus Salgesch
etwa einen alten Dorfbackofen, eine spezielle Kapelle oder eine Suone. Auch soziale Projekte konnten wir schon mehrfach unterstützen, zum Beispiel Tandems, einen Skibob und ein Musical für Menschen mit Behinderung – solche Dossiers berühren mich am meisten, weil sofort klar ist, was wir damit bewirken können. Jedes Jahr haben wir ein bestimmtes Budget aus dem Kulturprozent-Fonds zur Verfügung. Wir entscheiden jeweils gemeinsam, ob und wie viel Geld wir für die jeweiligen Vorhaben zur Verfügung stellen. Die Oberwalliser sind in der Kultur kommission in der Unterzahl. Haben die Projekte aus dem Oberwallis dennoch eine Chance? Auf jeden Fall! Die Unterwalliser sind sehr kollegial und immer offen, wenn es darum geht, ein Vorhaben aus dem Oberwallis zu unterstützen. Allerdings erhalten wir deutlich mehr Anfragen aus dem Unterwallis. Es wäre also schön, wenn sich mehr Oberwalliser Vereine mit guten Projekten bei uns bewerben würden. Die Chancen stehen gut! MM
Genossenschaftsrat
Frauen-Plus Die Genossenschaftsräte erhalten als Vertreter der Kundschaft Einblick hinter die Kulissen der Migros. Bei grundlegenden Veränderungen in der Geschäftspolitik müssen sie einbezogen werden. Sie sprechen etwa Empfehlungen an die Verwaltung aus oder nehmen konsultativ Stellung zu wichtigen Fragen. Der Walliser Rat zählt 30 Mitglieder, acht davon stammen aus dem Oberwallis. Zwei Drittel sind Frauen: Gottlieb Duttweiler war es ein Anliegen, dass Frauen in der Mehrheit sind.
Fanny Moret, warum gibt es die Kommission für Soziales und Kulturelles? Gottlieb Duttweiler, dem Gründer der Migros, war es wichtig, dass der Erfolg der Migros der grossen Mehrheit zukommt. In den Statuten verpflichtet sich die Migros Wallis ausdrücklich, kulturelle und soziale Aktionen zu finanzieren. Die Verwaltung stellt dem Genossenschaftsrat jedes Jahr einen Betrag zur Verfügung, mit dem jährlich 15 bis 20 Projekte unterstützt werden. Ist das nur bei der Migros Wallis so?
Nein, Gottlieb Duttweiler hat dieses Unternehmensziel in seinen 1950 verfassten Thesen verankert. Die Kommission gibt es in allen Genossenschaften. Hat Sie eins der unterstützten Projekte besonders berührt? Ja. Wir haben den Verein «Avadol – vivre avec la douleur chronique» unterstützt. Ich kannte den jungen Verein schon, da ich in der Spitalwelt arbeite. Dank der Migros konnte er für seine Mitglieder eine Anlaufstelle eröffnen, wo man ihnen zuhört und sie unterstützt. MM
Projekte und Vereine, die 2016 unterstützt wurden • Verein Lesen und Schreiben, Sektion Wallis Sitten und Monthey • CREPA, Sembrancher • Gemeinde Bovernier • Verein «Défisport Association», Saxon • Verein «Journées de la Diversité», Monthey • Insieme, Oberwallis • Kulturzentrum «Espace culturel», Arbaz • ASPI-TITTER, Bellwald
• Maultiermuseum, Turtmann • Walliser Archäologische Gesellschaft, Projekt «Mémoire 21», Sitten • Marconi-Stiftung, Salvan • Forêt Valais / Walliser Wald, Sitten • Weiler Ammern, Goms • Verein «Avadol», Sitten • Verein «La Maison du Soleil», Siders • Verein «Les Amis du Pont suspendu de Niouc»
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MIGROS-WELT | MM10, 6.3.2017 | 85
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FC-Sion-Fans, aufgepasst! Am 8. März werden die Spieler des FC Sion für eine Autogrammstunde ins Micasa im Quartz Center in Martigny kommen. Fans und Neu gierige können die Fussballspieler von 13.30 bis 14.30 Uhr treffen.
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Ein gutes Ostergeschenk Manchmal fehlt die Inspiration, wenn es darum geht, ein Geschenk für eine nahestehende Person zu finden. Diese wiederum weiss oft genau, was sie sich wünscht. Mit einer Migros-Geschenkkarte an Ostern geht man sicher, dass der Beschenkte eine gute Wahl treffen kann.
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Junge Skicracks treffen sich am 25. März in Nendaz. Dort findet das letzte Qualifikationsrennen für das Finale des Grand Prix Migros statt. Unterhalb der Pisten werden zahlreiche Spiele und Anima tionen zu einem unvergesslichen Tag beitragen. Das Finale schliess lich steigt eine Woche später in Adelboden. Mehr Infos: www.gpmigros.ch
Die Geschenkkarte ist in vielen Verkaufsstellen einsetzbar, zum Beispiel
in den Supermärkten, in den Fachmärkten Melectronics, SportXX, Do it + Garden und Micasa, in den MigrosRestau rants, den Klubschu len und in den Migrol Tankstellen.
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Kaputte Trinkgläser gehören ins Altglas. Falsch!
hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
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Ich denke: «Schön, hat er etwas gefunden, das ihn glücklich macht.» Was sind da schon ein paar gefrorene Extremitäten und barsche Befehle? Hockey-Mom will ich nicht werden. Da muss Hockey-Dad ran! Der Grosse soll ins Judo. Das habe ich als Kind gemacht, und mir hat es gutgetan.
Antwort 2: Hockey-Dad passt mit seinem HC-Lugano-Schal und der New-York-Rangers-Kappe viel besser an die Bande. Er kann auch den Tiefschutz richtig montieren. Und jederzeit aus dem Klassement der Profiteams die aktuellen Ränge zitieren.
Illustrationen: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis
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An den Hobbys der Kinder wachsen auch wir. Das hoffe ich zumindest. Der Grosse (6) hat sich dem Eishockey verschrieben. Und so treten wir an zum Probetraining der U8. Mit einer Ausrüstung, die alle Risiken vor Augen führt: Tiefschutz, Brustpanzer, Halsschutz, Knie- und Ellenbogenschoner, Helm mit Maskengitter. Der Grosse – jetzt doppelt so breit wie sonst – stürmt aufs Eis und jagt eine Stunde dem Puck nach. Er schwitzt und strahlt. Ich habe in der Garderobe geschwitzt – jetzt friere ich. Von der Spielerbank verjagt mich ein autoritärer Coach mit den Worten: «Weg hier.» Nach Trainingsschluss ruft der Grosse begeistert: «Juhui, im Club darf ich dreimal pro Woche trainieren!» Und jetzt, was tun? 1, 2 oder 3?
