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Migros magazin 10 2016 d os

Page 1

Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

MM10, 7.3.2016 | www.migrosmagazin.ch

Weltfrauentag, 8. März

Sexuelle Übergriffe: Tanja Bircher und 23 weitere Frauen erzählen Seite 10

Zu gewinnen 620 Kinotickets für drei exklusive Vorpremieren von «Eddie the Eagle» Seite 108

Extra

MM10

Bauen und Wohnen Garten Mit Pflanzen den Balkon beschatten Seite 14

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4 | MM10, 7.3.2016

«Plötzlich sagte er, ich könne auch mit Sex bezahlen»

E Editorial

Nicht nur Frauensache

Sonia Bischoff (41) aus Zürich

10

Es geschah im Zug, vor etwa 25 Jahren. Ein Mann beugte sich im Abteil zu mir rüber, nahm meine Halskette in die Hand und fing an, mir Komplimente zu machen. Als er auf meine Bankseite wechseln wollte, stand ich auf und rannte bis ans andere Ende des Zuges. Ich stand unter Schock.

Wenn Sie jetzt denken, so was passiert nur, wenn man jung oder freizügig gekleidet ist, liegen Sie falsch. Mit 40 sackte ich in einem Zürcher Club zusammen, nachdem jemand K.O.-Tropfen in mein Bier gemischt hatte. Und mit 46 wurde ich Zeugin eines Gesprächs zwischen knapp 30-jährigen Männern, das mich sprachlos machte. Sagte doch tatsächlich einer: «Begrapschen im Ausgang, ach hört doch auf, das gehört einfach dazu.»

Es ist ein kleiner Prozentsatz der Männer, der sich schuldig macht, Frauen auf unterschiedlichste Weise zu belästigen. Aber diese Männer haben leichtes Spiel, weil Gesellschaft und Justiz nicht bereit sind, dies als Skandal zu betrachten und angemessen zu bestrafen. Frauen müssen realisieren, dass sie dies nicht als «Normalität» hinnehmen dürfen. Und Männer müssen Verantwortung übernehmen und akzeptieren, dass dies nicht einfach «ein Frauenproblem» ist. Sabine Lüthi, Ressortleiterin Reportage sabine.luethi@migrosmedien.ch

118

22 Bilder: Jorma Müller, Samuel Trümpy, Dan Cermak, Claudia Linsi

Zum Internationalen Frauentag am 8. März wollen wir den Betroffenen von sexueller Belästigung ein Gesicht geben. Migros-Magazin-Volontärin Anne-Sophie Keller hat sich in ihrem Umfeld umgehört und innert kürzester Zeit 24 Frauen gefunden, die irgendwann begrapscht oder sexuell angegriffen worden sind (Seite 10). Die Vielzahl ist wichtig, denn es ist nicht nur ein Problem von ein paar Individuen. Wir leben in einer Kultur, die ein solches Verhalten unterschwellig legitimiert, wie Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach im Interview sagt (Seite 15). Dennoch wollten nicht alle Frauen mit Namen und Gesicht hinstehen. Die Scham, die Schuldgefühle sind auch lange danach immer noch zu gross.


MM10, 7.3.2016 | 5

Menschen 8 Taxi gegen Uber

Warum sich die Taxifahrer wehren und wo der Uber-Chef Chancen für die Branche sieht 10 Sexuelle Belästigung

Was vielen Frauen täglich passiert und wieso praktisch alle Männer straflos bleiben 18 Mit Mut zum Erfolg Peter Wermuth hat es mit viel Beharrlichkeit zum erfolgreichen Unternehmer in der Ukraine gebracht

81 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen und Neuigkeiten aus Ihrer Migros-Genossenschaft

Leben 87 Knigge

Ist es peinlich, die gleichen Dinge zu besitzen?

22 Das Ende der Beichte? Stadt und Land: So unterschiedlich nutzen Jugendliche das Angebot der Kirchen

88 Chronisch krankes Kind

29 Bänz Friedli

95 Digital

32 Philosophie der Farben

Die eine trägt Kleider in allen bunten Farben, die andere nur schwarz: Interview mit der Sängerin La Lupa und der Designerin Christa de Carouge

32

69 Schweizer Romaneso 71 Laktosefreie Pretzel 72 Zvieri ganz natürlich 75 Feine Mais-Pommes 76 Tag der Frau mit Rosen 78 Vorsorgen ist besser

Migros-Welt 42 Solarkraft-Pionier Vor 30 Jahren baute die Migros

das erste Solarmobil, heute betreibt sie das grösste Solarkraftwerk der Schweiz 45 Friedrich Glauser

Ausstellung über den Vater von «Wachtmeister Studer» im Zürcher Museum Strauhof 47 Ostern

Jetzt sind die Hasen wieder da 50 Vielseitiges Sojamousse 53 Saisonküche

Von edelsüss bis scharf: Gewürzpaprika darf in keiner Küche fehlen. Mit Rezepten

Wie lebt es sich mit einem schwer herzkranken Bruder? Der 14-jährige Julian erzählt

Das neue Surface Book ist ein teurer, aber überzeugender Helfer von Microsoft 97 Gesundheit Was tun, wenn gesundes Essen zum Wahn wird? Eine Betroffene redet über ihren Albtraum 100 Auto

Familie Bögli-Kunz unterzog den Opel Astra einem Test 103 Migros-Bank-Ratgeber Albert Steck über den Euro 105 Beauty

Akne bei Erwachsenen 106 Kinder Der 15-jährige Adrian über sein neues Leben in Colorado 108 Glücksgriff 111 Rätsel/Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt

Schauspieler und Sänger Delio Malär

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

53

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM10

Darauf freuen wir uns Weltfrauentag: Der 8. März

steht im Zeichen der Gleichstel­ lung und Gleichberechtigung. Frühlingserwachen: Das Aar­

gauer Kunsthaus präsentiert bis am 13. März «Blumen für die Kunst». 20 Floristinnen, Floristen und Jungtalente interpretieren Kunstwerke aus der Sammlung.

Unnützes Wissen

Ängste mit komplexen Namen

Mein Bild der Woche «Home Office? Nicht mit mir! Zu verlockend die Wäsche, zu

Regula Bührer Fecker (37) ist

Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommu­ nikation und zweifache Mutter.

dringend die Post, zu einladend der Schlendrian. Vielleicht bin ich auch einfach zu schwach, um Ablenkungen zu trotzen. Ich mache etwas anderes: Train Office! Wenn ich konzentriert nachdenken und schreiben muss, dann setze ich mich mit meinem Laptop in den Zug. Ein Platz, ein Tischchen, Strom, Kaffee und los gehts. Zürich–Bern ist ideal zum Mailen und fürs Schreiben kurzer Texte, Zürich–Chur–St. Gallen–Zürich für substanziellere Konzepte und Genf retour, wenn eine ganze Strategie gebodigt werden soll. Bei der Zugdurchsage ‹Liebe Fahrgäste, wir treffen in Zürich ein› bin ich erledigt und meine Arbeit auch.»

Hörprobe

Nadine Klaus (40), Polydesignerin aus Rehetobel AR a) «Supernatural» von Stereo MCs

b) «Rockers to Rockers» von Rockers Hi­Fi c) «Straight Out the Jungle» von den Jungle Brothers

Antwort b): «Da kommen bei mir Jugenderinnerungen hoch. Das war noch Musik! Leider gibts die Londoner nicht mehr.»

Bilder: iStockphoto, zVg, Daniel Ammann

Entschuldigen Sie, was hören Sie gerade?

Die Angst vor besonders schönen Frauen heisst Venustraphobie. Die Angst vor der Zahl 666 nennt sich Hexakosioihexekontahexaphobie. Es geht noch län­ ger: Die Angst vor langen Wörtern nennt man ironi­ scherweise Hip­ popotomonstro­ sesquippedalio­ phobie. Als Gamophobie bezeichnet man die krankhafte Abneigung gegen das Heiraten. Menschen, die Angst vor einfach allem haben, nennt man Pano­ phobiker. Quelle: Neon/Stern


8 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN

Worauf achten Sie bei der Taxi-Wahl? Migmag.ch/umfrage

Diese Woche

Aufstand gegen den Taxi-Konkurrenten Uber Rund 450 Taxifahrer demonstrierten vergangene Woche gegen Uber. Das Transportunternehmen ist seit 2013 in der Schweiz tätig und bedroht derzeit eine ganze Branche. Rasoul Jalali, General Manager von Uber Schweiz, stellt sich den Vorwürfen. Text: Anne-Sophie Keller

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Worin sehen Sie den Hauptgrund für mehr auffälliges Verhalten im Kindergarten? 35% In der mangelnden Erziehung und immer mehr Einzelkindern. 26% Im früheren Eintritt in den Chindsgi. 23% Im höheren Druck (von Eltern und Gesellschaft) auf die Kinder. 16% Im heikleren Zusammenspiel verschiedener Kulturen und Lebensstile.

1 Mio.

Sehen ihren Berufsstand und ihren Verdienst in Gefahr: Taxifahrer demonstrieren in Bern gegen Uber.

50 Mia.

W

Menschen haben sich bis heute weltweit als Fahrer bei Uber angemeldet.

US-Dollar beträgt der Börsenwert des Unternehmens Uber.

300

Städte weltweit werden vom Fahrservice bedient. Quellen. Uber.com, U3nia.ch

o sonst Touristen auf das Glockenspiel der Zytglogge warten, stand am 29. Februar alles still: Rund 450 Taxifahrer demonstrierten in der Berner Alt­ stadt gegen die Konkurrenzfirma Uber. Ihre Forderungen: eine so­ zialverträgliche Mitarbeiterpolitik, kein Personentransport ohne Ver­ sicherung und ausgebildete Fahrer. Seit Uber 2013 in die Schweiz kam, weht dem Transportunter­ nehmen mit Sitz in San Francisco ein rauer Wind entgegen. Vor allem die Dumpingpreise – in der Regel

die Hälfte oder ein Drittel der re­ gulären Taxikosten – sorgen für Ärger. So berichtet die Taxisektion Zürich von Umsatzeinbussen von bis zu 40 Prozent bei ihren Mit­ gliedern. Uber ist bis jetzt in Zürich, Basel, Genf und Lausanne ver­ treten. Allein in Zürich gibt es rund 100 000 Nutzer und rund 1000 Fahrer. Da sich der Fahr­ dienst nicht als Taxi­Unternehmen bezeichnet, ist er auch nicht an die Richtlinien des Taxigesetzes ge­ bunden. Kritisiert wird vor allem der Service UberPop, bei dem pri­

vate Fahrer Personen transportie­ ren können. Die Fahrer müssen weder über eine eidgenössische Zulassung verfügen noch sich an die dazugehörigen Arbeits­ und Ruhezeitverordnungen halten. Zudem sind Uber­Fahrzeuge nicht wie Taxis versichert: Bei einem Unfall bezahlt die private Haft­ pflichtversicherung. Der Protest in Bern war nicht der einzige seiner Art: Schon im Sommer 2014 demonstrierten Taxifahrer in Berlin, Paris, Rom, Mailand, Madrid, Barcelona, Lissa­ bon und London gegen Uber. MM

Bilder: Lukas Lehmann/Keystone, zVg

Uber in Zahlen


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 9

Strassenumfrage

Rasoul Jalali

«Fahrgäste erhalten durch die Bewertungsfunktion mehr Sicherheit und Qualität» Rasoul Jalali, vergangene Woche wurde in Bern gegen Uber demonstriert, in Zürich beschweren sich Taxiunternehmen über Sie. Was läuft falsch? Ich würde behaupten, wir machen in der Schweiz sehr gute Erfahrungen. Allein im letzten Jahr sind wir in Zürich ums Vier- bis Fünffache gewachsen. Und wenn man als neuer Anbieter an alten Strukturen rüttelt, gibt das Spannungen, die wir nachvollziehen können. Normale Taxifahrer kommen mit ihrem Gehalt kaum über die Runden. Ihre Fahrer können von ihrem Lohn gar nicht leben. Ist das ethisch vertretbar? Für professionelle Taxi- oder Limousinenfahrer, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, gibt es UberX und UberBlack, den LimousinenService. Es ist heute schon so, dass sich zahlreiche Taxifahrer über unsere Plattform Fahrten vermitteln lassen und so von der zusätzlichen Nachfrage unserer Community profitieren. Damit reduzieren sie ihre Leer- und Standzeiten und haben am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche. Genug, um die Miete zu bezahlen? Früher hatten die Taxifahrer die Möglichkeit, sich eine Stammkundschaft aufzubauen, sich an einer Zentrale anzuschliessen oder an Taxistandplätzen auf Laufkundschaft zu warten. Uber ist eine vierte Variante, um weitere Fahrten und eine höhere Auslastung zu generieren. Denn reguläre Taxifahrer verdienen in 72 Prozent ihrer Arbeitszeit kein Geld. Die Fahrer der dritten Uber-Variante, UberPop, verdienen gar nichts. Was sagen Sie zum Vorwurf des Lohndumpings? Bei UberPop nehmen Privatpersonen Leute mit. Früher nannte man das einfach Mitfahrgelegenheit. UberPop ist nicht da, um Geld zu verdienen. Manche Fahrer nutzen UberPop, um die ohnehin vorhandenen Fixkosten für ihr Auto wieder reinzuholen,

Fahren Sie Taxi oder Uber?

andere sind interessiert an spannenden Gesprächen. Warum haben Sie kürzlich die Abgabe der Fahrer an Uber von 20 auf 25 Prozent erhöht? Weil wir Büros in Zürich, Basel, Genf und Lausanne haben und dort 15 Festangestellte beispielsweise im Marketing oder Kundenservice arbeiten. Vergleicht man unsere Abgabe mit den rund 1000 Franken, die Taxifahrer der Zentrale abgeben müssen, kommen unsere Fahrerpartner nicht schlechter weg. UberPop-Fahrer sind nicht ausgebildet. Ist ein Taxi nicht sicherer? Wenn man bei UberPop einsteigt, sieht man bereits vor der Fahrt das Bild, den Namen sowie das Nummernschild des Fahrers. Das schafft Sicherheit. Die ideale Route wird vorgegeben, und der Preis kann vor der Abfahrt abgeschätzt werden. Die gegenseitige Bewertung von Fahrer und Fahrgast führt ausserdem zu einem freundlicheren Umgang. Wer haftet, wenn ein Uber-Fahrer einen Unfall baut? Wenn die professionellen Fahrer einen Unfall bauen, werden die Kosten durch die Versicherung des berufsmässigen Personentransports gedeckt. Wenn es bei einer Fahrt mit UberPop einen Unfall gibt, haftet die private Auto- und Autohaftpflichtversicherung des Lenkers. Falls sich die Versicherung querstellen würde, hätten wir eine Zusatzversicherung. Was kann die Taxibranche von Uber lernen? Man muss Technologien sinnvoll nutzen. Der Fahrtenschreiber ist völlig veraltet und kann durch eine GPS-Verbindung ersetzt werden. Die Arbeits- und Ruhezeitenverordnung, für die die Fahrer extra eine theoretische Prüfung machen müssen, könnte man in einer App hinterlegen. Und Fahrgäste erhalten durch die Bewertungsfunktion mehr Kostentransparenz, Sicherheit und Qualität. MM

Felice Melillo (48), Maler, Zürich: Rasoul Jalali (33) ist General Manager von Uber Schweiz.

«Von Uber habe ich schon gehört. Ich nehme aber das Taxi, wenn ich irgendwohin muss. Da ich sehr selten nicht selber fahre, schaue ich mich auch nicht gross um.»

Josephine Jeanguenin (16), im gestalterischen Vorkurs, Neerach ZH: «Nur Uber. Die Bestellung via App

ist einfacher, die Fahrt günstiger, die Autos sauberer. Und auf mich wirken Uber-Fahrer vertrauenswürdiger.»

Claudia Seitz (29), Kundenberaterin, Zürich Oerlikon: «Ich nehme

nach wie vor das Taxi. Da findet man immer ein Auto, wenn man spontan einen Chauffeur braucht. Uber-Autos erkennt man nicht.»


10 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 11

Sexuelle Gewalt

Diese Frauen haben genug Aggressive Anmache, Begrapschen, sexuelle Übergriffe: Jede fünfte Frau in der Schweiz macht solche Erfahrungen. Stellvertretend für die vielen Betroffenen erzählen 24 Frauen über ihre Erlebnisse mit dreisten Männern. Text: Anne-Sophie Keller

Bilder: Sophie Stieger


12 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN Meine damalige Freundin und ich küssten uns vor drei Jahren im Zug. Es war gegen 23 Uhr. Plötzlich kam ein Fremder um die 30 und mach­ te uns an. Nach unserer Abweisung wurde er wütend. Die Mitfahrenden reagierten nicht. Er bedrohte uns schliesslich, ging ins nächste Abteil und masturbierte dort. Als wir ausstiegen, lief er uns nach und sprach Morddrohungen aus. Wir stiegen in ein Taxi. Er schlug auf die Fenster­ scheibe ein.

Auf dem Heimweg von einem Studi­Job traf ich in einer Passage auf zwei Männer. Der eine tippte den anderen an und zeigte in meine Richtung. Als ich an ihnen vorbeiging, packte mich der eine und drückte mich an die Wand. Der andere langte mir in die Hosen. Ich dachte, wenn ich mich wehre, habe ich ein Messer im Rücken. Schliesslich trat ich dem einen zwischen die Beine. Ich riss mich los und rannte zum Auto, wo ich nur noch weinte.

Im Ausgang gehören sexuelle Belästigungen zum Alltag. An meinem 16. Geburtstag griff mir erstmals ein Mann zwischen die Beine. Ich konnte gar nicht reagieren. Man sagt, ein Mensch reagiere bei Bedrohungen wie ein Tier: entweder mit Flucht, Angriff oder Totstellen. Der Schock, der einen lähmt, das ist das Totstellen. Und es macht die Sache besonders schlimm, weil sie einen ohnmächtig macht. Und weil Männer dann einfach davonkommen.

Geneva Moser (27), Bern

Tanja Bircher (28), Schaffhausen

A. S. (26), Lausanne

Das erste Mal, als ich sexuell belästigt wurde, war ich zwölf Jahre alt. Ich war auf dem Weg zum Gitarrenunterricht im Friesenberg. Am Goldbrunnenplatz stieg ich in einen Bus der Linie 32 ein. Ein Mann um die 50 nutzte die Gelegenheit, um meine kaum vorhandenen Brüste unter meinem weiten Pullover zu be­ fummeln. Mit beiden Händen. Dabei zwinkerte er mir zu. Es war widerlich. Und der Typ lächelte nur.

Im Dezember 2014 kehrte ich gegen vier Uhr morgens vom Ausgang nach Hause zurück. Bei der Zürcher Bäckeranlage merkte ich, dass mir einer folgte. Ich wechselte die Strassenseite. Er wechselte sie auch. Ich suchte meinen Schlüssel, da packte er mich und versuchte, mich in den Park zu ziehen. Mein Adrenalin­ pegel stieg sofort. Als ich versuchte, mich loszukämpfen, liess er sofort los. Ich rief meine Mutter an.

Ich ging nach dem Ausgang vom Zürcher Hardplatz aus Richtung Güterbahnhof, als auf einmal ein Auto ganz langsam neben mir her fuhr. Ich erkannte einen Mann darin, er glotzte mich an. Ich war genervt und zeigte ihm den Stinkefinger. Ein Fehler. Er hielt 30 Meter vor mir an. Ich geriet in Panik. Zum Glück konnte ich ein anderes Auto anhalten und mir so Hilfe holen. Der andere fuhr weg. Ich weiss nicht, was sonst passiert wäre.

Sabrina Ben Salah (41), Zürich

Nadja Brenneisen (24), Zürich

Linda Landolt (30), Zürich

Es passierte vor einem Monat an der Lang­ strasse. Ich war mit Freundinnen unterwegs. Wir begannen, mit einer Gruppe von Männern zu reden. Als ich auf die Toilette wollte, folgte mir einer der Männer. Ich denke, er war so Mitte 20. Glücklicherweise merkte es der Barbesitzer und kam herunter. Es hätte blöd enden können, ich hatte ja mein Handy nicht dabei und war im unteren Stock. Mich hätte niemand gehört.

Ich war 24 und musste unbedingt pünktlich bei der Arbeit erscheinen. Der Taxifahrer war gegen 60, ein Schweizer mit Bierranzen und Ländler­ musik im Radio. Ich erzählte ihm, warum ich nicht den Zug nehme. Plötzlich sagte er, ich kön­ ne auch mit Sex bezahlen. Er fuhr immer schnel­ ler, die Tür war verriegelt, seine Hand auf mei­ nem Oberschenkel. Als ich ihm mit erfundenen Mafiakontakten drohte, liess er mich raus. Ich blieb vier Tage zu Hause, unter Schock.

Ich war 20 Jahre alt und ging in den damaligen Zürcher Club Alte Börse in den Ausgang. Bei der Garderobe griff mir ein Typ zwischen die Beine unter die Unterhosen. Ich drehte mich um, aber ich konnte niemanden als Täter identifizieren. Es schaute niemand hin. Alle taten so, als wären sie in ein Gespräch verwickelt. Ich war enorm erschrocken – so fest, dass ich gar nichts mehr machen konnte.

Tiba Ponnuthurai (19), Wädenswil ZH

Sonia Bischoff (41), Zürich

Sarah Basso (26), Zürich Seebach

Wegen meines grossen Busens hatten viele Männer das Gefühl, sie könnten mich anfassen. In diesen Momenten war ich jeweils total blo­ ckiert. Es ist mein Körper. Da erwartet man nicht, dass andere sich die Freiheit nehmen, ihn anzu­ fassen. Zum Glück kümmerte sich meine Schwester um diese Typen. Sie wurde auch schon handgreiflich. Doch Bemerkungen gab es ständig. Mit 14 rief mir einer an einem Badetag am See «geile Titten» zu.

Es war letzten Herbst in Kleinbasel. Ich wartete mit einer Freundin aufs Tram. Da kam ein Mann daher: ziemlich aufgeladen und sehr zuge­ dröhnt. Man hörte ihn bereits von weit her her­ umgrölen. Er sprach uns schliesslich an und frag­ te: «Wollt ihr ficken?» Wir schauten weg. Er liess nicht locker, öffnete seinen Hosenladen, zog seinen Penis heraus. Ich stand auf und sagte ihm, er solle verschwinden. Dann zog er zum grossen Glück endlich weiter.

Im Sommer 2013 besuchte ich mit meiner Mutter ein Open­Air­Kino. Ein älterer Mann setzte sich neben mich. In der zweiten Hälfte des Films wurde es kühl. Ich wollte meine Jacke anziehen, die zusammen mit meiner Tasche auf dem Schoss lag. Da sah ich seine Hand auf dem Ober­ schenkel. Ich hatte sie wegen des Gewichts der Tasche nicht gespürt und wischte sie sofort weg. Für mich war am schlimmsten, dass ich nicht wusste, wie lange seine Hand schon da war.

Nina Basso (24), Zürich-Seebach

Seraina Degen (29), Basel

Flavia Caroni (24), Bern

Vor fünf Jahren wurde ich an einem kleinen Bahnhof im Thurgau von einem Mann um die 50 angestarrt. Er lief etwa zehn Mal an mir vor­ bei. Beim letzten Mal sah ich, dass sein Reiss­ verschluss offen war und er sein Geschlechtsteil in der Hand hatte. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und wollte meine Eltern anrufen. In die­ sem Moment rannte er weg. Ich meldete den Vorfall der Polizei. Ich wollte nicht, dass das noch einem Mädchen passiert.

Als ich acht Jahre alt war, griff mir ein Mann in der Badi zwischen die Beine. Ich realisierte das erst Jahre später. Aufgehört haben die Belästigungen nie. Als Erwachsene wurde mir zahlreiche Male an Festivals oder in Clubs an den Hintern ge­ fasst. Das ist traurigerweise normal geworden. Einmal liess mich einer nicht los und klammerte sich gewaltsam an mich. Das überforderte mich enorm, da ich extrem schüchtern war. Ich denke, heute würde ich mich wehren.

Sexuelle Belästigung erfuhr ich von Männern, die ihre Machtposition ausnutzten. Vor etwa 15 Jahren wollte mein Chefredaktor bei einem Apéro in einer Bar mit mir flirten. Nicht mein Typ, nicht mein Alter. Er kam ganz nahe an mich ran und spielte mit seiner Zunge herum. Die an­ deren am Tisch grinsten nur blöd, als wärs ein Witz gewesen. Als ich ihn wegstiess, wurde er sauer. Nach diesem Vorfall wurde ich bei der Arbeit schlechter behandelt.

Nataly Baumgartner (22), Sirnach TG

Michelle Feer (25), Winterthur ZH

S. C. (50), Filzbach GL


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 13 Ich war Mitte Februar an einem Samstag mit einer Kollegin im Ausgang. Danach setzten wir uns noch auf eine Bank und redeten ein biss­ chen. Da hörten wir ein Stöhnen. Plötzlich ent­ deckten wir einen Mann auf der gegenüber­ liegenden Strassenseite. Er war am Masturbie­ ren. Als er sah, dass wir ihn entdeckt hatten, ging er fort. Ich war entsetzt und wütend. Man fühlt sich beschmutzt. Ich merke, dass mich solche Dinge immer feministischer machen.

Im letzten November kehrte ich nach dem Aus­ gang in St. Gallen nach Hause zurück. Plötzlich folgten mir etwa zehn jüngere Männer. Sie sagten, ich solle nicht so schnell laufen, ich käme eh nicht weg. Ich ging immer schneller, rannte schliesslich. Glücklicherweise bogen sie dann ab. Das war nicht die einzige Belästigung. Im Club betatscht zu werden, ist schon fast Alltag – auch dass viele Männer ein Nein nicht akzeptieren, einen aus­ lachen und als öde Feministin beschimpfen.

Vor vier Jahren ging ich einmal vom Bahnhof St. Gallen aus allein nach Hause Richtung Silber­ turm. Beim Stadttheater kam mir einer entgegen und lief neben mir her. Irgendwann packte er mich und versuchte, mich zu küssen. Ich schrie und wehrte mich. Zwei Mal schlug er mich mit seinem Schirm ins Gesicht. Ich konnte mit mei­ nem Handy in der Tasche heimlich meine Freun­ dinnen anrufen. Schliesslich konnte ich mich los­ reissen und wegrennen.

R. T. (21), Winterthur ZH

N. K. (21), St. Gallen

D. G. (23), St. Gallen

E

s passiert im Tram, im Einkaufszent­ rum, im Club, am helllichten Tag, bei der nächtlichen Heimkehr oder auf dem Weg zur Arbeit. Und es passiert jeder fünften Frau in der Schweiz: sexuali­ sierte Gewalt. Ihre Formen sind zahlreich und gehen von Beschimpfungen bis zu tät­ lichen Übergriffen. Mit den Vorfällen in Köln gerieten die Attacken im öffentlichen Raum schlagartig ins Bewusstsein der brei­ ten Bevölkerung. Sie sind kein durch Migra­ tion importiertes Problem. Doch sie sind für viele Frauen in der Schweiz Alltag. Viele Frauen schweigen

Dennoch wird das Thema nur selten öffent­ lich diskutiert. Viele Frauen verschweigen das Geschehene. Aus Angst, Selbstschutz oder Scham. Und Medien berichten oft nur über die «spektakulären Fälle». Doch es sind keine Fälle, es sind Menschen. Zum Beispiel Sonia Bischoff, die in einem verriegelten Auto von einem Taxifahrer bedrängt wurde. Nataly Baumgartner, die als Minderjährige beim Warten auf den Zug von einem entblössten 50­Jährigen flüchtete. Michelle Feer, die sich an einem Festival von einem Mann losreissen musste. Zusammen mit anderen Frauen er­ zählen sie hier ihre Geschichten – repräsen­ tativ für viele, die sonst kaum Gehör finden. Der Weltfrauentag, der am 8.März stattfindet, ist ein guter Anlass dafür. Die Schuldfrage ist dabei allgegenwärtig: Hätte ich es verhindern können? Warum habe ich mich nicht gewehrt? Diese Fragen stellen sich die meisten betroffenen Frauen. Eine Haltung, die durch das gesellschaftlich

etablierte, sogenannte «Victim Blaming» gefördert wird: Die Schuld wird den Opfern zugeschrieben, nicht den Tätern. «Frauen verzichten oft auf eine Anzeige, weil ein hohes Risiko besteht, dass ihnen die Schuld zugewiesen wird, etwa zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, die falsche Kleidung angehabt zu haben, zu betrunken gewesen zu sein», sagt die Geschlechterfor­ scherin Franziska Schutzbach im Interview (ab Seite 15). Oft stehe auch Aussage gegen Aussage: «Wir wissen, dass vielen deshalb von einer Anzeige abgeraten wird.» Wagen die Frauen dennoch den Gang an das Gericht oder an die Öffentlichkeit, erwarten sie weitere Demütigungen und Zweifel an ihren Geschichten. Die Kon­ sequenzen sind bedenklich: Viele Betroffene begleitet das Erlebte ein Leben lang, wäh­ rend bloss ein Bruchteil aller Täter ange­ zeigt wird. Die Verurteilungsquote liegt bei rund drei Prozent. Sexuelle Gewalt ist somit ein beinahe straffreies Delikt. Unterstützung fehlt von allen Seiten: den Behörden, der Gesellschaft, der Justiz. Als Folge haben Frauen gelernt, die Grenzüber­ schreitungen zu akzeptieren. Sie haben sich damit abgefunden, dass es normal ist, in ei­ nem Club ohne Einverständnis angefasst zu werden. Sie haben gelernt, nach Zurückwei­ sung unerwünschter Avancen mit «Schlam­ pen»­Zurufen zu leben. Doch sexualisierte Gewalt ist ein Problem, das die Gesellschaft nicht länger als normal akzeptieren darf. MM Das sagt die Expertin zum Thema: Seite 15

Ich wurde im ÖV unzählige Male begrapscht. Das Schlimmste war jeweils die Reaktion der Mitreisenden: diese Mischung aus Verachtung und Ekel, die das Opfer miteinschliesst. Das sind die alltäglichen Übergriffe. Dazu kommen die aggressiven Übergriffe. Männer, meist zu zweit, sprechen dich im Vorbeigehen an, schon in Er­ wartung, dass du ablehnen wirst, um dann eine Hasstirade gegen dich loszulassen. Das geht von «verdammte Rassistin» bis «frigide Emanze».

C. C. (39), Zürich

Es passierte vor vier Jahren. Ich war im Tram von der Schaufelbergerstrasse zum Goldbrunnen­ platz unterwegs und stieg ganz hinten ein. Alle anderen waren im vorderen Teil. Bis auf einen Mann um die 50. Da merkte ich, warum alle vorne sassen. Ich hörte ein seltsames Geräusch. Als ich hinüberschaute, sah ich, dass er sich selber befriedigte. Ich war total erstaunt und sagte ihm, er solle seinen Penis wieder einpacken. Er sagte, er sei gleich fertig. Total irre.

R. B. (23), Zürich

Im letzten Dezember stieg ich um sieben Uhr morgens in den Zug und war allein im Wagen. Ein Mann stieg zu, sah mich, setzte sich dann ins Abteil schräg gegenüber. Danach schlief ich ein. Als ich das nächste Mal aufwachte, sah ich, dass er sich entblösst hatte. Ich war schockiert und fragte mich zuerst, ob ich das bloss geträumt hatte. Heute bereue ich, dass ich nicht gehandelt und das Zugpersonal informiert habe.

L. B. (24), Muri AG

Mit 16 hatte ich bereits Körbchengrösse F. Im Ausgang wurde ich oft gefragt, ob ich nicht Lust auf ein Abenteuer hätte. Ich würde nämlich so aussehen. Ich war damals noch Jungfrau, aber betrachtet wurde ich als Sexobjekt. Kurz vor meiner Brustverkleinerungsoperation vor sieben Jahren traf ich einen alten Freund im Club. Als ich seinen Kollegen bat, ein Foto von uns zwei zu machen, platzierte der Kollege die Hand meines Freundes an meine Brust.

Letzten Sommer sagte mir ein Velofahrer, mich «müsse man mal so richtig in den Arsch ficken». Bloss weil ich eine rote Ampel überfahren hatte. Es passierte in Bern bei der Grossen Schanze. Er fuhr mir danach noch nach und versuchte, mich an den Rand zu drängen. Schliesslich hielt ich an und liess ihn überholen. Mich irritierte, dass er so hasserfüllt war. Alle seine Beschimp­ fungen hatten irgendwelche Vergewaltiger­ phrasen drin.

Ich war 20 und besuchte ein Open Air. Mitten in der Nacht spürte ich eine Hand an meinem Hals. Ich schreckte auf und sah, dass ein Mann neben mir kniete. Er griff nach meinen Handgelenken und hielt mich fest. Ich schrie. Ich höre es noch heute. Es hörte sich fremd an. Irgendwann liess er mich los und flüchtete. Kein Mensch reagierte. Und als ich meine Freundin im Zelt nebenan weckte, meinte sie bloss, er käme bestimmt nicht zurück.

N. M. (26), Zufikon AG

U. Y. (35), Bern

N. M. (27), Bern


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Bilder: Alexandra Wey

Lernen auf der Flucht

Yara (11) überwindet dank der Schule ihre Albträume

Weil es zu wenig Schulen gibt, droht unter den syrischen Flüchtlingskindern eine verlorene Generation zu entstehen. Das Caritas-Schulprojekt im Libanon und in Jordanien, von dem auch Yara und ihre Geschwister profitieren, unterstützt 2500 Kinder. Das Projekt ermöglicht ihnen den Schulbesuch und hilft ihnen, dem Unterricht zu folgen und Unterrichtsinhalte aufzunehmen. Für Kinder, die Krieg und Flucht erlebt haben, ist das eine grosse Herausforderung. Die Lehrerinnen und Lehrer werden daher speziell darin ausgebildet, auf die Situation von kriegstraumatisierten Kindern einzugehen.

700 000 Flüchtlingskinder aus Syrien leben in den Nachbarländern, ohne eine Schule besuchen zu können. Die elfjährige Yara profitiert im Libanon von einem Schulprojekt der Caritas, das diesem dramatischen Missstand entgegenwirkt. Yara, ihre zwei aufgeweckten Schwestern und ihr spitzbübischer Bruder wirken auf den ersten Blick wie ganz normale Kinder ihres Alters. Doch hinter fröhlichen Gesichtern verbirgt sich eine erbarmungslose Vergangenheit im syrischen Krieg und eine Gegenwart in grösster Not und Armut. Der Schulbesuch ist der Lichtblick im Leben dieser Kinder. Er hat ihnen neuen Mut gegeben, aber auch Wärme, Zuneigung und die nötige Herausforderung für ihre Entwicklung.

Erfahren Sie mehr über Yara und ihre Familie: www.dasrichtigetun.caritas.ch

Yara und ihre Geschwister wohnen mit ihrer Mutter in einem Geräteschuppen in einem abgelegenen libanesischen Bergdorf auf 1200 Metern. Die Fenster lassen sich nur notdürftig mit einem Blech abdecken, und so bleibt es oft kalt, besonders wenn nachts die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. «Beim letzten Schneefall hatte ich Angst, dass das Dach einbricht», sagt Yaras Mutter. «Ich wünsche mir ein Zuhause, wo ein menschenwürdiges Leben möglich ist.» Die Familie stammt aus einem Dorf an der Grenze zur Türkei. Vor drei Jahren sind sie geflohen, als ihr Nachbardorf dem Erdboden gleichgemacht und auch ihr Dorf bombardiert wurde. Die Kinder, die das mit eigenen Augen gesehen haben, fürchten sich heute noch, wenn sie Flugzeuge sehen. In der Nacht quälen Yara Albträume. «Das hat sich gebessert, seit sie in die Schule gehen kann», sagt die Mutter dankbar. Yara lernt fleissig und möchte später gerne Sozialarbeiterin werden, wie die Mitarbeiterin der Caritas Libanon, die die Familie oft besucht und sich über ihr Befinden ein Bild macht.

Im Weiteren fördern die Schulen gezielt den sozialen Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und den einheimischen Kindern, um nachhaltig zur Verringerung von sozialen Spannungen beizutragen. Auch die Eltern werden miteinbezogen: Es ist wichtig, dass sie ihre Kinder aus Not nicht als Arbeitskräfte einsetzen, sondern den Schulbesuch ihrer Kinder als notwendig erachten. Nur so kann das Risiko von frühen Schulabgängen reduziert werden. Spendenkonto: 60-7000-4 Für Online-Spenden: www.caritas.ch/syrienspende


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 15

Franziska Schutzbach

«Wir leben in einer Kultur, die sexuelle Übergriffe unterschwellig legitimiert»

Anmache und sexuelle Gewalt sind für Frauen ein alltägliches Risiko. Die Basler Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach erklärt die Hintergründe und zeigt auf, wie die Gesellschaft Gegensteuer geben kann. Text: Ralf Kaminski

Franziska Schutzbach, nach den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht konnte man lesen, dass sexuelle Belästigung für Frauen in der Schweiz zum Alltag gehört. Ist das so? Ja, leider, und das ist auch nichts Neues. Umso erstaunlicher ist es, dass es die Ereignisse in Köln brauchte, damit es endlich wie­ der breit diskutiert wird. Plötz­ lich realisieren insbesondere junge Frauen, dass das, was sie so regelmässig erleben, ein Übergriff ist und nicht als Nor­ malität akzeptiert werden darf. Ab wann ist etwas ein Übergriff? Wo liegt die Grenze? Das ist gesetzlich ziemlich klar definiert. Sexuelle Belästigung ist in der Schweiz ein Straftat­ bestand. Dazu gehört, eine Frau anzufassen, die das nicht möchte. Auch verbales sexuelles Anmachen, das verletzend und unerwünscht ist, ist strafbar.

Bild: anjafonseka.ch

Aber kann ein 18-Jähriger im Ausgang einschätzen, was verbal drin liegt und was verletzt? Ich glaube nicht, dass das so schwierig ist. Eine gute Richt­ schnur ist immer: Überlege dir, was du nicht willst, dass deiner Tochter, Schwester oder Freun­ din passiert – dann weisst du schnell, was drin liegt. Warum betrachten auch bei uns noch immer so viele Männer Frauen als Freiwild? Wichtig ist zu verstehen, dass das systematisch passiert. Es ist nicht nur einfach das Problem von ein paar Individuen. Wir leben in einer Kultur, die sexuelle Übergriffe unterschwellig legiti­ miert, in der das als «etwas nicht so Schlimmes» gilt. Deshalb pas­ sieren Übergriffe auch so häufig und haben selten Konsequen­ zen. Es gibt eine Art gesell­

schaftliche Übereinkunft, Frau­ en eher als Objekt denn als Sub­ jekt zu sehen. Das hat histori­ sche Hintergründe. Nämlich? Lange Zeit war die Definition «Mensch» gleichbedeutend mit «Mann». Der Mann war der Massstab, die Frau galt als das «Andere», die Abweichung. Des­ halb hat es auch so lange gedau­ ert, bis Frauen das Wahlrecht erhielten. Bis heute werden Frau­ en oft als Objekte oder gar als Be­ sitz definiert. Wer das tut, kann schnell zum Schluss kommen, dass sie ihm zustehen, dass sie da sind, um zu gefallen und zu be­ friedigen. Das wird auch in vielen Pornos oder in der Werbung ver­ mittelt: Frauen bedienen Männer oder sind oft Dekoration. Und das alles trotz jahrzehntelanger Frauenbewegung? Ja. Diese Probleme sind nicht gelöst. Der Punkt ist, dass sexua­ lisierte Gewalt sehr oft im Priva­ ten stattfindet und nicht sicht­ bar ist. Kollektives und öffent­ liches Vorgehen, wie es in Köln der Fall war, ist in der Schweiz nicht die Regel. Die häufigsten Fälle passieren im sozialen Nahbereich, in der Familie, im Freundeskreis, unter Kollegen im Ausgang. Und die meisten Übergriffe geschehen an Minderjährigen. Darin sind die vielen Freier, die nach Thailand reisen und sich dort an Kindern vergehen, noch nicht mal einbe­ rechnet. Das sind keine Marok­ kaner, das sind Schweizer. Nach den Übergriffen in Köln hiess es, kein Wunder, die kommen ja alle aus diesen patriarchalen Kulturen. Hat das was, oder sind das Klischees? Es ist problematisch, Sexismus einer bestimmten Kultur zuzu­

ordnen, weil dabei viele andere relevante Faktoren ausgeblendet werden. Kriminologen weisen seit Jahren darauf hin, dass al­ lein aufgrund von Herkunft und Mentalität keine Rückschlüsse auf kriminelles Verhalten mög­ lich sind. Wenn Menschen zum Beispiel jahrzehntelang von einer Diktatur unterdrückt wer­ den, kann es sein, dass sie ihre Machtlosigkeit mittels sexueller Gewalt kompensieren. Und die am meisten marginalisierten Menschen in westlichen Län­ dern sind Migranten. Ganz wichtig auch: Die Faktoren und Ursachen von sexualisierter Gewalt sind nicht naturgegeben, man kann sie verändern. Die Stellung der Frau hat sich in westlichen Gesellschaften stark verbessert. Weshalb hat sich bezüglich sexueller Gewalt nicht mehr getan? Ich glaube, das hängt zusammen. Frauen dürfen heute abstimmen, Berufe haben, finanziell unabhängig sein. Die Reduzierung der Frauen aufs Äussere, auf den Körper, ist der Preis, den sie für die Emanzipation in den anderen Bereichen bezahlen. Sie dürfen zwar mitre­ den, müssen aber im Gegenzug ertragen, dass man ihnen auf die Brüste starrt – da sollen sie sich dann bitte nicht so anstellen. Wenigstens da sollen sie auf ihren Platz verwiesen werden. Gibt es auch positive Entwicklungen? Gesetzlich hat sich einiges ver­ bessert, etwa dass Vergewal­ tigung in der Ehe heute strafbar ist. Das Problem ist, dass sich im gesellschaftlichen Bewusstsein kaum etwas getan hat, das The­ ma ist heute eher wieder tabui­ sierter als in den 1970er­Jahren, als selbstbestimmte Sexualität

Die Soziologin Franziska Schutzbach (37) lehrt und forscht am Zentrum für Gender Studies der Universität Basel.

in der Frauenbewegung ein zen­ trales Thema war. Heute sind die Gleichstellungsthemen eher Fa­ milien­ und Hausarbeit, Verein­ barkeit, Löhne oder Quoten im Management. Das ist alles auch wichtig. Aber man sollte nicht so tun, als ob das Thema Sexualität abgehakt wäre. Weil so wenig darüber geredet wird, nehmen viele sexuelle Gewalt nicht als gesellschaftliches Problem wahr. Das muss sich ändern. Was braucht es dafür? Mehr Analyse, mehr Systemkri­ tik. Sexualisierte Gewalt ist eine Form von Machtausübung über den weiblichen Körper. Hinter der systematischen Abwertung stehen ganz konkrete gesell­ schaftliche, politische und öko­ nomische Interessen. Frauen werden auf einen körperlichen Objektstatus reduziert, bis sie sich selber als minderwertig begreifen, nicht aufmucken und auch weiterhin gratis neue Arbeitskräfte, Konsumenten und Soldaten gebären, gratis Kinder betreuen, Alte und Kran­ ke pflegen und gratis den Haus­


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halt schmeissen. Dass das alles gar nicht oder sehr schlecht bezahlt wird, ermöglicht erst das Wachstum der Märkte. Der einzige Weg, diese Arbeit kostengünstig zu halten, liegt darin, sie als «Arbeit aus Liebe» zu definieren und einer Gruppe zuzuschanzen, deren Status beständig auf einem gerin­ geren Level gehalten wird.

sagen. Leider hapert es bei der Sexualaufklärung, die in einer multikulturellen Gesellschaft so wichtig wäre. Und ausgerechnet die Rechtskonservativen, die seit Köln ihre Liebe für Frauen­ rechte entdeckt haben, sind diejenigen, die den Sexual­ kundeunterricht blockieren und die Gender Studies am liebsten abschaffen würden.

Was können Frauen tun, um sich zu wehren? Viele verhalten sich ja schon dauernd so, dass es gar nicht so weit kommt. Sie wechseln die Strassenseite, wenn sie nachts allein unterwegs sind und Leute hinter ihnen auftau­ chen, die sie nicht einschätzen können. Im Zug wählen sie ein Abteil, in dem sie nicht allein sitzen. Schon dieses ewige Abwägen ist eine Form von Freiheitsberaubung.

Die Attacken haben nur selten Konsequenzen für die Täter. Wie kommt das? Frauen verzichten oft auf eine Anzeige, weil ein hohes Risiko besteht, dass ihnen die Schuld zugewiesen wird, etwa zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein oder nicht klar genug Nein gesagt zu haben. Solche Schuldzuweisungen retraumatisieren. Nicht zuletzt verzichten viele auf eine Anzei­ ge, weil es im Bekanntenkreis passiert ist, und sie versuchen, die Tat irgendwie zu entschul­ digen. Das alles ist ein Skandal.

Und was kann man tun, wenn tatsächlich was passiert? Wenn es Übergriffe in der Öffentlichkeit sind, wird oft empfohlen, dass man sehr laut schreien soll, um Aufmerk­ samkeit zu wecken. Das be­ dingt natürlich, dass Umste­ hende die Zivilcourage haben einzugreifen. Ich habe mich auch schon schweigend zu an­ deren Frauen gesetzt, wenn ich das Gefühl hatte, sie seien in Bedrängnis: demonstrativ mit gezücktem Handy, um zu sig­ nalisieren, dass ich ein Foto machen oder die Polizei anrufen könnte. So was wirkt. Aber eben: Häufig passieren Übergriffe im Privaten. Es ist deshalb sehr wichtig, schon Kindern beizubringen, was konsensuelle Sexualität be­ deutet. Es ist etwa auch okay, im letzten Moment noch Nein zu

Wie können wir Gegensteuer geben? Vor allem müssen die vorhan­ denen Gesetze besser umge­ setzt werden. Es braucht mehr Verurteilungen, es geht nicht, dass teilweise sogar Polizei oder Staatsanwaltschaft Opfern ab­ raten, Prozesse zu führen. Wei­ ter braucht es einen Kulturwan­ del. Dass mit weiblicher Sexua­ lität Politik gemacht wird, muss im Geschichtsunterricht eben­ so zum Thema werden wie in den Medien und im Sexual­ kundeunterricht. Es braucht generell mehr Aufklärung in der Schule und genügend Res­ sourcen dafür. Vor allem müs­ sen Männer erkennen, dass das nicht einfach ein «Frau­ enthema» ist, sondern sie ge­ nauso betrifft. MM

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18 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN

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geniessen den Kaffee ihres Sohnes. 3 Der gelernte Kaffeemaschinenmonteur weiss über jedes Detail seiner Geräte à fond Bescheid. 4 Er sei wohl etwas zu lieb und zu gutgläubig, sagt Wermuth über sich – seiner Karriere tat dies keinen Abbruch.

Bilder: Helen Stehli-Pfister / SRF (3)

1 Peter Wermuth in seinem Kaffeelager in Charkiw, der zweitgrössten Stadt der Ukraine. Der Berner ist einer der grössten Kaffeeimporteure der Ukraine; er beschäftigt 2500 Angestellte. 2 Zu Besuch bei den Eltern im bernischen Vielbringen bei Worb: Hans und Alice Wermuth

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MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 19

Peter Wermuth

Vom Bauernbub zum Kaffeekönig

Wider Schikanen und Behördenwillkür hat Peter Wermuth in der Ukraine ein Kaffeeimperium aufgebaut. Mehrmals hätte der Berner fast alles verloren. Das Fernsehen SRF zeigt einen «Dok»-Film über den unbeugsamen Unternehmer. Text: Andreas Bättig

E

s war eine Nacht-und-Nebel-Aktion, die Peter Wermuth fast um sein Lebenswerk brachte. Plötzlich standen sie vor seiner Firmenzentrale in Charkiw: die Männer des ukrainischen Geheimdiensts SBU. Schwer bewaffnet räumten sie die Geschäftsstelle aus, nahmen Computer, Möbel und Akten mit. Drei Lastwagen mit Kaffeebohnen und -maschinen für Wermuths Kaffeehäuser wurden gleichzeitig am Zoll festgehalten. Die Kaffeeläden waren lahmgelegt. Wermuth stand vor dem Ruin. «Die warfen mir illegalen Import vor. Das ist lächerlich. Wir sollten verstaatlicht werden», erinnert sich Wermuth, «das war eine kriminelle Aktion.» Doch in der Ukraine unter dem damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch seien solche Machenschaften System gewesen. Wermuth konnte sein Geschäft schliesslich retten. Er musste es für 500 000 Franken zurückkaufen. Das war im Jahr 2011. Peter Wermuth hat viele solcher Geschichten zu erzählen. Er tut dies mit einem süffisanten Lächeln und einer Ruhe, dass man sich fragt, warum das Nervenkostüm dieses Mannes nicht schon längst Schaden genommen hat. Er sei für diese Welt wohl etwas zu lieb und zu gutgläubig, sagt er über sich selber. Das ist aber nur die eine Seite

Bilder: Michael Sieber

von Wermuths Charakter. Die andere ist: Abenteuerlust, Wagemut und Rastlosigkeit. Das lässt zumindest seine Lebensgeschichte vermuten. Der Kaffee veränderte sein Leben

Wermuth, 66 Jahre alt, geschieden und Vater eines erwachsenen Sohns, sitzt am Küchentisch seines Elternhauses im bernischen Vielbringen bei Worb. Natürlich gibt es Kaffee zu trinken – der Marke «Lilla e Rose Blaser» aus einer Gaggia-Kaffeemaschine, die Wermuth in der Ukraine so erfolgreich etabliert hat. Hier im Bauernhaus ist er zusammen mit elf Geschwistern aufgewachsen. Seine Eltern – die Mutter 90, der Vater 94 Jahre alt – und ein Bruder leben noch immer auf dem Hof. Wermuth musste schon früh anpacken. Bevor er zur Schule ging, brachte er morgens um vier Uhr das Gras von den Feldern zu den Kühen. «Heute ginge das wohl nicht mehr. Das wäre Kinderarbeit», sagt er. Aber «chli öppis aapacke» habe noch niemandem geschadet. Zum Kaffee fand der Berner nach einer Lehre zum Maschinenmechaniker als Kaffeemaschinenmonteur bei der Firma Augsburger im Emmental. Kurze Zeit später gründete er seine eigene Firma Wermuth + Co., die auf Verkauf und Service


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MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 21

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Peter Wermuth in einem seiner Läden: In der Ukraine und in Russland werden inzwischen 130 Betriebe als Domkofe-Franchise-Shops betrieben.

von Kaffeemaschinen spezia­ lisiert war. 1992 bekam Wer­ muth von einer Schweizer Managementfirma den Auf­ trag, in St. Petersburg Schiffe für Flussreisen mit Kaffee­ maschinen zu bestücken. Er nahm den Auftrag an. «Was ich in St. Petersburg sah, war deprimierend. Die Gegend sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.» Als die Schiffe mit den Kaffeemaschinen ausgestattet waren, witterte Wermuth ein Geschäft. Warum die Kaffee­ maschinen nicht gleich vor Ort in Russland herstellen? Seine Dolmetscherin Tatja­ na Paramzina fand das eine gute Idee und vermittelte ihm die nötigen Kontakte – jedoch nicht in Russland, sondern in ihrem Heimatland Ukraine. Tatsächlich begann Wermuth in der ostukrainischen Stadt Charkiw mit der Kaffeemaschi­ nenproduktion. Er musste den Betrieb aber schon bald wieder einstellen. «Die Qualität war einfach zu schlecht.» «Starbucks des Ostens»

Der Osten liess den Berner aber nicht mehr los. Zusam­ men mit Tatjana Paramzina – die beruflich und privat seine Partnerin wurde – eröffnete er im Jahr 1998 den ersten Dom­ kofe­Laden in Charkiw. Heute sind es in der Ukraine und in Russland über 130 Be­ triebe, die als Franchise­Shops betrieben werden und impor­ tierten Blaser Café aus Bern anbieten. Domkofe (russisch

für Kaffeehaus) gilt auch als «Starbucks des Ostens». Wermuth lebt die Hälfte des Jahres in Charkiw und bekam die Revolution auf dem Mai­ danplatz in Kiew 2014 deshalb hautnah mit. Die Hoffnung auf ein ehrlicheres politisches Sys­ tem war auch bei ihm gross. Doch zwei Jahre später stellt er bestürzt fest: «Es hat sich nichts geändert. Die Politiker sind so korrupt wie eh und je.» Er könne nicht verstehen, dass die EU dem neuen Präsi­ denten Petro Poroschenko Milliarden für den Aufbau des Landes zur Verfügung stelle, «das meiste davon wandert in die Taschen der Politiker». Wegen des Konflikts zwi­ schen Russland und der Ukrai­ ne im Osten des Landes muss­ ten einige seiner Shops schlies­ sen. Trotzdem kehrte Wermuth dem Land nicht den Rücken, im Gegenteil. Vor Kurzem hat er eine neue Geschäftsidee in die Tat umgesetzt: Er importiert nun auch Käse. Unlängst hat er in Kiew ein Restaurant eröffnet, in dem Fondue und Raclette serviert werden. Doch ob Kaffee oder Käse, die Behörden machen ihm auch hier das Leben schwer. «Beim ukrainischen Veterinär­ amt schneiden sie immer bis 15 Kilogramm meines Käses für sich selber ab», sagt Wermuth und lächelt, «er muss offenbar ziemlich gut sein.» MM «Dok»: «Ukraine trotz allem – unter­ wegs mit dem Schweizer Kaffeekönig, der Kinderärztin und dem Schrift­ steller», SRF1, 17. März, 20.05 Uhr

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22 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN

Beichten

Wer fürchtet noch das Höllenfeuer?

Früher war klar: Wer nicht regelmässig seine Sünden bekannte, dem drohte die Hölle. Doch wer beichtet heute noch? Und wie steht die Jugend zum Beichtstuhl? In einer städtischen Pfarrei in Zürich und einer ländlichen im Kanton Schwyz zeigt sich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind.

Text: Kristina Reiss

Bilder: Samuel Trümpy


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 23

«Viele Schulkollegen gehen nicht beichten. Wahr­ scheinlich meinen sie, dass man sich die Dinge erst mal selbst eingestehen muss.» Vreni von Rickenbach (16)

Der 14-jährige Daniel Schuler ist nicht der einzige Jugendliche in Steinen SZ, der Pfarrer Rudolf Nussbaumer im Beichtstuhl seine Sorgen und Nöte anvertraut.

P

farrer Rudolf Nussbaumer (58) sitzt am Holztisch seiner Pfarrstube in Steinen SZ. Niedrige Decken, knar­ rende Holzdielen und Butzenschei­ ben, durch die die Wintersonne fällt. Hier, fast in Nachbarschaft zum Kloster Einsiedeln, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Pfarrer ist ein quirliger Mann, spricht viel und schnell. Gestern Abend hat er bis spät in der Nacht gearbeitet, nun ruft schon wieder die geistliche Pflicht: eine Einsegnung auf dem Dorfplatz steht an. Von draussen hört man bereits die Klänge der Musikkapelle. 3000 Einwohner hat der Ort am Lauerzer­ see, 84 Prozent von ihnen sind Katholiken. Die Dorfkirche St. Jakob stammt aus dem 12. Jahrhundert, ein spätgotischer Bau mit barocker Ausstattung. Auch drei Beichtstühle gehören dazu. Denn gebeichtet wird in Stei­

nen noch ganz traditionell: im schummrigen Licht des Beichtstuhls. Dabei kniet der Sün­ der in seiner Kabine vor dem vergitterten Fensterchen, hinter dem die Umrisse des Priesters nur schemenhaft auszumachen sind. «Das Fenster bleibt heute allerdings meist offen», sagt Nussbaumer. Zumindest bei den Erwachsenen. Jugendliche dagegen wünschten sich das Gitter. «Vor allem in der Pubertät, da schämen sie sich manchmal.» Dass Jugendliche freiwillig alle vier bis acht Wochen in die Kirche kommen, um auf diese Art die Beichte abzulegen, ist in Steinen durchaus üblich. Christa (17) zum Beispiel findet: «Es heisst ja immer, man soll über alles reden. Da passt Beichten doch gut.» Und Daniel (14) meint: «Es ist wie ein Neu­ start.» Auch Manuela (16) sieht es pragma­ tisch: «Man geht auch regelmässig duschen.

«Es heisst ja immer, man soll über alles reden. Da passt Beichten doch gut.» Christa Schuler (17)

Beichten ist nicht viel anders.» Und ihre Schulkollegen tun dies ebenfalls? «Nein, viele nicht», erklärt die 16­jährige Vreni. «Wahrscheinlich weil sie meinen, dass man sich die Dinge erst mal selbst eingestehen muss.» Die Jugendlichen aus Steinen jedoch kennen es nicht anders: Ihre Eltern bekennen regelmässig ihre Sünden, die Grosseltern ebenfalls – sie beichten, weil alle es tun. Ausserdem haben sie einen persönlichen Bezug zu Pfarrer Nussbaumer: Er ist ihr Religionslehrer. «Gibt ein Pfarrer keinen Unterricht mehr, schläft vieles ein», sagt Rudolf Nussbaumer. «Manchmal melden sich ehemalige Schüler nach Jahren bei mir. Junge Männer, die mich ansprechen. Etwa so: ‹Kennen Sie mich noch? Ich hab Scheiss gebaut, ich muss mit Ihnen reden›.» Häufig gehe es um Alkohol,


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MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 25

Fastenzeit

Die österliche Busszeit Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige

österliche Busszeit, die Zeit der Umkehr und Einkehr, der Reue und Busse. Sie soll auf Ostern vorbereiten. Christen, die für Kapitalsünden zu büssen

Beichtstühle sucht man in der katholischen Kirche St. Gallus in Schwamendingen vergebens. «Das ist nicht mehr zeitgemäss», findet Pfarrer Alfred Böni.