Trinkgläser haben eine andere chemische Zusammensetzung als Verpackungsglas wie zum Beispiel Flaschen-, Joghurt-, Gurken- oder Konfitürengläser. Trinkgläser eignen sich deshalb nicht fürs Recycling und gehören nicht in die Altglassammlung. Einzelne Gläser können mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Grössere Mengen lassen sich in der Schuttmulde der Entsorgungszentren beseitigen. Übrigens: Auch Glasschüsseln, gläserne Gratinformen oder Blumenvasen, Spiegel-, Fensterglas sowie Autoscheiben gehören nicht in den Altglascontainer, sondern in die Schuttmulde. Darum gilt:
Einzelne Trinkgläser im Kehrichtsack, grössere Mengen in der Schuttmulde entsorgen.
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90 | MM10, 6.3.2017 | LEBEN
Drei Projekte
Für Minis und Teenies «MidnightSports»: Die Stiftung «IdéeSport» startete 1999 unter dem Titel «MidnightSports» ihr erstes Bewegungsförderungsprojekt: Samstags zwischen 21 Uhr und Mitternacht treffen sich Jugendliche ab 13 Jahren in Sporthallen und spielen Basketball, Streetsocker oder Volleyball. Die Absicht dahinter: «Sport als Mittel der Gewalt- und Suchtprävention, der Gesundheitsförderung und der gesellschaftlichen Integration.» «OpenSunday» wird für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ange-
boten. Das Bewegungsförderungsprojekt wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen (siehe dazu Interview Seite 95) und wird heute an insgesamt 46 Standorten in 20 Kantonen angeboten. Pro Juventute unterstützt die «OpenSundays» finanziell und ideell. «MiniMove», das
jüngste Projekt, setzt bei der Bewegungsförderung noch früher an: Es ist für Familien mit Kindern zwischen 2 und 5 Jahren gedacht und findet im Winter an Sonntagnachmittagen statt. Schweizweit werden in allen Programmen pro Jahr bis zu 4000 Veranstaltungen angeboten, rund 130 000 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil. Finanziert werden die Projekte zum Teil durch Bund, Kantone und Gemeinden sowie mithilfe von Stiftungen und Sponsoren. Infos: www.ideesport.ch
Familie
Herumtoben statt gamen
Kalte Sonntage mit Computerspielen vertrödeln? Langweilig, verglichen mit dem Angebot «OpenSundays». Einen Nachmittag lang können sich Kinder in Turnhallen spielerisch so richtig austoben – angeleitet von jugendlichen Coachs, die dabei ihrerseits viel lernen. Text: Claudia Weiss
Bilder: Stephan Bösch
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 91
«OpenSunday» in Tübach-Horn: Kinder dürfen sich einen ganzen Nachmittag lang in der Turnhalle austoben.
«OpenSunday» für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren in 20 Kantonen an 46 Standorten
J
ohlend stürmen die Kinder in den Vorraum der Sporthalle in TübachHorn SG: 35 energiegeladene Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 6. Klasse sind an diesem kühlen Sonntag angetrabt, und sie haben sehnsüchtig gewartet, bis die Tür aufgeht. Es ist OpenSunday – Zeit, sich einen Nachmittag lang sportlich auszutoben, statt sich zu Hause hinter Computerspielen zu verschanzen. Das Angebot der Stiftung «IdéeSport» trifft voll ins Schwarze: Ausgelassen rennen Buben und Mädchen durch die Sporthalle, probieren schon mal die Elefantenmatte aus, klettern die Stangen hoch oder hüpfen über die Reifen am Boden. Nach ein paar Minuten ruft Juniorcoach Rubens Wirth (18) die Kinder zusammen. Als sie im Kreis am Boden sitzen, erklärt er ihnen die Regeln. Viele kennen sie schon auswendig: «Es wird nicht geschubst, gehauen oder geplagt!», ruft ein kleiner Junge eifrig. Rubens nickt. «Genau. Und wenn etwas nicht läuft, fragt ihr einen Coach.» Die OpenSundays in Tübach-Horn werden von Oktober bis April durchgeführt. – wenn es draussen kalt und unfreundlich ist und viele Kinder lieber zu Hause sitzen bleiben, statt hinauszugehen. Rubens Wirth ist meistens dabei, und er rennt mindestens so begeistert wie die Kinder. Spiel und Sport machen auch ihm sichtlich Spass. Als Startschuss in diesen Nachmittag hat Rubens zusammen mit den anderen Juniorcoachs «Affenfangis» eingeplant: Fünf Fängerinnen und Fänger versuchen, die anderen Kinder einzufangen und in den «Käfig» hinter dem Fussballtor zu stecken. Los gehts, ausgelassen und im wilden Galopp. Sobald Rubens jedoch mit seiner Handpfeife trillert und die Kinder in den Kreis ruft, folgen sie ihm erstaunlich schnell. Kaum zu glauben, dass er das früher alles andere als einfach fand. Aller Anfang ist schwer
«Als ich Juniorcoach wurde, hatte ich grosse Mühe, vor der ganzen Gruppe etwas zu erklären, ohne zu stammeln», erinnert er sich. Damals ging er noch in die erste Oberstufe. «Ich habe dann zum Glück sehr schnell gelernt, mich hinzustellen und deutliche Anweisungen zu geben.»
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LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 93
1 Bei ihrem ersten
Einsatz hat Junior coach Melanie Pinto (13) in Ror schacherberg 70 Kinder betreut.
1
2 «OpenSunday» in
Rorschacherberg: Den Kindern steht eine grosse Aus wahl an Geräten und Materialien zur Verfügung. 3 «OpenSunday»
2
in TübachHorn: Langeweile kommt bei der bunt durch mischten Kinder schar bestimmt nicht auf.