Drogen, Beziehungsprobleme. Aber auch um neue Süchte wie Handy und Internet. Der Priester hört dann nicht nur zu, sondern stellt auch Fragen wie «Was macht die Lügerei mit dir?». Pfarrer Nussbaumer sagt gerade heraus, was er denkt – und punktet damit: «Sie wissen, dass ich kein Drama daraus mache.» Seine Präsenz im Beichtstuhl versteht der Pfarrer als Lebenshilfe: «Junge Priester gehen wieder mehr auf Jugendliche ein, früher wurde dies alles Laientheologen überlassen. Dabei ist der Kontakt zur Jugend so wichtig.» Beichten ist für ihn deshalb kein Auslaufmodell: «Im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, es würde vielen guttun.» Ein einziger Satz ... und schon sind alle Sünden vergeben

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts trieb die Vorstellung, dass man ohne Absolution in die Hölle kommt, viele Katholiken in den Beichtstuhl. Dort gestanden sie ihre kleinen und grossen Vergehen, die der Priester sodann mit einem einzigen Satz auflösen konnte: «Ich spreche dich los von deinen Sünden, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.» Eigentlich wunderbar. Doch seit den 60er-Jahren sind solche Ohrenbeichten stark rückläufig. Statistiken gibt es dazu keine. Fakt aber ist: Von Ausnahmen wie Steinen oder Kloster Einsiedeln abgesehen, wartet in den meisten katholi-

schen Gemeinden der Pfarrer oft vergebens auf Beichtwillige. Wie in Zürich Schwamendingen. Dort steht die moderne katholische Kirche St. Gallus, ein Bau aus den 60er-Jahren mit viel Sichtbeton und einem der grössten Kirchenfenster des Landes. Auf dem Vorplatz vergnügen sich Jugendliche mit Skateboards und Musik. Auf die Frage, ob sie manchmal beichten gingen, verschlägt es ihnen für einen kurzen Moment die Sprache: «Beichten? Äh, nein. Warum?» Pfarrer Alfred Böni (68) nimmt seit 42 Jahren Beichten ab. In jüngster Zeit allerdings immer seltener. Vor zwei Jahren liess man deshalb in St. Gallus die wöchentliche Beichtgelegenheit auslaufen. 7000 Mitglieder umfasst die Zürcher Pfarrei, 80 Prozent der Familien haben einen Migrationshintergrund. Klassische Beichtstühle gibt es schon lange nicht mehr. «Das passt nicht in unsere Zeit», findet Böni. Stattdessen wurde ein Zimmer eingerichtet, in dem sich Pfarrer und Beichtende an einem Tisch gegenübersitzen. Eine Kerze, ein Kruzifix und Rembrandts Bildmotiv «Die Rückkehr des verlorenen Sohnes» sind die Accessoires. Eine womöglich einschüchternde Beichtstuhlatmosphäre sucht man vergebens. Pfarrer Böni spricht sowieso lieber von Versöhnung statt von Busse und Beichte. Letzteres klinge so nach Strafe. «Ohrenbeichten

sind nicht mehr zeitgemäss, deshalb laden wir zu Versöhnungsfeiern ein.» Gottesdienste, bei denen die Besucher sich in einer geführten Besinnung still ihrer Verfehlungen erinnern und vom Priester durch Handauflegen die Absolution erteilt bekommen. Die Themen sind Untreue und die Erwartungen der Eltern

Wie Rudolf Nussbaumer ist auch Alfred Böni ein Pfarrer, der Vertrauen ausstrahlt und genau zuhört. Wohl auch deshalb gibt es sie manchmal noch, die Anfragen für ein Gespräch mit dem Geistlichen, vor allem vor Weihnachten und Ostern. Vergangenes Jahr im Advent waren es allerdings nur zehn. Böni hakt dann nicht nach, was für ein Gespräch es sein soll. Meist wird aber rasch klar: Beichtgespräch hätte man es früher genannt. «Die meisten, die zu mir kommen, sind ein bisschen verunsichert. ‹Helfen Sie mir bitte›, sagen sie oft, ‹ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das geht.›» Früher in den Siebzigern, als er noch Vikar in Winterthur Wülflingen war und je fünf bis acht Beichten in der Stunde hörte, hätten die Dinge anders gelegen: «Damals kamen die Leute regelmässig mit ihren Sünden. Es ging um Lügen, das Nichteinhalten des Gebots, freitags auf Fleisch zu verzichten, und um Sexualität. Eine sehr verklemmte Sexualität übrigens.»

hatten, mussten dies früher öffentlich tun. Zu Beginn der Fastenzeit legten sie ein Bussgewand an, bekamen Asche aufs Haupt gestreut und taten Busse bis zur Osternacht, in der sie wieder in die Gemeinschaft der Kirche eingegliedert wurden. Die Asche als Symbol der Vergänglichkeit und Zeichen der Trauer und der Busse ist seit alttestamentarischer Zeit belegt. Als die öffentliche Busse im 10. Jahrhundert Geschichte war,

übertrug sich die AscheSymbolik auf alle Gläubigen, die das Ritual teilweise schon früher aus Solidarität zu den Büssern an sich vollziehen liessen. Auch heute noch wird in der Messe am Aschermittwoch den Gläubigen als Zeichen der Busse und Reinigung ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet oder auf den Kopf gestreut. Heute kennt die kirchliche Ordnung nur

noch zwei Fasten- und Abstinenztage im Jahr. Neben dem Karfreitag, dem Tag des Leidens und des Sterbens Jesu Christi, sind die Christen am Aschermittwoch angehalten, sich in Askese zu üben und auf diese Weise den Beginn der österlichen Busszeit bewusst wahrzunehmen. Liturgie.ch


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Jugendliche erklären im Video, warum sie beichten

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Heute komme deswegen nie­ mand mehr zu ihm, sagt Böni. Meist gehe es um Beziehungs­ themen, oft um Untreue. Oder darum, dass man den Erwartun­ gen der Eltern nicht gerecht wird, die eigenen Kinder nicht mehr versteht. Und wie stehts mit Mord? Kindsmissbrauch? Der Pfarrer schüttelt den Kopf. Damit sei er während seiner ganzen Seelsorgezeit nie kon­ frontiert worden, dafür hin und wieder mit Frauen, die nach einer Abtreibung mit Schuldge­ fühlen kämpften. Geändert habe sich jedoch die Substanz der Beichte: Früher hätten die Leute vergleichsweise einfache Sünden zu ihm getragen, das Gespräch habe höchstens ein paar Minu­ ten gedauert und sei sehr formal gewesen. Wer ihn hingegen heute aufsuche, bringe sein komplettes

Leben mit, unter 30 Minuten laufe nichts. «Die Menschen sind in viel komplexeren Situationen», sagt Böni. «Und sie wollen nicht nur ihr Gewissen erleichtern, sondern konkrete Ratschläge.» Die meisten Katholiken gehen zum ersten Mal als Kind beich­ ten, in der 3. Klasse, weil es die Voraussetzung für die Erstkom­ munion ist. Frieda Mathis (53) findet das nicht sinnvoll. Sie ist Religionspädagogin und erteilt in St. Gallus Religionsunterricht. Hier werden Kinder erst in der 4. Klasse auf das Sakrament der Versöhnung vorbereitet, «weil sie dann reifer sind und ihr Han­ deln besser reflektieren können», so Mathis. Kinder und Eltern sollten dabei gemeinsam darüber nachdenken, was im Alltag gut läuft – «ein Gedanke, der dem defizitären Ansatz der Beichte

fern liegt». St. Gallus setzt auf Freiwilligkeit statt äusseren Druck. Dennoch erreichten die Angebote von Versöhnung die Jugendlichen nicht. «Wenn dies den Eltern fremd ist, wie soll es dann der Nachwuchs lernen?» Schuldbewusstsein ist weniger stark ausgeprägt als früher

Dass das Interesse an der Beichte in den städtischen Pfarreien ab­ nimmt, ist laut Frieda Mathis auch eine Folge des gesunkenen Stellenwerts der Kirche im Pri­ vatbereich. Ausserdem sei das Schuldbewusstsein weniger aus­ geprägt als früher. Dies fällt der Religionslehrerin bei ihren Schü­ lern auf, «besonders dann, wenn es darum geht, jemandem phy­ sisch oder psychisch wehzutun». Aber auch bei Erwachsenen sei diese Tendenz festzustellen.

Wird heute zu wenig auf das Seelenheil geachtet? Zur Dental­ hygiene gehen wir auch regel­ mässig, lassen Zahnstein entfer­ nen, um die Wurzel zu schützen. Warum also nicht mal eben kurz beichten, die Reset­Taste drücken, einfach neu starten? Wellnessberater und Thera­ peuten profitieren von diesem Bedürfnis. Eine Konkurrenz, der sich Pfarrer Böni bewusst ist. «Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass Therapeuten uns die Beichtkandidaten wegnehmen», sagt er. «Dabei wäre es bei uns gratis.» Aber was bieten Sie, was Therapeuten nicht zu leis­ ten vermögen, Herr Böni? «Die Erfahrung, dass man mit einem verzeihenden Gott rechnen kann. Wer diese Dimension annehmen kann, der erfährt wirklich Hilfe, nicht nur Lebensberatung.» MM

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Schluck vom flüssigen Gold Schottlands verkosten werden. Später statten wir dem hübschen Märchenschloss Blair Castle einen Besuch ab. Auf dem Rückweg passieren wir Perth, die ehemalige Hauptstadt Schottlands. 5. Tag Sonntag 14. August 2016 – Schottische Border, Melrose Abey, Fähre Heute erleben wir noch einmal unberührte Natur und atemberaubende Landschaften. Unsere Fahrt durch die schottischen Borders wird Sie begeistern. Mit der Besichtigung der herrlichen Abteiruine von Melrose steht ein letzter Höhepunkt auf dem Programm, ehe uns in Hull die Fähre nach Rotterdam erwartet. Nachtessen und Übernachtung an Bord. 6. Tag Montag 15. August 2016 - Heimreise Nach der Ankunft der Fähre am Morgen in Rotterdam treten wir die Heimreise an. Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

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MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 29

O Bänz Friedli

Schön blöd

Ohne gross zu überlegen, lade ich ein Bild von mir hoch. Um zu erfahren, wie gut ich aussehe – oder eben wie schlecht. Eine neue Site im World Wide Web ver­ spricht, binnen Sekunden mein Alter zu schätzen und mir mitzuteilen, wie hübsch ich sei. Die Abstufung reicht von «Hmm …» bis «göttergleich»: Algorithmen ermitteln meine Schönheit.

Bänz Friedli (50) darf sich jung fühlen.

Eine Spielerei? Nein, kompletter Schwachsinn. Schon in den ersten Tagen verzeichnete die Website Faces.ethz.ch Millionen von Nutzerinnen und Nutzern. Bestimmt vor allem junge Frauen, die sich von ihrem Handy sagen lassen mussten, wie unattraktiv sie seien … Und leider haben Sie richtig gelesen: Ja, unsere hehre ETH hat den elektronischen Schönheits­ messer erfunden. Ausgerechnet die ETH, deren Rektor keine Gelegenheit auslässt, die angebliche Verblödung unserer Jugend zu beklagen und härtere Maturprüfungen zu fordern. Wäre ich technikaffiner, würde mir der Nutzen der Forschung, die hinter solch einem Projekt steht, gewiss ein­ leuchten. Programme, die Gesichter ein­ ordnen können, werden künftig eine Rolle spielen. Bestimmt ist die App nicht fern, in die man ein hurtig geknipstes Porträtbild eingeben kann, um zu erfahren, wessen Antlitz es ist. So, wie das heute bereits mit Songs funktioniert: Eine Melodie kurz

mitschneiden – schon verrät einem eine App, von wem der Song stammt. Sollte Ähnliches künftig auch mit Menschen möglich sein, wäre dies gerade mir dien­ lich, zumal ich so oft Mühe habe, Gesichter «heimzutun». (Allerdings stelle ich mir das auch ein bisschen peinlich vor: «Wart, muss dich schnell googeln!» Smartphone gezückt, Schnappschuss gemacht … «Ach, ja, klar! Du bist die Fabienne! Wie läufts?») Nein, diese Schönheitsbeurteilung ist nicht harmlos. Weil sie suggeriert, einzig Äusserlichkeit sei wichtig. Weil sie junge Leute unnötig deprimiert, da sie nur «okay» abschneiden und nicht «stunning». Ist ja klar, dass jedes zweite Schweizer Mädchen schon sein Foto hochgeladen hat! Zwar wird behauptet, das System akzep­ tiere niemanden unter 18 Jahren. Aber das ist Heuchelei. Alle Teenager, die ich eingab, wurden beurteilt und auf 22­ bis 24­jährig geschätzt. «Nehmen Sie das nicht zu ernst!», beschwichtigen die ETH­Entwick­ ler im Kleingedruckten. Perfid, denn da ist der Schaden bereits angerichtet. Zum Test habe ich Marilyn Monroe eingegeben. Das Programm gibt der Jahr­ hundertschönheit Note 4 auf der Skala von 1 bis 6. Mir dagegen schmeichelt es, ich sei 37 Jahre jung. Was möchten die Herren Programmierer noch trinken? MM

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30 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN

Leserforum MM08: Diese Woche Städte wagen den Cannabis-Test

«Noch mehr Jugendliche werden zum Joint greifen» Indem erlaubt wird, Cannabis legal zu konsumieren, wird ein falsches Signal gesetzt. Die Legalisierung des Cannabiskonsums kommt einer Verharmlosung der Droge gleich. Noch mehr Jugendliche werden zum Joint greifen und sich dem Risiko ausetzen, an einer Psychose, Depression oder Schizophrenie zu erkranken. Als Psychiaterin habe ich die Folgen des Cannabiskonsums an sehr vielen Beispielen persönlich hautnah miterlebt, weshalb ich dem Versuch nicht zustimmen kann. Gabriella Hunziker, Mühlrüti SG

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MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 31

MM08: Reportage Indira weckt

die sanfte Seite der Häftlinge

«Ein zu Tränen rührender Artikel» Herzlichen Dank für diesen zu Tränen rührenden Artikel. Gratulation an die Gefängnis­ leitung dass Sie diesen gestrau­ chelten Menschen hilft, wieder zu sich selbst zu finden, Gefühle anzunehmen und zu geben. Beatrice Näpfer, via Mail «Indira weckt die sanfte Seite der Häftlinge» finde ich eine tolle und eindrückliche Repor­ tage. Da wird doch einmal wieder aufgezeigt, was alles mit einem «Ausgegrenzten» möglich ist. Weshalb wird das so wenig umgesetzt? Das wäre

doch auch für psychiatrische Kliniken ein guter Weg. Claudia Huser, via E-Mail MM08: Migros-Welt Zu Besuch

beim Wanderhirten

«Schäflein in Todesangst»

durchdringendes, ängstliches Plärren von Hunderten von Schafen zu hören. Nach einigen Stunden ist dann auch das letzte, vor Todesangst zitternde Schäflein still. Fridolin Steiner, Adliswil ZH

Nach dem Bericht über die vom Hirten umsorgten und von Hun­ den beschützten Schafe, die fried­ lich blökend und äsend über die Felder ziehen, müsste auch ein­ mal berichtet werden, wie die Schafe am Schluss der Wande­ rung unsanft in zum Teil doppel­ stöckige Tiertransporter verladen werden, um zusammengepfercht die stundenlange, letzte Fahrt zur Schlachtbank anzutreten. Dort ist kein Blöken mehr, sondern ein

MM08: Reisen Im Reich

der Ayatollahs

«Menschenrechte missachtet» Seit Aufhebung der Wirtschaftssanktionen der EU ist das iranische Regime bestrebt, sein Ansehen als Wirtschaftspartner aufzuwerten. Doch nach wie vor gilt, dass die Menschenrechte systematisch missachtet werden. Es finden regelmässig öffentliche Hinrichtungen statt. Auch zur Tatzeit Minderjährige werden hingerichtet. In Ihrem Reise­ bericht wird mit keinem Wort erwähnt, dass auch 2015 über 1000 Hinrichtungen vollstreckt worden sind. Dies ausser Acht zu lassen, halte ich für unzulässig. Verena Gantner, Uttigen BE

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32 | MM10, 7.3.2016 | MENSCHEN

La Lupa und Christa de Carouge

«Jeder sollte selbst entscheiden, was eine Farbe für ihn bedeutet» Die Sängerin La Lupa (69) und die Designerin Christa de Carouge (79) pflegen einen eigenwilligen Umgang mit Farben. Die eine trägt nur Schwarz, die andere nur Bunt. Ein farbphilosophisches Gespräch mit zwei aussergewöhnlichen Künstlerinnen, die seit 20 Jahren befreundet sind. Interview: Andrea Freiermuth, Anne-Sophie Keller Bilder: Dan Cermak


MENSCHEN | MM10, 7.3.2016 | 33

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Sie sind seit 20 Jahren befreundet. Wie ist diese Freundschaft angesichts derart unterschiedlicher Ansichten über Farbe überhaupt möglich? Christa de Carouge: Jede lebt ihr Leben. Jede hat ihren Stil. Und ich akzeptiere jeden Stil. La Lupa: Es muss einfach Stil sein. De Carouge: Genau. La Lupa: Eine Freundschaft scheitert nicht an der Frage des Stils. Ein Problem wäre etwa, wenn ich keinen Geschmack hätte und meine Kleider wahllos kombinieren würde. De Carouge: Lupa hat definitiv Geschmack. Halt einfach einen anderen. Aber mit dem Entscheid für Bunt beziehungsweise Schwarz ist doch auch eine Lebenseinstellung verbunden. Sind Sie nicht zu verschieden? La Lupa: Schwarz und Bunt gehen sehr gut zusammen. Ein schwarzer Hintergrund macht jede Farbe präziser und bestimmter. Er bringt alle Farben zum Leuchten, wie schon Wassily Kandinsky sagte. Funktioniert Ihre Freundschaft so gut, weil Sie einander viel Kontrast bieten? De Carouge: Das würde ich so nicht sagen. Aber wenn ich mich nur mit schwarz angezo­ genen Menschen umgeben wollte, müsste ich ins Kloster gehen. Und nur weil die dort schwarze Kutten tragen, heisst das noch lange nicht, dass ich im Kloster viele Freunde finden würde, wenn das Innere nicht stimmt. La Lupa: Unsere Freundschaft funktioniert so gut, weil wir ehrlich zueinander sind, es oft lustig haben, aber auch ernsthafte Ge­ spräche führen können … De Carouge: … etwa über die Situation auf der Welt oder über Freunde, die sterben. Wir sind nicht mehr die Jüngsten. Aber ich beklage mich nicht übers Alter. Ich habe meine innere Ruhe gefunden, meine Zufrie­ denheit. Das macht das Altwerden einfacher. Konsequent schwarz, konsequent bunt: Ist Ihr Stil nicht einfach auch eine Masche, um als Künstlerin aufzufallen? La Lupa: Ach was, mir hat mein buntes Auftreten eher geschadet. Für viele bin ich einfach die, die orangefarbene Haare hat und farbig angezogen ist. Es gibt viele Leute, die gar nicht wissen, dass ich eigentlich Sängerin und Schauspielerin bin. De Carouge: Ich bin bald 80. Ich kann mich nicht noch mehr positionieren. Wenn es eine Masche wäre, könnte ich schon lange damit aufhören. Wie haben Sie zu Ihrem Stil gefunden? De Carouge: Gene und Biografie. Meine Mutter war Schneiderin. Mit dem Schneidern habe ich schon früh geliebäugelt. Aber dazu­ mal wurde man in diesen Schneiderateliers

Christa de Carouge: «Schwarz ist neutral. Es lenkt nicht ab, etwa von der Form oder vom Material.»

als Lehrling grässlich behandelt. Mein Vater erlaubte mir dann, an die Kunstgewerbe­ schule zu gehen, um Grafikerin zu werden. Die war damals geprägt durch den Bauhaus­ stil. Da hat es peng! gemacht. Das Puristi­ sche, Minimalistische faszinierte mich. Max Bill und Gottfried Honegger waren meine Mentoren, denen ich viele Fragen stellen durfte. Die hat man ja, wenn man jung ist. La Lupa: Bei mir hat sich der Stil automa­ tisch entwickelt. Bis fast 40 habe ich hin und wieder etwas Schwarz getragen. Heute ist mir das zu verschlossen, zu sehr nach innen gerichtet. Ich habe zwei Seiten: Einerseits

Zur Person

Die Dame in Schwarz Christa de Carouge (79) ist Kostümdesig­ nerin und Modeschöpferin und kleidet sich seit rund einem Vierteljahrhundert ausschliesslich in Schwarz. Sie wurde am 6.August 1936 in Basel als Christa Furrer geboren. 1963 heiratete sie den Textilkauf­ mann Rudi Hegetschweiler, mit dem sie zwei Boutiquen eröffnete. Weitere folgten, nachdem sich das Paar wieder getrennt hatte – unter anderem in Carouge GE, wo sie ab 1978 auch ein eigenes Atelier unter­ hielt. So tief war Christa Furrers Bezug zum Genfer Vorort, dass sie ihn als Künstler­ name wählte. Heute lebt die 79­Jährige mit ihrem rabenschwarzen Cockerspaniel namens Sushi im Zürcher Seefeldquartier.

bin ich extrovertiert. Aber ich habe durchaus auch eine Seite, die ich nicht nach aussen trage. De Carouge: Ich mochte früher auch Bor­ deaux, nicht nur im Glas ( lacht). Seit ich etwa Mitte 30 bin, trage ich nur noch Schwarz. Schwarz ist neutral. Es lenkt nicht ab, etwa von der Form oder vom Material. Ich bin eine Materialfetischistin: hochwertiger Stoff und die Textur sind mir wichtig. Dieses Plissee (zupft an ihrem Umhang) könnte ich stunden­ lang anschauen, in seine Falten und Täler ein­ tauchen. Je nachdem, wie es fällt, verändert sich sein Farbton. Ist das nicht wunderbar? La Lupa: Mir ist das viel zu düster. Ich liebe es, Farben zu kombinieren. Wenn ich mich im Spiegel betrachte, sehe ich nicht Lupa, sondern eine Installation. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin keine Farb­ künstlerin. Ich habe nichts erfunden. Darum wäre es auch falsch, mich mit Christa zu vergleichen. Ich ziehe mich einfach bunt an, habe meinen Stil; Christa hingegen hat einen Stil kreiert. Meine Kreativität offen­ bart sich in meinen Programmen. De Carouge: Mein Ansatz war immer: Es muss nicht allen, sondern vor allem mir gefallen. Bei all diesem Hippiezeug habe ich zum Beispiel nie mitgemacht. Dieses Massen­ theater! Schon in der Kunstgewerbeschule habe ich weite Jupes und übergrosse Herren­ hemden aus dem Brockenhaus getragen. Das war mein Ding! Später wurde daraus das «habit – habitat». Kleider, in denen man wohnen kann. Ich bin eine Nomadin. Darum liess ich mich vom Schlafsack zu weiten wattierten Umhängen inspirieren.


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La Lupa: Ich habe als Teenager Jeans und den Militärpullover meines Vaters getragen. Ich hatte kein Geld, aber träumte damals schon von speziellen Kleidern. Diesen Traum konnte ich mir mittlerweile erfüllen. Heute besitze ich zum Beispiel über 200 Hüte. Schwarz wird oft mit Negativem verbun­ den – schwarze Schafe, illegale Machen­ schaften zum Beispiel. De Carouge: Hören Sie auf mit solchen Zuweisungen. Schwarz ist traurig! Schwarz ist böse! Das ist es eben alles nicht. Ich habe in den 80er-Jahren sogar schwarze Brautkleider gemacht. Sie selber haben 1963 in Weiss geheiratet. De Carouge: Ich sah aus wie Audrey Hepburn in «Breakfast at Tiffany’s». Aber ich fühlte mich nicht wohl in Weiss, schon damals nicht. Es passte einfach nicht, auch diese Ehe war nicht das Richtige. Beruflich hat es mit diesem Mann gut funktioniert. Er hat mich zur Mode gebracht. Aber die wahre Liebe habe ich erst mit 65 kennengelernt, als ich nach 13 Jahren Singledasein gar nicht mehr daran glaubte. Apropos Liebe: Man sagt, die Frau soll beim ersten Date Rot tragen, weil das die Hormone in Wallung bringe. La Lupa: Rot ist die Farbe der Leidenschaft, das stimmt. Aber wenn ein Mann das braucht, um die Liebe zu entfachen: Madonna! Dann ist er wirklich nichts wert. De Carouge: Rot wie die Liebe. Grün wie die Hoffnung. Schwarz wie der Tod. Ich kanns nicht mehr hören! Jeder sollte selbst entscheiden, was eine Farbe für ihn bedeutet. Farben wurden im Lauf der Geschichte auch immer wieder instrumentalisiert. Etwa Braun in der Uniform der Nationalsozialisten. La Lupa: Dabei ist Braun so eine schöne Farbe. Man muss sich dagegen wehren und diesen missbrauchten Farben eine neue Bedeutung zuweisen.

laufen, dann tue ich das. Aber ich habe keine Lust dazu. Das wird nicht passieren. La Lupa, in der «Schweizer Illustrierten» sagten Sie einmal, dass Sie «eine extreme Abneigung gegen all diese schwarz gekleide­ ten Typen» haben. (Beide lachen schallend) La Lupa: Typen, genau! Ich sagte nicht Typinnen. Wahrscheinlich sind mir damals diese schwarz gekleideten Herren, die sich so wichtig nehmen, auf den Wecker gegangen. Christa de Carouge, Sie wollten La Lupa einst zum Schwarz bekehren. De Carouge: Ich fand damals, sie müsse jetzt auch so rumlaufen. Auch weil Schwarz ihre orangen Haare noch besser zur Geltung bringen würde. La Lupa: Später ist sie sogar über ihren Schatten gesprungen und hat mir eine farbige Kombination gemacht. Eine Hose in Aubergine, eine Bluse in Orange, ein Tuch in Rot und dazu noch einen bunten Mantel – ein echter Freundschaftsdienst. La Lupa, Sie haben sich für Ihr Programm «Colori – i canti del mondo» intensiv mit der Bedeutung der Farben auseinander­ gesetzt. Teilen Sie die Meinung, dass jeder selber entscheiden sollte, was eine Farbe zu bedeuten hat? La Lupa: In meinem Programm hat jede Farbe eine eigene Bedeutung. Nur beim Gelb ist es nicht eindeutig. Gelb ist sowohl die Farbe des Neids als auch der Intelligenz. Wie klingen Farben? La Lupa: Farben sind Energien, Wellen. Ich habe das Programm nach den sieben Farben

Zur Person

Die kunterbunte Sängerin La Lupa (69) ist Sängerin und Schauspie-

Was bedeutet Schwarz für Sie? La Lupa: Schwarz ist, wenn alle Farben fehlen. Wenn kein Licht vorhanden ist – so wie in der Tiefe des Universums. De Carouge: Schwarz ist nobel, elegant, edel – und konstruktiv. Es unterstreicht die Form und bringt sie zur Geltung. Men­ schen, die Schwarz tragen, wirken stärker. Ihre Falten und Furchen kommen besser zur Geltung. Schwarz wirkt dabei aber nicht hart, sondern macht schön. Auf meiner ersten Italienreise war ich so fasziniert von den Witwen in Sizilien, alle in Schwarz, mit ihren zerfurchten, ausdrucksstarken Gesichtern.

lerin. Sie kam als Maryli Maura Marconi am 9. Februar 1947 im Tessiner Onsernonetal zur Welt, besuchte die Handelsschule in Bellinzona und trat als 20-Jährige eine Stelle bei einer Zürcher Bank an. Dort lernte sie den Bankkaufmann Markus Herz kennen, mit dem sie seit 46 Jahren verheiratet ist und im Zürcher Stadtteil Enge wohnt. Seit 1981 steht die Autodidaktin als Sängerin und Schauspielerin auf der Bühne und hat insgesamt 25 Programme realisiert. Ab März inszeniert La Lupa mit «Ars amandi» einen mit Liedern umwobenen Monolog.