3
Im Lauf der letzten Jahre hat er viel Erfahrung gewonnen. Sie hilft ihm bei seiner Ausbildung im Kinderhus Ladrüti in Egnach TG, wo er im ersten Lehrjahr als Fachmann Betreuung arbeitet. «Auch dort kann ich den Kindern dank des Trainings als Juniorcoach heute Sicherheit und klare Strukturen vermitteln», sagt Rubens. «Bei Unstimmigkeiten schaue ich, was los ist, und diskutiere die Probleme aus.» Heute sagt er deshalb nicht mehr: «Was hast du gemacht?», weil das quasi eine Anschuldigung ist, sondern: «Was ist dein Problem?» Ein etwa sechsjähriger Junge ist beim Spielen gestolpert und hat sich das Knie aufgeschürft. Fabienne Lutz (20) bringt ihn ins Nebenzimmer. Als Projektleiterin trägt sie die Hauptverantwortung. Seit zwei Saisons ist sie dabei. «Zum Glück hat es bei uns noch nie einen schlimmen Unfall gegeben», sagt sie. Ein paar Schürf- und Platzwunden, ab und zu ein wenig Nasenbluten – mehr ist in
all den Jahren weder in Tübach-Horn noch an anderen Austragungsorten passiert. Fabienne klebt dem Jungen geübt ein Pflaster aufs Knie, tröstet ihn – und schon ist alles wieder gut. Kaum ist er zurück bei den anderen, rennt er munter los. Zum Zvieri gibts Äpfel
Blitzschnell verfliegt die Zeit bis zum Zvieri. Die Kinder sind jedoch derart ausgelassen am Spielen, dass sie kaum aus der Halle zu locken sind. Viel zu viel Spass machen Bänkli schaukel oder Ringtrapez. Aber eine kurze Pause muss sein, damit sich die Wildfänge zwischendurch ein wenig beruhigen und etwas trinken. Im Vorraum gibt es Äpfel, Brot und Wasser, vorbereitet von den Juniorcoachs. In Rorschacherberg SG, gut 15 Autominuten von Tübach-Horn entfernt, steht zur gleichen Zeit die 13-jährige Melanie Pinto am Tisch in der Vorhalle und schneidet Äpfel. Hier sind 55 Mädchen und Buben erschienen – Kinder aller Nationalitäten, darunter ein paar
Buben und Mädchen aus der Sonderschule nebenan, Integration pur. Hastig essen sie ihren Zvieri, und kaum öffnet einer der Coachs die Hallentür, stürmen sie los. Weiter geht das ausgelassene Treiben, Lachen erfüllt die Halle. Melanie Pinto hilft mit, die wilde Schar zu bändigen. Erst kürzlich hatte sie nach einem Teamkurs am Vormittag ihren allerersten Einsatz als Juniorcoach – gleich mit 70 Kindern! Da musste Melanie erst einmal tief durchatmen: «Ja, das war anstrengend, und ganz am Anfang war ich natürlich ein wenig nervös. Da muss man ja zuerst wissen, wie man am besten vor diese Menge Kinder hinsteht und wie man sie überhaupt ruhig bekommt.» Lernen, andere zu motivieren
Zum Glück haben fünf andere Juniorcoachs gleichzeitig mit ihr angefangen. Sie werden im Wechsel eingesetzt, und die erfahrenen Coachs zeigen den «Frischlingen», wie sie am besten vorgehen. «Geh doch hin und moti-
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Marina Bellini und Luana Almonte
«Hier können Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben»
Rubens Wirth (18), Coach in Tübach-Horn, erklärt zuerst mal die Spielregeln.
viere diese Gruppe, sie sollen sich gegenseitig auf der Schaukel anstossen», hätten ihr die Erfahrenen zum Beispiel geraten. «Im Teamkurs lernen wir auch, wie wir mit schwierigen Situationen umgehen können. Wir spielen eine Situation zweimal durch: Das erste Mal, wie es wäre, wenn sie schlecht laufen würde, und dann noch einmal, wie man sie gut anpacken könnte.» Jede Saison wird ausserdem ein bestimmtes Thema besonders intensiv behandelt. Aktuell geht es um Feedbacks: Wie sollen Juniorcoachs und Coachs miteinander kommunizieren, wenn etwas gar nicht gut läuft? «Diese gemeinsamen Besprechungen und Übungen helfen mir sehr», sagt Melanie Pinto. «Und ich fühlte mich schon bei meinem zweiten Einsatz viel sicherer.» Ob sie beruflich etwas in diese Richtung lernen möchte, weiss sie heute noch nicht. Im Moment hat sie einfach Spass und geniesst die Erfahrung. «Das Tolle ist: Ich kann beim Fussball oder Fangis jederzeit mitmachen und lerne dabei erst noch etwas.» Wie nach jedem «OpenSunday» werden alle Coachs gemeinsam eine Nachbesprechung machen – sobald sich die Kinder ausgetobt haben und sich eins nach dem anderen höflich verabschiedet hat. MM
Zehn Jahre «Open Sunday» – wie zufrieden sind Sie? Marina Bellini: Sehr! Es zeigt sich immer wieder deutlich: Das Bedürfnis der Kinder, sich zu bewegen, ist gross. Wer in keinem Verein ist, bewegt sich nur im Schulsport. Hier bewegen sie sich drei Stunden pro Woche zusätzlich: Sie hüpfen, klettern, springen – und lernen zudem, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Und das Angebot ist für die Kinder gratis? Luana Almonte: Ja, das ist uns ganz wichtig. Es soll auch weiterhin nichts kosten, und die Kinder müssen sich auch nicht im Voraus anmelden. So können sie spontan ihren Bewegungsdrang ausleben – egal, ob ihre Eltern das bezahlen können oder die Sprache gut genug sprechen, um sie anzumelden. Über die Hälfte unserer Juniorcoachs und der Kinder, die mitmachen, haben einen Migrationshintergrund. Lassen Sie bewusst Jugendliche statt er wachsene Trainer mit den Kindern arbeiten? Bellini: Ja, Jugendliche haben für Kinder eine Vorbildfunktion. Das wirkt wesentlich besser, als wenn Erwachsene vor ihnen stehen würden. Dank dieses Peer-to-PeerAnsatzes kommen die Anregungen, die ja die Gesundheit und Integration fördern sollen, viel cooler und besser rüber. Und für die Juniorcoachs ist diese Tätigkeit eine wertvolle Erfahrung für das Berufsleben. Hier
können sie auch mal Fehler machen und für später daraus lernen. Wie finden Sie diese Juniorcoachs? Almonte: Wir machen an der Schule Informationsveranstaltungen, für die sich Interessierte bewerben können. Wir versuchen ganz bewusst, zwischendurch auch Jugendliche, die negativ auffallen, ins Team aufzunehmen. Dadurch schlüpfen diese mal in eine ganz andere Rolle, können Verantwortung übernehmen und werden selbst ernst genommen. Die meisten wachsen daran, dass man ihnen etwas zutraut, und viele merken sogar, dass ihnen ihre neue Rolle richtig gut gefällt.
Das ist dann wirklich eine Win-win-Situation. Wie geht es nach dem ersten Jahrzehnt mit «OpenSunday» weiter? Almonte: Wir möchten das Angebot national weiter ausbauen, so wie wir das seit zehn Jahren stetig und mit wachsendem Erfolg getan haben. Dabei hoffen wir auf viele engagierte Gemeinden, die uns unterstützen und uns die Sporthallen zur Verfügung stellen. Bellini: Wir wollen den Sportvereinen keineswegs Konkurrenz machen: Wir bieten etwas zu einer Zeit, zu der sonst nichts läuft, und laden die lokalen Vereine gern ein, sich in einem Schnuppertraining bei den Kindern vorzustellen. MM
Luana Almonte (35, l.), Geschäftsführerin IdéeSport, und Marina Bellini (30), Programmverantwortliche «OpenSunday»
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Brave New Girl
Äuää
W
Wie viele von meiner Kohorte habe ich eines Tages mein natürliches Lebensumfeld verlassen und mich auf in die grosse, weite Welt gemacht. Für eine Berner Oberländerin war Zürich damals schon sehr gross und sehr weit.
Bild: Andrea Monica Hug
Anne-Sophie Keller (27) glaubt
an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.
Wir hatten keinen wirklich guten Start, diese Stadt und ich. Mir war alles irgendwie zu schnell, zu laut, zu zwinglianisch. Und dann war da noch das mit der Sprache. Was Angehörige anderer Dialekte betrifft, sind die Zürcher nämlich gnadenlos. Über Aargauer spricht man schon gar nicht, Basler gelten als Nemesis, Walliser versteht kein Mensch, und die Berner kann man irgendwie nicht wirklich ernst nehmen. Noch heute höre ich das obligate «Was, vo Bern? Haha! Äuää …», sobald ich den Mund aufmache.
In meiner Berner Diaspora haben einige ihr Berndeutsch abgelegt – zwecks schnellerer kantonaler Integration. Für mich bedeutet mein Dialekt Heimat. Wenn ich jeweils «Längizyti» habe und jemanden «bernern» höre, dann macht mich das ganz wehmütig. Ein bisschen habe auch ich mich angepasst: Ich rede schneller, seit ich hier wohne. Das bleibt nicht unbemerkt. Zu Hause in Thun registriert meine Stiefmutter, eine Linguistin, jede kleine Änderung der Intonation. Und meine Mutter hat mich einmal schier enterbt, als ich vom «Gymi» statt vom «Gymer» sprach. Man bringt schliesslich nicht unter Schmerzen ein Bärner Meitschi zur Welt, damit es bei der erstbesten Gelegenheit zu «zürchern» beginnt. MM
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Tipps
Kein Nikotin, wenig Alkohol und genügend Schlaf • Verlieren Sie Ihr seelisches Wohlbefinden nicht aus dem Auge, achten Sie auf gesunde Ernährung und ausrei chend Schlaf. • Treiben Sie regelmässig Sport, pflegen Sie Ihre Hobbys und Ihre sozialen Kontakte. • Wechseln Sie hin und wieder die Perspektive, um eine gewisse Distanz aufzubauen. Eine andere Sicht auf die Geschehnisse kann Erstaunliches offen baren. • Sehen Sie negativen Stress im Alltag nicht als unabdingbare Begleit erscheinung an. Suchen Sie nach der Ursache, beheben Sie diese wenn möglich oder erarbeiten Sie Alternativen. • Vermeiden Sie Nikotin sowie übermässigen Alkohol und Medien konsum (TV, Internet, Computer etc.). • Bei Medikamenten ist grösste Vorsicht geboten. Sie sollten nur auf ärztliche Anordnung genommen werden.
Gesundheit
Wenn Stress ans Herz geht
Ein Drittel der Erwerbstätigen fühlt sich heute häufig gestresst. Tendenz steigend. Doch es gibt probate Wege aus der Stressfalle.
PD Dr. Christoph Dehnert, Facharzt
Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, Medbase Zürich
In Zusammenarbeit mit
Text: Christoph Dehnert
S
tress kann zu einer Reihe von Erkrankungen führen. Darunter finden sich neben der als «Burn-out» bekannten Erschöpfungsdepression besonders häufig auch HerzKreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Hörsturz. Gefährdet sind vor allem Personen, die über einen längeren Zeitraum negativem Stress wie überhöhten Anforderungen im Beruf oder
finanziellen Problemen ausgesetzt sind. Ein besonders hohes Risiko bergen belastende Ereignisse im familiären Umfeld wie der Tod eines Angehörigen, Ärger mit Familienmitgliedern, Scheidung oder Ähnliches. Stress wirkt zum einen direkt über die Ausschüttung von Stresshormonen am Herzen. Aber auch indirekt: Durch Stress ausgelöste schädliche Verhaltensmuster wie beispielsweise Rauchen,
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 99
Fakten-Check
Pizza oder Kebab – was ist gesünder?
In der Hitze des Gefechts ruhig und entspannt bleiben, dann macht Stress nicht krank.
Pizza Zubereitung Eine Pizza zu backen ist ein
Zubereitung Statt am vertikalen Döner
Nährwerte Pro Portion à 100 g*: Kalorien: 220 kcal, Eiweiss: 10,5 g, Fett: 7 g, Kohlenhydrate: 27 g, Salz: 1,3 g
Nährwerte Pro Portion à 100 g*: Kalorien: 233 kcal, Eiweiss: 15,2 g, Fett: 10,9 g, Kohlenhydrate: 17,4 g, Salz: 1,2 g
* eine handelsübliche Pizza wiegt 330 bis 440 g.
* ein durchschnittlicher Döner wiegt etwa 400 g.
Vorteile Pizza mit Gemüsegarnitur und ohne Fleisch ist eine vollwertige vegetarische Mahlzeit. Wissenschaft lichen Studien aus Italien und den USA zufolge können Pizzas vor Herz KreislaufErkrankungen und einigen Krebsarten schützen.
Vorteile Ein Döner enthält mehr Gemüse als ein normales Sandwich. Er kann sogar als vollwertige Mahlzeit angesehen werden, denn er enthält Getreideprodukte, Gemüse und Fleisch. Mit weniger Fleisch und mehr Gemüse wird das Gericht noch ausgewogener.
Nachteile Die Grösse der Standard
Nachteile Die Menge an Fett und die rohen Zwiebeln sind schwer verdaulich. Daher: Auf Pommes frites als Beilage verzichten und Wasser dazu trinken.
Kinderspiel. Benötigt werden ein Pizzateig, Tomaten(sauce), Mozzarella und ein beliebiger Belag.
ungesunde Ernährung oder übermassiger Alko holkonsum können Erkrankungen begünstigen. Schnellerer Herzschlag und erhöhter Blut druck sind die ersten Symptome, die aber oft nur dann wahrgenommen werden, wenn gezielt da nach geschaut wird. Des Weiteren werden Brust schmerzen sowie Herzrasen oder Herzstolpern häufig durch Stress ausgelöst. Treten solche Beschwerden wiederholt auf, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Die ärztliche Abklärung wird zeigen, welche weiteren diagnostischen oder therapeutischen Schritte erforderlich sind.
Bilder: iStockphoto (2), Westend61/Getty Images
Sport in der freien Natur entspannt
Vorbeugen lässt sich am besten, indem man Stress meidet. Klingt logisch, wird aber in der Praxis häufig ignoriert oder ist schlichtweg unmöglich. Sind Stressfaktoren wirklich un veränderbar, dann entscheidet die Wirksamkeit der Stressbewältigung darüber, ob er krank macht oder nicht. Sehr gut bewährt bei der Stressbewältigung haben sich Entspannungstechniken und Sport, insbesondere Ausdauersport. Ausgeübt in freier Natur hat er eine meditative und psy chisch entspannende Wirkung. Zudem verhilft er zu einem gesunden Schlaf und hat sich als äusserst wirksam in der Prävention von Herz KreislaufErkrankungen erwiesen. MM
Kebab
portionen und der Mangel an Gemüse. Daher: Als Getränk eher Wasser als Soda und als Beilage einen Salat wählen.
spiess lässt sich das Fleisch für Kebab auch in der Pfanne zubereiten.
Im Duell sind Pizza und Döner mit einem ähnlichen Kalorien gehalt fast gleichauf. Im Durchschnitt enthält das türkische Sandwich mehr Eiweiss und Fett, der italienische Teigkuchen mehr Kohlen hydrate. Beide Gerichte enthalten sehr viel Salz. Fazit
Pizzas und Döner sind vollwertige Mahlzeiten, die natürlich umso gesünder sind, je weniger Fleisch und je mehr Gemüse sie enthalten. Der Haken an der Sache ist, dass sie meist in grossen Mengen serviert werden, als ob eine Standardportion den Kalorienbedarf einer körperlich aktiven Person decken müsste – was jedoch nicht bei jedermann der Fall ist … Damit beide Mahlzeiten nicht zu belastend sind, wäre eine Verkleinerung der angebotenen Portionen wünschenswert.