Verpflichtet Schwarz auch? De Carouge: Mich verpflichtet nichts. Wenn ich Lust hätte, morgen in Weiss herumzu-

La Lupa live: Täglich von Dienstag, 8. März, bis Samstag, 19.März, präsentiert La Lupa ihr Programm «Ars amandi – Die Kunst des Liebens nach Ovid» im Theater Stok, Zürich, Hirschengraben 42.

des Regenbogens gestaltet, von Rot bis Violett. Für jede Farbe habe ich ein Lied gewählt: für Rot ein Liebeslied, für Grün ein Frühlingslied und für Violett ein Lied, das sich nach innen richtet. Haben Sie eigentlich eine Lieblingsfarbe? La Lupa: Ich habe alle Farben gern. Wenn ich eine als Lieblingsfarbe nennen muss, dann ist es Purpur, die Farbe der Transformation, die Farbe des siebten und höchsten Chakras. Lange war Violett auch die Farbe der Macht. In der Antike konnte man Violett ausschliesslich aus dem Pigment der Purpurschnecke gewinnen. Man benötigte 250 000 Tiere, um 40 Gramm Farbe zu erhalten. Das machte die Farbe zu einem den Königen vorbehaltenen Statussymbol. Wir dachten, es wäre vielleicht Orange, wegen Ihrer Haare? La Lupa: Meine Haare waren echt orange – mit Betonung auf waren. Heute muss ich sie färben. Aber natürlich mag ich diese Farbe. Orange ist die Farbe der Freude und des Festes. Es ist eine sehr menschenfreund­ liche Farbe. Das weiss wohl auch die Migros und hat darum Orange in ihrem Logo. Eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen bei­ den ist die Liebe zu wallenden Gewändern. De Carouge: Vor allem die Falten darin gefallen mir. Sie erinnern mich an die Gemälde der Renaissance.


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La Lupa: Wir haben auch eine ähnliche Einstellung: die Liebe zur Einfachheit und Schönheit. Ihre Kleider wirken aber eher üppig. La Lupa: Ich sehe das als einfach. Und Christa weiss genau, was ich meine, wenn ich einfach sage. De Carouge: Die Reduktion auf einfache Schnitte und hochwertige Stoffe. Der Schnitt ist nicht kompliziert. Es ist nichts zu viel. La Lupa: Nach indischen Massstäben zum Beispiel sind meine Farben nicht zu viel. Die Norm ist immer abhängig von der Perspektive und der Umgebung. De Carouge: Darum ist Reisen auch so wichtig. 1984 ging ich nach Japan. Ich interessierte mich für den Zen-Buddhismus und wollte alles darüber in Erfahrung bringen. Ich verbrachte viel Zeit in einem Kloster, lebte unter Mönchen und liess mir ihre Rituale zeigen. Später folgten Reisen nach Nepal und Tibet. Sie sind aber nicht zum Buddhismus konvertiert. De Carouge: Nein, nein. Ich bin nichts mehr. Ich bin ich ( lacht). La Lupa: Im Gegensatz zu Christa bin ich keine Atheistin. Ich glaube, echte Atheisten sind eher selten. Jeder glaubt an irgendetwas. De Carouge: Stimmt. Ich glaube an euch, an die Menschen und an die Natur. MM

© Disney

La Lupa: «Nach indischen Mass­ stäben sind meine Farben nicht zu viel. Die Norm ist immer abhängig von der Perspektive und der Umgebung.»

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600 000 individuell bedruckte Kaugummis haben Kunden seit April 2015 auf Myskai.ch bestellt. Vor Ostern erwartet Hersteller Chocolat Frey eine besonders starke Nachfrage.

Treue Kundschaft

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Jubiläum in Bruggen und Teufen Zwei Filialen der Migros Ostschweiz feiern vom 10. bis 12. März Geburtstag mit fünffachen Cumulus-Punkten und weiteren tollen Angeboten für die Kunden: Die Migros Bruggen wird 35 Jahre alt. Diese Kleinfiliale ist beliebt: Filialleiter Sacha Lüthi und sein 19-köpfiges Team dürfen auf viele treue Stammkunden

zählen. Die Migros Teufen feiert gar ihr 45-jähriges Bestehen. Filialleiterin Esther Eugster (l. im Bild), ihre Stellvertreterin Sabrina Müller (r.) und das ganze Team freuen sich auf die Jubiläumstage. Mehr von der Migros Ostschweiz ab Seite 81

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Paris. 2. Tag: Paris. Am Vormittag geführte Besichtigung der französischen Hauptstadt. Bootsfahrt mit den Bâteaux Mouches auf der Seine, wo der Eiffelturm und Notre-Dame an uns vorbeiziehen. 3. Tag: Paris–Chambord–Blois–Amboise. Wir verlassen Paris und fahren via Orléans zum Schloss Chambord, einem der schönsten Renaissanceschlösser der Welt. Individuelle Besichtigung mit Audioguides. Die Fahrt geht weiter nach Blois, ein hübsches Städtchen direkt an der Loire. Weiterfahrt nach Amboise, wo hoch über der Loire das Schloss Amboise thront. Geführte Schlossbesichtigung. 4. Tag: Amboise–Cognac–Bordeaux. Weiterfahrt in Richtung Cognac. Zeit für ein individuelles Mittagessen sowie um die malerische Altstadt zu entdecken. Führung und Degustation in einer der bekanntesten Weinbrennereien. 5. Tag: Bordeaux, fak. Ausflug Médoc. Heute entdecken wir Bordeaux, die Hauptstadt des Weines. Am Nachmittag Fahrt in das berühmte Weingebiet «Médoc» (fakultativ). Rundfahrt und Degustation in einem der ansässigen Châteaux. 6. Tag: Bordeaux–Dune du Pilat– Arcachon–Region Biarritz. Zuerst bestaunen wir heute die höchste Wanderdüne Europas. Weiterfahrt zum Seebad Arcachon. 7. Tag: Region Biarritz, Saint-Jean-de-Luz und Bayonne. Geführte Besichtigung von Biarritz. Von hier bieten sich herrliche Ausblicke auf die Silberküste, bekannt für ihre tosende Brandung und ihre einzigartigen Wellen. Weiterfahrt nach Saint-Jean-de-Luz, einem beschaulichen Fischerhafen. Am Abend Fahrt ins nahegelegene Städtchen Bayonne. 8. Tag: Region Biarritz–Carcassonne– Narbonne. Unsere heutige Etappe führt uns durch die Pyrenäen und über Toulouse nach Carcassonne. Wir entdecken dieses städtische Juwel mit vollständig erhaltener mittelalterlicher Festungsstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, auf eigene Faust. 9. Tag: Narbonne–Arles–Orange. Heute fahren wir weiter in die wunderschönen

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Sommer/Herbst 4: 18.08.–27.08. 5: 01.09.–10.09. 6: 15.09.–24.09.

Unsere Leistungen ■

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Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus Unterkunft in guten Mittelklasshotels Mahlzeiten: – 6 x Halbpension, davon 1 x Abendessen im lokalen Restaurant (1. Tag) – 3 x Frühstücksbuffet (2., 5. und 7. Tag) Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Ausflug Médoc, 5. Tag) Eintritte: Schloss Chambord und Amboise Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

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Belgien mit Brüssel und Flandern ndern

Regionen Provence und Camargue. Unser erstes Ziel ist das mittelalterliche Aigues-Mortes. Die Stadt ist von einer imposanten Mauer umgeben und vollständig erhalten. Weiterfahrt durch die Naturlandschaft der Camargue zum bekannten Zigeunerwallfahrtsort Les Saintes-Maries-de-laMer. Individueller Aufenthalt zum Mittagessen. Anschliessend besuchen wir Arles. Geführte Stadtbesichtigung. Schliesslich fahren wir weiter zu unserem letzten Übernachtungsort Orange. 10. Tag: Orange–Schweiz.

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Brüssel. 2. Tag: Brüssel, fak. Ausflug nach Leuven. Die Stadtbesichtigung führt uns zum Grand Place und den reichverzierten Zunfthäusern, zum Manneken Pis, Atomium und Europa-Viertel. Am Nachmittag haben wir die Möglichkeit, die lebendige Universitätsstadt Leuven kennenzulernen (fak.). 3. Tag: Brüssel, Ausflug nach Antwerpen. Heute fahren wir nach Antwerpen. Die Stadt hat viele bekannte Künstler hervorgebracht, darunter die Maler Rubens und van Dyck. Ausserdem ist Antwerpen für seine Diamanten bekannt. Geführter Altstadtrundgang und Besichtigung im Rubenshaus. Anschliessend freie Zeit. 4. Tag: Brüssel–Gent–Damme–Brügge. Bei einer Stadtführung durch Gent bewundern wir die alten Gilde- und Speicherhäuser entlang dem Ufer der Leie, das Rathaus und die Kathedrale mit dem «Genter Altar» der Brüder van Eyck. Danach besuchen wir Damme, die Stadt des legendären flämischen Narren «Till Eulenspiegel». Weiterfahrt nach Brügge. 5. Tag: Brügge. Bei einem Rundgang durch die Altstadt von Brügge geht es am Minnewater und Beginenhof vorbei zum Rathaus und Justizpalast. Während einer romantischen Bootspartie auf den Kanälen geniessen wir das mittelalterliche Stadtbild vom Wasser aus. Nachmittag zur freien Verfügung. Abendessen in einem typischen Altstadtlokal. 6. Tag: Brügge–Ardennen–Luxemburg. Heute machen wir uns auf den Weg in Richtung Luxemburg. Unterwegs besichtigen wir das Château de Modave. Weiterfahrt nach Durbuy, der kleinsten Stadt Belgiens. Individueller Aufenthalt. 7. Tag: Luxemburg–Schweiz. Auf einer Stadtführung sehen wir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Luxemburgs. Rückfahrt zu den Einsteigeorten.

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7 Tage gemäss Programm 1275 Reduktion Reise 6

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Reisedaten 2016 (So – Sa) 1: 01.05.–07.05. 2: 08.05.–14.05. 3: 15.05.–21.05. 4: 22.05.–28.05. 5: 05.06.–11.06. 6: 12.06.–18.06. Unsere Leistungen ■

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Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus Unterkunft in guten Mittel- und Erstklasshotels Mahlzeiten: – 4 x Halbpension, davon 1 x Abendessen im typischen Altstadtlokal (5. Tag) – 2 x Frühstücksbuffet (2. und 3. Tag) Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Ausflug nach Leuven, 2. Tag) Eintritte: Rubenshaus und Château de Modave (inkl. Audioguide) Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

Nicht inbegriffen ■

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310 Einzelzimmerzuschlag 35 Fakultativer Ausflug nach Leuven Annullationsschutz und Assistance29 Versicherung Auftragspauschale (entfällt bei Online20 Buchung)

Abfahrtsorte 06:10 Wil p 07:20 Aarau 06:30 Burgdorf p 08:00 Baden-Rütihof p 06:35 Winterthur 09:00 Basel 07:00 Zürich-Flughafen p Internet-Buchungscode

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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 41

15. bis 18. März Stargeiger Renaud Capuçon in der

Konzertreihe MigrosKulturprozentClassics

Klassische Musik Der Franzose Renaud Capuçon ist ein Ausnahmemusiker; die britische Zeitung

«Guardian» nannte ihn «einen der herausragenden Geiger unserer Zeit». Nun ist er zusammen mit dem Russischen Nationalorchester vom 15. bis 18. März auf Schweizer Tournee – im Rahmen der Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics. Es ist ein musikalischer Brückenschlag zwischen Ost und West – in einer Zeit der Entfremdung zwischen Europa und Russland. Weitere Infos: Migros-kulturprozent-classics.ch

Designpreis

Migipedia

Lorbeeren für Migros-App

Kunden wählten das Gruyère-Laugengipfeli

Bild: Jean-François Leclercq

Bereits 1,5 Millionen Nutzer haben die

Ersetzt beim Einkauf das Portemonnaie: die praktische Migros-App.

Migros-App seit der Lancierung im April 2014 heruntergeladen. Die Applikation erlaubt es den Kunden, ihr Portemonnaie daheim zu lassen. Denn mit der App lassen sich unter anderem Einkaufslisten zusammenstellen, Cumulus-Bons einlösen und Einkäufe an der

Kasse bezahlen. Für diesen Rundumservice hat die App nun einen renommierten Designpreis gewonnen. Eine international besetzte Jury verlieh der Migros in Hamburg den IF Design Award in der Kategorie «Service Design – Retail». Mit 5000 Einsendungen hatten sich Unternehmen aus aller Welt um einen der Preise beworben.

In den Migros-Filialen liegt ein neues Gipfeli im Tiefkühlregal. 7022 Fans haben

sich auf der Kundenplattform Migipedia für das Gruyère-Laugengipfeli entschieden. Mit im Rennen waren auch die Produktvarianten Spinat, Frischkäse und Frühstückskombi. Die neuen Aufbackgipfeli sind ab sofort schweizweit in allen grösseren Filialen der Migros erhältlich.


42 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Energie

Schnell und sauber ans Ziel

Vor 30 Jahren sorgte die Migros mit einem selbst gebauten Solarmobil für Furore. Martin Stöckli, Betriebselektriker beim MigrosVerteilbetrieb Neuendorf, erinnert sich an das Pionierprojekt. Text: Daniel Schriber

N

un hat er tatsächlich wieder in dem Fahrzeug Platz genommen. Und klar, am liebsten würde er damit sofort wieder losdüsen. Auch das Auto sieht so aus, als wäre es nach einigen Jahren Pause noch einsatzbereit. Dabei sind doch schon drei Jahrzehnte ins Land gezogen, seit Martin Stöckli und sein Team mit dem «Migros Elektro Vehikel 1» (MEV-1) landesweit für Aufregung sorgten. Der Betriebselektriker des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf (MVN), dem wichtigsten Logistikbetrieb der Migros, hat sich in diesem Frühjahr nach langer Zeit wieder in das Solarmobil mit dem orangen M auf der Haube gesetzt. Im Berner Kursaal wars, als die Migros vom Bundesamt für Umwelt mit dem Schweizer Energiepreis «Watt d’Or 2016» ausgezeichnet wurde und das MEV-1 mit auf der Bühne stand. Ausschlaggebend für den Juryentscheid war das Nachhaltigkeitsprogramm Generation M. Darin verspricht die Migros trotz stetigen Wachstums ihren Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent und die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 zu senken. «Ich bin davon überzeugt, dass wir dieses hochgesteckte Ziel erreichen können», sagt Martin Stöckli. Unterstützung vom Formel-1-Boss

Auch das Solarmobil MEV-1 war die Folge eines ambitionierten Vorhabens. Das Gefährt wurde 1985 eigens für die Tour de Sol

Bild: Daniel Winkler

entwickelt, das erste Solarrennen der Schweiz. 1986 schrieb die «NZZ» dazu pointiert: «Die Idee, den Individualverkehr in den Städten und Agglomerationen mit Solarmobilen wenigstens in umweltfreundliche Bahnen zu lenken, ist, bei Sonnenlicht betrachtet, gewiss nicht hirnverbrannt.» Auch wenn man bis heute auf das alltagstaugliche Solarmobil wartet: Die Teilnehmer der Tour de Sol bewiesen zweifellos Pioniergeist. Martin Stöckli erinnert sich: «Wir haben nächtelang an dem Prototypen getüftelt.» Mit «wir» meint er ein Team aus Ingenieuren, Studenten und Elektrikern. Der damalige Geschäftsführer des Migros-Verteilbetriebs sei ein «totaler Technik- und Autofreak» gewesen. «Er wollte unbedingt an der Tour teilnehmen – und gewinnen.» Um dies sicherzustellen, holte er sich sogar Unterstützung von Peter Sauber. Sauber, der damals schon im Formel-1-Geschäft aktiv war, prüfte die AluminiumKonstruktion des Autos und unterstützte das Team mit Ratschlägen. Und siehe da: Als im Sommer 1986 der Startschuss zur zweiten Tour de Sol fiel, war die Konkurrenz gegen den 240 Kilogramm schweren Migros-Prototyp ohne Chance. Mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern war dieser stets um eine Nasenlänge voraus und gewann das Rennen. Nicht zuletzt mit der erfolgreichen Teilnahme an der Tour de Sol unterstrich die Migros ihr Engagement für eine energiefreundliche

Geschäftspolitik. Seit bald vier Jahrzehnten arbeitet das Unternehmen daran, seinen Strom- und Energieverbrauch zu senken und erneuerbare Energiequellen zu fördern. So sind heute bereits 88 Solaranlagen auf den Dächern verschiedener Migros-Gebäude in Betrieb. Lohnende Investitionen

Beim MVN ist Martin Stöckli für die riesige Solaranlage auf dem Dach verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurde diese nochmals erweitert und produziert heute Strom für 1600 Haushalte; sie ist damit das grösste Solarkraftwerk der Schweiz. Zudem hat das MVN im November 2014 eine stromsparende Kälteanlage in Betrieb genommen, mit deren Abwärme verschiedene Gebäude beheizt und Warmwasser erzeugt wird. Der Betrieb spart so bis zu 220 000 Liter Heizöl, was 96 Prozent des bisherigen Verbrauchs ausmacht. «Natürlich hat die Realisierung der Anlage einiges gekostet», sagt Martin Stöckli. «Langfristig aber zahlen sich solche Investitionen aus.» Er weiss, wovon er spricht. «Seit meinem Stellenantritt vor 30 Jahren hat sich im Energiebereich extrem viel getan.» Und auch wenn die «grossen Schritte» wahrscheinlich gemacht seien, erklärt der langjährige Betriebselektriker: «Die Technik bleibt ganz bestimmt nicht stehen.» Und genau deshalb würde heute wohl auch das MEV-1 der Konkurrenz nicht mehr so einfach um die Ohren fahren. MM

Wieder vereint: Martin Stöckli in «seinem» Migros-Solarmobil MEV-1. Die Batterien des Gefährts wurden mithilfe von Solarpanels aufgeladen.


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 43

Pionierarbeit

Bei den Energiezielen auf Kurs Neben dem Ausbau der Solar­

energie arbeitet die Migros auch in an­ deren Bereichen an der Reduktion ihres Energieverbrauchs. So rüstete sie zum Beispiel als erste Detailhändlerin Europas 2006 eine Filiale komplett mit LED aus. Seit 2014 gehören die verbrauchs­ armen Leuchtdio­ den in den Migros­ Supermärkten und ­Fachmärkten zum Standard. Bis zu 45 Prozent Strom spart man mit Glas­ türen bei Pluskühl­ möbeln. Die Migros baut diese Glas­ türen als erste Detailhändlerin der Schweiz seit 2011 in den Filialen ein. Für den Transport ihrer Produkte

setzt die Migros auf die Bahn, rund 40 Prozent der Warentransporte erfolgen heute bereits auf der Schiene. Neben der Schiene nutzt die Migros Lastwagen, die mit Biogas an­ getrieben werden. Die Migros ist bei ihren Energiezielen auf Kurs: Bis 2014 wurde der Strom­ verbrauch gegen­ über 2010 um fünf Prozent reduziert. Bei den Treibhaus­ gasemissionen liegt die Reduktion bei 15 Prozent.

Ein Teil von

Andreas Münch ist Mitglied der Generaldirektion MGB und Leiter Departement Logistik und Informatik.

Energieeffizienz

«Meilensteine setzen wir auch in Zukunft» Andreas Münch, wie gut lassen sich die Energieziele der Migros mit dem stetigen Wachstum des Unternehmens vereinbaren? Das ist in der Tat eine echte Herausforderung. Zwischen 2010 und 2014 ist unsere Filialfläche um über fünf Prozent gewachsen. Dazu verändern sich die Einkaufsgewohnheiten unserer Kunden. Convenience-Produkte werden gefragter, was zu mehr Energiebedarf in der Herstellung, bei der Logistik und in der Filiale führt. Was heisst das für die Energiepolitik der Migros? Es ist wichtig, dass wir in der ganzen Wertschöpfungskette die effizientesten Anlagen und Prozesse verwenden. Besonders die Filialen wurden in den letzten Jahren energieeffizienter. Gibt es dort überhaupt noch Optimierungsmöglichkeiten? Optimierungsmöglichkeiten wird es immer geben. Die Entwicklung geht in Richtung Energieeffizienz, künftig kombiniert mit erneuerbaren Energien. Erst kürzlich haben wir den schweizweit ersten Plus-EnergieSupermarkt eröffnet, der mehr Strom produziert, als er verbraucht. Das sind Meilensteine, die wir auch in Zukunft setzen werden. MM


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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 45

Ausstellung

Frage der Woche

Viele Migros-Produkte tragen englische Namen. Warum verwenden Sie keine deutschen Bezeichnungen? In der Schweiz mit ihren Regionalkulturen müsste ein Migros-Artikel eigentlich Namen aus allen vier Landessprachen tragen. Auf den Verpackungen fehlt dafür aber oft der Platz, zudem sollte ein Produktname kurz und einprägsam sein. Daher ist es praktisch, Artikel auf Englisch zu benennen.

Der KrimiPionier Das Zürcher Museum Strauhof widmet Friedrich Glauser, dem Erfinder des legendären Wachtmeisters Studer, eine spannende Schau. Text: Michael West

Die Migros hat sich für einen Kompromiss entschieden: Produktenamen und Werbeslogans dürfen ab und zu in Englisch sein; dafür ist die vorgeschriebene Produktedeklaration wenn immer möglich dreisprachig. Unsere Mundart ist nicht erst in der Gegenwart fremdsprachigen Einflüssen ausgesetzt. Früher haben die Schweizer sehr oft französische Wörter übernommen. Doch niemand ärgert sich darüber, dass wir zum Beispiel «Glace» statt «Eis» sagen. MM

Blieb sein Leben lang ein Aussenseiter: Schriftsteller Friedrich Glauser.

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

M

it Behörden machte Friedrich Glauser in seinem kurzen Leben (1896–1938) kaum je gute Erfahrungen. Der ewige Aussenseiter berauschte sich mit Morphium, war Sträfling und mehrfach Insasse in psychiatrischen Anstalten. Einen Ausweg aus der beengenden Schweizer Wirklichkeit suchte er, indem er sich zeitweise der französischen Fremdenlegion anschloss. Erst spät im Leben gelang Glauser der Durchbruch mit den fünf Krimis über Wachtmeister Studer. Dieser väter-

liche Polizist war sozusagen die Antithese zu allen strengen Autoritätspersonen, unter denen der Schriftsteller zu leiden hatte. Das Museum Strauhof widmet Glauser noch bis am 1. Mai eine faszinierende Ausstellung mit Originaltexten, Illustrationen und Filmausschnitten. Der Förderfonds Engagement Migros unterstützt das Rahmenprogramm, zu dem auch SchreibWorkshops gehören. MM Weitere Infos: Strauhof.ch


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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 47

Osterschokolade

Bunte Hasenparade

Ohne Schoggi geht an Ostern nichts. Ob gefüllt, mit Milch, Krokant oder ohne Laktose: Angesichts der grossen Vielfalt findet sich für jede Vorliebe ein passender Hase. Zudem trägt die Mehrheit aller Hasen der Migros das Nachhaltigkeitslabel UTZ. Text: Sonja Leissing

Bilder: Martina Meier

Styling: Monika Hansen

Ostern Diese Woche: Hasenparade Nächste Woche: Familien- und Kinderbrunch

Frey Osternestli Lucky & Freylini Eili Hazelnut Crunch 209 g Fr. 8.80

Frey Bunny Sunny Milch (in Pink), Frey Bunny Shiny White (in Gelb) und Frey Bunny Happy Noir (in Violett) je 170 g Fr. 6.80

Frey Bunny Lucky Milch (in Grün) und Frey Bunny Funny Milch (in Blau) 55 g Fr. 3.30

Frey Bunny Family Duo, 110 g Fr. 6.60

Mit dem Aufkommen der Hohlfigurentechnik entstanden die ersten Schoggi-

hasen in Schleudertechnik, wie wir sie heute kennen. Seither gibt es regelmässig neue Formen für die Osterhasen. Wussten Sie zum Beispiel, dass weisse Schokolade keinen Kakao enthält, sondern aus Kakaobutter, Milchpulver und Zucker besteht? Dass die beliebteste seit eh und je die Milchschoggi ist? Oder dass dunkle Schokolade am wenigsten Zucker, aber den höchsten Kakaoanteil hat?


48 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Oster-Sortiment

Die süsse Qual der Wahl Bunt gefärbte Eier und Osterhasen sind die bekanntesten Ostersymbole. Beide sind Sinnbilder für die Entstehung des Lebens und gelten als Zeichen der Fruchtbarkeit. Kein Wunder, wimmelt es auch in der Migros nur so vor lustigen Hasen und Ostereiern.

Frey Hase Blanc Croquant, 110 g Fr. 3.90

Frey Hase Mahony Milch, 100 g Fr. 4.–

aha! Hase Milch, 120 g Fr. 5.80 In grösseren Filialen

Frey Korbhase Milch, 220 g Fr. 6.70

Frey Hase Timo Milch, 80 g Fr. 2.50

Aha! Neu gibt es

Hasen und Schoggieier bei Lactose­ intoleranz.

Frey Bunny Sunny Milch, 55 g Fr. 3.30

Frey Hase Bugsy Noir, 75 g 5 Stück Fr. 2.90 In grösseren Filialen

Frey Freylini Eili Classic Mix in Dose, 1 kg Fr. 19.80

Bio Fairtrade Hase Noir, 120 g Fr. 3.30


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 49

Kurz erklärt

Drei Labels mit Mehrwert durch p Empfohlen Recommandé par Raccomandato da Service Allergie

Frey Riesenhase Weiss, 440 g Fr. 4.95

Sélection

bietet Hasen mit hohem Kakao­ gehalt an.

M­Sélection Lapin 78% Cacao, 130 g Fr. 9.80

Frey Eili Crispy, 500 g Fr. 10.80

Das Gütesiegel von aha! kennzeichnet Produkte, die bei einer Laktose­ intoleranz verträglich sind. Die Auswahl an laktosefreien Produkten wird ständig grösser: Neu gibt es aha!­Oster­ hasen und ­Schoggieili aus Milchschokolade und schwarzer Schoko­ lade. Aufgrund des Generation­M­Verspre­ chens baut die Migros ihr Sortiment für Aller­ giker bis Ende 2016 um 30 Prozent aus.

In grösseren Filialen

Bio bedeutet ökologi­ sche, nachhaltige Land­ wirtschaft und intakte Umwelt. Dafür werden die Kakaopflanzen ohne chemische Pflanzen­ schutzmittel und nur mit organischem Dünger angebaut. Zudem sind Flugtrans­ porte und Gentech­ nologie strikt verboten.

Frey Hase Rochelino Milch, 180 g Fr. 8.70

Frey Sitzhäsli Weiss, 18 g Fr. 1.40

UTZ steht für ein unab­

hängiges Nachhaltig­ keitsprogramm, das die Bauern in den Bereichen Arbeit und Gemeinwohl unterstützt und fördert.

Ein Teil von


50 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

aha!-Sortiment

Cremig, leicht, vegan Cremige Konsistenz, luftig auf­ geschlagen: Die neue Sojamousse aus Schweizer Herstellung hat das Zeug zum Allrounder in der veganen Küche. Ob für Glace und Creme oder als Alternative zu Kräuterbutter und Frischkäse – mit der Sojamousse gelingen beliebte Klassiker auch vegan. Sie ist rein pflanzlich, also auch laktosefrei. Das macht sie nicht nur für Veganer interessant, sondern für alle, die auf Milch­ produkte verzichten müssen.

Rüebli-Dip 20-fache CumulusPunkte auf die Soja Line Mousse von aha!

Zubereitung

Backofen auf 180 °C vorheizen. Rüebli, Peperoncino und Knoblauch klein schneiden. Mit Öl in einer ofenfesten Form mischen. Ca. 35 Minuten in der Ofenmitte backen, herausnehmen. Gemüse mit Wasser fein pürieren, auskühlen lassen. Sojamousse beigeben, nochmals kurz pürieren. Dip mit Salz und Pfeffer würzen. Passt zu Pitabrot, gebackenen Kartoffelstäbchen oder Grissini. Tipps

Dip zusätzlich mit gemahlenem Kreuz­ kümmel oder Koriander würzen. Dip mit wenig Olivenöl beträufeln und mit geröstetem Sesam servieren. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 35 Minuten backen

+ auskühlen lassen

Pro Person ca. 1 g Eiweiss, 15 g Fett, 5 g Kohlenhydrate, 650 kJ/160 kcal

Rezepte Saison.ch

bis 14. März

Perfektes Angebot für einen orienta­ lischen Apéro: Rüeblidip und Fladenbrot.

Text: Claudia Schmidt; Bilder: Giulia Marthaler; Styling: Irène de Giacomo; Rezepte: Katrin Klaus

Zutaten für 6 Personen 300 g Rüebli ½ Peperoncino 2 Knoblauchzehen 3 EL Olivenöl 4 EL Wasser 180 g aha! Soja-Line Mousse Salz, Pfeffer


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 51

Tipps

aha! Soja Line Mousse Nature, 180 g Fr. 3.90

Rezeptideen mit Sojamousse

Sojamousse, Passionsfrüchte und Zucker: Mehr braucht es nicht für eine schmackhafte Glace, die auch Veganern Genuss bereitet.

Süsse Fruchtdesserts Mit der Sojamousse lassen sich Desserts einfach und schnell zubereiten. Man verrührt sie mit pürierten Früchten und etwas Zucker und erhält ganz fix eine fruchtige Creme. Ricotta-Ersatz

Gerichte, die traditionell mit Ricotta zubereitet werden – zum Beispiel Lasagne oder Tortellini –, können mit der Mousse gemacht werden, denn sie ist durchaus zum Kochen geeignet. Cremefüllung

Mit Puderzucker und Vanille verfeinert, wird aus der Sojamousse nature eine Creme zum Bestreichen und Füllen von Kuchen. Sie passt beispielsweise zu einem Rüeblikuchen amerikanischer Art. Pesto

Mit Sojamousse werden Pestos cremig. Einfach statt Käse zu den anderen Zutaten geben.

durch p Empfohlen Recommandé par Raccomandato da Service Allergie

Das Gütesiegel von aha! kennzeichnet Produkte, die auch bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.