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Die Garden Lodge des Naturreservats Grootbos ist von Fynbos umgeben. Wilds Welt
Am Kap der guten Tropfen
Südafrikas Kapregion rückt näher: Zweimal wöchentlich fliegt Edelweiss Air direkt von Zürich nach Kapstadt. Fast nirgendwo lässt es sich schöner überwintern – und geniessen. Text: Reto E. Wild
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Das Grootbos Private Nature Reserve liegt gut zwei Fahrstunden
Bild: Grootbos Private Nature Reserve
südöstlich von Kapstadt und dehnt sich auf rund 2500 Hektar aus. «Grootbos» bedeutet «Grosser Wald». 765 Pflanzen arten wachsen hier – etwa halb so viele wie in ganz Grossbritannien. Wande rungen durch die Welt des Fynbos, auf Wunsch von lokalen Guides geführt, zählt zum Attraktivsten, was die Region zu bieten hat. Die Übernachtung kostet ab 500 Franken pro Zimmer (Vollpension, inklusive geführter Ausflüge/Safaris). Tipp: In der angrenzenden Walker Bay tummeln sich von Juni bis Ende Novem ber Wale.
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Das Mont Rochelle Hotel ist eine
sehr empfehlenswerte Adresse im Weingebiet von Südafrika – rund zwei Fahrstunden in östlicher Richtung von Kapstadt. Die im Besitz von Sir Richard Branson befindliche Anlage mit 26 Zim mern (ab 350 Franken, inklusive reich haltigem Frühstücksbuffet) und einem grossen Aussenpool liegt ausserhalb
des Städtchens Franschhoek, umgeben von einer traumhaft schönen Landschaft mit Reben, so weit das Auge reicht. Tipps: Im Hotelrestaurant Miko die Küche und die Weine des Hauses geniessen. Gönnen Sie sich eine «Pinotage»Suite mit Terrasse und Aussicht auf das Tal.
3
«Ellerman House» heisst das
eleganteste Boutiquehotel in Kapstadts Nobelviertel Bantry Bay, hoch über dem Atlantik mit einer atem beraubenden Aussicht auf das Meer. Das 1906 erbaute Haus, das erst vor 25 Jahren als Hotel eröffnet wurde, hat elf Zimmer, zwei Suiten und zwei Privat villen. Das trendige Camps Bay mit seinem weissen Sandstrand befindet sich zehn Fahrminuten entfernt. Tipp: Den hoteleigenen Weinkeller ent decken. Im April lädt die «Wine Gallery» dazu ein, die 25 besten südafrikanischen Rebensäfte kennenzulernen.
4
Restaurants: Das «Baia Seafood»
liegt zwar an der touristischen
V&A Waterfront von Kapstadt, ist aber trotzdem eine gute Empfehlung. Sowohl Liebhaber von Meeresfrüchten (Austern!) als auch von Fleisch (Filet Mignon für 15 Franken) kommen auf ihre Kosten. Tipps: Unbedingt via EMail reservieren: baiarestaurant@wol.co.za; seit Jahren ebenfalls eine bewährte Adresse: «Codfather Seafood & Sushi» in Camps Bay (codfather@mweb.co.za)
5
Weingüter: Das «Delaire Graff»
auf einer Anhöhe ausserhalb von Stellenbosch ist gleichzeitig Hotel, Restaurant und Weingut. Das Speise lokal im BistroStil lädt zum Mittagessen unter freiem Himmel ein und bietet eine herrliche Aussicht auf die Landschaft. Tipp: «Eagles’ Nest» ausserhalb von Constantia, 45 Fahrminuten von Kapstadt entfernt. Das Gut verfügt über eine Park anlage, die zum Verkosten der Weine von Jungwinzer Stuart Botha einlädt. Das PreisGenussVerhältnis von Viognier, Sauvignon Blanc, Merlot und Shiraz ist bemerkenswert (Flasche ab Fr. 12.–). MM
Reto E. Wild (48)
ist Tourismus experte und Redaktor beim MigrosMagazin.
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Migros-Bank-Ratgeber
Schweizer Immobilienfonds und -aktien bleiben eine gute Alternative zu Obligationen
Thomas Kaufmann (37) ist
Fondsmanager Aktien und Immobilien der Migros Bank.
Bei den Immobilienfonds und -aktien beträgt die Ausschüttungsrendite dagegen nach wie vor knapp drei Prozent. Grund dafür ist, dass diese Rendite bei Immobilien von den Mieteinnahmen abhängt und nur indirekt von der Zinsentwicklung tangiert wird.
140%
1,00
130%
0,50 ■ Bundesobligationen-Rendite ■ Immobilienfonds und -aktien ■ Schweizer Obligationenindex
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Zinsniveau in Prozent
Der Zinsrückgang der letzten Jahre (gemessen an der Bundesobligationen-Rendite) erhöhte die Liegenschaftspreise und damit auch die Kurse von Immobilienfonds und -aktien. Deren Anleger fuhren weit besser als die Besitzer von Obligationen.
201
Auch bei den Obligationen haben die Preise aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus kontinuierlich zugelegt. Dieser Preisanstieg drückt jedoch stark auf die Rendite. Bei Obligationen liegt sie – nicht zuletzt auch infolge der Einführung der Negativzinsen – heute meist im negativen Bereich. Das heisst: Wer diese Papiere bis zum Laufzeitende hält, macht letzten Endes, selbst unter Berücksichtigung der Zinsen, ein Verlustgeschäft. Investitionen in Schweizer Obligationen sind damit für Privatinvestoren unattraktiv geworden.
Zinsen runter, Immobilienpreise rauf
Index Entwicklung
Schweizer Immobilienfonds und -aktien sorgten in den vergangenen Jahren regelmässig für beste Stimmung in den Depots von Anlegern. Die Grafik zeigt eindrücklich: Wer in den vergangenen drei Jahren Immobilienfonds oder -aktien besass, konnte sich über einen schönen Wertzuwachs freuen. Allein 2016 konnten die an der Schweizer Börse kotierten Immobiliengefässe im Durchschnitt um satte sieben Prozent zulegen.
Daten: SIX, Migros Bank. Die historische Performance ist keine Garantie für die künftige Entwicklung.
Sollten die Zinsen in Zukunft wieder moderat steigen, kommt es sowohl bei Obligationen als auch bei Immobilienfonds und -aktien zu Kursverlusten. Die höheren Ausschüttungsrenditen werden bei Immobilienprodukten die Kursverluste jedoch teilweise aufwiegen. Da die Mietverträge meist langfristig abgeschlossen wurden, dürften diese Renditen im ersten Moment sogar wieder ansteigen.
Die Differenz von drei Prozent bei der Ausschüttungsrendite gegenüber der negativen Verfallsrendite vieler Obligationen ist beachtlich. Sollte sich die Zinssituation in naher Zukunft nicht drastisch verändern und die Schweiz als Wirtschafts- und Lebensstandort weiterhin so attraktiv bleiben, spricht nichts dagegen, dass Immobilienfonds und -aktien auch weiterhin deutlich attraktiver bleiben als Obligationen. MM
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104 | MM10, 6.3.2017 | LEBEN
Kinder
Tsunami-Alarm! Nach einem Seebeben bilden sich mitunter gigantische Wellen, die an den Küsten verheerende Überschwemmungen anrichten. Wie funktioniert dieses Phänomen genau? Text: Tania Araman
Illustration: Jan Kruse
Je flacher das Wasser, desto kleiner der Abstand zwischen den Wellenkämmen und desto grösser die Wellen.
3–6 m
Wenn tief unten im Meer die Erde bebt, gerät das Wasser darüber in Schwingung und breitet sich in alle Richtungen aus. An der Wasseroberfläche entstehen Wellen.
Leise Geburt einer Monsterwelle
schiedenen Platten, die sich wie Puzzle teile ineinanderfügen. Manchmal bewegen sich diese Platten und stossen aneinander, wodurch Erdbeben entstehen. Wenn ein solches Beben auf dem Meeresgrund stattfindet – man spricht dann von einem Seebeben –, werden die Wasser massen durch diese plötzliche Bewegung durcheinander gebracht, und an der Wasseroberfläche entstehen Wellen.
Auf hoher See steigen die Wellen nur um einige Zentimeter an, auf einem Schiff sind
sie deshalb überhaupt nicht wahrnehmbar. Im tiefen Wasser aber breiten sie sich mit Spitzen geschwindigkeiten von über 800 km/h aus! Wenn die Wellen dann die Küste erreichen, werden sie zwar im seichten Gewässer gebremst, verlieren jedoch nichts von ihrer gewal tigen Energie. So türmen sie sich zu zerstörerischen «Wasser mauern» auf, die für gewöhnlich drei bis sechs Meter hoch sind, jedoch auch bis zu 30 Meter Höhe erreichen können. Auf ihrem Weg verwüsten sie alles.
Fälschlicherweise wird dieses Phänomen manchmal auch Sturmflut genannt. Aber Tsunamis haben nichts mit
den Gezeiten (Ebbe und Flut) zu tun. Tsunamis können auch durch Vulkanausbrüche oder Erdrutsche am Meeresgrund ausgelöst werden – selbst in kleinen Seen. Das Wort Tsunami kommt übrigens aus dem Japanischen: tsu (Hafen) und nami (Welle). 75 bis 80 Prozent der Tsunamis treten im Pazifik auf, denn dies ist die Region mit der höchsten Erdbebenaktivität.
Bild: Keystone
Wie du vielleicht weisst, besteht die Erdkruste aus ver
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 105
Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede
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Eljesa (12), Thun
In diesen Tagen habe ich die ersten Primeln entdeckt – Farben, end lich Farben nach all dem Winter grau! Der Frühling kommt. Nun geht das grosse Verführen los. So will es die Natur: Vermehrung steht jetzt auf dem Programm. Da auch die Blumen befruchtet werden wollen, zeigen sie sich so auffallend wie möglich: mit Farben oder mit leuchtendem Weiss. Das ist die Blütenfarbe, die hierzulande am meisten vorkommt. Je auffäl liger die Blüten, umso eher finden
die Insekten zu ihnen und tragen ihre Pollen weiter. Was dann folgt, weisst du aus dem Biologieunter richt, Kapitel «Bienen und Blüten».
davon – samt neuen Blütenpollen im Gepäck. Ihre eigene Vermehrung klappt so noch nicht, aber immer hin diejenige der Orchideen.
Einige Orchideenarten nutzen nebst Farben einen Trick: Sie tun, als ob sie Insektenweibchen wären. Die Unterlippe ihrer Blüten sieht aus wie der Leib gewisser Insekten. Auch verströmen sie einen Duft, der dem Lockstoff der Insekten ähnelt. Prompt schwirren die In sektenmännchen zur Paarung an, werden getäuscht und trollen sich
Für die Menschen sehe ich das so: Blumen sind farbig, weil uns die Natur damit erfreuen will. Umsichtige Menschenmännchen pflücken sie, um damit die Weib chen zu beglücken. Das hilft ihnen, den Frühling zu spüren. MM
Rät selsp ass Die Lilibiggs wollen im Garten arbeiten. Doch welche dieser Gegenstände können sie dafür gar nicht gebrauchen? Kreise sie ein!
Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.
SELTSAME LÖWENROSE Wer erfindet eigentlich Blumennamen? Das müssen lustige Trolle sein, die sich Blumennamen ausdenken. Schon mal gehört – «stechender Hohlzahn» oder «kleinköpfiger Pippau»? Gibt es alles. Tobi hat euch die bekannteren Frühlingsblumen rausgesucht. Er hat deren Namen auseinandergeschnipselt. Findest du die richtigen Paare?
1. Kuh- ________________ 5. Oster- _______________
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2. Schnee- ______________ 6. Gänse- _______________ 3. Pfingst- ______________ 7. Löwen- ______________ 4. Palm- _______________ 8. Schlüssel- ____________ Lösung: 1. Kuhschelle, 2. Schneeglöckchen, 3. Pfingstrose, 4. Palmkätzchen, 5. Osterglocke, 6. Gänseblümchen, 7. Löwenzahn, 8. Schlüsselblume
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Eine Mutter erklärt die Welt:
106 | MM10, 6.3.2017 | LEBEN
Auto
«Passt für jede Generation» Mit dem C-HR setzt Toyota erstmals auf cooles Design: Der kompakte SUV ist komplett durchgestylt – doch ist er auch alltagstauglich? Leserfamilie Haussener aus Kerzers FR testet die Hybridversion. Text: Timothy Pfannkuchen
Der Fond
«Mehr Beinraum wäre schön, aber an sich sitzt man hinten gut. Nur fühlt man sich durch die kleinen Fenster fast wie in einer Dunkelkammer. Ein Glasdach würde Wunder wirken.» Flurina Haussener
Bilder: Tomas Wüthrich
D
ieser Typ fällt ins Auge. «Bei Ausflügen zum Skifahren nach Adelboden BE oder in unserer Umgebung wurden wir mehrmals auf den Wagen angesprochen», berichtet Martin Haussener (49) von der Testwoche im neuen Toyota C-HR. Ziel erreicht. Denn was seine Familie aus Kerzers FR erlebt, ist das, was man bei Toyota will: Der C-HR soll das erste Lifestyleauto der Japaner sein. Schlecht waren die Toyotas nie, nur oft bieder. Form kostet freilich Funktion. Muss man im C-HR für Style also leiden? «Wir staunen, wie gross der Kofferraum ist», sagt Alexandra Haussener (45). Sie lobt die 377 bis 1160 Liter Laderaum und das handliche Format des 4,36-Meter-SUV: «Zuerst scheint die Übersicht wegen kleiner hinterer Fenster schlecht. Aber dank Rückfahrkamera ist das kein Problem.»