Passionsfruchtglace Dessert für 4 Personen, ergibt 4 Gläschen à ca. 1,5 dl

8 Passionsfrüchte 150 g Zucker 360 g aha! Soja-Line Mousse

Zubereitung

1. Passionsfrüchte halbieren. Mark mit einem Löffel direkt in eine Pfanne schaben. Mit Zucker auf­ kochen, ca. 10 Minuten köcheln

lassen. Durch ein Sieb streichen und auskühlen, Kerne beiseite­ stellen. 4 TL vom Passionsfrucht­ mark beiseitestellen, Rest mit Sojamousse mischen und in Gläschen abfüllen. Mindestens 3 Stunden gefrieren lassen.

nehmen. Mit beiseitegestelltem Fruchtmark und Kernen garnieren. Sofort servieren.

2. Glace ca. 10 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühler

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 29 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 1950 kJ/470 kcal

Ein Teil von

Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + auskühlen lassen

+ mind. 3 Stunden gefrieren lassen Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die Sojamousse.


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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 53

Saisonküche

Pfiffiges Pulver Ob mild, edelsüss oder feurig scharf: Gewürzpaprika verleiht Apéro-Kreationen, Saucen und Eintöpfen die nötige Würze und eine schöne Farbe. Text: Sonja Leissing Bilder & Styling: Claudia Linsi

Rezepte: Anina Ciocco

Zeitaufwand 30 Minuten Herausnehmen und sammeln!

für 4 Personen

Noch mehr Rezepte Da freut sich nicht nur der Gaumen: Die in Paprika gedrehten Frischkäsebällchen werten das Apérobuffet auch optisch auf.

Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.Saison.ch/abo


54 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Paprika-Frischkäsebällchen

Rindsgulasch mit Paprika

Zanderfilet mit Paprika-Sabayon

Zeitaufwand 30 Minuten Für 4 Personen

Zeitaufwand 45 Minuten

Zeitaufwand 25 Minuten

Für 4 Personen

+ 1 1/2 Stunden schmoren

Für 4 Personen Zutaten 40 g Haselnüsse

½ Bund Schnittlauch 180 g Frischkäse 1 Msp. scharfer Paprika Salz, Pfeffer 20 g edelsüsser Paprika 4 Tranchen Bauernspeck 20 g Zuckerhut 4 Scheiben Brot à ca. 20 g, z. B. Pane passione rustico Zubereitung

1. Haselnüsse hacken und in einer Brat­ pfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Schnittlauch fein schneiden. Etwas für die Garnitur beiseitestellen. Rest mit dem Frischkäse und den Haselnüssen mischen. Mit scharfem Paprika, Salz und Pfeffer abschmecken. Aus der Frischkäse­ masse Kugeln à ca. 15–20 g formen. Edel­ süssen Paprika auf einen Teller sieben. Frischkäsebällchen darin wenden. 2. Speck halbieren und in einer Bratpfanne ohne Fett knusprig braten. Zuckerhut in feine Streifen schneiden. Mit dem Speck auf die Brotscheiben geben. Mit den Frischkäse­ bällchen und dem beiseitegestellten Schnitt­ lauch servieren. Pro Person ca. 9 g Eiweiss, 22 g Fett, 12 g Kohlenhydrate, 1200 kJ/280 kcal

Zutaten

6 400 g 2 EL 800 g 2 1 TL 2 EL 1 EL 4 dl 400 g

Zwiebeln festkochende Kartoffeln Bratbutter Rindsvoressen Knoblauchzehen Kümmel scharfer Paprika Tomatenpüree Rindsbouillon gehackte, geschälte Tomaten aus der Dose ½ Bund gemischte Kräuter, z. B. Thymian und Rosmarin Salz, Pfeffer

Zubereitung

Zwiebeln in grobe Stücke schneiden. Kar­ toffeln in Würfel scheiden. Bratbutter in einem Schmortopf erhitzen. Fleisch portio­ nenweise anbraten. Zwiebeln und Kartoffeln zum Fleisch geben und alles dünsten. Knob­ lauch dazupressen. Kümmel im Mörser leicht zerstossen, beigeben. Mit Paprika bestäuben. Tomatenpüree beigeben und mischen. Mit Bouillon ablöschen und mit den Tomaten auffüllen. Die Hälfte der Kräuter beigeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 1 ½ Stunden schmoren lassen. Deckel entfernen und Flüssigkeit etwas einkochen lassen. Kräuter entfernen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Von den restlichen Kräutern Blätter und Nadeln dazuzupfen. Pro Person ca. 44 g Eiweiss, 23 g Fett, 24 g Kohlenhydrate, 2000 kJ/480 kcal

Zutaten 2 EL Mandelblättchen 1 EL HOLL-Rapsöl

1 500 g 1 8 ½ 4 dl 2 ½ TL

Knoblauchzehe Blattspinat, tiefgekühlt, aufgetaut Muskatnuss, Salz, Pfeffer Zwiebel Fischfilet, z. B. Zanderfilets à ca. 130 g Zitrone Fischfond oder Gemüsebouillon Eier scharfer Paprika

Zubereitung

1. Mandeln in einer Bratpfanne ohne Fett anrösten. Öl erhitzen, Knoblauch dazupres­ sen. Spinat ausdrücken, dazugeben und dünsten. Mit Muskat, Salz und Pfeffer wür­ zen. Zwiebel halbieren, in dünne Streifen schneiden. In eine Gratinform geben. 2. Backofen auf 180 °C vorheizen. Filets salzen und pfeffern. Zitronenschale fein dazureiben. Spinat auf die Filets legen und Filets rollen. Auf die Zwiebeln legen, mit der Hälfte des Fonds umgiessen. Zitrone aus­ pressen, Saft dazugiessen. Zugedeckt in der Ofenmitte ca. 18 Minuten pochieren. 3. Restlichen Fond in grosse Schüssel geben und Raumtemperatur annehmen lassen. Eier und Paprika beigeben. Über einem heissen Wasserbad mit dem Handrührgerät ca. 8 Minuten cremig schlagen, bis die Masse ca. 80 °C erreicht hat. Schüssel vom Wasser­ bad nehmen, Masse kurz weiter schlagen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sabayon warm mit den Fischröllchen anrichten, mit Mandelblättchen und Paprika servieren. Pro Person ca. 53 g Eiweiss, 10 g Fett, 9 g Kohlenhydrate, 1400 kJ/340 kcall


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Sortimentsaktion Alle UTZ Kaffees 1 kg z.B. Boncampo Bohnen, 5.65 statt 8.50

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6.30 statt 7.–

Ferrero Kinder Bueno White 390 g

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Sortimentsaktion Alle Instantkaffees im Beutel, UTZ z.B. Noblesse Exquisito Oro, 200 g, 7.80 statt 9.80

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Sortimentsaktion Alle Frey Schokoladen-Eili im 500-g-Beutel, UTZ z.B. Freylini Mix und Giandor assortiert, 8.60 statt 10.80


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Sortimentsaktion

Agnesi-Spaghetti, -Pennette oder -Tortiglioni Gesamtes Subito Sortiment 500 g + 50% mehr Inhalt, 750 g, z.B. Pennette Rigate z.B. Pasta all’arrabbiata, 160 g, 2.15 statt 2.70

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Agnesi Sugo al basilico im 3er-Pack 3 x 400 g

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2.85 statt 5.70

M-Classic gehackte Tomaten im 6er-Pack 6 x 280 g

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M-Classic Apfelsaft im 10er-Pack, 10 x 1 Liter

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Sortimentsaktion Alle M-Classic-Chüechli oder -Strudel sowie Migros-Bio Chäs-Chüechli* tiefgekühlt, z.B. M-Classic Chäs-Chüechli, 4 Stück, 2.15 statt 2.70

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1.–

günstiger Zweifel Chips 170 g, 280 g oder 300 g z.B. Paprika, 280 g, 4.70 statt 5.70


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Knorr Beutelsuppen im 3er-Pack z.B. Fideli mit Fleischkügeli, 3 x 78 g, 4.90 statt 6.30

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Sortimentsaktion Alle M-Classic- oder Migros-Bio-Beeren sowie -Früchte tiefgekühlt, z.B. M-Classic Beerenmischung, 450 g, 3.60 statt 4.50

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Sortimentsaktion Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), z.B. Bärentatzen, 380 g, 2.40 statt 3.–

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Cristal- oder Migros-Bio-Feinkristallzucker 1 kg z.B. Cristal, –.80 statt 1.–

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Sortimentsaktion Alle Zwieback z.B. Original, 260 g, 2.55 statt 3.20

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4.55 statt 5.70

M-Classic Maiskörner im 6er-Pack 6 x 285 g

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Sortimentsaktion Alle Finizza-Pizzen oder -Baguettes tiefgekühlt, z.B. Pizza Prosciutto, pro Stück, 3.20 statt 4.–


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Sortimentsaktion Gesamtes Exelcat Sortiment z.B. Snackies mit Huhn, 60 g, 1.85 statt 2.35

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Soft Toilettenpapier in Mehrfachpackungen z.B. Recycling, 30 Rollen, 9.30 statt 15.50, gültig bis 21.3.2016

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Sortimentsaktion Gesamtes Sheba Sortiment z.B. Duett Geflügel, 4 x 85 g, 3.85 statt 4.85

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Slide Candy Board erhältlich in Blau oder Grün, pro Stück, z.B. blau, gültig bis 21.3.2016

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Sortimentsaktion Gesamtes Molfina Damenhygiene-Sortiment (ohne Mehrfachpackungen und Servicebeutel), ab 2 Stück, gültig bis 21.3.2016

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14.90

Baby-Hosen im Duo-Pack erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Mädchen, rosa und beige, Gr. 68, gültig bis 21.3.2016

ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 8.3. BIS 14.3.2016, SOLANGE VORRAT

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Soft feuchtes Toilettenpapier im 3er-Pack Kamille, Sensitive oder Comfort, z.B. Kamille, 3 x 50 Stück, 7.20 statt 9.–, gültig bis 21.3.2016

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17.90

Ellen Amber Damensocken im 10er-Pack erhältlich in Schwarz und diversen Grössen, gültig bis 21.3.2016


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19.80

Damen- oder Herren-Freizeithose erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Damen, marine, Gr. M, pro Stück

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149.–

SodaStream Crystal White Trinkwassersprudler mit 2 Glaskaraffen, pro Stück, gültig bis 21.3.2016

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Sortimentsaktion Alle Stewi Wäscheständer z.B. Libelle, blau, pro Stück, 89.60 statt 128.–, gültig bis 21.3.2016

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Sortimentsaktion Alle Cucina & Tavola Essgeschirr-Serien aus Porzellan oder Glas z.B. Geschirrset Basic, 20-teilig, pro Set, 19.90 statt 39.80, gültig bis 21.3.2016

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Fanjo-, I am-, Esthetic- oder ph BalanceDuschen in Mehrfachpackungen z.B. Fanjo-Dusche Kokos im 3er-Pack, 3 x 250 ml, 6.20 statt 7.80, gültig bis 21.3.2016

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Sortimentsaktion Alle Elan Waschmittel ab 2 Stück, 50% günstiger


Weitere Angebote. Fisch, Fleisch und Geflügel

Leerdammer Scheiben im Duo-Pack, 2 x 200 g, 5.35 statt 6.70 20%

Blumen und Pflanzen

Gesamtes Cesar Sortiment, z.B. Klassiker Selektion, 4 x 150 g, 3.30 statt 4.15 20% Gesamtes Catsan KatzenstreuSortiment, z.B. Hygiene Plus, 10 Liter, 5.65 statt 7.10 20% Migros-Bio-Rollen-Dinkelgebäck oder -Hafercookies im Duo-Pack, z.B. Dinkelgebäck, 2 x 260 g, 5.50 statt 6.90 20%

TerraSuisse Schweinskotelett vom Hals, per 100 g, 1.60 statt 2.05 20% Schweinsbraten geschnitten, Schweiz, per 100 g, 4.25 statt 5.35 20% Braumeister-Speck, XXL-Schale, Schweiz, per 100 g, 4.10 statt 5.15 20% Wienerli «Aus der Region.», 200 g, 2.55 statt 3.20 20% Lachstranchen, Zucht aus Norwegen, per 100 g, 2.80 statt 3.50 20% M-Classic Aufschnitt, Schweiz, per 100 g, 1.40 statt 1.75 20%

Philadelphia luftig, nature, 140 g, 2.50 NEU *,** Anna’s Best Saladbowl Printemps, 170 g, 5.70 NEU ** Anna’s Best Chia Bagel Chicken, 135 g, 4.20 NEU ** Oster-Cupcakes, 170 g, 4.80 Neu ** Schwarzwälder-/Erdbeertorte im 2er-Pack, 2 x 131.5 g, 5.80 NEU **

Near-/Non-Food

Oster-Schoko-Reistorte, 525 g, 9.90 Neu **

Minipic-Anschnitte, Midi-Schale, Schweiz, per 100 g, 1.60 statt 2.70 40% Fleischkäse zum Selberbacken, Schweiz, z.B. 500 g, per 100 g, 1.40 statt 1.80 20%

Covergirl The Super Sizer Mascara, 800 very black, 12 ml, 11.90 NEU **

Alle Tulpen Ton in Ton, erhältlich in diversen Farben, z.B. gelb, Bund à 20 Stück, 12.70 statt 15.90 20% Stiefmütterchen, in verschiedenen Farben, im 9-cm-Topf, pro Pflanze, –.90 statt 1.20 25% Bellis «Aus der Region.», im 12-cm-Topf, 3.90 statt 4.90 20%

Osterchüechli mit Schokolade, Packung à 2 Stück, 2 x 75 g, 2.60 NEU ** Damen- oder Herren-Freizeithose, erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Damen, marine, Gr. M, pro Stück, 19.80 Hit

Neuheiten

20x PUNKTE

Campanulakorb, pro Stück, 9.90

Weitere Lebensmittel

Brot und Milchprodukte

Happy Hour Pizzabrötchen Tomate, tiefgekühlt, 2 x 5 Stück, 220 g, 2.80 NEU *,** Panfino Speck, tiefgekühlt, 210 g, 3.80 NEU *,** Backmischung White Brownies, 490 g, 6.10 NEU **

Osterglocken «Aus der Region.», im 14-cm-Topf, pro Pflanze, 5.50 statt 6.90 20% Frühlingskorb Martha «Aus der Region.», pro Stück, 15.90 statt 19.90

Buon Gusto Lasagne Quorn, tiefgekühlt, 600 g, 5.60 NEU *,**

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Anna’s Best Spätzli im Duo-Pack oder 3er-Pack, z.B. Eierspätzli im 3er-Pack, 3 x 500 g, 6.70 statt 8.40 20%

Gesamtes Frey Déco de Pâques Sortiment, UTZ, z.B. Küken, 4 Stück, 88 g, 5.30 20x PUNKTE Alle Frey Bunny Family PET-Osterhasen, UTZ, z.B. Funny Milch, blau, 170 g, 6.80 20x PUNKTE

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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 67

Wissenswertes

Hintergrund

Rund um Gewürzpaprika Herkunft Ursprünglich stammt Paprika aus Südamerika. Mit den Entdeckern kam die Pflanze nach Europa. Heute wird Paprika vorwiegend in Ungarn, Rumänien und Spanien angebaut. Wegen des Klimas und durch diverse Züchtungen entstanden mildere Sorten wie der «Edelsüsse». Je nachdem, ob die Kerne, Scheidewände und Rippen der Schoten mitgemahlen werden, entstehen unterschiedliche Geschmacksund Schärfestufen. Es gilt: je intensiver das Rot, desto milder das Gewürz. Gibt Farbe und Goût Das Gewürz passt gut zu Käse, in Dips, Marinaden für Fleisch oder Fisch, Suppen, Eintöpfe, zu Poulet oder Bratkartoffeln. Das farbintensive Gewürz wird auch in der Wurstherstellung, z. B. von Salami oder Chorizo, verwendet. Es verleiht Wurstwaren nicht nur eine rötliche Farbe, sondern auch das gewünschte pikante Aroma. Viele ungarische Gerichte werden mit Paprika gewürzt wie das beliebte Rindsgulasch. Macht Appetit

Bild: Getty Images

Paprika sollte man nicht in siedendem Fett erhitzen, da er sonst einen bitteren Geschmack bekommt und an Würzkraft verliert. Übrigens: Je schärfer die Paprikasorte, desto später sollte man die Speisen damit abschmecken. Zudem wirkt Paprika appetitanregend und verdauungsfördernd.

Mehr Rezepte unter Saison.ch

Feuer in der Küche Paprikapulver findet man von fruchtig-süss bis höllisch-scharf. Verantwortlich für die Schärfe ist der Stoff Capsaicin. Aber auch Trocknungsgrad, Grösse der Frucht und Verarbeitung spielen eine Rolle.

Rosenpaprika**

ist dunkelrot bis rotbraun. Er färbt wenig, ist aber scharf,da er Samen und Scheidewände enthält. In Spanien unterscheidet man den süssen «dulce» und den mittelscharfen «picante». Rosenpaprika gehört in die klassische Paella und verleiht jedem Fleischeintopf eine angenehme Schärfe.

Edelsüsser Paprika ist leuchtend rot, das Pulver färbt stark. Im Geschmack ist er mild mit angenehmer, vollmundiger Schärfe. Mit Tomaten harmoniert er übrigens wunderbar, da es das Fruchtige der Tomaten betont. Darum ist auch im Ketchup Paprika enthalten. Vielen Panaden gibt das rote Pulver eine appetitliche Farbe.

In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

* In grösseren Migros-Filialen ** Im Delikatessengeschäft erhältlich

Scharfer Paprika

besteht aus fein gemahlenen Paprikaschoten inklusive Kerne und Scheidewände. Er ist meist brennend scharf, ein wenig bitter und leicht rauchig. Eine Prise bringt Temperament in diverse Saucen, Suppen und Pastagerichte. Er ist unverzichtbar in der Gulaschsuppe oder für das Filet Stroganoff.

Delikatesspaprika*

ist der mildeste von allen, da keine Samen und Scheidewände mitgemahlen werden. Seine Farbe ist intensiv rot, er färbt stark und verleiht Gerichten wie Hackfleischbällchen eine milde süss-fruchtige Note. Wunderbar sind gebratene Chüngelifilet an einer SauercremePaprikasauce.


Ihr Chefmetzger empfiehlt:

«Köstliche Lammvariationen für Ostern»

Genuss vom Feinsten. Ihr Chefmetzger an der Bedienungstheke Ihrer Migros empfiehlt Ihnen für Ostern gerne verschiedene Lammspezialitäten. Dazu passend gibt er Ihnen Tipps für eine feine Zubereitung und die optimale Stückzahl für Ihre Familie und Gäste. Denn unser Handwerk ist Ihr Genuss.

Urs Elmer Filiale Wetzikon Oberlandmärt


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 69

1

1 Erntezeit für den

Farmer’s Best

2 Mit einem Blick

Romanesco aus Schweizer Ernte

Schweizer Roma­ nesco ist von Juli bis Oktober. 2

erkennt der Experte, ob die Köpfe reif für die Ernte sind. 3 Vom Feld geht

es nach der Ernte über das Transport­ band direkt zur Weiterverarbeitung. 3

4 Die reifen Köpfe werden von Hand in Harassen versorgt, damit sie nicht beschädigt werden. 5 Romanesco ist

Bilder: Daniel Kellenberger

4

5

streng mathema­ tisch aufgebaut: Jeder Kopf hat 13 Spiralen im und 21 gegen den Uhr­ zeigersinn. Er folgt damit der sogenann­ ten Fibonacci­Reihe. Jedes Röschen ist zudem eine exakte Kopie des ganzen Kohlkopfs.

Wir essen mit grossem Genuss Gemüse, das vor unserer Haustüre gedeiht. Auch die Zutaten für den tiefgekühlten Romanesco-Mix von Farmer’s Best wachsen auf Schweizer Boden. Text: Jacqueline Vinzelberg

W

as im eigenen Land ökologisch angebaut wird, steht hoch im Kurs. Das gilt nicht nur für Frischeprodukte. Für viele ist pfannenfertig gerüstetes Gemüse aus dem Tiefkühlfach eine willkommene Alternative. Dazu gehört auch der Romanesco-Mix von Farmer’s Best, wobei der Romanesco dafür jetzt neu ausschliesslich in der Schweiz angebaut wird. Genauso wie der Broccoli, die Rüebli und die Zwiebeln, die den Mix komplettieren.

Sämtliche Zutaten werden frisch und schonend ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel verarbeitet. Weil sie direkt nach der Verarbeitung schockgefroren werden, bewahren sie den Grossteil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe auch als Tiefkühlprodukte. Die sind nicht nur praktisch, wenn es in der Küche schnell gehen soll: Wer gern das ganze Jahr über Gemüsevielfalt schätzt, kann sich bequem seinen Vorrat im Gefrierschrank anlegen. MM

Farmer’s Best Romanesco Mix, tiefgekühlt, 750 g Fr. 6.90 In grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch der Romanesco-Mix von Farmer’s Best.


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Alle Farmer-Cerealien oder -Getreideriegel z.B. Getreideriegel Soft Choc Apfel, 290 g, 3.35 statt 4.50

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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 71

Blévita

Knabberspass für alle

20-fache CumulusPunkte

Mit dem Mini-Laugencracker-Pretzel lanciert Blévita nach der Kürbiskernvariante eine zweite laktosefreie Sorte, die ebenfalls das aha!-Gütesiegel trägt. Sie bietet Knabberspass auch für Personen, die aufgrund einer Milchzucker-Unverträglichkeit auf ihre Ernährung achten müssen. Die knusprigen Dinkelcracker sind leicht mit Salz bestreut und wie alle Blévita-Cracker reich an Ballaststoffen. Dank der Verpackung im wiederverschliessbaren Beutel lassen sich die mundgerechten Minis prima unterwegs geniessen.

auf Blévita Mini Pretzel in aha!-Qualität bis 14. März

aha! Blévita Mini Pretzel, laktosefrei, 130 g Fr. 2.90

Bild: Daniel Aeschlimann; Styling: Esther Egli

durch p Empfohlen Recommandé par Raccomandato da Service Allergie

Das Gütesiegel von aha! kennzeichnet Produkte, die auch bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.

Ein Teil von

Die Blévita-Laugencracker dürfen auch Naschkatzen mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit knabbern.


72 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Bio

Drei Mal Zvieri ganz natürlich

S

pätestens um vier Uhr ist es bei vielen so weit: Die Speicher sind leer, die Konzentration lässt nach. Ein ausgewogener Zvieri hilft, den Körper mit der nötigen Energie zu versorgen. Wer dabei auf Bioprodukte setzt, tut gleichzeitig etwas für die Umwelt. Die Migros bietet unter dem Bio-Label über 1300 Produkte an, von Nüssen und Trockenfrüchten über Gebäck bis hin zu Tee und Kaffee. So bleibt kein Speicher lange leer.

Für Sportler Ein schneller Zvieri, der viel Energie liefert

Die Mini Schoko Moelleux mit Agavensirup haben einen flüssigen Kern.

Nüsse und Trockenfrüchte sind wahre Kraftpakete – randvoll mit wichtigen Nährstoffen.

Bio Mangoschnitze, 100 g Fr. 3.60

Bio Walnusskerne, 100 g Fr. 2.95

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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 73

Rezept

Orangen-Knusper-Trifle für 4 Personen Für Naschkatzen

Da kann keiner widerstehen

Zutaten 4 EL 5­Korn­Flocken* 3 EL Kürbiskerne* 4 EL Rohrzucker*

4 Orangen* 400 g Magerquark* 0,5 dl Rüeblisaft* 1 dl Vollrahm*

Zubereitung

Flocken, Kürbiskerne und die Hälfte des Rohrzuckers in

einer beschichteten Pfanne rösten, bis der Zucker caramelisiert. Auf einem Backpapier auskühlen lassen. Schale von einer Orange abreiben. Mit Quark, Rüeblisaft und restlichem Zucker verrühren. Rahm steif schlagen und unterziehen. Orangen in Würfelchen schneiden. Orangen, Quarkcreme und Knusperflocken

abwechselnd in Gläser schichten. * Erhältlich in Bioqualität.

Tipp Trifle in Vorratsdose zum

Mitnehmen einschichten.

Zubereitungszeit: 20 Minuten

Pro Portion ca. 18 g Eiweiss, 13 g Fett, 40 g Kohlenhydrate, 1500kJ/360 kcal

Für Gourmets Etwas Besonderes, das Augen und Gaumen entzückt

Ein Schicht-Zvieri ist schnell und einfach gemacht.

Rezept

Bild und Styling: Veronika Studer

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Migros Bio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Biosorti­ ment umfasst über 1300 Produkte.

Bio Mini Schoko Moelleux, 6 Stück, 200 g Fr. 4.40

Bio Magerquark, 250 g Fr. 1.35

Bio 5­Korn­Flocken 500 g Fr. 2.80

Ein Teil von


Schottland

Entdeckungsreise durch das Land von Schottenrock, Dudelsack und Whisky. 1. Tag Schweiz – Reims Abwechslungsreiche Fahrt durch das Elsass in die Champagne. 2. Tag Reims – Birmingham Sie erreichen Calais, von wo Sie eine Fähre hinüber auf die Britischen Inseln bringt. Durch die Grafschaft Kent gelangen Sie vorbei an Windsor, das von seinem Schloss beherrscht wird, nach Brimingham. 3. Tag Birmingham – Lake District – Livingston Vorbei an Liverpool erreichen Sie den Lake District National Park, ein Gebiet von einmaliger landschaftlicher Schönheit. Am Nachmittag erreichen Sie die schottische Grenze und statten der weltberühmten HochzeitsSchmiede von Gretna Green einen Besuch ab, bevor Sie über die Southern Uplands nach Livingston gelangen. 4. Tag Ausflug Edinburgh Am Vormittag zeigt Ihnen eine Führerin die Sehenswürdigkeiten der Schottischen Hauptstadt Edinburgh. Am Nachmittag besuchen Sie Hopetoun House inmitten seines gepflegten Parks am Südufer des Forth.

9 Tage Fr. 1'395.–

5. Tag Livingston – Whisky Trail – Inverness Über die berühmte Forth Bridge gelangen Sie nach Perth am River Tay. Durch die malerische Landschaft der Grampian Mountains führt die Reise weiter nach Braemar. Über Balmoral Castle, ein Sommersitz der englischen Königsfamilie, erreichen Sie den Whisky-Trail und besuchen auch eine der bekannten WhiskyBrennereien, bevor Sie in Inverness, mitten in den Schottischen Highlands, eintreffen.

7. Tag Inverness – Fort William – Glasgow Sie fahren durch den Kaledonischen Graben, entlang des berühmten Loch Ness und erreichen Fort William am Fusse des Ben Nevis, des höchsten Bergs ganz Grossbritanniens. Danach biegen Sie ab und fahren durch das geschichtsträchtige Glen Coe nochmals mitten durch die einmaligen Highlands. 8. Tag Glasgow – Hull Heute nehmen Sie Abschied von Schottland und fahren nach York 6. Tag Ausflug Eilean Donan mit seinem berühmten Münster und den längsten noch erhalteCastle – Inverewe Gardens nen mittelalterlichen Stadtmau(fakultativ) Heute besuchen Sie zuerst Eile- ern Englands. Nach diesem interessanten Aufenthalt kurze an Donan Castle, eine dieser Fahrt nach Kingston-upon-Hull, typischen schottischen Burgen und erreichen danach das Loch wo Sie Ihre Kabinen auf einem modernen Fährschiff für die Maree, einen der schönsten Lochs, wie hier in Schottland die nächtliche Überfahrt auf den Buchten und Seen genannt wer- Kontinent beziehen. den. Sie besuchen die Inverewe 9. Tag Rotterdam/ ZeeGardens, wo dank des milden brügge – Schweiz Klimas eine üppige subtropische Am Morgen legt Ihr Fährschiff in Pflanzenwelt gedeiht. Nach ei- Rotterdam/ Zeebrügge an. Vorner atemberaubenden Küsten- bei an Brüssel und Luxemburg fahrt gelangen Sie wieder nach kehren Sie danach durch das Elsass in die Schweiz zurück. Inverness zurück.

Reisedaten 2016 14. – 22. Juli 27. Juli – 04. August

Das ist alles dabei...

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9-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar 7 Übernachtungen mit Halbpension in guten Mittelklasshotels Fährüberfahrt Hull – Rotterdam/Zeebrugge in Doppelkabinen innen mit Frühstück Fährüberfahrt Calais–Dover Stadtbesichtigung in Edinburgh und Besuch einer Whisky-Brennerei

Nicht inbegriffen: ✘ Annullationsschutz Fr. 34.– ✘ EZ-Zuschlag Fr. 390.– ✘ Aussenkabine Fr. 50.– ✘ Ganztägiger Ausflug am 6. Tag inkl. Eintritte Fr. 48.–

Abfahrtsorte Zürich, Bern, Olten, Luzern, Basel

Irland

Die grüne Insel. Geheimnisvolle Kultur und malerische Landschaften. 1. Tag Schweiz – Reims Abwechslungsreiche Fahrt durch das Elsass in die Champagne. 2. Tag Reims – Birmingham Sie erreichen Calais, von wo Sie eine Fähre hinüber auf die Britischen Inseln bringt. Durch die malerische Landschaft der Grafschaft Kent reisen Sie nach Norden. Vorbei an Windsor, das von seinem Schloss beherrscht wird, erreichen Sie Birmingham. 3. Tag Birmingham – Irland Vorbei an Chester und entlang der walisischen Nordküste erreichen Sie Holyhead, von wo Sie ein modernes Fährschiff nach Irland bringt. 4. Tag Dublin – Galway Prachtvolle Fassaden im viktorianischen und gregorianischen Stil, grosszügige Strassen und weitläufige Parkanlagen prägen das Stadtbild von Dublin. Sie lernen die irische Hauptstadt auf einer Stadtrundfahrt kennen. Auf Ihrer Weiterfahrt in den Westen erreichen Sie danach den Shannon River, die Lebensader Irlands. Nach dem Besuch der Klostersiedlung von Clonmacnoise erreichen Sie Galway.

5. Tag Ausflug Connemara (fakultativ) Die ursprüngliche Landschaft der Halbinsel Connemara zieht viele Besucher in ihren Bann. Bergketten, Täler, die dunkle Seen umschliessen, eine Küste, an der sich Fels- und Sandstrände abwechseln, all dies macht die Landschaft Connemaras zu einer der ersten Sehenswürdigkeiten des Landes. Aus dieser Gegend kommen auch die Bodhrans, die typischen Musikinstrumente. 6. Tag Galway – Killarney Über Lisdoonvarna führt Sie der Weg zu den Cliffs of Moher. Von den Steilfelsen, die bis zu 200 Meter senkrecht in den Atlantik abfallen, hat man an schönen Tagen eine atemberaubende Aussicht auf den Atlantik. Nach dem Besuch in Bunratty, wo man die Lebensweise der Iren vor hundert Jahren erleben kann, erreichen Sie Killarney. 7. Tag Ausflug Ring of Kerry Auf der Halbinsel Iveragh verläuft die Küstenstrasse des Ring of Kerry. Schon die englische Königin Victoria war begeistert von der einzigartigen Landschaft

11 Tage Fr. 1’575.–

und den traumhaften Ausblicken. Auch Charly Chaplin war ein Fan dieser Gegend und verbrachte hier oft seinen Urlaub.

8. Tag Killarney – Wexford Über Cork, der drittgrössten Stadt Irlands gelangen Sie zum Blarney Castle. Hier befindet sich der sagenumwobene Blarney Stone. Dem, der ihn küsst, soll die Gabe der Beredsamkeit verliehen werden. Entlang der Südküste erreichen Sie Wexford. 9. Tag Wexford – Reading Sie geniessen die letzten Blicke auf Irland, während Ihr Schiff aus dem Hafen von Rosslare ausläuft und Kurs auf Wales nimmt. In Fishguard angekommen folgen Sie der walisischen Südküste und gelangen über Cardiff und Bristol zur letzten Zwischenübernachtung in England. 10. Tag Reading – Reims Vorbei an London gelangen Sie wieder nach Dover, zur Überfahrt aufs europäische Festland und weiter nach Nordfrankreich. 11. Tag Reims – Schweiz Rückfahrt über Nancy und die Vogesen in die Schweiz.

Reisedaten 2016 28. Juni – 08. Juli

Das ist alles dabei...

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11-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar

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10 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels in Zimmern mit Bad oder Dusche/WC

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Alle Fährüberfahrten

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Alle Besichtigungen gemäss Programm

Halbpension während der ganzen Reise

Nicht inbegriffen:

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Ganztagesausflug nach Connemara inklusive Eintritt Kylemore Abbey Fr. 48.–

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Annullationsschutz Fr. 34.– Einzelzimmer-Zuschlag Fr. 440.–

Abfahrtsorte Zürich, Bern, Olten, Luzern, Basel


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 75

Denny’s

Goldgelb und extraknusprig Es müssen nicht immer klassische Pommes sein, wenn sich der Appetit auf schmackhaftes Fingerfood meldet: Für Abwechslung aus der Fritteuse und vom Ofenblech sorgen die neuen Mais Fries von Denny’s. Wie der Name schon verrät, bestehen die goldgelben Stäbchen hauptsächlich aus Mais. Weil sie in Sonnenblumenöl vorfrittiert sind, bevor sie gewürzt und tiefgekühlt in den Handel kommen, werden sie auch im Backofen schön knusprig. Und natürlich sind sie nicht nur als Snack eine Empfehlung, sondern auch als Beilage zu Hauptgerichten aller Art.

Neu in der Schweiz!

Ein knuspriger Snack aus Mais in Stäbchenform

Mais Fries backen oder frittieren, in Wachspapier eintüten – und fertig ist das Fingerfood.

20-fache Cumuluspunkte auf Denny’s Mais Fries

Bild und Styling: Claudia Linsi

bis 14. März

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch Denny’s Mais Fries.

Denny’s Mais Fries, tiefgekühlt, 500 g Fr. 4.90 In grösseren Filialen


76 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Fairtrade Max Havelaar

Für starke Frauen Frauen sind weltweit stärker von Armut betroffen als Männer. Was Fairtrade Max Havelaar daran ändern kann, zeigen Beispiele ostafrikanischer Rosenfarmen. Text: Nicole Ochsenbein

Ü

ber eine Million Menschen müssen mit weniger als einem Franken pro Tag auskommen. Gemäss UN-Weltbevölkerungsbericht sind 70 Prozent davon Frauen. Hauptursache vor allem in Entwicklungsländern ist der fehlende Zugang zu Schulbildung. Und 60 Prozent der Analphabeten weltweit sind weiblich.

Bildung als Tor in ein besseres Leben

Fairtrade ist ein Handelsmodell, das die wirtschaftliche Situation von Kleinbauern und Angestellten in Entwicklungsländern verbessert. Der faire Handel schafft Verdienstmöglichkeiten und einen Zugang zu Bildung, der wiederum das Selbstbewusstsein vor allem von Frauen stärkt. Ein Beispiel ist Tikisael Mbise von der Fairtrade-zertifizierten Rosenfarm Kiliflora in Tansania. Ihre Rosen sind auch in der Migros erhältlich. Dank einer Computerschulung qualifizierte sich die ehemalige Plantagenarbeiterin für eine Führungsposition in der Verwaltung der Farm. Nun leistet sie Aufklärungsarbeit zu Themen wie Frauenrechte, thematisiert an ihren Treffen mit Frauen aber auch ökonomische Themen: «Bildung ist das Tor zu einem besseren Leben», weiss Mbise aus eigener Erfahrung. Zu den internationalen FairtradeStandards zählen der Mutterschutz, die Gesundheitsvorsorge und die Gleichstellung von Frau und Mann. So erhalten Frauen beispielsweise Kredite, um sich selbständig zu machen, oder Fairtrade schafft Krippenplätze, damit die Kinder gut umsorgt sind, während ihre Eltern arbeiten. MM

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MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 77

Tag der Frau

Bilder: picture-allinance/dpa; Alamy Stock Foto; panos pictures/Sven Torfinn; zVg

Die meisten in der Migros erhältlichen Rosen stammen aus Südamerika und Ostafrika. Über 95 Prozent davon aus Max-Havelaar-zertifizierten Betrieben. Der Kauf von Fairtradezertifizierten Rosen entlastet und unterstützt Arbeiter und Arbeiterinnen der Rosenfarmen in Entwicklungsländern.

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1 Schüler und Schülerinnen in

der Schule der kenianischen Rosenfarm Waridi. 2 Tikisael Mbise (links) und Rose Kimela arbeiten in der Verwaltung der Rosenfarm Kiliflora in Tansania. 3 Sorgfältig werden die Rosen im Gewächshaus der tansanischen Kiliflora-Farm verpackt. 4 Kinderkrippe auf der Rosenfarm Oserian in der Nähe des Lake Naivasha. 5 Handarbeit: Bevor sie verpackt werden, wird die Stiellänge der Rosen gemessen.

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Fairtrade Max Havelaar steht für fair gehandelte und nachhaltig angebaute Produkte.

Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros. Fairtrade Max Havelaar leistet dazu einen wertvollen Beitrag.


78 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Kaffeegeniesser sorgen vor, wenn ihr Lieblingsgetränk mal günstiger zu haben ist: Café Royal Espresso, 33 Kapseln Fr. 8.05 statt 12.– Aktion 33 Prozent am 11.3. In grösseren Filialen

Vorratshaltung

Klug vorgesorgt Wer den Haushalt vorausschauend organisieren und unliebsamen Überraschungen vorbeugen möchte, sollte stets ein paar «Dauerbrenner» auf Vorrat haben. Man stelle sich nur vor, man sitze nach einem Schneesturm an einem abgelegenen Ort in einem Haus fest. Gute Dienste leistet dafür ein Vorratsplan, der auch die Haltbarkeit der Lebensmittel ausweist. Neue Vorräte stellt man am besten nach hinten, damit die älteren zuerst aufgebraucht werden. Und bitte nicht vergessen: Produkte wie Mehl, Haferflocken oder Zucker locken Ungeziefer an, weshalb man sie in verschliessbaren Dosen lagern sollte. Dank geschickter Logistik, die auch den Einkauf von Produkten zum Aktionspreis einschliesst, lässt sich so ganz nebenbei auch noch die Haushaltskasse entlasten.

Schafft fühlbar und sichtbar mehr Haarmasse: Fructis Shampoo Prachtauffüller, 300 ml Fr. 4.30

Nachschub für den täglichen Schutz vor Karies und für frischen Atem: Candida Fresh Gel Zahnpasta, 125 ml Fr. 2.95

Schützt die Farben und das Portemonnaie: Total Color, 2 l Fr. 15.90

Toilettenpapier mit sanfter Weichheit für den täglichen WC-Besuch: Soft Comfort, 12 Rollen Fr. 7.10


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 79

Bei kleinem Hunger schnell in den Ofen schieben: Happy Hour Schinkengipfeli, 12 Stück, tiefgekühlt, 504 g Fr. 6.20

Passt zu Crêpes, ist aber auch fein aus dem Glas zu löffeln: Bischofszell Apfelmus Jonagold, 300 g Fr. 2.50

Bild: iStock

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Genossenschaft Migros Ostschweiz


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 81

Wissen aus der Region

300

Rund 300 Eier legt ein Huhn pro Jahr. Ob das Ei braun oder weiss wird, hängt nicht von der Farbe des Gefieders ab, sondern von der Farbe der Ohrscheibe. Die rot gefärbten AdR-Picknickeier stammen unter anderem von Stephan Beutters Hof in Wilen-Gottshaus TG. Sie sind in allen grösseren Filialen erhältlich.

Ihre Region

Neues aus der Genossenschaft Migros Ostschweiz

Klubschultipp

Beginnt bald die neue Amtszeit: die Verwaltung der Migros Ostschweiz

Wahlvorschläge sind bis spätestens 26. März beim Wahlbüro einzureichen.

Wahlen

Aufruf an die Mitglieder der Genossenschaft Migros Ostschweiz Liebe Mitglieder In rund 13 Wochen finden in unserer Genossenschaft Erneuerungswahlen statt. Für eine neue vierjährige Amtsdauer (2016 bis 2020) sind zu wählen: • 65 Mitglieder des Genossen-

schaftsrats (es gilt zu beachten, dass im Genossenschaftsrat die Frauen die Mehrheit bilden müssen); • 7 Mitglieder der Verwaltung (einschliesslich deren Präsidentin bzw. Präsidenten); • 14 Mitglieder der Delegiertenversammlung des MigrosGenossenschafts-Bundes; • 1 Vertreter bzw. 1 Vertreterin, welche(r) unsere Genossenschaft in der Verwaltung des Migros-

Genossenschafts-Bundes vertritt (hier gilt es zu beachten, dass diese(r) dem Genossenschaftsrat, der Verwaltung oder der Geschäftsleitung unserer Genossenschaft angehören muss). Für eine zweijährige Amtsdauer (2016 bis 2018) ebenfalls zu wählen ist • die Revisionsstelle

Alle Mitglieder können Wahlvorschläge einreichen. Diese müssen den Bestimmungen der Statuten (Art. 35) und des Wahlreglements (§ 27) entsprechen. Die entsprechenden Dokumente können gegen Vorweisung des Anteilscheins/Mitgliederausweises in unseren Verkaufsstellen sowie am Sitz der Genossenschaft in 9200 Gossau SG eingesehen werden.

Die Wahlvorschläge sind spätestens am 26. März 2016 (Ostersamstag) beim Wahlbüro unserer Genossenschaft einzureichen. Herbert Weber, Präsident Wahlbüro, Höhenweg 17, 9200 Gossau Weitere Mitglieder des Wahlbüros: Barbara Danuser, 9200 Gossau Markus Mosbacher, 8400 Winterthur Gerda Oertle, 9203 Niederwil Mirjana Markovic, 9404 Rorschacherberg Genossenschaft Migros Ostschweiz Die Verwaltung

7. März 2016

Kochen für Singles «Brotreste kann man einfach in eine Suppen- oder Salatbeilage verwandeln: Das Brot in 1 cm grosse Würfeli schneiden, in Butter goldgelb rösten», rät Ursula Opitz, Kursleiterin Kochen für Singles oder Kleinhaushalte an der Klubschule Migros Schaffhausen. Für eine oder zwei Personen zu kochen,

kann eine Herausforderung sein, vor allem wenn man kaum Zeit hat. Dank bewusster Einkaufs- und Vorratsplanung ist es möglich, sich mit wenig zeitlichem Aufwand abwechslungsreich und gut zu verpflegen. Im Kurs «Kochen für Singles oder Kleinhaushalte» erfahren die Teilnehmenden, wie sie mit kleinen Verhaltensänderungen beim Einkaufen, Kochen und Aufbewahren von Lebensmitteln grosse Verbesserungen erzielen können. Mehr Informationen: Klubschule.ch


82 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

MFIT

Besser spät als nie

«Hätte ich früher mit Fitnesstraining angefangen, wären mir viele Schmerzen erspart geblieben», sagt Antonio Maione. Nach einem Bandscheibenvorfall ist der 53-Jährige heute regelmässig Gast im MFIT Kreuzlingen. Text: Natalie Brägger

Bilder: Natalie Brägger, Klaus Andorfer

Ü

ber zehn Jahre haben Antonio Maio­ ne immer wieder Schmerzen geplagt. In seinem Beruf in der Verkehrstech­ nik gehört das Heben von schweren Lasten dazu, entsprechend hat sein Körper reagiert. «Ich hatte oft Verspannungen, Pro­ bleme mit einem Tennisarm und Blockaden im Rücken», erklärt der 53­Jährige. Er habe gewusst, dass Krafttraining gut sei für die Prävention. Gezielt etwas gemacht habe er aber trotzdem nie. «Ich hatte zwar bei verschiedenen Fitnessstudios ein Abo, gehörte aber zu denen, die zwei Jahre bezahlten und nur zwei Monate trainierten», bringt es der in Konstanz wohn­ hafte Italiener auf den Punkt. Ein Bandscheiben­ vorfall im fünften Wirbel brachte das Fass schliesslich zum Überlaufen – Antonio Maione wusste: «Jetzt muss ich seriös anfangen.» Gemeinsam stärker werden

Auf Anraten seines Therapeuten begann An­ tonio Maione vor rund einem Jahr im MFIT­ Trainingszentrum in Kreuzlingen mit leichtem Training zur Kräftigung seiner Nacken­ und Rückenmuskulatur. Die Tatsache, dass sein Sohn das MFIT­Trainingszentrum leitet, kam ihm dabei entgegen. Bald war er schmerzfrei und entschloss sich, einen Gruppenkurs zu besuchen. Heute trainiert der Familienvater

und baldige Opa durchschnittlich drei Mal pro Woche im MFIT Kreuzlingen. BodyPump und BodyCombat stehen auf seinem Programm. Das Teilnehmerfeld in diesen Kursen ist bunt gemischt: Frauen und Männer geben rund 55 Minuten lang alles und schwitzen unter Anleitung der Kursleiterin. Das sei nicht nur gut für die Kräftigung seines Körpers, sondern auch für die Motorik und die Koordination. «Man lernt seine Grenzen kennen», sagt Anto­ nio Maione. Das Training macht ihm auch wegen der guten Stimmung Spass: «Mir gefällt es, mit anderen Menschen zu trainieren.» Eine gute Betreuung macht viel aus

Das Schönste für Antonio Maione aber ist, dass er keine Schmerzen mehr hat, seit er regelmäs­ sig trainiert. «Hätte ich eher mit bewusstem Training angefangen, wären mir viele Schmer­ zen erspart geblieben», betont er. Warum konn­ te er sich nicht schon früher zu regelmässigem Training überwinden? «Manchmal muss man zuerst auf die Nase fallen», sagt er mit einem verschmitzten Lächeln und schiebt dann mit fester Stimme nach: «Ein gutes Trainingszent­ rum macht viel aus. Hier im MFIT fühle ich mich gut beraten und sicher.» MM Mehr Infos: Mfit.ch


MIGROS-WELT | MM10, 7.3.2016 | 83

1+2 55 Minuten Vollgas geben: Antonio Maione im BodyCombat, einem von verschiedenen Kampfsportarten inspirierten HerzKreislauf-Training 3 «Mir sind auch die

sozialen Kontakte wichtig»: Vor und nach Kursbeginn bleibt Zeit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen.

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Training

«Man ist nie zu alt»

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«Egal, wie alt man ist: Man ist nie zu alt, um mit Fitnesstraining anzufangen», sagt Alessandro Maione, Leiter des MFIT-Trainingszentrums in Kreuzlingen. Krafttraining ist ein gutes Mittel zur Vorbeugung gegen Osteoporose und fördert die Gelenkstabilität. Das Training lässt sich den persönlichen Zielen anpassen. «Mit einer guten Betreuung durch den Fitnessinstruktor kann sich jede Person verbessern», betont Alessandro Maione.

Alessandro Maione, Leiter MFIT Kreuzlingen


84 | MM10, 7.3.2016 | MIGROS-WELT

Migros-Kulturprozent

Von Ausländern und Bünzli-Schweizern Der Theaterverein Fürstenland präsentiert vom 15. April bis 7. Mai das Musical «Die Schweizermacher». Er darf dabei auf die Unterstützung des Migros-Kulturprozents zählen. Text: Natalie Brägger

seiner Teilnahme an einer Gewerkschaftsdemonstration ablenken können? Grosses Engagement von Freiwilligen

«Im Vergleich zum Film wirkt das Musical ein bisschen kürzer und schneller. Es hat weniger Dialoge, dafür umso mehr wirkungsvolle und bunte Mas­ senszenen», verspricht Marco Ciorciari. Die Regie führt wie bereits bei «My Fair Lady» (2010) und «La Cage aux Folles» (2013) Thomas Diethelm. Für die Regieassistenz und die Choreografie engagiert sich Karin Diethelm, unterstützt von Melanie Stark. Pro Aufführung sind rund 100 freiwillige Hel­ ferinnen und Helfer auf und neben der Bühne beteiligt. MM

Fondueabend mit Tücken: Der Einbürgerungsbeamte Max Bodmer (Mitte) fühlt dem Ehepaar Starke auf den Zahn.

Infos und Tickets: Theaterverein.ch

Spielplan

13 Aufführungen Spielbeginn im Fürsten-

vor allem deshalb ausgewählt, weil wir unseren Gästen gute Unterhaltung bieten möchten. Dass die Popularität des Stücks dank der Durchsetzungsinitiative noch gewachsen ist, konnten wir nicht voraussehen», erklärt der Vizepräsident des Vereins, Marco Ciorciari. Er wird als Italiener Francesco Gri­ molli auch auf der Bühne stehen. Auf Schweiztauglichkeit überprüft

Hauptfiguren im Stück sind der bärbeissige Einbürgerungs­ beamte Max Bodmer und der Kantonspolizist Moritz Fischer, der sich bei der Fremdenpolizei bewirbt. Fischer soll lernen,

Ausländer auf ihre Schweiztaug­ lichkeit und ihren Integrations­ willen zu überprüfen. Die Beamten observieren Francesco Grimolli, den sozialis­ tischen Italiener, der in einer Schwarzwäldertortenfabrik am Fliessband arbeitet, Milena, die in der Schweiz aufgewachsene Balletttänzerin mit jugoslawi­ schen Wurzeln, sowie das deut­ sche Ehepaar Gertrud und Hel­ mut Starke. Plötzlich wird die Arbeit der Beamten dramatisch: Fischer versteckt sich bei sei­ nem Tête­à­Tête mit der hüb­ schen Einbürgerungskandidatin Milena vor seinem Chef in der Badewanne. Wird der Sozialist Grimolli als Tell verkleidet von

Freitag, 15. April Samstag, 16. April Dienstag, 19. April Freitag, 22. April Samstag, 23. April Sonntag, 24. April Mittwoch, 27. April Freitag, 29. April Samstag, 30. April Sonntag, 1. Mai Mittwoch, 4. Mai Freitag, 6. Mai Samstag, 7. Mai

Bild: Zvg

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bwohl er bald 40 Jah­ re alt wird, ist er bis heute der erfolg­ reichste Schweizer Kinofilm: «Die Schweizerma­ cher» von Rolf Lyssy. Der Film ist im Nachgang zur sogenann­ ten Überfremdungsinitiative aus dem Jahr 1970 entstanden. Sie verlangte, dass der Auslän­ deranteil in jedem Kanton maximal zehn Prozent betragen dürfe. Das Thema ist heute aktueller denn je. Der Theaterverein Fürs­ tenland bringt die Geschichte, die die Schweizer Einbürge­ rungspraxis aufs Korn nimmt, ab dem 15. April als Musical auf die Bühne. «Wir haben das Stück

landsaal in Gossau: an allen Wochentagen um 20 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr


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was Zeit zur freien Verfügung geht es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo uns ein feines Trentiner Nachtessen bei Kerzenschein und Musik erwartet. 3. Tag, Montag – kulinarische Perlen des Trentinos Unser erstes Etappenziel ist heute das zauberhafte Nontal, wo wir eine typische Trentiner Käserei besichtigen. Hier wird der bekannte und vielfach ausgezeichnete Trentingrana produziert, den wir natürlich auch verkosten werden. Danach unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch einen wunderschönen Park zum Wallfahrtsort San Romedio, bekannt durch seine besonders sehenswerte Kirche. Am Nachmittag besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir wiederum viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der Erzeugnisse überzeugen werden. Nachtessen im Hotel.

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Familienumfrage Wie regeln Sie den Medienkonsum Ihrer Kinder? 1 Meine Kinder haben kein eigenes Gerät (Smartphone, Tablet, Laptop) 48% 2 Meine Kinder dürfen nur zu einer festgeleg­ ten Zeit Medien konsumieren 24% 3 Nur unter elterlicher Aufsicht gestattet 19% 4 Gar nicht. Heutzutage ist das Internet omnipräsent und kaum zu kontrollieren 9%

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Knigge reloaded

Ist es Ihnen peinlich, wenn jemand anders mit dem selben Kleid auftaucht?

Ist es peinlich, die gleichen Dinge zu besitzen?

Richtig oder falsch?

Die Lichtverschmutzung in der Schweiz hat in den letzten 20 Jahren um 70 Prozent zugenommen.

Migmag.ch/knigge

Richtig!

Illustrationen: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

Unsere Lebensweise hat zur Folge, dass im Siedlungsgebiet auch nachts die Dunkelheit immer mehr verschwindet. Schuld daran ist nicht nur die Strassenbeleuch­ tung. Lampen bei Hauseingängen, auf privaten Wegen und bei Gartensitzplätzen, die Licht nach oben oder seitlich ab­ strahlen, hellen den Nachthimmel auf. Die zunehmende Lichtverschmutzung kann negative Aus­ wirkungen auf Pflan­ zen und Tiere haben. Sensible Menschen können mit Schlaf­ störungen reagieren.

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Wir leben im Zeitalter der Selbsterschaffung des Einzelnen in einer Konsumgesellschaft, in der die Auswahl scheinbar unendlich ist – und doch besitzen viele Leute das Gleiche. Das gleiche Telefon, zum Beispiel. Oder das gleiche Teil von Balmain, erhältlich bei einer skandinavischen Billigtextilkette. Trotzdem wird bei einem gesellschaftlichen Anlass das Auf­ tauchen zweier Damen im gleichen Kleid als peinlich empfunden. Wie aber sieht das zum Beispiel bei einem Velo aus? Neulich schrieb mir eine Dame, dass sie ihrem Sohn unbeabsichtigt das gleiche Rad gekauft habe, wie es der Nachbarsjunge fahre – was besagte Nachbarin verstimmte und der Dame dann peinlich war. Während es die beiden Drittklässler egal fanden. Womit die Frage auch schon beantwortet ist. Allgemein: Wenn niemand der direkt Betroffenen einen Fauxpas registriert, existiert er nicht.»

Darum gilt:

Aussenräume gezielt von oben nach unten beleuchten und mit Bewegungsmelder versehen. Dies ver­ meidet, dass Licht die Nacht unnötig erhellt.

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88 | MM10, 7.3.2016 | LEBEN

Die Betreuung des chronisch kranken Jonah (2. v. l.) wird für die Furrers immer wieder zur Belastungsprobe, schweisst die Urner Familie aber auch zusammen: Familie

Im Schatten des

Chronisch kranke Kinder brauchen besonders viel Aufmerksamkeit. Darunter leiden oft

Text: Claudia Langenegger

D

iesen Sommer ist es wieder passiert, im Pfadfinder-Sommerlager: Julian hatte mit seinen Kameraden die Strecke des 47-Kilometer-Hikes stolz hinter sich gebracht. Er freute sich, diesen Moment mit Eltern und Geschwistern bei einem Znacht zu feiern. Dazu kam es aber nicht. «Jonah ist im Spital, sagte mein Vater», erinnert sich der 14-Jährige mit den dunkeln Haaren und Mandelaugen. Ein Notfall, wie schon so oft. Julians jüngerer Bruder ist mit einem gravierenden Herzfehler geboren worden. Seine Gesundheit ist fragil. Ein heftiger Husten reicht, und bei

den Eltern schrillen die Alarmglocken. Einmal mehr war ein glücklicher und sorgloser Augenblick verdorben. Und: Einmal mehr ging es nur noch um Jonah. Seit er zur Welt gekommen ist, steht er im Mittelpunkt der Familie Furrer. Ein Mittelpunkt, den sich niemand wünscht. Dem Zehnjährigen fehlt die linke Herzkammer, als vier Tage altes Baby hatte er die erste Operation. Mitleid, Angst und ein Gefühl von Schwere

Julian erinnert sich genau, wie es war, ein Brüderchen zu kriegen. «Ich war so stolz, nun war ich der ältere Bruder», sprudelt es

aus ihm heraus. «Doch dieses Bild vergesse ich nie: Er lag da, wie ein kleines Hämpfeli», sagt er und zeigt mit seinen Händen, wie gross das Baby damals war. «Und er war voller Schläuche. Ich merkte, da ist etwas gar nicht gut.» Zum Glücksgefühl kam Mitleid und ein unbeschreibbares Gefühl von Angst und Schwere. Jonah war halbjährig, als er zum zweiten Mal operiert wurde. Mit drei Jahren noch einmal, damals musste er drei Monate im Spital bleiben. «Das war eine schlimme Zeit», erzählt Julian. «Ich kann mich noch gut erinnern, die Eltern waren so am


LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 89

Julian, Mutter Rebekka, Enya, Vater Christian (v.l.)

kranken Bruders

die Geschwister. Julian Furrer (14) beschreibt, wie seine Familie die schwierige Situation meistert. Bilder: Vera Hartmann

Anschlag», sagt er. Und natürlich tauchten auch in ihm 1000 Fragen, Sorgen und Ängste auf. Aber: «Mami und Papi sahen so fertig aus, ich wollte nicht auch noch mit Fragen kommen.» Julian sitzt am Esstisch daheim. Sie wohnen in einer idyllischen Gegend im Herzen der Schweiz, im ländlichen Schattdorf UR, unweit des Telldenkmals in Altdorf. Dort besucht der 14-Jährige das Gymnasium. Seine liebsten Fächer sind Geschichte und Geografie. Er will später mal in den diplomatischen Dienst. Durch die lange Fensterfront sieht man in den Garten hinaus.