86 g/km CO2
Grenzwert 2017: 118 g/km
Assistenzsysteme und Infotainment top
Viel Lob erhält das schwungvolle Cockpit mit Assistenzsystemen wie Radartempomat und feinem Infotainment. Kritik gibt es für den düsteren Fond. «Vorne sind Sitze mit erhöhter Sitzposition sehr bequem», lobt die Primarlehrerin. Und: «Der C-HR ist wendig und geschmeidig. Wir haben uns darin sofort wohlgefühlt.» Gut fühlen sich auch Benzinbudget und sechs Jahre Gratisservice an. «Der Preis für die Hybridvariante ist gerechtfertigt», so Informatiker Martin Haussener, «der C-HR ist eben auch was fürs Auge und unser Durchschnittsverbrauch von sechs Litern gut.» Auch sonst punktet der alternativ zum Turbo (115 PS, optional 4x4) lieferbare 122-PS-Hybrid. Könnte der C-HR also eines der Familienautos (Nissan Qashqai, Ford Ka) beerben? «Für Ferien zu viert eher nicht», sagt Alexandra Haussener, «aber als Zweitwagen wäre er ideal, zumal unser Sohn die Autos mitnutzt. Modern, cool, sportlich – das passt für jede Generation.» MM
Das Design «Unterwegs wird man immer wieder auf den C-HR angesprochen: Er ist durchgestylt und fällt enorm auf. Wir finden ihn richtig cool. Allein schon die Alufelgen sehen super aus.» Martin Haussener
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 107
Das Cockpit «Modern, edel, leicht bedienbar: Das Cockpit überzeugt. Im Winter ist die Lenkradheizung ein echter Hit. Handlicher wäre eine Lautstärkeregelung via Drehknopf statt Tasten.» Alexandra Haussener
600 Kilometer weit im Toyota C-HR unterwegs: Familie Haussener aus Kerzers FR. Von links: Martin (49), Alexandra (45), Fabio (18) und Flurina (16)
Steckbrief
Toyota C-HR Hybrid Antrieb: Benzin-Elektro-Hybrid (1.8-R4 + E-Motor), 90 kW/122 PS, 142 + 163 Nm, stufenloser Automat,
Frontantrieb
Gewicht: 1535 kg Fahrwerte: 0–100km/h in 11,4 s, Spitze 170 km/h Umwelt: Normverbrauch 3,8 l/100 km = 86 g/km CO2, Energie A Preis: ab 31 900 Franken
Der Hybridantrieb «Dass es den Hybrid nicht kombiniert mit Allrad gibt, stört uns nicht. Er ist flott, sparsam und nicht nur im elektrischen Modus meist leise. Lediglich beim Beschleunigen wird er etwas laut.» Fabio Haussener
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Dingle Halbinsel Tralee erreichen, durchfahren Sie einen Teil des Ring of Kerrys. 5. Tag: Tralee – Dingle Halbinsel – Tralee Tagesausflug auf die Dingle-Halbinsel, wo Sie vor- und frühchristliche Denkmäler vorfinden. Zudem werden Sie den westlichsten Punkt Irlands sehen und eine Whiskey Destillerie, inklusiver kleiner Kostprobe, besuchen. 6. Tag: Tralee – Galway Nach dem Frühstück geht es mit der Fähre über die Shannon-Mündung. Bevor Sie durch das Burrengebiet fahren, werden Sie einen Halt bei den beeindruckenden Klippen von Moher machen. Ankunft in Galway und Rundfahrt. 7. Tag: Galway – Connemara – Galway Ausflug in die Region Connemara, eine der reizvollsten Gegenden des Landes. In Clifden besuchen Sie das Dan O’Haras Heritage & History Center, wo Sie bei einer Führung mehr über traditionelle Landbewirtung und das lokale Torfstechen erfahren. 8. Tag: Galway – Donegal Sie verlassen Galway und fahren vorbei am Croagh Patrick, dem heiligen Berg Irlands. Auf dem Weg nach Norden passieren Sie Carrowmore, eine der grössten und ältesten megalithischen Ausgrabungsstätten Irlands.
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LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 109
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LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 111
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«Gut und preiswert – diese Hörgeräte empfehle ich auch meinen Bekannten.» Laut Schätzungen ist in der Schweiz jeder Dritte ab 65 «nicht mehr ganz Ohr». Hörgeräte verschaffen Abhilfe und verbessern die Lebensqualität – beispielsweise GOhear-in des Schweizer Herstellers Sonetik. Dr. Gian Peider Anderhub hat das preiswerte Gerät getestet.
Philippe Nantermod
beim Sport bleiben die Geräte an Ort und Stelle. Man vergisst, dass sie da sind. Vor dem Test haben Sie das GOhear getragen, das meistverkaufte Hörgerät der Schweiz und ein Modell, das hinter dem Ohr befestigt wird.
Das kann ich, und das tue ich auch: Ich empfehle die GOhear-Geräte allen meinen Bekannten als gute und preiswerte Hilfe, um wieder besser hören zu können. Und wem würden Sie nun zum herkömmlichen GOhear-Modell raten, wem zur neuen Im-Ohr-Lösung?
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Mit finanzieller Unterstützung des Bundes im Rahmen des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes (KJFG)
wie
Lukas Reimann
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Gutscheincode «MM 03/17»
So einfach
Lisa Mazzone
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 113
Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was ist man, wenn man sich an der eigenen Nase nimmt? A verliebt
M allergisch
J
selbstkritisch
2. Wo hinein springt man, wenn man eine unvertraute Sache bewältigen muss? O warme Milch
U kaltes Wasser
N alten Wein
3. Wie lautet der alte deutsch-germanische Namen für den Monat März? T
Mars
F
Märzchen
W Lenz
So nehmen Sie teil
4. Welcher dieser Wissenschaftler studierte an der ETH Zürich? I
A.-M. Ampère
E
W. C. Röntgen
S
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.3.2017, 24 Uhr
S. Hawking
5. In welchem Kanton liegt die Ortschaft mit der Postleitzahl 2017? L
Neuenburg
Z
Bern
R Tessin
6. Von welchem Baum wird der Stamm benötigt, um Peddigrohr herzustellen? I
Rattanpalme
S
Purpur-Weide
U Zwergölbaum
7. Wo liegt das Gebiet «Arabia Terra»? N Erde
G Mond
E
Mars
8. Wer widmete 2004 dem Fussballer Stéphane Chapuisat eine Briefmarke? R Tadschikistan
S
Belgien
T
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Monaco
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Gewinner Nr. 8: Mei Jaeggi, Schwanden (Sigriswil) BE; Dora Nünlist, Oensingen SO; Heidi Eng, Maienfeld GR
Auflösung Nr. 9: WITZBOLD
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5 3 2 4
Auflösung Nr. 9: ZENIT Gewinner Nr. 8: Vreni Stillhart, Balterswil TG; Heidi Vollenweider, Tann ZH; Silvia Fanger, Aesch BL
1
T
D AMA S K U S FROSTTAG GEALTERT GENER I KA GLASNOST MA S T E R I N PERSER I N S I MU L A N T SPESSART T R I MO R P H
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.3.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Lösungswort: 1
2
3
4
5
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LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 115
Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 9: 287 4 1 9 5 3 8 7 6 2
3 2 6 1 9 7 8 5 4
8 5 7 2 4 6 1 3 9
6 7 8 9 2 5 3 4 1
5 3 2 8 1 4 6 9 7
9 4 1 6 7 3 2 8 5
1 6 5 7 8 9 4 2 3
2 8 3 4 5 1 9 7 6
7 9 4 3 6 2 5 1 8
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.3.2017, 24 Uhr
Gewinner Nr. 8: Ruth Pilet, Vevey VD; Berta Furrer, Volketswil ZH; Ingeborg Nägele-Kindle, Triesen FL; Heinrich Roth, Amriswil TG; Natalia Geiser, Langenthal BE
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 1 3 1 3 miteinander verbunden 1 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 4 2 3 3 4 und mehr als zwei Linien.