«Julian war immer sehr vernünftig und angepasst», sagt Mutter Rebekka Indergand Furrer (42). «Wir hatten nie etwas mit ihm.» Während Jonahs dreimonatigem Spitalaufenthalt lud die Spitalpsychologin Julian ein. Julian freute sich: «Endlich konnte ich auch zu einem Doktor!» Und er konnte endlich mit jemandem reden und all das sagen, was er sich gegenüber den Eltern nicht traute. Trotz der Operationen pumpte Jonahs Herz das Blut nicht mit dem richtigen Druck durch den Körper. In der Nacht brauchte er Sauerstoff, er blieb kränklich und schwach. «Doch das war noch heile Welt im Gegensatz

zu dem, was nachher kam», sagt Julian. Er erzählt, wie 2011 die sogenannte Plastic Bronchitis ausbrach: Jonah hustete ein Ding aus, das aussah wie ein zerkautes Sugus, bloss hart. Es war Lymphflüssigkeit, die in die Lunge drückte und sich verhärtete. Kann man es nicht abhusten, erstickt man. Restaurantbesuch ist unmöglich

Von da an stellte die Familie auf fettfreie Ernährung um. Pizza, Pommes, Burger? Das gab es nicht mehr. «Aus Solidarität haben wir auch so gegessen», sagt Julian. «Wenn wir etwas Normales assen, wurde Jonah


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traurig, weil er das nicht auch essen konnte. Wir konnten auch nicht ins Restaurant wie andere Familien.» Die Mutter sitzt ebenfalls am Tisch, schaut ihren ältesten Buben liebe­ voll an. Sie ist stolz, wie gut er darüber spre­ chen kann, wie offen er erzählt. Auch anderes fand bei Furrers nicht statt: Die Ferien der Eltern gingen für die Spital­ aufenthalte drauf. Spontanes Wegfahren ins Tessin, eine Skiwoche in der Bergen, eine Woche Strandferien – das alles ging nicht. «Ich habe manchmal schon das Gefühl, dass ich alles verpasse», sagt Julian. Spielsachen zuhauf als Kompensation

«Natürlich habe ich auch schon gedacht: Nur wegen dir können wir nicht!», sagt Julian und meint damit seinen kranken Bruder, dessen Krankheit den Alltag der ganzen Familie diktiert. «Aber gesagt habe ich nichts, er kann ja nichts dafür. Ich kann nicht auf Jonah wütend sein, er hats ja schon so schwer. Ich kann ihn nicht noch mehr runtermachen.» Julian war zehn Jahre alt, als sie zum ers­ ten Mal als Familie zusammen in die Ferien fuhren. Mit Vater Christian (44), Mutter Rebekka (42), Julian (14), Enya (8) und Jonah (10) gings für einen Monat nach Tann­ heim (D) in eine spezialisierte Rehabilita­ tionsklinik für Familien mit kranken Kin­ dern. «Dort hatte es alles, es war das Para­ dies», schwärmt Julian. Und doch, kompen­ sieren konnte das die fehlende Aufmerksam­ keit der Eltern nicht. Und auch die Ausflüge und Aktivitäten in den schwierigen Kran­ kenhauszeiten vermochten es nicht. Der Franz­Carl­Weber­Besuch war für Julian und Enya Alltag. «Ich weiss, dass man das nicht mit Waren kompensieren kann», sagt die Mutter. «Aber es ging nicht anders. Es gab Zeiten, da erhielten die Kinder alles.» In den letzten Ferien sagte Enya zu Julian: «Gell, die Eltern haben Jonah lieber als uns.» Er antwortete: «Ja, die haben ihn lieber. Aber wir haben ja uns.» Meinte er das wirklich so? Hat ihm sein Mami nicht das Gegenteil gesagt – dass sie alle genau gleich gern habe? «Wenn meine Mutter sagt, sie und Papi hätten uns alle gleich gern, sage ich ihr: Träum weiter. Ich nehme es ihnen nicht übel.» Und Mutter Rebekka? Sie ist hilflos. «Es ist einfach Horror! Es bricht dir das Herz, wenn dein Kind das Gefühl hat, du hättest es weniger gern», sagt sie. Sie weiss aber auch, dass sie nicht immer so sehr für die gesunden Geschwister da sein konnte, wie sie es sich gewünscht hätte. «Es kam immer wieder vor, dass am Morgen, als sie erwachten, das Grosi da war, weil ich in der Nacht mit Jonah ins Spital fuhr.» Und sie weiss auch, dass Julian und Enya automa­ tisch zu viel Verantwortung für ihren Bruder übernommen haben, sei das nun in der Schule oder in der Pfadi.

Mitleid, Wut, Verlustangst: Jonah ist gefangen in quälenden und widersprüchlichen Gefühlen.

Mittlerweile ist die quirlige Enya von der Schule nach Hause gekommen. Sie setzt sich neben ihren Bruder, umarmt ihn. Nastücher liegen vor ihm auf dem Tisch. Julian erzählt weiter. «Da ist immer dieser Konflikt in mir. Dann denke ich: Jonah ist das Lieblingskind, er hat es besser. Aber eigentlich geht es ihm schlecht, er hätte es selbst bestimmt lieber auch nicht so.» Während ihm seine Schwes­ ter übers Haar streicht, kommen ihm die Tränen. Er trocknet sich mit dem Nastuch die Augen. Das Gefühl, stets in der zweiten Reihe zu stehen, hat sich tief in Julians Seele eingefressen. Taktiken, um Aufmerksamkeit zu erhalten

Haben Julian und Enya denn auch Taktiken entwickelt, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu gewinnen? «Ich habe Kopfweh, Halsweh oder Ohrenweh, sagte ich früher», meint die quietschfidele Enya. Julian hatte hingegen tatsächlich jahrelang Heuschnup­ fen. «Und ich bin auf alles allergisch ausser auf Hausmilben», sagt er. Seit der Spritzen­ kur geht es nun gut, im Sommerlager der Pfadfinder schlief er sogar im Heu. Sowieso geht seit Frühling 2015 alles viel besser bei den Furrers. Jonah wurde nämlich operiert. Das einzige Spital, das eine Operation für seine Krankheit anbot, befand sich in Philadelphia. Das hiess für die Familie: Frühlingsferien in Amerika. Mög­

lich gemacht hatte die teure Behandlung un­ ter anderem der Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten (KMSK). «In der Spitalkantine gabs Donuts, Pizza und Burger», schwärmt Julian. Doch ganz alles passte nicht. «Ich hatte Geburtstag. Aber nein, es ging immer um Jonah», begehrt Enya auf. Aber auch sie freut sich natürlich für ihren Bruder, dem es nun viel besser geht. Die Plastic Bronchitis ist vor­ läufig verschwunden. Er braucht keinen Sauerstoff in der Nacht. Doch vor allem: Die Familie isst nun wieder ganz normal. Es war ein Highlight, als bei ihnen Nutella und Mayonnaise auf den Tisch kam. Sie gin­ gen in Luzern in ein nobles Hotel, um zu brunchen. Es gab einen fast spontanen Aus­ flug in den Europa­Park Rust – endlich! Furrers leben noch immer mit der Angst. Denn wenn Jonah atmet, knistert es nach wie vor. Nebst Bruderliebe prägen Mitleid, Wut und Verlustangst die Beziehung von Julian zu ihm. Und die Gewissheit, dass er immer ein Schattenkind bleiben wird, so sehr es alle gern anders hätten. MM Weitere Informationen: Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten: Kmsk.ch Über Jonah und seine Familie: Forjonah.com «Du bist dran» bietet Aktivitäten für Geschwister an: Dubistdran.ch

Das sagt die Expertin zum Thema: Seite 93


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Mirjam Thomi

«Man muss dem Kind volle Aufmerksamkeit schenken» Mirjam Thomi, Eltern müssen sich um ein krankes Kind intensiv kümmern. Was können sie tun, damit das Geschwister sich nicht zu sehr vernachlässigt fühlt? Da stellt sich die Frage, wie sehr die Eltern von der Krankheit emotional betroffen und eingenom­ men sind und wie stark die Krankheit den Alltag der ganzen Familie prägt. Es ist wichtig, das kranke Kind möglichst normal aufwachsen zu lassen, ohne «Sonderzügli». Das ist eine hohe Kunst und gelingt nicht immer.

Wie reagieren, wenn das gesunde Geschwister leidet? Mit viel Liebe sich gezielt Zeit nehmen und mit dem Geschwister etwas unternehmen: eine Zeichnung machen, ein Buch anschauen. Man sollte dem Kind die volle Aufmerksamkeit schen­ ken und zusammen etwas tun, ohne dass das kranke Kind immer dabei ist. Wie gehen Sie auf Geschwister von kranken Kindern ein? Wir wecken Verständnis für die Krankheit und be­ ziehen das Kind – sofern

es will – in die Pflege ein. Es darf beispielweise ein Pflaster kleben oder einen Knopf drücken, um den Blutdruck zu messen. Zudem haben wir einen Kinderhort und einen betreuten Werkraum. Es gibt auch viele Spielsachen in den Kinderkliniken. Wie äussern Kinder, dass sie unter einem Mangel an Aufmerksamkeit leiden? Jedes Kind reagiert anders, einige ziehen sich zurück, andere drehen total auf, sind ungehorsam und be­

folgen nicht, was die Eltern sagen. Oft sind sie traurig, können dies aber den Eltern gegenüber nicht gut äussern. Eher selten können sie auch einmal laut werden. Kinder übernehmen häufig Verantwortung für ihr krankes Geschwister. In welchem Ausmass ist dies gesund? Solange es für das Kind stimmt. Manche Kinder sind gern die Beschützer, andere distanzieren sich beispielsweise in der Schule von ihrem Ge­ schwister, weil sie schon

zu Hause so viel Rück­ sicht nehmen müssen. Haben Eltern oft das Gefühl, dem gesunden Kind nicht gerecht zu werden? Das ist immer wieder ein Thema. Auch wenn die Betreuung daheim klappt und sich eine Familie gut mit Grosseltern und Nachbarn organisieren kann, ist oft das negative Gefühl da, dass man die Kinder hin und her schiebt. MM Mirjam Thomi (30) ist Pflegefachfrau Kinderkliniken Inselspital Bern.

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Aus eins mach drei Text: Reto Vogt

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kannte Lösungen. Auch sonst ist das in robustes Magnesium­ gepackte Gerät sauber verarbei­ tet und überzeugt punkto Aus­ stattung auf der ganzen Linie. Diese Vorteile spüren Interessenten allerdings im Portemonnaie: Sogar in der günstigsten Ausführung kostet das Surface Book 1700 Franken – das ist mindestens ein Drittel teurer als vergleichbare Geräte wie zum Beispiel das Lenovo Yoga. Sparen und bei Bedarf erweitern

Wer mehr Geld in die Hand nehmen möchte – je nach Ausführung fallen bis zu 3000 Franken an –, profitiert von höherem Arbeitstempo und mehr Speicherplatz. Weil sich Letzterer bei Bedarf jedoch nachrüsten lässt, genügt für Büroarbeiten und gelegentliche Spiele das Basismodell. Im Preis inbegriffen ist in jedem Fall eine Windows-10-Pro-Lizenz und eine Testversion von Office,

Mein Tablet ist gesperrt. Nur eine Zahlung von 150 Franken soll das Problem lösen. Wie das? Wolfgang Kloos

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Microsoft kann mehr als nur Software: Das Surface Book ist der erste hauseigene Laptop überhaupt. Dieser vereint drei Gerätekategorien in sich – ein überzeugender Helfer im Büro.

ine Doktorarbeit ist zwar nicht nötig, um das Notebook in ein Tablet zu verwandeln – aber ohne die beigelegte Instruktion wäre ich nie darauf gekommen, wie sich der Bildschirm von der Tastatur entfernen liesse. Beim Surface Book klappt das nämlich nur bei geladenem Akku, weil die Verbindung vorher per Tastendruck gelöst werden muss. Ebenso nicht auf Anhieb verständlich ist der ConvertibleModus. Das scharfe und kontrastreiche Display wird nicht wie gewohnt umgeklappt, sondern nach dem Entfernen mit der Rückseite zur Tastatur wieder aufgesteckt. Letztere profitiert gegenüber dem Tablet von einer mehr als doppelt so langen Akkulaufzeit. Mit dieser Vorrichtung stellt Microsofts erstes Notebook die Konkurrenz sofort in den Schatten. Sie ist stabiler und nutzt sich weniger schnell ab als bisherig be-

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die allerdings bereits nach einem Monat ausläuft – hier hätte Microsoft grosszügiger sein dürfen. Darüber hinaus wird ein Stift mitgeliefert, der sich am rechten Rand der gelungenen Tastatur per Magnet befestigen lässt. Dieser eignet sich hervorragend, um handschriftliche Notizen anzulegen, die später per Knopfdruck mittels Texterkennung digitalisiert werden können. Microsoft avisiert mit seinem 1,5 Kilogramm schweren Erstling ein Businesspublikum. Das in mattes Silber gepinselte 3-in-1-Gerät spielt seine Stärken vor allem im Büro aus, weil spielend in den Tablet- oder Convertible-Modus gewechselt werden kann. Zu Hause sind solche Funktionen seltener gefragt – auch wenn es praktisch ist, die Tastatur auf dem Schreibtisch liegen zu lassen und sich mit dem Tablet aufs Sofa zu setzen. MM Das Microsoft Surface Book ist ab 1700 Franken bei Digitec.ch und Melectronics.ch erhältlich.

Betrüger sperren Tab­ lets und PCs mithilfe von Trojanern. Oft wird als Absender das Bundesamt für Polizei vorgegaukelt, um die Empfänger einzuschüchtern. Richtige Reaktion: Zahlen Sie nie. Derzeit gibts drei For­ men des Schädlings: Wenn nur der Browser gesperrt ist, lässt er sich über den TaskManager schliessen. Ist dagegen das System blockiert oder greift der Trojaner sogar gespeicherte Daten an, hilft nur eine Rettungs-CD oder ein USB-Stick. Der Datenverlust lässt sich aber nur bei bestehendem Backup vermeiden. Um sich zu schützen, installieren Sie stets alle Updates, erstellen Datenbackups und öffnen keine Mails unbekannter Absender. Weitere Infos: Migmag.ch/trojaner

Reto Vogt (31),

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LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 97

Wie wichtig ist Ihnen gesunde Ernährung? Migmag.ch/essen

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Gesund essen bis zum Kollaps

Wer auf die Ernährung achtet, tut seinem Körper Gutes. Verwandelt sich Gesundheitsbewusstsein aber in Gesundheitswahn, dann kann es gefährlich werden. Eine Betroffene erzählt, wie das Essen für sie zum Albtraum wurde. Text: Eva Hirschi

Bild: Tina Steinauer

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alat, Suppe, Müesli – eine Zeit lang kam bei Andrea* fast nichts anderes auf den Tisch. Kein Zucker, kein Fett, keine Kohlenhydrate. Ihr Ziel war es lediglich, ein paar Kilos abzunehmen. Vor zweieinhalb Jahren wog Andrea einiges mehr als heute, 72 Kilogramm zeigte die Waage an. Am Anfang klappte es mit dem Abnehmen ganz gut, doch dann wurde ihr Ernährungsplan immer extremer. «Ich wollte mich immer gesünder ernähren und auf Fett verzichten – nicht einmal mehr teilentrahmte Milch konnte ich trinken, ich kaufte nur noch Magermilch», erzählt die 35-jährige Luzernerin. Gesund ist, was nicht dick macht

Heute wiegt Andrea 50 Kilogramm bei einer Körpergrösse von 161 Zentimeter, und sie leidet an Orthorexie. Dabei handelt es sich um ein problematisches Muster in ihrem Essverhalten. Im Unterschied zu Menschen mit Anorexie (Magersucht) will Andrea nicht auf das Essen verzichten, manchmal isst sie sogar Schokolade. Sie treibt auch nicht übermässig Sport, um die eingenommenen Kalorien sofort wieder zu verbrennen, wie es

Kein Zucker, kein Fett – nur gesundes Essen kommt bei Andrea auf den Tisch.

viele Magersüchtige tun. Andrea will einfach nur die Lebensmittel konsumieren, die sie für ihren Körper als gesund betrachtet und die sie nicht dick machen. Nur, was in ihrem Kopf als gesund gilt, ist es in der Realität eigentlich nicht. Zu unausgeglichen, zu einseitig

ist ihre Ernährung. Und sie weiss das. Die Kilos purzelten am Anfang zwar schnell, doch Andrea fühlte sich immer noch nicht schlank genug. Das tägliche Wägen wurde zum Zwang, und zwar auf das Gramm genau. «Wenn ich einmal ein Gramm mehr

wog, fühlte ich mich schlecht und wollte dieses Gramm wieder loswerden», erzählt sie. Ihre Schwester habe ihr die Waage eines Tages einfach weggenommen – «die Waage vermisse ich heute aber nicht mehr», sagt Andrea. Dabei merkte sie lange Zeit nicht, dass sie überhaupt


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ein Problem hatte. Nach dem Entzug der Waage mass sie sich nur noch an ihrem Aussehen. Ähnlich wie bei Menschen mit Anorexie sah sich Andrea allerdings viel dicker, als sie in Wirklichkeit war. Ihr Umfeld bemerkte ihre körperliche Veränderung und ihr neues Essverhalten. Immer häufiger sprachen Familie und Freunde sie kritisch darauf an. «Ich verstand diese ganze Aufregung nicht, ich fühlte mich ja immer noch zu dick», sagt die sehr schlanke Frau. Schliesslich gab sie dem Druck aber nach und suchte eine Ernährungs­ beraterin auf. Zwanghafte Kontrolle

Zur Ernährungsberaterin ging sie mit einem einzigen Ziel: Sie wollte lernen, die Palette an Le­

Gut zu wissen

Problematisches Essverhalten Die Orthorexie (griech. für

«der richtige Appetit») ist eine verhaltenspsychologische Ernährungsstörung bei der sich Gedanken und Handeln zwanghaft um gesunde Ernährung drehen. Bei Betroffenen kann dies zu Mangelerscheinungen und sozialer Isolation führen, weil sie nichts mehr essen, dessen Herkunft oder Nährwert sie nicht kennen. Orthoretiker sind meist von ihrem Verhalten so überzeugt, dass sie dies nicht ändern möchten. Mehr Infos: Arbeitsgemeinschaft Essstörungen, Aes.ch

bensmitteln zu erweitern ohne zuzunehmen. Doch im Gesund­ heitszentrum wurde festgestellt, dass Andrea mehr als einen grös­ seren Einkaufskorb benötigte. Seit einem halben Jahr erhält sie nun wöchentlich psycholo­ gische Unterstützung, Ernäh­ rungsberatung und Körperwahr­ nehmungstherapie. Sie muss lernen, sich so zu fühlen und zu sehen, wie sie wirklich ist. Dass die Ärztin bei ihr eine Orthorexie feststellte und nicht etwa Anorexie, war für Andrea eine Erleichterung. Die Tests im Spital hatten zudem gezeigt, dass sie keine Mangelerschei­ nungen hatte. Auch ihr Body­ Mass­Index (BMI) liegt noch knapp im Normalbereich. Kör­ perlich gesehen, ist sie also ge­ sund. Das Problem: ihre zwang­ hafte Kontrolle beim Essen.

Wie es zu diesem Essverhalten kam, kann Andrea heute nicht sagen. Dass sie durch irgendwel­ che Trends oder Medien beein­ flusst worden ist, glaubt sie nicht. Auch kennt sie in ihrem Umfeld niemanden mit dem­ selben Problem. Lediglich ihr Wunsch abzunehmen, war aus­ schlaggebend. Das sie jetzt viel dünner ist, hat auch positive Seiten, erzählt sie. «Ich fühle mich viel selbst­ bewusster, seit ich so viele Kilos verloren habe.» Essen bei Freun­ den schlägt Andrea trotzdem nicht aus. Sie bittet einfach um kleinere Portionen. Gibt es Spa­ ghetti Carbonara («für mich eine pure Kalorienbombe!»), dann würde sie einfach nur ein paar Gabeln davon essen, sagt sie. Manche Personen, die von Orthorexie betroffen sind,

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vermeiden Einladungen zum Essen. Das kann zu sozialer Isolation führen. Andrea trifft ihre Freunde immer noch regel­ mässig. Auf Distanz ging sie allerdings mit ihrer Familie. Die ewigen Kommentare zum Essen wie etwa «Willst du nicht doch ein bisschen Dessert?» belasteten sie zu sehr. Der Kopf ist stärker als der Bauch

«Es ist ja nicht so, dass ich keine Lust auf Desserts hätte. Ich weiss aber, dass ich mich danach sehr schlecht fühlen werde. Mir ist es wichtiger, mich gut zu füh­ len, als eine Rahmglace zu es­ sen», erklärt sie. Es sei ein tägli­ cher Balanceakt. Kopf und Bauch, so sagt sie, seien bei ihr nicht im Gleich­ gewicht. Ihr Kopf ist aber fast immer stärker als ihr Bauch,

denn sie hat eine eiserne Diszip­ lin. «Klar bin ich nach einer kleinen Portion noch nicht satt und könnte noch mehr essen. Aber ich will es nicht.» Inzwischen hat Andrea aber auch ihre Tricks, um die eigene Wahrnehmung zu verändern. «Ich habe nach manchen Mahl­ zeiten das Gefühl, dass das Essen direkt am Körper an­ gesetzt hat, auch wenn ich weiss, dass das gar nicht möglich ist. Deshalb verzichte ich an solchen Tagen auf knallenge Jeans und Blusen und trage weite Kleider», erklärt sie. Ausserdem hat Andrea ein neues Hobby: Zwei bis drei Mal in der Woche geht sie schwim­ men. Sie tut es nicht, um Kalo­ rien zu verbrennen, das betont sie immer wieder. Sie brauche den Sport als Ausgleich, damit

sie richtig abschalten könne. Und tatsächlich: Nach dem Schwimmunterricht hat sie oft richtig Kohldampf – und schlägt zu. Nicht, wie das ein durch­ schnittlicher Sportler tun wür­ de. Aber für ihre Verhältnisse esse sie viel, sagt sie und zählt auf: eine Schüssel Müesli, drei Portionen Quark, drei Eier, eine Reihe Schoggi, eine Ovi, Früchte. Das Wichtigste: «Ein schlechtes Gefühl habe ich danach meis­ tens nicht. Ich sage mir dann, ich esse. Nicht, ich darf essen.» Bis sich Andrea wieder nor­ mal und ausgewogen ernähren kann, braucht es Zeit. Mit der Ernährungsberaterin vereinbart sie immer wieder kleine Schrit­ te. Quark, Ei und Thon isst Andrea inzwischen wieder. Bei den Kohlenhydraten hapert es

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noch am meisten. «Das kriege ich fast nicht runter», sagt sie. Das ausgemachte Ziel: zwei bis drei Löffel Weizen pro Woche. Den Weizen koche sie ja schon, sagt Andrea, «nur essen kann ich ihn nicht». Fünf Teller voller Weizen stehen in ihrem Kühlschrank. Nahezu unberührt. «Wenn ich es nicht schaffe, die mit der Ernäh­ rungsberaterin vereinbarten Zie­ le zu erreichen, bin ich auf mich selber wütend», gesteht Andrea. Doch sie gehe gern in die Thera­ pie und fühle sich danach meis­ tens besser. Deshalb gebe sie sich Zeit. «Ich weiss, dass ich meinen Vorsatz, mich ausgewogen zu er­ nähren, irgendwann erreichen kann. Aber ich muss kleine Schritte gehen.» MM * Name von der Redaktion geändert


100 | MM10, 7.3.2016 | LEBEN

Auto

«Atemberaubend!»

Der neue Opel Astra hat die Jury von Schweizer Auto des Jahres 2016 überzeugt. Doch wie schneidet er im Alltag ab? Unsere Leserfamilie BögliKunz aus Ersigen BE hat den Kompakten auf Herz und Nieren getestet. Text: Timothy Pfannkuchen

Bilder: Tomas Wüthrich

N

och vor fünf Jahren schien Opel verloren zu sein. Seither über­ rascht die Traditionsmarke jedoch mit einem fulminanten Neustart. Der Lohn der gelungenen Neu­ heiten sind mehr Käufer, ein besseres Image und für den neuen Astra Lorbeer in Form renommierter Autopreise. Auch bei Testfamilie Bögli­Kunz aus Ersigen BE kommt der 4,37 Meter lange VW­Golf­Konkurrent prima an. Nicht nur wegen Details wie – erstmals in der Kompaktliga – Voll­LED­Matrixlicht (1300 Franken) oder «OnStar» (Serie ab «Enjoy»), sondern vor allem weil er sich gut fährt. In der Testwoche verbraucht die Familie im Schnitt nur viereinhalb Liter. Auch sonst gefallen die 136 PS – und wie! «Atemberau­ bend! Jedes Dieselvorurteil wird ad absurdum geführt», schwärmt Beat Bögli (57): «Durchzug und Schaltung sind super. Beim Start hört man den Diesel, sonst nur das feine Radio.»

Das Licht «Das Voll-LED-Matrixlicht ist ja der Hammer! Nachts fährt man nur mit Fernlicht – andere werden einfach blendfrei aus dem Licht geschnitten; alles rundum ist perfekt beleuchtet.» Nicolai Kunz (12)

99 g/km CO2 Grenzwert 2016: 124 g/km

Mischung aus Kompakt- und Sportwagen

Überschwänglich wie der Krankenpfleger den Motor beurteilt Priska Kunz (41) das Fahrgefühl. Die Gewerbeschullehrerin lobt die «tolle Wendigkeit, die sportliche, nie aber zu harte Federung und die präzise Lenkung». Anica (9) geniesst derweil die Sitzheizung im Fond. Doch dann findet Nicolai (12) einen Minuspunkt. «Wir sitzen hinten echt be­ quem, aber die Fenster sind recht klein.» Priska Kunz ergänzt: «Das schicke Design, fast eine Mischung aus Kompakt­ und Sportwagen, hat seinen Preis: Die Sicht nach hinten ist nicht toll. Und mein Beat findet den Fahrerplatz zwar bequem, aber eher knapp als luftig geschnitten.» Also ein Fehlstart? «Im Gegenteil», widerspricht Beat Bögli, der sonst Honda Jazz fährt: «Junge Familien überzeugt er sicher. Der Preis ist fair, und uns gefällt er ausgezeichnet. Nur ist uns der Laderaum zu klein. Aber im April startet ja der Kombi: Der könnte es sein!» MM

Das Cockpit «Wir haben uns sofort zu Hause gefühlt, selbst wenn der Fahrerplatz luftiger geschnitten sein dürfte. Alles ist sehr edel verarbeitet, und die Sitze und das Infotainment sind top.» Beat Bögli (57)


LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 101

Das Callcenter «OnStar ist genial! Man drückt unterwegs den Knopf. Dann ruft Opel an, sucht uns eine Adresse und schickt sie ans Navi. Toll finde ich auch den Automatiknotruf bei Unfällen.» Anica Kunz (9)

Eine Woche lang und 850 Kilometer weit im Opel Astra unterwegs: Testfamilie Bögli-Kunz aus Ersigen BE. Von links: Anica Kunz, Priska Kunz, Beat Bögli und Nicolai Kunz

Auto-Testfamilie

Eine Woche lang ausprobieren Testen Sie den neuen VW Touran als Siebenplätzer! Bewerben Sie sich bis am 13. März auf Migrosmagazin.ch und fahren Sie vom 11. bis 18. 4. 2016 den Kompaktvan. Bedingung: Sie sind mindestens zu dritt und erscheinen im Migros-Magazin. Wir wählen die Familie aus. Steckbrief

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Geräumig, praktisch, einfach bedienbar: Der VW Touran 2.0 TDI ist ideal für grosse Familien.

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Opel Astra 1.6 CDTI Antrieb: 1.6-R4-Turbodiesel, 136 PS, 320 Nm bei 2000 bis 2250/

min, 6-Gang-Schaltung, Frontantrieb. Fahrwerte: 0–100 km/h in 9,6 s, Spitze 205 km/h. Gewicht: 1350 kg. Umwelt: Normverbrauch 3,8 l/100 km = 99 g/km CO2, Energie A. Listenpreis: ab 28 700 Franken (Basis: 1.4, 100 PS, ab 20900 Franken).

Der Laderaum «Der Astra ist zwar nicht eng, aber für eine Familie mit Hobbys sind 370 bis 1210 Liter halt wenig. Die beim Sitzklappen entstehende Kante stört. Egal, es kommt ja noch der Kombi.» Priska Kunz (41)

Umwelt: Normverbrauch 4,4 l/100 km = 115 g/km CO2, Energie A. Listenpreis: als 7-Plätzer ab 37 530 Franken (Basis: 1.2 TSI, 110 PS, als 5-Plätzer ab 26 800

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Sie den Charme dieser zauberhaften Stadt. Abends Weiterfahrt Richtung Melk. Tag 6 Melk. Besichtigen Sie in Melk das auf einem steilen Bergrücken hoch über der Donau liegende Benediktinerstift*. Die Stiftskirche gilt als die schönste Barockkirche nördlich der Alpen. Tag 7 Passau–Schweiz. Nach dem Frühstück Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Ausflugspaket Das Ausflugspaket kann nur im Voraus gebucht werden. Sie sparen mindestens 20%. Buchung einzelner Ausflüge an Bord möglich.