Auflösung Nr. 9:
2 4
1 2
3
2 4
1 2
3
4 2
4 4
2
3 3 1
4 3
Auflösung Nr. 9: 3 2
3
3 3
2
3
4 3 2
2 2 4 2
3
3 3 2 3 2
1 3 2
3 3 2 4 1
3
1
3
2 4
2 3
3 2
2 3
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger
Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram
Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Bildredaktion: Heinz Stocker (Korrektor) Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Susanne Oberli, Helen van Pernis Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Layout: Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Doris Oberneder (Creative Director), (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Online: Werner Gämperli, Saskia Goslings, Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser
Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71
Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01
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118 | MM10, 6.3.2017 | LEBEN
Meine Welt
«Ich mache mich über Schweizer Klischees lustig» Dank seiner humorvollen Beiträge auf Facebook und Instagram hat Zeki Bulgurcu Hunderttausende Fans. Er gehört damit zu den berühmtesten Internetstars der Schweiz. Sein Erfolg hat ihn bis ins Bundeshaus gebracht. Text: Andreas Bättig
Bilder: Basil Stücheli
1
LEBEN | MM10, 6.3.2017 | 119
3
1 Mein Halt «Mira (19) und ich sind seit knapp einem Jahr zusammen. Sie ergänzt mich perfekt. Ich bin eher jemand, der sich in die Dinge stürzt, sie ist die Ver nünftige. Mit ihr kann ich über alles offen reden, mit ihr zusammen lachen. Sie ist meine Seelenverwandte.» 2 Mein Fluchtort «Basel ist meine 2
4
Heimat. Hier gehe ich spazieren, ein kaufen, auswärts essen. Diese Stadt entspannt mich.» 3 Mein Markenzeichen «Das Schweizer deutsch ist ein zentraler Bestandteil meines Humors, denn ich mache mich oft über Schweizer Klischees lustig. In dieser Sprache kommen die Gags einfach viel besser rüber als auf Hoch deutsch. Im Schweizerdeutschen fühle ich mich daheim.» 4 Meine Wurzeln «Mein Vater Ahmet (55) und meine Mutter Nizihat (52) kommen ursprünglich aus der Türkei. Obwohl ich in der Schweiz geboren und aufgewach sen bin, habe ich eine starke Verbindung zum Geburtsland meiner Eltern und fahre regelmässig zu meinen türkischen Verwandten. Zu Hause in Bättwil SO sprechen wir einen Mix aus Türkisch und Schweizerdeutsch.»
5
5 Meine Leidenschaft «Ich habe immer einen USBStick in meinem Portemonnaie dabei. Darauf sind alle Programme und Vorlagen gespeichert, die ich brauche, um meine Posts für Facebook und Insta gram zu kreieren. Egal, wo ich bin: Ich kann den Stick in einen PC oder Laptop stecken und sofort loslegen.»
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Name Zeki Bulgurcu (27) Sternzeichen Wassermann Lebenslauf «Ich bin als Sohn
Bild: Zeki Bulgurcu
Mein Lieblingsprodukt
«Der MigrosIceTea schmeckt mir von allen Eistees am besten. Er ist gerade süss genug. Ich würde ihn unter 101 Eistees sofort erkennen.»
türkischer Eltern in der Schweiz geboren. Zuerst habe ich eine Lehre im Detailhandel absolviert und diese auch erfolgreich ab geschlossen. Aber dann hat eine Nacht im Jahr 2013 mein ganzes Leben verändert. Ich lag wach, konnte nicht einschlafen, dachte nach und kam zur Erkenntnis, dass in der Schweiz ein Comedy Kanal im Internet fehlte. Also be gann ich, sogenannte Memes auf
Schweizerdeutsch zu kreieren und auf Facebook und Instagram zu posten. Das kam ziemlich gut an. Mittlerweile bin ich mit meinen ‹Swissmemes› in den sozialen Netzwerken erfolgreich. Auf Instagram habe ich rund 520 000 Follower, auf Facebook über 270 000 Fans. Davon leben kann ich allerdings nicht, auch wenn es ab und zu eine Zusam menarbeit mit Firmen gibt. Seit Kurzem arbeite ich für das Magazin ‹Like Mag›. Dort betreue ich die Sparte ‹Swissfeed›.»
6 Mein Highlight «Im Februar durfte
ich Bundesrätin Simonetta Sommaruga interviewen. Wir sprachen unter anderem über die bevorstehende Abstimmung zur erleichterten Einbürgerung von Ausländern der dritten Generation. Das war für mich ein Highlight in meinem Leben. Diese Begegnung zeigt mir, wie weit ich schon gekommen bin.» 7 Mein Humor «Ich kreiere sogenannte Memes. Dazu nehme ich ein Bild und schreibe oben und unten lustige Sachen dazu. Es sind meistens Dinge, in denen die Leute sich wiedererkennen. Nebst den Memes nehme ich auch humorvolle Videos auf.» Zeki Bulgurcu ist als «Swissmeme» auf Facebook und Instagram unterwegs.
Ostern wird gemütlich. Hit
12.50
Tulpen Ton in Ton im Bund, 20 Stück erhältlich in diversen Farben, z.B. gelb-weiss
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Alle Kaffees gemahlen z.B. Exquisito, UTZ, 500 g, 5.40 statt 7.20
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günstiger Alle Blévita Gebäcke (ohne Beef Chips), ab 2 Stück, jedes –.60 günstiger, z.B. mit Gruyère AOP im 6er-Pack, 228 g, 3.– statt 3.60
30%
Gesamtes Tetley Tee-Sortiment z.B. English Breakfast, 25 Beutel, 2.05 statt 2.95
2.55
Créa d’Or Bretzeli, 100 g
19.80
Alle M-Classic- und Bio-Chüechli sowie -Strudel tiefgekühlt, z.B. M-Classic Apfelstrudel, 375 g, Teekanne Porzellan 4.40 statt 5.50 1.2 Liter, pro Stück Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 7.3. BIS 13.3.2017, SOLANGE VORRAT