Tag 4 Budapest. Die Hauptstadt Ungarns wird auch «Königin der Donau» genannt. Das malerische Budapest, eine Stadt voller Lebensfreude erleben Sie auf einer Rundfahrt*. Nachmittags Ausflug in die nahe gelegene Apajpuszta auf eine typische ungarische Czarda (Fr. 50).

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Tag 5 Bratislava. Mittags Ankunft in Bratislava, der Hauptstadt der noch relativ jungen Republik Slowakei. Entdecken Sie die Altstadt auf einer Führung*. Schlendern Sie anschliessend gemütlich auf eigene Faust durch die Strassen von Bratislava und spüren Die Flamenco***(*) verspricht dank Twincruiser ruhige Nächte an Bord. Die Kabinen auf Mittel- und Oberdeck verfügen über französische Balkone, Kabinen auf dem Hauptdeck mit nicht zu öffnenden Fenstern. In allen Kabinen sind WC/Dusche, Klimaanlage, Föhn, Safe und Stromanschluss 220 V vorhanden. Der Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna bietet viel Entspannung an Bord. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und ausgewählte mehrgängige Abendmenüs geniessen Sie im erstklassigen Restaurant. Lassen Sie den Abend anschliessend in der Lounge/Bar ausklingen. Willkommen an Bord!

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LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 103

Migros-Bank-Ratgeber

«L’euro n’existe pas»: Die Eurozone bildet keine Einheit. Während Deutschland profitiert, hat die Schweiz die Nachteile.

Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

Früher, zu den Zeiten der Lira, hätte Italien seine eigene Währung abwerten können, um diese Entwicklung zu korrigieren und den Exporteuren zu neuer Konkurrenzfähigkeit zu verhelfen. Das funktioniert in der Eurozone nicht mehr. In Deutschland ist die Situation genau umgekehrt: Die Grafik verdeutlicht, dass der «deutsche Euro» viel zu günstig ist. Zum Vorteil der deutschen Exportwirtschaft, die ihre Güter zu tieferen Preisen verkaufen kann.

K

Reale effektive Wechselkurse einzelner Länder (indexiert: 100 = 1996) basierend auf den Lohnstückkosten. Diese messen die Arbeitskosten in Relation zur erbrachten Wirtschaftsleistung (detaillierte Angaben: Blog.migrosbank.ch) 115 110

Überbewertung

105 100 95

■ Schweiz ■ Italien ■ Frankreich ■ Deutschland

90 85 80

Unterbewertung

3

4 201

201

201 2

201 1

8 200 9 201 0

7

200

200

3

4 200 5 200 6

200

200

199

8 199 9 200 0 200 1 200 2

75

6 199 7

Diese wachsende Ungleichheit ist in der Grafik dargestellt. Die Kurven zeigen, wie günstig oder teuer ein Land produziert. Nehmen wir zuerst den sogenannten realen effektiven Wechselkurs Italiens, also den Kurs des «italienischen Euros» (eine genaue Erklärung dazu finden Sie unter Blog.migrosbank.ch): Wie wir sehen, hat sich dieser seit 2000 stetig verteuert. Der Grund ist der überproportionale Anstieg der Lohnstückkosten.

Teure Schweiz, billiges Deutschland

199

«La Suisse n’existe pas.» So lautete das provokative Motto der Schweiz an der Weltausstellung 1992. Doch wie fällt der Befund aus, wenn wir die Existenz der europäischen Währung hinterfragen? Meine Antwort lautet: «L’euro n’existe pas» – der Euro ist bis heute kein homogener Währungsraum. Stattdessen werden die wirtschaftlichen Gegensätze in der Eurozone immer grösser.

Daten: Eurostat

Wie steht es nun mit dem realen effektiven Wechselkurs der Schweiz? Aus der Grafik geht hervor, dass die Finanzkrise zu einer starken Aufwertung des Frankens führte, weil unser Land als «sicherer Hafen» gesucht war. Für die Schweizer Exporteure bedeutet das zwar keine Benachteiligung im Vergleich zu Italien – denn die dortige Industrie leidet unter dem ebenfalls zu teuren «italienischen Euro». Umso grösser jedoch ist das Handicap gegenüber der Konkurrenz aus Deutschland, die vom schwachen «deutschen Euro» profitiert. Der

Währungsvorteil Deutschlands liegt bei rund 25 Prozent. Für die Schweizer Wirtschaft wiegt dies umso schwerer, als Deutschland auch der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist. Bald wird die Europäische Zentralbank die Geldschleusen noch mehr öffnen, um die Währung weiter abzuschwächen. Damit dämpft sie den Euro-Frust in Italien, Spanien oder Frankreich. Doch der grösste Nutzniesser des schwachen Euros bleibt die deutsche Exportwirtschaft. MM

Mamma mia

Und jetzt bitte recht schön lächeln

Kommt der Schulfotograf, machen sich alle Kinder freiwillig hübsch. Nie ist die Haarspängelidichte höher. Manche Buben ziehen sogar ein Hemd an. Ich muss gestehen, ich kann mich der Sogwirkung dieses wichtigen Termins auch nicht entziehen. Neulich, als es mal wieder so weit war, wusch ich Ida noch frühmorgens die Mähne. Und überredete sie, ihr selbst zusammengestelltes Outfit zu wechseln,

«damit die Kameralinse nicht explodiert». Warum der Aufwand? Weil das Klassenfoto nach wie vor ein wertvolles Dokument ist. Etwas, was man auch Jahre später hervorkramt, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern. Oder an den Kollegen mit der fiesen Frisur. Es ist auch ein Beweis dafür, dass der Zahnwechsel tatsächlich stattfindet.

Ida zweifelt. Bei ihr tut sich nach zwei freiwillig ausgefallenen Milchzähnen nichts an der Wacklerfront. Unser Klassenbild würde jede Kieferorthopädin in Ekstase versetzen. Riesige Zahnlücken, ein Meer aus Zahnfleisch und hie und da ein neues Modell, höckriger als ein Kamel. Am liebsten sind mir Eckzähne, die sich beharrlich weigern auszufallen. Da grinst er glücklich in die Kamera, der Vampirnachwuchs. MM

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


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Pickel perfekt abdecken: die VideoTutorials

LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 105

Migmag.ch/akne

Tipps

Ein Fall für Profis Versuchen Sie auf keinen Fall, die Pickel selbst auszudrücken. Das geht meistens schief. Wenn schon, dann lassen Sie Ihre Haut bei einer Kosmetikerin professionell tiefenreinigen.

Beauty

Späte Akne Nicht nur Teenager leiden unter Akne. Auch Erwachsene können davon betroffen sein. Was man dagegen tun kann. Text: Andrea Vogel

L

Illustration: izabe.la / Kombinatrotweiss

ästige Pickel, entzündliche Pusteln. Ab und zu plagen sie uns auch als Erwach­ sene. Kleine Hautirritatio­ nen, mitunter hormonell bedingt, sind normal. Bei gut 30 Prozent der Frauen ab 30 Jahren überstei­ gen sie aber die Norm einzelner «Bibeli». Betroffene leiden dann unter der sogenannten «Akne tarda», der Spätakne. Während sich der Prozentsatz der klassischen Pubertätsakne nicht verändert hat, ist er bei der «Akne tarda» in den vergangenen 20 Jahren gestiegen. «Die Ursa­ chen dafür sind multifaktoriell», sagt die Dermatologin Myriam König vom Gesundheitszentrum Santémed in Winterthur. «Wahr­ scheinlich hat es mit sich verän­ dernden Umwelteinflüssen zu tun.» Will heissen: Stress, falsche Ernährung, hormonelles Un­ gleichgewicht, schlechte Ver­ dauung oder zu reichhaltige Kosmetikprodukte können die Talgproduktion anregen.

Somit unterscheidet sich die Spätakne von der Entstehung her nicht von der Pubertätsakne: Die Talgdrüsen der Haut produzieren zu viel Talg. Dadurch verhornen die Hautporen, wodurch diese wiederum verstopfen. Et voilà: Mitesser und Pickel entstehen. Beim Dermatologen Rat holen

Es gibt verschiedene Möglichkei­ ten, um die lästigen Pusteln wieder loszuwerden. «Letztlich ist die Behandlung ähnlich wie bei der Pubertätsakne», sagt Dermato­ login Myriam König. Medizinische Cremes oder Gels, die desinfi­ zierende, antientzündliche, antibakterielle und hautberuhi­ gende Substanzen beinhalten, versuchen die Talgproduktion zu reduzieren und die Verhornung zu normalisieren. Aber: «Die meisten Substanzen wirken auch austrock­ nend. Das sollte bei der reiferen Haut beachtet werden, da diese ja per se trockener ist als die eher fettige Haut der Pubertierenden.»

Bei schwerer Akne können allen­ falls auch Medikamente einge­ nommen werden, deren Zusam­ mensetzung auf Antibiotika oder Vitamin­A­Präparaten basiert. Bei diesen muss jedoch mit Neben­ wirkungen gerechnet werden. Betroffene sollen sich daher unbedingt von ihrem Arzt beraten lassen. Eine weitere Möglichkeit? «Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den sogenannten chemi­ schen Peelings mit Fruchtsäuren gemacht», sagt Myriam König, «dabei wird die Hornschicht der Haut abgetragen und die Kolla­ genbildung angeregt.» Ein Besuch beim Dermatologen ist in jedem Fall empfehlenswert. «Oft wird Akne auch mit der sogenannten Rosacea, auch Couperose, verwechselt», sagt König. «Das ist eine chronische, entzündliche Erkrankung von Gefässen und Talgdrüsen des Gesichts und tritt ebenfalls nach dem 30. Lebensjahr auf.» MM

Zu viel oder falsches Make-up kann die Haut irritieren. Sorgfältig abgestimmte Make-upProdukte jedoch können die Heilung unterstützen und das Selbstbewusstsein aufbessern. Ob bestimmte Nahrungsmittel Akne hervorrufen, ist nicht nachweisbar. Bei Allergikern könnte die Akne sehr wohl mit Ernährung zu tun haben. Akne hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern ist eine Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist. In Zusammenarbeit mit


106 | MM10, 7.3.2016 | LEBEN

Ausgewandert

Aus dem Baselbiet nach Colorado Adrian (15) ist vor bald

acht Jahren mit seinen Eltern und seinen zwei Geschwistern in den Süden der USA ausgewandert, nach Texas. Adrians Vater hat dort eine Führungsposition in einem Pharmaunternehmen übernommen. Sechs Jahre lebte die

Familie im brütend heissen Süden. Vor knapp zwei Jahren zog sie über 1000 Kilometer in den Norden, nach Telluride. Das ist ein beliebtes Skigebiet.

Mach mit!

Kinder

«Die Weite hier gefällt mir»

Bist du auch mit deiner Familie aus der Schweiz ausgewandert? Dann schreib uns!*

Adrian (15) lebt seit zwei Jahren in Colorado (USA). Hier besucht er die HighSchool, macht mit anderen Jugendlichen eine Radiosendung und ist viel in der Natur.

Text: Gabriela Bonin Illustration: Olaf Hajek

Adrians Vater arbeitet

oft zu Hause. Aber er fliegt auch regelmässig für Sitzungen nach Seattle, wo er eine pharmazeutische Firma leitet. Das liegt 2000 Kilometer entfernt.

Adrian (15), hat sich gut eingelebt in den USA.

«In Colorado hat man viel Platz. Der Staat hat fünf Millionen Einwohner, drei Millionen weniger als die Schweiz – seine Fläche ist aber sechsmal so gross. Ich besuche das zweite Jahr der High-School und belege dort bereits Kurse in Psychologie und Statistik auf CollegeLevel. In der Mittagspause holen wir uns Sushi, Tacos oder auch mal eine Pizza. In der Freizeit gehe ich gern wandern, mountainbiken oder klettern. Die Weite hier gefällt mir.

Mit Schulkollegen gestalte ich eine wöchentliche Nachmittagssendung im Lokalradio. Dort lesen wir die News, reden über alle möglichen Themen, auch über Philosophie. Und wir spielen Musik ab, zum Beispiel Rock oder Sound aus den 70ern und 80ern.

Ich fahre hier oft Ski, mit der Schule gehen wir im Winter jeden Donnerstag- und Freitagnachmittag auf die Piste. Die Leute hier sind fit und sportlich und haben uns Schweizer gut aufgenommen. In den USA sind fast alle Einwohnerinnen und Einwohner von irgendwoher eingewandert.» MM * Onlineredaktion@migrosmedien.ch


LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 107

Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede publizierte Frage gibt es einen 20-FrankenGutschein.* Mia (10) aus Dachsen ZH

Es war einmal ein hungriges Mädchen, das um Essen betteln musste. Da schenkte ihm eine alte Frau ein Zaubertöpfchen: Wenn das Mädchen einen Befehl gab, kochte das Töpfchen so lange immer neuen Brei, bis ihm befohlen wurde aufzuhören. Fortan hatte das Kind immer genug zu essen. In den armen Ländern gibt es noch viele Menschen, die Hunger leiden. Wir in den reichen Ländern haben einen anderen Hunger: Wir

gieren nach immer mehr Energie. Diese benötigen wir, um Heizungen, Autos oder Fabriken zu betreiben. Mit Energien aus unterschiedlichen Quellen erzeugen wir Strom oder Wärme oder treiben damit Motoren an. Benzin wird aus Erdöl gewonnen, das sich im Innern der Erde über Millionen von Jahren angesammelt hat. Doch irgendwann ist dieses aufgebraucht.

Energiequellen. Klugerweise nutzen wir solche, die sich nie aufbrauchen: Aus der Sonne zum Beispiel gewinnen wir Strom, ebenso aus dem Wind, aus Meereswellen oder Erdwärme. Diese Energieträger liefern «erneuerbare» Energien. Sie beschenken uns endlos, wirken also so wie das Zaubertöpfchen im Grimm-Märchen. MM

Um unseren Energiehunger zu stillen, benötigen wir nun neue

*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende ein Mail an Kinderfragen@migrosmedien.ch

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DA PASST DOCH WAS NICHT! Kreise in jedem Kästchen an, was nicht dazu passt.

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108 | MM10, 7.3.2016 | LEBEN

620 Kinotickets für drei exklusive Vorpremieren. Je ein Softgetränk und Popcorn inbegriffen

Untrennbares Duo: Taron Egerton als untalentierter, aber mutiger Skispringer Michael Edwards und Hugh Jackman als charismatischer Trainer.

S Ein Mann Glücksgriff

hebt ab

Der mitreissende Film «Eddie the Eagle» feiert den berühmtesten Antihelden des Sports. Das Migros-Magazin und die Pathé-Kinos verlosen 620 Tickets für drei exklusive Vorpremieren.

eit seiner Kindheit träumt der Engländer Michael Edwards davon, als Sportler berühmt zu werden und für seine Heimat Gold an den Olympischen Spielen zu gewinnen. Er versucht sich erfolglos im Judo, Volleyball und Pferdesport – bis er seine Leidenschaft fürs Skispringen entdeckt. Doch leider bringt der Brite für seinen Traumsport denkbar schlechte Voraussetzungen mit: Er ist viel zu schwer und trägt wegen seiner extremen Weitsichtigkeit zudem eine Brille mit dicken Gläsern, die sich bei Kälte dauernd beschlagen.

Gegen alle Wahrscheinlichkeit schafft «Eddie The Eagle», wie ihn in seine Fans nennen, schliesslich die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary. Er bringt neun Kilo mehr auf die Waage als sein schwerster Konkurrent und landet erwartungsgemäss auf dem letzten Platz. Als Underdog zum Liebling der Zuschauer

Edwards gewinnt zwar keine Medaillen, doch weil er sich nicht unterkriegen lässt, erobert der Underdog im Sturm die Herzen der Zuschauer. Bei der Schlusszeremonie der Winter-


LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 109

Wettbewerb

Mitmachen und gewinnen

spiele sagt Frank King, Chef des Organisationskomitees, zu den versammelten Spitzensportlern: «Sie haben Weltrekorde gebro­ chen, persönliche Bestleistun­ gen aufgestellt – und einer von ihnen flog wie ein Adler.» 100 000 Zuschauer brechen darauf in Jubel aus und skandierten «Eddie, Eddie!». In der Verfilmung von Michael Edwards’ Lebens­ geschichte glänzt der britische Jungstar Taron Egerton in der Rolle des ungewöhnlichen Skispringers. Der sonst auf Superheldenrollen spezialisierte Hugh Jackman verkörpert den rebellischen Trainer, der Ed­

wards den Weg an die Olympi­ schen Spiele ebnet und sich da­ bei unerschrocken gegen briti­ sche Sportfunktionäre stellt. Auch die Kinozuschauer scheinen abzuheben

Nicht nur wegen seiner Beset­ zung, sondern auch visuell ist der Film ein mitreissendes Erlebnis: Die Zuschauer klammern sich an die Armlehnen ihrer Kinosessel, wenn Edwards über die Schanze brettert. Es tut ihnen förmlich weh, wenn auf den Flug immer wieder eine spektakuläre Bruchlandung folgt und der Skispringer dabei einmal mehr seine Brille demoliert.

«Eddie the Eagle» ist als Sport­ film ebenso ungewöhnlich wie der Titelheld. Denn dieses Kinogenre widmet sich nor­ malerweise erfolgreichen und bewunderten Athleten – typisch ist das aufwendige Action­ spektakel «Rush» (2013), das den beiden Formel­1­Piloten Niki Lauda und James Hunt ein Denkmal setzt. In «Eddie the Eagle» geht es dagegen um einen Sportler, der nie auf der Sieger­ treppe steht, wegen seines Muts und seiner Unbeugsamkeit aber dennoch zur Legende wird. Die exklusiven Vorpremieren finden am 21. März, 20.30 Uhr, in Dietlikon ZH, Bern und Basel statt.

Das Migros-Magazin und die Pathé-Kinos verlosen 620 exklusive Tickets für die Vorpremiere von «Eddie the Eagle» am 21. März 2016. Die Vorpremieren finden in folgenden PathéKinos statt: Pathé Dietlikon ZH, Pathé Westside in Bern, Pathé Küchlin in Basel. Filmstart ist um 20.30 Uhr. Für jeden Gewinner sind ein Softgetränk und Popcorn inbegriffen. Wettbewerbsfrage: Welche Kinokette organisiert die Vorpremieren? So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Wunschort, Namen und Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, Ihrem Wunschort, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Basel, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt. Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort, Ihrem Wunschort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Eddie», Postfach, 8099 Zürich. Online: Gratis unter Migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 13. 3. 2016. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Eine wunderschöne Neuheit aus unserer Skandinavien-Abteilung. Verbringen Sie mit uns eine grossartige Sommerreise wie aus dem Bilderbuch und freuen Sie sich auf das idyllische Südschweden, so wie es Millionen Zuschauern aus den Inga-Lindström-Filmen kennen und lieben. Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Mittwoch 29. Juni 2016 – Anreise Hannover Fahrt im komfortablen Extrabus nach Hannover. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Donnerstag 30. Juni 2016 – Hannover-Hamburg-Travemünde Auf unserer Weiterfahrt nach Travemünde halten wir zur Mittagszeit in Hamburg. Am Abend Nachtessen in Lübeck ehe wir mit unserem komfortablen Fährschiff der TT-Line in Richtung Trelleborg starten. Übernachtung an Bord. 3. Tag, Freitag 1. Juli 2016 – Trelleborg – Jönköping Am Morgen erreichen wir Trelleborg. Über Lund, Värnamo und vorbei am wunderschönen Nationalpark Store Mosse kommen wir nach Jönköping. Die Stadt liegt schön an der Südspitze des wunderschönen Vätternsees, dem zweitgrössten See des Landes. Übernachtung in Jönköping. 4. Tag, Samstag 2. Juli 2016 – JönköpingGöta Kanal-Stockholm Heute fahren wir entlang des Vätternsees zum blauen Band Schwedens, dem Göta Kanal. Einst galt das spektakuläre Bauwerk als Weltwunder. Er verbindet Göteborg mit der Stockholm. Bei einer Fahrt auf dem berühmten Kanalsystem passieren wir einige der Schleusen

Stockholm

– stets ein spannendes Schauspiel. Am Abend erreichen wir unser Hotel in Stockholm. 5. Tag, Sonntag 3. Juli 2016 – Stockholm Heute morgen empfängt uns Stockholm mit seiner vollen Pracht. Verteilt auf 14 Inseln, bietet die Stadt ihren Besuchern zahlreiche prachtvolle Bauten, interessante Museen und eine wunderschöne Altstadt. Freuen Sie sich auf eine interessante Stadtführung. Der Nachmittag steht Ihnen für eigene Entdeckungstouren zur freien Verfügung. 6. Tag, Montag 4. Juli 2016 – Sörmland – Schloss Gripsholm Heute erwartet uns ein wahrer Bilderbuch Tag und Inga-Lindström Romantik auf Schritt und Tritt. Freuen Sie sich auf pittoreske Städtchen mit bunten Holzhäusern, verwinkelte Gässchen und malerische Hafenorte. Dazwischen schmiegen sich wunderschöne Herrenhäuser in die liebliche Landschaft. Wir besuchen Originalschauplätze der romantischen Lindström Geschichten aber auch das bekannte Schloss Gripsholm. Das durch Kurt Tucholsky berühmt gewordene Schloss liegt idyllisch auf einem Landvorsprung am Mälarsee. Übernachtung in Örebro. 7. Tag, Dienstag 5. Juli 2016 – Örebro – Helsingborg – Malmö Auf unserem Weg Richtung Süden halten wir im schönen Helsingsborg und besuchen Schloss Sofiero. Seine herrliche Parkanlage ist

bekannt für eine überwältigende Sammlung von Rhododendren und hat im Jahr 2010 die Auszeichnung «Europas schönster Park» erhalten. Nicht weit entfernt liegt Malmö, unser heutiges Tagesziel. 8. Tag, Mittwoch 6. Juli 2016 – Malmö Malmö, die drittgrösste Stadt Schwedens, begeistert jeden Besucher. Der spektakuläre «Turning Torso», das höchste Gebäude Nordeuropas, ragt 190m hoch in den Himmel. Historisches Flair findet man auf dem «Stortorget», wo das prächtige Rathaus und die Kirche St. Petri stehen oder auf dem «Lilla Torg» mit seinen hübschen Fachwerkhäusern. 9. Tag, Donnerstag 7. Juli 2016 – MalmöTrelleborg-Fähre Am Morgen steht die Fährpassage von Trelleborg nach Rostock auf dem Programm. Lassen Sie sich die Seeluft um die Nase wehen, bevor Sie am Nachmittag Rostock erreichen, von wo wir zu unserem Übernachtungsort Hannover fahren. 10. Tag, Freitag 8. Juli 2016 – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.

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LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 113

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn jemand etwas nicht zu würdigen weiss, wirft man Perlen vor die …? H Säue

R Kühe

L

Schlangen

E

Mars

L

Tiere

2. Nach wem ist der Monat März benannt? A Minerva

N Mercurius

3. Wer trifft sich an einem Luderplatz? G Zuhälter

D OL-Läufer

So nehmen Sie teil

4. Zu was kann es bei einer Schachpartie kommen? V Bauernopfer

I

Turmmord

L

Dampfwanne

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 13.3.2016, 24 Uhr

S

2009

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

A Läufernot

5. Welches ist die kleinste «Kusszahl» in einer Dimension? E

Zwei

R Fünf

K Elf

6. Wie heisst das Symbol eines bekannten amerikanischen Sportartikelherstellers? A Spoon

A Wish

T

Swoosh

7. Wie nennt sich eine übermässige Ansammlung von Gas im Verdauungstrakt? D Perkussion

I

Meteorismus

8. Seit wann haben die SBB keine Raucherabteile mehr? A 2005

E

2007

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 8: Anita Di Francesco, Zürich; Walter Schüepp, Tegna TI; Vreni Stalder, Rüti ZH

Auflösung Nr. 9: EDELHOLZ

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5 1 4 2

Auflösung Nr. 9: ALPIN Gewinner Nr. 8: René Meier, Marthalen ZH; Kurt Hollenstein, Wintersingen BL; Friedy Irmiger, Wiesendangen ZH

3

N

A N OM I S C H E I NENGEN HO L ZME H L LOTTER I E MA E S T O S O N AME N L O S RAETSE LN SCHELTEN S C HME L Z E SOTHEBYS

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Lösungswort: 1

2

3

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LEBEN | MM10, 7.3.2016 | 115

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

4 9

7

5

1 9 8 8

6

9

2

7 2

3

3

2

4 3 2

Auflösung Nr. 9: 623 5 8 2 4 6 3 9 1 7

9

1

4 9 5 6 3 9 8

6 1 3 7 9 2 5 8 4

7 9 4 1 5 8 3 2 6

3 2 1 6 8 7 4 9 5

4 6 9 5 2 1 8 7 3

8 5 7 3 4 9 1 6 2

2 3 5 9 1 6 7 4 8

1 7 6 8 3 4 2 5 9

9 4 8 2 7 5 6 3 1

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Gewinner Nr. 8: Anita Acker, Buchs SG; Marianne Grond, Oberengstringen ZH; Paul Loser, Degersheim SG; Heinz Weber, Lyss BE; Annette Boand, Sitten

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 1 3 3 2 3 Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden 3 3 sein. Verboten: Kreuzun1 1 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

4 0 3 3 2 2

2

Auflösung Nr. 9:

0

3

1 4

2

1 2

1

2

2

0

3

2

3

2

3

2

2

3 2

4 1 3

4

3 3

2 1 3

2

3 3

2 2

3

Auflösung Nr. 9: 2 2

4 2

4 5 2

3

3

1 2 3

3 2 3 4

3 2 3 3

3 3 3 3

2 1 3 3 1

2 1 2

3 3 3 4 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 375 000 (WEMF, MACH Basic 2015-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Dora Horvath, Sonja, Leissing, Anna Meister, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West, Anette Wolffram

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Verlag: Layout: Doris Oberneder (Creative Director), Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Werner Gämperli, Nicole Gut, Tel.: 058 577 13 70, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Meine Welt

«Wrigley war ein Lausbub – wie ich»

Delio Malär ist der geborene Entertainer – als Schauspieler wie auch als Sänger. Weil das so gut klappte, schlug er sich einst als Student mit Strassenmusik durch. Jetzt ist der 23-Jährige als Wrigley im Musical «Mein Name ist Eugen» zu sehen. Text: Laila Schläfli Bilder: Jorma Müller 1


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1 Mein Studentenjob «Als Nebenjob

machte ich viel Strassenmusik, ich habe nie gekellnert oder so. Auch Mani Matter spielte ich in Hamburg, das kam gut an.» 2 Meine Instrumente «Ich fing mit

Blockflöte an, später folgte das Cello. Als Jugendlicher interessierten mich dann Punk und Punkrock, sodass ich Bass und Gitarre spielen lernte – mehrheitlich autodidaktisch.»

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3 Meine Familie «Ich wuchs beim Sagimuseum in Samstagern ZH auf. Das Bänkli war Treffpunkt für mich und meine Kollegen. Meine Familie lebt noch

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Name: Delio Malär (23) Sternzeichen: Fisch Wohnort: Hamburg und Zürich Biografie und Lebenslauf: Ich be-

suchte das Gymi in der Klosterschule Einsiedeln. Nach der Matura musste ich mich entscheiden, was ich künftig tun wollte. Es gibt so viel Interessantes: Sprachen, Geschichte, Psychologie, Menschen, Musik, Theater, Schreiben, Film, Geschichten erzählen. Im Schauspiel kann ich all das vereinen. 2011 ging ich nach Hamburg an die Schauspielschule. Im zweiten Schuljahr spielte ich im Musical «Backbeat» Paul McCartney, wo mich der Regisseur des Musicals «Mein Name ist Eugen» entdeckte. So kam ich zur Rolle des Wrigley – ein Lausbub, wie auch ich einer war. «Mein Name ist Eugen» ist derzeit in der Maag Halle in Zürich zu sehen.

Mein Lieblingsprodukt

«Das FarmerCroc-Müesli mit Schoggistückli esse ich jeden Morgen. Ganz wichtig: die Schoggistückli.»

Weitere Infos: eugen-musical.ch

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immer hier, sie ist das Grösste für mich: Geborgenheit, Sicherheit, gutes Essen.» 4 Meine Anfänge «Im Theatersaal der Stiftsschule Einsiedeln hatte ich meine Bühnenpremiere. Oscar Bingisser (58) war mein Theaterlehrer, von ihm lernte ich die Grundlagen.» 5 Mein Stolz «Für das Mikromusical

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‹In alten Pfannen lernt man kochen› schrieben meine Schauspiellehrerin Cornelia Schirmer und ich die Musik sowie die Story selber. Es geht um eine unmögliche Liebe: viel Blödsinn mit Tiefsinn. Im November feierten wir Premiere im Hamburger Thalia-Theater.»

Bild: vasistas.ch

6 Meine Lieblingsschuhe

«Gesehen hatte ich die auf der Reeperbahn in Hamburg. Drei Wochen lang gingen sie mir nicht mehr aus dem Kopf, sie erinnerten mich an meine Beatles-Rolle.»


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